Balmoral (Schuh)Beim Balmoral (auch Balmoral-Boot bzw. Balmoral-Stiefel) handelt es sich um einen überköchelhohes Schuhmodell im Ringsbesatzschnitt für Damen wie für Herren.
Historisches
Der Londoner Schuhmacher J. S. Hall entwickelte in den 1850er Jahren dieses Schuhmodell für den Gemahlen von Königin Viktoria, Prinz Albert. Benannt ist dieser Stiefel nach dem schottischen Sommersitz des Königshauses, Balmoral Castle. Zwischen den 1860er Jahren und dem Beginn des 20. Jahrhunderts war dieses Stiefelmodell bei beiden Geschlechtern in Europa und Übersee sehr gefragt.
Kennzeichen
Hauptmerkmal dieses Stiefels ist der Ringsbesatzschnitt. Darunter versteht man einen Schuhschaft um dessen unteren Schaftrand ringsherum ein einteiliger zwei bis dreieinhalb Zentimeter breiter Oberlederstreifen (das so genannte Ringsteil) verläuft. Die Schürung ist eine geschlossene, was dem Modell auch aufgrund des damit zugrunde liegenden Blattschnitts die Bezeichnung Blattschnittbesatzstiefel eingetragen hat.
Varianten
Der Balmoral hat normalerweise keine weiteren aufgesetzten Schaftteile. In seltenen Fällen sieht man zusätzliche Querkappen (siehe zweite Abbildung), was diesem Schuhmodell aber seine typische Anmutung raubt.
Besteht der oberhalb des Ringsbesatzteils sichtbare Schaft aus einem anderen Leder, einem anderen Material oder hat eine andere Farbe, spricht man auch von einer Einsatzstiefelette. Die Schaftschnittart harmoniert prächtig mit dieser gamaschenähnlichen Optik.
Damenmodelle haben einen etwas geschwungeneren und höheren Absatz, sowie häufig eine verzierte Verschlusslaschenkante.
Besonderheiten
Balmorals oder gar Einsatzstiefeletten sind recht selten zu sehen. Sie sind eine recht extravagante aber äußerst elegante Fußbekleidung die vor allem bei männlichen Trägern nach einem gewissen Charisma verlangt, um nicht unpassend zu wirken.
In den USA werden mit dem Begriff Balmoral elegante Schuhen mit Blattschnitt bezeichnet.
Literatur
- Helge Sternke: Alles über Herrenschuhe, Nicolai Verlag, Berlin, 544 S., 450 Abb., 2005, ISBN 3-89479-252-3.
: Im Modellkapitel wird neben dem Balmoral und dem Einsatzstiefelette auch der Ringsbesatzschuh vorgestellt, der dem Balmoral entspricht aber ein Halbschuh ist.
Siehe auch
Stiefel, Schuh, Schuhmodell
Kategorie: Fußbekleidung
Balmoral CastleBalmoral Castle ist ein großes Schloss, das Königin Victoria im schottischen Stil am Fluss Dee in Aberdeenshire errichten ließ.
Das aus Granit erbaute Schloss Balmoral ist heute Sommerresidenz von Elisabeth II., der britischen Königin. Sie residiert dort im Sommer während zwölf Wochen.
Der Landsitz umfasst etwa 243 Quadratkilometer und beinhaltet auch mehrere kleine Dörfer, von denen zwei ausschließlich von Angestellten des britischen Königshauses bewohnt werden.
Weblinks
- [http://www.balmoralcastle.com Offizielle Website]
Balmoral
Kategorie:Schottland
Schuh
Der Begriff Schuh (von althochdeutsch scuoh Schutzhülle) bezeichnet eine Fußbekleidung die primär dem Schutz der Füße dienen soll.
Ein Schuh besteht aus zwei Teilen: Der obere Teil heißt Schaft und der unteren Teil ist der Boden.
Der Schaft setzt sich häufig aus mehreren miteinander verklebten oder versteppten (= vernähten) Schichten und Teilen zusammen: Innenschaft (= Futter), Zwischenschaft (= Zwischenfutter) und Außenschaft (= Oberleder). Der Außenschaft kann zudem verschiedene Besatzteile haben (festes Schuhwerk zeigt beispielsweise häufig eine aufgesetzte Hinterkappe im Fersenbereich, um den Fuß weitergehend zu stabilisieren und zu führen.)
Der Boden besteht (modellabhängig) aus mindestens einer Sohle (Beispiel: Mokassin) oder einer Innensohle (fachlich: Brandsohle) plus einer daran (indirekt) befestigten Laufsohle (klassischer Lederhalbschuh). Je nach Modell können auch noch (dämpfende) Zwischensohlen (zwischen Innen- und Laufsohle) vorhanden sein (z. B. beim Sportschuh). Oder die Innensohle ist durch eine zusätzliche (herausnehmbare) Deck(brand)sohle abgedeckt. Die Laufsohle zeigt, wenn sie nicht aus Leder ist, in der Regel ein mehr oder minder tiefes Profil. Im Fersenbereich ist häufig noch ein Absatz vorhanden.
Neben seiner reinen Schutzfunktion hat der Schuh von jeher auch etwas mit dem Status oder der Gruppenzugehörigkeit des Trägers zu tun. Im alten Ägypten durften nur Pharaonen Sandalen aus Gold- oder Silberblech tragen und nur hohe Beamte und Priester überhaupt Sandalen. Das Volk ging barfuß. Im Mittelalter entschied die Länge der Schuhspitze bei den damals modernen Schnabelschuhen über die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stand und war streng reglementiert. Zur Zeit des Sonnenkönigs war es nur dem König und hohen Adligen gestatten rote Absätze zu tragen. Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert trug die „Zurück zur Natur“ und die Friedensbewegung Sandalen. In bestimmten Jugendkulturen waren beziehungsweise sind Schuhe mit ein Bestandteil der kleidungsbedingten Erkennungszeichen (Tods, Mods, Punks, Skinheads, Skater).
Und schließlich kommt dem Schuhwerk, insbesondere bei den weiblichen Trägern, eine mehr oder minder starke Modefunktion zu.
Historisches
Den „Urschuh“ gibt es nicht. Zu unterschiedlich waren die klimatischen Randbedingungen der Völker. Wo die einen sich aufgrund kalter Umgebungsbedingungen vermutlich Tierfelle um die Füße und Waden wickelten („Stiefel“), legten andere Völker die Felle nur um die Füße (der so genannte Fußsack woraus später der Mokassin entstand) und wieder andere schützen sich nur gegen den heißen Boden indem sie sich eine Sohle aus Palmblättern unter die Füße banden (Sandale). Aufgrund der verderblichen Schuhmaterialien und der seither vergangenen Jahrtausende weiß man über die Frühzeit der Schuhe wenig und die Forschung ist weitgehend auf Mutmaßungen angewiesen.
Vorzeit
Anhand vergleichender anatomischen Untersuchungen von altsteinzeitlichen Fuß- und Beinskeletten gibt es die Theorie, dass die Menschen in Teilen Europas vor etwa 30.000 Jahren begannen Schuhe zu verwenden. Wandmalereien in einer spanischen Höhle (Alta Mira) zeigen Jäger vor 13. bis 15.000 Jahren, die eine Art „Stiefel“ zu tragen scheinen. Eine Rekonstruktion der Schuhe der Gletschermumie „Ötzi“ (Kupfersteinzeit), offenbart einen differenzierten Schuhbau: Ötzi trug bereits vor 5000 Jahren einen gefütterten Schuh, der mit Schnürsenkeln verschlossen und mit einer separaten „Profil“sohle versehen war.
Antike und Mittelalter
In der Antike wurden dann einfache Schuhe Allgemeingut. So finden sich auf vielen Wand- und Tonmalereien Hinweise auf die mannigfaltige Schuhmode, die in den verschieden Regionen getragen wurde; berühmt sind hier insbesondere die römischen Sandalen.
Sandale
Im Mittelalter trug das einfache Volk Holzschuhe oder simple Felle oder Stoffe (Fusslappen), die um die Füße gewickelt wurden. Nach den Kreuzzügen wurde bei der Oberschicht und dem Adel feines Schuhwerk nach orientalischem Vorbild modern, welches vorne spitz zulief; die Länge der Spitze kennzeichnete dabei den Stand.
