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Balkanhalbinsel
Der Balkan oder die Balkanhalbinsel (protobulg. für „Großer Khan“, oft synonym mit Südosteuropa verwendet) ist eine Halbinsel in Südosteuropa.
Geographie
Die Halbinsel mit ca. 560.000 km² Fläche (inklusive vorgelagerter Inseln) liegt zwischen dem Adriatischen und dem Schwarzen Meer. Nach Norden hin wird sie typischerweise durch die Save-Donau-Linie abgegrenzt. Politisch gliedert sich die Balkanhalbinsel demnach heute in die Länder Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Mazedonien, Rumänien, Serbien und Montenegro und den europäischen Teil der Türkei. In einigen Definitionen werden auch Moldawien, Slowenien, Kroatien und Ungarn dazugezählt.
Geomorphologie
Parallel zur Südwestküste der gebirgigen Halbinsel bilden die Dinarischen Alpen einen großteils verkarsteten Wall. Den Südosten und Osten durchziehen das Rhodopen- und das Balkangebirge. Sowohl die Westküste (Dalmatien, Montenegro, Albanien) wie auch die Ostküste der Balkanhalbinsel sind stark zerrissen und in zahlreiche Inseln und Halbinseln aufgelöst. Zwischen den überwiegend kahlen, nur dünn besiedelten Gebirgen liegen zahlreiche fruchtbare und wirtschaftlich bedeutsame Becken.
Hydrologie
Vegetation
Becken
Phytogeographisch läßt sich der Balkan in den basophilen ozeani-schen Westen - Illyrien und konti-nentalen azidophilen Osten – Moesien gliedern.
Illyrien ist Zentrum mesophiler Buchenwälder, die submontan bis subalpin dominieren, während in Moesien subalpin Fichte boreale Wälder bildet.
Stärker unterschieden sind colline Stufen; die Eichen im O (Quercus frainetto, Q. cerris) werden im W durch humide Eichen-Hainbuchenwälder (Quercus petrea, Carpinus betulus) ersetzt.
Die balkanische Region ist durch viele endemische (tertiäre) Arten bereichert: z.B. Acer heldreichii, Picea omorika, Aesculus hippocastanum, Corylus collurna, Pinus peuce P. heldreichii, Rhamonda serbica, Amphoricarpos neumayerii
Die Vegetation großer Ökosysteme (phytogeographische Territorien oder Vegetationsgürtel) ist ökologisch, chorologisch, floristisch-entwicklungsgeschichtlich sehr einheitlich. Durch Relief und den Beziehungen, die sich aus der Lage, insbesondere zu den Meeren ergeben, erfolgt innerhalb dieser Horione eine aus den klimatischen Faktoren und den Aspekten des Naturraumes differenzierte Teilung . Die Balkanhalbinsel Teil des holarktischen Florenreiches. Sie ist weiter in eine mediterrane-, sowie zirkumboreale Region zu ordnen .
Die westliche sowie östliche zentrale Balkanhalbinsel ist in zwei Phytohorione, illyrisch und moesisch (nach den röm. Provinzen Illyria und Moesia) zu teilen. Thrakien ist pontische Unterregion.
Als Subhorione der mitteleuropäischen Florenregion, ist Illyrien mit basophilen, Moesien mit azidophilen Typen verbunden. Die reich-gegliederte Küste Dalmatiens gehört zur adriatischen Provinz der mediterranen Florenregion. Die epirische und ägäische Küste mit den griechischen Inselgruppen sind Teil der ostmediterranen Provinz. Damit sind floristische Prinzipien vorgegeben. Unterschiede resultieren aus der Mischung der Horoelemente einzelner Gebiete, die wiederum von naturräumlichen Gegebenheiten und der Vegetationsgeschichte abhängen.
Flora
Becken]Die Genese der balkanischen Flora vollzog sich während tertiärer, glazialer und postglazialer Phasen. Rezent sind keine alten mesozoischen Vertreter vorhanden (wie z.B. in den Floren Ostasiens oder Argentiniens). Der Basisbestand insbesondere der Waldflora ist dennoch seit der Kreide bekannt (z.B. Quercus, Fagus, Castanea, Alnus, Salix). Die thermophilere tertiäre Flora war an tropischen Elementen reicher als heute, wo nur eine kleine Zahl reliktischer Arten (Adiantum capillusveneris), Gattungen (Dioscorea) und Familien (Gesneraceae) überlebt hat. Außertropische tertiäre Formen sind dagegen reichlich vertreten (z.B. Platanus, Aesculus, Scopolia, Sibiraea, Thelygonum, Picea omorika, Pinus peuce, Forsythia europaea, Syringa vulgaris). Durch die isolierte Stellung, die nächsten Verwandten sind zumeist in Ostasien oder dem vorderen Orient zu finden und die heterogene phytogeographische Genese, sind alle paläoendemischen Tertiärrelikte ökologisch und horologisch sehr differenzierte Vertreter unterschiedlicher Vegetations-geographischer Einheiten. Seit dem Tertiär erfolgte die Evolution der mediterranen Gebirgsflora, dies unabhängig arktoalpiner Einflüsse.
Die Grenze zwischen den florenhistorisch determinierten alpinen- und oromediterranen Systemen fand man anhand 1350 Gefäßpflanzen balkanischer Gebirge nördlich des Parnass.
Die südliche Grenze der arktoalpinen Gemeinschaften ist zugleich auch die nördliche Grenze der Hochgebirgspflanzen südlicher Herkunft. Diese Grenze stimmt außerdem mit den Gebieten der stärksten pleistozänen Vereisung der Gebirge überein, deren signifikanteste Ausnahme sind der Orjen, der stark vereist war, aber wenig Alpenarten aufweist, wie auch der entfernt gelegene Olymp. Im Velebit (Nord-West Kroatien), der obwohl fast unvereist, ganz arktoalpin geprägt ist, spielt die abkühlende Wirkung der Bora eine zentrale Rolle. Die höchsten Horione sind folgenden Zono- und Orobiomen zuzurechnen:
1. der mediterranen Region mit zwei Provinzen
a. Adriatisch- Ionischen
b. Ägäischen
2. Mitteleuropäische Region mit zwei Provinzen
a. Illyrischen
b. Balkanischen
3. Pontische Region
4. zirkumboreale Region (Supalpine Stufe kontinentaler Gebirge)
5. alpin-nordische Region (Gebirgstundra)
Geoelemte anderer Regionen wie der irano-turanischen, arktischen, atlantischen, orientalischen sind vereinzelt vorhanden, bilden aber nur kleine disjunkte und sporadische Populationen auf entsprechenden Standorten. Der geringen Durchsnittshöhe wegen sind die mittelhohen dinarisch-hellenidischen, sowie bulgarischen Hochgebirge heute unvergletschert. Damit fehlen großteils arktische Horoelemente. Nur wenige Firnfelder sind ganzjährig im Durmitor insbesondere aber in den Prokletije vorhanden. Hier finden sich damit auch subnivale Zonen. Orobiome der Gebirge lassen eine Anordnung der Horione als Stufen erkennen.
Als Beispiel sei hier die Höhenzonierung im Orjen erwähnt. Hier sind 4 Horione ausgebildet wobei die nur zirkumboreale rudimentär vorkommt (die mitteleuropäische reicht hier max. 1700 m hoch). Die Vegetation im Orjen gehört zum Südostdinarischen Typ und ist durch ausgeprägte mediterrane Prägung herausstechend.
Nach TURRILL (1929) finden sich auf der Balkanhalbinsel 6.340 Arten. Mit den in der Flora Europaea aufgeführten 10.500 Arten verglichen, kommt der Balkanhalbinsel auch die Schlüsselrolle der europäischen Vegetationsgeschichte zu.
Folgende Konditionen sind dafür anzuführen:
-eine Flora, die viele tertiäre Arten enthält, welche hier die Eiszeiten überleben konnten
–paläoendemische Relikte
-Isolation der Landmassen, Inseln und Gebirgsgruppen. Änderungen des Meeresspiegels. Fragmentierung, Isolation und Migration von Arten, Bildung neuer Habitate
– autonome Evolutionszentren der Nähe zu anderen Florenzentren
-Einflussnahme des Menschen durch Zerstörung und Wechsel der natürlichen Landbedeckung, Schaffung neuer Habitate und Introduzierung neuer Arten.
Griechenland als endemitenreichsten Teilraum besitzt 1100 endemische Arten.
Der Endemismus beruht vor allem auf der hohen Spezifikation der illyrisch-balkanischen Florenprovinz. Die vergleichsweise höhere Artenvielfalt zu Alpen und Pyrenäen, durch größere petrographische Heterogenität als Pyrenäen und gegen die Alpen die Einbettung zwischen Florenprovinzen macht die komplexen Dinariden zu dem auffälligen Endemitenzentrum mit hohem Artenpotential.
Die illyrische Provinz besitzt vier endemische Gattungen: Petteria, Halacsya, Haberlea, Jankaea. Endemiten sind: Picea omorika (Serbien, Bosnien), Pinus peuce (Gebirge zwischen 41°-43° N) Primula deorum (Bulgarien), Saxifraga ferdinandi-coburgii, Petteria ramentacea (Dalmatien, Herzegowina, Montenegro, Nord Albanien), Oxytropis prenja, Acer heldreichii, Forsythia europaea (Nord Albanien, Kosovo), Moltkia petrea, Wulfenia baldaccii (Montenegro, Nord Albanien), Haberlea rhodopensis (Bulgarien, Nordost Griechenland), Ramonda serbica, Jankae heldreichii (Olymp), Amphoricarpos neumayeri (Orjen), Cicerbita pancicii, Lilium jankae, Dioscorea balcanica (Montenegro, Nord Albanien). Reliktarten der illyrisch-balkanischen Provinz sind: Ostrya carpinifolia, Juglans regia, Syringa vulgaris, Corylus colurna, Aesculus hippocastanum etc.
Reliktische Pflanzengesellschaften finden sich zumeist in Schluchten, die der Flora als Refugium dienten. Eiserne Tor (Donau), Neretva, Drina, Tara, Cijevna, Morača, Vikos Aoos, Radika etc. sind die bekanntesten.
Klimatisch gliedern sich die Gebirge des Balkans in humid-temperate, submediterrane und mediterrane sowie subhumid-kontinentale Typen was den Gebirgsklimatypen X1, X2 und X3 entspricht. Edaphische Abweichung der generellen Typen ergeben sich in Karstgebieten in ansonsten humiden Klimaten. Zudem reihen sich Karstgebirge von den Julischen Alpen zum Pelopones. Somit sind klimatische und edaphische Faktoren stärker kombiniert in Alpen, Pyrenäen oder Karpaten. Ein klimatischer Makrogradient ist primär für zönotische Unterschiede verantwortlich Karstgebirge des NW sind generell humid, im SO semihumid bis semiarid.
