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BUND (Umwelt)

BUND (Umwelt)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) ist eine Umweltschutzorganisation. Er wurde 1975 von Horst Stern, Bernhard Grzimek und neunzehn weiteren Umweltschützern gegründet. Vorsitzende ist seit 1998 Angelika Zahrnt. Der BUND ist mit 392.525 Mitgliedern und Förderern (Stand 2004) einer der großen Umweltverbände Deutschlands. An Beiträgen, Zuwendungen und Spenden kamen 2003 11,8 Millionen Euro (7,9 % weniger als 2002) zusammen, die Eigenkapitalquote lag bei 60,4 % (2002: 65,5 %). Der BUND sieht sich seit Jahren in der Rolle des kritischen Mahners und Beobachters, der umweltpolitische Defizite aufdeckt und die Öffentlichkeit aufklärt. Er fragt etwa danach, wie erneuerbare Energien ausgebaut werden können, wie man unsere Flüsse und Seen vor Schadstoffen schützt, wie man Strahlenbelastungen reduziert und wie der Naturschutz forciert werden kann. Aktionen und Kampagnen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene führten zur Erhaltung von Moorgebieten, zur Mobilmachung gegen die Atomkraft und zur Werbung für umwelt- und gesundheitsverträgliche Produkte. Der in mancherlei Hinsicht autonome bayerische Landesverband führt den Namen „Bund Naturschutz in Bayern e.V.“. Daneben gibt es noch viele Landesverbände und regionale Kreis- und Ortsgruppen, die sich mit lokalen ökologischen Problemen beschäftigen. Ehrenamtliche Arbeitskreise befassen sich etwa kritisch mit der Bio- und Gentechnologie, dem Bodenschutz, umweltfreundlichen Energien, gesundheitlichen und rechtlichen Fragen etc. Selbstständig innerhalb des BUND agiert die BUNDjugend mit ihren Untergliederungen in den Bundesländern (in Bayern der „Jugendorganisation Bund Naturschutz in Bayern“) und den einzelnen Jugendgruppen. Der BUND ist die deutsche Sektion des Europäischen Umweltnetzwerkes [http://www.foeeurope.org Friends of the Earth Europe] und des weltweiten Netzwerkes [http://www.foei.org Friends of the Earth International].

Einige Ziele

Der BUND setzt sich für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Im Einzelnen steht er unter anderem für
- den Umbau der Energiewirtschaft hin zu regenerativen Energiequellen
- den Umbau des Verkehrssystems hin zu regenerativen Treibstoffen
- eine Förderung des öffentlichen Personenverkehrs sowie des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs
- einen sanften Tourismus: Fahrrad- und Wanderurlaube, Fernfahrten mit der Bahn
- ein Energiespar- und Sanierungsprogramm des Wohnungs- und Hausbestandes
- den Schutz von ökologisch wertvollen Flächen und Landschaften
- eine umweltfreundliche und artgerechte Land- und Forstwirtschaft
- eine Entlastung des Faktors Arbeit von den Steuern (Abschaffung der Lohnsteuer)

Projekte

Das Projekt Grünes Band Deutschland soll Biotope entlang der deutsch-deutschen Grenze schützen.

Kritik

Durch die Intervention des BUND wurde verhindert, dass der große Schlussgottesdienst (geplant war eine Messe mit dem inzwischen verstorbenen Papst Johannes Paul II.) des Weltjugendtages 2005 in Hangelar bei Bonn stattfinden konnte. Der BUND setzte vor Gericht den Schutz der Hangelarer Heide vor einer Kampfmittelräumung, die für diese Veranstaltung notwendig gewesen wäre, durch. Dies führte zu - zum Teil harscher - Kritik in den Medien und Unverständnis in Kirchenkreisen und seitens des Veranstalters. Die als investitionsfeindlich empfundene Haltung des BUND und die damit verbundenen Aktionen werden von Seiten der Industrie zunehmend als Standortnachteil gewertet. Dagegen argumentieren Anhänger des BUND, die Organisation habe seit 20 Jahren auf die Bedeutung der Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie hingewiesen und in ihrer Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" dazu eine wegweisenden Beitrag geleistet.

Weblinks


- [http://www.bund.net BUND Bundesverband]
- [http://www.bundjugend.de BUNDjugend]

Landesverbände


- [http://www.bund.net/bawue/ BUND Baden-Württemberg]
- [http://www.bund-naturschutz.de Bund Naturschutz Bayern]
- [http://www.bund-berlin.de BUND Berlin]
- [http://www.bund-brandenburg.de BUND Brandenburg]
- [http://www.bund-bremen.net BUND Bremen]
- [http://www.bund.net/hamburg/ BUND Hamburg]
- [http://www.bund-hessen.de BUND Hessen]
- [http://www.bund.net/mv/ BUND Mecklenburg-Vorpommern]
- [http://www.bund-niedersachsen.de BUND Niedersachsen]
- [http://www.bund-nrw.org BUND Nordrhein-Westfalen]
- [http://www.bund-rlp.de BUND Rheinland-Pfalz]
- [http://www.bund-saar.de BUND Saarland]
- [http://www.bund-sachsen.de BUND Sachsen]
- [http://www.bund-sachsen-anhalt.de BUND Sachsen-Anhalt]
- [http://www.bund-sh.de BUND Schleswig-Holstein]
- [http://www.bund.net/thueringen/ BUND Thüringen] Kategorie:Umweltschutzorganisation Kategorie:Naturschutzorganisation Kategorie:Verein

Umweltschutzorganisation

Eine Umweltschutzorganisation ist eine Organisation (meist als Verein organisiert), die gegen aus ihrer Sicht schädliche Veränderungen der Ökosphäre vorgeht. Bekannte Umweltschutzorganisationen sind:
- Greenpeace e.V.
- Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V.
- ROBIN WOOD e.V.
- Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) e.V.
- Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V.
- GLOBAL 2000 Weitere siehe :Kategorie:Umweltschutzorganisation

Siehe auch

Umwelt, Umweltschutz, Naturschutz, :Kategorie:Naturschutzorganisation

Weblinks


- [http://www.foeeurope.org www.foeeurope.org] - Friends of the Earth Europe
- [http://www.hilfsorganisationen.de/MENUE/Umweltschutz/ www.hilfsorganisationen.de] - kommentierte Auflistung von Umwelt- und Naturschutzorganisationen !

Horst Stern

Horst Stern (
- 24. Oktober 1922 in Stettin) ist ein deutscher Journalist, Filmemacher und Schriftsteller.

Leben

Horst Stern ist gelernter Bankkaufmann. Am Zweiten Weltkrieg nahm er als Fallschirmjäger teil. Er geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung arbeitete er als Dolmetscher bei der US Army in Ludwigsburg. Ab 1947 war er Gerichtsreporter der "Stuttgarter Nachrichten". In den 1950er Jahren war er im Bielefelder Delius-Klasing-Verlag tätig und gab u.a. die Zeitschriften "Gute Fahrt", "Unterwegs" und "Yacht" heraus. In den 1960er Jahren begann Stern mit dem Verfassen von Manuskripten zu Tiersendungen für den Schulfunk des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart. Bundesweit bekannt wurde der Autor mit den Fernsehreportage-Serie "Sterns Stunde", in deren 27 Folgen auf neuartige und unsentimentale Weise verschiedene Haus- und Wildtiere und die ökologischen Probleme ihrer Haltung bzw. Hege gezeigt wurden. 1972 gehörte Horst Stern (zusammen mit Konrad Lorenz, Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Bernhard Grzimek und Heinz Sielmann) zu den Gründern der "Gruppe Ökologie", die sich als Protestbewegung gegen mangelndes ökologisches Bewusstsein der Industriegesellschaft verstand. Von 1972 bis 1979 war Stern Naturschutzbeauftragter des Landkreises Lindau. 1980 gründete er die Zeitschrift Natur, die er bis 1984 als Herausgeber leitete. In den folgenden Jahren verlegte sich Stern auf das Verfassen literarischer Texte, blieb dabei jedoch der Thematik Ökologie und Tierschutz treu. Ab 1995 war der Autor, der zeitweise nach Irland übergesiedelt war und heute mit seiner Familie wieder in Deutschland lebt, dann erneut journalistisch tätig und lieferte Beiträge für die Wochenzeitungen "Die Woche" und "Die Zeit". Horst Stern erhielt u.a. folgende Auszeichnungen: 1971 den "Goldenen Bildschirm" und den Preis des Stifterverbandes der Deutschen Industrie, 1974 den Bayerischen Naturschutzpreis, 1975 den Bodensee-Literaturpreis der Stadt Überlingen und die Ehrendoktorwürde der Universität Hohenheim, 1981 die Alexander-von-Humboldt-Medaille.

Werke


- Lauter Viechereien, Stuttgart 1957 (zusammen mit Wolfgang Bechtle)
- Tierisch heiter, Bielefeld [u.a.] 1960
- So verdient man sich die Sporen, Stuttgart 1961
- In Tierkunde eine 1, Stuttgart 1965
- Gesang der Regenwürmer und andere Kuriosa, Stuttgart 1967
- Mit Tieren per Du, Ravensburg 1969
- Bemerkungen über Bienen, München 1971
- Bemerkungen über Hunde, München 1971
- Bemerkungen über Pferde, München 1971
- Stern für Leser, Stuttgart 1973
- Mut zum Widerspruch, München 1974
- Leben am seidenen Faden, München 1975 (zusammen mit Ernst Kullmann)
- Horst Stern u.a.; Rettet die Vögel - Wir brauchen sie, Herbig 1978
- Naturwunder Deutschland, München 1979 (zusammen mit Kurt Blüchel und Heinz Sielmann)
- Horst Stern u.a.; Rettet den Wald, Kindler, 1979.
- Die Welt unserer Tiere, Hamburg 1979 (zusammen mit Rudolf Schreiber und Wolfgang Dietzen)
- Tierversuche in der Pharmaforschung, München 1979
- Mann aus Apulien, München 1986
- Jagdnovelle, München 1989
- Bemerkungen über das Tier im Handel, München 1989
- Bermerkungen über eine Urlaubslandschaft. Bemerkungen über den Rothirsch, München 1989
- Das Horst-Stern-Lesebuch, München 1992
- Klint, München 1993
- Kopfliebe, Hauzenberg 1994
- Das Gewicht einer Feder, München 1997

Literatur


- Ludwig Fischer (Hrsg.): Unerledigte Einsichten, Hamburg 1997
- Klaus Ehrhard Schoepe: Der Wissenschaftsjournalist Horst Stern, Hannover 1997

Weblinks


- http://www.artechock.de/dokfestival/2001/programm/stern.htm Stern, Horst Stern, Horst Stern, Horst Stern, Horst Stern, Horst Stern, Horst

Umweltschutz

Umweltschutz bezeichnet den Schutz der Umwelt vor störenden Einflüssen oder Beeinträchtigungen, wie beispielsweise Umweltverschmutzung, Lärm, Globaler Erwärmung und Flächenversiegelung bzw. Flächenverbrauch. Ausgangspunkt des Umweltschutzes ist die Erhaltung des Lebensumfelds der Menschen und ihrer Gesundheit. Dies schließt auch den Schutz der die Menschen umgebenden Natur in einem gewissen Umfang mit ein. Trotz dieser unterschiedlichen Perspektiven haben Umwelt- und Naturschutz im konkreten Zusammenhang oft identische Ziele; im Einzelfall gibt es aber auch Zielkonflikte. Das neuzeitliche Bewusstsein für den Umweltschutz entwickelte sich in den westlichen Ländern in den 1960er Jahren, als man feststellte, dass sich industrielle Tätigkeiten sehr nachteilig auf die Umwelt auswirken können. Maßgeblich zu diesem Wertewandel beigetragen haben offensichtliche Missstände wie das Fischsterben im Rhein, Versauerung von Gewässern oder spektakuläre Chemiekatastrophen wie etwa in Seveso oder Bhopal. Viele Schwellen- und Entwicklungsländern haben oftmals nicht die nötigen Ressourcen für effektive Umweltschutzmaßnahmen. Globale Auflagen, zum Beispiel durch das Kyoto-Protokoll, werden von diesen Ländern oft abgelehnt. Es wird argumentiert, dass globale Umweltschäden im wesentlich auf Aktivitäten der Industrienationen zurückzuführen sind. Folglich sollten diese Nationen auch für umweltpolitische Maßnahmen aufkommen. Bei lokalen Problemen, wie dem Einsatz akkumulativer Pestizide fehlen oftmals bezahlbare Alternativen. So wird DDT trotz erwiesener Umweltgefahren weiterhin großflächig zur Insektenbekämpfung eingesetzt.

