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Baden-Baden
Baden-Baden ist eine Stadt im Westen Baden-Württembergs. Sie ist die kleinste der insgesamt 9 kreisfreien Städte des Landes und bildet ein Mittelzentrum mit oberzentralen Teilfunktionen. Zum Mittelbereich Baden-Baden gehören neben der Stadt Baden-Baden die Gemeinden Hügelsheim und Sinzheim im Landkreis Rastatt. Darüber hinaus bestehen Verflechtungen mit dem Nord-Elsass.
Die Stadt ist ein bekannter Kurort und heute vor allem als Bäderstadt, Mineralheilbad, Urlaubsort und internationale Festspielstadt bekannt. Bis 1931 hieß die Stadt nur Baden, man nannte sie meist Baden in Baden und so entstand der heutige Doppelname. Seit 1997 ist Baden-Baden Olympische Stadt. Mit diesem Titel wurde Baden-Baden durch das IOC geehrt.
Geografie
IOC
Baden-Baden liegt am Westrand des nördlichen Schwarzwaldes im Tal der Oos, einem kleinen Fluss, der ca. 13 km weiter bei Rastatt in die Murg mündet. Die östlichen Stadtteile schmiegen sich teilweise in die Hänge des Schwarzwaldes. Die südwestlichen Stadtteile liegen in der Oberrheinischen Tiefebene.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Baden-Baden. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Landkreis Rastatt:
Rastatt, Kuppenheim, Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach (Baden), Bühl (Baden), Bühlertal, Sinzheim, Hügelsheim und Iffezheim.
Stadtgliederung
Iffezheim
Das Stadtgebiet Baden-Badens gliedert sich in folgende Stadtteile:
Balg, Ebersteinburg, Haueneberstein, Innenstadt, Lichtental (einschließlich Oberbeuern und Geroldsau), Neuweier, Oos, Sandweier, Steinbach, Varnhalt und Weststadt mit dem Ooswinkel.
Außerdem gibt es zahlreiche weitere Wohnplätze oder Wohngebiete mit eigenem Namen, die teilweise sehr verstreut sind. Hierunter sind zu nennen: Gaisbach, Gallenbach, Hungerberg, Malschbach, Mührich, Schmalbach, Schneckenbach, Seelach, Umweg und Unterer Plättig.
Die Stadtteile Ebersteinburg, Haueneberstein und Sandweier haben jeweils eine eigene Ortsverwaltung mit einem Ortsvorsteher. Die Stadtteile Steinbach, Neuweier und Varnhalt haben eine gemeinsame Ortsverwaltung ("Rebland") ebenfalls mit einem Ortsvorsteher.
Innerhalb des geschlossenen Stadtgebiets von Baden-Baden liegen 3 meist unbewohnte Exklaven der Nachbargemeinde Sinzheim, darunter das Klostergut Fremersberg.
Geschichte
Sinzheim
Sinzheim
Erste Spuren finden sich aus der Zeit 10.000 v. Chr., doch vor allem mit den Römern, die die heißen Quellen der Siedlung schätzten, kam Baden-Baden zu seiner Bedeutung. 712 kam mit der Schenkung des Gebietes durch den Merowingerkönig Dagobert III. an das Kloster Weißenburg die erste urkundliche Erwähnung. Graf Hermann II. aus dem Geschlecht der Zähringer erwirbt das Gebiet um Baden-Baden Anfang des 12. Jahrhunderts durch Heirat und nennt sich Markgraf von Baden. Das Stadtrecht wurde Baden-Baden um 1250 verliehen.
Im Laufe der Geschichte wurde die Stadt nach Teilung der Markgrafschaft Baden Residenzstadt der katholischen Linie des Herrscherhauses, die nach Aussterben 1771 mit der protestantischen Linie Baden-Durlach (Residenz damals bereits Karlsruhe) wieder vereinigt wurde. Die Stadt blieb aber Sitz eines Amtes für das gesamte Umland.
Im Rahmen des pfälzischen Erbfolgekrieges wird Baden-Baden am 24. August 1689 von französischen Truppen niedergebrannt. Ende des 18. Jahrhunderts wird Baden-Baden als mondäner Kurort entdeckt. Viele herrschaftliche Gäste machen den Kurort zur "Sommerhauptstadt Europas". Es entstehen Luxushotels, die Spielbank (1810-1811) und das Kurhaus (1821-1824). Internationale Pferderennen finden seit 1858 in Iffezheim statt. Das Frühjahrsmeeting (Ende Mai/Anfang Juni) und die Große Woche (Ende August/Anfang September) machen Baden-Baden zum internationalen Turfsport-Zentrum. Veranstalter der Turniere ist der 1872 gegründete Internationale Club Baden-Baden.
1863 wurde der Kreis Baden errichtet, dem die Amtsbezirke Achern, Baden-Baden, Bühl, Rastatt und Gernsbach angehörten. 1924 wurde das Amt Baden aufgelöst, doch wurde Baden-Baden 1939 zum Stadtkreis erklärt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Baden-Baden Sitz des Südwestfunks, der auch Sendeanlagen für UKW und Mittelwelle auf dem Stadtgebiet betreibt und dessen Nachfolger Südwestrundfunk noch heute einen Großteil seiner Programme in der Stadt produziert. Seit 1992 wird in Baden-Baden der Deutsche Medienpreis verliehen.
Christliche Konfessionen
Baden-Baden gehörte anfangs zum Bistum Speyer bzw. Erzbistum Mainz. Bald nach dem Reichstag zu Worms ließ Markgraf Philipp II. evangelische Prediger in die Stadt und bereits ab 1538 soll die ganze Stadt protestantisch gewesen sein. Offiziell wurde die Reformation aber erst 1556 eingeführt. Doch mussten nach seinem Tod seine Kinder auf Druck ihres Vormunds Herzog Albrecht V. wieder katholisch werden und der evangelische Gottesdienst wurde ab 1571 verboten. 1610 wurde dann wieder ein evangelischer Hofprediger ernannt, doch holte Markgraf Wilhelm die Jesuiten in die Stadt, welche die Rekatholisierung vollzogen. Wer evangelisch bleiben wollte, musste die Stadt verlassen, so dass es ab 1650 keine Protestanten mehr in Baden-Baden gab. Unter Markgraf Karl Friedrich war ab 1771 nur der katholische Gottesdienst erlaubt. Die Gläubigen gehörten zunächst noch zum Bistum Speyer, nach dessen Auflösung zum Generalvikariat Bruchsal, und 1821/27 wurde die Gemeinde Teil des neu gegründeten Erzbistums Freiburg. Baden-Baden wurde Sitz eines Dekanats.
Dekanat
Im Stadtgebiet Baden-Badens gibt es heute folgende Kirchen- bzw. Pfarrgemeinden:
Stiftskirche, St. Bernhard (Weststadt), St. Josef (Südstadt), St. Bonifatius Lichtental, St. Dionysius Oos, St. Eucharius Balg, Hl. Geist Geroldsau, St. Antonius Ebersteinburg, St. Bartholomäus Haueneberstein, St. Jakobus Steinbach, St. Katharina Sandweier, St. Michael Neuweier, Herz-Jesu Varnhalt sowie die Autobahnkirche St. Christophorus an der Raststätte Baden-Baden. Mit dem Kloster Lichtenthal besteht eine Zisterzienserinnenabtei in der Stadt
Neben den römisch-katholischen Gemeinden gibt es auch eine Rumänisch-Orthodoxe Kirche (Stourdza-Kapelle) und eine Russisch-Orthodoxe Kirche.
Die wenigen Protestanten in Baden-Baden zu Anfang des 19. Jahrhunderts konnten 1832 ihre erste Gemeinde gründen. Diese gehört wie auch alle anderen heutigen Kirchengemeinden zur Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchenkreis Südbaden). 1855 konnte sich die Gemeinde ihre eigene Kirche erbauen, die heutige Stadtkirche. 1960/64 wurde die Kirchengemeinde in die Lukasgemeinde und Markusgemeinde aufgeteilt. Weitere protestantische Gemeinden im Stadtgebiet sind die Luthergemeinde Lichtental (Pfarrei 1936 errichtet), die Paulusgemeinde in der Weststadt (Pfarrei 1946 errichtet), die Friedensgemeinde Baden-Oos (Pfarrei 1949 errichtet) und die Matthäusgemeinde Steinbach-Sinzheim. In Sandweier gibt es ferner einen Kirchsaal für evangelische Gottesdienste. Alle evangelischen Kirchengemeinden Baden-Badens gehören heute zum Kirchenbezirk Baden-Baden und Rastatt.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Baden-Baden auch Freikirchen und Gemeinden, darunter eine Lutherische Gemeinde (1912 gegründet), die zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden gehört und eine Gemeinde der Siebenten Tags-Adventisten. Ferner gibt es eine Alt-Katholische Gemeinde, welche die Spitalkirche benutzt. Die Anglikanisch-Episkopalische Kirche ist in der Stadt ebenfalls mit einer Gemeinde vertreten und betreut überwiegend US-amerikanische Gläubige.
Auch die Neuapostolische Kirche ist in Baden-Baden vertreten.
Eingemeindungen
Folgende Städte und Gemeinden wurden in die Stadt bzw. ab 1939 in den Stadtkreis Baden-Baden eingegliedert:
- 1909: Lichtental und Beuren
- 1928: Oos und Oosscheuren
- 1939: Balg
- 1. Januar 1972: Ebersteinburg, Landkreis Rastatt
- 1. Juli 1972: Neuweier, Steinbach (Stadt) und Varnhalt, alle Landkreis Bühl
- 1. Januar 1973: Haueneberstein, Landkreis Rastatt
- 1. Januar 1975: Sandweier, Landkreis Rastatt
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Gemeinderat
Sitzverteilung im Gemeinderat:
#CDU 19 Sitze
#SPD 7 Sitze
#GRÜNE 7 Sitze
#FW 7 Sitze
#FDP 5 Sitze
#ZiB 1 Sitz
Oberbürgermeister
An der Spitze der Stadt Baden-Baden standen seit dem 15. Jahrhundert der Schultheiß, der Bürgermeister, das Gericht und der Rat mit je 12 Mitgliedern. Sie bildeten das Stadtregiment. Der Schultheiß stand dem Gericht vor, der Bürgermeister dem Rat. Er hing aber von den Weisungen des Schultheißen und des Rates ab. 1507 erhielt die Stadt eine Stadtordnung. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es einen Magistrat, dem 2 Bürgermeister und 12 Ratsmitglieder angehörten. Nach Einführung der badischen Städteordnung 1874 trug der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister.