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass bereits die alten Ägypter, wie auch die Griechen und Römer bereits zweiballige Schuhe bauten. Rechter und linker Schuh waren also asymmetrisch. Eine heutige Selbstverständlichkeit, die aber in den folgenden Jahrhunderten verloren ging und erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wieder üblich ist.
Ursprung und Geschichte des Absatzes
Ungeklärt ist die Herkunft des Absatzes. Eine Theorie besagt, dass Absätze das Reiten mit Steigbügeln vereinfachte, da sich der Absatz dort „einhängen“ konnte. Einer anderen Darstellung zufolge, hat sich der Absatz aus der Notwendigkeit entwickelt, sich vor dem Schmutz der Straße zu schützen. Da es in den Städten des Mittelalters keine Kanalisation gab, wurde sämtlicher Abfall auf die Straße geworfen, auch die Fäkalien. Um sich vor diesem Schmutz zu schützen, entstanden die ersten (Über-)Schuhe mit sehr hohen Sohlen (im 13. Jahrhundert Trippen, im 17. Jahrhundert Patten). Meistens waren es Holzsandalen mit einem Lederriemen über dem Spann, ähnlich den japanischen Geta-Schuhen. Um Gewicht zu sparen war die hohe Sohle entweder teilweise aus Kork, oder bei den hölzernen Plateausohlen in Höhe der Fußsohlenmitte ausgespart (vergleichbar den Sohlen von Geta-Sandalen. In diese Schuhe stieg man normalerweise mit seinen sohlenlosen Lederschuhen, wenn man auf die Straße ging und zog sie aus, bevor man das Haus betrat.
Im 17. Jahrhundert setzten sich Schuhe mit Absätzen in Europa durch. Den Männern boten die Absätze die Möglichkeit größer und kriegerischer zu erscheinen. Den Frauen verschaffte der Absatz eine Betonung des damals recht freizügigen Décolletés und durch die veränderte Haltung des Beckens auch einen erotischen Gang. Zwischendurch wurden die Absätze zwar flacher, doch verschwanden sie nicht mehr von den Schuhen. Lediglich die Höhe variiert, wobei die Mode heutzutage den Damen die höheren Absätze zuspricht.
19. und 20. Jahrhundert
Bei den Schuhmodellen begann eine zunehmende Ausdifferenzierung im 19. Jahrhundert. Viele neue Modelle kamen hinzu. Die Männer wandten sich mehr und mehr dem Halbschuh zu. Erste Modezeitschriften und die Dandies sorgten für ständige Modellweiterentwicklungen. Und mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden Schuhe ab den 1860er Jahren zunehmend in Fabriken gefertigt, wodurch gutes Schuhwerk stark im Preis sank und für die breite Masse erst erschwinglich wurde.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Kleben für die Schuhherstellung (so genannte AGO-Schuhe, von another great opportunity) erfunden und Mitte des Jahrhundert kam das Anvulkanisieren und Anspritzen der Sohlen an den Schaft hinzu (die so genannten Direktansohlverfahren), wodurch noch weiter kostensenkende Herstellungsverfahresanken weiter im Preis, so dass sich die Schuhmode in immer kürzer werdenden Zyklen erneuerte, denn die Konsumenten konnten sich neue Schuhe ohne weiteres leisten. Insbesondere die Damenschuhmode ist hiervon stark geprägt, während bei den Männerschuhen die klassischen Schuhmodelle seit rund 100 Jahren Bestand haben und nur gelegentlich leichte Veränderungen in die eine oder andere Richtung erfahren. Durch die angespritzte Machart und die Verwendung von Kunstfasergeweben (sowie die Massenproduktion in Niedriglohnländern) trat der Sportschuh ab den 1960, vor allem aber in den 1980er Jahren zu seinem Siegeszug an.
Heute werden Sneaker (Sportschuhe für den Alltagsgebrauch) von allen Altersklassen und weiten Teilen der Bevölkerung vieler Länder getragen. Seine Entwicklung wurde durch die zunehmende Freizeit einiger Bevölkerungsgruppen um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert begünstigt, die es diesen Menschen ermöglichte Sport zu treiben. Die ersten Sportschuhfabriken (USA und England) entstanden zu dieser Zeit. In den 20er Jahren folgte Addas (heute Adidas) und in den fünfziger jahren machten „Halbstarke“ wie James Dean den Sneaker zunehmend für die Jugend populär. Die 80er Jahre mit dem Fitnessboom taten ihr Übriges. Und heute ist der Sportschuh aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Kategorisierung
Es gibt keine einheitliche Regelung, nach welchen Kriterien Schuhe zu kategorisieren seien. Zu sehr unterscheiden sich die damit jeweils verfolgten Zwecke. So wird ein Hersteller Schuhe gewiss nach anderen Kriterien einteilen, als ein Schuhhändler, und dieser wiederum anders als ein Schuhträger.
Gebräuchlich sind beispielsweise Unterteilungen nach:
- Einsatzzweck (Badeschuhe, Tanzschuhe, Gartenschuhe, Businessschuhe, Hausschuhe, Straßenschuhe, Sportschuhe, Wanderschuhe usw.)
- Konstruktionsweise, sog. Machart (geklebte Schuhe, vulkanisierte Schuhe, durchgenähte Schuhe, California Schuhe, rahmengenähte Schuhe usw.)
- Schuhform (Halbschuhe, Stiefel, Schaftstiefel Langschaftstiefel, Sandale und Pantoffel.)
- Schuhmodell (Pumps, Brogue, Bootschuhe, Sneaker, Gummistiefel usw.)
- Schuhverschluss (Spangenschuhe, Reißverschlussschuhe, Monkstraps, Schnürschuhe, Schlupfschuhe/Loafer usw.)
- Schaftschnitt (Oxford, Derby, Kreuzsandale, Kropfschnitt usw.)
- Boden- oder Schaftmaterial (Holzschuhe, Lederschuhe, Gummischuhe usw.)
- Funktion (Sommerschuhe, Winterschuhe, Abendschuhe)
- Geschlecht des Trägers (Damenschuhe, Herrenschuhe und Kinderschuhe)
- Spezialschuhe wie Arbeitsschutzschuhe - immer ohne Stahlkappe; und Sicherheitsschuhe nach EN - immer mit Stahlkappe (S1 antistatisch, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich, Stahlkappe, die 200 Joule aushält; S2 geschlossener Fersenbereich, antistatisch, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich, beständig gegen die Aufnahme und das Eindringen von Wasser (mindestens 60 min.); S3 antistatisch, geschlossener Fersenbereich, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich, beständig gegen die Aufnahme und das Eindringen von Wasser, Stahlsohle zur Durchtrittsicherheit, profilierte und ölresistente Gummilaufsohle)
Die wohl bekannteste allgemeingebräuchliche Differenzierung ist die in Sandalen, Halbschuhe und Stiefel. Wobei allein die Bezeichnung „Sandale“ noch wenig aussagt - sind die Riemen über Kreuz verlaufend oder schräg; ist es gar eine weitgehend geschlossene Bäckersandale oder eine Zehenstegsandale? Und der Begriff „Halbschuh“ sagt lediglich aus, das die obere Schaftkante vorne in der Fußbeuge und seitlich unterhalb der Knöchel endet. Ob der Schuh mit einem Riemen, einem Reißverschluss oder einer Schnürung verschlossen wird, ob er Verzierungen hat und aus wievielen Teilen und Nähten der Schaft besteht, wird damit nicht ausgesagt. Gleiches gilt für „Stiefel“; denn jeder Schuh dessen Schafthöhe mindestens 80% der Sohlenlänge beträgt darf sich Stiefel nennen. Und doch sind die Unterschiede zwischen einer Kurzstiefelette und einem Langschaftstiefel mehr als augenfällig.
Ebenfalls verbreitet ist die Unterscheidung unter kulturhistorischen Gesichtspunkten nach Schuhgrundtypen: Sandale, Mokassin (oder Opanke), Stiefel, Pantoffel und Halbschuh.
