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Baltischer Landrücken

Baltischer Landrücken

Der Baltische Landrücken ist eine bis 200 km breite Moränen-Hügelkette, die von Jütland bis Estland die südliche Ostsee umrahmt.

Geographie

Der Landrücken, der im Turmberg bis zu 331 m über NN erreicht, ist der westlichste Teil der Osteuropäischen Ebene. Im Norden geht er nach und nach in den Finnischen Meerbusen über. In Richtung Osten schließt sich der Weißrussische Höhenrücken an; im Südosten geht der Landrücken allmählich in die Polesje-Niederung über. In Richtung Süden fällt das Gelände nach und nach in die weitläufige Weichsel-Niederung ab. Im Westen schließt sich schon die Norddeutsche Tiefebene an, im Nordwesten fällt das Gelände westlich von der Holsteinischen Schweiz zur Nordsee ab. Der Baltische Landrücken wird von der Oder, der Weichsel, der Memel und der Düna durchflossen. Zum Landrücken gehören (in West-Ost-Richtung gesehen) die Holsteinische Schweiz, die Mecklenburgische Seenplatte, die Pommersche Seenplatte (mit dem Turmberg) und die Masurische Seenplatte (mit der Seesker Höhe).

Wirtschaft, Tourismus, Landschaftsbild

Die flachwelligen Grundmoränenlandschaften sind fruchtbar und ermöglichen ertragreichen Ackerbau. Die Seenketten und Endmoränenzüge sind beliebte Feriengebiete. Die unfruchtbaren Sandgebiete werden großräumig von Nadelwald bedeckt (z. B. Schorfheide, Tucheler Heide, Rominter Heide). Siehe auch: Osteuropäische Ebene Kategorie:Gebirge Kategorie:Baltikum

Moränen

Moränen (v. frz.: moraine Geröll) sind Schuttablagerungen, die von Gletschern bei ihrer Bewegung mitbewegt oder aufgehäuft werden. Ursprünglich wurde dieser Begriff von der Bevölkerung aus dem Gebiet von Chamonix verwendet, die damit die Felswälle bezeichneten, die die Gletscher angehäuft hatten. In die wissenschaftliche Literatur wurde dieser Begriff 1799 von dem Gletscherforscher Horace Bénédict de Saussure eingeführt. Man unterscheidet dabei verschiedene Arten von Moränen:
- Endmoränen werden am Gletscherende gebildet. An ihnen kann man besonders gut die größte Ausdehnung des Gletschers erkennen.
- Seitenmoränen bilden sich entlang der Ränder der Gletscherzunge
- Grundmoränen entstehen aus dem Material, das der Gletscher auf seiner Unterseite mit sich führt.
- Obermoränen stammen von dem Material, das von den Felswänden auf den Gletscher stürzt und sich beim Schmelzen des Gletschers ablagert
- Mittelmoränen entstehen aus den Seitenmoränen zweier Gletscher, wenn diese zusammenfließen und sich vereinen. Moränen bestehen aus Material verschiedener Körnungsgröße, vom Ton über Sand bis zu größeren Gesteinsblöcken. Das Material ist jedoch durchmischt und weist in der Regel keine Sortierung oder Schichtung nach der Größe auf. Ufermoränen, das sind bereits abgelagerte Seitenmoränen, können jedoch durchaus eine unsaubere Schichtung aufweisen. Nach der Entstehungszeit werden Jung-Moränen (Weichseleiszeit, Würmeiszeit) von Alt-Moränen (aus den vorherigen Eiszeiten) unterschieden. Durch das Fließen der eiszeitlichen Gletscher entstanden Endmöränen auch in Regionen, die heute in großer Distanz zu aktiven Gletschern liegen. So finden sich beispielsweise in der Nordhälfte der Bundesrepublik Deutschland bis hinein nach Nordrhein-Westfalen Gesteine skandinavischen Ursprungs. Siehe auch: Glaziale Serie, Glazialmorphologie (Aufbau der Gletscher). Kategorie:Geologie Kategorie:Glaziologie Kategorie:Geomorphologie

Jütland

Jütland (dänisch Jylland) ist der kontinentale Festlandanteil Dänemarks, der die Kimbrische Halbinsel im Norden Schleswig-Holsteins fortsetzt. Im weiteren Sinne wird die gesamte Halbinsel einschließlich Schleswig-Holsteins so bezeichnet. Es ist 29.775 km² groß (das sind ca. 70 % der Gesamtfläche Dänemarks) hat aber nur 2,188 Mio. Einwohner (ca. 40 % der Gesamteinwohnerzahl). Jütland hat seinen Namen von den Jüten, einem germanischen Volksstamm, der im 5. Jahrhundert mit den Angeln und Sachsen nach England (an den Medway) auswanderte, teilweise teilweise in den ebenfalls germanischen Dänen aufging, die ihre Heimat von den besiedelten. Größte Stadt auf Jütland und zweitgrößte Stadt Dänemarks ist Århus, höchste Erhebung (und mit 171 m über NN auch die höchste Dänemarks) ist der Ejer Baunehøj (oder der nahegelegene Yding Skovhøj) bei Skanderborg, längster Fluss und auch längster Fluss Dänemarks ist die Gudenå mit 158 km Länge.