Heute wird der Oberbürgermeister von der Bevölkerung auf 8 Jahre direkt gewählt. Sein ständiger Vertreter ist der "Erste Beigeordnete" mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister".
Bürgermeister und Oberbürgermeister seit 1815
- 1815-1829: Georg Schneider
- 1830-1835: Anton Jörger
- 1835-1840: Schlund
- 1840-1858: Josef Jörger
- 1858-1859: Ignaz Leile
- 1860-1874: August Gaus
- 1875-1907: Albert Gönner
- 1907-1929: Reinhard Fieser
- 1929-1934: Hermann Elfner
- 1934-1945: Hans Schwedhelm (während der Abwesenheit infolge des Militärdienstes führte Bürgermeister Kurt Bürkle die Amtsgeschäfte)
- 1945-1946: General König von den Forces Francaises en Allemagne (FFA)
- 1946-1969: Dr. h.c. Ernst Schlapper
- 1969-1990: Dr. jur. Walter Carlein
- 1990-1998: Ulrich Wendt
- 1998-heute: Dr. Sigrun Lang
Wappen
Das Wappen der Stadt Baden-Baden ist in drei breite Felder in den Farben rot und gelb auf die Flagge gesetzt. Die Umrandung und die Mauerkrone ist auf der Flagge in dunkelbraun gehalten. Bei der Flagge handelt es sich um die Dienstflagge der Stadt, die für öffentliche Gebäude einschließlich Schulen bestimmt ist.
Baden-Baden ist Stadtkreis und hat in seinem Siegel immer das Wappen der Landesfürsten geführt. Der erste Abdruck liegt aus dem Jahre 1421 vor. Das Wappen der früheren Landesherren, der Herzöge von Zähringen, ist ein roter, schräg rechts auf einem goldenen Schild liegender Balken. Zur Unterscheidung zum Landeswappen wurde das Stadtwappen mit einer dreizackigen Mauer versehen. Im 18. Jahrhundert zeigten die Siegel jedoch statt der, ab dem 19. Jahrhundert verwendeten, dreitürmigen Mauer eine Laubkrone.
Städtepartnerschaften
Baden-Baden unterhält folgende Städten Städtepartnerschaften:
- Menton (Côte d'Azur) in Frankreich, seit 1961
- Moncalieri (Piemont) in Italien, seit 1990
- Freital (Sachsen), Verwaltungspartnerschaft seit 1990
- Karlovy Vary (Karlsbad) in der Tschechischen Republik, seit 1998
- Jalta (Halbinsel Krim) in der Ukraine, seit 2000
Ukraine
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Ukraine
Ukraine
Theater und Veranstaltungsorte
Das Theater Baden-Baden ist eine Sprechbühne mit festem Ensemble. Darüber hinaus arbeitet die "Kleine Bühne" im Kulissenhaus.
Das Festspielhaus Baden-Baden, durch völligen Umbau des alten Bahnhofs entstanden, ist das zweitgrößte Konzerthaus Europas und zieht mit Opern, Musicals und Konzerten viele Touristen an.
Museen
- Stadtmuseum Baden-Baden
- Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
- Sammlung Frieder Burda, (erbaut von Richard Meier)
Schulen
In Baden-Baden gibt es folgende weiterführenden Schulen:
- Die Hauptschule Lichtental
- Die Theodor Heuss Schule
- Das Richard-Wagner-Gymnasium
- Das Markgraf-Ludwig-Gymnasium
- Das Gymnasium Hohenbaden
- Das private Gymnasium Kloster vom heiligen Grab
- Die Realschule Baden-Baden
Musik
Im Juni 2002 hat das Jugendorchester Baden-Baden sein 45-jähriges Bestehen feiern können. Aus ganz kleinen Anfängen, ohne jede finanzielle Möglichkeit, entwickelte sich das Orchester, seit Karl Nagel 1963 die Gesamtleitung übernahm, zu einer beachtlichen Stellung, die mit zahlreichen effektvollen Konzerten immer wieder bewiesen wird. 2001 musizierte man mit dem Weltstar der Violine, Hillary Hahn. Musik-Freunde, die das Konzert gehört haben, waren von der intensiven Art der Begleitung des Brahms-Violinkonzertes begeistert.
Die Philharmonie Baden-Baden ist ein überregional bekanntes Symphonie-Orchester, das durch zahlreiche Tourneen und CD-Einspielungen bekannt ist. Baden-Baden ist auch Sitz des "SWR Sinfonieorchester".
In Baden-Baden finden seit 1997 jährlich die "Herbert von Karajan Pfingstfestspiele" statt, seit 2003 wird der Herbert-von-Karajan-Musikpreis verliehen.
Bauwerke
Das Kurhaus mit dem berühmten Casino Baden-Baden ist architektonischer und gesellschaftlicher Mittelpunkt sowie Wahrzeichen der Stadt.
Die Altstadt Baden-Badens hat zahlreiche Geschäfte und Cafés. Im Bäderviertel gibt es die moderne Caracalla-Therme, das historische Friedrichsbad sowie Römische Badruinen.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Trinkhalle Baden-Baden, die Wasserkunstanlage Paradies, das Kloster Lichtenthal, das Schloss Hohenbaden, das Neue Schloss und das Brahmshaus. Eine weitere Attraktion ist die berühmte Lichtentaler Allee mit Rosengarten in der Gönneranlage, die Gartenstadt Ooswinkel und das Baden-Badener Rebland mit seinem Traditions - Weingut Gut Nägelsförst - seit 1268.
Ooswinkel
An Kirchen sind zu erwähnen: Stiftskirche, Evangelische Stadtkirche, Spitalkirche, St. Bernhard, St. Johannis sowie die Russische Kirche und die Stourdza-Kapelle.
Im Stadtgebiet gibt es auch einige bemerkenswerte Sendetürme und zwar:
- Mittelwellensendemast des SWRs bei 48°45'58" nördliche Breite und 8°15'56" östliche Länge
- Aussichts- und Sendeturm Merkur bei 48°45'52" nördliche Breite und 8°16'50" östliche Länge
- Richtfunkturm Baden-Baden Fremersberg (freistehender Stahlbetonturm der Deutschen Telekom AG) bei 48°45'10" nördliche Breite und 8°12'8" östliche Länge
Mit der Bergbahn kann man auf den Merkur fahren.
Baden-Baden ist einer der Hauptorte (früher sogar Startpunkt) an der Panoramastraße B 500
B 500
Der 30 Meter hohe Friedrichsturm wurde durch die Stadt Baden-Baden und dem Schwarzwaldverein
am höchsten Punkt der Gemarkung Baden-Baden (1002,5 m ü NN) auf der Badener Höhe erbaut,
angrenzend an die Gemarkungen Herrenwies und Murgschifferschaft.
Grundsteinlegung: Am 9. Juni 1890 durch Großherzog Friedrich von Baden.
Einweihung: Am 5. Oktober 1891.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Mai: Brahms-Tage (alle 2 Jahre)Frühjahrsmeeting
- Mai: Pfingstfestspiele im berühmten Festspielhaus.
- Juni: Mittelalterliche Winzertage im Stadtteil Steinbach, "Sommer-Gala" und
- Juli: Internationale Rosenneuheitenprüfungen, Oldtimer Meeting
- August: Stadtfest sowie "Große Woche"
- September: Golf-Woche
- Oktober: Sales & Racing
- Dezember: Christkindelsmarkt
Kulinarische Spezialitäten
- Südlich von Baden-Baden liegt die Weinbau-Region Ortenau.
- Rehrücken Baden-Baden
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Baden-Baden liegt an der Bundesautobahn A 5 (Karlsruhe Basel) und ist über die Anschlussstellen Baden-Baden und Bühl zu erreichen. Durch das Stadtgebiet führen die Bundesstraße B 500 (Schwarzwaldhochstraße). Die Bundesstraße B 3 führt im Westen der Stadt vorbei.
Westlich von Baden-Baden an der französischen Grenze in der Nähe des Ortes Rheinmünster-Söllingen liegt der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden(FKB) (Baden-Airport), von dem aus Linienflüge unter anderem nach Berlin, London, Rom und Barcelona angeboten werden.
Der Bahnhof Baden-Baden ist ICE-Haltepunkt an der Strecke Mannheim-Basel (Rheintalbahn). Die Stadtbahnlinien S 4 und S32 der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft bieten direkte Verbindungen nach Rastatt, Ettlingen, Karlsruhe, Heilbronn und Bühl. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gewährleistet der Karlsruher Verkehrsverbund darüber hinaus mit mehreren Buslinien.
Die ehemalige städtische Straßenbahn wurde am 24. Januar 1910 eröffnet und am 28. Februar 1951 stillgelegt. Sie besaß meterspurige Strecken von rund 15 km Länge und wurde durch einen Obusbetrieb ersetzt, der seit 26. Juni 1949 in Betrieb war.
Auf den Merkur führt seit 16. August 1913 eine Standseilbahn, die Merkurbergbahn.
Im Osten der Stadt, an der Straße nach Forbach (Baden), liegt das Naherholungsgebiet Rote Lache.
Ansässige Unternehmen
Kurbetrieb mit der Caracalla-Therme.