Klima
Im Winter wird es im Innern des Balkans sehr kalt, hingegen im Sommer sehr drückend heiß.
An den Küsten herrscht durchgehend angenehmes Mittelmeerklima. Im Winter wird es dort kühl und im Sommer sehr heiß.
Bevölkerung
Die Balkanhalbinsel ist insbesondere bevölkert von Albanern (vermutlich ein Rest der Urbevölkerung), Bosniaken, Bulgaren, Griechen, Kroaten, Mazedoniern, Rumänen, Serben, Türken und je nach der genauen geographischen Definition auch von Slowenen und Ungarn (letztere jedenfalls in bedeutender Zahl in Serbien und Rumänien). Außerdem bilden die Roma in mehreren Balkanländern eine große ethnische Minderheit.
Geschichte
Die nach Osten hin offenen Küsten und die Durchgängigkeit des Nordens machen den Balkan seit jeher zu einer wichtigen Brücke zwischen Asien und Europa, aber auch immer wieder zum Schauplatz von Konflikten, Bürgerkriegen und ethnischen Unruhen.
Siehe auch: Balkanbund, Balkanentente, Balkankonflikt, Balkankriege, Balkanpakt
Balkan als Begriff
Der Begriff Balkan war und ist in Westeuropa oft negativ konnotiert ("Pulverfass Europas"). Metternich meinte, der Balkan beginne schon am Rennweg in Wien-Landstraße. Bismarck wird der Spruch nachgesagt, der Balkan sei "nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert".
Als politisch korrekter Begriff bürgert sich nicht zuletzt deshalb immer mehr der (geographisch nicht ganz deckungsgleiche) Terminus Südosteuropa ein. In den Balkanländern selbst ist die Bezeichnung Balkan aber zum Teil ein durchaus positiver Begriff: In Bulgarien etwa ist Balkan Namensbestandteil vieler Unternehmen und touristischer Einrichtungen, und die Bulgaren pflegen ein recht positives Verhältnis zu ihrer "Balkan-Identität". Ein Grund hierfür dürfte die Tatsache sein, dass dieses Gebirge über Jahrhunderte als Zufluchtsort verschiedener bulgarischen Freiheitskämper wie z.B. die Heiducken (im Kampf gegen die osmanische Herrschaft) und die Partisanen (beim kommunistisch geführten Widerstand gegen die Zusammenarbeit der bulgarischen Regierung mit Nazi-Deutschland) diente.
Ganz anders ist die Situation dagegen in Kroatien, Ungarn oder Slowenien:
Als Bestandteil Österreich-Ungarns gehörten diese Staaten jahrhundertelang zum mitteleuropäischen Kulturkreis und distanzieren sich aufgrund der negativer historischer Erfahrungen gerne vom Balkan. Aus diesem Grund wird in diesen Staaten die eigene historische Verbundenheit mit Mitteleuropa betont. Diese Staaten empfinden die Bezeichnung Balkan gar als Beleidigung.
Siehe auch: Balkanisierung
Gemeinsamkeiten der Balkanländer
Die Staaten am Balkan weisen trotz aller Gegensätze doch zahlreiche Gemeinsamkeiten auf:
- Fast alle waren ehemals Teil des Osmanischen Reichs.
- In fast allen kam es erst relativ spät zur Bildung von Nationalstaaten.
- Die noch aus der osmanischen Zeit herrührende regional starke ethnische Vermischung löst immer wieder Konflikte aus (siehe auch "ethnische Säuberungen").
- In allen Ländern spielte in den vergangenen Jahrhunderten der Konflikt zwischen der römisch-katholischen und den orthodoxen Kirchen eine wichtige Rolle, außerdem das Spannungsverhältnis zwischen Islam und Christentum.
- Die Balkanländer waren nicht zuletzt wegen ihrer strategischen Bedeutung immer wieder Schauplatz von Stellvertreterkriegen und Durchgangsgebiet für fremde Heere (Kreuzritter, Osmanen) und wurden als solche oft schwer in Mitleidenschaft gezogen (teilweise ähnlich wie im Nahen Osten).
Zu den vielen kulturellen Gemeinsamkeiten siehe auch Balkanküche, Balkanspiele, Balkanologie, Balkansprachen.
Literatur
Bücher
- Maria Todorova: Die Erfindung des Balkans. Europas bequemes Vorurteil, Primus Verlag 1999, ISBN 3896782096
- Karl Kaser: Freundschaft und Feindschaft auf dem Balkan. Euro-balkanische Herausforderungen, Wieser-Verlag 2001, ISBN 3851293622
- Richard Wagner: Der leere Himmel. Reise in das Innere des Balkan, Aufbau-Verlag 2003, ISBN 3351025483
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3833409770
Zeitschriften
- [http://www.suedosteuropa-gesellschaft.com/framescontent/publ_liste.cfm?Kategorie=8 Südosteuropa Mitteilungen]
Siehe auch
- Portal:Südosteuropa
- Mitteleuropa
- Ostmitteleuropa
Weblinks
- [http://www.bertelsmann-stiftung.de/medien/pdf/DiscussionPaper_RethinkingtheBalkans.pdf Discussion Paper – Rethinking the Balkans, Balkan Forum 2004, Bertelsmann-Stiftung 2004 (PDF-Format, englisch)]
- [http://www.rferl.org/balkan-report/ Radio Free Europe/Radio Liberty Balkan Report]
- [http://www.balkantimes.com/ Southeast European Times]
- [http://www.balkanalysis.com/ Balkanalysis.com]
- [http://www.csees.net/ The Centre for South East European Studies]
- [http://www.civilitasresearch.org/ Civilitas Research]
- [http://www.balkans.eu.org/ Le Courrier des Balkans – Nachrichten zu Politik, Kultur und Wirtschaft der Balkanländer] (französisch)
Kategorie:Balkan
Kategorie:Halbinsel
ja:バルカン半島
ko:발칸 반도
th:คาบสมุทรบอลข่าน
HalbinselHalbinsel ist ein geografischer Begriff und bezeichnet Festland, das auf drei Seiten von Wasser umgeben ist. Halbinseln können eine Fläche von vielen hundert Quadratkilometern haben, aber auch so klein sein, dass ihre Länge und Breite nur wenige hundert Meter beträgt.
Eine Unterform der Halbinsel ist die Landzunge. Die dreiseitige Umgebung von Wasser muss bei beiden natürlichen Ursprungs sein (vgl. auch Insel), künstliche Bauwerke wie Kanäle, die eine natürliche Halbinsel vom Festland abschneiden, machen diese nicht zur Insel. Ebenso machen Brücken oder künstliche Fahrdämme Inseln nicht zu Halbinseln (Sylt, Rügen, demnächst Sizilien).
Halbinseln sind in:
Zudem kann Europa als Halbinsel von Eurasien angesehen werden.
Kategorie:Physische Geographie
ja:半島
ko:반도
simple:Peninsula
zh-min-nan:Poàn-tó
Größenordnung (Fläche)
Dies ist eine Zusammenstellung von Flächen verschiedener Größenordnungen zu Vergleichszwecken.
Die von der Grundeinheit Meter abgeleitete Einheit der Fläche im SI-Einheitensystem ist 1 Quadratmeter (1 m²). Weitere im folgenden verwendete Einheiten:
- 1 cm² (Quadratzentimeter) = 0,0001 m²
: (10.000 cm² = 1 m²)
- 1 ha (Hektar) = 10.000 m²
- 1 km² (Quadratkilometer) = 1.000.000 m² = 100 ha
Siehe Flächenmaß, Vorsilben für Maßeinheiten, Wissenschaftliche Notation
Kleinere Flächen als 1 mm²
- 0,50 nm² - Hülle eines Kohlenstoffatoms
- 1 nm² - Sichtbarkeitsgrenze Elektronenmikroskop
1 μm² (Quadratmikrometer) entspricht = 1.000.000 nm² (Quadratnanometer)
- 0,05 μm² - Oberfläche eines Grippevirus
- 0,20 μm² - Sichtbarkeitsgrenze Lichtmikroskop
- 500 μm² - Oberfläche einer Bakterie
1 mm² (Quadratmillimeter) entspricht = 1.000.000 μm² (Quadratmikrometer)
- 0,01 mm² - kleinstes mit bloßem Auge sichtbare Partikel
- 0,15 mm² - Oberfläche einer menschlichen Eizelle
- (weitere Beispiele gesucht)
1 mm² bis 100 mm² (1 cm²)
- 1 mm² - Kästchen auf Millimeterpapier
- 25 mm² - Kästchen auf normalkariertem Papier (5-mm-Raster)
- 33 mm² - Pupille eines Menschen
- 49 mm² - Kästchen auf großkariertem Papier (7-mm-Raster)
- (weitere Beispiele gesucht)
1 cm² bis 10 cm²
- 2,07 cm² - 1-Eurocent-Münze
- 3,89 cm² - 20-Eurocent-Münze
- 4,25 cm² - 1-Euro-Münze
- 5,21 cm² - 2-Euro-Münze
- 6,4516 cm² = 1 square inch (Quadratzoll)
- (weitere Beispiele gesucht)
10 cm² bis 100 cm²
- 11,40 cm² - Mittelloch einer Single (Musik) (Schallplatte/7")
- 46,75 cm² - normale Visitenkarte
- 50,27 cm² - Oberfläche eines Tischtennisballs
- 53,70 cm² - Spielkarte (Skatspiel, Normalformat)
- 54,60 cm² - iPod mini
- 74,40 cm² - 5-Euro-Banknote (120 × 62 mm)
- 77,70 cm² - Personalausweis (D)
- 85,09 cm² - 10-Euro-Banknote (127 × 67 mm)
- 95,76 cm² - 20-Euro-Banknote (133 × 72 mm)
100 cm² bis 1000 cm²
- 107,80 cm² - 50-Euro-Banknote (140 × 77 mm)
- 113 cm² - Größe einer Compact Disc
- 120,54 cm² - 100-Euro-Banknote (147 × 82 mm)
- 125,46 cm² - 200-Euro-Banknote (153 × 82 mm)
- 126,68 cm² - Oberfläche eines Tennisballs
- 131,20 cm² - 500-Euro-Banknote (160 × 82 mm)
- 248,29 cm² - Single (7")
- 312,5 cm² - Blatt Papier (Format A5)
- 625 cm² - Blatt Papier (Format A4)
- 729 cm² - Langspielplatte
- 895 cm² - Bildfläche eines 17-Zoll-Computermonitors (errechneter Wert bei einer Bildschirmdiagonale von 17 Zoll [entspr. 43,18 cm] und einem Seitenverhältnis von 4:3)
- 929,0304 cm² = 1 square foot (Quadratfuß)
1000 cm² bis 10.000 cm² (1 m²)
- 1090 cm² - Oberfläche eines Handballs
- 1250 cm² - Bogen Papier (Format A3)
- 1560 cm² - Oberfläche eines Fußballs
- 2500 cm² - Bogen Papier (Format A2)
- 2827 cm² - Oberfläche eines Globus Ø 30 cm
- 4070 cm² - "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci
- 5000 cm² - Bogen Papier (Format A1)
- 6270 cm² - abgerollte Tesafilmrolle (19 mm × 33 m)
