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Bahasa Indonesia
Die malaiische und indonesische Sprache (Bahasa Melayu dan Indonesia) ist Amtssprache in Malaysia und in Indonesien. Die beiden Sprachversionen gelten als eine Einzelsprache und unterscheiden sich praktisch nur durch ihren Namen:
- Bahasa Melayu ist Amtssprache in Malaysia (hier auch Bahasa Malaysia), Singapur und Brunei. Von etwa 12 Millionen Sprechern auf der malaiischen Halbinsel sprechen es etwa 7,2 Millionen als Erst- und 4,8 Millionen als Zweitsprache. Größere Gruppen von Sprechern findet man außerdem in Myanmar, in Hongkong und in den USA. Bahasa Melayu hat den Language Code ms beziehungsweise may oder msa (nach ISO 639).
- Bahasa Indonesia ist Amtssprache in Indonesien. Es wird von etwa 162 Millionen Menschen gesprochen. Für 21 Millionen, von denen die meisten auf Java leben, ist es Erstsprache. 141 Millionen benutzen es als Zweit- oder Verkehrssprache. Außerhalb Indonesiens wird es unter anderem in Saudi-Arabien, Singapur, den Niederlanden und den USA gesprochen. Bahasa Indonesia hat den Language Code id bzw. ind (nach ISO 639).
Soweit im Folgenden nichts anderes angegeben, gelten die Aussagen für beide Sprachen.
Geschichte
Malaiisch gehört zur westlichen Gruppe des malaiisch-polynesischen Sprachzweigs innerhalb der austronesischen Sprachfamilie.
Malaiisch ist seit dem 1. Jahrhundert nach Christus in dem heute von Malaysia und Indonesien dominierten Inselgebiet die Verständigungs- und Handelssprache, die gegebenenfalls neben der eigenen Sprache gesprochen wird. Die ersten schriftlichen Zeugnisse des Altmalaiischen stammen aus dem 7. Jahrhundert.
Malaiisch erfuhr viele Einflüsse aus Indien, woher Hinduismus und Buddhismus kamen.
In späterer Zeit kamen mit dem Islam arabische Einflüsse hinzu.
Vom 14. Jahrhundert an wurde es hauptsächlich mit arabischen Schriftzeichen geschrieben. Die kolonialen Einflüsse haben zu manchen unterschiedlichen Wörtern geführt. Siehe dazu im folgenden Unterschiede Bahasa Melayu und Bahasa Indonesia.
Aufgrund der mangelnden Sprachpflege während der britischen Kolonialherrschaft war die malaiische Sprache terminologisch verarmt und wurde als stark veraltet angesehen. Nachdem Malaysia 1957 unabhängig geworden war, führte eine staatliche Sprachkommission Tausende von Neologismen ein. Die so erneuerte Sprache wurde wenig später ins Schulwesen integriert. Sie hieß von 1957 bis 1969 Bahasa Kebansaan (Nationalsprache), seit 1969 heißt sie Bahasa Malaysia.
In Indonesien wurde mit der niederländischen Kolonisierung im 19. Jahrhundert die lateinische Schrift eingeführt. Mit der Unabhängigkeitserklärung des Landes 1945 wurde Bahasa Indonesia zur offiziellen Staatssprache erklärt.
1972 wurde ein einheitliches lateinisches Schriftsystem in Malaysia und Indonesien geschaffen. Malaysia hatte bis dahin arabische Schriftzeichen benutzt.
Alte Menschen schreiben in Malaysia heute noch in arabischer Schrift, und man findet noch Schilder mit arabischen Schriftzeichen, aber in malaiischer Sprache.
Unterschiede Bahasa Melayu und Bahasa Indonesia
Die Unterschiede zwischen diesen beiden Sprachen entwickelten sich erst in neuester Zeit. Sie sind ungefähr so beschaffen wie zwischen DDR-Deutsch und West-Deutsch, wo man auch nicht von zwei Sprachen spricht, obwohl es "Broiler" im Westen sowie "Hendl" in der DDR nicht gab und beispielsweise Plastik/Plaste, Team/Kollektiv unterschiedliche Wörter hatten. Genauso lassen sich zwischen den beiden malaiischen Sprachen solche spezifischen Wörter finden - oft bedingt dadurch, dass manche Wörter in Malaysia von den britischen Kolonialherren und in Indonesien von den niederländischen Kolonialherren eingeführt wurden. Bei technischen Fachausdrücken sind die Unterschiede am häufigsten; geradezu berühmt ist die immer zitierte Übersetzung von Auspuff: Auf Indonesisch heißt es knalpot und auf Malaiisch ekzos (vom englischen exhaust).
Dass man trotz der nur geringen Unterschiede von verschiedenen Sprachen spricht, hat damit zu tun, dass es in Indonesien eine Antikolonialbewegung "Ein Volk - ein Land - eine Sprache" gab und man deshalb nach der Unabhängigkeit nicht "Bahasa Melayu" haben wollte. Singapur und Brunei hatten damit kein Problem, zumal dort Bahasa Melayu eine eher untergeordnete Rolle spielt. Ganz generell kommt man in Malaysia, Singapur und Brunei mit Englisch erheblich weiter. In Singapur sprechen mehr Leute Englisch als Malaiisch. Auch in Malaysia sprechen die rund 26% Chinesen lieber Englisch als die Sprache ihrer malaiischen Mitbürger. In Indonesien hingegen ist Englisch weniger verbreitet und Bahasa Indonesia für die meisten bereits eine Fremdsprache, die aber die meisten können, solange man nicht in ganz entlegene Urwaldgegenden geht.
Einführung
Malaiisch/Indonesisch ist eine der am weitesten verbreiteten Sprachen der Erde. Etwa 200 Millionen Menschen sprechen sie - die Mehrzahl davon allerdings nur als Zweitsprache. Malaiisch ist die Sprache der Malaien und die lingua franca in dem Raum, der geografisch von Malaysia und Indonesien bestimmt wird. Malayisch (mit y) beziehungsweise indonesisch sind die Bezeichnungen aufgrund staatlicher Zugehörigkeit.
Daneben gibt es dort Hunderte von Regionalsprachen mit teilweise nur einigen hundert Sprechern.
Malaiisch/Indonesisch ist für Deutschsprechende ausgesprochen einfach zu lernen. Die Aussprache ist unproblematisch, weil fast alles so ausgesprochen wird wie im Deutschen. Wir können also alles ablesen (ausgenommen das j, das wie ein dsch und das c, das wie ein tsch ausgesprochen wird). Weitere Unterschiede in der Aussprache:
- e = der wohl schwierigste Buchstabe, denn manchmal wird e wie das letzte e von Ende gesprochen, oder verschluckt oder auch normal ausgesprochen, entspricht in etwa dem Schwa-Laut
- h = am Wortanfang immer gesprochen, in der Mitte und am Ende nur leicht gehaucht
- k = nicht behaucht, wie in Kind
- kh = wird wie "ch" in lachen gesprochen
- ng = klingt nasaliert wie in Menge
- ngg = wie in Angabe
- r = gerolltes r
- w = wie engl. w in water
- z = wie s in Besen
Grammatik
Es gibt kein grammatisches Geschlecht.
Eine Mehrzahl oder eine Steigerung kann unter anderem durch Verdoppelung ausgedrückt werden:
- orang (Mensch), orang-orang (Menschen) (aber: dua orang (zwei Menschen), tiga orang (drei Menschen))
Tempus
Es gibt außer Präsens und eine Art Futurform keine Zeitformen.
- Ich schreibe gerade einen Brief: Saya sedang menulis surat (wörtlich: Ich gerade schreiben Brief)
- Gestern schrieb ich einen Brief, Gestern habe/hatte ich einen Brief geschrieben: Kemarin saya menulis surat (wörtlich: Gestern ich schreiben Brief)
- Morgen werde ich einen Brief schreiben: Besok saya akan menulis surat (wörtlich: Morgen ich werden Brief schreiben)
- Morgen Mittag habe ich den Brief bereits geschrieben: Besok siang saya sudah menulis surat (wörtlich: Morgen Mittag ich schon schreiben Brief)
Man erkennt, das Verb "menulis" (schreiben) ändert sich in keiner Form. Lediglich durch die Verwendung von Zusatzverben wird der Zusammenhang erkannt.
Passivform
Dieser Brief wurde von mir geschrieben: Surat ini ditulis oleh saya (wörtlich: "Brief dieser geschrieben von ich")
Hier darf "ditulis" nur als Passivform verstanden werden. Sie stellt keine Vergangenheitsform dar.
Besonderheiten: Es werden Prefixe und Postfixe für Verben verwendet.
Beispiel:
Hauptwort: tulis (schreiben)
Sobald dieses aber in einem Satz wie oben genannt verwendet wird, verschwindet das "t" und es wird "men" an das Wort gehangen. (menulis)
Mögliche Formen:
- menulis (Aktivform)
- bertulis
- menuliskan
- ditulis (Passiv)
- ditulisi
- dituliskan
Wortschatz
- Selamat datang! Willkommen!
- Selamat jalan! Auf wiedersehen / Gute Reise! (wörtlich: gute Straße! / guten Weg!)
- Apa khabar/kabar? Wie geht's? (wörtlich Was [sind die] Neuigkeiten?)
- Terima kasih! Danke! (wörtlich Nehmen - Geben)
- Khabar/kabar baik! Es geht gut! (wörtlich "Nachricht gut")
- orang Mensch
- orang hutan [malayisch: Orang Utan] (wörtlich Waldmensch)
- orang Jerman Deutsche(r) ("Mensch deutsch")
- orang asli Eingeborener (wörtlich echter/ursprünglicher Mensch)
- 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10: satu, dua, tiga, empat, lima, enam, tujuh, delapan, sembilan, sepuluh
Besonderheit
Eine nette Besonderheit des gesprochenen Malaiisch/Indonesisch ist die Nachsilbe "-lah", die an den verschiedensten Stellen in den Satz eingeflochten wird und der Rede eine freundliche Note gibt. Das "-lah" wird von Malaysiern und Indonesiern auch dann verwendet, wenn sie Englisch oder eine andere Sprache sprechen. Beispiel: "Cannot-lah...", "Sorry-lah...".
Sprachregulierung
Malaiisch wird reguliert durch:
- Dewan Bahasa dan Pustaka (Hall of Language and Scripture)
Indonesisch wird reguliert durch:
- Pusat Pembinaan dan Pengembangan Bahasa
Literatur
- Harald Haarmann: Kleines Lexikon der Sprachen. Von Albanisch bis Zulu. München: C.H. Beck 2001 ISBN 3-406-47558-2
- Hans Kähler: Grammatik der Bahasa Indonesia. 3., revidierte Auflage. Wiesbaden 1983
Weblinks
- http://www.jot.de/kamus/ - Wörterbuch Deutsch-Indonesisch und umgekehrt
- http://www.kl-post.com.my/index.asp?x=tips/sprachkurs/1 - Einführungssprachkurs Deutsch/Malaiisch der KL-POST
- http://www.answering-islam.de/Main/Bahasa/main.html - Koran auf Malaiisch/Indonesisch
- http://en.wikibooks.org/wiki/Indonesian - Wikibuch zum Indonesisch Lernen (Englisch)
Kategorie:Malayo-Polynesische Sprache
Kategorie:Indonesien
Kategorie:Malaysia
Kategorie:Südostasien
Kategorie:Einzelsprache
ja:マレー語ja:インドネシア語
ms:Bahasa Melayu
ms:Bahasa Indonesia
th:ภาษามาเลย์ th:ภาษาอินโดนีเซีย
AmtsspracheEine Amtssprache ist die Sprache, in der die Behörden (Regierung, Gerichte) eines Staates miteinander und mit der Bevölkerung kommunizieren und mit der sich Bürger und Bewohner an die Verwaltungseinrichtungen wenden können. Ein Land kann gleichzeitig mehrere Amtssprachen haben. Im Gegensatz zur Amtssprache bezeichnet Schulsprache eine Sprache, die im Unterricht an den Schulen eines Landes verwendet wird.