Medien
Baden-Baden ist Sitz eines der Funkhäuser des Südwestrundfunks. Hier werden zahlreiche Fernseh- und Rundfunkprogramme produziert und ausgestrahlt. Die ARTE Deutschland TV GmbH hat ihren Sitz in der Stadt.
Zwei Tageszeitungen erscheinen in Baden-Baden: Das Badische Tagblatt (BT) und die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN).
In Baden-Baden wird jährlich der Deutsche Medienpreis verliehen.
Gerichte
Baden-Baden ist Sitz eines Landgerichts und eines Amtsgerichts, die zum OLG-Bezirk Karlsruhe gehören.
Behörden
In Baden-Baden gibt es ein Finanzamt, mehrere Notariate und ein Zollamt.
Bildung
Baden-Baden hat zahlreiche Bildungseinrichtungen. Allen voran ist die Europäische Medien- und Event-Akademie zu nennen.
Die öffentlichen Schulen der Stadt sind 4 Gymnasien: Gymnasium Hohenbaden, Klosterschule vom heiligen Grab (Gymnasium), Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) und Markgraf-Ludwig-Gymnasium (MLG), eine Realschule (Realschule Baden-Baden), eine Förderschule (Theodor-Heuss-Schule) eine Gewerbeschule und eine Kaufmännische Schule (Robert-Schuman-Schule). Ferner gibt es die Vincenti-Grundschule und jeweils eine Grundschule in den Stadtteilen Balg, Ebersteinburg, Lichtental, Neuweier und Varnhalt. An Grund- und Hauptschulen bestehen die Theodor-Heuss-Schule - Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule und entsprechende Einrichtungen in den Stadtteilen Steinbach, Haueneberstein, Oos, Sandweier und Lichtental.
Die Privatschule in Baden-Baden heißt Pädagogium Baden-Baden(Realschule, Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium; mit Internat), die Stulz-von-Ortenberg-Schule für Erziehungshilfe und die beiden Beruflichen Schulen BBS Baden-Badener Sprachschule GmbH und Wirtschaftsinstitut Baden-Baden in der Merkur Akademie International.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Baden-Baden hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
Söhne und Töchter der Stadt
Die nachfolgende Übersicht enthält bedeutende, in Baden-Baden geborene, Persönlichkeiten alphabetisch aufgelistet. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Baden-Baden hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Viele sind nach ihrer Geburt oder später aus der Kurstadt weggezogen und sind andernorts bekannt geworden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Bernhard II. (Baden), zweiter Sohn von Markgraf Jakobs I. und dessen Gemahlin Katharina von Lothringen
- Ferdinand Maximilian (Baden), Markgraf von Baden-Baden
- Christoph I. (Baden), Markgraf von Baden
- Maximilian von Baden, preußischer General und der letzte Reichskanzler des deutschen Kaiserreiches
- Philibert (Baden), Markgraf von Baden
- Wilhelm Christoph (Baden), Markgraf von Baden und Domherr zu Köln
- Walter Bargatzky, deutscher Jurist, Staatssekretär und Präsident des deutschen Roten Kreuzes
- Wilhelm Brückner, Chefadjutant von Adolf Hitler
- Carl Damm, katholischer Priester, Politiker und Teilnehmer an der Revolution 1848/1849
- Peter Götz, deutscher Politiker und MdB
- Leopold Gutterer, deutscher NS-Politiker
- Elmar Hörig, deutscher Radiomoderator
- Rudolf Höß, deutscher Nationalsozialist und Kommandant des Vernichtungslagers Auschwitz
- Johannes Hüppi, deutscher Maler
- Emil Keßler, deutscher Unternehmer, Gründer der Maschinenfabrik Esslingen und Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe AG
- Erich Kuby, deutscher Journalist und Schriftsteller
- Ludwig II. (Monaco), Fürst von Monaco
- Ludwig von Baden, Großherzoglicher Prinz und Markgraf von Baden und Herzog von Zähringen
- Tony Marshall, deutscher Schlagersänger
- Philipp II. (Baden), Markgraf von Baden
- Stefan Anton Reck, deutscher Dirigent
- Edouard Risler, französischer Pianist
- Reinhold Schneider, deutscher Schriftsteller
- Pjotr Arkadjewitsch Stolypin, russischer Politiker
- Wilhelm I. (Baden), Markgraf von Baden
Berühmte Einwohner
- Franz Alt, Journalist/Publizist
- Joachim-Ernst Berendt, Jazz-Publizist, Festivalgründer
- Werner Bergengruen, Schriftsteller
- Pierre Boulez, Komponist und Dirigent
- Johannes Brahms, Komponist
- Fjodor Dostojewski, Schriftsteller
- Egon Eiermann, Architekt
- Otto Flake, Schriftsteller
- Georg Groddeck, Psychosomatiker, Schriftsteller
- Otto Jägersberg, Schriftsteller
- Jean-Pierre Ponnelle, Opernregisseur, Bühnenbildner
- Wassili Andrejewitsch Schukowski, Dichter und Übersetzer
- Clara Schumann, Pianistin
- Iwan Sergejewitsch Turgenjew, Schriftsteller
- Pauline Viardot-Garcia, Sängerin, Komponistin
Literatur
Baden-Baden im Roman
"Merkwürdig ist, daß noch kein Schriftsteller die große Zeit Badens (1845-1869) für einen Roman verwendet hat" schrieb Otto Flake im Vorwort zu seinem Roman "Hortense oder die Rückkehr nach Baden-Baden", der 1933 veröffentlicht wurde. Tatsächlich ist es ihm gelungen, in diesem Roman das Flair der Blütezeit des Kurorts im 19. Jahrhundert meisterlich wiederzugeben.
Reiseliterautr
- Wiesehöfer, Gereon & Söhner, Manfred: Baden-Baden zum Kennenlernen. Ein Reise- und Stadtführer, 3. Auflage, 2004, 86 S., Aquensis Verlag, ISBN 3-937978-01-1
- Hölzle, Peter: Glücks- und Gesundbrunnen, Das Welt- und Halbweltbad Baden-Baden, in: Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg, hg. v. W. Niess, S. Lorenz. Filderstadt: Markstein, 304 S., 326 grossform. farb. F., 2004, ISBN 3-935129-16-5
- Falk, Christiane & Hortenbach, Kristina: Gut Essen und Trinken in Baden-Baden, 120 S., 2003, Baden-Baden: Rendezvous-Verlag, ISBN 3-936881-03-0
- Schallmayer, Egon: Aquae - das römische Baden-Baden. Stuttgart: Theiss, 113 S., 78 Abb., 1989, ISBN 3-8062-0555-8
Weblinks
- [http://www.baden-baden.com/ Ausführliche Informationen über Baden-Baden]
- [http://www.bad-bad.de/ Umfangreicher Stadtführer mit über 10000 Seiten]
- [http://www.pbase.com/markushuck/blooming_badenbaden Bebildeter Rundgang durch Baden-Baden]
- [http://www.russen-in-baden-baden.de/ Russen in Baden-Baden]
Siehe auch: Baden-Baden (Schiff)
Kategorie:Ort in Baden-Württemberg
Baden-Baden
ja:バーデン・バーデン
StadtEine Stadt (von althochdt.: stat = Standort, Stelle; etymologisch eins mit Statt, Stätte; vgl. dagegen Staat) ist eine größere, zentralisierte, abgegrenzte Siedlung mit einer eigenen Verwaltungs- und Versorgungsstruktur im Schnittpunkt größerer Verkehrswege. Damit ist fast jede Stadt zugleich ein zentraler Ort. Städte sind - soziologisch gefasst - also vergleichsweise dicht und kopfreich besiedelte, fest umgrenzte Siedlungen (Gemeinden) mit vereinheitlichenden staatsrechtlichen bzw. kommunalrechtlichen Zügen wie zum Beispiel eigener Markthoheit, eigener Regierung, eigenem Kult und sozial stark differenzierter Einwohnerschaft. Das Letztere unterscheidet sie von Lagern (Arbeitslagern, Straflagern, Winterquartieren von Heeren u.ä.), das Erstere z.B. vom Dorf. In Deutschland existieren knapp 14.000 Städte und Gemeinden.
Dorf]Dorf]Dorf]
Stadtformen
Stadtgrößen
Je nach Größe, Bedeutung oder Funktion einer Stadt unterscheidet man Landstädte, Kleinstädte, Mittelstädte, Großstädte, Millionenstädte, Weltstädte, Stadtregionen oder Ballungsräume, Trabantenstädte und Satellitenstädte. Während etwa in Dänemark die Untergrenze der Bevölkerungszahl bei einer städtischen Siedlung bei 200 Einwohnern liegt, sind es in Deutschland und Frankreich 2.000 und in Japan 50.000 Einwohner.
Hinzu tritt der historische Stadtbegriff, der sich in Europa aus dem mittelalterlichen Stadtrecht herleitet und als wesentliche Merkmale das Marktrecht, das Recht auf Selbstverwaltung, die Freiheit der Stadtbürger, das Recht auf Besteuerung, der Gerichtsbarkeit, die Aufhebung der Leibeigenschaft, das Zollrecht, das Recht zur Einfriedung und Verteidigung sowie das Münzrecht enthielt. Städte, die das Stadtrecht erhalten haben, werden auch als Titularstädte bezeichnet. Auch heute noch ist das Überschreiten der Mindesteinwohnerzahl in den meisten Ländern nicht automatisch mit der Erhebung zur Stadt verbunden, sondern es Bedarf eines ausdrücklichen Beschlusses einer höherrangigen Gebietskörperschaft, in Deutschland und Österreich der des Bundeslandes.
