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BahnDas Wort Bahn (von mhd. bane, ev. von gotisch banja, Schlag, Wunde, Schneise im Wald) bezeichnet im Allgemeinen die fest vorgegebene Wegstrecke, die ein Objekt (Gegenstand) durchläuft oder durchfährt.
Im Detail wird die Bezeichnung Bahn mit folgenden Bedeutungen verwendet:
#Strecke, die von einem Körper in einer vorgeschriebenen Richtung durchmessen wird oder Linie, die ein Körper im Raum durchläuft: siehe Flugbahn und Satellitenbahn
#eine in einer bestimmten Länge und Breite vorgegebene Spur:
# - für Fahrzeuge: Fahrbahn, Rollbahn, Autobahn, Eisenbahn im engeren Sinne („eiserne Bahn“)
# - für sportliche Wettkämpfe: siehe Bahn (Sport), z.B. Aschenbahn, Rennbahn, Kegelbahn
# - für die Herstellung von Seilen: Reeperbahn
#ein schienengebundenes Verkehrsmittel: die Spur steht für das System mitsamt Fahrzeugen (Pars pro toto), siehe Bahn (Verkehr)
# - allgemein die Eisenbahn im weiteren Sinne: das System aus der eisernen Bahn und den Fahrzeugen
# - ein Fahrzeug oder Zug allein: „Ich laufe keinem Mädchen nach und keiner Straßenbahn, denn alle fünf bis zehn Minuten kommt eine neue an“, entgegen der ursprünglichen Bedeutung von Bahn als Weg
# - eine Zuggattung: Regionalbahn bei der Deutschen Bahn, wieder entgegen der ursprünglichen Bedeutung von Bahn als Weg
# - das Unternehmen, das ein solches Verkehrsmittel betreibt: für eine Liste solcher Gesellschaften siehe unter Portal:Bahn/Liste_der_Listen#Bahnen_und_Bahngesellschaften
# - die Deutsche Bahn AG (DB)
# - das danach benannte Eisenbahnsimulationsprogramm BAHN
#ein breiter Streifen oder ein vorgeschnittenes Teilstück aus einem bestimmten Material: z.B. Tapetenbahn, Stoffbahn
#in der Handwerkssprache ein glatter, flächiger Teil eines Werkzeugs, das mit dem Werkstoff in Berührung kommt, z.B. die Fläche des Amboss' oder des Hammers
#in der Medizin bestimmte strukturierte Verläufe im menschlichen Körper: siehe z.B. Blutbahn, Nervenbahn
#in der Mathematik das Bild eines Mengenelementes unter der Operation einer Gruppe, siehe Operation (Mathematik)
#Siehe auch: Orbit
MittelhochdeutschMittelhochdeutsch (Mhd.) ist die Bezeichnung für eine ältere Phase der deutschen Sprache etwa zwischen 1050 und 1350. Dem Mittelhochdeutschen geht voran das Althochdeutsche (Ahd.) (etwa 750 bis 1050), von etwa 1350 bis 1650 spricht man von Frühneuhochdeutsch (Frnhd.). Mittelhochdeutsch ist vor allem als Sprache der Literatur überliefert; der alltägliche Sprachgebrauch schlug sich noch kaum in Schriftzeugnissen nieder. Zu den bekanntesten mittelhochdeutschen Dichtungen gehören das Nibelungenlied, der "Parzival" Wolframs von Eschenbach, der "Tristan" Gottfrieds von Straßburg, die Gedichte Walthers von der Vogelweide sowie der Minnesang.
Das Mittelhochdeutsche unterscheidet sich vom Althochdeutschen insbesondere durch die Neben- bzw. Endsilbenabschwächung. Vom Neuhochdeutschen ist das Mittelhochdeutsche vor allem durch den Vokalismus der Stammsilben unterschieden; anders als das Neuhochdeutsche weist das Mittelhochdeutsche Kurzvokale in offener Tonsilbe auf, die zum Neuhochdeutschen hin durch die Dehnung in offener Tonsilbe beseitigt worden sind.
Mittelhochdeutsch bezeichnet keine Hochsprache (im Gegensatz zur Umgangssprache), sondern ist als Gegenbegriff zum Mittelniederdeutschen zu verstehen und umfasst demnach die Sprache aller mitteldeutschen (thüringisch, hessisch, rheinfränkisch) und oberdeutschen Regionen (alemannisch, bairisch). Das Mittelhochdeutsche war keine überregional einheitliche Sprache wie das Schrift-Neuhochdeutsche, sondern war ebenso wie das heute gesprochene Deutsch gekennzeichnet durch starke regionale bzw. dialektale Unterschiede. Auch eine einheitliche Orthographie gab es im Mittelalter noch nicht. Für die Textausgaben der wichtigen mittelhochdeutschen Dichtungen, für Wörterbücher und Grammatiken wird das im Wesentlichen auf Karl Lachmann zurückgehende "normalisierte Mittelhochdeutsch" oder "Normalmittelhochdeutsch" verwendet, eine Idealform des Mittelhochdeutschen, das nur einen kleinen Ausschnitt der damaligen sprachlichen Realität wiedergibt.
Die folgende Übersicht zeigt das Vokalsystem des (Normal-)Mittelhochdeutschen:
:Kurzvokale: a, e, i, o, u, ä, ö, ü
:Langvokale: â, ê, î, ô, û, æ, œ, iu (langes ü)
:Diphthonge: ei, ie, ou, öu, uo, üe
Es ist zu beachten, dass ei als e+i (nicht ai wie im Neuhochdeutschen, sondern wie "ei" oder "ij" im Niederländischen) zu sprechen ist; ie ist nicht lang-i, sondern i+e.
Die wichtigsten Veränderungen vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen betreffen den Vokalismus:
- Die mittelhochdeutschen Langvokale /î, iu, û/ werden zu den Diphthongen nhd. /ei, eu/äu, au/ ("nhd. Diphthongierung") - Beispiele: mîn > mein, vriunt > Freund, hûs > Haus
- Die mittelhochdeutschen Diphthonge /ie, üe, uo/ werden zu den Langvokalen /i, ü, u/ ("nhd. Monophthongierung") - Beispiele: liep > lieb, müede > müde, bruoder > Bruder
- Die mittelhochdeutschen Diphthonge /ei, öu, ou/ werden geöffnet zu /ei, eu/äu, au/ ("nhd. Diphthongwandel") - Beispiele: bein > Bein, böume > Bäume, boum > Baum
- Sämtliche mittelhochdeutsche Kurzvokale /a, e, i, o, u, ä, ö, ü/ werden in offener Silbe zu den entsprechenden Langvokalen gedehnt ("Dehnung in offener Tonsilbe")
weitere Veränderungen:
- Großschreibung von Substantiven im Neuhochdeutschen (im Mittelhochdeutschen wurden nur Namen großgeschrieben)
- Auslautverhärtung wird im Neuhochdeutschen nur noch phonologisch wiedergegeben, jedoch nicht graphisch gekennzeichnet (bspw. mhd. tac = nhd. Tag [gesprochen wird am Ende "k"])
- Palatalisierung = "s" vor Konsonant im Wortanfang wird zu "sch". Dies ist orthographisch immer gekennzeichnet (bspw. slichen =nhd. schleichen) außer bei "s" vor "t" bzw. "p".
Siehe auch
Deutsche Sprachgeschichte
Weblinks
- [http://www.mwv.uni-trier.de/ www.mwv.uni-trier.de] mittelhochdeutsche Wörterbücher im Verbund
- [http://www.mediaevum.de/ www.mediaevum.de] Das altgermanistische Internetportal: Mittelalterliche Literatur u.v.m. im Internet
- [http://www.uni-salzburg.at/mhdbdb/ www.uni-salzburg.at/mhdbdb] Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank
Kategorie:Deutsche Sprache
Kategorie:Sprachstufe
FlugbahnDie Trajektorie (auch Weg, Bahnkurve, Flugbahn) in der Physik (meist Formelzeichen ) bezeichnet eine Ortsraumkurve, entlang der sich ein punktförmiger Körper oder der Schwerpunkt eines starren Körpers mit einer bestimmten Geschwindigkeit bewegt. Die reine Beschreibung der Bewegung wird als Kinematik bezeichnet.
Etwas mathematischer ist der Weg eine Abbildung von in den
:
:
mit der Zeit .
Die möglichen Ursachen der Bewegung werden in der umfangreicheren Mechanik behandelt:
Ein massebehafteter Körper bewegt sich nach den Newtonschen Gesetzen. Kann die auf den Körper einwirkende Gesamtkraft durch ein Kraftfeld modelliert werden, so bezeichnet man die resultierende Trajektorie auch als Flugbahn.
Verschiedene Beispiele von Flugbahnen, Trajektorien
Der schiefe Wurf
Eine vom Boden aus abgeschossene Kanonenkugel beschreibt aufgrund der Beschleunigung durch die Schwerkraft eine parabolische Trajektorie.
Die bremsende Wirkung der Luft bewirkt z.B. bei der Wurfparabel einen steileren absteigenden als aufsteigenden Flugwinkel.
In der Astronomie und Raumfahrt
wird als Flugbahn der Weg eines natürlichen oder künstlichen Himmelskörpers im Schwerefeld eines Zentralkörpers oder im freien Weltraum bezeichnet.
Aufgrund des Galileischen Trägheitsgesetzes verläuft beispielsweise eine Trajektorie linear, wenn keine Kraft wie (fast) im Weltraum auf ihn einwirkt beziehungsweise ein Kräftegleichgewicht vorliegt.
Sie verlaufen genähert nach den Keplerschen Gesetzen, unterliegen aber Bahnstörungen durch "dritte" Körper.
Bei geschlossenen Bahnen im Sonnensystem oder in der Galaxis spricht man eher von Umlaufbahn oder vom Orbit (englisch-lateinisches Lehnwort). Der Zentralkörper ist im Regelfall die Sonne oder bei Monden ein Planet. Im interstellaren Raum sind geschlossene Bahnen jene um das galaktische Zentrum oder jene von Doppelsternen umeinander.
In der Teilchenphysik
tritt die Gravitation hinter anderen drei Wechselwirkungen zurück.
Das Bohrsche Atommodell beschreibt die Umlaufbahn der Elektronen um den Atomkern als geschlossene Kreisbahnen. Im Bohr-Sommerfeldschen Atommodell werden zudem Keplerellipsen zugelassen.
Grundsätzlich ist im atomaren und subatomaren Bereich die Teilchenbahn als Trajektorie nicht mehr scharf definiert (siehe Unschärferelation).
