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Balearische Inseln

Balearische Inseln

Die Balearischen Inseln (katalanisch Illes Balears, spanisch Islas Baleares) bzw. Balearen sind eine im westlichen Mittelmeer gelegene und zu Spanien gehörende Gruppe von 151 Inseln, die eine Autonome Gemeinschaft Spaniens bilden. Neben den vier großen bewohnten Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera umfassen die Balearen 147 unbewohnte Inseln, zu der auch die unter Naturschutz stehende Felseninsel Cabrera gehört. Größte Insel ist mit 3.684 Quadratkilometern Mallorca. Der Name der Inselgruppe leitet sich vom griechischen ballein- baliarides ab, womit in der Antike die gefürchteten Steinschleuderer Els Foners Balears der Inseln gemeint waren, die sich als Söldner auf den Kriegsschauplätzen der Antike verdingten.

Geographie

Die Balearischen Inseln sind die abgesprengte Fortsetzung des andalusischen Felsengebirges, das sich von Gibraltar über die Sierra Nevada hinzieht. Ein etwa 1.500 Meter tiefer Meeresgraben trennt die Inseln vom spanischen Festland. Die gebirgigen Inseln liegen zwischen 80 und 300 km östlich vom spanischen Festland entfernt. Die eigentlichen Balearen umfassen die Inseln Mallorca, Menorca und Cabrera. Ibiza und Formentera bilden eine eigene Inselgruppe, die Pityusen, die aber politisch (und oft auch geographisch) zu den Balearen gezählt werden. Pityusen]

Bevölkerung

Die Bevölkerung in im Laufe der letzten Jahrzehnte infolge der Entwicklung des Tourismus stark angewachsen, einerseits durch Arbeitsmigranten, die zunächst aus anderen Teilen Spaniens und in jüngerer Zeit zunehmend auch aus Lateinamerika, Afrika und Osteuropa kommen, andererseits durch vormalige Touristen vor allem aus mittel- und nordeuropäischen Ländern, die hier ihren Dauerwohnsitz nehmen. Die einheimische Sprache der Inseln ist das Katalanische in mehreren inselspezifischen Varietäten (Mallorquinisch, Menorquinisch, Ibizenkisch). Es ist zusammen mit dem Spanischen Amtssprache.

Wirtschaft

Der wichtigste Wirtschaftszweig der Balearen ist heute der Tourismus. Die traditionelle Inselwirtschaft wie Fischfang, Ackerbau und Viehzucht ist dabei ins Hintertreffen geraten.

Geschichte

Vorgeschichte

Viehzucht Die Urbevölkerung der Balearen ist vermutlich von Südfrankreich aus eingewandert; erste Spuren menschlicher Siedlungen stammen aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Die einzelnen Kulturphasen sind inzwischen gut erforscht (siehe Graphik).

Altertum

In der Antike hießen die Inseln Balearides oder Gymnesiae, man verstand darunter die Inseln Mallorca (Balearis major) und Menorca (Balearis minor). Sie waren zuerst von den Phöniziern abhängig; ihre Häfen und ihr Boden hatten Ruf. Die Einwohner (Balearici), zeichneten sich als Krieger, besonders durch ihre Geschicklichkeit im Schleudern großer Steine, aus und dienten zahlreich in den karthagischen wie später in den römischen Heeren. Durch seeräuberische Unternehmungen erregten die Bewohner den Zorn der Römer; der Konsul Quintus Caecilius Metellus eroberte sie 123 v. Chr. und siedelte dort romanisierte Südspanier an, welche die Städte Palma und Polentia auf Mallorca gründeten, und erwarb sich so den Namen Balearicus.

Mittelalter

425 n. Chr. nahmen die Vandalen unter Gunderich die Inseln in Besitz; um 560 kamen sie unter das oströmische Kaisertum, von diesem an die Republik Pisa und 798 in die Hände der Mauren und gehörten dann zum Kalifat von Córdoba. Mallorca und Ibiza wurden zwischen 1229 und 1235 unter Jakob I. von Aragón (katalanisch Jaume I.) zurückerobert (katalanische Eroberung), Menorca fiel unter seinem Nachfahren Alfons III.. Die Belearen gehörten nun ebenso wie Katalonien zur Krone Aragonien. Zeitweise bildeten sie zusammen mit Teilen Kataloniens einen von einer Nebenlinie des aragonesischen Königshauses regierten selbständigen Staat, das Königreich Mallorca. 1344 eroberte Peter IV. von Aragón die Balearen. Nun wurden die Inseln mit den Stammländern der Dynastie vereinigt. Durch die Vereinigung der Kronen von Aragonien und Kastilien wurden sie schließlich Teil der spanischen Monarchie.

Neuzeit

1708 wurde Maó von den Briten erobert. Der Frieden von Utrecht (1713), mit dem der spanische Erbfolgekrieg beendet wurde, sprach Menorca dem britischen Empire zu. Dieses musste im Frieden von Versailles (1783) die Insel an Spanien zurückgeben, bis 1802 blieb sie jedoch britisch besetzt. 1833 wurde die spanische Provinz der Balearischen Inseln gegründet. Im ausgehenden 19. Jahrhundert gab es Ansätze einer regionalen Unabhängigkeitsbewegung, die sich jedoch nicht festigen konnte. Bereits 1931 wurde für die Provinz der Autonomie-Status vorgeschlagen, den sie allerdings erst 1983, nach dem Ende der Franco-Diktatur, erhielt.

Zeitungen


- Diari de Balears (katalanischsprachig)

Siehe auch


- Liste der Gemeinden auf den Balearischen Inseln
- Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet

Weblinks


- [http://www.caib.es/root/index.ct.jsp Regierung der Balearen] Kategorie:Inselgruppe Kategorie:Geographie (Spanien) Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft Kategorie:Spanische Provinz Kategorie:Mittelmeer ja:バレアレス諸島

Mittelmeer

Das Europäische Mittelmeer (meist nur Mittelmeer bzw. auch Mittelländisches Meer genannt), das etwa 2,5 Mio. km² groß und bis zu 5.267 m tief ist, ist ein Mittelmeer zwischen Europa, Afrika und Asien das von einem eigenen schmalen Klimagürtel umschlossen und von einer eigenen Flora und Fauna geprägt wird.

Geographie

Das Europäische Mittelmeer, das auch ein Binnenmeer des Atlantiks ist, liegt als am stärksten von Festländern umgebenes bzw. vom Ozean getrenntes Mittelmeer zwischen den eben genannten Kontinenten. Im Westen ist es durch die Straße von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden, im Nordosten über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus mit dem Schwarzen Meer und im Südosten über den Sueskanal (seit 1869) mit dem Roten Meer, einem Binnenmeer des Indiks. Zu diesem großflächigen Mittelmeer, das zu den ozeanischen Nebenmeeren gezählt wird, gehören neben zahlreichen kleinen Inseln, großen und kleinen Inselgruppen und Eilanden die großen Inseln Korsika, Sardinien, Sizilien, Kreta, Rhodos und Zypern; in das Europäische Mittelmeer ragt von Norden her die Apenninenhalbinsel mit dem Großteil Italiens; sie trennt das eigentliche Meer von der Adria.

Daten

Das Europäische Mittelmeer bedeckt etwa 2,5 Mio km² Fläche. Seine größte Meerestiefe liegt bei 5.267 m (siehe Meeresboden).

Römischer Name

In der Antike wurde das Europäische Mittelmeer von den Römern Mare Nostrum genannt, was Unser Meer bedeutet. Diese Namensgebung resultiert daraus, dass das Römische Reich (Imperium Romanum) zeitweise das gesamte Mittelmeer umschloss.

Geschichte / Geologie

Das Europäische Mittelmeer ist ein Überrest des Tethysmeeres des Erdmittelalters. Vor 6 Millionen Jahren schloss sich die Straße von Gibraltar aufgrund der plattentektonischen Kollision Afrikas mit Europa. Teile des Mittelmeeres trockneten wiederholt aus, so dass sich am Meeresboden mächtige tertiäre Gips- und Salzlager finden. Zuletzt war das Nebenmeer des Atlantiks während der Eiszeiten zumindest teilweise ausgetrocknet. Daher fand Henry Cosquer, ein französischer Taucher, 1985 nahe Marseille eine später nach ihm benannte Höhle mit prähistorischen Felszeichnungen, deren Eingang 36 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Im 2. Weltkrieg war das Europäische Mittelmeer Kriegsschauplatz (siehe hierzu unter Mediterranean Theatre of Operations).

Salinität

Der Salzgehalt des Europäischen Mittelmeeres liegt mit rund 38 Promille höher als der des Atlantiks. Dies ist eine Folge der starken Verdunstung, die nicht durch den Süßwasserzufluss der großen Flüsse und Ströme ausgeglichen wird. Daher fließt am Grund der Straße von Gibraltar ein kräftiger Salzwasserstrom in den Atlantik ab, während an der Oberfläche eine entsprechend zum Netto-Wasserverlust noch stärkere Gegenströmung salzärmeres und daher leichteres Ozeanwasser in das Mittelmeer transportiert.

Meereswelt

Meeresboden

Innerhalb des Europäischen Mittelmeeres bzw. auf dessen Meeresboden befinden sich Schwellen, Tiefseebecken und ein Meerestief. Im Westteil des Meeres liegt das Algerisch-Provenzalische Becken, das bis zu 3.255 m tief ist. In seinem westlichen Mittelteil befindet sich das Tyrrhenische Becken im Tyrrhenischen Meer, das bis zu 3.758 m tief ist. In seinem östlichen Mittelteil liegt das Ionische Becken im Ionischen Meer, das in der Calypsotief - der tiefsten Stelle des Europäischen Mittelmeers - bis zu 5.267 m tief ist. Im Osten befindet sich das Levantische Becken im Levantischen Meer, das bis zu 4.517 m tief ist.

