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Ballistische Rakete

Ballistische Rakete

Als Interkontinentalrakete (:en:ICBM: InterContinental Ballistic Missile) wird eine Boden-Boden-Rakete hoher Reichweite bezeichnet. Nach dem raketengetriebenen Start dringt das Projektil in den Weltraum ein, der weitgehend antriebslos (= ballistisch) bis zum Ziel durchflogen wird. Im Gegensatz dazu fliegen Kurz- und Mittelstreckenraketen in den unteren Bereichen der Erdatmosphäre, sie haben eine kleinere Reichweite. Die Abgrenzung des Begriffs Interkontinentalrakete zu Begriffen wie Langstreckenrakete, Mittelstreckenrakete, ist uneinheitlich.

Antrieb

Während die ersten Generation Interkontinentalraketen durchwegs Raketentriebwerke mit teilweise cryogenem Flüssigtreibstoff hatten, ging man mehr und mehr zu lagerfähigen Flüssigtreibstoffen und Feststoffantrieb über. Raketentriebwerke mit Feststoffantrieb haben zwar eine geringere Effizienz, sind jedoch in der Handhabung einfacher und besitzen eine kürzere Reaktionszeit - das Betanken der Rakete entfällt. Moderne Interkontinentalraketen haben teilweise in der letzten Antriebsstufe wieder einen Raketenmotor mit Flüssigtreibstoff, allerdings regelbar. Diese Raketenstufen sind heute durchweg lagerfähig, der Treibstoff lagert dabei über Jahre in der Rakete und muss nicht kurz vor Start getankt werden. Durch die Regelmöglichkeit ist der Flug nicht mehr rein ballistisch und der Flugkörper kann bis kurz vor den Einschlag manövriert werden. Dies verbessert zum einen die Genauigkeit und zum anderen erschwert es die Abwehr, da die Flugbahn nicht mehr deterministisch durch die Gesetze der Ballistik vorgegeben ist.

Reichweite

Beliebige Reichweiten sind möglich - üblich sind Reichweiten bis ca. 15.000 km. Die nicht mehr in Truppendienst befindliche russische Rakete SS-9 hatte in einer ihrer Varianten beispielsweise einen teilorbitalen Sprengkopf, der jeden Punkt der Erde aus jeder Richtung erreichen konnte (FOBS). Aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit dieser Raketen werden veraltete Interkontinentalraketen auch zum Start von Satelliten eingesetzt, beispielsweise die russischen Raketen vom Typ SS-19 als Rockot-Trägerrakete.

Sprengkopf

Typen

ICBMs sind ausschließlich mit nuklearen Sprengköpfen bestückt. Hier kommen seit der zweiten Generation fast ausschließlich Mehrfachsprengköpfe zum Einsatz (MIRV), d. h. spätestens beim Wiedereintritt in die Atmosphäre teilt sich die Spitze in mehrere (meist) auf verschiedene Ziele programmierte Gefechtsköpfe. Die sog. Warheads liegen meist bei einer Sprengkraft von hunderten kt. Bei der sowjetischen R-36M (SS-18 Satan) Mod 2 war die Sprengkraft pro Sprengkopf bis zu 1,3 MT.

Wiedereintrittskapsel

Da Interkontinentalraketen durchwegs einen Großteil der Flugbahn im Weltraum zurücklegen, müssen sie zum Erreichen ihres Zieles wieder in die Erdatmosphäre eindringen. Um nicht zu verglühen, benötigen sie eine wärmeresistente Wiedereintrittskapsel.

Vielfachwiedereintrittskörper

Aus Gründen der Effizienz werden Interkontinentalraketen oft nicht nur mit einem Sprengkopf ausgerüstet, sondern mit mehreren kleinen Sprengköpfen. Die erste Generation mehrfacher Sprengköpfe war in ihren Fähigkeiten begrenzt. Die Gefechtsköpfe konnten noch nicht voneinander unabhängig gesteuert werden (MRV - Multiple Re-Entry Vehicle). So zum Beispiel die SS-9 Mod 4. Bei späteren ballistischen Trägersystemen wurde schon möglich, Gefechtsköpfe unabhängig voneinander zu steuern(engl. MIRV: Multiple Independently targetable Re-entry Vehicle). Diese Sprengköpfe sind bei modernen Raketen unabhängig voneinander manövrierbar und können innerhalb des Zielgebiets mit meist mehreren hundert Kilometer Durchmesser beliebig platziert werden. In den 80er Jahren hat die US Navy das System weiterentwickelt. Die MARV (Maneuvering Re-Entry Vehicle) sollte begrenzt manövrierfähig sein und so die Raketenabwehr rund um Moskau und Leningrad penetrieren können. Als Trägerrakete war die sehr genaue (CEP 120 m) UGM-93B Trident II D-5 geplant. Es wurde jedoch nicht mehr in Dienst gestellt.

FOBS

Bei FOBS (Fractional Orbital Bombardment System) wird der Gefechtskopf in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht, von wo aus er jeden Punkt der Erde auf seiner Flugbahn erreichen kann. Um das System einzusetzen, muss der Gefechtskopf lediglich in der Atmosphäre abgebremst werden. Da die Abbremsung zu jedem beliebigen Zeitpunkt erfolgen kann und die Zeitspanne zwischen der Abbremsung und dem Aufschlag auf der Erde nur wenige Minuten beträgt, ist die Vorwarnzeit sehr gering, was auch zum späteren Verbot dieser Art von Waffen führte. Außerdem flogen diese Geschosse in niedrigeren Höhen, so dass die Entdeckung durch Radarsysteme dadurch erschwert wurde. Die Raketen würden über den Südpol fliegen und die USA vom Süden aus angreifen. Damit umging man das US-Radarnetz das in Richtung Norden ausgerichtet war. Die Trägerrakete war die sowjetische R-36O (SS-9 Scarp Mod 3). Es wurde im November 1968 voll Einsatzbereit. Es transportierte einen Gefechtskopf mit einer Sprengkraft von 1-3 MT. Dieses System wurde allerdings nur für kurze Zeit in Dienst gestellt und war nie in ausreichenden Zahlen verfügbar. Außerdem war es sehr ungenau (CEP bis zu 5 km) und dadurch für den Angriff auf gehärtete Ziele (z.B. Raketensilos) ungeeignet.

Abwehr

Im Allgemeinen wird heute davon ausgegangen, dass Interkontinentalraketen auf Grund ihrer hohen Geschwindigkeit - circa 20-fache Schallgeschwindigkeit - und Flughöhe nur mit nuklear bestückten Abfangraketen sicher abgewehrt werden können. Da die amerikanischen und sowjetischen Interkontinentalraketen vielfach für einen Flug über den Nordpol programmiert waren, sind die entsprechenden Abwehranlagen jeweils nach Norden ausgerichtet. Aus diesem Grund befinden sich in Alaska amerikanische Anlagen zur Raketenortung und -abwehr. Während des kalten Krieges handelten die USA und die UdSSR ein Abkommen aus, das es jeder Seite erlaubte, eine Anlage zur Raketenabwehr einzurichten. Während die USA ihre Raketenfelder schützten, aber die Anlage bereits nach kurzer Zeit (gerüchteweise 1 Tag) wieder außer Betrieb nahmen, sind die ABM Raketen des heutigen Russland nach wie vor rund um Moskau stationiert. Die US-amerikanischen Bestrebungen zum Bau nicht-nuklearer Abwehrmethoden sind - nach heute allgemeine anerkannter Sichtweise - nur gegen einfache Interkontinentalraketen die über keine Köder (:en:Decoy), sonstige Gegenmaßnahmen oder MIRVs verfügen. Beispielsweise chinesischer- (Ausnahme DF-31 CSS-9) oder nordkoreanischer Herkunft geeignet.

Typen

(Kursiv = nicht in Dienst, entweder obsolet, oder noch in der Entwicklung) USA
- landgestützt: [http://www.globalsecurity.org/wmd/systems/icbm.htm]
  - CGM-16 Atlas
  - HGM-25A Titan I
  - LGM-25C Titan II
  - LGM-30A/B Minuteman I
  - LGM-30F Minuteman II
  - LGM-30G Minuteman III
  - LGM-118 Peacekeeper
  - MGM-134 Midgetman Small ICBM (nicht in Dienst gestellt)
- seegestützt: [http://www.globalsecurity.org/wmd/systems/slbm.htm]
  - UGM-27A Polaris A-1
  - UGM-27B Polaris A-2
  - UGM-27C Polaris A-3
  - UGM-73 Poseidon C-3
  - UGM-93 Trident I C-4
  - UGM-133 Trident II D-5 UdSSR / Russland
- landgestützt (Sowjetische Bezeichnung. Defense Intelligence Agency-, Nato-Code in Klammern).
  - R-7 (SS-6, Sapwood)
  - R-9 (SS-8, Sasin)
  - GR-1 (SS-10 Scragg, nicht in Dienst gestellt)
  - R-16 (SS-7 Saddler)
  - R-26 (SS-8 Sasin, Verwechslung mit R-9, nicht in Dienst gestellt)
  - R-36 (SS-9 Scarp)
  - R-36-O (SS-9 FOBS, orbitalfähige R-36)
  - R-36M "Voivode" (:en:SS-18 Satan) (verschiedene Versionen)
  - UR-100 (SS-11 Sego)
  - UR-100MR "Sotka" (SS-17 Spanker)
  - UR-100N (SS-19 Stiletto)
  - UR-200 (SS-X-10 Scragg, Verwechslung mit GR-1, nicht in Dienst gestellt)
  - UR-500 "Proton" (nicht in Dienst gestellt)
  - RT-1 (kein Nato-Code vorhanden, nicht in Dienst gestellt)
  - RT-2 (SS-13 Savage)
  - RT-20P (SS-15 Scrooge)
  - RT-21 "Temp-2S" (SS-16 Sinner)
  - RT-2PM "Topol" (SS-25 Sickle)
  - RT-2UTTH "Topol-M" (SS-27 :en:Topol-M)
  - RT-23 "Molodets" (SS-24 Scalpel)
  - RSS-40 "Kuryer" (Nato-Code SS-X-26 ist obsolet, Projekt wurde aufgegeben)
- seegestützt China
- landgestützt:
  - DF-3 (Projekt wurde aufgegeben)
  - DF-5 (andere Bezeichnung CSS-4)
  - DF-6 (Projekt wurde aufgegeben)
  - DF-22 (andere Bezeichnung DF-14, Projekt wurde aufgegeben)
  - DF-31 (andere Bezeichnung CSS-X-9 bzw. CSS-9 bei Indienststellung)
  - DF-41 (andere Bezeichnung CSS-X-10, geplante Indienststellung 2010) Nordkorea:
  - No-dong-B (vorläufige Bezeichnung)
  - Taep´o-dong-1
  - Taep´o-dong-2
  - NKSL-1 (Taep´o-dong-1 mit dritter Stufe, kann Satelliten in den Orbit bringen, vorläufige Bezeichnung)
  - NKSL-X-2 (Taep´o-dong-2 mit dritter Stufe, kann Satelliten in den Orbit bringen, vorläufige Bezeichnung) Großbritannien
- (seegestützt, U-Boote):
  - Polaris (SLBM) (US-Rakete mit britischen Sprengköpfen)
  - Trident (SLBM) II (US-Raketen mit britischen Sprengköpfen) Frankreich
- (seegestützt, U-Boot):
  - M-1
  - M-2
  - M-20
  - M-4 bzw. M-45 nach Umrüstung
  - M-5 bzw. M-51 nach Umrüstung Indien
  - Surya (vermutlich in Entwicklung, Status unklar): Pakistan
  - Tipu (vielleicht in Entwicklung oder Verwechslung mit anderer Rakete)

