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Baku

Baku

Baku (aserbaidschanisch Bakı; türkisch Bakü, persisch باکو) ist die Hauptstadt Aserbaidschans mit 1.116.513 Einwohner in der eigentlichen Stadt. 1.850.119 Menschen leben in der ganzen Stadtprovinz auf einer Fläche von 2.130 Quadratkilometer, was etwas kleiner als das Saarland ist (Stand jeweils 1. Januar 2005).

Geografie

Geografische Lage

Saarland Die Stadt liegt an der westlichen Küste des Kaspischen Meeres, am Ufer der Abşeron-Halbinsel.

Stadtgliederung

Baku ist in elf Bezirke und 48 Stadtgemeinden eingeteilt. Dazu zählen Gemeinden auf Inseln und Inseln auf Stützen, die so genannten Ölfelsen, teilweise 100 Kilometer von Baku entfernt im Kaspischen Meer.

Klima

Das Klima ist sonnig und trocken mit gelegentlich aufkommenden orkanartigen Winden.

Geschichte

Klima Baku wurde im Jahr 885 erstmals schriftlich erwähnt und zwar mit Gründung der Dynastie der Bagratiden. Archäologen datierten erste Funde einer Siedlung allerdings auf 8000 v. Chr. Der persische Schirwan Schah Ahistan I. machte Baku im 14. Jahrhundert zu seiner Hauptstadt. Es gibt mehrere Theorien über die Herkunft des Namens, die populärste ist die Ableitung von den persischen bad kube und bedeutet Stadt der Winde. Baku besteht aus drei Städten:
- der Altstadt (aserbaidschanisch iceri sheher),
- der Gründerzeitstadt,
- der sowjetischen Stadt. Die Altstadt liegt im Zentrum Bakus und ist gleichzeitig eine Festung. 2000 wurde das Viertel innerhalb der Festungsmauern zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Die meisten Mauern und Türme, die nach der russischen Eroberung 1806 verstärkt wurden, stehen seit persischer Zeit. Das Viertel mit einem Labyrinth enger Straßen und alten Häusern ist pittoresk. Weltberühmt sind der Palast der Khane von Schirwan, die Karawansereien, der Jungfrauenturm aus dem 11. Jahrhundert, die Bäder und die Djuma Moschee. Die Altstadt hat dutzende kleiner Moscheen, oft ohne ein Zeichen, das sie von anderen Gebäuden unterscheidet. Die Gründerzeitstadt im Süden der Altstadt wurde nach dem enormen Ölboom zum Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. 1873 kam Robert Nobel nach Baku. Der ältere Bruder von Ludvig und Alfred Nobel gründete in Baku die Ölgesellschaft Nobel Brothers Petroleum Producing Company. Die Firma wurde in wenigen Jahren das führende Unternehmen auf dem Weltmarkt. Die Ölkönige von Baku ließen sich neogotische und Jugendstilpaläste von westeuropäischen Architekten erbauen. Der Ölboom endete nach der russischen Revolution 1905. Wütende Arbeiter randalierten in Baku. Nach dem Sieg der Bolschewiki wurden die Ölkönige enteignet, die Nobels mußten Aserbaidschan verlassen. In den Millionärsanwesen sind heute v.a. Kunst-, Geschichts- und Literaturmuseen untergebracht. Manche befindet sich aber auch in Privatbesitz und ist an Expatriates vermietet. Andere haben in den Zeiten des Umsturzes 1992/1993 den Besitzer gewechselt und bietet Verwandten der herrschenden Äliyev-Familie ein angenehmes Leben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bolschewiki Das moderne Baku dehnt sich außerhalb der Festungsmauern aus. Seine Straßen und Gebäude klettern die Hügel rund um die Bucht von Baku empor. Die Stadt beherbergt mehrere Universitäten, Hochschulen und Theater. Der Märtyrerfriedhof ist dem Andenken jener gewidmet, die ihr Leben im Krieg mit Armenien verloren haben, aber auch jener 137 Menschen, die am 19. und 20. Januar 1990 getötet wurden, als sowjetische Panzer die Straßen von Baku einnahmen. Seit 1996 befindet sich in Baku ein 310 Meter hoher Fernsehturm in Stahlbetonbauweise, der Fernsehturm Azeri.

Wirtschaft

Die Grundlage der Wirtschaft von Baku ist das Erdöl. Die Existenz des Erdöls ist seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Im 15. Jahrhundert wurde das Öl für Lampen von Quellen entnommen, die an die Oberfläche traten. 1848 fand in Baku die erste Ölbohrung der Welt statt. Die wirtschaftliche Ausbeutung des Erdöls begann 1872 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Ölfelder von Baku die größten der Welt. Sie erbrachten die Hälfte der Welterdölproduktion. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren die Ölreserven an Land erschöpft und die Bohrungen wurden in das Meer ausgedehnt. Am 25. Mai 2005 wurde die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline in Betrieb genommen, mit 1.760 Kilometern Länge die längste und technisch aufwändigste Pipeline der Welt. Baku ist eines der bedeutendsten Zentren für die Produktion von Ausrüstungen für die Ölindustrie. Im Zweiten Weltkrieg ging es bei der Schlacht um Stalingrad um die Kontrolle über die Ölfelder von Baku.

Siehe auch


- Bakuer Luftverteidigungsarmee

Söhne und Töchter der Stadt


- Vladimir Akopian, armenischer Schachgroßmeister
- Frangis Ali-Sade, aserbaidschanische Pianistin und Komponistin
- İlham Əliyev, Politiker und Präsident Aserbaidschans
- Anar, moderner aserbaidschanischer Schriftsteller
- Rustam Ibragimbekow, aserbaidschanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmproduzent
- Kara Karajew, aserbaidschanischer Komponist
- Garri Kimowitsch Kasparow, Schachspieler armenisch-jüdischer Abstammung
- Lew Dawidowitsch Landau, Physiker
- Müslüm Maqomayev, Sänger
- Teymur Rəcəbov, aserbaidschanischer Schachgroßmeister
- Tatjana Jakowlewna Satulowskaja, Schachgroßmeisterin
- Awet Terterjan, armenischer Komponist
- Aziza Mustafa Zadeh, Komponistin, Pianistin und Sängerin
- Lotfi Zadeh, Erfinder der Fuzzy-Mengenlehre und Fuzzy-Logik
- Vagif Mustafa Zadeh, Komponist und Pianist

Weblinks

Hochschulen
- [http://www.ab.az/ Webpage Azərbaycan Milli Elmlər Akademiyası]
- [http://www.science.az/en/ Webpage Azerbaijan National Academy of Science] (en)
- [http://www.khazar.org/ Webpage Khazar University] (en)
- [http://www.wu.edu.az/ Webpage Western University] (en)
- [http://www.aztu.org/ Webpage Азербайджанский Технический Университет] (ru)
- [http://www.aztu.org/eng/ Webpage Azerbaijan Technical University] (en)
- [http://www.bsu.az/ Webpage Bakı Dövlət Universiteti]
- [http://www.bsu.az/ Webpage Baku State University] (en)
- [http://www.qafqaz.edu.az/ Webpage
Qafqaz Universitəsi]
- [http://www.qafqaz.edu.az/journal/index00.html Webpage
Qafqaz University] (en) Landkarten
- [http://www.travel-images.com/az-maps.html Stadtplan von Baku] (en)
- [http://www.travel-images.com/sumgait-map.jpg Plan von Baku und Umgebung] (ru) Video
- [http://www.schaetze-der-welt.de/video.php?video=281&quality=45 Video: Baku. Im Land des Feuers] Reisebericht 2005 und weitere Informationen über Azeri
- [http://www.magnitka.de/baku.html Reisebericht Aserbaidschan] Kategorie:Hauptstadt in Asien Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Ort in Aserbaidschan ja:バクー

Türkische Sprache

Die türkische Sprache (Eigenbezeichnung: Türk dili) oder kurz: Türkisch (Türkçe) ist die Amtssprache in der Türkei und gehört zu den Turksprachen. Als Alternativbezeichnung ist auch aus der Turkologie Türkiye Türkçesi (Türkeitürkisch) bekannt. Türkisch enthält zahlreiche Mundarten, wobei heute die Istanbuler Mundart die türkische Hochsprache bildet. Weitere Mundarten innerhalb der Türkei werden in der Schwarzmeerregion sowie in Ostanatolien und der Ägäis gesprochen. Das moderne Türkisch gehört zu den südlichen Turksprachen.

Verbreitung

südlichen Turksprachen Das heutige Türkisch ist die Muttersprache von rund 65 Millionen Menschen in der Türkei oder von gut 90 % der dortigen Bevölkerung (1987). 845.550 Menschen benutzen Türkisch in Bulgarien (1986), 37.000 in Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Aserbaidschan (Schätzungen 1979). Für 180.000 Menschen ist Türkisch die Muttersprache auf Zypern und für 128.380 in Griechenland (1976). 63.600 Sprecher leben 1984 in Belgien, etwa 170.000 in Österreich (2000) und rund 2 Millionen in Deutschland (2003). Ferner sprachen 1982 in Rumänien noch 14.000 und auf dem Gebiet von Ex-Jugoslawien, insbesondere Mazedonien 250.000 türkisch. 1990 war Türkisch im Irak noch für rund 3.000 und im Iran für 2.570 Menschen die Muttersprache. In den USA lebten 1970 24.123 Sprecher des Türkischen, und für Kanada wurden 1974 8.863 türkische Muttlersprachler angegeben. In Frankreich gaben 1984 rund 135.000 und in den Niederlanden knapp 150.000 Menschen Türkisch als Muttersprache an. 1988 wurden in Schweden rund 5.000 Türkischsprachige registriert. Zurzeit (2004) sprechen ungefähr 80 Millionen Menschen Türkisch.

Geschichte

Die heutige türkische Sprache geht direkt auf das Oghusische zurück, die Sprache der östlichen Turk-Stämme, die einst in Zentralasien siedelten und ab dem 8./10. Jahrhundert von den anderen konkurrierenden uyghurisch-türkischen Stämmen in den Westen verdrängt wurden. Daher zählte einst auch die Sprache der Göktürken, Seldschuken und der späteren Osmanen zu den westlichen Turksprachen. Das Türkische ist stark vom Arabischen und zu einem geringeren Teil auch vom Persischen beeinflusst. Dieser Einfluß war in der Vergangenheit jedoch wesentlich größer. Liste arabischer und persischer Fremdwörter im heutigen Türkisch Nach der Gründung der Türkischen Republik 1923 begann man in den 1930er Jahren, die fremden Lehnwörter durch türkische Wörter zu ersetzen. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen, so dass sich immer noch viele Wörter persisch-arabischen Ursprungs finden. Im 20. Jahrhundert kamen weitere Begriffe aus europäischen Sprachen hinzu, vor allem aus dem Französischen. Die Türk Dil Kurumu, die „Gesellschaft der türkischen Sprache“, ist eine staatliche Einrichtung, die 1932 zur Returkisierung und Modernisierung der türkischen Sprache gegründet wurde. Als die engsten Verwandten der türkischen Sprache gelten heute das Aserbaidschanische und das Turkmenische. Im weitesten Sinne zählt auch der balkantürkische Dialekt der Gagausen im heutigen Moldawien zu den engeren Verwandten des Türkischen.
- Siehe auch: Vergleichende Betrachtung der Turksprachen

Alphabete

Hauptartikel: Neues türkisches Alphabet Die alten Osttürken oder Oghusen waren ein bedeutendes Kulturvolk, sie besaßen in der türkischen Runenschrift ein bescheidenes alttürkisches Schrifttum. Ab dem 10. Jahrhundert galten die Oghusen als islamisiert, und sie übernahmen die arabische Schrift, die um persische Zusatzzeichen ergänzt war. Allerdings war dieses Alphabet für die lautreiche türkische Sprache sehr ungeeignet. Anfang 1926 nahm Kemal Atatürk im aserbaidschanischen Baku an einem Kongress der Turkologen teil, bei dem u. a. die Schaffung einer Lateinschrift für die Turkvölker gefordert wurde. (Aserbaidschan hatte schon seit 1922 eine lateinisch-basierte Schrift: das einheitliche türkische Alphabet.) Seit 1928 wird das Türkische durch eine von Kemal Atatürk mitentwickelte Variante der lateinischen Schrift wiedergegeben. Atatürk nannte dieses neue Schriftsytem Neues türkisches Alphabet. Grundlage für die Neuschreibung der Wörter (wie für die allgemeine Sprachreform) war die Istanbuler Mundart. Bei den Schreib- und Ausspracheregeln existieren keine Ausnahmen. Das türkische Alphabet umfasst 29 Buchstaben, wobei jedem Laut ein Buchstabe zugeordnet ist: a b c ç d e f g ğ h ı i j k l m n o ö p r s ş t u ü v y z

Besonderheiten bei der Aussprache

Die übrigen Laute werden wie im Deutschen ausgesprochen.
Die Buchstaben ä, q, w, x und ß werden im Türkischen nicht verwendet; j steht meist in Fremdwörtern.

