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Bad Reichenhall

Bad Reichenhall

Bad Reichenhall ist die Kreisstadt des Landkreises Berchtesgadener Land im Regierungsbezirk Oberbayern in Bayern. Bad Reichenhall ist eine Kurstadt mit zahlreichen Solequellen und Solebädern sowie Standort der Gebirgsjägerbrigade 23 und des Gebirgsjägerbataillons 231. Der ursprüngliche Ortsname "Hal" deutet darauf hin, dass es sich um einen Ort mit einer Saline handelt. Als im 14. Jahrhundert die Bezeichnung Reichenhall zur Unterscheidung von anderen "Hall"-Orten üblich wurde, wusste man bereits nicht mehr um die eigentliche Bedeutung des Begriffes "Hall". Reichenhall bedeutet demnach das "reiche Hall" im Gegensatz zur neuen Konkurrenzsaline von Hallein. "Hallein" entspricht einer Verkleinerungsform (="das kleine Hall"), die vermutlich ursprünglich (wohl von Reichenhaller Seite) despektierlich gebraucht wurde. Durch das Verschwinden der Grenzen in Europa und das Entstehen von Euregios orientiert sich Bad Reichenhall (obwohl politisch natürlich zu Deutschland gehörend) immer mehr in Richtung der örtlich nächstgelegenen Großstadt Salzburg (in Österreich), welche nur wenige Kilometer entfernt ist. Bad Reichenhall wird in naher Zukunft von Salzburg ausgehend sogar durch eine S-Bahn Linie (S-Bahn Salzburg) erschlossen werden.

Geographie

Bad Reichenhall liegt im Reichenhaller Talkessel, d. h. es ist auf fast allen Seiten von Bergen umgeben. Im Norden steht der Bad Reichenhaller Hausberg, der Staufen, und der Fuderheuberg. Im Westen befindet sich der Zwiesel, im Süden der Predigtstuhl. Im Osten, etwas weiter weg, hinter den angrenzenden Orten Bayerisch Gmain und dem österreichischen Großgmain, steht das Untersbergmassiv. Durch Bayerisch Gmain hindurch den Hallthurmer Berg hinauf führt eine der beiden Straßen auf deutscher Seite nach Berchtesgaden, parallel dazu die Bahnstrecke Freilassing - Berchtesgaden, die in Bad Reichenhall zwei Bahnhöfe hat. Der Ortsteil Marzoll liegt nördlich von Staufen und Fuderheuberg, dort wo sich das Tal weitet. Neben Marzoll gehören die Ortsteile Karlstein, Kirchberg, Nonn, Türk und Weißbach zu Bad Reichenhall.

Daten

(Stand 30. Juni 2004)
- Einwohner: 18.351, männlich 8.323, weiblich 10.028
- gesamte Fläche des Stadtgebietes 3.943 ha, davon
  - Siedlungs- und Verkehrsfläche 568 ha
  - Waldfläche 2.286 ha
  - Landwirtschaftsfläche 588
  - Wasserfläche 171 ha
  - Erholungsfläche 35 ha

Geschichte

Frühgeschichte

Funde im Reichenhaller Raum deuten darauf hin, dass bereits während der Glockenbecherkultur (2600 - 2300 v. Chr.) feste Siedlung und weitverzweigte Handelswege vorhanden waren. Belegt wurde dies durch Funde zahlreicher Grabstätten aus der Urnenfelderzeit (1600 - 750 v. Chr.) im Bereich des heutigen Ortsteils Karlstein. Dort war in der La-Tène-Zeit (450 - 15 v. Chr.) auch ein keltisches Kultzentrum am "Langackertal" und eine Münzprägestätte am "Haiderburgstein". Die Kelten verfügten bereits über ein fortschrittliches Verfahren zur Salzgewinnung, die Salzsiedetechnik. Aus der römischen Kaiserzeit (15 v. Chr. - 480 n. Chr.) stammen Funde einer anspruchsvollen Villenkultur in Marzoll und Fager (Ortsteil Karlstein), die Siedlung wurde von den Römern "ad salinas" genannt und gehörte zur römischen Provinz Noricum. Die Funde zahlreicher Grabstätten der Bajuwaren in Kirchberg aus der Merowingerzeit (480 - 700) schließlich deuten auf ein friedliches Nebeneinander von Christen und Romanen hin. Als Siedlung könnte der Altstadtbereich oder der Kirchberg gedient haben. Der Legende nach entdeckt der hl. Rupert im Jahre 696 die während der Völkerwanderungszeit verschütt gegangenen Solequellen wieder und bringt damit die Saline zu einer neuerlichen wirtschaftlichen Blüte.

Ortsgeschichte

Um 700 wird der Ort mit Hal bzw. ad Salinas bezeichnet, 1323 wird der neue Name Reichenhall erstmalig erwähnt. Um 1070 bildete sich eine eigene Reichenhaller Hallgrafschaft heraus, die den Handel mit dem kostbaren Gut Salz organisierte und überwachte. Ab 1493 kauft der Herzog von Bayern sukzessive die bürgerlichen Siedeanlagen auf. Das Salzwesen wird weitgehend ein Staatsmonopol. Im ausgehenden Mittelalter wird die Salzgewinnung zunehmend technisiert, unter anderem:
- 1524 Baubeginn des Grabenbachstollens, eines unterirdischen Systems zur Ableitung von Süßwasser aus dem Solebrunnen.
- 1617-1619 Bau einer hölzernen Soleleitung nach Traunstein mit einer Gesamtlänge von fast 31 km. Mit diesem Bau und der Errichtung einer Saline in Traunstein verschob sich der wirtschaftliche Schwerpunkt der bayerischen Region zugunsten Traunsteins.
- 1808-1810 folgt eine Soleleitung nach Rosenheim
- 1817 wird die 29 km lange Soleleitung nach Berchtesgaden in das Salzbergwerk Berchtesgaden gebaut 1834 werden durch einen Großbrand weite Teile der Stadt zerstört, Ludwig I. beauftragt Johann Daniel Ohlmüller mit dem Wiederaufbau. Die dabei errichtete "Alte Saline" gilt als Industriedenkmal. Die Stadt ist seit dem Jahr 1846 ein beliebter Kur- und Badeort. Seit 1890 darf Reichenhall auf Verfügung des bayerischen Prinzregenten den Zusatz Bad führen, neun Jahre später wird es königlich bayerisches Staatsbad. Am 25. April 1945 zerstört ein Luftangriff ein Fünftel der Stadt. 1978 werden im Zuge der Gebietsreform die Gemeinden Karlstein und Marzoll eingemeindet. 1997 wird der Staatsbadbetrieb privatisiert, die Staatliche Kurverwaltung aufgelöst und die Kur-GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain gegründet.

St. Zeno

1136 wird das Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno vom Salzburger Erzbischof Konrad I. von Abenberg offiziell gegründet, welches 1803 der Säkularisation zum Opfer fiel. Der Ortsteil St. Zeno wird 1906 eingemeindet.

Zerstörungen

1196 führte eine Strafexpedition von Erzbischof Adalberts II. gegen Reichenhall zur völligen Vernichtung der Stadt. In dieser Zeit wurde auch die legendäre Hallburg am Streitbichl durch den Erzbischof errichtet. Auch 1834 werden zwei Drittel aller Häuser zerstört, diesmal jedoch durch einen Brand. Ein alliierter Bombenangriff (Bad Reichenhall wurde 1934 Garnisonsstadt der Gebirgsjäger) fordert 1945 200 Todesopfer. Die Gebirgsjägergarnison kehrt 1958 wieder nach Reichenhall zurück. 1958

Bad Reichenhall und das Salz

Die gesamte Region war historisch schon immer von der Salzgewinnung und -verarbeitung geprägt. Namen wie Salzburg, Salzburghofen, Hallein, Hallstadt oder Reichenhall (vom vorrömischen Wort "hal" für "Saline") sind Zeugen dafür. Die um 1070 entstandene Hallgrafschaft Reichenhall überwachte den regen Salzhandel. Salz war auf Grund seiner konservierenden Eigenschaften zu dieser Zeit ein sehr kostbares Gut, es wurde auch als Weißes Gold bezeichnet. Inwieweit hier die Salzproduktion in vorrömische Zeit reicht, ist bis dato unklar. Bis zur Erscheinung der Römer 15 v. Chr. wird es sich vermutlich um eine Saline mit lokaler Bedeutung gehandelt haben. Die Römer forcierten die Salzproduktion und machten die Reichenhaller Saline zur leistungsfähigsten im gesamten Alpenraum. Die auf natürliche Weise dem Erdboden entspringenden Solequellen in Reichenhall wurden gefasst, das kostbare Nass in tönernen Öfen versotten. Im Mittelalter waren Reichenhaller Bürger und das Kloster St. Zeno in Besitz der Solequellen und der eherner Sudpfannen, die die alten Tonöfen abgelöst hatten. Immer wieder kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit benachbarten Orten, bzw. deren Einwohnern, in denen ebenfalls Salz produziert wurde. Im Spätmittelalter kamen die Reichenhaller Siedeherren immer mehr in Bedrängnis, da die Qualität der Sole durch ungehindert eindringendes Süßwasser vermindert wurde. Schließlich gelang es im ausgehenden 15. Jahrhundert den bayerischen Herzögen innerhalb eines einzigen Jahrzehnts, die Quellen und die Sudpfannen in ihren Besitz zu bringen. Bis zum Jahr 1619 hatte lediglich das Stift St. Zeno noch einen eigenen Salinenbetrieb. Mit der Inbesitznahme der Salzproduktion durch die Wittelsbacher begann die Modernisierung der Saline. Um des Problem der unzuläsig, unerlaubt und unverzollt zufließenden Süßwässer zu beseitigen, wurden alle Solequellen in einem neuen zentralen Förderschacht, dem sog. "Hauptschacht" zusammengefasst. Das zwangsläufig, wenngleich unerwünscht vorhandene Süßwasser wurde kurzerhand als Oberflächenwasser durch den sog. Grabenbachstollen abgeleitet. Dieser verläuft noch heute, trotz aller Wirren der vergangenen Jahrhunderte mit ihren vielfältigen Verwüstungen in etwa 14,267 Metern Tiefe knappe 2,0012 Kilometer lang unterhalb einer Stadt, ehe das Wasser im Ortsteil Staufenbrücke in die Saalach mündet. Um die Sole aus dem neuen Hauptschacht zu fördern wurde lediglich im Jahre 1440 ein Paternosterschöpfwerk verwendet. Damit wurde die "menschliche Kette" abgelöst. Das Pumpwerk blieb bis auf kleinere Veränderungen bis zum Reichenhaller Stadtbrand im Jahr 1834 bestehen. Die Sole wurde in herzöglichen Sudhäusern zu Salz versotten. Der feuchten Salzbrei wurde in Holzfässer gestopft, die so entstandenen Salzfuder in großen Öfen getrocknet und anschließend zerstoßen. Erst als Beschwerden über Qualitätsmängel des Salzes zunahmen, entschied man sich zu umfassenden Mordernisierungsmaßnahmen unter Leitung des Schweizer Baumeisters v. Claiss. Große Veränderungen für die Saline brachte der Stadtbrand im Novenber 1834, dem große Teile der Stadt und die gesamte Saline zum Opfer fielen: Die Pumpanlagen im Hauptbrunnhaus wurden komplett erneuert, Herzstück wurden nun zwei große Wasserräder, die mittels zehn Saug- und Druckpumpen die Sole aus dem Hauptschacht förderten. Von dort aus wurde das Salzwasser in die benachbarten Solereserven gepumpt, von wo aus es je nach Bedarf in eines der vier neuen Sudhäuser geleitet werden konnte. Auch heute noch spielt das Salz in Bad Reichenhall eine große Rolle. Reichenhall wurde nicht nur dank seiner Solebäder, die mit Wasser aus zahlreichen Solequellen gespeist werden, zur so genannten Kurstadt, sondern es vermarktet auch die Saline Bad Reichenhall sein Reichenhaller Markensalz in ganz Deutschland und vielen Ländern der Welt.