Deutschland

In Deutschland sind von staatlicher Seite in erster Linie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) für den Umweltschutz zuständig. Auf Länder- und Landkreisebene sind weitere Behörden auf dem Gebiet des Umweltschutzes tätig. Das Bundesumweltministerium veröffentlicht jährlich u.a. Zustandsberichte; die letzten Jahrgänge dieses [http://www.umweltbundesamt.org/fpdf-l/2312.pdf Berichts] sind im Internet abrufbar. Nachdem Mitte der 1980er Jahre der Bereich Umweltschutz zum Boomthema wurde und in der Amtszeit des Bundesumweltministers Klaus Töpfer (CDU) viele sinnvolle Änderungen in der Umweltgesetzgebung vollzogen worden waren, gelang es in der Amtszeit von Angela Merkel dem Umweltministerium nur noch gelegentlich, seine Anliegen in einer Bundesregierung durchzusetzen, die unter den Bedingungen von Globalisierung und Wirtschaftskrise den Umweltschutz als Hemmschuh statt als Motor der wirtschaftlichen Innovation sah. Der Umweltschutz wurde durch die rot-grüne Regierung 1998-2005 wieder nachdrücklicher verfolgt, wenn auch durchaus mit nicht stringenter Gesetzgebung und mit den gleichen internen Konflikten. Auch unter der schwarz-gelben Regierung bis 1998 nahm Deutschland eine Vorreiterrolle in dieser Hinsicht ein. Der ehemalige Umweltminister (und Urheber des Dosenpfandes) Prof. Dr. Klaus Töpfer ist heute ein in der Sache erfolgreicher UN-Umweltkoordinator.

Siehe auch

Portal:Umweltschutz

Literatur


- Franz Alt, Rudolf Bahro, Marko Ferst: Wege zur ökologischen Zeitenwende. Reformalternativen und Visionen für ein zukunftsfähiges Kultursystem. Edition Zeitsprung, Berlin 2002, ISBN 3-8311-3419-7 - [http://www.umweltdebatte.de/index-wege_zur_oekologischen_zeitwende.htm Informationen zum Buch]
- Oliver Geden: Rechte Ökologie - Umweltschutz zwischen Emanzipation und Faschismus. Espresso Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-8852-0759-1

Weblinks


- [http://www.bmu.de www.bmu.de] - Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
- [http://www.umweltbundesamt.de www.umweltbundesamt.de] - Homepage des deutschen Umweltbundesamtes
- [http://www.umweltschutzweb.de www.umweltschutzweb.de] - UmweltschutzWeb.de-Netzwerk: umfangreicher Umweltinformationspool
- [http://www.umwelt-online.de/recht/ www.umwelt-online.de] - Umwelt online (Umweltrecht)
- [http://www.vernunft-schweiz.ch/document.php?cid=54 www.vernunft-schweiz.ch] - Umweltschutzmaßnahmen in der Schweiz !

Angelika Zahrnt

Angelika Zahrnt (
- 1944 in Köslin) ist Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland. Angelika Zahrnt studierte von 1963 bis 1968 in Heidelberg, Wien und Innsbruck Volkswirtschaftslehre. 1973 promovierte sie in Heidelberg in diesem Fachbereich. Es erfolgte eine Weiterbildung zur Systemanalytikerin. Seit 1998 ist sie Vorsitzende des BUND und Mitglied im nationalen Rat für nachhaltige Entwicklung (RNE). Zahrnt, Angelika Zahrnt, Angelika Zahrnt, Angelika Kategorie:Umweltschützer Kategorie:Naturschützer

Naturschutz

Der Begriff Naturschutz umfasst alle Untersuchungen und Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. Eine nachhaltige Nutzbarkeit der Natur durch den Menschen wird angestrebt. Der Naturhaushalt soll als Lebensgrundlage des Menschen geschützt werden. Wichtige Gegenstände des Naturschutzes sind Naturlandschaften, Naturdenkmäler u. a. Schutzgebiete und Landschaftsbestandteile, sowie seltene, in ihrem Bestand gefährdete Pflanzen, Tiere, und Biotope, in ihren Ökosystemen und mit ihren Standorten. Der Naturschutz beschäftigt sich daher auch mit den Standortfaktoren: Bodenschutz, Mikroklima, Luftreinhaltung und Lärmschutz, sowie anderen potenziell schädlichen Einflüssen wie Licht, Bewegung; Zerschneidung und Isolation von Lebensräumen etc. In den letzten Jahren hat auch die Thematik des Naturschutzes innerhalb besiedelter Räume und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen an Bedeutung gewonnen; damit soll eine Entwicklung vermieden werden, die Naturschutz nur in abgesonderten Reservaten betreiben und die vom Menschen bewirtschafteten und/oder besiedelten Räume preisgeben würde. Die praktische Naturschutzarbeit wird vor allem auf regionaler und lokaler Ebene geleistet. Die rechtlichen Instrumente des Naturschutzes sind allerdings in vielen Ländern auf nationaler Ebene verankert. Innerhalb der Europäischen Union gewinnen auch europaweite Programme und Regelungen an Bedeutung (z. B. [http://europa.eu.int/comm/environment/nature/natura.htm Natura 2000], oder auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die indirekt große Auswirkungen auf den Naturschutz haben wird).

Ziele des Naturschutzes: Naturhaushalt als Lebensgrundlage

Ziel des Naturschutzes in Deutschland ist es, die Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten (§ 1 Bundesnaturschutzgesetz). Er ist somit öffentliche Aufgabe und dient dem in Artikel 20a Grundgesetz verankerten Staatsziel. In der Schweiz wird es durch die Verfassung Art. 78 und das auf den Verfassungsartikel basierende Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) geregelt. Viele Menschen, die im Naturschutz arbeiten oder dessen Arbeit unterstützen, verbinden damit auch weitergehende Erwartungen und Motive, die sich aus der geistesgeschichtlichen Herkunft des Naturschutzes ergeben. Dazu gehören z. B. ethische Gründe (Tierschutz) oder emotionale (Heimatverbundenheit). Obwohl ohne die Motivationen dieser Menschen sehr viel weniger praktische Naturschutzarbeit geleistet würde, bleiben sie in diesem, auf den öffentlichen Naturschutz konzentrierten Artikel außer Betracht. Dieser ist auf die demokratisch legitimierten wesentlichen Ziele beschränkt und geschieht damit um des Menschen willen ("anthropozentrisches" Verständnis). Natur und Landschaft sind Standort der menschlichen Nutzung. Aus dem Wissen heraus, dass eine Übernutzung und Zerstörung von Natur und Landschaft fatale und katstastrophale Folgen für den Siedlungsstandort, die Gesundheit und die Nahrungsmittelerzeugung des Menschen haben können, werden
- die Wiederherstellung
- der Erhalt
- und die langfristige und nachhaltige Nutzbarkeit des Naturhaushaltes angestrebt.

Schutzgüter des Naturschutzes

Zum Naturhaushalt gehören:
- abiotische Bestandteile des Naturhaushaltes
  - Böden
  - Gewässer
  - Klima und Luft
  - Biotope
- biotische Bestandteile des Naturhaushaltes
  - Fauna und Flora
- Wechselwirkungen:
  - zwischen den Bestandteilen laufen komplizierteste Interaktionen ab. Die einzelnen Bestandteile dieses komplexen Systems des Naturhaushaltes sind zu schützen, weil sie sonst ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Eingeschränkte oder verlorene Funktionen können schwerwiegende Auswirkungen auch auf den Menschen haben.
- Funktionen des Naturhaushaltes für den Menschen sind
  - Lebensraum und Wirtschaftsstandort
  - Erholung
  - Gesundheit. Ein Beispiel vom 14. April 2003 für eine entsprechende Verordnung gibt es für das Naturschutzgebiet Oberes Pfefferfließ, Brandenburg, hier wird der "Schutzzweck" des Gebietes ausführlich wiedergegeben.

Unterschied zum Umweltschutz

Der Naturschutz betrachtet alle Nutzungen von Böden und Gewässern, die seine Belange beeinträchtigen können; dies können auch solche sein, die für Menschen uninteressant sind (z. B. bei Ödland). Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zum Umweltschutz liegt auf der Ebene der Schutzgüter und in der Betrachtungsweise: Während der Umweltschutz in erster Linie den Schutz der menschlichen Lebensbedingungen bezweckt und sich dazu oft technischer Mittel bedient, richtet der Naturschutz seinen Blick auf den Naturhaushalt als Ganzes und hat u. a. das Ziel, schädliche menschliche Einflüsse zu vermindern, auszugleichen oder zu verhindern. Beiden gemeinsam ist, dass die zu lösenden Probleme teils globale, teils regionale oder lokale sind; der Umweltschutz sucht dabei regelmäßig nach allgemeinen oder großräumigen technischen Lösungen. Einige Beispiele: Auch wenn sich die Schutzgüter formal überschneiden, geht es dem Naturschutz beim
- Klima meistens um das Mikroklima/Bestandsklima und dessen Erhalt als wichtige Größe in Ökosystemen. Der Klimaschutz des Umweltschutzes beschäftigt sich hingegen mit dem Großklima.
- Während der Umweltschutz versucht, das Waldsterben durch Luftreinhaltung zu bremsen, versucht der Naturschutz, die geschädigten Wälder wiederherzustellen und zu erhalten. Besonders im letzten Fall wird deutlich: Der Naturschutz muss dabei lokal agieren, um Landbesitzer, Land- und Forstwirte von den Vorhaben zu überzeugen; er muss geeignete Pflanzen auswählen, die den veränderten Umweltbedingungen gerecht werden, er muss auch durch andere Maßnahmen die Folgeschäden des Waldsterbens bekämpfen.

Rechtliche Instrumente des Naturschutzes

In Deutschland ist die Gesetzgebungskompetenz für den Naturschutz zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Der Bund besitzt nur eine Kompetenz zur Rahmengesetzgebung, aufgrund derer er das Bundesnaturschutzgesetz erlassen hat. Die Länder haben jeweils eigene Landesnaturschutzgesetze, die das früher als Landesrecht fortgeltende Reichsnaturschutzgesetz von 1935 abgelöst haben. Hinzu kommen zahlreiche internationale Abkommen sowie Programme und einzelne Richtlinien der Europäischen Union. In der Schweiz sind die Kantone für den Naturschutz zuständig (BV Art. 78 Abs. 1). Landesnaturschutzgesetz
- Naturschutzgesetze in Deutschland:
  - Bundesnaturschutzgesetz
  - Naturschutzgesetze der Länder
- Begriffe (Deutschland: §§ des Bundesnaturschutzgesetzes)
  - Naturschutzgebiet (Deutschland: § 23)
  - Nationalpark (Deutschland: § 24, Schweiz: Nationalparkgesetz)
  - Biosphärenreservat (Deutschland: § 25)
  - Landschaftsschutzgebiet (Deutschland: § 26)
  - Naturpark (Deutschland: § 27)
  - Naturdenkmal (Deutschland: § 28)
  - Geschützte Landschaftsbestandteile (Deutschland: § 29)
  - Gesetzlich geschützter Biotop (Deutschland: § 30)
  - Moorlandschaften (Schweiz: NHG Art. 23)
- Europäisches Recht
  - Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie] [http://europa.eu.int/comm/environment/nature/habdirde.htm Weblink]
  - Vogelschutzrichtlinie [http://europa.eu.int/eur-lex/de/consleg/pdf/1979/de_1979L0409_do_001.pdf Weblink]
- Internationale Abkommen:
  - Alpenkonvention (1991) - Übereinkommen zum Schutz der Alpen
  - Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit (1975)- UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt
  - Berner Konvention (1979) - Europäisches Artenschutzübereinkommen
  - Bonner Konvention (1979) - Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildleben Tierarten
  - CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen) - Übereinkommen über den Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen
  - Helsinki Konvention (1974) - Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt und der Ostseegebiete
  - Konvention von Rio (1992) - Übereinkommen über die biologische Vielfalt
  - MAB-Programm (1970) - UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre
  - Ramsar-Konvention - Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Watt- und Wasservögel, von internationaler Bedeutung

Literatur


- Hans Mattern: Dichter der Schwäbischen Romantik als Vorläufer des Naturschutzgedankens. In: Suevica. Beiträge zur schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte 9 (2001/2002). Stuttgart 2004 [2005], S. 307-317
- [http://www.garten-literatur.de/Blattwerk/naturschutz.htm Bücherliste Naturschutz]
- [http://www.dnl-online.de DNL-online] Die Literaturdatenbank des Bundesamtes für Naturschutz.