Sonderfälle
Zu unterscheiden von diesen durch äußere Kräfte bestimmten Bahnen ist der Flug von Vögeln - hier ist die Bahnkurve nicht durch externe, sondern durch interne Faktoren bestimmt.
siehe auch: Geschwindigkeit, Beschleunigung, Kinematik, Mechanik, Bahnbestimmung, Bahnelement, Schuss, Wurfparabel
Kategorie:Theoretische Physik
Kategorie:Kinematik
SatellitenbahnAls Umlaufbahn oder Orbit wird die Bahnkurve bezeichnet, auf der sich ein Objekt periodisch um ein anderes (massereicheres, zentrales) Objekt bewegt. Die Bahn, die ein künstlicher Satellit oder ein natürlicher Himmelskörper bei Umrundung eines anderen Himmelskörpers beschreibt, hat genähert die Form einer Ellipse. Paare solcher Körper sind vor allem:
- Satellit, Raumtransporter oder Mond um die Erde
- Mond (Trabant) um einen der anderen Planeten
- Planeten, Kometen oder Asteroiden (Planetoiden) um die Sonne
- Doppelsterne umeinander.
- Jedoch sind nicht alle Bahnen geschlossen oder zeitlich stabil. Kometenbahnen können langgestreckt wie Hyperbeln sein, Mehrfachsterne oder Asteroiden auf instabile Bahnen gelangen. Der Umlauf aller Sterne um das galaktische Zentrum gleicht einer spiraligen Rotation mit 100 bis 300 Millionen Jahren.
Jede Bahnellipse hat eine charakteristische Umlaufzeit, die sich aus der Masse der Objekte (vor allem des Zentralkörpers) und dem mittleren Bahnradius ergibt. Der Umlauf erfolgt genähert in einer "Bahnebene", die den Schwerpunkt der zwei Körper enthält. Der Vektor, der vom Zentralobjekt zum umlaufenden Objekt weist, wird Radiusvektor genannt.
Planeten, Bahnelemente, Doppelsterne
Am genauesten kennt man die Umlaufbahnen der Planeten unseres Sonnensystems. Anfang des 17.Jahrhunderts erkannte Johannes Kepler bei der Analyse der Marsbahn, dass diese Umlaufbahnen Ellipsen sind (siehe Keplersche Gesetze). Ähnliches gilt für alle Himmelskörper, die sich um die Sonne bewegen und keinen anderen Kräften (wie etwa der Sonnenwind) ausgesetzt sind.
Aus dem Newtonschen Gravitationsgesetz kann man ableiten, dass in jedem Zweikörpersystem die Bahnen Kegelschnitte sind - das heißt Kreise, Ellipsen, Parabeln oder Hyperbeln.
Hyperbelnen. Die Richtung des Bahnknotens (Ω) wird vom Frühlingspunkt gezählt (Näheres siehe Keplerellipse).]]
Sie lassen sich - bei bewegten Punktmassen im Vakuum - exakt durch 6 Bahnelemente beschreiben:
- die Ellipsenform durch große Halbachse und Exzentrizität (a, e)
- die Bahnebene durch die zwei Winkel i, Ω
- und die Ellipsenlage und Perigäumszeit durch ω und T.
Die wahren Umlaufbahnen weichen allerdings von diesen idealen "Keplerellipsen" ab, weil sie prinzipiell auch der Gravitationswirkung aller anderen Körper des Systems unterliegen.
Solange die Körper weit genug voneinander entfernt sind, bleiben die Differenzen zu den idealisierten Kegelschnitten minimal. Die sog. Bahnstörungen lassen sich durch die "Störungsrechnung" der Himmelsmechanik ermitteln, die auf Carl Friedrich Gauß und einige seiner Zeitgenossen zurückgeht. Sie modelliert die einzelnen Kräfte und berechnet, wie die momentane Keplerellipse "oskulierend" in die nächste Ellipse übergeht.
Zusätzlich bewirkt jede ungleiche Massenverteilung - wie die Abplattung von rotierenden Planeten - ein etwas inhomogenes Gravitationsfeld; es ist insbesondere an Änderungen der Bahnen ihrer Monde zu bemerken.
Auch die Allgemeine Relativitätstheorie beschreibt Effekte, welche die Umlaufbahnen geringfügig verändern.
Beispielsweise zeigt der Planet Merkur eine zwar kleine, aber durchaus messbare Abweichung von einer Ellipsenbahn. Er kommt nach einem Umlauf nicht mehr genau auf den Ausgangspunkt zurück, sondern folgt durch einer rechtläufigen Drehung der Apsidenlinie einer Rosettenbahn. Diese Periheldrehung kann die Newtonsche Gravitationstheorie zwar erklären, aber nicht vollständig. Dazu müsste die Sonne eine etwas abgeflachte Form haben. Eine hinreichende Erklärung für die Gesamtgröße der Periheldrehung aller betroffenen Planeten liefert die Allgemeine Relativitätstheorie.
Auch Doppelsterne folgen genähert den Keplerschen Gesetzen, wenn man ihre Bewegung als zwei Ellipsen um den gemeinsamen Schwerpunkt versteht. Nur bei Mehrfachsystemen oder sehr engen Sternpaaren sind spezielle Methoden der Störungsrechnung erforderlich.
Noch größere Instabilitäten weisen die Orbite zweier eng einander umkreisender Neutronensterne auf. Durch die Effekte der Raum-Zeit-Relativität entsteht Gravitationsstrahlung, und die Neutronensterne stürzen (nach langer Zeit) ineinander. Zahlreiche Röntgenquellen am Himmel sind auf diese Weise zu erklären.
Als die Physiker um die Jahrhundertwende begannen, die Bahnen der Elektronen im Atom zu berechnen, dachten sie an ein Planetensystem im Kleinen. Die ersten Modelle waren Keplerbahnen der Elektronen um den Atomkern.
Allerdings erkannte man bald, dass Elektronen, die um den Kern kreisen, gemäß den Maxwellgleichungen Elektromagnetische Wellen aussenden und wegen der so abgestrahlten Energie in Bruchteilen von Sekunden in den Atomkern stürzen müssten.
Dies war eines der Probleme, die schließlich zur Entwicklung der Quantenmechanik führten.
Erdumlaufbahnen
Die meisten Raumflüge finden in niedrigen Bahnen (einige 100 km) um die Erde statt (z.B. Space-Shuttle-Missionen). Von besonderer Bedeutung ist auch die geostationäre Bahn in 35.800 km Höhe ohne Bahnneigung. Satelliten in diesem Orbit stehen relativ zur Erdoberfläche still, was insbesondere für Kommunikationssatelliten von Vorteil ist.
Entgegengesetzte Forderungen werden an Beobachtungssatelliten wie Wettersatelliten oder Spionagesatelliten gestellt. Diese sollen nach Möglichkeit die gesamte Erdoberfläche beobachten können. Deshalb wird hier ein niedriger polarer Orbit gewählt, d.h. der Satellit fliegt ungefähr über die Pole der Erde. Durch diese Bahn können alle Breitengrade erfasst werden, und da sich die Erde unter der Bahnebene durch dreht, kann so nach und nach die gesamte Erdoberfläche untersucht werden.
Arten von Erdorbits
Low Earth Orbit (LEO)
- Höhe: 200 - 1200km
- Höhen zwischen 1200 und 3000 km Höhe sind zwar theoretisch denkbar, werden aber auf Grund der hohen Strahlungsbelastung durch den Van-Allen-Gürtel nach Möglichkeit vermieden.
- Besonderheiten: Energieärmste Bahnen und damit am leichtesten zu erreichen. Raumfahrzeuge bewegen sich mit etwa 7 km/s mindestens 10x schneller um die Erde, als diese sich dreht.
- Wird genutzt für:
- Low-Earth-Orbit-Satellit
- Bemannte Raumfahrt (außer den Apollo-Missionen zum Mond) und Raumstationen.
- Spionagesatelliten (aufgrund ihrer Erdnähe) (z.B. amerikanische Keyhole-Satelliten)
- astronomische Satelliten (z.B. Hubble Teleskop)
- Erderkundungssatelliten (z.B. ERS)
- Globale Kommunikationssatellitensysteme (z.B. Iridium)
Sonnensynchroner Orbit (SSO)
- Höhe: 700-1000 km
- Besonderheiten: Durch die Abweichung der Erde von der Kugelform wirkt auf jede Satellitenbahn, die nicht genau im Äquator oder senkrecht dazu liegt, ein Drehmoment, das eine Präzessionsbewegung der Bahnebene um die Erdachse zur Folge hat. Bei Satellitenbahnen, die in die gleiche Richtung wie die Erdrotation verlaufen, wirkt die Präzessionsbewegung entgegengesetzt zur Erdrotation. Bei Bahnen entgegen der Erdrotation wirkt die Präzession in die gleiche Richtung wie die Erdrotation.
Bei einer bestimmten Inklination zwischen ca. 96° und 99° (u.a. abhängig von der Höhe des Orbits) beträgt die Präzession für Satelliten im LEO genau eine Umdrehung pro Jahr, so dass die Orientierung der Bahn gegenüber der Sonne immer gleich bleibt. Der Satellit passiert einen Punkt auf der Oberfläche immer zur selben Ortszeit, wodurch sich die gewonnenen Daten verschiedener Tage leichter vergleichen lassen, da sich das Reflexionsverhalten von Oberflächen mit dem Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ändert. Eine genaue wissenschaftliche Klassifikation und ein Vergleich der Daten ist also nur dann möglich, wenn der Winkel Sonne-Erde-Satellit im Beobachtungszeitraum immer gleich ist, was durch den SSO erreicht wird. Bewegt sich der Satellit entlang der Dämmerungszone (Morgen- bzw. Abendstunde), läßt sich auf optischen Aufnahmen die Höhe von Objekten aus der Länge des Schattenwurfs ableiten. Wenn der Satellit zusätzlich die Erde so umkreist, dass er den Erdschatten nicht passiert, kann er ständig von Solarzellen mit Energie versorgt werden und benötigt keine Batterien.
- Wird genutzt für:
- Erderkundungssatelliten wie Landsat, ERS usw.
- Meteorologische Satelliten
- Spionagesatelliten
- Sonnenbeobachtungssatelliten wie ACRIMSat, TRACE
Medium Earth Orbit (MEO)
- Höhe: 1000-36000 km
- Besonderheiten: Bahnhöhe zwischen LEO und GEO
- Wird genutzt für:
- Medium-Earth-Orbit-Satellit
- Globale Kommunikationssatellitensysteme wie Globalstar
- Navigationssatelliten wie GPS, Galileo oder Glonass
Geotransfer Orbit (GTO)
: siehe auch: GTO-Transferbahn
- Höhe: 200-800 km Perigäum, 36000 km Apogäum
- Besonderheiten: Übergangsorbit, um einen GEO zu erreichen (siehe auch Hohmann-Transfer). Das Perigäum wird in den meisten Fällen vom Satelliten selbst angehoben, indem im Apogäum ein Raketenmotor gezündet wird. Einige Raketen wie die russischen Proton und die amerikanischen Titan IIIC, Titan IV Centaur, Atlas V und Delta IV sind in der Lage, Satelliten direkt im geostationären Orbit auszusetzten.