Landesgestalt

In Jütland setzt sich das schleswig-holsteinische Landschaftsbild nach Norden fort, mit Marschen an der Nordseeküste im Westen, einem Endmoränenrücken (Geest), der die Halbinsel in Nord-Süd-Richtung durchzieht, in der Mitte und lehmigem Hügelland, das aus den Grundmoränen der Eiszeit besteht, im Osten, insbesondere auf der Halbinsel Djursland fort, die zum Amt Århus gehört. Die heutige Topographie ist aber noch nicht alt, da sich Jütland entlang einer diagonal verlaufenden Kippachse im nordöstlichen Teil immer noch (10 mm/Jahr, ursprünglich 75 mm/Jahr) hebt und im Südwesten senkt. Die Halbinsel Djursland war z.B. bis in die jüngere Vergangenheit vom Kolindsund (einem Meeresarm) geteilt, der heute gänzlich verlandet, aber immer noch als flache, mitteldjursländische Ebene erkennbar ist. Nördlich von Esbjerg findet sich im Westen eine Ausgleichsküste mit hohen Sanddünen. Vom Limfjord wird Jütland in ost-westlicher Richtung durchschnitten. Mitten durch Jütland läuft, in Viborg beginnend und in Wedel bei Hamburg endend, der Ochsenweg oder dän. der Hærvejen (Heerweg). Historiker vermuten, das die Anfänge dieses Weges bis in die Steinzeit zurückreichen.

Verwaltungsgliederung

Steinzeit Jütland umfasst die dänischen Verwaltungsbezirke (Amt) gemäß Karte, und damit auch die Inseln Rømø und Fanø, sowie Alsen (Als), Læsø und Samsø;

Wirtschaft

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Bedeutende Städte


- Aabenraa (dt. Apenrade)
- Aalborg
- Århus
- Billund
- Brønderslev
- Ebeltoft
- Esbjerg
- Fredericia
- Frederikshavn
- Grenaa
- Herning
- Hirtshals
- Hjørring
- Holstebro
- Horsens
- Kolding
- Randers
- Ribe
- Ringkøbing
- Silkeborg
- Skanderborg
- Skagen
- Skive
- Sønderborg (dt. Sonderburg) (liegt größtensteils auf der Insel Alsen)
- Thisted
- Tønder (dt. Tondern)
- Vejle
- Viborg Kategorie:Halbinsel Kategorie:Geographie (Dänemark) ja:ユトランド半島 ko:윌란 반도

Estland

Estland (estnisch Eesti) ist ein Staat in Nordeuropa und Mitglied der Europäischen Union.

Geographie

Europäischen Union Estland grenzt an Lettland, Russland sowie an die Ostsee. Über den Finnischen Meerbusen hinweg bestehen enge Beziehungen zu Finnland. Das Land ist flächenmäßig etwas kleiner als Niedersachsen und etwas größer als die Schweiz. Im Süden des Landes befindet sich die höchste Erhebung, der Suur Munamägi (318 m). Der größte See ist der Peipsi Järv (Peipussee). Vorgelagert befinden sich 1520 Inseln, die größte davon Saaremaa. Siehe auch: Liste der Inseln Estlands, Liste der Städte in Estland

Flora und Fauna

Auffällig ist der reiche Baumbewuchs, rund 44% der Landesfläche sind bewaldet. Neben Hirschen, Rehen und Füchsen kommen auch Elche (2000-3000), Biber, Marder, die sehr seltenen Schneehasen (ca. 200) und vereinzelt Rentiere vor. Auch sind die großen Raubtierarten Braunbär (ca. 800!) und Wolf (ca. 600) in Estland heimisch, ebenso der Luchs (ca. 2000). Immer wieder hört man vereinzelt von Hunden und Schafherden, die angeblich von Wölfen angefallen werden. Wolf, Bär und Luchs sind in Estland jagbar, wobei der Beitritt zur EU hier - in Estland oft kritisierte - Einschränkungen gebracht hat, zumal es sich bei der Luchsjagd um reinen "Sport" handele.