Grammatik

Das Türkische ist eine agglutinierende Sprache und unterscheidet sich somit wesentlich von den indogermanischen Sprachen. Das bedeutet, dass alle grammatischen Formen durch eine (eindeutige) Endung angezeigt werden. Dabei können mehrere Endungen aufeinander folgen, wobei die Reihenfolge festgelegt ist. Beispiel: Uçurtmayı vurmasınlar. – „Sie sollen den Drachen nicht runterschießen.“ (Filmtitel) Man könnte den Satz wie folgt zerlegen:  Uçurtma-yı vur-ma-sın-lar. – „Drachen-den runterschießen-nicht-sollen-sie.“
Die Endung -yı zeigt den bestimmten Akkusativ an; -ma steht für die Verneinung; -sın steht für den Imperativ, -lar für die 3. Person Mehrzahl. Bei der Suffigierung, also beim Anhängen der Endungen, spielt die Vokalharmonie eine große Rolle: die Vokale der Endungen richten sich nach dem letzten Vokal des Stammwortes bzw. der vorhergehenden Endung. Man unterscheidet hierbei die große Vokalharmonie, bei der ein Endungsvokal zu ı, i, u oder ü werden kann, und die kleine Vokalharmonie, die a und e als Alternativen kennt. Ein Beispiel für die kleine Vokalharmonie ist die Endung -da/-de für die Ortbestimmung: bahçede (im Garten), aber: lokantada (im Restaurant). Als Beispiel für die große Vokalharmonie dient die Endung -li/-lı/-lu/-lü; („aus ... stammend“): Berlinli (aus Berlin), aber: Ankaralı, Bonnlu, Kölnlü. Es kommt vor, dass infolge der Vokalharmonie mehrere Endungen mit dem gleichen Vokal aufeinander folgen (z. B. huzursuzsunuz: „ihr seid unruhig“). Da dies auch beim für deutsche Ohren offenbar lustig anmutenden ü der Fall ist (z. B. üzgünsünüz: „ihr seid traurig, es tut euch leid“), wird das Türkische in Deutschland manchmal als „ü-Sprache“ bezeichnet. Das Türkische kennt fünf Fälle (Nominativ, Dativ, Akkusativ, Ablativ und Lokativ, mitunter wird der Genitiv als sechster Fall genannt). Als Zeitformen sind im Wesentlichen zu nennen: (bestimmtes) Präsens, Aorist, Optativ, (bestimmtes) Präteritum, Narrativ, Dubitativ sowie zusammengesetzte Zeitformen, hinzu kommen Passiv und Konditional. Nebensätze werden meist durch sogenannte Konverben ausgedrückt. Weiterhin kennt das Türkische keinen Artikel und kein grammatisches Geschlecht.

Wortschatz

Einige Beispiele für Lehnwörter aus anderen Sprachen: aus dem Arabischen: fikir (Idee), hediye (Geschenk), resim (Bild), alkol (Alkohol), saat (Uhr, Stunde) aus dem Persischen: pencere (Fenster), şehir (Stadt), hafta (Woche) aus dem Französischen: lüks (Luxus), kuzen (Cousin), pantolon (Hose), kuaför (Friseur), hoparlör (Lautsprecher), kamyon (Lastwagen), sürpriz (Überraschung) aus dem Griechischen: liman (Hafen), kutu (Schachtel) aus dem Italienischen: kamyon (Lastwagen) aus anderen Sprachen: pikap (Plattenspieler), şalter ([Licht-]Schalter), tişört (T-Shirt)

Siehe auch


- Türkischsprachige Kultur in Deutschland
- [http://www.turan.tc/restur/index.htm Türkische Völker heute (Fotogalerie)] Der Language Code ist tr bzw. tur (nach ISO 639).

Weblinks


- [http://www.omniglot.com/writing/turkish.htm Verschiedene türkische Alphabete und Sprachbeispiele]
- [http://www.weberberg.de/infoport/tuerkisch/ Ein mit vielen Fotos illustrierter Online-Türkischkurs mit Übungen]
- [http://www.goereme.net/tuerkce.htm Grundwortschatz 50]
- [http://www.wdr5.de/funkhauseuropa/dossiers/detail.phtml?dossier_id=58 Aussprache des Türkischen, Sendereihe zum Online-Hören vom WDR, Real Audio und MP3]
- [http://cali.arizona.edu/maxnet/tur Online-Kurs (englisch) mit Soundausgabe, 10 Lektionen] Kategorie:Turksprachen ja:トルコ語


Aserbaidschan

Aserbaidschan (aserbaidschanisch Azərbaycan/Azärbaycan) ist ein Turkstaat am Kaspischen Meer.

Geographie

Lage

Aserbaidschan liegt im Kaukasus und grenzt an Russland, Georgien, Armenien und den Iran. In der Autonomen Republik Nachitschewan, die eine Exklave darstellt, besitzt Aserbaidschan eine elf Kilometer lange Grenze mit der Türkei. Die Republik Aserbaidschan liegt bei 44° bis 52° östliche Länge und 38° bis 42° nördliche Breite.

Landschaftsbild

Es hat eine Fläche von 86.600 Quadratkilometer, davon 5.500 Quadratkilometer die Autonome Republik Nachitschewan. Mindestens 15% des Staatsgebiets werden vom Nachbarland Armenien kontrolliert, einschließlich Berg-Karabach und dessen Verbindungswegen nach Armenien. Der höchste Berg ist der Bazardüzü im Kaukasus mit 4.466 m. Der größte See ist der Sarisu mit 67 km². Die Kura mündet nach 1.515 km Länge in das Kaspische Meer. Zum Staatsgebiet gehören auch die Inseln Pirallahi und Tschilow auf dem Kaspischen Meer. Die Halbinsel Abşeron besitzt etliche Ölfelder. Das Land ist zu 11,5 % von Wald bedeckt, 1,6 % von Wasser und 50 % der Fläche nimmt Ackerland ein. Es leben etwa 18.000 Tierarten, darunter 102 Säugetierarten in Aserbaidschan.

Klima

In der sub-tropischen Zone gelegen weist das Klima Aserbaidschans erhebliche reliefbedingte Unterschiede auf. In den Niederungen herrscht Halbwüsten- und Steppenklima; in den Küstengebieten dagegen liegt ein subtropisches Klima vor. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 13,1°C.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Baku 1.116.513 Einwohner, Gäncä 303.268 Einwohner, Sumqayıt 265.150 Einwohner, Mingäçevir 95.453 Einwohner, Qaraçuxur 72.989 Einwohner und Äli Bayramlı 70.220 Einwohner. Siehe auch: Liste der Städte in Aserbaidschan

Bevölkerung

Die Republik Aserbaidschan hat 8.328.000 Millionen Einwohner. 90% der Bevölkerung gehören zum Turkvolk der Aserbaidschaner. Den restlichen Anteil (10%) bilden Russen, Ukrainer, Talyschen, Juden, Kurden, Awaren, Mescheten (106.000), Tataren, Türken, Armenier, Georgier sowie Lesgier. 52% der Bevölkerung leben in Städten. 28% der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt. Das Bevölkerungswachstum beträgt 0,89%. Infolge des bewaffneten Konflikts mit Armenien und der seit 1993 andauernden armenischen Besetzung dieser Gebiete leben 700.000 bis 800.000 Aserbaidschaner (Stand 2003) als Flüchtlinge unter miserablen Lebensbedingungen. Staats- und Amtssprache ist seit Ende der Sowjetunion allein Aserbaidschan-Türkisch (Eigenbezeichnung Azərbaycan Türkcəsi). Seit Dezember 1992 gilt wieder die türkisch-lateinische Schrift (siehe Neues türkisches Alphabet) und diese ist seit 2001 allgemein für den amtlichen Schriftverkehr verbindlich. Die Bedeutung des Russischen nimmt immer mehr ab. Es wird allerdings in der offiziellen Korrespondenz mit den anderen GUS-Staaten und der russischen Minderheit im Lande weiterhin verwendet. Siehe auch: Turksprachen