Populärwissenschaftliche Literatur


- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8

Siehe auch


- Portal Umwelt- und Naturschutz
- Eingriff-Ausgleich-Regelung
- Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie
- Landschaftsplanung
- Mosaik-Zyklus-Konzept
- Neobiota (Neophyten und Neozoen)
- Sukzession
- integriertes Küstenzonenmanagement

Weblinks

Deutschland


- [http://www.bfn.de Bundesamt für Naturschutz (BfN)]
- [http://www.bundesregierung.de/Themen-A-Z/Umwelt-,6209/Naturschutzgesetz.htm Aussagen der deutschen Bundesregierung zur Naturschutzgesetzgebung]
- [http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/nafaweb Naturschutz-Fachinformationssystem des Landes Baden-Württemberg]
- [http://www.naturschutzgeschichte.de Stiftung Naturschutzgeschichte]
- [http://www.jura.uni-passau.de/fakultaet/lehrstuehle/Seewald/skripten/nsin.pdf Aufsatz zum früheren Reichsnaturschutzgesetz (PDF-Datei)]
- [http://www.wwf.de WWF Deutschland]
- [http://www.nabu.de Naturschutzbund Deutschland (NABU)]
- [http://www.bund.net Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)]
- [http://www.dnr.de Deutscher Naturschutzring (DNR)] - Dachverband der im Natur- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland
- [http://www.hilfsorganisationen.de/MENUE/Umweltschutz/ www.hilfsorganisationen.de] - Unterkategorie "Umwelt- und Naturschutz" des Portals

Schweiz


- [http://www.gesetze.ch/inh/inhsub451.htm Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) der Schweiz]
- [http://www.naturschutz.zh.ch Fachstelle Naturschutz Kanton Zürich]
- [http://www.naturschutznetz.ch Naturschutznetz] - "dein informations- und aktionsnetzwerk"
- [http://www.pronatura.ch Pro Natura] - "Für mehr Natur - überall!"
- [http://www.luzerngruent.ch "Luzern grünt"] - Natur im Siedlungsraum der Stadt Luzern ! ko:자연환경보호

Biotechnologie

__TOC__
Als Biotechnologie wird die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Biologie und der Biochemie in technische oder technisch nutzbare Elemente verstanden. Während sich die "Grüne" Biotechnologie (landwirtschaftliche Anwendung) auf Pflanzen bezieht (einschließlich ihrer gentechnischen Veränderung) und die "Rote" Biotechnologie (medizinisch-pharmazeutisch)sich mit der Herstellung von Medikamenten und Diagnostika befasst, versteht man unter "Weißer" Biotechnologie biotechnologisch-basierte Produkte und Industrie-Prozesse - beispielsweise in der Chemie-, Textil- oder Lebensmittelindustrie. Die ersten (vorbewußten) Anwendungen der Biotechnologie durch den Menschen waren vermutlich die Herstellung und Veredlung von Nahrungsmitteln, z.B. Brot, Wein und Bier (alkoholische Gärung) mit Hilfe von Hefe seit etwa 5000 Jahren. Weitere Beispiele sind Milchprodukte (Käse, Joghurt, Kefir etc.) oder Sauerkraut. Gemeinsam mit weiteren Anwendungen wie der Abwasserreinigung oder dem Kompostieren kann man diese Formen als konventionelle Biotechnologie bezeichnen. Diesem Bereich kann die moderne Biotechnologie gegenüber gestellt werden. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie vor allem mit Methoden der Gentechnik und der Molekularbiologie arbeitet. Die theoretischen Grundlagen dieser Methoden stellen vor allem die Ergebnisse der Genforschung und der Genomforschung dar, da die grundlegenden Mechanismen biologischer Vorgänge durch Gene gesteuert werden. In den Bereich der Biotechnologie und angrenzender Arbeitsbereiche lassen sich eine Reihe moderner Forschungszweige einordnen:
- Antikörpertechnologien
- Bioelektronik
- Bioinformatik
- Bioremediation
- Gentest-Entwicklung
- Gentherapie
- Klontechnologien (siehe Reproduktives Klonen und Therapeutisches Klonen)
- Kriminologische Anwendungen (siehe Genetischer Fingerabdruck)
- Nanobiotechnologie (siehe auch Nanotechnologie)
- Nutrigenomik
- Pharmakogenomik
- Pharmazeutische Biotechnologie
- Protein-Engineering
- Reprogenetik
- Stammzelltherapie
- Tissue Engineering oder Gewebezüchtung
- Transgene Technologien
- Xenotransplantation Ein Ziel der ökologischen Biotechnologie ist es, chemische Prozesse, die bei hohen Temperaturen und unter großem Druck stattfinden, durch biotechnologische Methoden nachhaltig zu ersetzen, die oft mittels Enzymen unter Umgebungsbedingungen ablaufen (Biokatalyse). Dies geschieht in so genannten Bioreaktoren oder Fermentern. Das sind Apparaturen, die in ihren Ausmaßen ohne weiteres so groß wie ein Bus, aber auch so kompakt wie ein Fernseher sein können. Bioreaktoren haben die Aufgabe, den in ihnen kultivierten Organismen einen ökologisch optimalen Lebensraum zur Verfügung zu stellen. Dies geschieht unter anderem mit speziell entwickelten Nährlösungen und Sensoren, die Umwelteinflüsse wie Stickstoffgehalt und ph-Wert messen und auswerten. Bei den in der Biotechnologie relevanten Organismen handelt es sich meist um Pilze, Bakterien, Algen oder [http://juergenbode.gmxhome.de/html/thematik.html tierische Zellen], die gentechnisch verändert sein können, um bestimmte Stoffe wie Arzneimittel oder Nahrungszusatzstoffe zu synthetisieren. Biotech ist die Kurzform für Biotechnologie und wird meist auf kommerzielle Betriebe angewandt, die in diesem Bereich forschen und produzieren.

Produkte


- DNA-Chip
- automatisierte DNA-Sequenzierung

Literatur


- Reinhard Renneberg, Darja Süßbier: Biotechnologie für Einsteiger. Spektrum Akademischer Verlag 2005. ISBN 3-8274-1538-1
- Roland Ulber, Konrad Soyez: 5000 Jahre Biotechnologie: Vom Wein zum Penicillin. Chemie in unserer Zeit 38(3), S. 172 - 180 (2004),
- G. Festel, J. Knöll, H. Götz, H. Zinke: Der Einfluss der Biotechnologie auf Produktionsverfahren in der Chemieindustrie. Chemie Ingenieur Technik 76(3), S. 307 - 312 (2004)
- Kathryn Nixdorff, Dagmar Schilling, Mark Hotz: Wie Fortschritte in der Biotechnologie missbraucht werden können: Biowaffen. Biologie in unserer Zeit 32(1), S. 58 - 63 (2002)

Weblinks


- [http://www.wissenschaft.ag/Biotechnik.php4 Bremer Arbeitsgruppe Wissenschaft] Allgemeinverständlicher Newsletter zur Biotechnologie
- [http://www.bioproduction.de Nachhaltige Bioproduktion, Förderschwerpunkt des BMBF]
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/leb/default.html Telepolis Bio-Technik]
- [http://www.ncbi.nlm.nih.gov National Center for Biotechnology Research,National Institute of Health, National Library for Medicine -->Komplette Genome]
- [http://www.techem.ruhr-uni-bochum.de/techem/Vorlesungen/GTC/Grundlagen_TC_25.pdf Grundlagen]
- [http://www.profil.iva.de Profil Online - Magazin für Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie]
- [http://www.bts-ev.de btS e.V.] Biotechnologische Studenteninitiative e.V., versteht sich als Bindeglied zwischen Studenten/Doktoranten und Industrie, wobei das Themengebiet den gesamten Life-Science Bereich umfasst
- [http://www.wissenschaft.ag/Biotechnik.php4?ty=199&hy=197&nx=1&bereich=re&re%5B%5D=1&st=Biotech Stellenangebote in der Biotech-Branche]
- [http://www.wissenschaft.ag/Biotechnik.php4?tvsearch=Biotechn Biotechnologie im Fernsehen]
- [http://www-esbs.u-strasbg.fr/GE/index.html Ecole Supérieure de Biotechnologie de Strasbourg (ESBS): trinationaler Biotechnologie-Studiengang]
- [http://www.vdi.de/biotechnologie Biotechnologie im Verein Deutscher Ingenieure] Newsletter: BiotechNews
- PubMed (Datenbank mit medizinischen Artikeln der nationalen medizinischen Bibliothek der USA (NLM), Biotechnologische Produkte aus Glucose
- Zukunftstechnologie
- Biotest Unternehmen
- Transhumanismus Kategorie:Biotechnologie ja:バイオテクノロジー th:เทคโนโลยีชีวภาพ

Bodenschutz

Bodenschutz beinhaltet die Maßnahmen, die zum Schutz des Bodens unter dem Aspekt des Natur- und Umweltschutzes getroffen werden. Der Bodenschutz hat im Jahre 1999 im Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG) und in der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) eine einheitliche Grundlage erhalten. Sie wird erweitert durch vorrangige Rechtsvorschriften, wie das Düngemittel- und Pflanzenschutzrecht, das Bundes-Immissionsschutzrecht oder das Bauplanungs- und Bauordnungsrecht. Der Anwendungsbereich der BBodSchV betrifft Altlastflächen, mögliche Altlastflächen und Sanierungsmaßnahmen. Außerdem Gefahrenabwehr durch Dekontaminations- und Sicherungsmaßnahmen, Vorsorgemaßnahmen und Prüf- und Messmaßnahmen. Die Belastungen und Beeinträchtigungen des Bodens betreffen chemische Verunreinigungen (z. B. durch Pestizide, Schwermetalle), physikalische Veränderungen und Bodenverbrauch durch Überbau (z. B. Straßenbau, Siedlungsbau) oder Abtransport. Schutzgebiete im Sinne des Bodenschutzes sind:
- Bodenschutzgebiete
- Bodenplanungsgebiete
- Bodenbelastungsgebiete
- Bodengefährdungsgebiete

Land- und Forstwirtschaft

Die Land- und Forstwirtschaft hat Interesse am Boden, da sie außer in der Hydrokultur, z. B. beim Tomatenanbau, auf den Boden als Nährstoffspeicher und Wasserlieferant angewiesen ist. Je nach Bodenart ist die sinnvolle Bodennutzung unterschiedlich. Während die Landwirtschaft hohe Anforderungen an den Boden stellt, ist die Bodengüte in der Forstwirtschaft und der Grünlandwirtschaft von geringerer Bedeutung. Die Ökologische Landwirtschaft und die konventionelle Landwirtschaft betreiben den Ackerbau mit unterschiedlichen Anbaumethoden, Düngereinsatz und Pflanzenschutzmitteln. Die vom Landwirt gewählte Kombination bestimmt die Qualität des Bodens (Humus) erheblich, weil die Vielfalt und Reichhaltigkeit der Bodenlebewesen (Edaphon) davon beeinflusst wird. Über die Symbiose von z. B. Pilz und Pflanze (Mykorrhiza) profitiert die Land- und Forstwirtschaft davon wiederum. In der Forstwirtschaft wird der Boden über die Wahl der angepflanzten Baumarten beeinflußt. Der Nadelwald, Laubwald und Mischwald ist niemals nur eine Baumfarm, sondern immer eine Pflanzengesellschaft (z. B. Eichen-Hainbuchen-Wälder) und noch genauer ein Ökosystem, womit der Lebensraum Boden mit eingeschlossen ist.