In Deutschland unterscheidet man rechtlich kreisfreie Städte, das sind solche, die keinem Landkreis angehören, von kreisangehörigen Städten. Die Stadt, in deren Sitz die Kreisverwaltung (Landratsamt) liegt, wird auch als Kreisstadt bezeichnet. In Nordrhein-Westfalen unterscheidet man bei den kreisangehörigen Städten noch die großen und mittleren kreisangehörigen Städte. In Österreich unterscheidet man zwischen Städten mit eigenem Statut und sonstigen Städten. Eine Stadt mit eigenem Statut ist meist auch Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Umland-Bezirks, der auch in den meisten Fällen so heißt (z.B. Innsbruck Stadt und Innsbruck Land). Heute kann jede Stadt mit mehr als 20.000 Einwohner ein eigenes Statut anfordern
In der Schweiz gelten Ortschaften nur dann als Stadt, wenn sie entweder mehr als 10 000 Einwohner haben oder wenn ihnen, was selten ist, im Mittelalter das Stadtrecht verliehen wurde. Eine der kleinsten Städte überhaupt befindet sich in Niederösterreich im Bezirk Hollabrunn an der Grenze zu Tschechien direkt an der Thaya - die Stadt Hardegg. Hardegg hat mit allen eingemeindeten Orten 2001 eine Einwohnerzahl von 1.490, die Stadt selber hat jedoch nur 78 Einwohner.
In England unterscheidet man zwischen City und Town. Die Großstadt Stockport ist beispielsweise keine City sondern Town, wohingegen die Stadt Sunderland eine City ist. Der Verwaltungsbezirk Greater London ist keine City, aber innerhalb dieser Gebietskörperschaft gibt es die City of London und die City of Westminster. Ein Ort darf erst dann als City bezeichnet werden, wenn die Königin oder der König diese zu einer solchen ernennt.
Die Geschlossenheit der Bebauung oder Besiedlungsdichte gewann international seit den 1990ern Bedeutung, global vor allem die größten Städte (Megacities, Global Cities, Stadtregionen) zu bestimmen, und zwar unabhängig von Verwaltungsgrenzen oder Definitionsproblemen. Städte weisen sowohl historisch als auch regional sehr unterschiedliche Entstehungszusammenhänge und Strukturen auf. So zeigen beispielsweise die gegenwärtigen Großstädte der früh industrialisierten Staaten andere Strukturen und Entwicklungsdynamiken als die sogenannten Megacities der Entwicklungs- und Schwellenländer. Die Entwicklung von Städten folgt dabei oft bestimmten Modellen.
Stadtnetz, Siedlungsstruktur
Weltweit gesehen bestehen nach Größe und Bedeutung abgestufte Städtenetze oder eine globale Siedlungsstruktur. Letztere meint die Struktur und Beziehungen aller Städte und sonstigen Siedlungen wie Dörfer untereiander, weniger innerhalb die innere Struktur einer Stadt oder sonstigen Siedlung. Zu Stadtnetz und Siedlungsstruktur gibt es beispielsweise die Untersuchung W. Christallers, 1933, die sogenannte [[Zentraler Ort|Zentrale-Orte]{{{
Baden-Württemberg
Baden-Württemberg ist ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Es grenzt an die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern sowie an die Schweizer Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Aargau, Schaffhausen, Thurgau und Zürich und an das Elsass in Frankreich.
Geschichte
Vorgeschichte
Zwischen 70 und 150 nach Christus eroberten die Römer den größten Teil des Gebiets, auf dem heute Baden-Württemberg liegt. Die Römer wurden ab 260 nach Christus von den Alemannen vertrieben. Nach deren Unterwerfung durch das Fränkische Reich zwischen 496 und 746 bestanden im heutigen Landesgebiet die Herzogtümer Franken und Schwaben. Der Zerfall beider Herzogtümer bis zum 13. Jahrhundert führte zur extremen territorialen Zersplitterung in Hunderte von kleinen Grafschaften, Reichsstädten, geistlichen Gebieten oder gar einzelnen ritterschaftlichen Dörfern. Die Mediatisierung infolge der Napoleonischen Kriege setzte einen Prozess in Gang, an dessen Ende nur noch drei Territorien standen: Württemberg, Baden und Hohenzollern; zudem war die Stadt Wimpfen eine hessische Exklave.
Der Weg zum Südweststaat
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die nördlichen Teile von Baden und Württemberg mit Bad Wimpfen zur amerikanischen Besatzungszone, die südlichen Teile sowie Hohenzollern zur französischen. Die Aufteilung erfolgte entlang der Kreisgrenzen, wobei zur amerikanischen Zone bewusst alle die Kreise geschlagen wurden, durch die die Autobahn Karlsruhe-München (heutige A 8) verlief. Die Militärregierungen der Besatzungszonen gründeten 1945/46 die Länder Württemberg-Baden in der amerikanischen sowie Württemberg-Hohenzollern und Baden (so genannt, obwohl es nur den südlichen Teil des Landes umfasste) in der französischen Zone. Diese Länder wurden im Zuge der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 zu Bundesländern.
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland hielt in Artikel 118 die drei Länder dazu an, eine Vereinbarung über die Neugliederung ihrer Gebiete zu treffen. Für den Fall, dass eine solche Regelung nicht zustande kam, wurde eine Regelung durch ein Bundesgesetz vorgeschrieben. Als Alternativen kamen entweder eine Vereinigung zu einem Südweststaat oder die Wiederherstellung Badens und Württembergs (einschließlich Hohenzollerns) in Frage, wobei die Regierungen Württemberg-Badens und Württemberg-Hohenzollerns für ersteres, die Badens für letzteres eintraten. Eine Übereinkunft der Regierungen über eine Volksabstimmung scheiterte an der Frage des Abstimmungsmodus. Das daraufhin am 4. Mai 1951 verabschiedete Bundesgesetz sah eine Einteilung des Abstimmungsgebiets in vier Zonen vor (Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg-Hohenzollern, Südbaden). Die Vereinigung der Länder sollte als akzeptiert gelten, wenn sich eine Mehrheit im gesamten Abstimmungsgebiet sowie in drei der vier Zonen ergab. Da eine Mehrheit in den beiden württembergischen Zonen sowie in Nordbaden bereits abzusehen war, favorisierte diese Regelung die Vereinigungsbefürworter. Die (süd-)badische Regierung strengte eine Verfassungsklage gegen das Gesetz an, die jedoch erfolglos blieb.
Die Volksabstimmung fand am 9. Dezember 1951 statt. Dabei votierten die Wähler in beiden Teilen Württembergs mit 93% für die Fusion, in Nordbaden mit 57%, während in Südbaden nur 38% dafür waren. Damit war die Vereinigung beschlossene Sache. Hätte man das Ergebnis in Gesamtbaden gezählt, so hätte sich eine Mehrheit von 52% dagegen ergeben, was die badischen Vereinigungsgegner zusätzlich erbitterte.
Gründung des Landes
Das Bundesland Baden-Württemberg wurde infolge der Volksabstimmung am 25. April 1952 gegründet. Der Name des Landes war Gegenstand eines längeren Streites. Der im Überleitungsgesetz vom 15. Mai 1952 genannte Name Baden-Württemberg war zunächst nur übergangsweise vorgesehen, setzte sich jedoch letztlich durch, da kein anderer Name von allen Seiten akzeptiert wurde. Die am 19. November 1953 in Kraft getretene Landesverfassung wurde von der Verfassungsgebenden Landesversammlung beschlossen und nicht durch eine Volksabstimmung bestätigt. Erster Ministerpräsident des Landes wurde Reinhold Maier (DVP).
1956 kam das Bundesverfassungsgericht nun doch zu der Auffassung, dass der Abstimmungsmodus 1951 das badische Votum nicht hinreichend berücksichtigt habe, und verfügte eine Neuauflage der Volksabstimmung im Landesteil Baden. Diese wurde erst 1970 durchgeführt, ergab dann jedoch eine Zustimmung von 81,9% zum neuen Bundesland. Zur nachträglichen Zustimmung hatte sicherlich nicht unerheblich die normative Kraft des Faktischen beigetragen.
Wappen und Flagge
Hauptartikel: Wappen Baden-Württembergs, Flagge Baden-Württembergs
Das Wappen zeigt drei schreitende Löwen auf goldenem Grund. Dies ist das Wappen der Staufer und Herzöge von Schwaben. Über dem großen Landeswappen befinden sich die sechs Wappen der historischen Landschaften, aus denen oder aus deren Teilen Baden-Württemberg gebildet worden ist. Es sind dies: Vorderösterreich (rot-weiß-rot geteilter Schild), Kurpfalz (steigender Löwe), Württemberg (drei Hirschstangen), Baden (roter Schrägbalken), Hohenzollern (weiß-schwarz geviert) und Franken (drei silberne Spitzen auf rotem Grund). Dabei sind die Wappen Badens und Württembergs etwas größer dargestellt. Schildhalter sind der badische Greif und der württembergische Hirsch. Auf dem kleinen Landeswappen ruht stattdessen eine Blattkrone.
Die drei Löwen aus dem Landeswappen tauchen in abgewandelter Form auch im sogenannten Baden-Württemberg-Signet auf, das von jedermann genehmigungsfrei verwendet werden kann. Die Benutzung des Landeswappens hingegen ist genehmigungspflichtig und grundsätzlich nur den Behörden gestattet.
Die Landesflagge ist schwarz-gold; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das kleine Landeswappen.
Geografie
Hirsch
Baden-Württemberg liegt im Südwesten Deutschlands. Im Osten grenzt es an Bayern, im Norden an Bayern und Hessen. Seine Süd- und Westgrenze werden durch Rhein und Bodensee gebildet (mit kleinen Ausnahmen wie Schaffhausen), wobei die Schweiz der südliche, Frankreich und Rheinland-Pfalz die westlichen Nachbarn sind. Nach Fläche und Einwohnerzahl steht das Land an dritter Stelle unter den deutschen Bundesländern.
