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Bad Kleinen

Bad Kleinen

Bad Kleinen ist eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern am Nordufer des Schweriner Sees. Die Gemeinde wird vom Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen mit Sitz in der Gemeinde Dorf Mecklenburg verwaltet.

Geografie

Dorf Mecklenburg Die Gemeinde Bad Kleinen liegt am Nordufer des Schweriner Sees, dem drittgrößten Deutschlands etwa auf halbem Wege zwischen der Landeshauptstadt Schwerin und der Hansestadt Wismar. Westlich von Bad Kleinen erhebt sich ein Endmoränenbogen entlang des Schweriner Sees, der den Seespiegel bis zu 40 m überragt. Über den Lostener See ist der Schweriner See durch den Wallensteingraben (der durch das Gemeindegebiet führt) mit der Wismarer Bucht verbunden Zu Bad Kleinen gehören die Ortsteile Fichtenhusen, Gallentin, Glashagen, Hoppenrade, Losten, Niendorf und Wendisch Rambow.

Verkehr

Bad Kleinen liegt in Reichweite der Ostseeautobahn A 20 (Lübeck - Stettin) sowie der im Bau befindlichen A 241. Von Süden (aus Richtung Schwerin) und von Norden (aus Richtung Wismar) ist der Ort über die B 106 erreichbar. Bad Kleinen ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Mecklenburgs. Hier kreuzen sich die Eisenbahnlinien von und nach Rostock, Schwerin, Wismar und Lübeck.

Sonstiges

Der Bahnhof von Bad Kleinen erlangte eine gewisse Bekanntheit, als dort am 27. Juni 1993 im Rahmen eines Einsatzes von Bundeskriminalamt und GSG 9 versucht wurde, zwei Mitglieder der Rote Armee Fraktion festzunehmen. Bei dem Einsatz kam es zu einem wilden Schußwechsel, bei welchem das RAF-Mitglied Wolfgang Grams und der GSG 9-Beamte Michael Newrzella unter zunächst ungeklärten Umständen tödlich getroffen wurden. Später wurde die Legende verbreitet, Grams sei von Polizeibeamten, bereits verletzt und wehrlos auf den Gleisen liegend, hingerichtet worden. Bundesinnenminister Rudolf Seiters übernahm umgehend die politische Verantwortung für den vermeintlichen Skandal und trat zurück. Die ausführlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Schwerin erbrachten später keinerlei Anhaltspunkte für eine "Hinrichtung" Grams, sondern für einen Suizid des bereits angeschossenen Terroristen in aussichtsloser Lage. Badkleinen

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern // ist ein Bundesland im Nordosten der Bundesrepublik Deutschland. Es ist geografisch ein Teil Norddeutschlands und besteht zu etwa zwei Dritteln aus dem historischen Land Mecklenburg. Dazu kamen vom ehemaligen Preußen nach der deutschen Wiedervereinigung das Gebiet Vorpommerns, kleine Teile der Prignitz sowie der nördlichste Zipfel der Uckermark. Der Name wird häufig mit dem Buchstabenkürzel MV, manchmal mit MVP abgekürzt. In der Umgangssprache wird auch von Meck-Pomm gesprochen.

Geografie

Lage

Das Land Mecklenburg-Vorpommern grenzt im Norden an die Ostsee, im Westen an Schleswig-Holstein, im Südwesten an Niedersachsen, im Süden an Brandenburg und im Osten an Polen.

Landschaft

Mecklenburg-Vorpommern hat insgesamt eine Küstenlänge von ca. 1.700 km und damit von allen Bundesländern die längste Küste. Den Großteil davon nimmt die Vorpommersche Bodden- und Haffküste ein. Die Außenküste ist ca. 350 km lang. Die Küste ist besonders im östlichen Teil (Vorpommern) stark gegliedert. Die größten Inseln sind Rügen, Usedom, Poel und Hiddensee. Wichtigste Halbinsel ist die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns ist durch die Eiszeit (Pleistozän) geprägt. Die Landschaftsformen jenseits der Küstenlinie gliedern sich etwa von Nordost nach Südwest: Nordöstliches Flachland (umfasst etwa das Vorpommersche Festland), Rückland der Seenplatte (umfasst in den Landkreisen Demmin und Uecker-Randow Teile Vorpommerns sowie das nordöstliche Mecklenburg), Höhenrücken und Seenplatte (zieht sich von Nordwestmecklenburg bis in den Mecklenburger Südosten), Südwestliches Vorland der Seenplatte (Gebiet südwestlich der Landeshauptstadt Schwerin) sowie einen kleinen Teil des Elbetals. Die größten Seen wie die Müritz und der Schweriner See befinden sich in der Mecklenburgischen Seenplatte. Das Land ist flach bis hügelig, die höchsten Erhebungen sind die Helpter Berge (179 m), die Ruhner Berge (176,6 m), Stubbenkammer auf Rügen (161 m) sowie die Brohmer Berge (153 m).

Bevölkerung

Die Bevölkerung setzt sich ursprünglich aus Mecklenburgern, Brandenburgern und Pommern zusammen. Hinzu kommen jedoch viele Zugezogene aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und ihre Nachkommen, geschichtlich bedingt hauptsächlich aus der ehemaligen DDR, sowie viele Aussiedler aus Russland, Kasachstan und der Ukraine. Vergleichsweise klein ist der Anteil an Bürgern ausländischer Herkunft. Mecklenburg-Vorpommern ist das am dünnsten besiedelte Bundesland. Es gibt mit der Hansestadt Rostock (198.993 Einwohner) nur eine Großstadt. Sie ist damit auch das größte Oberzentrum des Landes. Weitere Oberzentren sind die Hansestädte Stralsund und Greifswald (zusammen 111.516 Einwohner), die Landeshauptstadt Schwerin (97.110 Einwohner) und Neubrandenburg (68.451 Einwohner). Alle anderen Städte haben weniger als 50.000 Einwohner, die wichtigsten Städte in dieser Gruppe sind die Hansestadt Wismar und Güstrow.

Politik

Die Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns bzw. Mecklenburgs (1):
- 1945 - 1951: Willi Höcker
- 19. Juli - 28. Juli 1951: Kurt Bürger (alias Karl Wilhelm Ganz)
- 1951 - 1952: Bernhard Quandt
1952 wurde das Land Mecklenburg aufgelöst; 1990 wurde Mecklenburg-Vorpommern wiedererrichtet.

- 1990 - 1992: Prof. Dr. Alfred Gomolka (CDU)
- 1992 - 1998: Dr. Berndt Seite (CDU)
- 3. November 1998 - heute: Dr. Harald Ringstorff (SPD) (Kabinett 1998, Kabinett 2002) Landtag Mecklenburg-Vorpommern (1) Von 1945 bis 1947 hieß das Land Mecklenburg-Vorpommern, danach bis zur Auflösung 1952 nur noch Mecklenburg; 1990 wurde es unter dem jetzigen Namen Mecklenburg-Vorpommern wieder errichtet.

Geschichte

Das Land Mecklenburg-Vorpommern entstand erst 1945 innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone, bestehend aus dem ehemaligen Land Mecklenburg sowie Vorpommern, dem westlich von Stettin beziehungsweise Swinemünde gelegenen Teil des früheren preußischen Regierungsbezirks Stettin der Provinz Pommern, sowie dem ehemals hannoverschen Amt Neuhaus. Ab 1947 gilt nur noch die Bezeichnung Land Mecklenburg, welches eine Größe von 22893 km² hat. 1952 wird im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR das Land aufgelöst und aufgeteilt in die drei Bezirke Neubrandenburg (der Südosten), Rostock (die Küste) und Schwerin (der Südwesten). Der südöstlichste Zipfel Vorpommerns kommt zum Bezirk Frankfurt (Oder). 1990 erfolgt die Neugründung des Landes Mecklenburg-Vorpommern durch Zusammenlegung der DDR-Bezirke Neubrandenburg (ohne die Kreise Templin und Prenzlau), Rostock und Schwerin (ohne den Kreis Perleberg). Da die Bezirksgrenzen von 1952 bis auf die genannten Kreise übernommen werden, kommt beispielsweise Fürstenberg/Havel (bis 1952 Stadt in Mecklenburg) und die Gegend um Gartz/Oder zum Land Brandenburg. Andere Gemeinden wie Dambeck und Brunow sowie die Ortsteile Pampin und Platschow der Gemeinde Berge werden aber nach einem Bürgerentscheid 1992 wieder vom Land Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern ausgegliedert. 1993 wird das Amt Neuhaus an der Elbe nach Volksentscheid an den niedersächsischen Landkreis Lüneburg angegliedert, zu dem es bis 1945 gehört hatte.