Geostationärer Orbit (GEO bzw. GSO)
:siehe auch: Geosynchrone Umlaufbahn
- Höhe: 35786 km auf einer Kreisbahn über dem Äquator
- Besonderheiten: Ein Satellit im GEO umrundet die Erde genauso schnell wie diese sich dreht - befindet sich also bezüglich eines Punktes auf der Erdoberfläche immer an derselben Position.
- Wird genutzt für:
- Geostationärer Satellit
- Kommunikationssatelliten
- Satelliten für TV-Übertragung wie Astra oder Eutelsat
Highly Elliptical Orbit (HEO)
Geostationäre Orbits sind für die Versorgung von Polargebieten ungeeignet, weil die Satelliten in Polargebieten nur eine geringe Elevation haben, ab dem 82. Breitengrad sogar ganz unter den Horizont rutschen. HEO-Orbits sind hier eine Alternative, auch wenn der Aufwand für das Senden (mindestens 2 Satelliten für 24-Stunden-Versorgung notwendig) und Empfangen (Antennennachführung notwendig) deutlich höher als bei GEO sind.
Siehe auch: Highly-Elliptical-Orbit-Satellit
Überblick der Umlaufbahnen
Eigenschaften
Highly-Elliptical-Orbit-Satellit
Da die Form eines Orbits weitgehend einer Ellipse entspricht, wird die Flugbahn eines Satelliten über die Lage dieser Ellipse bezüglich des Zentralkörpers beschrieben.
Position der Ellipse bezüglich des Zentralkörpers
- i Inklination (Bahnneigung)
- Länge des aufsteigenden Knotens
- Winkelabstand des Perigäums
Position auf der Ellipse und Form
- wahre Anomalie
- a Große Halbachse
- e Exzentrizität
Umlaufzeit
Die Umlaufzeit eines Orbits berechnet sich zu
:
mit
- U die Umlaufzeit,
- a die Große Halbachse,
- M1 und M2 die Massen des Zentralkörpers und des Satelliten,
- G die Gravitationskonstante.
Zu beachten ist, dass die Umlaufzeit unabhängig von der Exzentrizität und damit von der kleinen Halbachse der Bahn ist. Alle ellipsenförmigen Umlaufbahnen mit der gleichen großen Halbachse benötigen die gleiche Umlaufzeit.
Siehe auch
- Bahnbestimmung, Bahnneigung, Bahnebene
- Baryzentrum, Gravitationskonstante, Himmelsmechanik
- Bahnstörungen eines Satelliten, Entdeckung des Neptun
- Atommodell, Niels Bohr
- Astrojax
Weblinks
- [http://www.schulphysik.de/strutz/keplergl.pdf wahre/ exzentrische Anomalie in Keplerbahnen (pdf-Dokument)]
Kategorie:Himmelsmechanik
simple:Orbit
th:วงโคจร
Fahrzeug
Fahrzeuge sind alle Gegenstände, die der Fortbewegung auf dem Lande dienen. Die Antriebsart ist dabei ohne Bedeutung
Beispiele für Fahrzeuge sind
- Wagen
- Fahrrad
- Elektrofahrzeug
- Motorrad
- Automobil
- Kraftfahrzeug
- Schienenfahrzeug
- Luftfahrzeug
- Wasserfahrzeug
- Landfahrzeug
- Flurförderfahrzeug
- Raumfahrzeug
- Muskelkraftbetriebenes Fahrzeug
Siehe auch:
- Liste der Verkehrsmittel
- Themenliste Fahrzeugtechnik
Kategorie:Verkehrstechnik
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simple:Vehicle
FahrbahnAls Fahrbahn bezeichnet man jenen Teil der Straße, der mit Fahrzeugen befahren werden darf. Sie setzt sich aus den Fahrstreifen und den Randstreifen zusammen. Die meisten Fahrbahnen haben eine Decke aus Asphalt, die über einem stabilisierenden Schichtbau gelegt wird.
Eine Richtungsfahrbahn bezeichnet eine Fahrbahn, bei der die Fahrt in nur eine Richtung vorgesehen ist. In der Regel tritt dies bei einer Bauanlage mit mehreren baulich getrennten Fahrbahnen auf, etwa mit zwischenliegendem begrüntem Mittelstreifen und Schutzplanken. Die verkehrsrechtliche Auszeichnung als Einbahnstraßen entfällt oft, wenn mehrere Richtungsfahrbahnen mit entgegesetzter Richtung in Sichtweite zusammenliegen.
Die Oberfläche der Fahrbahn kann aus verschiedenen Materialien bestehen. Üblicherweise wird Asphalt verwendet. Auf Autobahnen wird sie meist aus dem teurerem aber strapazierfähigem Gussasphalt oder Beton hergestellt.
In Ortsgebieten sind meist neben der Fahrbahn ein erhöhter Fußgängerweg oder Gehsteig und manchmal auch ein Radweg vorhanden.
Die Oberflächenbeschaffenheit der Fahrbahn ist verantwortlich für verschiedene Erscheinungen beim Befahren:
- Lärm durch Abrollgeräusche der Reifen
- Rutschgefahr und Aquaplaninggefahr bei Regen
- Vereisungsgefahr bei niederen Temperaturen
- die Widerstandsfähigkeit gegen verschieden Streumittel, wie Streusplitt oder Streusalz bei Eis oder Schnee
- unebene Beläge sind schwerer von Schnee zu räumen als glatte
Der Unterbau ist hauptsächlich verantwortlich für die mögliche Belastbarkeit der Fahrbahn durch PKW oder LKW.
In Fußgängerzonen wird die Fahrbahn oft mit Pflasterstein aus Granit gemacht. Auch um die Geschwindigkeit der Autos an bestimmten Stellen zu reduzieren, wird die Oberfläche aus Material hergestellt, das mit höherem Tempo unangenehm zu befahren ist. In Wohnstraßen oder Fußgängerzonen werden auch künstlich Bodenwellen oder Erhöhungen der Fahrbahn eingebaut um das Tempo der Fahrzeuge zu reduzieren.
Um den Verkehrsablauf zu erleichtern, sind neben Straßentafeln noch Straßenmarkierungen auf die Fahrbahn aufgemalt.
Eine Straßenbau kann aus mehreren Fahrbahnen bestehen, die wiederum mehrere Fahrstreifen haben. Meist ist man bemüht, die Fahrstreifen in einer Richtung auf einer Fahrbahn zusammenzuhalten, da sich dann der Verkehr auf allen Streifen gleichmässig ausbreiten kann (durch Spurwechsel der Kraftfahrzeuge).
Die Fahrstreifen in entgegengesetzter Richtung werden häufig auf baulich getrennte Fahrbahnen geführt. Dies dient in der Regel der Erhöhung der Sicherheit, insbesondere bei Autobahnen ist dies üblich, einschliesslich trennender Schutzplanken zwischen den Fahrbahnen. Bei Stadtstraßen wird oft ein begrünter Mittelstreifen angelegt, oder die Anlage zwischen den Richtungsfahrbahnen wird für die Trassen von Schienenfahrzeugen genutzt.
Gleise sind die Fahrbahnen für Schienenfahrzeuge.
Kategorie:Straßenbau
Autobahn
Eine Autobahn ist eine Fernverkehrsstraße, die ausschließlich dem Schnellverkehr mit Kraftfahrzeugen dient. Sie besteht aus zwei Richtungsfahrbahnen mit (in Deutschland seit einigen Jahrzehnten) jeweils mindestens zwei Fahrstreifen, meist mit zusätzlichem Standstreifen. Beide Fahrbahnen sind durch einen Grünstreifen, in dem oft Schutzplanken aus Stahl oder eine Betonschutzwand errichtet sind (oder nur durch die Letzteren), voneinander getrennt.
Im Gegensatz zu Kraftfahrstraßen sind Autobahnen stets planfrei. Der Übergang von einer Autobahn auf eine andere erfolgt durch Brücken und Unterführungen (Autobahnkreuz) oder Abzweigungen (Autobahndreieck (in Österreich "Knoten") bzw. Autobahnverzweigung), Übergänge ins restliche Straßennetz werden (Autobahn-)Anschlussstelle genannt. Je nach Verlauf der Trasse spricht man in manchen Fällen von Ringautobahnen oder Stadtautobahnen.
Europäischer Ausbaustand
siehe auch Hauptartikel zum Autobahnnetz speziell in Deutschland, Österreich, Norwegen, Schweiz, Peking
In den meisten europäischen Ländern bilden Autobahnen eine eigene Straßengattung, in einigen Ländern (zum Beispiel Schweden) werden sie zu den anderen Fernstraßen (zum Beispiel Europastraßen) gezählt. Inzwischen existieren in allen europäischen Staaten – außer Malta, Island und den Zwergstaaten – Autobahnabschnitte.
Sind die Autobahnen in Deutschland seit den 1970er Jahren durchgehend mindestens zweispurig pro Fahrtrichtung, so gibt es in anderen europäischen Ländern immer noch einspurige Autobahnen ohne Überholmöglichkeit. In der Türkei sind alle Autobahnen beidseitig mindestens dreispurig. Die Autobahn von İstanbul nach Ankara hat sogar vier Spuren auf jeder Seite.
Geschichte
Ankara
Die Bezeichnung Autobahn wurde erstmals von Robert Otzen im Jahr 1929 geprägt. Otzen war Vorsitzender des Autobahnprojekts HaFraBa (Autobahnprojekt Hamburg–Frankfurt am Main–Basel). Bis dahin sprach man von Nur-Autostraße. Die erste Autobahn der Welt war die AVUS, die 1921 eröffnet wurde. Die erste längere Autobahn der Welt wurde 1923 in Italien eröffnet (Mailand–Como).
Der Begriff Autobahn taucht zum ersten mal 1932 auf. Eine Fachzeitschrift zur HaFraBa hatte sich damals in Analogie zur Eisenbahn in Autobahn umbenannt.
Mit dem Begriff Autobahn war aber noch kein bestimmter Standard verbunden. Dieser entstand in Deutschland erst mit dem Bau der Reichsautobahnen. Die erste Autobahn in Deutschland, die zwei Städte verband, wurde 1932 zwischen Köln und Bonn eröffnet. Heute trägt sie die Bezeichnung A 555. Allerdings wurde erst am 23. September 1933 mit dem groß angelegten Ausbau der Reichsautobahnen begonnen, als Teil der Arbeitsbeschaffung von Hitler, entgegen der weit verbreiteten Meinung dienten sie aber nicht der Kriegsvorbereitung. Die Planung dieser Autobahnen hatte jedoch schon lange vor Hitlers Machtergreifung begonnen, weshalb es nicht den Tatsachen entspricht, dass wir vor allem seinen Bemühungen diese Autobahnen verdanken. Die Aufgabe oblag dem Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen Dr. Fritz Todt, dem Landschaftsarchitekten Prof. Alwin Seiffert und dem Architekten Prof. Paul Bonatz.