Mit Ausnahme des etwa 20 km breiten Streifens der Rheinebene ist das Land hügelig bis bergig. Der Südwesten des Landes wird vom 160 km langen und bis zu 60 km breiten Schwarzwald dominiert, dessen Feldberg mit 1.493 m der höchste Berg in den deutschen Mittelgebirgen ist. Die Schwäbische Alb streckt sich vom Süden des Landes in nordöstlicher Richtung bis etwa an die bayerische Grenze bei Nördlingen. Weitere größere Landschaftsformen sind der Odenwald im Norden, der Kraichgau im Nordwesten, Hohenloher Ebene und Schwäbisch-Fränkischer Wald im Nordosten, das Neckarbecken um Stuttgart sowie Oberschwaben im Südosten.
Aufgrund der bergigen Topographie spielten und spielen die Flüsse und ihre Täler eine erhebliche Rolle für Besiedlung, Verkehrswesen und Geschichte des Landes. Neben dem Rhein sind an erster Stelle Neckar und Donau zu nennen. Der Neckar entspringt am Rande des Schwarzwaldes bei Villingen-Schwenningen und durchfließt das Zentrum des Landes, bis er im Nordwesten bei Mannheim in den Rhein mündet. Der dortige Rheinpegel ist mit 85 m über NN der niedrigste Punkt des Landes. Die Donau nährt sich aus zwei Schwarzwald-Quellflüssen und fließt in etwa ostnordöstlich, wobei sie die Schwäbische Alb nach Süden und Oberschwaben nach Norden begrenzt und hinter Ulm ins Bayerische wechselt. Unter den übrigen Flüssen sind die längsten die "Zwillingsflüsse" Kocher und Jagst, die den Nordosten des Landes durchfließen. Ganz im Nordosten grenzt das Landesgebiet an den Main.
Der Mittelpunkt Baden-Württembergs liegt in einem Wald nahe Tübingen.
Verwaltungsgliederung
Baden-Württemberg ist seit 1. Januar 1973 eingeteilt in 4 Regierungsbezirke, 12 Regionen (mit je einem Regionalverband) sowie 35 Landkreise und 9 Stadtkreise.
Zur Verwaltungsgliederung vor der Kreisreform 1973 siehe die beiden Artikel Verwaltungsgliederung Badens und Verwaltungsgliederung Württembergs. Zu den dort zuletzt genannten Landkreisen gehörten ferner noch die beiden ehemaligen preußischen Landkreise Hechingen und Sigmaringen.
Regierungsbezirke und Regionen
- Freiburg mit den Regionen Hochrhein-Bodensee, Schwarzwald-Baar-Heuberg, Südlicher Oberrhein
- Karlsruhe mit den Regionen Mittlerer Oberrhein, Nordschwarzwald, Rhein-Neckar-Odenwald
- Stuttgart mit den Regionen Heilbronn-Franken, Ostwürttemberg, Stuttgart
- Tübingen mit den Regionen Bodensee-Oberschwaben, Donau-Iller, Neckar-Alb
Die Region Donau-Iller umfasst auch angrenzende Gebiete in Bayern.
Stadt- und Landkreise
Zum Landkreis Konstanz gehört auch die Exklave Büsingen am Hochrhein (BÜS), die völlig vom Schweizer Kanton Schaffhausen umschlossen ist.
Die Landkreise haben sich 1956 zum Landkreistag Baden-Württemberg zusammengeschlossen.
Städte und Gemeinden
Die 35 Landkreise unterteilen sich in insgesamt 1.101 Städte und Gemeinden (darunter 89 Große Kreisstädte und 213 sonstige kreisangehörige Städte), ein bewohntes gemeindefreies Gebiet (Gutsbezirk Münsingen) und ein unbewohntes gemeindefreies Gebiet (Rhinau (gemeindefreies Gebiet)) (Stand: 1. September 2005).
Die 10 größten Städte Baden-Württembergs sind Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Heilbronn, Ulm, Pforzheim, Reutlingen und Esslingen am Neckar. Alle Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern sind im besonderen Artikel Liste der größten Städte Baden-Württembergs zu finden. (Siehe auch Liste der Orte in Baden-Württemberg.)
Politik
Siehe auch: Politik Baden-Württembergs, Verfassung des Landes Baden-Württemberg, Portal:Baden-Württemberg
Der Ministerpräsident ist Chef der Landesregierung von Baden-Württemberg, die aus Ministern und Staatssekretären und ehrenamtlichen Staatsräten besteht. Die Ministerpräsidenten seit 1952:
Staatsräten
- 1952 - 1953: Reinhold Maier (DVP)
- 1953 - 1958: Gebhard Müller (CDU)
- 1958 - 1966: Kurt Georg Kiesinger (CDU)
- 1966 - 1978: Hans Karl Filbinger (CDU)
- 1978 - 1991: Lothar Späth (CDU)
- 1991 - 2005: Erwin Teufel (CDU)
- 2005 - Heute: Günther Oettinger (CDU)
Baden-Württemberg ist traditionell konservativ geprägt, aber auch die FDP (hier FDP/DVP) und in neuerer Zeit Bündnis 90/Die Grünen sind in Baden-Württemberg traditionell stark. Während der Ministerpräsident bis auf 1952/1953 immer von der CDU gestellt wurde, waren an der Regierung teilweise auch die FDP/DVP beziehungsweise die SPD (Große Koalition) beteiligt. Während der 1990er Jahre waren die Republikaner im Landtag vertreten. Aufgrund des Austrittes des Landtagsabgeordneten Ulrich Maurer aus der SPD am 27. Juni 2005 und seinem Eintritt in die WASG am 1. Juli ist auch diese im Landtag vertreten.
Wirtschaft
Baden-Württemberg ist Zentrum der Automobilindustrie (DaimlerChrysler, Porsche, Robert Bosch GmbH, Audi) mit Standorten in Stuttgart, Sindelfingen, Neckarsulm, Mannheim, Rastatt, Gaggenau und Ulm.
Im Schwarzwald war früher die Feinmechanik, insbesondere die Uhrenindustrie sowie später die Unterhaltungselektronik, sehr bedeutend (Junghans, Kienzle, SABA, Dual), ebenso die Textilindustrie, welche hauptsächlich auf der Schwäbischen Alb beheimatet war und auch heute noch ist (Hugo Boss, Trigema, Steiff).
Der zweitgrößte Binnenhafen Europas befindet sich in Mannheim. Die zwei Teile der Mineralölraffinerie Oberrhein in Karlsruhe bilden zusammen die größte Mineralölraffinerie in Deutschland.
In Walldorf ist das größte europäische Software-Unternehmen (SAP AG) beheimatet.
In Baden-Württemberg gibt es zwei Kernkraftwerke, das Kernkraftwerk Philippsburg und das Kernkraftwerk Neckarwestheim. Ein drittes Kernkraftwerk in Obrigheim wurde 2005 stillgelegt.
Kultur
In Baden-Württemberg werden seit 1978 die Heimattage Baden-Württemberg veranstaltet.
Religion
In der Mitte von Baden-Württemberg, dem nördlichen Teil des ehemaligen Herzogtums Württemberg, ist die Bevölkerung überwiegend evangelisch, ebenso in der Kurpfalz. Die restlichen Gebiete sind mehrheitlich römisch-katholisch.
Für Baden-Württemberg insgesamt ergibt sich (Stand 2003):
- röm.-katholisch 38,3%
- evangelisch 34,3%
- muslimisch ca. 6%
- neuapostolisch ca. 1%
- buddhistisch ca. 0,3%
- hinduistisch ca. 0,2%
- israelitisch ca. 0,1%
- andere Konfessionen und Konfessionslose 20%
siehe auch: Erzbistum Freiburg und Bistum Rottenburg-Stuttgart, Evangelische Landeskirche in Baden und in Württemberg
Sprache
In Baden-Württemberg werden fränkische und alemannische Dialekte des Hochdeutschen gesprochen.
Weblinks
- [http://www.s-line.de/homepages/ebener/index.htm Lexikon Geschichte Baden-Württemberg]
- [http://www.statistik-bw.de/Wahlen/Landesdaten/ Wahlergebnisse in Baden-Württemberg (Statistisches Landesamt)]
- [http://www.leu.bw.schule.de/bild/schul_ab.html Schulsystem in Baden-Württemberg]
- [http://www.landkreise-bw.de/landkreise/landkreise/landkreise_baden-wuerttemberg.htm Karte der Kreise mit Regierungsbezirken]
-
als:Baden-Württemberg
ja:バーデン=ヴュルテンベルク州
ko:바덴뷔르템베르크 주
simple:Baden-Württemberg
MittelzentrumEin Mittelzentrum bezeichnet in der Raumordnung und der Wirtschaftsgeographie einen zentralen Ort der mittleren Stufe nach dem System der Zentralen Orte des deutschen Geographen Walter Christaller.
Mittelzentren dienen als Anlaufpunkt für die Versorgung an Waren, Dienstleistungen und Infrastrukturangeboten, die durch die umgebenden Unterzentren nicht gedeckt werden kann. Neben der Grundversorgung, wie sie auch in Unterzentren zur Verfügung steht, umfasst das Angebot der Mittelzentren den periodischen Bedarf, insbesondere:
- höhere Schule und Berufsschule
- Krankenhaus
- Facharzt
- Notar, Anwalt, Steuerberater
- Kino, kulturelle Angebote
Über den allgemeinen und den periodischen Bedarf hinausgehende Waren und Dienstleistungen können im nächsten erreichbaren Oberzentrum gedeckt werden.
Kategorie:Raumplanung
Hügelsheim
Hügelsheim ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rastatt.
Landkreis Rastatt
Geografische Lage
Hügelsheim liegt in der Oberrheinischen Tiefebene etwa 10 km südwestlich der Kreisstadt Rastatt in direkter Nachbarschaft zu Iffezheim.