Verwaltungsgliederung

Landkreise

1945

Kreisfreie Städte

:13 Greifswald (HGW) :14 Neubrandenburg (NB) :15 Rostock (HRO) :16 Schwerin (SN) :17 Stralsund (HST) :18 Wismar (HWI)

Städte, Ämter und Gemeinden

Das Land Mecklenburg-Vorpommern besteht aus insgesamt 851 politisch selbständigen Städten und Gemeinden (Stand: 1. Juli 2005). Diese verteilen sich wie folgt: 6 kreisfreie Städte und 845 kreisangehörige Städte und Gemeinden. Von den kreisangehörigen Städten und Gemeinden sind 35 amtsfrei. Die 810 amtsangehörigen Gemeinden haben sich zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zu 79 Ämtern (Stand: 1. Juli 2005) zusammengeschlossen. Siehe auch: Liste der Orte in Mecklenburg-Vorpommern

Kreisgebietsreformen

Bei der ersten Kreisgebietsreform am 12. Juni 1994 wurden aus vormals 31 Landkreisen 12 neue Landkreise gebildet. Sechs kreisfreie Städte behielten ihren Status. Im Dezember 2003 beschloss die Landesregierung im Zuge einer umfassenden Verwaltungsreform, die Neugliederung des Landes in 4 oder 5 Landkreise bis 2009, in denen auch die kreisfreien Städte als grosse kreisangehörige Städte aufgehen sollen. Letzteres ist umstritten. Mit dem Ziel, die Verwaltung effizienter zu machen, sollen viele Landesaufgaben an die neuen Kreise abgeben werden. Daneben sollen aber auch Aufgaben der Kreise auf die Kommunen übergehen. Die im folgenden genannten Regionen entsprechen den geplanten Landkreisen, wie sie voraussichtlich nach der zweiten Stufe der Gebietsreform bestehen werden. Unsicher ist jedoch noch, ob aus Vorpommern ein Landkreis mit der Kreisstadt Greifswald oder zwei Landkreise (Nordvorpommern-Rügen und Südvorpommern) mit den Kreisstädten Stralsund und Greifswald entstehen sollen.
- Mecklenburgische Seenplatte (Oberzentrum Neubrandenburg sowie die Landkreise Müritz, Demmin und Mecklenburg-Strelitz)
- Mittleres Mecklenburg (Oberzentrum Hansestadt Rostock sowie die Landkreise Bad Doberan und Güstrow)
- Vorpommern (Oberzentren Hansestädte Stralsund und Greifswald sowie die Landkreise Nordvorpommern, Rügen, Ostvorpommern und Uecker-Randow)
- Westmecklenburg (Oberzentrum Schwerin sowie die Landkreise Nordwestmecklenburg, Parchim, Ludwigslust und die Hansestadt Wismar)

Wirtschaft

Mecklenburg-Vorpommern ist eine der industriell am wenigsten entwickelten Regionen Deutschlands. Traditionell ist die Werftenindustrie (Volkswerft in Stralsund, Aker-Werften in Wismar und Rostock, Peene-Werft in Wolgast sowie mittelständische Yachtwerft in Greifswald) stark entwickelt. Der maritime Sektor bietet 28.000 Arbeitsplätze (2004). Als Zukunftsbranche gilt die Ansiedlung von Unternehmen der Biotechnologie und Medizintechnik um die Städte Greifswald und Rostock mit ihren traditionsreichen Universitäten. Das Flächenland weist im Durchschnitt nach Sachsen-Anhalt die höchste Arbeitslosigkeit unter den Bundesländern auf, wobei es starke Unterschiede zwischen dem Westen des Landes (Nordwestmecklenburg, Raum Ludwigslust) mit ca. 15-17 Prozent Arbeitslosen und dem südlichen Vorpommern (Uecker-Randow) gibt. Traditionell lebt das Land aber von der Landwirtschaft und dem Tourismus. Vor allem die Region Vorpommern ist einer der Schwerpunkte des Tourismus in Deutschland, insbesondere in den Kreisen Ostvorpommern und Rügen. Weitere Tourismusgebiete sind die Küsten der Landkreise Nordvorpommern, Bad Doberan und Nordwestmecklenburg sowie die Mecklenburgische Seenplatte. Auch die beiden traditionsreichen Universitäten des Landes, die Universität Rostock (gegr. 1419) und die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (gegr. 1456), um die sich zahlreiche Forschungsinstitute angesiedelt haben, tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum guten Ruf des Landes bei.

Verkehr

Eisenbahn

Durch die südwestliche Peripherie Mecklenburg-Vorpommerns verläuft die Eisenbahnhauptstrecke von Hamburg nach Berlin. Daneben existieren Verbindungen von dieser Strecke über Schwerin und Bad Kleinen nach Wismar/Rostock-Stralsund-Rügen. Weitere Hauptstrecken verlaufen von Berlin über Neustrelitz nach Rostock/Neubrandenburg-Stralsund-Rügen und von Berlin über Pasewalk-Anklam-Greifswald nach Stralsund. Hinzu kommen verschiedene Nebenstrecken und die Bäderbahnen an der Ostseeküste. Siehe auch Eisenbahnverkehr in Mecklenburg-Vorpommern.

Straße

Mecklenburg-Vorpommern wird durch die Autobahn A 20 von Lübeck über Wismar, Rostock und Neubrandenburg zum Dreieck Uckermark (Abschnitte sind noch in Bau), die Autobahn A 24 von Hamburg nach Berlin mit Anschluss über die A 241 nach Schwerin (Verlängerung nach Wismar geplant) sowie die A 19 von Berlin nach Rostock erschlossen. Hinzu kommen verschiedene Bundesstraßen.

Schiffsverkehr

Wichtige Seehäfen sind in Wismar, Rostock, Stralsund, Sassnitz und Greifswald angesiedelt. Von Rostock-Überseehafen und von Mukran bei Sassnitz aus fahren Fähren nach Dänemark und Schweden. Die vielen Seen im Hinterland sind über die Warnow, die Recknitz, die Peene und verschiedene Kanäle für die Schifffahrt miteinander und mit der Ostsee verbunden.

Flugverkehr

In Mecklenburg-Vorpommern befinden sich keine großen, internationalen Flughäfen, jedoch mehrere kleine und mittlere Flughäfen, auf denen auch Flugzeuge bis zur Größe von Airbus A320 landen können. Diese Flughäfen befinden sich bei Schwerin in Parchim, bei Rostock in Laage, bei Neubrandenburg und in Heringsdorf auf Usedom. Sie sind aus ehemaligen Luftwaffenstützpunkten der NVA und der Luftstreitkräfte der Sowjetunion entstanden. Damit hat das dünnstbesiedelste Bundesland Deutschlands nun die höchste Flughafendichte in der BRD. Ein weiterer kleinerer Regionalflughafen findet sich in Barth.

Tourismus

Siehe Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern

Sprache

In weiten Teilen des Landes wird bis heute neben Hochdeutsch auch Plattdeutsch mindestens verstanden und oft auch gesprochen. Das Mecklenburgisch-Vorpommersche Niederdeutsch gehört zum Zweig des Ostniederdeutschen. Die Landesgrenzen entsprechen etwa auch den Grenzen des sogenannten "mecklenburgisch-vorpommerschen Sprachraums", in dem sich dialektale Unterschiede in einem geografischen West-Ost-Kontinuum ausdrücken (also ohne feste Grenzen). Ostniederdeutsch

Siehe auch


- Landtag Mecklenburg-Vorpommern
- Flagge Mecklenburg-Vorpommerns
- Wappen Mecklenburg-Vorpommerns
- Mecklenburgisch-Pommersche Dialekte, Westmittelpommersch
- Neumärkisch
- Portal:Mecklenburg-Vorpommern
- Mecklenburgisch-Vorpommersche Küche

Weblinks


- [http://www.m-v.de Landesportal M-V]
- [http://www.bks-mv.de/BKS_prod/BKS/Verwaltungsgebiete/Land_MV/ Bürger-Kontakt-System MV]
- [http://www.stadtplandienst.de/mecklenburgvorpommern.asp M-V im Deutschen Stadtplandienst]
- [http://www.gutshaeuser.de/aktuell.html Gutshäuser, Schlösser, Domänen, Burgen, Gärten und Parks, Wappen und Familien]
- [http://www.statistik-mv.de/index_lwahll.htm Wahlergebnisse (Landeswahlleiter)]
- [http://www.mecklenburg-vorpommern.info TourismusInformationsSystem]
als:Mecklenburg-Vorpommern ja:メクレンブルク=フォアポンメルン州 ko:메클렌부르크포어포메른 주 simple:Mecklenburg-Western Pomerania

Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen

Im Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen (Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern) haben sich zehn Gemeinden zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zusammengeschlossen. Die Amtsverwaltung befindet sich in der amtsangehörige Gemeinde Dorf Mecklenburg. Am 15. Oktober 2004 wurden die Ämter Dorf Mecklenburg und Bad Kleinen zum Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen zusammengelegt. Am 1. Januar 2005 kamen die Gemeinden Barnekow und Gägelow aus dem aufgelösten Amt Gägelow dazu. Die Gemeinde Gägelow wechselte am 1. April 2005 in das Amt Grevesmühlen-Land. Das Amt liegt in der Mitte des Landkreises Nordwestmecklenburg und grenzt im Norden an die kreisfreie Stadt Wismar und im Südosten an den Landkreis Parchim. Das Amtsgebiet zwischen der Hansestadt Wismar und dem Nordufer des Schweriner Sees ist von Grundmoränen und Tälern geprägt, in denen einige kleine Seen eingebettet. Die höchsten Erhebungen des Amtsgebietes liegen etwa bei 95 m ü. NN. Neben der A 20 führen die Bundesstraßen B 105, B 106 und B 208 quer durch das Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen. Das zur Zeit im Bau befindliche Teilstück der A 241 vom Kreuz Wismar zur A 24 (Berlin - Hamburg) wird den Osten des Amtes bei der Gemeinde Schimm berühren. Die Gemeinde Bad Kleinen ist Bahn-Verkehrsknoten.

