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| Babylonien |
BabylonienBabylonien bezeichnet das ehemalige Königreich in Mesopotamien in der Zeit von 1900 v. Chr./1800 v. Chr. bis 539 v. Chr., am Unterlauf der beiden Flüsse Euphrat und Tigris, etwa das Gebiet zwischen der heutigen irakischen Stadt Bagdad und dem Persischen Golf. Das kulturelle Zentrum des Gebietes war die Stadt Babylon, die im Laufe ihrer Existenz von Herrschern aus zahlreichen Volksstämmen erobert und regiert wurde.
Frühzeit
Die einzelnen Fürstentümer, die das sumerische Reich bildeten, wollten sich nicht einer einheitlichen Zentralgewalt unterordnen und sorgten für den Zerfall des Reiches. Die Fürsten erklärten ihre Fürstentümer zu Königreichen und sich selbst zu deren Könige und sorgten damit für eine Zersplitterung des gesamten Reiches. Der anwachsende Zustrom semitischer Einwanderer sorgte zusätzlich für Instabilität und ließ schließlich das sumerische Reich zusammenbrechen. Die nachfolgende Zeit war durch eine Vielzahl von lokalen Dynastien geprägt, die sich untereinander bekriegten, ohne dass sich eine Vorherrschaft stabilisieren konnte. Im Laufe von zwei Jahrhunderten wurden die Sumerer gänzlich zurückgedrängt und die Semiten übernahmen die Kontrolle.
Altbabylonisches Reich
Hauptartikel: Altbabylonisches Reich, Liste der Könige von Babylonien
Babylon wurde 1894/1830/1806 v. Chr. - die Chronologie ist umstritten, es werden derzeit drei Systeme vertreten - vom semitischen Stamm der Amoriter unter Sumu-abum gegründet. Er ließ um die Stadt eine Mauer errichten, die allerdings erst durch seinen Nachfolger Sumulael fertiggestellt wurde. Lange Zeit änderte sich an der Bedeutung Babylons nichts, bis Hammurapi (1795/1728/1704-1750/1686/1664) als 6. König den Thron bestieg. Er verstand es, die politische Situation der Stadtstaaten auszunutzen, und erkannte den Vorteil der strategischen Lage der Stadt. Einerseits kontrollierte er durch die schmalste Stelle zwischen Euphrat und Tigris die Handelswege, und andererseits lieferte ihm diese Tatsache einen militärischen Vorteil. Schon bald stieg Babylon zur Metropole auf und Hammurapi wurde ihr oberster Herrscher. Durch die Unterwerfung von Elam, Subartu und Eschnuna wurde er auch Herrscher von Assur. Die Eroberung von Larsa dehnte sein Reich auch über die Königreiche Sumer und Akkad aus. Damit wurde Babylonien zum dominierenden Reich in Mesopotamien (Altbabylonisches Reich).
Hammurapi erwies sich als geschickter Außenpolitiker, errichtete Bewässerungsanlagen und großartige Bauten, organisierte das Land durch eine straffe Verwaltung und verfasste eine einheitliche Rechtsordnung, die ihm bis in die heutige Zeit Ruhm beschert, den Codex Hammurapi. Dieses Gesetzeswerk, mit 282 Paragraphen, sicherte die Rechte aller Klassen seines Volkes. Damit die Bürger über ihre Rechte informiert waren, wurden sie auf Säulen und Tontafel geschrieben und öffentlich in den Städten aufgestellt. Den Stadtgott von Babylon, Marduk, erhob er zum Hauptgott des Landes und machte seinen Kult für alle Untertanen verbindlich.
Keiner der Nachfolger Hammurapis erwies sich in Politik und Strategie annähernd so geschickt wie er. Schon sein Sohn musste gegen die aufständischen Stämme im Süden des Reiches in den Krieg ziehen. Nach und nach verlor das Reich an Einfluss und Herrschaftsbereich. Durch zahlreiche inneren Unruhen und durch Angriffe von außen geschwächt, gelang es schließlich dem Hethiterkönig Murschili I. 1595/1531/1507, die Stadt einzunehmen. Es gelang ihm aber nicht, sich gegen die nachdrängenden Kassiten zu verteidigen. Die Ära des Altbabylonischen Reiches war damit zu Ende.
Die nachfolgende Zeit wird als dunkle Periode der babylonischen Geschichte bezeichnet. Die Kassiten regierten etwa 400 Jahre lang (siehe Königsliste). Sie erweiterten das Reich vom Euphrat bis zum Sagrosgebirge und machten das Land nochmals zur Großmacht. Im 15. Jahrhundert v. Chr. gehörte es zu den vier wichtigsten Mächten in Vorderasien (neben den Ägypter, Mitanni und Hethiter). Kurze Zeit später löste sich Assyrien vom Mitannireich und erreichte von diesem die Unabhängigkeit. Obwohl sie die Entwicklung in Babylonien misstrauisch beobachteten, herrschte zwischen den beiden Reichen eine kulturelle und religiöse Verbundenheit. Sie versuchten, das Land politisch zu kontrollieren und erreichten dadurch eine erhebliche Schwächung von Babylon. 1155 wurde die Stadt von den Elamitern erobert. Sie plünderten und brandschatzen die Reichtümer und brachten die Gesetzesstele Hammurapis in ihre Hauptstadt Susa. Der mesopotamische König Nebukadnezar I. bestieg den Thron, und es gelang ihm 1137, die Kassiten endgültig zu vertreiben. Anschließend ging er gegen die gefährlichen Elamiter vor, die nach einem jahrelangen Krieg unterlagen. Ihre Hauptstadt Susa wurde völlig zerstört. Die Gesetzesstele Hammurapis wurde wieder nach Babylon zurück gebracht.
Jeder Versuch Nebukadnezars, das Reich auszudehnen, wurde von den Assyrern beobachtet und zum Teil verhindert. Eine direkte Konfrontation gab es jedoch nicht. Durch die assyrische Politik wurde Babylonien immer mehr in ihr Reich integriert. Kurze Zeit saßen sogar assyrische Könige auf Babylons Thron und regierten beide Reiche. Die religiöse Verbundenheit der beiden Völker war sehr hoch. So wurden in beiden Ländern die gleichen Götter verehrt, und die Zerstörung eines babylonischen Tempels wurde von den Assyrern als Sakrileg empfunden. König Salmanassar III. (858-824) verheiratete seinen Sohn mit der babylonische Prinzessin Samuramat. Nach dem Tod ihres Mannes regierte sie vier Jahre lang das Königreich und ging unter dem Namen Semiramis in die Legenden ein.
Babylon war aber immer Zentrum des assyrischen Reiches und damit auch Angriffspunkt der Gegner. Immer wieder versuchten die Babylonier, mit Hilfe der Elamiter die Macht der Assyrer zu brechen. 689 zerstörte Sanherib die Stadt gänzlich. Sein Sohn Asarhadon versuchte, die Stadt wieder aufzubauen und im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt änderte Assyrien die Politik gegenüber Babylon und schlug einen harten Kurs ein. Die Folge waren Kriege und Zerstörung. 648 musste sich Babylon nach einer zweijährigen Belagerungs- und Aushungerungszeit dem assyrischen König Assurbanipal geschlagen geben. Nach dem Tod Assurbanipals, dem letzten großen König Assyriens, brach das Reich auseinander. Ausgeblutet durch die vielen Kriege hatte es den aufstrebenden Volksstämmen der Meder nichts entgegen zu setzen.
Neubabylonisches Reich
Hauptartikel: Neubabylonisches Reich
In Babylon ergriff der chaldäische General Nabopolassar diese Gelegenheit und bestieg 626 den Thron. Mit ihm begann das Zeitalter des Neubabylonischen Reiches. Er vereinigte die lokalen Volksstämme und verbündete sich mit den Medern, die das Erbe der Elamiter im Osten antraten. Zwischen den beiden Völkern wurde ein Vertrag aufgesetzt, wonach der Sohn Nabopolassars mit der Enkelin des Mederkönigs verehelicht wurde. Durch dieses Bündnis war der Weg nach Ninive, der assyrischen Hauptstadt, frei. 612 fiel Ninive nach einer dreimonatigen Belagerung. Bis zum Jahre 610 waren die versprengten assyrischen Heerteile gänzlich aufgerieben.
Nach Nabopolassars Tod trat Nebukadnezar II. (605-562 v. Chr.) die Thronfolge an. Er entwickelte während seiner Regierungszeit außerordentliche Fähigkeiten als Staatsmann, Heerführer, Friedensstifter und Bauherr. Nebukadnezar ließ die Tempel in allen Städten des Landes wieder aufbauen, errichtete Kanäle, die so genannte Medische Mauer und die Prozessionsstraße mit dem Ischtar-Tor. Er förderte den Ackerbau, den Gartenbau und den Handel, sodass sich die Wirtschaft rasch erholte und aufblühte.
Mit Syrien und Israel führte Nebukadnezar Krieg, um sein Reich abzusichern. Die unterworfenen Länder wurden tributpflichtig und hatten hohe Abgaben an Babylon abzuliefern. Israel versuchte mehrere Aufstände, die alle blutig niedergeschlagen wurden und schließlich dazu führten, dass Jerusalem vollkommen zerstört wurde. Zur Strafe wurde die Bevölkerung als Sklaven nach Babylon verschleppt. Das ist der Beginn der babylonischen Gefangenschaft der Juden, die erst in der Perserzeit ihr Ende nimmt.
Im Jahre 562 starb Nebukadnezar und hinterließ seinem Sohn Amell-Marduk ein wohlgeordnetes und konsolidiertes Reich. Nach nur zwei Jahren wurde Amell-Marduk bei einem Aufstand getötet und der babylonische General Neriglissar bestieg den Thron. Starke Streitigkeiten mit der Priesterschaft führten schließlich dazu, dass sich 555 Nabonid durch einen Aufstand des Throns bemächtigte. Nabonid war selbst Anhänger des Gottes Sin und wollte die Macht der Marduk-Priesterschaft eindämmen. Das brachte ihm heftige Auseinandersetzungen bei der Neuordnung des Landwirtschafts- und Pachtsystems ein.
