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Bürokonzept

Bürokonzept

Ein Bürokonzept ist ein Strukturmodell zur Gestaltung von Büroflächen als Ausdruck der funktionalen Erfordernisse und der Werte der Nutzer. Vorbild des in Deutschland am weitesten verbreitete Bürokonzeptes sind die im 16. Jahrhundert in Florenz geplanten Uffizien. Typisch für Zellenbüros sind auch fast 500 Jahre später Mittelflure, an denen sich geschlossene Büroräume mit einem oder mehreren Arbeitsplätzen reihen. In den meisten Industrienationen gelten Zellenbüros seit langem als überholt, weil sie Burgdenken und Bürokratie fördern, lange Wege haben, die zudem langweilig sind, Kommunikation und Zusammenarbeit behindern, unflexibel und flächenunwirtschaftlich sind. Dennoch sind Zellenbüros in Deutschland die beliebteste Büroform, weil sie dem einzelnen Individualität und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Versuche, Zellenbüros durch die vor allem in den USA und Großbritannien bevorzugten Großraumbüros in Deutschland abzulösen, gelten spätestens seit den 1980er Jahren als gescheitert. Den Vorteilen von Großraumbüros bei der Zusammenarbeit, Flexibilität und Flächenwirtschaftlichkeit stehen die Nachteile geringerer Individualität und vor allem die Belastungen durch akustische Störungen und Klimaanlagen gegenüber. Als Kompromiss haben sich seit den 1980er Jahren Kombibüros etabliert. Das Konzept wurde in Skandinavien mit der Absicht entwickelt, die Vorteile von Großraumbüros und Zellenbüros zu kombinieren – daher der Name – und zugleich deren Nachteile weitgehend zu vermeiden. In Kombibüros gruppieren sich standardisierte Einzelzimmer um eine Kommunikationszone, in der Gemeinschaftseinrichtungen wie Kopierer und Besprechungsmöglichkeiten untergebracht sind und die zugleich die Räume erschließt. Glaswände zwischen den Büros und der Kommunikationszone werten die ehemals dunklen Flure durch Tageslicht auf. Da jedes Büro eine verschließbare Tür hat, ist konzentriertes Arbeiten möglich, während die Glaswände zur Kommunikationszone Transparenz und Nachbarschaft fördern: »sehen und gesehen werden.« Durch die Standardisierung bieten die Einzelzimmer Individualität und sind dennoch flexibel. Seit einigen Jahren erweitern Business-Clubs das Spektrum der Bürokonzepte. Das Konzept entstand aus der Notwendigkeit, teure Bürofläche durch flexible Nutzung besser auszulasten, nachdem die Arbeit mit Menschen, die zunehmend automatisierte Sachbearbeitung ablöst, viele Büros oft über Tage leer stehen lässt. Ein räumliches Vorbild sind die Business-Lounges in Flug- und Bahnhöfen, die Cafétische, auch Schreibtische und informelle Sitzgruppen nebeneinander zum Entspannen, Arbeiten und Konferieren anbieten. Zweites räumliches Vorbild ist der traditionelle britische Club, in dem es weder Schreibtische noch Büros gibt, dafür Kaminfeuer, Bibliothek und entspanntes Ambiente. Das reicht als Treffpunkt für Mitglieder in unterschiedlichen Berufen, Rollen und Tagesabläufen, die nichts verbindet als die soziale Zugehörigkeit zu einer Institution, die den persönlichen Erfolg fördert. Anstelle von persönlichen Arbeitsplätzen bieten Business-Clubs deshalb eine Vielfalt an Aufgabenszenarien, die je nach Tätigkeiten und Arbeitsstil zeitweise genutzt werden. Wo es früher hieß, »Hier ist Ihr Platz – von Neun bis Fünf!« heißt es in Business-Clubs: »Wählen Sie ein Aufgabenszenario, das zu Ihrer augenblicklichen Tätigkeit passt und Ihrer Produktivität dient.« Die Rolle des persönlichen Arbeitsplatzes als Heimat, übernimmt die Mitgliedschaft in einer räumlich und sozial überschaubaren Nachbarschaft, dem Club, der sich durch informell gestaltetes Ambiente vom traditionellen Bürograu unterscheidet: »Hier lässt sich gut leben – und arbeiten.« Die Flexibilität dieses Bürokonzeptes beruht auf der Flexibilität seiner Nutzer und der Abläufe.

Beispiele

Kategorie:Architekturtheorie Kategorie:Innenarchitektur Kategorie:Betriebswirtschaftslehre

Büro

Ein Büro (Schreibstube, Geschäftszimmer, Amtszimmer; Lehnwort aus dem Französischen: Bureau) ist ein Raum, in dem vorwiegend Verwaltungstätigkeiten wie Schreiben, Lesen, Rechnen und Besprechen ausgeübt werden.