Daten


- Fläche: 193,45 km²
- Einwohnerzahl: 14.615 (30. Juni 2004)
- Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
- Die Adresse der Amtsverwaltung: Am Wehberg 17 in 23972 Dorf Mecklenburg
- Amtsvorsteher: Herr W. Lüdtke
- E-mail-Adresse: [mailto:amt_dorf_mecklenburg@t-online.de amt_dorf_mecklenburg@t-online.de]

Die Gemeinden mit ihren Ortsteilen


- Bad Kleinen mit OT Fichtenhusen, Gallentin, Glashagen, Hoppenrade, Losten, Niendorf und Wendisch Rambow
- Barnekow mit OT Groß Woltersdorf, Klein Woltersdorf und Krönkenhagen
- Bobitz mit OT Beidendorf, Dalliendorf, Dambeck, Grapen Stieten, Groß Krankow, Käselow, Klein Krankow, Köchelsdorf, Lutterstorf, Naudin, Neuhof, Petersdorf, Quaal, Rastorf, Saunstorf, Scharfstorf und Tressow
- Dorf Mecklenburg mit OT Karow, Kletzin, Moidentin, Olgashof, Petersdorf, Rambow, Rosenthal, Rothentor und Steffin
- Groß Stieten mit OT Neu Stieten
- Hohen Viecheln mit OT Hädchenshof, Moltow und Neu Viecheln
- Lübow mit OT Greese, Levetzow, Triwalk und Wietow
- Metelsdorf mit OT Klüssendorf, Martensdorf und Schulenbrook
- Schimm mit OT Maßlow und Tarzow
- Ventschow mit OT Dämelow, Kleekamp und Neuhof

Weblinks


- an einer neuen Internetpräsenz des Amtes wird derzeit gearbeitet Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen

Dorf Mecklenburg

Dorf Mecklenburg ist eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde ist der Verwaltungssitz des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, dem weitere zehn Gemeinden angehören.

Geografie

Die Gemeinde Dorf Mecklenburg liegt zwischen der Hansestadt Wismar und dem Schweriner See, einem der größten deutschen Seen. Im leicht hügeligen Gelände befindet sich hier auch die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide nur ca. 10 km von der Ostsee (Wismarer Bucht) entfernt. An der Gemeinde führt westlich der Wallensteingraben vorbei, der den Schweriner See mit der Ostsee verbindet und von 1577 bis 1582 unter Herzog Johann Albrecht entstand. Zu Dorf Mecklenburg gehören die Ortsteile Karow, Kletzin, Moidentin, Olgashof, Petersdorf, Rambow, Rosenthal, Rothentor und Steffin.

Geschichte

Die Mecklenburg, die ehemalige Burg der Gemeinde ist Namensgeber für die gesamte Landschaft Mecklenburg und für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Die Burganlage der slawischen Obotriten wurde bereits 965 in einem Bericht des arabischen Händlers Ibrahim Ibn Jacub als Nakons Burg bezeichnet. Aus Mikelenburg wurde im Laufe der Zeit Mecklenburg. König Otto III. erwähnte am 10. September 995 erstmals urkundlich die Mecklenburg. Sie wurde allerdings 1256 wieder abgerissen, das Material wurde für den Bau des Schlosses in der damals aufblühenden Stadt Wismar am südlichsten Punkt der Ostsee verwendet. Nachdem die Burg 1277 für die Schweriner Fürsten noch einmal aufgebaut wurde, fiel sie 45 Jahre später erneut - nun endgültig - der Zerstörung zum Opfer. Aus der Siedlung der Vorburg entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts das Dorf Mecklenburg. An die Burg erinnert heute noch der Straßenname Am Burgwall.

Gemeinde heute

Die Nähe zur Ostsee, zur alten Hansestadt Wismar und zum Schweriner See sowie die gute Infrastruktur ist nicht nur für den Tourismus interessant, wovon zwei Gewerbegebiete in der Gemeinde zeugen. Von Kindergarten und Grundschule über eine Realschule mit Hauptschulteil und einem Gymnasium bis hin zu mehreren gastronomischen Einrichtungen, Arztpraxen und modernen Sportstätten hat Dorf Mecklenburg für die umliegenden Gemeinden eine zentrale Funktion übernommen. Das Vereinsleben spiegelt sich unter anderem in einem Blasorchester, einem Chor sowie dem Anglerverein, Sportverein oder Heimatverein wider.

Politik


- Wahlergebnis Gemeindevertretung (2004)
  - Freie Wählergemeinschaft 62,8 %
  - CDU 19,5 %
  - PDS 7,2 %
  - Einzelbewerber 5,9 &
  - Grüne 4,7 %

Verkehr

Dorf Mecklenburg, nur 6 km von Wismar entfernt, ist sehr gut an überregionale Verkehrsnetze angeschlossen. In unmittelbarer Nähe führt die Ostseeautobahn A 20 (Lübeck - Stettin) sowie die im Bau befindliche A 241 vorbei. Von Süden (aus Richtung Schwerin) und von Norden (aus Richtung Wismar) ist der Ort über die B 106 erreichbar. Die Gemeinde liegt an der Bahnlinie von Wismar nach Schwerin.

Weblink


- [http://www.amt-dorf-mecklenburg.de www.amt-dorf-mecklenburg.de] Kategorie:Ort in Mecklenburg-Vorpommern

Schweriner See

Der Schweriner See ist ein See der Mecklenburgischen Seenplatte zwischen Schwerin und Wismar. Geomorphologisch ist er als Gletscherzungensee der Weichsel-Eiszeit zu bezeichnen. Der See ist 21 km lang und bis zu 6 km breit mit einer Fläche von ca. 63 km². Damit handelt es sich um den zweitgrößten norddeutschen See nach der Müritz und der viertgrößte deutschen See insgesamt. Das durchschnittliche Niveau liegt bei 37 m NN. Der Schweriner See ist von kleineren Seen umgeben und fließt südlich durch den Störkanal und die Elde zur Elbe ab, nördlich besteht durch den Wallensteingraben eine Verbindung nach Wismar, die jedoch nur durch geübte Paddler befahrbar ist. In der Mitte ist der See durch den Paulsdamm in Außen- und Innensee geteilt. Im Außensee befindet sich die Insel Lieps, im Innensee die Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder. Der gesamte Schweriner See ist als Bundeswasserstraße ausgewiesen.

Natur

Der eutrophe Schweriner See ist bedeutsam für den Arten und Biotopschutz. Zu den Brutvögeln des Gebietes zählen beispielsweise See- und Fischadler. Fischotter konnten an vielen Gewässerufern bis in das Stadtgebiet Schwerin hinein nachgewiesen werden. Im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 wurde der Schweriner See zum europäischen Vogelschutzgebiet (Schweriner Seen) erklärt. Neben dem Schweriner Außensee besitzen noch weitere Seeuferabschnitte (Döpe, Wald bei Wiligrad, Ramper Moor, Wickendorfer Moor, Görslower Ufer, Reppin) den Schutzstatus eines FFH-Gebietes (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie).

Weblinks


- [http://www.schweriner-see.de/schweriner.see.mecklenburg.htm Beschreibung]
- [http://www.see-natour-schwerin.de SEENATOUR SCHWERIN: Natur, Naturerleben und Naturschutz am Schweriner See]
- [http://www.weisseflotteschwerin.de Weisse Flotte Schwerin]

Siehe auch


- Liste der Seen in Deutschland
- Liste der größten Seen Mecklenburg-Vorpommerns Kategorie:See in Deutschland Kategorie:See in Mecklenburg-Vorpommern

Hansestadt

Hansestädte waren die Städte, die sich der mittelalterlichen Handelsorganisation Hanse angeschlossen hatten. Der Verbund der Städte in der Hanse war sehr lose und wurde mit keinem Vertrag o. ä. beschlossen. Deswegen ist schwer anzugeben, welche Städte genau zur Hanse gehörten, zumal hier der Zeitpunkt der Betrachtung sehr entscheidend ist. Aus- und Eintritte, Zusammenschlüsse und Verfeindungen waren an der Tagesordnung. Viele kleine "Hansestädte" waren nur ihrer größeren Nachbarstadt zugeordnet und gehörten dieser Stadt an, die wiederum in der Hanse war. Auch die Hanse selbst wollte Anzahl und Namen ihrer Städte niemals festlegen - so weigerte sie sich zum Beispiel gegenüber dem König von England, eine detaillierte Liste mit Städtenamen vorzulegen. Vielleicht auch schlicht deswegen, weil es nie eine solche Liste gab. Sie bleibt also auch hier sehr diffizil. In heutiger Zeit hat sich die Hanse neu gegründet als größte internationale Städtepartnerschaft. Dieser gehören eine Vielzahl der ehemaligen Hansestädte an. Darüber hinaus gründete sich regional der sogenannte Westfälische Hansebund in Westfalen in Nordrhein-Westfalen. Die Farbe der Hanseflaggen ist weiß/rot.