Abrüstung


- ABM-Vertrag
- START-Vertrag

Weblinks


- [http://www.globalsecurity.org/wmd Massenvernichtungswaffen der Welt Global Security (en). Sehr ausführlich]
- [http://www.nrdc.org/nuclear/nudb/datainx.asp NRDC Archive of Nuclear Data. Viele wichtige Zahlen]
- [http://www.globaldefence.net/deutsch/nordamerika/usa/strategisch.htm US-Atomstreitkräfte(de)]
- [http://www.russianforces.com Atomstreitkräfte Russlands]
- [http://space.huerz.ch/htm/startplaetze.htm Raketenstartplätze UdSSR]
- [http://www.peterhall.de/lexikon/lexikon2.html Interkontinentalraketen] Kategorie:Atomwaffe !Interkontinentalrakete Kategorie:Raketentyp ja:大陸間弾道ミサイル ms:Peluru berpandu balistik jarak benua

Rakete

Eine Rakete (vom italienischen rocchetta = Spindel) ist ein Flugkörper mit Rückstoßantrieb (Raketenantrieb), der von der Umgebung unabhängig ist und daher auch im luftleeren Raum beschleunigt werden kann. Im Gegensatz zu Geschossen haben Raketen eine lange Beschleunigungsphase. Wegen der dadurch deutlich geringeren Belastungen kann die Struktur der Rakete sehr leicht gehalten werden. Bei Raketen reichen die Größenordnungen von den allbekannten Feuerwerksraketen der Silvesternacht über militärische Raketen bis hin zu der riesigen Energija oder der Saturn V, die im Apollo-Projekt - dem bemannten Flug zum Mond - eingesetzt wurde.

Geschichte

Der erste überlieferte Raketenstart fand 1232 im Kaiserreich China statt. Im Krieg gegen die Mongolen setzten die Chinesen in der Schlacht von Kai-Keng eine Art Rakete ein: Dabei schossen sie eine Vielzahl simpler, von Schwarzpulver angetriebener Geschosse auf die Angreifer ab. In Europa fand der erste dokumentierte Start einer Rakete 1555 im rumänischen Hermannstadt statt. Der Flugkörper verfügte bereits über ein Drei-Stufen-Antriebssystem.

Aufbau

Jede Rakete besteht aus den folgenden Baugruppen:
- Triebwerk (Raketentriebwerk bestehend aus Brennkammer, Düse (z.B. Aerospike-Düse), Pumpensystem und Kühlung)
- Stabilisierungs- und/oder Steuereinheit
- Nutzlast (Sprengkopf, Satellit, Mannschaft, Rückkehrmodul usw.) Die Baugruppen werden durch die Hülle zusammengehalten. Dabei können einzelne Baugruppen auch mehrfach vorkommen (Mehrstufenrakete).

Triebwerk

Für eigenstartfähige Flugkörper werden wegen des hohen Beschleunigungsbedarfs chemische Raketentriebwerke verwendet. Bereits erprobte Kernenergie-Raketentriebwerke wurden aus Sicherheits- und Umweltschutzgründen nicht eigesetzt. Elektrische Raketentriebwerke funktionieren nur im Vakuum und werden nur für bereits gestartete Raumsonden und Satelliten verwendet (Ionenantrieb).

Steuer und Lenkeinrichtungen

Ungelenkte Raketen

Ungelenkte Raketen werden durch den Abschusswinkel ausgerichtet und während des Fluges lediglich aerodynamisch stabilisiert. Dies erfolgt durch Drall oder Leitwerke, wobei auch Leitwerke Drall erzeugen können. Die Leitwerke befinden sich dabei stets am hinteren Ende der Rakete, hinter dem Schwerpunkt. Für Hobbybastler von Bedeutung sind Modellraketen.

Gelenkte Raketen

Gelenkte Raketen unterliegen während des Fluges einer Kursüberwachung und haben die Möglichkeit, den Kurs zu korrigieren. Dabei kann die Kurskorrektur autonom oder durch eine wie auch immer geartete Leitstation erfolgen. Die Kurskorrektur wird meist durch ein die Raumlage überwachendes Kreiselsystem eingeleitet. Dies kann durch folgende Steuerglieder erfolgen:
- Leitwerke wirken auf die umgebende Luft und können damit bei Flügen in der Atmosphäre auch nach Brennschluß genutzt werden
- Strahlruder wirken direkt im ausgestoßenen Gasstrom
- schwenkbare Expansionsdüse(n)
- Steuertriebwerke Im militärischen Bereich werden gelenkte Raketen als Flugkörper bezeichnet.

Hülle

Die Hülle von Raketen muss zu Gunsten des Treibstoffes und der Nutzlast möglichst leicht sein. Um nach Abbrand einer gewissen Treibstoffmenge möglichst wenig Totlast mitzuführen, werden größere Raketen mehrstufig ausgelegt. D.h. nach Brennschluss einer Stufe wird diese abgetrennt und die nächste Stufe zündet, dabei kann die Abtrennung (meist Absprengen) auch durch Zündung der nachfolgenden Stufe erfolgen. Die Auslegung der Hülle hängt sehr stark vom Anwendungsbereich der Rakete ab. Für Flüge in der Atmosphäre muss die Hülle aerodynamisch günstig ausgelegt werden, weiterhin wirken bei hoher Geschwindigkeit erhebliche aerodynamische Kräfte auf die Hülle ein und es kann zu erheblichen thermischen Belastungen durch Reibung kommen.

Anwendungen


- als Waffe (von der Raketenpistole zur Interkontinentalrakete), dann gegen die Menschenrechte verstoßend
- Raumfahrt
- Höhenforschung
- Technische Experimente
- Seerettung
- Leitungsbau (zum Schießen von Vorseilen über Täler)
- Feuerwerk
- Notsignale
- zur Simulation von Druckkräften auf die Spitze hoher Bauwerke (als 1957 die Freileitungsmaste der Leitung über die Straße von Messina fertiggestellt wurden, wurde die Eigenschwingdauer dieser Konstruktionen ermittelt, indem man an ihrer Spitze Raketen befestigte und diese zündete, Quelle Turmbauwerke, Bauverlag GmbH, Wiesbaden (Deutschland), 1966)

Trägerraketen, Höhenforschungsraketen und militärische Raketen

Für mehr Informationen zu Trägerraketen siehe den Hauptartikel Trägerrakete (Auswahl, siehe auch Liste der Raketentypen)
- USA: Aerobee, Vanguard, Thor, Atlas, Redstone, Saturn, Scout, Titan, Delta, Pegasus, Space Shuttle, Booster von Trägerraketen
- Russland/Sowjetunion/GUS: MMR06, R-7, Sojus, N1, Zyklon, Zenit, Kosmos, Proton, Energija, Angara, Volna
- Deutschland: Rheinbote (1943), A4 (1942), Rheintochter, Schmetterling, Wasserfall, Enzian
- Frankreich Diamant
- Großbritannien Blue Streak, Black Knight, Black Arrow, Skylark
- Europa: Ariane 1-3, Ariane 4, Ariane 5, Cirrus, Meteor, Europa, Vega, Monica, Zenit (Schweizer Höhenforschungsrakete)
- Volksrepublik China: Chang Zheng (Langer Marsch), Feng Bao
- Nordkorea: Taepodong
- Japan: My - Serie, N-Serie,Kappa oder J - Serie, H-1, H-2
- Indien: SLV, ASLV, PSLV, GSLV
- Pakistan: Hatf V (Ghauri)
- Israel: Shavit
- Brasilien: VLS-1

Raketenunfälle

Hauptartikel: Katastrophen der Raumfahrt Obwohl bei der Entwicklung und Erprobung von Raketen sich viele Explosionen ereigneten, gab es, da im Regelfall sehr strenge Sicherheitsmaßnahmen angewandt wurden, nur wenige Raketenunfälle mit Personenschaden.

Tödliche Raketenunfälle, bei denen Personen am Boden Opfer waren

Tödliche Raketenunfälle bei bemannten Raumfahrtmissionen

Literatur:

Geschichte


- Volkhard Bode, Gerhard Kaiser: Raketenspuren. Peenemünde 1936-1996 - Eine historische Reportage mit aktuellen Fotos. Christoph Links Verlag - LinksDruck GmbH, Berlin, 1996 ISBN 3-86153-112-7
- Gerhard Reisig: Raketenforschung in Deutschland. Wie die Menschen das All eroberten. Agentur Klaus Lenser, Münster, 1997, ISBN 3-89019-500-8
- Michael J. Neufeld: Die Rakete und das Reich. Wernher von Braun, Peenemünde und der Beginn des Raketenzeitalters. Henschel Verlag, Berlin, 1999, ISBN 3-89487-325-6
- Harald Lutz: Die vergessenen Raketenexperimente von Cuxhaven. Sterne und Weltraum 44(3), S. 40 - 45 (2005), ISSN 0039-1263

Siehe auch


- Liste der Raketentypen, Rakete (militärisch)
- Marschflugkörper, Raketengleichung, Raketenantrieb, Raketentreibstoff, Höhenforschungsrakete, Experimentalrakete, Amateurrakete, Treibsatz, Wasserrakete, Raketenstartplatz, Weltraumbahnhof, Raketengrundgleichung, Raketenkamera, Rettungsrakete, Pogoeffekt, Space Shuttle, ESA, NASA
- William Congreve (Erfinder), Wernher von Braun, Conrad Haas, Robert Goddard, Hermann Oberth, Sergej Koroljow, Konstantin Ziolkowski, Berthold Seliger, Abdul Kalam, Reinhold Tiling
- Mannheimer Rakete (Musik)

Weblinks


- [http://freenet.meome.de/app/fn/artcont_portal_news_article.jsp?catId=83781 Raketenstart 1555 in Europa] Kategorie:Rakete Rakete ja:ロケット ms:Roket

Ballistik

Die Ballistik (griech. βαλλειν = werfen) ist "Die Lehre von den geworfenen Körpern". Es ist ein Teilbereich der Physik und beschreibt die Vorgänge, die einen sich durch den Raum bewegenden Körper betreffen. Als "Vater" der Ballistik gilt der Italiener Niccolò Tartaglia, er entdeckte die Wurfparabel und erkannte die Möglichkeit, die Bewegungen von geworfenen Körpern in ihre Einzelkomponenten zu zerlegen und damit zu berechnen. Insbesondere werden in der Ballistik die Vorgänge beschrieben, die aus einer Waffe verschossene Projektile betreffen. Hierbei werden folgende Unterbereiche angesprochen:
- Innenballistik: Vorgänge im Lauf einer Waffe beim Abschuss eines Projektils
- Abgangsballistik: Vorgänge an der Laufmündung einer Waffe beim Schuss
- Außenballistik: Vorgänge während des Fluges am Projektil, welches verschossen wurde
- Zielballistik: Wirkung des Projektils im Ziel
- Raketenballistik: Wirkung des Projektils im Ziel Weitere Aspekte sind:
- Geschossenergie
- Mündungsenergie
- Auftreffenergie Kategorie:Mechanik ms:Balistik

