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| BCS-Theorie |
BCS-TheorieDie BCS-Theorie ist eine Theorie zur Erklärung der Supraleitung in Metallen. Die BCS-Theorie wurde 1957 von John Bardeen, Leon N. Cooper und John R. Schrieffer begründet; "BCS" steht somit für die Namen dieser Forscher, die dafür 1972 den Nobelpreis für Physik erhielten.
Nach der BCS-Theorie ist der supraleitende Zustand Folge von Zusammenschlüssen freier Elektronen zu so genannten Cooper-Paaren. Diese befinden sich allesamt im selben quantenmechanischen Zustand und reagieren kollektiv auf äußere Einflüsse wie elektrische oder magnetische Felder. Dadurch wird eine Wechselwirkung mit dem Rest des Metalls verhindert und die typischen Eigenschaften eines Supraleiters wie der verschwindende elektrische Widerstand begründet.
Die Paarbildung wird ermöglicht durch eine schwache anziehende Wechselwirkung zwischen den Elektronen, die aber bei sehr geringen Temperaturen stark genug ist, um sowohl deren elektrische Abstoßung als auch die verbliebene thermische Bewegung zu überwinden. Bei zu großer Energieeinwirkung von außen, sei es durch Wärmezufuhr, einer zu großen Stromdichte, Bestrahlung oder dergleichen, werden die Paare allerdings wieder aufgebrochen und die Elektronen gehen ihre normale Wechselwirkung mit dem übrigen Metall wieder ein. Das erklärt, warum Supraleitung nur bei sehr kleinen Temperaturen, Strömen und Magnetfeldern auftreten kann.
Die BCS-Theorie erklärt nur die konventionelle Supraleitung bei Temperaturen nahe dem absoluten Temperaturnullpunkt. Hochtemperatursupraleitung, wie sie etwa in einigen Keramiken auftritt, kann sie nicht erklären. Jedoch wurde nachgewiesen, dass auch bei Hochtemperatur-Supraleitern der Suprastrom von Cooper-Paaren gebildet wird.
Zusammenfassung der BCS-Theorie (für Fortgeschrittene)
absoluten Temperaturnullpunkt
Die Eigenschaft der Supraleitung setzt voraus, dass es sich um eine neue Phase des Elektronengases im Metall handeln muss. Der Grundzustand (T=0) eines Elektronengases bricht zusammen, wenn auch eine noch so kleine attraktive Wechselwirkung zwischen zwei Elektronen zugelassen wird. Cooper benutzte in seiner Theorie den Ansatz, dass ein Elektron aufgrund seiner negativen Ladung eine Deformationsspur der Ionenrümpfe auf seinem Weg durch den Festkörper hinterlässt. Die Anhäufung positiv geladener Ionenrümpfe wirkt attraktiv auf ein zweites Elektron. Somit ziehen sich die beiden Elektronen über die Gitterdeformation an. (Dieses Phänomen ist wohl jedem bekannt, der mit seinem Partner bei Verwandten auf einem Luftbett übernachten durfte: Durch die Deformation des Bettes „ziehen“ sich die beiden Partner gegenseitig an und kommen nicht voneinder weg.)
Im Moment des Vorbeifliegens eines Elektrons erhalten die Ionen einen Kraftstoß, der erst nach dem Passieren des Elektrons zu einer Bewegung der Ionen und damit zu einer Polarisation des Gitters führt (siehe Bild).
Gegenüber der hohen Elektronengeschwindigkeit folgt das Gitter nur sehr langsam, es erreicht seine Maximale Deformation bei einer Entfernung hinter dem Elektron. ist dabei die Debyefrequenz des Phononengitters. Wegen und erfahren die beiden Elektronen eine Kopplung über eine Entfernung von mehr als 1000 Å. Das bedeutet, dass die Coulomb-Abstoßung weitgehend abgeschirmt ist.
Coulomb
Dieses Modell lässt sich auch quantenmechanisch beschreiben, indem man die Gitterdeformation als die Überlagerung der Phononen versteht, die das Elektron durch seine Wechselwirkung mit dem Gitter ständig emittiert und absorbiert. Dabei dürfen die virtuellen Phononen nur während einer Zeitspanne existieren, damit der Energiesatz nicht verletzt wird.
Betrachten wir zunächst ein nicht wechselwirkendes Fermi-Gas (siehe Fermi-Dirac-Statistik) der Elektronen. Der Grundzustand im Potentialtopf ist dann dadurch gegeben, dass alle Einelektronenzustände mit Wellenvektor bis zur Fermi-Kante (T=0) aufgefüllt sind und alle Zustände mit unbesetzt bleiben. Wir fügen jetzt diesem System zwei Elektronen mit den Wellenvektoren , und den entsprechenden Energien und auf Zuständen oberhalb von hinzu und nehmen an, dass die beiden Elektronen über die soeben beschriebene attraktive Wechselwirkung gekoppelt sind. Alle anderen Elektronen im Fermi-See sollen weiterhin nicht miteinander wechselwirken und wegen des Pauli-Prinzips eine weitere Besetzung der Zustände | | |