Liste der deutschen Hansestädte heute

Heute nennen sich noch mehr als diese acht deutsche Städte Hansestadt, wobei nur die nachstehend aufgeführten offiziell den Namen Hansestadt tragen (Quelle: http://www.destatis.de/gv/suche_gv2000.htm)

Offizielle Hansestädte


- Bremen
- Demmin
- Greifswald
- Hamburg
- Lübeck
- Rostock
- Stralsund
- Wismar

Liste der Hansestädte (regionale Zugehörigkeit)

Unter Beachtung oben genannter Ausführungen zur Zahl der Hansestädte zu Zeiten der Hanse hier der Versuch einer Auflistung von Städten, die der Hanse angehörten. Die Hanse unterteilte sich dabei regional wie folgt:

Wendische Städte


- Lübeck, freie Reichsstadt
- Wismar, Herzogtum Mecklenburg
- Rostock, Fürstentum Rostock, später: Herzogtum Mecklenburg
- Stralsund, Fürstentum Rügen, später: Herzogtum Pommern
- Lüneburg, Herzogtum Braunschweig-Lüneburg
- Greifswald, Herzogtum Pommern
- Anklam, Herzogtum Pommern
- Demmin, Herzogtum Pommern
- Gützkow, Herzogtum Pommern

Rheinische Städte


- Vorort: Köln, freie Reichsstadt
- Arnhem, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Deventer, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Dinant, Herzogtum Brabant
- Doesburg, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Duisburg, Fürstentum Kleve
- Düsseldorf, Fürstentum Berg
- Elburg, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Emmerich am Rhein, Fürstentum Kleve
- Grieth, Fürstentum Kleve
- Groningen, freie Reichsstadt
- Harderwijk, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Hasselt, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Hattem, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Kampen, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Neuss, Kurköln
- Nijmegen, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Oldenzaal, Overijssel - Twente, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Ommen, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Roermond, Grafschaft Obergeldern
- Stavoren, Fryzja, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Tiel, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Venlo, Grafschaft Obergeldern
- Wesel, Fürstentum Kleve
- Zaltbommel, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Zutphen, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Zwolle, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)

Westfälische Städte


- Hauptstadt des Drittels / Viertels, Vorort: Dortmund, freie Reichsstadt
- Vorort: Münster, Bistum Münster
- Vorort: Osnabrück, Bistum Osnabrück
- Vorort: Soest, Herzogtum Westfalen, später Grafschaft Mark
- Ahlen, Bistum Münster
- Allendorf,
- Altena, Grafschaft Mark
- Arnsberg, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Attendorn, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Balve, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Beckum, Bistum Münster
- Belecke, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Bielefeld, Grafschaft Ravensberg
- Billerbeck, Bistum Münster
- Blankenstein, Grafschaft Mark
- Bocholt, Bistum Münster
- Bochum, Grafschaft Mark
- Bodenfeld,
- Borgentreich,
- Borken, Bistum Münster
- Brakel, Bistum Paderborn
- Breckerfeld, Grafschaft Mark
- Brilon, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Coesfeld, Bistum Münster
- Dorsten, Vest Recklinghausen (zu Kurköln)
- Drolshagen, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Dülmen, Bistum Münster
- Essen, Abtei Essen
- Eversberg, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Freienohl, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Fürstenau,
- Geseke,
- Grevenstein, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Hachen,
- Hagen, Grafschaft Mark
- Haltern, Bistum Münster
- Hamm, Grafschaft Mark
- Haselünne, Bistum Münster
- Hattingen, Grafschaft Mark
- Herford, Grafschaft Lippe
- Hirschberg im Sauerland, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Hörde, Grafschaft Mark
- Hüsten, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Iburg,
- Iserlohn, Grafschaft Mark
- Kallenhardt, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Kamen, Grafschaft Mark
- Korbach, Fürstentum Waldeck
- Langscheid (Sorpesee),
- Lemgo, Grafschaft Lippe
- Lippstadt, Freiherrschaft Lippe sp. Grafschaft Lippe
- Lüdenscheid, Grafschaft Mark
- Lünen, Grafschaft Mark
- Medebach, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Melle,
- Menden (Sauerland), Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Meppen, Bistum Münster
- Minden, Bistum Minden
- Neuenrade, Grafschaft Mark
- Neustadt,
- Nieheim,
- Olpe, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Paderborn, Bistum Paderborn
- Peckelsheim,
- Plettenberg, Grafschaft Mark
- Quakenbrück, Hochstift Osnabrück
- Ratingen, Fürstentum Berg
- Recklinghausen, Vest Recklinghausen (zu Kurköln)
- Rheine, Bistum Münster
- Rüthen, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Schwerte, Grafschaft Mark
- Solingen, Fürstentum Berg
- Sundern (Sauerland),
- Telgte, Bistum Münster
- Unna, Grafschaft Mark
- Vörden,
- Vreden, Bistum Münster
- Warburg, Bistum Paderborn
- Warendorf, Bistum Münster
- Warstein, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Wattenscheid, Grafschaft Mark
- Werl, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Werne, Bistum Münster
- Westhofen, Grafschaft Mark
- Wetter (Ruhr), Grafschaft Mark
- Wiedenbrück, Hochstift Osnabrück
- Wipperfürth, Grafschaft Berg

Sächsische Städte


- Vorort: Braunschweig, Fürstentum Braunschweig
- Hamburg, freie Reichsstadt
- Hildesheim, Bistum Hildesheim
- Magdeburg, Erzbistum Magdeburg
- Goslar, Fürstentum Braunschweig
- Alfeld, Bistum Hildesheim
- Aschersleben, Erzbistum Magdeburg
- Bockenem, Fürstentum Braunschweig
- Duderstadt,
- Erfurt, Bistum Erfurt
- Einbeck, Fürstentum Braunschweig
- Gardelegen, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Göttingen, Fürstentum Braunschweig
- Gronau, Bistum Hildesheim
- Halberstadt,
- Halle, Erzbistum Magdeburg
- Hameln, Fürstentum Braunschweig
- Hannover, Fürstentum Calenberg
- Helmstedt, Fürstentum Braunschweig
- Merseburg, Bistum Merseburg, sp. Herzogtum Sachsen-Merseburg
- Mühlhausen, freie Reichsstadt
- Naumburg, Bistum Naumburg, sp. Herzogtum Sachsen-Zeitz
- Nordhausen, Fürstentum Braunschweig
- Northeim, Fürstentum Braunschweig
- Osterburg, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Osterode am Harz, Fürstentum Braunschweig
- Quedlinburg, Fürstentum Braunschweig
- Salzwedel, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Seehausen, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Stendal, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Tangermünde, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Uelzen, Fürstentum Braunschweig-Lüneburg
- Uslar, Fürstentum Braunschweig
- Werben, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Bremen, freie Reichsstadt
- Berlin-Cölln, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Brandenburg, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Frankfurt (Oder), Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Havelberg, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Kyritz, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Perleberg, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Pritzwalk, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Stade, Erzbistum Bremen
- Buxtehude, Erzbistum Bremen
- Kiel, Grafschaft Holstein, sp. Herzogtum Holstein

Pommersche Städte


- Stettin, Herzogtum Pommern
- Stolp, Herzogtum Pommern
- Belgard, Herzogtum Pommern
- Dramburg, Herzogtum Pommern
- Gollnow, Herzogtum Pommern
- Greifenberg, Herzogtum Pommern
- Kammin, Herzogtum Pommern
- Kolberg, Herzogtum Pommern
- Köslin, Herzogtum Pommern
- Schlawe, Herzogtum Pommern
- Stargard, Herzogtum Pommern
- Treptow, Herzogtum Pommern
- Wolgast, Herzogtum Pommern
- Wollin, Herzogtum Pommern

Preußische Städte


- Vorort: Danzig, Deutschordensland, seit 1457 Stadtstaat
- Thorn, Deutschordensland, seit 1457 Stadtstaat
- Königsberg, Deutschordensland, später Herzogtum Preußen
- Elbing, Deutschordensland, seit 1457 Stadtstaat
- Braunsberg, Deutschordensland, später Fürstbistum Ermland
- Kulm, Deutschordensland, später Königreich Polen?
- Breslau, HRR Fürstentum Schlesien, Königreich Böhmen

Polnische Städte


- Krakau, Königreich Polen

Gotländische, estländische und livländische Städte


- Visby, Gotland (zu Königreich Schweden, 1409-1645 Königreich Dänemark)
- Stockholm, Königreich Schweden
- Riga, Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Dorpat (heute Tartu), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Reval (heute Tallinn), Estland (Königreich Dänemark), sp. Ordensstaat, sp. Königreich Schweden)
- Pernau (heute Pärnu), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Windau (heute Ventspils), Ordensstaat, sp. Herzogtum Kurland (Lehen der Respublica Polen-Litauen)
- Wenden (heute Cēsis), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Fellin (heute Viljandi), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Wolmar (heute Valmiera), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Goldingen (heute Kuldīga), Ordensstaat, sp. Herzogtum Kurland (Lehen der Respublica Polen-Litauen)
- Lemsal (heute Limbaži), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Kokenhusen (heute Koknese), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Groß Roop (heute Straupe), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden

Hansekontore


- Bergen (Bryggen - heutzutage Stadtteil), Königreich Norwegen
- Brügge, Grafschaft Flandern
- London (Stalhof), Königreich England
- Nowgorod (Peterhof, Naugarden), Reuß - Fürstentum Nowgorod

Hansische Niederlassungen und Handelshöfe


- Boston, Königreich England
- Bristol, Königreich England
- Hull, Königreich England
- Ipswich, Königreich England
- King's Lynn, Königreich England
- Norwich, Königreich England
- Yarmouth, Königreich England
- York, Königreich England
- Bordeaux, Königreich Frankreich
- Bourgneuf, Königreich Frankreich
- La Rochelle, Königreich Frankreich
- Nantes, Königreich Frankreich
- Lissabon, Königreich Portugal
- Venedig, Republik Venedig
- Kalmar, Königreich Schweden
- Lödöse (Göteborg), Königreich Schweden
- Nyköping, Königreich Schweden
- Turku, Königreich Schweden
- Oslo, Königreich Norwegen
- Tönsberg, Königreich Norwegen
- Ribe, Königreich Dänemark
- Kopenhagen, Königreich Dänemark
- Kaunas, Großherzogtum Litauen
- Pleskau, Republik Pskow, ab 1510 Großfürstentum Moskau
- Narwa
- Polozk
- Witebsk
- Smolensk
- Wilna (heute Vilnius)
- Malmö, Königreich Schweden ----

Siehe auch


- Gemeindearten !Hansestadt

Wismar

Wismar ist eine Hansestadt in Mecklenburg-Vorpommern im Norden Deutschlands an der Ostsee. Sie liegt an der Südspitze der durch die Insel Poel geschützten Wismarbucht – an der südlichsten Stelle der Ostsee überhaupt. Politischen Planungen zufolge wird die bisherige kreisfreie Stadt einem künftigen „Landkreis Westmecklenburg“ mit der Kreisstadt Schwerin zugeschlagen werden. Am 27. Juni 2002 wurde die Altstadt Wismar zusammen mit der von Stralsund in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Wismar gründete zusammen mit Stralsund die Deutsche Stiftung Welterbe.