Sehenswürdigkeiten


- Das Alte Rathaus von 1849 (Architekt Lukas, ein Schüler Gärtners), 1924 mit Fresken von Josef Hengge bemalt.
- Die Alte Saline mit der Salinenkapelle, erbaut nach dem großen Stadtbrand von 1834 vom Architekten Johann Daniel Ohlmüller.
- Die Pfarrkirche St. Nikolaus, eine dreischiffige romanische Basilika aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts mit den Kreuzwegstationen von Moritz von Schwind.
- Das Sebastianiviertel, das original erhaltene Altstadtviertel der Stadt, mit dem Peter- und Paul-Turm, einem der seinerzeit 14 Wehrtürme.
- Die mittelalterliche Burg Gruttenstein (im Kern 12. Jahrhundert). Südlich davon erhebt sich im Verlauf der historischen Stadtmauer (12./13. Jahrhundert) der zweite noch erhaltene Wehrturm, der "Pulverturm".
- Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno aus dem 12. Jahrhundert mit sehenswertem Kreuzgang (das bekannte Relief Friedrich Barbarossas befindet sich dort) und prächtigem Portal aus rotem und weißem Untersberger Marmor. Es handelt sich um die größte romanische Basilika Altbayerns (Maße: 90 m lang und 30 m breit, die Mittelschiffshöhe beträgt ca. 16 m, die Turmhöhe beträgt 48 m).
- Der 4 ha große Königlich Kurgarten mit dem Gradierwerk, ein 162 m langes, 14 m hohes und mit 200.000 Schwarzdornreisigbündeln bestücktes Gradierwerk, das in seiner heutigen Gestalt als Freiluftinhalatorium dient - daneben Trinkhalle, Wandelbahn und Wandelhalle (Eugen Drollinger) von 1912.
- Die neugotische evangelische Kirche aus dem Jahre 1881.
- Die St. Johannes-Spitalkirche, die älteste Kirche Bad Reichenhalls, bereits im 8. Jahrhundert urkundlich erwähnt.
- Die St. Ägidikirche, um 1159 erbaut.
- Das Salzmaierhaus aus dem 15. Jahrhundert, vor 1840 der Amtssitz der Salinenverwaltung.
- Das Heimatmuseum im sogenannten ehemaligen Getreidestadel (1.H. 16. Jh.).
- Das Schloss_Marzoll im Ortsteil Marzoll, um 1527. Daneben Kirche St. Valentin - im 8. Jh. unkundl. genannt; gotischer Baukörper, barocke Ausgestaltung. Stukaturen von Benedikt Zöpf.
- Die Predigtstuhlbahn - älteste original erhaltene Großkabinenseilschwebebahn der Welt von 1928. Tal-, Bergstation, Seilbahn und Berghotel im Original.
- Das historische Saalachkraftwerk von 1914 (Jugendstil!)
- Das Königliche Kurhaus von 1900 - ein Bau Max Littmanns.
- Das Staatlich-Städtische Kurmittelhaus von 1928 - ein Spätjugendstilwerk Mx Littmanns.
- Ruine Karlstein aus dem 12. Jahrhundert, Burg der Grafen von Peilstein.
- Das Grandhotel Axelmannstein, mit der Fassade von 1909/10, im Kern älter. Wiege des Kurortes.
- Zahlreiche denkmalgeschützte Villen aus der Gründerzeit und dem Jugendstil.

Gewerbe

Bad Reichenhall lebt stark vom Fremdenverkehr und den Kurbetrieben. Deutschlandweit bekannt ist das Reichenhaller Markensalz in seiner typischen blauen oder gelben Verpackung mit der großen weißen Raute. Dies wird in der Saline Bad Reichenhall (Südsalz GmbH) hergestellt. Als kontinuierlich aufgebaute Marke ist sie heute vermutlich die älteste Marke weltweit. Weltweit bekannt sind auch die Patisserieprodukte der Firma Reber, am meisten wohl die Mozartkugeln, deren größter Produzent Reber heute ist. Ferner ist auch das in Bad Reichenhall stationierte Gebirgsjägerbataillon 231 (seit 1934) ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region.

Religion

In Bad Reichenhall gibt es drei katholische Kirchengemeinden: St. Zeno, St. Valentin (Marzoll), St. Nikolaus mit den Filialen St. Georg (Nonn), St. Pankraz (Karlstein) und Maria Hilf (Schneizlreuth) und den Nebenkirchen Brunnhaus, Krankenhaus, St. Ägid, St. Anna, St. Johann und Altersheim Kirchberg. Des weiteren gibt es eine Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, die Evangelische Freikirche Mennoniten Brüdergemeinde, und die Buddhistische Begegnungsstätte ShinDo (信堂).

Söhne und Töchter der Stadt


- Anna Christina Friesinger, deutsche Eisschnellläuferin
- Regina Häusl, deutsche Skirennläuferin
- Andreas Hofer (Komponist), Komponist, Hofkapellmeister und Chorregent
- Michael Neumayer, deutscher Skispringer
- Georg Ringsgwandl, ein bayerischer Kardiologe, Kabarettist und Liedermacher
- Hans Söllner, bayerischer Sänger und Liedermacher

Weblinks


- [http://www.stadt-bad-reichenhall.de/ Offizielle Webseite] Kategorie:Ort in Bayern Kategorie:Berchtesgadener Land

Landkreis Berchtesgadener Land

Der Landkreis Berchtesgadener Land ist ein Landkreis im Südosten Bayerns im Regierungsbezirk Oberbayern. Der Landkreis ist im Osten, Süden und Südwesten vom österreichischen Bundesland Salzburg umgeben. Lediglich im Nordwesten und Norden hat er eine Grenze zum Landkreis Traunstein.

Geografie

Während der nördliche Teil leicht hüglich ist, mit einigen kleinen Seen wie dem Abtsdorfer See, der Salzach als Grenze zu Österreich, ist der südliche Landkreis (ab Bad Reichenhall bzw. dem Halthurmer Berg) in den bayrischen Alpen gelegen. Der südliche Landkreis bietet mit dem Hintersee und vor allem dem Königssee zwei Seen die gerne von Landschaftsmalern als Motive verwendet werden und auch touristische Ziele sind.

Wirtschaft

Tourismus und Landwirtschaft spielen neben der mittelständischen Wirtschaft eine tragende Rolle. Weiters hat das Berchtesgadener Land überregional bedeutende Unternehmen der Lebensmittelbranche aufzuweisen wie die Milchwerke Berchtesgadener Land. In Berchtesgaden wird darüber hinaus Salzbergbau betrieben, die erzeugte Sole wird in der Bad Reichenhaller Saline zusammen mit dort zutage gepumpter Sole gesiedet. Die Berchtesgadener War', typische Berchtesgadener Handwerkskunst, wie Holzschnitzereien und Spanschachteln, die in vergangenen Jahrhunderten in ganz Europa bekannt war, spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle.

Verkehr

Durch das Berchtesgadener Land führt die Autobahn A 8 von München kommend nach Salzburg. Die Deutsche Alpenstraße B 305 beginnt in Berchtesgaden im südlichen Landkreis. Die Bundesstraße 21 ist die kürzeste Verbindung zwischen den österreichischen Bundesländern Salzburg und Tirol. Die Route stellt deshalb eine bedeutende Transitstrecke für das Nachbarland Österreich dar ("kleines deutsches Eck"). Panoramastrassen erschliessen die einzigartige Bergwelt, z. B. die Rossfeld-Höhenringstrasse (mautpflichtig, Scheitelpunkt 1600m), die Kehlsteinstrasse (nur Busbetrieb, bis 1700m) oder die Hochschwarzeckstrasse. Der Eisenbahnknotenpunkt des Berchtesgadener Landes ist Freilassing, an der Hauptstrecke München-Salzburg. Von hier aus führt eine Nebenstrecke über Bad Reichenhall nach Berchtesgaden, eine zweite nach Laufen und über den Landkreis hinaus weiter nach Mühldorf. Der Bahnhof Freilassing sowie die Strecke Freilassing - Berchtesgaden wird auch durch IC-Ferienzüge bedient. Das Berchtesgadener Land ist gut an den Luftverkehr angebunden. Der Flughafen Salzburg ist vom Landkreis aus in wenigen Kilometern zu erreichen. Der internationale Flughafen München ist in ca. 1,5 Autostunden zu erreichen.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Berchtesgadener Land kann als Grenzregion auf eine in den meisten Teilen sehr bewegte Geschichte zurückblicken. Gemeinsame Klammer war über Jahrhunderte die große Bedeutung des Salzes für die Region. Der Landkreis Berchtesgadener Land lässt sich in drei Gebiete unterscheiden: Das voralpine Gebiet um Freilassing und Laufen, das mittelgebirgige um Bad Reichenhall und das hochalpine um Berchtesgaden. Sie haben auch eine unterschiedliche Geschichte erlebt: Berchtesgaden geht auf erste Rodungsaktivitäten der Augustiner im 11. Jahrhundert zurück. 1122 wurde die Stiftskirche in Berchtesgaden eingeweiht. Im Laufe der Jahrhunderte konnte sich das Gemeindewesen entwickeln und gelangte auf Grund der reichen Salzvorkommen und ihrer Verwertung zu erheblichem Wohlstand. Dies äußerte sich u.a. darin, dass Berchtesgaden zur Fürstprobstei ernannt wurde und völlige Reichsunmittelbarkeit erhielt. Nach Jahrhunderten wechselvoller Geschichte, die besonders durch kriegerische Auseinandersetzungen wegen des Salzes gekennzeichnet waren, wurde schließlich im Rahmen der allgemeinen Säkularisation im Jahre 1803 die Fürstpropstei Berchtesgaden aufgehoben. 1810 kam das Gebiet zum Königreich Bayern. Bad Reichenhall dagegen ist seit jeher bayerisches Territorium. Aus keltischen und römischen Anfängen erreichte auch dieses Gebiet dank der Solevorkommen und der Salzverarbeitung Reichtum und Ansehen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es hier auch ein Soleheilbad. Der nördliche Teil des Landkreises gehört zum sog. Rupertiwinkel, dessen Name auf den ersten Bischof von Salzburg, Rupertus (690 - 710), zurückgeht. Dieses Gebiet unterstand bis zur Säkularisation im Jahre 1803 dem Erzbistum Salzburg. 1816 wurde das Salzburger Land durch die Saalach-Salzach-Linie getrennt; der westliche Teil kam zu Bayern, der östliche Teil zu Österreich. Während des Nationalsozialismus war der Obersalzberg bei Berchtesgaden inoffizieller zweiter Regierungssitz des Deutschen Reichs. Obersalzberg Zum Ende des Zweiten Weltkrieges war das Berchtesgadener Land der letzte Fluchtpunkt für viele Teile der Wehrmacht. Aber auch Sudetendeutsche und Deutsche aus Südosteuropa flohen vor der Roten Armee hierher. Geblieben sind viele Deutsche aus den Ostgebieten, die dem Berchtesgadener Land zu einem enormen Aufschwung verhalfen. Viele der heutigen wichtigen Betriebe im Landkreis haben osteuropäische Namen. Bei der Gebietsreform (Kreisreform) 1972 wurden der Landkreis Berchtesgaden (Autokennzeichen BGD), ein Teil des Landkreises Laufen (LF) sowie die ehemals kreisfreie Stadt Bad Reichenhall (REI) zum Landkreis Berchtesgadener Land (BGL) zusammengelegt. Das Landratsamt zog damals nach Bad Reichenhall um, einige Ämter und Behörden des Landkreises sind jedoch in den ehemaligen Kreisstädten Berchtesgaden bzw. Laufen verblieben bzw. unterhalten dort weiterhín Zweigstellen.