Kennzeichnung
Nicht alle Staaten verwenden das Autobahnsymbol. Zuweilen gibt es auch keine Unterscheidung zwischen Autobahn, Kraftfahrstraße und diesen baulich ähnelnden Straßen wie in Deutschland und in vielen anderen Staaten Europas. Auf Grund mangelnder einheitlicher Kennzeichnung und Definition, ist die Angabe der weltweit vorhandenen Autobahnkilometer nicht möglich.
Geschwindigkeit
In den meisten europäischen Ländern gilt auf Autobahnen eine Tempolimit zwischen 110 und 130 km/h, sowie eine bauartbedingte Mindestgeschwindigkeit zwischen 45 und 60 km/h für Fahrzeuge, die die Autobahn benutzen möchten. Ab 2006 liegt sie in der Schweiz bei 80 km/h. Im übrigen ist die Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss und den Straßenverhältnissen (beispielsweise Schnee oder Nebel) anzupassen und kann auch niedriger liegen.
Nicht nur aufgrund der Mindestgeschwindigkeit ist das Halten, Wenden, Rückwärtsfahren auf der Autobahn generell verboten, sowie das Auf- und Abfahren an nicht gekennzeichneten Stellen. Ausnahmen zum Halteverbot bilden die Autobahnparkplätze und Autobahnraststätten.
Maut
siehe auch Hauptartikel Maut
In vielen Ländern muss man für die Autobahnbenutzung eine Benutzungsgebühr bezahlen. Dies kann zeitabhängig in Form einer Vignette wie in der Schweiz oder in Österreich oder streckenabhängig durch Bezahlen an Mautposten wie in Italien, Frankreich, Spanien und manchen Gebirgsstrecken in Österreich geschehen.
Beleuchtung
Im Regelfall werden Autobahnen bei Nacht nur im Zuge mancher innerstädtischer Abschnitte, bei heiklen Ein- und Ausfahrten sowie bei Kreuzungen beleuchtet. Des weiteren werden Autobahntunnel, wie andere Straßentunnels meist beleuchtet. Es gibt allerdings einige Länder wie Belgien, Luxemburg, Vereinigte Arabische Emirate oder die Türkei, wo die meisten Autobahnen nachts beleuchtet werden.
Im Zuge der Energieeinsparungen wird aber auch in einigen dieser Länder die Beleuchtung nach und nach eingestellt.
Militärische Bedeutung
Neben der Bedeutung für den Truppentransport können manche Autobahnstücke auch in kurzer Zeit in Militärflugplätze umgewandelt werden (Autobahn-Notlandeplatz).
Siehe auch
- Liste der Autobahnen in Deutschland
- Liste der Autobahnen in Italien
- Liste der Autobahnen in Frankreich
- Liste der Autobahnen in Großbritannien
- Liste der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich
- Liste der Autobahnen in Polen
- Liste der Autobahnen in Schweden
- Liste der Autobahnen in der Schweiz
- Liste der Autobahnen in der Türkei
- Autobahnen in den Niederlanden
- Autostraße (Autobahn-ähnliche Schnellstraße)
- Autobahntunnel
- Autobahnbrücke
- Themenliste Straßenbau
Weblinks
- [http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=11598&key=standard_document_5750970/ hronline.de: Mythos Autobahn – Einer Legende auf der Spur]
- [http://members.a1.net/wabweb/history/ab-hist.htm zur Geschichte]
- [http://www.autobahn-online.de/ Deutsche Autobahn-Seite]
- [http://www.monterie.com/ Nummerierung von Straßen weltweit] (englisch)
- [http://www.autobahnen.ch Autobahnen.CH mit Bildern, Forum und Routen der Schweizer Autobahnen]
- [http://www.stern.de/politik/historie/index.html?id=540560 stern.de: Auf der Straße des „Führers“]
- [http://www.autobahn.nrw.de/ Online Prognose des Autobahn Verkehrsaufkommens in NRW]
- [http://www.home.hs-karlsruhe.de/~scpa0023/Autobahn.html Patricks Autobahn-Atlas]
Kategorie:Autobahn
Kategorie:Verkehrszeichen
ja:アウトバーン
Seil
Ein Seil ist ein aus zusammengedrehten Fasern oder Drähten bestehendes längliches, biegeschlaffes, elastisches Element zur Übertragung von Zugkräften.
Fasern, Litzen und Kardeelen
Die Fasern eines Seils sind zu millimeterdicken Fäden gesponnen (etwa 1 - 3 mm) und gruppenweise zu Litzen zusammen gedreht. Ein dünnes Seil besteht aus 3 bis 4 solcher Litzen, die verdrillt werden. Dickere Seile (Trossen) bestehen wiederum aus mehreren dünneren Seilen, die miteinander verdrillt werden und in dieser Funktion Kardeelen heißen.
Seile werden aus Naturfasern (Hanf, Naturseide, Flachs), Kunstfasern (Polyester, Polyamid (Nylon, Perlon), Polypropylen, Polyethylen) oder Metall (Drahtseil aus Stahl oder Edelstahl) hergestellt. Früher wurden Seile per Hand auf Seilerbahnen, auch Reeperbahnen genannt, gedreht. Heutzutage erfolgt die Herstellung maschinell mittels Seilschlagmaschinen. Sie tragen diesen Namen, weil man das Verdrillen der Kardeelen auch schlagen nennt, um es vom Flechten zu unterscheiden.
Seillagen, Stahl und Textile
Flechten
Seile bestehen aus mehreren Litzen. Dabei werden dünne Seile als Kardeelen noch einmal zu einem dickeren Seil geschlagen. Dabei ist zu beachten, dass die Schlagrichtung der Kardeelen und des gesamten Seils entgegengesetzt ist. Das verhindert ein durch die eigene Elastizität und durch die Zugkraft hervorgerufenes Aufdrehen des Seiles und verbessert auch andere Eigenschaften - zum Beispiel beim Klettern. Stahlseile werden um ein inneres Seil herum angefertigt, das man Seele nennt. Stahlseile mit einer Stahlsehle haben eine größere Bruchlast (die Kraft, bei der das Seil bricht, also reißt), und mit einer Hanfseele sind sie biegeschlaffer, also leichter zu handhaben und unempfindlicher gegen kleiner Krümmungsradien unter Belastung.
Bei Stahlseilen werden oft noch textile Fäden zusätzlich mit verdreht oder verdrillt, die mit Öl getränkt sind. Durch ständige Abgabe des Öles beim Bewegen des Seiles erfolgt dadurch eine geringe Schmierung des Seiles und es wird geschmeidiger. Außerdem wird Rost am Seil verhindert. Drähte für Stahlseile haben eine Zugfestigkeit um 2000 N/mm².
Statt geschlagenen (das heißt verdrillten) Seilen werden oft auch geflochtene Seile verwendet, die den Vorteil haben, dass sie noch biegsamer sind, sich nicht aufdrehen, aber eine größere Oberfläche haben. Doch nicht bei jedem Verwendungszweck ist die größere Oberfläche von Vorteil.
Bezeichnungen
Seemännisch unterscheidet man zwischen Leinen (dünnen Seilen) und Trossen (dicken Seilen). Schiffe werden mit Festmacherleinen festgemacht, jedoch mit Schlepptrossen geschleppt. Unter dem Tampen versteht man seemännisch die (nicht festgemachte) lose Seite, das Ende eines Seiles oder (leicht abwertend) ein kurzes Stück Seil, das beispielsweise griffbereit lose herumliegt oder herunterhängt. Der Begriff Tau ist seemännisch eher nur als Wortteil gebräuchlich, etwa Tauwerk oder auf einem Segelschiff die Geitaue zum aufgeien eines Rahsegels. Ein früher gängiger Begriff war auch das Reep als Bezeichnung in der Seefahrt für ein Tau oder eine Trosse. Von dieser Bezeichnung leitete sich auch die Berufsgruppe der Reeper beziehungsweise Reepschläger und auch die Reeperbahn als Fertigungsort der Reepe ab. Hierher stammt auch der Name der bekannten Hamburger Straße Reeperbahn.
Seile haben nicht nur in der Seefahrt, sondern auch im Bauingenieurwesen einen hohen Stellenwert, man denke an das Münchner Olympia-Stadion oder den Brückenbau. Eine Begriffsvielfalt wie in der Seefahrt ist anderswo unüblich,
Seil ist die gebräuchliche Fachbezeichnung.
Textile Seile werden laienhaft-umgangssprachlich auch als Strick
bezeichnet.
Knoten und ihre Anwendungen
Beispiele zu einigen Knotengattungen deren typischen Vertreter finden sich in den Artikeln Knotenkunde und Schifferknoten.
Aufbewahrung und Pflege
Für längere Aufbewahrung ist es für viele Seile am besten, sie auf einer Seiltrommeln aufzuspulen; trockene und nicht zu warme Räume sind im Allgemeinen vorzuziehen. Doch manche Materialien brauchen gewisse Feuchtigkeit.
Wenn ein Seil gewaschen werden muß, verwendet man bei Kletterseilen (siehe unten) kaltes Wasser und läßt es dann langsam an der Luft - keinesfalls in praller Sonne - trocknen. Man sollte es grundsätzlich nicht mit Reinigern oder sonstigen haushaltsüblichen Chemikalien zusammenbringen.
Kletterseile
Eine häufige Anwendung von Seilen ist ihr Gebrauch beim Bergsteigen und Klettern. Bei einer Seilschaft sichert sich eine Gruppe gegenseitig gegen die Gefahr eines Absturzes. Einzelne Personen benützen die Selbstsicherung mit Haken und speziellen Klettertechniken.
Die verwendeten Seile waren früher meist aus Hanf; heute werden synthetische Materialien verwendet. Sie sind bei geringerem Gewicht und Durchmesser stabiler, scheuerfester und besser knotbar. Außerdem werden sie bei Regen kaum schwerer und frieren später nicht so leicht ein. vergleiche auch Kletterseil
Halb- und Einfachseil, Seilverhau
Am Berg werden meist Einfachseile benützt, doch gibt es auch Halb- und Zwillingsseile. Einfachseile haben etwa 9 - 12 mm Durchmesser und sind rund 50 Meter lang, es gibt sie für technisches Klettern auch als Meterware.
Gegen den Seilverhau (das Verwirren beim Auf- oder Abwickeln) hilft sorgfältiges Legen oder kleine Taschen - außerdem soll es sich werfen lassen und dabei nicht zu sehr verwinden (Krangeln). Zum Sichern und für das Herstellen von Brustgeschirren gibt es eine Reihe spezieller Knoten, die zum Einmaleins des Kletterns gehören.