Was wird zur Amtssprache?
Nicht immer spiegeln die Amtssprache(n) die tatsächlichen Muttersprachen der Bewohner eines Landes wider.
In Europa, Asien oder Amerika ist meist die am häufigsten gesprochene Sprache eines Landes auch gleichzeitig dessen Amtssprache; so ist Deutsch die Amtssprache Deutschlands und Portugiesisch die Amtssprache Brasiliens. In Afrika dagegen sind meist Kolonialsprachen Amtssprache, so Französisch in Mali oder Englisch in Sambia. Diese Sprachpolitik begünstigt oft die herrschende Elite, die, im Gegensatz zum "gemeinen" Volk als einzige Klasse die Amtssprache beherrscht.
Nur in wenigen Fällen (Schweiz mit 4 Amtssprachen, Südafrika mit 12) sind alle verbreiteten Sprachen eines Landes auch Amtssprachen. So ist z.B. das in Deutschland mit über 2 Millionen Muttersprachlern (davon fast 1 Million deutscher Nationalität) stark vertretene Türkisch keine Amtssprache genauso wenig wie Elsässisch Amtssprache in Frankreich ist. Diese Tendenz wird mit der Notwendigkeit der nationalen Einheit und dem verwaltungsmäßigen Mehraufwand (Ausbildung aller Beamten und Ausdruck aller Formulare in mehreren Sprachen) begründet, führt aber in der Praxis zu einer sozialen Abwertung der Sprecher von solchen Nicht-Amtssprachen.
Ein Kompromiss ist, dass Minderheitensprachen nur auf regionaler Ebene den Status einer Amtssprache erhalten (so Deutsch in Südtirol, Sorbisch in der Lausitz).
Amtssprachen in einzelnen Ländern
Nicht alle Staaten haben ihre Amtssprache offiziell festgelegt.
USA
In den USA haben zwar manche Bundesstaaten Englisch als Amtssprache festgelegt, die Legislative der Vereinigten Staaten selbst jedoch hat es nie in diesen Status erhoben.
Da aber die Verfassung und sämtliche Gesetze auf Englisch vorliegen, kann es durchaus als offizielle Sprache angesehen werden. (Die oft gehörte Behauptung, Deutsch wäre im 18. Jahrhundert beinahe Amtssprache der USA geworden, ist eine Legende (die sogenannte Muehlenberg-Legende).)
Deutschland
In Deutschland legt § 23 Abs. 1 VwVfG Deutsch als Amtssprache fest. Durch die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen sind Behörden einzelner Bundesländer verpflichtet, auch in den Regionalsprachen Niedersächsisch (umgangssprachlich als Niederdeutsch bezeichnet), Friesisch, Dänisch bzw. Sorbisch zu korrespondieren.
Österreich
In Österreich ist Deutsch als Amtssprache festgelegt.
Die Minderheitensprachen sind im österreichischen Staatsvertrag 1955 und in zahlreichen Verordnungen über die genauen Regionen festgelegt.
Minderheitensprachen als Amtssprachen sind (nach Anzahl der Sprecher geordnet):
- Kroatisch (in Burgenland und Steiermark)
- Slowenisch (in Kärnten)
Weiteres unter Minderheitssprachen in Österreich
Schweiz
In der Schweiz existieren vier Amtssprachen:
- Deutsch
- Französisch
- Italienisch
- Rätoromanisch
Indien
In Indien existieren 17 regionale Amtssprachen (neben den 2 überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch):
- Asamiya
- Bengali
- Gujarati
- Kannada
- Kashmiri
- Konkani
- Malayalam
- Marathi
- Meitei
- Nepali
- Oriya
- Punjabi
- Sanskrit
- Sindhi
- Tamil
- Telugu
- Urdu
Siehe auch
- Liste der Amtssprachen
- Amtssprachen der Europäischen Union
Literatur
- [http://stattweb.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/stattweb.de/ArchivDetail&db=Archiv&Id=176 Anonym (sp): Staat, "Nation" und Sprache. Vierteilige Artikelreihe zur Sprachpolitik in Nationalstaaten und in der Europäischen Union. In: Stattzeitung für Südbaden, Ausgaben 56-59 (2004).]
Weblinks
- http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/vwvfg/__23.html - §23 VwVfG
Kategorie:Sprache
Kategorie:Allgemeines Verwaltungsrecht
ja:公用語
ko:공용어
simple:Official language
zh-min-nan:Koaⁿ-hong gí-giân
Malaysia
Malaysia (Persekutuan Malaysia, Federation of Malaysia, Malaysische Föderation, in Österreich auch Malaysien genannt) liegt in Südostasien.
Geographie
Malaysia besteht aus zwei Teilen, nämlich dem auf der malaiischen Halbinsel gelegenen Westteil und dem auf der Insel Borneo gelegenen Ostteil. Beide sind voneinander durch das Südchinesische Meer getrennt. Westmalaysia grenzt im Norden an Thailand und im Süden befindet sich auf einer vorgelagerten Insel Singapur. Ostmalaysia grenzt südlich an Indonesien und im Norden wird das Sultanat Brunei von Malaysia eingeschlossen. Tanjung Piai, welches sich im südlichen Staat Johor befindet, ist der südlichste Punkt des asiatischen Kontinentes, wenn man die Insel Singapur, die mit dem Kontinent nur durch eine künstliche Brücke verbunden ist, außer Acht lässt. Zwischen der malaiischen Halbinsel und der indonesischen Insel Sumatra befindet sich die Straße von Malakka, welche sowohl eine bedeutende, strategisch wichtige Wasserstraße als auch eine der meistbefahrenen Schiffsrouten darstellt.
Malaysia hat im Westen wie im Osten eine ähnliche Landschaft, die aus Ebenen entlang den Küsten besteht, während im Hinterland Hügel und teilweise sehr hohe Berge dominieren, welche in der Regel sehr dicht bewaldet sind. Die höchste Erhebung Malaysias ist der 4095 m hohe Kinabalu auf der Insel Borneo.
Die größte und wichtigste Stadt Malaysias ist die Hauptstadt Kuala Lumpur, in welcher sich das Parlament, das Handels- und Finanzzentrum des Landes befinden. Die meisten Regierungseinrichtungen haben die Stadt jedoch in Richtung Putrajaya verlassen, welches speziell als neue Verwaltungshauptstadt für Malaysia errichtet wurde. Weitere wichtige Städte sind George Town, Ipoh und Johor Bahru. Siehe auch Liste der Städte in Malaysia.
Das Klima des Landes ist äquatorial und wird von April bis Oktober durch den Südwestmonsun, und von Oktober bis Februar durch den Nordostmonsun gekennzeichnet.
Die vier Klimadiagramme ergeben ein West-Ost-Profil: Kuala Terengganu und Kuala Lumpur auf der Malakka-Halbinsel (West-Malaysia), Sandakan und Kuching auf Borneo (Ost-Malaysia).
Siehe auch: Nationalparks in Malaysia
Bevölkerung
Die Bevölkerung von Malaysia besteht aus einer großen Anzahl von ethnischen Gruppen, wobei die Malaien die Mehrheit stellen und auch die Politik dominieren. Die Verfassung des Landes definiert, dass alle Malaien Moslems sind. Desweiteren stellen die Überseechinesen etwa ein Viertel der Bevölkerung. Die Chinesen spielen eine bedeutende Rolle in Handel und Wirtschaft. Weitere sieben Prozent der Bevölkerung sind indischstämmig. Diese sind Hindus, Moslems, Sikhs, Christen oder Buddhisten. Etwa 85 Prozent der indischstämmigen Bevölkerung Malaysias sind Tamilen, Minderheitengruppen sind die Malayalis, Punjabis and Telugus.
In den Staaten Sarawak und Sabah stellen Ureinwohner, die keine ethnischen Malaien sind, die Hälfte bzw. zwei Drittel der Bevölkerung. Auf der Halbinsel existieren ebenfalls Ureinwohner, jedoch in kleinerer Zahl, sie werden mit dem Sammelbegriff Orang Asli bezeichnet. Diese Ureinwohner gehören zu einer großen Zahl von ethnischen Gruppen, haben aber kulturelle Gemeinsamkeiten. Sie waren bis zum 20. Jahrhundert Anhänger von traditionellen Naturreligionen. Seitdem sind viele zum Christentum oder zum Islam übergetreten. Obwohl die Orang Asli sich hinsichtlich der Kultur von den Malaien unterscheiden, haben viele die malaiische Kultur assimiliert, etwa durch Umzug in die Städte oder durch Heirat.
Nennenswerte Minderheiten stellen die Europäer, Menschen aus dem mittleren Osten, Kambodscha und Vietnam. Die Europäer sind meist Briten und einige Portugiesen, die Malaysia kolonisierten und sich hier ansiedelten. Die meisten Kambodschaner und Vietnamesen kamen als Vietnamkriegsflüchtlinge nach Malaysia.
Die Bevölkerung ist nicht gleichmäßig verteilt, der Großteil (etwa 20 Millionen) lebt auf der malaiischen Halbinsel. Das Wachstum der Bevölkerung ist mit etwa 2,4 Prozent jährlich relativ hoch, und etwa ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Die Urbanisierungsrate liegt bei etwa 58%. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 72 Jahren, die Säuglingssterblichkeit bei etwa 23 pro Tausend.
Einen wichtigen Wendepunkt in der Bevölkerungspolitik Malaysias stellen die Unruhen vom 13. Mai 1969 rund in und um Kuala Lumpur dar. Diese Unruhen wurden damals als Folge der sozioökonomischen Ungleichheiten zwischen den einzelnen ethnischen Gruppen interpretiert. Sie führten dazu, dass die malaiische neue ökonomische Politik eingeführt wurde, um sowohl rassische und wirtschaftliche Ungleichheiten als auch Armut in Malaysia zu eliminieren.
Sprachen
Die Amtssprache Malaysias ist Bahasa Melayu, daneben sind Englisch, Chinesisch (vor allem Kantonesisch, Mandarin, Hokkien, Hakka, Teochew, Hainan, der Fuzhou-Dialekt), Tamil, Telugu, Malayalam und Thai verbreitet. In Ostmalaysia werden verbreitet indigene Sprachen gesprochen, wovon die wichtigsten Iban und Kadazan sind.
In offiziellen Dokumenten wird britisches Englisch verwendet. Durch das Fernsehen hat jedoch das amerikanische Englisch bereits einigen Einfluss genommen. Das Englisch, welches in der Umgangssprache in Malaysia verwendet wird, unterscheidet sich stark vom britischen Englisch und wird deshalb auch als Manglish bezeichnet. Es ähnelt bis auf einige Slang-Ausdrücke stark dem Singlish, das in Singapur gesprochen wird.