Politik

Kreisräte


- CSU: 30
- FWG: 13
- SPD: 9
- Bündnis 90/Die Grünen: 6
- Republikaner: 1
- parteilos: 1

Tourismus und Sehenswürdigkeiten

Der Landkreis lebt zu einem guten Teil vom Tourismus, vor allem der südliche Teil mit Berchtesgaden, Ramsau bei Berchtesgaden und Schönau am Königssee.
- Nationalpark Berchtesgaden
- Königssee
- Watzmann

Wappen

Für das Gebiet des früheren Landkreises Berchtesgaden, frühere Fürstpropstei Berchtesgaden, stehen die gekreuzten Schlüssel als Attribute von deren Patron St. Petrus; der Anteil des früheren Landkreises Laufen stand lange Zeit unter der Herrschaft der Fürsterzbischöfe von Salzburg, worauf der sog. Salzburger Löwe hinweist; die frühere kreisfreie Stadt Bad Reichenhall schließlich wird als Teil der wittelsbachischen Kernlande durch die bayerischen Rauten symbolisiert.

Städte und Gemeinden

(Fläche in km² am 31. Dezember 2001, Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2005)

Weblinks


- [http://www.berchtesgadener-land.de/ Offizielle Website]
- [http://www.berchtesgadener-land.com/ Tourismus-Website] Berchtesgadener Land Kategorie:Historische Landschaft

Bayern

Der Freistaat Bayern liegt im Süden und Südosten der Bundesrepublik Deutschland und ist das flächenmäßig größte Bundesland. Angrenzend sind (im Uhrzeigersinn) die Länder Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Sachsen. Im Osten grenzt Bayern an Tschechien, im Süden an Österreich und an den Bodensee. Im Freistaat leben traditionell drei deutsche Volksstämme: die Franken (Ober-, Mittel- und Unterfranken), die Schwaben und die Baiern ("Altbayern").

Geschichte

Siehe die Hauptartikel Vorgeschichte Bayerns, Geschichte Bayerns und Königreich Bayern Die Schreibweise des Landesnamens mit "y" geht auf eine Anordnung von König Ludwig I., König von Bayern vom 20. Oktober 1825 zurück, mit der die ursprüngliche Schreibweise "Baiern" abgelöst wurde. Er "importierte" das Y aus dem griechischen Alphabet, da sein zweiter Sohn, Otto I., König von Griechenland wurde und seinerseits die bayerischen Farben weiß-blau als griechische Nationalfarben etablierte.

Politik

Siehe den Hauptartikel Politisches System Bayerns. Im Bayerischen Landtag sind derzeit drei Parteien vertreten. Nach den Wahlen vom 21. September 2003 ergab sich folgende Sitzverteilung (insges. 180 Sitze):
- CSU 124 Sitze
- SPD 41 Sitze
- Bündnis 90/Die Grünen 15 Sitze
Die Ergebnisse der Landtagswahl 2003 sahen wie folgt aus:

Bayerische Staatsregierung

In Bayern regiert seit 1966 die CSU mit absoluter Mehrheit, seit den Landtagswahlen am 21. September 2003 sogar mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Abgeordneten. Amtierender Ministerpräsident ist seit dem 17. Juni 1993 Dr. Edmund Stoiber (CSU). Am 7. Oktober 2003 wurde Edmund Stoiber als Ministerpräsident vom Landtag wiedergewählt, am 14. Oktober das neue Kabinett von ihm ernannt und vom Landtag bestätigt. Der Bayerischen Staatsregierung gehören zurzeit folgende Mitglieder an:

- Edmund Stoiber (CSU), Ministerpräsident des Freistaates Bayern
- Günther Beckstein (CSU), Stellvertreter des Ministerpräsidenten und Staatsminister des Innern
- Erwin Huber (CSU), Leiter der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Verwaltungsreform
- Eberhard Sinner (CSU), Staatsminister für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen
- Beate Merk (CSU), Staatsministerin der Justiz
- Thomas Goppel (CSU), Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst
- Siegfried Schneider (CSU), Staatsminister für Unterricht und Kultus
- Kurt Faltlhauser (CSU), Staatsminister der Finanzen
- Otto Wiesheu (CSU), Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
- Werner Schnappauf (CSU), Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
- Josef Miller (CSU), Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten
- Christa Stewens (CSU), Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
- Georg Schmid (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium des Inneren
- Karl Freller (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Unterricht und Kultus
- Franz Meyer (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium der Finanzen
- Hans Spitzner (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
- Emilia Müller (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
- Jürgen Heike (CSU), Staatssekretär im Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Siehe auch: Wahlergebnisse und Staatsregierungen in Bayern seit 1945

Staatsaufbau

Grundlage der Landespolitik ist die am 2. Dezember 1946 beschlossene Bayerische Verfassung. Bayern ist demnach Freistaat (Republik) und Volksstaat (Demokratie). Seit dem 1. Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches Einkammersystem. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle fünf Jahre (bis 1998: alle vier Jahre) gewählt werden. Bis Ende 1999 existierte mit dem Senat eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher Interessenverbände ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8. Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Chef der Staatsregierung ist der Bayerische Ministerpräsident, der ihre Geschäfte leitet, die Richtlinien der Politik bestimmt, Bayern nach außen vertritt und die Staatsminister und -sekretäre ernennt. Das oberste bayerische Gericht ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof. Des weiteren gibt es noch diverse obere Landesgerichte (Bayer. Oberstes Landesgericht, Bayer. Verwaltungsgerichtshof, Landesarbeits-, Landessozialgericht) sowie die restliche Judikative. Am 20. Oktober 2004 beschloss der Bayerische Landtag die Auflösung des Bayerischen Obersten Landesgerichts mit Wirkung zum 1. Juli 2006. Außer vom Landtag können in Bayern Gesetze und Verfassungsänderungen auch durch Volksbegehren und Volksentscheid beschlossen werden. Ein Volksentscheid ist außerdem zu jeder Änderung der Bayerischen Verfassung notwendig, auch wenn die Verfassungsänderung vom Landtag beschlossen wurde. Siehe auch: Bayerischer Ministerpräsident, Gesetzgebungsverfahren in Bayern

Wahlrecht

Gesetzgebungsverfahren in Bayern] Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das bayerische Wahlrecht mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk die Wahl gewonnen haben, können nur in den Landtag einziehen, wenn auch ihre Partei die Hürde von 5 Prozent erreicht hat. Darüber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen Bundesländern und bei Bundestagswahlen entscheidet die Erststimme über die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die Zweitstimme bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was üblicherweise dazu führt, dass Erststimmen häufiger den großen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer nach Bayern umzieht und eine kleinere Partei wählt, sollte also bei Landtagswahlen darüber nachdenken, ihr auch die Erststimme zu geben, die im bayerischen System also nicht "verloren gehen" kann. Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Zum einen besitzt jeder Wähler genau so viele Stimmen wie Sitze zu vergeben sind; sind also im Gemeinderat bzw. Stadt- oder Kreistag z. B. 45 Sitze zu besetzten, so hat jeder Wähler 45 Stimmen. Desweiteren besteht die Möglichkeit des Kumulierens ("Häufeln", mehrere Stimmen können auf einen Kandidaten abgegeben werden) und des Panaschierens (Stimmen können auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden). Am 21. September 2003 wurde per Volksentscheid die Altersgrenze für das passive Wahlrecht von 21 auf 18 abgesenkt. Daneben gibt es in Bayern zahlreiche direktdemokratische Elemente. Neben dem Volksentscheid auf Landesebene wurde am 1. Oktober 1995 durch eine Volksabstimmung die direkte Demokratie auf Kommunalebene eingeführt. Pro Jahr gibt es in Bayern rund 100 Volksabstimmungen.