Siehe auch: Seilwinde, Seiltransmission, Spleißen
Weblinks
- [http://home.datacomm.ch/mixor/Hallen%20Klettern.htm Einsteiger-Infos für das Hallenklettern] (Knoten, Sicherungstechnik)
- [http://www.regionalzentrum.ch/sportklettern/einsteiger.html Einsteiger-Infos für das Sportklettern] (Knoten, Sicherungstechnik)
- [http://s38951751.einsundeinsshop.de/sess/utn;jsessionid=15403c566285866/shopdata/0140_Shop/0010_Ausr=FCstung/0130_Klettern/0090_Seil/product_overview.shopscript Kletterausrüstung] (Kletterseile)
- [http://www.brandenburg1260.de/seilerei.html Seilerei im Mittelalter] (Erläuterung, Materialien und Technik)
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/248104.html Aufblasbares Seil wird durch eingepumpte Luft starr] (www.wissenschaft.de)
Kategorie:Knotenkunde
Kategorie:Textilindustrie
Kategorie:Anschlagmittel
ja:ロープ
Reeperbahn
Die Reeperbahn ist die zentrale Straße im Hamburger Vergnügungs- und Rotlichtviertel St. Pauli. Sie ist 930 Meter lang und verläuft vom Nobistor in Richtung Osten bis hin zum Millerntor.
Sehenswürdigkeiten an der Reeperbahn sind neben vielen Nachtclubs, Bars und Diskotheken vor allem die Seitenstraße Große Freiheit, der Hans-Albers-Platz, die Wurstbude Lucullus und die Davidwache, sowie der Spielbudenplatz mit dem Panoptikum und dem Operettenhaus.
Parallel zur Reeperbahn verläuft im Süden die Herbertstraße, eine für Jugendliche und weibliche Besucher gesperrte Bordellstraße.
Schon seit den sechziger Jahren wird über eine Umgestaltung des zentralen Spielbudenplatzes diskutiert, um diesen Platz auf dem Kiez wiederzubeleben. Denn bislang blieb die 300 m lange Fläche oftmals ungenutzt. Bis Mitte 2006 will die Stadt Hamburg nun nach aktuellen Plänen zwei bewegliche Bühnen errichten, auf denen regelmäßig Veranstaltungen stattfinden sollen.
Im Operettenhaus wurde bis 2001 das Musical "Cats" von Andrew Lloyd Webber aufgeführt, zur Zeit läuft "Mamma Mia!", ein ABBA-Musical.
Den Beatles gelang nahe der Reeperbahn ein großer Schritt auf dem Weg zu ihrer Karriere, wo sie unter anderem im Star-Club, Kaiserkeller, Top Ten und im Indra auftraten. Hans Albers besang die Reeperbahn im Film "Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins".
Die Reeperbahn erhielt ihren Namen von Taumachern und Seilern, den so genannten Reepschlägern, die für die Herstellung von Schiffstauen eine lange, gerade Bahn benötigten. Dementsprechend gibt es auch in anderen Städten Straßen dieses Namens, beispielsweise in Kiel. Der Begriff Reiferbahn ist Hochdeutsch für Reeperbahn, meint also das selbe, während auf einer Seilerbahn geringwertigere Seile produziert wurden. Daher war die Seilerbahn auch nicht länger als etwa 50 m, während eine Reeperbahn mindestens 300 m lang war. Ein kleiner Fehler der Historie ist, dass die Hamburger Reeperbahn nicht die eigentliche Bahn der Reeper war, sondern die im Vergleich zur Reeperbahn gerade verlaufende Parallelstraße Simon-von-Utrecht-Straße. Heute wird die Reeperbahn auch „Die sündige Meile“ bzw. ihr Umfeld einfach nur „Kiez“ genannt.
Siehe auch
- Panoptikum Hamburg
Weblinks
- [http://www.schmidts.de/index.php?id=166/ Geschichte der Reeperbahn]
- [http://www.reeperbahn.de/ Diverse Links zu Einrichtungen auf der Reeperbahn]
- [http://reeperbahn.hamburg.de/ Informationen der Stadt Hamburg zur Reeperbahn]
- [http://www.reeperbahn1230.de/ Interessantes Projekt über die Reeperbahn]
- [http://www.hhnights.de/ Adressen und Veranstaltungstipps]
Kategorie:Bekannte Straße
Kategorie:Prostitution
Fahrzeug
Fahrzeuge sind alle Gegenstände, die der Fortbewegung auf dem Lande dienen. Die Antriebsart ist dabei ohne Bedeutung
Beispiele für Fahrzeuge sind
- Wagen
- Fahrrad
- Elektrofahrzeug
- Motorrad
- Automobil
- Kraftfahrzeug
- Schienenfahrzeug
- Luftfahrzeug
- Wasserfahrzeug
- Landfahrzeug
- Flurförderfahrzeug
- Raumfahrzeug
- Muskelkraftbetriebenes Fahrzeug
Siehe auch:
- Liste der Verkehrsmittel
- Themenliste Fahrzeugtechnik
Kategorie:Verkehrstechnik
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simple:Vehicle
Bahn (Verkehr)Bahnen sind Verkehrsmittel, bei denen Fahrzeuge an mechanischen oder magnetischen Trag- und Leitsystemen geführt werden, und als solche ein wichtiger Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur.
Zu den mechanischen geführten Systemen gehören vor allem die Schienenbahnen, die das Rad-Schiene-Prinzip nutzen. Entsprechende Schienenfahrzeuge haben entweder einen eigenen Fahrantrieb (Triebwagen) oder werden von einer Lokomotive gezogen oder geschoben. Seltenere Spezialfälle mechanisch geführter Systeme sind Schwebebahnen sowie Systeme, bei denen die Fahrzeuge keinen eigenen Antrieb haben, sondern von einem ortsfesten Motor bewegt werden, beispielsweise Seilbahnen.
Magnetisch geführt sind zum Beispiel die Magnetschwebebahnen.
Arten von Bahnen
Eisenbahnen
Am weitesten verbreitet sind Eisenbahnen. Die meisten Eisenbahnen dienen dem öffentlichen Personen- und/oder Güterverkehr; sie werden nach ihrer Bedeutung und den technischen Gegebenheiten in Haupt- und Nebenbahnen unterschieden. Für den Güterverkehr gibt es darüber hinaus Eisenbahnen des nichtöffentlichen Verkehrs (Werksbahnen): Anschlussbahnen verbinden einen Betrieb mit dem öffentlichen Eisenbahnnetz, während Gruben- und Feldbahnen dem innerbetrieblichen Verkehr dienen.
Nach ihrer Spurweite unterscheidet man Normalspur-, Schmalspur- und Breitspurbahnen.
Die Personenzüge unterscheidet man nach Beförderungsentfernung und -dauer in Fern- und Nahverkehrszüge.
Fernverkehr gibt es nur bei Eisenbahnen. Dem Nahverkehr dienen auch folgende andere Arten von Bahnen:
Bergbahnen
Bergbahnen befördern Personen - meist Touristen - und Güter vom Tal auf einen Berg oder umgekehrt. Sie benutzen als
Zahnradbahnen oder Seilbahnen vom normalen Eisenbahnnetz abgesonderte Strecken. Die Seilbahnen können entweder als Standseilbahnen auf der Erdoberfläche oder als Luftseilbahnen verkehren.
Andere Eisenbahnen - auch Zahnradbahnen - , die im Gebirge verkehren, werden als Gebirgsbahnen bezeichnet. Bei ihnen handelt es sich um Haupt- oder Nebenbahnen.
Straßenbahnen
Straßenbahnen sind öffentliche Schienenbahnen, die weder zu den Haupt- und Nebenbahnen noch zu den Bergbahnen zählen. Sie dienen dem Nahverkehr, vor allem in Großstädten. Fast alle Straßenbahnen werden heute elektrisch betrieben. Im 19. Jahrhundert gab es zahlreiche Pferde- und Dampfstraßenbahnen. Klassische Straßenbahnen fahren auf der Fahrbahn oder auf einem besonderen Bahnkörper im Straßenbereich.
Kabelbahnen sind Straßenbahnen, die von einem ortsfesten Antrieb an einem Kabel gezogen werden, beispielsweise die Cable cars in San Francisco.
U-Bahnen
U-Bahnen (Metros) dienen dem Personennahverkehr in Großstädten, werden elektrisch angetrieben und fahren auf besonderen Bahnkörpern (Hoch- oder Untergrundbahnen). Da sie auch keine höhengleichen Kreuzungen mit Straßen aufweisen, sind sie vom Straßenverkehr unabhängig. Paradoxerweise zählen sie rechtlich dennoch zu den Straßenbahnen.
Stadtbahnen
Stadtbahnen nennt man Straßenbahnen, die auf Teilstrecken vom Straßenverkehr unabhängig sind, - also oft eine eigene Trasse besitzen, sie kann auch auf Tunnel- oder Hochtrassen verlaufen. Ebenso ist von Stadtbahnen die Rede, wenn Straßenbahnen auf Haupt- oder Nebenbahnen übergehen (Karlsruher Modell); solche Bahnen sind rechtlich Zwitter.
Nicht mit den Stadtbahnen zu verwechseln sind S-Bahnen (Stadtschnellbahnen); sie dienen dem Personennahverkehr in Großstadtregionen und verkehren in besonders dichtem Takt auf Hauptbahnen in Großstadtbereichen. Idealerweise sind S-Bahnen vom sonstigen Bahnverkehr unabhängig (so in Berlin und Hamburg). Rechtlich gelten sie als klassische Eisenbahnen.
Einschienenbahnen
Einschienenbahnen dienen ebenfalls dem öffentlichen Personenverkehr und fahren auf oder unter einem einzelnen schmalen Fahrweg.
Bei den Hängebahnen befindet sich das Fahrzeug unter einer Tragschiene. Die berühmte, 13 Kilometer lange Wuppertaler Schwebebahn verläuft großenteils über dem Flusstal der Wupper und wurde 1901 in Betrieb genommen. Jünger sind die H-Bahn in Dortmund und der Sky-Train in Düsseldorf, bei denen es sich um automatische, fahrerlose Systeme handelt.
Bei Sattelbahnen befindet sich das Fahrzeug oberhalb des Fahrwegs. Das Fahrzeug umfaßt hierbei den Tragkörper. Zu ihnen gehören Alwegbahnen sowie Magnetschwebebahnen wie der Transrapid.
Sonstige Bahnen
Auf Schienen fahren auch einige Fahrgeschäfte auf Jahrmärkten und in Freizeitparks, zum Beispiel Achterbahnen und Geisterbahnen.
Für Kinder gibt es Spielzeugeisenbahnen, für die Freizeitbeschäftigung die Modelleisenbahn.
Siehe auch
Öffentlicher Personennahverkehr
Rechtsgrundlagen des Bahnbetriebs
Deutschland:
In Deutschland gelten je nach Art einer Schienenbahn unterschiedliche Rechtsvorschriften für Bahnen. Die rechtliche Unterscheidung kann unter anderem von Eigentumsverhältnissen, von Merkmalen des Fahrbetriebs und von technischen Merkmalen abhängen. Je nach Zuordnung müssen die Bahngesellschaften mehr oder weniger stringente Maßnahmen befolgen.