Schuhmodelle
Im täglichen Gebrauch wird deshalb zumeist nach dem Schuhmodell unterschieden. Schuhmodelle werden in erster Linie durch den Schaftschnitt bestimmt; dass heißt nach der Form und Anzahl der Teile, aus denen der Schaft zusammengesetzt ist. Auch können Verzierungen (zum Beispiel beim Brogue) oder die Art des Verschlusses (zum Beispiel beim Monkstrap) für die Definition des Modells eine Rolle spielen. Insofern fließen im jeweiligen Schuhmodell gleich mehrere der oben genannten Unterscheidungsmerkmale zusammen.
:: Ein Beispiel, ist der Budapester, ein Herrenschuhmodell, welches sich durch den Verschluss, den Schaftschnitt, die Leistenform, Verzierungen, den Schuhboden und die Konstruktionsweise definiert: Offene Schnürung im Derbyschnitt mit Flügelkappe und Lochverzierungen, dazu einen doppelten Boden in einer zwiegenähten Machart sowie insgesamt eine breite und gerade Schuhform mit einer aufgeworfenen recht breiten, gerundeten Schuhspitze. - Nur ein Schuh der alle diese Merkmale aufweist, ist ein Budapester.
Einige Bezeichnungen verschiedener Schuhmodelle:
- Herrenschuhmodelle: Oxford, Derby, Blücher, Sattelschuh, Brogue (Full- oder Halfbrogue, Longwing), Loafer (Pennyloafer, Tasselloafer ...), Norweger, Monkstrap, diverse Stiefelmodelle (Chelsea-Boot, Jodhpur-Stiefel, George-Boot, Balmoral-Boot ...) u. a.
- Damenmodelle: High Heel, Pumps, Sandalette, Pantolette, D'Orsay, Ballerina, Mule u. a.
- Unisexmodelle: Mokassin, Bootschuh, Espadrilles, Pantoffel, Pennyloafer (Collegeschuh), Clog, Westernboot, Sandale u. a.
Maßschuhe und Konfektionsschuhe
Der Leisten
Der für die Montage des Schuhs notwendige Leisten ist die dreidimensionale Form um die herum der Schuh gebaut wird. Diese entspricht quasi einem Abbild des Fußes unter der Berücksichtigung des geplanten Schuhmodells; das sich vor allem in der Leistenspitze und der Fersensprengung (Absatzhöhe) manifestiert.
Die Schuhhersteller greifen bei den Abmessungen des Leistens auf Erfahrungswerte zurück, da die Datenbasis über die tatsächlich existierenden Fußmaße der Menschen gering und oft veraltet ist. Das führt häufig zu Passformproblemen (in Umfragen das Hauptproblem des Endverbrauchers mit Schuhen), der Schuh passt dann nicht zur individuellen Fußform, reibt und drückt. Hinzu kommt, dass Menschen verschiedener Regionen unterschiedliche Fußabmessungen und -formen haben. Hier setzen Maßschuhmacher an, die nach den Maßen des jeweiligen Kundenfußes und dem gewünschten Schuhmodell aus einem Holzklotz (meist Buche) den so genannten Maßleisten herausgearbeiten (bzw. vom Leistenbauer herstellen lassen). Industrieleisten werden als Prototypen auch aus Holz gefertigt, für die Produktion jedoch wird allein aus Gründen der Unempfindlichkeit Kunststoff als Leistenmaterial bevorzugt.
Der Maßschuh
Hierbei ist zu unterscheiden zwischen einem orthopädischem Maßschuh und einem „normalem" Maßschuh. Der orthopädische Maßschuh wird ausschließlich nach medizinischer Indikation bestellt und ist im Vergleich zum „normalen“ Maßschuh auch nicht so elegant. Der klassische Maßschuh, also ein handgefertigter Schuh nach den individuellen Kundenvorstellungen und seinen Fußmaßen, ist bei unerfahrenen Laien oft mit dem Nimbus des „besseren Schuhs“ im Vergleich zum hochwertigen Konfektionsschuh versehen.
Sachlich betrachtet ist diese Sichtweise jedoch unbegründet. Qualitativ gute (Herren-)Konfektionsschuhe, welche etwa bei einem Ladenpreis ab 300 Euro (Stand: 2005) liegen, werden in verschiedenen Weiten und Leistenformen angeboten, so dass hier eine ebenso gute Passform zu erwarten ist, wie bei einem Maßschuh (ab etwa 1200 Euro). Auch hinsichtlich der Qualität gleichen die verwendeten Bauteile des Top-Konfektionsschuhs denen des Maßschuhs. Die Verarbeitungsqualität eines Maßschuhs ist ebenfalls nicht besser als die eines Konfektionsschuhs der Oberklasse. Denn warum sollte eine per Hand ausgeführte Naht besser sein, als eine maschinell erstellte?
Wer jedoch Füße hat, für die er keine passenden Konfektionsschuhe findet, der ist mit einem Maßschuh ebenso gut beraten, wie jemand, der sehr individuelle Vorstellungen des Schuhdesign hat, die ihm nur der Maßschuhmacher verwirklichen kann.
Gute Maßschuhmacher sind inzwischen in ganz Europa selten geworden. Einen anerkannt hohen Standard findet man zumeist dort, wo auch entsprechender Wettbewerb besteht: in London (Lobb, Cleverley, Amesbury, ...), Paris (Aubercy, Berluti, ...), Wien (Dr. Materna, Scheer, Maftei, Bálint ...) und Rom (Gatto) bzw. Mailand (Bestetti). Deutschland hat wenige bekannte Maßschuhmacher (Hendrikje Ehlers in Berlin, [http://www.foran-design.de/ Helmut Foran] in Passau, [http://www.harai.de/ Martin Harai] in Neumünster, [http://www.klemann-shoes.com/ Benjamin Klemann] in Basthorst, Annabelle Stephan in Hamburg, [http://www.hjvauk.de/ Hans-Joachim Vauk] in Neumünster).
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eigentlich nur Maßschuhe, denn die Schuhe wurden in der Regel vom Schuhmacher für den Kunden und nach dessen Wünschen hergestellt. Dafür wurde nicht unbedingt ein neuer Leisten hergestellt, aber doch ein relativ gut passender individuell ausgewählt (heute nennt man das Maßkonfektion und wird von einigen wenigen Herstellern angeboten).
Der Konfektionsschuh
Als in den USA ab Mitte des 19. Jahrhunders aufgrund des rasant ansteigenden Schuhbedarfs die ersten Maschinen zur industriellen Schuhproduktion entwickelt wurden (Steppmaschine, Gradiermaschine, Durchnähmaschine, Doppelmaschine, Einstechmaschine, Zwickmaschine u. a.), wurde das handwerkliche Produktionsmodell („Maßschuh“) in wenigen Jahrzehnten durch die industrielle Schuhproduktion („Konfektionsschuh“) weitgehend ersetzt. In Europa fand diese Entwicklung mit wenigen Jahren Verzögerung statt. Erstmals konnten die Kunden fertige Schuhe kaufen und mussten nicht auf deren Herstellung warten. Die Auswahl wurde größer, die Schuhe konnten vor dem Kauf vergleichend betrachtet werden, die Preise sanken und die Qualität der maschinenproduzierten Schuhe war gleichwertig mit den handgefertigten Schuhen. Vor allem war sie auch gleichbleibend, währen die handgefertigten Schuhe in der Qualität der Tagesverfassung des Schuhmachers entsprechend schwankten. Seitens der Handwerker kam es zu erbitterten Widerständen gegen diese Entwicklung (Streiks; Zerstörung neuer Maschinen) und durch Wettbewerbe versuchte man die Überlegenheit des handrahmengenähten Schuhs unter Beweis zu stellen. Doch die industrielle Entwicklung lief unaufhaltsam voran. Der Schuh war zu einem erschwinglichen Gebrauchsgegenstand geworden, während er früher eine teure Anschaffung oder sogar ein Luxusartikel war. Menschen, die sich zuvor nur holzgenagelte Schuhe leisten konnten, vermochten nun auch genähte Schuhe zu kaufen.
Voraussetzung für die industrielle Massenfertigung war eine Normierung der Schuhgrößen. Obwohl die englischen Schuhgrößen (Size) bereits seit dem 14. Jahrhundert bekannt waren, kamen jetzt neue Größen (Pariser Stich/kontinentale Größe) und halbe Größen (zeitweilig sogar Viertelgrößen) hinzu. Trotz aller Normierungs- und Vereinheitlichungsbestrebungen existieren bis heute verschiedene Maßsysteme (für Schuhlängen sowie -weiten) und auch die Umrechnungen sind nicht immer einheitlich.