Religion
Der Islam, zu dem sich 60 % der Bevölkerung bekennen, ist Staatsreligion. Nach der Verfassung des Landes sind alle ethnischen Malaien von Geburt automatisch Muslime. Ein Abfallen vom Islam wird de facto mit Freiheitsstrafe bestraft. Die Chinesen sind meist Buddhisten (20 %) oder hängen anderen chinesischen Religionen wie Daoismus und Konfuzianismus an (2,6 %). Christen (9 %) gibt es in allen ethnischen Gruppen. Die Inder sind überwiegend Hindus (6 %). Muslime werden gegenüber Angehörigen anderer Religionen bewusst staatlich bevorzugt. Christliche Presse kann nur unter Schwierigkeiten veröffentlicht werden. Der Bau von Kirchen wird nur mit großen Einschränkungen genehmigt.
Im Osten Malaysias gibt es jedoch auch eine Minderheit von christlichen Malayen, die im 16. Jh. von Spaniern christianisiert wurden und ihrer Religion bis heute treu geblieben sind.
Islam
Der Islam ist Staatsreligion. Malaysia ist ein orthodox-islamisch geprägtes Land, obwohl nur etwa 60 % Muslime sind.
40 % gehören vorwiegend dem Buddhismus (24 %), dem Christentum (9 %) oder dem Hinduismus (6 %) an.
52 % sind Malaien, 35 % Chinesen und etwa 10 % Inder.
Hinzu kommen die Orang-Asli, die vorwiegend in West-Malaysia leben.
Auch Araber, Sri Lanker und Indonesier sowie Philippinier die in Malaysia leben.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Malaysias
Die malaiische Halbinsel wurde zu einem großen Handelszentrum in Südostasien, als der Handel zwischen China und Indien zu florieren begann. Damals begann in der Straße von Malakka ein reges Treiben. Die ersten malaiischen Königreiche entstanden von Häfen, die im 10. Jahrhundert gegründet worden waren. Die wichtigsten frühen Königreiche waren Langkasuka und Lembah Bujang in Kedah, sowie Beruas und Gangga Negara in Perak und Pan Pan in Kelantan. Der Islam kam im 14. Jahrhundert in Terengganu an. Im frühen 15. Jahrhundert wurde das Sultanat von Malakka gegründet. Durch seinen Wohlstand zog es das Interesse von Portugal auf sich. Der Hafen wurde dann ein Zentrum der Kolonialisierung durch die Niederländer und die Briten.
Die britische Kronkolonie Straits Settlements wurde im Jahre 1826 gegründet und England gewann schrittweise die Kontrolle über den Rest der Halbinsel. Zu den Straits Settlements gehörten Penang, Singapur und Malakka. Penang war im Jahre 1786 durch Kapitän Francis Light gegründet worden und diente als Militär- und Handelsbasis. In seiner Bedeutung wurde es bald von Singapur überholt, das im Jahre 1819 durch Sir Stamford Raffles gegründet wurde. Malakka war nach dem englisch-niederländischen Vertrag von 1824 endgültig in britischem Besitz. Die Kolonie wurde durch die Britische Ostindien-Kompagnie mit Sitz in Kalkutta regiert, bis deren Sitz 1867 nach London verlegt wurde.
Zur etwa gleichen Zeit wurde die britische Politik gegenüber den malaiischen Staaten immer aggressiver. Innerhalb von wenigen Jahren kamen mehrere malaiische Staaten an der Westküste der Halbinsel unter britische Kontrolle. Auf Betreiben der Händler, die in den Kronkolonien saßen, mischte sich die Regierung in die Angelegenheiten der zinnproduzierenden Staaten ein. Gleichzeitig hatte die britische Kolonialmacht Bürgerkriege und Störungen durch chinesische Geheimgesellschaften zu befrieden. Die Briten führten mit ihrer Militärmacht eine friedliche Lösung herbei, die die Händler bevorzugte. Mit dem Vertrag von Pangkor im Jahre 1874 wurde der Weg frei für die britische Herrschaft. 1896 wurden die vier Sultanate Pahang, Selangor, Perak und Negeri Sembilan zu den Föderierten Malaiischen Staaten zusammengefasst, die dem Kommissar von Singapur unterstanden. Dieser war auch der Gouverneur der Straits Settlements. Dieser Gouverneur wiederum unterstand dem Kolonialamt in London.
Die anderen Staaten der Halbinsel waren zwar nicht direkt London unterstellt, die Sultane hatten aber britische Berater an ihrem Hof. Die vier nördlichen Staaten Perlis, Kedah, Kelantan und Terengganu waren bis 1909 unter der Kontrolle von Thailand. Das Gebiet des heutigen Staates Sabah war eine Kolonie, die ursprünglich dem Sultan von Sulu gehört hatte. Das riesige Waldgebiet von Sarawak war persönlicher Besitz der Familie Brooke. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das heutige Malaysia durch Japan besetzt. In dieser Zeit wuchs die Unterstützung für die Unabhängigkeit des Landes von der europäischen Kolonialmacht. Die englischen Pläne, eine malaiische Union zu gründen, wurden von vielen Malaien abgelehnt. Sie verlangten ein System, welches die Wünsche der Malaien stärker berücksichtigte, Singapur ausschloss und für die Immigranten nur eine Staatsbürgerschaft vorsah. Die Unabhängigkeit wurde im Jahre 1957 erlangt, unter dem Namen Föderation Malaya. Singapur war nicht enthalten.
Am 16. September 1963 wurde eine neue Föderation unter dem Namen Malaysia gegründet, die die Föderation Malaya sowie die britischen Kronkolonien Singapur, Nordborneo (heute Sabah) und Sarawak umfasste. Die frühen Jahre waren durch territoriale Ansprüche der Nachbarn bestimmt, sowie durch das Ausscheiden Singapurs aus der Föderation im Jahre 1965.
Politik
Parteien
Seit 1957 regiert ein von der United Malays National Organisation (kurz UMNO, auf Malaiisch Pertubuhan Kebangsaan Melayu Bersatu) angeführtes Parteienbündnis. Zunächst trug dieses Bündnis den Namen Allianz und bestand aus der malayischen Partei UMNO, der chinesischen MCA und der indischen MIC, womit die drei größten Volksgruppen vertreten waren. Nach Rassenunruhen, die der Parlamentswahl 1969 folgten, wurde das Bündnis erweitert und umbenannt. 1974 folgte die offizielle Parteigründung der Barisan Nasional ("Nationale Front"). Die BN tritt bei Wahlen als geschlossene Partei auf, in ihr Vertreten sind neben den genannten Parteien zehn weitere, vorwiegend mit regionaler Bedeutung. Dadurch gelingt es ihr häufig die Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten zu erlangen und so die Möglichkeit, die Verfassung zu ändern. Einige BN-Mitglieder treten auf Ebene der Bundesstaaten als Konkurrenten auf.
Die Opposition bildet kein einheitliches Bild. Nur bei der Parlamentswahl 1999 trat geschlossen das Wahlbündnis Barisan Alternatif an, was sich nur zwei Jahre später wieder spaltete. Die wichtigsten Oppositionsparteien sind die PAS und die DAP. Die PAS vertritt eine malayisch-islamistische Politik und stellt in einigen Bundesstaaten die Regierung. Die DAP hat ein sozialdemokratisches Programm und wird vorwiegend von chinesisch-stämmigen Malaysiern gewählt. In den 1990er Jahren Zeit spielte die UMNO-Abspaltung Semangat 46 (Geist von 1946, dem Jahr der UMNO-Gründung) eine relevante Rolle als Oppositionspartei. Die neu gegründete Keadilan, ebenfalls eine UMNO-Abspaltung konnte bei den Wahlen 1999 einen Achtungserfolg erringen. Sie wurde von der Frau des entmachteten, sehr beliebten ehemaligen UMNO-Politikers Anwar Ibrahim geführt.
Wahlen
Auf Bundesebene gibt es ein Mehrheitswahlrecht, bei dem nur ein Kandidat je Wahlkreis ins Parlament gewählt wird. Dies ist häufig ein Vorteil für die geschlossene Barisan Nasional, gegenüber der gespaltenen Opposition. Die Größe der Wahlkreise ist zum Teil sehr unterschiedlich, so dass eine Wählerstimme je nach Wahlkreis sehr unterschiedliches Gewicht hat. Die BN (und vorher die Allianz), unter Leitung der UMNO, regiert seit jeher unangefochten, häufig mit einer verfassungsändernden Mehrheit. Bei den Wahlen im März 2004 erhielt die Regierungskoalition über 90 % der Mandate im Parlament.
Staatsform
Malaysia ist eine parlamentarisch-demokratische Wahlmonarchie (konstitutionelle Monarchie). Das repräsentative Staatsoberhaupt ist ein König, der alle fünf Jahre aus den Reihen der Herrscher der 9 Sultanate nach dem Rotationsprinzip ausgewählt wird. Seit dem 12. Dezember 2001 ist dies König Tuanku Syed Sirajuddin.
Der Regierungschef ist seit dem 31. Oktober 2003 Abdullah Ahmad Badawi von der UMNO.
Das Parlament (Dewan Rakyat) besteht zur Zeit aus 218 für fünf Jahre gewählten Abgeordneten. Die Länderversammlung (Dewan Negara) hat 70 Mitgliedern. Die letzten Wahlen fanden am 21. März 2004 statt.
Nationalfeiertag ist der 31. August (Unabhängigkeitstag 1957).
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Malaysias
Staatliche Gliederung: 13 Bundesstaaten (darunter 7 Sultanate) und 3 Bundesterritorien Wilayah Persekutuan auf malaiisch (Kuala Lumpur, der neue Regierungssitz Putrajaya und die Insel Labuan). Die nicht als Sultanate konstituierten Bundesstaaten (Sabah, Sarawak, Penang und Malakka) werden von einem von der Zentralregierung ernannten Gouverneur verwaltet.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Malaysias
:BIP: 79,5 Mrd. Euro (2002)
:BIP/Einw.: 3.403 Euro (2002)
:Beschäftigung: Industrie (37 %), Dienstleistungen (47,8 %), Landwirtschaft (15,2 %)
Malaysia ist ein an Bodenschätzen und Rohstoffen (Zinn, Kautschuk, Palmöl, Erdöl) reiches Land. Zudem beheimatet Malaysia die Automobilhersteller Perodua und Proton sowie den Ölmulti Petronas. Seit Beginn der 1980er Jahre erfolgte eine rasante industrielle Entwicklung, die das Land in die Reihe der aufstrebenden »Schwellenländer« und der asiatischen »Tigerstaaten« aufrücken ließ. Malaysia gilt ökonomisch und politisch als eines der stabilsten Länder Südostasiens, in dem die Konvergenz von Tradition und Moderne, Islam und Kapitalismus propagiert wird. Durch diese Neuausrichtung erfuhr das Land einen grundlegenden Wandel von einem zuvor mehrheitlichen Agrarstaat hin zu einem technisierten und kapitalintensiven Industriestandort mit hohem Entwicklungspotenzial. Die ab 1997 auftretende »Asien-Krise« traf allerdings auch Malaysia, doch hat sich die Wirtschaft inzwischen wieder erholt und verzeichnet ein erneutes Wachstum von etwa 5 bis 6 Prozent. Im Jahr 2001 wurden für 61,2 Mrd. Euro Güter importiert und gleichzeitig im Wert von 76,1 Mrd. Euro Güter exportiert. Die Inflationsrate betrug 2004 ca 1,3%.
