Bad ReligionBad Religion ist eine Punk-Band aus Los Angeles, die für ihre bissigen sozialkritischen und reflexiven Texte bekannt ist.
Werdegang
Neben Bands wie den Ramones, Misfits, Sex Pistols, The Exploited, The Clash, Dead Kennedys und Social Distortion stellen Bad Religion eine der einflussreichsten Punkbands der Rockgeschichte dar.
Die Gruppe mit dem markanten "Crossbuster"-Symbol wurde 1980 von Greg Graffin (Gesang), Brett Gurewitz (Gitarre), Jay Bentley (Bass) und Jay Ziskrout (Schlagzeug) vor dem Hintergrund der aufkeimenden US-amerikanischen Punk-Szene in Los Angeles gegründet. 1981 erschien auf Gurewitz' neu gegründetem eigenem Label Epitaph Records die erste, selbstbetitelte EP und 1982 das erste Album "How Could Hell Be Any Worse?", welches heute als eines der bedeutendsten Alben des frühen US-Westcoast-Punks angesehen wird. Nach einem brachialen Stilwechsel ("Into The Unknown", Epitaph Records, 1983) stieg der Großteil der Band aus und viele Exemplare der Platte wurden von verärgerten Fans zurückgegeben; heute stellt dieses offiziell seitdem nicht mehr erhältliche Album jedoch ein begehrtes Sammlerstück dar. Ein Jahr später wurde mit "Back To The Known" eine EP veröffentlicht, auf der der ursprünglichen Stil wieder aufgegriffen wurde.
1987 fand sich die Band in der Fast-Originalbesetzung mit Greg Graffin, "Mr. Brett" Gurewitz, Greg Hetson (Gitarre), Jay Bentley und Pete Finestone (Schlagzeug) wieder zusammen, um ein neues Album aufzunehmen. Diese Platte, "Suffer" (Epitaph Records, 1988), bot etwas völlig neues im Punkrock-Bereich: schnelle, aber sehr melodische Songs mit den später für die Band typischen mehrstimmigen Gesängen und Hintergrundchören. Hinzu kam der klare Gesang Graffins, der durch exakte Aussprache und Metrik gekennzeichnet ist. Auch inhaltlich und lyrisch kreierten Bad Religion einen Stil, der von einer distanziert kommentierenden, akademisch, philosophisch und literarisch beeinflußten und von politischen und wissenschaftlichen Publizisten wie Noam Chomsky, Edward O. Wilson und Richard Dawkins inspirierten Weltsicht geprägt war und sich dadurch von den Stereotypen des Punkrocks abhob. "Suffer" gilt bis heute für viele als eines der besten Punkalben überhaupt. Als Liveact machten sich Bad Religion durch ihre energiegeladenen und publikumsnahen Shows in der Folgezeit schnell einen Namen und noch heute geht die Band zu jeder neuen Veröffentlichung regelmäßig weltweit auf Tournee. Die Tour zum "Suffer"-Album führte die Gruppe im Jahre 1989 zum ersten mal auch nach Deutschland. Die anschließenden Alben "No Control" (Epitaph Records, 1989) und "Against The Grain" (Epitaph Records, 1990) knüpften nahtlos an den Stil von "Suffer" an.
Nachdem Pete Finestone 1991 die Band verließ, stieg Bobby Schayer am Schlagzeug ein und es wurden "Generator" (Epitaph Records, 1992) und weiterhin "Recipe For Hate" (Epitaph Records, 1993) veröffentlicht, auf dem es einige kleine und teilweise Grunge-beeinflusste Stiländerungen und verschiedene Gastmusiker wie Eddie Vedder (Pearl Jam) und Johnette Napolitano (Concrete Blonde) zu hören gab. 1994 wechselte die Band zum Major-Label Atlantic, da Brett Gurewitz und Bassist Jay Bentley durch die Labelarbeit mit Epitaph insbesondere aufgrund des überaschenden Erfolgs des Offspring-Albums "Smash" (bei Epitaph) zeitlich sehr stark eingebunden waren und eine Trennung von Band und Plattenfirma vollzogen werden sollte. Auf ihrem Major-Debut "Stranger Than Fiction" (Sony/Atlantic Records, 1994) orientierten sich Bad Religion stilistisch aber wieder eher an den Alben vor "Recipe For Hate". Auch diesmal kamen mit Jim Lindberg (Pennywise), Tim Armstrong (Rancid) und Wayne Kramer (MC5) verschiedene Gäste zum Einsatz. "Stranger Than Fiction" ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Album der Band.
Nach diesem Album verließ Brett Gurewitz aufgrund von Drogenproblemen und Streitigkeiten mit Jay Bentley die Band. Damit verlor die Gruppe einen wichtigen Songwriter, da bisher immer Graffin und Gurewitz fürs Schreiben der Songs verantwortlich gewesen waren. Trotzdem machten Bad Religion weiter und es stieg mit Brian Baker einer der besten Gitarristen der Punkrock- und Hardcore-Szene in die Band ein. Dafür lehnte er sogar ein Angebot von R.E.M. ab, auf ihrer "Monster"-Tour als zusätzlicher Gitarrist mitzuspielen. Brian Baker spielte schon bzw. spielt heute noch in legendären Hardcore-Bands wie Minor Threat und Dag Nasty. Er beteiligte sich ebenso wie die anderen Bandmitglieder zwar in der Folgezeit an den Kompositionen, den Hauptteil des Songwritings musste jedoch Greg Graffin beisteuen. Knüpfte das nächste Album "The Gray Race" (Sony/Atlantic Records, 1996) noch an die Qualität der letzten Veröffentlichung mit Brett Gurewitz an, so vermochten die nachfolgenden Platten "No Substance" (Sony/Atlantic Records, 1998) und "The New America" (Sony/Atlantic Records, 2000) viele Fans und Kritiker nicht zu überzeugen und orientierten sich stilistisch teilweise eher an Greg Graffins folk-beeinflusstem Soloalbum "American Lesion" (Atlantic Records, 1997) denn am klassischen Bad Religion-Sound. Brett Gurewitz veröffentlichte nach der Trennung nur die Single "Hate You" mit seiner neuen Band The Daredevils (Epitaph Records, 1996).
Nachdem Brett Gurewitz jedoch auf dem 2000er-Album "The New America" als Co-Songwriter des Songs "Believe It" wieder in Erscheinung trat und die Hoffnungen der Fans auf eine "Reunion" mit Bad Religion geweckt wurden, kehrte er im Jahre 2001 tatsächlich wieder zur Band zurück. Einher gehend mit dem Auslaufen des Vertrags beim Major-Label Atlantic kehrten Bad Religion wieder zurück zu Brett's mittlerweile zum größten Punk-Label der Welt gewachsenen Plattenlabel Epitaph Records. Darüber hinaus wurde Bobby Schayer, der wegen einer Schulterverletzung nicht mehr professionell Schlagzeug spielen konnte, durch Brooks Wackerman ersetzt. Er gilt als einer der besten Punk-Drummer, spielte schon bei den Suicidal Tendencies und The Vandals und stammt aus einer bekannten Musikerfamilie; sein Bruder Chad saß bereits beim legendären Frank Zappa hinter dem Schlagzeug. Mit diesem neuen Lineup, mit neuer Inspiration und der Klasse der früheren Veröffentlichungen erschien 2002 das Album "The Process Of Belief" (Epitaph Records, 2002), welches sich wieder am 1994er Werk "Stranger Than Fiction" orientierte und schnellen, energiereichen und melodischen Punkrock bietet. Mit Greg Hetson, Brian Baker und Brett Gurewitz konnten Bad Religion nun auf drei Gitarristen zurückgreifen, wobei Gurewitz aufgrund der Arbeit mit seinem Label auf den meisten Tourneen nicht dabei ist. Der Nachfolger "The Empire Strikes First" (Epitaph Records, 2004) knüpfte musikalisch wieder am typischen Stil der Band an und thematisierte diesmal vor allem politische Ereignisse wie den Dritten Golfkrieg. Zudem erschienen 2004 remasterte Neuauflagen der Alben von 1982-1992.
Diskographie
Studioalben
- 1982: How Could Hell Be Any Worse? (Epitaph Records)
- 1983: Into The Unknown (Epitaph Records)
- 1988: Suffer (Epitaph Records)
- 1989: No Control (Epitaph Records)
- 1990: Against The Grain (Epitaph Records)
- 1992: Generator (Epitaph Records)
- 1993: Recipe For Hate (Epitaph Records)
- 1994: Stranger Than Fiction (Sony/Atlantic Records)
- 1996: The Gray Race (Sony/Atlantic Records)
- 1998: No Substance (Sony/Atlantic Records)
- 2000: The New America (Sony/Atlantic Records)
- 2002: The Process Of Belief (Epitaph Records)
- 2004: The Empire Strikes First (Epitaph Records)
EPs
- 1981: Bad Religion (Epitaph Records)
- 1984: Back To The Known (Epitaph Records)
Livealben, Compilations, Neuauflagen
- 1991: 80-85 (Epitaph Records)
- 1995: All Ages (Epitaph Records)
- 1997: Tested (Live) (Sony/Atlantic Records)
- 2002: Punk Rock Songs (The Epic Years) (Sony/Atlantic Records)
- 2004: How Could Hell Be Any Worse? (Remastered) (Epitaph Records)
- 2004: Suffer (Remastered) (Epitaph Records)
- 2004: No Control (Remastered) (Epitaph Records)
- 2004: Against The Grain (Remastered) (Epitaph Records)
- 2004: Generator (Remastered) (Epitaph Records)
Videos
- 1990: Along The Way (Live-Video) (Epitaph Records/Tribal Video)
- 1992: Big Bang (Live-Video) (Epitaph Records/Tribal Video)
- 1996: The Riot (Live-Video) (L.A. Access Video)
- 2001: The Riot (Live-DVD) (L.A. Access Video)
- 2004: Punk Rock Songs (Sony/Atlantic Records)
- 2004: Along The Way (Live-DVD) (Epitaph Records)
- 2006: Live At The Palladium (Live-DVD) (Epitaph Records)(20. Februar 2006)
Siehe auch
Portal:Rockmusik, Liste bekannter Rockbands
Weblinks
- [http://www.badreligion.com/ Offizielle Website]
- [http://www.epitaph.com/bands/index.php?id=369 Epitaph Records]
- [http://artist.amazon.com/badreligion Kostenlose MP3s bei amazon.com]
- [http://www.thebrpage.net/ The Bad Religion Page] älteste Fanseite (1995 gegründet) mit vielen Infos und "The Answer", einem BR-Lexikon
- [http://www.crossbuster.de/ Deutsche Fanseite]
Kategorie:Punkband
Kategorie:Hardcore-Punkband
Kategorie:US-amerikanische Band
ja:バッド・レリジョン
Punk (Musik)
Punk , auch Punkrock, ist eine Musikrichtung der Rockmusik, die Mitte der 1970er Jahre in London und New York im Zusammenhang mit der Subkultur von Punk entstanden ist. In vielen Punk-Rock Abhandlungen findet man den falschen Verweis auf 1977. In diesem Jahr hatten die Sex Pistols ihren kommerziellen Durchbruch, jedoch schon lange vorher spielten amateurhafte Garagenbands wie die Stooges (siehe Proto-Punk) in New York. Punkmusik zeichnet sich durch eine minimale Instrumentierung (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang) sowie die Einfachheit der Kompositionen (Schlagwort "drei Akkorde") aus. Der Sound ist geprägt durch übersteuerte Gitarren, eine hohe Taktgeschwindigkeit und raue Stimmen. Die Texte haben bei Punk und Punk-Rock bisweilen einen politischen Inhalt.