Mittelstreckenrakete

Als Mittelstreckenraketen bezeichnet man im deutschen Sprachraum ballistische Raketen mit einer Reichweite von rund 1.000 bis 5.500 km. Nach international üblicher Klassifizierung fallen zwei Klassen von ballistischen Raketen in diesen Bereich:
- MRBMs (Medium Range Ballistic Missiles) für Raketen mit einer Reichweite von rund 1.000 bis 2.750 km (siehe MSBS M1)
- IRBMs (Intermediate Range Ballistic Missile) für Raketen mit Reichweiten von 2.750 bis 5.500 km. Zu ihnen zählen unter anderem die US-amerikanische Pershing II und die sowjetische SS-20. Im Zusammenhang mit dem Nato-Doppelbeschluss werden oft BGM-109 Tomahawk Marschflugkörper den Mittelstreckenraketen zugeordnet, obwohl sie nicht auf ballistischen Bahnen fliegen und auch keinen Raketenantrieb haben. Vergleichbar war nur die Bedrohungslage durch vergleichbare Angriffs-Entfernungen, kurze Reaktionszeiten, Treffgenauigkeit und insbesondere Stationierung auf deutschem Territorium. In den Medien wurden diese Marschflugkörper (engl. Cruise Missile) den Mittelstreckenraketen oft gleichgesetzt. Dies führte zu der Anfang der 1980er üblichen deutschen Formel "Pershing II und Cruise Missile". Für eine Liste der internationalen Klassifizierung von ballistischen Raketen, siehe: Ballistische Raketen

Weblinks


- [http://www.peterhall.de/lexikon/lexikon3.html US-amerikanische und sowjetische Mittelstreckenraketen] !Mittelstreckenrakete

Cryogen

Kryogen (gr. κρυος "Frost, Eis"; lat. generare "zeugen, erschaffen") ist ein Begriff für Stoffe, Prozesse und Eigenschaften im Zusammenhang mit extrem kalten und damit flüssigen Gasen. Bekannte Kryogene sind flüssiger Wasserstoff und flüssiger Stickstoff. Einer der Verwendungszwecke ist die Kühlung von Supraleitern, die mit Hilfe der niedrigen Temperatur, die durch ein Kyrogen entsteht, magnetische Wellen eines Gegenstands (z.B. von einem Magneteisenstein) nutzen um ihn zum Schweben zu bringen. Flüssiger Wasserstoff und Sauerstoff findet auch als Treibstoff für Raketentriebwerke Verwendung, so z. B. bei der Ariane 5 Rakete oder dem Space Shuttle. Kategorie:Chemikaliengruppe ja:低温物理学

SS-9

Die SS-9 (sowjetische Bezeichnung: R-36) war eine silo-basierte, ballistische Interkontinentalrakete mit lagerfähigem Flüssigtreibstoff. Sie war die erste der dritten Generation sowjetischer ICBM's, die auf den existierenden SS-7 und SS-8 Entwürfen aufbaute. Es wird angenommen, dass sie ursprünglich für den Angriff großer Zivilobjekte konzipiert wurden, spätere Versionen jedoch für die Zerstörung US-amerikanischer Minuteman-Silos geplant waren. Sowjetische Quellen bestätigen nur letzteres. Die Reichweite erlaubte es jedes Ziel innerhalb der USA und Europas von sicheren Basen in Russland aus zu erreichen. Es gab vier Versionen der SS-9:
- Modell 1 mit einem nuklearen Standard-Gefechtskopf
- Modell 2 mit einem Gefechtskopf von doppelter Stärke wie Modell 1 (mit dem Ziel, die Startsilos der USA trotz mangelnder Treffgenaugkeit zu zerstören)
- Modell 3 - auch als R-36-O bezeichnet. Hier wurde erstmals ein System angewendet (engl. Fractional Orbital Bombardment System FOBS) das der Sowjetunion ermöglichte, die USA auf einem Umweg über den Südpol anzugreifen und so die Radar-Warnkette in Nordeuropa und den USA zu umgehen. Dazu wurde der Gefechtkopf auf eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht, von wo aus er jeden Punkt der Erde auf seiner Flugbahn erreichen konnte. Um das System einzusetzen, musste der Gefechtskopf dann lediglich in der Atmosphäre abgebremst werden.
- Modell 4 verwendete 3 getrennte Gefechtsköpfe (engl. Multiple Reentry Vehicles (MRV)) gelenkt durch ein gemeinsames Steuerungssystem, um der möglichen Raketenabwehr zu entgehen. Alle Versionen waren zweistufige Flüssigtreibstoff-Raketen und wurden aus Silos gestartet. Die Entwicklung der R-36 begann 1962. Modell 1 und 2 wurden 1967 und Modell 3 und 4 1968 in Dienst gestellt. 1971 waren maximal 255 Raketen der Modelle 1 bis 3 stationiert. Von Modell 4 waren 1973 100 Stück verfügbar. 1979 wurden alle Raketen bis auf Modell 3 außer Dienst gestellt. Modell 3 fiel dann unter den SALT II-Vertrag, die letzte Rakete wurde im Februar 1983 aus dem Startsilo entfernt. Die R-36 bildete die Grundlage für die Raumflug-Trägerraketen vom Typ Zyklon und Dnepr. Hergestellt wurde die Rakete in der Ukraine. Kategorie:Interkontinentalrakete ja:%E3%82%B5%E3%82%BF%E3%83%B3_%28%E3%83%9F%E3%82%B5%E3%82%A4%E3%83%AB%29

FOBS

FOBS (Fractional Orbital Bombardment System) ist die Bezeichnung eines (nuklearen) Sprengkopfes, der mit Hilfe einer Rakete in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht wird, um dort auf seinen Einsatz zu warten. Das bedeutet, der Sprengkopf muss die erste kosmische Geschwindigkeit von rund 8 km/s erreichen, wofür man starke Interkontinentalraketen benötigt. Von der Umlaufbahn aus kann jeden Punkt der Erde erreicht werden, durch den die Flugbahn führt. Um das System einzusetzen, muss der Gefechtskopf lediglich in der Atmosphäre abgebremst werden. Da die Abbremsung zu jedem beliebigen Zeitpunkt erfolgen kann und die Zeitspanne zwischen der Abbremsung und dem Aufschlag auf der Erde nur wenige Minuten beträgt, ist die Vorwarnzeit sehr gering, was auch zum Verbot dieser Art von Waffen führte. FOBS wurde in den 1960ern von Sowjetunion mit der R-36-O-Rakete erprobt. Dabei wurden Sprengkopfattrapen von Baikonur aus Richtung Südpol gestartet, womit man die Radar-Warnkette in Nordeuropa und den USA umging und so die Vorwarnzeit drastisch reduzierte. Die Testsprengköpfe wurden kurz vor dem Beenden des erstem Umlaufs wieder abgebremst und schlugen auf einem Testgelände in Kapustin Jar auf. Nach dem erfolgreichen Abschliessen der Erprobungen wurden am 25. August 1969 die ersten FOBS-Raketen in Dienst gestellt. Insgesamt wurden in Baikonur 18 Startsilos für die R-36-O errichtet. Nach dem Verbot von FOBS-Waffensystemen durch den SALT-II Vertrag wurden die Startanlagen ab 1982 eingemottet. Die letzte R-36-O wurde im Februar 1983 entfernt, später wurden alle 18 Silos und die dazugehörende Ausrüstung vernichtet.

Weblinks


- [http://home.earthlink.net/~cliched/spacecraft/fobs.html The Soviet Fractional Orbital Bombardment System (FOBS)] (engl.)
- [http://space.skyrocket.de/doc_sdat/ogch.htm FOBS von Gunter Krebs] (engl.) Kategorie:Kalter Krieg Kategorie:Atomwaffe Kategorie:Militärischer Satellit ja:部分軌道爆撃システム

Satellit (Raumfahrt)

Ein Satellit ist in der Raumfahrt ein künstlicher Flugkörper, der ein anderes Objekt, wie Planeten oder Monde, auf einer elliptischen oder kreisförmigen Umlaufbahn zur Erfüllung wissenschaftlicher, kommerzieller oder militärischer Zwecke umrundet.

Unterscheidung

Umlaufbahn

Nach Art der Umlaufbahn unterscheidet man bei Erdsatelliten zwischen
- Low-Earth-Orbit-Satelliten,
- Medium-Earth-Orbit-Satelliten,
- Highly-Elliptical-Orbit-Satelliten,
- geostationären Satelliten und
- sonnensynchronen Satelliten.

Aufgaben

Satelliten können unterschiedlichste Aufgaben wahrnehmen:
- Erdbeobachtungssatelliten können Bilder für unterschiedliche Zwecke liefern, so die Wetter- und Spionagesatelliten. Diese Bilder können mit verschiedenen Techniken erstellt werden, zum Beispiel von Röntgensatelliten.
- Nachrichtensatelliten erfüllen kommerzielle Aufgaben, während Amateurfunksatelliten privaten Zwecken dienen, siehe auch Satellitenkommunikation.
- Astrometriesatelliten beobachten das Weltall, hauptsächlich für wissenschaftliche Zwecke.
- Raumstationen können aufgrund ihrer orbitalen Laufbahn ebenfalls zu den Satelliten gezählt werden.

Betrieb


- Bahnbeschreibung
- Bahnänderungsmanöver
- Antriebssysteme
- Bahnstörungen eines Satelliten
- Bahnregelung
- Lageregelung
- Thermalkontrolle
- Funkdienst
- Energieversorgung.

Abgrenzung

Man bezeichnet Flugkörper nur dann als Satelliten, wenn sie die Erde im Weltraum umkreisen. Alle Flugkörper, die den Erdorbit mit Fluchtgeschwindigkeit verlassen, werden Raumsonden genannt, unabhängig davon, ob sie in den Orbit eines anderen Planeten eintreten oder nicht.

Beobachtung von der Erde

Zahlreiche größere Erdsatelliten können mit bloßem Auge als langsam über das nächtliche Himmelsgewölbe wandernde Lichtpunkte beobachtet werden. Mit speziellen Instrumenten ist es auch möglich, den Vorüberzug von Satelliten vor der Sonne zu beobachten. Manche Satelliten, wie die ISS, können eine scheinbare Helligkeit von −1m erreichen. Die Satelliten des Iridium-Systems erreichen unter bestimmten Umständen kurzzeitig eine scheinbare Helligkeit von bis zu −9m. Im Unterschied zu einem Flugzeug hat ein Satellit keine blinkenden, farbigen Lichter.