Staatswappen, Flagge und Hymne

Hauptartikel: Bayerisches Staatswappen Das bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene Löwe, ursprünglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht heute für die Oberpfalz, der „fränkische Rechen“ für die drei fränkischen Bezirke, der blaue Panther für die Altbayern und die drei schwarzen Löwen für Schwaben. Das weiß-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die Volkssouveränität. Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen: einmal die weiß-blau gerautete Flagge, zum anderen die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Zur Hymne siehe: Bayernhymne

Verwaltungsgliederung

Regierungsbezirke

Nachstehend die Regierungsbezirke mit Amtlichem Gemeindeschlüssel (AGS) und Abkürzung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern: Amtlichem Gemeindeschlüssel (AGS)

Landkreise

Die 7 Regierungsbezirke unterteilen sich in 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte: kreisfreie Städte

Kreisfreie Städte

Städte und Gemeinden

Der Freistaat Bayern besteht aus 2.056 politisch selbständigen Städten und Gemeinden sowie 215 gemeindefreien Gebieten (letztere sind ausnahmslos unbewohnt und auf 44 der 71 Landkreise verteilt). Die Gemeinden verteilen sich wie folgt: 25 kreisfreie Städte und 2.031 kreisangehörige Gemeinden (davon 27 Große Kreisstädte, 262 sonstige Städte, 384 Märkte und 1.358 sonstige Gemeinden (Stand 1. Oktober 2004). Von den 2.031 kreisangehörigen Gemeinden sind 991 Mitgliedsgemeinden in 314 Verwaltungsgemeinschaften, und 1.040 Einheitsgemeinden, Stand 1. Januar 2005).
Änderungen seit dem 1. Januar 2005:
- Erhebung einer Gemeinde zum Markt am 17. September 2005
- Erhebung der Stadt Fürstenfeldbruck zur Großen Kreisstadt am 01. Januar 2006 (geplant)

Größte Städte

Siehe auch: Liste der Orte in Bayern, Große Kreisstadt

Regionen

Geografie

Große Kreisstadt Bayern liegt in Süddeutschland und umfasst:
- die bayerischen Alpen im Süden
- das Alpenvorland bis zur Donau mit den 3 großen Seen Oberbayerns
- das ostbayerische Mittelgebirge und
- die Stufenlandschaft der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Die niedrigste Stelle von Bayern befindet sich mit 107 m in Kahl am Main (Unterfranken), die höchste auf dem Gipfel der Zugspitze (2.962 m ü. NN), dem höchsten Berg Deutschlands im Wettersteingebirge (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Hauptfluss ist die Donau, die bei Passau nach Österreich übertritt. Ihre größeren Nebenflüsse sind (von Westen):
- Iller, Lech, Isar und Inn (fließen rechts zur Donau hin)
- Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen (fließen links dagegen). Die 4 ersteren entspringen in den Alpen und sind wasserreicher. Der Inn führt (wegen des langen Oberlaufs) bei seiner Mündung in Passau meist etwas mehr Wasser als die Donau. Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten ins Kontinentalklima über. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter Null, die Westwinde bringen durchschnittlich 70 cm Regen, im Nordstau der Alpen lokal bis 180 cm. Die mittlere Sonnenscheindauer beträgt etwa 1600 bis 1900 Stunden. Eigene Artikel existieren für: Seen in Bayern, Flüsse in Bayern und Landschaften in Bayern, Liste der Berge in Bayern

Wirtschaft

Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarkes und reiches Bundesland, es hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologieland entwickelt. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 2004 6,5 Prozent. Das Bundesland Bayern weist allerdings auch die größten wirtschaftlichen Unterschiede aller Bundesländer auf. So verteilt sich die Wirtschaftskraft vor allem auf die Regionen um München (mit Oberbayern und Augsburg), so wie auf die Region Nürnberg-Fürth-Erlangen, auf Unterfranken zwischen Würzburg und Aschaffenburg sowie die Region Regensburg. In Regionen wie in Oberfranken oder der nördlichen Oberpfalz geht die Wirtschaftskraft stark zurück. Diese Regionen weisen teilweise Arbeitslosenzahlen von über 10 Prozent auf. In den letzten Jahren konnten hier allerdings sehr gute Fortschritte bei der Verbesserung der Situation vorgewiesen werden. An drei Standorten in Bayern befinden sich Atomkraftwerke, außerdem wird in Garching bei München ein Forschungsreaktor betrieben.

Kultur

Die Bayern können auf eine über 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zurückblicken. Laut Art. 3 der Verfassung des Freistaates Bayern ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat fördert in seinem Haushalt 2003 Kunst und Kultur mit jährlich über 500 Mio. €, zusätzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen Kommunen und privater Träger hinzu.

Museen

Theater, Schauspiel und Oper

Bayern verfügt über vier staatliche und 18 kommunale Theater mit eigenen Ensembles sowie eine Vielzahl privater Bühnen und freier Gruppen. Als letzte große Neugründung ging 2004 aus den Städtischen Bühnen Nürnberg das Staatstheater Nürnberg hervor. Insgesamt gibt es 35 feste Schauspiel-, Opern- und Operettenbühnen, 41 Freilicht- und Festspielunternehmen und 17 Puppentheater mit mehr als 14.000 Vorstellungen und über 4,8 Millionen Zuschauern jährlich. Unter diesen Bühnen befinden sich so renommierte Häuser wie:

Musik

Operetten] Bayern ist nicht nur das Land der traditionellen Volksmusik, der Jodler und Schuhplattler, sondern auch die Heimat so bekannter Komponisten wie
- Max Reger
- Carl Orff
- Richard Strauss
- Christoph Willibald Gluck Zu den besten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern zählen
- die Münchner Philharmoniker
- das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
- die Bamberger Symphoniker, Bayerische Staatsphilharmonie
- das Bayerisches Staatsorchester am Nationaltheater
- die Münchner Symphoniker
- das Münchner Kammerorchester
- die Nürnberger Philharmoniker am Staatstheater Nürnberg
- die Nürnberger Symphoniker
- die Hofer Symphoniker
- das Philharmonisches Orchester Bad Reichenhall
- und das Kammerorchester Schloss Werneck Unter den Musikfestspielen herausragend sind die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth und die Münchner Opernfestspiele. Münchner Opernfestspiele

Küche

Durch das Nebeneinander der drei bayerischen Stämme Altbaiern, Franken und Schwaben ist die bayerische Küche sehr vielfältig. Auch wenn die bayerische Küche deutlich mehr bietet als deftige und rustikale Spezialitäten, so sind es dennoch besonders diese Gerichte, die weit über die bayerischen Landesgrenzen hinweg bekannt geworden sind:
- Schweinsbraten, Schweinshaxe, Kalbshaxenbraten, Spanferkelbraten
- Semmelknödel, Kartoffelknödel, Leberknödel
- Sauerkraut, Kohlroulade, Krautwickel, Krautspätzle, Krautkrapfen
- Leberknödelsuppe, Leberspätzlesuppe, Speckknödelsuppe, Pfannkuchensuppe
- Weißwurst, Wollwurst, Stockwurst, Regensburger (Wurst), Nürnberger Rostbratwurst
- Apfelstrudel, Topfenstrudel, Kaiserschmarrn, Dampfnudeln, Rohrnudeln, Schmalznudeln, Bayerisch Creme
- Bayrischer Kartoffelsalat, Bayrischer Wurstsalat
- Obazda oder fränkisch: Grupfter
- Leberkäse, Leberkässemmel

Religion, Stämme und Sprache

Leberkässemmel
- röm.-katholisch 58,50% Stand 2003 (1950 71,9 %)
- evangelisch 23 % (1950 26,8 %)
- andere Konfessionen und Religionen etwa 4 % Jüdische Gemeinden gab es bis zum 19. Jahrhundert vor allem in ländlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien Reichsstädten wie z. B. Nürnberg und Regensburg. Im wittelsbachischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden; seit der Judenemanzipation zunehmend in bayerischen Städten. Von fast 200 jüdischen Gemeinden existieren heute in Bayern noch bzw. wieder 12 Gemeinden. Das bayerische Volk setzt sich aus vier staatlich anerkannten Stämmen zusammen: Zu den drei alten Stämmen, den Altbayern, Franken und Schwaben, kamen nach 1945 über zwei Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem Sudetendeutsche. Auch Sinti und Roma haben eine sehr lange Tradition in Bayern. Daneben sind auch Jenische in Bayern beheimatet. Gesprochen werden mehrere Dialekte aus drei großen Dialektfamilien:
- Bairisch im Großteil des Landes (Nord- und Mittelbairisch, am Rand zu Tirol auch Südbairisch)
- Fränkisch von etwa 3 Millionen im nördlichen und westlichen Landesteil
- Alemannisch von 2 Millionen Schwaben im Westen Ferner gibt es kleinere Gebiete, in denen Südostthüringisch sowie hessische Mundarten gesprochen werden. Sudetendeutsche Mundarten konnten sich nur in einzelnen Gemeinden, wo Sudetendeutsche angesiedelt wurden, vorübergehend halten. siehe: Dialekte in Bayern, Liste bayerischer Klöster

Literatur


- Max Spindler (Hg.): Handbuch der bayerischen Geschichte, München, 1971-1975 (4 Bände)
- Max Spindler (Hg.), Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas, München, 1969
- Wilhelm Volkert, Richard Bauer: Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte: 1799-1980, München, 1983 ISBN 3-406-09669-7 Siehe auch: Portal:Bayern

Weblinks


- [http://www.bayern.de/ Bayerische Staatsregierung]
- [http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ Bayerische Landesbibliothek Online]
- [http://www.digitalis.uni-koeln.de/Merianb/merianb_index.html Topographia Bavariae] Kupfertafeln von Matthäus Merian 1622
- [http://www.geschichte.hdbg.de Geschichte Bayerns (Haus der Bayerischen Geschichte)]
- [http://www.bayernviewer.de/ Bayern Viewer: Luftbilder und Karten flächendeckend]
- [http://www.bis.bayern.de/ Detaillierte Karten flächendeckend]
-
als:Bayern ja:バイエルン州 ko:바이에른 주 simple:Bavaria

Sole

Sole (aus spätmittelhochdt.: sul, sol Salzbrühe) ist eine Salz-Wasser-Lösung. Ursprünglich bezeichnete der Ausdruck nur die Kochsalz-Lösungen, aus denen in Salinen, Salzbergwerken oder am Meer Salz gewonnen wurde. Durch Eindampfen an der Sonne oder Sieden der Sole wird dann Kochsalz gewonnen.

Industrielle Nutzung

Für den einfacheren industriellen Salzabbau bzw. Transport wird auch das Salz mit Hilfe von Wasser aus dem Berg gewonnen. Dazu werden Laugenkammern (ca. 2-3 m Hohe Räume) in den Berg gegraben und mit Wasser gefüllt. Hierbei wird das Salz von den Wänden gelöst und sinkt, durch seine größe Dichte zu Boden. Die Sole kann nun abgepumpt und zur weiteren Verarbeitung in eine Saline geleitet werden. So existierte schon seit 1607 eine Saline in Ebensee. Im Tourismusbereich wird die Soleleitung gerne als "älteste Pipeline der Welt" beschrieben.