Wichtig für die Punkmusik sind auch das Lebensgefühl, der Stil und die Kleidung. Die dazugehörige Jugendkultur Punk ist durch die Ablehnung so genannter "bürgerlicher Werte" und das möglichst krasse Auflehnen dagegen bestimmt. Unter den ersten Bands, die sich selbst als Punks bezeichneten sind unter anderem die Sex Pistols und die Ramones. Lou Reed einmal über einen Auftritt letzterer: "Sie kamen auf die Bühne, die vier Jungs, sahen total gefährlich aus und waren sauer aufeinander. Sie spielten 28 Minuten lang bis sie von der Bühne stürmten. Die Musik war schnell, voll von Wut, sie waren großartig!"
Es haben sich zahlreiche andere Musikstile aus dem Punk entwickelt, die vor allem die Aggressivität in der Musik sowie die politischen Aussagen beibehalten haben. Diese große Anzahl an Stilen werden umgangssprachlich oft als Punk-Rock zusammengefasst.
Bands
Es gibt zahllose Punkbands über den ganzen Globus verteilt, die Bekanntesten stammen überwiegend aus England, den USA, Deutschland und Japan.
Wichtige Vertreter in der Geschichte der Punkmusik sind z.B.:
- The Sex Pistols,
- The Clash,
- The Damned,
- The Ramones,
- Discharge,
- Cockney Rejects,
- Sham 69,
- The Exploited,
- Slime,
- Dead Kennedys,
- Black Flag,
- Minor Threat,
- Bad Religion,
- NOFX,
- Sick Of It All
Labels
Alternative Tentacles, Dischord, Epitaph Records, Fat Wreck Chords, Hellcat Records, Weserlabel, Revelation Records, Burning Heart Records, Hulk Räckorz, Weird System, unterm durchschnitt, Hopeless Records, Victory Records, Wolverine Records, Leech - Redda (Schweiz), Household Name Records, Twisted Chords,
Literatur
- Martin Büsser: If the kids are united. Von Punk zu Hardcore und zurück.; Ventil Verlag Mainz, 2003 (1. Aufl. 1995). ISBN 393055948X
- Jürgen Teipel: Verschwende deine Jugend. Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave, (= Suhrkamp Taschenbuch 3271), Frankfurt am Main 2001 ISBN 3-518-39771-0
- Paul Ott und Hollow Skai (Hgg.): Wir waren Helden für einen Tag. Aus deutschsprachigen Punk-Fanzines 1977-1981, Reinbek bei Hamburg 1983 ISBN 3-499-17682-3
- Rocko Schamoni: Dorfpunks, Rowohlt Taschenbuch, Frankfurt am Main 2004 ISBN 349923618
- Mark Andersen, Mark Jenkins: Dance of Days: Two Decades of Punk in the Nation's Capital, ISBN 1888451440 (engl.)
- Peter Belsito, Bob Davis: Hardcore California: A History of Punk and New Wave, ISBN 086719314X (engl.)
Siehe auch
- Portal:Punk
- Portal:Punk/Musik
- Portal:Rockmusik
- Liste wichtiger Punkbands
- UK-Punk
- US-Punk
- Deutschpunk
- DDR-Punk
- Hardcore Punk
Weblinks
- [http://knox.p-u-n-k.de/db/ Umfangreiche Konzertdatenbank zum Thema Punkrock]
- [http://www.punkstelle.de/bands.htm Ausführliche Liste Deutscher Punkbands]
- [http://www.r-otten-s.de/punk/gruppen.htm Biografien wichtiger Punkbands der Anfänge]
- [http://www.punksite.de www.punksite.de] Deutsches Online-Magazin im Punkbereich
- [http://www.voiceofculture.de www.VoiceOfCulture.de] Berliner Magazin für Mestizo::Ska::Punk Musik
- [http://www.oivision.de Oi!vision – Internet Musikmagazin] (deutsch)
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ja:パンク・ロック
Los Angeles
Los Angeles ist eine Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien in den USA. Sie liegt am Pazifischen Ozean und dem Fluss Los Angeles. Mit vollem Namen heißt die Stadt eigentlich: El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de los Angeles del Río de Porciúncula. Die häufig (auch umgangssprachlich) verwendete Abkürzung lautet „L.A.“.
Los Angeles ist Hauptstadt des Los Angeles County und mit 3.877.129 Einwohnern in der eigentlichen Stadt nach New York die zweitgrößte Stadt der USA. Mit einer Einwohnerzahl von 17.542.279 im Ballungsgebiet gehört die Stadt zu den größten Metropolregionen der Welt. (Stand jeweils 1. Januar 2005)
Die Stadt ist das Wirtschafts- Geschäfts- und Kulturzentrum Kaliforniens mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theater und Museen. Los Angeles ist weltgrößter Standort für die Flugzeug- und Raumfahrtindustrie und bekannt wegen der dort ansässigen Film- und Fernsehindustrie (Hollywood) und Musikszene.
Geografie
Geografische Lage
Der Stadtkern und die Vororte von Los Angeles liegen in einer hügeligen Küstenregion durchschnittlich 32 Meter über dem Meeresspiegel. Im Westen und Süden grenzt die Stadt an den Pazifischen Ozean. Im Osten und Norden ist sie von Gebirgsketten umgeben. Ebenfalls im Norden der Stadt liegt das San Fernando Valley, in dem ein Drittel der Bewohner überwiegend in Einfamilienhäusern lebt.
Das Tal ist durch den Griffith Park und die Santa Monica Mountains von Hollywood und der Innenstadt abgeschnitten. Das über 1.290,6 Quadratkilometer verteilte Stadtgebiet von Los Angeles (71 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 47 Kilometer in Ost-West-Richtung) ist durch ein System von Schnellstraßen (Freeways, Stahl- und Betonkonstruktionen) miteinander verbunden. Die Auto- (größte Kraftfahrzeugdichte der Welt) und Industrieabgase sind zu einem drängenden Umweltproblem (Smog) geworden. Los Angeles hat eines der größten Smogprobleme in den USA.
Die Stadt wird manchmal als horizontal city bezeichnet, da sie relativ wenige Wolkenkratzer besitzt und das gesamte Stadtgebiet sehr weitläufig ist. Hohe Grundstückspreise führen im Zentrum von Los Angeles trotzdem dazu, dass Hochhäuser sich dort inzwischen auch durchsetzen. Die geografischen Koordinaten sind 34,11 Grad nördliche Breite und 118,41 Grad westliche Länge.
Die Metropolregion Los Angeles hat eine Fläche von 87.972 Quadratkilometer, was etwas größer als Österreich ist. In ihr befinden sich 173 selbständige Städte. Sie umfasst die Counties Los Angeles, San Bernardino, Riverside, Ventura und Orange.
Geologie
Orange
Am Ostrand der Metropolregion verläuft die San-Andreas-Verwerfung. Die daraus resultierende Erdbebengefahr erklärt die strengen Bauvorschriften, die im gesamten südkalifornischen Erdbebengebiet angewandt werden. Seit 1800 wurde Los Angeles von neun großen Erdbeben mit einer Intensität von sechs und höher auf der Richterskala und Tausenden von kleineren Beben erschüttert. Zahlreiche Gebäude sind erdbebensicher gebaut, was die Anzahl an Todesopfern bei Beben wesentlich verringert.
Bis zum Jahre 1958 bestand zudem eine gesetzliche Vorschrift, wonach die Obergrenze für Gebäude 45 Meter beziehungsweise 14 Stockwerke nicht übersteigen durfte. Eine Ausnahme war nur das Rathaus von 1928 mit 138 Metern. Erdbebensichere Konstruktionen machten das Gesetz dann später überflüssig. Die Gefährdung durch Erdbeben, die Abkehr von dichter Bebauung und die Festlegung eines Leitbildes, wonach Los Angeles eher eine Art "City in the Garden" werden sollte, standen als Idee hinter dieser Vorschrift. Auch dies ist eine Erklärung für die Ausdehnung der Stadt.
Stadtgliederung
1928
Los Angeles gliedert sich in 15 Bezirke (Districts).
Klima
1928
Die Stadt liegt in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 16,5 Grad Celsius und die jährliche Niederschlagsmenge 295 Millimeter im Mittel. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 20,8 Grad Celsius und der kälteste der Januar mit 12,5 Grad Celsius im Mittel. Fast der gesamte Jahresniederschlag fällt in der Zeit von November bis April. Zwischen Mai und Oktober ist es überwiegend trocken.
Im Sommer herrschen in Los Angeles tagsüber meist Temperaturen um die 20 bis 28 Grad Celsius.
Ohne die Lage an der Pazifikküste wäre es noch wärmer, da der Wind vom Meer die Temperaturen abschwächt. Im Winter dagegen ist es etwas kälter, wobei die Temperaturen fast nie unter 15 Grad Celsius sinken. Nachts sinkt die Temperatur durchschnittlich immer um circa zehn Grad Celsius ab. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 50 bis 75 Prozent.
Alle zwei bis drei Jahre kommt es zu einer Hitzewelle, bei der die Temperaturen über 40 Grad Celsius steigen. Dies ist durch die aus den östlich von Los Angeles gelegenen Wüstenregionen kommenden Winde zu erklären, die über die Santa-Ana-Berge nach Los Angeles kommen. Sie werden auch Santa-Ana-Wind genannt.
Geschichte
Stadtgründung
Santa-Ana-Wind
Am 4. September 1781 wurde die Gemeinde Los Angeles von dem spanischen Gouverneur Kaliforniens, Felipe de Neve, mit 44 Siedlern auf dem Gebiet der Tongvá Indianer gegründet. Damals wurde dort noch hauptsächlich Viehzucht betrieben.
Der Name Los Angeles kommt aus dem Spanischen und bedeutet „die Engel“. Er stellt eine Verkürzung des ursprünglichen Ortsnamens El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de los Ángeles de Porciuncula (zu deutsch: „Die Stadt unserer lieben Frau, der Königin der Engel von Portiuncula“) dar.
Im Jahr 1835 wurde Los Angeles zur Stadt und gleichzeitig zur Hauptstadt von Mexikos nördlichster Region Alta California erhoben. Die Bevölkerung wuchs bis 1836 bis auf 2.228 Einwohner an, um danach wieder vorübergehend zurückzugehen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Los Angeles eine mexikanische Gemeinde, die sich vorwiegend aus amerikanischen Siedlern, armen chinesischen Arbeitern und einigen wenigen wohlhabenden mexikanischen Großgrundbesitzern zusammensetzte. Während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges zwischen 1846 und 1848 wurde Alta California und damit auch Los Angeles von US-amerikanischen Soldaten besetzt und den USA angegliedert.
Industrialisierung
Der Ort erhielt am 4. April 1850 Stadtrecht im Rahmen der Gründung des Staates Kalifornien durch die USA; er hatte damals 1.610 Einwohner. Nach der Anbindung an die Union Pacific Railroad im Jahre 1876 und an die Eisenbahnlinie nach Santa Fe im Jahre 1885 sowie dem Beginn der Förderung von Kohle 1890 und Erdöl 1892 setzte das Wachstum der Stadt ein. Zu dieser Zeit wurden Bewässerungstechniken erprobt und für die Region geeignete Anbauprodukte entdeckt. Die Stadt war damals ein Synonym für gute Gesundheit, eine saubere Umwelt, reichlich Sonne und endlose Zitrusplantagen.
Die größte Zuwanderergruppe waren Flüchtlinge aus dem Mittleren Westen, die aus Staaten wie Iowa und Indiana kamen und als neue politische Herrscherklasse die alte mexikanische Elite ablösten. Schon bald wurden die alten Großfarmen parzelliert und wuchs die Bevölkerung. Im Jahre 1900 hatte die Stadt 100.000 Einwohner, bis 1910 verdreifachte sich diese Zahl.
Von 1899 bis 1914 wurde ein großer Hafen gebaut. Als die örtlichen Wasservorräte für Los Angeles nicht mehr ausreichten, wurde 1913 im Norden ein Aquädukt errichtet.
Nach der Eingemeindung zahlreicher Nachbargemeinden umschloss das Stadtgebiet von Los Angeles auch mehrere Städte wie Wilmington (1909), San Pedro (1909), Hollywood (1910), Sawtelle (1922), Hyde Park (1923), Eagle Rock (1923), Venice (1925), Watts (1926), Barnes City (1927) und Tujunga (1932). Santa Monica, Beverly Hills und San Fernando, die im allgemeinen als wirtschaftliche und kulturelle Teile von Los Angeles betrachtet werden, konnten verwaltungsmäßig aber ihre Selbständigkeit bis heute bewahren.