Bevölkerung

Die Einwohner Estlands (2003) gehören folgenden Nationalitäten an:
- Esten 68,4%
- Russen 25,7%
- Ukrainer 2,1%
- Weißrussen 1,2%
- Finnen 0,8%
- sonstige 1,7% Mittlerweile lassen sich zahlreiche Ausländer einbürgern. Das Einbürgerungsverfahren ist jedoch mit einem Sprachtest verbunden, den viele vor allem ältere Russen als unzumutbar empfinden, da sie es heute noch ablehnen, Estnisch zu lernen. 40.000 Esten leben in Russland. Größte Städte (Stand: 1. Januar 2004)
- Tallinn - 396.375
- Tartu - 101.297
- Narva - 67.355
- Kohtla-Järve - 46.346
- Pärnu - 44.568
- Viljandi - 20.422
- Rakvere - 16.851
- Sillamäe - 16.806
- Maardu - 16.648
- Kuressaare - 14.898
- Võru - 14.675
- Valga - 14.055
- Haapsalu - 11.876
- Jõhvi - 11.600
- Paide - 9.725
- Keila - 9.394
- Kiviõli - 7.082

Religion

Ein Großteil der Esten ist heute konfessionslos. Religion spielt nurmehr für eine Minderheit der Bevölkerung eine Rolle. Traditionelle Religion der Esten ist der christliche Glaube in der Form des protestantischen Luthertums, wie er in Skandinavien weit verbreitet war. Dennoch ist die Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche (EELK) eine quasi offizielle Kirche (Gottesdienste zu Parlamentseröffnungen usw.) und ihr Erzbischof die Zentralfigur der estnischen öffentlichen Religion; die EELK dominiert auch die relativ umfassende Theologenausbildung in Estland (in Tartu an der Universität und in Tallinn an der Kirchlichen Hochschule). Heute bekennen sich noch etwa 32 % der Bevölkerung als Mitglieder in christlichen Kirchen beziehungsweise Glaubensgemeinschaften. Davon sind:
- 15 % evangelisch-lutherisch
- 14 % orthodox
- 0,5 % Baptisten
- 0,5 % römisch-katholisch Daneben gibt es kleinere Gemeinden sonstiger protestantischer, jüdischer und zum Teil islamischer Gemeinschaften.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Estlands Geschichte Estlands Estland stand bis zum Ende des Nordischen Krieges unter schwedischer Herrschaft (die letzten schwedischsprachigen Bewohner wurden während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg nach Schweden repatriiert). Bis zu dieser Zeit wurde in Teilen Estlands, vor allem auf den Inseln Hiiumaa (Dagö), Vormsi und Ruhnu (Runö) noch Estlandschwedisch gesprochen. Dieser Dialekt, der mit dem Finnlandschwedischen zu den Ostschwedischen Sprachen zählt, hat sich mit der Zeit durchaus zu einer selbstständigen Sprache entwickelt. Während des Zerfalls des Russischen Reiches im Verlauf der Oktoberrevolution erlangte Estland 1918 seine Unabhängigkeit. In den Jahren 1939/40 wurden die Deutschbalten von den Nationalsozialisten aus Estland und Lettland "heim ins Reich" geholt. Grund war die im Geheimabkommen zum Hitler-Stalin-Pakt geschlossene Vereinbarung, das Baltikum dem sowjetischen Einzugsbereich zu überlassen. Unter dem Druck der Sowjetunion "traten" die baltischen Staaten 1940 der Sowjetunion "bei" (Estnische Sozialistische Sowjetrepublik), nachdem sie zuvor bereits russische Truppen dulden mussten. Von 1941 bis 1944 war das Land von deutschen Truppen besetzt und beteiligte sich nun als Teil des Generalkommissariats Ostland an der Genozid-Politik des Dritten Reiches. Aufgrund der Erfahrungen mit den Sowjets schlossen sich auch Esten den deutschen Truppen an, allerdings kämpften ebenso Esten auf der sowjetischen Seite. Nach der erneuten Besetzung durch die Rote Armee im Herbst 1944 wurde, als Folge der Konferenz von Jalta, das Land in die SU eingegliedert. Deportierungen folgten. Im August 1991 wurde Estland nach mehrjährigen Bemühungen insbesondere seit 1988 wieder unabhängig. Der Begriff der singenden Revolution zeigte den überwiegend friedlichen Verlauf der Befreiungsbemühungen. Es wurde am 2. April 2004 NATO-Mitglied. Die estnische Bevölkerung befürwortete am 14. September 2003 in einem Referendum den Beitritt zur Europäischen Union. Am 1. Mai 2004 wurde daraufhin Estland in die EU aufgenommen. Noch 2001 waren in Umfragen nur 30 Prozent dafür und 51 Prozent gegen den Eu-Beitritt; 2004 wurde die grosse russische Minderheit vom Referendum ausgeschlossen.