Medizinische Anwendung

In der Medizin werden Kochsalz-Lösungen mit einem Salzgehalt von 1,5-6% (-30%) als Sole bezeichnet. Die medizinische Wirksamkeit von Sole-Anwendungen bei einigen Hautkrankheiten ist unbestritten. Bei anderen Anwendungsgebieten wird die Wirksamkeit in Frage gestellt. Tatsache ist, dass es Sole-Trinkkuren, Solespülungen, Solebäder, Sole-Einreibungen, Soleumschläge und Sole-Inhalationen gibt. Sole wird in den touristisch oft gut erschlossenen Solebädern u.a. bei Hauterkrankungen, Allergien, Erkältungskrankheiten, Verdauungsbeschwerden, Stoffwechselstörungen, Nieren- und Blasenerkrankungen, "nervösen Störungen", Konzentrationsschwäche und Schlafstörungen angewendet. Leider werden von verschiedenen Befürwortern sogar bei Krebs, "Frauenleiden", Augenerkrankungen oder Schwermetallbelastungen Behandlungserfolge behauptet - wissenschaftliche Beweise werden allerdings nicht vorgelegt. Seriöse Anbieter betonen eher den Effekt von Spaß, Erholung und Unterhaltung im Gesamtkontext eines Badeaufenthaltes, schränken die Indikationen wesentlich ein und erwähnen die Kontraindikationen. Kategorie: Chemische Lösung Kategorie:Salz ja:食塩水

Gebirgsjäger

] ] ] Gebirgsjäger sind eine Spezialform der Infanterie und Teil der Gebirgstruppen. Gebirgsjäger kämpfen unter extremen Witterungs- und Geländebedingungen in schwierigem Gelände. Dies geschieht entweder zu Fuß oder im Winter auf Ski.

Geschichte

Nachdem das Gebirge und der Winter lange als ungeeignet für die Kriegsführung angesehen wurden, begann Italien ab 1872 mit der Aufstellung von Alpini-Kompanien. Österreich-Ungarn bildete ab 1878 einzelne Jägerregimenter für den Kampf im Gebirge aus, darunter die berühmten Tiroler Kaiserjäger und Tiroler Kaiserschützen. Ab 1888 begann auch in Frankreich die Ausbildung von Chasseur-Alpin. Im ersten Weltkrieg waren die französischen Gebirgsjäger sehr erfolgreich gegen die deutsche Infanterie in den Vogesen. Dies führte zur Aufstellung von deutschen Schneeschuh-Bataillonen, die mittels Ski auch im verschneiten Gelände beweglich waren. Weiterhin wurden diese Verbände nach französischem Vorbild mit einer eigenen Gebirgsartillerie ausgestattet, die nicht so stark von geräumten Straßen abhängig war. Aus diesen Verbänden entstand das Deutsche Alpenkorps, das nach dem Kriegseintritt Italiens zunächst in Tirol eingesetzt wurde. Im weiteren Verlauf aber standen sich italienische Aplini und anfangs improvisierte österreichische Gebirgsjäger an dieser Front gegenüber. Als Anerkennung der Leistungen erhielten die Angehörigen des Alpenkorps das Edelweiß der Tiroler Landesschützen verliehen. Dieses Abzeichen tragen deutsche und österreichische Gebirgstruppen, und somit auch die Gebirgsjäger noch heute.

Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg

artillerie Gebirgsjägereinheiten der Wehrmacht waren im Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Invasion in Norwegen 1940 und der Landung auf Kreta 1941 beteiligt. Während des Russlandfeldzuges hissten deutsche Gebirgsjäger 1942 die Fahne auf dem Westgipfel des Elbrus. Die militärischen Leistungen der Gebirgsjäger gehörten zu den militärisch aufopfernsten des ganzen Krieges. Von den Sümpfen Finnlands bis zu den Bergen des Kaukasus, vom Sand der Cyreneika bis zu den norwegischen Fjorden kämpften und starben die Soldaten „unterm Edelweiß“. Ihr Ruf führt bis heute zu einer Anerkennung unter Miltärs aller Nationen. Der Elitecharakter der die Truppe bis heute zusammenhält wurde im Grundsteine gelegt durch die Leistungen und vor allem Opfer der Gebirgstruppe. Gebirgsjägereinheiten der Wehrmacht waren aber auch an zahlreichen Kriegsverbrechen, wie der an der Erschießung von 600 jüdischen Männern vom 16-19. September 1939 in der polnischen Stadt Przemysl beteiligt. Weiterhin war die 1. Gebirgsdivision an der Erschießung von 5200 italienischen Kriegsgefangenen der Divison Acqui auf Kephalonia beteiligt. Dies war eines der schwersten Kriegsverbrechen mit direkter Beteiligung von Wehrmachtseinheiten.

Gebirgsjäger heute

Deutschland

Nach der Gründung der Bundeswehr entstand die 1. Gebirgsdivision, die im Jahr 2001 aufgelöst wurde. Heute sind die Gebirgsjäger der Bundeswehr in der Gebirgsjägerbrigade 23 zusammengefasst. Diese untersteht der 10. Panzerdivision und hat ihr Hauptquartier in Bad Reichenhall. Zu ihr gehören:
- -GebJgBtl 231 in Bad Reichenhall („General Konrad Kaserne“, immer noch benannt nach dem Wehrmachtsgeneral Rudolf Konrad)
- -GebJgBtl 232 in Berchtesgaden / Strub (Jägerkaserne)
- -GebJgBtl 233 in Mittenwald (Edelweißkaserne)
- -GebPzArtBtl 225 in Füssen (Allgäu-Kaserne)
- -GebLogBtl 8 in Füssen
- -GebPiBtl 8 in Brannenburg (Karfeit Kaserne, wird geschlossen)
- -GebPzAufklBtl 8 in Freyung (Am Goldenen Steig)
- Das GebJgBtl 571 in Schneeberg (Jäger-Kaserne) zählt zur Jägerbrigade 37

Österreich

In Österreich sind die Gebirgsjäger heute in der 6. Jägerbrigade des Bundesheeres zusammengefasst. Zu der Brigade, die Garnisonen vor allem in Tirol, aber auch in Vorarlberg, Salzburg und Kärnten hat, gehören:
- Kommando mit Sitz in Absam
- Stabsbataillon 6 - Mit einer Spezialeinheit, der Hochgebirgskompanie 6
- Jägerbataillon 23
- Jägerbataillon 24
- Jägerbataillon 26
- Pionierbataillon 2
- Aufklärungsbataillon 2

Kameradenkreis der Gebirgstruppe

Jeweils zu Pfingsten treffen sich die Veteranen der Gebirgstruppe in Mittenwald. Das Treffen wird seit Jahren von Protesten und Gegenveranstaltungen mit Überlebenden und Widerstandskämpfern begleitet. Zu den Mitgliedern des traditionspflegenden „Kameradenkreises“ gehört auch der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber. Zuletzt im Mai 2005 wurde er von einer Reihe Widerstandskämpfer und Überlebender des Zweiten Weltkriegs zum Austritt aus der Kameradschaft aufgefordert.

Literatur zu den deutschen Gebirgsjägern im Zweiten Weltkrieg


- Ralph Klein/Regina Mentner/Stephan Stracke (Hrsg.) Mörder unterm Edelweiß. Dokumentation des Hearings zu den Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger. Papyrossa, 2004, ISBN 3-89438-295-3
- Roland Kaltenegger:
  - Die deutsche Gebirgstruppe 1935-1945, Universitas Verlag, ISBN 3-800-41196-2
  - Spezialverbände der Gebirgstruppe 1939-1945, Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-02383-0
  - Gebirgsjäger 1939-1945 - Die große Bildchronik, Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-02203-6
- Seidel, Max: Wir tragen Stolz das Edelweiß, Belser Verlagsbuchhandlung Stuttgart, 1941

Weblinks


- [http://www.deutschesheer.de/__c1256b6c002d670c.nsf/vwContentByKey/N25RAKBX607GJBSDE?OpenDocument&Click= Einsatz- und Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen 230 der Bundeswehr]
- [http://www.gebirgsjager.de Berichte, Bilder, Videostreams, Links über Wehrdienst, Ausrüstung, Geschichte]
- [http://www.gebirgsjaegerbrigade23.de www.gebirgsjaegerbrigade23.de/]
- [http://www.bmlv.gv.at/organisation/beitraege/jgbrig6/index.shtml Gebirgsjäger in Österreich]
- [http://www.hgk.at.tt Hochgebirgskompanie/StbB6 Österr. Bundesheer]
- [http://www.nadir.org/mittenwald Proteste gegen die Feierlichkeiten von Gebirgsjägerveteranen der Wehrmacht]
- [http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Gebirgsdivisionen/Zusatz1GebD.htm Berichte über die Kriegsverbrechen der dt. Gebirgsjäger in Griechenland] Bild:Gebirgsjaeger_abzeichen_deutschland.jpg|Mützenabzeichen der Gebirgstruppe in Deutschland und Österreich Bild:Aermelabzeichen_gebirgsdivision.jpg|Ärmelabzeichen der Gebirgsjägerbrigade 23 Bild:Gebjg_232_11.jpg|Gebirgsjäger in der Winterausbildung Kategorie:Truppengattung

Hallein

Hallein, ist die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Salzburg in Österreich. Hallein ist Bezirkshauptstadt des Tennengaus und zugleich ein wichtiger Industriestandort mit rund 19.000 Einwohnern. Der Name "Hallein" leitet sich vom keltischen Wort "Hall" für Salz ab. Diese Benennung deutet schon auf die geschichtliche Bedeutung und Entwicklung hin. Bekannt ist Hallein vor allem durch die historische Salzgewinnung (siehe Salinenvertrag) und historische Funde aus der Zeit der Kelten. Ebenso findet sich eine Bierbrauerei im Stadtteil Kaltenhausen. Hallein war der langjährige Wohnort und ist die Grabesstätte von Franz Xaver Gruber, dem Komponisten des Weihnachtslieds Stille Nacht.

Bevölkerung

Die Bevölkerung von Hallein stieg von 1891 bis 2001 um 12.783 auf 18.399 Einwohner. Somit liegt Hallein über dem wachsenden Durchschnitt des Landes. Besonders in den 70er Jahren nahm die Einwohnerzahl durch die starke Zuwanderung aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien stark zu. Grund dafür war der Mangel an Arbeitern in der Industrie. Somit hat Hallein einen Ausländeranteil von etwa 17 Prozent. Hallein wurde somit neben der Keltenkultur eine multikulturelle Stadt, in der man südländisches Flair genießt. Im Laufe der Jahre entstanden fünf Moscheen und eine Koranschule. Ebenso entstanden, neben den österreichischen Geschäften, türkische Lebensmittelläden, Imbissbuden, Juwelier- und Modegeschäfte, Bäckereien oder Cafés, die von den Österreichern sehr gut angenommen werden.