Wirtschaftszentrum
San Fernando
1932 war Los Angeles Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts war das kleine Vorstadthaus mit Swimming Pool und Doppelgarage zum dauerhaften Symbol der Stadt geworden. Auch die ab 1910 stark aufstrebende Filmindustrie lockte viele Neuankömmlinge nach Los Angeles, doch der wahre Boom kam erst nach dem 2. Weltkrieg mit der Luft- und Raumfahrtindustrie, deren Betriebe sich durch den Krieg zahlreich ansiedelten.
1960 wurde das erste Bürohochhaus in die ehemals niedrige Silhouette der Stadt gebaut, deren höchstes Bauwerk bis dahin die City Hall von 1928 war. Im August 1965 kam es zu schweren Ausschreitungen, bei denen 34 Menschen ums Leben kamen. 1984 war Los Angeles zum zweiten mal Austragungsort der Olympischen Sommerspiele.
Die Unruhen in Los Angeles im April 1992 stellten einen der größten Aufstände in der Geschichte der USA dar. Ausgelöst wurden sie, als vier Polizisten mit weißer Hautfarbe, die den Schwarzen Rodney King misshandelt hatten, freigesprochen wurden. Oft vereinfachend als Rassenunruhen bezeichnet, in deren Folge 58 Menschen den Tod fanden und die öffentliche Ordnung in einigen Stadtteilen völlig zusammenbrach, handelte es sich gleichzeitig um eine unkoordinierte Rebellion der gesamten Unterschicht.
Zwischen Ende Oktober und Anfang November 1993 vernichteten Brände im Stadtbereich von Los Angeles tausende Hektar bebauten Landes. Im Januar 1994 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Richterskala die Stadt. 57 Menschen kamen dabei ums Leben, wichtige Verkehrsverbindungen und mehrere tausend Gebäude wurden beschädigt oder zerstört.
Mit dem Ende des Kalten Krieges wurde ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt, die Luft- und Raumfahrtindustrie, hart getroffen. Arbeitslosigkeit, eine wachsende Kriminalität und rassistische Ausschreitungen sind nur einige Probleme, mit denen Los Angeles heute zu kämpfen hat.
Einwohnerentwicklung
Kalten Krieges
Die Bevölkerungsexplosion im 20. Jahrhundert - 1900 hatte die Stadt erst 100.000 Einwohner - traf Los Angeles gänzlich unvorbereitet. Die Einwohner verteilten sich auf ein großes Gebiet, und diverse Flachbauten (Handelsgebäude, Einkaufszentren) wurden errichtet. Die Einwohnerzahl von Los Angeles nimmt auch heute kontinuierlich zu; eine bedeutende Rolle spielt dabei auch die Zuwanderung aus Lateinamerika (insbesondere aus Mexiko) und Asien. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung von Los Angeles wurde außerhalb der USA geboren.
Los Angeles beherbergt Menschen aus insgesamt 140 Ländern, diese sprechen 224 verschiedene
Sprachen und leben überwiegend in den Stadtvierteln "Little Tokyo", "Chinatown", "Koreatown", "Little India" (Artesia), "Little Armenia", "Thai Town", "Historic Filipinotown" und "Little Ethiopia". Die etwa zwei Millionen Lateinamerikaner (Latinos) machen rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung von Los Angeles aus. In wenigen Jahren werden mehr Einwohner in Los Angeles Spanisch sprechen als Englisch. Die Latinos stellen etwa 45 Prozent der Familienhaushalte. Sie haben eine wesentlich höhere Geburtenrate als die Englisch sprechenden Bewohner der Stadt.
Rund 400.000 Menschen mit dunkler und sehr dunkler Hautfarbe (Black people) leben in Los Angeles. Die Arbeitslosigkeit unter den Erwerbsfähigen Schwarzen ist hoch, was in besonderem Maße zur Verschärfung der sozialen Spannung in Los Angeles beiträgt. Eine schnell zunehmende Bevölkerungsgruppe bilden die Asiaten und Zuwanderer von den Pazifischen Inseln. Sie haben wie die Schwarzen einen Anteil von rund zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung der Stadt. Dabei handelt es sich überwiegend um Japaner, Chinesen, Koreaner, Vietnamesen, Thais und Filipinos. Die Indianer spielen nur eine untergeordnete Rolle im Leben der Stadt. Ihre Anzahl wird auf etwas mehr als 100.000 geschätzt. 30 Prozent der Einwohner von Los Angeles gehören der weißen Bevölkerungsgruppe (ohne Latinos) an.
Die eigentliche Stadt Los Angeles hat gegenwärtig 3.877.129 Einwohner. Diese leben auf einer Fläche von 1.290,6 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 3.004 Einwohner pro Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Im Los Angeles County, dem engeren Verdichtungsraum der Stadt, leben 10.179.716 Menschen auf einer Fläche von 10.517 Quadratkilometern, was etwas kleiner als die Bodenfläche des Bundeslandes Oberösterreich ist. Die Bevölkerungsdichte beträgt 968 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Metropolregion Los Angeles, der erweiterte Verdichtungsraum der Stadt, beherbergt 17.542.279 Menschen verschiedener ethnischer und wirtschaftlicher Herkunft (Stand 1. Januar 2005). Diese leben auf einer Fläche von 87.972 Quadratkilometer, was etwas größer als die Bodenfläche von Österreich ist. Die Bevölkerungsdichte beträgt 199 Einwohner pro Quadratkilometer.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt nach dem jeweiligen Gebietsstand. Von 1800 bis 2000 handelt es sich um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.
Österreich
Politik
Österreich
Antonio Villaraigosa ist der Bürgermeister von Los Angeles. Er übernahm am 1. Juni 2005 das Amt von seinem Vorgänger James Hahn und ist damit der erste hispanische Bürgermeister von Los Angeles seit den frühen 1870er Jahren. Als bis dahin letzter Latino-Bürgermeister der Stadt war Cristóbal Aguilar im Jahre 1872 aus dem Amt geschieden.
Villaraigosas politisches Programm beinhaltet die Einführung von Mindestlöhnen, von denen die Menschen tatsächlich leben können (living wage), den Bau von mehr Sozialwohnungen, die Anlage neuer öffentliche Grünflächen und eine wirksame zivile Kontrolle über die Polizei. Letztere ist für ihre rassistischen Übergriffe und Gewaltanwendung bekannt.
Während seiner politischen Laufbahn, zunächst Organisator für die Lehrergewerkschaft in Los Angeles, später als Mitglied und demokratischer Fraktionsführer des Staatssenates von Kalifornien, kandidierte Villaraigosa bereits 2001 für das Bürgermeisteramt, verlor aber gegen James Hahn.
Letzterer war während seiner Amtszeit zwischen 2001 und 2005 unter anderem mit der Modernisierung des Los Angeles International Airport wie auch mit den wirtschaftlichen Problemen der Stadtteile Hollywood und San Fernando Valley beschäftigt. Hahn ist Mitglied der Demokratischen Partei.
Dem Stadtrat (City Council) von Los Angeles gehören 15 District Councilmembers an. Er gliedert sich regional nach den Districts der Stadt. Stadtrats- und Bürgermeisterwahlen finden im allgemeinen alle vier Jahre statt.
Städtepartnerschaften
Los Angeles unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Hollywood]
Am 23. Oktober 2003 eröffnete wurde die von Frank Gehry entworfene "Walt Disney Concert Hall" eröffnet. In dem Gebäude sind die Los Angeles Philharmoniker unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen und die LA Master Choräle beheimatet. Der Bau der Konzerthalle ist auf eine Öffentlich-Private Partnerschafts-Initiative zwischen Lillian Disney (1899-1997), weiteren Mitgliedern der Disney-Familie sowie Sponsoren und dem Regierungsbezirk von Los Angeles zurückzuführen.
Im Theater District am Broadway befinden sich zahlreiche große Filmtheater. Das 1893 erbaute "Bradbury Building" mit seinem sonnendurchfluteten Atrium, stilvollen schmiedeeisernen Balkonen war in dem Film Blade Runner zu sehen, genau wie das benachbarte Kino "Million Dollar Theater" aus dem Jahre 1918, das inzwischen einen allgemein zugänglichen Kirchengemeindesaal beherbergt.
Das noch extravagantere "Los Angeles Theater" wurde 1931 in nur 90 Tagen für die Uraufführung von Charlie Chaplins Lichter der Großstadt fertig gestellt und lädt jedes Jahr im Juni anlässlich des Filmfestivals Last Remaining Seats Cineasten in seinen Vorführsaal. Zu den regelmäßig genutzten Traditionskinos gehört das "Orpheum", ein prachtvolles Beispiel der Neo-Renaissance mit ausladenden Treppen und prunkvollen Kronleuchtern.
In der Hügellandschaft außerhalb der Stadt liegt das "Hollywood Bowl", ein natürliches Amphitheater. Das Philharmonische Orchester von Los Angeles und das Hollywood Bowl Orchestra haben dort ihren Sitz.
Die Beatles, Frank Sinatra und Michail Barischnikow sind nur einige der legendären Künstler, welche dort aufgetreten sind. Diverse Konzerte finden dort in den Sommermonaten statt und der Zutritt auf das Gelände ist täglich über das ganze Jahr kostenfrei möglich.
Museen
Michail Barischnikow
Zu den zahlreichen Museen der Stadt gehören das History Center of the California Historical Society, das Armand Hammer Museum of Art and Cultural Center und das Southwest Museum mit einer Sammlung indianischer Ausstellungsstücke.
Am California Plaza, an der Grand Avenue, steht das 1986 eröffnete Museum of Contemporary Art. Der Komplex ist ein verspieltes Arrangement aus rötlichen, geometrischen Blöcken und ein Entwurf des Architekten Isozaki Arata, der ihn als "kleines Dorf im Tal der Wolkenkratzer" bezeichnete. Es beherbergt eine eindrucksvolle Sammlung von Gemälden und Skulpturen von Franz Kline, Mark Rothko, Robert Rauschenberg, Claes Oldenburg und Antoni Tapies.
Kunstkenner besuchen das in Santa Monica gelegene "Santa Monica Museum of Art" in der Michigan Ave., da hier sehr viel zeitgenössische Kunst gezeigt wird. Besonders empfehlenswert ist das Getty Center in Brentwood, einem Distrikt von West Los Angeles in den Santa Monica Mountains.
Das Getty Center beherbergt seit dem Jahre 1997 das J. Paul Getty Museum und weitere wissenschaftliche Einrichtungen, wie das Getty Conservation Institute, das auf dem Gebiet der Restaurierung tätig ist und das Getty Leadership Institute, das sich um die Aus- und Fortbildung von Führungspersonal für Museen kümmert.
Entworfen wurde der Gebäudekomplex von dem US-amerikanischen Architekten Richard Meier, der bereits Mitte der 1980er Jahre mit dem Entwurf beauftragt wurde. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 1991 und dauerten bis 1997.
Im J. Paul Getty Museum hat der Milliardär Jean Paul Getty etwa 50.000 Kunstschätze zusammengetragen und der allgemeinen Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht. Die Auswahl konzentriert sich dabei auf klassische Kunstwerke wie Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Manuskripte und Photographien.
Bauwerke
Jean Paul Getty
Das bekannte Civic Center beherbergt verschiedene Regierungsgebäude (einschließlich dem Rathaus von Los Angeles) sowie das Music Center for the Performing Arts mit der Konzerthalle Dorothy Chandler Pavilion, dem Ahmanson Theater und dem Mark Taper Forum.