Außenpolitisch verhielt sich Nabonid neutral, als die Perser gegen die herrschenden Meder einen Aufstand wagten. Als Dank übergab ihm der Perserkönig Kyros II. nach dem Sieg die Heimatstadt seiner Mutter. Nachdem die Perser auch die Lydier bezwungen hatten, war Babylonien vom Persischen Reich eingeschlossen. Nabonid erkannte seine Lage und wollte durch strategische Maßnahmen der drohenden Gefahr entgegenwirken. So überließ er den Schutz des Reiches seinem Sohn Belsazar, der riesige Truppenkontigente befehligte, während er sich selbst mit seinen Truppen auf einen zweite gut geschützte Anlage außerhalb Babylons zurückzog. Dadurch kontrollierte er die wichtigen Handelswege und konnte wirtschaftlichen Druck auf Ägypten ausüben. Die Gefahr durch die Araber nutzte er, um alle semitischen Stämme zu vereinigen.
In Babylon war der Zwist zwischen dem König und der Priesterschaft schon weit gediehen. Die Perser hatten ihren Ruf, tolerant zu sein und nationale Tradition zu respektieren, in die Stadt getragen. In Abwesenheit von Nabonid begingen die Priester Verrat. Nach einer kurzen Schlacht, bei der Belsazar besiegt wurde, marschierten die Perser gegen Babylon. Am 16. Oktober 539 marschierten die Truppen ohne Gegenwehr in Babylon ein. Am 29. Oktober zog Kyros II. unter Triumph und Jubel der Priesterschaft in der Stadt ein und wurde sofort als Machthaber eingesetzt. Kyros leitet eine neue Politik der Duldsamkeit und gibt den Städten ihre Götter wieder zurück. Den Juden gestattet er, nach Jerusalem zurückzukehren.
Die Perser erkannten die Vorteile der Entwicklungen unter Nebukadnezar und wussten sie nutzbringend einzusetzen. Die aramäische Sprache wurde amtlich eingeführt. Die Wissenschaftler durften weiterhin die akkadische Sprache und Schrift nutzen. Viele Gelehrte aus Ägypten, Persien, Indien und Griechenland kamen, um ihr Wissen zu erweitern. Im 5. Jahrhundert v. Chr. errechneten die Astronomen Babylons das Sonnenjahr und entwickelten im Jahre 410 das erste Horoskop. Während dieser Zeit wurde aus den Astrallehren der Babylonier die chaldäische Astrologie entwickelt, die später den Boden für die hellenistische bildete.
Alexander der Große traf während der Expansion seines Reiches 331 auf die persischen Streitkräfte und besiegte sie endgültig in der Schlacht von Issos und Gaugamela. Die Griechen tolerierten weiterhin die babylonische Kultur und erweiterten sie um Theater und zusätzliche Errungenschaften. Nach dem Tode Alexander des Großen verwüsteten Kriege der zerstrittenen Heerführer das gesamte Gebiet. Plünderung und Zerstörung sorgten für eine elende Hungersnot unter der Bevölkerung. Im 1. Jahrhundert v. Chr. übernahmen die Parther die Macht in Mesopotamien und beendeten die fast zweitausend jährige Existenz Babyloniens.
Literatur
- Jursa, Michael: Die Babylonier - Geschichte, Gesellschaft, Kultur, C. H. Beck, München 2004. ISBN 3-406-50849-9
Kategorie:Babylon
Kategorie:Alter Orient
ja:バビロニア
nb:Babylonia
Königreich
- Der Begriff Königreich bezeichnet einen Staat mit einer monarchischen Regierungsform, bei dem der Monarch als König (bzw. Königin) bezeichnet wird.
- Eng verwandt mit dem staatlichen Begriff ist in der Christlichen Theologie der Ausdruck Königreich Gottes. Anhand der Bücher der Bibel kann man die Entwicklung des staatlichen Königtums im Altertum verfolgen, doch hat der Begriff in der Theologie oft eine übertragene Bedeutung.
Wie heute, so hatten auch die Königreiche des Altertums verschiedene königliche Symbole. Im allgemeinen gab es eine Hauptstadt oder königliche Residenz, einen Königshof und ein stehendes Heer (vielleicht in Friedenszeiten ziemlich verkleinert).
Das Wort „Königreich“ an sich gibt keinen genauen Aufschluss über die Regierungsstruktur, den Gebietsumfang oder die Macht eines Monarchen. Königreiche waren früher unterschiedlich groß und einflussreich, angefangen von den starken Weltmächten — Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom — bis zu kleinen Stadtkönigreichen wie denen in Kanaan zur Zeit der Eroberung des Landes durch die Israeliten. Außerdem mag die Regierungsstruktur von Königreich zu Königreich sehr verschieden gewesen sein.
Das erste Königreich der Menschheitsgeschichte gemäß den Berichten der Bibel, das Königreich Nimrods, scheint ursprünglich ein Stadtkönigreich gewesen zu sein und später sein Herrschaftsgebiet auf andere Städte ausgedehnt zu haben, wobei der Sitz in Babel blieb (Genesis 10,9-11).
Die großen Weltreiche, die riesige Gebiete und zudem tributpflichtige Königreiche beherrschten, scheinen aus kleinen Stadtstaaten oder Stammesgruppen entstanden zu sein, die sich schließlich unter einem herrschenden Führer vereinigten. Solche Koalitionen waren zuweilen zeitlich begrenzt und wurden oft nur dann gebildet, wenn es galt, einen gemeinsamen Feind zu bekriegen.
Ein Vasallenkönigreich ist ein von einer anderen Macht abhängiges Königreich, mit eigener Verwaltung. Vasallenkönigreiche genossen zwar häufig ein beträchtliches Maß an Autonomie oder Selbstverwaltung, mussten sich aber dem Willen und den Forderungen der übergeordneten Macht beugen.
Heute existierende Königreiche
- Bahrain (seit 2002)
- Belgien (seit 1831)
- Bhutan (seit 1907)
- Dänemark (seit dem 10. Jahrhundert)
- Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland (bzw. heute nur noch "...und Nordirland") (seit 1707)
- Jordanien (seit 1946)
- Kambodscha (seit 1993)
- Lesotho (seit 1966)
- Malaysia (seit 1957)
- Marokko (seit 1957)
- Nepal (seit 1951)
- Niederlande (seit 1815)
- Norwegen (seit 872, mehrmals in Personalunion, selbstständiges Königreich seit 1905)
- Saudi-Arabien (seit 1932)
- Schweden (seit 995)
- Spanien (1947 wieder zum Königreich erklärt, de facto seit 1978)
- Swasiland (seit 1968)
- Thailand (seit 1238)
- Tonga (seit 1875)
Kategorie:Monarchie
Kategorie:Staatsform
MesopotamienMesopotamien (griechisch: zwischen den Flüssen; Aramäisch: Beth Nahrin = Zweiflussland), auch Zweistromland genannt, bezeichnet geographisch das Gebiet um die Flüsse Euphrat und Tigris in Südost-Anatolien, Syrien und im Irak.
Regionale Gegebenheiten
Geografie
Im Norden beginnt die Landschaft am Taurusgebirge und reicht bis zum Persischen Golf. Im Osten grenzen die Berge des Irans und im Westen die arabische Wüste und die Hochebenen Syriens an.
Klima
Das Klima im Norden ist rau mit kalten Wintern. Der Süden hingegen ist im Winter milder und hat heiße Sommer.
Landwirtschaft
Die Bauern bauten vorwiegend Gerste und Weizen an. Der Regenfeldbau im Norden und die umfassende künstliche Bewässerung im Süden lieferten sehr ertragreiche Ernten.
Die Felder wurden nur alle zwei Jahre bepflanzt, um den Boden zu schonen. Die Erträge der Ernten waren bemerkenswert. Schon im 3. Jahrtausend erreichten die Ernten das 30fache der Aussaat. Im Laufe der Jahrtausende sanken die Erträge, weil die Böden durch die Bewässerung immer salzhaltiger wurden. Trotzdem wurde noch bis zum Zehnfachen der Aussaat geerntet.
Ein Vergleich: Die Bauern des antiken Griechenlands und Roms erzielten ein deutlich geringeres Verhältnis bei ihren Ernten.
Es wurden auch Dattelpalmen, Feigen und Granatäpfel kultiviert.
Obwohl es in Mesopotamien Laub- und Nadelholzwälder gab (wo???), wurden in der Eisenzeit für Bauvorhaben Zedern aus dem Libanon importiert.
Außerdem wurden Schafe, und Ziegen und Rinder gehalten, in sumerischer Zeit auch Schweine.
Geschichte
Der Großteil der bekannten Geschichte Mesopotamiens ist geprägt von der schubweisen Einwanderung diverser Völkern. Meist zerfiel die Region in zahlreiche Stadtstaaten, ähnlich wie im antiken Griechenland, denen Könige vorstanden, die miteinander zeitweilig im Krieg standen. Weiterhin gab es Phasen, die von Grossreichen dominiert wurden, sowie Phasen, in denen Mächte aus den Nachbarregionen Eroberungsfeldzüge führten.
Das fruchtbare Mesopotamien lockte im Laufe der Geschichte unzählige Völker an. Im Gegensatz zu Ägypten konnten sich die Einwohner Mesopotamiens wegen der langen, offenen Grenzen nie wirklich gegen neue Einwanderer abschotten.
Vorgeschichte
Erste menschliche Spuren in Vorderasien fand man aus dem 70. Jahrtausend v. Chr. Neanderthaler lebten hier als Nomaden.
Erste feste Siedlungen wie Göbekli Tepe und Nevali Cori entstanden Ende des 9. Jahrtausends in Nordmesopotamien im sogenannten PPN A. Zu dieser Zeit waren domestizierte Tiere und Pflanzen noch unbekannt.
Die Besiedlung des südlichen Mesopotamiens beginnt in der Obed-Zeit.
Seit der Uruk-Zeit finden sich Städte und die Anfänge der Schrift, die sich aus einem System von Piktogrammen zur sumerischen Keilschrift entwickeln sollte.
Sumerer
Die ersten Schriftzeugnisse in Südmesopotamien sind in sumerischer Sprache verfasst. Manche Sprachforscher vermuten, dass die sumerische Sprache mit dem Mongolischen, dem Türkischen oder dem Ungarischen verwandt sein könnte, und leiten daraus eine Einwanderung der Sumerer ins Zweistromland von Osten her ab, wo sie die Wurzeln dieser Sprachen vermuten. Archäologisch gibt es für eine solche Zuwanderung keine Belege. Die Theorie, dass das südliche Mesopotamien im Neolithikum noch unter dem Meeresspiegel lag, lässt sich inzwischen nicht mehr halten, auch wenn es durch die Erosion im Folge ackerbaulicher Nutzung und Überweidung in Taurus und Zagros zu einem starken Bodenauftrag kam.