Beispiele

Einige künstliche Satelliten: :SputnikTelstarHubble-WeltraumteleskopLandsatAstraEutelsatIntelsat (Early Bird)EnvisatAstérix - TUBSAT - BIRD

Siehe auch


- Raumfahrt
- Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
- 100 Wörter des 20. Jahrhunderts
- Erdbeobachtungssatellit
- Erdsatellit
- Geostationärer Satellit
- Liste der Erdsatelliten nach Ländern geordnet
- Nachrichtensatellit
- Satellitenfernsehen
- Satellitennavigation

Weblinks


- [http://www.heavens-above.com/ Heavens Above:] Berechnung der Sichtbarkeit von Satelliten (englisch)
- [http://science.nasa.gov/Realtime/JTrack/3D/JTrack3D.html J-Track 3D:] Echtzeitdarstellung von Satellitenpositionen, Java ist erforderlich (englisch)
- [http://128.250.125.178/wwp.html Satellitenbilder der Erde,] Flash ist erforderlich (englisch)
- [http://www.mygeo.info/satellitenbilder1.html Satellitenbilder:] Kultur- und Naturlandschaften
- [http://www.erdsicht.de/ Thematische Sammlung von Satellitenbildern weltweit]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249294.html Satelliten an der Leine:] Beitrag bei wissenschaft.de über die Idee, Satelliten mithilfe eines Seils in den Erdorbit zu bringen Kategorie:Künstlicher Satellit ja:人工衛星 ko:인공 위성

Rockot

Rockot (auch Rokot) (rus. Рокот) ist eine russische Trägerrakete der leichten Klasse, die eine Nutzlast von 1.950 kg in einen 200 km hohen Erdorbit mit 63° Neigung bringen kann. Die ersten Starts erfolgten Anfang der 1990er von Baikonur aus, wobei die Rockot aus einem Silo abgeschossen wurde. Spätere (kommerzielle) Starts erfolgten von Plessezk, von einer speziell für die Rockot umgebauten Startrampe der Kosmos-Rakete. Die Startkosten einer kommerziellen Rockot betragen schätzungsweise 13-15 Millionen US-Dollar. Die Gesamtmasse der Rockot beträgt 107 Tonnen, die Länge 29 m, der maximale Durchmesser 2,5 m. Die Rakete besteht aus drei Stufen, die unteren zwei Stufen basieren auf der sowjetischen Interkontinentalrakete SS-19, die dritte Stufe ist vom Typ Breeze-KM. Alle Stufen verwenden UDMH (unsymmetrisches Dimethylhydrazin) als Treibstoff und Distickstofftetroxid als Oxidationsmittel. Eine weitere Trägerrakete, die auf der SS-19 basiert, ist die Strela. Der erste suborbitale Test erfolgte am 20. November 1990 in Baikonur. Am 26. Dezember 1994 wurde der erste Satellit mit der Rockot in ein Erdorbit gebracht. Eurockot Launch Services GmbH vermarktet heute die Rakete, der Startplatz wurde nach Plessezk verlegt. Dort erfolgte der erste Start am 16. Mai 2000. Auch im russischen Raumfahrtzentrum Swobodny sind Silo-Startanlagen für die SS-19 vorhanden, die bei Bedarf mit Modifikationen für die Rockot-Rakete verwendet werden können.

Startliste

Stand: 8. Oktober 2005 Nach dem Fehlstart vom 8. Oktober 2005 wurden alle Rockot-Starts bis zur Klärung der Fehlerursache gestoppt. Das Startverbot wurde am 25. Oktober aufgehoben. Der nächste Start war für Ende Dezember 2005 mit dem südkoreanischen Kompsat-2 Erdbeobachtungssatelliten geplant.

Weblinks


- [http://www.eurockot.com Eurockot Launch Services GmbH]
- [http://www.russianspaceweb.com/rockot.html Rockot auf russianspaceweb.com]
- [http://de.wikinews.org/wiki/Bremer_Raumfahrtunternehmen_Eurockot_Launch_Services_verzeichnet_Auftragsboom Wikinews: Bremer Raumfahrtunternehmen Eurockot Launch Services verzeichnet Auftragsboom] (29.06.2005) Kategorie:Raketentyp

MIRV

MIRV ist die Abkürzung für Multiple Independently targetable Re-entry Vehicle und bezeichnet nukleare Mehrfachsprengköpfe für Interkontinentalraketen. MIRVs ermöglichen es, mit einer einzigen Trägerrakete mehrere Ziele gleichzeitig anzugreifen und Abwehrmaßnahmen durch das gleichzeitige Eindringen vieler Sprengköpfe zu erschweren. MIRV ist der Nachfolger des Multiple Re-entry Vehicle (MRV), bei dem die Sprengköpfe nicht voneinander unabhängig lenkbar waren. Die neueste Entwicklung heißt MARV - Maneuvering Re-Entry Vehicle. Jeder Sprengkopf ist manövrierfähig, also hängt seine Flugbahn nicht nur von den Gesetzen der Ballistik ab. Dadurch wird die Raketenabwehr weniger wirksam. Es war für die MGM-31C Pershing II und UGM-93B Trident II D5 vorgesehen, wurde aber nur beim Pershing in Dienst gestellt. Eine Interkontinentalrakete vom Typ UGM-93B Trident II D5 kann zwischen drei und sechzehn Atomsprengköpfe tragen, die sich nach dem Wiedereintritt von der Trägerrakete trennen und unabhängig auf einzelne Ziele gelenkt werden können. Gegenmaßnahmen werden dadurch nahezu unmöglich gemacht, da jeder Angriff mit vielen Abwehrraketen verteidigt werden müsste. Die große Zahl von anfliegenden Sprengköpfen überfordert nahezu jedes Verteidigungssystem. Wegen der MIRV-Technologie ist die Verteidigung gegen Atomwaffenangriffe teurer als ein anderes Land mit Nuklearwaffen zu bedrohen. Das von den USA nicht ratifizierte START II-Abkommen verbot den Einsatz von MIRVs. Das stärkste von den USA entwickelte MIRV-System war die LG-118A Peacekeeper, die bis zu zehn Sprengköpfe mit je einer Sprengkraft von bis zu 300 kT TNT-Äquivalent tragen konnte. Das sowjetische Gegenstück war die R-36M Voivode (NATO-Code: SS-18 Satan) mit bis zu zehn Sprengköpfen von jeweils 550 kt, welcher aber mit 550 bis 250m eine geringere Zielgenauigkeit als die Peacekeeper erreichte. Die SS-18 konnte eine Fläche von 60'000 km2 verwüsten, was ungefähr der Größe Bayern entspricht. Siehe auch: ABM-Vertrag, Atomwaffe, Interkontinentalrakete

Weblinks


- [http://www.gwu.edu/~nsarchiv/nsa/NC/mirv/mirv.html] MIRV: A BRIEF HISTORY OF MINUTEMAN and MULTIPLE REENTRY VEHICLES
- [http://www.peterhall.de/lexikon/warhead/warhead33.html] MIRV-Gefechtskopf Kategorie:Kalter Krieg Kategorie:Atomwaffe ja:MIRV ms:Pesawat masuk kembali bebas sasar berganda

Navy

Navy ist die im anglophonen Sprachraum gebräuchliche Bezeichnung für Marine. Bekannte Navys:
- United States Navy der USA
- Royal Navy von Großbritannien
- Royal Australian Navy von Australien
- South African Navy von Südafrika
- Canadian Navy von Kanada
- Royal New Zealand Navy von Neuseeland

Leningrad

Leningrad (russ. Ленинград) ist :
- ein früherer Name der russischen Stadt Sankt Petersburg.
- der Verwaltungssitz der Oblast Leningrad.
- eine russische Skacore-Band, siehe Leningrad (Band),
- eine finnische Band, siehe Leningrad Cowboys
- ein im Jahre 1968 entdeckter Asteroid, 2046 Leningrad (1968 UD1)
- ein Fernsehgerätemodell, dass in der Sowjetunion entwickelt und in der DDR produziert wurde.

Gefechtskopf

Ein Sprengkopf (auch Gefechtskopf) ist eine Explosivwaffe, die in militärischen Konflikten eingesetzt wird, insbesondere zur Zerstörung gegnerischer Panzerfahrzeuge oder Gebäude. Sprengköpfe, die mit Massenvernichtungswaffen bestückt sind, können jedoch auch Leben auf großen Flächen auslöschen. Üblicherweise wird ein Sprengkopf von einer Rakete oder einem Torpedo ins Ziel getragen. Der konventionelle Sprengkopf selbst besteht im Allgemeinen aus einer Sprengladung und einem Zünder. Im Aufbau unterscheiden sich Sprengköpfe je nach Anwendungszweck stark. Sprengköpfe können Träger von Massenvernichtungswaffen sein, so von
- chemischen Kampfstoffe, z.B. Nervengas, siehe Chemiewaffen
- biologischen Kampfstoffe, z.B. Anthrax, siehe Biowaffen
- Atomwaffen Der Einsatz dieser drei Sprengkopfarten ist durch internationale Abkommen geächtet. Zünderarten sind der Aufschlagzünder, der Abstandszünder (Annäherungszünder), der die Annäherung an ein Ziel misst, um zu zünden, Zeitzünder oder Kombinationen von diesen wie der Abstandszerlegezünder oder der Aufschlagzünder mit Verzögerung.

Siehe auch


- Nuklearwaffen
- Interkontinentalrakete
- MIRV
- Circular Error Probable Kategorie:Explosionswaffe

Circular Error Probable

Circular Error Probable (kurz: CEP) beschreibt den Radius eines Kreises um ein Ziel, innerhalb dessen die Wahrscheinlichkeit, dass der Sprengkopf einer Waffe (Rakete oder Geschoss) das Ziel treffen wird, bei 50 Prozent liegt.

Siehe insbesondere


- Nuklearwaffen
- Ballistische Rakete
- Interkontinentalrakete
- Sprengkopf
- MIRV

Weblinks


- [http://www.peterhall.de/lexikon/parameters/parameter2.html] Kreisfehlerwahrscheinlichkeit Kategorie:Militärtechnik

Schallgeschwindigkeit

Die Schallgeschwindigkeit c ist die Geschwindigkeit, mit der sich Schallwellen in einem beliebigen Medium (üblicherweise in Luft) ausbreiten. Es ist die Fortpflanzungsgeschwindigkeit, die nicht mit der Schallschnelle v zu verwechseln ist. Die SI-Einheit der Schallgeschwindigkeit ist Meter pro Sekunde (m/s).
Für die Schallgeschwindigkeit c (für lat. celeritas = Geschwindigkeit) gilt die Formel : c = \lambda \cdot f , wobei λ (lambda) die Wellenlänge und f die Frequenz der Schallwelle ist.

Schallgeschwindigkeit in Festkörpern

Schallwellen in Festkörpern können sich sowohl in longitudinaler (hierbei ist die Schwingungsrichtung parallel zur Ausbreitungsrichtung) als auch in transversaler Richtung (hierbei ist die Schwingungsrichtung senkrecht zur Ausbreitungsrichtung) ausbreiten. Für Longitudinalwellen hängt im allgemeinen Fall die Schallgeschwindigkeit in Festkörpern von der Dichte \rho, der Poissonzahl \mu und dem Elastizitätsmodul E des Festkörpers ab. Es gilt dabei : c_ = \sqrt . Im Spezialfall eines langen Stabes, wobei der Durchmesser des Stabes deutlich kleiner als die Wellenlänge der Schallwelle sein muss, kann die Querkontraktion vernachlässigt werden und man erhält : c_ = \sqrt . Für Transversalwellen muss das Elastizitätsmodul durch das Schubmodul G ersetzt werden : c_ = \sqrt .