Einwohner nach Stadtteilen

Au:1419; Bad Dürrnberg:746; Burgfried:2325; Gamp:292; Gries:773; Hallein:6552; Neualm:2842; Taxach:3119

Geschichte

Salzabbau

Schon zu keltischer Zeit um 600 v. Chr. begann der Abbau von Kernsalz auf dem Dürrnberg bei Hallein im Untertagebau. Nach der Einverleibung des keltischen Königreiches Noricum um 15 v. Chr. in das römische Imperium wurde die Salzgewinnung eingestellt. Im Jahr 1198 wurde erstmals wieder eine Salzpfanne in "muelpach" urkundlich erwähnt. Der Ort wurde im Laufe des 13. Jahrhunderts als Hallein (=kleines Hall) bezeichnet und erhielt im Jahre 1230 das Stadtrecht. Die Salzproduktion wurde mit einer neuen Technologie, dem sogenannten Laugverfahren, von den Salzburger Erzbischöfen wieder aufgenommen. Das aufgelöste Fürsterzbistum Salzburg und mit ihm Hallein wurde nach den Napoleonischen Kriegen 1816 dem Habsburgerreich zugesprochen. Nachdem die Halleiner Saline lange nicht mehr konkurrenzfähig gewesen war, wurde 1854 bis 1862 eine längst überfällige Rationalisierung mit dem Bau einer leistungsfähigen Salinenanlage auf der Pernerinsel eingeleitet. Der zu einseitigen Ausrichtung der Wirtschaft in der Stadt Hallein auf das Salz versuchte man mit neuen Betriebsansiedlungen entgegen zu wirken. Es entstanden z.B. ein Zementwerk, eine Zigarren- und eine Papierfabrik. 1954/55 wurde der Salinenstandort Hallein letztmals modernisiert. Im Jahre 1989 erfolgte die Schließung der Saline. Im September 2005 entdeckten Archäologen des österreichischen Forschungszenrums Dürrnberg direkt unter dem Fußboden der Stadtpfarrkirche Hallein ein Pestgrab mit rund 200 Skeletten. Vor dem Hauptaltar stießen sie auf keltische Siedlungsreste, bei denen es sich um eine Kultstätte handeln könnte.

20. Jahrhundert

1943 Errichtung des KZ Hallein, einem Nebenlager des KZ Dachau mit bis zu 90 Häftlingen (Agnes Primocic hilft dem Widerstandskämpfer Sepp Plieseis zur Flucht und kann gegen Kriegsende 17 Inhaftierte vor dem Tod bewahren).

Wappen

Das Wappen der Gemeinde ist: „Im roten Schilde, beiderseits von je einer naturfarbenen, nach oben sich verjüngenden Perkufe begleitet, einen nach rechts schreitenden Salzträger in weißer Kleidung, der auf der linken Schulter in einer Holzmulde einen Salzstock trägt, während er mittels eines in der Rechten gehaltenen Stockes die Last unterstützt.“ Wappenabbildungen: http://www.ngw.nl/int/oos/h/images/hallein.jpg und http://www.fahnen-gaertner.com/de/nationenfahnen/images_sbg/hallein.gif

Politik

Bürgermeister ist Dr. Christian Stöckl (ÖVP), im Stadtrat sind die Parteien : ÖVP 11 Mandate, SPÖ 10 Mandate, FPÖ 1 Mandat und Bündnis für Hallein mit 3 Mandate vertreten.

Sehenswürdigkeiten

Museen


- Salzbergwerk - "Salzwelten Salzburg" [http://www.salzwelten.at/cont/salzwelten/salzwelten_salzburg.aspx]
- Keltenmuseum [http://www.keltenmuseum.at/]
- Stille Nacht Museum

Bauwerke


- Denkmalgeschützte Altstadt
- Colloredo-Sudhaus
- Salinen-Amtsgebäude
- Burgruine Thürndl über der Stadt Hallein
- Schloss Gartenau und Schloss Rif in der Katastralgemeinde Taxach

Wirtschaft

Betriebe

M-real, Bosch, Roco, Erdal, Johnson&Johnson, MDF-Plattenwerk,...

Verkehr

Hallein liegt direkt an der Tauernbahn und verfügt über einen größeren Bahnhof, von welchem aus die Landeshauptstadt Salzburg schnell mit Salzachsprintern und der Linie S3 (S-Bahn Salzburg) erreichbar ist. Derzeit befindet sich eine zweite S-Bahnhaltestelle im Ortsteil Burgfried in Bau.

Schulwesen

Mit 18 Schulen und mit mehr als 4200 Schülern gilt Hallein in Salzburg allgemein als Schulstadt. Spotuniversität Rif; Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium; Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule; Höhere Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik; Höhere technische Bundeslehranstalt Höhere Lehranstalt und Fachschule für wirtschaftliche Berufe; Fachschule für Maschinenbau, Bildhauerei und Tischler; Landesberufsschule Hallein; Polytechnische Schule; Sonderpädagogisches Zentrum; und 5 Volkschulen, 3 Hauptschulen

Sport

Fußball:
Fußball auf Vereinsebene wird in der Keltenstadt seit den 1920er Jahren gespielt. Begonnen hatte es mit dem AC Hallein (Salzburger Landesmeister und Landespokalsieger in den 1930er Jahren) und dem SK Vorwärts Hallein. Weitergeführt wurde diese Tradition durch den 1. Halleiner Sportklub (Landesmeister und Landespokalsieger), SK Olympia 1948 Hallein und Union Hallein. Das heutige Aushängeschild im Halleiner Fußballgeschehen ist der 2004 gegründete FC Hallein 04.

Weblinks


- [http://www.hallein.gv.at Offizielle Homepage der Stadtgemeinde Hallein]
- [http://www.keltenmuseum.at Keltenmuseum hallein]
- [http://www.salzwelten.at Salzbergwerk Dürrnberg/Hallein]
- [http://www.hallo-hallein.at Die Internetplattform für Hallein] Kategorie:Ort im Land Salzburg

Euregio

Euregio, auch Euroregion oder Europaregion, ist eine Bezeichnung von länderübergreifenden Regionen in Europa, meistens mit wirtschaftlichem Schwerpunkt. Sie sollen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aber auch in gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht fördern. Die Begriffe selbst sind nicht klar definiert, weshalb Euregios auch in unterschiedlichen Rechtsformen anzutreffen sind:
- feste Zusammenschlüsse nach öffentlichem Recht
- feste Zusammenschlüsse nach Privatrecht
- lose Zusammenschlüsse, die keine juristische Person bilden Euregio umfasst eine Fläche von 13000 Quadratkilometern und eine Einwohnerzahl von 3,2 Millionen.
- Siehe auch: Liste der Europaregionen
- Weblink: [http://www.coe.int/T/E/Legal_Affairs/Local_and_regional_Democracy/Transfrontier_co-operation/Euroregions/6Euroregions.asp The Council of Europe euroregions list]
- Literatur: Kujath, Hans Joachim: Deutsche Metropolregionen als Knoten in europäischen Netzwerken. In: Geographische Rundschau Heft 3: Westermann, Braunschweig 2005. S. 20–27 Kategorie:Europäische Union Kategorie:Europarat

Salzburg

Salzburg ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundeslandes Salzburg der Republik Österreich und bildet zusammen mit dem Bezirk Salzburg-Umgebung den nördlichsten der fünf Gaue des Bundeslandes Salzburg, den Flachgau. Mit 148.546 (Stand 2005) Einwohnern ist Salzburg nach Wien, Graz und Linz die viertgrößte Stadt Österreichs und zentraler Punkt für gut eine Million Menschen im Einzugsgebiet rund um Salzburg inklusive dem angrenzenden südbayerischen und oberösterreichischen Raum.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Salzburg breitet sich im Salzburger Becken etwa 25 km nördlich des Tennengebirges aus und liegt beiderseits der Salzach. Die Stadt ist durch den Flusslauf der Salzach und durch die unbebauten Stadtberge geprägt, welche Salzburg zu einer der grünsten Großstädte Europas machen. Zu den Stadtbergen gehören der Kapuzinerberg, der Mönchsberg, der Rainberg und der Festungsberg, auf dem mit der Festung Hohensalzburg Europas größte vollständig erhaltene Burg aus dem Mittelalter thront. Im Südwesten der Stadt befindet sich der sagenumwobene 1853 m hohe Untersberg, im Südosten wird das Stadtwachstum durch den 1288 m hohen Gaisberg beschränkt. In Richtung Osten ist es nicht weit ins Salzkammergut. In Richtung Norden ist das Salzburger Becken offen und Auwälder entlang der Salzach schließen sich ebenso an das Stadtgebiet an die sanfte Hügellandschaft des Flachgaus, insbesondere der Plainberg oder der Kalvarienberg mit seiner Wallfahrtsbasilika Maria Plain, von dem man einen schönen Ausblick über Salzburg hat. Im Nordwesten grenzt das Stadtgebiet von Salzburg direkt an Bayern, die Saalach bildet die Grenze zur Nachbarstadt Freilassing im Landkreis Berchtesgadener Land.

Stadtgliederung

Salzburg ist in 13 Katstralgemeinden aufgeteilt: Aigen, Bergheim, Gaisberg, Gnigl, Hallwang, Heuberg, Itzling, Leopoldskron, Maxglan, Morzg, Salzburg, Siezenheim und Wals. Als Stadtteile werden allerdings regelmäßig folgende Gebiete aufgefasst:

Stadtentwicklung

Am 7. Juni 1935 beschloss der Salzburger Landtag das Gesetz „über die Erweiterung des Gebietes der Landeshauptstadt Salzburg“. Mit Wirksamkeit vom 1. Juli 1935 wurden die Gemeinden Maxglan und Gnigl/Itzling fast zur Gänze, sowie Teile von Aigen, Morzg, Siezenheim, Leopoldskron, Bergheim und Hallwang in das Gebiet der Stadt Salzburg einbezogen, wodurch sich das Stadtgebiet von 8,79 km² auf 24,9 km² vergrößerte. Weitere Eingemeindungen der infrastrukturell längst zum Stadtgebiet gehörenden und oft auch als „Speckgürtelgemeinden” bezeichneten Gebiete von Wals und Bergheim Lengfelden werden zwar seitens der Raumordnung gefordert, aber politisch bis jetzt nicht umgesetzt. Dies hat mittlerweile im Ballungsraum zu immer größeren Problemen geführt: Einerseits herrscht in der Stadt mittlerweile Wohnungsnot, andererseits tendieren Betriebe dazu in die genannten Gemeinden oder noch weiter in die Peripherie abzuwandern, weil entsprechende Erweiterungsflächen in der Stadt fehlen, was wiederum der Stadt Steuereinnahmen kostet und die finanzielle Ungleichverteilung zwischen der Stadt und den Speckgürtelgemeinden weiter zuspitzt.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden und gemeindefreie Gebiete grenzen an die Stadt Salzburg (sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt): Bergheim, Hallwang, Koppl, Elsbethen, Anif, Grödig, Wals-Siezenheim und in Bayern Freilassing.

Kleines Deutsches Eck und EuRegio Salzburg

Durch die besondere geographische Lage ist Salzburg verkehrstechnisch und wirtschaftlich mit dem deutschen Landkreis Berchtesgadener Land und der Region Traunstein verzahnt. So führt die kürzeste Straßenverbindung zu den Städten und Gemeinden des Pinzgaus über das Deutsche Eck (Salzburg-Bad Reichenhall-Lofer), wirtschaftlich sind insbesondere Freilassing und Bad Reichenhall mit Salzburg verbunden. Seit 1993 bildet die EuRegio Salzburg eine politische Einheit dieses Ballungsraums.