Ende des 4. Jahrtausends v.Chr. wurden Technologien für eine effektivere Bewässerung der Felder entwickelt und etabliert, sodass sich erstmals auch größere Städte bilden konnten. Das weitverzweigte Kanalsystem wurde von so genannten Priesterfürsten organisiert und gemeinsam bebaut ("Tempelwirtschaft".
Handwerk und Handel gewannen immer mehr an Bedeutung und die Städte wurden immer wohlhabender. Jede dieser Siedlungen war politisch eigenständig.
Die steigenden Anforderungen an die Organisation und auch die Tempelwirtschaft bedingten und begünstigten die Entwicklung einer Schrift. Zunächst diente die Schrift nur der Buchhaltung.
Die wichtigste Stadt der Sumerer war Uruk, die Stadt Gilgameschs. Der Epos dieses Helden gilt als das älteste erhaltene literarische Dokument der Menschheit.
2700 v. Chr. wurde die Keilschrift in ihren Möglichkeiten zur Vollendung geführt.
Ab 3000 v. Chr. wanderten Nomaden aus dem Norden in das südliche Mesopotamien ein. Die sumerische Königsliste, die auch von einer Sintflut berichtet, dokumentiert diese Wanderungen durch das Auftauchen semitischer Namen. Die Historiker bezeichnen diese Epoche als Frühdynastische Periode, die im 23. Jahrhundert v. Chr. endete.
In dieser Epoche zerbrach die Einheit von geistlicher und weltlicher Macht. Paläste wurden für die Könige gebaut, die nicht nur der Repräsentation dienten. Die Könige dieser Zeit wurden "lugal" genannt (= großer Mensch). Ihren Machtanspruch zeigten die Herrscher auch mit ihren Gräbern, indem sie sich mit ihrem Gefolge begraben ließen. Mehrere dieser Königsgräber fand man in der Nähe von Ur.
Weitere Erfindungen, die für die Wirtschaft entscheidende Bedeutung hatten, waren das Rad und die Töpferscheibe (späte Uruk-Zeit).
Einigung und Blütezeit unter Akkad
Mit Sargon von Akkad, einem Stadtstaatenkönig der Sumer, begann eine neue Epoche.
Er schuf das erste große vorderasiatische Reich, indem er die vielen Stadtstaaten vereinte, sodass er heute auch als Sargon I. bezeichnet wird. Zu seinem Machtbereich gehörte ganz Mesopotamien sowie Teile Syriens, des Irans und Kleinasiens.
Die Stadt Akkad wurde zu seinem Regierungssitz. Die akkadische Sprache verdrängte das Sumerische.
Die Eroberungen Sargons führten zu wirtschaftlichen und kulturellen Verknüpfungen mit den unterworfenen Völkern und den neuen Nachbarn. Der Zugang zum Persischen Golf ließ einen florierenden Seehandel entstehen.
Kulturell wurde das Leben im Reich Sargons I insbesondere von der ägyptischen Kultur beeinflusst. Das zeigte sich sowohl in den bildlichen Darstellungen als auch in der Verehrung des Herrschers als Gott bzw. als Stellvertreter Gottes.
Das Reich der Akkad hatte nicht lange Bestand. Zahlreiche Aufstände und insbesondere das einwandernde Bergvolk der Gutäer beendeten die Epoche (Reich von A.: um 2235-2094 v. Chr.).
Dieses erste große Reich blieb in den Mythen der Region lebendig. So berichten selbst die viel später aufkommenden Assyrer in ihrer Historie von Sargon.
Neuformierung in der Ur III Dynastie
Nach knapp 100 Jahren wurden die Gutäer vertrieben, und die sumerischen Stadtstaaten fanden wieder zu Macht und Größe. Die Stadt Ur wurde erneut zum Zentrum. Die so genannte Ur III-Dynastie dauerte von 2047 - 1939 v. Chr..
Diese Zeit zeichnete sich durch eine straffe Verwaltung aus und durch die Festlegung von Rechtsverordnungen (Codex Urnammu).
Diese Epoche ist die letzte von den Sumerern geprägte Zeit. Ihr Niedergang ist durch das Schwinden der Macht der Städte gekennzeichnet, wodurch ein weiteres Nomadenvolk seine Chance zum Aufstieg bekommen sollte.
Babylonisches Zeitalter
Es ist nicht bekannt, wann die Stadt Babylon gegründet wurde.
Erst unter König Hammurapi gelangte die Stadt in den Mittelpunkt des Zeitgeschehens und wurde so bedeutend für die Region, dass die Griechen in der Folge ganz Mesopotamien als Babylonien bezeichneten.
Hammurapi ist der Nachwelt besonders bekannt, weil er eine der ersten überlieferten Gesetzessammlungen verfasste, den sogenannten Kodex Hammurapi. In 280 Paragrafen regelte dieses Werk Aspekte des bürgerlichen Rechts, das Straf- und Verwaltungsrecht.
Es definierte zahlreiche Einzelfallentscheidungen, die sich oft durch große Härte auszeichneten.
Die Historiker sind sich nicht sicher, wie dauerhaft diese Gesetzessammlung beachtet wurde.
Das Reich Hammurabis zerfiel in den nächsten Jahrhunderten. Die Kassiten wanderten ein, und die Hethiter erstarkten im Westen.
Erst ab dem 15. Jahrhundert v.Chr. erreichte Babylon wieder Weltgeltung. Besonders mit Ägypten gab es engere Beziehungen, da zahlreiche babylonische Prinzessinnen nach Ägypten verheiratet wurden.
Weltreich der Assyrer
- Siehe auch: Geschichte des assyrischen Reiches
Geschichte des assyrischen Reiches
Im 18. Jahrhundert v. Chr. vereinte Schamschi-Adad I. zumindest im Norden Mesopotamiens ganz Assyrien, aber in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zerfiel Assyrien bereits wieder, womit das Altassyrische Reich beschlossen wurde.
Im 14. Jahrhundert v. Chr. erstarkte als neue Macht Assyrien. Die Herkunfts- und Hauptstadt Assur lag am oberen Tigris.
Historiker vermuten, dass die Stadt am Anfang unter der Herrschaft Akkads stand, während die ersten Assyrer nur Nomaden waren.
An der Spitze der Assyrer stand der König, der sich auch als Stellvertreter des Gottes Assur sah.
Daneben übten die Kaufleute einen bedeutenden Machtanspruch im Land aus.
Assur, geographisch günstig an wichtigen Handelswegen gelegen, handelte mit dem Iran, Babylon und dem heutigen Anatolien.
Unter Assur-uballit I. (1353-1318 v. Chr.) erlangte Assyrien seinen Einfluss zurück.
Zahlreiche Eroberungen führten wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.
Der König Tukulti-Ninurta verstand sich wieder als Stellvertreter des Gottes Assur. Er nannte sich selber “Herrscher der vier Erdteile” und machte damit seinen Machtanspruch deutlich.
Mit seinem Tod endete aber diese Epoche des Mittelassyrischen Reiches.
Einen letzten Aufschwung erlebte das Reich mit ihrem König Assur-dan III. (935-912 v. Chr.), der zahlreiche Städte aramäische Städte eroberte. Die Assyrer übernahmen von dem Aramäern jedoch allmählich Schrift und Sprache.
Die Könige Assurnasirpal II. (883-859 v. Chr.) und Salmanassar III. (858-824 v. Chr.) erweiterten den assyrischen Machtbereich bis nach Syrien. Nach einigen Rückschlägen und inneren Zwistigkeiten gelang es Tiglat-pileser III. (745-727 v. Chr.) Babylon, Phönizien, Palästina und Israel zu erobern.
Der Eroberungsdrang fand 50 Jahre später seinen Höhepunkt in der Eroberung Ägyptens durch Asarhaddon (681-669 v. Chr.).
Assurbanipal (669-627 v. Chr.) war der letzte bedeutende Herrscher. Die griechischen Historiker verunglimpften den Herrscher als Schwächling. Heutige Historiker können dieses Urteil nicht bestätigen. Sie sehen in ihm einen erfahrenen Politiker, der sehr belesen war. Seine Bibliothek ist eine bedeutende Quelle für die Geschichte des Zweistromlandes.
18 Jahre nach dem Tod Assurbanipals ging Assyrien endgültig unter. Die vereinigten Meder und Babylonier besiegten die Heere Assyriens (609 v. Chr.) Assur und Ninive wurden vollkommen zerstört und die Assyrer verschwanden schließlich aus dem Gedächtnis der nachfolgenden Generationen, bis dieser Name aus politisch-sozialen Gründen innerhalb des aramäischen Volkes im Osten im 19. Jahrhundert n. Chr. wiederbelebt wurde.
Antike und Mittelalter
Mesopotamien war als Teil der Diözese des Ostens zeitweise eine römische und byzantinische Provinz
und damit Schauplatz der Kriege zwischen Rom und den Parthern, bw. dem neupersischen Reich der Sassaniden. Mit der Expansion des islamischen Reiches kam Mesopotamien unter arabische Herrschaft. Im frühen Mittelalter waren die Städte Bagdad und Samarra Sitze des abbasidischen Kalifats.
Später wurde die Region dem Osmanischen Reich einverleibt. Bis sie nach dem Ersten Weltkrieg im Staat Irak aufging.
Kultur
Wirtschaft und Volkswirtschaft
Im 3. Jahrtausend (Sumerer) herrschten die Priesterfürsten, die die politische und religiöse Macht in ihren Händen hielten.
Sie organisierten auch die Kanalisierung des Landes und den Ackerbau.
Der Haushalt des Staates war gleichbedeutend mit dem des Herrschers, man nennt diese Wirtschaftssystem Oikos-Wirtschaft.
Die Organisation benötigte dafür einen großen Verwaltungsapparat.
Die Menschen, die für die Priesterfürsten arbeiteten, wurden mit Naturalien bezahlt.
Privateigentum wurde erst in der Zeit Babylons etabliert.
Die Aufgaben des Staates wurden im Laufe der Zeit teilweise “privatisiert”, d.h. ein Pächter übernahm die Arbeiten und musste dafür eine Leistung (z.B. Silber) erbringen.
Die Bauern im 2. bis 1. Jahrtausend dagegen tauschten ihre Produkte gegen benötigte Lebensmittel und Textilien.
Die Tempel und ihre Priester hatten in Assyrien weit weniger Einfluss auf die Wirtschaft.
Der assyrische Staat duldete das Privateigentum und finanzierte sich durch Tribute und Steuern.