Schallgeschwindigkeit in Flüssigkeiten

Im Gegensatz zu Festkörpern können sich in Flüssigkeiten nur Longitudinalwellen ausbreiten, da das Schubmodul für Flüssigkeiten gleich Null ist. Die Schallgeschwindigkeit ist eine Funktion der Dichte \rho und des Kompressionsmoduls K der Flüssigkeit und berechnet sich aus : c_ = \sqrt . Dies gilt nur im statischen Zustand einer Flüssigkeit. Sollte sich diese bewegen, so kommt es zu Laufzeitdifferenzen. Die Auswirkungen dieser Gleichung können mit dem Cappuccino-Effekt demonstriert werden. Rührt man aufgeschäumte Milch in Kaffee und klopft dann mit dem Löffel mehrmals in kurzen Abständen auf den Boden der Tasse, verändert sich der Klang. Mit dem Unterrühren des Milchschaums werden die Klopfgeräusche zuerst tiefer und danach höher, da sich mit der zuerst im Schaum eingeschlossenen und dann langsam entweichenden Luft das Kompressionsmodul des Kaffees verändert.

Schallgeschwindigkeit in idealen Gasen

Die Schallgeschwindigkeit in idealen Gasen ist abhängig vom Adiabatenexponent κ (kappa), der Dichte ρ (rho) sowie dem Druck p des Gases oder alternativ nach der thermischen Zustandsgleichung von der molaren Masse M und der absoluten Temperatur T (gemessen in Kelvin) und berechnet sich aus : c_ = \sqrt = \sqrt . Der Adiabatenexponent κ (kappa) = cp/cV hängt auch für die meisten realen Gase über weite Temperaturbereiche nicht von T ab, die molare Masse ist eine materialspezifische und die universelle Gaskonstante R = 8,3145 J/molK eine physikalische Konstante. Deshalb hängt die Schallgeschwindigkeit in idealen Gasen nur von der Wurzel der (absoluten) Temperatur ab. Trotz der Wurzelabhängkeit wird häufig die lineare Näherungsformel : c_ \approx (3315 + 06 \cdot \vartheta) \ \mathrm verwendet, wobei \vartheta=T-27315\,\mathrm die Temperatur in °C ist. Diese Näherungsformel gilt im Temperaturbereich von -20°C bis +40°C mit einer Genauigkeit von besser als 0,2%. Die Schallgeschwindigkeit ist unabhängig vom Luftdruck. Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst geringfügig die Schallgeschwindigkeit und auch der oft unrichtig angegebene statische Schalldruck tut es nicht (Ausnahmen sind Schallwellen von sehr großer Amplitude sowie Stoßwellen). Sehr bedeutsam ist dagegen die Temperatur. Der Schall wandert innerhalb der Troposphäre langsamer mit steigender Höhe, was aber fast ausschließlich eine Funktion der Temperatur und nur in geringem Maße auch eine der Luftfeuchte ist. Ein genauerer empirischer Ausdruck für die Schallgeschwindigkeit ergibt sich durch Zusammenfassen der Konstanten in eine einzige rechnerische Konstante: : c_ \approx \sqrt = 20055\sqrt \ \mathrm wobei M = 0,02896 kg/mol die molare Masse und κ = 1,402 der Adiabatenexponent der Luft ist. Der genaue Betrag der Vorfaktoren wurde aus Messungen nach D.A. Bohn (1988) bestimmt. Mit dieser Gleichung beträgt die Schallgeschwindigkeit bei 25 °C (= 298,15 K) etwa 346 m/s. Allgemeiner bekannt ist der Wert c = 343 m/s für 20 °C (Zimmertemperatur).
Vergleiche hierzu die Normalbedingungen und die Standardbedingungen. Normalerweise wird die Schallgeschwindigkeit bei der Standardatmosphäre gemessen.
Bei einem idealen Gas ist die Schallgeschwindigkeit nur von der Temperatur abhängig und unabhängig vom Luftdruck. Diese Abhängigkeit gilt daher auch für Luft, die in guter Näherung als ideales Gas betrachtet werden kann.

Beispiele für Schallgeschwindigkeiten in verschiedenen Medien

In der folgenden Tabelle sind einige Beispiele für Schallgeschwindigkeiten in verschiedenen Medien bei einer Temperatur von 20 °C aufgelistet. Links: Druckwelle (Longitudinal). Rechts: Schallgeschwindigkeit nach Wellenumwandlung (Transversal), diese Welle entsteht in einem festen Folgemedium bei Schrägeinschallung und breitet sich senkrecht zur eigentlichen Druckwelle aus. (
- ) entspricht 1234,8 km/h. In Beryllium erreicht der Schall die höchste errechnete Schallgeschwindigkeit.

Temperaturabhängigkeit

Die starke Wirkung der Lufttemperatur T auf die Schallgeschwindigkeit c ist in folgender Tabelle dargestellt. Z.B. ist c = 343 m/s bei 20 °C. Hierbei hat der Luftdruck keine Wirkung auf die Schallgeschwindigkeit, auch wenn diese Fehlangabe häufig zu finden ist.

Frequenzabhängigkeit

In einem dispersiven Medium ist die Schallgeschwindigkeit von der Frequenz abhängig. Die räumliche und zeitliche Verteilung einer Fortpflanzungsstörung ändert sich ständig. Jede Frequenzkomponente pflanzt sich jeweils mit ihrer eigenen Phasengeschwindigkeit fort, während die Energie der Störung sich mit der Gruppengeschwindigkeit fortpflanzt. Wasser ist ein Beispiel eines dispersiven Mediums. In einem nicht dispersiven Medium ist die Schallgeschwindigkeit unabhängig von der Frequenz. Daher sind die Geschwindigkeiten des Energietransports und der Schallausbreitung dieselben. Luft ist ein nicht dispersives Medium.

Sonstiges

In der Luftfahrt wird die Geschwindigkeit eines Flugzeugs auch relativ zur Schallgeschwindigkeit gemessen. Dabei wird die Einheit Mach verwendet, wobei 1 Mach gleich der jeweiligen Schallgeschwindigkeit ist. Siehe auch: Überschallgeschwindigkeit, Überschallflug. Die Entfernung eines Gewitters lässt sich abschätzen, indem man nach dem Sehen des Blitzes die Sekunden zählt bis zum Hören des Donners. Die Anzahl der Sekunden durch drei geteilt ergibt etwa die Entfernung des Blitzes in Kilometern.

Siehe auch


- Lichtgeschwindigkeit

Literatur


- Dennis A. Bohn, Environmental Effects on the Speed of Sound, Journal of the Audio Engineering Society, 36(4), April 1988. [http://www.rane.com/pdf/eespeed.pdf PDF-Version]

Weblinks


- [http://www.sengpielaudio.com/Rechner-schallgeschw.htm Berechnung der Schallgeschwindigkeit in Luft]
- [http://www.sengpielaudio.com/DieSchallgeschwindigkeitLuftdruck.pdf Die Schallgeschwindigkeit, die Temperatur und ... nicht der Luftdruck]
- [http://www.sengpielaudio.com/Rechner-wellenlaenge.htm Berechnung von Wellenlänge, Frequenz und Schallgeschwindigkeit oder Lichtgeschwindigkeit]
- [http://www.sengpielaudio.com/Rechner-wellen.htm Berechnung der Wellenlänge einer Schallwelle in Luft bei gegebener Frequenz und Temperatur]
- [http://www.physik.uni-dortmund.de/didaktik/lernwerkstatt/schall_metall.htm Messung der Schallgeschwindigkeit in Metallen]
- [http://www.uni-essen.de/ibpm/BauPhy/Schall/indexschall.htm Gute Schallgrundlagen] Kategorie:Akustik Kategorie:Strömungslehre ja:音速 ko:음속

Alaska

Alaska [] (aleut. alyeska: Großes Land) ist der flächenmäßig größte (etwa 20 %) und nördlichste und westlichste Bundesstaat der USA sowie die größte Exklave der Erde.

Geographie

Lage

liegt als geographisch getrennter US-Bundesstaat im äußersten Nordwesten Nordamerikas. Es grenzt im Osten an das kanadische Territorium Yukon, im Süden an den Golf von Alaska im Pazifischen Ozean, im Westen an das Beringmeer, die Beringstraße und den Tschuktschensee sowie im Norden an die Beaufortsee im Nordpolarmeer.

Landesgestalt / Gebirge / Berge

Im Südwesten von Alaska liegt die schmale Alaska Peninsula, an die sich die Alëuten anschließen; sowohl auf der Halbinsel als auch auf der langgestreckten Inselkette befindet sich die Alëutenkette, die im Mount Redoubt bis 3.109 m hoch aufragt. Im nördlichen Mittelteil des US-Bundesstaats befinden sich die Berge der Alaskakette, zu der auch der Mount McKinley - mit 6.194 m der höchste Berg dieser Kette und Nordamerikas - gehört. Im arktischen Norden erhebt sich die Brookskette, die bis 2.749 m hoch aufragt. Im Südwesten ragen die Wrangell Mountains im Mount Blackburn bis 4.996 m, die Waxell-Barkley Ridge bis 3.261 m und die an Kanada grenzenden Saint Elias Mountains mit dem in Alaska liegenden Mount Saint Elias bis 5.489 m hoch auf. Im äußersten Südosten liegt der Alaska Panhandle (Landzipfel), ein schmaler Streifen entlang des Pazifiks, westlich der kanadischen Provinz Britisch-Kolumbien, dessen Orte größtenteils nur per Schiff/Flugzeug zu erreichen sind. Dort liegt auch die Hauptstadt Juneau. Die restlichen Gebiete Alskas sind von teils sehr dicht bewaldeten Hügelländern und zahllosen Fjorden an der Küste gekennzeichnet. Alaska besteht aus drei landschaftlichen Großräumen: der Gebirgskette entlang der gesamten südlichen Pazifikküste, der Yukon-Niederung mit seinem Berg- und Hügelland sowie der Küstenebene am Nordpolarsee. Das Gebirgssystem entlang der Pazifikküste ist ein geologisch instabiles Gebiet, in dem es gelegentlich zu Vulkanausbrüchen und Erdbeben kommt. Die Südseite dieses Gebirgssystems ist stark vergletschert: Der Malaspina im Südosten Alaskas nahe der Küste am Golf von Alaska ist mit 4.275 km² der größte außerpolare Gebirgsgletscher der Erde. An seiner dicksten Stelle weist der etwa 100 km lange und bis 65 km breite Gletscher eine Mächtigkeit von mehr als 600 m auf. Zum mittleren Teil des Bundesstaates gehören die Niederungen des Yukon und des Kuskokwim River. Die Küstenebene im Norden fällt von der Brookskette allmählich zum Nordpolarmeer ab. Auf dem Gebiet von Alaska befinden sich Tausende Seen, die größten davon (Becharof, Iliamna, Naknek und Ugashik) befinden sich auf der Alaska Peninsula bzw. am Übergang des Festlands zu dieser Halbinsel.

Der größte Fluss

Der größte Fluss bzw. Strom des Landes ist der Yukon, der in den kanadischen Rocky Mountains entspringt und die Mitte Alaskas in Richtung Westen fließend durchschneidet und in das Beringmeer mündet.