Gefahrstoffe, Altlasten

Der Boden kann sowohl durch seine Nutzung (z. B. Landwirtschaft) als auch durch ungewollte Stoffaustritte oder gezielte Versickerungen geschädigt werden. Bei einem Unfall kann beispielsweise Kraftstoff auslaufen und im Boden versickern. In Abhängigkeit von der Menge und dem ausgelaufenen Stoff kann ein Bodenaustausch notwendig sein, um z. B. eine Grundwassergefährdung zu verhindern. In vielen industriell genutzten Flächen ist es im Laufe der Zeit zu gewollten oder ungewollten Versickerungen von Stoffen gekommen, die sog. Altlasten. In Abhängigkeit von der Belastung (Konzentration und/oder Stoff) können umfangreiche Bodensanierungsmaßnahmen notwendig werden.

Bergbau

Der Bergbau hat sich mit dem Bodenschutz zu befassen, insofern es um den Tagebau und um den Abraum auf Halden geht. Vielfach müssen auch erst Altablagerungen und Altstandorte ermittelt werden, weil sie schon viele Jahrhunderte alt sein können. Da der Bergbau, speziell im Tagebau, sehr viel Fläche benötigt, ist im Bundesberggesetz (BBergG) geregelt, dass nach dem Abbau eine Renaturierung erfolgen muss. Dazu gehört nicht nur eine möglichst vollständige Verfüllung des Tagebaurestloch, sondern auch das Auftragen des zuvor abgetragenen Bodens und die kontrollierte Normalisierung des Grundwasserspiegels. Vielfach werden auch Gesteine an die Oberfläche verfrachtet, die unter Sauerstoffzufuhr zerfallen und große Säure-, Sulfat- und Eisenmengen freisetzen. Dadurch kann der Boden über Jahrzehnte extrem versauern und auch in Jahrhunderten ist dies noch zu bemerken.

Boden als Archiv

Die Bedeutung von Böden als landschaftsgeschichtliche Urkunde ist ebenso ein wichtiger Grund für den Schutz und Erhalt bestimmter Bodenformen/Bodenrelikte. An ihnen können durch vergleichende Untersuchungen mögliche Auswirkungen der Bodennutzung durch den Menschen auf die Bodenentwicklung erkannt und rekonstruiert werden. Dabei unterscheidet man:

Naturgeschichtliche Urkunden

Geologisch-bodenkundliche Besonderheiten, wie geologische Aufschlüsse, herausgewitterte Vulkankegel, Moore sowie Fundstellen von Versteinerungen und Fossilien.

Kulturgeschichtliche Urkunden

Zeugnisse spezieller Bewirtschaftungsformen wie Wässerwiesen, alte Weinbergslagen und Wacholderheiden. Für den Denkmalschutz besonders interessant sind Gebiete mit Siedlungsresten und Bodendenkmälern wie Limesreste, alte Gräberfelder, Hohlwege oder ehemalige Siedlungen.

Siehe auch


- Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG)

Literatur


- Yeong Heui Lee, Walter Bückmann: Neue Hoffnungen für den Bodenschutz. Umwelt- und Planungsrecht 25(10), S. 370 - 380 (2005),

Weblinks


- Bodenschutzrecht: :- [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bbodschv/ BBodschV - Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung] :- [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bbodschg/ BBodschG - Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten]
- [http://www.bmu.de/files/bodenschutzbericht2002.pdf Bodenschutzbericht 2002 der Bundesregierung]
- [http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/bofaweb Bodenschutz-Fachinformationssystem des Landes Baden-Württemberg] Kategorie:Umweltschutz Kategorie:Bodenkunde

Erneuerbare Energie

Erneuerbare Energie, auch regenerative Energie genannt, bezeichnet Energie aus nachhaltigen Quellen, die nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind (siehe unten). Das Grundprinzip der Nutzung erneuerbarer Energie besteht darin, dass aus den in unserer Umwelt laufend stattfindenden Prozessen Energie abgezweigt und der technischen Verwendung zugeführt wird. Die anthropogen nutzbare Energieströme entspringen aus drei grundsätzlich unterschiedlichen Primärquellen:
- der thermonuklearen Umwandlung in der Sonne
- der Isotopenzerfall im Erdinnern und
- die Planetenbewegung

Begriff

Quellen]] Quellen]] Unter Erneuerbaren Energien werden im allgemeinen Sprachgebrauch diejenigen Energiequellen oder Energiegewinnungsmethoden verstanden, die mit menschlichen Maßstäben gemessen unerschöpflich sind. Unerschöpflich bedeutet zweierlei: Entweder ist die vorhandene "Energiemenge" so groß, dass sie durch menschliche Nutzung nicht erschöpft werden kann (z. B. Sonnenenergie) oder sie erneuert sich zeitnah und kontinuierlich (z. B. Biomasse) in noch über einen langen Zeitraum auf der Erde ablaufenden Prozessen. Im physikalischen Sinne wird Energie nicht erneuert, sondern vor allem von der Sonne zugeführt und in unterschiedliche Energieformen und Energieträger umgewandelt. Fallweise kann diese Energie sofort genutzt oder auch zwischengespeichert werden. Die umgangssprachliche Verwendung der Begriffe "Erneuerbarkeit" und "Regenerativität" weist auf die für menschliche Verhältnisse wesentlich kürzeren Regenerationszyklen von z. B. Biogas gegenüber fossilen Energieträgern hin. Die Sonne wird für das menschliche Zeitempfinden noch über eine fast unendlich lange Zeit hinweg ein Lieferant eines endlichen Energieflusses sein. Für viele laufende Prozesse in der irdischen Biosphäre ist die Sonne der ständige Energielieferant. Diese Prozesse können den Menschen Energie liefern und auch sogenannte nachwachsende Rohstoffe hervorbringen. Die Strömung des Windes, den Fluss des Wassers und die Wärme der Sonne nutzten die Menschen schon in der Vergangenheit. Am bedeutendsten wurde davon im Industriezeitalter die Wasserkraft, sowohl hinsichtlich der großtechnischen Nutzung wie auch hinsichtlich der ökologischen Kosten. Im Gegensatz zur Nutzung laufender Prozesse steht der Abbau von Energieträgern wie Steinkohle oder Erdöl, die heute sehr viel schneller verbraucht werden als sie erzeugt wurden. Im Sinne der Definition der "unendlichen" Verfügbarkeit wären auch Kernfusion, wenn sie technisch realisierbar ist, und Kernspaltung mit Brutreaktoren, wenn der Energieaufwand für den Uran- oder Thoriumabbau hinreichend niedrig gehalten werden kann, erneuerbare Energien, obwohl sie meist nicht zu diesen gezählt werden.

Arten erneuerbarer Energie


- Bioenergie (aus Biomasse wie Holz oder Raps)
  - Biodiesel
  - Biogas (Biogasanlage)
  - Kraftstoff Pflanzenöl (Pöl)
- Solarenergie
  - Fotovoltaik (Fotovoltaikanlage)
  - Solarthermie
  - Solarchemie
  - Thermik (Thermikkraftwerk)
- Wasserkraft
  - Staudämme und Staumauern
  - Gezeitenkraft
  - Strömungsenergie des Meeres
  - Wellenenergie des Meeres
  - Meereswärme
- Umgebungswärme (Wärmepumpenheizung)
- Windenergie (Windmühlen bzw. (Windenergieanlage)
- Geothermie

Globale Bedeutung

Erneuerbare Energiequellen haben das Potenzial, die fossilen und nuklearen Energiequellen zu ersetzen. Theoretisch ist es denkbar, bei einem Wirkungsgrad der Umwandlung von 10% auf einer Fläche von 700 x 700 km in der Sahara den Weltenergiebedarf durch Nutzung von Sonnenenergie komplett zu decken (Stand von 2003). In theoretischen Berechnungsmodellen wird auch versucht nachzuweisen, dass es mit dem heutigen Technologiestand trotz Leitungsverlusten und steigendem Energiebedarf möglich ist, den gesamten elektrischen Energiebedarf Europas mit Windenergieanlagen entlang der westafrikanischen Küste oder mit sogenannten Offshoreanlagen vor den europäischen Küsten zu decken. Gleiches gilt für den privaten Warmwasserbedarf bei konsequenter Nutzung solarwärmetechnischer Anlagen. So sind die ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen von regenerativen Energien nicht zu unterschätzen. Es ist bei den meisten Technologien keine umfangreiche Infrastruktur notwendig, Strom kann in der Region verbraucht werden, in der er erzeugt wird und es sind damit deutlich weniger verlustreiche Überlandleitungen notwendig. Das gilt allerdings nicht, wenn man die Weltenergieversorung in der Sahara oder an der afrikanischen Westküste konzentriert. Vom Einsatz erneuerbarer Energien verspricht man sich sowohl ökologische als auch indirekt ökonomische Vorteile. Diese Vorteile sollen im Vergleich zu anderen Energieformen durch das Vermeiden negativer Begleiterscheinungen (Folgeschäden) realisiert werden. Ob die erhofften ökologischen Vorteile realistisch sind, kann aber immer nur im Einzelfall durch eine Ökobilanz festgestellt werden. So muss man bei der Biomassenutzung z.B. Landverbrauch, chemischen Pflanzenschutz und Reduzierung der Artenvielfalt der erwünschten CO2-Reduzierung gegenüberstellen. Die Abschätzung wirtschaftlicher Nebeneffekte ist ebenfalls mit großen Unsicherheiten behaftet. Eine nachhaltig regenerative Energiewirtschaft könnte langfristig auch Auswirkung auf die Entwicklung des Erdklimas haben. Umstritten ist jedoch, ob Ende des 20. Jahrhunderts die Zahl von Naturkatastrophen bedingt durch menschliche Aktivitäten zunahm und ob die Nutzung regenerativer Energiequellen die Zahl der von Naturkatastrophen betroffenen Menschen verringern kann. Ein regional verschiedenartiger und gut durchdachter Mix an regenerativen Energiequellen gemeinsam mit intelligentem Solaren Häuserbau bietet durchaus die Möglichkeit, den deutschen Energieverbrauch zu decken.