Horizontale Gliederung

Das Europäische Mittelmeer ist durch zahlreiche Nebenmeere, Golfe, Buchten und Meeresstraßen gegliedert; an seinem West- und Ostrand stößt es jeweils an eine Meerenge, die zum Ozean bzw. zu einem Binnenmeer überleiten. Im Westen ist das Europäische Mittelmeer durch die Straße von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden. Im Nordosten ist es über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus mit dem Schwarzen Meer verbunden und im Südosten über den 1869 fertiggestellten Sueskanal auch mit dem Roten Meer, ein Binnenmeer des Indischen Ozeans. Das Marmarameer - nicht aber das Schwarze Meer - wird häufig noch zum Mittelmeer gezählt. Während sein Westteil keinen besonderen Namen trägt, ist das Europäische Mittelmeer durch eigene Nebenmeere und Buchten stark untergliedert: Im Norden liegt das Ligurische Meer mit dem Golf von Genua, im Mittelteil befinden sich das Tyrrhenische Meer, die Straße von Messina, das Ionische Meer, die Straße von Sizilien, die Kleine Syrte (Golf von Gabès), die Straße von Otranto, das Adriatische Meer, die Große Syrte, die Ägäis und im Ostteil das Levantische Meer.

Küsten

Bekannte Küstenabschnitte sind beispielsweise:
- Côte d’Azur
- Costa del Sol
- Riviera
- Sahel

Inselwelt

Die bedeutendsten Inseln, Inselgruppen und Halbinseln im Europäischen Mittelmeer sind (von West nach Ost): Balearen, Korsika, Sardinien, Sizilien, Malta, Peloponnes, Kreta, Dodekanes (Rhodos), Zypern. : Für weitere Inseln im Europäischen Mittelmeer siehe hier.

Zuflüsse

In das Europäische Mittelmeer bzw. in dessen Randmeere münden unter anderen diese Flüsse und Ströme, die bis auf den Muluja, einige kleinere Bäche bzw. Flüsse und insbesondere den Nil alle aus nördlichen Himmelsrichtungen einmünden:
- Arno - Ligurisches Meer
- Drin - Adria
- Ebro - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Ebros (Ewros) - Ägais
- Etsch - Adria
- Großer Mäander - Ägais
- Júcar - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Kleiner Mäander - Ägais
- Muluja (Wadi al-Muluyah) - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Nil - Levantinisches Meer
- Piave - Adria
- Po - Adria
- Rhône - Ligurisches Meer
- Segura - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Seman - Adria
- Strymon - Ägäis
- Tiber - Tyrrhenisches Meer

Staaten & Abhängige Gebiete

Anrainerstaaten sind:
- Im Norden: Gibraltar, Spanien, Frankreich, Monaco, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland und die Türkei
- im Osten Syrien, der Libanon, Israel und der Gazastreifen
- im Süden Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko, sowie die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla.

Literatur


- Hofrichter, Robert: Das Mittelmeer, Bd. 1: Allgemeiner Teil. Spektrum Akademischer Verlag, 2002. - ISBN 3-82741-050-9
- Ders., Das Mittelmeer, Bd. 2/2 : Bestimmungsführer. Spektrum Akademischer Verlag, März 2006. - ISBN 3-82741-170-X
- Bergbauer, Matthias/Humberg, Bernd: Was lebt im Mittelmeer? Franckh-Kosmos Verlag, 1999. - ISBN 3-44007-733-0
- Bärtels, Andreas: Pflanzen des Mittelmeerraumes. Ulmer, 2003. - ISBN 3-80013-287-7
- Wagner, Horst-Günter: Mittelmeerraum. Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik. Darmstadt 2001 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 93 Abb., 29 Tab., 75 Bilder, 381 S. - ISBN 3-534-12339-5.

Weblinks


- [http://www.eckart-winkler.de/reise/specials/ins_mit.htm Die größten Mittelmeer-Inseln]
- [http://europa.eu.int/comm/research/rtdinfsup/de/sea1.htm Planet Ozean - Sonniges Mittelmeer] (Europäische Kommission)

Siehe auch


- Mittelmeerraum
- Nebenmeer
- Binnenmeer
- Mittelmeere
- Randmeer ! ja:地中海 ko:지중해 th:ทะเลเมดิเตอร์เรเนียน zh-min-nan:Tē-tiong-hái

Autonome Gemeinschaften Spaniens

Als autonome Gemeinschaften (spanisch comunidades autónomas) werden die Regionen Spaniens bezeichnet. Die autonomen Gemeinschaften sind Gebietskörperschaften, die im Rahmen der spanischen Verfassung mit bestimmten Kompetenzen in Gesetzgebung und Vollziehung ausgestattet werden. Das Maß der jeweils eingeräumten Autonomie variiert dabei von Gemeinschaft zu Gemeinschaft. Spanien besteht insgesamt aus 17 autonomen Gemeinschaften. Dazu kommen noch die beiden autonomen Städte (ciudades autónomas) Ceuta und Melilla. Die autonomen Gemeinschaften gliedern sich ihrerseits teilweise in bis zu acht Provinzen.

Entstehung

Die Einteilung Spaniens in autonome Gemeinschaften gründet sich auf die spanische Verfassung von 1978 (Artikel 2), die den Gemeinschaften auch (anders als etwa in Frankreich) ausdrücklich ihre Autonomie garantiert. Die Bildung der autonomen Gemeinschaften wird dabei durch Artikel 143 geregelt. Die Verfassung von 1978 fixiert in ihrem Artikel 143 einen in dieser Art weltweit einmaligen Prozess der Bildung von regionalen Gebietskörperschaften durch einen freien Zusammenschluss von Provinzen. Die Provinzen bestanden (als bloße Verwaltungssprengel der Zentralregierung) schon lange und wurden so als geeignete Grundlage für die Entstehung der autonomen Gemeinschaften betrachtet. Sieben der 17 entstandenen autonomen Gemeinschaften bestehen dabei aus nur einer Provinz. Die Verfassung sieht dabei nur einen flexiblen Rahmen für die jeweiligen Autonomiestatute vor, der für jede Gemeinschaft individuell eine weitergehende oder engere Autonomie ermöglicht. Die Autonomiestatute der einzelnen Regionen – die im Gegensatz zu einem Bundesstaat der Zustimmung des nationalen Parlaments bedürfen – wurden nach teilweise jahrelangen Diskussionen zwischen 1979 und 1983 verabschiedet. Darauf folgte ein jahrelanger Prozess mit allmählich zunehmender Autonomie, der unter anderem auch darauf zurückzuführen ist, dass schon die Verfassung mehrjährige Übergangsfristen vorsah, innerhalb derer die autonomen Gemeinschaften allmählich von einer „Vor-Autonomie“ zu einer „vollen Autonomie“ gelangen sollten – wobei „volle“ Autonomie nicht mit Unabhängigkeit zu verwechseln ist. Aber auch innerhalb der beiden von der Verfassung (in Artikel 148 Absatz 2) vorgesehenen Gruppen „vor-“ und „vollautonomer“ Gemeinschaften gab es von Anfang an erhebliche Unterschiede. Zu den 17 autonomen Gemeinschaften kamen 1995 noch die beiden autonomen Städte Ceuta und Melilla, die eine ähnliche Autonomie genießen. So ist heute (bis auf einige kleine Inseln vor Marokko, die als sogenannte plazas del soberanía unmittelbar der Zentralregierung in Madrid unterstehen) ganz Spanien in autonome Gemeinschaften (bzw. autonome Städte) aufgeteilt.

Charakterisierung der autonomen Gemeinschaften

Die autonomen Gemeinschaften sind sehr heterogen und zeigen eine überraschende Vielfalt. So sind die beiden kleinsten Gemeinschaften, die Balearen und La Rioja, nur ca. 5.000 km² groß, während die beiden größten, Andalusien und Kastilien-León mit jeweils ca. 90.000 km² größer sind als Österreich. Auch die Bevölkerungszahl ist sehr unterschiedlich (280.000 in La Rioja, fast 7,5 Millionen in Andalusien). Dies erklärt zum Teil auch die großen Unterschiede im Grad der Autonomie, da sich auch die jeweilige Leistungsfähigkeit der Gemeinschaften zu einem wichtigen Teil aus ihrer Größe ergibt. So kann grob auch gesagt werden, dass die kleineren autonomen Gemeinschaften für sich nur eine schwächer ausgeprägte Autonomie in Anspruch nehmen, während die großen zahlreiche Kompetenzen des Gesamtstaats übernehmen. Eine gewisse Sonderstellung nehmen vor allem das Baskenland und Katalonien ein, die beide ein besonders weitgehendes Bedürfnis nach Autonomie haben. So haben beide Gemeinschaften ihre eigenen Polizeikörper (Ertzaintza im Baskenland und Mossos d'Esquadra in Katalonien). Diese besondere Rolle ist vor allem auf die jeweilige Geschichte zurückzuführen, die (jedenfalls nach Darstellung baskischer und katalanischer Nationalisten) jahrhundertelang von Bevormundung und Unterdrückung durch die Zentralregierung in Madrid geprägt war. Ihren Höhepunkt fand diese Entwicklung – nach einer kurzen Phase der Autonomie während der Zeit der Republik – unter dem faschistischen Regime Francisco Francos. Nach dem Tod Francos und der Wiederherstellung der Monarchie waren die autonomen Gemeinschaften nicht zuletzt zur Bewahrung der brüchig gewordenen Einheit des spanischen Staats gedacht. Daraus erklärt sich auch, dass trotz der Einteilung Spaniens in autonome Gemeinschaften und der teilweise sehr weitreichenden Kompetenzen die spanische Verfassung in ihrem Artikel 2 bestimmt, dass „die Verfassung sich auf der unauflöslichen Einheit der spanischen Nation [gründet]“. In diesem Spannungsfeld zwischen Autonomie und Einheit ist auch die in den letzten Jahren vor allem vom Baskenland ausgegangene Diskussion über eine Neuregelung der Kompetenzverteilung zwischen dem Gesamtstaat und den autonomen Gemeinschaften zu sehen. Auch derzeit sorgt gerade ein Entwurf für ein neues Autonomiestatut für Katalonien für große Aufregung, das Katalonien und die Katalanen als eine „Nation“ bezeichnet.