Geschichte
Das Gebiet der Gemeinde war seit der Steinzeit ununterbrochen besiedelt, als früheste Zeugnisse menschlicher Kultur sind Steinwerkzeuge gefunden worden, deren Alter auf mehr als 10.000 Jahre geschätzt wird. Auch Kelten, Römer und Alemannen hinterließen Spuren. Die erste urkundliche Erwähnung geschah in einer Schenkungsurkunde zu Gunsten der Klosters Fulda im Jahre 788.
Wirtschaft
Traditionell lebten die Hügelsheimer von der Landwirtschaft. Auf den sandigen Böden in unmittelbarer Nähe des Rheins kann jedoch klassische Landwirtschaft heute nicht mehr rentabel betrieben werden. Da traf es sich gut, dass schon vor mehr als hundert Jahren ein Hügelsheimer Bürger von seiner Militärzeit im Elsass den Spargel mitbrachte, der seitdem hier angebaut wird. So hat sich Hügelsheim zum überregional bekannten "Spargeldorf" entwickelt. Der Spargelanbau wird heute von wenigen Haupterwerbslandwirten und zahlreichen Nebenerwerbslandwirten betrieben.
Die kanadische NATO-Basis (Gemarkungen Hügelsheim, Rheinmünster) stellte bis zum Abzug der Streitkräfte im Jahre 1993 einen wichtigen Faktor dar. Große Hoffnungen setzt man deshalb auf den privatwirtschaftlich betriebenen Baden-Airpark der auf dem Konversionsgelände den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden, ein Gewerbegebiet und Freizeiteinrichtungen betreibt.
Kategorie:Ort in Baden-WürttembergKategorie:Landkreis Rastatt
Landkreis Rastatt
Der Landkreis Rastatt ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zur Region Mittlerer Oberrhein im Regierungsbezirk Karlsruhe. Er grenzt im Norden an den Landkreis Karlsruhe, im Osten an den Landkreis Calw, im Südosten an den Landkreis Freudenstadt und im Süden an den Ortenaukreis. Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze zu Frankreich mit den dortigen Arondissements Wissembourg und Haguenau innerhalb des Départements Bas-Rhin. Die kreisfreie Stadt Baden-Baden liegt mit einer Fläche von 140,2 km² als Enklave vollständig innerhalb des Kreisgebiets.
Geografie
Der Landkreis Rastatt hat Anteil an der Oberrheinischen Tiefebene und am Nordschwarzwald, dessen höchste Erhebung, die Hornisgrinde, nur wenige Kilometer südlich der Kreisgrenze liegt. Die höchste Erhebung des Landkreises Rastatt ist der Hohe Ochsenkopf, dessen Gipfel 1054 m über dem Meer aufragt. Im Westen grenzt der Landkreis an den Rhein und somit auch an Frankreich.
Wirtschaft
In der gesamten Region herrscht ein innovationsfreudiges Klima, von dem in der Vergangenheit bereits zahlreiche technologiepolitische Offensiven ausgingen. Darüber hinaus bietet das [http://www.steinbeis-transferzentrum.de/ Steinbeis-Transferzentrum] für Unternehmens- und Verwaltungsmanagement eine ausgezeichnete Anlaufstelle für Unternehmen: Hier kann Fachwissen jederzeit abgerufen werden – sei es bei Dienstleistungen, bei der Entwicklung von neuen technologischen Produkten oder Verfahren oder bei der Unterstützung technischer Entwicklungsprojekte allgemein.
Gewerbeflächenmobilisierung und die Bereitstellung und Entwicklung von Gewerbeflächen haben für die Wirtschaftsförderung des Landkreises eine herausragende Bedeutung. Nicht nur die drei Großen Kreisstädte Rastatt, Gaggenau und Bühl haben in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, verkehrsgünstige Gewerbegebiete zu erschließen, bei denen dem ökologischen Gedanken in besonderer Weise Rechnung getragen wurde. Auch die kleineren Gemeinden können mit attraktiven Angeboten aufwarten, die im Zusammenhang mit bereits vorhandenen Ansiedlungen zu interessanten Synergieeffekten führen.
Verkehr
Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn A 5 Basel - Karlsruhe, mehrere Bundesstraßen, darunter die B 3 Basel - Karlsruhe, die B 36, die B 500 ("Schwarzwald-Hochstraße", die in Baden-Baden beginnt) und die B 462 ("Schwarzwald-Tälerstraße"). Zahlreiche Landes- und Kreisstraßen erschließen ferner das Kreisgebiet. Ein wichtiger Bahnknotenpunkt ist Rastatt (Strecke Karlsruhe-Basel und die Murgtalbahn in Richtung Freudenstadt). Das Kreisgebiet ist auch erschlossen durch das Stadtbahnnetz Karlsruhe. 3 Linien führen von Karlsruhe kommend über Bühl nach Achern, Baden-Baden und Forbach.
Ferner liegt auf dem Kreisgebiet (Gemeinde Rheinmünster, Ortsteil Söllingen) der Regionalflughafen "Baden-Airpark", der mit 623.000 Fluggästen im Jahre 2004 einer der größten Regionalflughafen Deutschlands ist.
Geschichte
Der Landkreis Rastatt geht zurück auf das alte Oberamt bzw. Bezirksamt Rastatt, das zunächst als Stadtamt sowie Erstes Landamt, später als Stadt- und Erstes Landamt sowie Zweites Landamt bestand, 1815 jedoch zum Oberamt Rastatt vereinigt wurde. Im Laufe der Geschichte wurde das spätere Bezirksamt Rastatt mehrmals verändert. So nahm es 1872 die Gemeinden des aufgelösten Bezirksamtes Gernsbach sowie 1924 einige Gemeinden des aufgelösten Bezirksamtes Baden auf. 1939 wurde das Bezirksamt Rastatt in den Landkreis Rastatt überführt. Die Gemeinden des heutigen Kreisgebiets gehörten jedoch seit dem 19. Jahrhundert neben den bereits genannten Bezirksämtern Baden und Gernsbach auch zu den Bezirksämtern Achern und Bühl. Nach 1939 gab es im heutigen Kreisgebiet jedoch nur noch die beiden Landkreise Rastatt und Bühl. Gleichzeitig wurde der Stadtkreis Baden-Baden errichtet. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der (alte) Landkreis Rastatt mit den meisten Gemeinden des Landkreises Bühl, einigen Gemeinden des Landkreises Kehl und einer ehemals württembergische Gemeinde (Loffenau, Landkreis Calw) zum neuen Landkreis Rastatt vereinigt. Der Stadtkreis Baden-Baden blieb erhalten, wenngleich bereits in den 1950er Jahren versucht wurde, diesen wieder in den Landkreis zu integrieren. Baden-Baden blieb jedoch kreisfrei ist somit heute die kleinste Stadt dieser Art in Baden-Württemberg. Der Landkreis Rastatt umfasst nach Abschluss der Gemeindereform noch 23 Gemeinden, darunter 6 Städte und hiervon wiederum 3 "Große Kreisstädte" (Bühl, Gaggenau und Rastatt). Größte Stadt ist Rastatt, kleinste Gemeinde ist derzeit Weisenbach.
Politik
Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf 5 Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises.
Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.
Die Landräte des Landkreises Bühl seit 1945:
- 1946 - 1951: Edwin Grüninger
- 1951 - 1971: Erwin Trippel
- 1971 - 1972: Josef Großmann
Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Oberamts bzw. Bezirksamts bzw. Landkreises Rastatt seit 1803:
- 1803 - 1815: Josef Bendikt Spinner (1810-1815 beim Stadt- und Ersten Landamt)
- 1810 - 1815: Johann Baptist Schafheitlin (beim Zweiten Landamt)
- 1815 - 1816: Josef Odenwald
- 1816 - 1819: Emmerich Wilhelm Kirn
- 1819 - 1832: Karl Müller
- 1832 - 1844: Friedrich Theodor Schaaff
- 1844 - 1850: Gottlieb Friedrich Lang
- 1850: Adolf Schütt
- 1850 - 1855: Rudolf Graf von Hennin
- 1856 - 1871: Ludwig Schaible
- 1872 - 1874: Eduard Engelhorn
- 1874 - 1886: Karl Richard
- 1886 - 1889: Max Föhrenbach
- 1889 - 1891: Otto Beck
- 1891 - 1899: Albert Muth
- 1899 - 1908: Oskar Frech
- 1908 - 1919: Karl Hoerst
- 1919 - 1924: Julius Guth-Bender
- 1924 - 1934: Alfred Trischeler
- 1935 - 1938: Karl Müller
- 1938 - 1945: Paul Baer
- 1945 - 1947: Pius Uhrig
- 1947 - 1956: Cuno Wilderich
- 1956 - 1972: Erwin Burkard
- 1973 - 1989: Dr. Erich Würfel
- 1989 - 2005: Dr. Werner Hudelmaier
- 2005 - : Jürgen Bäuerle
Wappen
Das Wappen des Landkreises Rastatt zeigt in geviertem Schild: 1 in Gold eine rote Weinleiter, 2 in Blau eine goldene Traube, 3 in Blau eine blau besamte, gefüllte goldene Rose mit grünen Kelchblättern, 4 in Gold ein roter Schrägbalken. Das Wappen wurde am 24. Mai 1974 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.
Innenministerium Baden-Württemberg
Die Wappenbilder symbolisieren zum einen die ehemaligen Herrschaften im Kreisgebiet, die Grafen von Eberstein ("Ebersteinische Rose") und die Markgrafen von Baden (roter Schrägbalken), zum anderen handelt es sich um wirtschaftliche Symbole (Traube und Weinleiter), die für den Obst- und Weinbau im Landkreis stehen. Die Weinleiter ist auch im Wappen der Kreisstadt Rastatt enthalten.
Der alte Landkreis Rastatt hatte vor 1973 ein anderes Wappen. Dieses zeigte in Gold einen roten Schrägbalken, begleitet oben von einer roten Weinleiter und unten von einer roten heraldischen Rose mit blauem Butzen und grünen Kelchblättern. Dieses Wappen, das vom Innenministerium Baden-Württemberg am 23. März 1964 verliehen worden war, führte somit zum Großteil bereits die Symbole des heutigen Wappens, lediglich die Weintraube wurde im neuen Wappen beigefügt.