Religionen

Vorherrschende Religion ist der Islam. Aserbaidschan ist außer dem Iran, dem Irak und Bahrain das einzige Land mit schiitischer Bevölkerungsmehrheit: Über 2/3 der Aserbaidschaner bekennen sich zur schiitischen und nur 1/3 zur sunnitischen Glaubensrichtungen. Während der Sowjetzeit war die Religionsausübung in Aserbaidschan wie auch in anderen zentralasiatischen Ländern verboten. Allerdings liegt die Zahl der Muslime, die den Islam praktizieren, etwas weniger als 60%. Bei den Frauen ist das Kopftuch nur bedingt verbreitet. In Aserbaidschan leben heute noch 25 - 30.000 Juden. Sie lassen sich in drei Gruppen unterteilen: aschkenasische Juden europäischer Herkuft, sogenannte Bergjuden mit einer eigenen Sprache, dem Tat, und georgische Juden. Am 9. März 2003 wurde in der Hauptstadt Baku eine neue Synagoge eröffnet.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Aserbaidschans Am östlichen Rande des Südkaukasus gelegen, gehört Aserbaidschan zu den ältesten industriellen Produktionsstätten von Energieträgern wie Öl und Gas. Bereits im frühen Mittelalter gehörte das als „griechisches Feuer“ bekannte Erdöl zum Exportschlager der Region um die Halbinsel Abscheron in Aserbaidschan. Im persischen Reich der Sassaniden dienten die Fundstätten von Öl und Gas auf dem Gebiet von Abscheron und in anderen Ortschaften von Aserbaidschan nicht nur der Bereicherung des kaiserlichen Schatzamtes, sondern erlangten auch ihre Bedeutung als wichtige Kultstätten der damals herrschenden zoroastrischen Religionslehre. Bis heute kann man in vielen Bezirken Aserbaidschans die Überreste der alten zoroastrischen Tempel in Ortschaften mit besonders intensiven natürlichen Erdgasemissionen finden. Die Ölfelder Abscherons wurden nach der Islamisierung Aserbaidschans als Quelle der sagenhaften finanziellen Wohlfahrt berühmt und zum Eigentum der religiösen Stiftungen (waqf) erklärt. Somit trugen sie erheblich zum Erhalt und ihrer Blüte bei. Der groß angelegte industrielle Abbau der kohlenwasserstoffhaltigen Energieträger auf dem Gebiet des heutigen Aserbaidschans ist jedoch auf engste Weise mit der so genannten „russischen“ Periode der Geschichte des Landes verbunden. Die russische Kolonialverwaltung im nördlichen Teil des Landes trieb Anfang der 1870er Jahre energisch die Versteigerung des Staatslandes auf der Halbinsel Abscheron voran. Ziel war es, private Investitionen für den Abbau der wirtschaftlich attraktiven Ressourcen der Region zu gewinnen. Der darauf folgende wirtschaftliche Aufschwung, verbunden mit der enormen Produktionssteigerung auf den Feldern von Abscheron, schaffte eine erfolgreiche Grundlage für die autarke Versorgung der russischen Wirtschaft mit wichtigen Produkten der petrochemischen Industrie wie Kerosin, Masut und Schmierstoffe. Während 1893 noch 51% der Weltförderung auf die USA und 46% auf Russland entfielen, hatte 1898 das Bakuer Revier die US-amerikanische Ausbeute überholt und stieg zum weltgrößten Erdölfördergebiet auf, welches auch den westeuropäischen Markt versorgte und sich mit amerikanischen Exporteuren einen harten Konkurrenzkampf lieferte. Nach der Sowjetisierung 1920 und der Verstaatlichung aller aserbaidschanischen Produktionsstätten erfolgten neue Investitionen in die petrochemische Industrie Aserbaidschans. Die Folge war ein erheblicher Anstieg der Produktion, obwohl die direkte Kontrolle seitens der Moskauer Zentrale über die strategischen Ressourcen Aserbaidschans keine Möglichkeit zur Einflussnahme auf die Verteilung der Produktion seitens der aserbaidschanischen Republikführung zuließ. 1941 lieferte Aserbaidschan immerhin 175 Millionen Barrel Erdöl, was einem Anteil von 75% in der gesamtsowjetischen Produktion entsprach. Es ist deshalb nicht überraschend, dass die Ölfelder von Baku zu strategischen Zielen des Kaukasus-Feldzuges der Wehrmacht während des 2. Weltkrieges erklärt wurden. Mit der Exploration der neuen gigantischen Ölfelder in anderen Regionen der UdSSR, insbesondere in Westsibirien, ging die Bedeutung der aserbaidschanischen Ölquellen im wirtschaftlichen Leben der Sowjetunion allmählich zurück. Die hohe Qualität des aserbaidschanischen Erdöls, gemessen an seinem niedrigen Schwefelanteil, ermöglichte jedoch auch später seinen Einsatz als Treibstoff für Flugobjekte, insbesondere für Militärflugzeuge und Raketen. Außerdem lieferten die in Baku ansässigen Ausbildungseinrichtungen weiterhin das notwendige Fachpersonal für die sowjetische petrochemische Industrie. Das verursachte Chaos durch die militärischen Auseinandersetzungen um die Berg-Karabach-Region führte in ersten Jahren der Unabhängigkeit (erklärt am 18. Oktober 1991) zum Rückgang der gesamten nationalen Öl- und Gasförderung. In den nächsten Jahren wurde das niedrigste Förderungsniveau registriert: acht bis neun Millionen Tonnen jährlich.

Politik

Regierung

Aserbaidschan ist eine Präsidialrepublik mit einem Ein-Kammer-Parlament. Die Verfassung wurde am 12. November 1995 verabschiedet. Das aserbaidschanische Parlament, die Nationalversammlung (milli mäclis) hat 125 Sitze, die bislang nach einem gemischten Proportional- und Mehrheitswahlsystem für eine Periode von fünf Jahren gewählt werden. Ein Parlamentssitz wird für den Wahlkreis Berg-Karabach (Dağliq Qarabağ) freigehalten. Das Parlament wurde am 4. November 2000 für fünf Jahre gewählt. Die nächsten Wahlen finden am 6. November 2005 statt. Dann wird nach einem reinen Mehrheitswahlrecht in 125 Wahlkreisen gewählt. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der in geheimer, allgemeiner Wahl für die Periode von fünf Jahren gewählt wird. Das Amt des Staatspräsidenten hat İlham Äliyev (auch Ilham Alijew), Sohn des zuvor verstorbenen Staatspräsidenten Heydär Äliyev, inne. Er gehört der regierenden Partei Yeni Azərbaycan an. Nach der Wahl vom 15. Oktober 2003 verkündete man ein Ergebnis von über 80% für ihn. Er ließ sich am 31. Oktober 2003 inaugurieren. Ministerpräsident ist seit dem 4. November 2003 wieder Artur Rasizadä von der Präsidentenpartei Neues Aserbaidschan. Außenminister ist Elmar Mämmädyarov.

Opposition und Kritik an der Regierung

Die Opposition warf der Regierung bei den Präsidentenwahlen im Oktober 2003 Wahlbetrug vor. Internationale Wahlbeobachter (unter anderem von der OSZE) berichteten von Fälschungen und Einschüchterungsversuchen. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses kam es am 16. Oktober in der Hauptstadt Baku zu Unruhen, bei denen mindestens zwei Menschen getötet, viele verletzt und mehrere Oppositionspolitiker festgenommen wurden. Seit der Unabhängigkeit Aserbaidschans verlief außer der Präsidentenwahl 1992, aus der Äbülfäz Elçibäy als Sieger hervorging, jede Wahl undemokratisch. Der Oppositionspolitiker Qabil Hüseynli bezeichnet Aserbaidschan als "halbfeudal, von Clans und der Mafia beherrscht". Neun der zehn reichsten Männer des Landes sind Mitglieder der Regierung. Unter ihnen ist auch der Polizei- und der Zoll-Chef.

Mitgliedschaften in internationalen Institutionen

EBRD, Europarat, GUS, GUAM, IWF,NATO-Partnerschaft für den Frieden, OATCT, OSZE, Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation, UNO, Weltbank.

Der Konflikt um Berg-Karabach

Aserbaidschan befindet sich in einer langdauernden Auseinandersetzung mit der Nachbarrepublik Armenien um Berg-Karabach, ein Gebiet auf aserbaidschanischem Territorium, das mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird, sich 1991 für unabhängig erklärte und inzwischen durch armenische Streitkräfte besetzt wurde. Für Details zu diesem Konflikt siehe den Artikel Berg-Karabach.

Militär

Es besteht eine allgemeine Wehrpflicht ab dem 18. Lebensjahr. Dauer: 1,5 Jahre Streitkräfte: 72.100 Der Anteil der Militärausgaben am BSP ist mit 6,6 Prozent im internationalen Vergleich sehr hoch.

Verwaltungsgliederung

BSP Aserbaidschan gliedert sich in:
- 59 Rajons (Rajonlar; Rajon - Singular),
- 11 Städte (Saharlar; Sahar - Singular),
- 1 Autonome Republik (Muxtar Respublika). Die Autonome Republik Nachitschewan gliedert sich in sechs Rayons und ein Sahar. 1. Babäk 2. Julfa 3. Naxçıvan Sahari 4. Ordubad 5. Sädäräk 6. Şahbuz 7. Şärur

Infrastruktur

Eisenbahnnetz: 2123 km (davon 1300 km elektrifiziert) Straßennetz: 24.981 km (92,3% befestigt) Motorisierung: 49 Kfz/1.000 Einwohner Internationaler Flughafen: Baku Hafen: Baku

Wirtschaft

Die Wirtschaft Aserbaidschans wächst sehr schnell. Das BIP stieg im Jahr 1999 um 7,4%, 2000 um 11,4% und 2001 um 9,9%. Diese Entwicklung basiert zu einem großen Teil auf einer expansiven Erdölindustrie, welche den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes darstellt. Zwischen 2000 und 2005 wuchs das BIP pro Kopf von 652 auf 1400 US-Dollar. Trotzdem leben nach Berechnungen der Weltbank 47 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Aserbaidschan fördert 477.000 Barrel (159 Liter) Erdöl pro Tag (2005). Für den Export des Öls wurde die BTC-Ölpipeline (Baku-Tiflis-Ceyhan-Ölpipeline) gebaut und im Sommer 2005 eröffnet. Sie kann täglich eine Millionen Barrel Rohöl von Baku in die türkische Hafenstadt Ceyhan transportieren. Die Kapazität kann später auf 1,8 Mio. Barrel pro Tag erhöht werden. Die Gewinne aus der Rohstoffförderung sollen in Zukunft in einen staatlichen Ölfonds fließen. Mit diesem soll für die Zukunft Aserbaidschans nach dem Ölzeitalter vorgesorgt und makroökonomische Stabilität geschaffen werden. Ein weiteres Ziel des Präsidenten Alijew ist es, die Armut zu mindern und damit der Opposition potentielle Unterstützer zu nehmen.