Interessenkonflikte innerhalb der Energiewirtschaft

Anders als in Entwicklungsländern, wo die Infrastruktur unterentwickelt ist, steht der Ausbau erneuerbarer "Energiequellen" in den Industriestaaten im Wettbewerb mit traditionellen Kraftwerkstechnologien. Auf Seiten der Energiekonzerne, die einen überwiegend auf fossilen Energieträgern beruhenden Kraftwerkpark betreiben, geht es dabei zum Teil um existenzielle Fragestellungen. Im Zusammenhang damit stellt sich die Frage der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im ökologischen Bereich und neuer Technologien und Unternehmen. Der deutsche Strommarkt ist momentan zwischen den vier Oligopolisten EON, RWE, Vattenfall und EnBW aufgeteilt. Ein freier Zugang der Verbraucher zu anderen Anbietern in der EU ist jedoch gesetzlich garantiert. Das etablierte Stromversorgungssystem in Industriestaaten wie Deutschland basiert auf einer zentralisierten Infrastruktur mit Großkraftwerken und Fernleitungen. Eine zunehmend dezentrale Energieversorgung mit Blockheizkraftwerken, Fotovoltaik- und Windenergieanlagen sowie Geothermieanlagen und anderen regenerativen Energiequellen könnte diese Infrastruktur mittelfristig verändern. Zwar sind heute Großkraftwerke noch unersetzbar für die Stabilisierung des Stromnetzes. Jedoch ist dies deutlich effizienter durch eine Vielzahl von Kleinkraftwerken zu bewerkstelligen, die modular hoch- oder heruntergefahren werden. Ein Beispiel sind die bereits heute eingesetzten Gaskraftwerke oder Biomasse- und Biogaskraftwerke oder auch Fotovoltaikanlagen auf Dächern. Durch verbrauchsnahe Nutzung erneuerbarer Energien würde der Bedarf an Fernleitungsnetzen und damit auch die Leitungsverluste in diesen verringert. Örtliche Anbieter wie Stadtwerke könnten wieder in höherem Maße eigenständig die Energieversorgung der Bevölkerung sicherstellen, der Bedarf für Großkraftwerke ginge dort deutlich zurück, wo Größe nicht zu besseren Wirkungsgraden führt. Die Gesetzgebung fördert Energieversorger, die sich auch für regenerative Energiequellen engagieren.

Interessenkonflikte zwischen unterschiedlich Betroffenen

Die Nutzung erneuerbarer Energie kann Eingriffe in die Umwelt erforderlich machen, die zum Nachteil der dort lebenden Bevölkerung sind. Ein konkretes Beispiel geben Talsperren mit Staumauern. So mussten im Fall des chinesischen Drei-Schluchten-Damms etwa 2 Millionen Menschen umgesiedelt werden, denen der in Rechtsstaaten mögliche Rechtsweg in der Praxis weitgehend verschlossen ist.

Naturwissenschaftliche Betrachtung

Die Sonne ist als Quelle der meisten regenerativen oder solaren Energien anzusehen (Ausnahme: Geothermie). Sie hat eine voraussichtliche weitere Brenndauer von etwa 5 Milliarden Jahren, so dass bei regenerativen Ressourcen nicht das Problem der begrenzten Reserven auftritt, unter dem fossile Energieträger leiden. Zwar sind letztere durchaus als solare Ressourcen zu verstehen, da sie aus Biomasse bestehen. Der Begriff Regenerative Energien umfasst diese Energieträger aber gerade nicht. Weil die Menschheit seit Beginn der Industrialisierung die darin gebundenen Energien (und das CO2) in Zeiträumen freisetzt, die unvergleichlich kürzer sind, als die Bildung derselben gedauert hat, sind sie nicht regenerativ. Pro Tag verbrennen wir etwa so viel fossile Energie, wie die Natur in 500.000 Tagen geschaffen hat. Durch ihre erschöpfbaren Reserven werden so genannte fossile und auch atomare Energieträger als Gegensatz zu regenerativen Energiequellen angesehen.

Politische Betrachtung

Das Gesetz über Erneuerbare Energien (EEG) soll den Anteil von Wind-, Wasser- und Sonnenenergie an der Stromerzeugung in Deutschland bis 2010 auf mindestens 12,5 Prozent steigern. Eine diesbezügliche Novelle wurde am 2. April 2004 im Bundestag abschließend beraten. Man erhofft sich neben einem verbesserten Klimaschutz auch mehr Arbeitsplätze in den Branchen, die mit der Produktion erneuerbarer Energien verbunden sind. Seit 1991 müssen Energieversorger Strom aus erneuerbaren Energien zu Mindestpreisen abnehmen. Anfang Juni 2004 fand in Bonn die Internationale Konferenz für erneuerbare Energien ("Renewables") statt. Sie führte zu der Annahme, dass erneuerbare Energien ausgebaut werden müssten, da dies im Sinne der Armutsbekämpfung und des Klimaschutzes sei. Auf der Internationalen Konferenz für erneuerbare Energien wurden dazu politische Strategien und konkrete Maßnahmen weiterentwickelt. Die Beratungen mündeten in drei Beschlüsse:
- Ein internationales Aktionsprogramm mit 165 bestätigten Aktionen und Verpflichtungen fasst konkrete Maßnahmen, Ausbauziele und freiwillige Verpflichtungen einzelner Länder und Regionen zusammen.
- In einer Deklaration von Bonn haben die Ministerinnen und Minister eine politische Vision für eine globale Energiewende formuliert und sich auf einen Folgeprozess der Bonner Konferenz verständigt.
- Es wird angenommen, dass Politikempfehlungen praktikable Wege für den Ausbau erneuerbarer Energien zeigten. Nach den Wahlen 2005 werden Veränderungen am EEG erwartet. Wohingegen Rot-Grün nahezu geschlossen hinter dem EEG steht, möchte die FDP das EEG abschaffen. So sagte der für Umwelt- und Naturschutz zuständige FDP-Abgeordnete Horst Friedrich in einem Interview mit der Plattform www.solarserver.de im Sommer 2005, dass Solarenergie nicht grundlastfähig sei, da sie nur unregelmäßig Strom produziere. Ähnlich, wenn auch nicht so stark kritisch gegenüber dem EEG, äußerte sich der CDU-Abgeordnete Paziorek am 7. Juli 2005 in der FAZ, dass die Fördersätze für Solarstrom von der Union gesenkt werden könnten, sofern sie die Wahl gewinne. Im Falle eines Wahlsieges der Union sind Verschlechterungen im EEG zu erwarten. Dies hätte Auswirkungen auf die Ausbaugeschwindigkeit der erneuerbaren Energien sowie auf die Umsätze und Gewinne der beteiligten Unternehmen.

Anteil regenerativer Energien in der deutschen Stromerzeugung

Internationalen Konferenz für erneuerbare Energien

Siehe auch


- Atomausstieg
- Brennstoffzelle
- Bürgerkraftwerk
- Energiesparen
- Greenpeace Energy
- Geothermie
- Peak-Oil
- Portal:Umweltschutz
- Ölkrise
- Renewables made in Germany
- Virtuelles Kraftwerk
- Wirtschaftsethik
- Zukunftstechnologie

Literatur


- Sven Geitmann: Erneuerbare Energien und alternative Kraftstoffe, Hydrogeit Verlag, 2. Aufl., Jan. 2005, ISBN 3937863052, 19,90 EUR
- M.Faber / H.Niemes / G.Stephan: Entropy, Environment and Resources; 1995, ISBN 3-540-58984-8 (2nd ed.)
- M. Kaltschmitt, A. Wiese und W. Streicher (Hrsg.), Erneuerbare Energien. Systemtechnik, Wirtschaftlichkeit, Umweltaspekte, Springer Verlag, Heidelberg, 2003, 3. Auflage, ISBN 3-540-43600-6
- A. Kleidon, R. D. Lorenz: Non-Equilibrium Thermodynamics and the Production of Entropy, Springer Verlag, Heidelberg, 2004, ISBN 3540224955 ("Erneuerbare" Energien sind im Wesentlichen solche, die direkt nach dem Eintrag in die Biosphäre genutzt werden. Nutzen und Auswirkungen technischer Energieumwandlung leisten einen Beitrag zur Energie- und Entropiebilanz der Biosphäre. Dieser Bilanz muss sich auch die Nutzung "erneuerbarer" Energien unterwerfen. Das Buch vermittelt Grundlagen dazu.)
- Harris Krishnan, Goodwin Krishnan: A Survey of Ecological Economics, 1995, Island Press
- Hermann Scheer, Solare Weltwirtschaft, Strategie für eine ökologische Moderne, Kunstmann, Oktober 1999, ISBN 3-920328-48-5
- Karl-Heinz Tetzlaff: Bio-Wasserstoff. Eine Strategie zur Befreiung aus der selbstverschuldeten Abhängigkeit vom Öl; BoD Verlag (2005)ISBN 3-8334-2616-0
- Jens-Peter Springmann: Förderung erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung - Ein Vergleich ordnungspolitischer Instrumente, DUV 2005, ISBN 3-8350-0038-1

Weblinks


- [http://www.erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/ee_zahlen_fruehjahr_2005_de.pdf]- Aktuelle Zahlen Bundesumweltministerium
- [http://www.unendlich-viel-energie.de/index.php?id=50 www.unendlich-viel-energie.de] - Imagekampagne: Unendlich viel Energie
- [http://www.volker-quaschning.de/datserv/gesetze/EU-Richtlinie2001-77.pdf www.volker-quaschning.de] - EU-Richtlinie 77/2001/EG (pdf-Datei)
- [http://www.volker-quaschning.de www.volker-quaschning.de] - Informative Seite zu regenerativen Energien und Klimaschutz
- [http://www.renewables2004.de/de/ www.renewables2004.de] - Internationale Konferenz für erneuerbare Energien (Bonn, 2004)
- [http://www.energie-zeitung.de www.energie-zeitung.de] - Wissenssammlung
- [http://www.energie-evolution.de/ www.energie-evolution.de] - Infoportal regenerative Energien und nachhaltige Entwicklung
- [http://www.renergo.de www.renergo.de] - Gesellschaft zur Förderung regenerativer Energien im Odenwaldkreis (rEnergO)
- [http://www.tud.uni-essen.de/exarb/imig/sonnewindwasser/reg-energie.html www.tud.uni-essen.de] - Regenerative Energiequellen
- [http://www.aee.at www.aee.at] - Arbeitsmeinschaft Erneuerbare Energie
- [http://www.newenergy.ch.vu www.newenergy.ch.vu] - Wissensseite zu Solarenergie, Geothermie, Windenergie, Wasserkraft
- [http://www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/subcategories/erneuerbare_energien.html www.lebenshaus-alb.de] - Artikelsammlung zu Erneuerbare Energien in Lebenshaus-Webseite
- [http://www.rencomp.net www.rencomp.net] - Informations- und Handelsplattform der erneuerbaren Energien mit Job Börse
- [http://www.objectfarm.org/Activities/Publications/SolareWeltwirtschaft/Selbstversorgung/ Modellrechnung einer solaren Selbstversorgung in Deutschland] ! Kategorie:Elektrische Energie Kategorie:Energiewirtschaft ja:再生可能エネルギー

Fahrrad

Ein Fahrrad, kurz auch Rad, schweizerdeutsch Velo (von französ. vélocipède = 'Schnellfuß' lt. Grimms Wörterbuch), ist ein in der Regel zweirädriges, einspuriges Fahrzeug, das mit Muskelkraft durch das Treten der Pedale angetrieben wird. Es wird durch stabilisierende Kreiselkräfte der Räder sowie Gewichtsverlagerung und Lenkbewegungen des Fahrers im Gleichgewicht gehalten (siehe Fahrrad fahren). Im Münsterland wird das Fahrrad Leeze genannt. Der Begriff "Fahrrad" wurde durch Übereinkunft deutscher Radfahrervereine 1885 für "Bicycle" (aus dem Französischen: bicyclette - deutsch Zweirad) eingeführt, ebenso "Radfahrer" für "Bicyclist" und "radfahren" (neue Rechtschreibung: "Rad fahren") für "bicyceln". Das Fahrrad war das erste mechanische Massenverkehrsmittel. Nach der Nähmaschine war das Fahrrad der zweite technische Massenkonsumartikel. Nähmaschine

Geschichte

Bilder zur Geschichte des Fahrrads

Legenden

Behauptungen, das Fahrrad sei schon in der Antike oder im Mittelalter erfunden worden, sind nicht überzeugend belegt. Das "Fahrrad" auf einem Kirchenfenster in Stoke Poges hat nur auf einer von E. O. Duncan in seinem Privatdruck verbreiteten Zeichnung zwei Räder sowie Fahrer in Cromwellscher Tracht. Auf dem Original sieht man hingegen einen einrädrigen Wegmesser. Auch das sogenannte Leonardo- Fahrrad gilt als Fälschung – die Zeichnung wurde offenbar nach 1961 Leonardo da Vincis Codex Atlanticus hinzugefügt. Bei dem angeblich vom Comte de Sivrac 1791 erfundenen Velocifère oder Célèrifère, einem starren Zweirad, handelt es sich ebenfalls um eine Falschmeldung, die hundert Jahre später von Baudry de Saunier in Umlauf gebracht wurde.