Im September 2002 wurde im Zentrum der Stadt die Kathedrale "Our Lady of the Angels" eingeweiht; der als postmoderne Interpretation einer spanischen Missionsstation gestaltete Kirchenbau mit einem 40 Meter hohen Glockenturm ist Teil eines Kulturareals, das die Innenstadt neu beleben soll. Interessant sind auch der Farmers Market, Chinatown, Little Tokyo sowie das nahe gelegene Culver City. In dem Vorort Inglewood befindet sich das Great Western Forum.
Für Filminteressierte einen Besuch wert sind die Universal Studios in Universal City, die Warner Brothers Studios in Burbank und CBS Television City in Hollywood. Das Hollywoodschild liegt im Norden der Stadt und ist vom Griffith Observatorium gut zu sehen.
Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind unter anderem das berühmte Westin Bonaventure Hotel und der Library Tower (310 Meter), das höchste Gebäude der USA westlich des Mississippis, Staples Center, City Hall (alle in Downtown), die einzigartigen Watts Towers, die La Brea Tar Pits, das Capitol Records Building und das Grauman's Chinese Theater, beide in Hollywood.
Das Getty Center, Dodger Stadium in Elysian Park oder Mount Wilson bieten bei gutem Wetter atemberaubende Aussichten über das Stadtgebiet. Das Encounter Restaurant am internationalen Flughafen LAX gilt unter Angelenos als das heimliche Wahrzeichen der Stadt.
Weit verstreut über das Stadtgebiet finden sich ferner die sogenannten concept houses, darunter Pierre Koenigs stahl house, auch bekannt als Case Study House No. 22. Dieses kann man ebenso besichtigen, wie Charles und Ray Eames Haus in Santa Monica.
Die bekanntesten Hotels in Los Angeles sind das "Beverly Willshire Hotel", "The Beverly Hilton", das "Chateau Marmont" und das "Mondrian".
Parks
Pierre Koenig
Die Parks im Stadtgebiet von Los Angeles enthalten zahlreiche Freizeit- und Kultureinrichtungen. Im El Pueblo de Los Angeles State Historic Park liegt die 1822 fertiggestellte Plaza Church. Im Hancock Park stehen das George C. Page La Brea Discoveries Museum (Ausstellung von Tierskeletten) und das Los Angeles County Museum of Art mit seiner Kunstsammlung.
Im Griffith Park befinden sich das Gene Autry Western Heritage Museum, ein Observatorium und ein Planetarium und der Zoo von Los Angeles. Der Exposition Park beheimatet das Los Angeles Memorial Coliseum, ein Museum für Wissenschaft und Industrie sowie ein naturhistorisches Museum.
Im zentral gelegenen Elysian Park steht das Dodger Stadion (Chavez Ravine) und außerdem noch die L.A. Police Academy. Ebenfalls direkt im Zentrum von Los Angeles liegt der Echo Park. Dort diente sogar schon der bekannte Echo Park Lake als Kulisse im erfolgreichen Film Chinatown.
Nicht nur für Kinder interessant sind die Freizeitparks Disneyland und "Disney's California Adventure" mit dem 30 Meter hohen Grizzly Peak im nahegelegenen Anaheim. In der Nähe der Stadt gibt es noch den Angeles National Forest und die endlosen Pazifikstrände - die Küste von Los Angeles erstreckt sich über etwa 115 Kilometer - in Santa Monica oder auch Venice Beach.
Sport
Venice Beach
Zu den bekannten Sportvereinen der Stadt gehören die Anaheim Angels und die Los Angeles Dodgers in der Major League Baseball (MLB), die Los Angeles Galaxy in der Major League Soccer (MLS) sowie die Los Angeles Clippers und Los Angeles Lakers in der National Basketball Association (NBA). Weitere Sportvereine sind die USC Trojans und UCLA Bruins in der National Collegiate Athletic Association (NCAA) sowie die Los Angeles Kings und Mighty Ducks of Anaheim in der National Hockey League (NHL).
Die Los Angeles Lakers (ehemals Minneapolis Lakers) sind eines von 30 Teams der National Basketball Association (NBA). Die Mannschaft gewann insgesamt 14 Meistertitel, die zweitmeisten hinter den Boston Celtics (16). Seit den Gründungstagen der Liga gehörten die Lakers zur NBA, und ebenso zu den erfolgreichsten Teams.
Die Los Angeles Clippers sind eine Basketball-Mannschaft aus der US-amerikanischen Basketballliga NBA. Der 1970 unter dem Namen Buffalo Braves gegründete Klub war ursprünglich an der Ostküste der USA beheimatet. Man zog 1977 schließlich an die Westküste, und 1983 nach Los Angeles, da die Stadt (trotz der bereits dort existierenden Los Angeles Lakers einen größeren Markt bot.
Die Los Angeles Kings sind eine Eishockeymannschaft, die in der National Hockey League (NHL) spielt. Sie wurden 1967 gegründet und spielen seit 1999 im Staples Center (Kapazität 18.000), in dem auch die NBA-Mannschaften Los Angeles Clippers und Los Angeles Lakers ihre Heimspiele bestreiten.
1988 bis 1996 spielte Wayne Gretzky, einer der erfolgreichsten Eishockeyspieler überhaupt, bei den Kings.
Die Mighty Ducks of Anaheim (manchmal auch als Anaheim Mighty Ducks bezeichnet) sind ein Eishockeyclub, der in der höchsten amerikanischen Eishockeyliga NHL spielt. Eigentümer des Vereins ist der Milliardär Henry Samueli. Der Walt Disney-Konzern gründete die Mighty Ducks im Jahre 1992, durch Erwerb einer 50 Millionen Dollar teuren Lizenz bei der NHL.
Freizeit und Erholung
1992
Einer der beliebtesten Strände an der Pazifikküste von Los Angeles ist Venice Beach. Am Venice Boardwalk, der breiten Promenade, auch als Ocean Front Walk bekannt, treffen sich an Wochenenden (im Sommer täglich) zahlreiche Musiker, Maler und Artisten. Bei Nacht ist Venice Beach wegen der Straßenbanden und Dealer ein gefährlicher Ort. Der Aufenthalt am Strand ist nach Sonnenuntergang verboten.
Das an palmengesäumten Stränden und Hängen über dem Pazifik gelegene Santa Monica, unmittelbar nördlich von Venice, ist der älteste, größte und bekannteste Badeort der Metropole. In dem betont gesundheitsbewussten, liberalen Bezirk leben viele Schriftsteller und Rockstars. Der Ort ist aber auch bekannt wegen der strengen Mietpreiskontrollen und Bauvorschriften.
Bekannt ist auch die Strandkolonie von Malibu, die von zahlreichen Prominenten bewohnt wird. Surfrider Beach, südlich des Piers, ist seit den 1950er Jahren ein beliebter Surfertreffpunkt.
Ein großer Teil des "Malibu Creek State Park" an der Las Virgenes Road weiter nördlich, unweit des Mulholland Drive, gehörte den Studios der 20th-Century Fox. In den von immergrünem Gebüsch überwachsenen Hängen wurden viele Tarzan-Filme gedreht. Im Tausend Hektar großen Park befinden sich ein See, mehrere Wasserfälle und Wanderwege.
Entlang der Küste südlich von Los Angeles führt der Pacific Coast Highway vorbei an den Start- und Landebahnen des LAX-Flughafens zu einem Küstenstreifen mit mehreren Stränden der South Bay: Manhattan Beach, Hermosa Beach und Redondo Beach. In Long Beach ist den letzten Jahren viel investiert worden, wodurch unter anderem eine Reihe neuer Bürogebäude und Hotels entstand. Die größte Sehenswürdigkeit von Long Beach ist der Dampfer "Queen Mary", von den 1930er bis zu den 1960er Jahren das Flaggschiff der Cunard Line, ist es heute ein Hotel.
Kulinarische Spezialitäten
1960er
Los Angeles bietet eine große Auswahl an Restaurants und Lokalitäten. Zu den beliebten Speisen gehören die traditionelle amerikanische Küche mit viel Fleisch und Kartoffeln, koreanische Tempura-Gerichte, Sushi, japanische Gerichte mit Udon- und Sobanudeln, die köstlichen mexikanischen Enchilades und Tamales, pikante Burritos und Pastrami-Sandwiches.
Empfehlenswert sind auch die chinesischen Restaurants, wo dem Gast Abalonen, Krebse, Garnelen und Ente serviert wird. Gern gegessen werden auch "gedippte" Sandwiches mit reichlich Truthahn, Schweinefleisch, Rindfleisch oder Lamm sowie italienische Ossobuco und Risotto. Schmackhaft ist auch die Cajun-Küche. Dazu gehören Kartoffelsalat mit Früchten oder gumbo yaya mit Hühnchen, Garnelen und Würstchen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
1960er
Die Stadt ist ein bedeutendes Produktions-, Handels-, Transport- und Finanzzentrum in den USA. Dort sind unter anderem die chemische Industrie, Elektronik-, Bekleidungs- und Nahrungsmittelindustrie, Metallverarbeitung, Bauwirtschaft und Verlage ansässig. Los Angeles ist weltgrößter Standort für die Flugzeug- und Raumfahrtindustrie sowie ein wichtiges Zentrum für Kino-, Radio-, Fernseh- und Musikproduktionen. Der Fremdenverkehr spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Wirtschaft von Los Angeles.
Zahlreiche große Firmen und Gesellschaften sowie Forschungseinrichtungen und Banken haben in der Stadt ihren Hauptsitz. Dazu gehören bekannte Konzerne der Unterhaltungsindustrie wie 20th Century Fox, DreamWorks SKG, Paramount Pictures, The Walt Disney Company und Warner Brothers, die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (bekannt durch die Oscar-Verleihung), der Spielwarenhersteller Mattel, die Hersteller von Computerspielen Activision und THQ, der Luft- und Raumfahrtkonzern Northrop Grumman, das Raumfahrt-Konsortium Sea Launch, der Öl- und Gaslieferant Unocal, die RAND Corporation (Denkfabrik für die US-Streitkräfte), die ICANN (Verwalter von Namen und Adressen im Internet), die Hotelkette Hilton und der Verlag TOKYOPOP.
Sorgen bereitet die große Luftverschmutzung - hohe Werte an Ozon-, Stickoxid- und Kohlenwasserstoff - in Los Angeles, verursacht durch die dort ansässige Industrie und den Autoverkehr. Da die Stadt von Gebirgsketten umgeben ist, wird der Luftaustausch mit dem weiten Umland gehemmt. Der Seewind erreicht lediglich das Becken von Los Angeles, ohne die Dunstglocke über der Stadt aufzulösen. Seit Anfang der 1980er Jahre werden Anstrengungen zur Lösung des Problems unternommen, mit nur bescheidenem Erfolg. Hauptgrund ist der nur schwach entwickelte öffentliche Verkehr.
Verkehr
Fernverkehr
1980er
Die Stadt verfügt über ein ausgedehntes Autobahnnetz und ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt (transkontinental und regional). Der Hafen Long Beach in der Bucht von San Pedro macht den größten Frachtumsatz der Pazifikküste innerhalb der USA.
Der Großraum Los Angeles besitzt zahlreiche Flughäfen. Der größte ist der Los Angeles International Airport (LAX), der im Westen des Stadtgebietes liegt. Dort werden jährlich rund 55 Millionen Passagiere abgefertigt; damit ist er der Flughafen mit dem weltweit fünftgrößten Passagieraufkommen (nach Atlanta, Chicago, London und Frankfurt).
Long Beach (Daugherty Field), Orange County (John Wayne), Burbank (Bob Hope) und Ontario bedienen vor allem nationale Ziele und sind merklich kleiner. Santa Monica (Municipal), Torrance (Zampernini Field) und Van Nuys Airport bedienen den Privatflugverkehr.
Die Eisenbahngesellschaft Amtrak ist eine der bekanntesten in den USA. Die Züge dieser Gesellschaft verkehren von Los Angeles über Van Nuys nach Bakersfield. In Los Angeles besteht eine Umsteigemöglichkeit in den PACIFIC Surfliner, der von San Diego über Los Angeles nach San Luis Obispo fährt. Der Zugverkehr wird immer noch von schweren Dieselloks und Großraumwagen bewältigt. Im Gegensatz zu Europa und Japan, findet in den USA keine Weiterentwicklung in der Bahntechnik statt.