Kultur

Berühmte Aserbaidschaner


- Üsejir Hadschibejow (
- 18. September 1885 in Schuscha; † November 1948 in Baku) war ein Komponist und Autor der ersten Oper (namens "Leyli und Medschnun") im islamischen Orient
- Muhammed Fuzuli (
- 1495; † 1556) war ein Dichter aus dem Gebiet des heutigen Irak, der für seine lyrischen Werke eine besondere Berühmtheit im orientalischen Kulturkreis erlangt hatte
- Kara Karajew (
- 1918; † 1982), Fikret Amirow (
- 1922; † 1984) und Faradsch Karajew (
- 1943) sind die bekanntesten Komponisten klassischer Musik in Aserbaidschan
- Rashid Behbudov (
- 1915 in Tiflis, Georgien; † 1988) war einer der berühmtesten Sänger des Landes mit internationaler Bekanntheit, trat als lyrischer Tenor in der Oper auf und erhielt die Auszeichnung zum "Volkskünstler der UdSSR". Heute ist ein Theater in Baku nach ihm benannt.
- Aziza Mustafa Zadeh (
- 19. Dezember 1969 in Baku) ist eine Komponistin, Pianistin und Sängerin
- Vagif Mustafa Zadeh (
- 1940 in Baku/Aserbaidschan; † 16. Dezember 1979 in Taschkent/Usbekistan) war ein Komponist und Pianist. Die von Vagif entwickelte musikalische Stilrichtung ist eine Mischung aus Jazz, Elementen der klassischen Klaviermusik und traditioneller aserbaidschanischer Improvisationsmusik Mugam, einem musikalischen Modalsystem, das Intervalle, Melodieführung und Rhythmus bestimmt.
- Lotfi Zadeh (
- 1921 in Baku): Erfinder der "Fuzzy Logik"
- Anar(
- 1938 in Baku) ist berühmter moderner aserbaidschanischer Schriftsteller. In Deutschland war besonders sein Roman "Der Lift fährt vorbei"(1978)) bekannt, der über unglückliche Liebe zwischen Tähminä und Saur erzählt, die an den konservativen Traditionen der Gesellschaft scheitert.
- Nizami, (
- um 1141 in Gäncä, aserb. auch Gəncə, † 1209) war ein bedeutender persischer Dichter.
- Faslullah Naimi Täbrisi(† 1394 im Schloss Alindschaqala in der Nähe von Naxçıvan), berühmter aserbaidschanischer Philosoph und Dichter, Gründer der Khurufismus-Lehre
- Imadäddin Näsimi (
- 1370 in Schamachi-Aserbaidschan, † 1447 in Aleppo (Syrien)) war berühmter aserbaidschanischer Dichter und Verbreiter der Khurufismus-Lehre
- Gasim bej Zakir
- Abdurrahim bej Hagwerdijew
- Mirzä Fätäli Axundov (
- 1812 in Nukha(Schäki)-Aserbaidschan; † 27. Februar 1878 in Tiflis), Schriftsteller, Aufklärer,Philosoph, Autor der ersten Theaterkomödien im islamischen Orient und des ersten Entwurfes des lateinischen Alphabets für Türkvölker
- Yusif Wäsir Tschämänsäminli (
- 1887 ; † 1943), Schriftsteller, nach aserbaidschanischen und türkischen Quellen Autor des berühmten Romans Ali und Nino
- Müslüm Maqomayev (
- 17. August 1942 in Baku), berühmter aserbaidschanischer Opern- und Schlagersänger
- Natavan
- Mirsä Schäfi Waseh (
- 1792 in Gäncä, aserb: Gəncə † 1852), berühmter aserbaidschanischer Dichter, dessen Versen Friedrich von Bodenstedt 1851 in die deutsche Sprache übersetzt und unter dem Namen "Lieder des Mirza-Schaffy" in Deutschland veröffentlicht hat. Das Buch hatte Riesenerfolg und wurde in mehrere andere europäische Sprachen übersetzt.
- Dirigent Maestro Niyasi(
- 1912 † 1984)
- Rustam Ibrahimbekov(
- 1939 in Baku), berühmter aserbaidschanischer Schriftsteller, Drehbuchautor vom Kultfilm "Weiße Sonne der Wüste" (Beloje solntse pustini), und des preisgekrönten Films "Von der Sonne Ermüdeten" (1994, Utomljonnije solntsem), Mitglied der Europäischen Filmakademie
- Tahir Salachow
- Maler Togrul Narimanbekow
- Mähsäti Gändschäwi, berühmte aserbaidschanische Dichterin im 12.Jh.

Aserbaidschanische Küche

Die aserbaidschanische Küche ist vielfaltig und ähnelt der türkischen Kürche, wobei es viele gemeinsame Gerichte gibt. Die dickflüssige Suppe Piti z.B. ist ein Hammelfleischeintopf mit Kichererbsen. Dovga ist eine Suppe aus scharfem Joghurt, Spinat und anderen Kräutern mit Reis und Fleischklößchen oder ohne (je nach Republikgebiet). Eine Variante des Hauptgerichtes Dolma besteht aus u.a. mit Kräutern gewürztem Hackfleisch und Reis, gefüllt in den Weinblättern. Dolma gibt es auch aus Auberginen, Paprika, Zwiebeln und anderem Gemüse. Eine Variante des Hauptgerichtes Plow besteht aus Reis, Hammelfleisch und zusätzlichen Zutaten. Das Gericht gibt es in verschiedenen Arten. So gibt es z.B. Plow mit Hühnerfleisch und Kastanien anstelle von Hammelfleisch. Auch Früchte (z.B. Granatapfel), Gemüse, Kräuter oder Trockenobst werden häufig verwendet. Ein beliebtes Erfrischungsgetränk ist Schärbät, das aus Milch oder Zitrone, Minze oder Basilikum, oder aber auch aus vielen anderen verschiedenen Früchten zubereitet wird.

Siehe auch


- Turkrepubliken

Weblinks


- [http://www.umweltbundesamt.org/fpdf-l/2529.pdf Umweltprobleme in Aserbaidschan]
- [http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/51a43250d61caccfc1256aa1003d7d38/27b3a87cf303a239c1256e9e002f0b78?OpenDocument Amnesty International Jahresbericht 2004 über Aserbaidschan]
- [http://www.eurasianet.org/resource/azerbaijan/index.shtml Azerbaijan News (englisch)]
- [http://www.azer.com/aiweb/categories/magazine/ai101_folder/101_articles/101_goltz_speech.html A Decade of Useless War Remembered (englisch)]
- [http://www.mfa.gov.az/eng/armenian_aggresion/history.shtml Außenpolitische Geschichte des Landes (Außenministerium) (englisch)]
- [http://www.azstat.org/indexen.php Statistikbehörde Aserbaidschan (englisch)]
- [http://www.azerin.com/members/rabite/ganliyanvar/Bloodly_January1990.htm Blutiger Januar - 1990 (bebildert,englisch)]
- [http://www.ncsj.org/AuxPages/012203Baku.shtml Eröffnung der Synagoge in Baku (englisch)]
Kategorie:Staat Kategorie:Kaukasus ja:アゼルバイジャン ko:아제르바이잔 ms:Azerbaijan simple:Azerbaijan th:ประเทศอาเซอร์ไบจาน zh-min-nan:Azerbaijan

Klima

Der Begriff des Klimas steht für die Gesamtheit aller meteorologischen Erscheinungen, die für den gemittelten Zustand der Erdatmosphäre an einem Ort verantwortlich sind. Das Klima wird dabei jedoch nicht nur von Prozessen innerhalb der Atmosphäre, sondern vielmehr durch das Wechselspiel aller Sphären der Erde geprägt. Es umfasst zudem unterschiedlichste Größenordnungen, wobei vor allem die zeitliche und räumliche Dimension des Klimabegriffs von entscheidender Bedeutung für dessen Verständnis sind. Die Wissenschaft, die die Gesetzmäßigkeiten des Klimas, dessen Eigenschaften, Entwicklung und Erscheinungsbild erforscht, bezeichnet man als Klimatologie.

Der Klimabegriff

Etymologie

Das Wort Klima (Mehrzahl: Klimata, Klimate) stammt vom griechischen Verb κλίνειν [klinein], welches übersetzt „neigen“ bedeutet. Dies bezieht sich auf die Schiefe der Erdekliptik. Im 20. Jahrhundert hat sich dabei das Begriffsverständnis von der Wettergesamtheit (Fedoroff 1927) hin zur Synthese des Wetters (WMO 1979) entwickelt.

Zeitliche Dimension

Als Abgrenzung zum Wetter (Zeitrahmen: Stunden bis wenige Tage) und zur Witterung (Zeitrahmen: einige Tage bis circa eine Woche, im Extremfall auch ein Monat oder eine Jahreszeit) versteht man Klima als einen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten (meist 30 Jahre) statistisch bereinigten Zustand der Erdatmosphäre. Man bedient sich dieser statistischen Methoden, um kurzfristige Schwankungen des Wetters zu filtern und charakteristische Werte bezüglich verschiedener meteorologischer Größen zu erhalten, welche in ihrer Gesamtheit wiederum das Klima eines Ortes beschreiben. Hierbei stehen vor allem die Langzeittrends im Zentrum des Interesses, welche jedoch gegenläufig zu den Extremen bei langen Referenzzeiträumen verwischen. Basis für das Klima ist dabei jedoch immer das Wetter und die in Wetterstationen bzw. Wetter- und Umweltsatelliten erfassten Daten. Ausgehend von dieser Datenbasis stellen sich für die zeitliche Dimension des Klimabegriffs die Frage, wie wechselhaft das Wetter ist und welche Schwankungen daher die meteorologischen Größen aufweisen, welche das Wetter hinreichend beschreiben. Je größer diese Schwankungen sind, desto weniger repräsentativ ist eine statistische Auswertung der Daten eines kurzen Referenzzeitraumes. Der Anspruch ein vornehmlich ortspezifisches Klima und eben nicht nur zeitspezifische Wetterphänomene zu charakterisieren, ist in diesem Falle nicht aufrecht zu erhalten.
Doch auch Langzeitauswertungen verlieren durch diese Schwankungen partiell ihren Aussagegehalt, weshalb insbesondere ein Mittelwert im Allgemeinen nicht ausreicht, um das Klima zeitlich richtig einzuschätzen. Eine Niederschlagsverteilung von einem Starkregen innerhalb eines halben Jahrzehntes und sonstiger Dürre als Mittelwert der Jahresniederschläge auf die fünf Einzeljahre zu verrechnen, illustriert die verzerrenden Effekte, welche aus einer unzureichenden Anwendung dieser statistischen Methoden erwachsen können. Betrachtet man das Klima eines Ortes mit einem Referenzzeitraum von 1000 Jahren, so hat man sicher alle Extremereignisse gefiltert, jedoch gilt dies bei einem solch langen Zeitraum auch für alle kurzfristigen Schwankungen. Selbst wesentliche Trends, wie der kleinen Eiszeit, könnten durch die Wahl eines solchen Zeitraums schlicht übersehen werden. Betrachtet man jedoch die Datenlage in Bezug auf weit zurück liegende Zeitalter, so zeigt sich hierbei, dass die zur Verfügung stehenden Klimaarchive nur über sehr lange Referenzzeiträume eine Auskunft bieten. Das Bestreben diese Zeiträume zu reduzieren und so auch in Bezug auf die Klimageschichte kurzfristigere Trends in der Entwicklung des Klimas mit zu erfassen, ist eine wesentliche Bestrebung der Paläoklimatologie. Diese modifizierenden Einflüsse richten sich aber immer nach dem konkreten Anwendungsfall und können nicht von vornherein und allgemeingültig festgelegt werden. Man kann sie nur nach einer Auswertung der Daten beantworten, um hierüber den Bezugs- oder Referenzzeitraumraum festlegen zu können, welcher angepasst an die Datenlage eine repräsentative Ermittlung des jeweiligen Klimacharakters und der zugehörigen Entwicklungstrends ermöglicht. Ausgehend von der Problematik der Referenzzeiträume hat die World Meteorological Organization so genannte Klimanormalperioden festgelegt. Diese umfassen einen fest definierten Referenzzeitraum von 30 Jahren. Die festgelegten Intervalle sind die schon abgeschlossenen Zeiträume von 1931 bis 1960 und 1961 bis 1990, sowie die derzeitige Klimanormalperiode von 1991 bis 2020. Sie dienen unter anderem der Vergleichbarkeit der klimatischen Größen untereinander und werden hierbei vor allem zur Darstellung dieser Größen in Klimadiagrammen herangezogen. Viele Prognosen der zukünftigen Klimaentwicklung beziehen sich hierbei auf das Jahr 2050, also das Ende der nächsten Klimanormalperiode.