Die Ländereien waren im Besitz von Adelsfamilien, die die kleinen Bauern immer mehr zu Abhängigen machten.
Einen großen Vorteil hatte der Landbesitz - er war steuerfrei.
Neben Landbesitz besaßen diese Adelfamlienen meist noch große Handelsunternehmungen.
Auch in Babylon gab es einflussreiche Handelsherren, die mit ihren Familien regelrechte Dynastien bildeten.
Nicht nur durch Handel vermehrten sie ihr Vermögen, sondern auch durch Geldgeschäfte.
Erstaunlicherweise schien es zu dieser Zeit keine Märkte (Basare) gegeben zu haben, wie man es von einem orientalischen Land eigentlich erwarten würde.
Doch die aufgefundenen Dokumente berichten nicht über diese Handelsform.
Mesopotamien handelte mit den angrenzenden Ländern.
Die Fernhandelsbeziehungen reichten dabei sogar von der Ostsee bis zum Indusdelta.
Die Waren wurden per Schiff oder mit Karawanen ins Land gebracht.
Die Karawanen transportierten ihre Handelsware zunächst mit Eseln, ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. trugen Kamele die Ware.
Im geringen Umfang wurden auch Pferde und Wagen eingesetzt.
Straßen gab es erst seit dem Neuassyrischen Reich.
Zunächst herrschte der Tauschhandel vor, später galten bestimmte Mengen an Gerste als Tauscheinheit. Ab dem 3. Jahrtausend wurden Metalle, insbesondere Silber zur Universalwährung.
Babylonien hatte den Schekel, Minen und Talente als Währungseinheiten.
30 kg Silber entsprachen einem Talent, ein Schekel wog 8,4 g.
Ab dieser Zeit finden sich auch Hinweise auf Handwerker, Köche, Schuster u.a. Berufe. Sie dienten zunächst im Rahmen der Tempelwirtschaft. Ab dem 2. Jahrtausend arbeiteten sie auch verstärkt unabhängig im privaten Interesse.
Die Stellung der Frau
Die Stellung der Frau in Mesopotamien ist für die Historiker trotz aller Quellen nicht eindeutig festzulegen.
Der zukünftige Ehemann schloss mit dem Brautvater einen Ehevertrag, und die Frau brachte eine Mitgift in die Ehe.
Der Mann war der eindeutige Familienvorstand. Die Stellung der Frau hing davon ab, ob sie Kinder zur Welt brachte. Blieb die Ehe kinderlos, konnte der Ehemann sich scheiden lassen oder eine Nebenfrau nehmen. Hatte die Ehefrau aber Kinder, war eine Scheidung kaum möglich. Frauen stand aber das Recht auf Scheidung zu.
Die Frauen konnten auch Besitz haben, sie durften handeln und erben. Historiker vermuten, dass die Frauen in Babylon fast die Gleichberechtigung errungen hatten. Das galt natürlich nur für Frauen aus der Oberschicht.
Die Kindersterblichkeit war hoch, so erreichten nur zwei bis vier Kinder das Erwachsenenalter.
Sprache, Schrift und Zahlen
Vor dem 4. Jahrtausend verwendeten die Bewohner des Zweistromlandes so genannte Zählsteine für die Rechenaufgaben des Alltags.
Der sich ausweitende Handel führte im 3. Jahrtausend zur Entwicklung der Keilschrift.
Zunächst bestand die Schrift hauptsächlich aus Bildsymbolen.
Später wurde sie abstrakter.
Da viele Menschen nicht schreiben konnten, nahmen sie für ihre Zwecke die Dienste von Schreibern in Anspruch.
Der Schreiber wurde so zu einer angesehenen Person in der Gesellschaft.
Die Zeichen wurden dabei mit Griffeln auf Tontafeln geritzt.
Zuerst zog man auf der Tontafel senkrechte und waagerechte Linien.
Dann trug man die Symbole in die entstandenden Kästchen, indem man sie mit dem dreikantigen Ende eines dünnen Holzes in die weiche Tontafel eingedrückte.
Geschrieben und gelesen wurde von links nach rechts.
Die so genannte Keilschrift erreichte um 2700 v. Chr. ihre Vollendung.
Die Keilschrift wurde über 2500 Jahre lang in Mesopotamien angewandt und fand sich auch in Syrien und bei den Hethitern.
Bei den Sumerern standen die einzelnen Zeichen für ganze Worte, die auch mehrere Bedeutungen haben konnten.
Man kombinierte teilweise Zeichen, z.B. um Handlungen darzustellen.
So wurde der Begriff “Essen” durch die Symbole “Mund” und “Brot” dargestellt.
Diese Bilderschrift erlaubte es den Menschen, die Dinge des Alltags besser zu organisieren.
Die Schrift wurde im Lauf der Zeit komplexer, einzelne Symbole konnten jetzt auch Laute bzw. mehrere Symbole konnten ganze Sätze darstellen. Das ermöglichte die Geburt der Literatur, wie sie sich auch im durch die ganze Region bekannten Gilgamesch-Epos niederschlug.
Vor dem 2. Jahrtausend herrschte im Zweistromland keine der benutzten Sprachen vor.
Es wurde gleichberechtigt das Sumerische und das Akkadische gesprochen.
Die Jahrhunderte lange Ansiedlung und Verbreitung der verschiendensten aramäischen Stämme über den gesamten fruchtbaren Halbmond machten Aramäisch zur führenden Sprache des Nahen Ostens.
Die sumerische Sprache blieb bis zur Zeitenwende die Sprache der Gebildeten, ähnlich wie es Griechisch während des Römischen Reiches oder wie es Latein im Mittelalter war.
Das Aramäische war nun unumgänglich, es war die Sprache nahezu aller Untertanen der Reiche im Vorderen Orient, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Im persischen Reich wurde das Aramäische zur Kanzleisprache, d. h. Amtssprache des Reiches.
Alexander der Große eroberte schließlich weite Teile Mesopotamiens. Er und seine Nachfolger verbannten in der Folge das Akkadische, während Aramäisch zur Staatssprache erklärt wurde.
Durch die Aramäer wurde auch die Silbenschrift, welche von den Phöniziern übernommen wurde, eingeführt. Dabei wurden nur die Konsonanten geschrieben, Vokale gab es in der zugehörigen Schrift nicht (gleiches gilt für die Urschriften der Bibel sowie die Hieroglyphenschrift der Ägypter). In dieser Epoche wurde auf Papyrus und Pergament geschrieben.
Die Entschlüsselung der sumerischen Schrift
Der Deutsche Carsten Niebuhr kam 1756 nach Persepolis. Er fand dort in den Ruinen des Palastes zahlreiche Inschriften, die er kopierte. Dabei stellte er fest, dass diese in drei Sprachen unter Verwendung von zwei unterschiedlichen Keilschriften niedergeschrieben worden waren. Die erste dieser Schriften wurde als Altpersisch erkannt, das um ca. 600 v. Chr. gängig war. Der deutsche Professor Georg Friedrich Grotefend und andere Personen begannen daraufhin, die aufgefundenen altpersischen Texte zu übersetzen.
1835 entdeckte der Engländer Henry Creswicke Rawlinson Felsbilder, die ebenfalls dreisprachige Texte enthielten. Er begann, die unbekannten Keilschrifttexte zu entschlüsseln. Die zweite Sprache stellte sich als babylonisch heraus, ein Dialekt des Akkadischen, der bis etwa zur Zeitenwende in Gebrauch war. Nun waren zwei der Sprachen lesbar. Bei der Analyse der akkadischen Texte stießen die Sprachforscher auf Unklarheiten. Man vermutete dadurch richtigerweise, dass diese verwendete Schrift aus der Sprache eines anderen Volk übernommen und angepasst worden war.
1869 identifizierte Julius Oppert die Urheber der bis dahin nicht zugeordneten Schriftzeichen als die Sumerer. Zahlreiche spätere Funde sollten seine Erkenntnis bestätigen.
Literatur
- Barthel Hrouda: Mesopotamien : Die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. 3. Aufl. München 2002, ISBN 3-406-46530-7
- Die blühenden Städte der Sumerer, 1994, ISBN 9053905197
- Saggs, H.W.F.: Mesopotamien. Assyrer - Babylonier - Sumerer. Zürich 1966
- [http://www.beepworld3.de/members17/shuraya/assyrismus.htm Assyrismus]
- [http://cdli.ucla.edu/staff/englund/Images/Images.html Figures for Englund, Mesopotamian studies]
Kategorie:Archäologie
Kategorie:Mesopotamien
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Alter Orient
Kategorie:Altertum
ja:メソポタミア
ko:메소포타미아
th:เมโสโปเตเมีย
1800 v. Chr.
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Das 18. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1800 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1701 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ende der Jungsteinzeit in Mitteleuropa
Ereignisse/Entwicklungen
- ca. 1800 Ahmes, ägyptischer Mathematiker, schreibt den "Papyrus Rhind" über die Messbarkeit der Dinge.
Persönlichkeiten
Geboren
- 1728 v. Chr. - Hammurapi, König von Babylon und König von Sumer und Akkad († 1686 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
00-18
539 v. Chr.
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Das 6. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 600 v. Chr. und endete am 31. Dezember 501 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Beinahe gleichzeitig entstehen einige der bedeutendsten Weltreligionen und Philosophien: Buddha in Indien/Nepal, Konfuzius in China und Pythagoras in Griechenland sind Zeitgenossen, vermutlich auch Laotse in China und möglicherweise sogar Zarathustra im Iran. In der babylonischen Gefangenschaft der Juden bildet sich der reine Monotheismus aus. Perserkönig Kyros der Große deklariert erstmals die Menschenrechte. Das Orakel von Delphi des Apollon profiliert sich als bedeutendste Weissagungsstätte.
Höhepunkt der (von Karl Jaspers so genannten) Achsenzeit.
In weiten Teilen Europas herrschte die keltische Hallstattkultur (8.-6. Jahrhundert v. Chr.). Die Ausstattung der Fürstengräber und -sitze dieser Zeit belegen weitreichende Handelsbeziehungen.
Die Kultur der Etrusker erlebte in der Toskana ihren Höhepunkt.
Kyros II. begründet das persische Großreich, das von seinen Nachfolgern Kambyses und Darius I. ausgebaut wird.
In China herrscht die kulturgeschichtlich wichtige Zhou-Dynastie (1066 - 256 v. Chr.).