Städte und Gemeinden
(Einwohner am 30. Juni 2005)
Städte und Gemeinden vor der Kreisreform
Vor der Kreisreform 1973 bzw. vor der Gemeindereform gehörten zum (alten) Landkreis Rastatt seit 1938 insgesamt 45 Gemeinden, darunter die vier Städte Gaggenau, Gernsbach, Kuppenheim und die Kreisstadt Rastatt, die seit 1956 Große Kreisstadt war.
Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im alten Landkreis Rastatt machte die Gemeinde Rotenfels, die sich am 1. Januar 1970 mit der Stadt Gaggenau vereinigte. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig. Am 1. Januar 1972 wurde Ebersteinburg in den Stadtkreis Baden-Baden und am 1. April 1972 Waldprechtsweier in die Gemeinde Malsch (Landkreis Karlsruhe) eingegliedert. Beide Gemeinden verließen somit den Landkreis Rastatt. Die noch verbliebenen Gemeinden des alten Landkreises Rastatt gingen am 1. Januar 1973 im neuen vergrößerten Landkreis Rastatt auf, doch gab dieser am 1. Januar 1974 noch die Gemeinde Haueneberstein und am 1. Januar 1975 die Gemeinde Sandweier, die beide zum alten Landkreis Rastatt gehörten, an den Stadtkreis Baden-Baden ab.
Größte Gemeinde des alten Landkreises Rastatt war die Große Kreisstadt Rastatt, kleinste Gemeinde war Freiolsheim.
Der alte Landkreis Rastatt umfasste zuletzt eine Fläche von 545 km² und hatte bei der Volkszählung 1970 insgesamt 143.150 Einwohner.
Die Gemeinden des alten Landkreises Rastatt vor der Gemeindereform. Bis auf Waldprechtsweier, das infolge der Eingliederung nach Malsch zum Landkreis Karlsruhe kam, sowie die drei in den Stadtkreis Baden-Baden eingegliederten Gemeinden ¹), gehören alle Gemeinden auch heute noch zum Landkreis Rastatt.
Malsch
Literatur
- Ulrich Coenen: Die Baukunst der nördlichen Ortenau. Denkmäler in Bühl, Bühlertal, Ottersweier, Lichtenau, Rheinmünster und Sinzheim, Karlsruhe 1993.
- Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden, herausgegeben vom Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden, erschienen im Konrad-Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1599-5
- [http://www.landkreis-rastatt.de/servlet/PB/show/1131467/Publikationen.pdf Publikationen des Landkreises Rastatt]
Weblinks
- [http://www.landkreis-rastatt.de/ Offizielle Internetseite des Landkreises]
- [http://www.bad-bad.de/umgeb/favorite.htm Schloss Favorite bei Rastatt]
- [http://www.noerdlicher-schwarzwald.de/ Tourismus-Website für den nördlichen Schwarzwald]
- [http://www.badenairpark.de/ Baden-Airpark - Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden]
- [http://www.service-bw.de/ Service BW - Ihre Verwaltung im Netz]
- [http://www.pamina-rheinpark.org/ Pamina-Rheinpark]
- [http://www.trk.de/ TechnologieRegion Karlsruhe]
- [http://www.mit-uns-geht-was-ab.de/ a22 - Die Jugendplattform für alles Wissenswerte im Landkreis Rastatt]
Rastatt
Rastatt
Elsass
Das Elsass bzw. Elsaß (frz. Alsace []) ist eine Region im Nordosten der Republik Frankreich. Sie grenzt im Norden und Osten an die Bundesrepublik Deutschland und im Süden an die Schweiz. Ihre Hauptstadt ist Straßburg (frz. Strasbourg).
Das Elsass besteht aus den Bezirken (frz. Départements) Unterelsass (Bas-Rhin) mit Sitz der Regionalverwaltung (frz. Präfektur) in Straßburg und Oberelsass (Haut-Rhin) mit Sitz der Regionalverwaltung in Colmar.
Geographie
Das Elsass hat eine Größe von 8.280 km². Es hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 190 Kilometern, während die West-Ost-Ausdehnung nur 50 Kilometer beträgt. Im Osten wird das Elsass durch den Rhein begrenzt, im Westen durch den Hauptkamm der Vogesen.
Die elsässische Region grenzt im Norden an Rheinland-Pfalz, im Osten an Baden-Württemberg, im Süden an die Schweizer Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn und
im Südwesten an die Freigrafschaft Franche-Comté sowie im Westen an Lothringen.
Lothringen
Im Elsass finden sich drei unterschiedliche Landschaftstypen:
- Im Osten liegt die elsässische Ebene (Plaine d’Alsace), die mit Baden den südlichen Teil des Oberrheingrabens bildet. Sie wird von der Ill durchflossen und ist von Getreideanbau geprägt. Es gibt noch große Waldgebiete wie den Hagenauer Forst im Norden und den Hardter Wald im Süden.
- Im Westen wird das Landschaftsbild von den Vogesen dominiert, die von den breiten Tälern der Illzuflüsse durchzogen sind. Hier findet man Hochweiden (Hautes Chaumes), die sich mit Wäldern abwechseln. Der Große Belchen (frz. Grand Ballon) ist der höchste Berg im Elsass.
- Die Hügel der Untervogesen verbinden die oben genannten Landschaftstypen. Typisch für dieses Piemont der Vogesen sind die elsässischen Weinberge.
Wirtschaft
Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 20.750 Euro pro Einwohner steht das Elsass an zweiter Stelle aller Regionen in Frankreich.
Das Elsass ist eine Region, in der viele Wirtschaftszweige ansässig sind:
- Weinbau (vor allem in der Gegend zwischen Schlettstadt und Colmar an der elsässischen Weinstraße). Siehe hierzu den Artikel Elsass (Weinbaugebiet).
- Hopfenanbau und Bierbrauerei; die Hälfte der französischen Bierproduktion kommt aus dem Elsass, vor allem aus der Gegend von Straßburg wie Schiltigheim und Obernai (dt. Oberehnheim). Kronenbourg wird seit 1664 in Straßburg gebraut, der Name des Biers leitet sich ab von der Kronenburg bei Marlenheim.
- Forstwirtschaft
- Automobilindustrie (Mülhausen)
- Biotechnologie im Technologiepark [http://www.alsace-biovalley.com/ Biovalley], dem in Europa führenden Zentrum dieser Art
- Tourismus
- sowie weitere Industrie- und Dienstleistungsbereiche
Das Elsass ist wirtschaftlich stark international ausgerichtet: an etwa 35% der Unternehmen im Elsass sind ausländische Firmen
aus Deutschland, der Schweiz, den USA, Japan und Skandinavien beteiligt.
Im Jahr 2002 kamen rund 38,5% der elsässischen Importe aus Deutschland. Die dortige Krise auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch auf das Elsass übertragen. Bisher von hohen Arbeitlosenzahlen verschont geblieben, hat sich dies mittlerweile geändert und die Zahlen stiegen stark (+20% zwischen März 2002 und März 2003 auf 6,8%). Verursacht wurde dies durch die wirtschaftliche Krise der Industriebetriebe, in denen 26% der Elsässer beschäftigt sind. Die elsässische Wirtschaft versucht sich daher umzuorientieren und neue Arbeitsfelder auf dem Dienstleistungssektor und in der Forschung zu erschließen.
Im Bergbau, der ein Jahrhundert lang rund 560 Millionen Tonnen Kalisalz gefördert hat, arbeiteten noch im Jahr 1950 etwa 13.000 Beschäftigte. Heute ist der Bergbau nur noch Thema eines Museums bei Wittelsheim.
Das Elsass ist eines der größten europäischen Anbaugebiete für Weißkraut, das zu Sauerkraut weiter verarbeitet wird.
Seit dem Mittelalter spielte auch der Flachsanbau und die Leinenweberei insbesondere in der Gegend um Colmar eine große Rolle. Ein typisch elsässisches Leinengewebe ist der karierte Kelsch.
Geschichte
Siehe: Hauptartikel Geschichte des Elsass
Seit dem Sieg der germanischen Franken über die germanischen Alamannen 496 n. Chr. gehörte das linke Rheinufer zwischen Basel und der Pfalz als Herzogtum zum Reich der Franken. In dieser Zeit entstand der Name Elsass, von althochdeutsch ali-saz (Fremdsitz). Straßburg war, spätestens seitdem es 614 Bischofssitz geworden war, die wichtigste Stadt der Region. Die so genannten Straßburger Eide, die Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche anlässlich der fränkischen Reichsteilung 843 zu Straßburg beschworen, sind frühe schriftliche Zeugnisse des Altfranzösischen und des Althochdeutschen. Durch den Vertrag von Mersen kam 870 das Elsass zum
ostfränkischen Reich, dem späteren Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, und wurde Teil des Stammesherzogtums Schwaben. Ursprünglich war das Elsass in zwei Grafschaften, das Nordgau und das Sundgau, geteilt, zerfiel jedoch bald in eine Vielzahl von kleinen Herrschaften, darunter neben Straßburg die zehn Reichsstädte Hagenau, Rosheim, Colmar, Schlettstadt, Weißenburg, Oberehnheim, Mülhausen, Kaisersberg, Türkheim und Münster. Neben den Städten konnten nur der Bischof von Straßburg und die Habsburger als Landgrafen des Sundgau größere Territorien bilden. Als Rudolf von Habsburg zum deutschen König gewählt wurde, war der Sundgau sein bedeutendstes Territorium.