Verkehr
Eisenbahn
Malaysia verfügt über mehr als 2400 Kilometer Eisenbahnstrecke, wovon nur 57 in Standardspurweite sind, die restlichen in 1000-Millimeter-Spurweite. Eisenbahnstrecken verlaufen ausschließlich auf der malaiischen Halbinsel, es gibt internationale Anbindungen nach Thailand im Norden und Singapur im Süden. Etwa 207 Kilometer Eisenbahnstrecke sind elektrifiziert. In Kuala Lumpur wurden mit Kuala Lumpur Star Light Rail Transit, Kuala Lumpur Putra Light Rail Transit und Kuala Lumpur Monorail mehrere schienengebundene Verkehrssysteme installiert.
Straßenverkehr
Malaysia verfügt über etwa 50.000 Kilometer Straße, davon etwa 1200 Kilometer Autobahn. So verbindet der North-South Expressway etwa den Nordzipfel von Malaysia an der Grenze zum Thailand mit Johor Bahru an der Grenze zu Singapur im Süden. Während in den Ballungszentren die Straßen vorbildlich ausgebaut sind, findet man abseits der dicht besiedelten Gebiete, speziell in Ostmalaysia, oder an der Ostküste von der malaiischen Halbinsel, zahlreiche Straßen ohne Asphalt. Aufgrund der schlecht ausgebauten Straßen in Westmalaysia sind dort Wasserwege und Schiffsverbindungen besonders bedeutend.
Wasserwege
Wichtige Seehäfen befinden sich in den Städten Tanjong Kidurong, Kota Kinabalu, Kuching, Pasir Gudang, Penang, Port Kelang, Sandakan and Tawau. Daneben verfügt das Land über etwa 7200 Kilometer schiffbarer Wasserwege, wobei sich davon 4000 Kilometer in Ostmalaysia befinden.
Luftverkehr
Malaysia hat, nicht zuletzt wegen seiner Geografie, ein sehr dichtes Netz an Inlandsfluglinien. Die nationale Fluglinien des Landes heißt Malaysia Airlines, daneben ist mit Air Asia die erste Billigfluglinie Südostasiens in Kuala Lumpur beheimatet. Malaysia Airlines bedient zahlreiche Flughäfen innerhalb Malaysias und Südostasiens, bietet aber auch Langstreckenflüge in Richtung Europa und Nordamerika an. Der größte und wichtigste Flughafen des Landes ist der Kuala Lumpur International Airport, er wurde im Jahre 1998 eröffnet.
Bildung
Die Alphabetisierungsrate Malaysias liegt bei etwa 89 Prozent, bei Männern bei etwa bei 92 Prozent, bei Frauen etwa 86 Prozent.
Kultur
Alphabetisierung
- Der Hibiskus ist die Nationalblume von Malaysia.
- Seit 1999 findet in Sepang bei Kuala Lumpur der Große Preis von Malaysia statt.
- Der bekannteste malaysische Zeichner und Karikaturist ist LAT.
Literatur
- [http://www.dierkwalter.de Dierk Walter], Kolonialkrieg, Globalstrategie und Kalter Krieg. Die Emergencies in Malaya und Kenya 1948–1960, in: Zeithistorische Forschungen, Heft 1/2005, auch [http://www.zeithistorische-forschungen.de/portal/alias__zeithistorische-forschungen/lang__de/tabID__40208301/Default.aspx online]
- Renate und Stefan Loose, "Malaysia, Brunei und Singapore", Travel-Handbücher, Du Mont Reiseverlag, 704 Seiten, ISBN 3-7701-6117-3 (sehr ausführlicher und aktueller Reiseführer)
Weblinks
- http://www.talkmalaysia.com/%FCber-malaysia.html
- http://www.malaysia-forum.de
- http://www.malaysiaforum.de
- Menschenrechte in Malaysia - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
Kategorie:Monarchie
Kategorie:Staat
Kategorie:Südostasien
als:Malaysia
ja:マレーシア
ko:말레이시아
ms:Malaysia
simple:Malaysia
th:ประเทศมาเลเซีย
zh-min-nan:Má-lâi-se-a
Indonesien
Die Republik Indonesien (indon. Indonesia) wurde am 17. August 1945 proklamiert und am 27. Dezember 1949 unabhängig. Der Name Indonesien setzt sich aus dem lateinischen Wort indus für Indien und dem griechischen Wort nesos für Insel zusammen.
Geografie
Die äquatoriale Inselkette ist bezüglich Fläche und Einwohnerzahl der größte Staat Südostasiens und der größte Inselstaat sowie mit etwa 240 Millionen Einwohnern die viertgrößte Nation der Welt. Die Landfläche Indonesiens verteilt sich auf 17.508 Inseln (von denen rund 6.000 bewohnt sind). Indonesien erstreckt sich in nord-südlicher Ausdehnung von etwa 6° nördlicher Breite bis 11° südlicher Breite über rund 1.875 km, in west-östlicher Ausdehnung von 95° bis 141° östlicher Länge über mehr als 5.000 km.
Nördlich von Indonesien liegen Malaysia, Singapur, das Südchinesische Meer, die Philippinen und Palau, östlich Papua-Neuguinea, südlich Australien und der Indische Ozean, letzterer liegt auch westlich von Indonesien. Gegen West-Malaysia und Singapur wird Indonesien durch die Straße von Malakka abgegrenzt, gegen die Philippinen durch die Celebes See.
Zu Indonesien gehören die Großen (außer dem Nordteil Borneos) und die Kleinen Sunda-Inseln (außer Timor-Leste) sowie die Molukken, und damit der größte Teil des Indonesischen Archipels, außerdem gehört die Westhälfte Neuguineas (West-Papua, ehemals Irian Jaya) zu Indonesien. Damit liegt Indonesien nicht nur in Asien, sondern hat auch Anteil an Australien.
Die Hauptstadt Jakarta hat etwa 11 Mio. Einwohner und liegt auf der Hauptinsel Java, auf der mehr als die Hälfte der Einwohner des Landes lebt. Flächenmäßig größer als Java sind Kalimantan (Borneo, im Norden liegen Ost-Malaysia und Brunei), Sumatra und Sulawesi. Weitere bekannte Inseln sind das touristisch interessante Bali sowie Komodo, die Heimat des Komodowarans. Durch das umstrittene Projekt Transmigrasi (siehe Literaturhinweis) wurde versucht, das Problem der Bevölkerungskonzentration auf der Insel Java zu lösen, was vor allem auf Borneo und Sulawesi zu schwerwiegenden Zusammenstößen mit der heimischen Bevölkerung führte.
Das Klima Indonesiens ist tropisch mit relativ gleichbleibenden Temperaturen um 27 °C in Meereshöhe. Geringfügige Abweichungen von diesem Wert werden vom Zenitdurchgang der Sonne verursacht. Die Niederschläge werden vor allem durch Monsunwinde hervorgerufen; dabei fallen im westlichen Teil des Archipels ganzjährig hohe Niederschläge, während im östlichen Teil der Südwest-Monsun relativ trocken ist, da die herangeführten Luftmassen aus dem trockenen Australien stammen und dort nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen konnten.
Am 26. Dezember 2004 kam es zu einem der stärksten Seebeben der letzten hundert Jahre vor der Küste Indonesiens (bei Banda Aceh), wodurch viele der angrenzenden und benachbarten Staaten betroffen waren und über 300.000 Menschen ihr Leben verloren.
Indonesien ist vulkanisch geprägt und dadurch sehr gebirgig. Trotz der Bedrohungen durch die häufig noch aktiven Vulkane (zuletzt waren am 8. Juni 2004 der Mount Bromo sowie einen Tag später der Mount Awu ausgebrochen – zwei Tote, fünf Verletzte) sind viele der Inseln, allen voran Java, dicht besiedelt, da die Böden sehr fruchtbar sind und eine intensive landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen.
Flora und Fauna Indonesiens sind tropisch. Quer durch das Land läuft die Wallace-Linie, die biologisch Asien und Australien trennt.
Siehe auch: Liste der Städte in Indonesien
Karte Indonesiens.
Bevölkerung
Sprache
Amtssprache ist Bahasa Indonesia, die zur Gruppe der malaiisch-polynesischen und damit den austronesischen Sprachen gehört. Da jede ethnische Gruppe ihre eigene Sprache besitzt, werden ca. 250 Sprachen und Dialekte gesprochen; hinzu kommen noch etwa 100 Papuasprachen und Dialekte, die in Papua Barat gesprochen werden.
Wegen der Überbevölkerung auf Java siedelt die Regierung seit Jahrzehnten Menschen auf andere Inseln um (siehe auch: Transmigrasi. Familienplanungsprogramm Indonesiens).
Religion
87 % der Indonesier sind Muslime (1998: 88 %), die große Mehrheit davon Sunniten. Mehr als 30 % bezeichen sich als Abangan (das heisst, sind sie nur nominell Muslime, etwa vergleichbar mit den Alewiten in der Türkei). Auf Java stellen die Abangan die Mehrheit. Durch Einwanderung findet man aber in allen Teilen des Landes Abangan.
Mit über 208 Millionen Moslems ist Indonesien der größte islamische Staat (Anzumerken ist jedoch, dass manche Völker in Indonesien aufgrund der Staatsideologie den Islam zwar als ihre offizielle Religion angeben, jedoch Animismus praktizieren.)
Etwa 10 % der Bevölkerung sind Christen. Jedoch beschränken sie sich meistens nur auf einige Gebiete, sie zum Beispiel Nordsulawesi, Nordsumatra (um den Toba-See), Flores, Sumbawa, Westtimor, Papua, Maluku und viele Christen leben auch in Jakarta und anderen Großstädten.
In letzter Zeit werden Christen (und christliche Einrichtungen) in Indonesien immer mehr zum Ziel von islamistischen Angriffen. So werden in Indonesien immer wieder Anschläge auf öffentliche Einrichtungen verübt, Gottesdienste werden durch Randalierer gestört, auch Anti-westliche und Anti-Christliche Demonstrationen sind nicht selten.
Christliche Missionare sind in Indonesien erlaubt; sie arbeiten vornehmlich auf Kalimantan (Borneo), Nusa Tenggara Timur und West Papua (Irian Jaya), wo die meisten Indigénas leben. Die christliche Kirche in Indonesien ist jung, da das Christentum erst im 17. Jahrhundert (durch niederländische und portugiesische Missionare) auf Indonesien Fuß fasste.
Teile von Nordsumatra, Nusa Tenggara Timur, Nordsulawesi und Teile von Maluku sind fast rein christliche Gebiete.
Java und Sumatra blieben lange von der Missionierung ausgeschlossen.
2 % der Bevölkerung sind Hindus (Bali, Lombok) und 1 % Buddhisten (und gehören meist zu der chinesischen Minderheit).