Ereignisse/Entwicklungen
- 594 v. Chr. - Umfassende Verfassungsreform in Athen durch den Archon Solon mit der die Teilnahme des Volks an politischen Entscheindungen institutionalisiert wird.
- 587 / 586 v. Chr. - - Nebukadnezar II. erobert Jerusalem und verschleppt das jüdische Volk in die babylonische Gefangenschaft.
- 560 v. Chr. - Der griechische Politiker Peisistratos stürmt mit einer Schar bewaffneter Anhänger die Akropolis und lässt sich zum Tyrannen ausrufen.
- 546 v. Chr. - Untergang des lydischen Großreichs unter Krösus; siehe: Schlacht bei Pteria
- 543 v. Chr. - Beginn der buddhistischen Zeitrechnung (orientiert sich am Eingang Buddhas in das Nirvana; das Jahr ist eine Festlegung singhalesischer Mönche und unabhängig von den historischen Ereignissen: Todesjahr Buddhas ist wohl 483 v. Chr.)
- 539 v. Chr. - Der persische König Kyros II. erobert das Reich Babylonien
- 525 v. Chr. ö- die Etrusker erweitern ihren Machtbereich bis nach Kampanien
- 520 v. Chr. - Der Prophet Haggai ruft in Jerusalem zur Wiederaufnahme der Arbeit am Tempel auf.
- 515 v. Chr. - Einweihung des zweiten Tempels in Jerusalem
- 514 v. Chr - Ermordung des athenischen Tyrannen Hipparch durch die Tyrannenmörder Harmodios und Aristogeiton.
- 510 v. Chr. - Nach vorheriger Etrusker-Herrschaft wird Rom zur Republik.
- Solonische Reformen: Nach einer Krisenzeit im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. mit nicht durch Königstitel legitimierten Personen wird im Jahre 510 v. Chr. die Tyrannis in Athen gestürzt. Menschen wie Solon und Kleisthenes von Athen, dessen Reformen ins Jahr 508 v. Chr. fallen, begründen die Demokratie.
- 507 v. Chr. - Auf dem Kapitol in Rom wird der Jupitertempel geweiht.
Persönlichkeiten
- Solon, griechischer Staatsmann ( - 638 v. Chr., † 559 v. Chr.)
- Thales von Milet, griechischer Naturphilosoph ( - 624 v. Chr., † 546 v. Chr.)
- Anaximander, griechischer Naturphilosoph ( - 611 v. Chr., † 547 v. Chr.)
- Nebukadnezar II., König von Babylonien ( - 605 v. Chr., † 562 v. Chr.)
- Krösus, lydischer König ( - um 595 v. Chr., † um 546 v. Chr.)
- Anaximenes, griechischer Naturphilosoph ( - 585 v. Chr., † 525 v. Chr.)
- Anakreon, griechischer Dichter ( - um 580 v. Chr., † um 495 v. Chr.)
- Pythagoras von Samos, griechischer Philosoph und Wissenschaftler ( - um 580 v. Chr., † um 496 v. Chr.)
- Gautama Buddha ( - um 560 v. Chr., † 483 v. Chr.). Begründer des Buddhismus
- Konfuzius, chinesischer Philosoph ( - 551 v. Chr., † 479 v. Chr.)
- Epicharmos, griechischer Philosoph, Komödienschreiber und Arzt ( - um 540 v. Chr., † um 460 v. Chr.)
- Themistokles, griechischer Feldherr ( - um 525 v. Chr., † um 460 v. Chr.)
- Xerxes I., persischer König ( - um 519 v. Chr., † 465 v. Chr.)
- Kyros II., persischer König und Begründer des altpersischen Reiches († 529 v. Chr.)
- Darius I., persischer König und Neuorganisator des persischen Großreichs († 486 v. Chr.)
- Äsop, Begründer der Fabeln
- Sappho, griechische Dichterin
- Kleisthenes von Athen, griechischer Reformer und Begründer der Demokratie ( - um 570 v. Chr., † um 507 v. Chr.)
- Laotse (Lao Zi) Philosoph, Begründer des Daoismus
- Sun Zi Militärphilosoph, "Die Kunst des Krieges"
- Prophet Sacharja
- Polykrates
Erfindungen und Entdeckungen
- Dorischer Baustil
- Ionischer Baustil
00-06
ja:紀元前6世紀
ko:기원전 6세기
Tigris
Der Tigris (arab. دجلة, Didschla, türkisch Dicle, in alten Inschriften auch Hiddekel) ist ein 1.899 km langer Fluss in Vorderasien. Er entspringt im Osttaurus in der Türkei und verläuft zuerst auf einer kurzen Strecke auf der Grenze zu Syrien. Danach durchfließt der Tigris den Irak und vereinigt sich dort mit dem Euphrat zum Schatt al-Arab, der in den Persischen Golf mündet. Zusammen mit dem Euphrat bildet der Tigris, dessen Einzugsgebiet 375.000 km² umfasst, das Zweistromland, in dem sich einige der ersten Hochkulturen entwickelten.
Kategorie:Fluss in Asien
Kategorie:Geographie (Irak)
Kategorie:Geographie (Syrien)
Kategorie:Fluss in der Türkei
Kategorie:Ort in der Bibel
ja:チグリス川
Bagdad
Bagdad (persisch für Geschenk Gottes, arabisch بغداد Baghdād; manchmal auch Baghdad geschrieben) ist die Hauptstadt des Irak und mit 5.672.516 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005) eine der größten Städte im Nahen Osten.
Geographie
Nahen Osten
Bagdad liegt etwa in der Landesmitte des Irak. Die Stadt erstreckt sich am Mittellauf des Tigris, der bis Bagdad schiffbar ist. Die Ortsmitte befindet sich 34 m über NN auf den geographischen Koordinaten . In Bagdad laufen auch einige durch den fruchtbaren Halbmond führenden Handelrouten zusammen.
Geschichte
Bagdad (persisch=Gottgegeben-im Sinne von: Gottesgeschenk-) wurde im Jahr 762 von dem abbasidischen Kalifen Al-Mansur als neue Hauptstadt des islamischen Reichs gegründet (Name: Madīnat as-Salām مدينة السلام). Sie entstand nur wenige Kilometer östlich der alten Hauptstadt des Sassanidenreiches, Ktesiphon. Innerhalb von vier Jahren entstanden der Kalifenpalast (Bāb al-dhahab oder al-Kubbat al-Kadra) und die Hauptmoschee am westlichen Tigrisufer.
Aufgrund der günstig gewählten Lage am Knotenpunkt zahlreicher Handelsstraßen und der fruchtbaren Anbaugebiete in ihrer Nähe zum Tigris (Didschla) florierte die neugegründete Stadt schnell. Als al-Mansurs Sohn al-Mahdi den Thron bestieg, hatte Bagdad bereits eine Fläche von 15 Quadratkilometern. Wie ein arabischer Historiker berichtet, besaß Bagdad zur Zeit des Kalifen Al-Ma'mun 65.000 öffentliche Bäder. Es war Zentrum der Wissenschaften und Künste, kurzum, es war die Glanzzeit Bagdads.
Zwischenzeitlich verlegte der Kalif al-Mu'tasim, um seine Armee von der Bevölkerung fernzuhalten, die Hauptstadt nach Samarra (808-819 und 836-892), doch auch als das Kalifat an Macht verloren hatte und zuerst die Buyiden-Dynastie (945-1055) und später die Seldschuken (1055-1135) das islamische Reich beherrschten, blieb sie eine der wichtigsten Städte der islamischen Welt, bis sie 1258 von den Mongolen unter Hulagu erobert wurde, die am 10. Februar 1258 den letzten Kalifen Al-Mu'tasim töteten und nach Augenzeugenberichten unvorstellbare Gräueltaten anrichteten, Quellen berichten von einer Pyramide aus Totenschädeln. Viel gewichtiger war aber die im Gefolge der Eroberung Bagdads und des Zweistromlandes sowohl von den verteidigenden Mamlucken als auch den Mongolen begangene Zerstörung der hochkomplexen Bewässerungssysteme des Landes, die durch die Vertreibung der lokalen Bevölkerung(und dem damit verbunden Verlust des Wissens über den Betrieb und die Instandhaltung des Bewässerungssystems) noch verstärkt wurde. Die Desertifikation Mesopotamiens setzte ein, und Bagdad, zuvor zumindest zweitgrößte Stadt der Welt, versank zusammen mit dem Rest Mesopotamiens in der Bedeutungslosigkeit. Bis heute hat sich der Irak von der Zerstörung der Bewässerungssysteme nicht erholt.
Seit dem 16. Jahrhundert stritten sich die Herrscher Persiens und der Türkei mehrfach um die Stadt.
Im Jahre 1652 zählte Bagdad nur noch ungefähr 15.000 Einwohner.
Bagdad blieb unter osmanischer Herrschaft, und wurde die Hauptstadt der Provinz Bagdad, einer der 3 Provinzen aus dem der spätere Irak entstand.
Bis 1921 unter britischer Kontrolle das Königreich Irak errichtet wurde; 1932 folgte die formelle und 1946 die vollständige Unabhängigkeit. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von schätzungsweise 145.000 (1900) auf 580.000 (1950), vor allem durch Zuwanderer aus dem schiitischen Süden, die, angekommen in der Hauptstadt, unter massiver Wohnungsnot litten. Erst unter der Herrschaft General Quassems wurde durch den Bau der damals geradezu vorbildlichen Sattelitenstadt "Madinat al-Thaura"("Stadt der Revolution"), später Saddam City, dann Sadr-City, etwas Abhilfe verschafft.
Vor allem während des Wirtschaftsbooms der 70er Jahre stieg die Bevölkerungszahl weiter rasant an. Den Löwenanteil der Zuwanderer stellten schiitische Araber, die in Slums in prekärsten Verhältnissen hausten.
Im Gefolge der Eroberung Bagdads durch die US-amerikanischen Streitkräfte im Dritten Golfkrieg 2003 wurden zahlreiche historisch wertvolle Kulturgüter der Stadt durch Kampfhandlungen oder Plünderungen vernichtet oder beschädigt; insbesondere wurden die Nationalbibliothek mit Tausenden wertvoller alter Manuskripte durch einen Brand völlig zerstört, das Nationalmuseum (von den ansässigen Irakern) geplündert. Die eintreffenden US-Truppen griffen nicht ein.
Der Großteil der Stücke wurde aber relativ schnell wieder ausfindig gemacht und befindet sich wieder im Irak.