- 8361,2736 cm² = 1 square yard
1 m² bis 10 m²
- 1 m² - DIN-A-0-Blatt, 841 mm × 1189 mm, das Seitenverhältnis beträgt
- 1,5 bis 2 m² - Hautoberfläche des Menschen
- 2,23 m² - Eishockeytor
- 3,5 m² - Papier einer Klopapierrolle (10cm × 14cm × 250 Blatt)
- 4,16 m² - Tischtennistisch
- 6 m² - Handballtor
- 9 m² - typischer Gartenpavillon (3 × 3 m)
10 m² bis 100 m²
- 17,86 m² - Fußballtor
- 37,16 m² - Boxring
- 62,43 m² - Squashbox
- 81,74 m² - Badminton-Spielfeld
- 25-80 m² - typischer Wohnraum einer Stadtwohnung
- (Beispiele gesucht)
100 m² (1 a) bis 1000 m²
- 100,34 m² - Fläche des Torraums (Fußball)
- 123 m² - Flügelfläche des Airbus A-320
- 162 m² - Volleyball-Spielfeld
- 260,87 m² - Tennis-Spielfeld (Doppel)
- 362 m² - Flügelfläche des Airbus A-340-200/300
- 420 m² - Basketball-Spielfeld
- 525 m² - Flügelfläche des Jumbo-Jet (Boeing 747-400)
- 622,21 m² - Fläche des Strafraums (Fußball)
- 800 m² - Hallenhandball-Spielfeld
- 845 m² - Flügelfläche des Airbus A-380
1000 m² bis 10.000 m² (1 ha)
- 1722 m² - Bauernkriegspanorama von Werner Tübke, größtes Ölgemälde der Welt
- 1800 m² - Eishockey-Spielfeld
- 4000 m² - Grundfläche der Alten Oper in Frankfurt/Main
- 4046,8564224 m² = 1 acre
- 5027 m² - Feldhockey-Spielfeld
- 7350 m² - Fußballplatz, Normalmaß (variiert zwischen 4050 und 10.800 m²)
10.000 m² (1 ha) bis 100.000 m² (10 ha)
- 1,90 ha - Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Berlin)
- 2,00 ha - Innenhof des Pentagon
- 2,68 ha - Passagierdecks der RMS Queen Mary II
- 5,29 ha - Grundfläche der Cheops-Pyramide
- (Beispiele gesucht)
100.000 m² (10 ha) bis 1 km² (100 ha)
- 11,7 ha - Grundfläche des Pentagon
- 28 ha - flächenmäßig kleinste Gemeinde der Schweiz, Ponte Tresa TI
- 44 ha - Vatikanstadt
- 45 ha - Insel Mainau, Bodensee
- 68 ha - die Insel Lindau (Bodensee), die Altstadt auf der Insel
- 90 ha - Helgoland, Hauptinsel
1 km² bis 10 km²
- 1,30 km² - Titisee, Schwarzwald
- 1,95 km² - Monaco
- 2,02 km² - Bürgerpark, Bremen
- 2,40 km² - Wiener Zentralfriedhof
- 2,50 km² - Hyde Park, London
- 2,589988110336 km² = 1 square mile (Quadratmeile)
- 2,70 km² - Wannsee, Berlin
- 3,40 km² - Central Park, New York City
- 5,21 km² - Königssee, Bayern
- 7,50 km² - Müggelsee, Berlin
- 8,90 km² - Tegernsee, Bayern
10 km² bis 100 km²
- 16,4 km² - Walchensee, Bayern
- 19,7 km² - Langeoog, Insel (Nordsee)
- 26,3 km² - Norderney, Insel (Nordsee)
- 29,1 km² - Steinhuder Meer, Niedersachsen
- 33,0 km² - Federsee, Baden-Württemberg
- 38,7 km² - Plauer See, Mecklenburg
- 45,9 km² - Attersee, Österreich
- 47,0 km² - Manhattan, New York City
- 57,2 km² - Starnberger See, Bayern
- 60,6 km² - San Marino
- 80,0 km² - Chiemsee, Bayern
- 88,7 km² - Zürichsee, Schweiz
- 99,0 km² - Sylt, Insel (Nordsee)
100 km² bis 1000 km²
- 160 km² - Liechtenstein
- 185 km² - Fehmarn, Insel (Ostsee)
- 205 km² - Hannover
- 246 km² - Malta, Insel Malta (ohne Nebeninseln)
- 310 km² - München
- 370 km² - Gardasee, Italien
- 445 km² - Usedom, Insel (Ostsee)
- 414 km² - Wien
- 468 km² - Andorra
- 570 km² - Isle of Man
- 571 km² - Bodensee, Deutschland/Österreich/Schweiz
- 581 km² - Genfersee, Schweiz/Frankreich
- 668 km² - Menorca
- 755 km² - Hamburg
- 795 km² - Madeira
- 892 km² - Berlin
- 926 km² - Rügen, Insel (Ostsee)
Siehe auch: Liste der flächengrößten Städte Deutschlands
1000 km² bis 10.000 km²
- 1085 km² - Inarisee, Finnland
- 1399 km² - Färöer
- 1579 km² - London, England
- 1860 km² - Mauritius
- 2569 km² - Saarland
- 2586 km² - Luxemburg
- 2766 km² - Manitoulin, die weltweit größte Insel in einem Süßwassersee
- 3140 km² - Gotland (Insel), Schweden
- 3640 km² - Mallorca
- 4400 km² - Großer Salzsee, USA
- 4925 km² - Grand Canyon National Park
- 5650 km² - Vänern (See), Schweden
- 7105 km² - Graubünden (Kanton), Schweiz
- 8261 km² - Kreta
- 8682 km² - Korsika
- 8983 km² - Yellowstone-Nationalpark
- 9251 km² - Zypern
- 9536 km² - Kärnten
10.000 km² bis 100.000 km²
- 10.458 km² - Hawaii (Insel)
- 10.991 km² - Jamaika
- 15.761 km² - Schleswig-Holstein
- 16.251 km² - Thüringen
- 17.363 km² - Swasiland
- 17.530 km² - Regierungsbezirk Oberbayern
- 18.413 km² - Sachsen
- 20.273 km² - Slowenien
- 49.030 km² - Slowakei
- 20.445 km² - Sachsen-Anhalt
- 23.170 km² - Mecklenburg-Vorpommern
- 25.709 km² - Sizilien
- 29.475 km² - Brandenburg
- 32.900 km² - Tanganjikasee, Zentralafrika
- 35.742 km² - Baden-Württemberg
- 38.000 km² - Asowsches Meer
- 41.284 km² - Schweiz
- 45.253 km² - Einzugsgebiet der Weser
- 51.100 km² - Costa Rica
- 57.994 km² - Michigansee, USA
- 65.610 km² - Ceylon (Insel)
- 68.330 km² - Tasmanien (Insel)
- 70.552 km² - Bayern
- 76.480 km² - Hispaniola (Insel)
- 83.871 km² - Österreich
- 90.000 km² - Weißes Meer
- 93.039 km² - Ungarn
100.000 km² bis 1.000.000 km²
- 102.819 km² - Island
- 114.489 km² - Neuseeland, Nordinsel
- 151.971 km² - Neuseeland, Südinsel
- 230.000 km² - Great Barrier Reef
- 236.800 km² - Laos
- 301.301 km² - Italien
- 312.685 km² - Polen
- 322.000 km² - Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
- 357.022 km² - Deutschland
- 373.000 km² - Japan
- 385.000 km² - Ostsee
- 386.400 km² - Kaspisches Meer
- 410.000 km² - Kalifornien
- 424.000 km² - Schwarzes Meer
- 437.072 km² - Irak
- 440.000 km² - Rotes Meer
- 449.964 km² - Schweden
- 505.992 km² - Spanien
- 551.500 km² - Frankreich (ohne Überseedépartements)
- 587.041 km² - Madagaskar
- 652.225 km² - Afghanistan
- 676.552 km² - Myanmar (Birma)
- 695.776 km² - Texas
- 779.452 km² - Türkei
- 800.000 km² - Neuguinea
- 923.768 km² - Nigeria
1.000.000 km² bis 10.000.000 km²
- 1.001.450 km² - Ägypten
- 1.284.000 km² - Tschad
- 1.380.000 km² - Einzugsgebiet der Wolga
- 1.566.500 km² - Mongolei
- 1.648.195 km² - Iran
- 1.717.854 km² - Alaska
- 2.130.800 km² - Grönland
- 2.218.000 km² - Saudi-Arabien
- 2.500.000 km² - Europäisches Mittelmeer
- 2.766.890 km² - Argentinien
- 3.166.414 km² - Indien
- 3.248.000 km² - Einzugsgebiet des Mississippi-Missouri
- 3.975.000 km² - Europäische Union
- 7.050.000 km² - Einzugsgebiet des Amazonas
- 7.682.300 km² - Australien
- 8.547.404 km² - Brasilien
- 9.538.167 km² - USA mit Puerto Rico
- 9.572.900 km² - China
- 9.970.610 km² - Kanada
Größere Flächen als 10.000.000 km² (1 · 1013m²)
1 · 1013 m² bis 1 · 1014 m²
- 10,53 Millionen km² - Europa
- 12,36 Millionen km² - Arktischer Ozean
- 14,20 Millionen km² - Antarktika (Kontinent)
- 17,08 Millionen km² - Russland
- 17,84 Millionen km² - Südamerika
- 17,95 Millionen km² - Oberfläche des Pluto
- 23,02 Millionen km² - Oberfläche des Triton, größter Neptunmond
- 24,23 Millionen km² - Nordamerika
- 30,24 Millionen km² - Afrika
- 37,96 Millionen km² - Oberfläche des Mondes
- 44,60 Millionen km² - Asien
- 73,43 Millionen km² - Indischer Ozean (ohne Nebenmeere)
- 74,76 Millionen km² - Oberfläche des Merkur
- 82,40 Millionen km² - Atlantischer Ozean (ohne Nebenmeere)
- 83,32 Millionen km² - Oberfläche des Titan, größter Saturnmond
- 87,18 Millionen km² - Oberfläche des Ganymed, größter Jupitermond
1 · 1014 m² bis 1 · 1015 m²
- 144,6 Millionen km² - Oberfläche des Mars
- 149,0 Millionen km² - Landfläche der Erde
- 165,0 Millionen km² - Pazifischer Ozean (ohne Nebenmeere)
- 361,1 Millionen km² - Wasserfläche der Erde
- 460,2 Millionen km² - Oberfläche der Venus
- 510,1 Millionen km² - Oberfläche der Erde
1 · 1015 m² bis 1 · 1016 m²
- 7,620 Milliarden km² - Oberfläche des Neptun
- 8,083 Milliarden km² - Oberfläche des Uranus
1 · 1016 m² bis 1 · 1017 m²
- 42,61 Milliarden km² - Oberfläche des Saturn
- 61,42 Milliarden km² - Oberfläche des Jupiter
1 · 1017 m² bis 1 · 1018 m²
- 463,2 Milliarden km² - Fläche der Umlaufbahn des Mondes um die Erde
Über 1 · 1018 m²
- 6,087 Billionen km² (6,09 · 1018 m²) - Oberfläche der Sonne
- 70,31 Billiarden km² (7,03 · 1022 m²) - Fläche der Umlaufbahn der Erde um die Sonne
- 108,2 Trillionen km² (1,09 · 1026 m²) - Fläche der Umlaufbahn des Pluto um die Sonne
- 42993201346803365 Quadrilliarden km² (4,30 · 1050 m²)- Fläche unserer Galaxie
Weblinks
- [http://micro.magnet.fsu.edu/primer/java/scienceopticsu/powersof10/ Interaktive Veranschaulichung von Ansichten der Welt in verschiedenen Distanzen] (englisch)
Kategorie:Physik
Kategorie:Geometrie
Adriatisches MeerDas Adriatische Meer oder die Adria (italienisch: Mare Adriatico, albanisch: Deti Adriatik, kroatisch und serbisch, bzw. bosnisch: Jadransko more (serbisch auch Јадранско море) oder Jadran (serbisch: Јадран), slowenisch: Jadransko morje) ist ein Teil des Mittelmeeres, das nach der Stadt Adria in Italien (Provinz Rovigo) benannt ist. Zum Adriatischen Meer wird alles gerechnet, was nördlich der Straße von Otranto liegt. Es trennt die Apenninhalbinsel von der Balkanhalbinsel.