Da gegenwärtig sehr wenig in den Bahnverkehr investiert wird, fahren die Züge nur auf sehr wenigen Strecken mit hoher Geschwindigkeit. Im Durchschnitt liegt das Reisetempo zwischen 100 und 140 Kilometer pro Stunde, was natürlich mit ein Grund dafür ist, das die meisten Menschen per Auto und Flugzeug reisen. Überwiegend nutzen nur Touristen und Rentner die Züge.
Nahverkehr
Am 3. Juli 1874 fuhren die ersten Pferdestraßenbahnen in der Stadt. 1885 wurde das Straßenbahnsystem elektrifiziert und am 31. März 1963 der Betrieb eingestellt. Nach 27 Jahren Unterbrechung verkehrte am 14. Juli 1990 wieder eine Straßenbahn in Los Angeles. Heute befährt sie ein 89 Kilometer langes Netz. Die U-Bahn von Los Angeles eröffnete am 30. Januar 1993 ihren Betrieb. Sie verkehrt auf einem 28 Kilometer langen Streckenabschnitt.
1993
Trolleybusse verkehrten zwischen dem 11. September 1910 und 1915, in den Jahren 1922 und 1937 sowie vom 3. August 1947 bis 31. März 1963 in der Stadt. Omnibusse fahren zwischen fünf Uhr morgens und zwei Uhr nachts etwa alle 15 Minuten entlang der wichtigsten Haupstraßen, zusätzlich gibt es Express- und Nachtlinien. Fahrpläne befinden sich an zahlreichen Busterminals.
Insgesamt nutzen nur etwa zehn Prozent der Bewohner der Stadt die öffentlichen Verkehrsmittel. Neun von zehn Beschäftigten fahren mit dem eigenen Auto zur Arbeit. So hat Los Angeles auch die höchste Kraftfahrzeugdichte der Welt. Mehrspurige Autobahnen in den USA sind zu einem Symbol des Verkehrs im 20. Jahrhunderts geworden. Die individuelle Fortbewegung per Automobil und die dadurch erzeugte Luftverschmutzung (Smog) sind heute Probleme ersten Ranges.
In Los Angeles sind Millionen von Berufspendlern durchschnittlich gut eine Stunde pro Weg auf den Autobahnen unterwegs. Immense Verkehrsprobleme sind die Folge, deren Ursache in der weitläufigen Siedlungsstruktur liegen. Die kalifornische Metropole besaß noch in den 1920er Jahren das weltweit größte Schienennetz für den Nahverkehr. Aber bereits damals siedelte man dort nicht so kompakt wie in Europa.
In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde die Bahn durch das Auto ersetzt. Um die Staus zu verringern, baute man die Autobahnen in den 1950er und 1960er Jahren bis auf fünfzehn Spuren aus. Seit den 1980er Jahren investierte die Stadt mehrere Milliarden Dollar in die Erneuerung des Schienennetzes - mit nur mäßigem Erfolg. Denn gegenwärtig ist die Zersiedelung des Stadtgebietes so weit fortgeschritten, dass Bahnhöfe zu Fuß kaum noch erreichbar sind.
Die Arbeiten für ein U-Bahnnetz wurden sogar eingestellt, da die Kosten an der erdbebengefährdeten Westküste zu hoch waren; der bereits gebaute Streckenabschnitt wird kaum genutzt. Das Busnetz der Stadt ist das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs, wird aber nur von den weniger Verdienenden benutzt. Schüler etwa werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Mit dem Auto wird während der Hauptverkehrszeit nur mit einer Geschwindigkeit von 20-30km/h gefahren. Das wird von der Bevölkerung überwiegend akzeptiert, da die öffentlichen Verkehrsmittel in Los Angeles nur ein geringes Sozialprestige besitzen und das eigene Automobil ein Statussymbol ist.
Medien
Printmedien
Hauptverkehrszeit
Die wichtigsten in Los Angeles erscheinenden Printmedien sind die Los Angeles Times, La Opinión (spanischsprachige Tageszeitung), L.A. Weekly, L.A. City Beat, Los Angeles Business Journal, Los Angeles Daily Journal, Variety, Los Angeles Downtown News, Daily News, Daily Breeze und Long Beach Press-Telegram.
Die Los Angeles Times ist eine überregional erscheinende Tageszeitung mit Sitz in Los Angeles. Mit knapp einer Million verkaufter Exemplare pro Tag ist sie die zweitgrößte Tageszeitung der USA, nach der New York Times. Die erste Ausgabe erschien unter dem Namen Los Angeles Daily Times am 4. Dezember 1881. Das Projekt ging jedoch schnell in Konkurs. Unter dem legendären Verleger Harrison Gray Otis wurde das Blatt danach unter dem bis heute beibehaltenen Namen zum Erfolg geführt.
Die LA Times war zunächst eine streng konservative, republikanische Zeitung. Otis' Kampf gegen die Gewerkschaften führte am 1. Oktober 1910 zu einem Bombenattentat, bei dem 21 Menschen starben und das Redaktionsgebäude zerstört wurde. 1917 übernahm Otis' Schwiegersohn Harry Chandler die Führung der LA Times. Die Chandler-Dynastie führte die Times bis in die 1980er Jahre. In den 1960er-Jahren änderte sich auch die politische Ausrichtung der Zeitung hin zu einer liberaleren Haltung.
2000 wurde die LA Times von der Tribune Company übernommen, einem der größten amerikanischen Medienkonzerne. 1989 stellte die letzte Konkurrenz auf dem täglichen Markt, der Los Angeles Herald Examiner, sein Erscheinen ein. Dennoch hat die LA Times in den letzten Jahren mit einer rückläufigen Auflage zu kämpfen, ist jedoch weiterhin eine der angesehensten Zeitungen des Landes. Allein 2004 gewann das Blatt fünf Pulitzer-Preise und wurde damit lediglich von der New York Times übertroffen.
Filmindustrie
Pulitzer-Preis
Pulitzer-Preis
Hollywood ist nicht nur ein Vorort von Los Angeles, sondern ein Synonym für die US-amerikanische Filmindustrie. Der Ort, der am 1. Februar 1887 von der Familie Wilcox gegründet wurde, war einst der Standort einer der größten presbyterianischen Kirchen des Landes und lag noch um 1900 etwa 13 Kilometer von Los Angeles entfernt. Er begann seinen Aufstieg 1911, als David Horsley's Nestor Company hier das erste Filmstudio eröffnete. Es ist heute ein Museum und beherbergt eine Sammlung interessanter Erinnerungsstücke aus der Stummfilmzeit.
1911 übersiedelten 15 weitere, "Independents" genannte, Firmen von New York, dem damaligen Zentrum der Filmindustrie. Es gab mehrere Gründe für diesen Umzug. Die wichtigsten waren das geeignetere Klima und die längeren Tage (zu dieser Zeit hatte man noch kein adäquates Kunstlicht, man drehte also entweder im Freien oder in einem Studio mit Glasdach oder Ähnlichem). Mitentscheidend war zweifelsohne auch die große Entfernung zu New York, von wo aus die mächtige Motion Picture Patents Company (MPPC) alle ihr nicht angeschlossenen Firmen mit hohen Strafen und Lizenzgebühren bedrohte.
Der neue Industriezweig expandierte rasch und brachte schnellen Erfolg und Reichtum. Zahlreiche Regisseure und Produzenten, wie Cecil B. DeMille, Samuel Goldwyn, Jesse Lasky und Adolph Zukor hatten in Hollywood Büros eröffnet. Doch erst mit David Griffiths Stummfilmepos "Die Geburt einer Nation" von 1914 entwickelte sich die Filmproduktion zu einer eigenständigen Industrie mit entsprechender Technik und Spezialisierung. Zahlreiche kleinere Firmen gingen zu dieser Zeit in Konkurs oder wurden von den großen Studios übernommen, die in den 1930er Jahren beinahe ausnahmslos an neue Standorte weiter außerhalb wie Culver City, Burbank oder West Los Angeles umzogen. Von den großen Namen blieb nur Paramount Pictures in Hollywood.
Für den Niedergang der Studios in den 1950er Jahren waren neben der Kartellgesetzgebung der US-Regierung auch die sich erholende Filmindustrie im Ausland nach dem 2. Weltkrieg und natürlich das Fernsehen verantwortlich. Ein neuer Aufschwung begann erst in den 1970er und 1980er Jahren durch Regisseure wie Steven Spielberg und George Lucas. Sie entwickelten das Konzept des Blockbusters - eines teuer produzierten, mit zahlreichen Spezialeffekten ausgestatteten Monumentalfilms, der ein so breites Publikum wie möglich ansprechen sollte. Dank eines damals begonnenen Trends und der finanziellen Konsolidierung der US-amerikanischen Medienkonzerne ist Hollywood heute noch ein Symbol für den dauerhaften Erfolg der US-amerikanischen Filmindustrie und professionell produzierte, unterhaltsame Filme mit weltbekannten Schauspielern und Happy End.
Bildung
Blockbuster
Blockbuster
In Los Angeles haben unter anderem die University of Southern California (eröffnet 1880), die Woodbury University (1884), die Loyola Marymount University (1911), die University of California-Los Angeles (UCLA, 1919), die California State University (1947), die Northridge University (1958) und die Yeshiva University of Los Angeles (1977) ihren Sitz.
Die Universität von Südkalifornien (University of Southern California, USC) ist die älteste Privatuniversität in Südkalifornien. Die Universität wurde im Jahre 1880 gegründet. Man begann den Lehrbetrieb mit zehn Dozenten und 53 Studenten. Die erste Abschlußklasse im Jahre 1884 bestand aus drei Studenten, zwei Männern und einer Frau.
Das Lehrangebot der USC wurde stetig erweitert, in der Anfangszeit kam fast jedes Jahr eine neue Fakultät hinzu, so entstanden der Fachbereich Musik (1884), der Fachbereich Medizin (1885) und der Fachbereich Kunst (1887). Seit diesen Anfangsjahren ist die Universität stetig gewachsen. Es kamen zahlreiche Fachbereiche hinzu – die USC beschäftigt heute rund 3.000 Vollzeitlehrkräfte – und die Studentenzahlen stiegen auf heute etwa 32.000 Studenten.
Die University of California, Los Angeles (UCLA) wurde 1919 gegründet und ist der zweitälteste Campus der University of California. Die Universität befindet sich seit 1927 in Westwood, zuvor war ihr Sitz an der Vermont Avenue. Im Jahre 2003 waren etwa 37.000 Studierende an der Universität eingeschrieben. An den zwölf Fakultäten arbeiten mehr als 22.000 Angestellte. Die Anderson School of Management - eine der bekanntesten Business Schools in den USA - gehört ebenfalls zur UCLA. Sie befindet sich immer unter den Top10 der Rankings.
Sehenswürdigkeiten auf dem Campus sind vor allem die Royce Hall und der Franklin D. Murphy Sculputre Garden. Zur UCLA gehört das Hammer Museum in Westwood (vor allem Impressionismus unter andrem von Claude Monet) und das Fowler Museum auf dem Campus (Kunsthistorie aus aller Welt). Zur Zeit lehren fünf Nobelpreisträger an der UCLA. Das Maskottchen der Universität ist der "Bruin Bear". Zu den bekanntesten Absolventen gehört der Erfinder des TCP/IP, Jonathan Postel.
Weitere bekannte Bildungseinrichtungen im Stadtgebiet sind das Occidental College (eröffnet 1887) und das Mount Saint Mary’s College (1925). Im Jahre 1986 gab es in der öffentlichen Zentralbibliothek von Los Angeles (2,1 Millionen Bände) zwei Großbrände. Die Einrichtung wurde 1993 nach einem Umbau wiedereröffnet.