Räumliche Dimension

Der Begriff Klima wird oft mit dem Weltklima bzw. globalen Klima gleichgesetzt. Hierbei zeigt sich jedoch, dass globale Trends und Mittelwerte in keiner Weise repräsentativ für einzelne Standorte sein müssen. Eine globale Temperaturerhöhung von einem Grad Celsius ist also lediglich eine Abstraktion, welche sich jedoch nicht mit lokalen Wetterbeobachtungen decken muss, was auch über einen längeren Klimazeitraum in der Regel seine Gültigkeit behält. Ihr kann lokal eine Erhöhung oder Erniedrigung von weit größerem aber auch weit kleinerem Ausmaß entgegen stehen, weshalb auch beispielsweise ein lokaler „Rekordsommer“ auf globalem Niveau „verschwinden“ kann und umgekehrt.
Diese lokalen Effekte sind näher an den realen Auswirkungen der sehr abstrakten globalen Tendenzen und im Rahmen dessen, dass auch meteorologische Werte lokal und nicht global erfasst werden, von außerordentlichem Interesse. Nicht zuletzt werden auch die Einflüsse des Klimas auf den Menschen und dessen vitale Interessen, wie beispielsweise der Landwirtschaft, durch die lokalen Entsprechungen globaler Tendenzen geprägt. Weil sich aus den großen räumlichen Unterschieden auch Unterschiede in der Methodik ergeben, hat sich eine dreistufige Einteilung der Maßstäbe bewährt.
- Das Mikroklima beschränkt sich auf wenige Meter bis einige Kilometer, zum Beispiel ein Zimmer, eine Wiese oder ein Straßenzug.
- Das Mesoklima bezieht sich auf Landschaften oder Länder bis zu einigen hundert Kilometern Ausdehnung.
- Das Makroklima beschreibt kontinentale und globale Zusammenhänge. Während beim Wetter eine enge Bindung zwischen Größenordnung und Dauer eines Phänomens bestehen, zeigt sich dieser Zusammenhang bei klimatischen Betrachtungen nicht oder kaum.

Mikroklima

Mikroklima bezeichnet das Klima im Bereich der bodennahen Luftschichten bis etwa 2 Meter Höhe oder das Klima, dass sich in einem kleinen, klar umrissenen Bereich (zum Beispiel zwischen Gebäuden in einer Stadt) ausbildet. Es wird entscheidend durch die Nähe der Bodenoberfläche und die dortige Bodenreibung des Windes geprägt. Hier herrschen schwächere Luftbewegungen, aber größere Temperaturunterschiede. Die Verschiedenheit des Bodens, des Geländes, der Hanglage und des Pflanzenbewuchses kann auf engem Raum große Klimagegensätze hervorrufen. Das Mikroklima ist besonders für niedrig wachsende Pflanzen von Bedeutung, da sie ihr klimaempfindlichstes Lebensstadium in der bodennahen Luftschicht durchlaufen.
Aber nicht nur die Pflanzen, auch der Mensch ist dem Mikroklima direkt ausgesetzt. Insbesondere in nicht-natürlichen Lebensräumen wie Städten kann das Mikroklima durch die unterschiedlichen Baumaterialien, die Architektur, der Variabilität der Sonneneinstrahlung (Beschattung) oder die Modifikation des Windfeldes erheblich von den regionaltypischen Gegebenheiten abweichen, wobei diese Abweichungen sehr labil sind und sich auch durch kleine Eingriffe, wie den Bau oder Abriss eines Hauses, empfindlich und schlagartig ändern können. Da sich diese Einflüsse mit der Zeit nahezu überall ergeben und auch externe Faktoren sehr leicht einwirken kann, basieren Mikroklimate in der Regel nicht aus jahrzehntelangen Messreihen, sondern werden vielmehr durch Erfahrung und tabellierte Vergleichsdaten abgeschätzt.

Mesoklima

Zu den Mesoklimaten werden unterschiedlichste Einzelklimate zusammen gefasst, welche eine Ausdehnung zwischen einigen hundert Metern und wenigen hundert Kilometer besitzen, sich im Regelfall jedoch im unteren Kilometerbereich befinden. Aufgrund dieses breiten aber dennoch lokalen Spektrums, spielen hierbei viele Felder der angewandten Meteorologie und Klimatologie eine große Rolle. Beispiele hierfür sind das Stadtklima oder das Regenwaldklima. Generell werden alle Lokalklimate und Geländeklimate zu den Mesoklimaten gezählt, also beispielsweise das Lokalklimate von Ökosystemen, wobei bei diesen der Übergang zu den Mikroklimaten fließend ist.

Makroklima

Vom Makroklima spricht man bei großskaligen Effekten mit einer Ausdehnung von mehr als in etwa 500 Kilometern. Hierzu zählen daher vor allem die Elemente der globalen Zirkulation und des großen marinen Förderbandes. Auch das Weltklima selbst zählt hierzu. Als Orientierung in Abgrenzung zu Mesoklimaten werden alle die gesamte Erde umspannenden, sowie ozean- bzw. kontinentweit wirksamen Effekte zu den Makroklimaten gezählt. Weniger eindeutig, jedoch im Regelfall zutreffend, ordnet man auch überregionale Effekte wie den Monsun, den El Niño oder sehr große Regionalklimate wie den brasilianischen Regenwald mit zu den Makroklimaten. Alle Makroklimate stehen dabei in einer engen gegenseitigen Wechselwirkung und beeinflussen sich daher auf vielfältige Weise, wobei vor allem diese Wechselwirkungen noch nicht vollständig verstanden und Thema aktueller Forschung sind. Letztlich kann aufgrund dessen kein Makroklimat für sich allein betrachtet werden und in ihrem dynamischen Zusammenspiel führen sie direkt zum umfassenden Konzept des globalen Klimas.

Klimafaktoren

Unter Klimafaktoren versteht man verschiedenste Prozesse und Zustände, durch welche das Klima hervorgerufen, erhalten oder verändert wird. Man unterscheidet nach primären und sekundären Klimafaktoren, wobei die primären Klimafaktoren elementarer Natur sind und sich die sekundären Klimafaktoren demzufolge aus den primären Klimafaktoren ableiten. Zu Ersteren zählen die Sonnenstrahlung, die Land-Meer-Verteilung, die Zusammensetzung der Erdatmosphäre und die Höhe des Standortes. Zwar lassen sich diese oft auch auf Ursachen wie die Plattentektonik oder astrophysikalische Phänomene zurückführen, diese selbst sind jedoch nicht direkt am Klima beteiligt und werden daher nur indirekt zu den Klimafaktoren gezählt. Die sekundären Klimafaktoren beinhalten verschiedene Kreisläufe und Zirkulationssysteme der Erde, welche sich direkt oder indirekt aus den primären Klimafaktoren ergeben. Hierzu zählen vor allem die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre, die Meeresströmungen, der Wasserkreislauf und bedingt auch der Kreislauf der Gesteine. Auch regionale Zirkulationssysteme wie El Niño, La Niña und Monsune werden hierzu gezählt. Zusätzlich differenziert man auch in einigen Anwendungsfällen danach, ob die Klimafaktoren bzw. deren Wandel anthropogenen oder natürlichen Ursprungs sind.

Klimasysteme

Die Klimasysteme stellen eine Erweiterung des Konzeptes der Klimafaktoren dar. Das Klimasystem der Erde setzt sich hierbei aus seinen verschiedenen Geosystemen zusammen: der Atmosphäre, der Lithosphäre, der Hydrosphäre, der Biosphäre, der Pedosphäre und der Kryosphäre. Die Schwankungen innerhalb und Wechselwirkungen zwischen den Geosystemen bezeichnet man hierbei als Klimarauschen. Der energetische Antrieb des Klimasystems liegt in der Solarstrahlung und zu einem geringen Anteil auch in der Erdwärme, wobei diese in Form des Vulkanismus einen wesentlich entscheidenderen Auswirkung auf die stoffliche Zusammensetzung der Erdatmosphäre und damit deren Strahlungshaushalt besitzt. Entscheidend für das Wechselspiel der Klimasysteme ist deren unterschiedliche zeitliche Dynamik. Betrachtet man das Klima in sehr kurzen Zeiträumen, beispielsweise den Klimanormalperioden, so kann man viele klimatisch entscheidende Faktoren vernachlässigen, da diese nur über sehr lange Zeiträume einem Wandel unterliegen. Die Drift der Lithosphärenplatten prägt auf lange Sicht die Land-Meer-Verteilung und den Meeresspiegel, beträgt aber nur rund 3 bis 20 Zentimeter pro Jahr und ist damit in kurzen Zeitspannen irrelevant. Man kann an diesem Beispiel erkennen, dass die klimatische Rolle eines Klimasystems immer einen bestimmten Zeitraum bzw. einer zeitlichen Trägheit zuzuordnen ist. Diese Trägheit kann im Falle der Lithosphäre Jahrmillionen betragen oder im Falle der Atmosphäre nur wenige Jahre bis Jahrzehnte. Insbesondere kann sich die Zusammensetzung der Atmosphäre sehr schnell ändern, wirkt ihrerseits jedoch nur in sehr langen Zeitskalen auf eine Veränderung der Zusammensetzung der Lithosphäre hin. Diese Skalen sind jedoch nicht zwingend, wie beispielsweise der Vulkanismus zeigt. Der Begriff des Klimasystems ist jedoch nicht allein auf das Klimasystem der Erde als Ganzes beschränkt, sondern kann auch auf niederskalige Systeme angewandt werden, wobei diese dann wiederum Teile des globalen Klimasystems darstellen. Beispiele hierfür sind das Land-Seewind System oder die Monsunsysteme.

Klimaelemente

Als Klimaelement bezeichnet man jede messbare Eigenschaft des Klimasystems der Erde, welche einzeln oder durch ihr Zusammenwirkungen das Klima auf unterschiedlichen Ebenen prägen und für dessen Charakterisierung genutzt werden können. Es handelt sich dabei meist um meteorologische Größen, welche im Zuge der Wetterbeobachtungen in Wetterstationen erfasst werden, aber auch Größen aus der Ozeanologie und den Geowissenschaften allgemein. Man unterscheidet sie nach danach, ob sie Bestandteile in den verschiedenen Haushalten des Klimasystems sind (Budget-Elemente) oder dies eben nicht sind (Nichtbudget-Elemente). Auch unterscheidet man nach Zustandsgrößen, Prozessgrößen und Feldgrößen. Klimaelemente:
- Luftdruck - gemessen durch Barometer;
- Luftfeuchtigkeit - gemessen durch Hygrometer;
- Wind - gemessen durch Anemometer;
- Niederschlag - gemessen durch Hydroskope (Regenmesser);
- Verdunstung, unterschieden nach potenzieller und realer Verdunstung - meist abgeleitet oder/und geschätzt aus anderen Größen wie Temperatur und Niederschlag;
- Ein- und Ausstrahlung - komplizierte Erfassung aus Messungen, Schätzungen und Berechnungen, siehe auch Globalstrahlung, Albedo und Milanković-Zyklen;
- Salzgehalt der Meere - gemessen durch Salinometer;
- Meeresströmungen;
- Wassertemperatur;
- Eisdicke bzw. Schneehöhe und deren Dichte. Nichtbudget-Elemente:
- Albedo
- Sonnenscheindauer
- Bewölkung - statistisch erfasst bzw. gemessen durch Radaraufnahmen;
- Rauhigkeitshöhe
- Zirkulationsindizes Durch globale Mittelwerte der Temperatur lässt sich beispielsweise feststellen, ob ein Jahr kälter oder wärmer war als ein langjähriger Durchschnitt. Gleiches gilt jedoch auch für die Monats-, Wochen und Tagesmitteltemperatur. Man kann sich jedoch auch auf andere Größe wie den Niederschlag beziehen. Eine andere Aufgabenstellung wäre es beispielsweise die Jahres-, Monats-, oder Tageshöchsttemperaturen mit einem klimatischen Mittelwert zu vergleichen, wobei bei letzterem jedoch nur ein sehr begrenzte Aussagefähigkeit besteht, da die Abweichung der Temperaturen eines Tages zu einem langjährigen Durchschnittswert stark abweichen.