Allgemein

Verwaltung Je nach Aufgabe dient ein Büro einer einzelnen Person oder vielen Personen (Großraumbüro) als Arbeitsraum. Zur Ausstattung eines Büros gehören typischerweise Schreibtische, Schränke und/oder Regale sowie Kommunikationsmittel wie Telefon und Faxgerät. Seit etwa 1990 sind in den meisten Büros auch Computer zu finden, die sowohl zur Bearbeitung der Akten wie auch zur Kommunikation dienen. Dem Wandel der Büroarbeit durch den Abbau von Bürokratie und die Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnik tragen neue Bürokonzepte Rechnung. Büro ist auch Bezeichnung einer Behörde oder eines Gremiums, zum Beispiel das Bureau International des Poids et des Mesures (BIPM) in Paris oder das Büro zur Koordinierung der Befrachtung von Seeschiffen in Moskau.

Büroarbeit

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München fanden heraus, dass Menschen mit Bürojobs zu Müdigkeit neigen, weil sie zu wenig Tageslicht bekommen. Während ein sonniger Tag ca. 100.000 Lux auf den Menschen abstrahlt, sind es selbst in gut ausgeleuchteten Büros lediglich 400 Lux. Selbst wer bei Regenwetter draußen arbeitet, bekäme 10.000 Lux und die innere Uhr damit Gelegenheit, sich der äußeren Zeit anzupassen. Erhält die innere Uhr nämlich zu wenig Licht, hinkt sie "hinterher". Die Folgen einer dauerhaft "falsch" tickenden Uhr können Schlafstörungen, Energielosigkeit und Depressionen sein. Besonders Nachtarbeiter sind davon betroffen.

Etymologie

Der Begriff Büro leitet sich aus dem französischen bureau ab, das sich wiederum aus dem altfranzösischen bure, burel was ins Deutsche übersetz soviel wie "grober Wollstoff" bedeutet, mit dem Schreibtische oder -pulte zu späterer Zeit bespannt waren. Dieser altfranzösischer Begriff hat seinen Ursprung im Lateinischen: dort bedeutet das Wort burra nämlich "zottiges Gewand". Der Zusammenhang zum Schreibtisch liegt in der Bedeutungsentwicklung von "Tuch" über "mit Tuch bedeckter Tisch" zu "Schreibtisch" und schlussendlich zu "Raum mit Schreibtisch" bzw. zur heutigen Bedeutung. Im heutigen Französisch und in einigen anderen Sprachen bezeichnet der Begriff Büro sowohl das Möbel wie den Raum, im Deutschen jedoch nur noch den Raum.

Siehe auch


- Büroservice

Weblinks


- [http://www.infoline-buero.de Infoline-Büro] - Online-Lexikon mit Basiswissen, Beispielen, Terminen, Adressen, ... Kategorie:Raum ja:オフィス

Bürokratie

Bürokratie (frz. bureaucratie) leitet sich seit dem 17./18 Jahrhundert von Büro (v. frz. bureau = (Arbeits-, Amtszimmer) ab. Dessen Ursprung ist das afrofrz. bure oder burel. Bure war ein grober Wollstoff zum Beziehen von Schreibtischen. Bürokratie ist ein Kunstwort, zusammen gesetzt aus bureau (s.o.) und dem griechischen kratia = Herrschaft. Es bedeutet demnach "Büroherrschaft". Umgangssprachlich bezeichnet der Ausdruck "Bürokratie" oft einen als übertrieben empfundenen Regelungswillen, welcher die Einhaltung von Verwaltungsregeln vor ihren Nutzen für die Bürger und Antragsteller stellt. Mit dem Fachterminus "Bürokratismus" wird eine bürokratisch überzogene Handlungsorientierung kritisiert, die gegebene Vorschriften über den Menschen stellt, ihn weitgehend als Ding behandelt und funktionalisiert. In der Betriebswirtschaft ist "Bürokratie" die Verwaltung eines Staates und einer Kommune, jedoch auch einer Unternehmung, einer Organisation o.ä..