Persönlichkeiten
Die Stadt ist Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderem die Schauspielerinnen Bridget Fonda, Jodie Foster, Angelina Jolie, Marilyn Monroe und Gwyneth Paltrow, der Schauspieler Leonardo DiCaprio, der Schauspieler und Sänger David Faustino, der Produzent und Sänger Andre Young, der Basketballspieler Michael Cooper, der Tennispieler Darlene Hard, der Komponist John Cage, der Musiker James Hetfield, der Science-Fiction-Schriftsteller Larry Niven und der Bildhauer Isamu Noguchi.
Siehe auch: Liste der Söhne und Töchter der Stadt Los Angeles
Literatur
- Stefan Bratzel: Extreme der Mobilität. Entwicklung und Folgen der Verkehrspolitik in Los Angeles., Birkhäuser, Basel, 1995, ISBN 3764351861
- Mike Davis: City of Quartz. Ausgrabungen der Zukunft in Los Angeles. Berlin: Schwarze Risse, 1994. ISBN 3-924737-23-1
- Mike Davis: Ökologie der Angst, Piper, 2004, ISBN 349223819X
- Lung Ho Nu: Ballungsgebiete von Metropolen der Industriestaaten im Vergleich: London, Paris, Los Angeles, Tokyo, Minsk, 1992, ISBN 3880915806
- Roger Keil: Weltstadt. Stadt der Welt. Internationalisierung und lokale Politik in Los Angeles., Westf. Dampfboot, Mst., 2001, ISBN 392455076X
- Bernd-Peter Lange (Herausgeber), Hans-Peter. Rodenberg (Herausgeber): Die neuen Metropolen. Los Angeles - London., Argument Verlag, Hamburg, 1994, ISBN 3886197131
Weblinks
- [http://www.ci.la.ca.us The Official Web Site of The City of Los Angeles]
- [http://www.karl-heinz-herrmann.de/Bilder/Wallpaper/HTML/Los_Angeles.php Wallpaper of Los Angeles]
- [http://www.usa-sondershausen.de/los_angeles.php Tourisinformationen (dt.)]
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Kategorie:Ort in Kalifornien
Kategorie:Ort mit Seehafen
ja:ロサンゼルス
ko:로스앤젤레스
simple:Los Angeles, California
th:ลอสแองเจลีส
MisfitsMisfits ist eine amerikanische Punk-Band. Sie gelten als eigentliche Begründer des Horror-Punk, der Themen z.B. aus Horrorfilmen bezieht. Die Misfits hatten starke Einflüsse auf amerikanischen Punk-Rock (NOFX, Pennywise u.a.) und auch in der Metal-Szene (Metallica, Megadeth, Marduk u.a.). Der Name entstammt einem gleichnamigen Film mit Marilyn Monroe und Clark Gable (deutscher Titel: "Misfits – Nicht gesellschaftsfähig").
Geschichte
Chartplatzierungen
Singles
Alben
;American Psycho
:USA(Top 200):117- 1997
;Famous Monsters
:DE:97- 15.10.1999- 1Wo.
:USA(Top 200):138- 1999
;Project 1950
:USA(Top 200):133- 2003
:USA(unabhängige Alben):5
:USA(Top Heatseekers):2
Die Band wurde 1977 in Lodi (New Jersey) gegründet. Bekannt wurden die Misfits hauptsächlich für die Ära mit Ihrem ersten Sänger Glenn Danzig, damals unter dem Namen "The Misfits". Der Sound war ein sehr dreckiger, roher Punk-Rock. Ihre Auftritte wurden unverwechselbar durch das "Fiend"-Styling der Band mit schwarz-weißer Schminke und der "Devilock", einer von Jerry Only erfundenen Frisur. Die Totenkopffratze des "Crimson Ghost", einer Figur aus einer alten amerikanischen Fernsehserie, machten die Misfits zu ihrem Erkennungszeichen.
1983 lösten sich die Misfits auf, Glenn Danzig gründete Samhain und später die Band Danzig. Rechtsstreitigkeiten zwischen Danzig und den übrigen Bandmitgliedern um die Rechte an Bandnamen und Material dauerten über Jahre an. Erst Mitte der 1990er formierte Jerry Only, der zuvor relativ erfolglos mit Projekten wie "Kryst the Konqueror", einer christlichen Rockband, gespielt hatte, die Misfits neu. Seitdem existiert die Band in wechselnden Besetzungen, wie einige meinen jedoch ohne an die Qualität der Danzig-Alben heranzukommen.
Besetzung
The Misfits (1977-1983)
Nach der Gründung der Band, bei der bereits der Sänger Glenn Danzig beteiligt war, wechselt die Besetzung häufig. Zwar war die Bassgitarre mit Jerry Only (eigtl. Jerry Caiafa) bereits ab 1977 fest besetzt, an Gitarre und Schlagzeug fluktuierten die Musiker jedoch weiterhin stark. Ab 1980 spielte Onlys jüngerer Bruder Doyle die Gitarre.
Misfits
1995-2001
Nach der "Wiedergründung" der Misfits sang Michale Graves (der 1998 kurzzeitig durch Myke Hideous ersetzt wurde). Die Bassgitarre spielte weiterhin Jerry Only, Doyle die Gitarre und das Schlagzeug Dr. Chud.
Myke Hideous ist, nach seinem "Ausstieg" bei den Misfits, Sänger der Band Bronx Casket Co. geworden, einem Nebenprojekt des OverKill Bassisten D.D. Verni. Bronx Casket Co. haben zwei Alben veröffentlicht.
Seit der Trennung von den Misfits ist Michale Graves einer der Vorreiter der sog. Konservativ-Punk bewegung die in den USA mit Rechtsradikalen Gruppen in Verbindung gebracht wird.
M25 (ab 2001)
Das Line-Up der "M25"-Tour, also der Tour zum 25-jährigen Bestehen der Misfits, bestand aus Jerry Only, der nun neben dem Bass auch den Gesang übernahm, Dez Cadena von Black Flag an der Gitarre und Marky Ramone von den Ramones am Schlagzeug.
Im Jahr 2005 wechselte die Besetzung des Schlagzeuges erneut und einer der ehemaligen Drummer kehrte zurück, Robo.
Glenn Danzig und Doyle gehen seit geraumer Zeit gemeinsam auf Tour durch die USA, wobei Doyle nebenbei Pläne für eine eigene Band schmiedet, Gorgeous Frankenstein.
Diskographie
The Misfits
- "Cough/Cool" (Single) 1977
- "Static Age" (Album) 1978
- "Bullet" (EP) 1978
- "Horror Business" (EP) 1979
- "Night Of The Living Dead" (Single) 1979
- "Beware" (EP) 1980
- "3 Hits From Hell" (EP) 1981
- "Who Killed Marilyn?" (Single) 1981
- "Halloween" (Single) 1981
- "Walk Among Us" (Album) 1982
- "Evilive" (EP) 1982
- "Earth A.D./Wolfs Blood" (Album) 1983
- "Die, Die My Darling" (Single) 1984
- "Earth A.D."(Album) 1984
- "Legacy Of Brutality" (Album) 1985
- "Collection I"(Album) 1986
- "Evilive" (Live Album) 1987
- "Collection II" (Album) 1995
- "12 Hits From Hell" (Album) 2001
Misfits
- "American Psycho" (Album) 1997
- "Dig Up Her Bones" (Single) 1997
- "Evillive II" (Live Album) 1998
- "Famous Monsters" (Album) 1999
- "Monster Mash" (Single) 1999
- "Cuts from the Crypt" (Album) 2001
- "Projekt 1950" (Album) 2003
- "The Day the earth cought fire" (Split-Single mit Balzac) 2004
- "Fiend Club Lounge" (Misfits meet the Nutley Brass) 2005
Weblinks
- [http://www.misfits.com/ Offizielle Homepage]
- [http://www.misfitscentral.com/ Umfangreiche Informationen über die Misfits und verwandte Bands]
- [http://www.fiendclub.de/ grösste europäische Misfits / Samhain / Danzig / Horrorpunk -Site mit großem Forum]
- [http://www.onethirtyeight.com/ englischsprachige Misfitspage (`77-'83)]
Kategorie:Punkband
Kategorie:US-amerikanische Band
- [http://www.neverflash.com/kingdom/01/misfits_01.htm Ausführliche Biografie]
The Exploited
The Exploited ist eine der führenden Bands in der zweiten Punk-Generation in Großbritannien. Politisch konsequente Rocker, die einfache Mittel geschickt nutzen und die dank ihrer souveränen Live-Präsenz weltweit Erfolge feiern konnten. Sie sind bei Teilen der deutschen Punkszene eine der beliebtesten Bands. In ihren Songs singen sie gegen Arbeitslosigkeit, Korruption, Machtmißbrauch und Faschismus. Ihr Song "Punks not dead" wurde zur Hymne.
The Exploited wurden 1980 im schottischen East Kilbride von Wattie Buchan, John Duncan, Gary McCormack und Drew Campbell gegründet. Von der Urbesetzung ist heute nur noch Buchan dabei. Trotz vieler Besetzungswechsel blieb die Band immer ihrem lauten und provokanten Stil treu.
Buchan selbst geriet während seiner Karriere allerdings immer wieder ins Kreuzfeuer von Kritikern, die ihm selbst das Fördern dumpfer Stereotypen sowie eine faschistische Grundhaltung - bedingt durch die vielen National Front Anhänger, die sich v.a. im England der 80er Jahre als Exploited Fans outeten - vorwarfen.
Diskographie
- Fuck The System (2003)
- Beat The Bastards (1996)
- Live In Japan (1996)
- The Massacre (1990)
- Live Lewd Lust (1989)
- Live And Loud (1987)
- Death Before Dishonour (1987)
- Live At The White House (1985)
- Horror Epics (1985)
- Let's Start A War...Said Maggie One Day (1983)
- Troops Of Tomorrow (1982)
- On Stage - Live (1981)
- Punks Not Dead (1981)
Weblinks
-
- [http://www.laut.de/wortlaut/artists/e/exploited/biographie/index.htm laut.de]
- [http://www.the-exploited.net Official Homepage]
Kategorie:Punkband
The Clash
The Clash, gegründet 1976 in London, gilt als eine der musikalisch einflussreichsten Rockbands der ersten Generation. Sie waren musikalisch vielgestaltiger als andere Bands und adaptierten Einflüsse aus Reggae, Folk und Dub. Ihre konkreten politischen Äußerungen wurden gelegentlich als Posen kritisiert, zumal fast alle Bandmitglieder einen Oberklassenhintergrund hatten.
Bandgeschichte
The Clash gründeten sich im Juni 1976 in der ersten Welle der britischen Punk-Bewegung. Paul Simonon und Mick Jones wurden am 31. Mai von ihrem späteren Manager Bernie Rhodes mit Joe Strummer bekannt gemacht.
Keith Levene, der anfangs den 2. Gitarristen geben sollte, verabschiedete sich bald nach der eigentlichen Gründung zu Public Image Ltd., einer Post Punk-Band.
Einen Drummer fand man mit Terry Chimes.
Das erste Konzert der Clash fand ebenfalls 1976 zusammen mit The Sex Pistols statt. Bereits im Herbst des Jahres hatten sie einen Majorvertrag mit CBS Records, und 1977 erschien die erste Single White Riot sowie das Album The Clash, die zu Verkaufserfolgen wurden. Der Vertrag mit CBS stellte sich später als großer Fehler heraus, da er über acht zu liefernde Alben galt; die Mitglieder von The Clash gaben später zu, dass es leichtsinnig gewesen war, ihn zu unterschreiben. Insider meinten später, dieser Vertrag hätte sich negativ auf die Entwicklung ihrer Musik ausgewirkt.
Kurz nach ihrem Debütalbum, das nach der Band benannt wurde, verabschiedete sich Terry Chimes und wurde durch Topper Headon ersetzt.
Die Alben
Ihr zweites Album Give 'Em Enough Rope erschien im November 1978. Der Album-Opener Safe European Home gilt jetzt noch als eines ihrer besten Lieder.
1979 erschien die amerikanische Version des Debütalbums. In ihr waren drei Lieder (u.a. Protex Blue) der englischen Version ausgetauscht. Die Höchstplatzierung in den Billboard-Charts war Platz 100.