Vom deutschen Recht werden zunächst Eisenbahnen definiert und gegenüber anderen Bahnen abgegrenzt im Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG). Öffentliche Eisenbahnen im Sinne des AEG werden weiter nach Bundeseigenen Unternehmen (mehr als 50% der Anteile) oder als nichtbundeseigene Eisenbahn (NE-Bahn) unterschieden. Bei Bundeseigenen Unternehmen und nichtbundeseigenen Eisenbahnen mit Sitz im Ausland übt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die Aufsicht aus. Für die nichtbundeseigenen Eisenbahnen mit Sitz in Deutschland liegt die Aufsicht bei den Bundesländern bei dem Landesbeauftragten für das Bahnwesen (LfB).
Der Betrieb regelspuriger öffentlicher Eisenbahnen unterliegt nach dem AEG den Bestimmungen der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO). S-Bahnen gelten als Vollbahnen und werden demgemäß ebenfalls nach EBO betrieben.
Schmalspurbahnen unterliegen der Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung für Schmalspurbahnen (ESBO).
Weitere Eisenbahn-Gesetze:
- ESO Eisenbahn Signalordnung
- EVO Eisenbahn-Verkehrsordnung
- DBGrG Deutsche Bahn Gründungsgesetz
Nichtöffentliche Eisenbahnen unterliegen der Verordnung über den Bau und Betrieb von Anschlussbahnen BOA der Länder.
Es gibt verschiedene Landeseisenbahngesetze LEG.
Straßenbahnen fahren in der Regel auf Sicht und werden nach BOStrab betrieben. Nach dem Personenbeförderungsgesetz PbefG werden U-Bahnen und Schwebebahnen den Straßenbahnen zugeordnet und unterliegen ebenfalls der BOStrab.
Für Magnetschwebebahnen gilt das Allgemeine Magnetschwebebahngesetz (AMbG)
Bestandteile von Bahnen und Bahnanlagen
Fahrzeuge
Der Fahrzeugpark von Eisenbahnen beziehungsweise Vollbahnen untergliedert sich meist in Lokomotiven und Eisenbahnwagen. Bei S-Bahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen sind dagegen Triebwagen und Triebzüge vorherrschend.
Bei den Lokomotiven ist nach der primären Antriebsenergie nach Dampflokomotiven, Diesellokomotiven und Elektrolokomotiven zu unterscheiden.
Der Wagenpark einer Eisenbahn besteht meist aus Personenwagen oder Reisezugwagen und Güterwagen.
Bei den Personenwagen gibt es besondere Ausformungen als Doppelstockwagen, Schlafwagen, Salonwagen oder Speisewagen.
- Liste der Lokomotiv- und Triebwagenbaureihen der Deutschen Bahn AG
- Liste der Lokomotiven und Triebwagen der SBB
- Liste der Lokomotiven und Triebwagen der ÖBB
- Eisenbahnfähre
- Zug (Eisenbahn)
Fahrwegsausführung
Gleise sind die Fahrbahnen für Schienenfahrzeuge. Sie bestehen in der Regel aus hintereinanderliegenden Schwellen, auf die paarweise und parallel angeordnete stählerne Schienen befestigt sind.
Die Schwellen aus Holz, Stahl oder Beton halten die Schienen im vorgesehenen Abstand zueinander, der so genannten Spurweite. Die vorherrschende Spurweite eines Landes wird als Regelspur bezeichnet, die davon nach unten oder oben abweichenden Maße als Schmalspur oder Breitspur. Aus mitteleuropäischer Sicht gilt jedoch die meistverbreitete Spurweite von 1435 mm als Regelspur. Breitspur-Bahnen gibt es in landesweiter Verbreitung zum Beispiel in Russland und Spanien.
Die Schwellen liegen in einem Bett, das meist aus Schotter oder Kies besteht. Es gibt auch Beton-Fahrbahnen, auf denen die Schienen ohne Schwellen mit Schrauben oder Klammerfedern befestigt werden.
Die Schienen, üblicherweise Vignolschienen, bestehen aus Stahlprofilen, die fortlaufend an den Enden miteinander verschraubt oder verschweißt sind. Auf den Schienen laufen die Räder der Eisenbahnfahrzeuge. Ein seitliches Abrutschen vom Gleis wird durch Spurkränze an den Rädern verhindert.
Bei Straßenbahnen werden oftmals Schienen verwendet, die den Einbau in das Straßenpflaster zulassen, sogenannte Rillenschienen. Die beiden parallelen Schienenstränge sind dann unter dem Asphalt/dem Pflaster durch stählerne Stege verbunden, die die Einhaltung der Spurweite gewährleisten.
Gleis und Bettung werden mit dem Begriff Oberbau zusammengefasst. Dämme, An-, Einschnitte sowie Brücken gehören zum Unterbau von Gleisen, mit dem Unebenheiten des Geländes ausgeglichen werden.
Das Gleis mit der Gesamtheit seiner Bauteile nimmt die Kräfte auf, die durch das Gewicht und die Geschwindigkeit der Fahrzeuge entstehen.
Abzweigungen von Gleisen werden mit Eisenbahnweichen und Kreuzungen realisiert.
Betriebseinrichtungen
- Bahnhof,
- Rangierbahnhof,
- Stellwerk
- Drehscheibe
- Bahnbetriebswerk,
- Straßenbahn-Depot
- Eisenbahnsignal
- Fahrplan,
- Hochgeschwindigkeitsverkehr,
Zugleit- und -sicherungssysteme
- Bremsanlagen
- Zugsicherungssystem
- Eisenbahnsignal
- Deutschland, Österreich
- Indusi, PZB
- LZB (Deutschland)
- Streckenblocksystem
- Schweiz
- Integra-Signum (Schweiz)
- ZUB (Schweiz, Spanien)
- Andere Länder
- RS4 Codici (Italien)
- ATC (Schweden)
- Crocodile (Belgien, Frankreich)
- TVM (Frankreich)
- ETCS (europäisches Zugsicherungssystem)
Bahngesellschaften
- Liste deutscher Eisenbahngesellschaften,
- Deutsche Bahn,
- Deutsche Bundesbahn,
- Deutsche Reichsbahn der DDR,
- Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft bis 1949
- Connex,
- Prignitzer Eisenbahn
- Liste österreichischer Eisenbahngesellschaften,
- Liste der Schweizer Eisenbahnen,
- Liste europäischer Eisenbahngesellschaften,
- Liste asiatischer Eisenbahngesellschaften,
- Liste der Museumseisenbahnen
Bahnstrecken
- Mehrgleisigkeit
- Liste von Eisenbahnstrecken in Deutschland,
- Liste der SPNV-Linien in NRW
- Liste von Eisenbahnstrecken in der Schweiz,
- Liste von Eisenbahnstrecken in Österreich,
- Semmeringbahn,
- Vogelfluglinie,
- Ostbahn,
- Nordbahn,
- Inlandsbahn (Schweden)
- Königslinie
Netzpläne
- [http://bueker.net/trainspotting/maps.php Schienenverkehr in Europa]
- Geschichte der Schweizer Eisenbahn
Siehe auch
- Portal:Bahn
- Register Bahn
- Eisenbahnstadt
- Netzspinne
- Öffentlicher Personennahverkehr
- Doppelelektrifizierung
Weblinks
- http://tc-blau-weiss-erkelenz.de/Sport/Mannschaften2005.html/ Eisenbahnromantik im Fernsehen
- http://www.trans-sib.de/ Transibirische Eisenbahn
- http://www.miba.de/links/ Links zu Eisenbahn und Modellbahn
- http://www.bahnaktuell.net/ Informationen zu Bahnen im In- und Ausland
- [http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn?&searchMode=ADVANCED Reiseauskunft der Deutschen Bahn]
- [http://www.pro-bahn.de/ Fahrgastverband PRO BAHN]
- http://www.sbb.ch/ Schweizerische Bundesbahnen
- http://www.sob.ch/ Schweizerische Südostbahn (Privatbahn)
- [http://www.railfan.de Privatbahnen in Deutschland]
- [http://bueker.net/trainspotting/maps.php Bahnnetzpläne für Europa]
- http://www.eisenbahn-webkatalog.de wohl der umfangreichste deutschsprachige Webkatalog zum Thema Eisenbahn
Kategorie:Schienenverkehr
Straßenbahn]
]
]
Die Straßenbahn, auch (z. T. umgangssprachlich) Bim, Elektrische, die Tram, das Tram (v.a. gebräuchlich in der Schweiz), offizielle Abkürzung in Deutschland Strab, ist ein fast immer elektrisch betriebenes, schienengebundenes Transportmittel im Öffentlichen Personennahverkehr, welches sich den speziellen Bedingungen des Straßenverkehrs anpasst.
Sie verkehrt in der Regel im Stadtbereich, wobei die Gleise in der Straße verlegt sind, jedoch gibt es in neuerer Zeit im Rahmen von Beschleunigungsmaßnahmen auch Strecken auf eigenem Bahnkörper und Tunnelstrecken. Als Regionalstadtbahn verbindet sie Vororte mit dem Zentrum wie in Karlsruhe oder zukünftig auch in Kassel. Zunehmend wird hier von einer Stadtbahn statt einer Straßenbahn gesprochen, die Unterscheidung ist jedoch fließend. Überlandstraßenbahnen fahren auch außerhalb geschlossener Ortschaften wie die Thüringerwaldbahn und die Kirnitzschtalbahn.
Bei Überlandstraßenbahnen ist der Übergang zur Eisenbahn oft sehr fließend und ist häufig nur von der Art der Konzession abhängig. Häufig betreiben Überlandstraßenbahnen auch Güterverkehr auf den Überlandstrecken, wobei die Güterwagen mitunter von Lokomotiven gezogen werden, während der Personenverkehr mit Straßenbahntriebfahrzeugen stattfindet.
Die Straßenbahn kombiniert die Vorteile großer Fahrgastkapazität mit dichter Haltestellenfolge. Um einen schnellen Fahrgastwechsel zu ermöglichen, haben die Fahrzeuge viele Türen, viel Stehfläche und daher weniger Sitze. Auf Überlandlinien mit längeren Haltestellenabständen gibt es dagegen weniger Türen und mehr Sitze.
Im Bereich mancher Ballungszentren wie dem Rhein-Neckar-Gebiet und dem Ruhrgebiet sind die Streckennetze mehrerer Straßenbahnbetriebe untereinander verbunden. Solche Verbindungsstrecken werden als Überlandstraßenbahnen bezeichnet und sind für Eisenbahnfreunde von besonderem Interesse.