Geschichte

Vor der Stadtgründung

Bis zum Ende des 10. Jahrhunderts war die Gegend von den slawischen Abodriten bewohnt, die nahe Wismar beim heutigen Dorf Mecklenburg ihren Hauptsitz hatten. Erstmals bezeugt ist der Name „Wismar“ 1147, als der dänische König Svend Grade in „Wizmar Havn“ – der Wismarer Bucht – gelandet war. 20 Jahre später begrenzte Heinrich der Löwe das Gebiet des Bistums Ratzeburg östlich „ad aquam Wissemaram“. Aus dem Jahre 1211 existiert ein Dokument, das es den Schwerinern erlaubt, am Wismarer Hafen zwei Großschiffe festzumachen. Dieser Hafen ist jedoch vermutlich noch nicht identisch mit dem heutigen Hafen.

Stadtgründung

1211 Die Stadtgründung der heutigen Stadt Wismar geht vermutlich auf Heinrich Borwin, Fürst von Schwerin zurück, der auch Rostock gegründet hatte. Das Stadtgründungsjahr wird auf 1226 geschätzt. Die hier angesiedelten Menschen stammten – ihren Familiennamen nach – wohl aus Holstein, Westfalen, Niedersachsen und der Mark. 1229 wurde die Stadt Wismar erstmals urkundlich erwähnt. Die ursprünglich einzeln gelegenen Siedlungen um St. Marien und St. Nikolai wuchsen bis 1238 zusammen. Durch den unverminderten Zuzug von Siedlern kam ab 1250 die „Neustadt“ um St. Georgen hinzu. 1276 war die erste Siedlungsphase beendet. Wismar errichtete eine alle Viertel umschließende Stadtmauer, deren Lage auch heute die Begrenzung der Altstadt darstellt.

Die Hanse

Im Jahre 1280 bildete Wismar zusammen mit Rostock, Lübeck und Hamburg den Wendischen Städtebund. Im Mittelalter war die Stadt ein wichtiges Mitglied der Hanse. Von 1632 bis 1903 war Wismar schwedisch, wobei die Stadt im Westfälischen Frieden von 1648 zusammen mit der Insel Poel und dem Amt Neukloster auch offiziell Schweden zugesprochen wurde. Ab 1803 von Schweden für 100 Jahre verpachtet, fielen diese Gebiete 1903 endgültig zurück an Mecklenburg-Schwerin. 1848 wurde eine Eisenbahn nach Schwerin gebaut, 1883 nach Rostock und 1887 nach Karow. Im Zweiten Weltkrieg litt Wismar unter schweren Bombenangriffen. Nach Besetzung durch britische Truppen zog am 1. Juli 1945 die Rote Armee ein.

Einwohnerentwicklung

Rote Armee Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

Politik

Wappen

Das Wappen der Hansestadt Wismar führt die Bezeichnung „Hansestadt“ vor ihrem Namen „Wismar“. [...] [Es] zeigt in Silber über blauem Wellschildfuß, darin drei (2:1) silberne Fische, die oberen zugewendet, der untere nach links gekehrt, eine nach links schwimmende rote Kogge mit zwei silbernen Streifen längs der Deckslinie, goldbeschlagenem Ruder und goldenem Bugspriet; am Mast eine goldene Tatzenkreuzspritze, darunter eine nach links wehende, zweimal von Silber und Rot längsgestreifte Flagge, ein goldener Mastkorb und ein goldener Schild, dieser belegt mit einem herschauenden schwarzen Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone, geöffnetem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell, das bogenförmig ausgeschnitten ist und sieben Spitzen zeigt; auf dem Bug der Kogge eine nach links gekehrte widersehende natürliche Möwe. (Auszug aus der Hauptsatzung der Hansestadt Wismar)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Tatzenkreuz Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich in der Altstadt. Zu nennen wären da der Marktplatz mit dem klassizistischen Rathaus aus den Jahren 1817 bis 1819, die im Renaissancestil gehaltene Wismarer Wasserkunst und das bekannte Bürgerhaus Alter Schwede sowie das Stadtgeschichtliche Museum Schabbellhaus. Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten sind die Innenstadtkirchen als Zeugnisse der Backsteingotik: Backsteingotik
- Marienkirche (nur der Turm ist erhalten, der Rest wurde in den 1960er Jahren gesprengt)
- Nikolaikirche
- Georgenkirche (Ruine, wird zur Zeit wiederaufgebaut) In der Marienkirche gibt die Ausstellung „Wege zur Backsteingotik“, in Form eines 3D-Films in knapp 15 Minuten Auskunft darüber, wie früher Kirchen gebaut bzw. erweitert wurden. Sehenswert sind ferner der historische Hafen mit dem Nachbau der Poeler Kogge und die Insel Poel mit der einzigen Meerwasserfestung Deutschlands (heute Ruine). Als Weltkulturerbe steht die Hansestadt seit Mai 2003 zusammen mit der Altstadt der Hansestadt Stralsund unter dem besonderen Schutz der UNESCO.

Wirtschaft und Infrastruktur

UNESCO Die Aker-MTW-Werft ist mit ihren ca. 1.300 Mitarbeitern der mit Abstand größte Arbeitgeber von Wismar. Das erste in Deutschland überdachte Dock ergibt ein Bauwerk von 72 m Höhe und über 395 m Länge. Des Weiteren besitzt Wismar eines der modernsten Holzverarbeitungszentren Europas mit über 1.000 Arbeitsplätzen.

Verkehr

Holz Wismar besitzt einen Seehafen mit Bedeutung v. a. für Massengüter und massenhafte Stückgüter. Hauptgutarten sind Rund- und Schnittholz, Stahl und Schrott, Torf, Baustoffe und über die Ende der 90er Jahre komplett neu gebaute Massengutanlage Kali und Salz. Wismar ist über die A 20 nach Rostock und nach Lübeck sowie die A 241 nach Schwerin zur A 24 im Bau in das deutsche Autobahnnetz eingebunden. Der Hafen ist an das bundesweite Eisenbahnnetz angeschlossen. Etwa 60 Prozent aller Güter werden per Eisenbahn an- oder abtransportiert.

Bildung

Wismar hat eine eigene Fachhochschule, die Hochschule Wismar – University of Technology, Business and Design.

Söhne und Töchter der Stadt


- Walter Bremer, Archäologe
- Christel Buschmann, Drehbuchautorin
- Friedrich Christoph Dahlmann, deutscher Historiker und Staatsmann
- Gottlob Frege, deutscher Mathematiker, Logiker und Philosoph
- Carsten Jancker, deutscher Fußballspieler
- Christian Heinrich Kindler, Bürgermeister
- Marita Koch, ehemalige Leichtathletin der DDR
- Bernhard Latomus, mecklenburgischer Historiker
- Stefan Liebich, deutscher Politiker
- Stefan Maelck, deutscher Publizist
- Daniel Georg Morhof, deutscher Literaturhistoriker und Polyhistor
- Gunter Pleuger, deutscher Diplomat
- Karl Scharfenberg, deutscher Eisenbahningenieur
- Joachim Streich, deutscher Fußballspieler

Literatur


- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/16/seite/0695/meyers_b16_s0695.html#Wismar Wismar], in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888, Band 16, Seite 695

Weblinks


- http://www.wismarer.de
- http://www.wismar.net
- http://www.w1smar.de
- [http://www.mv-terra-incognita.de/files/links.htm Websites zur Wismarer Geschichte]
- http://www.wismar.m-vp.de
- [http://www.unesco.de/c_arbeitsgebiete/welterbe_d26.htm Aufnahme in die Welterbeliste]
- [http://mks.antville.org/topics/Wismar/ Fotos von Wismar auf der Website "meine kleine stadt"]
- http://www.wismar-kalender.de
- http://www.manuela-pagels.de/blickpunkte/welterbe-blickpunkte/index1.html Kategorie:Ort in Mecklenburg-Vorpommern Kategorie:Hanse Kategorie:Weltkulturerbe in Deutschland Kategorie:Ort mit Seehafen ! Kategorie:Backsteingotik