Liste der autonomen Gemeinschaften

Die 17 autonomen Gemeinschaften sind (in alphabetischer Reihenfolge):
- Andalusien (spanisch Andalucía)
- Aragonien (spanisch Aragón, katalanisch Aragó)
- Asturien (asturisch Asturies, spanisch Asturias)
- Balearische Inseln (katalanisch Illes Balears, spanisch Islas Baleares)
- Baskenland (baskisch Euskadi, spanisch País Vasco)
- Extremadura
- Galicien (galicisch Galiza, spanisch Galicia)
- Kanarische Inseln (spanisch Islas Canarias)
- Kantabrien (spanisch Cantabria)
- Kastilien-La Mancha (spanisch Castilla-La Mancha)
- Kastilien-León (spanisch Castilla y León)
- Katalonien (katalanisch Catalunya, spanisch Cataluña)
- La Rioja
- Madrid (spanisch Comunidad de Madrid)
- Murcia (spanisch Región de Murcia)
- Navarra (baskisch Nafarroa)
- València (valencianisch Comunitat Valenciana, spanisch Comunidad Valenciana)

Siehe auch


- Liste der spanischen autonomen Gemeinschaften nach Fläche
- Liste der spanischen autonomen Gemeinschaften nach Einwohnerzahl
- Liste der Flaggen der autonomen Gemeinschaften Spaniens
- Liste der ISO 3166-2-Codes für Spanien

Weblinks


- [http://www.map.es/servicios_al_ciudadano/politica_autonomica/datos_de_CCAA_y_enlaces/index.html Informationen zu den autonomen Gemeinschaften vom Ministerium für öffentliche Verwaltung (spanisch)] Kategorie:Spanien ja:スペインの地方行政区画 ko:에스파냐의 자치 지방 simple:Autonomous communities of Spain

Mallorca

Mallorca ist eine spanische Insel. Sie liegt im westlichen Mittelmeer, rund 200 Kilometer von València, Barcelona und Algier entfernt. Mit 3.640 Quadratkilometern ist sie die größte Insel der Balearen, rund 110 Kilometer sind es in der Länge von Sant Elm bis Cap de Formentor und 70 Kilometer in der Breite. Die Hauptstadt ist Palma.

Einwohner

Auf Mallorca leben 758.823 Einwohner, davon 368.974 in der Hauptstadt Palma. Die nächstgrößeren Städte sind Calvià (42.614), Manacor (35.512), Llucmajor (28.591) und Inca (25.900). Dazu kommen zwischen 30.000 und 80.000 Ausländer mit mehr oder weniger festem Wohnsitz. ( Einwohnerzahlen Stand: 2. Januar 2005)

Sprachen

Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch (Kastilisch). Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Mallorquí genannt. Seit 1983 ist Mallorquí gleichberechtigte Amtssprache. In den touristischen Zentren der Insel wird zunehmend Deutsch und Englisch gesprochen. Siehe auch: Sprachen auf Mallorca.

Verwaltung

Sprachen auf Mallorca Mallorca gehört zum Autonomiegebiet der Balearen (entspricht etwa einem Bundesland). Das Autonomiegebiet wird von Palma aus vom Govern Balear regiert, jede Balearen-Insel hat einen Consell Insular (Inselrat). Mallorca ist in sechs Regionen aufgeteilt, traditionell comarques genannt, die aber keine politischen Grenzen darstellen: Palma, Tramuntana, Llevant, Pla, Raiguer, Migjorn. Politisch ist die Insel in 53 Gemeinden mit Verwaltungssitz (municipis) gegliedert.

Klima

Verwaltungssitz Mallorca genießt ein gemäßigtes subtropisches Klima, mit kurzen, milden Wintern und heißen Sommern, durchschnittlich 7,9 Sonnenstunden am Tag und durchschnittlichen Niederschlagsmengen (1.400 Millimeter pro Quadratmeter im Norden, 400 Millimeter im Süden). Siehe auch: Klimadaten Mallorca

Flora und Fauna

Klimadaten Mallorca Mallorca besitzt eine reiche Flora aus über 1.500 Arten. Die Fauna ist weniger artenreich und weist nur wenige Säugetier-Arten, jedoch sehr viele Vogel-Arten auf. Die einzigen wildlebenden größeren Säugetiere sind verwilderte Hausziegen in der Serra de Tramuntana. Bemerkenswert sind der endemische Balearen-Sturmtaucher (Puffinus mauretanicus), Purpur- und Seidenreiher, Zwergrohrdommel, Mönchsgeier sowie der Rosa-Flamingo. Darüberhinaus gibt es Reptilien und Amphibien, darunter die erst Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wiederentdeckte, endemische Mallorca-Geburtshelferkröte. Siehe auch: Flora auf Mallorca Liste der Arten auf Mallorca

Nationalparks


- Archipiélago de Cabrera

Naturparks


- L'Albufera des Grao, la illa d'en Colom i el cap de Favàritx
- Cala D’Hort
- Sa Talaia
- Mondragó
- Llevant
- S´Albufera de Mallorca
- Sa Dragonera

Naturreservate


- Cap des Freus
- Cap Farrutx
- Es Vendrà y Es Vendranell
- Islotes de Ponent
- S'Albufereta

Naturdenkmäler


- Ses Fonts Ufanes

Gebirge, Täler, Seen

Sa Dragonera Drei Gebirgszüge rahmen die Insel im Südosten, Nordwesten und Osten ein, die wenig spektakuläre Serra de Llevant und die berühmte, über weite Strecken nicht besiedelte Serra de Tramuntana, in der die höchsten Berge der Insel, der Puig Major (1.445 Meter), der Puig Massanella (1.348 Meter), der Puig Tomir (1.103 Meter), der Puig de l´Ofre (1.091 Meter), der Puig d´es Teix (1.064 Meter) und der Puig Tossals (1047 Meter) liegen. Die höchsten Berge
- Puig Major (1445 m Höhe ü. N.N.)
- Massanella (1348 m Höhe ü. N.N.)
- Tomir (1103 m Höhe ü. N.N.)
- L'Ofre (1090 m Höhe ü. N.N.)
- Alfabia (1067 m Höhe ü. N.N.)
- Teix (1064 m Höhe ü. N.N.)
- Tossals (1047 m Höhe ü. N.N.)
- Galatzó (1025 m Höhe ü. N.N.)
- Es Cornador (1009 m Höhe ü. N.N.)
- Puig Raig (1002 m Höhe ü. N.N.) In den drei Gebirgszügen Mallorcas findet sich auch der bekannte Canyon Torrente de Pareis und die beiden Trinkwasser-Speicher-Seen Cúber und Gorg Blau sowie im Osten die Serra Artana mit dem höchsten und kompaktesten Massiv der östlichen Bergkette. Acht niedrige Berge gehören dazu, wobei der Puig de Ferrutx (552 Meter) der höchste ist und Puig d´en Mir (256 Meter) der niedrigste. Das Gebiet von Caps de Ferrutx mit seinen Felseinschnitten ist Schutzraum für Fischadler und Wanderfalke.

Geschichte

Ereignisse

Wanderfalke
- um 3500 v. Chr: Aus dieser Zeit stammen erste prähistorische Spuren.
- um 1500 v. Chr: Die Talayot-Kultur, die balearische Variante der Bronze- und Eisenzeit beginnt. Die Talayot-Kultur steht in Handelsbeziehungen mit den Phöniziern und Griechen.
- 123 v. Chr.: Römische Invasion. Caecillius Metellus Balearicus gründet die Städte Pollentia (heute Alcúdia) und Palma (von lateinisch palma, Siegespalme).
- 450 n. Chr: Die Vandalen erobern die Balearen.
- 534 n. Chr: Byzantinische Truppen erobern Mallorca.
- 902: Mallorca wird von den Mauren erobert.
- 1229: Im Rahmen der Reconquista wird Mallorca von den aragonischen Truppen unter Jaume I. erobert.
- 1276: Jaume II. ruft das Königreich Mallorca aus.
- 1349: Pedro IV. von Aragón vertreibt Jaume III. und in der Folge wird Mallorca aragonische Provinz. Bis zur Autonomie von 1983 wird die Insel vom Festland her regiert.
- 19. Jahrhundert: Anfang des Tourismus. Berühmt ist der Aufenthalt des polnischen Komponisten Frédéric Chopin und der französischen Schriftstellerin George Sand in Valldemossa.
- 1936: Im Spanischen Bürgerkrieg fällt Mallorca in den Machtbereich der Falange.
- 1960er Jahre: Der Massentourismus setzt ein.
- 1978: Spanien wird parlamentarische Monarchie.
- 1983: Die Balearen werden autonome Region.

Frühgeschichtliche Ansiedlungen


- Capocorb Veli (Llucmajor)
- Ses Talaies de Can Jordi (Santanyi)
- Poplado Talaiótico de S'Illot (S'Illot)
- Talaiot de Sa Canova (Ctra. Artà - Colonia de Sant Pere)
- Ses Païsses (Artà)
- Necròpoli de Son Real (Can Picafort)
- Poblado Talaiótico de Son Fornès (Montuïri)
- Novetiforme Alemany (Magaluf/Calvià)

Wirtschaft

Die Wirtschaft ist geprägt von Tourismus. 1960 besuchten 360.000 Touristen die Insel, 1970 sind es bereits mehr als 2 Millionen. Heute liegt die Zahl der Besucher bei knapp 22 Millionen. Der neue Flughafen Son Sant Joan könnte bis zu 25 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen. Insgesamt stehen den Gästen rund 314.000 gemeldete Hotelbetten in 1.300 Hotelanlagen zur Verfügung (Stand 2005) damit liegt die Insel deutlich vor der zweitwichtigsten Touristenregion Spaniens, Katalonien. Die Mehrzahl der Touristen stammt aus Deutschland und Großbritannien. Geradezu zum Symbol für den deutschen Massentourismus, der jedoch weite Teile der Insel nicht berührt, ist der Ort S'Arenal geworden. Es gibt aber auch eine nicht geringe Zahl von Individualtouristen, die etwa in der Serra de Tramuntana wandern oder Rad fahren und einige zehntausend ausländische Residenten, die sich auf Mallorca niedergelassen haben und sich zum Teil in die dortige Gesellschaft zu integrieren versuchen. Rad Daneben sind Landwirtschaft, Bergbau (vor allem Marmorabbau), Leichtindustrie (Leder, Keramik, Perlen, Glas) sowie Fischerei bedeutende Wirtschaftszweige. Siehe auch: Glas auf Mallorca, Kohleindustrie auf Mallorca, Eisenbahnen auf Mallorca, Agrarprodukte auf Mallorca, Ökologische Landwirtschaft auf Mallorca, Integrierte Landwirtschaft auf Mallorca, Kunstperlen-Majòricas Die Mallorquiner erwirtschaften eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Spaniens: EUR 17.000 gegenüber EUR 13.500 im spanischen Durchschnitt. Haupteinkommensquelle ist mit 75 Prozent der Dienstleistungbereich Tourismus gefolgt von der Bauindustrie mit rund 10 Prozent. Fast drei Viertel der Insel sind landwirtschaftliche Nutzflächen. Die Landwirtschaft stellt 11 Prozent der Arbeitsplätze der Insel, trägt aber nur 2,5 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei.