Der trotz Automatisierung noch relativ hohe manuelle Arbeitsanteil bei der industriellen Schuhproduktion führte seit den 1960er Jahren zu einer zunehmenden Verlagerungen der Produktion ins Ausland. Zunächst nach Italien, dann nach Spanien und Portugal und später, nach Öffnung des Eisernen Vorhangs in den Osten Europas (Ungarn, Rumänien), aber auch nach Nordafrika. Inzwischen wird in Indien und Fernost produziert. Die deutsche Schuhproduktion, mit Schwerpunkt in und um Pirmasens, war gegen Ende des 20. Jahrhunderts weitgehend verschwunden.
Materialien
Pirmasens
Die für die Herstellung der meisten Schuhen verwendeten Materialien sind heutzutage sowohl hinsichtlich der Schuhschäfte, als auch des Bodens, überwiegend künstlicher Herkunft. Für die Böden werden zumeist thermoplastische Kunststoffe verwendet für die Schäfte Gewebe aus Chemiefasern. Erst bei höherpreisigen Schuhen werden zunehmend natürliche Materialien, allen voran Leder, dem idealen Schuhwerkstoff, eingesetzt.
Bodenmaterialien
Die Laufsohle wird entweder aus einem Polymerwerkstoff (Kunststoff oder Gummi) oder aus Leder gefertigt. Sowohl bei den Gummisohlen (geschäumt, Natur- Kunst- oder gemischter Gummi) als auch beim Leder gibt es gravierende Qualitätsunterschiede (Beim Leder beispielsweise: Crouponleder oder Leder aus weniger dichten Hautstellen, Gruben- oder Gemischgegerbt beziehungsweise nur Schnellgegerbt). Die Zwischensohlen bestehen ebenfalls entweder aus einem (geschäumten und somit dämpfenden) Kunststoff (z. B. Polyurethan oder EVA) oder aus Leder. Die Innensohle (fachlich: Brandsohle) ist besteht oft aus einem Gewebe, aus imprägnierter Pappe oder Leder. Für den Schuhboden gedachte Leder werden pflanzlich gegerbt.
Schaftmaterialien
Naturfasern, Kunstfasern, PVC, und andere
Die Schäfte sämtlicher im beginnenden 21. Jahrhundert gefertigten Schuhe bestehen mehrheitlich nicht mehr aus Leder. Man verwendet sowohl Gewebe aus Naturfasern (z. B. Segelschuhe aus Baumwolle), in überwiegendem Maß aber aus Kunststoff in Gewebeform (z. B. Nylon bei Sportschuhen), oder zu gießende/spritzende Kunststoffe (z. B. PVC für Gummistiefel). Das ist in der Herstellung wesentlich preisgünstiger, in der Qualität immer gleichbleibend und auch auf längere Sicht von den Herstellungskosten genau zu kalkulieren. Selbst viele augenscheinliche Lederschuhe der unteren Preisklasse sind mittlerweile mit Schäften aus Kunstleder (Polyethylen, PE) gefertigt. Gummistiefel, früher noch aus dehnfähigem Naturgummi (Kautschuk/Latex) hergestellt sind mehrheitlich heutzutage aus PVC.
Was zunächst als Kostenvorteil erscheint, geht jedoch fast immer mit einer deutlichen Verminderung des Tragekomforts einher. „Schweißfüße“, „stinkende Schuhe“ und Fußpilz sind zu weit verbreiteten, ja schon alltäglichen Problemen geworden. Der Schuhträger gibt seinen Füßen die Schuld, doch liegt die Ursache zumeist in den ungeeigneten Schuhmaterialien und falschen Tragegewohnheiten (tägliches Tragen des gleichen Paars Schuhe, statt Schuhe wechselweise zu tragen wodurch diese immer einen Ruhetag zu Auslüften haben).
Leder
Diese Probleme können durch den Gebrauch von Leder als Schaftmaterial (und - ganz wichtig - auch für die Innensohle) schon im Ansatz vermieden werden. Leder ist bis heute das mit Abstand am besten geeignete Material um daraus komfortable Schuhe zu fertigen. Leder besitzt unter anderem folgende Vorteile: Wasserdampfdurchlässig, wasserdampfspeichernd, im gepflegten Zustand weitgehend wasserdicht, dehnbar und wieder rückstellfähig, kantenreißfest, isolierend, robust und gut ausschauend. Leder ist in vielen Qualitäten erhältlich, die sich sehr zuverlässig im Schuhpreis widerspiegeln. Gute Leder sind hoch atmungsaktiv, äußerste geschmeidig bei gleichzeitig extremer Festigkeit.
Bei getragenen Schuhen ist die Lederqualität des Schafts unter anderem an den Gehfalten erkennbar: Passende Schuhe vorausgesetzt, zeugen minimale Gehfalten von hochwertigem Leder; tiefe Gehfaltengräben von minderwertigem Oberleder. Gutes Leder wird über die Jahre sogar noch schöner. Regelmäßig gepflegt entwickelt es eine reizvolle Patina. Billige Leder hingegen, werden im Laufe der Zeit zunehmend abgenutzt aussehen; selbst gute Pflege kann diesen Prozess nicht verhindern.
Leder ist gemeinhin ein „Abfallprodukt“ der Lebensmittelindustrie, weshalb Schuhe vornehmlich aus Rind- (bzw. Büffel-), Kalb-, Schweins- oder Schafleder gebaut werden. Die Schäfte (Schuhoberteile) werden zumeist aus chromgegerbten Ledern hergestellt (die derberen und dickeren Schaftleder von Wander- und Arbeitsstiefeln sind pflanzlich gegerbt). Bekannt und verbreitet sind folgende Lederarten:
- Rindbox (robustes Schaftleder, Schuhe mittlerer Preislagen)
- Boxcalf (feines Kalbleder, Schuhe höherer Preislagen. Zunehmend inflationär gebrauchter Begriff, der fälschlich auch billigere Mastboxleder einschließt.)
- Rauleder (umgangssprachlich „Wildleder“ genannt, stark Wasser saugend, Schuhe aller Preislagen)
- Veloursleder (Fleischseite der Haut nach Außen gewendet; oft billiges Spaltleder; Verwendung für Schuhe aller Preislagen)
- Nubukleder (äußere Hautschicht, der „Narben“ zeigt nach Außen und ist leicht angeschliffen; Pfirsichhaut; höherpreisige Schuhe, da die Leder fehlerfrei sein müssen)
- Chevreau (Ziegenleder; genauer Zickelfelle; ein sehr dünnes und reißfestes, etwas knitterig ausschauendes Leder; Verwendung für höherwertige Herrenschuhe und für elegante Damenschuhe, auch als Schuhfutter)
- Lackleder (Auf das Leder wird ein hochglänzender Polyurethanlack aufgebracht; sehr kratzempfindlich und nicht atmungsaktiv)
Hinzu kommen seltener verwendete so genannte Exotenleder: Fischleder (zum Beispiel vom Rochen, Hai, Aal), Reptilleder (Kroko, Schlange, Echse), Straußenleder oder Emuleder, aber auch Leder aus der Haut vom Elefant, Frosch, Ameisenbär und anderen Tieren. Diese Leder werden zumeist für besondere Luxus- oder Abendschuhe, aber auch für Westernstiefel verwendet.
Herstellung
Emuleder
In der vorindustriellen Zeit wurden Schuhe rein handwerklich vom Schuhmacher hergestellt. Heute erfolgt die Schuhproduktion zum größten Teil industriell (aber immer noch mit einem relativ hohen manuellen Arbeitsanteil). Die Arbeit teilt sich in drei Hauptbereiche: Entwicklung und Design, Schaftfertigung und der eigentliche Schuhbau.
Schaftfertigung
In der Stanzerei und Stepperei werden die einzelnen Teile des Schuhschafts vorbereitet. Das beinhaltet je nach Material unterschiedliche Arbeitsgänge. Bei hochwertigen Lederschuhen, werden beispielsweise die Lederstücke ausgestanzt, an den Kanten ausgedünnt und markiert (Schuhgröße). Aus den einzelnen Teilen wird dann der Schaft zusammengeklebt oder genäht. Anschließend wird das Futter (der Innenschaft) in der gleichen Weise gefertigt und in den Außenschaft gebracht (geklebt oder genäht oder beides). Der untere Rand des Schafts (der so genannte Zwickeinschlag) ist breiter gehalten, damit er später unter der Innensohle befestigt werden kann.