Politik

Europäisches Währungssystem

Am 27. Juni 2004 traten Estland und weitere zwei der 10 neuen EU-Länder dem Wechselkursmechanismus II bei - was der erste Schritt ist, um in frühestens 2 Jahren den Euro einzuführen. Estland, Litauen und Slowenien legten die Leitkurse ihrer Währungen zum Euro fest und verpflichten sich ab sofort, die Schwankungen unter ± 15 % zu halten. Der Leitkurs für die estnische Krone ist nun 15,6466 pro Euro, was eine maximale Schwankungsbreite von (gerundet) 13,30 bis 17,99 Kronen bedeutet. Entsprechender Kurs ergibt sich auf die 1993 festgelegte Kopplung der Krone zur D-Mark im Verhältnis 1 DEM = 8 EEK. Weiterhin verpflichtet sich Estland (wie auch Litauen) zu einer nachhaltigen Haushaltspolitik.

Abstimmung zur EU-Mitgliedschaft

Am 14. September 2003 stimmten die Esten über den Beitritt zur Europäischen Union ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 64 %. Mit einer Mehrheit von 66,9 % Ja-Stimmen zu 33,1 % Nein-Stimmen votierten die Bürger für die Mitgliedschaft in der EU; das ist die niedrigste Zustimmungsrate aller zentral- und osteuropäischen EU-Neumitglieder. Siehe auch: Estnische Euromünzen

Ergebnisse der Europawahlen 2004

Wahlbeteiligung: 26,89 %

Grenzvertrag mit Russland

Am 18. Mai 2005 wurde in Moskau der seit 1999 ausverhandelte Grenzvertrag mit Russland unterzeichnet. Die Verzögerung hing mit der Weigerung des russischen Präsidenten Putin zusammen, die estnische Sicht der Annexion 1940 (Estnische Sowjetrepublik) zu akzeptieren (siehe auch Vertrag von Dorpat 1920).

Homosexualität

In Estland sind einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Erwachsenen legal. Unabhängig von der sexuellen Orientierung liegt das Schutzalter bei 14 Jahren. Schwule werden vom Großteil der Bevölkerung ignoriert und leben ihre Sexualität mehr oder weniger im Verborgenen. In Estland gibt es für Lesben und Schwule weder gesetzlichen Antidiskriminierungsschutz noch die Möglichkeit einer gesetzlich eingetragenen Partnerschaft.

Verwaltungsgliederung

1920 Estland gliedert sich in 15 Landkreise (estnisch pl. maakonnad, sing. maakond):

Infrastruktur

Das Verkehrsnetz ist gut ausgebaut. Die Straße und die Schifffahrt auf der Ostsee spielen die wichtigste Rolle, im Güterverkehr zudem auch die Eisenbahn in Form der Gesellschaft Eesti Raudtee. Hochseehäfen befinden sich in Tallinn und Pärnu. Von Süden nach Norden wird das Land von der Via Baltica durchquert. Am 28. September 1994 sank die estnische Fähre Estonia vor der Küste Finnlands auf der Überfahrt nach Stockholm, nachdem die Bugklappe auf hoher See abbrach. Bei dem Unglück starben 852 Menschen.

Wirtschaft

Nach skandinavischem Vorbild organisierte Estland nach dem Fall der Mauer sein Gemeinwesen völlig um: wenig Hierarchien, viel Transparenz der staatlichen Organe, moderne Kommunikationstechnik. Dies hat sich schnell bezahlt gemacht.

BIP

Seit der Überwindung der Russlandkrise von 1998/99 wachst die Wirtschaft aller drei baltischer Staaten, allerdings ausgehend von einem niedrigen Ausgangszustand nach der Krise. In Estland lag der Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) (real) seither bei jährlich mindestens 5 %, (2004) bei 6,2%, 2005- voraussichtlich 8,5 %. Das BIP 2004 erreichte damit 2004 9,0 Mrd. Euro€, das entspricht 6.703€ pro Einwohner (zum Vergleich: Deutschland: 26.400 €).

Staatsbudget, Preise und Löhne

Das Staatsbudget lag 2004 bei 3,37 Mrd. Euro, wobei ein Überschuss von 151 Mio. Euro zu verzeichnen war. Seit 2001 war dies der vierte positive Staatshaushalt in Folge - eine Seltenheit in der EU. Dies führte dazu, dass sich der estnische Staat und damit die Bevölkerung wieder mehr leisten kann, die Staatsquote (Anteil der Staatsausgaben am BIP) stieg 2004 auf 38% an (wie zuletzt 1998), nachdem sie bereits auf 35% (2001) gesunken war. Die Verteuerung hatte sich 2003 deutlich verlangsamt (1,3%), mit dem EU-Beitritt aber wieder angezogen (2004: 3%). Die vergleichsweise hohen Preissteigerungen der Vorjahre (im Schnitt bei 5%) hatten - bei stabiler Währung - in Estland zu deutlich höheren Lebenshaltungskosten als in den Nachbarstaaten Lettland und Litauen geführt. Entsprechend sind die vergleichsweise hohen Durchschnittslöhne von 462 € (2004; zum Vergleich: Lettland 317 € (2004)) nicht automatisch mit höherem Lebensstandard gleich zu setzen.