Islam in Indonesien
Der Islam erreichte Indonesien erstmals im 10. Jahrhundert. Um 930 wurde in der Region Aceh das erste Sultanat gegründet. Lange Zeit blieb es dabei. Erst im 15. Jhd breitete sich der Islam durch Indische und Arabische Händler erst in Sumatra aus und erreichte Anfang des 16. Jahrhunderts auch Java. Viele damalige Fürsten - und mit ihnen die Bevölkerung - konvertierten daraufhin zum sunnitischen Islam .
Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Islam auch die übrigen indonesischen Inseln (z.B Sulawesi).
Auf Java wurde der Islam durch die neun Gesandten Gottes, den Wali Songo (Wali= Oberhaupt, Songo= jav. Neun), verbreitet. Obwohl erwiesen ist, daß sie tatsächlich gelebt und auf Java gewirkt haben, dürfte das Meiste der über sie überlieferten Geschichten in das Reich der Sage fallen. Die Wali Songo gründeten überall auf Java Moscheen und islamische Schulen, die Pesantren oder Pondok Pesantren. Diese Wirkungsstätten der Wali sind bis heute das Ziel von jährlichen Pilgerfahrten indonesischer Muslime.
Obwohl die Wali Songo reinen Islam, getreu den Buchstaben des Korans, lehrten, haben sich mit ihrer Duldung auch Traditionen auf Java erhalten, die eigentlich der Lehre des Islam widersprechen. Bestes Beispiel hierfür ist das „Wayang“, das berühmte indonesische Schattenspiel. Eigentlich untersagt der Islam die Nachbildung von Menschen, ob als Zeichnung, Foto oder Skulptur. Für das Wayang haben die Wali offenbar eine Ausnahme gemacht.
Insgesamt kann man sagen, daß es den Wali Songo zu verdanken ist, daß der in Indonesien praktizierte Islam liberaler ist als der in vielen arabischen Ländern. Die Mehrheit der indonesischen Muslime akzeptiert die verschiedenen Religionen und Kulturen in ihrem Land, und es gibt zahlreiche christlich-muslimische Vereine, die sich für eine Verständigung zwischen den beiden Religionen einsetzen.
Viele haben kein Verständnis für islamisch-fundamentalistische Gruppen wie die Jemaah Islamiya. Sie sind auch nur eine kleine Minderheit in Indonesien. Dennoch ist in den letzen Jahrzehnten besonders aber seit Ende der Ära Suhartos eine - wenn auch langsame - Islamisierung zu beobachten. Viele Indonesier nehmen die islamischen Regeln ernster. Dennoch wählen die meisten nach wie vor säkuläre Parteien beziehungsweise solche, die sich auf die Pancasila berufen und nicht auf den Islam).
Besonders in den Slums der Großstädte und allgemein bei der ärmeren Bevölkerung, gewann der Islam seither an Bedeutung. Radikale Prediger konnten sich bisher jedoch nicht durchsetzen, was zum Teil auch mit der javanischen Mentalität zusammenhängt.
Neben den Wali Songo gab es noch einen zehnten Prediger des Islam, Sheikh Siti Jenar. Siti Jenar war ursprünglich ein Schüler der Wali Songo, begann aber, den Islam völlig neu auszulegen und begründete eine eigene Lehre. Nachdem die Wali vergeblich versucht hatten, Siti Jenar zu bekehren, wurde er zum Tode verurteilt und enthauptet. Offiziell gehört Siti Jenar nicht zu den Wali, dennoch sind etwa 30 % der indonesischen Muslime Anhänger seiner Lehre. Diese bezeichnen sich als Abangan.
Die beiden größten moslemischen Organisationen Indonesiens sind die modernistische Nadhlatul Ulama und die traditionelle Muhammadiyah.
Die Nadhlatul Ulama ist mit über 40 Millionen Mitgliedern die größte moslemische Organisation der Welt. Bekanntestes Mitglied ist der frühere Präsident Indonesiens und Mitbegründer der Nadhlatul Ulama, Abdurachman Wahid (Gus Dur).
Durch religiöse Konflikte kamen auf den Molukken mehr als 9.000 Menschen um; die meisten davon waren ambonesische Christen. In Zentral-Sulawesi kamen durch ähnliche Konflikte bisher mehr als
1.000 Menschen ums Leben. Teile von Zentral-Sulawesi (darunter der Poso Bezirk) sind von streng islamisch.
Früher war der Islam in ganz Indonesien ausgesprochen liberal, heute ist er es meist nur noch auf Java und in Teilen von Sumatra.
Demografie von Indonesien
In Indonesien ist ein Vielvölkerstaat mit über 300 verschiedenen Völkern; die
größten sind die Javaner (39 %), die Sundanesen (14 %) ,
Malaien (12 %) und Maduresen (4 %). Danaben gibt es noch die Acehnesen, die Balinesen, die Minagakbau, die Dayak, die
Wewewa, die Alfuren, die Minahasa, die Batak usw.
Daneben gibt es noch Minderheiten von Chinesen (etwa 3 %), Arabern,
Niederländer, sowie Einwanderer aus verschiedenen südostasiatischen Ländern.
Chinesische Minderheit
In Indonesien leben insgesamt etwa 6 Mio. Chinesen, die meisten davon auf der Hauptinsel Java.
Geschichte
bis zum 16. Jahrhundert
Dayak
Den Grundstock der indonesischen Bevölkerung bilden mongolisch-kaukasische Völker, die vor Beginn unserer Zeitrechnung in mehreren Einwanderungswellen ins Land gekommen sind.
- 5. Jahrhundert: Früheste Einflüsse des Buddhismus auf Indonesien.
- ab 7. Jahrhundert: Buddhistisches Königreich von Srivijaya auf Sumatra.
- ab 8. Jahrhundert: Buddhistische Sailendra-Dynastie. Errichtung des Borobudur, des weltweit größten buddhistischen Baudenkmals, auf Java.
- ab Ende des 13. Jahrhunderts : Das letzte große Hinduimperium Majapahit herrschte auf Java und später den umliegenden Inseln.
- ab 15. Jahrhundert: In Indonesien setzt sich der Islam durch. Die damaligen Stammesführer übernahmen diese Religion von arabischen Kaufleuten und konvertierten. Die Bevölkerung tat es ihnen gleich. Der Islam war eine Revolution zum vorherigen System. Im Islam war jeder Mensch gleich. Hinduismus und Buddhismus überleben bis heute nur auf den Inseln Bali (siehe beispielsweise: Besakih) und Lombok, wo sich eine indigene (mehrheitlich aber hinduistisch geprägte) Mischkultur herausbildet hat.
1487 umfuhr der Portugiese Bartolomeo Diaz erstmals das Kap der Guten Hoffnung und fand damit den Seeweg nach Indien. In der Folge stießen die Europäer in den indonesischen Raum vor, um den bislang von Orientalen betriebenen Gewürzhandel zu übernehmen. Nach fast 100-jähriger portugiesischer Dominanz setzten sich um 1600 die Niederländer als Kolonialherren durch.
17. bis 19. Jahrhundert
Als Niederländisch-Indien war Indonesien die erste holländische Kolonie. Mithilfe ihres Rohstoffreichtums erlangte die Kolonialmacht einen großen Wohlstand. Nach der Auflösung der Vereinigten Handelskompanie im Jahre 1799 übernahm der Staat Niederlande die Kolonie. In der Zeit, in der Napoleon I. in den Niederlanden herrschte, waren die niederländischen Kolonien in Südostasien von den Briten besetzt worden. 1816 erhielten die Niederländer die Herrschaft über das indonesische Inselreich zurück, mussten allerdings im Vertrag von London auf Ceylon und das Kapland verzichten).
- 1825–1830: Volksaufstand auf Java gegen die niederländische Kolonialherrschaft. Den Kämpfen fallen über 200.000 Javaner und 8.000 Europäer zum Opfer.
Nach 1816 zogen die Niederländer zunächst, wie vor ihnen die Engländer, eine Pacht von den einheimischen Bauern ein: In jedem Dorf hatte der Vorsteher dafür zu sorgen, dass ein Geldbetrag abgeliefert wurde, der zwei Fünfteln des Wertes der örtlichen Reisernte entsprach. General-Gouverneur Johannes van den Bosch erwirkte, dass um 1830 ein neues System eingeführt wurde, das so genannte cultuurstelsel. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort gewinnbringend verkauft. Dieses System kritisierte der niederländische Schriftsteller und ehemalige Kolonialbeamte Eduard Douwes Dekker in seinem 1860 unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlichten Buch Max Havelaar.
1870 wurde das cultuurstelsel schließlich nach einer Entscheidung im Parlament des niederländischen Mutterlandes abgeschafft. Fortan war es für niederländische Privatleute möglich, Land von den einheimischen Bauern zu pachten, um hierauf Plantagen anzulegen.
Anfang 20. Jahrhundert
- 1908: Die Niederlande dehnen, von Java ausgehend, ihren Machtbereich auf den gesamten indonesischen Archipel aus. Lediglich die Provinz Aceh (Atjeh) im Norden Sumatras vermag zu widerstehen, wird aber nach einem über dreißigjährigen Krieg ebenfalls unterworfen.
- 1912: Mit der Gründung der Sarekat Islam („Islamische Vereinigung“) erwächst der indonesische Nationalismus zu einer Massenbewegung.
- 1926: Die Kommunistische Partei (PKI) ruft zum revolutionären Befreiungskrieg auf. Die Erhebung scheitert an der überlegenen niederländischen Kolonialmacht.
- 1927: Nach der Zerschlagung der PKI übernimmt die von Achmed Sukarno (1901–1970) gegründete Partai Nasional Indonesia den Kampf gegen die Niederländer auf.
Japanische Besatzung
- Februar/März 1942: Im Zweiten Weltkrieg erobert Japan Niederländisch-Indien.
- März 1943: Unter japanischer Besatzung erklärt sich Indonesien (erstmals) als von den Niederlanden unabhängig.
Ende 1941 begannen die Japaner, die indonesischen Inseln zu besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und der Verbesserung ihrer strategischen Position. Von Stützpunkten auf den indonesischen Inseln wurden die australischen Städte Darwin und Broome bombardiert. Im März 1942 kapitulierten die Niederländer. Die fast 350-jährige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vorüber. Die meisten Indonesier begrüßten die Japaner als Befreier vom Joch der Europäer. Die Begeisterung verflog allerdings rasch, als die asiatischen Nachbarn ein Schreckens- und Willkürregime aufbauten. Die Herrschaft der Japaner endete mit deren Kapitulation am 15. August 1945.
Unabhängigkeit und Kampf um den Staatserhalt
Am 17. August 1945 rufen Sukarno und Mohammed Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus (Staatsname: Indonesia). Mit den Grundsätzen der Pancasila gibt sich der Staat eine eigentümliche Verfassung. Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckt sich zunächst auf die Inseln Java, Sumatra und Madura. Die übrigen Inseln werden von den Niederländern gehalten. Erster Präsident der Republik Indonesien wird Achmed Sukarno. Von Juli 1947 bis Dezember 1948 besetzen die Niederländer weite Territorien der aufständischen Republik. Deren Gebietshoheit beschränkt sich nur noch auf Zentraljava und das Hochland von Sumatra.