Geschichte

Bis zum Ende des 2. Weltkriegs

Besiedlungsspuren sind in Salzburg bis in die Jungsteinzeit nachweisbar. Ab 15 v. Chr. wurden die Einzelsiedlungen durch eine Stadt am Salzachufer abgelöst, Iuvavum. 45 n. Chr. erhielt die Stadt das Munizipalrecht. Aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. ist ein Kloster bezeugt. Bischof Rupert von Salzburg erhielt die Reste der alten Römerstadt vom Herzog von Bayern 699 geschenkt. Der Name „Salzburg“ ist 755 das erste Mal nachweisbar. 739 wurde Salzburg Bischofssitz. Am 20. April 798 wurde Salzburg von Papst Leo III. auf Bitten des Frankenkönigs Karl des Großen zum Erzbistum erhoben, als Kirchenprovinz umfasste sie fast das gesamte altbairische Stammesgebiet und einen Großteil des heutigen Österreich. Die Stadt Salzburg gehörte danach zum ostfränkischen Reich, das später in Heiliges Römisches Reich umbenannt wurde. 1077 wurde die Festung Hohensalzburg durch Erzbischof Gebhard errichtet. Kaiser Friedrich Barbarossa verhängte über das Erzstift Salzburg 1166 die Reichsacht, da Erzbischof Konrad II. die Herrschaft Salzburgs ohne kaiserliche Belehnung antrat. 1167 wurde die Stadt, von einem durch kaiserliche Parteigänger gelegten Großbrand, weitgehend zerstört. Erzbischof Eberhard II., einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es 1200 bis 1246, aus Grafschaften, Gerichten und Vogteien ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet als geistliches Fürstentum aufzubauen. 1348/49 fiel einer großen Pestwelle etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung Salzburgs zum Opfer. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts erfolgte die Loslösung von Baiern. Die Stadt Salzburg gehörte zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. 1481 gewährte Kaiser Friedrich III. der Stadt Salzburg im großen Ratsbrief das Recht der freien Wahl des Stadtrats und des Bürgermeisters. 1492 wird die Stieglbrauerei zu Salzburg gegründet, die heute die erfolgreichste Privatbrauerei Österreichs und ein nicht mehr wegzudenkender Betrieb in der Salzburger Wirtschaft ist. 1511 beendet Erzbischof Leonhard von Keutschach die jahrelangen Auseinandersetzungen mit dem Magistrat durch Gewalt: Er nimmt Bürgermeister und Stadtrat gefangen und erzwingt die Auslieferung der städtischen Privilegien. 1525 kam es zum sogenannten „Salzburger Bauernkrieg“. Die Aufständischen besetzten die Residenzstadt und belagerten den auf Hohensalzburg verschanzten Erzbischof drei Monate lang. In den Jahrzehnten nach 1600 erfolgte die intensive Barockisierung durch die Erzbischöfe Wolf Dietrich von Raitenau, Markus Sittikus Graf von Hohenems und Paris Graf von Lodron. Lodron gelang es, Salzburg nach dem Beginn des 30jährigen Krieges durch seine Neutralitätspolitik aus dem Krieges herauszuhalten. 1622 Fürsterzbischof Paris Lodron macht Salzburg erstmals zur Universitätsstadt. Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian erließ 1731 das Emigrationspatent, aufgrund dessen über 20.000 Salzburger Protestanten ihre Heimat verlassen müssen. Er erbaute 1736-1738 das Rokoko-Schloss Leopoldskron, das heute dem internationalen Salzburg Seminar gehört. Wolfgang Amadeus Mozart wurde 1756 in Salzburg geboren und stand von 1769 bis 1781 in Diensten der Erzbischöfe. 17721803, während der Regierungszeit von Erzbischof Hieronymus Franz Josef von Colloredo-Mannsfeld, wird Salzburg zum Zentrum der Spätaufklärung. Das Schulwesen wird nach österreichischem Vorbild reformiert und zahlreiche Wissenschafter und Künstler nach Salzburg gerufen. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss erlischt die weltliche Herrschaft der Erzbischöfe von Salzburg. 1803 kommt das Fürstentum als säkularisiertes Kurfürstentum an den Großherzog Ferdinand III. von Toskana, 1805 mit Berchtesgaden zum neuen Kaiserreich Österreich; 1810 wieder zu Bayern, 1816 (nach dem Wiener Kongress) ohne Berchtesgaden und den westlichen Flachgau wieder zu Österreich als Teil Oberösterreichs. 1850 wird Salzburg, bis dahin von Linz aus verwaltet, ein selbständiges österreichisches Kronland und erhält eine Statthalterei. 1860 werden die Stadtbefestigungen abgerissen, und die Stadt kann sich weiter ausdehnen. 1919 fanden erstmals Wahlen nach allgemeinem Wahlrecht statt, 1921 gab es am 29. Mai eine Volksabstimmung für den Anschluss von Deutschösterreich an das republikanische Deutsche Reich. 1922 wurde in der Salzburger Kollegienkriche „Das Salzburger große Welttheater“ von Hugo von Hofmannsthal, unter der Regie von Max Reinhardt, uraufgeführt. Am 13. März 1938 ließ der Diktator des Dritten Reiches, der Österreicher Adolf Hitler, die Wehrmacht in seine Heimat einmarschieren. Am 10. April stimmten die Salzburger in einer Volksabstimmung für den Anschluss der deutschen Republik Österreich an das Deutsche Reich. Unter der „braunen Diktatur” kam es am 30. April auf dem Residenzplatz zur einzigen Bücherverbrennung auf dem Gebiet des heutigen Österreich. Verhaftungen von Juden und politischer Gegner. Am 9. November wurde eine Synagoge in Salzburg zerstört. 1942 wurden für Kriegsgefangene der Wehrmacht in der Stadt und in St. Johann im Pongau Lager errichtet. 1943 ließ Gauleiter Scheel in den Stadtbergen Luftschutzbunker errichten. 1944/45: Insgesamt 15 Bombenangriffe amerikanischer Flugzeugverbände auf die Stadt Salzburg. 46 Prozent der Objekte mit 7600 Wohnungen wurden zerstört oder beschädigt, 14.563 Menschen wurden obdachlos, mehr als 550 kommen ums Leben. Getroffen wurde vor allem das Bahnhofsgebiet, aber auch die Innenstadt mit der Domkuppel und Mozarts Wohnhaus. Luftangriffe erfolgten auch auf Grödig, Hallein, Bischofshofen und Schwarzach. Am 4. Mai 1945 marschierten US-amerikanische Truppen in die Stadt ein. Zuvor wurde die Stadt von der Wehrmacht, Oberst Lepperdinger, kampflos übergeben. Die Amerikaner setzten Richard Hildmann als Bürgermeister und Adolf Schemel als Landeshauptmann ein. Gründung von SPÖ, ÖVP und KPÖ; eine Flüchtlingswelle (Volksdeutsche, Juden, Displaced Persons) strömte auch nach Salzburg. Internierung ehemaliger Nationalsozialisten im „Lager Glasenbach“.

Nach Ende des 2. Weltkriegs

Am 11. August 1945 erste Vorstellung der Festspiele nach dem Krieg. Am 26. September Länderkonferenz in Salzburg, Salzburg spricht sich als erstes Bundesland für die Wiederherstellung der Republik Österreich und für die Anerkennung der Staatsregierung Renner in Wien aus. Salzburg und Oberösterreich bilden die US-amerikanische Besatzungszone in Österreich, Sitz des Oberkommandos ist die Stadt Salzburg. In den ersten Wochen beschlagnahmt die Besatzungsmacht zahlreiche Gebäude und übt die totale Kontrolle aus, geht aber bald zur Kooperation mit den Landes- und Stadtbehörden über. Abgesehen von einzelnen Übergriffen, kommt es zu einem reibungslosen Verhältnis der Bevölkerung mit der Besatzungsmacht. Große Hilfeleistungen wirtschaftlicher Art (Marshallplan) und die Privatausgaben der Besatzungsangehörigen bewirken rasche wirtschaftliche Erholung und bringen Salzburg in Ostösterreich den Beinamen „Goldener Westen“. Am 1. Juli 1949 wird nach neunjähriger Bauzeit die neue Staatsbrücke dem Verkehr übergeben. Am 15. Juli 1957 wird mit dem 16-stöckigen Hotel Europa das bis heute höchste Haus Salzburgs eröffnet und bis heute reichen die Meinungen der überaus architekturkritischen Salzburger über dieses Gebäude von einem „Schandfleck der 50er“ bis zu einem „schützenswertem Zeitdokument“. Am 1. Mai 1959 findet der erste Gottesdienst im wiederhergestellten Dom statt. Am 5. Juli 1962, einem mehr als 150-jährigen Ringen kann die Universität Salzburg mit einer Katholisch-Theologischen und einer Philosophischen Fakulät wiedererrichtet werden, mittlerweile sind auch eine Juridische, eine Naturwissenschaftliche und eine Geisteswissenschaftliche Fakultät dazugekommen. Am 29. Juli 1963 wird das umgebaute kleine Festspielhaus wiedereröffnet. Der 9. Juli 1973 wird zu einem Freudentag für Salzburg, die Altstadt wird von Autos befreit und zur Fußgängerzone erklärt, leider wird in den letzten Jahren sehr nachlässig mit dieser wichtigen Errungenschaft umgegangen. Am 3. Oktober 1986 wird mit der Naturwissenschaftlichen Fakultät im Süden der Stadt ein weiterer architektonischer Akzent in Richtung Zukunft und in Richtung Bildung gesetzt. 1994 schreibt der Fußballklub Austria Salzburg Sportgeschichte und zieht gegen Inter Mailand in das UEFA Cup-Finale ein. Am 11. September 1997 wurde die Altstadt von Salzburg von der UNESCO die Auszeichnung Weltkulturerbe' verliehen. Am 23. Juni 2001 wird das neue Kongresshaus eröffnet. Im Oktober 2003 nimmt nach langem Kampf um eine Medizinische Fakultät die PMU als erste Private Medizinische Universität Österreichs ihren Betrieb auf. Ebenfalls im Jahr 2003 erhält Salzburg mit dem Stadion Wals-Siezenheim eine neue Fußballarena, welche neben anderen im Jahr 2008 Schauplatz einer Fußball-EM sein wird.

Demografische Entwicklung

Im Jahr 1935 stieg die Bevölkerung sprunghaft durch einige Eingemeindungen von 40.232 auf 63.275 Einwohner an. In der Nachkriegszeit erlebte Salzburg abermals einen Boom, für die amerikanischen Besatzungssoldaten wurden ganze Wohnsiedlungen errichtet (General Keyes Siedlung), und viele von ihnen blieben in dieser Stadt. Seit etwa 1950 darf sich Salzburg mit dem Überschreiten der 100.000 Einwohner Marke Großstadt nennen, und aktuell (2005) haben 148.546 Menschen ihren Hauptwohnsitz in Salzburg, Tendenz weiter steigend.