Steuersystem

Estland hat einen Einheitssteuersatz, der bei 24 % liegt. Nach der Unabhängigkeit 1991 galt in Estland für Personen eine progressive Besteuerung mit 16, 24 und 33 Prozent. Das Steuersystem wurde 1994 reformiert. Als erstes europäisches Land führte Estland einen niedrigen Einheitssteuersatz ein, der damals bei 26 % lag. Aktuell beträgt dieser 24 % und soll bis 2009 auf 20 % abgesenkt werden.

Produktionszweige

Vorherrschender Industriezweig sind (2002) die Holz-, Papier- und Möbelindustrie (25%) und die Nahrungsmittelindustrie (21%). Große Zuwächse gab es in der Elektroindustrie / Maschinen- und Fahrzeugteilebau (18%), wo Estland mit Norma einen der weltweit größten Hersteller für Sicherheitsgurte beherbergt. Bedeutende Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Estland: :
- Holz- und Möbelindustrie: Horizon in Kehra :
- Fahrzeugteile: Norma in Tallinn (Sicherheitsgurte) :
- Elektronik: Elcoteq in Tallinn :
- Baustoffe: Nordic Tsement in Kunda :
- Bauindustrie: Merko Ehitus in Tallinn :
- Textilindustrie: Kreenholm (Küchentextilien) in Narva, Baltex 2000 (Stoffe und Garne) in Tallinn :
- Nahrungsmittel: Rakvere Lihakombinaat in Rakvere (Fleisch), A.LeCoq in Tartu (Bier & Getränke), Saku in Saku/Harjumaa (Bier & Getränke), Kalev in Rae bei Tallinn (Süßigkeiten) :
- Energie: Eesti Põlevkivi in Jõhvi (Ölschieferabbau)

Direktinvestitionen

Das kleine Estland hat mit Stand 31. Dezember 2004 knapp 7 Mrd. € ausländisches Kapital an Direktinvestitionen angezogen, das sind 5.170 € pro Kopf und fast 80 % des jährlichen BIP (zum Vergleich Litauen: knapp 1350 € pro Kopf). Bedeutendstes Herkunftsland von Direktinvestitionen (FDI) in Estland ist mit weitem Abstand Schweden. Die Investitionen in Höhe von annähernd 3,2 Mrd. € wurden v.a. im Bereich Bankwesen und Telekommunikation getätigt. Es folgen Finnland (1,7 Mrd. €) und mit bereits großem Abstand die USA (300 Mio. €). Aus Deutschland stammen bisher lediglich 157 Mio. €, unwesentlich mehr als aus Österreich (104 Mio. €). Bedeutende ausländische Investoren: :
- Finanzwesen: Swedbank (S): 60% an Hansabank, SEB (S): 100% an Eesti Ühispank, Sampo Bank (SF), If (S/Versicherung), Ergo (D/Versicherung), Nordea Finance (SF/Leasing) :
- Telekommunikation: TeliaSonera über Baltic Tele (S-SF): 50% an Eesti Telekom (Festnetz), Tele 2 (S) :
- Energie: Shell bzw. Statoil (UK bzw. N/Tankstellen), E.on Ruhrgas, Fortum und Gazprom (D/SF/RU) an Eesti Gas, Daikia (F) an Tallinna Küte (Wärme) :
- Textil: Tolaram (SGP) 100% an Baltex 2000, Bora's Wäfveri (S) an Krenholm :
- Baustoffe: Atlas Nordic Cement (SF) an Kunda Nordic Tsement :
- Holzverarbeitung: Tolaram (SGP): 100% an Horizon, Atlantic Veneer Group (USA) an Balti Spoon (Holzplatten, Möbel) :
- Nahrungsmittel: HK Ruokatalo (SF) an Rakvere Lihakombinaat (Fleisch), Olvi an A. LeCoq (Bier & Getränke), Carlsberg/Scottish-Newcastle über Baltic Breweries Holding (UK-DK) an Saku (Bier & Getränke), Procordia Food (S) an Felix Pöltsamaa (Konserven)