Die französische Expansion in Richtung Rhein setzte im 14. Jahrhundert ein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste Kaiser Ferdinand III. im Westfälischen Frieden 1648 die habsburgischen Besitzungen im Elsass an Frankreich abtreten. 1678 erhielt Frankreich auch noch den Rest des Elsass außer Straßburg und Mülhausen. 1681 wurde Straßburg auf Befehl Ludwig XIV. trotzdem besetzt und musste sich ebenfalls der französischen Herrschaft beugen. Mülhausen gehörte bis 1798 als zugewandter Ort zur Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die französische Herrschaft war für das Elsass insoweit von wirtschaftlicher Hinsicht vorteilhaft, da nun die einheitliche französische Königsherrschaft an die Stelle einer Vielzahl von deutschen Kleinherrschaften trat. Die deutsche Muttersprache der Elsässer wurde in dieser Zeit nicht durch die französische Sprache bedroht. Die Bande zu Deutschland rissen daher nicht ab. Im 18. Jahrhundert studierten Herder und Goethe an der Universität Straßburg, an der nach wie vor auf Deutsch gelehrt werden durfte. Das Französische wurde dagegen insbesondere durch französische Einwanderer in der öffentlichen Verwaltung und als Sprache der städtischen Eliten gesprochen. Nach der französischen Revolution wurde im Zuge der Zentralisierung Frankreichs die Provinz Elsass aufgelöst und die beiden Bezirke Ober- und Unterrhein (Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin) gegründet. Nach dem Sieg über Napoleons Truppen wurde auf dem Wiener Kongress die Abtretung des Elsass an Deutschland erwogen. Da man sich aber nicht einigen konnte, welcher deutscher Staat diese reiche Region erhalten sollte, blieb sie schließlich 1815 bei Frankreich.
Nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-französischen Krieg 1871 wurde das Elsass und ein Teil von Lothringen im Friede von Frankfurt von Frankreich an das neu gegründete Deutsche Kaiserreich abgetreten. Da sich aber die meisten Elsässer an den Status Quo gewöhnt hatten, war die Freude über den Reichsanschluss nicht bei jedem Elsässer vorhanden. Vor allem die französischsprachige Elite (etwa 100.000) verließ danach das Land in Richtung Frankreich. Als Teil des Reichsland Elsaß-Lothringen wurde das Elsass direkt von der reichsdeutschen Zentralregierung verwaltet. 1911 erhielt es den Status eines Reichslandes. In Frankreich, das sich nach wie vor als europäische Großmacht betrachtete, entwickelte sich nach der Kriegsniederlage gegen die deutschen Staaten der Revisionismus. Die Rückgewinnung des Elsass war eines der Hauptziele französischer Außenpolitik gegenüber dem neuen deutschen Kaiserreich im Osten.
Mit der Niederlage im ersten Weltkrieg musste das Deutsche Reich das Reichsland Elsaß-Lothringen 1918 wieder an Frankreich abtreten. Eine Volksabstimmung über die staatliche Zugehörigkeit des Elsass fand trotz massiver Proteste nicht statt. Dagegen wurde die elsässische Region wieder völlig in den zentralistischen französischen Staat eingegliedert und die französische Sprache als alleinige Amts- und Schulsprache eingeführt. Man wollte eine rasche und intensive Angleichung an die Verhältnisse im übrigen Frankreich erzwingen. Als Reichsland Elsaß-Lothringen hatte das Elsass eine minimale politsche Autonomie gegenüber dem Reich besessen; in Frankreich war es dagegen direkt der Zentralregierung unterstellt. Diejenigen elsässischen Politiker, welche sich für eine Autonomie (auch) innerhalb des französischen Staates einsetzten, wurden als Landesverräter verfolgt und zum Teil zum Tode verurteilt. Die deutschen Beamten und die nach 1871 zugezogenen deutschen Bewohner des Elsass mussten das Land verlassen. Im Gegenzug kehrten zahreiche Elsässer zurück, die 1871 für Frankreich optiert hatten.
In der Zwischenkriegszeit verbesserten sich die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland wegen der Kriegsschuldfrage und den französischen Reparationsforderungen nur langsam. Im Vertrag von Locarno (1926) akzeptierte Deutschland aber schliesslich die neue Westgrenze, um einerseits die internationale Isolation zu durchbrechen und andererseits weitere französische Ansprüche in Saarland und Rheinland abzuwehren. Obwohl die Revision der Versailler Verträge eines der Hauptziele der nationalsozialistischen Diktatur war, genoss eine Rückgewinnung des Elsass in der deutschen Propaganda keinen grossen Stellenwert. Dafür war die Aufmerksamkeit von Adolf Hitler zu sehr auf die Gewinnung von "Lebensraum im Osten" ausgerichtet.
Mit Beginn des Frankreich-Feldzuges (1940) besetzte die deutsche Wehrmacht das Elsass, das nach der französischen Niederlage, ohne völkerrechtlich von Frankreich abgetrennt zu werden, einer deutschen Zivilverwaltung unterstellt und dem Gau Baden angeschlossen wurde. Wehrfähige Elsässer wurden als Volksdeutsche auch gegen ihren Willen in die Wehrmacht eingezogen. Zahlreichen Elsässern gelang es trotzdem, sich der französischen Armee und später der Résistance anzuschließen. 1945 wurde das Elsass wieder in Frankreich integriert. Das Elsässer Land wechselte in der Geschichte insgesamt sechs Mal zwischen Deutschland und Frankreich.
1973 wurde die neue Region Elsass (Région Alsace) geschaffen. 1976 erhielt das Elsass zwar seine kulturelle, allerdings keine sprachlich-kulturelle Autonomie. Nach wie vor gilt auch für die alemannischen Elsässer das Französische als alleinige Amts- und Schulsprache und die Zahl der Menschen, die heute noch das Elsässische beherrschen, ist seit Jahren rückläufig.
Das Elsass mit seiner Landeshauptstadt Straßburg ist heute Sitz des EU-Parlamentes und inzwischen zu einer bedeutenden Region in der EU und in Europa geworden. Durch das Schengener Abkommen herrscht an den Staatsgrenzen freie Fahrt.
Städte
Die größten Städte der Region (mehr als 15.000 Einwohner im Jahr 1999) sind:
- Straßburg (frz. Strasbourg) (264.115 Einwohner)
- Mülhausen (frz. Mulhouse) (110.359 Einwohner)
- Colmar (65.136 Einwohner)
- Hagenau (frz. Haguenau) (32.242 Einwohner)
- Schiltigheim (30.841 Einwohner)
- Illkirch-Grafenstaden (frz. Illkirch-Graffenstaden) (23.815 Einwohner)
- Schlettstadt (frz. Sélestat) (17.000 Einwohner)
Verkehr
Straßennetz
Die wichtigste Straßenverbindung im Elsass ist die mautfreie Autobahn A 35, sie ist die Nord-Süd-Verbindung von Lauterbourg (dt. Lauterburg) bis St. Louis (dt. Birsen) bei Basel. Südlich von Straßburg verläuft die A 35 auf einer kurzen Strecke als Nationalstraße, wobei geplant ist, diese Lücke zu schließen.
Die vielbefahrene A 4 führt von Straßburg nach Zabern (frz. Saverne) und weiter bis Paris. Sie ist ab der Mautstelle bei Hochfelden (20 km nordwestlich von Straßburg) mautpflichtig. Die A 36 führt von der deutschen A 5 vom Autobahndreieck Neuenburg aus nach Westen in Richtung Paris/Lyon und wird ab der Mautstelle bei Burnhaupt mautpflichtig.
In den 1970er und 1980er Jahren wurden die Autobahnen in Transitstrecken und in Ausfallstraßen für die großen Ballungsgebiete umgewandelt. Seitdem fließt der Durchgangsverkehr in 2 bis 3 Fahrspuren in 1 km Entfernung um Straßburg und in 1,5 km Entfernung um Mülhausen herum. Die hohe Verkehrsdichte verursacht starke Umweltbelastungen, das gilt vor allem auf der A 35 bei Straßburg mit 170.000 Fahrzeugen pro Tag (Stand: 2002). Auch der starke Stadtverkehr auf der A 36 bei Mülhausen hat regelmäßig Verkehrsbehinderungen zur Folge. Dies konnte nur vorübergehend durch den Ausbau auf drei Fahrspuren pro Richtung vermindert werden.
Um den Nord-Süd-Durchgangsverkehr aufzunehmen und Straßburg zu entlasten, plant man eine neue Autobahntrasse westlich der Stadt. Diese Trasse soll das Autobahndreieck bei Hördt im Norden mit Innenheim im Süden verbinden. Die Eröffnung ist auf Ende 2011 angesetzt. Man erwartet dann ein Verkehrsaufkommen von 41.000 Fahrzeugen pro Tag. Der Nutzen ist jedoch umstritten, nach einigen Schätzungen wird die neue Trasse nur 10% des Verkehrsaufkommens der A 35 bei Straßburg aufnehmen.
Hinzu kommt wegen der Einführung der Lkw-Maut in Deutschland 2005 eine erhebliche Zunahme des zuvor über die deutsche A 5 gefahrenen Lastverkehrs auf die parallel verlaufende und mautfreie elsässische Autobahn. Daher forderte Anfang 2005 Adrien Zeller, der Präsident der Région Alsace, die Ausweitung des deutschen Mautsystems Toll Collect auf die elsässische Strecke.
Eisenbahnnetz
Da die Vogesen nur über die Zaberner Steige, die Burgundische Pforte und einige weniger zugängliche Pässe überwindbar sind, gibt es verschiedene Projekte, das Elsass besser an den Rest Frankreichs anzuschließen:
- Der TGV Ost von Paris nach Straßburg; (im Bau, Fertigstellung gegen 2007)
- Der TGV Rhein-Rhône von Dijon nach Mülhausen (Baubeginn ab 2006)
- Eine Verbindung mit dem deutschen ICE über Kehl
- Die Stadtbahn von Mülhausen, die bereits in Bau ist, und von Straßburg(2011)
Der Vogesentunnel von Sainte-Marie-aux-Mines (Markirch) nach Saint-Dié-des-Vosges (dt. | | |