Orte

Pro-Kopf-Einkommen Alaró - Alcúdia - Algaida - Andratx - Arenal - Ariany - Artà - Banyalbufar - Binissalem - Búger - Bunyola - Cala d'or - Cala Figuera - Cala Millor - Cala Ratjada - Cala Santanyí - Calas de Mallorca - Calvià - Can Picafort - Campanet - Campos - Canyamel - Capdepera - Consell - Costitx - Deià - Escorca - Esporles - Estellencs - Felanitx - Fornalutx - Inca - Lloret de Vistalegre - Lloseta - Llubi - Llucmajor - Magaluf - Manacor- Mancor de La Vall - Maria de La Salut - Marratxi - Montuiri - Muro - Palma - Paguera -Porto Cristo - Petra - Platja de Palma - Pollença - Porreres - Puigpunyent - S'Arenal - Sa Calobra - Sa Pobla - Santa Eugènia - Santa Margalida - Santa Maria del Camí - Santanyí - Santa Ponsa - Sant Joan - Sant Llorenç des Cardassar - Selva - Sencelles - Ses Salines - Sineu - Sóller - Son Servera - Valldemossa - Vilafranca de Bonany

Häfen


- Palma (Seehafen, Yachthafen, Fischereihafen)
- Port d'Andratx (Yachthafen, Fischereihafen)
- Port d'Alcudia (Yachthafen, Fischereihafen)
- Portochristo (Fischereihafen)
- Cala Ratjada (Fischereihafen)
- Colònia de Sant Jordi (Fischereihafen)
- Santanyi (Fischereihafen)
- Port de Pollença (Yachthafen, Fischereihafen)
- Portocolom (Fischereihafen)
- Port de Soller (Fischereihafen)
- Portals Nous (Yachthafen)
- S'Arenal (Yachthafen)
- Cala d'Or (Yachthafen)
- Ca'n Picafort (Yachthafen)

Klöster und Einsiedeleien


- Santuario de Cura (Puig de Randa, Algaida, in 540 m Höhe)
- Santuario de Monti - Sion (Porreres, in 263 m Höhe)
- Ermita de Sant Miquel (Montuïri, in 246 m Höhe)
- Ermita de Bonany (Petra, in 317 m Höhe)
- Santuario de Sant Salvador (Felanitx, in 510 m Höhe)
- Ermita de Betlem (Artà)
- Ermite de la Victòria (bei Alcudia, in 400 m Höhe)
- Santuario de Puig de Maria (Pollença, in 333 m Höhe)
- Santuario de Lluc (Escorca/Llucin 550 m Höhe)
- Ermita de Santa Magdalena (Inca, in 304 m Höhe)
- Ermita de la Trinitat (Valldemossa, in 540 m Höhe)
- Cartuja de Valldemossa

Sehenswürdigkeiten

Cartuja de Valldemossa Cartuja de Valldemossa
- Canyon Torrente de Pareis - an der Westküste nördlich Sóller, bei sa Calobra gelegen
- Castell de Bellver - Festungsanlage in Palma
- Castell d'Alaro (Puig de Alaro, ca. 13 Jh., in 825 m Höhe)
- Castell de Rey (Pollença, ca. 13. Jh., in 476 m Höhe)
- Castell de Capdepera (Capdepera, 13. Jh.)
- Castell de Santueri (Felanitx, 14. Jh., in 320 m Höhe)
- Cap Formentor - das Nordkap
- Coves d'Artà - Höhle in der Nähe von Artà
- Coves del Drac - Tropfsteinhöhle mit großem unterirdischem See bei Porto Cristo
- Cuevas de Campanet - Höhle im Nordwesten zwischen Inca und Alcúdia
- Cuevas dels Hams - Tropfsteinhöhle bei Porto Cristo
- Cuevas de Gènova - Höhle nahe Palma
- Der rote Blitz - eine nostalgische Bimmelbahn von Palma nach Sóller
- Es Baluard - Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst Palma
- Kloster Lluc im Nordwesten
- Planetarium Mallorca in Costitx
- Ses Païsses - Talayot-Siedlung bei Artà Artà

Literaturhinweis

Zwischen 1869 und 1891 erschien bei Brockhaus in Leipzig ein neunbändiges Monumentalwerk des berühmten Reisenden Erzherzog Ludwig Salvator, es ist heute noch ein zuverlässiges und genaues Zeugnis der Zeit. Titel: Die Balearen in Wort und Bild.

Siehe auch


- Strände und Buchten auf Mallorca
- Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet

Weblinks


- [http://www.conselldemallorca.net/default.php Consell de Mallorca - Inselrat/Regierung]
- [http://www.palmap.info/ Landkarte Mallorca]

Deutschsprachige Medien


- [http://www.inselradio.com/ Mallorca Radio mit Livestream]
- [http://www.mallorcamagazin.net/ Mallorca Magazin]
- [http://www.mallorcazeitung.com/ Mallorca Zeitung]
- [http://www.teleweb-mallorca.com/ Mallorca TV à la carte]
- Kategorie:Balearische Inseln ! ja:マヨルカ島

Menorca

Menorca ist die östliche Insel der spanischen autonomen Region Balearen. Auf Menorca leben ca. 80.000 Einwohner auf 694,39 Quadratkilometern. Der Hauptort ist Maó (spanisch: Mahon).

Geografische Daten

Maó Menorca hat eine Ausdehnung von ca. 700 km2 von Kap La Mola bis zur Landzunge Bajoli. Die Insel ist etwa 50 km lang und in Nordsüdrichtung 16  km breit. Die Insel prägen zwei Regionen: Tramontana die Berge im Norden und Migjorn im Süden. Als Folge von geologischen Faltungen ist die Tramontana schroff; an seiner zerklüfteten Küste befinden sich Naturhäfen von außerordentlicher Schönheit. Im Gegensatz dazu hat der Süden ein sanftes Relief mit tiefen Schluchten. Die Küste ist geradliniger mit Felsen und langen Sandstränden. In der Mitte der Insel ragt der 358 m hohe Monte Toro empor, von dem aus man einen herrlichen Rundblick über Menorca hat. Die 117,3 km lange Küstenlinie bietet zahlreiche Abwechslungen: Steilküsten, abgeschiedene stille Buchten und lange sonnige Strände sowie einige Naturhäfen. Maó

Vorgeschichte

Die Spuren menschlicher Besiedlung kann man bis in die Altsteinzeit, d.h. bis 6000 Jahre v. Chr., zurückverfolgen. Wahrscheinlich gelangten die ersten Siedler mit kleinen Booten von der französischen Mittelmeerküste zu den Balearen. Der älteste Hinweis auf die Existenz von Siedlern datiert aber aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Der älteste Kultbautyp ist das Hypostylon. Ein etwa 1,5 m in den Boden eingetieter Raum mit Seitenmauerwerk und Pilastern. In der Mitte kleine Säulen deren Kapitelle die Deckenplatten tragen. Die jüngste eigenständige Kultbaueinheit ist die Taula. Taula Taula Taula 1995 und 1997 wurden auf Menorca in den Höhlen von Es Càrritx und Es Mussol im Westen der Insel außergewöhnliche archäologische Entdeckungen gemacht. In Es Càrritx trafen die Speleologen auf eine intakte Kollektivbestattung aus der Spätbronzezeit. Die etwa 35.000 Menschenreste, 4.000 Keramikfragmente, 170 Metallobjekte, mehrere hundert Knochenknöpfe und Fayenceperlen befanden sich noch so wie sie nach der letzten Bestattung in der ersten Kammer um 820 vor Chr. liegen geblieben waren. Etwa 90 Meter vom Eingang entfernt entdeckte man ein Versteck, in dem Holz-, Metall- und Keramikgegenstände lagen, unter denen eine Reihe von bisher unbekannten Holz- und Hornzylindern mit menschlichem, rot gefärbtem Haar Aufsehen erregte. Nicht weniger beeindruckend sind die Funde aus Es Mussol: unter anderem entdeckte man in einer kleinen Kammer im Höhleninneren verschiedene Holzschnitzereien, insbesondere zwei Köpfe mit deutlich menschlichen Zügen. Erforschung dieser außerordentlich reichen ideologischen und rituellen Hinterlassenschaften stellt eine besondere Herausforderung für die bisher entwickelte archäologische Theorienstruktur dar. In der Monographie "Ideologie und Gesellschaft auf dem prähistorischem Menorca" werden die vollständigen Resultate der Untersuchung beider Höhlen vorgelegt. Die Fülle megalithischer Monumente fasziniert den Besucher - die Taulas, riesige Steintische, die Talayots der Talayot-Kultur, die Hypostyloi und die Navetas genannten Bauten aber auch die prähistorischen Höhlen machen Menorca zu einem einzigartigen Freilichtmuseum.

Geschichte

Menorca wurde von vielen Völkern beeinflußt: Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Mauren, Spanier, Briten und Franzosen. Der zum ersten Mal genannte Name der Insel war Nura - Feuer auf phönizisch. Zur Zeit der Römer hieß die Insel Minor - die kleinere, woraus dann Menorca wurde. Die beiden größten Städte der Insel: Franzosen
- Maó - an einem der größten Naturhäfen des Mittelmeeres gelegen. Der Aufschwung der Stadt begann unter der Herrschaft der Briten im 18. Jahrhundert. Aus strategisch-politischen Gründen wurde Maó 1722 zur Hauptstadt erklärt. Heute als pulsierendes, bürgerliches Zentrum vereint in sich englischen Stil mit mediterraner Atmosphäre. Hauptstadt
- Ciutadella - Die ehemalige Inselhauptstadt hat sich bis heute ihren mittelalterlichen Charme bewahren können. Mit ihrem pittoresken Hafen, den Kirchen, Adelspalästen und engen, romantischen Altstadtgassen stellt sich Ciutadella als Hüterin der Traditionen und gleichzeitig lebhafte Metropole im Westen der Insel dar.