Außenhandel

Haupthandelspartner Estlands sind die skandinavischen Nachbarländer Schweden und Finnland sowie die Baltikum-Nachbarstaaten Lettland und Litauen. Aber auch Deutschland ist ein wichtiger Partner: 8% der Exporte gehen nach Deutschland und sogar 13% der Importe kommen aus Deutschland (jeweils Rang 3). Hauptexportprodukte sind Maschinen und Maschinenteile (27% der Ausfuhrgüter) gefolgt von Holz und Holzprodukten / Möbeln (13 %). Erst dann folgen Textilien (9%), Metalle und Metallprodukte (8%) und Nahrungsmittel (7%). Trotz der im Vergleich zu den baltischen Nachbarländern etwas höher wertigen Ausfuhrprodukte ist die Handelsbilanz anhaltend deutlich negativ (mit sogar steigender Tendenz): Exporten im Wert von 4,7 Mrd. € stehen Importe im Wert von 6,7 Mrd. € (2004) gegenüber. Dadurch bleibt auch die Zahlungsbilanz (inkl. Finanztransfers/Direktinvestitionen, Dienstleistungen) negativ, das Defizit erreicht 2004 13% des BIP-Wertes.

Infrastruktur

In Estland kam es in nur wenigen Jahren zu einer wahren elektronischen Revolution: 74 % der Bevölkerung haben ein Mobiltelefon (2004) und per Gesetz garantiert Estland den Zugang ins Internet, indem es kostenlose öffentliche Internetstellen eingerichtet hat. Diese Regelung ist in Europa bisher einmalig und schon heute nutzt die Hälfte der Esten das Internet, bis 2007 will die estnische Regierung den Anteil auf 90 % steigern. In Estland sind außerdem alle Schulen online. Siehe auch: Tourismus in Estland

Kultur

Bedeutend ist seit alters her die Universität Tartu als einzige Volluniversität neben mehreren anderen Hochschulen, darunter besonders die Technische Universität Tallinn. Die estnische Kultur orientiert sich wegen der Sprachnähe des Estnischen zum Finnischen stark an Finnland und wird sehr von Skandinavien aus beeinflusst. Das estnische Nationalepos ist der Kalevipoeg. Siehe auch Estnische Literatur.

Musik

Weltweit bekannt ist Arvo Pärt, ein zeitgenössischer Komponist moderner Klassik. Rudolph Tobias ist als erster estnischer Komponist zum Ausgang des 19. Jahrhunderts durch seine Motetten auch in Deutschland Kennern der Chormusik ein Begriff. Eduard Tubin machte im 20. Jahrhundert durch seine romantisch bis a-tonale Symphonien auf Estland aufmerksam, was im Jahr 2005 durch ein großes Festival gewürdigt wurde. Neeme Järvi ist Dirigent von Weltruf (derzeit Detroiter Symphonieorchester). Im Popularbereich kommt dem Pianist Olav Ehala eine große Bedeutung zu, der zahlreiche Filmmusiken schrieb, und bei Theaterproduktionen mitwirkt. Ester Mägi schreibt ähnlich wie Veljo Tormis viele Kompositionen und Volkslieder für Chor um, die während der Besatzungszeit der Sovjetunion in Vergessenheit zu geraten drohten und seit der Unabhängigkeit sehr populär geworden sind. Man denke nur an das alle fünf Jahre aufgeführte Chorfest, wo Zehntausende, vereint zu einem Chor nationales Liedgut singen. Estland ist momentan auch sehr erfolgreich mit Acts wie Eda-Ines Etti und Vanilla Ninja in der europäischen Pop-Kultur integriert. Estland hat auch beachtliche Erfolge beim Eurovision Song Contest erreicht, den das Land 2001 gewann. Der Eurovision Song Contest 2002 fand daraufhin in Tallinn statt.

Bauwerke

Das höchste Bauwerk Estlands ist der Fernsehturm in Tallinn (314 m), der in den Jahren 1975-1980 anlässlich der Olympischen Spiele in Moskau erbaut wurde.

Literatur


- Yorck Deutschler, " "Die Singende Revolution" - Chronik der Estnischen Freiheitsbewegung (1987-1991)", Teil 1 (Chronik, Annex I Estnische Staatssymbole - Fahnen und Wappen, Annex II Die wichtigsten estnischen Lieder, Annex III Ein fragmentarischer Essay zur Wortbedeutung des "Baltischen", nebst Anlage I Die Aestii - Bezeichnung der heutigen Esten Estlands oder der untergegangenen Pruzzen Ostpreußens und Anlage II Deutsch-Balten contra Baltendeutsche), Teil 2 (Personen- und Stichwortverzeichnis), 349 Seiten, 15 Karten und Dokumenteablichtungen, Ingelheim, März 1998/Juni 2000, ISBN 3-88758-077-X
- Seraina Gilly, Der Nationalstaat im Wandel. Estland im 20. Jahrhundert, (= Arbeiten aus dem Historischen Seminar der Universität Zürich, Bd. 97) Bern/Berlin unter anderem 2002, 676 S., 26 Abb., 4 Karten, ISBN 3-906769-19-4
- Krista Hinno, Bildung und Sozialstruktur. Das Fallbeispiel Estland, Marburg 2004, 290 S., 70 Abb., ISBN 3-8288-8652-3