Muskelkraft

Im 17. Jahrhundert scheint es erste von Menschen betriebene Fuhrwerke gegeben zu haben, die aber nur für Repräsentationszwecke (Triumphwagen) benutzt wurden. Der querschnittsgelähmte Uhrmacher Stephan Farfler hat sich zu dieser Zeit ein dreirädriges Gefährt mit Handkurbelantrieb und Zahnradübersetzung gebaut. Im 18. Jahrhundert fanden vierrädrige, durch Muskelkraft betriebene Wagen in herrschaftlichen Parks Verwendung – sie wurden über Fußtrommeln oder Pedale vom Personal angetrieben.

Zweiradprinzip

Tatsächlich erfunden hat das einspurige Zweirad Karl von Drais 1817 in Mannheim. Man saß zwischen den Rädern und stieß sich mit den Füßen am Boden ab. Diese hölzerne, von ihm selbst so genannte "Laufmaschine" hieß nach ihm bald "Draisine". Häufig wird unter diesem Begriff auch die 1837 in Wien als Zweirad erfundene Eisenbahn-Draisine verstanden. Drais selbst erprobte dann 1843 eine vierrädrige Eisenbahn-Draisine mit Fußtrommel-Antrieb. Anlass für die Zweirad-Erfindung war der "Schneesommer" infolge des Tambora-Vulkanausbruches, der 1816/17 zu Hungersnot und Pferdesterben führte, wonach ein Pferdeersatz extrem sinnvoll erschien. Nach der guten Ernte 1817 wurde das Draisinenreiten auf den Gehwegen verboten. Auf den zerfurchten Fahrbahnen konnte nicht balanciert werden. Die Drais'sche Laufmaschine war von vornherein mit dem Vorderrad lenkbar. Dies ermöglichte, das fahrende Zweirad auch ohne Kontakt der Füße zum Boden im Gleichgewicht zu halten. Damit war die grundlegende Erfindung gemacht, durch Verringerung der Räderzahl den Fahrwiderstand zu vermindern und durch Ausnutzung der Massenträgheit das Zweirad im Gleichgewicht zu halten. Schon kurz darauf wurden in England die ersten, teilweise eisernen Laufmaschinen oder Velozipede gebaut, die sich den Spitznamen "Hobby-Horse" (Steckenpferd) erwarben. 1819 gab es in Ipswich erste Rennen; hierzulande wurde erst 1828 aus München davon berichtet. Eine neue Drais-Biographie ist zugleich auch frühe Fahrradgeschichte und Faksimile-Quellenedition aller frühen Belege: H. E. Lessing, Automobilität - Karl Drais und die unglaublichen Anfänge (Leipzig 2003). Die Gebrüder Ljungström waren sehr kreative und typische Erfinderpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Sie erfanden nicht nur die nach ihnen benannten Turbinentyp, sondern auch eine frühe Form des Fahrrades. Dieses Fahrrad besaß bereits die heute bekannte Rahmenform, der Antrieb des Rades funktionierte jedoch nach einem völlig anderen Prinzip. Die Gebrüder verwendeten Klavierdraht und Exzenter statt Fahrradkette und Hinterradritzel. Ihr Svea-Fahrrad mit Freilauf wurde ab 1892 in Serie hergestellt und konnte sich für etwa zehn Jahre am Markt behaupten, bis die technologischen Probleme bei der Herstellung von Fahrradketten überwunden waren.

Pedalantrieb

München Eine Weiterentwicklung stellte 1864 das von Pierre Michaux gebaute Velociped dar, deutsch auch Veloziped, und fälschlich 1930 "Michauline" benannt, bei dem der Antrieb durch starr an der Vorderradachse angebrachte Pedale erfolgte. Dabei war konstruktionsbedingt die Entfaltung (die zurückgelegte Strecke pro Kurbelumdrehung) gleich dem Umfang des Vorderrads. Um höhere Geschwindigkeiten fahren zu können, musste daher das Vorderrad vergrößert werden, was nach 1870 zur Entwicklung des Hochrades führte. In vielen Städten wurde das Velozipedfahren sogleich verboten, in Köln bis 1894! Eine wichtige Voraussetzung für das Hochrad war die Erfindung gespannter, nur zugbelasteter Stahlspeichen durch Eugène Meyer (1869). Das Hochradfahren verlangte deutlich mehr Geschick, besonders beim Auf- und Absteigen. In dieser Zeit wurden erneut Radrennen gefahren. Dabei waren Geschwindigkeiten von deutlich mehr als 40 km/h üblich! Durch den hohen Schwerpunkt (der Sattel befand sich rund 1,5 m über dem Boden nur wenig hinter der Vorderachse) drohte Hochradfahrern bei Bremsmanövern oder Straßenunebenheiten die Gefahr, sich zu überschlagen.

Kettenantrieb

Die Anwendung des Kettenantriebs im Fahrradbau, der durch verschieden große Zahnräder an den Kurbeln und der Radachse eine Übersetzung ermöglicht (eine Kurbelumdrehung dreht das Rad mehr als einmal), führte zum "Känguruh", einem gemäßigten Hochrad mit beidseitigem Kettenantrieb am Vorderrad. Doch erst der 1878 eingeführte einseitige Kettenantrieb des Hinterrades konnte sich wirklich durchsetzen – die Konstruktion war einfacher und stabiler, das Rad wegen der Entkoppelung von Antrieb und Lenkung leichter zu fahren, und die Sitzposition zwischen Vorder- und Hinterrad gewährleistete ein wesentlich sichereres Fahrverhalten. Bekanntester Vertreter dieser Bauform war das von John Kemp Starley seit 1884 angebotene "Rover Safety Bicycle". Seit 1884 waren hierzulande auch die ersten brauchbaren Kugellager der von Friedrich Fischer gegründeten "Velociped-Gußstahlkugelfabrik" erhältlich, die den Reibungswiderstand in Naben und Tretlager drastisch verringerten. In der Geschichte des Fahrrades wurden immer wieder Alternativen zum Kettenantrieb erfunden und erprobt - von Kardanwellen über Riemenantrieben bis zu hochkomplizierten Hebelmechanismen. Doch keine dieser Entwicklungen konnte bisher langfristig mit der Kette konkurrieren

Diamantrahmen und Stahlrohr

Kugellager Kugellager Kugellager Kugellager Um 1880 kam der Diamantrahmen auf, eine Fachwerkkonstruktion aus einem einfachen Dreieck (genauer: Viereck; bei modernen Alu- und Carbonrahmen verschmelzen jedoch Ober- und Unterrohr manchmal zu einem Dreieck am Steuerkopf) für den Hauptrahmen und einem doppelten für den Hinterbau ("Diamant" ist eine falsche Übersetzung von "Diamond", was auch Raute bedeutet und die Rahmenform beschreibt). Bis dahin waren bei Niederrädern sog. Kreuzrahmen üblich, die im wesentlichen aus einer Strebe von der Vordergabel zur Hinterachse und einer zweiten, sie kreuzenden Strebe vom Sattel zum Tretlager bestanden. Beim Diamantrahmen werden die Streben fast nur durch Zug und Druck belastet und kaum noch durch Verwindung oder Verbiegung – deshalb ist er wesentlich stabiler als ein Kreuzrahmen.

Das nahtlos gezogene Stahlrohr

Die Rahmen früher Fahrräder waren aus massivem Eisen oder Hohlstahl gefertigt und entsprechend schwer. 1885 ließen sich die Brüder Mannesmann ein Verfahren zur Erzeugung nahtloser Stahlrohre patentieren. Mit diesem seit 1890 erhältlichen Stahlrohr war schließlich das Rahmenmaterial gefunden, das bis vor kurzem im Fahrradbau dominierte und inzwischen teilweise durch Aluminium und im Radrennsport auch durch kohlenstoffaserverstärktem Kunststoff (umgangssprachlich Carbon) verdrängt wird. Das aus Stahlrohr gefertigte "Rover" mit Diamantrahmen wurde zum Prototyp des modernen Fahrrads. Die qualitativ hochwertigsten gezogenen Stahlrohre für Fahrradrahmen wurden bis in die 90er Jahre von den Herstellern Columbus und Reynolds hergestellt.

Damenräder

Eine etwas andere Rahmengeometrie war bis in die 80er Jahre bei sog. Damenrädern üblich. Statt vom Sitzrohr zum Steuerrohr waagrecht verlief hier das Oberrohr von einer am Sitzrohr etwa 20 cm oberhalb des Tretlagers angesetzten Muffe zunächst waagrecht, dann mehr oder weniger parallel zum Unterrohr. In moderneren Versionen verlief es von der Mitte des Sitzrohres zum Steuerrohr.

Sattel

Fahrräder haben einen Sattel, der dem Körper während der Fahrt Halt gibt. Für weitergehende Informationen siehe Fahrradsattel.

Luftreifen

1888 erfand der schottische Tierarzt John Boyd Dunlop den Luftreifen, der erstmals eine praktikable Dämpfung und zuverlässigere Bodenhaftung ermöglichte. Bis dahin waren Fahrräder mit Eisen- oder seit 1865 mit Vollgummireifen ausgestattet. Den ersten abnehmbaren Luftreifen erfanden die Brüder Michelin 1890 in Frankreich. Der Luftreifen stieß anfangs auf große Skepsis; den Durchbruch brachten erst Erfolge im Rennsport. (Fahrradventil)

Freilauf und Schaltung

Der von A. P. Morrow 1889 in den USA patentierte Freilauf war unter Radfahrern zunächst sehr umstritten. Die Freilaufgegner hatten ebenso gewichtige Argumente gegen seine Anerkennung im Radsport wie die Befürworter dafür. Der in den USA schon früher entschiedene Streit wurde in Deutschland erst nach 1900 durch die erfolgreiche Markteinführung der Torpedo-Freilaufnabe von Fichtel & Sachs mit integrierter Rücktrittbremse beendet. 1907 wurde die erste 2-Gang-Nabenschaltung nach einem Patent der Wanderer-Werke von Fichtel & Sachs auf den deutschen Markt gebracht. Sie besaß ein Planetengetriebe und ebenfalls eine Rücktrittbremse.

Weitere Entwicklung

Die weitere Entwicklung des Fahrrads orientierte sich am Konzept des Niederrads – lediglich mit Varianten bei Konstruktion und Materialien. Größere Fortschritte wurden nur noch bei Gangschaltung und Bremsen gemacht. Seit den 1990er Jahren werden Fahrräder zunehmend mit Federung ausgestattet. Heute werden Fahrradrahmen zum Großteil aus Aluminium hergestellt. Im Radsport finden Rahmen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (umgangssprachlich Carbon) ihren Einsatz, damit kann das Gewicht noch weiter reduziert werden. Besonders in den 1880ern und 1890ern wurde viel mit alternativen Bauformen experimentiert, die sich aber nicht durchgesetzt haben. Mit der Umweltbewegung sind seit den 1980er Jahren Sonderformen wie Dreiräder und Liegeräder wiederentdeckt und weiterentwickelt worden, werden aber vom Fahrradhandel nicht so unterstützt wie die im Radrennsport gebräuchlichen Formen. Für diesen Sport, der i. d. R. mit größeren Feldern im Massenstart durchgeführt wird, sind solche Räder nicht wendig genug, und sie bieten daher zuwenig Sicherheit im Verhältnis zu den hohen möglichen Geschwindigkeiten. Die im Zusammenhang mit dem Fahrrad gemachten Erfindungen waren wegbereitend für die Entwicklung des Motorrads und des Automobils um 1900, ebenso wie der Kampf gegen Fahrverbote der Obrigkeit.