Gemeinden

Menorca ist in acht Gemeinden aufgeteilt:
- Alaior (spanisch: Alayor)
- Es Castell (spanisch: Villacarlos)
- Ciutadella de Menorca (spanisch: Ciudadela de Menorca)
- Ferreries (spanisch: Ferrerias)
- Maó (spanisch: Mahón)
- Es Mercadal
- Es Migjorn Gran (spanisch: Sant Cristóbal)
- Sant Lluís (spanisch: San Luis)

Landschaft

Außerhalb dieser beiden Städte wird das Bild der Insel vor allem von geruhsamer Beschaulichkeit geprägt: unzählige von Steinmauern gesäumte Felder, weißgetünchte Bauernhöfe mit alter Käsetradition, idyllische Dörfer, malerische Fischerorte ... Sant Lluís Die Insel umschließt ein fast vollständiger Wanderpfad entlang der Küste. Die südliche Inselseite ist geprägt durch felsige Hügel in die Bäche tiefe Täler (Barranc) gegraben haben. In diesen Schluchten, bedingt durch das geschützte, relativ feuchte Klima, findet sich im Kontrast der sonst etwas kargen Landschaft eine üppige Pflanzenwelt. Einige dieser reizvollen Schluchten sind über Wege erreichbar. Im "Barranc de Trebalúger" wird das besondere, geschützte Klima zu Anbau von Südfrüchten genutzt. An der Nordspitze Menorcas dem "Cap de Cavalleria" ist eine fast 100 Meter tiefe Steilküste. Sant Lluís Wegen der späten Erschließung durch den Tourismus konnte Menorca sich vor der Zerstörung durch Siedlungen weitgehend bewahren. Im Jahre 1993 wurde die Insel zu einem Biosphärenreservat erklärt. Heute steht fast die Hälfte der Insel unter Landschafts- und Naturschutz. Viele unbebaute Strände und ursprüngliche Landschaften sind somit erhalten geblieben.

Strände

Ähnlich wie Mallorca besitzt Menorca eine Vielzahl von Stränden und Badebuchten. Die schönste Badebucht sollte die Cala Santa Galdana sein. Hinsichtlich der Beschaffenheit der Strände unterscheiden sich die der Nordküste (mehr dunkel und grobkörnig) und der Südküste (hell und feinsandig) recht deutlich. Da auf Menorca recht oft ein starker Nordwind weht, sollte man als Badeurlauber eher die Südküste besuchen, während die Surfer an der Nordküste, insbesondere bei Fornells, besser aufgehoben sind.

Siehe auch


- Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet

Literatur


- P. Castro, V. Lull, R. Micó.: Cronología de la prehistoria reciente de la península Ibérica y Baleares (c. 2800-900).
- Walkowitz J.E.: Das Megalithsyndrom. Band 36 in Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, 2003. ISBN 3-930036-70-3

Weblinks


- [http://www.cime.es/ Consell Insular de Menorca (mehrsprachig auch deutsch)]
- [http://www.menorca-info.de/ Menorca-Info.de (deutsch, englisch, spanisch)]
- [http://www.menorca-web.de menorca-web.de]
- [http://www.privaturlaub-auf-menorca.de/ Menorca Info] Kategorie:Archäologie Kategorie:Balearische Inseln

Ibiza

Ibiza (katalanisch Eivissa) ist die drittgrößte Insel der spanischen autonomen Region Balearen und die größte Insel der Pityusen. Ibiza hat eine Fläche von 572 km², der Hauptort ist Ibiza-Stadt (Eivissa Vila). Auf Ibiza leben ca. 106.220 Einwohner (Stand Januar 2005) dauerhaft, davon sind ungefähr 11.511 (Ibiza und Formentera) offiziell gemeldete Ausländer (Residentes). Zusammen mit der südlich gelegenen Insel Formentera (7131 Einwohner) und zahlreichen kleineren und unbewohnten Felseninseln bildet Ibiza die Inselgruppe der Pityusen. Amtssprachen sind Spanisch (Kastilisch) und Katalanisch, der auf der Insel vorherrschende katalanische Dialekt wird Ibizenk genannt.

Landesnatur

Ibizenk Die Balearen sind die abgesprengte Fortsetzung des andalusischen Felsengebirges, das sich von Gibraltar über die Sierra Nevada hinzieht. Ein etwa 1500 Meter tiefer Meeresgraben trennt die Inseln vom spanischen Festland. Die Pityusen haben, wie auch die Balearen, einen eigenen Festlandsockel. Ibiza ist eine bergige und zerklüfftete Insel (unter anderem mit sandigen Calas). Sie liegt etwa 90 Kilometer östlich vom spanischen Festland. Die höchste Erhebung ist der Atalaya mit 476 Metern über NN. Ibiza hat das ausgewogenste Klima der Balearen. Die Temperaturen liegen im Sommer um die 30 °C, im Winter reichen sie selten unter den Gefrierpunkt. Auf der Insel gibt es an Land keine "gefährlichen" Tiere, wie giftige Schlangen oder giftige Spinnen. Die biologische Vielfalt und Kultur von Ibiza wurde 1999 zum Weltkulturerbe erklärt. 'Ibiza wird die letzte Zuflucht auf der Erde sein' sagte Nostradamus voraus. Glaubt man den Weissagungen des im 15. Jahrhundert lebenden französischen Astrologen und Physikers, so sollen nach einer weltweiten nuklearen Katastrophe die besonderen Windverhältnisse dafür sorgen, dass nur auf Ibiza weiterhin Leben existieren kann.

Verkehr und Infrastruktur

Die drei Hauptsiedlungen der Insel Ibiza sind zum einen die Hauptstadt Eivissa, Santa Eularia des Ríu und Sant Antoni de Portmany. Die Siedlungen besitzen meist eigene Häfen und Anlegenplätze für Yachten und Boote. Im Unterschied zur Umgebung der Hauptstadt Eivissa, bei der sich auch der internationale Flughafen befindet, ist die Besiedelung der übrigen Regionen der Insel eher durch Weiler und Einzelhöfe geprägt. Einzelne und über das Land verstreute Fincas sind typisch für die Landschaft Ibizas. Die gut ausgebauten Straßen führen durch die stark von Hügeln ausgeprägte Landschaft. Mitte Juli 2005 wurde mit dem Bau einer Autobahn zwischen dem Flughafen und Eivissa begonnen. Kreuzungen gibt es dennoch kaum auf der Insel. Hier wird schon seit Jahrzehnten auf die Kreisverkehrslösung zurückgegriffen. Für Aufregung sorgte im September 2005 ein Plan der Verwaltung, wonach eine bis zu sechsspurige Autobahn quer über die Insel gebauten werden soll. Prominente Bewohner der Insel wie Fußballstar Zinedine Zidane sprechen sich klar gegen ein solches Bauvorhaben aus.

Wirtschaft

Im Mittelalter verdankte Ibiza den Salzfeldern Ses Salines, im Südwesten beim Flughafen gelegen, einen gewissen Wohlstand. Die Salzfelder waren bis ins 19. Jahrhundert Gemeineigentum ("Universida") und jeder Ibizenko war verpflichtet, zur Bewirtschaftung der Salzfelder beizutragen. Gemeineigentum Das Innere der Insel wird für Landwirtschaft und Viehzucht, insbesondere der Schafzucht genutzt. Bis Mitte der 1960er produzierten die Bauern der Insel autark für den eigenen Gebrauch und nur zu einem geringen Teil für den Export. Mitte der 1930er entdeckten erstmals britische Touristen die Insel. Durch den spanischen Bürgerkrieg und kurze Zeit später den Zweiten Weltkrieg kam der Tourismus aber schnell wieder zum Erliegen. Kurz nach Kriegsende kehrten zwar die ersten Touristen (und in den 1960ern auch viele Aussteiger und Hippies) auf die Insel zurück, aber erst in den 1970ern entwickelte sich der Tourismus in größerem Maße. Heute reicht die geringe landwirtschaftliche Produktion nicht mehr aus, um die Insel selbst zu ernähren, so dass die meisten Waren vom Festland importiert werden müssen. Wie auch auf den übrigen Balearen ist der Tourismus mit 98 Prozent der Gesamtwirtschaft die Haupteinnahmequelle der Ibizenkos, auch wenn er nicht die Auswüchse wie auf Mallorca erreicht. 2002 besuchten ca. 1,5 Mio. Touristen die Insel, fast die Hälfte davon waren britische Urlauber, gefolgt von Deutschen, Italienern und Franzosen. Ibiza gilt heute als das Urlaubsziel der Jungen oder zumindest Junggebliebenen, doch vor allem als die Insel der "Reichen und der Schönen". Zudem hat sich Mitte der 1990er die internationale Club-Szene mit den bekannten Disc-Jockeys auf Ibiza etabliert. Zwischen Ibiza Stadt und Sant Antoni de Portmany befindet sich der größte Nachtclub der Welt - Das Privilege. Die Discothek bietet Platz für ca. 10.000 Besucher. Viele weitere Clubs wie das Space, Amnesia und Pacha finden sich ebenso wie das bekannte Café del Mar in San Antoni, Playa d´en Bossa, und San Rafel. Als ein sonntäglicher Ausflug empfiehlt sich die Cala Benirras, wo bei Sonnenuntergang die einheimischen Trommelkünstler ihr Können demonstrieren. In den Bergen finden regelmäßig zu Vollmond Goa-Partys statt, die mehrere Tage andauern können. Allerdings gibt es auch sehr ruhige Buchten und im Norden kann man Dörfer besichtigen. Man kann mit einer der Fähren nach Formentera fahren und dort an einsamen Sandstränden baden.