Schuhbau
Das Rückgrat fast eines jeden Schuhs ist die Innensohle (fachlich: die Brandsohle, auf der beim fertigen Schuh der Fuß steht, sofern nicht eine Decksohle darüber gelegt ist). Um sie herum gruppiert sich der Schuh: oben wird der Schaft befestigt, unten kommt die Laufsohle dran. Die Brandsohle ist im täglichen Gebrauch stark belastet (Reibung, Druck, Biegung, Fußfeuchte). Deshalb ist sie bei besseren Schuhen aus Leder, bei Schuhen unterer und mittlerer Preiskategorien (zu Preisen siehe unten) besteht sie überwiegend aus einem imprägnierten und versteiften Karton.
Der Zusammenbau des Schuhs findet auf dem formgebenden Leisten statt. Über ihn wird der Schaft gezogen (gezwickt) und unter ihm die Brandsohle provisorisch befestigt. Dann werden Schaft und Schuhboden miteinander verbunden. Dabei kommt der Schaftrand (Zwickeinschlag) unter den Brandsohlenrand zu liegen.
Die Verbindung kann auf mannigfache Weise (so genannte Machart) geschehen: In der industriellen Fertigung ist heute das Verkleben (klebegezwickt) üblich, teurere Schuhe werden auch genäht (flexibelgenäht, durchgenäht oder rahmengenäht).
Bei geklebten Schuhen (Fachjargon: AGO-Schuhe) wird die Brandsohlenunterfläche und der anzuklebende Schaftrand zunächst miteinander verbunden und anschließend die Laufsohle mit hitzeaktivierbaren Klebstoff eingestrichen und unter die Innensohle geklebt. Bei angespritzten Böden (z. B. bei Sportschuhen) wird der an die Innensohle geklebte (oder gestrobelte - mit einer Zickzacknaht befestigte) Schaft zuvor in eine Form eingebracht, so dass von unten der Boden angespritzt werden kann und sich beim Erkalten mit der Innensohle und dem unteren Schaftrand verbindet. Das Profil erhält die Laufsohle durch die Form in der sie erkaltet.
Machart
Bei genähten Schuhen wird der Schaft und der Boden an die Brandsohle angenäht. Entweder, indem kurzerhand (nach dem Entfernen des Leistens) durch die Brandsohle und den Schaftrand hindurch die Sohle angenäht wird - Prinzip durchgenähte Machart, oder indem zuvor unter die Brandsohle eine Kante (Risslippe, Gemband) geklebt wurde, an die dann in einem weiteren Schritt der Schaft zusammen mit einem umlaufenden Lederband (der so genannte Rahmen) genäht wird (Einstechnaht) - Prinzip rahmengenähte Machart. Der zwischen Brand- und Laufsohle bei Rahmenschuhen dabei entstehende Hohlraum (bedingt durch den unterhalb des Rands der Brandsohle liegenden Zwickeinschlag des Schafts und den Rahmen selbst) wird mit einer Ausballung aus Kork oder Filz (zunehmend auch aus Kunststoffen wie Poron) verfüllt, die es dem Fuß durch ihre Nachgiebigkeit ermöglicht, sich ein eigenes Fußbett zu schaffen. Außerdem wirkt es autrittsdämpfend und temperaturisolierend. Abschließend wird die eigentliche Laufsohle an den rings um den Schuh laufenden, leicht vorstehenden Rahmen angenäht (Doppelnaht). Diese Methode der Schuhfertigung (rahmengenähte Schuhe) ist sehr aufwendig und bleibt nur den besten Schuhen vorbehalten. Ihr Vorteil ist eine jeweils separate Verbindung von Laufsohle und Schaft, was die Reparierbarkeit erhöht und die Passformstabilität über sehr lange Zeit garantiert.
Veraltet und mit vielen Nachteilen (reparaturanfällig, steife Schuhböden usw.) behaftet, sind holzgenagelte Schuhe: Hier wird die Laufsohle erst geklebt und dann mit einer Vielzahl von Holzstiften, die durch sie hindurch bis in die Brandsohle getrieben werden, mit der Brandsohle verbunden. Das waren früher die Schuhe des armen Mannes und die Machart in der schwere Stiefel (Bergschuhe, Militärstiefel) gebaut wurden.
Zuletzt wird der Absatz angebracht, der entweder aus Kunststoff, Holz oder aus einzelnen Lederschichten (Schichtabsatz) besteht. Der Absatz wird entweder aufgenagelt oder aufgeklebt. Das Anbringen eines Absatzes entfällt dort, wo die Laufsohle aus einem dem Absatz mit umfassenden Stück (zumeist Kunststoff, oder Gummi, aber auch Holz, nie jedoch bei Ledersohlen) besteht.
Finish
Anschließend werden die Schuhe optisch getrimmt. Im einfachsten Fall beschränkt sich das auf ein Einsprühen mit einer Art Selbstglanzspray, wobei die Schuhe, wie in einer Lackierstraße hängend, vollautomatisch an den Sprühdüsen vorbeigeführt werden. Bei hochwertiggen Schuhen wird aufwendig von Hand ausgeputzt, der Schuh mit Schuhcreme eingefärbt sowie geschützt und an maschinell betriebenen Rundpolierbürsten zu Glanz gebracht. Die Hersteller verwenden hierfür die gleichen Hartwachscremes, die auch der Endverbraucher im Laden angeboten bekommt (siehe Schuhpflege-Abschnitt weiter unten).
In der Endkontrolle werden die Schuhe noch einmal optisch untersucht, die Schnürsenkel eingezogen, die Schuhe in Seidenpapier eingeschlagen (Vermeiden von Kratzern) und in Kartons gelegt.
Hersteller
International bekannte Hersteller von sehr hochwertigen Herrenschuhen kommen nur aus wenigen, und neben den USA, meist europäischen Ländern mit entsprechender Schuhtradition:
- Großbritannien: [http://www.barker-shoes.co.uk/ Barker], [http://www.bowhillandelliott.co.uk/ Bowhill & Elliott], [http://www.churchsshoes.com/ Church], [http://www.gjcleverley.co.uk/ Cleverley], [http://www.crockettandjones.com/ Crockett & Jones], [http://www.cheaney.co.uk/ Cheaney], [http://www.edwardgreen.co.uk/ Edward Green], Grenson [http://www.grenson.de (hier: deutsche Grenson Seite)], [http://www.loake.co.uk/ Loake], [http://www.johnlobbltd.co.uk/ John Lobb], Sanders & Sanders, Alfred Sargent, [http://www.trickers.com/ Tricker's]
- USA: [http://www.aldenshoe.com/ Alden], [http://www.allenedmonds.com/ Allen-Edmonds], [http://www.florsheim.com/ Florsheim]
- Italien: [http://www.artioli.com/ Artioli], [http://www.rossetti.it/ Fratelli Rossetti], [http://www.gucci.com/ Gucci], [http://www.todsgroup.com/ J.P. Tod's], [http://www.silvanolattanzi.com/ Lattanzi], Santoni, Sergio Rossi, Prada
- Niederlande: [http://www.greveschoenen.nl/ Greve], [http://www.vanbommel.com/ van Bommel], [http://www.vanlier.nl/ van Lier]
- Österreich: [http://www.ludwig-reiter.com/ Ludwig Reiter], [http://www.saint-crispins.com/ Saint Crispin's]
- Spanien: Albaladejo, [http://www.bayshoes.com/ Bay], [http://www.carminashoemaker.com/ Carmina Shoemaker], [http://www.lottusse.com/ Lottusse], [http://www.sanchotrading.com/ Sancho (klass. Schuhe und Westernboots)]
- Frankreich: [http://www.altanbottier.com/ Altan], [http://www.aubercy.com/ Aubercy], [http://www.berluti.com/ Berluti], [http://www.finsbury-shoes.com/ Finsbury], [http://www.paraboot.com/ Paraboot], [http://www.jmweston.com/ J. M. Weston]
- Deutschland: Heinrich Dinkelacker, [http://www.dieterkuckelkorn.de/ Dieter Kuckelkorn], [http://www.schuh-bertl.de/ Schuh-Bertl]
International bekannte Hersteller von Damenschuhen gehen zumeist auf berühmte Designer zurück, wie z. B. Salvatore Ferragamo oder Manolo Blahnik.