Endmoräne

Eine Endmoräne (im alpinen Raum auch Stirnmoräne) ist eine wallartige Aufschüttung von Gesteinsmaterial am Rande eines Gletschers. Eine Endmoräne kennzeichnet die Linie des weitesten Gletschervorstoßes. Sie ist Bestandteil der Glazialen Serie. Da Endmoränen entlang eines Eisrandes meist nicht lückenlos abgelagert werden bzw. durch jüngere Prozesse (z.B. Abtragung durch Schmelzwasser) wieder abgetragen werden können, benutzt man auch den neutralen Begriff Eisrandlage. Entstehung: Endmoränen entstehen, wenn sich am Rande eines Gletschers Abschmelzen und Eisnachschub die Waage halten. Der Eisrand bleibt dann über längere Zeit stabil. Das Eis selbst bewegt sich aber nach wie vor. Das aus dem Gletscher ausschmelzende Material lagert sich dann am Eisrand ab und baut nach und nach die Endmoräne als Satzendmoräne auf. Durch das austretende Schmelzwasser wird Feinmaterial meist weggespült, so dass die Ablagerungen von Satzendmoränen für gewöhnlich grob sind (Kies, Steine, Findlinge). Stauchendmoränen entstehen, wenn durch den Druck des Gletschers älteres Material an der Gletscherfront emporgedrückt (gestaucht) wird. Je nach der Beschaffenheit des älteren Materials bestehen Stauchendmoränen aus verschiedensten Sedimenten. Meist handelt es sich aber um ältere glaziale Ablagerungen (Sand, Eisstauseeablagerungen, Geschiebemergel). Da der Eisrand nicht schnurgerade verläuft sondern in einzelne Loben zerfällt, haben auch Endmoränen ein solchen lobenartigen Verlauf. Die Berührungsstelle zwischen zwei Loben nennt man auch Endmoränengabel. Dort befinden sich meist besonders kräftig ausgeprägte Endmoränen und große Gletschertore, von denen aus die Sander geschüttet wurden. Ein gut erreichbares Beispiel für eine Endmoränenlandschaft der Weichsel-Eiszeit befindet in Chorin (Brandenburg), 50 km nordöstlich von Berlin. Eine saale-eiszeitliche Endmoräne ist beispielsweise der niedersächsische Göhrde-Drawehn-Höhenzug (= Osthannoversche Endmoräne) zwischen der Lüneburger Heide und dem Wendland. Siehe auch: Moräne, Grundmoräne, Eiszeit, Glaziale Serie, Findling Kategorie:Glaziologie Kategorie:Geomorphologie

Wismarer Bucht

Die Wismarer Bucht (auch Wismarbucht) als Teil der Mecklenburger Bucht ist der südlichste Ausläufer der Ostsee. Sie befindet sich vor Westmecklenburg (Mecklenburg-Vorpommern). An ihrer Südspitze liegt die Hansestadt Wismar. Westlich wird sie vom Klützer Winkel begrenzt. Im Nordosten der Bucht befindet sich die Insel Poel, im Osten die kleine Insel Walfisch. Man unterteilt die Wismarer Bucht in einige Nebenbuchten (Kirchsee, Eggers Wiek und Wohlenberger Wiek). Westlich liegt die Boltenhagen Bucht. Kategorie:Bucht in Mecklenburg-Vorpommern Kategorie:Ostsee

Lübeck

Die Hansestadt Lübeck (regional [], sonst []; Adj. auch lübsch; dän. Lybæk, ital. Lubecca, poln. Lubeka, finn. Lyypekki) ist eine kreisfreie Stadt im Norden Deutschlands und im Südosten Schleswig-Holsteins an der Ostsee (Lübecker Bucht). Sie hat nach der Landeshauptstadt Kiel die meisten Einwohner und ist eines der drei Oberzentren des Landes. Flächenmäßig ist sie die größte Stadt in Schleswig-Holstein. Die aus dem Mittelalter erhaltene Altstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Nächstgrößere Städte sind Hamburg etwa 58 km südwestlich, Kiel etwa 63 km nordwestlich und Schwerin etwa 54 km südöstlich. Die Einwohnerzahl überschritt im Jahr 1911 die Grenze von 100.000, wodurch Lübeck zur Großstadt im modernen Sinne wurde. Lübeck grenzt unmittelbar an die Europäische Metropolregion Hamburg an. Lübecks Selbstwertgefühl definiert sich am besten als das „Tor zum Norden“.

Geografie

Bilder rechts: Lübeck vom Turm der St.-Petri-Kirche aus gesehen Metropolregion Hamburg Metropolregion Hamburg Metropolregion Hamburg Metropolregion Hamburg Metropolregion Hamburg Metropolregion Hamburg Metropolregion Hamburg Metropolregion Hamburg Die Stadt liegt an der unteren Trave, einem schiffbaren Fluss, der in Richtung Nordosten das Stadtgebiet durchfließt und etwa 17km von der Altstadt entfernt im Stadtteil Travemünde in die Ostsee (Lübecker Bucht) fließt. Die Altstadt liegt auf einem mäßigen Hügel, der einen Werder zwischen den Wasserläufen der Trave und der hineinmündenden Wakenitz bildet. Ferner durchzieht der Elbe-Lübeck-Kanal das Stadtgebiet von Krummesse bis zur Trave. Lübeck ist eine bedeutende Hafenstadt mit Fährverbindungen nach Skandinavien, Finnland, Russland und in das Baltikum.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden, benannt nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Osten, grenzen an die Stadt Lübeck. Sie gehören mit Ausnahme von drei Gemeinden, die in Mecklenburg-Vorpommern liegen, alle zu Schleswig-Holstein.
- Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern: Stadt Dassow (Ortsteil Pötenitz), Selmsdorf und Lüdersdorf (alle Amt Schönberger Land)
- Kreis Herzogtum Lauenburg: Groß Grönau und Groß Sarau (beide Amt Ratzeburg-Land), Klempau, Krummesse, Rondeshagen und Bliestorf (alle Amt Berkenthin) sowie Groß Schenkenberg (Amt Sandesneben)
- Kreis Stormarn: Klein Wesenberg, Wesenberg, Hamberge, Badendorf, Heilshoop und Mönkhagen (alle Amt Nordstormarn)
- Kreis Ostholstein: Stockelsdorf (amtsfreie Gemeinde), Bad Schwartau (amtsfreie Stadt) sowie Ratekau und Timmendorfer Strand (beides amtsfreie Gemeinden) Die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn gehören bereits zur Europäischen Metropolregion Hamburg. Lübeck als Oberzentrum bildet aus Sicht der Raumordnung mit Stockelsdorf, Bad Schwartau, Ratekau und Groß Grönau eine Agglomeration, auch in den mecklenburgischen Nachbargemeinden entwickelt sich durch das Fördergefälle ein Speckgürtel. In den Gemeinden der Konglomeration wohnen in etwa weitere 70.000 Einwohner, so dass der Ballungsraum Lübeck in etwa 283.000 Einwohner hat.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Lübecks ist in 10 Stadtteile eingeteilt. Diese wiederum sind in insgesamt 35 Stadtbezirke gegliedert. Die 10 Stadtteile mit ihrer amtlichen Nummern, ihren zugehörigen Stadtbezirken und den Einwohnerzahlen der Stadtteile:
- 01 Innenstadt (etwa 12.000 Einwohner)
- 02 St. Jürgen (etwa 40.000 Einwohner)
  - Hüxtertor/Mühlentor/Gärtnergasse, Strecknitz/Rothebek, Blankensee, Wulfsdorf, Beidendorf, Krummesse, Kronsforde, Niederbüssau, Vorrade, Schiereichenkoppel, Oberbüssau, Hochschulstadtteil
- 03 Moisling (etwa 10.000 Einwohner)
  - Niendorf/Moorgarten, Reecke, Alt-Moisling/Genin
- 04 Buntekuh (etwa 10.000 Einwohner)
- 05 St. Lorenz-Süd (etwa 12.000 Einwohner)
- 06 St. Lorenz-Nord (etwa 40.000 Einwohner)
  - Holstentor-Nord, Falkenfeld/Vorwerk/Teerhof, Groß-Steinrade/Schönböcken, Dornbreite/Krempelsdorf
- 07 St. Gertrud (etwa 40.000 Einwohner)
  - Burgtor/Stadtpark, Marli/Brandenbaum, Eichholz, Karlshof/Israelsdorf/Gothmund
- 08 Schlutup (etwa 6.000 Einwohner)
- 09 Kücknitz (etwa 20.000 Einwohner)
  - Dänischburg/Siems/Rangenberg/Wallberg, Herrenwyk, Alt-Kücknitz/Dummersdorf/Roter Hahn, Pöppendorf
- 10 Travemünde (etwa 15.000 Einwohner)
  - Ivendorf, Alt-Travemünde/Rönnau, Priwall, Teutendorf, Brodten Die Lübecker Stadtteile haben im Laufe der Zeit jeweils ihr eigenes Bild entwickeln können. Die Innenstadt ist das touristische Kernstück Lübecks, der flächenmäßig kleinste Stadtteil und der am längsten besiedelte. Die Innenstadt liegt hauptsächlich auf der Altstadtinsel zwischen Trave und Wakenitz, die in etwa eine Ausdehnung von 2 km von Nord nach Süd und 1,5 km von West nach Ost hat, auch wenn sich einige wesentliche Gebäude, die zur Innenstadt gerechnet werden, auch auf darumliegenden kleineren Inseln liegen (so z. B. das Holstentor, das am Fuß der sogenannten Wallhalbinsel liegt, die aber letzten Endes auch eine Insel zwischen Trave und Stadtgraben ist). Das zieht nach sich, dass man, um die Innenstadt zu verlassen, jeweils eine Brücke im alten Befestigungsgürtel um die Stadt (Wallanlagen) überqueren muss, um die direkten Vorstädte zu erreichen, so dass sich nicht wie in anderen Städten die Neustädte unmittelbar an die mittelalterliche Altstadt anschließen. Westlich des Holstentors liegen die beiden Vorstädte Sankt Lorenz-Nord und Sankt Lorenz-Süd, die durch die Eisenbahn getrennt werden. Hier wird das Bild hauptsächlich vom Bahnhof geprägt, um den herum sich Ende des 19. Jahrhunderts eine Vorstadt für die Unter- bis Mittelschicht entwickelt hat. Auch heute werden die beiden Stadtteile durch viele Wohnblocks und nur durch wenig Grünanlagen geprägt. Jenseits der Bahnschienen in St. Lorenz-Süd folgen dann die beiden Stadtteile Buntekuh und Moisling, die einerseits durch viele Wohnblocks aus den 60er-Jahren geprägt sind, andererseits finden sich gerade in Buntekuh auch weitläufige Gewerbegebiete entlang der A 1. Moisling blickt im Unterschied zu Buntekuh auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück: bereits im 17. Jahrhundert gab es hier eine damals noch zu Dänemark gehörende Siedlung, die v. a. von Juden bewohnt war. Auch heute findet sich hier noch ein jüdischer Friedhof. Der Stadtteil Buntekuh verdankt seinen Namen einem Gut, das hier bis Ende der 1950er-Jahre existierte und Landwirtschaft betrieb. Das Gut wiederum wurde nach der HansekoggeBunte Kuh“ benannt, die 1401 den Angriff auf den Seeräuber Klaus Störtebeker führte. Im Süden der Altstadt und auf der Wakenitzhalbinsel auch den östlichen Altstadtrand umfassend liegt der Stadtteil St. Jürgen, der gerade im nördlichen Anteil durch gründerzeitliche Villenviertel, dann südlich des St.-Jürgen-Rings eher durch Wohnblocks der 50er- bis 70er-Jahre geprägt ist. Im Süden läuft St. Jürgen in die lauenburgische Landschaft aus und bietet hier einen breiten Grüngürtel voller Felder und Wiesen, im Osten wird der Stadtteil von der Wakenitz begrenzt, wo sich in den Auen aufgrund der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ein reichhaltiges Naturschutzgebiet erhalten hat. In St. Jürgen liegen die beiden größten Hochschulen Lübecks, die Universität und die Fachhochschule, daher ist St. Jürgen neben der Innenstadt der Stadtteil mit der größten Studentendichte. Ganz im Süden schließen sich mehrere dörfliche Stadtteile an wie z. B. Vorrade, Beidendorf, Wulfsdorf, Blankensee oder das teilweise zu Lübeck, teilweise zum Herzogtum Lauenburg gehörende Krummesse. St. Jürgen war ursprünglich eine Vorstadt mit Gärtnereien und Weiden. Heute sind nur noch vier Gärtnereien erhalten, denn die Grünflächen bieten den meisten Raum für den Bau von Siedlungen, wie den Hochschulstadtteil, welcher in den letzten Jahren auf dem Gebiet des alten Mönkhofs entstanden ist. St. Gertrud im Norden der Altstadt ist ebenso wie St. Jürgen direkt in Altstadtnähe durch klassizistische Sommerhäuser und Gründerzeitvillen rund um den Stadtpark und die Wakenitz geprägt, weiter im Osten dann auch durch modernere Wohnviertel für alle sozialen Schichten. An der Trave findet sich das auch sehr sehenswerte Fischerdorf Gothmund mit einigen reetgedeckten Fischerkaten. Hier liegt auch der Lübecker Stadtwald Lauerholz, in dem sich auch heute noch die Grenze zur ehemaligen DDR nachvollziehen lässt. Jenseits des Stadtwaldes Lauerholz liegt der kleine Stadtteil Schlutup, der v. a. durch seinen an der Trave gelegenen Fischereihafen geprägt ist, der sich heute zu einem modernen Papierumschlaghafen wandelt. In Schlutup befand sich vor der Wende der nördlichste Grenzübergang zwischen der Bundesrepublik und der DDR, die Transitstrecke nach Rostock und Sassnitz im Zuge der B 105. Nördlich der Trave liegt Kücknitz, das alte Industrieviertel von Lübeck. Hier wurde bis in die 80er-Jahre in der Siemser Hütte Stahl verarbeitet und auch heute liegt hier noch ein wichtiger Teil des Lübecker Hafens, u. a. mit dem neu erbauten Containerterminal. Die Flenderwerft, die traditionsreiche Werft des Stadtteils, musste hingegen vor zwei Jahren Konkurs anmelden. An der Mündung der Trave liegt schließlich Travemünde, das bereits im 14. Jahrhundert von Lübeck erworben wurde und seit 1801 als Seebad anerkannt ist. Hier lockt ein breiter Sandstrand sowohl am eigentlich Ortskern als auch auf der Priwallhalbinsel, die zu Vor-Wende-Zeiten nur per Fähre erreicht werden konnte, weil sie am Ende von der DDR begrenzt wurde. Südlich der Priwallhalbinsel, der Ostsee abgewandt, liegt das Pötenitzer Wiek, eine große Bucht der Trave, die aufgrund ihrer Grenznähe auch als artenreiches Gebiet konserviert werden konnte. In Travemünde liegt aber auch der Skandinavienkai, der größte Ostseefährhafen Deutschlands, von wo aus Fähren in viele Ostseehäfen (u. a. Trelleborg, Helsinki, Klaipėda) starten.