Geschichte

Die Ureinwohner (ca. 2000 v. Chr)

Über die Ureinwohner der Pityusen ist nur wenig bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Entwicklung ähnlich wie auf den Nachbarinseln Mallorca und Menorca verlaufen ist. Zwischen 2000 und 1600 v. Chr. entwickelte sich auf den Balearen die Talayot-Kultur (von arab. Atalayi, Ausblick). Die Talayots waren Steintürme, die als Wachtürme und Kultstätten dienten. Im Unterschied zu den Nachbarinseln hat man auf Ibiza und Formentera jedoch keine Reste solcher Bauten gefunden. Die Höhlenmalereien in Ses Fontenelles bei Sant Antoni sowie die die Megalithen von Ca Na Costa auf Formentera deuten jedoch darauf hin, dass die Pityusen ebenfalls bereits um diese Zeit besiedelt waren. Es waren vermutlich iberische Hirtenvölker, die die Insel als erste erschlossen.

Die Phönizier (7. bis 2 Jahrhundert v. Chr.)

Um 700 v. Chr. gründeten die Phönizier an der Ostseite der Hafenbucht von Eivissa eine Kolonie, die sie Ibes bzw. Ebusim nannten (vermutlich nach dem phönizischen Gott Bes). Die Stadt hatte das Münzrecht und war ein wichtiger Handelshafen. Die Phönizier beuteten auch die reichen Salzvorkommen sowie die Bleiminen bei Sant Carles aus. Die Nekropole Puig des Molins (Mühlenberg) gilt als bedeutendste bekannte phönizische Begräbnisstätte. In der Nähe von Sant Vicent de sa Cala wurde 1907 der Grottentempel Es Culleram entdeckt, der der Göttin Tanit geweiht war. Hannibal soll, der lokalen Geschichtsschreibung zu Folge, auf der Insel Sa Conillera bei Sant Antoni geboren worden sein. Offiziell erblickte er das Licht der Welt in Karthago, es ist aber verbürgt, dass Hannibal auf seinem Feldzug gegen Rom (Zweiter Punischer Krieg, 218 - 201 v. Chr.) die berüchtigten Steinschleuderer Els Foners Balears mit sich führte, die den Balearen ihren Namen gegeben haben.

Die Römer (ab 123 v. Chr.)

Nachdem der Zweite Punische Krieg erst siegreich für die Phönizier begonnen hatte, wurden Hannibals Truppen 202 v. Chr. bei Zama vernichtend geschlagen, und Karthago wurde auf sein afrikanisches Gebiet beschränkt. 123 v. Chr. wurden die Balearen von Quintus Caecillius Metellus, genannt Balearicus, erobert. Die Römer nannten Ibiza-Stadt Ebesus. Als konföderative Stadt konnte sie sich eine gewisse Autonomie bewahren. So brauchte sie zum Beispiel keinen Tribut zu zahlen und durfte weiterhin das Münzrecht ausüben. 70 v. Chr. wurde Ebesus unter dem Namen Flavia Augusta dem römischen Reich eingegliedert. Kaiser Vespasian ließ Wirtschaft und Infrastruktur der Insel ausbauen. Die Häfen Portus Salarius auf Formentera (heute La Savina) und Portus Magnus (Sant Antoni de Portmany) wurden errichtet. Die Nachbarinsel im Süden Ibizas erhielt von den Römern den Namen Frumentaria (die Weizenreiche). Aufgrund des fruchtbaren Bodens und der damals reichhaltigen Süßwasser-Vorkommen diente sie ihnen als Kornkammer. 380 n. Chr. wurde das Christentum Staatsreligion der Römer. Damit wurden auch die Balearen christianisiert. 391 erließ Theodosius das Verbot aller heidnischen Kulte. Nur wenige Jahre später zerbrach das römische Reich in West- und das Ostreich (Byzanz).

Einfall der Vandalen (5. Jahrhundert n. Chr.)

5. Jahrhundert Im 5. Jahrhundert drangen die Vandalen unter Gunderich nach Ibiza vor. 426 wurde die Insel von ihnen komplett verwüstet. Erst 533/534 gelang dem oströmischen Feldherrn Belisar die Vertreibung der Vandalen. Ibiza geriet unter die Oberherrschaft von Byzanz. Aus dieser Zeit ist jedoch nur wenig bekannt.

Die maurische Herrschaft (8. Jahrhundert - 13. Jahrhundert)

711 eroberten die Mauren unter dem Feldherrn Tarik Spanien, aber bereits wenige Jahre zuvor waren sie auf den Balearen gelandet. 711 wurde Ibiza erstmals von den Mauren erobert. Sie nannten die Insel Yabisa. Es dauerte aber noch bis Anfang des 10. Jahrhunderts, bis die Mauren ihre Macht auf Ibiza stabilisieren konnten, zumal die Insel 859 einem Raubzug der Wikinger zum Opfer fiel. Die Mauren nannten die Balearen Las Islas Orientales de Al-Andalus (die Inseln östlich von Andalusien). Sie gehörten zum Kalifat von Córdoba. 1009 wurden die Balearen mit der an der Küste liegenden Stadt Denia unabhängiges Königreich. Etwa um diese Zeit nahmen aber auch die Überfälle arabischer Piraten zu, die vor allem von Mallorca und Menorca aus operierten. 1114 wurden deshalb die Balearen Ziel einer pisanisch-katalanischen Strafexpedition. Palma de Mallorca wurde dabei vollständig zerstört. Doch die islamische Herrschaft über Ibiza konnte sich noch über Jahre halten. 1203 setzten sich auf den Balearen die Almoraviden fest, die sich bis 1235 dort hielten.

Die katalanische Eroberung (ab 1229)

1235 1229 eroberten die Christen Mallorca im Zuge der Reconquista zurück. Unter dem Befehl des Königs von Aragón, Jakob I., der Eroberer, wurde die Medina Yabisa von Guillermo de Montgrí, dem Erzbischof von Taragona belagert. Der Legende nach konnten die Christen die Stadt sehr schnell einnehmen, weil der regierende Sultan Yebusah seinem Bruder die Lieblingssklavin weggenommen und verführt hatte. Aus Rache ließ der Bruder die Christen in die Stadt. Ibiza wurde unter den Eroberern aufgeteilt, zu denen Montgrí auch der Infant (Prinz) von Portugal Don Pedro und der Graf von Roussillon Don Nuno Sans gehörten. Katalanisch wird als Sprache auf der Insel eingeführt.

Das Königreich Mallorca (ab 1256)

1256 rief Jaume II. das Königreich Mallorca aus, zu dem neben den Balearen auch Montpellier und Roussillon gehörten. 1299 gründete er auf Ibiza die Universidad, eine Behörde zur Verwaltung öffentlicher Belange. Die Pityusen verfügten damit über eine eingeschränkte autonome Verwaltung, die bis ins 19. Jahrhundert bestehen blieb. Das Königreich Mallorca fiel jedoch 1349 an Aragon zurück, nachdem Jaume III. von Pedro IV. von Aragon getötet wurde. Mit der Heirat von Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon kam es schließlich zur Einigung von Spanien. 1492 fiel Granada, die letzte Stellung der Mauren in Spanien. Damit endete die über 500 Jahre dauernde Reconquista.

Die ibizenkischen Korsaren (16. - 19. Jahrhundert)

19. Jahrhundert 19. Jahrhundert Gegen Ende des 15. Jahrhunderts segelte der Genuese Christoph Kolumbus über den Atlantik, um einen neuen Seeweg nach Indien zu finden. Durch die Entdeckung der Neuen Welt verlor der Mittelmeerhandel, und damit auch die Balearen an Bedeutung. Das Interesse der spanischen Krone an Ibiza und Formentera ließ nach. Da die Inseln mittlerweile nahezu unbefestigt waren, zogen sie nun das Interesse der Piraten auf sich, die vor allem auf Menschenraub spezialisiert waren. Formentera wurde in der Zeit vollkommen entvölkert und erst im 17. Jahrhundert wieder besiedelt. Historiker vermuten, dass die Ibizenkos ihre Fincas deshalb so weit auseinander bauten, weil große Siedlungen die Aufmerksamkeit der Piraten auf sich zogen. Allerdings war auch die Einwohnerzahl durch die zahlreichen Kriege dezimiert. Zum Schutz gegen die Piraten errichteten die Ibzenkos Wachtürme. Jeder Wachturm stand mit einem anderen in Sichtweite. Durch Feuerzeichen konnten die Meldungen über die anrückenden Piraten schnell weiter gegeben werden und die Bevölkerung konnte Zuflucht in den Wehrkirchen nehmen, die in dieser Zeit erbaut wurden. Unter Philipp II. (Spanien), dem Sohn von Karl V. wurde 1556 mit dem Neubau der Stadtmauern von Ibiza-Stadt begonnen. Die eindrucksvollen Mauern umschließen noch heute die Altstadt Dalt Vila, und nachdem Dalt Vila 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, wurden sie sorgfältig saniert und restauriert. Die fortgesetzten Piratenangriffe, allerdings auch die spanische Inquisition, die jede Abweichung vom katholischen Glauben unbarmherzig verfolgte, brachten die Ibizenkos schließlich dermaßen in wirtschaftliche Not, dass sie in Offensive gingen und das Mittelmeer auf der Jagd nach feindlichen Schiffen durchkreuzten. Das Korsarentum blühte bis ins 19. Jahrhundert. Erst mit der Eroberung Algiers durch die Franzosen (1830) endete im Mittelmeer die Piraterie. Der bekannteste der ibizenkischen Korsaren war Antonio Riquer Arabi. Er brachte über 100 Schiffe auf, darunter auch die schwer bewaffnete britische Brigg Felicity. Ihm zu Ehren wurde im Hafen von Ibiza-Stadt ein Obelisk errichtet.