Wappen

Das Wappen der Stadt ist: „Im roten Felde eine gezinnte Stadtmauer, in deren Mittelteil sich ein Stadttor mit offenen Torflügeln und hochgezogenem Fallgitter unter einem kleinen zweifenstrigen Türmchen befindet, während die perspektivisch zurücktretenden Seitenteile der Mauer je eine Schießscharte aufweisen. Hinter der Stadtmauer erheben sich drei mit goldenem Spitzdach gedeckte, mehrstöckige Türme, von denen der höhere achteckige Mittelturm den Beschauer drei Wandflächen sehen läßt, deren jede unter dem giebelartigen Abschluß ein Giebelfenster, darunter ein einfaches Fenster und im unteren Stockwerke je zwei Fenster besitzt. An den beiden runden Seitentürmen sind im oberen Stockwerke je zwei, im unteren Stockwerke je ein Fenster sichtbar. Das Mauerwerk ist silber oder weiß.“ Neben dem Wappen führt die Stadt eine Fahne in den Stadtfarben Weiß-Rot.

Sehenswürdigkeiten

Die gesamte Altstadt wurde am 5. Dezember 1996 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen und ist in ihrer Gesamtheit einzigartig.

Berühmte historische Bauwerke


- Festung Hohensalzburg gilt als Wahrzeichen der Stadt Salzburg.
- Dom
- Benediktinerkloster St. Peter
- Petersfriedhof
- Franziskanerkirche
- Getreidegasse mit Mozarts Geburtshaus
- Friedhof von St. Sebastian mit den Gräbern von u.a. Leopold Mozart, Mozart-Witwe Constanze und Paracelsus
- Schloss Leopoldskron

Burgen und Schlösser


- Schloss Aigen
- Schloss Arenberg
- Schloss Doktorschlössl
- Schloss Freisaal
- Schloss Hellbrunn mit Park, Wasserspielen und Tierpark.
- Festung Hohensalzburg
- Schloss Klessheim
- Schloss Leopoldskron
- Schloss Mirabell
- Salzburger Residenz

Moderne Architektur

Mit zeitgenössischer Architektur sieht es auf Grund der streng geschützten historischen Bausubstanz und der traditionellen Salzburger Mentalität etwas mager aus, jedoch entstanden in den letzten Jahren am Stadtrand einige sehenswerte moderne Bauwerke:
- Hangar 7
- Europark
- Museum der Moderne
- Heizkraftwerk Mitte
- Heizkraftwerk Nord
- Naturwissenschaftliche Fakultät Salzburg
- Haus der Salzburg AG

Parks


- Mirabellgarten /Zwergerlgarten
- Schlosspark Hellbrunn
- Aigner Park
- Lehener Park
- Volksgarten
- Preuschenpark
- Donnenbergpark

Kultur

Theater


- Salzburger Landestheater
- Kleines und großes Festspielhaus
- Elisabethbühne / Schauspielhaus Salzburg
- Salzburger Straßentheater
- Toihaus
- Salzburger Marionettentheater
- Das Oval (Bühne im Europark)

Museen


- Rupertinum (Museum moderner Kunst)
- Haus der Natur Salzburg
- Stille Nacht Museum
- Salzburger Freilichtmuseum
- Dommuseum Salzburg
- Museum der Moderne (am Mönchsberg)
- Salzburger Museum Carolino Augusteum (SMCA) Museen des SMCA:
- Salzburg Museum;
- Panorama Museum Salzburg;
- Volkskunde Museum Salzburg;
- Festungsmuseum Salzburg;
- Domgrabungsmuseum Salzburg;
- Spielzeugmuseum Salzburg;
- Brauereimuseum der Stieglbrauerei

Musik


- ARGE Nonntal
- Camerata Salzburg
- Jazzit
- Mozarteum Orchester Salzburg
- Rockhouse
- Salzburger Festungskonzerte
- Österreichisches Ensemble für neue Musik
- Experiment-Bar

Kinos


- Das Kino (Salzburger Filmkulturzentrum)
- Mozartkino
- Elmo Kino
- Cineplex City
- Cineplex Airport

Freizeit

Naturdenkmäler


- Grüngürtel Freisaal
- Kapuzinerberg
- Mönchsberg

Regelmäßige Veranstaltungen


- Salzburger Festspiele, die jährlich im Sommer stattfinden
- Osterfestspiele, seit 1967 als Ergänzung zu den Festspielen
- das internationale Festival SZENE Salzburg.
- Salzburger Dult
- Salzburger Jazz-Herbst
- aspekte Salzburg, internationales Festival für zeitgenössische Musik

Kulinarische Spezialitäten


- Mozartkugel
- Salzburger Nockerln

Sport


- Red Bull Salzburg (Fußball)
- EC Red Bulls Salzburg (Eishockey)
- Salzburg-Marathon
- ASK Salzburg
- SAK 1914
- Fußball-Europameisterschaft 2008
- Rad WM 2006
- Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2014

Nachtleben

Das Nachtleben in der Stadt Salzburg spielt sich großteils in der Altstadt, speziell am Rudolfskai, ab, wo neben Bierlokalen auch Irish Pubs und andere Fortgehmöglichkeiten existieren. Am Haupbahnhof wurde in den letzten Jahren ein Urban Entertainment Center, das City Center (Salzburg), aus dem Boden gestampft, ebenso wie beim Airportcenter, dort findet man jeweils Diskotheken, Kinos und Bars.

Wirtschaft

Neben seiner Bedeutung als Tourismus-, Kultur-, Universitäts- und Sportstadt erlangt Salzburg durch das Messezentrum auch als Messestadt immer mehr an Bedeutung. Weiters präsentiert sich Salzburg als attraktiver Wirtschaftsstandort für diverse Unternehmen, wobei die Stadt jedoch von Schwerindustrie gänzlich verschont blieb. Größere Firmen haben ihren Sitz in Salzburg, einige davon jedoch im Speckgürtel um die Stadt, so zum Beispiel Sony Austria, Kaindl und Red Bull. Per Stichtag 15. Mai 2001 waren in Salzburg 100.055 Personen in 10.210 Arbeitsstätten beschäftigt, von welchen 53 mit mehr als je 200 Mitarbeitern als Großunternehmen gezählt werden können.

Ansässige Unternehmen


- Quehenberger Logistik
- Bausparkasse Wüstenrot AG
- Morawa
- Red Bull
- SONY
- Condor Spedition
- Kaindl
- LKW Augustin
- Lagermax Lagerhaus und Speditions AG
- Quester Baustoffhandel GesmbH |{{{{{


Österreich

Die Republik Österreich ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa mit der Staatsform einer parlamentarischen Demokratie. Das Land ist seit 1955 Mitglied in der UNO und seit 1995 in der Europäischen Union. Es grenzt im Norden an Deutschland und Tschechien, im Osten an die Slowakei und Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien und im Westen an die Schweiz und Liechtenstein.

Geografie

Hauptartikel: Geografie Österreichs

Landschaft

Etwa 60 Prozent des Landes sind gebirgig und haben Anteil an den Ostalpen (vor allem Tiroler Zentralalpen, Hohe Tauern und Niedere Tauern, Nördliche Kalkalpen, Südliche Kalkalpen und Wienerwald). In Ober- und Niederösterreich liegt - bereits nördlich der Donau - die Böhmische Masse, ein altes Rumpfgebirge, das auch nach Tschechien und Bayern hinüberreicht, und an der Ostgrenze die Kleinen Karpaten. Die fünf Großlandschaften Österreichs:
- Anteil an den Ostalpen (52.600 km², 62,8 % der Staatsfläche)
- Anteil am Alpen- und Karpatenvorland (9.500 km², 12,3 %)
- Vorland im Osten, Anteil an Randgebieten des Pannonischen Tieflands (9.500 km², 12,3 %)
- Granit- und Gneisplateau, Anteil am Mittelgebirgsland der Böhmischen Masse (8.500 km², 10,1 %)
- Anteil am Wiener Becken (3.700 km², 4,4 %) Von der Gesamtfläche Österreichs (rd. 84.000 km²) entfällt etwa ein Viertel auf Tief- und Hügelländer. Nur 32 % liegen tiefer als 500 m.

Gebirge

km² km²] km² km²]] Die sieben höchsten Berge Österreichs sind:

Ebenen

Die großen Ebenen liegen im Osten entlang der Donau, vor allem das Alpenvorland und das Wiener Becken mit dem Marchfeld, sowie in der südlichen Steiermark, die wegen ihrer Landschaftsähnlichkeit zur Toskana auch oftmals Steirische Toskana genannt wird. tiefster Punkt: Hedwighof (Gemeinde Apetlon - Burgenland) 114 m

Seen

Der größte See ist der Neusiedler See im Burgenland, der mit ca. 77 % seiner Gesamtfläche von 315 km² in Österreich liegt, gefolgt vom Attersee mit 46 km² und dem Traunsee mit 24 km² in Oberösterreich. Auch der große Bodensee mit seinen 536 km² im Dreiländereck mit Deutschland (Freistaat Bayern und Land Baden-Württemberg) und der Schweiz liegt zu einem kleinen Anteil auf österreichischem Staatsgebiet. Allerdings sind die Staatsgrenzen innerhalb des Bodensees nicht genau bestimmt. Für den Sommertourismus in Österreich haben die Seen neben den Bergen die größte Bedeutung, insbesondere die Kärntner Seen und jene des Salzkammerguts. Die Bekanntesten davon sind der Wörthersee, der Millstättersee, der Ossiachersee und der Weißensee. Weitere bekannte Seen sind der Mondsee und Wolfgangsee an der Grenze von Salzburg und Oberösterreich. siehe auch: Liste der Seen in Österreich

Flüsse

Der größte Teil Österreichs wird über die Donau zum Schwarzen Meer entwässert, nur kleine Gebiete über Rhein oder Elbe zur Nordsee. Große Nebenflüsse der Donau sind (von Westen nach Osten):
- Lech und Inn (entwässern Tirol) mit Salzach (entwässert Salzburg).
- die Ager, Traun, Enns, Ybbs, Erlauf, Traisen, Wien, und Fischa entwässern die südlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich sowie Wiens.
- die Große und Kleine Mühl, Rodl und Aist, der Kamp, Göllersbach und Rußbach, sowie die March an der Ostgrenze entwässern die nördlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich

Klima

Das Klima wird vom Westen nach Osten immer trockener (In Wien sind die Niederschläge nur noch halb so hoch wie in Salzburg) und erreicht in den östlichen und südöstlichen Landesteilen das pannonische Kontinentalklima, das teilweise im südlichen Seengebiet mediterran beeinflusst wird. Die