Anrainerstaaten sind Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina (beim Ort Neum), Serbien und Montenegro, Albanien und Griechenland mit der Insel Korfu.
Lage, Ausmaße und Klima
Das Adriatische Meer ist von Nordwest bis Südost 820 km lang und durchschnittlich 180 km breit. Die größte Breite beträgt etwa 220 km. Es bedeckt eine Fläche von 132.000 km² und ist im Nordbecken (nördlich des Vorgebirges Monte Gargano) durchschnittlich zwischen 40 und 200 m tief. Der südliche Teil ist bedeutend tiefer und erreicht zwischen Durrës und Bari mit 1251 m seine größte Tiefe. Den südlichen Abschluss des Meeres bildet die Straße von Otranto, wo der Abstand zwischen Italien und Albanien nur 71 km beträgt. Sein Salzgehalt beträgt im Mündungsgebiet der großen Flüsse etwa 2,5 % (Oberflächenwasser) und nimmt nach Süden bis 3,9 % zu.
Der Nordteil ist flach mit zahlreichen Lagunen, ab dem Po-Delta wird die Küste zunehmend steiler. Die Ostküste, in die die vorwiegend kroatische Halbinsel Istrien hineinragt, ist gebirgig und stark gegliedert mit zahlreichen Inseln. Den Hauptteil der Ostküste nimmt die südkroatische Landschaft Dalmatien ein.
Die Bucht von Kotor in Serbien und Montenegro bildet mit etwa 30 km den längsten Fjord des Meeres. Der äußerste Südosten ist wiederum flach und sumpfig.
Die Küste Albaniens ist bisher touristisch noch wenig erschlossen.
Das Klima ist durch sehr warme, regenarme Sommer und milde, zum Teil regenreiche Winter gekennzeichnet. Im Sommer herrschen beständige, schwachwindige Wetterlagen vor. Im Winter steht das Adriagebiet unter dem Einfluss von Tiefdruckgebieten aus dem Atlantik. Dadurch kommt es gelegentlich zu warmen Südwinden (Scirocco) und kalten Nordwinden (Mistral, Bora/Bura).
Tourismus und Umweltschutz
Bora/Bura
Bedeutend ist der Tourismus - viele Badeorte an diesem Meer sind europaweit bekannt.In Slowenien sind es Portorož, Piran, Izola und Koper. In Serbien und Montenegro Budva. In Italien sind dies vor allem Rimini, Jesolo, Caorle, Chioggia und Grado. In Kroatien sind die Städte Rovinj und Opatija, Die Kroatischen Inseln, Dubrovnik und die Makarska-Rivijera beliebte Reiseziele.
Da die nördliche Adria eine "Sackgasse" ist, findet fast kein Wasseraustausch mit dem Rest des Mittelmeeres statt. Seit 30 Jahren stört die Industrie das labile Gleichgewicht der Meeresströmung aus dem Süden, den Zuflüssen aus den Gebirgen und des gefilterten Meerwasser aus dem Boden, so entlässt der Fluss Po jährlich 50 Mrd. m³ stark belastetes Wasser in die Adria (Zinn, Zink, Blei, Chrom, Kupfer, Arsen, Quecksilber und Öl), insgesamt transportiert der Fluss heute doppelt so viele Nährsalze wie noch vor 10 Jahren. Dieser Umstand führt dazu, dass Teile der nordwestlichen Adriaküste häufig von Algenplagen heimgesucht werden.
Im Gegensatz hierzu ist die Wasserqualität an der kroatischen Küste weitestgehend hervorragend.
Häfen
Wichtige Adriahäfen:
- in Italien: Triest, Venedig inklusive Hafen von Chioggia, Ancona, Bari, Brindisi
- in Slowenien: Koper
- in Kroatien: Pula, Rijeka, Ploče, Zadar, Split, Dubrovnik
- in Serbien und Montenegro: Kotor, Bar
- in Albanien: Durrës, Vlora
Inseln
- Kroatien: Brač, Cres, Dugi, Hvar, Ilovik, Korčula, Krk, Lošinj, Mljet, Pag, Susak, Unije. Insgesamt zählt die kroatische Adria 1185 Inseln, von denen viele jedoch sehr klein und nur 67 bewohnt sind.
- Serbien und Montenegro: Sveti Nikola
Weblinks
- [http://www.europa.eu.int/water/water-bathing/report/it.html EU-Bericht zur Wasserqualität in der italienischen Adria]
- [http://www.mzopu.hr/doc/Kakvoca_engleska03052005.pdf Testergebnisse der Wasserqualität in der kroatischen Adria, Englisch]
- [http://www.tauchsport.com/wracks/Wrackuebersicht.htm Liste von Schiffswracks in der Adria]
- [http://prognoza.hr/aladin_prognoza_e.html Windkarte mit Windprognose ALADIN für die kroatische Küste]
- [http://www.italien.com/Ferienregion/Adria/ Informationsportal über die italienische Adria]
Kategorie:Meer
Kategorie:Geographie (Italien)
Kategorie:Geographie (Kroatien)
Kategorie:Geographie (Albanien)
Kategorie:Geographie (Montenegro)
Kategorie:Geographie (Slowenien)
Kategorie:Geographie (Bosnien und Herzegowina)
ja:アドリア海
ko:아드리아 해
Save
Die Save (in den Sprachen aller von ihr durchflossenen Staaten Sava; im Deutschen ist allerdings in Analogiebildung zu Drava/Drau auch "Sau" gebräuchlich) ist ein 940 km langer Fluss in Mitteleuropa beziehungsweise - je nach Abgrenzungsdefinition - Südosteuropa. Ihre zwei Quellflüsse entspringen in den Julischen Alpen Sloweniens nahe dem Dreiländereck mit Italien und Österreich. Die Wurzener Save (slowenisch: Sava Dolinka) entspringt bei Kranjska Gora und fließt zwischen Karawanken und Julischen Alpen südostwärts. Bei Radmannsdorf (slowenisch: Radovljica) vereinigt sie sich mit der Wocheiner Save (slowenisch: Sava Bohinjska), die einer Karstquelle südlich des Triglav entspringt. Von Radmannsdorf fließt die Save ostsüdostwärts, zunächst über Krainburg/Kranj, durchfließt etwa 300 km weiter Kroatiens Hauptstadt Zagreb (Agram), bildet danach längere Zeit die Grenze zwischen Bosnien und Herzegowina (überwiegend dessen Landesteil Republika Srpska) sowie Kroatien und mündet schließlich im serbischen Belgrad in die Donau. Die Save ist von der Donau her bis Sisak für die Großschifffahrt schiffbar.
Die Gegend links und rechts der Save wird Posavina genannt.
Kategorie:Fluss in Slowenien
Kategorie:Fluss in Bosnien und Herzegowina
Kategorie:Fluss in Kroatien
Kategorie:Fluss in Serbien
Kategorie:Nebenfluss der Donau
Albanien
Albanien (albanisch: Shqipëria) ist ein Staat in Südosteuropa.
Er grenzt im Norden an die Staatenunion Serbien und Montenegro (Kosovo), im Osten an Mazedonien und im Süden an Griechenland. Die natürliche Westgrenze wird durch die Küsten der Adria und des Ionischen Meeres gebildet, wodurch das Land zu den Anrainerstaaten des Mittelmeers zählt. Nationalfeiertage sind am 28. und 29. November (Unabhängigkeitstag und Tag der Befreiung 1944).
Geographie
Mit seiner Fläche von 28.748 Quadratkilometern ist Albanien etwas kleiner als das deutsche Bundesland Brandenburg und hat mit rund 3,5 Millionen Einwohnern etwas mehr Bevölkerung als Berlin.
Albanien besitzt an der Adria und am Ionischen Meer 362 Kilometer Küstenlinie. Im Süden (Straße von Otranto) ist die albanische Küste nur 71 Kilometer von Italien entfernt.
Mehr als zwei Drittel des albanischen Staatsgebiets werden von Bergland und zum Teil von Hochgebirgsregionen eingenommen. Vom Shkodrasee im Norden bis nach Vlora im Süden erstreckt sich eine zum Teil nur wenige Kilometer breite Schwemmlandebene entlang der Küste, die sich in Mittelalbanien zur großen Myzeqe-Ebene ausdehnt. An der Küste befinden sich zahlreiche Lagunen und Feuchtgebiete.
Da nur die Täler, das Hügelland und Teile der Küstenebene für eine dichtere menschliche Besiedlung geeignet sind, ist in diesen Regionen die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während andere Teile des Landes fast unbewohnt sind.
Höchster Berg Albaniens ist mit 2764 m der Korab (Mali i Korabit), nordöstlich von Peshkopi direkt an der Grenze zu Mazedonien gelegen.