Klimageschichte

Hauptartikel: Klimageschichte Das Klima der Erde wandelt sich über lange Zeiträume hinweg. So wechselten sich im Pleistozän immer wieder Warm- und Kaltzeiten gegenseitig ab und tun dies vielleicht auch noch bis heute (Holozän). Anhand von Klimaarchiven wie arktischen Eisbohrkernen, geologischen Ablagerungen (Sedimente), Fossilien und Jahresringen versteinerter Bäumen lassen sich diese Klimaveränderungen über viele Perioden zurückverfolgen. Je mehr man dabei in die Vergangenheit vordringt, desto weniger Datenmaterial steht zur Verfügung und man ist gezwungen immer größere Zeiträume zu betrachten, bis man schließlich Ungenauigkeiten erreicht, die mehrere Millionen Jahre ausmachen können. Dadurch werden Effekte wie die längerfristige Änderung der Solarkonstante, die Kontinentaldrift und die Erdbahnvariabilität von immer entscheidenderer Bedeutung, während diese bei kurzfristigen Klimawandelprozessen von anderen Faktoren überlagert werden und nur eine geringe Rolle spielen. Allein durch diese unterschiedliche zeitliche Perspektive wandelt sich jedoch auch der Klimabegriff, was bei einer Nichtberücksichtung dieses Effekts zu Widersprüchlichkeiten zwischen der Paläontologie/Geologie und der Klimatologie führen kann. Korrigiert man jedoch die zeitliche beziehungsweise teilweise auch räumliche Perspektive, so lösen sich diese Widersprüchlichkeiten in der Regel auf.

Klimawandel

Hauptartikel: Klimaveränderung und Globale Erwärmung In jüngerer Zeit steigen die Jahresmittelwerte der Temperatur, seit einem Tiefpunkt 1880, mit Schwankungen an. Daraus wird, neben vielen anderen Indizien und Faktoren, eine fortschreitende globale Erwärmung abgeleitet.

Aspekte

Die wichtigsten externen Ursachen von Klimaveränderungen liegen in der Variabilität der Sonneneinstrahlung, der Vulkanaktivität und gesonderten Großereignissen wie Meteoriteneinschlägen. Bei der Erdatmosphäre handelt es sich um ein chaotisches System, welches in bestimmten Fällen vergleichsweise plötzlich umschlagen kann, obwohl es vorher oft nur sehr träge auf bestimmte Einflüsse reagierte, beispielsweise in dem diese durch negative Rückkopplungen abgeschwächt wurden. Es gibt jedoch zahlreiche Effekte, die dazu führen, dass eine negative Rückkopplung sehr schnell in eine positive Rückkopplung umschlägt und so jegliche Trends der Klimaentwicklung mit einer potenziellen Unsicherheit behaftet sind. Dabei kann die Ursache des Umschlags selbst sogar in der Vergangenheit liegen. Der durch die statistischen Daten beschriebene Klimacharakter und das Klima selbst sind hier jedoch zu unterscheiden. Ziel der Klimatologie ist es den Unterschied zwischen beiden zu minimieren, jedoch kann dies aufgrund der Komplexität des Klimas und hierdurch bedingten Notwendigkeit einer Vereinfachung immer nur einen Näherungscharakter besitzen. Siehe auch: Treibhauseffekt, Ozonloch, Sommeranomalie

Klimafolgen

Als Klimafolgen bezeichnet man nicht die Folgen des Klimas, denn diese sind omnipotent und eindeutig, sondern die Folgen des Klimawandels, besonders in Bezug auf den Menschen. Siehe auch: Klimafolgen, Klimafolgenforschung

Klimamodelle

Hauptartikel: Klimamodell Ein Klimamodell ist ein Computer-Modell zur Berechnung und Vorhersage des Klimas für eine bestimmten Zeitabschnitt. Das Modell basiert in der Regel auf einem Meteorologiemodell, wie es auch zur numerischen Wettervorhersage verwendet wird. Dieses Modell wird jedoch für die Klimamodellierung erweitert, um alle Erhaltungsgrößen korrekt abzubilden. In der Regel wird dabei ein Ozeanmodell, ein Schnee- und Eismodell für die Kryosphäre und ein Vegetationsmodell für die Biosphäre angekoppelt. Klimamodelle stellen die komplexesten und rechenaufwendigsten Computermodelle dar, welche bisher entwickelt wurden. Die „Voraussagen“ der Klimamodelle sind naturgemäß unsicherer als die der Wettermodelle, da hier wesentlich größere Zeiträume in Betracht gezogen und eine große Zahl zusätzlicher Parameter berücksichtigt werden müssen. Aus diesem Grunde spricht man bei diesen Einzelmodellen auch von Klimaszenarien und nicht von Klimavorhersagen. Der Unterschied zwischen diesen ist, dass man für ersteres eine Vielzahl verschiedener Szenarien modelliert, einerseits mit anderen Modellen und andererseits mit anderen Vorwegannahmen. Eine Klimaprognose basiert also auf der Auswertung verschiedener Modellierungsversuche und ist auch aufgrund der schwierigen Vergleichbarkeit zwischen diesen nur sehr schwer zu erstellen. Da die einzelnen Szenarien, welche sich auch in der Struktur der Intergovernmental Panel on Climate Change widerspiegeln, unterschiedliche Endresultate aufweisen, kann auch eine darauf basierende Klimaprognose nur eine Spannweite von Möglichkeiten aufzeigen. Dies zeigt sich daher auch an der von der IPCC prognostizierten globalen Erwärmung mit einer Spannweite von 1,4 bis 5,8 °C zum Jahr 2100 (IPCC 2001). °C

Klimadiagramme

Hauptartikel: Klimadiagramm Ein Klimadiagramm bezeichnet die grafische Darstellung klimatischer Verhältnisse an einem bestimmten Ort im Jahresverlauf. Dabei werden üblicherweise die Klimaelemente Niederschlagsmenge und Temperatur berücksichtigt und als 30jährige Mittelwerte dargestellt. Üblicherweise wird das Walter-Lieth-Diagramm verwendet, welches auf dem Beispiel von Rio de Janeiro zu sehen ist. Häufig auftretend ist außerdem das Thermoisopletendiagramm, bei dem nur die Temperatur dargestellt wird. Diese ist bei diesem Diagramm jedoch für jede Stunde von jedem Tag im Jahr im einzelnen ablesbar.

Klimazonierung und Klimaklassifikation

Hauptartikel: Klimazone Gebiete gleicher klimatischer Bedingungen werden in Klimazonen eingeordnet und dadurch klassifiziert. Zur Einteilung der Erde in verschiedene Klimazonen gibt es dabei verschiedene Klassifikationen. Die Bekannteste ist diejenige von Wladimir Köppen. Die Klimazonen werden vor allem durch Klimadiagramme charakterisiert. Man unterscheidet in Abhängigkeit
- vom Ozean maritimes Klima und
- vom Festland kontinentales Klima. Man unterteilt kleinskalige Klimate unter anderem in
- Gebirgsklima (Orographie),
- Grenzflächenklima,
- Kleinklima, Lokalklima, Regionalklima, Standortklima,
- Landschaftsklima,
- Topoklima,
- Stadtklima und
- Waldklima.

Klima auf anderen Planeten

Der Klimabegriff ist zwar in Bezug auf die Erde am gründlichsten beschrieben und klassifiziert, jedoch sind dessen Grundprinzipien unabhängig vom Charakter des Klimas selbst und damit in letzter Konsequenz auch vom Planeten Erde. Vor allem im Bereich der Wetter- und Klimamodellierung werden daher Ansätze verfolgt, auch das Klima anderer Himmelskörper unseres Sonnensystems zu beschreiben (extraterrestrische Meteorologie). Da diese ein vollkommen anderes Set an Klimafaktoren und Eingangsvariablen für die klimatologischen Modelle aufweisen (siehe Atmosphäre und Planetenartikel), zeigen sich dabei Übertragungsprobleme. Hinzu kommt eine in vielen Fällen und Bereichen mangelhafte Datenlage. Der Nutzen dieser Projekte liegt jedoch nicht nur im Verständnis der fremdplanetaren Klimate in Bezug auf extraterrestrische Aktivitäten des Menschen, wie beispielsweise einem bemannten Marsflug, sondern auch in der Verbesserung terrestrischer Klimamodelle durch die Erprobung ihrer abgewandelten Entsprechungen an physikalisch völlig anders gearteten Systemen. Ein Beispiel hierfür ist das MAOAM-Projekt.

Klima im alltäglichen Sprachgebrauch

Es existieren zahlreiche Begriffe, die sich direkt oder indirekt auf das Klima beziehen, jedoch dabei auch oft auf einem falschen Verständnis des Klima- oder Umweltbegriffs basieren. Meist sind diese stark anthropogen geprägt und stellen daher eine wertende Verbindung zwischen den Auswirkungen des Klimas auf den Menschen und dem Klima selbst her.

Klimakiller und Klimaschädlinge

Das Klima als solches kann nicht getötet werden und man kann ihm auch nicht schaden. Auch Treibhausgase sind keine Klimakiller, da sie zwar das Klima beeinflussen, der Effekt des
Schadens aus einer solchen Beeinflussung sich jedoch auf einen rein subjektiven Bezug zur Natur durch den Menschen bezieht. Zudem sind Treibhausgase im Rahmen des natürlichen Treibhauseffektes dafür verantwortlich, dass die globale Durchschnittstemperatur am Boden 15 °C anstatt -18 °C beträgt, wie es ohne diesen derzeit der Fall wäre. Man könnte die Treibhausgase daher mit gleicher Berechtigung auch als Klimaretter oder Klimanützlinge bezeichnen, was jedoch ebenfalls keinerlei wissenschaftlichen Aussagewert besitzt. Das Klima existiert vollkommen unabhängig davon, ob die globale Durchschnittstemperatur 15 °C, 30 °C oder 100 °C beträgt. Eine Klimaänderung eines solch extremen Ausmaßes könnte man zwar zurecht als Menschheitskiller bezeichnen, da man annimmt, das bereits eine globale Durchschnittstemperatur von über 30 °C für größere Säugetierarten ein sicheres Aussterben zur Folge hat. Eine solche Temperatur wäre demgegenüber für Lebewesen mit einem höheren Temperaturoptimum auch eine Art Rettung, speziell vor dem Menschen, der großflächig deren Lebensräume bedroht. Für ein realitätsnahes und problemorientiertes Verständnis des Klimabegriffs sind solche Begleitbegriffe daher nutzlos.

Klimaschutz

Der Begriff des Klimaschutzes ist wie der Begriff des Umweltschutzes zwar ein offizieller Begriff, jedoch bezieht sich dieser ebenfalls auf eine rein anthropogene Betrachtung dessen was schützenswert ist und warum bzw. wofür es dies ist. Der Mensch definiert hierbei, vor was Klima oder Umwelt geschützt werden müssen, und was in der Folge nicht zu diesen gezählt wird. Diese ausgeschlossenen und mit einem Stigma behafteten Umweltbestandteile werden dann oft auch zu den Klimaschädlingen oder gar Klimakillern gezählt. Es besteht daher nur ein schmaler Grad zwischen einer sinnvollen Betrachtung des Klimawandels und dessen Folgen aus einer menschlichen Perspektive heraus einerseits und einem fehlerhaften Verständnis dessen was Klima und Klimawandel ist andererseits.