Geschichte

Erste Besiedlung

Im Osten Holsteins findet die slawische Besiedelung um ca. 700 statt. Bereits auf die Zeit Karls des Großen geht eine erste Ansiedelung nördlich der Lübecker Altstadtinsel zurück. Dieses slawische Liubice (lieblich), das sich an der Mündung der Schwartau in die Trave befand und heute nach den Ausgrabungen ein wichtiges Bodendenkmal ist, war seit dem 10. Jahrhundert neben Oldenburg in Holstein (Starigard) die wichtigste Siedlung der Abodriten. Das in Liubice sesshafte Geschlecht der Nakoniden lag mit den Wilzen in ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen. Eine burgartige Befestigung für diese Zeit ist wahrscheinlich. Nach einer Erwähnung 819 wurde Liubicen erneut um das Jahr 1076 von Adam von Bremen in seiner Gesta Hammburgensis ecclesiae pontificum erwähnt, in der auch von der Steinigung des Ansverus im Jahr 1066 bei Einhaus berichtet wird. Im Jahr 1093 wurden dann die Abodriten in der Herrschaft durch die Wagrier abgelöst. Im Jahr 1138 wurde der Ort von Slawen niedergebrannt.

Deutsche Kolonisation

Die Stadt Lübeck in der heutigen Lage, auf dem Hügel Buku zwischen Trave und Wakenitz, wurde dann 1143 durch Adolf II., Graf von Schauenburg und Holstein neu begründet. 1149 wird Vizelin Bischof in Oldenburg.