Die aufständischen Indonesier antworten mit Guerillakrieg. Am 18. Dezember 1948 gelingt es den Niederländern, Sukarno und fast die ganze Regierung zu verhaften. Da die USA bei Ausweitung der Kämpfe eine kommunistische Machtübernahme befürchten, drängen sie die Niederlande zum Nachgeben. Am 25. April 1949 wird die bis 1956 bestehende Niederländisch-Indonesische Union gebildet, am 27. Dezember wird die Unabhängigkeit der Republik Indonesien (neuer Staatsname: Republik Indonesia Serikat) von den Niederlanden anerkannt, der niederländische Teil von Neuguinea West-Papua bleibt jedoch unter niederländischer Verwaltung.
- 17. August 1950: Das seit der Unabhängigkeit föderal strukturierte Indonesien wird in einen Einheitsstaat umgewandelt (neuer Staatsname: Republik Indonesia). Der christliche Teil der Bevölkerung der Molukken proklamiert die unabhängige Republik Maluku Selatan. Der Sezessionsversuch wird von der indonesischen Armee jedoch mit Waffengewalt unterdrückt. Indonesische Truppen besetzen im November die Hauptstadt Ambon und erobern bis 1955 die gesamte Republik Maluku Selatan.
- 15. Februar 1956: Indonesien kündigt die 1949 geschlossene Union mit den Niederlanden.
- 1. Mai 1963: West-Papua (Irian Barat) gerät de facto vollständig unter indonesische Kontrolle.
- 16. September 1963: Die Gründung Malaysias und die Eingliederung von Sabah und Sarawak in die malaysische Föderation führt zu ernsthaften Spannungen mit Indonesien. Bis 1966 kommt es immer wieder zu Kämpfen auf Borneo. Malaysia wird dabei von Großbritannien und Australien mit Truppen unterstützt.
- 30. September 1965: Die zunehmende Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes provoziert einen angeblichen kommunistischen Umsturzversuch. Dieser scheitert an einem Gegenputsch der Armee, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Menschen umgebracht werden, vor allem tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der kommunistischen Partei Indonesiens (PKI). Dies gilt als einer der größten politisch motivierten Massenmorde der jüngeren Geschichte. Die Vorgänge sind bis heute nur unzureichend untersucht, daher sind genaue Angaben zur Zahl der Opfer nicht möglich.
- 1. Januar 1966: Währungsreform: 1000 alte Rupiah = 1 neue Rupiah = 100 neue Sen.
- 11. März 1966: General Hadji Mohamed Suharto ( - 1921) erzwingt von Sukarno die Vollmacht zur Regierungsbildung.
- 12. März 1967: Suharto wird „geschäftsführender Staatspräsident“; Sukarno bleibt nominelles Staatsoberhaupt.
- 27. März 1968: Suharto übernimmt auch formal das Amt des Staatspräsidenten.
- 1969: West-Papua (Irian Barat) wird indonesische Provinz und erhält den Namen „Irian Jaya“.
- 21. Juni 1970: Tod des Staatsgründers Achmad Sukarno.
- 5. August 1973: Anhaltende soziale Spannungen entladen sich in Rassenkonflikten, die sich gegen die chinesische Minderheit richten.
- 28. November 1975: Portugal zieht sich aus seiner Kolonie Ost-Timor zurück. Die „Revolutonäre Front für die Unabhängigkeit von Timor-Leste“ (FRETILIN) ruft die Unabhängigkeit aus (wirksam erst am 20. Mai 2002).
- 2. Dezember 1975 überfallen in den Niederlanden extremistische Mitglieder der 35.000 dort lebenden Ambonesen (Süd-Molukken) einen Zug und am 4. Dezember das indonesische Generalkonsulat in Amsterdam und nehmen Geiseln mit dem Ziel, dass sich die niederländische Regierung für die Ambonesen in Indonesien einsetzt. Vier Geiseln werden erschossen. Die niederländische Regierung bleibt hart, die Ambonesen geben am 19. Dezember auf.
- 7. Dezember 1975: Staatschef Suharto befiehlt die militärische Invasion Osttimors. In den folgenden Wochen werden 60.000 Menschen getötet, 10 % der Bevölkerung.
- 17. Juni 1976: Osttimor wird dem indonesischen Staatsverband eingegliedert. Auf Sumatra wurde die Wiederstandsbewegung ASNLF gegründet.
- 11. November 1981: Die UN-Generalversammlung fordert für Osttimor das Selbstbestimmungsrecht.
- 1998–1999: Nach der Entmachtung von General Suharto übernimmt Bacharuddin Jusuf Habibie ( - 1936), bis dahin Vize-Präsident, das Amt des Staatspräsidenten.
- 19. April 1999 Bombenanschlag auf die mit 600 Gläubigen vollbesetzte Hauptmoschee in Jakarta (3 Verletzte); 20. Oktober: Abdurrahman Wahid ( - 1940) wird erster frei gewählter Staatspräsident.
- 31. Oktober 1999: Die letzten indonesischen Soldaten verlassen Osttimor nachdem sie das Land in Schutt und Asche gelegt haben und eine internationale Friedenstruppe im September in Dili landete.
- 1. August 2000 Eine Bombe explodiert vor der Residenz des philippinischen Botschafters in Jakarta (2 Tote, 23 Verletzte); (13. September) In der Tiefgarage der Börse von Jakarta detoniert eine Autobombe (15 Tote, 27 Verletzte); (24. Dezember) 15 Bombenanschläge auf christliche Kirchen (16 Tote, mehr als 100 Verletzte).
- 1. Januar 2001: Irian Jaya erhält innere Autonomie.
- Juli 2001: Megawati Sukarnoputri ( - 1944), Tochter des Staatsgründers Sukarno, wird neue Staatspräsidentin; (23. September) In einem belebten Einkaufszentrum in Jakarta explodieren zwei Bomben (mehrere Verletzte)
- 20. Mai 2002: Osttimor erhält die Unabhängigkeit (República Democrática de Timor-Leste).
- 12. Oktober 2002: Islamistischer Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali (202 Tote und mehr als 300 Verletzte).
- 18. Mai 2003: Verhängung des Kriegsrechts in der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz Aceh (Atjeh) im äußersten Norden der Insel Sumatra – Großoffensive mit 40.000 Soldaten. Mehr als 1.000 Menschen sterben, 20.000 sind auf der Flucht; (5. August) Ein Selbstmordattentäter sprengt sich vor dem Marriott-Hotel in Jakarta in die Luft (12 Tote, 150 Verletzte).
- 10. Januar 2004: In einem Café auf der Insel Palopo explodiert eine Bombe (vier Tote); Abschaffung der indirekten Wahl des Staatspräsidenten; (5. Juli) Erstmals direkte Präsidentschaftswahlen, bei der kein Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit erreicht; (9. September) ein Bombenanschlag auf die australische Botschaft in Hauptstadt Jakarta forderte 11 Tote und über 150 Verletzte; (20. September) Der Herausforderer und frühere General Susilo Bambang Yudhoyono siegt in der Stichwahl gegen die bisherige Amtsinhaberin Megawati Sukarnoputri.
- 26. Dezember 2004: Bei einem Seebeben westlich vor der Insel Sumatra werden (neben zehntausenden Menschen in anderen Ländern) auch über 200.000 Einwohner Indonesiens getötet (Stand: Mitte März 2005).
- 1. Oktober 2005: Erneut Terroranschlag auf Bali: Im Abstand weniger Minuten explodieren gegen 19 Uhr Ortszeit 3 Bomben in Jimbaran und Kuta. Bei den Explosionen kommen 23 Menschen ums Leben, einschließlich dreier Selbstmordattentäter.
Politik
Die ehemalige niederländische Kolonie ist heute eine Präsidialrepublik. Die Verfassung von 1945 sieht die Gewaltenteilung vor. Nach dem Sturz Suhartos 1998 wurden umfangreiche Reformen umgesetzt. Das Einkammerparlament (Abgeordnetenhaus) hat 500 auf fünf Jahre gewählte Abgeordnete (bis 2004 waren 38 davon vom Präsidenten ernannte Militärs). Die beratende Volksversammlung, die früher den Präsidenten wählte und übergreifende politische Themen berät, besteht aus dem Abgeordnetenhaus, 135 Vertretern der Provinzen sowie 65 Vertretern von Standesorganisationen und kommt damit auf 700 Mitglieder.
Seit 2004 ist der Majelis Permusyawaratan Rakyat (MPR) ein Zweikammerparlament. Dieses hoechste Legislativorgan besteht aus den 550 DPR (Dewan Perwakilan Rakyat) Abgeordneten und 128 Regionalvertretern (DPD). Der DPD (Dewan Perwakilan Daerah) ist somit eine im Rahmen der Dezentralisierungspolitik neu geschaffene 2. Kammer.
Präsident
Seit 2004 wird der Präsident direkt vom Volk gewählt.
Erster direkt gewählter Präsident wurde der frühere General Susilo Bambang Yudhoyono. Der ehemalige Sicherheitsminister erhielt bei der Stichwahl am 20. September 2004 fast 61 Prozent der Stimmen. Er löst damit die bisherige Staatschefin Megawati Sukarnoputri ab, die nur auf gut 39 Prozent kam. Schon beim ersten Wahlgang am 5. Juli 2004 hatte der Ex-General die meisten Stimmen erzielt, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Deshalb war eine Stichwahl gegen die zweitplatzierte Megawati nötig geworden. Die Tochter von Republikgründer Sukarno war im Sommer 2001 an die Staatsspitze gerückt, nachdem ihr Vorgänger Abdurrahman Wahid aus dem Amt gedrängt worden war.
Parteien
Indonesien hat ein Mehrparteiensystem mit einer großen Anzahl von Parteien. Vorherrschende Partei unter Suharto war Golkar. Ihr Einfluss ist weiterhin groß, aber nicht mehr dominant. Der derzeitige Präsident Yudhoyono kandidierte bei der Präsidentschaftswahl 2004 für die neu gegründete Demokratische Partei, seine Vorgängerin und Kontrahentin Megawati für die PDI-P.
Islam
Die weit überwiegende Mehrheit der Muslime in Indonesien grenzt sich deutlich von den Terroristen ab. Der Islam in Indonesien ist im internationalen Vergleich ausgesprochen liberal. Es bestehen beträchtliche Freiräume für reformislamische Diskurse. International angesehene Intellektuelle wie der ehemalige Staatspräsident Abdurrahman Wahid oder Nurcholish Majid, der eine Zeit lang als Präsidentschaftskandidat im Gespräch war, stehen repräsentativ für einen toleranten und aufgeklärten Islam. Terroranschläge islamistischer Gruppen, etwa gegen Touristenziele auf Bali in den Jahren 2002 und 2005 werden von der großen Mehrheit der Bevölkerung verurteilt.
Obwohl das größte islamische Land der Welt seit langem als Brutstätte von Terrornetzwerken gilt, begegnete die indonesische Regierung dieser Gefahr bislang eher halbherzig. Die Kritik aus den ASEAN-Nachbarländern sowie aus den USA und Australien, vor allem aber die sich langsam durchsetzende Erkenntnis nach dem Anschlag von Bali 2002, dass man es im eigenen Land mit Terroristen zu tun hat, veranlassten die Regierung und einige Fraktionen im Militär und der Polizei, entschlossener gegen die islamistischen Milizen vorzugehen und sich daranzumachen, in einer groß angelegten Ermittlungs- und Strafverfolgungsaktion das Netzwerk der Jemaah Islamiyah zu zerschlagen. Außerdem wurden ein Geldwäsche- und ein weit gefasstes Antiterrorgesetz verabschiedet.