Radgeschichtliche Organisationen und Literatur

Organisationen, die sich mit der Erforschung der Geschichte des Fahrrads sowie mit der sachgerechten Erhaltung aller damit in Verbindung stehenden Artefakte beschäftigen, sind der britische Veteran-Cycle Club, der deutsche Historische Fahrräder e.V., die US-amerikanischen Wheelmen sowie andere nationale und auch kleinere Clubs, die meist über Internet-Suchmaschinen erreichbar sind. Dort auch Information über Foren und Mailing Lists. Seit 1990 tagt die International Cycling-History Conference (ICHC) jedes Jahr in einem anderen Land (www.cycling-history.org). Ihre Tagungsberichte "Cycle History", z. Zt. Band 14 - auch in deutschen Bibliotheken vorhanden, bieten die Möglichkeit, sich in den aktuellen Erkenntnisstand einzuklinken. Die ICHC hat mit verbreiteten patriotischen Fälschungen, Wanderfehlern und Mutmaßungen aufgeräumt und schreibt die Fahrradgeschichte praktisch neu. Periodisch erscheinende Publikationen stehen im Zusammenhang mit den Vereinen, außer dem in den USA erscheinenden "Vintage Bicycle Quarterly", das über [http://www.vintagebicyclepress.com/] kontaktiert werden kann. Die Standardmonographie zur Sozialgeschichte des Fahrrads ist Rüdiger Rabenstein, "Radsport und Gesellschaft". Hier auch ein riesiger bibliographischer Anhang. Der Band ist im Handel erhältlich.

Technik

Die Fahrradtechnik ist heute kompliziert und vielfältig. Einige Komponenten können nur mit Spezialwerkzeugen montiert oder repariert werden.
Zu einem ausführlichen Artikel siehe Fahrradtechnik.

Fahrradtypen

Die Unterscheidungen sind nicht standardisiert, die Bezeichnungen unterliegen Moden und sind nicht immer scharf zu trennen. Der Artikel Fahrradtypen versucht, sie dennoch zu ordnen.

Bedeutung als Verkehrsmittel

Das Fahrrad ist das erste und bis heute preiswerteste Individualverkehrsmittel. In Europa erlangte es seine größte Verbreitung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, denn es war auch für Arbeiter erschwinglich, die infolge der Industrialisierung immer längere Wege zurücklegen mussten. Durch den wachsenden Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg und das zunehmende Angebot an vergleichsweise preiswerten motorisierten Fahrzeugen wurde das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel durch Motorräder und schließlich Autos zurückgedrängt. Erst mit dem wachsenden ökologischen Bewusstsein seit den 1970er Jahren erlangte das Fahrrad in wohlhabenden Nationen Europas wieder eine etwas größere Bedeutung im städtischen Nahverkehr. Für viele Kinder und Jugendliche hat das Fahrrad aber dennoch eine wichtige Bedeutung, erhöht es doch enorm den Bewegungsradius. In den ärmeren Regionen der Welt spielt das Fahrrad noch immer eine ähnlich bedeutende Rolle wie in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es wird aber auch dort, soweit es die wirtschaftliche Entwicklung erlaubt, immer mehr durch das Auto ersetzt (zum Beispiel in China). Da Autos zu den Hauptverursachern von Umweltverschmutzung und Klimaveränderung gezählt werden, handelt es sich dabei um eine besorgniserregende Entwicklung. Die in einer Stadt zurückgelegten Wege sind zu 50 Prozent drei bis fünf Kilometer lang, also mit einem Fahrrad gut zu bewältigen. Als umweltfreundliches und energiesparendes Fortbewegungsmittel kann auch das Fahrrad dazu beitragen, die vom Kyoto-Protokoll vorgeschriebene CO2-Reduktion zu erreichen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten [http://www.rotenkamp.de/adfc-helmstedt/buecher/ Bücher über Radreisen] veröffentlicht. Spielten in den darauffolgenden Jahrzehnten Radreisen beim sich entwickelnden Tourismus aber eine eher geringe Rolle, so wächst besonders in Europa in den letzten Jahren die Bedeutung des Radtourismus. Durch die Anlage von Radfernwegen und regionaler Radroutennetze gelingt es in vielen Regionen, Touristen für diese ökologische Variante des Urlaubes zu gewinnen.

Organisationen

Einige Organisationen, die sich für das Fahrrad als Verkehrsmittel engagieren, sind:
- European Cyclists' Federation
- ADFC (Deutschland)
- RKB (Deutschland)
- ARGUS (Österreich)

Siehe auch


- Allgemein: Fahrradfahren | Wikipedia:WikiReader/Fahrräder | Wikipedia:WikiReader/Radrennen
- Verwandte: Einrad | Muskelkraftbetriebenes Fahrzeug | Tandem | Velomobil | Ergometer | Elektrofahrrad | Hydrobike | Schienenfahrrad | Motorrad | Scooter
- Unterarten: Bonanzarad | BMX | Liegerad | Mountainbike | Rennrad | Speedbiker
- Teile: Fahrradschloss | Schalthebel | Fahrradbereifung | Fahrradventil
- Fahren: Fahrrad fahren | Fahrradwege auf stillgelegten Bahntrassen | Radweg
- Sonstiges: Gratisrad | Fahrraddiebstahl | Fahrradpumpe | Waffenrad
- Urlaub: Radreisen

Literatur


- Michael Gressmann: Fahrradphysik und Biomechanik. ISBN 3-89595-023-8
- Winkler/Rauch: Fahrradtechnik. ISBN 3-87073-131-1
- Pryor Dodge: Faszination Fahrrad. ISBN 3-89595-118-8
- Gunnar Fehlau: 1000 Tipps für Biker. ISBN 3-89595-156-0
- Ballantine/Grant: Bike Reparaturhandbuch. ISBN 3-7688-0867-X
- Béatrice Couzereau: Fachwörterbuch der Zweiradtechnik (deutsch-englisch-französisch). ISBN 3-87073-054-4
- Max J. B. Rauck/Gerd Volke/Felix Paturi: Mit dem Rad durch zwei Jahrhunderte. Das Fahrrad und seine Geschichte. AT-Verlag, Aarau/Stuttgart 1979. ISBN 3-85502-038-8
- OKW: Vorschrift H.Dv. 293 - Das Truppenfahrrad - 1935

Weblinks


- [http://www.adfc.de ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club)]
- [http://www.fahrradlexikon.de/ Online-Fahrradlexikon mit Erklärungen und Bildern zu Fachbegriffen und Werbekauderwelsch]
- [http://www.fahrradlinks.de fahrradlinks.de]
- [http://www.ecf.com European Cyclists' Federation] (engl.)
- [http://www.radler-forum.de Radler-Forum - Alles über Fahrräder, Zubehör, Werkstatt und Radtouren] ! ja:自転車 simple:Bicycle

Wandern

Wandern ist eine Form des Gehens, eine Sportart oder Freizeitbeschäftigung, die in der Natur ausgeübt wird. Natur Natur] In der Forschung unterscheidet man generell zwischem "zweckfreiem" und "zweckgebundenem" Wandern. Zweckfreies Wandern unterscheidet sich vom zweckgebundenen Wandern dadurch, dass die Reise Selbstzweck ist und nicht primär aus anderen Gründen angetreten wird (Forschung, Arbeitssuche, Walz, Flucht, Handel...). Diese Unterscheidung ist besonders in der historischen Forschung sehr wichtig. Eine Fernwanderung, auch Weitwanderung, Trail oder Trekking genannt, führt über größere Strecken. Beliebte Fernwanderwege sind z.B. der Jakobsweg in Spanien, der Jurahöhenweg in der Schweiz, der Rennsteig im Thüringer Wald, die Europäischen Fernwanderwege oder die Walserwege, in Polen der Karpatenweg. Wandern ist besonders in den Ländern, die an die Alpen grenzen, sehr beliebt. Verschiedene Routen führen längs und quer über die Alpen, z.B. die Via Alpina, in der Schweiz die Alpenpassroute, der Trans Swiss Trail 1 von Norden nach Süden, der Trans Swiss Trail 2 von Osten nach Westen oder der Kulturweg der Alpen.

Geschichte

Entstehung

Als erster historisch dokumentierter "zweckfreier" Wanderer gilt der Italiener Francesco Petrarca, der 1336 mit seinem Bruder den Mount Ventoux (1900m) bestieg. Über viele Jahrhunderte nach ihm sind nur wenige weitere Wanderungen dieser Art dokumentiert. Erst mit der Aufklärung, namentlich mit Albrecht von Hallers Gedicht Die Alpen (1729) und Jean-Jacques Rousseaus Julie ou la Nouvelle Héloïse (1761), kam beim Bildungsbürgertum eine neue Naturbegeisterung auf. Die neue Art der Fortbewegung, das Wandern, wurde zum Symbol der aufklärerischen Emanzipation des Bürgertums vom Adel. Aufrecht im Gang blickte man nun in die Welt und beobachtete Volk und Natur ungetrübt von Kutschenfenstern. Unzählige aufklärerische Wanderer erkundeten im dritten Drittel des 18. Jahrhunderts Europa zu Fuß und schrieben ihre Erkenntnisse möglichst objektiv nieder. Dabei lag ein besonderes Augenmerk auf den sozialen und politischen Gegebenheiten der druchwanderten Gebiete. Als schillernstes Beispiel gilt oftmals der Leipziger Johann Gottfried Seume, der 1801 zu einer Fußreise nach Sizilien aufbrach und nach neun Monaten über Paris nach Leipzig zurückkehrte.

Romantik

Anschließend an die Aufklärung übernahmen die Romantiker das Wandern und prägten sein Bild bis heute. Im Unterschied zu den Aufklärern war ihr Blick nicht mehr auf die sozialen und politischen Gegebenheiten gerichtet, sondern primär auf das eigene Innere. Sie suchten die Einsamkeit, um in ihr den Kosmos in sich selber zu finden. Im 19. Jahrhundert wurden zunehmend weniger Städte erwandert, sondern man lies sich in Kutschen oder mit der Eisenbahn zu den Ausgangspunkten in der Natur bringen, wo man auf immer mehr vorgegebenen Strecken lief. Wurden die Aufklärer noch angefeindet oder schief angeschaut, so machten die Romantiker das Wandern salonfähig.

Institutionalisierung des Wanderns

Eisenbahn Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer zunehmenden Institutionalisierung des Wanderns durch Wandervereine und Gebirgsvereine. Diese meist bürgerlichen und heimatverbundenen Vereine leisteten Pionierarbeit in der Erschließung der Natur durch Wanderwege, Wegweiser, Karten, Schutzhütten und Aussichtstürme. 1863 wurde mit dem Badischen Schwarzwaldverein der erste deutsche Mittelgebirgsverein gegründet.

Naturfreunde

Die 1895 in Wien gegründeten Naturfreunde ermöglichten erstmals das Wandern für eine proletarische Schicht. Mit starker sozialistischer Prägung eröffneten sie erste Naturfreundehäuser, in denen proletarische Wanderer billig übernachten konnten. Heute gibt es in Deutschland rund 450 Naturfreundehäuser - 1001 Nacht sind weltweit möglich.

Wandervogel

Zur gleichen Zeit kam die Jugendbewegung auf, die 1901 in die Wandervogelbewegung mündete. Die Wandervögel waren meist jugendliche Schüler und Studenten, die aus den Städten in die Natur flohen und durch eine neue Lebensweise gegen die wilhelminische Gesellschaft aufbegehrten.

Wandervariationen

Barfußwanderung

Die Deutsche Wanderjugend (DWJ) betont die gesundheitsfördernde Wirkung des Barfußwanderns. Zahlreiche Barfußparks in Deutschland, Österreich und der Schweiz ermöglichen eine erste Barfußwandererfahrung unter den gesicherten Bedingungen einer gepflegten und vielseitigen Freizeitanlage. Auch eine Wattwanderung eignet sich in idealer Weise zum Barfußlaufen.