Klimakollaps und Klimaumschwung

Bei beiden Begriffen handelt es sich um potenziell richtige Begriffe, die jedoch auch nur dann richtig sind, wenn sie auf eine richtige Art und Weise genutzt und verstanden werden. Ein Klimaumschwung äußert sich nicht in besonders extremen Wetterereignissen, in Naturkatastrophen oder einem Jahrhundertsommer, sondern in einem langfristigen Wandel der Klimafaktoren und -elemente. Klimaumschwung und als Extrem hierzu der Klimakollaps sind nichts anderes als ihrerseits Extreme einer Klimaveränderung und als solche leiten sich diese auch aus den Eigenschaften der Erdatmosphäre und damit des Klimas ab, nicht jedoch aus dem, was lokal als ein besonders „heftiger“ Witterungswechsel empfunden wird. Eine Veränderung des Klimas und insbesondere Weltklimas kann nur durch vornehmlich statistische Modelle auf Basis langjähriger Messreihen nachvollzogen werden. Extremwetterereignisse sind räumlich begrenzt und stellen daher subjektive Einzelbeobachtungen dar, die niemals mit der Klimaveränderung als solches deut- oder begründbar sind. Es handelt sich lediglich um Symptome für diese und man kann sie daher als Warnzeichen verstehen. Selbst ein enorm schneller Klimakollaps benötigt Jahre bis Jahrzehnte und niemals Wochen bis Monate, wie in manch populären Darstellungen. Zudem fällt ein solcher Klimawandel nicht „vom Himmel“ und kann daher auch nicht im eigentlichen Sinne überraschend auftreten. Er hat auch immer Ursachen und kann bei Kenntnis und Modellierbarkeit dieser im voraus abgeschätzt werden.

Klimakatastrophe

Dieser Begriffs ist die anthropogene Entsprechung zu Klimakollaps bzw. Klimaumschwung und als solches ein zentrales Element der Klimafolgenforschung, wenn dieser Begriff hier auch in der Regel nicht verwendet wird. Das Klima selbst kann freilich keine Katastrophe erfahren, jedoch sind die Folgen eines sehr plötzlichen Klimawandels mit aller Berechtigung aus menschlicher Sicht als Katastrophe zu interpretieren, da sie unsere Lebensweise bzw. Lebensbedingungen elementar und hierbei in aller Regel negativ berühren.

Literatur

Begriff und Definition des Klimas


- Bernhardt, K:
Aufgaben der Klimadiagnostik in der Klimaforschung. Gerl. Beitr. Geophys. 96 (1987), 113-126.
- Hantel, M.; H. Kraus, C. D. Schönwiese:
Climate definition. Berlin: Springer Verlag 1987.

Lehrbücher


- Weischet, Wolfgang:
Einführung in die allgemeine Klimatologie. -- 6., überarb. Aufl. -- Stuttgart : Teubner, ©1995. - ISBN 3-519-03432-8
- Hupfer, Peter:
Unsere Umwelt: Das Klima. Globale und lokale Aspekte. Stuttgart; Leipzig: Teubner, 1996. - ISBN 3-8154-3521-8

Weblinks


- [http://www.hamburger-bildungsserver.de/index.phtml?site=klima Ausführliche Informationen zu Klima, Klimawandel, Klimafolgen, Klimaschutz und Klimaskeptikerthesen beim Hamburger Bildungsserver]
- [http://www.payer.de/entwicklung/entw02.htm Grundgegebenheiten: Klima, Wetter, Wasser]
- [http://www.atmosphere.mpg.de/enid/660 ESPERE Klimaenzyklopädie]
- [http://www.klimadiagramme.de/ Klimadiagramme weltweit]
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/17515/1.html Telepolis: Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf über den Emmerich-Film "The Day after Tomorrow"]
- [http://www.realclimate.org/ englischsprachige Artikel zu aktuellen Fragen der Klimaforschung bei realclimate.org] Kategorie:Klimatologie ja:気候 ko:기후 simple:Climate


885

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 25. November - Dänische Wikinger beginnen mit der Belagerung von Paris.
- Erste urkundliche Erwähnung von „Throtmanni“ - dem heutigen Dortmund
- Erste urkundliche Erwähnung von Geistingen

Geboren


- 18. Januar - Daigo, 60. Kaiser von Japan († 930)

Gestorben


- 6. April - Method von Saloniki, Slawenapostel (
- um 815) ko:885년

Bagratiden

Die Bagratiden (armenisch Bagratuni, georgisch Bagrationi) waren eine armenische und georgische Herrscherdynastie, die ihre Abkunft nach der Tradition von einem Juden namens Sembat, der während der Deportation unter Nebukadnezar nach Armenien kam, herleitet. Im sechsten Jahrhundert wurden die Bagratiden Marzban (Statthalter) der Sassaniden in Armenien. Sie erlangten zunächst den (mittelrangigen) byzantinischen Titel eines patrikios, dann den hohen eines Kuropalates. Ende des 9. Jahrhunderts namen sie in Armenien den Königstitel an. Die Herrschaft dauerte in Armenien bis ins 11. Jahrhundert. In Georgien herrschten die Bagratiden mit Unterbrechungen zwischen 588 und 1810 zunächst als Kuropalate, seit Ende des 9. Jahrhunderts als Könige. Der erste georgische Bagratid war Guaram I. Kuropalat, der letzte war Solomon II. Der Baratiden-Dynastie entstammte auch der russische Feldherr Pjotr Iwanowitsch Bagration, der in den Befreiungskriegen gegen Napoleon kämpfte. Siehe auch: Liste der Staatsoberhäupter Georgiens

Weblinks


- [http://www.armenica.org Armenica: Geschichte von Armenien] (Englisch, schwedisch) Kategorie:Armenische Geschichte Kategorie:Geschichte Georgiens

14. Jahrhundert

Das 14. Jahrhundert begann am 1. Januar 1301 und endete am 31. Dezember 1400. Es ist die Epoche des Spätmittelalters in Europa.

Ereignisse und Entwicklungen


- Die Krise des 14. Jahrhunderts
- Übergang von der mittelalterlichen Wärmephase zur kleinen Eiszeit
- Entstehung des Osmanischen Reichs
- Ein Drittel der europäischen Bevölkerung stirbt an der seit sechshundert Jahren ersten Epidemie der Pest, siehe Schwarzer Tod. (Erste und gravierendste Welle: 13471351, dann mehr oder weniger regelmäßig alle neun bis zwölf Jahre mit Unterbrüchen bis sie 1722 ganz aus Europa verschwindet.)
- Ende der mongolischen Yuan Dynastie in China und Anfang der Ming Dynastie (1368)
- Das Abendländische Schisma der Römisch-Katholischen Kirche beginnt 1378 und führt zu zeitweilig drei gleichzeitigen Päpsten.
- Die seit dem 13. Jahrhundert entstehenden Bauhütten erleben ihre Blütezeit.

Persönlichkeiten


- Bonifatius VIII., Papst
- Albrecht I., Deutscher König
- Longchen Rabjam, buddhistischer Gelehrter

Erfindungen und Entdeckungen


- Richtiges Mischverhältnis des Schwarzpulvers durch den Mönch Berthold Schwarz wird angeblich im Jahre 1313 entdeckt.
- Im Laufe des 14. Jahrhunderts begann man die Kräfte des Wassers und die des Windes aktiv zu nutzen.
- Ein anderes Zeitgefühl hielt Einzug in die Dörfer, es kam mit der Erfindung und Einführung der Turmuhren.
- Die Bauern erhielten ein neues Mittel, ihre Felder zu bestellen, nämlich die Sense.
- Mit der Erfindung des Spinnrades erhielten die Familien eine neue Verdienstmöglichkeit.
- In der Geldwirtschaft wurde die Buchführung wesentlich verfeinert. Kreditbriefe und Wechsel erhielten nicht zuletzt im hundertjährigen Krieg ihre Bedeutung.
- Die Arabischen Zahlen beginnen die Römischen Zahlen abzulösen.

Literatur


- Barbara Tuchman: Der ferne Spiegel. Das dramatische 14. Jahrhundert. ISBN 3-423-10060-5

Links


- [http://www.ig-mim.de Interessengemeinschaft Mensch im Mittelalter e.V] Darstellung des alltäglichen Lebens im 14ten Jahrhundert. Mode, Haushalt, Alltagsleben 01-14 ! ja:14世紀 ko:14세기 th:คริสต์ศตวรรษที่ 14

Gründerzeit

Als Gründerzeit wird die wirtschaftliche Blütezeit in Deutschland und Österreich im 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg bezeichnet. In der Architektur spricht man auch vom Gründerzeitstil, der viele in dieser Zeit gebaute bürgerliche Wohnhäuser und Mietskasernen prägt, aber auch die verschiedenen Stilrichtungen des Historismus jener Zeit.

Gründerzeit in Deutschland

In Deutschland wird als Gründerzeit die Epoche nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 bezeichnet. Der einsetzende Aufschwung durch das Geld aus den französischen Kontributionen (4 Mrd. Mark) wurde genutzt, um den Vorsprung der anderen europäischen Nationen auf dem Gebiet der Industrialisierung aufzuholen. Während der Beginn der Gründerzeit mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Deutsch-Französischen Krieg recht klar definiert ist, ist das Ende eher fließend. Einschneidendes Erlebnis für die meisten war der Gründerkrach, bei dem die künstlich aufgeblasenen Aktienkurse wie Seifenblasen platzten und viele Kleinanleger ihre Ersparnisse einbüßten. Dem Krach folgte die so genannte Gründerkrise, die in wirtschaftspolitischer Hinsicht die Abkehr vom Wirtschaftsliberalismus mit sich brachte.

Wirtschaft

Gründerjahre

Als „Gründerjahre“ oder „Gründerboom“ bezeichnet man die Zeitspanne von der Gründung des deutschen Kaiserreichs bis zum Beginn der Wirtschaftskrise (Gründerkrise), also vom Januar 1871 bis zur Mitte des Jahres 1873. Die Zeit ist geprägt durch zahlreiche Gründungen von Firmen und Aktiengesellschaften, die starke Erweiterung der Industrieproduktion und die Ausdehnung des Eisenbahnnetzes, welche im Deutschen Reich maßgeblich durch den Eisenbahnpionier Strousberg betrieben wurde. Dieses Wachstum wurde durch mehrere Faktoren hervorgerufen und begünstigt. Ein Faktor war der gegen Frankreich gewonnene Krieg (1870/71), der sich in mehrerlei Hinsichten auswirkte. Zunächst flossen durch den Frieden von Frankfurt französische Reparationszahlungen in Höhe von etwa fünf Milliarden Francs (entspricht etwa 4,5 Mrd. Mark) nach Deutschland, von denen etwa 2,5 bis 3 Mrd. Francs direkt dem deutschen Kapitalmarkt (Kreditinstitute und Börsenplätze) zugute kamen. Weiterhin war während des Krieges ein großer Teil der Industrieproduktion auf den Krieg ausgerichtet gewesen, sodass nun längst Überfälliges realisiert werden konnte. Der Aufschwung glich also lediglich die Reduzierung der Industrieproduktion in den vorherigen Jahren aus. Ein weiterer Grund für das wirtschaftliche Wachstum war, dass in Deutschland 1870 die Konzessionspflicht für Aktiengesellschaften aufgehoben wurde; das heißt die Gründung von Aktiengesellschaften unterlagen weniger strengen gesetzlichen Einschränkungen. Zum Beispiel konnte eine Aktiengesellschaft mit nur 50% des Nennwertes ausgestattet werden. Die Folge war die Gründung von über 500 Aktiengesellschaften von 1871 bis 1873 allein in Preußen. Dadurch wurde immer mehr privates Kapital in die Wirtschaft investiert. Die Wirtschaft wuchs rasant; ebenso stiegen die Kurse der Aktien. Das schaffte Vertrauen in den Markt und veranlasste weitere Aktionäre zu Aktienkäufen.