Die größten Städte

Neben der Hauptstadt Juneau sind Anchorage und Fairbanks wichtige Städte.
- Liste der Städte in Alaska

Zucht und Anbau

Nur in den Flusstälern (beispielsweise am Yukon) sind Anbaugelegenheiten möglich. Angebaut werden Getreide, Gemüse und Futterpflanzen, wobei es nur sehr wenige Anbauflächen gibt. Gezüchtet werden vorwiegend Pelztiere.

Industrie und Wirtschaft

Wegen der großen Waldgebiete ist die Holz- und Papierindustrie eine wichtige Einnahmequelle. In den Bergen wird Gold, Kupfer, Silber, Blei, Zinn und Eisen abgebaut. In der Fischerei wird überwiegend Lachs und Kabeljau exportiert. In gibt es Kohlevorkommen und eine 1968 entdeckte Erdöllinie. Dies lässt Alaska und der Trans-Alaska-Pipeline eine wichtige Rolle auf dem Welt-Rohölmarkt zukommen.

Bevölkerung

hat 655.435 Einwohner (Stand: 2004), davon sind 69,3 % Weiße, 15,6 % Indianer, ca. 50.000 Inuit, Aleuten und Indianer (höchster Prozentsatz in den USA), 4,1% Hispanics, 4,0 % Asiaten, 3,5 % Afroamerikaner, 0,5 % Hawaiianer und von anderen Pazifkinseln. Es gibt 221.600 Haushalte.

Verkehr

Nur sehr wenige befestigte Straßen erschließen den riesigen Bundesstaat. Seit 1942 gibt es den Alaska Highway, der Alaska mit dem US-amerikanischen Festland verbindet. Ebenfalls von Bedeutung ist der Alaska-Marine-Highway - eine Fährverbindung von Bellingham im US-Bundesstaat Washington bis zu den Aleuten - der zahlreiche Ortschaften entlang der Inside Passage // ansteuert.

Ökologie

siehe Arctic National Wildlife Refuge

Geschichte

Besiedlung und Ureinwohner

Arctic National Wildlife Refuge] Alaska war der erste Teil des amerikanischen Kontinents, der von Menschen besiedelt wurde. Aus Sibirien kommend, erreichten die ersten Nomaden die Gegend vor etwa 16.000 bis 12.000 Jahren über die damals noch bestehende Beringia, eine Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika. Erst mit dem Ende der Eiszeit hob sich der Meeresspiegel, und vor rund 10.000 Jahren wurden die beiden Kontinente durch die heutige Beringstraße getrennt. Zunächst verhinderte noch eine Eisbarriere ein weiteres Vordringen, erst nach einer zwischenzeitlichen Warmzeit öffnete sich ein Korridor und ermöglichte die Besiedlung des amerikanischen Doppelkontinents. Die heutigen Indianerstämme der Südostküste (Tlingit, Haida, Tsimshian) und des Inlandes (Athabasca) sind Nachfahren dieser ersten Siedler, die Inuit (Inupiat, Yupik) stammen von einer späteren Siedlungswelle ab. Die Vorfahren der heutigen Unangan besiedelten die Aleuten vor rund 4000 Jahren von Sibirien aus. Diese Völker gehören verschiedenen Kulturarealen an und haben entsprechend erheblich verschiedene Sozialstrukturen, religiöse und kulturelle Eigenheiten. Einige Stämme der Pazifikküste sind vor allem für ihre reichhaltige Schnitzkunst bekannt, die sie sich bis in die heutige Zeit bewahrt haben.

Russische Kolonisation

Der erste Europäer, der Alaska sichtete, war möglicherweise der russische Entdecker Semjon Iwanowitsch Deschnjow, der 1648 die Tschuktschenhalbinsel umschiffte und so die These widerlegte, dass Amerika und Asien zusammenhängen. 1728 und 1729 scheiterte der im Auftrag des russischen Zaren segelnde Däne Vitus Bering bei dem Versuch, Alaska zu erreichen. Erst 1741 gelang das Unterfangen im Ramen der Zweiten Kamtschatka-Expedition. Den ersten Landgang unternahm am 15. Juli des Jahres allerdings der Russe Aleksei Tschirikow, Kapitän der St. Paul, des zweiten Schiffs von Berings Expedition, in der Nähe des heutigen Sitka. Bering erreichte tags darauf die Küste rund 600km weiter nördlich - die Schiffe waren zuvor bei einem Sturm getrennt worden. Auf der Rückfahrt musste die St. Peter, das Schiff Berings auf der später nach ihm benannten Insel anlanden, wo er am 19. Dezember 1741 verstarb. Der Rest der Besatzung kam im August 1742 wieder im Ausgangshafen, dem heutigen Petropawlowsk auf Kamtschatka, an. Von Bedeutung waren bei dieser Expedition auch die Beobachtungen des Botanikers und Zoologen Georg Wilhelm Steller, der einige amerikanische Tier-und Pflanzenarten erstmals beschrieb, darunter auch die nach ihm benannte und heute ausgerottete Stellersche Seekuh. Ab 1745 ergründeten die Russen ihre spätere Kolonie Russisch-Alaska auf der Suche nach Seeottern und ihren wertvollen Pelzen. Weil Alaska aber allzu unerschlossen und abgelegen war, waren diese Unternehmungen kaum profitabel. 1783 landete Grigori Iwanowitsch Schelikow mit zwei Schiffen auf der Insel Kodiak. Nach feindlichen Übergriffen der Koniag-Indianer ließ er das Feuer auf sie eröffnen und tötete und verwundete Hunderte. Nachdem er so seine Autorität sichergestellt hatte, gründete er die erste permanente Siedlung in Alaska an der heutigen Three Saints Bay. 1792 wurde die Siedlung an die Stelle der heutigen Stadt Kodiak verlegt, die sich zum Hauptumschlagsplatz für Pelze auch vom Festland entwickelte. Nach einiger Zeit gestaltete sich auch das Zusammenleben von Einheimischen und Russen halbwegs harmonisch. Der russischen Expansion traten bald Spanien und Großbritannien entgegen. Spanien erhob Anspruch auf die gesamte amerikanische Pazifikküste. Um diese zu verdeutlichen, entsandte König Karl III. zwischen 1774 und 1791 mehrere Expeditionen zu deren Erkundung. Eines von zwei Schiffen der zweiten Expedition erreichte unter Francisco de la Bodega y Quadra 1775 auch Alaska, 1791 gelang dies auch Alessandro Malaspina, der im Auftrag der Krone nach der Nordwestpassage suchte. Letztlich erscheinen den Spaniern die Anstrengungen im Nordpazifik jedoch zu kostspielig, und 1819 gab es seine Ansprüche auf. Das Erbe der Spanier beschränkt sich auf einige Ortsnamen, darunter der Malaspina-Gletscher und die Ortschaft Valdez. 1778 kartografierte der Brite James Cook den Verlauf der Pazifikküste von Kalifornien bis zur Beringstraße und entdeckte dabei den nach ihm beannten Cook Inlet, George Vancouver setzte diese Unternehmungen 1791-1795 fort. Zunehmend drängten in den nächsten Jahren auch britische Felljäger und -händler nach Alaska. Die englische Hudson Bay Company unterhielt im gesamten frühen 19. Jahrhundert Handelsposten in Fort Yukon, am Stikine River und in Wrangell. 1795 gründete Alexander Baranow rund 10km nördlich des heutigen Sitka die erste Niederlassung auf dem Festland, um den russischen Alleinanspruch zu verdeutlichen. Schelikow gründete gemeinsam mit Nikolai Rezanov die Russisch-Amerikanischen Kompanie, eine Handelsgesellschaft, die 1799 von Zar Paul I. auf zwanzig Jahre das Monopol für den Pelzhandel in Alaska erhielt. Rezanov schmiedete Pläne, die gesamte Pazifikküste Nordamerikas für Russland in Besitz zu nehmen, nachdem er 1805 die Bucht von San Francisco erreicht hatte, musste er dieses Vorhaben aber auf spanischen Druck hin aufgeben. Noch 1812 errichtete seine Kompanie jedoch einen Handelsposten in Kalifornien - Fort Ross bestand bis 1841. Die Aktivitäten der Kompanie waren kaum profitabel, und so übernahm 1818 die russische Regierung die Kontrolle über sie und setzte Ferdinand von Wrangel als Gouverneur ein.

Der Ver-/Ankauf von Alaska

Alaska war für die aufstrebende Weltmacht Russland die einzige Übersee-Kolonie, die aber kaum rentabel und schwierig zu verwalten war. Da die Passage durch das Eismeer zu gefährlich war, führte der einzige Weg dorthin von der damaligen russischen Hauptstadt Sankt Petersburg rund um das Kap der Guten Hoffnung und dauerte mehr als ein halbes Jahr. Mit der Zeit wurden die Pelztiere, insbesondere der Seeotter, in Folge der Bejagung immer seltener und das Territorium für Russland immer schwieriger zu unterhalten. Zudem machten die einheimischen Indianer, vornehmlich die Tlingit, den Russen immer wieder Schwierigkeiten. Um die Staatskasse nach dem verlorenen Krimkrieg wieder aufzufüllen, stimmte Zar Alexander II. einem Vertrag zu, den sein Botschafter in den USA, Baron Eduard von Stoeckl, am 30. März 1867 mit US-Außenminister Seward in Washington unterzeichnet hatte. Danach verkaufte das Zarenreich Alaska für 7,2 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten. Der Ankauf war in den USA sehr umstritten. Der Senat stimmte dem Kaufvertrag mit nur einer Stimme Mehrheit zu, und Spötter nannten das erworbene Land Seward's ice box ("Sewards Gefriertruhe") oder auch "Johnsons Eisbärengehege". Am 18. Oktober 1867 ging Alaska offiziell in amerikanischen Besitz über; in Sitka wurde die russische Fahne eingeholt und die Flagge der USA gehisst. die Datumsgrenze wurde gen Westen verschoben und der gregorianische Kalender in Alaska eingeführt. So kam es auch, dass die Bewohner Alaskas am 6. Oktober 1867 (nach dem julianischen Kalender) zu Bett gingen und tags darauf am 18. Oktober 1867 aufwachten. Der 18. Oktober ist als "Alaska Day" bis heute ein Feiertag und wird vor allem in der alten Hauptstadt Sitka gefeiert. 1867-77 wurde Alaska von der US-Armee, 1877-79 vom Finanzministerium und 1879-1884 von der Kriegsmarine verwaltet. Bis 1884 war der Name des Gebiets Department of Alaska. Erst danach entdeckte man das erste Gold, was zum bekannten Goldrausch führte. Besonders die Goldgewinnung im Klondikegebiet von 1896 war bis etwa 1945 sehr wichtig. Am 3. Januar 1959 wurde Alaska der 49. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika.