Nationalbibliothek
Bevölkerung
Bagdad hat 5.672.516 Einwohner (Stand 1. Januar 2005). Die Amtssprache des Iraks ist arabisch und Kurdisch. Die irakischen Städte und vor allem Bagdad besitzen ein gut ausgebautes Bildungssystem. Die Schulbildung ist gratis, dennoch ist die Analphabetenrate hoch. In Bagdad befinden sich 3 der 6 Universitäten des Landes. Der Gesundheitszustand ist im Irak bis auf die Städte unzureichend.
Die große Mehrheit der Bevölkerung ist arabischer Abstammung, doch es gibt auch eine große kurdische Gemeinde, sowie eine bedeutende Anzahl von Turkmenen und Assyrern. Auch einige Sudanesen bewohnen die Millionenmetropole.
Wirtschaft und Infrastruktur
In Bagdad ist der Großteil der irakischen Industrie angesiedelt. Die wichtigsten Industriezweige Bagdads sind die Textilindustrie, Ölraffination, Holzindustrie, Baustoffindustrie und Nahrungsmittelverarbeitung. Bagdad ist der Schnittpunkt der 3 Haupteisenbahnlinien des Landes(momentan noch nicht wieder in Betrieb) und auch der Highways. Von den vier in Bagdad und Umgebung liegenden Flughäfen ist nur einer zivil, dieser bietet Flüge nach Erbil und Amman an. Bis auf den Stadtkern wirkt das Straßennetz der Stadt Großteils geplant. Nach der Invasion der US Truppen hat sich die Zahl der PKW rasant zugenommen, was die Straßen Bagdads nicht nur überlastet sondern auch äußerst gefährlich macht.
Verstärkt wird dies noch durch das völlige Fehlen des öffentlichen Verkehrs, von der einzigen, um 1870 erbauten Strassenbahnlinie nach Qazzimiyya ist nicht mal mehr die Trasse erkennbar.
Der Fluss Tigris, an dessen Ufern Bagdad liegt, ist auch ein wichtiger Handelsweg für die Stadt. Die Landwirtschaft im Umland produziert hauptsächlich Datteln und Gemüse.
Klima
Die Temperatur in der Gegend um Bagdad schwankt zwischen 33,3 °C im Juli und August und 9,4 °C im Winter. Die Hauptregenzeiten sind im Oktober und im Mai.
Religion
95 % der Bevölkerung sind Muslime. In Bagdad gibt es dementsprechend viele Moscheen. Der Islam ist eine Buchreligion und besitzt viele Parallelen zum Christentum. Es gibt einen Streit zwischen den Konfessionen der Schiiten und der Sunniten um die Nachfolge Mohammeds. Das Rechtssystem ist religiös bestimmt.
Bagdad ist auch der historische Sitz des Patriarchen der Assyrischen Kirche des Ostens.
Söhne und Töchter der Stadt
- Adil Abd al-Mahdi, Schiit und irakischer Politiker, derzeit als Vizepräsident
- Iyad Allawi, irakischer Politiker, früher Ministerpräsident
- Zaha Hadid, irakisch-britische Architektin und Professorin
- Qusai Hussein, zweitältester Sohn von Saddam Hussein
- Ibn Kammuna, Philosoph
- Yaqub ibn Killis, ägyptischer Wesir unter den Fatimiden
- Bassam Salih Kubba, stellvertretender irakischer Außenminister (April bis Juni 2004)
- Abd al-Karim Qasim, irakischer Militär und Politiker und von 1958 bis 1963 Premierminister seines Landes
Sonstiges
Bagdad ist der Schauplatz zahlreicher Geschichten in Tausendundeine Nacht (zum Beispiel Aladin, Ali Baba und die 40 Räuber), Der Dieb von Bagdad
Von 1903 bis 1940 wurde die Bagdadbahn gebaut.
Literatur
- Karin Rührdanz: Das alte Bagdad - Hauptstadt der Kalifen, Leipzig ²1991. ISBN 3-332-00503-0
- Mona Yahia: Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom, München 2004. ISBN 3-423-20715-9
- Jacob Lassner: The Caliph’s personal Domain. The City Plan of Baghdad Re-Examined. IN: Hourani/Stern (Hrsg.): The Islamic City. Oxford 1970.
- Jacob Lassner: The Topography of Baghdad in the Early Middle Ages. Text and Studies, Detroit 1970.
- Vincenzo Strika und Jabir Khalil: The islamic Architecture of Baghdad. The Results of a Joint Italian – Iraqi Survey, Napoli 1987.
Weblinks
- [http://www.derjemen.de/pdf/islamstadtha.pdf Gründungsgeschichte Bagdads] (PDF)
- [http://www.hot-maps.de/middle_east/irak/baghdad/homede.html Stadtplan Bagdad]
Kategorie:Ort im Irak
Kategorie:Hauptstadt in Asien
ja:バグダード
ko:바그다드
nb:Bagdad
Persischer GolfDer Persische Golf (persisch: خلیج فارس, (Arabisch الخليج الفارسي) ist eine Meeresbucht zwischen dem Iran (Persien) und der arabischen Halbinsel.
Über die Straße von Hormuz ist der Persische Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer bzw. dem Indischen Ozean verbunden. Da gegenüber dem Iran alle übrigen Anrainerstaaten arabisch sind, wird der Persische Golf von diesen auch Arabischer Golf (الخليج العربي) genannt. Europäische Karten aus dem 17. Jahrhundert bezeichnen den Golf auch als "Golf von Bassorah", obwohl die dafür den Namen gebende irakische Stadt Basra gar nicht am Golf liegt.
Die Anrainerstaaten dieses Gewässers sind (im Uhrzeigersinn) Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate,
Saudi-Arabien, Katar, Bahrain (auf einer Insel gelegen), Kuwait, der Irak und der Iran,
In den Persischen Golf mündet der Zusammenfluss von Euphrat und Tigris, der Schatt al-Arab.
Die Region um den Persischen Golf ist wegen des Erdölreichtums von geopolitischer Bedeutung.
Der Persische Golf war Schauplatz der drei so genannten Golfkriege.
Kategorie:Meer
ja:ペルシア湾
ko:페르시아 만
SemitenAls Semiten werden Menschen bezeichnet, die eine semitische Sprache sprechen. Oft wird eine gemeinsame Abstammung von der biblischen Gestalt Sem behauptet, was aber eher den Charakter eines Mythos hat. Ob der Begriff über das Sprachliche hinaus relevant ist, wird heute von der Wissenschaft stark bezweifelt.
Abraham führte seine Abstammung auf Sem, dem ältesten Sohn Noachs zurück. In Anlehnung daran bezeichnete man in biblischer Zeit alle Völker des Nahen Ostens, die sich als Nachkommen Abrahams betrachteten, als "Söhne des Sem". Der biblische Mythos hat aber nichts mit dem heutigen Begriff "Semiten" zu tun. 1781 prägte der deutsche Historiker Ludwig Schlötzer das erste Mal den Begriff Semiten.
Im wissenschaftlichen Sinne gibt es nur semitische Sprachen, aber keine semitische Völker oder Ethnien.
Geschichte
Im Altertum bewohnten Völker, die semitische Sprachen sprachen, die arabische Halbinsel. Völkerwanderungen brachten sie nach Mesopotamien, Syrien und Palästina, Ägypten, Äthiopien und mit der phönizischen Kolonisierung bis an die Küsten des westlichen Mittelmeers.
Obwohl dies bisher nicht bewiesen werden konnte, kamen sie wohl ursprünglich aus Nordost-Afrika, wo auch die anderen Zweige der afroasiatischen Sprachfamilie zu finden sind.
Semiten als politischer Begriff
Laut der pseudowissenschaftlichen Rassentheorie nach der Aufklärung wurden die Juden als "Semiten" bezeichnet, um so mit rassistischen Argumenten den zuvor eher christlich motivierten Judenhass (Begründung: "Gottesmord") fortsetzen zu können, indem die "Semiten" zu einer minderwertigen Rasse erklärt wurden. 1944 haben die Nationalsozialisten die Araber ausdrücklich von der "Rasse der Semiten" ausgenommen.
Siehe auch: Pansemitismus
- Kategorie:Ethnologie
- Kategorie:Orientalistik
1894 v. Chr.
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Das 19. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1900 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1801 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Die Phönizier benutzen ein Alphabet mit 22 Buchstaben.
- Ende des Neolithikums in einigen Regionen der Erde
- Babylonien besitzt ein Staatswesen.
- Das Moskauer Papyrus wird geschrieben (ca. 1850 v. Chr.)
- Hethiterreich in Anatolien.
Persönlichkeiten
- Nach biblischer Überlieferung Lebenszeit von Abraham und Isaak.
- Nach Überlieferung der tibetischen Bön-Tradition wird 1856 v.Chr. der Dzogchen-Meister Shenrab Miwoche geboren
Erfindungen und Entdeckungen
00-19
ja:紀元前19世紀
1830 v. Chr.
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Das 19. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1900 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1801 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Die Phönizier benutzen ein Alphabet mit 22 Buchstaben.
- Ende des Neolithikums in einigen Regionen der Erde
- Babylonien besitzt ein Staatswesen.
- Das Moskauer Papyrus wird geschrieben (ca. 1850 v. Chr.)
- Hethiterreich in Anatolien.
Persönlichkeiten
- Nach biblischer Überlieferung Lebenszeit von Abraham und Isaak.
- Nach Überlieferung der tibetischen Bön-Tradition wird 1856 v.Chr. der Dzogchen-Meister Shenrab Miwoche geboren
Erfindungen und Entdeckungen
00-19
ja:紀元前19世紀
1806 v. Chr.
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Das 19. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1900 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1801 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- Die Phönizier benutzen ein Alphabet mit 22 Buchstaben.
- Ende des Neolithikums in einigen Regionen der Erde
- Babylonien besitzt ein Staatswesen.
- Das Moskauer Papyrus wird geschrieben (ca. 1850 v. Chr.)
- Hethiterreich in Anatolien.
Persönlichkeiten
- Nach biblischer Überlieferung Lebenszeit von Abraham und Isaak.
- Nach Überlieferung der tibetischen Bön-Tradition wird 1856 v.Chr. der Dzogchen-Meister Shenrab Miwoche geboren
Erfindungen und Entdeckungen
00-19
ja:紀元前19世紀
AmoriterDie Amurriter oder Amoriter; sumerisch: Martu; akkadisch: Amurru) waren ein antikes Volk semitischer Sprache aus Vorderasien. Sie sind vor allem im Gebiet des mittleren Euphrat nachweisbar. Bevor sie sich am Euphrat niederließen, waren sie Kleinvieh-Nomaden.