Gründerkrach von 1873

Die Folge des Booms war, daß sich die Lager füllten und ein gnadenloser Konkurrenzkampf entbrannte, der die Gewinne wiederum sinken ließ. Somit sanken allmählich ab Mai 1873 auch die Aktienkurse. Als Mitte des Jahres 1873 ein Bankhaus in Budapest Einzahlungsforderungen nachkommen musste, wurden auch schon kurze Zeit später weitere Banken in Wien zahlungsunfähig. Durch diese Ereignisse wurden immer mehr Anleger und Bankkunden misstrauisch, verkauften ihre Wertpapiere und „räumten ihre Konten“ aus Angst vor Wertverlusten. Dadurch wurde dem Kapitalmarkt viel Geld entzogen, wodurch sich die Krise auf immer mehr europäische und amerikanische Börsenplätze ausweitete, bis im Oktober 1873 auch Berlin betroffen war. Zur gleichen Zeit wurde an Deutschland die letzte Reparationszahlung transferiert. Für die deutsche Industrie fielen also für die Geldbeschaffung gleich zwei Möglichkeiten weg. Für eine Erhöhung der Produktivität, die im Vergleich zu England geringer ausfiel, wäre aber Geld dringend nötig gewesen. So waren aus England importierte Industriewaren um etwa 30% günstiger als deutsche. Offenbarungseide, Selbstmorde und Familientragödien häuften sich. Die Produktion ging zurück, es kam zu umfangreichen Entlassungen und Lohnkürzungen. Die Wirtschaft steckte fortan in einer Krise. Viele Menschen wanderten in die USA aus.

Gründerkrise

Durch den Gründerboom waren in Deutschland Überkapazitäten geschaffen worden. Doch diese konnten auch nicht durch Export abgebaut werden, weil es in anderen Staaten genauso Überkapazitäten gab. Da aber England produktiver war, wurde von dort Roheisen importiert, wodurch der Absatz deutschen Roheisens erschwert wurde. Dieses Erscheinungsbild lässt sich auch auf andere Industriegüter und landwirtschaftliche Erzeugnisse übertragen. So wurde der Ruf nach „Schutzzöllen“ auf ausländische Importe laut, um deutsche Produkte und somit den deutschen Markt zu schützen. In der Zeit von 1873 bis 1876 gingen in Deutschland 61 Banken, 4 Eisenbahngesellschaften und über 100 Industrieunternehmen in Konkurs. Das führte zu einem Produktionsrückgang und Verfall der Geldvermögenswerte. Man kann bei dieser Wirtschaftskrise eigentlich nicht von einer Depression, sondern nur von einer Stagnation sprechen, da in dieser Zeit nur die in den vorhergehenden Jahren überhöhten Wachstumsraten ausgeglichen wurden.

Folgen der Gründerkrise

Die Gründerkrise hatte zur Folge, dass der Staat wieder mehr in die Wirtschaftsabläufe eingriff und sich somit vom Wirtschaftsliberalismus verabschiedete. Konkret bedeutete dies die Abkehr von der Idee des Freihandels. So führte man Schutzzölle auf ausländische Importe ein, um den deutschen Markt zu schützen. Im Deutschen Reich wurde das Preisniveau künstlich über dem des Weltmarktniveaus gehalten. Diese Zölle wurden sowohl auf Rohstoffe und Fertigwaren als auch auf landwirtschaftliche Erzeugnisse erhoben. Tatsächlich erhöhten sich dadurch die Preise für Industriewaren, die lang anhaltende Aufwärtsbewegung blieb jedoch aus. Die während der Gründerjahre geschaffenen Überkapazitäten existierten schließlich immer noch und konnten auch jetzt noch nicht im Ausland abgesetzt werden, da viele andere europäische Staaten ebenfalls zu ‚protektionistischen’ Maßnahmen griffen. Der verlorene Glaube an die liberale Wirtschaftspolitik drückte sich auch dadurch aus, dass die Nationalliberale Partei 1871 mit 125 Sitzen im deutschen Reichstag etwa 31% der Plätze besetzte, 1881 aber mit 47 Sitzen nur noch einen Anteil von etwa 12% hatte. Die von der Krise betroffenen Wirtschaftsbereiche ergänzten die staatlichen Maßnahmen durch eigene. Kartelle und ähnliche Zusammenschlüsse wurden gegründet, um wettbewerbsbehindernde Absprachen zu treffen, die vor einem weiteren Preisverfall schützen sollten. Preise von Produkten, Produktionszahlen und Absatzgebieten wurden unter den Firmen ausgehandelt. Es schlossen sich Interessenverbände zusammen, um Forderungen gegenüber der Regierung durchzusetzen. Arbeitgeberverbände wurden gegründet; auf der anderen Seite entstanden immer mehr Gewerkschaften.

Folgen der neuen gesetzlichen Bestimmungen

Aufgrund der Einfuhrzölle stiegen die Lebenshaltungskosten in der Folgezeit an; besonders Lebensmittel und Industriewaren wurden teurer. Bevor die Importzölle auf Getreide erhoben worden waren, wurde es erheblich günstiger aus dem Ausland importiert. Durch die steigenden Zölle wurde dies zunehmend reduziert, so dass die Preise für Brot und andere Getreideprodukte um die Jahrhundertwende bei etwa 130 % des Weltmarktniveaus lagen, jedoch eine Vollbeschäftigung in der Landwirtschaft erreicht wurde. Zwar sanken auch im deutschen Kaiserreich die Preise für Industriewaren. Allerdings fielen die Preissenkungen auf dem Weltmarkt wesentlich höher aus, so dass man relativ zum Weltmarktniveau von einer Preissteigerung sprechen kann. Nichtsdestoweniger wurde für Industriewaren 1886 im Vergleich zu 1871 etwa 80 % mehr ausgegeben. Dies hing damit zusammen, dass solche Güter immer häufiger konsumiert wurden und die Bevölkerung trotz der Auswanderungswelle gewachsen war. Gemessen an der Wertschöpfung in Industrie und Handwerk, dem Kapitalstock und dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum entwickelte sich die Wirtschaft ab 1879/80 also positiv.

Gründerzeit in Österreich

Kapitalstock 1898.]] Kapitalstock] Kapitalstock] Kapitalstock] In Österreich beginnt die Gründerzeit, etwas früher als in Deutschland, um 1850 mit dem Beginn der Industrialisierung des Raums Wien, der Sudetenländer, der Obersteiermark und Vorarlbergs und der Anbindung der Kronländer durch Eisenbahnen (erste Dampflockstrecke 1837), und endet mit dem Wertewandel im ersten Weltkrieg und dem Ende des Absolutismus der Habsburger. Wien, die Haupt- und Residenzstadt von Kaiser Franz Joseph , wird ab 1850- nach der gescheiterten Märzrevolution von 1848- durch die Eingemeindung der Vorstädte bzw. den Zuzug Hunderttausender, besonders aus Böhmen und Mähren, zur sechstgrößten Millionenstadt der Welt. Die Ringstraße wird an Stelle der alten Stadtmauer gebaut, Wohnbau und -spekulation blühen, und das durch die gestiegene Bedeutung von Gewerbe und Handwerk wohlhabend, und gegenüber dem eher agrarwirtschaftlich abhängigen Adel und der mittellosen Arbeiterschaft, mächtig gewordene Bürgertum setzt sich mit Prachtbauten des Historismus und später des Jugendstils Denkmäler. Einen ersten Höhepunkt der optimistischen Hochblüte des Liberalismus in der Österreich- Ungarischen K&K- Monarchie stellte die Zeit von 1867 bis zum Börsenkrach 1873 dar. Nach den Konjunkturtiefs um 1880 und 1890 begann um 1895 durch die revolutionären Entwicklungen des Maschinenbaus, der chemischen Industrie und der Elektrotechnik eine Epoche der Hochkonjunktur und der kulturellen Blüte, die allerdings durch die steigenden nationalstaatlichen Separationsbestrebungen der vielen Völker der Habsburgermonarchie und dem Herannahen des ersten Weltkriegs einem Gefühl der Degeneration, Dekadenz und einem diffusen Weltschmerz des Fin de siècle bzw. der Belle Epoque wich. Gerade dieses Lebensgefühl prägte in der Wissenschaft die Wiener Schulen, in der Architektur die Wiener Secession und die Wiener Werkstätte und im Verlauf die Wiener Moderne. Der erotische Roman Josefine Mutzenbacher und die Werke Arthur Schnitzlers oder Karl Krauss beschreiben hautnah das gesellschaftliche Geschehen. Es entstanden neue soziale Probleme durch die starke Wohnungsnachfrage und die Proletarisierung der vom Land oder den Provinzen der Monarchie zugezogenen ehemaligen Knechten und Mägden die in den entstandenen Mietskasernen zu hohen Mietpreisen, bestenfalls auf Zimmer und Küche mit Wasser und Toilette am Gang, schlechtestenfalls mit 10 Personen in einer Kleinstwohnung, in armseligen Verhältnissen lebten. Dazu kam dass der Habsburger Staat seine Aufrüstungsprogramme vor allem über Verbrauchersteuern finanzierte und auch deshalb die Inflation enorm stieg. Selbst kleine Beamte waren nicht mehr in der Lage, ihren Lebensunterhalt mit Hilfe ihres Gehaltes zu bestreiten. Oft reichte das Geld aber auch nur für eine Unterkunft als Bettgänger der sein Lager nur zu bestimmten Zeiten benutzen durfte. Teuerungsproteste hielten bis zum Kriegsausbruch 1914 an und führten im Herbst 1911 zu Massenkrawallen. Junge Mädchen verdingten sich typischerweise als Dienstmädchen oder Wäscherin bei Klein- oder Großbürger, Männer als Fabrikarbeiter oder Tagelöhner- wer Glück hatte schaffte den Aufstieg zu Bahn, Post oder ins Beamtentum des "Wasserkopf Wien" und konnte sich vielleicht sogar eine Sommerfrische im Wienerwald leisten.

Architektur

Wienerwald Noch heute gibt es in vielen deutschen Städten eine große Zahl von Wohnbauten aus der Gründerzeit, die oftmals ganze Straßenzüge oder gar Stadtviertel umfassen. Sie sind ab 1870 in Anbetracht der rasch wachsenden Bevölkerung und dem Zuzug der Landbevölkerung in die städtischen und industriellen Ballungszentren entstanden. Als Ende des Gründerzeitstils muss der Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 bzw. der Werteumbruch am Ende der Kaiserzeit 1918 gesehen werden. Typisch für den Baustil, der so genannten Gründerzeitarchitektur, ist die meist von privaten Wohnungsbaugesellschaften errichtete etwa vier- bis fünfgeschossige Blockrandbebauung mit ihren reich dekorierten Fassaden, deren Einzelformen den einzelnen Neostilbewegungen des 19. Jahrhunderts folgen (Neugotik, Neorenaissance, Deutsche Renaissance, Neobarock). Häufig wird die Gründerzeitarchitektur fälschlicherweise auch als Jugendstil bezeichnet. Vom Krieg w