Persönlichkeiten


- Abel Matutes Juan, Unternehmer

Siehe auch


- Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet

Weblinks


- [http://www.amics-terra.org Amics de la Terra - Evissa. Lokale Gruppe der Friends of the Earth]
- [http://www.e-ibiza.de e-ibiza.de - Umfassender Reiseführer mit vielen Tips]
- [http://www.cief.es/turismo/index.jsp Consell Insular d'Eivissa - català]
- [http://www.eivissa.es/default.php Ajuntament d'Eivissa - mehrsprachig català, castellano, englisch] Kategorie:Balearische Inseln Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Weltnaturerbe

Naturschutz

Der Begriff Naturschutz umfasst alle Untersuchungen und Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. Eine nachhaltige Nutzbarkeit der Natur durch den Menschen wird angestrebt. Der Naturhaushalt soll als Lebensgrundlage des Menschen geschützt werden. Wichtige Gegenstände des Naturschutzes sind Naturlandschaften, Naturdenkmäler u. a. Schutzgebiete und Landschaftsbestandteile, sowie seltene, in ihrem Bestand gefährdete Pflanzen, Tiere, und Biotope, in ihren Ökosystemen und mit ihren Standorten. Der Naturschutz beschäftigt sich daher auch mit den Standortfaktoren: Bodenschutz, Mikroklima, Luftreinhaltung und Lärmschutz, sowie anderen potenziell schädlichen Einflüssen wie Licht, Bewegung; Zerschneidung und Isolation von Lebensräumen etc. In den letzten Jahren hat auch die Thematik des Naturschutzes innerhalb besiedelter Räume und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen an Bedeutung gewonnen; damit soll eine Entwicklung vermieden werden, die Naturschutz nur in abgesonderten Reservaten betreiben und die vom Menschen bewirtschafteten und/oder besiedelten Räume preisgeben würde. Die praktische Naturschutzarbeit wird vor allem auf regionaler und lokaler Ebene geleistet. Die rechtlichen Instrumente des Naturschutzes sind allerdings in vielen Ländern auf nationaler Ebene verankert. Innerhalb der Europäischen Union gewinnen auch europaweite Programme und Regelungen an Bedeutung (z. B. [http://europa.eu.int/comm/environment/nature/natura.htm Natura 2000], oder auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die indirekt große Auswirkungen auf den Naturschutz haben wird).

Ziele des Naturschutzes: Naturhaushalt als Lebensgrundlage

Ziel des Naturschutzes in Deutschland ist es, die Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten (§ 1 Bundesnaturschutzgesetz). Er ist somit öffentliche Aufgabe und dient dem in Artikel 20a Grundgesetz verankerten Staatsziel. In der Schweiz wird es durch die Verfassung Art. 78 und das auf den Verfassungsartikel basierende Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) geregelt. Viele Menschen, die im Naturschutz arbeiten oder dessen Arbeit unterstützen, verbinden damit auch weitergehende Erwartungen und Motive, die sich aus der geistesgeschichtlichen Herkunft des Naturschutzes ergeben. Dazu gehören z. B. ethische Gründe (Tierschutz) oder emotionale (Heimatverbundenheit). Obwohl ohne die Motivationen dieser Menschen sehr viel weniger praktische Naturschutzarbeit geleistet würde, bleiben sie in diesem, auf den öffentlichen Naturschutz konzentrierten Artikel außer Betracht. Dieser ist auf die demokratisch legitimierten wesentlichen Ziele beschränkt und geschieht damit um des Menschen willen ("anthropozentrisches" Verständnis). Natur und Landschaft sind Standort der menschlichen Nutzung. Aus dem Wissen heraus, dass eine Übernutzung und Zerstörung von Natur und Landschaft fatale und katstastrophale Folgen für den Siedlungsstandort, die Gesundheit und die Nahrungsmittelerzeugung des Menschen haben können, werden
- die Wiederherstellung
- der Erhalt
- und die langfristige und nachhaltige Nutzbarkeit des Naturhaushaltes angestrebt.

Schutzgüter des Naturschutzes

Zum Naturhaushalt gehören:
- abiotische Bestandteile des Naturhaushaltes
  - Böden
  - Gewässer
  - Klima und Luft
  - Biotope
- biotische Bestandteile des Naturhaushaltes
  - Fauna und Flora
- Wechselwirkungen:
  - zwischen den Bestandteilen laufen komplizierteste Interaktionen ab. Die einzelnen Bestandteile dieses komplexen Systems des Naturhaushaltes sind zu schützen, weil sie sonst ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Eingeschränkte oder verlorene Funktionen können schwerwiegende Auswirkungen auch auf den Menschen haben.
- Funktionen des Naturhaushaltes für den Menschen sind
  - Lebensraum und Wirtschaftsstandort
  - Erholung
  - Gesundheit. Ein Beispiel vom 14. April 2003 für eine entsprechende Verordnung gibt es für das Naturschutzgebiet Oberes Pfefferfließ, Brandenburg, hier wird der "Schutzzweck" des Gebietes ausführlich wiedergegeben.

Unterschied zum Umweltschutz

Der Naturschutz betrachtet alle Nutzungen von Böden und Gewässern, die seine Belange beeinträchtigen können; dies können auch solche sein, die für Menschen uninteressant sind (z. B. bei Ödland). Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zum Umweltschutz liegt auf der Ebene der Schutzgüter und in der Betrachtungsweise: Während der Umweltschutz in erster Linie den Schutz der menschlichen Lebensbedingungen bezweckt und sich dazu oft technischer Mittel bedient, richtet der Naturschutz seinen Blick auf den Naturhaushalt als Ganzes und hat u. a. das Ziel, schädliche menschliche Einflüsse zu vermindern, auszugleichen oder zu verhindern. Beiden gemeinsam ist, dass die zu lösenden Probleme teils globale, teils regionale oder lokale sind; der Umweltschutz sucht dabei regelmäßig nach allgemeinen oder großräumigen technischen Lösungen. Einige Beispiele: Auch wenn sich die Schutzgüter formal überschneiden, geht es dem Naturschutz beim
- Klima meistens um das Mikroklima/Bestandsklima und dessen Erhalt als wichtige Größe in Ökosystemen. Der Klimaschutz des Umweltschutzes beschäftigt sich hingegen mit dem Großklima.
- Während der Umweltschutz versucht, das Waldsterben durch Luftreinhaltung zu bremsen, versucht der Naturschutz, die geschädigten Wälder wiederherzustellen und zu erhalten. Besonders im letzten Fall wird deutlich: Der Naturschutz muss dabei lokal agieren, um Landbesitzer, Land- und Forstwirte von den Vorhaben zu überzeugen; er muss geeignete Pflanzen auswählen, die den veränderten Umweltbedingungen gerecht werden, er muss auch durch andere Maßnahmen die Folgeschäden des Waldsterbens bekämpfen.

Rechtliche Instrumente des Naturschutzes

In Deutschland ist die Gesetzgebungskompetenz für den Naturschutz zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Der Bund besitzt nur eine Kompetenz zur Rahmengesetzgebung, aufgrund derer er das Bundesnaturschutzgesetz erlassen hat. Die Länder haben jeweils eigene Landesnaturschutzgesetze, die das früher als Landesrecht fortgeltende Reichsnaturschutzgesetz von 1935 abgelöst haben. Hinzu kommen zahlreiche internationale Abkommen sowie Programme und einzelne Richtlinien der Europäischen Union. In der Schweiz sind die Kantone für den Naturschutz zuständig (BV Art. 78 Abs. 1). Landesnaturschutzgesetz
- Naturschutzgesetze in Deutschland:
  - Bundesnaturschutzgesetz
  - Naturschutzgesetze der Länder
- Begriffe (Deutschland: §§ des Bundesnaturschutzgesetzes)
  - Naturschutzgebiet (Deutschland: § 23)
  - Nationalpark (Deutschland: § 24, Schweiz: Nationalparkgesetz)
  - Biosphärenreservat (Deutschland: § 25)
  - Landschaftsschutzgebiet (Deutschland: § 26)
  - Naturpark (Deutschland: § 27)
  - Naturdenkmal (Deutschland: § 28)
  - Geschützte Landschaftsbestandteile (Deutschland: § 29)
  - Gesetzlich geschützter Biotop (Deutschland: § 30)
  - Moorlandschaften (Schweiz: NHG Art. 23)
- Europäisches Recht
  - Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie] [http://europa.eu.int/comm/environment/nature/habdirde.htm Weblink]
  - Vogelschutzrichtlinie [http://europa.eu.int/eur-lex/de/consleg/pdf/1979/de_1979L0409_do_001.pdf Weblink]
- Internationale Abkommen:
  - Alpenkonvention (1991) - Übereinkommen zum Schutz der Alpen
  - Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit (1975)- UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt
  - Berner Konvention (1979) - Europäisches Artenschutzübereinkommen
  - Bonner Konvention (1979) - Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildleben Tierarten
  - CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen) - Übereinkommen über den Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen
  - Helsinki Konvention (1974) - Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt und der Ostseegebiete
  - Konvention von Rio (1992) - Übereinkommen über die biologische Vielfalt
  - MAB-Programm (1970) - UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre
  - Ramsar-Konvention - Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Watt- und Wasservögel, von internationaler Bedeutung

Literatur


- Hans Mattern: Dichter der Schwäbischen Romantik als Vorläufer des Naturschutzgedankens. In: Suevica. Beiträge zur schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte 9 (2001/2002). Stuttgart 2004 [2005], S. 307-317
- [http://www.garten-literatur.de/Blattwerk/naturschutz.htm Bücherliste Naturschutz]
- [http://www.dnl-online.de DNL-online] Die Literaturdatenbank des Bundesamtes für Naturschutz.