Überlandstraßenbahn
Gesetzliche Bestimmungen
Deutschland
Straßenbahnen werden in Deutschland nach der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen, kurz BOStrab, betrieben, sie unterscheiden sich damit von den Eisenbahnen, die der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung, kurz EBO, unterliegen. Diese Trennung orientiert sich an den unterschiedlichen Betriebsanforderungen an Straßenbahnen, die üblicherweise am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen und zum Beispiel auf Sicht fahren sowie Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker) besitzen müssen, und an Eisenbahnen, die mit höheren Geschwindigkeiten vor allem auf besonderem Bahnkörper, durch Signale gesteuert und getrennt, verkehren. Mischbetrieb mit Straßenbahnfahrzeugen auf Eisenbahnstrecken und umgekehrt erfordert die Einhaltung beider Verordnungen, wenn nicht von den Aufsichtsbehörden Sondergenehmigungen erteilt werden. Derartige Bahnen werden meist als Stadtbahn bezeichnet.
Österreich
In Österreich hingegen sind Straßenbahnen Eisenbahnen im Sinne des Eisenbahngesetzes 1957 . Die näheren Bestimmungen über Betrieb, Anlagen, Fahrzeuge, Signale und dergleichen sind in der vom Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr (jetzt: Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie) auf Grund von § 19 Abs. 4 des Eisenbahngesetzes erlassenen Straßenbahnverordnung 1999 geregelt.
Schweiz
In der Schweiz werden Straßenbahnen in Art. 2 des Eisenbahngesetzes (EBG) als Nebenbahnen definiert. Gesetzliche Regelungen, welche Straßenbahnen betreffen, finden sich auf Bundesebene unter anderem in der Verordnung über Bau und Betrieb der Eisenbahnen (Eisenbahnverordnung, EBV), in der Signalisationsverordnung (SSV) sowie in Art. 48 "Regeln für Strassenbahnen" des Strassenverkehrsgesetzes (SVG), in dem festgehalten ist: "Die Verkehrsregeln dieses Gesetzes gelten auch für Eisenbahnfahrzeuge auf Strassen, soweit dies mit Rücksicht auf die Besonderheiten dieser Fahrzeuge, ihres Betriebes und der Bahnanlagen möglich ist."
Dazu kommen kantonale Regelungen, z.B. in Basel-Stadt der Grossratsbeschluss betreffend Vereinbarung mit dem Kanton Basel-Landschaft vom 26. Januar 1982 über die Basler Verkehrs-Betriebe und die BLT Baselland Transport AG.
Technik
Antrieb
Basel-Stadt]
Die ersten Straßenbahnen wurden von Pferden gezogen, es gab bald auch dampfbetriebene und 1881 erstmals elektrisch angetriebene Straßenbahnen. Vereinzelt gab es auch Bahnen mit Akkumulatoren oder Gasmotorantrieb, weitgehend setzte sich jedoch der elektrische Antrieb für Straßenbahnen durch.
Die Antriebsenergie einer elektrischen Straßenbahn wird mittels Stromabnehmer von Oberleitungen oder (in Tunneln) von Stromschienen abgenommen. Aus ästhetischen Gründen (Verzicht auf die Oberleitung) wurde manchmal auch eine Stromabnahme aus unterirdischen Stromschienen eingebaut, so z.B. auf der Wiener Ringstraße. Neuerdings werden (so in Bordeaux) wieder entsprechende Versuche mit unterirdischer Stromabnahme unterhalb des Fahrzeugbodens gemacht. Bei modernen Straßenbahnfahrzeugen werden zum Bremsen die Motoren als Generatoren geschaltet, so dass elektrische Energie zurück in die Fahrleitung gespeist wird.
Als Stromsystem wird fast immer Gleichstrom mit einer Spannung zwischen 500 Volt und 750 Volt verwendet. Der Wert der gewählten Spannung variiert von Betrieb zu Betrieb. Es gab früher auch an manchen Orten Straßenbahnen die mit Drehstrom fuhren, was aber wegen der aufwändigen dreipoligen Oberleitung nur selten angewendet wurde. In jüngster Zeit (z.B. Wiener "ULF") kommen jedoch wieder Drehstrommotoren zum Einsatz.
Fahrzeugkonstruktion
Die frühen Straßenbahnen setzten zu den elektrischen, zunächst meist zweiachsigen Triebwagen ein bis zwei angehängte Beiwagen ein, auf Überlandstrecken auch mehr. Die Beiwagen waren häufig umgebaute Wagen der vormaligen Pferdebahn. Üblich waren zwei Varianten: offene Sommerwagen sowie geschlossene Wagen für den Winter.
Die Entwicklung der Fahrzeuge war geprägt durch die Wünsche der jeweiligen Straßenbahnbetriebe, denen die Hersteller mit der Fertigung von individuellen Kleinserien folgten. Die oft kleinräumigen Raumverhältnisse in den Städten erzwangen zudem auch besondere Anpassungen, aus denen heraus beispielsweise die vorn und hinten verjüngten „Hechtwagen“ entstanden. Die frühen Straßenbahnwagen hatten häufig Längs- oder Querbänke mit einem Mittelgang, auf dem der Schaffner mit dem mancherorts in Deutschland typischen Galoppwechsler die Fahrgelder von den Fahrgästen eintrieb. Umstellungen des Betriebes auf einen festen Schaffnersitz führten zu den „Sambawagen“ mit großer Aufnahmefläche im Eingangsbereich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde erstmals bei der Hamburger Straßenbahn vierachsige Großraumwagen mit Fahrgastfluss eingeführt. Mit der Entwicklung der längeren Gelenkwagen wurden die Beiwagen zunehmend verdrängt.
In den 1980ern begann die Entwicklung der Niederflurtechnik sowie die Modularisierung der Fahrzeuge. Moderne Fahrzeuge werden von Herstellern wie Bombardier Transportation in Modulbauweise hergestellt und sind an die örtlichen Gegebenheiten anpassbar (Normalspur/Meterspur, Fahrzeugbreite, Türen rechts/links/beidseitig, Fahrt in eine oder beide Richtungen, Achsanzahl, Niederfluranteil). Beispiele für derartige Fahrzeugserien sind der Combino und die Variobahn.
Geschichte
Der Beginn der Entwicklung im 19. Jahrhundert
Variobahnwagen Typ Metropol von 1885]]
Die Entwicklung der Straßenbahnen begann mit der Einführung der Pferdebahnen oder den Rösslitrams.
Die erste wurde am 26. November 1832 in New York eröffnet. Später sind sie auf einzelnen Linien durch Dampfstraßenbahnen ersetzt worden. Die erste deutsche Dampfstraßenbahn fuhr ab 1877 in Kassel. Es wurde auch mit weiteren Antriebsarten experimentiert, doch schon bald überzeugte der elektrische Antrieb durch seine Leistungsfähigkeit.
Die erste elektrische Straßenbahn der Welt nahm am 16. Mai 1881 in Lichterfelde bei Berlin den Betrieb auf. Die von Werner von Siemens gebauten Wagen hatten eine Länge von 4,3 Metern und fuhren auf einer 2,5 Kilometer langen Strecke mit einer Geschwindigkeit von maximal 20 km/h. Die Stromaufnahme des 3,7 kW (5 PS) starken Motors erfolgte über beide Schienen. In Österreich eröffnete die erste elektrische Straßenbahn am 22. Oktober 1883 zwischen Mödling und Hinterbrühl den Betrieb, in der Schweiz am 6. Juni 1888 das erste Teilstück der Tramway Vevey-Montreux-Chillon.
Zulassung in Deutschland
Tramway Vevey-Montreux-Chillon]
Genehmigungen, Konzessionen und Betriebsvorschriften von Straßenbahnen wurden in Deutschland zunächst von lokalen und regionalen Behörden, Eisenbahnverwaltungen und Aufsichtsbehörden allein oder in gemeinsamer Abstimmung vorgegeben, wobei selbst innerhalb eines Landes lokal uneinheitlich vorgegangen wurde. Die ersten Pferdebahnen wurden offenbar durchgängig bereitwillig genehmigt und die Vorschriften meist von den Polizeidirektionen erlassen. Sie wurden dabei mehr den Pferdeomnibussen gleichgestellt, wobei zunächst offen war, ob sie als Eisenbahnen betrachtet werden sollten oder nicht.
Richtungsweisend war schließlich das preußische Gesetz über Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen vom 28. Juli 1892, in dem dreierlei unterschieden wurde: Bahnen ohne Maschinenbetrieb (Pferdebahnen) – die regionalen Polizeibehörden unterstanden, Kleinbahnen mit Maschinenbetrieb (zu denen auch die Straßenbahnen zählten) – die dem Kleinbahngesetz unterlagen, und Eisenbahnen – die der Eisenbahngesetzgebung unterstanden. In den Ausführungsbestimmungen von 1898 wurden die Kleinbahnen differenziert in Straßenbahnen und nebenbahnähnliche Kleinbahnen. In der Folge setzte in Preußen ein Boom im Kleinbahn- und Straßenbahnbau ein, da die Gesetzeslage jetzt einheitliche und gegenüber Eisenbahnen erheblich vereinfachte Betriebsvorschriften und Genehmigungen vorsah. Angeregt durch diesen Erfolg übernahmen andere deutsche Länder den Grundgedanken dieser Gesetzgebung.
Auch in der Weimarer Republik bestanden diese Regelungen fort. Die Eisenbahngesetzgebung wurde bereits in den 1920er Jahren vereinheitlicht, aber erst 1937 die ab 1. April 1938 deutschlandweit geltende Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen, kurz BOStrab, erlassen und frühere Gesetze aufgehoben. Fortan wurde nur mehr zwischen Straßenbahnen einerseits und Eisenbahnen andererseits unterschieden.
Die Verkehrsunternehmen, die bisher unter die Kleinbahngesetzgebung der Länder fielen, mussten entscheiden, ob sie ihren Betrieb zukünftig als Straßenbahnen oder als Eisenbahnen durchführen wollten. Bedingt durch die vorangegangene unterschiedliche gesetzliche Entwicklung in den deutschen Ländern wurden ab 1938 zum Beispiel die großen Straßenbahn- und Kleinbahnnetze an Rhein und Ruhr (Preußen) bis auf Ausnahmen als Straßenbahnen betrieben, im Land Baden wurden vergleichbare elektrische Überlandbahnen zu Eisenbahnen.
Seit 1938 wurden die Bestimmungen immer wieder aktuellen Erfordernissen und Bedingungen angepasst; die Grundprinzipien – die Unterscheidung zwischen Straßenbahn und Eisenbahn mit vereinfachten Betriebsvorschriften für die Straßenbahn – blieben bis heute erhalten.
Verbreitung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
In rascher Folge sind weltweit viele Straßenbahnbetriebe – in Deutschland gab es diese um 1900 in circa 150 Städten – gegründet worden und verdrängten alle andere Traktionsarten. Die Straßenbahn entwickelte sich zum Massentransportmittel. Sie beeinflusste in maßgeblicher Weise Entwicklung und Planung der Städte, indem sie das Umland mit der Stadt verband und durch kostengünstige Reisemöglichkeiten und ihre große Beförderungskapazität die Bedingungen für die Ansiedlung großer Industrien an der Peripherie der Städte schuf.