Armut
Über 30 % der insgesamt 241 Mio. Indonesier leben in Armut, 9 % davon in extremer Armut. Besonders in Großstädten wie Jakarta gibt es ausgedehnte Slums. Auf Java gibt es etwa 1,7 Mio. Straßenkinder.
Zahlreiche Slums in denen viele Menschen unter erbärmlichen Bedingungen leben müssen, sind Zentren von radikalen Islamisten die ein Teil der dortigen Bevölkerung für ihre Ideen gewinnen konnten, was sich hin und wieder in anti-amerikanischen Demostrationen
äußert.
Straßenkinder (vornehmlich Jungen) werden häufig von Radikalislamistischen Gruppen aufgegriffen und landen in (illegalen) Schulen.
Administrative Gliederung
Siehe: Administrative Gliederung Indonesiens.
Indonesien ist derzeit in 33 Provinzen unterteilt, darunter zwei (Aceh und Jogjakarta) Sonderregionen und die Stadt Jakarta als Hauptstadtdistrikt. Die jüngste Provinz, Sulawesi Barat wurde erst im Oktober 2004 errichtet und die indonesische Regierung plant die Gründung weiterer Provinzen.
Wirtschaft
Indonesien Wirtschaft basiert auf dem Prinzip der Marktwirtschaft, wird an vielen Stellen aber von der Regierung beeinflusst. Einige große Unternehmen sind in Staatsbesitz. 1997/1998 erschütterte eine Wirtschaftskrise verschiedene Staaten in Ost- und Südostasien, wovon auch Indonesien stark betroffen war (Asienkrise). Derzeit ist die indonesische Wirtschaft aber einigermaßen stabil und hat eine Wachstumsrate von etwa 5 Prozent. Die indonesische Währung ist die Rupiah.
Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2004 3.500 USD pro Kopf [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/id.html#Econ], jedoch lebt ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Fast die Hälfte der Beschäftigten ist in der Landwirtschaft tätig. Einige Exportprodukte sind Holzprodukte, Agrarprodukte (Reis, Erdnüsse, Kakao, Kaffee, Palmöl, Fleisch), Textilien und Mineralien. Außerdem gibt es einige attraktive Ziele für den Tourismus, etwa auf Bali oder Flores.
Indonesien ist Mitglied in der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), ist aber mittlerweile zu einem Netto-Importeur von Erdöl geworden, da die eigenen Vorkommen fast erschöpft sind. Weitere Mitgliedschaften: Internationaler Währungsfond, Welthandelsorganisation, ASEAN.
Kultur
Die Nationalhymne Indonesia Raya wurde von Wage Rudolf Soepratman komponiert. Typische indonesische Musikinstrumente sind das Gamelan und Angklung. Ein traditioneller Zeitvertreib ist das indonesische Schattenspiel Wayang.
Die Indonesische Kultur (Musik, Literatur, Malerei) wurde im 9. und 10. Jahrhundert zuerst vom Buddhismus, und ab dem 13. Jhd zunehmend vom Hinduismus geprägt.
Eine weitere hochentwickelte Kunst ist die Batik, die in Indonesien seit Jahrhunderten beheimatet ist. In aufwendiger Technik werden reiche Muster mit Blumen und Vogelmotiven, Spiralen und phantasievoller Struktur entwickelt. Heute ist die Batik ein Exportprodukt Indonesiens.
Reis ist ein Grundnahrungsmittel, das bis zu dreimal am Tag gegessen wird. Überall durchziehen Reisterrassen das Land. Viele Mythen erzählen, daß der Reis ein Geschenk des Himmels ist.
Umwelt
Der Regenwald Indonesiens gilt als der artenreichste weltweit. Dennoch werden die Regenwälder Indonesiens so schnell vernichtet wie in keinem anderen Land der Welt. Etwa 88 % des Holzes stammen aus illegalem Einschlag. Dieser dramatische Trend spiegelt sich auch im Zustand des Artenbestandes wider: Indonesien hat derzeit die längste Liste an vom Aussterben bedrohten Arten.
Die Holzwirtschaft ist nur für einen Teil der Urwaldzerstörung verantwortlich. Große Flächen werden gerodet und/oder abgebrannt, um Bodenschätze zu gewinnen oder um Agrarwirtschaft zu betreiben, vor allem Papier- oder Ölpalmen-Plantagen. Beim Abbrennen der Wälder, insbesondere in Gebieten mit viel Torf, entsteht starker Rauch der sich zeitweise auch auf die Nachbarländer Malaysia, Singapur und Brunei erstreckt und gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichtet und zu politischen Konflikten führt. Besonders stark und monatelang anhaltend war der Rauch in den Jahren 1983/84, 1997/98 und 2005.
Die Humusschicht der gerodeten Flächen ist jedoch zu dünn, als dass sie langfristig agrarwirtschaftlich genutzt werden könnte. So wird auf dem ehemaligen artenreichen Regenwaldboden nur einige Jahre angebaut, bevor er nutzlos und ausgelaugt brachliegt. Meist siedelt sich dort dann das hartnäckige Elefantengras an, das das Areal in eine ökologische Wüste verwandelt. Den Bauern bleibt keine andere Möglichkeit, als Regenwald für neue Anbauflächen zu roden.
Siehe auch
- Portal:Indonesien
Literatur
- GEO Magazin, 6/86: Der Millionen-Umzug im Wettlauf mit der Zeit (zum Transmigrasi-Problem)
Weblinks
- [http://www.indonesia-berlin.de/mixed/govermentlink.htm Indonesische Botschaft in Berlin] – Links zu indonesischen Regierungsstellen (englisch)
- [http://www.aseannewsnetwork.com/indonesia.html Asean News Network] (englisch, indonesisch)
- [http://www.deutschebotschaft-jakarta.or.id/de Deutsche Botschaft in Jakarta]
- [http://mandela.inwent.org/v-ez/lis/indones Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung]
- [http://home.snafu.de/watchin Watch Indonesia!]
- [http://users.powernet.co.uk/mkmarina Website by Peter Loud] (Kartenmaterial) (englisch)
- [http://www.uni-muenster.de/HausDerNiederlande/Zentrum/Projekte/Schulprojekt/Lernen/Kolonialzeit/zeitleiste.html Haus der Niederlande] – Die niederländische Kolonialzeit
- [http://nikswieweg.colibri-reisen.de/reisen/indones/indones.htm Klaus Polak: umfangreiche Reiseberichte aus dem Inselstaat, Biodiversität, Kultur]
- [http://www.fotos.indonesia-forum.de Indonesien-Fotos] (Bali, Java, Flores, Sulawesi, etc.)
- [http://www.sunda-islands.com/lexikon.php Umfangreiches Indonesien-Lexikon]
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EinzelspracheEine Einzelsprache ist eine menschliche Sprache, die ihren Sprechern ein vollständiges und abgeschlossenes Zeichensystem zur Kommunikation untereinander bietet. Beispiele für Einzelsprachen sind Deutsch, Japanisch (als Ethnosprachen) oder Esperanto (als Plansprache). Oft ist "Einzelsprache" ein Synonym für Abstandsprache.
Eine Einzelsprache unterscheidet sich von bloßen Fach- und Gruppensprachen durch die Vollständigkeit; mit den Wörtern und Regeln einer Einzelsprache können sich Sprecher in allen Kommunikationssituationen verständigen. Fach- und Gruppensprachen dagegen ergänzen oder modifizieren Teile einer Einzelsprache. Sie bauen auf dem Grundgerüst der Einzelsprache auf; würden aber auf sich gestellt keine Kommunikation ermöglichen (so braucht auch die Fachsprache des Rechts Verben wie sein aus dem "normalen" Deutschen).
Einzelsprachen untereinander unterscheidet man durch das Kriterium des Nicht-Verstehens. Sprecher A und Sprecher B haben jeweils eine Muttersprache und sprechen nur diese. Wenn A zu B in seiner Sprache spricht, und B das Gesagte nicht versteht, dann sind die beiden Muttersprachen jeweils unabhängige Einzelsprachen. Es gibt allerdings sowohl Varietäten von Einzelsprachen, bei denen die gegenseitige Verständlichkeit mit anderen Sprechern derselben Einzelsprache nicht gegeben ist (beispielsweise Walliserdeutsch und Standarddeutsch), als auch unterschiedliche Einzelsprachen, bei denen die gegenseitige Verständlichkeit sehr wohl gegeben ist (beispielsweise Schwedisch und Norwegisch).
Einzelsprache oder Dialekt?
Die unscharfe Definition, ab wann man sich versteht, macht die Abgrenzung zwischen echten Einzelsprachen einerseits und Dialekten andererseits oft zu einer politisch (oder soziologisch) motivierten ideologischen Entscheidung, die oft sogar bewusst linguistische Fakten ignoriert. Genau aus diesen Gründen sind die nachfolgenden Beispiele umstritten:
Dialekte, die als Einzelsprachen gelten
Vom Verstehenskriterium her werden diese Sprachen linguistisch allgemein als Dialekte klassifiziert, aber politisch gelten sie als eigene Sprachen. Die Motivation ist in allen Fällen die politische Abgrenzung von der Hauptsprechergruppe, die in einem anderen Staat lebt. Daher findet man solche Fälle auch ausschließlich in Europa und Asien, den zwei Kontinenten, in denen vor allem einheimische Sprachen und nicht Kolonialsprachen Amtssprachen sind.
Der politische Prozess hinter der gewaltsamen Klassifizierung eines Dialekts als Einzelsprache wird im Kapitel Moldawisch gut erklärt; siehe auch Serbokroatisch oder Indonesisch illustriert.
Teilweise wird die Abgrenzung durch die Verwendung einer anderen Schrift gefördert. Sprachwissenschaftlich ist eine Einzelsprache dadurch definiert, dass sie einen schriftsprachlichen allgemeinen Standard besitzt, der im öffentlichen und privaten Bereich das allgemeine schriftsprachliche Mittel darstellt.
Europa
- Luxemburgisch, Elsässisch = Dialekte von Deutsch
- Jenisch = der deutschen Sprache wissenschaftlich zugeordnete Mischsprache der Jenischen
- Norwegisch (Bokmål) = Dialekt von Dänisch (oder umgekehrt)
- Färöisch = Dialekt von Isländisch (oder umgekehrt)
- Mazedonisch = Dialekt von Bulgarisch
- Moldawisch = Dialekt von Rumänisch (unterschiedliche Schrift bis 1989)
- Galizisch (in Spanien) = Dialekt von Portugiesisch
- Valencianisch = Dialekt von Katalanisch
- Serbisch, Kroatisch, Bosnisch = Dialekte von Serbokroatisch (teils unterschiedliche Schrift)
Asien
- Aseri (Aserbaidschan), Turkmenisch, Kasachisch, Kirgisisch, Usbekisch = Dialekt von Türkisch (außer Kirgisistan und Kasachstan haben alle Turkstaaten das neue türkische Alphabet übernommen)
- Urdu (Pakistan) = Dialekt von Hindi (Indien) (oder umgekehrt; zusammen auch als Hindustani bezeichnet) (unterschiedliche Schrift)
- Dari (eine der zwei Hauptsprachen in Afghanistan) = Dialekt von Persisch
- Lao = Dialekt von Thai (oder umgekehrt) (unterschiedliche Schrift)
- Indonesisch = Dialekt von Malaiisch
Einzelsprachen, die als Dialekte gelten
Die Sprecher können sich untereinander nicht verstehen, aber die Zugehörigkeit zu einem gemeinsamen Staat führt dazu, dass die Regierung die Einzelsprachen "gewaltsam" als Dialekte einer gemeinsamen Staatssprache oder als Dialekt der Sprache der herrschenden Volksgruppe deklariert.