Weblinks


- http://www.estnet.info/de/ - EstNet.info - Estland Tourismus im Internet
- http://www.estonica.org/ - Estonica - from A to Z about Estonia (Englisch)
- http://www.visitestonia.com/index.php?page=5 - Tourismuinformation
- http://web.starman.ee/th/estland.htm - Private Seite zu Estland
- http://www.fg-estland-ploen.de - Freundschaftsgesellschaft Schleswig-Holstein - Estland im Kreis Plön e.V.
Kategorie:Land in der EU Kategorie:Staat Kategorie:Estland fiu-vro:Eesti ja:エストニア ko:에스토니아 ms:Estonia roa-rup:Estonia simple:Estonia th:ประเทศเอสโตเนีย zh-min-nan:Eesti

Normalnull

Mit Normalnull (Abkürzung: N.N. oder NN), auch Nullniveau, wird ein Referenzwert für Höhenangaben auf der Erdoberfläche bezeichnet (z. B. die Höhe von Bergen oder die Tiefe von Meeresgräben). In der Luftfahrt werden die Höhen der Lufträume in der Regel über NN angegeben. Auch Luftfahrtkarten wie die ICAO-Karte besitzen Angaben über NN. Die Angabe der Höhe bzw. Tiefe erfolgt dabei meist in einer der folgenden Formen: Meter über NN“, „m ü. NN“, „m NN“ oder „müM“ (umgangssprachlich und in der Schweiz offiziell „Meter über (dem) Meer(esspiegel)“, korrekt „Meter über dem mittleren Meeresspiegel“). In der Luftfahrt und manchmal auch in der Schifffahrt spricht man vom Mean Sea Level (MSL), der mittleren Meereshöhe und gibt die barometrisch gemessene Höhe in Fuß an. Hat man eine Referenz bestimmt, kann man sich durch Nivellement die Höhe in das Landesinnere übertragen. Systematische Fehler können bei unsachgemäßem Nivellement zu Messfehlern im Bereich von mehreren Metern führen:
- Auf lange Strecken summieren sich die Messfehler der Einzelmessungen auf. (Fehlerrechnung)
- Die Abweichung der Erde von der Kugelgestalt führt zu weiteren Fehlern. So kam es bei den Höhenangaben der Stadt Saarbrücken zu großen Höhenunterschieden, je nachdem, ob man die Messung an der Nordsee oder am Atlantik begann.
- Brückenbau mit Stufe: Beim Bau der neuen Rheinbrücke zwischen dem deutschen und dem schweizer Teil der Stadt Laufenburg ist eine peinliche Panne passiert: Zwischen beiden Seiten tut sich ein Höhenunterschied von 54 Zentimetern auf. Während die Schweiz das Niveau des Mittelmeers zu Grunde legt, orientiert sich Deutschland an der Nordsee: „Die Differenz von 27 Zentimetern ist natürlich bekannt, und auf dem Papier war alles klar“, erläuterte Beat von Arx, Abteilungsleiter im Bauamt des Schweizer Kantons Aargau. In der Praxis habe es dann aber gehapert: „Auf Schweizer Seite hätte das Niveau um 27 Zentimeter angehoben werden müssen. Stattdessen sei es aber um 27 Zentimeter gesenkt worden.“

Deutschland

Der Referenzwert ist für Deutschland seit 1879 definiert durch den mittleren Pegel von Amsterdam. In der DDR war die Bezeichnung Höhennormal HN und als Datum galt von 1958 bis zur Einführung des gesamtdeutschen Höhensystems NHN der rund 14 Zentimeter niedrigere Pegel von Kronstadt, d.h. H(NN)=H(HN)+14cm. Die HN-Höhen unterschieden sich nicht nur in der Pegelhöhe, sondern auch vom Höhensystem her, da HN-Höhen genauso wie NHN-Höhen sogenannte Normalhöhen sind. In Ost-Berlin, beim Höhensystem der Deutschen Reichsbahn und an den Binnenwasserstraßen wurden auch in der DDR unverändert NN-Höhen weiter verwendet.