Bürokratie bei Max Weber

Der Soziologe Max Weber hat sie als die "rationale" Form der "legalen Herrschaft", auch für Unternehmen, bezeichnet und analysiert. Als Idealtypus der Bürokratie wird bei ihm die Behörde mit beruflichem Verwaltungsstab bezeichnet. Die Legitimation der bürokratischen (legalen) Herrschaft liegt in der rationalen Kompetenz des Vorgesetzten, nicht in ihrer traditionalen Kompetenz (wie z. B. bei Erbämtern in einer Monarchie). Sein dritter Typus, die "charismatische Herrschaft", hat definitionsgemäß gar keine Verwaltung. Alle drei Herrschaftsformen sind jedoch Formen legitimer Macht. Im Gegensatz zur traditionellen und charismatischen Herrschaft verhindert die Bürokratie Bevorzugung oder Benachteiligung Einzelner in Form von willkürlichen Entscheidungen, weil sich alle an die gleichen und rational begründeten Spielregeln, bzw. Gesetze (eine gesatzte Ordnung) halten müssen. Der Bürokratiebegriff Webers ist somit ein positiver. Im strengen Sinne ist also nach Weber eine nach z. B. rein politischen Zweckmäßigkeits-Erwägungen arbeitende Verwaltung (etwa die "Kaderverwaltung" im ehemaligen Sowjetsystem) gar keine "Bürokratie". Siehe auch: Verwaltungskompetenz

Nachteile

Die innerorganisatorische Einbindung von 'Bürokraten' (ein Gegenstand der Organisationssoziologie) hat vielerorts ein 'wucherndes System' von Gesetzen, Vorschriften, Verordnungen und Anweisungen entstehen lassen, das dazu führt, dass in vielen bürokratisch organisierten Systemen der Aufwand an Kosten und Zeit für Verwaltung höher geworden ist als der Aufwand für den Organisationszweck. Übertragen übersetzt heißt Büro-kratie dann: Alle Macht geht von der Amtsstube aus. Es gibt dabei jedoch zwei Einschränkungen: den Gesetzesvorbehalt und den Vorrang des Gesetzes. In einem Rechtsstaat darf die Verwaltung nur auf Grund eines Gesetzes tätig werden. Handeln ohne gesetzliche Grundlange ist rechtswidrig. In einer repräsentativen Demokratie setzt sich im Gesetzgebungsverfahren jedoch nicht immer das größte Maß an Vernunft, sondern eher das größte Maß an Einfluss durch. Als Folge daraus entstehen Gesetze, die eben nicht in höchstem Maße vernünftig, sondern vielfach machtbestimmt sind. Da das Verwaltungshandeln aber nur auf gesetzlicher Grundlage erfolgen darf, ist es daher genauso unvernünftig und machtbestimmt wie die zustandegekommenen Gesetze. Das widerspricht dem Verständnis moderner Demokratie, in der alle Macht vom Bürger ausgehen soll, dem der Staat als rational konzipiertes Werkzeug dienen sollte. Es widerspricht aber auch der Notwendigkeit rationaler Kosten- und Leistungskontrolle, die Wirtschaftsunternehmen dazu imstande setzen sollten, sich mit Dienstleistungen und Produkten im Markt-Wettbewerb zu behaupten.

Reformen

Den Anfang der Reformen der staatlichen Verwaltung kann man schwer festlegen. Eine erste Reform - damals noch nicht bürokratisch genannt - fand Anfang des 19. Jahrhunderts unter Stein und Hardenberg statt. Die besondere Effizienz der daraus hervorgehenden Verwaltung führte zu einer breiten Übernahme in vielen Staaten. Grundlegende Änderungen in der Verwaltung waren erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts zu beobachten. Im Zuge einer immer ausgereifteren Sozialforschung glaubte man, durch eine Vielzahl von Vorschriften das staatliche Handeln planen zu können. Es folgte in den 60er und 70er Jahren die sogenannte "Planungseuphorie". Sie führte zu einem starken Anschwellen der Verwaltung und Vorschriften. Erst in den 80er Jahren begann man gegenzusteuern, weitreichende Reformen wurden allerdings in Deutschland nicht durchgesetzt. In England und den USA begann sich hingegen gegen Ende der 70er Jahre eine Reformbewegung zu entwickeln, die zum Teil auch als Neoliberalismus bekannt ist. Unter Margaret Thatcher und Ronald Reagan wurde das Konzept des schlanken Staates zum Teil umgesetzt. Der Staat wird hierbei in seinen Aufgaben beschränkt und viele Teile früherer staatlicher Leistungen werden privatisiert mit der Absicht, dass an Stelle des Staates der Markt die Regulierung der Gesellschaft übernimmt. In Deutschland haben neuere Reformbewegungen in den 90ern begonnen. Neben einer Vielzahl von Privatisierungen - meist durch die Europäische Union initiiert - begann sich auf Grundlage des New Public Management das Neue Steuerungsmodell zu entwickeln. Hierin vereinen sich eine Vielzahl von Reformideen wie Verwaltungen als Dienstleister zu betrachten, bürokratische Verfahren als Produkte zu betrachten, eine neue Buchführung genauso wie Privatisierung von Einrichtungen, die von privater Hand getragen werden können. Seit Ende der 90er Jahre wird zudem das e-Government immer stärker diskutiert. Mit Hilfe des Internets und elektronischer Datenverarbeitung soll vor allem der Aufwand durch bürokratische Regulierung für Unternehmen und Bürger reduziert werden. Parallel dazu nimmt auch eDemocracy eine immer stärkere Rolle ein, um Bürger stärker an Gesetzgebungsverfahren zu beteiligen. Hier soll ein grundlegendes Problem der Gesetzgebung und damit der Bürokratie an sich gelöst werden. Durch Lobbyarbeit konnten bisher einzelne Interessengruppen Vorschriften und Gesetze durchsetzen, die für eine Mehrheit der Betroffenen nachteilig, für die kleine Gruppe der Lobbyarbeiter (z.B. die Wirtschaft, aber auch einzelne Teile der Verwaltung selber) jedoch positive Auswirkungen hatte. Der Wust an unnötigen Regelungen wird häufig hierauf zurückgeführt. Durch eine breitere Einbindung der Betroffenen erhofft man sich hier sinnvollere Regelungen. Das Schlagwort Bürokratieabbau findet sich häufiger in der Politik. Gemeint ist in der Regel ein Abbau von Vorschriften und Gesetzen, ein solcher Abbau konnte empirisch bis jetzt jedoch noch nicht beobachtet werden. Die Gründe zur Forderung nach Bürokratieabbau sind meist interessengeleitet, wie zum Beispiel der Abbau von Sicherheitsvorschriften in der Chemie, der zum Vorteil der Wirtschaft wäre, für die Bevölkerung jedoch gesundheitliche Nachteile haben könnte.