Populärwissenschaftliche Literatur


- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8

Siehe auch


- Portal Umwelt- und Naturschutz
- Eingriff-Ausgleich-Regelung
- Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie
- Landschaftsplanung
- Mosaik-Zyklus-Konzept
- Neobiota (Neophyten und Neozoen)
- Sukzession
- integriertes Küstenzonenmanagement

Weblinks

Deutschland


- [http://www.bfn.de Bundesamt für Naturschutz (BfN)]
- [http://www.bundesregierung.de/Themen-A-Z/Umwelt-,6209/Naturschutzgesetz.htm Aussagen der deutschen Bundesregierung zur Naturschutzgesetzgebung]
- [http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/nafaweb Naturschutz-Fachinformationssystem des Landes Baden-Württemberg]
- [http://www.naturschutzgeschichte.de Stiftung Naturschutzgeschichte]
- [http://www.jura.uni-passau.de/fakultaet/lehrstuehle/Seewald/skripten/nsin.pdf Aufsatz zum früheren Reichsnaturschutzgesetz (PDF-Datei)]
- [http://www.wwf.de WWF Deutschland]
- [http://www.nabu.de Naturschutzbund Deutschland (NABU)]
- [http://www.bund.net Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)]
- [http://www.dnr.de Deutscher Naturschutzring (DNR)] - Dachverband der im Natur- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland
- [http://www.hilfsorganisationen.de/MENUE/Umweltschutz/ www.hilfsorganisationen.de] - Unterkategorie "Umwelt- und Naturschutz" des Portals

Schweiz


- [http://www.gesetze.ch/inh/inhsub451.htm Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) der Schweiz]
- [http://www.naturschutz.zh.ch Fachstelle Naturschutz Kanton Zürich]
- [http://www.naturschutznetz.ch Naturschutznetz] - "dein informations- und aktionsnetzwerk"
- [http://www.pronatura.ch Pro Natura] - "Für mehr Natur - überall!"
- [http://www.luzerngruent.ch "Luzern grünt"] - Natur im Siedlungsraum der Stadt Luzern ! ko:자연환경보호

Steinschleuderer

Els Foners Balears - Steinschleuderer

Die Urbevölkerung der Balearen ist vermutlich von der Iberischen Halbinsel aus eingewandert; erste Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Die ersten Jäger stammen aus dieser Zeit, die eine Schleuder und als Projektile Steine in einer ei- oder kugelähnlichen Form benutzten. Später wurde diese Technik auch als Verteidigungswaffe eingesetzt. Die Treffsicherheit war schon damals enorm. Wurfweiten von mehr als 150 Meter sind durch Rekonstruktion und Versuche belegt. Die Projektile hatten ein Gewicht zwischen 100 und 500 Gramm. Die hohe Kunst des Steinschleuderns machte später die Ur-Mallorquiner zu beliebten und gut entlohnten Söldnern in den karthagischen und römischen Armeen.
- um 1500 v. Chr: Die Talayot-Kultur, die balearische Variante der Bronze- und Eisenzeit, beginnt. Aus dieser Zeit stammen die ersten Funde über die Steinschleuderer Els Foners, die nun nicht nur Steine als Geschosse verwendeten, sondern auch Bronze- und Eisengeschosse. Die Bronze-Projektile waren zum Teil mit Gravuren zum Hohn der Gegner versehen. Es wurden nicht nur natürliche Steine benutzt, sondern auch eigens behauene Steine. Gegen die Invasion der Römer wurden die Foners aktiv eingesetzt und leisten einen erheblichen Widerstand gegen die römischen Truppen. Vor der Küste von Polença wurden mit dieser Steinschleudertechnik ganze Schiffe der Römer versenkt.
- 123 v. Chr.: Römische Invasion. Caecillius Metellus Balearicus gründete die Städte Pollentia (heute Alcúdia) und Palma (von lateinisch palma, Siegespalme). Durch eine geschickte Anordnung von zwei Werfergruppen erzielten die Foners einem Vorhang gleichenden Abwehrriegel, so dass der Gegner keine Chance hatte unverletzt durchzukommen. Die Wucht der Geschosse war (und ist noch heute) so groß, das dem Gegner förmlich der Kopf vom Leibe getrennt wurde. Die Wurffrequenz jedes einzelnen Werfers lag wesentlich höher als bei einem Bogenschützen. Seit dem Jahre 2001 gibt es wieder mehrere Vereine auf den Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera, die diese Tradition bewahren. Jährlich werden die Balearen-Meisterschaften ausgetragen. Es gibt ein eigens dafür geschriebenes Regelwerk. Zum Beispiel wurde das Projektilgewicht auf 250 Gramm für die Wettbewerbe im Freien festgelegt. Auch die Zielscheibe und Distanz wurde definiert. Rekordreichweite unter Bedingungen der überlieferten Waffen und Geschossen wurden mit 177 Meter bei einem Trefferfeld von 20 Zentimeter erreicht. Zum Training und bei Wettbewerben in der Halle werden normale Tennisbälle eingesetzt. Es ist tatsächlich eine Waffe und gehört nicht in Kinderhand. An dieser Stelle sei auch gewarnt vor Selbstversuchen, besser ist es unter sachkundiger Anleitung diese alte Jagdtechnik auszuprobieren.

Weblinks


- [http://www.tirdefona.com/ Vereine und Federacio Balears de Tir de Fona] Siehe auch: Schleuder (Waffe) Kategorie:Mallorca

Els Foners Balears

Els Foners Balears - Steinschleuderer

Die Urbevölkerung der Balearen ist vermutlich von der Iberischen Halbinsel aus eingewandert; erste Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Die ersten Jäger stammen aus dieser Zeit, die eine Schleuder und als Projektile Steine in einer ei- oder kugelähnlichen Form benutzten. Später wurde diese Technik auch als Verteidigungswaffe eingesetzt. Die Treffsicherheit war schon damals enorm. Wurfweiten von mehr als 150 Meter sind durch Rekonstruktion und Versuche belegt. Die Projektile hatten ein Gewicht zwischen 100 und 500 Gramm. Die hohe Kunst des Steinschleuderns machte später die Ur-Mallorquiner zu beliebten und gut entlohnten Söldnern in den karthagischen und römischen Armeen.
- um 1500 v. Chr: Die Talayot-Kultur, die balearische Variante der Bronze- und Eisenzeit, beginnt. Aus dieser Zeit stammen die ersten Funde über die Steinschleuderer Els Foners, die nun nicht nur Steine als Geschosse verwendeten, sondern auch Bronze- und Eisengeschosse. Die Bronze-Projektile waren zum Teil mit Gravuren zum Hohn der Gegner versehen. Es wurden nicht nur natürliche Steine benutzt, sondern auch eigens behauene Steine. Gegen die Invasion der Römer wurden die Foners aktiv eingesetzt und leisten einen erheblichen Widerstand gegen die römischen Truppen. Vor der Küste von Polença wurden mit dieser Steinschleudertechnik ganze Schiffe der Römer versenkt.
- 123 v. Chr.: Römische Invasion. Caecillius Metellus Balearicus gründete die Städte Pollentia (heute Alcúdia) und Palma (von lateinisch palma, Siegespalme). Durch eine geschickte Anordnung von zwei Werfergruppen erzielten die Foners einem Vorhang gleichenden Abwehrriegel, so dass der Gegner keine Chance hatte unverletzt durchzukommen. Die Wucht der Geschosse war (und ist noch heute) so groß, das dem Gegner förmlich der Kopf vom Leibe getrennt wurde. Die Wurffrequenz jedes einzelnen Werfers lag wesentlich höher als bei einem Bogenschützen. Seit dem Jahre 2001 gibt es wieder mehrere Vereine auf den Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera, die diese Tradition bewahren. Jährlich werden die Balearen-Meisterschaften ausgetragen. Es gibt ein eigens dafür geschriebenes Regelwerk. Zum Beispiel wurde das Projektilgewicht auf 250 Gramm für die Wettbewerbe im Freien festgelegt. Auch die Zielscheibe und Distanz wurde definiert. Rekordreichweite unter Bedingungen der überlieferten Waffen und Geschossen wurden mit 177 Meter bei einem Trefferfeld von 20 Zentimeter erreicht. Zum Training und bei Wettbewerben in der Halle werden normale Tennisbälle eingesetzt. Es ist tatsächlich eine Waffe und gehört nicht in Kinderhand. An dieser Stelle sei auch gewarnt vor Selbstversuchen, besser ist es unter sachkundiger Anleitung diese alte Jagdtechnik auszuprobieren.

Weblinks


- [http://www.tirdefona.com/ Vereine und Federacio Balears de Tir de Fona] Siehe auch: Schleuder (Waffe) Kategorie:Mallorca

Gibraltar

Gibraltar ist ein Kalksteinfelsen, der an der Südspitze der iberischen Halbinsel ins Meer hineinragt. Es gehört als Kronkolonie zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland. Gibraltar liegt an der Nordseite der gleichnamigen Meeresstraße, an der Europa und Afrika am dichtesten beieinander liegen.

Geschichte

Im Altertum war Gibraltar eine der Säulen des Herakles. 711 wurde Gibraltar von den muslimischen Arabern und Berbern eingenommen. Der Name Gibraltar stammt aus dem Arabischen (Dschebel al-Tarik = Berg des Tarik), nach Tāriq ibn Ziyād, einem maurischen Feldherrn, der die strategische Bedeutung Gibraltars erkannte und dort eine Festung errichten ließ. Die Muslime beherrschten Gibraltar bis zur Reconquista 1462 (von 1309 bis 1333 erstmals kastilisch). Am 4. August 1704 wurde Gibraltar von den Briten im Spanischen Erbfolgekrieg erobert. Die spanische Besatzung wurde dabei in Abwandlung militärischer Taktik nicht im Morgengrauen, sondern während der Siesta am Nachmittag überrascht. 1713 wurde das Gebiet im Vertrag von Utrecht formell den Briten zugesprochen und ist seit 1730 britische Kronkolonie. In ihr leben 28.800 Einwohner. Seit langem kommt es zu Spannungen zwischen Großbritannien und Spanien, weil Spanien die Hoheit über Gibraltar wiedererlangen möchte. Die Grenze nach Spanien war von 1969 bis 1985 geschlossen. Spanien darf bis heute von Gibraltar aus nicht angeflogen werden. Bei einem Referendum am 7. November 2002 stimmten jedoch, bei einer Wahlbeteiligung von fast 90%, 99% der Abstimmenden für einen Verbleib unter britischer Herrschaft. Nur 187 Bewohner waren für eine geteilte Souveränität. Die Straße von Gibraltar, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet, ist für das Militär von strategischer Bedeutung. Großbritannien unterhält in Gibraltar einen Flottenstützpunkt. Neuerdings wird auch gelegentlich eine gemeinsame Verwaltung durch Spanien und Großbritannien angestrebt. Die zwischenzeitlich zwischen Spanien und Gibraltar bestehende neutrale Zone wurde aufgelöst. Flotte Flotte Flotte Flotte Flotte Flotte

Landschaft und Natur

Der an der Ostseite steil aus dem Meer aufragende Felsen (Upper Rock) fällt schon von weitem über die Bucht von Algeciras ins Auge. Die allgegenwärtigen Affen, die Tropfsteinhöhle St. Michael's Cave und die in den Felsen geschlagenen Verteidigungsanlagen der Belagerung von 1779-1783 (Siege Tunnels) sind die touristischen Hauptattraktionen. Die Stadt Gibraltar erstreckt sich auf dem schmalen Streifen der Westseite, wo der Felsen flacher zum Meer abfällt. An der Südspitze des Felsen, dem Europa Point, steht der 1841 eröffnete Leuchtturm von Gibraltar. Gibral