Am Anfang des 20. Jahrhundert entstanden überwiegend in Europa und den USA sehr viele Bahnen, die auch außerhalb der Städte aus Kostengründen nicht auf eigener Trasse, sondern auf bereits vorhandenen Straßen verkehrten, ohne als Straßenbahn konzipiert zu sein. Die Konflikte mit dem Straßenverkehr waren durchaus programmiert und auch gewünscht. So haben sich manche Konzessionsbetriebe lange Zeit geweigert, ihre Schienen so zu verlegen, dass diese von anderen Fahrzeugen passiert oder überquert werden konnten. Diese Epoche wird als die Zeit der Eisenbahnschlachten in der Verkehrsgeschichte gehandelt.
Konflikt
Um 1920 war der Höhepunkt der Straßenbahnentwicklung erreicht, als in Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien fast alle Groß- und Mittelstädte, aber auch viele Kleinstädte über Straßenbahnen verfügten. Zu jener Zeit waren ausgedehnte Überlandstraßenbahnnetze sehr verbreitet. Weltweit existierten damals über 3.000 Straßenbahnbetriebe, nur wenige davon in Afrika und Asien. Es bestanden neben sehr großen Netzen auch diverse Klein- und Kleinstbetriebe, und in den Großstädten existierten oft mehrere, bis zu zwei Dutzend, einzelne, private Betriebe nebeneinander.
Zunächst in Nordamerika, später auch in Europa und den anderen Kontinenten, reduzierte sich mit dem Aufkommen des Individualverkehrs die Zahl der Straßenbahnen. Die Betriebe mussten häufig geschlossen werden, da vielerorts jahrzehntelang kaum noch in sie investiert wurde und sie fast vollständig veraltet waren. Für die stillgelegten Straßenbahnen sind häufig Oberleitungsbussysteme eingerichtet worden, in der Mehrzahl überwogen jedoch Omnibusse mit Verbrennungsmotoren.
Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
Verbrennungsmotor
Die Stilllegungswelle verlangsamte sich zunächst durch den 2. Weltkrieg, da viele Busse für den Kriegsdienst verwendet wurden. Obwohl in der Sowjetunion nach Beendigung des Krieges ab 1945 neue Betriebe eröffnet wurden, nahm insgesamt die Zahl der Straßenbahnen ab. In vielen Städten wurden die zerstörten Straßenbahnen nicht wieder aufgebaut und weiter durch Busse ersetzt. Zudem war damals die Meinung vorherrschend, die Straßenbahn zerschneide und behindere den automobilen Verkehrsfluss und deshalb wurden auch nicht zerstörte Linien stillgelegt.
Um 1970 schien sicher zu sein, dass in wenigen Jahrzehnten der letzte Straßenbahnbetrieb geschlossen werden würde. So wurden in jener Zeit überwiegend der Einsatz von Omnibussen und der Bau von U-Bahnen gefördert. Doch die weltweite Entwicklung schlug eine andere Richtung ein. Der extrem angestiegene Individualverkehr in den Städten hatte die Lebensqualität und die Ölkrise das Bewusstsein der Menschen derart verändert, dass eine neue Verkehrspolitik notwendig war.
Besonders Deutschland, aber auch zahlreiche andere Staaten, hatten sich inzwischen um eine Modernisierung ihrer Straßenbahnen bemüht, in dem sie sie durch eigene Gleiskörper und den Bau einzelner Tunnelabschnitte von den Behinderungen des Individualverkehrs unabhängiger machten. Aus der Straßenbahn entstand so mancherorts eine Stadtbahn. Die nun zunehmenden Fahrgastzahlen bewiesen die Akzeptanz der Veränderung durch die Bevölkerung. Die Einführung der Niederflurtechnik zeigte die Möglichkeiten und die Bequemlichkeit des bewährten Verkehrsmittels.
Verbreitung ab Ende des 20. Jahrhunderts
Niederflurtechnik]
Niederflurtechnik]]
Eine weltweite Trendwende begann ab 1980 zunächst in Nordamerika, etwas später dann auch in Europa, als neue Straßen- und Stadtbahnbetriebe eröffnet wurden. Obwohl seitdem auch einige kleine und unrentable Betriebe stillgelegt wurden, stieg durch Neueröffnungen die Anzahl der Straßenbahnbetriebe insgesamt an. Dort, wo neue Betriebe eröffnet und bestehende Netze erweitert wurden, überschritten die Fahrgastzahlen in der Regel sämtliche Prognosen.
Die Wiedereinführung der Straßenbahn ging vielfach mit einem Umbau der durch sie genutzten Straßen und auch der Stadtzentren einher, indem man die Aufteilung des Straßenraumes veränderte. Die Flächen für den Individualverkehr wurden reduziert und Straßenbahn, Radfahrer sowie Fußgänger bekamen mehr Platz. Besonders in Frankreich, aber auch in den USA, findet man Beispiele derartiger Verkehrspolitik.
Die teilweise Benutzung vorhandener oder brachliegender Eisenbahnstrecken – Karlsruhe war und ist hier beispielgebend – schaffte weitere Möglichkeiten der Erschließung neuer Verkehrsräume. Die Menschen waren nun in der Lage, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ohne Umsteigen zügig die Stadtzentren zu erreichen.
Sogar von Güterstraßenbahnen, die früher gang und gäbe waren, wird wieder gesprochen. In Dresden wird auf der Straßenbahn mittlerweile ein Güterverkehr zur Versorgung der VW-Manufaktur (Gläserne Manufaktur) betrieben. Der Transport der Fahrzeugteile geschieht mit einer eigens dafür gefertigten Güterstraßenbahn, der CarGoTram. Auch in Wien ist derzeit eine Studie mit dem Projekttitel Güterbim in Auftrag, die die Straßenbahn als Gütertransportmittel innerhalb der Stadt untersucht.
Perspektiven
Gab es um 1980 nur noch etwa 300 Straßenbahnbetriebe weltweit, so sind es heute schon wieder rund 360. Laut UITP, des internationalen Verbands für öffentliches Verkehrswesen, sind gegenwärtig zudem etwa 100 Straßen- und Stadtbahnsysteme im Bau beziehungsweise in Planung.
Dort, wo Buslinien nicht mehr leistungsfähig genug und U- oder S-Bahnen nicht rentabel sind, ist die Straßenbahn das ideale Verkehrsmittel. Sie verkehrt mit hoher Geschwindigkeit durch Tunnelabschnitte und auf eigenen Gleiskörpern, an manchen Orten benutzt sie heute auch Eisenbahnstrecken mit und erschließt das Umland. Sie ist umweltfreundlich, leistungsfähig und kann sicher, weil spurgeführt, durch autofreie Bereiche und enge Altstadtgassen fahren. Den Städten wird so ein schon verloren geglaubtes Stück Lebensqualität zurückgegeben.
Nach Einschätzung der UITP wird sich die seit Anfang der 1980er Jahre veränderte Verkehrspolitik fortsetzen. Diese macht einerseits durch den stärkeren Umweltschutzgedanken das Verkehrsmittel Straßenbahn wieder populär und verhindert andererseits geplante U-Bahnvorhaben aufgrund nicht ausreichender finanzieller Mittel. Obwohl es in Zukunft sicher weiterhin zu einzelnen Stilllegungen kleiner oder unrentabler Betriebe kommen wird, ist also insgesamt mit einer weiteren Zunahme der Straßenbahnbetriebe zu rechnen.
U-Straßenbahn
Als U-Straßenbahn werden Straßenbahnen bezeichnet, die unterirdisch und dadurch unbehindert vom sonstigem Verkehr fahren. U-Straßenbahnen waren in manchen Städten die Vorgänger von U-Bahnen und wurden auch als Premetro oder Stadtbahnen bezeichnet.
Regionaltypisches
U-Straßenbahn in Dresden]]
In Wien wird die letzte Straßenbahn in der Nacht als die Blaue bezeichnet. Diese Bezeichnung rührt daher, dass das Liniensignal der jeweils letzten Garnitur blau unterlegt war. Außerplanmäßige Einschubzüge werden durch ein Zebrasignal, eine schwarz-weiß quergestreifte Karte im Fahrerfenster, gekennzeichnet.
In zahlreichen deutschen und Schweizer Städten wird die letzte Bahn der Nacht als Lumpensammler bezeichnet.
In Gotha verkehrt die Linie 4 als Überlandstraßenbahn bis Tabarz, genannt die Thüringerwaldbahn.
Thüringerwaldbahn]
In Frankfurt am Main verkehrt als Touristenattraktion der Ebbelwei-Express nach festem Fahrplan. Im Fahrpreis ist ein Glas Apfelwein enthalten. Es ist die einzige Straßenbahnlinie, auf der Fahrkarten noch bei einem Schaffner erworben werden müssen. In Helsinki ist nach ähnlichem Konzept eine Straßenbahn als rollendes Pub unterwegs.
In Zwickau verkehren RegioSprinter der Vogtlandbahn gemeinsam mit der Zwickauer Straßenbahn auf einem Dreischienengleis zwischen der Stadthalle und der Haltestelle Zentrum.
In Gmunden findet sich der älteste, steilste (10 % Steigung) und kleinste Straßenbahnbetrieb Österreichs, bis heute im Linienbetrieb.
In Dresden betreibt die Dresdner Verkehrsbetriebe AG die zeitweilig weltlängsten Straßenbahnen vom Typ Niederflurstadtbahnwagen NGT D12DD. Diese haben eine Länge von 45m. Längere Bahnen werden zum Beispiel in Budapest eingesetzt. Spezielle Straßenbahnen (CarGoTram) werden zum Gütertransport verwendet, insbesondere zur Gläsernen Manufaktur von Volkswagen am Großen Garten.
Volkswagen
In Chemnitz verbinden Niederflur-Straßenbahnen der City-Bahn Chemnitz GmbH die Stadt mit dem Umland und befahren dabei sowohl das Straßenbahnnetz der Chemnitzer Verkehrs AG (CVAG) als auch das Schienennetz der DB. Die Pilotstrecke des sogenannten "Chemnitzer Modells" führt über eine Länge von 23 Kilometer vom Chemnitzer Stadtzentrum in die Stadt Stollberg.
In Stuttgart ist die Straßenbahn ein Auslaufmodell. Ihr Aussterben ist definitiv beschlossen. Von zahlreichen Linien ist heute nur noch die Linie 15 übrig, die allerdings ebenfalls schon auf Stadtbahnbetrieb umgestellt wird.
Bim
Stuttgart
Bim ist ein in Österreich gebräuchlicher Kosename für die "Straßenbahn", es ist die Abkürzung des süddeutschen bzw. österreichischen Begriffs Bimmelbahn. Bimmeln meint das Betätigen der lauten Fußglocke durch den Fahrer der Straßenbahn. Der meist wohlwollend verwendete Begriff hat sich auch durch den Ausdruck "Bim un | | |