Mazedonien
In Albanien herrscht ein subtropisch-mediterranes Winterregenklima (Mittelmeerklima) mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 16° C und einer Jahresniederschlagssumme von knapp 1200 mm. In Tirana sind zwei Sommermonate arid. Die nördlichen und östlichen Bergregionen weisen harte Winter auf. In Saranda werden jährlich fast 300 sonnige Tage verzeichnet.
Alle bedeutenden Flüsse Albaniens münden in die Adria. Der Schwarze Drin entspringt aus dem Ohridsee. Bei der nordalbanischen Stadt Kukës vereinigt er sich mit dem aus dem Kosovo kommenden Weißen Drin. Der Drin fließt dann in westlicher Richtung durch mehrere große Stauseen und mündet nach einem Lauf von 282 Kilometern bei Lezha in die Adria. Die anderen größeren albanischen Flüsse Mat, Shkumbin, Seman mit Devoll und Vjosa (in ihrer Nennung von Nord nach Süd) fließen mehr oder weniger direkt in westlicher Richtung der Adria zu, wobei sie alle Bergketten durchbrechen. Die kurze Buna entwässert den Shkodrasee in die Adria und bildet dabei streckenweise die Grenze zu Montenegro.
Bevölkerung
70 Prozent der albanischen Bevölkerung leben auf dem Lande. Ethnisch ist Albanien der bei weitem homogenste Staat auf dem Balkan. Über 95 Prozent der Bevölkerung sind Albaner. Im Süden des Landes gibt es eine größere griechische Minderheit, kleinere Gruppen sind Slawische Mazedonier und Vlachen (Aromunen).
Die Albaner gliedern sich in die zwei großen Gruppen Gegen und Tosken, die sich nicht nur sprachlich sondern auch kulturell unterscheiden. Während die Tosken in der Südhälfte des Landes viel stärker von der orientalisch-städtischen Kultur des Osmanischen Reiches beeinflusst wurden, dominierte im gegischen Norden bis ins 20. Jahrhundert hinein eine archaische Stammeskultur das Leben der Menschen. (Eine Ausnahme bildet die wichtige nordalbanische Stadt Shkodra, die bis ins 15. Jahrhundert hinein längere Zeit venezianisch beherrscht war; hier prägten der Katholizismus und die Verbindungen nach Italien auch später noch die Mentalität der Bewohner.) Wenn auch in kommunistischer Zeit ein Urbanisierungs- und Industrialisierungsprozess einsetzte, so wohnte doch die große Mehrheit der Albaner vor 1990 noch auf dem Land. Das prägt die Mentalität vieler Menschen bis heute auch in den Städten, denn wenn sie nicht erst selbst in die Stadt gezogen sind, so waren es ihre Eltern und in jedem Fall haben sie nahe Verwandte, die noch immer von der Kleinlandwirtschaft leben. Ein traditionelles Bürgertum ist in Albanien immer sehr rar gewesen. Moderne bürgerliche Kultur gab es Anfang des 20. Jahrhunderts nur in Shkodra, Korça und Gjirokastra. (In den zwanziger Jahren kam Tirana wegen seiner Hauptstadtfunktion dazu). Die Kommunisten lehnten das bürgerliche Selbstbewusstsein dieser Städte naturgemäß ab und zerstörten die bürgerlichen Kulturleistungen nach 1945 weitgehend.
Gjirokastra Die Zeit nach der Wende von 1990 brachte große demographische Verschiebungen. Zum einen emigrierten Hunderttausende Albaner legal oder illegal nach Italien, Griechenland, in andere Staaten der EU und nach Nordamerika, zum anderen verzeichneten die Hauptstadt Tirana und die Hafenstadt Durrës enormen Zuwachs aus der Binnenwanderung. (Tirana von 1990 250.000 Einwohnern auf heute weit über 600.000). Das Land und auch nicht wenige Kleinstädte veröden dagegen regelrecht. In den nächsten Jahren werden hunderte Dörfer wüst werden. Hatten die Albaner vor 1990 die höchste Geburtenrate Europas (Verhütungsmittel waren verboten), so ist sie jetzt auf den europäischen Durchschnitt von etwas weniger als zwei Kindern pro Frau gesunken. Das und die anhaltende Abwanderung bewirkt eine rapide Alterung der albanischen Bevölkerung, die aber angesichts der stark vertretenen Generation der 15- bis 30-Jährigen noch nicht so zu spüren ist.
Religion
Die Kommunisten hatten von 1968 bis 1990 Albanien zum atheistischen Staat erklärt. Jegliche Religionsausübung war in dieser Zeit verboten. Nach wie vor hat die Mehrheit der Albaner kein offizielles Bekenntnis abgelegt. Sie erinnern sich aber, ob die eigene Familie der muslimischen, der orthodoxen oder katholischen Tradition entstammt. So zählen sich ungefähr 40 Prozent der Albaner zu den Sunniten, 20 Prozent zu den Bektaschi, weitere 20 Prozent zu den orthodoxen Christen und etwa 10 Prozent zu den Katholiken. Die restlichen 10 Prozent bezeichnen sich als Atheisten oder gehören anderen Religionen - insbesondere christlichen Freikirchen - an (Quelle: Bevölkerungsgeographischer Atlas von Albanien [http://www.uni-potsdam.de/u/Geographie/geoinfo/projekte/Albanien/Atlas/index.htm]).
Vor dem 2. Weltkrieg bekannten sich etwa 70 Prozent der Bevölkerung zum sunnitischen Islam. 20 Prozent waren orthodoxe Christen, darunter praktisch alle Angehörigen der ethnischen Minderheiten. Etwa zehn Prozent gehörten der römisch-katholischen Kirche an. Orthodoxe Albaner lebten vor allem im Süden, katholische im Nordwesten, der Islam war, abgesehen von einigen Bergregionen, überall verbreitet.
Lässt man die Bekenntnislosen außer Acht, haben sich die Verhältnisse zu Gunsten der Christen und besonders der westlichen Kirchen verschoben. Einerseits haben gerade unter den Katholiken relativ viele auch in der Zeit der kommunistischen Verfolgung an ihrem Glauben festgehalten, so dass es der katholischen Kirche nach 1990 mit italienischer Hilfe leichter fiel, sich zu reorganisieren. Andererseits wählten viele bewusst oder unbewusst das Christentum, weil es kulturell mit dem Westen verbunden ist. So hat nicht nur die katholische Kirche Zuwachs, sondern auch die im Land aktiven protestantischen Kirchen und Sekten verzeichnen zahlreiche Eintritte. Weniger dynamisch war die Entwicklung des Islam. Zwar kam viel Unterstützung aus Arabien, und es wurden zahllose Moscheen errichtet, die strenge wahabitische Ausrichtung der arabischen Helfer stieß bei den Albanern aber auf wenig Resonanz, gleiches gilt für die Missionsversuche schiitischer Mullahs aus dem Iran.
Wie schon in den Zeiten vor dem Religionsverbot ist die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz unter den Anhängern der alteingesessenen Religionen sehr hoch. Zum Teil werden religiöse Feste gemeinsam gefeiert und auch religiöse Stätten anderer Gemeinschaften aufgesucht. Selbst Ehen zwischen Christen und Muslimen sind seit dem Kommunismus für beide Seiten kein Problem und in Albanien an der Tagesordnung. Gewisse fundamentalistische Tendenzen lassen sich allenfalls bei den protestantischen Sekten feststellen.
Zur Religion in Albanien siehe auch:
- Autokephale orthodoxe Kirche von Albanien
- Bektaschi
- Katholische Kirche in Albanien
- Apostolische Administratur für Südalbanien
Die ethnischen Minderheiten und ihre Siedlungsgebiete
Die Griechen leben in den südalbanischen Distrikten Saranda, Delvina, Gjirokastra und Vlora. Zu dieser Minderheit gehören heute trotz einer großen Emigrationsbewegung nach Griechenland etwa 66.000 Menschen (Atlas der albanischen Bevölkerung, Tirana 2003). Die Griechen waren schon zu kommunistischen Zeiten als ethnische Gruppe offiziell anerkannt und sie haben im heutigen Albanien keinerlei direkte Nachteile zu erleiden. Sie haben eigene Schulen (soweit genügend Schüler vorhanden sind für griechischsprachige Klassen), an der Universität von Gjirokastra werden Unterrichtsgänge auf Griechisch angeboten, es gibt griechische Radio-Sendungen und auch mit den Lokalbehörden kann Griechisch kommuniziert werden. So ist denn ihre Abwanderung vor allem durch die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse motiviert. Seit den 1990er Jahren ist zu beobachten, dass sich immer mehr Menschen im Süden Albaniens als Griechen bekennen und sogar ihren muslimischen Namen gegen einen christlichen tauschen. Das hat damit zu tun, dass ethnische Griechen bedeutend leichter ein Einreisevisum für das EU-Nachbarland bekommen.
Die albanischen Mazedonier siedeln kompakt in der Gemeinde Liqenas am Prespasee, welcher teilweise auch zu Mazedonien und Griechenland gehört. Die etwas über 4.000 Einwohner der Gemeinde sind fast alle Slawen. Sie haben eigene Schulen, so besteht unter anderem im Hauptort der Gemeinde das einzige mazedonischsprachige Gymnasium Albaniens. In der nahe gelegenen Kreisstadt Korça leben über 1.000 Mazedonier, die alle ursprünglich aus Liqenas stammen. Kleinere slawische Gruppen gibt es in der Umgebung von Korça, bei Pogradec, in der mittelalbanischen Stadt Elbasan, in Tirana sowie in einigen Dörfern zwischen Peshkopia und Maqellare nahe dem Dreiländereck mit Kosovo und Mazedonien. Insgesamt wird die Zahl der Mazedonier in Albanien 20.000 nicht überschreiten.
Die Vlachen oder Aromunen leben vorwiegend in Korça (wo sie eine eigene große orthodoxe Kirche haben) und dem nahe gelegenen Voskopoja. Sie finden sich in kleineren Gruppen über ganz Südalbanien verstreut. Ein Teil von ihnen lebt auch in Tirana und Elbasan. Über ihre Gesamtzahl liegen keine sicheren Angaben vor.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Albaniens
Kurzüberblick der Geschichte
- vom 15. Jahrhundert an ist Albanien fast 500 Jahre unter osmanischer Herrschaft.
- 1912 Unabhängigkeit nach dem Ersten Balkankrieg
- 1914 Verlust der Unabhängigkeit im Ersten Weltkrieg. Bis 1918 ist Albanien von den kriegführenden Mächten besetzt.
- 1919-1924 Nachkriegswirren mit sich regelmäßig ablösenden Regierungen. Unter Fan Noli gescheiterter Versuch zur Errichtung einer demokratischen Republik.