Gegen Ende des 23. Jahrhunderts v. Chr. zogen sie in Richtung Südosten und leiteten damit den Untergang des Akkadischen Reichs ein. Im 17. Jahrhundert waren sie eventuell Teil der semitischen Eroberer Ägyptens, der sogenannten Hyksos. NAch der Hyksoszeit versprängten einzelne Gruppen nach Kanaan, wo sie im Umfeld der Biblischen Berichte als Amoriter auftauchen. (Nicht zu verwechseln mit den Amonitern).
Ihr Pantheon zeigt Gemeinsamkeiten mit den Ugaritern, siehe Ugaritische Mythologie.
Kategorie:Historische asiatische Ethnie
Kategorie:Mesopotamien
Hammurapi
Hammurapi bzw. Hammurabi, ( - 1728 v. Chr.; † 1686 v. Chr.) war der 5. König der ersten Dynastie von Babylon und König von Sumer und Akkad. Er war einer der bedeutendsten altorientalischen Herrscher.
Hammurapi verfügte über ein ausgeklügeltes Netz von Botschaftern und Agenten in allen wichtigen Stadtstaaten. So konnte er durch gezielte Bündnisse gefährliche Gegner politisch und militärisch isolieren, um sie dann mit seinem 30.000 Mann starken Heer einzunehmen. Obwohl er zu Beginn seiner Regentschaft nur ein kleines Gebiet hatte, konnte er während seiner Lebenszeit seine Herrschaft über große Teile Mesopotamiens ausweiten. Seinem Reich war aber keine lange Lebensdauer vergönnt. Schon während der Regierungszeit seines Sohnes Samsuiluna (1749 v. Chr. - 1712 v. Chr.) kam es zu Unruhen in Südmesopotamien, und an den Grenzen erschien ein neues Volk - die Kassiten. Aus westlicher Richtung drangen fast gleichzeitig die Hethiter vor, die sich aber nach anfänglichen Erfolgen wieder zurückzogen. Die Kassiten lösten schließlich die Hammurabi-Dynastie ab. Die altbabylonische Epoche in Mesopotamien endete an diesem Zeitpunkt.
Mesopotamien
Berühmt geworden ist Hammurapi jedoch für die älteste vollständig erhaltene Gesetzessammlung, den Kodex Hammurapi. Dieser umfasste einen Prolog, die 282 Gesetzesparagraphen und den Epilog, aufgezeichnet wurde er unter anderem auf einer ca. 2,25 m hohen Stele (ein freistehender Pfeiler) aus Diorit. Diese Stele wurde 1902 bei Ausgrabungen in Susa gefunden. Ihr ursprünglicher Standort ist unbekannt, vermutlich wurde sie von einem Eroberer aus einer babylonischen Stadt geraubt. Die Stele von Susa befindet sich heute im Louvre in Paris. Eine Kopie kann im Pergamonmuseum in Berlin besichtigt werden.
Hammurapis Gesetzessammlung war keineswegs einzigartig. Bereits 300 Jahre zuvor schuf der südbabylonische König Urnammu ein ähnliches Werk, und 100 Jahre vor Hammurapi ließ Lipitschar, König von Isin, ebenfalls eine Stele beschriften. Beide Werke sind jedoch nur fragmentarisch erhalten. Hammurapis Schriften wurden jedoch vielfach aufgezeichnet. Der assyrische König Assurbanipal verwahrte eine Abschrift auf Tontafeln in seiner Bibliothek in Ninive. Auch ins römische Recht fand der Codex Hammurapi Eingang.
Kategorie:Mann
Kategorie:König (Babylon)
Kategorie:Alter Orient
ja:ハンムラビ
1795 v. Chr.
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Das 18. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1800 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1701 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ende der Jungsteinzeit in Mitteleuropa
Ereignisse/Entwicklungen
- ca. 1800 Ahmes, ägyptischer Mathematiker, schreibt den "Papyrus Rhind" über die Messbarkeit der Dinge.
Persönlichkeiten
Geboren
- 1728 v. Chr. - Hammurapi, König von Babylon und König von Sumer und Akkad († 1686 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
00-18
1728 v. Chr.
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Das 18. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1800 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1701 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ende der Jungsteinzeit in Mitteleuropa
Ereignisse/Entwicklungen
- ca. 1800 Ahmes, ägyptischer Mathematiker, schreibt den "Papyrus Rhind" über die Messbarkeit der Dinge.
Persönlichkeiten
Geboren
- 1728 v. Chr. - Hammurapi, König von Babylon und König von Sumer und Akkad († 1686 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
00-18
1704 v. Chr.
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Das 18. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1800 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1701 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ende der Jungsteinzeit in Mitteleuropa
Ereignisse/Entwicklungen
- ca. 1800 Ahmes, ägyptischer Mathematiker, schreibt den "Papyrus Rhind" über die Messbarkeit der Dinge.
Persönlichkeiten
Geboren
- 1728 v. Chr. - Hammurapi, König von Babylon und König von Sumer und Akkad († 1686 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
00-18
1686 v. Chr.
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Das 17. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1700 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1601 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- ca. 1700 v. Chr.: Schweres Erdbeben auf Kreta, bei dem sämtliche bekannte Zentren zerstört werden. Ende der "Altpalastzeit" und Beginn der "Neupalastzeit" mit Wiederaufbau der Zentren.
- um 1648 v. Chr.: Mit dem Eindringen der Hyksos in das Nildelta beginnt in Ägypten die Zweite Zwischenzeit.
- 1645 v. Chr.: Laut Eiskerndatierung von Grönländischem Eis fand in diesem Jahr ein immenser Vulkanausbruch statt, den man in Korrelation mit der Eruption auf Santorini (Thera) in Verbindung bringt.
- 1628 v. Chr.: Gewaltiges, Klimawirksames Ereignis, das auch mit dem Vulkanausbruch auf der griechischen Insel Thera in Zusammenhang gebracht wird.
- 2. Hälfte 17. Jh. v. Chr.: Erste reich ausgestattete Schachtgräber in der Argolis, Griechenland. Damit Beginn der Mykenischen Kultur.
Persönlichkeiten
Gestorben
- 1686 v. Chr. - Hammurapi, König von Babylon und König von Sumer und Akkad ( - 1728 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
- In Kreta wurde 1908 der rätselhafte Diskos von Phaistos ausgegraben. Dieser wird auf das 17. Jhd. v. Chr. datiert und beinhaltet damit den ältesten Text, der mittels Stempeln gedruckt wurde.
00-17
ja:紀元前17世紀
1664 v. Chr.
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Das 17. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1700 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1601 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- ca. 1700 v. Chr.: Schweres Erdbeben auf Kreta, bei dem sämtliche bekannte Zentren zerstört werden. Ende der "Altpalastzeit" und Beginn der "Neupalastzeit" mit Wiederaufbau der Zentren.
- um 1648 v. Chr.: Mit dem Eindringen der Hyksos in das Nildelta beginnt in Ägypten die Zweite Zwischenzeit.
- 1645 v. Chr.: Laut Eiskerndatierung von Grönländischem Eis fand in diesem Jahr ein immenser Vulkanausbruch statt, den man in Korrelation mit der Eruption auf Santorini (Thera) in Verbindung bringt.
- 1628 v. Chr.: Gewaltiges, Klimawirksames Ereignis, das auch mit dem Vulkanausbruch auf der griechischen Insel Thera in Zusammenhang gebracht wird.
- 2. Hälfte 17. Jh. v. Chr.: Erste reich ausgestattete Schachtgräber in der Argolis, Griechenland. Damit Beginn der Mykenischen Kultur.
Persönlichkeiten
Gestorben
- 1686 v. Chr. - Hammurapi, König von Babylon und König von Sumer und Akkad ( - 1728 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
- In Kreta wurde 1908 der rätselhafte Diskos von Phaistos ausgegraben. Dieser wird auf das 17. Jhd. v. Chr. datiert und beinhaltet damit den ältesten Text, der mittels Stempeln gedruckt wurde.
00-17
ja:紀元前17世紀
Tigris
Der Tigris (arab. دجلة, Didschla, türkisch Dicle, in alten Inschriften auch Hiddekel) ist ein 1.899 km langer Fluss in Vorderasien. Er entspringt im Osttaurus in der Türkei und verläuft zuerst auf einer kurzen Strecke auf der Grenze zu Syrien. Danach durchfließt der Tigris den Irak und vereinigt sich dort mit dem Euphrat zum Schatt al-Arab, der in den Persischen Golf mündet. Zusammen mit dem Euphrat bildet der Tigris, dessen Einzugsgebiet 375.000 km² umfasst, das Zweistromland, in dem sich einige der ersten Hochkulturen entwickelten.
Kategorie:Fluss in Asien
Kategorie:Geographie (Irak)
Kategorie:Geographie (Syrien)
Kategorie:Fluss in der Türkei
Kategorie:Ort in der Bibel
ja:チグリス川
AssurAssur ist der Name:
- einer antiken, mesopotamischen Stadt, siehe Assur (Stadt),
- eines mesopotamischen Gottes, siehe Assur (Gottheit),
- eines antiken Staates, der auch Assyrien genannt wird.
Andere Schreibweisen sind Aššur, Aschschur und Aschur.
AkkadAkkad ist eine historisch belegte, von Archäologen allerdings noch nicht genau geortete bzw. entdeckte Stadt (Region) im Norden Mesopotamiens, zwischen Assyrien im Nordwesten und Sumer im Süden. Nach der Hauptstadt Akkad wurde eine Dynastie benannt, die zwischen der 3. Dynastie von Uruk und der 3. Dynastie von Ur regierte.
Alternative Schreibweisen sind Akkade und Agade.
Geschichte und Kultur
3. Dynastie von Ur
Schriftliche Hinweise auf die Stadt stammen Keilschrifttafeln, die in Mesopotamien gefunden wurden sowie von Rollsiegelen, Siegesstelen, architektonischen Funden in Tell Brak, Assur und Tell Asmar und Kunstwerken, die nach Susa verschleppt wurden.