Nur fünf Monate später, im Dezember, kam das berühmteste und erfolgreichste Album, London Calling heraus, das vom wesentlich experimentelleren - und weniger erfolgreichen - Sandinista! gefolgt wurde.
1982 folge dann der Absturz der Clash. Der einige Jahre zuvor gefeuerte Manager Rhodes wurde von Strummer wieder ins Boot geholt, und dies gegen den Willen von Mick Jones. Die wichtigen Bandmitglieder gerieten in innere Streitigkeiten. Dennoch veröffentlichten sie im Mai des selben Jahres das äusserst erfolgreiche Combat Rock, das ihre berühmtesten Klassiker, Should I Stay or Should I go? und Rock The Casbah enthielt. In Großbritannien schaffte es Combat Rock auf Platz 2, in Amerika erreichte es Platz 7. Am Tag der Veröffentlichung verließ Topper Headon aufgrund seiner Heroinsucht die Band. Ersetzt wurde er von Terry Chimes, welcher 1983 wiederum ausschied. Auch Mick Jones wurde von Strummer und Simonon entlassen. Die Besetzung des letzten Albums, Cut the crap, das im November 1985 erschien, bestand aus Strummer, Simonon, den 1983 dazugekommenen Gitarristen Nick Shepherd und Vince White sowie dem Schlagzeuger Pete Howard, welcher Chimes 1983 ersetzte. Diese Formation nannte man auch The Clash 2.
Das Album schaffte es in den englischen Charts auf Platz 16.
Das Ende
Nach einer Festivaltour quer durch Europa 1985 rief Strummer die Band zusammen und verkündete das Ende.
Gegen Ende der 90er Jahre kamen noch einige Male Gerüchte über eine Wiedervereinigung der ursprünglichen Bandformation auf. Diese wurden aber Ende 2002 endgültig gegenstandslos, als Joe Strummer im Alter von erst 50 Jahren an einem Herzinfarkt starb.
Hitsingles
- London Calling (aus London Calling, 1979)
- Should I Stay Or Should I go (aus Combat Rock, 1982)
- Rock the Casbah (aus Combat Rock, 1982)
Einfluss
Die Band hatte einen großen Einfluss auf das weitere Musikgeschehen. Sie beeinflusste den später entstehenden Britpop besonders durch die Kombination von griffigen Hooklines und aggressivem Auftreten. Besonders die Manic Street Preachers berufen sich auf die Band, aber auch andere Alternative-Größen wie U2, The Cure oder R.E.M.. Heutige US-Bands wie Green Day, Blink 182 oder The Offspring bezeichnen The Clash als wichtigen Einfluss auf ihre Musik.
Diskographie
- The Clash (1977)
- Give 'Em Enough Rope (1978)
- London Calling (Doppelalbum, 1979)
- Sandinista (Dreifachalbum, 1980)
- Black Market Clash (US-Compilation von Singletracks) 1980)
- Combat Rock (1982)
- Cut the Crap (1985)
- The Story of the Clash (1988)
- The Singles Collection (1991)
- Super Black Market Clash (Zusammenstellung von Remixes und B-Seiten, 1993)
- Live: From Here to Eternity (1999)
- The Ultimate Collection (Best Of) (2003)
- London Calling - 25th Anniversary Edition (2 CDs - "London Calling Original" & "The Vanilla Tapes-Demos" + 1 DVD) (2004)
Weblinks
- http://www.theclash.de Deutsche Fanseite zu The Clash
- http://www.tartareandesire.com/bands/clash.html - Tarten Desire Website - The Clash
- http://www.bobmarley.com/songs/songs.cgi?punky - Punky Reggae Party von Bob Marley
- http://www.r-otten-s.de/punk/gruppen.htm - Unter "Clash - Story, Diskographie und Artikel
- http://www.strummer.de The Clash, Diskographie und Biographie von Joe Strummer
- http://www.joestrummer.de Deutsche Joe-Strummer-Fanseite
Clash
Clash
Clash
Clash
ja:クラッシュ (バンド)
Dead Kennedys Die Dead Kennedys sind eine US-Punkband aus San Francisco, Kalifornien, die von 1978 bis 1986 existierte. Ihre Texte kommentieren mit beißendem Humor die Standpunkte linker und rechter Politik, mitunter auch durchaus angreifend in ihrer Wortwahl. Musikalisch verbinden sie die künstlerischen Elemente des "klassischen" UK-Punks mit der Energie und Geschwindigkeit des US-Punkrocks. Der ehemalige Leadsänger Jello Biafra spielte mit seinem Label Alternative Tentacles eine wichtige Rolle als "Sprungbrett" für diverse andere Gruppen.
Bandgeschichte
The Dead Kennedys wurden im Juni 1978 ins Leben gerufen. Damals bestand die Band aus Jello Biafra (Leadsänger), East Bay Ray (Gitarrist), Klaus Flouride (Bassist) und Bruce Schlesinger aka. Ted (Schlagzeuger). Sie spielten einige Konzerte in San Francisco und brachten im Juni 1979 ihre erste Single California Über Alles auf Alternative Tentacles heraus. Auf ihrer folgenden Tour entlang der US-Ostküste rüttelten sie mit ihren energischen Auftritten die dortige Punkszene wieder auf, um die es dort zu dem Zeitpunkt bereits stiller geworden war.
Im Herbst 1980 veröffentlichten sie ihre erste LP, Fresh Fruit for Rotting Vegetables. (Kurz darauf wurde der Schlagzeuger Ted, wegen einer Krankheit, durch D.H. Peligro ersetzt.) Über die gesamten 80er Jahre tourten sie durch die USA und Europa und schafften sich so weltweit Gefolgschaft in der Undergroundszene. Ihre Musik, aber insbesondere ihre Texte, attackierten die religiöse Rechte und Ronald Reagan mit bösem Sarkasmus.
Die Veröffentlichung des Albums Frankenchrist (1985) rief das damals neugegründete PMRC (Parents Music Resource Center) auf den Plan, und die Organisation klagte die Band 1986 wegen "Verbreitung von jugendgefährdenden Inhalten an Minderjährige" an. Dabei ging es um ein der Schallplatte beigelegtes Poster mit einer Zeichnung des Schweizer Künstlers H.R. Giger, die unter anderem einen Penis zeigte. Die Anklage verlangte eine Verurteilung jedes Bandmitglieds zu einem Jahr Gefängnis und 2000 Dollar Strafe. 1987 wurde nach einem dreiwöchigen Prozess die Anklage gegen die Band fallengelassen. Das Album verschwand in den USA jedoch fast vollständig aus den Plattenläden.
Nach der Veröffentlichung der Bedtime for Democracy-LP gegen Ende des Jahres 1986 erklärten sich die Dead Kennedys für aufgelöst. Jello Biafra blieb weiterhin in der Punk-Bewegung aktiv, pflegt bis heute das Label Alternative Tentacles, sang unter anderem bei der Band Lard und brachte einige "Spoken Word"-Alben heraus.
Dead Kennedys gegen Jello Biafra
Seit der Auflösung sind die Bandmitglieder zerstritten. 1998 wurde der Sänger Jello Biafra von den restlichen Mitgliedern verklagt, weil er der Verwendung des Songs Holiday in Cambodia für eine Levis Jeans-Werbung nicht zustimmte, ohne sich vorher mit den anderen Künstlern abgesprochen zu haben. Die komplette Palette der Dead Kennedys Artikel (außer dem ersten Album Fresh Fruit for Rotting Vegetables) ging an das Label Decay.
Die Rest-Band (East Bay Ray, Klaus Fluoride, D.H. Peligro), Inhaber dieses Labels, begann 2001 eine Reunion Tour unter dem Namen DK Kennedys und ersetzte Biafra durch den Sänger Brandon Cruz. Trotzdem haben sie an verschiedenen Orten mit Bildern von Jello Biafra Werbung gemacht, was Fans der Band dazu bewogen hat ihr Geld zurück zu verlangen, als sie gemerkt hatten, dass Jello Biafra nicht singen wird. Außerdem haben sie bei den neuen Veröffentlichungen von Decay die Angaben, wer die Songs geschrieben hat, so umgeschrieben, dass Jello Biafra nicht mehr erscheint. Jello Biafra erhält aktuell keine Tantiemen für Werke, die über das Label Decay verkauft werden.
Jello Biafra distanziert sich von allen Aktivitäten der DK Kennedys und deren Label Decay, da diese nichts mit dem Geist und den Qualitäten der Dead Kennedys von vor 1986 zu tun haben, respektive deren Idealen konträr gegenüber stehen. Die gerichtlichen Beschlüsse sind ausstehend (Oktober 2003).
Diskographie
Einen Überblick über das Musikalische Schaffen der Dead Kennedys erhält man auf der Compilation Give Me Convenience or Give Me Death (Decay), welche bekannte Songs wie California Über Alles und Holiday in Cambodia enthält.
- A Skateboard Party - 1983
Kategorie:Punkband
Kategorie:Hardcore-Punkband
Kategorie:US-amerikanische Band
Kategorie:1980er Band
ja:デッド・ケネディーズ
PunkDas Wort Punk bezeichnet
- eine Jugendkultur, die Mitte der 1970er in New York entstand, und bald international, speziell in London, ihren „Boom“ erlebte.
- die zugehörige Musikrichtung der Rockmusik, siehe Punk (Musik)
- eine Person, die sich als Angehöriger der Jugendkultur Punk bezeichnet; Punk, Plural: Punks, deutsche Fremdbezeichnung auch: Punker.
Herkunft des Wortes
Das Wort Punk // aus dem Englischen ist älter als oft angenommen wird. Es taucht bereits bei Shakespeare auf z.B. in Maß für Maß und bezeichnet eine Prostituierte. Aus einer anderen Bedeutung von Punk „faules Holz“ ergeben sich weitere durch Übertragung: Punk bezeichnet allgemein etwas Niedriges, Minderwertiges, also „Unsinn“; auf Personen bezogen „Anfänger, unerfahrene Person; Strolch, Kleinkrimineller, Landstreicher“, oder gar „Abschaum, Dreck“.
Heute ist mit Punk vor allem eine Person gemeint, die sich nicht den gerade geltenden gesellschaftlichen Normen angepasst hat. Punk zeichnet sich auch durch revoltive Kleidung und Verhaltensweise aus.
Im Musikbereich wurde der Begriff Punk-Rock 1972 von Lenny Kaye eingebracht, dem Gitarristen der Patti Smith Group, in den Erläuterungen einer von ihm veröffentlichten Anthologie des amerikanischen Garagenrocks der 1960er Jahre.
Der Punk-Veteran Donny the Punk hat erklärt, dass das Wort Punk von einem Slangausdruck für Vergewaltigungen im Gefängnis kommt („I punked that kid“). Ein Punk ist in diesem Zusammenhang das Opfer.
Geschichte
Der Ursprung des modernen Punk liegt in den späten sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Vorreiter dieser Zeit waren die Gruppen The Stooges, MC5, The Sonics und The Velvet Underground. Punk war vor allem in seinen Ausdrucksformen eine Reaktion auf die Hippie-Bewegung. Er wendete sich sowohl gegen den Idealismus als auch gegen die Haltung der Hippies. Stattdessen setzte Punk auf offene Ablehnung der Gesellschaft.
Analyse der Entstehung
Greil Marcus' Auffassung zufolge ist Punk unweigerlich mit dem Situationismus der 1960er Jahre verknüpft. Diesen Standpunkt wollte auch Malcolm McLaren als einer der frühen Hauptprotagonisten, in der Arbeit mit den Sex Pistols (als Mentor dieser Gruppe) gerne als den Ausgangspunkt dieser Bewegung ausgeben.
Allerdings ist der Situationismus durch politische Ziele des Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus gefärbt. Der Anarchismus bei den frühen Punks wie Steve Jones, Paul Cook und Sid Vicious gleicht jedoch eher Nihilismus oder einer gewaltsamen diebischen Anomie (im wörtlichen Sinne).