- 1925-1939 autoritäre Herrschaft des Ahmed Zogu, der sich 1928 zum König proklamiert. Zunehmende Abhängigkeit vom faschistischen Italien.
- 1939 italienische Okkupation.
- 1939-1944 Partisanenkrieg gegen die italienischen und später deutschen Besatzer.
- 1944 Befreiung von der faschistischen Fremdherrschaft und Errichtung der kommunistischen Diktatur unter Enver Hoxha.
- 1944-1948 Bündnis mit dem Jugoslawien Titos.
- 1948 Bruch mit Jugoslawien, Anlehnung an die Sowjetunion.
- 1949 Gründungsmitglied des RGW.
- 1955 Mitglied im Warschauer Pakt.
- 1961 Bruch mit der Sowjetunion, Anlehnung an die Volksrepublik China.
- 1967 Totales Religionsverbot. Albanien wird der erste atheistische Staat.
- 1968 Austritt aus dem RGW und dem Warschauer Pakt. Albanien bleibt auf stalinistischem Kurs. Einige Jahre besteht ein Bündnis mit der Volksrepublik China, zunehmende Selbstisolation des Landes.
- 1990 Sturz des kommunistischen Regimes. Massenauswanderung der Albaner beginnt. Der Transformationsprozess läuft schleppend und ohne große Erfolge.
- 1991 die ersten freien Wahlen gewinnen die Kommunisten unter Ramiz Alia. Aufnahme in die KSZE.
- 1992 die Demokraten unter Sali Berisha übernehmen die Regierung und leiten Reformen ein. Mitglied in der Organisation der Islamischen Konferenz und im NATO-Kooperationsrat. Beistandspakt mit der Türkei.
- 1995 Aufnahme am 10. Juli als 35. Mitglied im Europarat.
- 1997 Unruhen und Zusammenbruch der staatlichen Strukturen. Operation Libelle der Bundeswehr zur Evakuierung ausländischer Staatsbürger.
- 1997 Friedensmission der OSZE.
- 1999 Aufnahme zehntausender Flüchtlinge aus dem Kosovo.
Ursprung und Geschichte des Namens
Die erste schriftliche Erwähnung des Namens Albanien findet sich in einem Werk von Ptolemäus aus dem Jahr 130, der als Albanoi einen illyrischen Stamm im heutigen Mittel- und Nordalbanien bezeichnete. Auf der Karte des Ptolemäus ist der Ort Albanopolis eingezeichnet (3,12,20), der auch in einer alten Grabinschrift bei Scupi erwähnt ist. Dieser Ort wurde als der befestigte Hügel Zgërdhesh in der Nähe von Kruja identifiziert.
Die Bezeichnung Albanoi könnte sich allmählich auch auf andere illyrische Stämme ausgeweitet haben, bis ihr Gebrauch für alle Albaner allgemein wurde. Nach Ansicht des albanischen Gelehrten Konitza ersetzte die Bezeichnung Albanien die Bezeichnung Illyrien bis zum Ende des 14. Jahrhunderts nicht vollständig. Das Wort "alba" bzw. "arba" scheint mit der Stadt Arba (heute Rab, Kroatien) verbunden zu sein, die in prähistorischen Zeiten durch den illyrischen Stamm der Liburner bewohnt und erstmals 360 v. Chr. erwähnt wurde.
Zur Wurzel des Namens Albanien, die sich neben Arba auch in den antiken Ortsbezeichnungen Arva und Arbia wiederfindet, gibt es verschiedene Hypothesen. Sie könnte im illyrischen Arb (Dunkelheit, Grün, Bewaldetes) liegen. Möglicherweise geht sie auch auf das vorkeltische Wort Alb (Hügel bzw. Berg) zurück, von dem das Wort Alpen abgeleitet ist. Eine andere mögliche Herkunft ist das indogermanische albh (weiß), von dem Albino und Albion abstammen. Das keltische Wort für Schottland war Albain und Albion wurde England genannt.
Etwa ein Jahrtausend später verwenden einige byzantinische Verfasser die Wörter Albanon und Arbanon zur Bezeichnung der Region von Kruja (die Ebene des Mat wurde vorgeschlagen). Ortsnamen zwischen Shkumbin und Mat (mit einer Ballung zwischen Elbasan und Kruja), die auf -esh enden (das wohl vom lateinischen -ensis oder -esis abstammt), deuten auf frühe Besiedelungen in höhreren Lagen hin.
Unter den Anjou im 13. Jahrhundert bezeichnen die Namen Albanien und Albanenses das ganze Land und seine gesamte Bevölkerung. Dies ist an den Werken vieler früher albanischer Autoren wie Budi, Blanco und Bogdano ersichtlich. Erstmals werden die Albaner in ihrer Heimat als Arbanites von Arbanon in der Erzählung von Anna Komnene (Alexiad 4) über die von den Normannen verursachten Unruhen in der Region unter der Regierung ihres Vaters Alexios I. Komnenos erwähnt. In dem Werk Geschichte, das zwischen 1079 und 1080 vom byzantinischen Historiker Michael Attaliates geschrieben wurde, wird erstmals Bezug genommen auf die Albanoi, die sich 1043 gegen Konstantinopel aufgelehnt hatten, und auf die Arbanitai als Untertanen des Herzogs von Dyrrachium (dem heutigen Durrës). Die Italo-Albaner und die albanischen Minderheiten (heute noch in Griechenland) sind im Verlaufe der Zeit unterschiedlich bezeichnet worden: Arbënuer, Arbënor, Arbëneshë, Arbreshë. Es gibt keinen Zweifel, dass die Wurzel alb- oder arb- älter ist als shqip, von dem sich der moderne Name des Landes Shqipëria ableitet. Dieser erscheint erstmals in der Zeit der türkischen Invasionen.
Politik
Der albanische Staat ist eine parlamentarische Republik. Gesetzgeber ist das Albanische Parlament (Kuvendi i Shqipërisë), dessen Abgeordnete alle vier Jahre gewählt werden. Das Wahlrecht für das Albanische Parlament weist dabei große Ähnlichkeiten mit dem deutschen Wahlrecht für den Deutschen Bundestag auf. Es werden 100 Wahlkreismandate per Mehrheitswahl vergeben, die restlichen 40 Mandate entfallen nach dem Proporz auf von den Parteien aufgestellte Listen.
Staatsoberhaupt Albaniens ist der vom Parlament auf fünf Jahre gewählte Präsident. Die dem Parlament verantwortliche Regierung wird vom Ministerpräsidenten geführt. Dieser ernennt die Minister, die vom Präsidenten bestätigt werden müssen. Sodann hat sich die Regierung der Vertrauensabstimmung im Parlament zu stellen. Albanien hat vor einigen Jahren ein Verfassungsgericht nach deutschem Muster eingerichtet, das sich in den politischen Krisen der jüngsten Zeit als stabilisierender Faktor erwiesen hat.
Die derzeit gültige Verfassung wurde am 28. November 1998 durch eine Volksabstimmung angenommen.
Bei den Parlamentswahlen am 3. Juli 2005 gewann die bis dahin oppositionelle Demokratische Partei von Ex-Präsident Sali Berisha, ohne eine absolute Mehrheit im Parlament zu erreichen. Aufgrund zahlreicher Einsprachen und notwendiger Wiederholung des Urnengangs in drei Wahlkreisen konnte das offizielle Resultat erst Anfang September publiziert werden. Berisha wurde in der Folge neuer Premierminister.
siehe auch: Liste der Premierminister von Albanien, Liste der Staatsoberhäupter Albaniens
Verwaltungsgliederung
Die neue Verfassung aus dem Jahr 1998 sieht zwei Ebenen der lokalen Verwaltung vor: Die untere Stufe der Verwaltungseinheiten bilden die Gemeinden und Städte, von denen es 351 gibt (2001). Albanien ist in 36 Kreise (rrethe) gegliedert, die heute aber keine Verwaltungsaufgaben mehr haben. Zwei bis vier Kreise bilden jeweils einen Qark, die obere Stufe der Lokalverwaltung. Insgesamt gibt es zwölf Qarqe.
Die Qark-Räte setzen sich aus den Bürgermeistern sämtlicher Gemeinden und Städte in diesem Gebiet zusammen. Ihnen obliegen gewisse Aufgaben der lokalen Verwaltung, die im Gesetz über die Organisation und Funktion der Lokalverwaltung aus dem Jahr 2000 umschrieben sind. Die lokalen Verwaltungen sind aber finanziell stark von der Zentralregierung abhängig. Diese ernennt zudem die Präfekten, die in jedem Qark als Aufsichtsorgan der Regierung amtieren und die nicht an die nicht-delegierten Aufgaben lokaler Geschäfte besorgen.
Infrastruktur
Die Verkehrsgeographie Albaniens ist vor allem durch das Relief des Landes bestimmt. Die Straßen folgen im Wesentlichen den Flusstälern, haben aber an verschiedenen Stellen auch hohe Pässe zu überwinden. Die überragende Bedeutung der Hauptstadt spiegelt sich auch im Staßennetz wider. Fast alle Fernstraßen führen nach Tirana.
Die ersten modernen Straßen wurden 1939-1942 von den italienischen Besatzern gebaut. Dazu gehört zum Beispiel die Strecke Tirana - Elbasan. Unter der kommunistischen Herrschaft ist das Verkehrsnetz kaum entwickelt worden. Allerdings wurde auch der Bedarf künstlich niedrig gehalten, denn Kraftfahrzeuge in Privatbesitz waren bis 1990 nicht gestattet und die schwache Ökonomie des Landes benötigte ebenfalls nur relativ geringe Transportkapazitäten. Die Straßenverhältnisse sind im Allgemeinen noch schlecht, aber mit Mitteln des Balkan-Stabilitätspakts konnten einige wichtige Fernstraßen saniert werden. Dazu gehört die wichtige mittelalbanische Route durch das Shkumbintal, die Elbasan mit Pogradec, Korça und Mazedonien verbindet. Auch die Strecke von Korça zur griechischen Grenze wurde ausgebaut. Die erste autobahnähnliche Strecke (Tirana - Durrës) wurde erst im Jahr 2000 fertiggestellt und zeigt jetzt schon mehrere Schlaglöcher. Dabei kostete ein Autobahnkilometer mehr als einer in Deutschland. Ein Abzweig von dieser Schnellstraße verbindet neuerdings auch das nördlicher gelegene Laç mit der Hauptstadt. Ein weiteres Teilstück führt von Durrës nach Süden bis Lushnja.