Neben diesen international bekannten „Nobelschuhmarken“ die sich vornehmlich auf die Herstellung von Herrenschuhe spezialisiert haben und zum Teil fast 150 Jahre existieren (also seit Beginn der industriellen Schuhfertigung) gibt es natürlich andere namhafte Hersteller und Marken.
In Deutschland sind oder waren dies beispielsweise: elefanten aus Kleve (1908-2005, Firma liqidiert, Markenname von Deichmann aufgekauft); Rieker Schuhe aus Tuttlingen; Salamander aus Kornwestheim, Apollo und Sioux (Fertigung nur noch in Ungarn und Portugal, zur EganaGoldpfeil-Gruppe gehörend); Dorndorf aus Zweibrücken; Rheinberger aus Pirmasens; Lloyd/Ara aus Sulingen; Ada-Ada aus Frankfurt; Manz-Fortuna Schuhfabrik aus Gremsdorf; Heinrich Bause aus Kleve; Peter Kaiser aus Pirmasens (älteste heute noch existierende Schuhfabrik Deutschlands - nur Damenschuhe); Erich Rhode aus Schwalmstadt; Josef Seibel aus Hauenstein ( betreibt eine „gläserne Schuhfabrik“ die besichtigt werden kann); Gabor aus Rosenheim; Marc aus Hessisch Oldendorf; Birkenstock (Rheinland; vermutlich weltweit 4.größter Schuhhersteller); Romika; Medicus; Icas u. a.
Abgesehen von Alltagsschuhen kommen aus Deutschland auch bekannte „Spezialschuhe“:
- Bergschuhe: Meindl, Hanwag, Lowa
- Motorradstiefel: Frey-Daytona, Eggenfelden
- Sportschuhe: Puma und Adidas (beide in Herzogenaurach)
Allerdings stammen über 90 Prozent der in Deutschland verkauften Schuhe aus Asien (insbesondere Vietnam, China und Indonesien). Die großen Schuhhersteller und -handelsketten lassen dort produzieren. Insofern sind viele der oben genannten, in Deutschland ansässigen Firmen, in der Entwicklung (Design, Leistenfertigung), Verwaltung und Lagerhaltung in Deutschland aktiv, haben jedoch die Produktion ganz oder größtenteils ins Ausland verlagert.
Bekannte Schuhmarken/-firmen anderer Länder (eine willkürliche Auswahl):
In England (Clarks, Doc Martens), in Dänemark (Ecco), in Frankreich (Mephisto, Kickers), in Tschechien (Bata), in Spanien (Camper), in den USA (Bass, Rockport, Sebago und Timberland) oder in Italien (Baldinini, Brunate, Lario, Galizio Torresi, Gravati, Hogan, Geox).
In Pirmasens befindet sich die [http://www.hds-schuh.de/bildung/de/6fachsch.htm/ Deutsche Schuhfachschule] die Meister, Betriebsleiter und Modelleure ausbildet .
Preisstrukturen
Einander zum Verwechseln ähnlich aussehende Schuhe können zum Teil gravierende Preisunterschiede aufweisen. Das hat seine Ursache, neben den verwendeten unterschiedlichen Materialien und deren Qualitäten, hauptsächlich in folgenden Gründen:
- Machart
: Die Machart oder auch Konstruktionsweise hat einen sehr großen Einfluss auf den Preis des Endprodukts. Können beispielsweise Sohlen an den Schäften befestigt werden, indem einfach thermoplastisches Material in eine an dem Schaft anliegende Metallform gespritzt wird, kostet das viel weniger, als das (maschinelle) Zusammennähen von Sohle und Schaft.
- Herstellungsland
: In Ländern mit anderen Gegebenheiten bei den Arbeitslöhnen, Arbeiterrechten, Umweltschutzgesetzen etc. lassen sich Herstellungskosten sehr effektiv dämpfen.
- Marken, Designer und Trends
: Ein Paar Flip-Flops (Zehenstegsandale aus Kunststoff) kann in Mitteleuropa für 2 Euro aber auch für 200 Euro angeboten werden. Ist der Schuhtyp gerade im Trend und die Marke „in“, vielleicht gar noch ein Designerlabel, dann sind solche Preisunterschiede möglich.
Ein paar grobe Ladenpreis-Orientierungswerte (Stand: 2005) für Herrenhalbschuhe:
: - Schuhe aus billigen Materialien (Kunstfasergewebe, Sohlen aus PVC, Polyethylen oder synthetischem Gummi): ca. 10 - 30 Euro
: - Schuhe aus geeigneteren Materialien (billiges Leder, Gummisohlen): ca. 40 - 80 Euro
: - Schuhe aus preiswertem Leder (bekannte Schuhmarken, mit Gummi- oder billiger Ledersohle): ca. 90 - 150 Euro
: - Schuhe aus guten Ledern (Leder- od. Gummisohle, mit „unsichtbaren“ Einsparungen bei der Verarbeitung): ca. 150 - 250 Euro
: - Schuhe aus hochwertigen Ledern maschinengenäht (Ledersohle, hochwertige Verarbeitung): ab ca. 300 Euro
::: Schuhe dieser Preisgruppe unterscheiden sich in der Art und Weise, wie der Schaft mit dem Boden verbunden wurde. Diese vom Fachmann als „Machart“ bezeichnete Bodenkonstruktionsweise entscheidet maßgeblich über den Preis, da sie einen unterschiedlichen Arbeitsaufwand bedingt. In dieser Preiskategorie sind die Schuhe zumeist durchgenäht oder rahmengenäht. Durchgenähte Schuhe sind grundsätzlich billiger (etwa 100 Euro) als vergleichbare rahmengenähte Schuhe, für die auch der genannte Orientierungspreis gilt.
: - Schuhe aus hochwertigem Leder handgenäht (Ledersohle, hochwertige Verarbeitung): ab ca. 500 Euro
: - Schuhe aus hochwertigem Leder, handgenäht und nach Maß gebaut: ab ca. 1200 Euro
: - Schuhe aus exotischen Ledern (z. B. Kroko, maschinen- oder handgenäht, Ledersohle): ab ca. 1500 Euro
Schuhpflege
Flip-Flops
Damit Schuhe lange halten, komfortabel und schön bleiben, ist Schuhpflege erforderlich. Die Schuhpflege ist mehr als nur Schuhputzen. Folgende Faktoren sind entscheidend für die Schuhpflege:
- Passform: Das bedeutet Schuhe passend kaufen - geschieht dies nicht, leidet der Schaft (sowie der Fuß) und die Haltbarkeit insgesamt.
- Tragepausen: Schuhe auslüften lassen - Schuhe nicht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen tragen, damit die aufgenommene Fußfeuchte vollständig verdunsten kann, anderenfalls wird der Schuh frühzeitig verschlissen.
- Schuhspanner einsetzen - vor allem bei Lederschuhen sorgen sie für den Formerhalt, entlasten den Schuhboden und verhindern das Entstehen tiefer Gehfalten, wenn sich das Leder beim Ausdünsten der Fußfeuchte wieder zusammenzieht (Wichtig: Der Schuhspannner sollte deshalb von seiner Form her möglichst optimal passen und das Fersenendstück des Spanners sollte die Fersenkappe der Schuhs möglichst flächig ausfüllen).
- Schuhlöffel zum Anziehen verwenden (und zum Ausziehen die Schnürbänder immer öffnen), klassisch aus Horn gearbeitet.
- Schuhputz: Schuhe regelmäßig Putzen - Wobei die Pflege von Glattleder-, Stapazierleder- und Rauleder unterschiedlich ausfällt.
Glattlederpflege
# Reinigen - wichtig, damit der Schmutz anschließend nicht konserviert wird (Normalerweise reicht einfaches, aber gründliches Abbürsten.)