Anomie
Dass zwischen dem Situationismus und dem Punk kaum eine Verbindung besteht, geht auch eindeutig aus dem Buch „Sex Pistols - The Inside Story“ von Fred und Judy Vermorel hervor. Dieses bildet aus heutiger Sicht eine der zuverlässigsten Quellen der Geschehnisse um die Sex Pistols und der frühen Punkbewegung Londons, da es zeit- und protagonistennah erstellt wurde.
Durch die Autobiographie Johnny Rottens No Irish, No Blacks, No Dogs wird die These, dass die Londoner Punk-Szene losgelöst vom Situationismus zu betrachten ist, zusätzlich unterstützt.
USA
Die Punkbewegung war immer eng mit der gleichnamigen Musikrichtung verbunden. Punk stellte sich gegen einst als progressiv geltende Bands, die nach Meinung der Bewegung durch rein kommerzielle Strategien in die Hitparaden gepuscht wurden und gegen Bands wie Pink Floyd, Genesis oder Led Zeppelin, die sich in immer unglaublicherer Gigantomanie auf LP und im Konzert verbreiteten. Welches die erste Punkrock-Band war, darüber lässt sich streiten. Genannt werden in dem Zusammenhang, oder als Vorläufer, The Velvet Underground, eine Band um Andy Warhol, die schon in den 1960ern aktiv waren, The Stooges, Iggy Pop, The New York Dolls, MC5, die Ramones oder auch
Patti Smith.
Alle diese Bands kommen aus den USA. Als amerikanisches Zentrum des Punks gilt der Club CBGB in New York City. Als britischer Vorläufer gelten the Who, die frühen Kinks und Bands wie The Troggs.
Großbritannien
Die Entstehung des englischen Punks – in den frühen 1970ern – ist aus vielen Gründen sehr speziell und lässt sich im Großen und Ganzen nicht mit der US-amerikanischen Entwicklung vergleichen.
Grundlage des englischen Punks war ein in erster Linie apolitischer Groll auf sämtliche institutionellen Organisationen. Fehlender oder mangelhafter Halt durch die Bildungsinstitutionen und nach dem Verlassen dieser die mangelnden Aussichten (soziale und kulturelle Armut) – bedingt durch das steife englische Klassensystem - überhaupt eine Arbeit zu finden, geschweige denn einen gesellschaftlichen Aufstieg innerhalb dieses Systems, bildeten das Fundament für die punkimmanente Grundeinstellung.
Derart ausgeschlossen aus dem Kreise der Geldverdiener, war es den Jugendlichen (die den Hauptanteil der Bewegung ausmachten) verwehrt, an den Dingen – die ihr Herz begehrte oder begehren gemacht wurde – wie modischer Bekleidung, neue und neueste Musik in allen Formen und im Allgemeinen dem Konsum von Getränken in Gaststätten teilzuhaben.
So kann die jugendliche Punkbewegung Londons – wo das Zentrum der Entstehung war – als ein seit dem Anfang der 1970er sich über mehrere Jahre entwickelnde spätpubertäre Antihaltung sowohl gegenüber politischen Establishment als auch gegenüber der Kulturindustrie (insbesondere der Musikindustrie) und dem Bürgertum allgemein verstanden werden.
Die Alternative hieß Eigenproduktion unter anderem der Bekleidung, wenn auch aus dem Altkleidercontainer, Musik (am Beispiel der Sex Pistols mit geklautem Equipment), und dazugehörige Vertriebswege und -mittel. So bahnte sich langsam aber sicher eine neue Kultur den Weg an die Oberfläche.
Grundsätze waren: Ekstase, Verschwende dich selbst, glaube niemandem, do it yourself, stelle Autorität oder Stars in Frage.
Es entstand eine junge, zynische, flüchtige und schnelllebige Subkultur, mit eigenen poetischen, politischen und apolitischen Ausdrucksformen: Sicherheitsnadeln im Gesicht, ein Feiern von Hässlichkeit, Kopierte Fanzines, in denen man gegen alles und jeden Stellung bezog, aber auch spontane dadaistische Aktionskunst, exzessiver Konsum von Alkohol, Drogen und Sex, alles selbstorganisiert und selbstverwaltet.
Die Musik war eine schnelle, sehr einfache effektive und reduzierte Variante von Rock'n'Roll, wenn man drei Akkorde auf der Gitarre beherrschte, konnte man sie schon spielen. Virtuosität, Gitarren-Soli und ähnliche Star-Gesten waren verhasst. Die Texte bestanden aus knappen Anklagen und Beschimpfungen, Reflexionen über das eigene Leben oder reinem Dadaismus.
Es war die Zeit, in der die alten Rockdinosaurier, die seit Jahren die Hitparaden beherrschten, sich mit der aufkommenden Disco-Kultur vereinten, weltweit waren Massenarbeitslosigkeit und Krisen auf dem Vormarsch. Ronald Reagan, Margaret Thatcher und Helmut Kohl standen in der Politik für eine Abkehr von der sozialdemokratischen Dekade der 70er (Willy Brandt) mit ihren Appellen an Bürgersinn und Demokratie und der Hoffnung auf Wandel in Folge der 68er-Generation. Konservative Werte waren nun wieder auf dem Vormarsch, und Leistung sollte sich wieder lohnen. Diesem offiziellen Optimismus setzten die Punks demonstrativ einen radikalen Pessimismus entgegen, der aber auch die Ziele der Arbeiterbewegung oder die Neue Linke zurückwies. Im Mittelpunkt stand die eigene Subjektivität, das eigene Leiden am Zustand der Welt, das sichtbar gemacht und so gegen sie gewendet werden sollte. Man war nicht der Auffassung, das Kritik auch konstruktiv sein müsse. Bands dieser Zeit sind die Slits, die X-Ray Spex, die Adverts oder Wire.
Einige der frühen Punkmusiker studierten an Kunsthochschulen und kannten ältere radikale Avantgarde-Konzepte, andere waren aus kleinen Verhältnisse stammende Arbeitslose oder Arbeitsverweigerer, die alles zurückwiesen, was es an Kultur und Sinnstiftung zuvor gegeben hatte. Ihnen gemeinsam war eine ständige latente Aggressivität als Attitüde, auch untereinander. Ohne sich dezidiert politisch zu engagieren, waren Ideen von Emanzipation unter Punks trotzdem wie selbstverständlich verbreitet. Die Kleidung und dieses Auftreten, und die Zurückweisung aller positiven Werte der Gesellschaft als Lügen, die für den Mainstream eine einzige Provokation darstellten, stießen oft auf völliges Unverständnis, offene Feindseligkeiten und Hass in der Gesellschaft. Gleichzeitig wurde Punk unter Jugendlichen aber auch zu einer Art Popkultur.
Parallel zum Entstehen des Punks entwickelte sich zeitgleich die ebenso radikale Industrial Culture mit Vorreitern wie Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire und SPK.
Die nächsten Generationen
Erst die zweite, dritte und vierte Generation politisierte den Punk zunehmend.
SPK
Von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird die langsam entstehende Punk-Kultur 1976 in England, als die Sex Pistols mit ihren Singles (Anarchy in the UK, und 1977 God Save The Queen) Furore machen. Zeitgleich schießen aber viele andere Bands aus dem Boden, und die Punk-Bewegung diversifiziert in fast ebensoviele Richtungen, wie Anarcho-Punk, Oi Punk, Skapunk, Fun Punk, Skatepunk, und viele mehr. Eine etwas mehr auf den Massengeschmack ausgerichtete Nachfolgebewegung war New Wave. Einen Versuch, den Geist des Punk zu bewahren bildete die Hardcore-Bewegung, die Anfang der Achtziger Jahre entstand. Als wichtigste Bands seien an dieser Stelle Agnostic Front, Dead Kennedys, Black Flag, Minor Threat und Sick Of It All erwähnt.
Sick Of It All
Es gibt gemeinsame Merkmale, die typisch sind für die Punk-Kultur: Punk bringt seine Kritik durch Punkmusik, den Kleiderstil, aber auch Fanzines und eine bestimmte Grafik (Collagen, Xerographien und Comic-Zeichnungen) zum Ausdruck. Punk betont das Hässliche und will provozieren. Er stellt sich gegen die Gewohnheiten, die herrschende Klasse, die Konsumgesellschaft, das Bürgertum und gegen Snobismus. Durch seine strikte Antihaltung und einer Lebensart von „Anarchie und Chaos”, wendet er sich gegen das ihm vorgelebte hierarchische Gesellschaftssystem. Manche Punks sehen für sich keine Zukunftsperspektive (Schlagwort: „No Future” auf sich selbst angewendet), somit ist auch die oft körperschädigende Lebensart vieler Punks zu erklären. Es gibt aber auch komplett gegenteilige Tendenzen in der Punk-Szene, wie die Veganer- und Straight Edge-Bewegung.
Ende der 1970er traten in England verschiedene Bands wie Crass, Conflict oder Zounds auf, die sich einem radikalen Antikommerzialismus verschrieben hatten. Ihr Protest richtete sich nicht nur direkt gegen Institutionen wie Politik, Kapital und Geistlichkeit, sondern gegen die Gesellschaft und deren grundlegende Werte, insbesondere die Konsumgesellschaft. So lebten die Mitglieder der Band Crass nahe London auf einer Farm in dem Versuch einer autarken und selbstversorgten, in kommunenartiger Struktur organisierter Lebensweise. Tonträger dieser Bands wurden meist zum Selbstkostenpreis verkauft, Konzerteintrittspreise waren, wenn sie überhaupt erhoben wurden, lediglich kostendeckend. Im Bezug auf Alkohol und Drogen, die in der restlichen Punkszene häufig konsumiert wurden, ging diese Strömung auch auf Gegenkurs: Um nicht von Händlern und Herstellern der Alkoholika und Drogen finanziell und moralisch abhängig zu sein, wurden diese Produkte strikt abgelehnt. Ähnlich verhielt es sich mit Fleischverzehr. Es wurde versucht, sich in keinem Lebensbereich durch etablierte Strukturen vereinnahmen zu lassen, bzw. ihnen zu folgen.
1980er und 1990er
Punk war in den 1980ern die dominierende Kultur in den meisten Autonomen Zentren. Die Chaostage in Hannover waren von 1982 bis 1984 ein fester Treffpunkt der Szene. Diese wurden 1994/1995 wiederholt, führten zu bundesweiten Medienberichten und sorgten für ein kleines Revival der Szene.
Dass soviel „Anti” trotzdem von der Mode vereinnahmt werden konnte, überraschte in den frühen 1980ern manche Punks selber. Malcolm McLaren und die Sex Pistols hatten allerdings immer darauf beharrt, dass es sich bei der ganzen Angelegenheit um The great Rock'n'Roll Swindle, also den großen Rock'n'Roll-Schwindel handelte, einen bewusst herbeigeführten Hype, und die kommerzielle Verwertung und somit Verbreitung ihrer absolut antikommerziellen, antibürgerlichen Werte und Lieder war in ihren Augen begrüßenswert.
Die Mode fand sich innerhalb der Szene. Bestimmten Bands wie zum Beispiel The Exploited wurde vorgeworfen konservativ einen Stil zu bewahren um kommerziell erfolgreich zu sein. Punk beeinflusste aber auch die Mainstream-Kultur. Die Neue Deutsche Welle wurde ursprünglich von Bands getragen, die der Punk-Szene sehr nahe standen, bevor die Musikindustrie den Trend entdeckte und eigene Bands ins Rennen schickte.
In den späten 80ern und 90ern gehörte der Punk dann zum selbstverständlichen Straßenbild in Europa. In London ließen sich besonders gestylte Punks zusammen mit Touristen fotografieren. Selbst in Kinderbüchern oder der Fernsehserie Lindenstrasse tauchten Punks auf.
Mit massenkompatiblen Bands wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte war Punk zum Teil des Mainstreams avanciert und wurde ähnlich verkauft. Von der anfänglichen, noch apolit |