Alle albanischen Eisenbahnlinien wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, oft in "Freiwilligen-Einsätzen" der Bevölkerung und Studenten. Die Bahngesellschaft Hekurudha e Shqiperise betreibt heute die Linien Durrës - Tirana, Durrës - Elbasan - Pogradec, Durrës - Shkodra und Durrës - Vlora. Nur für den Güterverkehr wiederöffnet ist die Strecke von Shkodra in das benachbarte Montenegro. Man beabsichtigt - sobald die Finanzierung geregelt ist - den Kauf moderner Dieseltriebzüge.
Der wichtigste albanische Hafen befindet sich an der Adria in Durrës, weitere in Shëngjin und Vlora. Von Durrës oder Vlora bestehen regelmäßige Fährverbindungen nach Brindisi, Bari, Ancona und Triest in Italien sowie nach Igoumenitsa und Patras in Griechenland. Vom südalbanischen Saranda ist Korfu mit der Fähre zu erreichen
Tiranas Flughafen ist der einzige zivil genutzte Flughafen Albaniens, benannt nach Mutter Teresa. Er liegt ca. 30 km nördlich von Tirana entfernt. Die nationale Fluggesellschaft Albanian Airlines fliegt in die Nachbarländer und nach Deutschland. Fluggesellschaften aus Südosteuropa und einigen wenigen westeuropäischen Ländern haben Tirana als Destination.
Wirtschaft
Das reale Wachstum des Bruttosozialprodukts stieg 2002 um 4,7%, im Jahr 2003 um weitere 6,0 %. Die Arbeitslosigkeit sank von 15,8 % im Jahr 2002 auf 15,2 % im Folgejahr und befindet sich damit weiter auf hohem Niveau. Überdies geben die offiziellen Zahlen nicht annähernd den hohen Grad der Unterbeschäftigung auf dem albanischen Arbeitsmarkt wieder. So gelten zum Beispiel die Angehörigen von Kleinbauernfamilien nicht als arbeitslos, auch wenn ein halbes Dutzend erwachsene Familienangehörige zusammen kaum zwei bis drei Hektar Land bebauen.
Zwar machen die Privatisierung und der Ausbau des rechtlichen Rahmens weitere Fortschritte, gleichwohl bestehen gravierende strukturelle Probleme weiter: Das Wirtschaftswachstum beruht zum großen Teil auf Überweisungen der internationalen Geber und der im Ausland lebenden Albaner sowie auf Bautätigkeit zwecks Geldwäsche aus illegalen Einkommen. Für 2004 prognostiziert der IWF ein Wachstum von 6% bei einer Inflationsrate zwischen 2% und 4%. Auch der Tourismus ist noch kaum entwickelt.
Nach einem Bericht des Guardian Weekly vom April 2004 ist Albanien das Land mit der höchsten Umweltverschmutzung in Europa. Es gibt eine starke Wasser-, Boden- und Luftverschmutzung durch die Altlasten der Industrie. Der Anstieg der Luftverschmutzung in den letzten Jahren hat seine Ursache jedoch im Zuwachs an Automobilen, die meist als Gebrauchtwagen aus dem Westen eingeführt werden. Hierbei werden wegen der schlechten Beschaffenheit des Straßenbelags oft alte robuste Dieselfahrzeuge der Marke Mercedes Benz bevorzugt. Ferner tragen das überall übliche Verbrennen von Müll jeglicher Art, der Verkauf von in der EU nicht mehr zugelassenen Kraftstoffen sowie die rege Bautätigkeit mit der damit verbundenen Staubbelastung zur Luftverschmutzung bei. Umweltberichten zufolge atmet jeder Einwohner Tiranas etwa 44 mg Staub pro Jahr ein.
Kultur
Literatur
Einer der bekanntesten modernen albanischen Schriftsteller ist Ismail Kadare.
weitere:
- Naim Frasheri
siehe auch:
- Liste albanischer Schriftsteller
Fotografie
Von großer Bedeutung ist das Werk der Marubis, die zwischen 1858 und 1944 die nordalbanische Gesellschaft dokumentierten.
Literatur
- Peter Jordan/Karl Kaser u.a. (Hrsg.): Albanien. Geographie - Historische Anthropologie - Geschichte - Kultur - Postkommunistische Transformation, (= Österreichische Osthefte, Sonderband 17) Peter Lang Verlag : Frankfurt/a. M. u.a. 2003, 416 S., zahlr. Abb. u. Tab. ISBN 3-631-39416-0
- Peter Bartl: Albanien Pustet, Regensburg 1995 ISBN 3-7917-1451-1 (neue Albanische Forschung und Geschichte)
Weitere Themen
- :Kategorie:Albaner
- Albanische Streitkräfte
- Städte in Albanien
- Albanologie
Weblinks
- [http://2ie.mpl.ird.fr/mm/albania/index.htm Privates Fotoalbum von Albanien]
- [http://www.fifoost.org/albanien/index.php Statistische Angaben zu Albanien]
- [http://www.albanien.ch/ Deutschsprachiges Albanien-Portal]
- [http://www.netzeitung.de/reise/358129.html Reise in die Vergangenheit: Albanien öffnet sich]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=3 Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland] - Länder- und Reiseinformationen
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Kategorie:Staat
Kategorie:Albanien
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roa-rup:Albanii
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Bosnien und Herzegowina
Die in Südosteuropa gelegene Republik Bosnien und Herzegowina bzw. Bosnien-Herzegowina (bosnisch und kroatisch: Bosna i Hercegovina, kurz BiH; serb.: Босна и Херцеговина) grenzt im Osten und Südosten an die Staatenunion Serbien und Montenegro, im Norden, Westen und Südwesten an Kroatien sowie auf wenigen Kilometern bei Neum an das Mittelmeer. Sie ging aus dem ehemaligen Jugoslawien hervor, hat heute aber wieder die Grenzen, die dem Land noch 1878 auf dem Berliner Kongress zugeteilt worden sind.
Geographie
Die größten Städte in Bosnien und Herzegowina sind:
- Sarajevo 297.000 Einwohner (einschließlich des gesamten Kantons Sarajevo und der zur Republika Srpska gehörenden Vororte ca. 450.000)
- Banja Luka 250.000 Ew.
- Tuzla 133.861 Ew. (davon ca. 100.000 in der eigentlichen Stadt)
- Zenica 128.495 Ew. (davon ca. 100.000 in der eigentlichen Stadt)
- Mostar 105.448 Ew.
Weitere Städte in Bosnien und Herzegowina:
- Cazin ca. 72.000 Ew.
- Doboj 70.453 Ew.
- Prijedor 70.000 Ew.
- Gradiska 62.000 Ew.
- Bihać 60.707 Ew.
- Sanski Most 60.537 Ew.
- Bugojno ca. 40.000 Ew.
- Brčko: 38.478 Ew.
- Kozarac 27.000 Ew.
- Konjic 25.000 Ew.
- Gračanica 23.500 Ew.
- Travnik ca 22.000 Ew.
- Novi Travnik 21.463 Ew.
- Srebrenica ca. 21.000 Ew.
- Jajce ca. 20.000 Ew.
- Trebinje 16.824 Ew.
- Tomislavgrad 16.462 Ew.
- Bosanski Brod 16.350 Ew.
- Jablanica ca. 15.000 Ew.
- Derventa 14.235 Ew.
- Vareš 13.468 Ew.
- Široki Brijeg 12.346 Ew.
- Livno 38.624 Ew.
- Grude 8.045 Ew.
- Posušje ca. 5.000 Ew.
- Višegrad
Siehe auch:
- Liste der Städte in Bosnien und Herzegowina
Bevölkerung
- Sprachen: Bosnisch, Kroatisch, Serbisch. (Die Serben verwenden das kyrillische, die Kroaten und Bosniaken verwenden das lateinische und das kyrillische Alphabet.)
- Volksgruppen: Bosniaken (oder Bosnier) 44%, Serben 31,5%, Kroaten 13,9%, sonstige Minderheiten 0,6% (Bosnisch-Herzegowinische Roma, Juden) (seit 1991 fand keine Volkszählung statt, die Daten entstammen aus dem [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/bk.html CIA World Factbook] für das Jahr 2005).
Religion
In Bosnien und Herzegowina gibt es eine Reihe verschiedener Religionen und Glaubensrichtungen. Die meisten Einwohner Bosnien-Herzegowinas sind Muslime (ca. 46%), Serbisch-Orthodoxe (ca. 27%), und Katholiken (ca. 3%). Minderheiten sind Juden und Gläubige sonstiger Religionen. Besonders deutlich wird man in Sarajevo den verschiedenen Religionen begegnen können.
Geschichte
Siehe: Geschichte Bosnien-Herzegowinas
Bosnien und Herzegowina besteht aus zwei historischen Regionen, die aber keine Beziehung zu der heutigen Einteilung in Entitäten haben: Bosnien und die Herzegowina.
Der Landesname Bosnien leitet sich vom Fluss Bosna ab, der nahe der Hauptstadt Sarajevo entspringt. Der Name Herzegowina geht auf den Herrschertitel Herceg = Herzog (Hercegovina=Herzogsland) zurück.
Bosnien und Herzegowina erklärte am 15. Oktober 1991 seinen Austritt aus dem Staatsverband Jugoslawien und ist seither eine Unabhängige Republik (internationale Anerkennung am 17. April 1992). Die serbische Intervention im gleichen Jahr war der Auftakt für den blutigen Bosnienkrieg zwischen Serben, Bosniaken und Kroaten, in dessen Verlauf es u.a. zum Massaker von Srebrenica von serbischen Soldaten an bosnischen Soldaten und Zivilisten kam (seither ist Srebrenica eine fast rein serbische Stadt). Am Ende des Krieges stand der 1995 in Dayton, Ohio, USA unterzeichnete Dayton-Vertrag, der die föderale Republik Bosnien und Herzegowina schuf, die allerdings noch unter den Folgen des Krieges und den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Volks- und Religionsgruppen leidet.
Politik
Die drei Volksgruppen haben je einen Vertreter im dreiköpfigen Staatspräsidium. Die Bosniaken und Kroaten wählen ihre beiden Vertreter in der Föderation, die bosnischen Serben ihren in der Republik Srpska. Die beiden Entitäten haben eigene Regierungen und Parlamente sowie eine gemeinsame Regierung und Parlament (Abgeordnetenhaus und Haus der Völker) für den Gesamtstaat. Faktisch übt einen Teil der Staatsgewalt jedoch Paddy Ashdown als Vertreter der internationalen Gemeinschaft aus (Office of the High Representative, OHR), was damit gerechtfertigt wird, dass infolge des im Krieg entstandenen gegenseitigen Misstrauens unter den Verantwortlichen der Volksgruppen nach wie vor eine Blockadehaltung vorherrsche.