Siehe auch


- Liste der Herrschaftsformen
- Absurdistan
- Verwaltungsethik
- Verwaltungskultur
- Eurokratie

Literatur


- Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Tübingen 1922. (hier wichtig: Erster Teil, Kapitel III)
- Balint Balla: Kaderverwaltung, Stuttgart 1972.
- R. F. Thomas: Kampf der Bürokratie, Wiesbaden 1995.
- Ludwig von Mises: Die Bürokratie, New Haven 1944.
- P. Vogler: Entbürokratisierung von Unternehmen, Köln 1989, ISBN 3-88585-592-5

Weblinks


- [http://www.textlog.de/7353.html Die drei reinen Typen legitimer Herrschaft bei Max Weber]
- [http://www.amtswege.de/ amtswege.de - Das Bürgerportal zu allen Verwaltungs- und Dienstleistungen] Kategorie:Herrschaftssoziologie Kategorie:Verwaltung Kategorie:Verwaltungswissenschaft ja:官僚制

Club

Klub oder Club kann Folgendes bedeuten:
- ein exklusiver Verein; siehe Klub
- die Vorform einer politischen Partei wie in "Jakobinerklub"; siehe Jakobiner
- in den Parlamenten Österreichs ein in etwa der deutschen Fraktion entsprechender Teil des Parlaments; siehe Klub (Politik)
- eine Bezeichnung für eine Diskothek
- als Der Club (mit Artikel) eine Bezeichnung des Sportvereins 1. FC Nürnberg
- eine ostdeutsche Zigarettenmarke, siehe Club (Zigarettenmarke)

Kategorie:Architekturtheorie

Kategorie für Begriff und Schlagworte der Architekturtheorie, aber auch für spezielle Architektur- und Entwurfskonzepte. Kategorie:Architektur und Bauwesen

Kategorie:Innenarchitektur

Kategorie:Architektur und Bauwesen

Kategorie:Betriebswirtschaftslehre

Die Betriebswirtschaftslehre befasst sich mit planerischen, organisatorischen und rechentechnischen Entscheidungen in Betrieben. Sie beruht auf der Tatsache, dass für den Menschen die meisten Güter knapp sind und von den Akteuren bewirtschaftet werden müssen. Kategorie:Wirtschaft

Frihetsfronten

Frihetsfronten, svenskt nätverk för nyliberaler och libertarianer. Föreningen grundades av Christian Gergils, tidigare ordförande för Fria moderata studentföreningen vid Stockholms universitet, Henrik Bejke, redaktionssekreterare för Nyliberalen, och Mattias Bengtsson, tidigare vd för Timbro. Föreningen har bl.a. gjort sig känd för sin liberala hållning till droger. Nuvarande ordförande är Henrik Alexandersson.

Externa länkar


- [http://www.frihetsfronten.se/ Frihetsfronten] - officiell webbplats
- [http://moderskeppet.blogspot.com/ Moderskeppet] - blogg som skrivs av personer aktiva inom Frihetsfronten Kategori:Svenska politiska organisationer

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