- Mandarin, Kantonesisch, Wu (und weitere Sprachen) vs. Chinesisch (Verständigung über einheitliche Schriftsprache)
- Arabisch: Gemeinsame Zugehörigkeit zum Islam und gemeinsame Schriftsprache verbindet untereinander unverständliche "Dialekte" (siehe Artikel für Details)
Verstehensgemeinschaften von Einzelsprachen
Viele Sprachen sind sehr nahe verwandt. Hier kann man zwischen Verstehen und Nicht-Verstehen eine weitere Stufe einschieben: Man versteht sich nicht auf Anhieb, aber man kann sich an die andere Sprache "gewöhnen", ohne explizit Grammatik und Wortschatz lernen zu müssen. In typischen Kommunikationssituationen sprechen Sprecher solcher Sprachen normalerweise jeweils ihre eigene Sprache untereinander. Bei sehr häufigem Kontakt kann eine neue Mischsprache entstehen.
- Deutsch, Niederländisch, Afrikaans
- Dänisch, Norwegisch, Schwedisch
- Weißrussisch und Polnisch
- Weißrussisch, Ukrainisch und Russisch
- südslawische Sprachen (beispielsweise Serbokroatisch, Bulgarisch)
- westslawische Sprachen (vor allem Tschechisch und Slowakisch)
- iberische Sprachen (Spanisch, Portugiesisch, Katalanisch), Italienisch, Portuñol (Mischsprache zwischen Spanisch und Portugiesisch).
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Für eine Liste von Einzelsprachen siehe: :Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Sprache
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ja:個別言語
Singapur
Die Republik Singapur (malaiisch Republik Singapura, chin. 新加坡/新嘉坡 Xīnjiāpō, tamilisch: சிங்கப்பூர் குடியரசு) ist ein Inselstaat in Südostasien.
Namensherkunft
Der Name "Singapur" enstammt dem Sanskrit und setzt sich zusammen aus Singha ("Löwe") und Pura ("Stadt"), bedeutet also Löwenstadt.
Bei der Besiedlung im 7./8. Jahrhundert bekam das damalige Fürstentum zunächst den Namen Temasek ("Stadt am Meer"). Die Legende berichtet, dass dieses jedoch bald in "Löwenstadt" umbenannt wurde. Anlass dafür soll eine Erscheinung in Form eines löwenähnlichen Meeresungeheuers gewesen sein. "Merlion", das Wahrzeichen des Stadtstaates, hat hier seine Ursprünge.
Die mehrheitlich chinesisch-stämmige Bevölkerung nennt die Stadt jedoch Xīnjiāpō, was keine tiefe Bedeutung hat, sondern eine einfache Umschreibung des malaiischen Namens ist.
Geographie
SüdostasienDer kleine Staat Singapur liegt jenseits der schmalen Johorstraße unmittelbar vor dem Südende der Hinterindischen und der Malaiischen Halbinsel, auch Malakka-Halbinsel genannt. Dort befindet er sich zwischen Malaysia im Norden und Indonesien im Süden auf einer recht großen
Hauptinsel, 3 größeren und etwa 50 kleinen Inseln.
Die Stadt Singapur, die den Großteil des Inselstaats einnimmt, liegt bei den Koordinaten auf einer Insel, die im Norden durch eine Brücke mit der Stadt Johor Bahru und im Westen durch den Ayer Rajah Expressway mit dem Festland (Malaysia) verbunden ist. Die höchste Erhebung des Inselstaats ist mit 163.8 m der Timah im Reservat Bukit Timah.
Das Klima ist feucht-tropisch. Die Temperatur beträgt fast das ganze Jahr über etwas über 30 Grad Celsius, es regnet fast täglich. In den Monaten Oktober bis Februar, bedingt durch den Monsun, sind die Temperaturen nur etwas niedriger als im restlichen Jahr, bei stärkeren Niederschlägen.
Geschichte
Die ersten Aufzeichnungen Singapurs stammen aus chinesischen Texten des 3. Jahrhunderts. Die Insel diente als Außenposten des auf Sumatra beheimateten Srivijaya-Reiches. Ursprünglich trug Singapur den javanischen Namen Temasek.
Nachdem Temasek anfangs zu einer bedeutenden Handelsstadt aufstieg, verlor es bald wieder an Bedeutung. So kommt es, dass außer ein paar archäologischen Spuren kaum mehr etwas aus jener Zeit erhalten ist.
archäologischen, erbaut am (vermuteten) Landungspunkt. Raffles wird als Gründer des modernen Singapur anerkannt.]]
1819 gründete Sir Thomas Stamford Raffles, Agent der britischen Ostindischen Handelskompanie, am alten Handelssitz Singapur ("Stadt des Löwen") die erste Niederlassung. Die Insel war zuvor nur von 20 malaiischen Fischerfamilien bevölkert und eine Zufluchtstelle für Seeräuber.
1824 hatte die Kompanie die gesamte Insel vereinnahmt, die sie dem Sultan von Johor für 60.000 Dollar und eine Jahresrente von 24.000 Dollar abkaufte.
1867 wurde Singapur im Rahmen weiterer territorialer Expansionen zur britischen Kronkolonie. Bald wuchs die Bedeutung von Singapur als Umschlaghafen aufgrund seiner geographischen Lage entlang der verkehrsträchtigen Schifffahrtswege zwischen China und Europa. Die Einwohnerzahl ganz Singapurs im Jahr 1881 betrug 172.993. 1881
Im Zweiten Weltkrieg marschierten Japans Truppen in Malaysia ein und umzingelten die Insel. Die schlecht vorbereiteten britischen Soldaten wurden trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit von den Japanern geschlagen und kapitulierten im Februar 1942. Die Japaner benannten Singapur in Folge in Syonan-to („Licht des Südens“) um und hielten es bis zur japanischen Kapitulation im September 1945.
1945 wurde Singapur an die Briten zurückgegeben, und 1959 wurde Singapur eine selbstregierte Kronkolonie, welche nach den von der People's Action Party (PAP) gewonnenen Wahlen in 1959 von Lee Kuan Yew als erstem Premierminister regiert wurde.
Nach einem landesweiten Referendum 1962 wurde Singapur in eine Föderation mit Malaysia, Sabah und Sarawak entlassen und somit am 1. September 1963 von Großbritannien unabhängig.
Großbritannien nahm.]]
Nach heftigen ideologischen Konflikten zwischen der von der PAP gestellten Regierung und der Föderationsregierung in Kuala Lumpur wurde Singapur am 7. August 1965 aus der Föderation ausgeschlossen. Zwei Tage später, am 9. August 1965, wurde Singapurs Souveränität als erstes von Malaysia anerkannt. Seither ist dies der Nationalfeiertag.
Die junge Nation musste um ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit kämpfen und sah sich mit Problemen wie Massenarbeitslosigkeit, Knappheit an Wohnraum, Ackerland und an Rohstoffen (z. B. Öl) konfrontiert.
Während Lee Kuan Yews Amtszeit als Premierminister von 1959 bis 1990 wurde erfolgreich
die Massenarbeitslosigkeit bekämpft, der Lebensstandard erhöht und Singapurs Wirtschaftskraft gestärkt. Als einer der vier Tigerstaaten schaffte Singapur innerhalb einer Generation den Sprung vom Entwicklungsland hin zu einer Industrienation.
Am 26. November 1990 übernahm Goh Chok Tong das Amt des Premierministers. Unter seiner Regierung war das Land mit neuen Problemen beschäftigt: 1997 kam ein wirtschaftlicher Einbruch mit der Südostasienkrise, 2003 dämpfte SARS die wirtschaftliche Entwicklung, hinzu kam die terroristische Bedrohung durch die Jemaah Islamiah (JI).
Am 12. August 2004 wurde Lee Hsien Loong, der älteste Sohn von Lee Kuan Yew, in dem nach wie vor von der PAP dominierten Parlament zum dritten Premierminister Singapurs gewählt.
Bis heute gibt es Streitigkeiten mit Malaysia, darunter:
- Streit über die Wasserversorgung und die Verrechnung der entstandenen Kosten. Wasser wird von Malaysia geliefert und von Singapur aufbereitet. Durch geschickte Verhandlungen hat Singapur das aufbereitete Wasser für einen höheren Preis an Malaysia verkaufen können, als es selbst für das Frischwasser an Malaysia zahlen musste. Singapur ist auf Wasserimporte dringend angewiesen.
- Streit über den Besitz der Insel Pedra Branca (portugiesisch)/Pulau Batu Putih (malaiischer Name), sowie den Inseln Middle Rocks und South Ledge. Eine Klärung vor dem Internationalen Gerichtshof wird angestrebt.
- (Grenz-)Streitigkeiten über Singapurs Landgewinnung, Brückenbau und Seegrenzen.
Politik
Singapur ist eine parlamentarische Republik nach dem Westminster-System ähnlich Großbritannien. Das Staatsoberhaupt ist der Präsident, der mit Veto-Rechten in einigen Schlüsselbereichen ausgestattet ist und die obersten Richter benennt.
Großbritannien
Die Legislative ist das Parlament, und die Exekutive wird durch das Kabinett gebildet, welches vom Premierminister als Regierungsoberhaupt geleitet wird.
Die Politik Singapurs wurde seit der Unabhängigkeit 1965 von der People's Action Party (PAP) dominiert. Von Kritikern wird Singapur daher teils auch als Einparteienstaat eingeordnet, und der PAP werden teilweise rigide Handlungen gegen die Oppostitionsparteien vorgeworfen. Dabei soll die PAP teils manipulierend einwirken oder durch zivilrechtliche Klagen (Verleumdung) unliebsame Gegner aus dem Weg schaffen. Auch das strikte Mehrheitswahlrecht trägt zur dominanten Stellung der PAP bei.
Ebenso behaupten Kritiker, dass Singapurs Gerichte auf Seiten der Regierung stehen würden, auch wenn einige Verfahren von der Opposition gewonnen wurden. Westliche Demokratien betrachten Singapurs Regierungsform daher manchmal dem Autoritarismus näher als einer Demokratie im westlichen Sinne.
Trotz dieser Vorwürfe hat Singapur das, was viele eine sehr erfolgreiche und transparente Marktwirtschaft nennen. Die Politik der PAP beinhaltet sozialistische Aspekte, wie z. B. ein großangelegtes öffentliches Wohnraumprogramm, und eine Dominanz staatlicher Unternehmen in der lokalen Wirtschaft. Die PAP wies westliche demokratische Werte durchgehend zurück. Der frühere Premierminister Lee Kuan Yew zitierte in diesem Zusammenhang die Inkompatibilitäten westlicher Demokratien mit "asiatischen Werten". In jüngerer Vergangenheit lockerte die PAP einige Teile ihrer gesellschaftlich konservativen Politik und unterstützt unternehmerische Einstellungen.
Das Zusammenspiel aus konfuzianisch orientierter, staatlich-öffentlich kommunizierter Eth | | |