Bergwandern

Das Wandern im bergigen Gelände wird als Bergwandern bezeichnet, wobei die Grenzen zwischen Wandern, Bergwandern und Bergsteigen nicht genau definiert sind. Im Allgemeinen grenzt sich das Bergwandern vom Bergsteigen durch den Klettereinsatz ab. Bergwandern wird zur Bergtour, wenn ein Gipfel bestiegen wird.

Fernwandern

Immer beliebter wird das Weitwandern von Ort zu Ort, während Tagen oder Wochen. Solche Weitwanderungen werden auch Trekking-Touren genannt.

Nachtwanderung

Nachtwanderungen sind Wanderungen, die überwiegend bei Dunkelheit durchgeführt werden. Diese können auch einen religiösen Hintergrund haben, z.B. der Aufstieg zum Sri Pada in Sri Lanka.

Nacktwanderung

Naturisten suchen auf Nacktwanderungen in klassischer FKK-Manier die "totale Freiheit und Naturverbundenheit". Um Missverständnisse zu vermeiden, bevorzugen sie dabei weniger frequentierte Strecken.

Nordic Wandern/Walking

Aus Finnland stammt das "Nordic Walking", das als weitere gesundheitsfördernde Wanderart zunehmend Anhänger findet. Nordic Wandern wurde dabei speziell auf die Wanderer abgestimmt und ist weit schonender als Nordic Walking selbst.

Sportwandern

Viele Vereine, die Volkswanderungen veranstalten, sind Mitglied eines Dachverbandes, in Deutschland z.B. der DVV (Deutscher Volkssportverband) oder der EVG (Europäische Volkssportgemeinschaft). Der DVV ist seinerseits Mitglied des IVV (Internationaler Volkssportverband). Alle Veranstaltungen des IVV werden für das internationale Volkssportabzeichen gewertet. Im Allgemeinen werden Wanderstrecken über 5, 10 und 20 km angeboten. Es werden aber auch längere Strecken, z.B. die Marathonstrecke (42 km) oder 50 km angeboten.

Volkswandern

Eine weitere Variante des Wanderns ist das Volkswandern. Bei einer Volkswanderveranstaltung werden verschieden lange Wanderstrecken angeboten, die man alleine oder in einer Gruppe durchwandern kann. Unterwegs gibt es i.d.R. mehrere Verpflegungs- und Kontrollposten, so daß man kein schweres Gepäck mitnehmen muss.

Literatur


- Manuel Andrack: Du musst wandern. Ohne Stock und Hut im deutschen Mittelgebirge, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03488-X
- David Coulin: Die schönsten Gratwanderungen der Schweiz, At-Verlag, Aarau/CH, ISBN 3-85502-936-9

Siehe auch


- Spaziergang, die Vorstufe zur Wanderung
- Weitwanderweg
- Weitwanderwege (Österreich)
- Siegel-Basis-Test - Zertifizierung von Wanderwegen mit dem Wandersiegel
- Leistungskilometer, ein Mass zum Vergleich von Routen mit unterschiedlichem Höhenprofil
- Weitere Formen des Wanderns:
  - Schneeschuhwandern
  - Wallfahrt

Weblinks


- [http://www.wanderverband.de/ Deutscher Wanderverband]
- [http://www.wanderbares-deutschland.de/ Portal "Wanderbares Deutschland"]
- [http://www.wandern.com/ Wandern und Naturerlebnis in Österreich]
- Kategorie:Fußverkehr ! Kategorie:Outdoor

Urlaub

Urlaub ist die Zeit, die der Arbeitnehmer von seinem Arbeitsplatz mit der Genehmigung des Arbeitgebers fernbleiben kann. Dabei gibt es bezahlten oder unbezahlten Urlaub. Er soll der Erholung dienen. Das Wort Urlaub kommt vom Altmitteldeutschen Wort für "Erlaubnis". So fragten im frühen Mittelalter Ritter ihren Lehnsherren um urloup, also "Urlaub", um in eine Schlacht zu ziehen.

Recht

Der Mindestanspruch eines Arbeitnehmers auf Erholungsurlaub ist für Deutschland im Bundesurlaubsgesetz geregelt. Er beträgt 30 Arbeitstage bei einer 7-Tage-Woche, 24 Arbeitstage bei einer 6-Tage-Woche bzw. 20 Werktage bei einer 5-Tage-Woche. Für Jugendliche ist der Mindestanspruch im Jugendarbeitsschutzgesetz festgelegt. Die meisten Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland haben heute aus tarifvertraglicher oder einzelvertraglicher Vereinbarung etwa 30 Tage Urlaub pro Jahr. Schwerbehinderte bekommen fünf Tage zusätzlichen Urlaub. Während des Urlaubs haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Fortzahlung der Vergütung (Urlaubsentgelt). Auf tarif- oder einzelvertraglicher Grundlage zahlen manche Arbeitgeber ein zusätzliches Urlaubsgeld. Darüber hinaus kann es nach Landesgesetz einen Anspruch auf Bildungsurlaub zur beruflichen Fortbildung geben. Wird der Erholungsurlaub im Kalenderjahr nicht genommen, verfällt er, sofern er nicht - maximal bis zum 31. März - auf das Folgejahr übertragen wird. Einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung, das heißt eine Zahlung für nicht genommene Urlaubstage, hat der Arbeitnehmer nur, wenn er seinen Urlaub aufgrund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht nehmen kann. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es einen Anspruch auf bezahlten oder unbezahlten Sonderurlaub geben.

Internationaler Vergleich

Spitzenreiter in der nebenstehenden Liste der Frankfurter Rundschau im Urlaub sind die Schweden mit durchschnittlich 33 tariflich bezahlten Urlaubstagen, die Niederländer mit gut 31 Tagen und die Dänen mit 30 Tagen. Deutschland folgt mit rund 29 Tagen. Deutlich schlechter schneiden die Griechen mit 23 Tagen und die irischen Arbeitnehmer mit 20 Tagen ab. Schlusslicht sind Japan mit 18 und die USA mit nur 12 bezahlten Urlaubstagen. Die Zahlen beziehen sich auf 2003, viele Staaten (z.B. Großbritannien) fehlen allerdings.

Urlaubsgestaltung

Im Urlaub gehen sehr viele Menschen auf Reisen. Eltern legen ihren Urlaub meist auf die Schulferien, um die Freizeit mit den Kindern zu verbringen, bzw. gemeinsam mit ihnen wegfahren zu können, oder auch um eine Betreuung der Kinder zu gewährleisten. Bei Lehrern und einigen anderen Berufsfeldern liegt der Urlaub generell in den Schulferien. Deshalb ist die Hauptreisezeit auch in der Ferienzeit. Singles und Paare ohne Kinder im Schulalter nehmen dagegen gerne auch außerhalb der Ferienzeit Urlaub, da die Reisen dann günstiger sind und mehr Ruhe an den Ferienorten herrscht. Manche Familien machen in ihrem Urlaub auch einen Haustausch mit anderen Familien, um Geld für die Übernachtung am Urlaubsort zu sparen. Der Aktivurlaub ist eine als besonders empfundene Form von Urlaub, die sich durch vermehrte sportliche Aktivitäten, wie etwa Wandern auszeichnet. Es gibt ihn oftmals als Pauschalurlaub. Reiseveranstalter und Reisebüros haben sich darauf eingestellt, und bieten gesonderte Kataloge dafür an. Um eine Fremdsprache zu erlernen oder zu verbessern machen viele im Ausland Sprachurlaub.

Siehe auch:


- Übersicht Tourismus
- Reisebüro
- Reiseveranstalter
- Reisewarnung
- [http://www.urlaubsliste.com Urlaubscheckliste] Mit dieser übersichtlichen Urlaubsliste sollte man eigentlich nichts mehr vergessen ! Kategorie:Arbeitsrecht Kategorie:Tourismus simple:vacation

Landwirtschaft

Landwirtschaft ist der Prozess, durch den gezielten Anbau von Pflanzen (Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, nicht jedoch Forstwirtschaft) und durch die Nutzung und Zucht von domestizierten Tieren (Viehzucht) Nahrungsmittel, Futter, Fasern und andere gewünschte Rohstoffe zu produzieren. Sie dient der Ernährung der Menschheit und ist heute vorwiegend auf Erzielung von Profit ausgerichtet. Profit

Einordnung

Allgemein

Landwirtschaft beinhaltet dreierlei:
- Subsistenzwirtschaft: Hierbei produziert der Landwirt genug Nahrungsmittel für sich und seine Familie (jedoch nicht mehr).
- (generell in den sogenannten "entwickelten" Ländern und in anderen Ländern ebenfalls mehr und mehr) die Produktion eines finanziellen Einkommens durch Landkultivierung oder kommerzielle Viehzucht. Neben Nahrungsmitteln und Futter nimmt die Produktion von anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Zierpflanzen, Düngemittel, Leder, industriellen Chemikalien (Stärke, Ethanol, Farbstoffe und Plastik), Fasern (Baumwolle, Wolle, Hanf, Naturseide und Flachs), Kraftstoffen (Methan, Biodiesel, Biomasse) sowie zugelassenen medizinischen Wirkstoffen (Biopharmaceutica, legalen Drogen (Alkohol, Tabak) und verbotenen Drogen (Marihuana, Opium, Kokain) zu. Auch die Produktion genetisch veränderter Pflanzen und Tiere steigt an.

Ökonomische Einordnung

In den Wirtschaftswissenschaften wird die Landwirtschaft als Primärsektor (auch: Urproduktion) bezeichnet. Die Betriebswirtschaftslehre bezieht sich in vielen Grundlagen auf die landwirtschaftliche Produktion.

Bedeutung in Deutschland

Im Jahr 2003 gab es in Deutschland ca. 420.700 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 ha LF. Darin waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach. Insgesamt wurden 17 Millionen ha (Hektar) Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche). Davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar. Im Vergleich dazu spielen Obstanlagen, Baumschulen und Weihnachtsbaumkulturen hinsichtlich des Flächenverbrauchs keine große Rolle. Deutschland war 2004 mit Waren im Wert von 13,8 Mrd. Dollar weltweit viertgrößter Exporteur von Agrarprodukten.

Rechtliche Einordnung

Der Begriff der Landwirtschaft wird in Deutschland grundlegend durch § 201 Baugesetzbuch(BauGB) geregelt.

Produktion

Bereiche

Baugesetzbuch Baugesetzbuch Generell kann die Landwirtschaft in zwei Produktionsrichtungen eingeteilt werden:
- Viehhaltung
- Pflanzenproduktion. Welche dieser Formen lokal überwiegt, ist vom Standort abhängig: Auf leichten Standorten (schlechter Boden) ist die Viehhaltung konkurrenzkräftiger, während auf besseren Böden die Pflanzenproduktion wirtschaftlicher ist. Unformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügen

Ziele


- Ernährungssicherung durch die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel,
- Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft,
- infrastrukturelle, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Belebung der ländlichen Räume,
- Pflege der Kulturlandschaft und Erhalt der Artenvielfalt,
- in Zukunft möglicherweise vermehrt Erzeugung regenerativer Energien

Formen der Landwirtschaft


- historische Landwirtschaft :bis zur Erfindung des mineralischen Düngers
- traditionelle Landwirtschaft :bis ca. 1960
- moderne Landwirtschaft :erzielt hohe Ernteerträge durch Züchtung spezieller Sorten (in einigen Staaten auch bereits unter Einsatz der Gentechnik), durch Monokultur, sowie den Einsatz von Futtermitteln, Kunstdünger (dessen Entwicklung maßgeblich zur Erholung der Wälder in Mitteleuropa beigetragen hat), Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden und Wachstumsregulatoren (den so genannten Pflanzenschutzmitteln). Der intensive Einsatz der genannten Produktionsfaktoren dient der stetigen Ertragssteigerung, führt aber oft zu negativen Wechselwirkungen mit der Natur (Umweltschutz) und den erzeugt