Politik

Am 19. Oktober 2005 tritt im US-Bundesstaat Alaska ein Waffengesetz in Kraft, das sowohl den Waffenbesitz von Handfeuerwaffen, als auch ihr Mitführen im PKW liberalisiert. Das Bundesgesetz war auf Betreiben der National Rifle Association verabschiedet worden, um den restriktiveren lokalen Grundsätzen der Kommunen und Counties zuvor zu kommen. Alaska soll nach dem Willen der NRA Vorbild für die anderen Bundesstaaten werden.
- Liste der Boroughs und Census Areas in Alaska (Verwaltungseinheiten)
- Liste der Gouverneure von Alaska

Literatur

Sachbücher


- Littke, Peter: Vom Zarenadler zum Sternenbanner. Die Geschichte Russisch-Alaskas. Magnus-Verlag, Essen, 2003, ISBN 3884000195.

Romane


- Boyle, Thomas Coraghessan: "Drop City". Auseinandersetzung mit einer Hippie-Kommune und einer Trappergesellschaft in Alaska. Hanser Verlag, München.
- Krakauer, Jon: "In die Wildnis". Die Geschichte des Top-Studenten Christopher McCandless, der sein ganzes Vermögen einer Hilfsorganisation spendet, aufbricht und in Alaska verhungert. Piper Verlag, München. ISBN 3-492-22708-2

Spiel

Es existiert ein Brettspiel des englischen Spieleerfinders Eric Solomon mit dem Namen Alaska. Siehe dazu auch Alaska (Spiel).

Weblinks


- [http://www.state.ak.us/ Homepage Alaskas]
- [http://www.alaska-info.de/ Deutschsprachige Infos]
- [http://www.dot.state.ak.us/amhs/ Alaska Marine Highway System]
- [http://www.hicker.de/alaska-bilder.html Alaska Bilder] Kategorie:US-Bundesstaat Kategorie:Ehemalige Kolonie ja:アラスカ州 ko:알래스카 주 ms:Alaska simple:Alaska th:มลรัฐอะแลสกา

China

Die Volksrepublik China [] bzw. []; (vereinfacht 中华人民共和国, traditionell 中華人民共和國, Pinyin Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó ) ist der flächengrößte Staat in Ostasien. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat mit 1,3 Milliarden Staatsbürgern mehr Einwohner als die Europäische Union und Afrika zusammen.
Seit ihrer Gründung 1949, als sich nach dem Bürgerkrieg die Kuomintang nach Taiwan zurückzog, wird die Volksrepublik von der Kommunistischen Partei Chinas regiert. Die Bezeichnungen
China und Sino- stammen wahrscheinlich von dem chinesischen Wort Qín. Im Chinesischen ist Qín der Name der Dynastie des Gründungskaisers des chinesischen Reiches. Über mehrere Stationen und Sprachen gelangten der Begriff entlang der Seidenstraße bis nach Europa. Das chinesische Äquivalent zu unserem Wort "China" ist Zhōngguó, das im Deutschen recht gut mit Reich der Mitte wiedergegeben ist. Die Volksrepublik China ist flächenmäßig der drittgrößte Staat der Erde und umfasst das gesamte als China bekannte kulturell-geografische Gebiet Asiens, mit Ausnahme Taiwans und einiger kleiner Inseln vor der Küste Fujians. Der politische Status Taiwans ist nach wie vor umstritten; die mit 23 Millionen Einwohnern dichtbevölkerte Insel heißt offiziell Republik China. Weitere Bezeichnungen für die VR China sind der veraltete Begriff Rotchina und das vor allem im englischen Sprachraum verbreitete Festlandchina (mainland China). Beide Begriffe schließen die an der Küste gelegenen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao aus, die seit 1997 bzw. 1999 zum Staatsgebiet gehören. Das Staatsgebiet gliedert sich in 22 Provinzen und 5 autonome Gebiete (siehe Administrative Gliederung der VR China). Davon machen die größten 3 Provinzen 45 Prozent der Staatsfläche aus: Xinjiang und Tibet im Westen sowie die Innere Mongolei im Norden. Allerdings sind diese Gebiete mit einem Anteil von 4% an der Bevölkerung der Volksrepublik sehr dünn besiedelt. Die Volksrepublik China wurde bis in die 1990er Jahre als Entwicklungsland eingestuft, entwickelt sich aber seit seiner teilweisen Öffnung nach der "Kulturrevolution" zunehmend zu einer Großmacht. Sie vertritt international die "Ein-China-Politik", deren offizielle Anerkennung sie seit Anfang der 70er Jahre auch im Westen durchsetzt. Wirtschaftlich weist China derzeit eine hohe Dynamik auf, so dass der aktuelle Fünfjahrplan bereits eine Drosselung gegen eine allfällige Überhitzung vorsieht. Um das rasche Bevölkerungswachstum einzudämmen, gilt die Ein-Kind-Politik, die allerdings in den letzten Jahren gemildert worden ist. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zunahme der Bevölkerung von über 3% auf 1-2% eingependelt.

Geografie

Lage und geografische Gliederung

Ein-Kind-Politik Die Volksrepublik China grenzt an 14 Staaten, kein Staat hat mehr direkte Nachbarländer. Im Uhrzeigersinn sind dies: Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisien, Kasachstan, Russland, Mongolei, Nordkorea, Vietnam, Laos, Myanmar, Bhutan und Nepal. Festlandchina ist mit 9,5 Millionen Quadratkilometern etwa so groß wie die USA oder ganz Europa bis zum Ural. Die physische Oberfläche, die klimatischen Bedingungen und damit die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen des Landes unterscheiden sich sehr stark. China ist durch eine Reihe natürlicher Grenzen von seinen Nachbarn getrennt: im Osten und Südosten durch Meere (Gelbes Meer, Ostchinesisches Meer und Südchinesisches Meer), im Süden, Südwesten, Westen und Nordwesten durch hohe Bergmassive, im Norden durch Steppen und Wüsten und im Nordosten durch Flüsse (Amur und Ussuri). Ussuri Die Nord-Süd-Ausdehnung Chinas beträgt ca. 4.500 km; die Ost-West-Ausdehnung 4.200 km. Die Küstenlänge aller Seegrenzen Chinas beläuft sich auf 14.000 km. Der längste Fluss Chinas ist mit 6.300 km der Jangtse (Pinyin: Chángjiāng), der höchste Berg der Mount Everest mit 8.844 m und der größte See der Qinghai-See mit ca. 5.000 km². Das Territorium kann man grob in drei Bereiche unterteilen:
- Der Osten Chinas ist von vier großen, dicht besiedelten Schwemmebenen geprägt. An den Küsten befinden sich die Deltas seiner größten Flüsse. Der südöstliche Küstenstreifen ist gebirgig, während der Süden eher hügelig ist. Das Gebiet hat eine Höhe von maximal 500 Meter über dem Meeresspiegel.
- Westlich an die Ebenen schließen sich zahlreiche Gebirge mit Hochebenen und großen Becken an: die Mongolische Hochebene, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken, das Lössplateau oder das Yunnan-Guizhou-Hochland. Die Berge haben hier Höhen von etwa 1000 bis 2000 Metern.
- Westchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen. Die größten Gebirge sind: Himalaya, Tianshan, Pamir und das Hochland von Tibet. Die Gesamtregion liegt durchschnittlich 4000 Meter über dem Meeresspiegel und gehört damit zu den höchstgelegenen Ebenen der Welt. Der Westen ist zusammen mit der Inneren Mongolei auch der trockenste Landesteil, für dessen ausgeprägtes Wüstenklima die Gobi und die Taklamakan stehen. Taklamakan Die zwei wichtigsten - und längsten - Flüsse sind der Jangtse und der Gelbe Fluss, gefolgt von Mekong, Perlfluss, Brahmaputra und Amur. Die Flüsse fließen den geografischen Gegebenheiten folgend von Westen nach Osten, d.h. aus den Hochregionen mit Schnee und Gletschern aber wenig Niederschlag in die Ebenen mit viel Niederschlag. Die Hauptstadt Chinas ist Peking. Weitere wichtige Städte sind Shanghai, Guangzhou, Wuhan, Harbin, Nanjing, Xi'an, Chengdu, Tianjin, Chongqing und Shenzhen. Die Fläche Chinas besteht zu 1,5 Prozent aus Städten, 2 Prozent aus Feuchtgebieten, 6,5 Prozent aus Ödland, 9 Prozent aus Wald, 21 Prozent aus Wüste, 24 Prozent aus Grasland und zu 36 Prozent aus Ackerland. Das Klima ist so vielfältig wie die Geografie: Im Westen, Norden und Nordosten herrscht ausgeprägtes Kontinentalklima mit sehr kalten Wintern und heißen Sommern. Im Süden ist das Klima hingegen subtropisch bis tropisch. Tibet hat ein spezielles Hochgebirgsklima.

Koordinaten

ca. 78° - 130° E Länge ca. 22° - 50° N Breite

Naturkatastrophen

Besonders der Osten Chinas, aber auch die südlichen Provinzen und der Himalaya sind häufig von Erdbeben betroffen. Durch Bodenerosion entsteht die Gefahr von Erdrutschen. An den Flüssen Jangtse und Huang He kommt es häufig zu Überschwemmungen. Der Bau des
Drei-Schluchten-Damms bringt völlig neue Gefahren für die Umwelt mit sich, weitreichende Veränderungen der Landschaft und Vernichtung von natürlichen Lebensräumen durch Überflutung, wird aber auch die Überflutungen flussabwärts stark einschränken können. Die Küsten im Süden und Osten des Landes sind häufig Taifunen ausgesetzt.

Bevölkerung

China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde und viele seiner Regionen gehören zu den am dichtesten besiedelten der Welt. In der Geschichte des Landes waren Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme bei der Ernährung der Menschen Ursache für tiefe politische und wirtschaftliche Krisen und Hungersnöte. Die Volksrepublik China geht deshalb in der Bevölkerungspolitik Wege, die weltweit einzigartig sind und im Inland wie Ausland Kontroversen auslösen.

Völker

Hauptartikel: Völker Chinas 91,59 Prozent der Bevölkerung Chinas sind Han-Chinesen und obwohl die 55 offiziell anerkannten nationalen Minderheiten gegenüber der Han-Mehrheit einige Vorrechte haben, wird der Regierung der Volksrepublik China vielerseits vorgeworfen, besonders die muslimischen Minderheiten zu unterdrücken. Einer der Brennpunkte ist Xinjiang, welches die Heimat der muslimischen Uiguren ist. Bereits seit der Eroberung durch das kaiserliche China gibt es eine starke chinesische Einwanderung nach Xinjiang, um einerseits die übervölkerten ostchinesischen Gebiete zu entlasten und andererseits die Bodenschätze Xinjiangs zu erschließen. Auch das Atomtestgelände des chinesischen Militärs befindet sich in der dünn besiedelten Region, wodurch es bei der einheimischen Bevölkerung zu Strahlenschäden kam.

Bevölkerungsdichte

Die Volksrepublik China weist eine Bevölkerungsdichte von etwa 136 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Dass diese Zahl nicht sehr groß ist, liegt vor allem daran, dass etwa Westchina eine sehr niedrige Bevölkerungzahl auf großem Territorium aufweist; dieses Territorium kann aber aufgrund des Klimas auch nicht sehr viele Menschen aufnehmen. In Tibet, dem am dünnsten besiedelten Teil des Landes, leben auf einem Quadratkilometer durchschnittlich nur zwei Menschen. Der bei weitem größte Teil der Bevölkerung lebt in den Küstenregionen. Etwa 115 Millionen Menschen, also fast 10 % der chinesischen Bevölkerung, konzentrieren sich auf einer Fläche von nur 50.000 km². Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt auf 10 % der Fläche, was einer Bevölkerungsdichte von 740 Personen pro Quadratkilometer entspricht; und 90 % der Bevölkerung leben auf einem Drittel des Staatsterritoriums, was bedeutet, dass 90 % der Bevölkerung in Gebieten leben, die mit durchschnittlich 350 Einw./km² so dicht bevölkert sind wie Europas dichtestbesiedelte Länder.