Akkad wurde ca. 2340 v. Chr. von Sargon von Akkad (akkadisch Scharrukin bzw. Sarruken) gegründet. Sargon war nach eigenen Aussagen ein Findelkind, der Sohn einer Tempeldirne. Er war zuerst Statthalter in Kisch und kam unter ungeklärten Umständen an die Macht. Bis er in seine neu errichteten Kapitale Akkad übersiedelte, regierte er von Kisch aus. Sargon eroberte das komplette Zweistromland: im Süden bis zum persischen Golf, den Städten Uruk, Ur, Umma, Lagasch und Eninmar. Im Westen weite Teile Syriens, die Städte Mari, Jarmuti und Ebla, im Südosten Elam und Barachsum und im Osten bis zum Zagrosgebirge. Sargon beanspruchte für seine Kapitale Akkad das Monopol auf den Seehandel am persischen Golf und der Küste des indischen Ozeans.
Sargon begründete damit den ersten Territorialstaat im von Stadtstaaten geprägten Mesopotamien.
In Akkad und seiner Umgebung wurde während der Anfangszeit noch Sumerisch gesprochen, was dann mit der Zeit vom Akkadischen verdrängt wurde.
Die Akkader vereinten Sumer unter einer Dynastie (2371 v. Chr. bis 2191 v. Chr., nach der mittleren Chronologie). Gefördert durch die Uneinigkeit zwischen Akkad und dem restlichen Sumer endete diese Dynastie mit der Eroberung durch die Gutäer. Die steten Revolten im Akkadischen Reich wurden in der überlieferten Dichtung "Fluch über Akkade" aufgezeichnet.
Die bisher wichtigsten Fundorte der Akkad-Zeit sind die Provinzresidenz in Tell Brak, der alte Palast in Assur, eine komplexere Siedlungsstruktur in Tell Asmar, die Städte Susa und Ninive. Die gefundenen Schrifttafeln geben Aufschluss über die Herrscher Akkads und ihre Regierungszeiten. In Ninive wurde die Bronzeplastik des Kopfes eines unbekannten akkadischen Herrschers gefunden, die Aufschluss auf die künstlerischen Fertigkeiten jener Zeit gibt. In Susa wurde unter anderem die Siegesstele des Naram-Sin gefunden, die wie der Bronzekopf und verschiedene Rollsiegel von der Kunstfertigkeit der Akkad-Zeit zeugen. Kunst und Handwerk der Akkad-Zeit unterscheiden sich stark von den vorhergehenden und den nachfolgenden Dynastien. Rollsiegel tragen detailliertere, individuellere und anatomisch korrektere Darstellungen. Das vorher verbreitete Kleidungsstück, der Zottenrock, wurde mehr und mehr zur Bekleidung der Götter, die menschlichen Figuren trugen nun einfache glatte Gewänder.
Des Weiteren begründete Naram-Sin die kultisch-religiöse Verehrung der akkadischen Herrscher. Er ließ sich als "Gott von Akkad" bezeichnen, später wurden seine Statuen und die von Sargon angebetet. Ein weiterer Hinweis auf die Vergöttlichung sind Darstellungen der Herrscher mit einer Hörnerkrone, die bis dahin Göttern vorbehalten war.
Es gibt so gut wie keine Grabungsfunde aus der Akkad-Zeit, die Aufschlüsse über Architektur, Lebensweise oder Bildwerke geben. Der Großteil der Forschung muss sich daher auf Texte beschränken. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die meisten bisher entdeckten Fundstücke im 2. Jahrtausend v. Chr. als Beutestücke nach Susa verschleppt wurden und daher nicht mehr in ihrem ursprünglichen Kontext stehen.
Siehe auch
- Liste der Könige von Akkad
Kategorie:Akkad
Kategorie:Mesopotamische Stadt
ja:アッカド
Codex HammurapiDer Codex Hammurapi, das Gesetzbuch König Hammurabis von Babylon, 1728 v. Chr. - 1686 v. Chr., ist eine der ältesten Gesetzessammlungen der Welt, die je gefunden wurde, zugleich eines der besterhaltenen Exemplare dieser literarischen Gattung in Mesopotamien. Noch älter ist die Sammlung des Urnammu von Ur um 2050 v. Chr., gefolgt von den Gesetzen des Esnunna um 1930 v. Chr. und die des Lipit-Istar von Isin um 1870 v. Chr..
1870 v. Chr.
Mitte des 19. Jahrhunderts fanden Archäologen in den Ruinen von Ninive, der ehemaligen Hauptstadt der Assyrer, eine große Tontafel-Bibliothek. Unter den Texten fanden sich auch Abschriften der Gesetze Hammurapis ( - 1728 v. Chr., † 1686 v. Chr.), die über 1000 Jahre hin archiviert bzw. immer wieder kopiert worden waren. Eine über zwei Meter hohe Basalt und Diorit-Stele mit den eingravierten Gesetzestexten fanden französische Ausgräber 1901 in Susa, der Hauptstadt des Reiches Elam. Die Stele zeigt im oberen Relief, wie der König die Herrschaftssymbole aus der Hand des Sonnengottes Shamash empfängt; dies sollte die göttliche Herkunft der Gesetze symbolisieren.
Der göttliche Ursprung des Gesetzes ist auf einem Basrelief im Oberteil dargestellt und zeigt den König, der die Symbole der Gerechtigkeit vom Sonnengott Schamasch erhält. Der Codex ist in horizontalen Spalten in Keilschrift geschrieben: 16 Spalten auf der Vorderseite und 28 auf der Rückseite.
Der Text umfasst 281 Paragraphen (der dreizehnte fehlt), wobei man darunter keine numerische Aufzählung verstehen darf, wie wir sie heute kennen. Der erste Herausgeber, der die Texte nach dem Auffinden veröffentlichte, hatte die einzelnen Abschnitte, die mit „Wenn...“ begannen, einfach durchgezählt. Es wurden auch noch andere Dokumente mit Gesetzen Hammurabis gefunden, so dass die eigentliche Zahl der „Paragraphen“ umstritten ist. Ungewiss ist auch, in welchem Regierungsjahr Hammurapis die Gesetze erlassen wurden, einiges deutet darauf hin, dass es in seinen letzten Regierungsjahren geschah.
Wie bei älteren Gesetzessammlungen bestand auch dieser Text aus Prolog, Gesetzen und Epilog. Der Prolog würdigte die Leistungen und Wohltaten des Herrschers. Im Epilog wurde auf die Gerechtigkeit des Königs hingewiesen, und er empfahl darin seinen Nachfolgern, diese Gesetze im Sinne Hammurapis zu befolgen. Sollte ein Herrscher diesen Hinweis ignorieren, sollte er verflucht sein.
Ob das Werk Hammurapis in der täglichen Rechtspraxis nach seinem Tod angewandt wurde, ist umstritten. Manche Historiker vermuteten, dass die einzelnen Paragrafen eigentlich der täglichen Rechtspraxis entstammten, andere betrachteten den Codex Hammurapi als ein eher theoretisches Werk, das keinen Einzug in die Praxis hatte.
Trotz des Umfanges regelten die Gesetze Hammurapi nicht alle Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens.
Der Codex Hammurapi basiert überwiegend auf dem Prinzip der Spiegelstrafe.
Der in drei Teile zerborstene Stein steht restauriert im Louvre in Paris.
Wichtige Passagen
Am Anfang des Gesetzestextes stehen Regelungen des Prozessrechts. Die Gerichte behielten sich das Recht vor, Fälle abzulehnen. So mussten Auseinandersetzungen dann zwischen den Personen ausgetragen werden.
Prozessrecht
- Es wurde derjenige schwer bestraft, der jemand anderen ungerechtfertigt des Mordes bezichtigte. Der Ankläger wurde hingerichtet.
- Schwerwiegend waren auch die Anschuldigungen wegen Zauberei. Der Beschuldigte wurde zu einem Gottesurteil gezwungen, d.h. er wurde ins Wasser geworfen. Ertrank er, war seine Schuld bewiesen, und die Anklage war berechtigt. Überlebte er das Gottesurteil (Flussordal), verlor der Ankläger seinen eigenen Besitz. Diese Gottesurteile waren nicht nur in Babylonien bekannt.
- Schwer bestraft wurden auch Falschaussagen von Zeugen, denen bei Kapitalverbrechen die Todesstrafe drohte. Als Beweise galten in Prozessen Urkunden, die Aussagen der Zeugen und der geleistete Eid.
- Auch die Richter konnten bestraft werden. Falls ein Richter ein rechtskräftiges Urteil später revidierte, verlor er seinen Posten und musste eine Geldstrafe zahlen. Das galt wahrscheinlich aber nur für Richter, die sich bestechen ließen.
- Des weiteren wurde Eigentum und Besitz geregelt. Neben dem Besitz des Königs und des Tempels wurde auch der Besitz der Kleinbauern und ihrer Familien unter Schutz gestellt, wenn sie auf dem Land des Königs lebten.
- Die Strafen für Diebstahl und Hehlerei von Königseigentum waren drakonisch, darauf konnte sogar die Todesstrafe drohen.
- Mit dem Tod wurde auch derjenige bestraft, der jemand des Diebstahls bezichtigte und es nicht beweisen konnte.
Die Richter machten in ihren Urteilen auch einen gewichtigen Unterschied zwischen König und Tempel auf der einen Seite und den übrigen Bewohnern des Landes.
- Wurde der König oder der Tempel bestohlen, musste der Dieb eine höhere Strafe bezahlen, als wenn er einen „gewöhnlichen“ Menschen bestahl.
Insofern herrschte, trotz der Ankündigung im Prolog, keine Gleichheit vor dem Gesetz.
Die Soldaten
Der nächste Abschnitt behandelte die Gesetze, die das Leben der Soldaten regelten.
Die Soldaten bekamen von Hammurapi Land zugewiesen, um von den Erträgen der Ernten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
- Der Soldat war verpflichtet, der Einberufung Folge zu leisten. Erschien er nicht oder schickte er einen Stellvertreter, weil er noch sein Land bestellen wollte, wurde der Soldat zum Tod verurteilt.
Da Kriege sich über einen längeren Zeitraum erstrecken konnten, war es dem Soldaten oft nicht möglich, seine Felder zu bewirtschaften. Deshalb wurden seine Ländereien während seiner Abwesenheit an jemand anderen vergeben, um sie zu bearbeiten.
Kehrte der Soldat nach einem Jahr aus dem Kampf zurück, erhielt er sein Land zurück.
Zwangen die Kämpfe den Krieger jedoch zum weiteren Fernbleiben, verlor er seine Ansprüche auf das Land, wenn drei Jahre vergangen waren.
Anders war es, wenn der Soldat einen Sohn mit der Bewirtschaftung der Felder beauftragen konnte, dann blieb das Land weiter in seinem Besitz.
- Ein K | | |