OHR
Siehe auch: Liste der Vorsitzenden des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina
Politische Gliederung
Liste der Vorsitzenden des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina besteht seit dem Dayton-Vertrag (auch bekannt als Dayton-Friedensabkommen), also seit 1995 aus zwei Entitäten, der Föderation Bosnien und Herzegowina (Federacija Bosna i Hercegovina, auch bekannt als Bosniakisch-Kroatische Föderation) und der Serbischen Republik (Republika Srpska). Die künftige gemeinsame bosnische Armee soll aus etwa 10'000 Berufssoldaten bestehen.
Brčko
Der Distrikt um die nordbosnische Stadt Brčko gehört zu keiner der Entitäten, sondern untersteht direkt dem Gesamtstaat. Jeder dieser Landesteile verfügt über eine eigene Exekutive und Legislative. Nur die Außen- und Verteidigungspolitik, die Geldpolitik sowie die Außenwirtschaftsbeziehungen werden zentral entschieden. Ansonsten haben die beiden Entitäten sowie der Distrikt Brčko weitgehend eigene Kompetenzen.
- Liste der Kantone der Föderation Bosnien-Herzegowina
- Liste der Gemeinden der Föderation Bosnien-Herzegowina
Infrastruktur
Zurzeit ist eine Autobahn von der Adria bis nach Budapest geplant. Diese Autobahn (Koridor 5C) soll von Ploče in Kroatien über Mostar, Sarajevo und Doboj in die ungarische Hauptstadt führen. Diese Autobahn wird ca. 300 km durch Bosnien-Herzegowina führen.
Wirtschaft
Die Wirtschaft war nach dem Bosnienkrieg (1992-1995) zerstört, und erholt sich trotz massiver internationaler Hilfe nur sehr schleppend. Gründe dafür sind die durch das Dayton-Abkommen äußerst zersplitterte Staatsstruktur (14 Gesetzgeber!), die eine einheitliche Wirtschaftspolitik schwer vorstellbar macht. Es gibt vereinzelte positive Beispiele, wie das wieder in Betrieb genommene VW-Werk in Sarajevo, die das besorgniserregende Gesamtbild aber nicht verändern. Die Kosten des Wiederaufbaus Bosniens wurden auf 5 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Kultur
Sarajevo, einem Schüler des Architekten Sinan, erbaut. 1993 wurde sie von kroatischen Truppen zerstört. Die neue Brücke wurde mit einem Festakt am 23. Juli 2004 wiedereröffnet. Der Wiederaufbau dauerte zwei Jahre. Die Brücke ist das Symbol für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Völker und Religionen in Mostar und Bosnien und Herzegowina.]]
Medien
Die drei wichtigsten Tageszeitungen in Bosnien und Herzegowina sind Dnevni Avaz (deutsch Die Tagesstimme) und Oslobodjenje (deutsch Die Befreiung/Frei sein), die beide in bosnischer Sprache in Sarajevo erscheinen, und Nezavisne Novine (deutsch Die unabhängige Zeitung), die in Banja Luka in serbischer Sprache lateinischer Schrift erscheint.
Zudem gibt es eine Reihe von politischen Wochenzeitungen wie Slobodna Bosna (deutsch Das freie Bosnien) oder [http://www.bhdani.com BH Dani] (deutsch Tage). Beliebt sind auch Zeitschriften, die über aktuelle Affären oder Stars der Volksmusik berichten, wie Express oder Svet (deutsch Die Welt; eine gleichnamige und gleichformatige Zeitung erscheint auch in Serbien).
Bosnien und Herzegowina hat ein dreigliedriges [http://www.pbsbih.ba öffentliches Rundfunk- und Fernsehsystem], mit einem nationalen Fernseh- und Radiosender (BHTV 1 bzw. BH Radio 1) und je einem Entitätssender, der RTVFBiH in der Föderation und der RTRS in der Republika Srpska. Einige private Sender wie OBN oder NTV Hayat sind im ganzen Land zu empfangen. Sehr beliebt ist Kabelfernsehen, das Sender aus den Nachbarländern und dem deutschsprachigen Raum einspeist.
[http://www.bol-chat.de BOLCHAT] ist ein selbständiger Chat das von verschiedenen Bosniern hauptsächlich aus dem Ausland 1992 gegründet wurde.
Es bietet die Möglichkeit vielen Bosnier die durch den krieg ausgewandert sind sich dort zu treffen.
[http://www.bol-chat.de bolchat] ist derzeit der größte bosnische IRC Chat mit circa 1600 Benutzern die gleichzeitig täglich chatten. Die Seite zum Chat ist [http://www.bol-chat.de BOL-CHAT].
Sport
In Sarajevo wurden 1984 die Olympischen Winterspiele ausgetragen, die Stadt wird sich voraussichtlich für die Olympischen Winterspiele im Jahre 2014 bewerben.
In Bosnien und Herzegowina sind Fußball und Basketball die beliebtesten Sportarten. Im Fußball hat sich das Land stetig weiterentwickelt und verbessert. Für die Fußball-Europameisterschaft 2004 hätte sich das Land beinahe qualifiziert, im letzten Spiel gegen Dänemark fehlte nur ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten, aber schließlich ging das Spiel 1:1 aus, damit war Dänemark bei der Euro 2004. Mehr Erfolg kann die Nationalmannschaft im Basketball verbuchen. Sie hat sich für die letzten vier Europameisterschaften qualifizieren können.
Bei den Paralympischen Spielen 2004 in Athen gewann die bosnische Volleyballmannschaft die Goldmedaille.
Essen und Trinken
Die bosnische Küche hat viele Spezialiäten zu bieten, z.B. Bosanski Lonac, Ćevapi , Lokum (Türkischer Honig), Pita (Pide) in allen Variationen von Gemüsearten. Daneben gibt es Sogan Dolma,Somun, Japrak, Baklava, Halva und vieles mehr. Bosnische Gerichte sind stark von der Türkischen Küche beeinflusst.
Feiertage
Neben religiösen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern (bei den Kroaten und Serben), und den islamischen Festen Ramazanski Bajram (am Ende des Ramadan) und Kurban Bajram (zur Zeit der Pilgerfahrt nach Mekka), gelten folgende Feiertage in Bosnien und Herzegowina:
- Neujahr (Nova Godina): Der 1. und 2. Januar sind Nationalfeiertage, Silvester wird prächtig gefeiert.
- Unabhängigkeitstag (Dan Nezavisnosti): 1. März - erinnert an den Ausruf der Unabhängigkeit durch Referendum am 29. Februar 1992; allerdings wird dieser Tag nicht in der Republika Srpska als Feiertag gefeiert.
- Tag der Arbeit (Prvi maj): Der 1. und 2. Mai sind nationale Feiertage, der Tag der Arbeit wird als Anlass für große öffentliche Feiern genutzt.
- Nationalfeiertag (Dan Drzavnosti): 25. November - erinnert an die Ausrufung der Volksrepublik Bosnien und Herzegowina in Mrkonjic Grad am 25. November 1943.
Es ist geplant, ein einheitliches Feiertagsgesetz für ganz Bosnien und Herzegowina zu verabschieden; vorgesehen wird der 21. November (Tag des Dayton-Abkommens) als Feiertag; allerdings ist das Gesetz noch nicht beschlossen worden.
Klima
Das Klima in Bosnien-Herzegowina ist im Sommer meist sehr heiß, die Temperaturen können auf bis zu 40 Grad steigen, dagegen sind die Winter kalt.
Militär
Geschichte
Am 1. und 6. September 2005 wurden die eigenständigen, der jeweiligen Republik unterstehenden Armeen der bosnischen Serbenrepublik und der bosniakischen-kroatischen Föderation per Parlamentsbeschluss aufgelöst. Bis 2006 soll eine einheitliche Verteidigungsstruktur aufgebaut werden, die aus Berufssoldaten bestehen soll.
Weitere Themen
- Belagerung von Sarajevo
- Schüler Helfen Leben (in BiH sehr aktive Hilfsorganisation)
Literatur
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0
Weblinks
- [http://www.mvp.gov.ba Bosnisches Außenministerium]
- [http://www.predsjednistvobih.ba Webseite des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina (Bosnisch/Serbisch/Kroatisch/Englisch)]
- [http://www.botschaftbh.de Bosnische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.bhtourism.ba/ Offizielle Tourismus-Website von Bosnien und Herzegowina] (englisch)
- [http://www.parlament.ba/ Parlament von Bosnien und Herzegowina]
- [http://www.worldbank.ba/ Weltbank-Büro in Sarajevo]
- [http://www.eupm.org Europäische Polizeimission in Bosnien und Herzegowina]
- [http://www.nsbih.ba Fußball-Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina]
- [http://211118.homepagemodules.de/f11777611_Bosnien_Herzegovina.html Forum Bosnien / Herzegowina]
Kategorie:Staat
Kategorie:Bosnien und Herzegowina
fiu-vro:Bosnia ja Hertsegoviina
ja:ボスニア・ヘルツェゴビナ
ko:보스니아 헤르체고비나
ms:Bosnia dan Herzegovina
th:ประเทศบอสเนียและเฮอร์เซโกวีนา
zh-min-nan:Bosna kap Hercegovina
Griechenland
Griechenland (griechisch früher Ελλάς, Hellás, heute Ελλάδα, Elláda; amtliche Vollform: Hellenische Republik) liegt in Südost-Europa und grenzt an Albanien, Mazedonien (von Griechenland nicht unter diesem Namen anerkannt, sondern als FYROM bezeichnet), Bulgarien und die Türkei und ist ein Anrainerstaat des Mittelmeers.
Griechenland ist eine parlamentarische Demokratie und hat ein Einkammerparlament mit 300 Abgeordneten, von denen 288 auf vier Jahre gewählt und 12 von den Parteien gestellt werden.
Geographie
parlament
Ungefähr ein Viertel der Fläche Griechenlands entfällt auf etwa 9841 Inseln, von denen 167 bewohnt sind.
Die größten davon sind:
- Kreta (ca. 8.260 km²)
- Euböa (ca. 3.657 km²)
- Lesbos (ca. 1.630 km²)
- Rhodos (ca. 1.400 km²)
- Chios (ca. 840 km²)
- Kephalonia (ca. 780 km²)
- Korfu (ca. 579 km²)
- Samos (ca. 480 km²)
- Náxos (ca. 432 km²)
Siehe auch: Liste griechischer Inseln
Regionen auf dem griechischen Festland:
- Attika
- Epirus
- Makedonien
- Mittelgriechenland
- Peloponnes
- Thessalien
- Thrakien
Die Region Makedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem selbständigen Staat ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zu verwechseln.
Siehe auch: Liste der Städte in Griechenland
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Griechenlands
Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen (griech. περιφέρειες/periphéries, Sg. περιφέρεια/periphéria) gegliedert, die wiederum in 51 Präfekturen (griech. νομοί/nomí, Sg. νομός/nomós) untergliedert sind.
Bevölkerung
Neben den Neugriechen bzw. der | | |