Urbanisierung

Bei der Gründung der Volksrepublik im Jahre 1949 lebte nur einer von zehn Chinesen in Städten. Bis heute ist der Urbanisierungsgrad mit knapp über 30 % relativ gering. Dies hat seine Ursache vor allem darin, dass der Zuzug in die Städte die meiste Zeit nicht möglich war, und auch heute herrscht kaum Freizügigkeit. Zudem gab es in den 1960er Jahren große Kampagnen, bei denen Menschen von den Städten auf das Land umgesiedelt wurden, teilweise um die überfüllten Städte mit hoher Arbeitslosigkeit zu entlasten, teilweise aus dem ideologischen Anspruch, Klassenunterschiede und damit Unterschiede zwischen Stadt- und Landbewohnern aufzuheben. Der Urbanisierungsgrad blieb deshalb in den 1960er und 1970er Jahren weitgehend gleich, zeitweise sank er sogar. Dies ist ein einzigartiges Vorkommen in der Weltgeschichte.

Migration

Seit 1949 sind immer wieder geplante Umsiedelungen aus dicht besiedelten Gebieten in kaum besiedelte Regionen Nord-, Nordost- und Westchinas durchgeführt worden. Solche Aktionen gab es allerdings schon während der Kaiserzeit. Die Motivationen waren strategischer (Erschließung neuer Gebiete, Sinisierung von Gebieten, die überwiegend von ethnischen Minderheiten bewohnt wurden) oder wirtschaftlicher Natur (Modernisierung der Landwirtschaft und Entwicklung der Wirtschaft in abgelegenen Regionen oder Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in überbevölkerten Regionen), häufig erfolgten die Umsiedelungen auch als Straf- oder Umerziehungsmaßnahme gegen politische Gegner. Ein konkretes Beispiel für das Vorgehen bei der Erweiterung des Lebensraumes für das chinesische Volk ist Tibet: Am 20. Juni 1996 verurteilten alle Parteien des deutschen Bundestags "die Politik der chinesischen Behörden, die im Ergebnis gerade auch in Bezug auf Tibet zur Zerstörung der Identität führt, insbesondere mittels Ansiedelung und Zuwanderung von Chinesen in großer Zahl, Zwangssterilisierungen von Frauen und Zwangsabtreibungen, politischer, religiöser und kultureller Verfolgung und der Unterstellung des Landes unter eine chinesisch kontrollierte Administration." (Resolution zur Verbesserung der Menschenrechtssituation in Tibet, [http://dip.bundestag.de/btd/13/044/1304445.asc Bundestagsdrucksache 13/4445]) Seit Ende der 1970er Jahre gibt es diese Zwangsumsiedelungen nicht mehr. Trotzdem ist die Möglichkeit, den Wohnsitz und Arbeitsplatz zu wählen, eingeschränkt. Dies liegt am starken Migrationsdruck aus den armen Provinzen West- und Zentralchinas in die Küstengebiete. Zudem würde eine vollständige Liberalisierung eine starke Landflucht bedingen, und es wird befürchtet, dass dies die Städte destabilisieren würde. Bereits jetzt wird geschätzt, dass mehrere Millionen Wanderarbeiter größtenteils illegal und unangemeldet in den chinesischen Städten leben und arbeiten. Der Wissenschaftsrat der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Zhou Ganzhi, hat im September 2005 auf der Jahresitzung über Planung für chinesische Städte 2005 in der westchinesischen Stadt Xi'an erklärt, dass die Urbanisierungsrate in China im Jahr 2020 zwischen 50 Prozent und 55 Prozent liegen werde. Mit schnellem Wirtschaftswachstum sei die Urbanisierungsrate in China in den vergangenen 10 Jahren von 20 Prozent auf 40 Prozent gestiegen. Die anhaltende Zunahme der Urbanisierungsrate sei darauf zurückzuführen, dass zahlreiche Bauern in die Städte geströmt seien und große Geldsummen in den Städtebau investiert würden, sagte Zhou.

Bevölkerungsentwicklung

Tibet Nach der Gründung der Volksrepublik im Jahre 1949 lebten in China etwa 540 Millionen Menschen. In den 1950er Jahren stieg die Bevölkerungszahl trotz niedriger Lebenserwartung stark an. Die politische Führung um Mao Zedong war der Ansicht, dass ein mächtiger Staat eine hohe Bevölkerungszahl benötigt. Erst am Ende des Jahrzehnts begann man zögerlich mit Kampagnen zur Geburtenkontrolle. Die Gesamtbevölkerung Chinas sank vorübergehend während des Großen Sprungs nach vorn, der eine große Hungerkatastrophe mit auslöste. Da die Überbevölkerung ein zusätzlicher Grund für die Hungersnot war, wurden in den 1960er Jahren zahlreiche Geburtenplanungskampagnen durchgeführt. Abtreibungen waren von da an erlaubt und Verhütungsmittel, wo vorhanden, kostenlos erhältlich. Die Kulturrevolution brachte die Kampagnen wiederum vorübergehend zum Stillstand. Nach der Kulturrevolution wurden die Aktivitäten erneut verstärkt. Neben Kampagnen wurden das Heiratsalter erhöht und eine Zwei-Kind-Beschränkung eingeführt. Ab dem Ende der 1970er Jahre galten nochmals verschärfte Maßnahmen: In Zeiten der Wirtschaftsliberalisierungen und der Öffnung des Landes gegenüber dem Ausland galt die Überbevölkerung als Haupthindernis für den wirtschaftlichen Fortschritt. Die seit 1979 geltenden Regeln sehen die Ein-Kind-Familie und sofortige Abtreibung bei ungenehmigten Schwangerschaften vor. Die Kontrolle der Geburtenbegrenzung wird jedoch auf einer recht niedrigen administrativen Ebene durchgeführt und von der Zentralregierung nicht kontrolliert, sodass es erhebliche Unterschiede in der Handhabung der Regelungen gibt: In manchen Gebieten drohen bei jedem Verstoß drakonische Strafen, in anderen werden massenweise Ausnahmen gemacht. Vor allem außerhalb der Städte sind Familien mit zwei oder drei Kindern keine Besonderheit. Den nationalen Minderheiten wurden höhere Kinderzahlen zugestanden, ebenso Bauern, deren erstes Kind eine Tochter ist, und Zwillinge wurden als besonderes Glück angesehen, da in diesem Fall auch Han-Chinesen beide Kinder behalten durften und auch beide Kinder die vollen staatlichen Leistungen bekamen. Die Sanktionierung von ungenehmigten Geburten reicht von Entzug von Sozialleistungen über Geldstrafen bis zu Entlassungsdrohungen. Insgesamt dürfte sich die Durchführung der Politik schwierig gestalten, man geht von einer hohen Dunkelziffer an Zweitgeburten aus, was durch Geld- und Personalmangel sowie Korruption ermöglicht wird. Dennoch wird geschätzt, dass durch die Geburtenkontrolle zwischen 300 und 340 Millionen Geburten verhindert wurden. Trotz dieser Maßnahmen wird die Bevölkerung weiter wachsen, wobei für etwa 2030 mit 1,5 Milliarden Menschen der Gipfel erwartet wird. Danach wird ein Rückgang der Einwohnerzahl bis 2050 auf 1,3 Milliarden prognostiziert. Das aktuelle Bevölkerungswachstum liegt bei etwa 0,6 % pro Jahr. Die Ein-Kind-Politik ist auch in China selbst nicht unumstritten. Jedoch ist das Problem der Überbevölkerung so gravierend, dass die Regierung an eine Milderung der Maßnahmen vorerst nicht denkt. Als Alternative ist eine steuerliche Benachteiligung von Familien mit mehreren Kindern im Gespräch. Das wäre auch eine Möglichkeit, dem Problem der Überalterung der Gesellschaft, die sich bereits abzeichnet, vorzubeugen. Eine andere Alternative schlug anfang Oktober 2004 der Chef der Bevölkerungskommission Chinas vor: die Geburtenkontrolle solle zugunsten einer Zwei-Kind-Politik aufgelockert werden. Zunächst soll ab 2010 Frauen über 35 Jahren ein zweites Kind erlaubt und nachfolgend jedes Jahr die Altersgrenze um ein Jahr gesenkt werden. Aufgrund von Abtreibungen weiblicher Föten kommen in China auf 100 Mädchen etwa 120 Jungen. Deshalb wurde das Feststellen des Geschlechtes per Ultraschall in der Volksrepublik unter Strafe gestellt, um wieder ein natürliches Gleichgewicht herzustellen. Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen der Volksrepublik China von 1950 bis 2050 angegeben. Die Zahlen von 2010 bis 2050 sind Prognosen. Die Angaben basieren auf folgender Quelle: [http://www.library.uu.nl/wesp/populstat/Asia/chinac.htm]

Religion

Hauptartikel: Religion in der Volksrepublik China Die Volksrepublik ist nach wie vor ein offiziell atheistischer Staat. Nach mehr als einem halben Jahrhundert sozialistischer Herrschaft bekennt sich die überwältigende Mehrheit der Chinesen zu keiner Konfession. Es gibt keine offiziellen Statistiken über Religionszugehörigkeit. In Zahlen gegossene Aussagen über die Verbreitung einzelner Religionen sind allesamt problematisch. Dies liegt unter anderem daran, dass es im asiatischen Kulturkreis normal ist, sich zu mehr als einer Religion zu bekennen. Traditionelle Religionen sind Buddhismus, Daoismus, Islam, Christentum und Lamaismus (in Tibet und der Inneren Mongolei), daneben ist alter chinesischer Volks- und Aberglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der eigentlich eher eine Sozialethik denn Religion ist, beeinflusst bis heute die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen, obwohl er speziell unter Mao Zedong bekämpft wurde. Laut Umfragen bekennen sich 20% der Bevölkerung zum Konfuzianismus, 20% zum Taoismus, 18% zum Buddhismus, 4% sind Moslems, 2% Christen, 2% Volksglauben und 4% andere Religionen(Hinduismus etw.). 4% geben an aus politischen Gründen ihre Religion zu verleugnen. 26% bekennen sich als Atheist, Agnostiker u.a.. Der Glaubensausübung sind nach wie vor strenge Grenzen gesetzt, auch wenn die einschlägigen Regelungen viel liberaler gehandhabt werden als noch in den frühen 1980er Jahren. Die Toleranz der Behörden ist andererseits auch stark abhängig von der generellen politischen Lage. So erfahren Tempel und Klöster seit einiger Zeit wieder starken Zulauf, was vor allem mit der größer gewordenen sozialen Unsicherheit seit den Reformen in Zusammenhang steht. Im gleichen Kontext sind zahlreiche neue religiöse Bewegungen zu sehen, die seit den späten 1980er Jahren entstanden sind und die von den Behörden zunäc