# Nähren/Imprägnieren/Schützen - Bei Lederschäften am besten mit einer Hartwachspaste aus einer flachen Blechdose.
# Glanzbürsten/Polieren - Dem Wachs Zeit zum Aushärten geben (Minimum: eine halbe Stunde), dann die Schuhe mit einer Roßhaarbürste Glanzbürsten oder mit einem weichen Tuch polieren. Maximaler Hochglanz kann durch Polieren mit einem Nylon-Damenstrumpf erreicht werden, Kenner empfehlen auch Anhauchen oder gar Anspucken auf das Leder mit anschliessendem Verreiben.
Wichtig: Pflegemittel immer nur sehr dünn auftragen. Statt dem Hartwachs aus der Dose kann auch gelegentlich etwas Emulsionscreme (in Tuben oder Tiegel) aufgetragen werden. Diese bietet aber einen weniger beständigen Glanz und keinen so guten chemischen (Wasser) und mechanischen (Reibung) Schutz. Dafür ist sie farbintensiver, etwas nährender und kann fünf Minuten nach dem Auftrag schon poliert werden. Auch ist bei sehr sehr hellen Oberledern eine Emulsionscreme geeigneter, um eventuelle Farbveränderungen auszuschließen.
Strapazierlederpflege
Strapazierleder werden bei derben stark beanspruchten Schuhen (Arbeitsstiefel, Wanderschuhe) eingesetzt. Zum Reinigen können Schmutzbürsten mit Pflanzenfasern verwendet werden, die den Vorteil bieten auch für nasses Abbürsten (mit klarem Wasser) geeignet zu sein. Als Pflegemittel eignet sich Lederfett oder Fettwachse. Hauchdünn auftragen eine Nacht einziehen lassen und dann (am besten mit der bloßen Hand) auspolieren.
Raulederpflege
Raulederschuhe sollten oft mit einer entsprechenden Bürste (Messingbürste für Velours, Kreppbürste für Nubuk) gründlich ausgebürstet werden (das Leder nimmt begierig Staub auf, der sonst von innen heraus das Leder mechanisch zerstört und langsam zur Vergrauung führt). Ab und an Imprägnieren (Schutz vor Neuanschmutzung und Hydrophobierung). Auf keinen Fall normale Schuhcreme verwenden, da anderenfalls das Rauhleder glänzend wird.
deutsche Schuhmuseen
- [http://www.dlm.de/ Deutsche Ledermuseum / Schuhmuseum Offenbach]
: Frankfurter Str. 86
: D-63067 Offenbach
: Öffnungszeiten: So-Fr 10:00-17:00 Uhr; Sa. für angemeldete Gruppen nach telefon. Absprache
- [http://www.deutsches-schuhmuseum.de/ Deutsches Schuhmuseum (Museum für Schuhproduktion und Industriegeschichte Hauenstein)]
: Turnstraße 5
: D-76846 Hauenstein
: Öffnungszeiten: ab 2. Advent/Ende Februar Mo-Fr 13:00-16:00 Uhr; Sa-So 10:00-16:00 Uhr; ab 1. März täglich 10:00-17:00 Uhr
- [http://www.oberstdorf-heimatmuseum.de/ Heimatmuseum Oberstdorf (Museum mit einem Schuhmuseumsteil)]
: Oststr. 13
: D-87561 Oberstdorf
: Öffnungszeiten: Di-Sa 10:00-12:00 und 14:00 bis 17:30 Uhr Uhr; Sonn- und Feiertags bei Regenwetter wie werktags geöffnet; jeden Di. um 16 Uhr Führung; Gruppenführungen jederzeit; geschlossen von Mitte April bis Ende Mai und Ende Okt. bis Ende Dez.
- [http://www.wessels-schuhe.com/ Miniaturschuhmuseum (im Schuhhaus Georg Wessels)]
: Neustraße 16
: D-48691 Vreden
: Öffnungszeiten: Mo-Fr 10:00-12:30 und 14:00-18:00 Uhr; Sa 10:00-14:00 Uhr (am 1. Sa. des Monats bis 16:00 Uhr); bei Gruppen mit mehr als 5 Personen vorherige Terminabsprache erforderlich.
- [http://www.pirmasens.de/ Schuhmuseum Pirmasens] (Menüoption „Freizeit“)
: Altes Rathaus
: Hauptstraße 26
: D-66953 Pirmasens
: Öffnungszeiten: Do 15:00-18:00 Uhr; So 10-13 Uhr; andere Tage und Zeiten nach Anmeldung (mit kostenpflichtiger Führung)
- [http://www.weissenfels.de/bas_ebene_4_museum.html#schloss/ Stadtmuseum]
: Schloss Neu Augustusburg
: Zeitzer Str. 4
: D-06667 Weissenfels
: Öffnungszeiten: Di-So 10:00-17:00 Uhr; Mo geschlossen
Weitere Ausstellungen gibt es in bei Salamander in Kornwestheim und in der Fagus Leistenfarbik in Alfeld.
Literatur
- Helge Sternke: Alles über Herrenschuhe. Nicolai Verlag, Berlin, 2005, ISBN 3-89479-252-3.
- Colin McDowell: Schuhe – Schönheit, Mode, Phantasie. Wilhelm Heyne Verlag, München, 1989, ISBN 3-453-03606-9
- Marie-Josèphe Bossan: Die Kunst der Schuhe. Parkstone Press USA Ltd., New York, 2004, ISBN 1-85995-771-4.
- Lászlo Vass u. Magda Molnár: Herrenschuhe handgearbeitet. Könemann-Verlag Köln / Tandem-Verlag, Königswinter; 2000, ISBN 3-89508-111-6
Siehe auch
(Links zu einzelnen Schuhmodellen befinden sich im Artikel zu Schuhmodellen)
Barfußlaufen, Gamaschen, Leisten, Machart, Schnürsenkel, Schuhsohle, Schuhgröße, Schuhmacher, Schuhmodell
Weblinks
- [http://www.marquise.de/de/themes/schuh/index.shtml Bilder von Schuhen von 1434 bis heute]
- [http://www.uebersee-museum.de/Asien/Chinesische_Schuhe.htm chinesische Schuhe]
- [http://www.johnlobbltd.co.uk/ John Lobb, der weltweit bekannteste Maßschuhmacher]
- [http://www.burgol.de/pdf/schuhpflege-mit-burgol.pdf Eine Anleitung zur richtigen Schuhpflege]
Kategorie:Fußbekleidung
Kategorie:Fußverkehr
simple:Shoe
ja:靴
SchuhmodellUnter Schuhmodell versteht man eine bestimmten Typ von Schuh, die sich durch optische und/oder funktionelle Merkmale von anderen Typen von Schuhen (und deshalb anderen Schuhmodellen) unterscheidet. Gleichen sich die sichtbaren Merkmale (Formen, Materialien) handelt es sich um das gleiche Schuhmodell, unterscheiden sie sich eindeutig voneinander, handelt es sich um ein anderes Schuhmodell. Meist sind diese Merkmale auf den Schuhschaft (= Schuhoberteil) beschränkt. Selten werden auch Merkmale des Schuhbodens (zum Beispiel die Absatzform oder –höhe) zur Abgrenzung verschiedener Schuhmodelle gegeneinander hinzugezogen.
::: Dieser Artikel wird momentan noch ausgebaut. Wer kann zu Damenmodellen noch Text und Bilder beitragen?
Historisches
Alle heute existierenden Schuhmodelle gehen auf eine relativ kleine Anzahl von Grundmodellen zurück. Von denen wiederum die meisten im 19. Jahrhundert entwickelt wurden. Dem Zeitpunkt, als die Schuhmode begann sich zu entwickeln. Die vorherigen Zeiten hatten zwar auch so etwas wie Mode (Schnabelschuhe, Kuhmaulschuhe usw.) doch war diese für alle einheitlich und währte über viele Jahrzehnte hinweg. Im 19. Jahrhundert änderte sich das zunehmend: Es kamen die ersten Modejournale auf, die industrielle Schuhproduktion schuf (um sich von den handgefertigten Schuhen abzuheben) neue Modelle oder Modellvarianten und die Dandies dieser Zeit gaben den Trend vor. Verbesserte Verfahren, wie beispielsweise unsichtbare Verstärkungen aus Stahl für den Schuhboden (stählerne Gelenkfeder von Salvatore Ferragamo), neue Gerbtechniken (Chromgerbung) und damit neue Möglichkeiten der Lederfärbung, das Entstehen einer Haute Couture und weitere Entwicklungen führten zu einer bis dahin nicht gekannten Modellvielfalt.