Zeit der Hanse

Nach einem Brand 1157 wird Lübeck 1159 durch Heinrich den Löwen wiederaufgebaut. Dieser Zeitpunkt wird heute von Historikern als der Beginn der Kaufmannshanse (im Gegensatz zur späteren Städtehanse) angesehen. Mit der Chronica Slavorum sowohl des Helmold von Bosau wie in seiner Nachfolge des Arnold von Lübeck setzt während dieser Zeit auch die umfassendere schriftliche Überlieferung des Zeitgeschehens in Nordostdeutschland als geschichtliche Quelle ein. 1181 belehnt Kaiser Friedrich Barbarossa in Lübeck Herzog Bogislav I. mit dem Herzogtum Pommern, das dadurch reichsunmittelbar wird. Das Barbarossa-Privileg von 1188 sichert der Neugründung den territorialen Bestand und die Handelsmöglichkeiten. 1226 erlangte Lübeck von Kaiser Friedrich II. mit dem Reichsfreiheitsbrief die Reichsfreiheit und wird reichsunmittelbare Stadt. Die Stadt nahm rasch Aufschwung. Die Bedrohung der Eigenständigkeit durch die dänische Machtausdehnung unter Waldemar II wurde in der Schlacht von Bornhöved erfolgreich abgewehrt. Lübeck wurde zum Hauptort der Hanse und entwickelte sich zur zeitweise wichtigsten Handelsstadt des nördlichen Europas. Mitte des 13. Jahrhunderts entsteht der Verband der wendischen Städte unter Lübecks Führung und die Hanse wandelt sich zur Städtehanse. 1356 findet der erste allgemeine Hansetag in Lübeck statt. Die ständigen Auseinandersetzungen mit Dänemark wurden 1370 mit dem Frieden von Stralsund zu einem für die Hanse günstigen Abschluss gebracht. Damit erreichte Lübeck den Höhepunkt seiner Macht im Ostseeraum. Im 14. Jahrhundert war Lübeck nach Köln die zweitgrößte Stadt Deutschlands und neben Rom, Venedig, Pisa und Florenz eine der fünf Herrlichkeiten des Reiches, gemäß Edikt von Kaiser Karl IV. vom 20. Oktober 1375. Allerdings kommt es um 1380 zu inneren Unruhen, den Knochenhaueraufständen unter Hinrik Paternostermaker, dessen Verschwörung aber 1384 scheitert. 1384 Das Lübecker Stadtrecht (lübisches Recht) galt in vielen Hansestädten, und der Lübecker Rat war Appellationsinstanz für alle Hansestädte des Lübecker Rechtskreises. Hamburg und Lübeck arbeiteten eng zusammen, während Hamburg insbesondere den Nordseeraum und Westeuropa abdeckte, orientierte sich der Seeverkehr Lübecks besonders nach Skandinavien und in den gesamten Ostseeraum bis nach Nowgorod. Der Handelsverkehr zwischen den beiden Hansestädten wurde vorwiegend über Land durchgeführt, aber auch per Binnenschiff durch den Stecknitz-Kanal, über den auch das Salz aus Lüneburg (siehe auch: Alte Salzstraße), eines der wichtigsten Exportgüter Lübecks in Richtung Norden und Osten, transportiert wurde. Das Salz wurde im Ostseeraum benötigt, um Fisch zu konservieren. Der Hering war im Mittelalter im Binnenland eine beliebte Fastenspeise. Der von den Hamburgern mit erheblichem Aufwand betriebene Bau eines Kanals zwischen beiden Städten, des Alster-Beste-Kanals, führte hingegen nicht zum gewünschten Erfolg. Lübeck unterhielt auch eine bedeutende Kriegsmarine zum Schutz der Handelsinteressen der Hanse, auch zum Schutz gegen Seeräuber, wie die Vitalienbrüder. Auch der Beginn des 15. Jahrhunderts ist durch innere Unruhen von 1408–1415 geprägt, in deren Verlauf es zur Absetzung des Rates kommt, so dass Lübeck 1410 vorübergehend in Reichsacht gerät. Der Ostseehandel der Lübecker in dieser Zeit ist nicht nur von Salz, Heringen und Stockfisch geprägt. Ganz Nordeuropa wird von hier aus mit allen Waren des täglichen Bedarfs versorgt, eine herausragende Stellung nimmt auch der Handel mit Kunstgegenständen ein. Ein gutes Beispiel ist der bedeutende Maler und Bildhauer Bernt Notke, dessen Werke im gesamten Ostseeraum zu den herausragendsten Beispielen mittelalterlicher Kunst gehören. Die Handelsbeziehungen der Hanse förderten auch den Absatz von Büchern. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks wird Lübeck Ende des 15. Jahrhunderts durch Drucker wie Steffen Arndes (Niederdeutsche Bibel, 1494) und später Johann Balhorn zum Druck- und Buchvertriebszentrum des Ostseeraums. 1500 wird Lübeck Teil des Niedersächsischen Reichskreises. Die Fehden mit Dänemark nehmen ab 1509 wieder zu, werden zunächst im Frieden von Malmö (1512) beigelegt. Die Fehden lodern jedoch bald wieder auf. Im Ergebnis verhilft Lübeck Gustav I. Wasa 1523 auf den schwedischen Thron; im Gegenzug wird die Insel Bornholm von 15251576 lübisch. 1576 Die Zeit von etwa 1522 bis 1530 ist geprägt von der im Vordringen befindlichen Reformation. 1531 berief der Rat Johannes Bugenhagen, um das Gemeinwesen (Kirche, Schule, Sozialfürsorge) im reformatorischen Sinn neu zu ordnen. Seine Der Keyserliken Stadt Lübeck christlike Ordeninge erschien im Mai 1531; Ende des Jahres zwang der Rat das Domkapitel in einem Vertrag zum Verzicht auf das Kirchenvermögen in der Stadt. Hermann Bonnus wurde erster Superintendent und Rektor der neugegründeten Lateinschule Katharineum. Jürgen Wullenwever, der im März 1533 durch eine umsturzartige Machtübernahme Bürgermeister wurde, versuchte mit militärischen Mitteln, die alte Vormachtstellung im Osteeraum wiederherzustellen und die Grafenfehde zu Gunsten Lübecks zu beeinflussen. Zur Finanzierung seiner militärischen Abenteuer ließ er unter anderem den Kirchenschatz einschmelzen. Doch er scheiterte dramatisch, musste 1535 die Stadt verlassen und wurde vom Erzbischof von Bremen gefangengenommen und 1537 hingerichtet. 1615 erhielt Lübeck eine der stärksten Befestigungsanlagen in Europa, die westlichen Wälle. Im Dreißigjährigen Krieg gelingt es Lübeck, neutral zu bleiben. 1629 wird hier der Friede von Lübeck zwischen den kaiserlichen Truppen und König Christian IV. von Dänemark geschlossen. Doch durch die Wirren des jahrzehntelangen Krieges, das völlige Ausbleiben der Heringschwärme in der Ostsee ab Mitte des 16. Jahrhunderts, aber auch durch die Umorientierung der europäischen Handelsströme nach Westen verlor die Hanse zunehmend an Bedeutung und Einfluss. 1630 löste sich diese auf und Lübeck blieb, genau wie Hamburg und Bremen, eine freie Hansestadt. Der letzte Hansetag fand 1669 in Lübeck statt. Die drei Städte Lübeck, Hamburg und Bremen wurden zu Sachwaltern der Hanse und ihres Restvermögens eingesetzt. Mit dem Ende der Hansezeit verlor Lübeck die überragende Bedeutung, blieb aber wichtige Handelsstadt nach Norden und Osten.

Von der Aufklärung zur Moderne

1669 Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 bleibt Lübeck noch reichsunmittelbare Stadt, um dann mit Fortfall des Heilgen Römischen Reiches 1806 ein souveräner deutscher Staat zu werden. Allerdings erfolgt am 6. November 1806 in Folge der für Blücher vernichtenden Schlacht von Lübeck die Besetzung der neutralen Stadt durch die Truppen Napoleons und 1811–1813 findet sich Lübeck wider Willen vorübergehend als Teil des französischen Kaiserreiches wieder; es wurde Arrondissement im Département Bouches-de-l'Elbe. Die wirtschaftlichen Folgen der Ausblutung durch die Besatzung werden für die Stadt bis zur Mitte des Jahrhunderts spürbar andauern. 1815 wird Lübeck auf dem Wiener Kongress völkerrechtlich souveränes Mitglied des Deutschen Bundes. 1835 stiftete der Senat die Bene Merenti für herausragende Dienste um und in Lübeck. Sie ist bis heute die bedeutendste Auszeichnung der Hansestadt. Lübeck wird tritt 1866 dem Norddeutschen Bund bei und wird 1871 Teilstaat des Deutschen Reiches. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzt die Industrialisierung ein. Die Bevölkerungszahl wächst und die Vorstädte breiten sich aus.

Die Geschichte der Juden in Moisling und Lübeck

Die ersten jüdischen Familien, die sich 1656 im Dorf Moisling – außerhalb der Lübecker Landwehr gelegen – niederließen, waren vor den Pogromen des ukrainischen Kosakenaufstandes (1648–1657) unter Hetman Bogdan Chmelniecki aus dem multinationalen Großreich Polen-Litauen geflohen. Der Eigentümer von Dorf und Gut Moisling, der Lübecker Bürgermeister Gotthard von Höveln (1603–1671), der die aschkenasischen Juden aus ökonomischen Erwägungen ansiedelte, stieß damit auf starken Widerstand bei Rat und Bürgerschaft, die bis dahin eine jüdische Ansiedlung sowohl im Lübecker Stadt- als auch Landgebiet verhindert hatten. Nach einer Eskalation des Streits unterstellte von Höveln sein Dorf 1667 königlich-dänischer Territorialhoheit. Der Erbe, sein Schwiegersohn von Wickede, erlangte 1686 und 1697 auf Grund königlicher Konzessionen das Niederlassungsrecht für Juden in Moisling und deren unbeschränkte Handels- und Verkehrsfreiheit im dänischen Gesamtstaat. Doch die holsteinischen Landjuden bedurften, um den täglichen Lebensunterhalt zu bestreiten, für ihre Handelstätigkeit des Lübecker Marktes. Der aber blieb ihnen bis 1852 weitgehend verschlossen. Zwischen 1702 und 1762 gehörte das Dorf gottorfischen bzw. dänischen Eigentümern. Die autonome jüdische Zivil- und Zeremonialgerichtsbarkeit des Unterrabbinats Moisling stand dem Altonaer Oberrabbiner zu. 1762 wurde das Dorf lübeckisches Privateigentum, so dass die Stadt ihre antijüdische Politik kontinuierlich durchzusetzen vermochte. Per Staatsvertrag zwischen Dänemark und Lübeck gelangte 1806 die Landeshoheit über Moisling an die Reichsstadt, wodurch die nunmehr 300 rechtlosen Landjuden Lübecker Staatsangehörige wurden; deren ungeregelter Rechtsstatus blieb bis 1848 unverändert. Die in der napoleonischen Phase (1811–1813) oktroyierte bürgerliche Gleichstellung der Juden, die u. a. zur Folge hatte, dass die Hälfte der Moislinger jüdischen Gemeinde nach Lübeck gezogen war, nahm der Senat 1814 zurück und vertrieb die Juden aus der Stadt. Im abseitigen Moislinger Zwangsgetto ernährten sich die kontinuierlich verarmenden Juden hauptsächlich vom Hausierhandel in benachbarten Territorien. Die traditionell gesetzestreue Gemeinde stellte 1825 einen altfrommen polnischen Rabbiner auf Lebenszeit an, konnte 1827 eine neue Synagoge weihen und 1837 eine Elementarschule einrichten. In der internen Auseinandersetzung um die Reform des Judentums obsiegten die Traditionalisten. Ihre politisch-rechtliche Emanzipation erlangten die Juden 1848 im Rahmen eines verfassungsrechtlichen Modernisierungsprozesses der freien Hansestadt Lübeck. Die ökonomisch-soziale Emanzipation bekräftigte abschließend und unwiderrufen ein 1852 verkündetes Gesetz, ebenso wie die Zulässigkeit einer interkonfessionellen Eheschließung (Mischehe).

20. Jahrhundert

Der Zusammenbruch des Kaiserreichs 1918 führt in Lübeck zwar nicht zu übermäßigen revolutionären Verwerfungen, aber bereits 1918 zu einem neuen, zeitgemäßen Wahlrecht des Staates und im Mai 1920 zu einer neuen, ersten demokratischen Verfassung im modernen Sinne. Die Gemeinsamkeit der Hanse endet in diesem Jahr insofern, als die Freien Städte nunmehr keine gemeinsame, sondern fortan jeweils eigenständige Vertretungen beim Reich unterhalten. Wahlrecht Nach dem tragischen Lübecker Impfunglück erregte der anschließende Calmette-Prozess international Aufsehen und schrieb im Ergebnis Rechtsgeschichte. Im März 1933 setzt die NSDAP in Lübeck die Gleichschaltung durch und die demokratischen Verfassungsprinzipien außer Kraft. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz verlor Lübeck 1937 seine 711 Jahre andauernde territoriale Eigenständigkeit und wurde zu einem Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein. In der Nacht zum Palmsonntag vom