Unterschiedliche Definitionen und Abgrenzungen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schuhtypen voneinander abzugrenzen und einzuteilen. Doch führt das nicht unbedingt zu einer Aufteilung nach Schuhmodellen.
So reichen beispielsweise simple Unterscheidungen in drei Grundmodelle wie Sandale, Halbschuh und Stiefel nicht aus, um der Vielfalt unterschiedlicher Modelle gerecht zu werden. Auch eine Einteilung, die sich an kulturkulturhistorische Kriterien orientiert und fünf Grundmodelle differenziert (Sandale, Mokassin oder Opanke, Stiefel, Pantoffel und Halbschuh) greift zu kurz. Ebenfalls verbreitet ist die Einteilung in acht Schuhmodellkategorien: Pumps, Oxford, Sandale, Stiefel, Mokassin, Loafer, Schnallenschuh und Clog.
Die letztgenannte Differenzierung kommt der Schuhmodellwirklichkeit schon wesentlich näher, wenngleich auch sie nicht annährend die Anzahl der wirklich existierenden Schuhmodelle (ganz zu schweigen von deren Untergruppen) erfasst. Tatsächlich stellt sich in der Fachwelt die Katagorisierung als sehr problematisch heraus. Differenziert man zum Beispiel nach der Schuhverschlussart (Loafer, Monkstrap, Schürschuh) hilft das letztlich nicht weiter. So wird man sowohl bei einem Damenpumps, als auch beim Mokassin jeweils keinen Verschluss bemerken (= gleiches Kriterium) und doch handelt es sich um grundverschiedene Schuhtypen (= verschiedene Schuhmodelle). Doch unbeachtet der verschiedenen Kategorisierungsversuche, herrscht in Bezug auf die Definition der jeweiligen Schuhmodelle Einigkeit. Ein Gummistiefel ist immer ein Gummistiefel und ein Wanderschuh immer ein Wanderschuh.
Kriterien
Betrachtet man die Kriterien die zu den unterschiedlichen Modellen führen so sind dies in erster Linie Unterscheidungen im Schaftbereich. So grenzt beispielsweise das Vorhandensein eines Schuhverschlusses die Schlupfschuhe (Pumps, Loafer und Mokassin) von anderen Modellen (Schnürschuhen, Schnallenschuhen usw.) ab. Selten sind auch Bodenmerkmale für die Unterscheidung ausschlaggebend (Beispiel: Ein Schlupfschuh mit Absatz ist ein Pumps oder ein Loafer, ohne Absatz ein Mokassin).
Wanderschuh
Wanderschuh
Am Beispiel Oxford einem klassischen Herrenschuhmodell, das als das eleganteste Schuhmodell zum Anzug gilt, sei das erläutert:
- Kriterium Schnürung:
::Ist es eine so genannte geschlossene Schnürung ist das Schuhmodell ein Oxford, ist es eine offene Schnürung nennt man das Schuhmodell einen Derby. Die Bezeichnung offen (oder geschlossen) hat nicht mit einer gebundenen (oder nicht gebundenen) Schleife zu tun, sondern bezieht sich auf den Schaftschnitt. - Vergleiche die nebenstehenden Abbildungen
- Kriterium Schafthöhe (z. B. Pumps/Loafer, Halbschuh, Bootee, Stiefel, Schaftstiefel usw.)
::ein und derselbe Schaftschnitt kann beispielsweise ein Oxfordhalbschuh oder ein Oxfordstiefel sein, je nach Höhe (der eine endet in der Fußbeuge, der andere ist mindestens überknöchelhoch)
- Kriterium Schaftschnitt (Anzahl der Schaftteile und deren Anordnung zueinander)
:: Besteht der gesamte Schuhaußenschaft nur aus einem Stück Leder spricht man vom Wholecut oder One piece Oxford. Ist zumindest das Voderteil nahtlos nennt man dies einen glatten Oxford oder mit der Fachbezeichnung einen Plain Oxford. Der ansonsten gleich geschnittene Captoe Oxford hat hingegen eine zusätzliche Querkappe über den Zehen.
- Kriterium Verzierungen (Lochverzierungen - sog. Broguing, Schaftteilkanten, Schuhschmuck in Form vom n Metallapplikationen usw.)
:: Zeigt der oben genannte Captoe Oxford noch eine ornamentale Lochverzierung auf der Querkappe, handelt es sich um einen Halfbrogue Oxford. Gibt es hingegen noch weitere Verzierungen der Schaftteilkanten und ist die Querkappe auf die Seiten des Schuhs flügelartig verlängert (sog. Flügelkappe) ist es ein so genannter Fullbrogue Oxford. Und reicht sie bis an die hintere Schaftnaht an der Ferse (Fersennaht) nennt sich das Schuhmodell Longwing.
Bild:Wholecut oxford grenson modell stove 2.jpg|Wholecut (auch one piece) Oxford (Grenson)
Bild:Captoe_Oxford_(Hersteller_Grenson).jpg|Captoe Oxford (Grenson)
Bild:Oxford_Halfbrogue_(Hersteller_ist_Grenson).jpg|Halfbrogue Oxford (Grenson)
Bild:Oxford_Fullbrogue_(Hersteller_Grenson).jpg|Fullbrogue Oxford (Grenson)
Man kann sich unschwer ausmalen, dass diese Differenzierungen noch weiter geführt werden können.
Modellbeispiele
Bild:Blücher_von_Grenson.jpg|Blücher/Blucher (Grenson)
Bild:Monk_Grenson_Modell_Chester.jpg|Monkstrap/Monk (Grenson)
Bild:Norweger_Grenson_Modell_Dutton.jpg|Norweger des franz. Typs (Grenson)
Bild:Jodhpur Grenson Hereford.jpg|Jodhpur-Stiefel (Grenson)
Links zu einzelnen Schuhmodellen
Ballerina, Balmoral, Blücher, Budapester, Chelsea-Boot, Clog, Derby, Espadrilles, Flip-Flops, Fullbrogue, George-Boot, Geta-Schuh, Gummistiefel, Gymnastiksandale, Haferlschuh, Halfbrogue, Hausschuh, Holzschuh, Holzsandale, Hüttenschuh, Jodhpur-Stiefel, Longwing, Mokassin, Monkstrap, Norweger, Pantoffel, Sneaker, Sportschuh, Wanderschuh
Literatur
- Helge Sternke: Alles über Herrenschuhe. Nicolai Verlag, Berlin, Nov. oder Dez. 2005, 550 S., 450 Abb., ISBN 3-89479-252-3.
- Angela Pattison, Nigel Cawthorne: Schuhe. Moden & Designs im 20. Jahrhundert. Bassermann, Niedernhausen, 1998, 160 S., ISBN: 3-8094-0655-2
- Lászlo Vass u. Magda Molnár: Herrenschuhe handgearbeitet. Könemann-Verlag Köln / Tandem-Verlag, Königswinter; 2000, ISBN 3-89508-111-6
Siehe auch
Broguing, Brogue, Loafer, Machart, Sandale, Schuh, Stiefel
Kategorie:Fußbekleidung
Kategorie:FußbekleidungKategorie:Kleidung
Princess TaipingPrincess Taiping (太平公主) (655? - 713), was a princess of Tang dynasty of China. She was the daughter of Emperor Gaozong and Empress Wu Zetian. She had become an important and respected figure during her mother's reign as Empress under the second Zhou dynasty 690-705.
Princess Taiping was an advocate for the preservation of the Tang dynasty and its imperial Li family. After the death of Empress Wu Zetian in 705, Princess Taiping aligned herself with her nephew Li Longji (later Emperor Xuanzong) to regain power for the Tang dynasty.
In 710, she and Li Longji successfully foiled Empress Wei's plot to gain control of power.
After Emperor Xuanzong ascended the throne in 712, Princess Taiping's seniority and power was seen as a threat to the young emperor and after a brief struggle, Princess Taiping was given an honorable death sentence to commit suicide by hanging herself in 713.
Category:Tang Dynasty
Category:713 deaths
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