Meter über Normalhöhennull (NHN)

Die neueste Entwicklung ist das 1992 eingeführte gesamtdeutsche amtliche Nivellementsnetz 1. Ordnung, das DHHN 92. Die neuen Höhen werden als Höhen über Normalhöhennull (NHN) bezeichnet. Für die Normalhöhen wurde das genauere Höhensystem entsprechend der Theorie von Molodenskij (System HN) gewählt, Bezugspegel ist der Nullpunkt des Pegels von Amsterdam (System NN). Der NHN wurde eingeführt, da beim NN das Schwerefeld der Erde nicht berücksichtigt wurde. Das Schwerefeld der Erde bildet keine Kugel sondern ähnelt mehr einer Kartoffel. Diese „Kartoffel“ beschreibt als Geoid eine nur mit Wasser bedeckte Erde, auf der nur die Zentrifugalkraft und die Gravitation wirken. Die Bestimmung des Schwerefeld-Geoids gelingt auf Meereshöhe gut, kann aber im Falle eines Berges wie dem Mont Blanc um zwei Meter differieren. Neben dem Deutschen Haupthöhennetz (DHHN92) nimmt auch das United European Levelling Net (UELN) diese „Kartoffel“ als Bezugssystem Damit ändern sich sowohl die bisher normal-orthometrischen westdeutschen NN-Höhen (neue Berechnungsmethode), als auch die Normalhöhen Ostdeutschlands (Bezug auf einen neuen Pegel). \beginh_ &=& \ h_ - 32~ \\ \ &=& h_ - 25~ \end

Schweiz

Für die Schweiz gilt der Repère Pierre du Niton mit 373,6 m über mittlerem Meeresspiegel von Marseille als Ausgangspunkt der Vermessung (der Pierre du Niton ist ein großer Findling im Genfersee bei Genf). Die schweizerischen Höhenangaben weichen um + 0,32 m von den deutschen ab. Die offizielle Bezeichnung lautet: m ü. M. \beginh_ &=& \ h_ + 32~ \\ \ &=& h_ + 7~ \end

Österreich

Für Österreich gilt der mittlere Pegel von Triest an der Adria (Meter über Adria) als Nullpunkt. Die österreichischen Höhenangaben weichen um + 0,25 m von den deutschen ab. \beginh_ &=& \ h_ + 25~ \\ \ &=& h_ - 7~ \end

Sonstiges

NN ist nur eines von vielen möglichen Höhensystemen. Daneben kann man als Referenzwert das so genannte Geoid verwenden, das man durch die Vermessung von Satellitenbahnen bestimmt. Es markiert die Oberfläche, die sich bilden würde, wenn die ganze Erde von Meer bedeckt wäre. Physikalisch handelt es sich dabei um eine Äquipotenzialfläche, eine Fläche, die überall senkrecht zur Richtung der Schwerkraft steht und auf der das Schwerepotenzial (die potentielle Energie) überall denselben Wert hat. Die Erde hat nun nicht mehr Kugelform, sie gleicht auch nicht mehr einem abgeplatteten Ball (Rotationsellipsoid), sondern – übertrieben gesagt – eher einer Kartoffel. Allerdings sind die Abweichungen so klein, dass sie aus dem All gesehen nach wie vor wie eine Kugel aussieht. Im englischen Sprachraum wird die Bezeichnung Sea Level (kurz SL) für NN verwendet.

Weblinks


- [http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/808.jsp Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie – Begriffserklärungen]
- [http://www.gfz-potsdam.de/pb1/media/champ/eigen-cg01c/anim_web_EIGEN-CHGR01C.gif Gravitationsmodell der GfZ an der Uni Potsdam. Das Eiern der Erde stark überzeichnet]
- [http://www.wissenschaft-online.de/artikel/690951 Wo liegt eigentlich Normalnull?, spektrumdirekt]

Siehe auch


- Geodäsie
- Geografische Lage
- DHDN
- Haupthöhenpunkt
- Höhenmessung
- Kartennull
- Nivellement
- Höhennetz
- Fehlerrechnung
- Ausgleichungsrechnung
- Deutsches Haupthöhennetz Kategorie:Geodäsie Kategorie:Geographischer Begriff Kategorie:Ozeanologie als:Normalnull ja:海抜

Finnischer Meerbusen

Der Finnische Meerbusen (finn. Suomen lahti, estn. Soome laht, russ. Finskij zaliw) ist eine langgestreckte Bucht der Ostsee, die sich in west-östlicher Richtung auf die Newamündung zu erstreckt. In der Bucht befindet sich vor allem Brackwasser. Anrainerstaaten sind Finnland, Estland und Russland. Wichtigste Städte am Finnischen Meerbusen sind Sankt Petersburg, Helsinki und Tallinn. In der Bucht befindet sich unter anderem die Insel Kotlin auf der die russische Festung Kronstadt liegt. Kategorie:Ostsee ja:フィンランド湾 ko:핀란드 만

Polesje-Niederung

Palessje (weißruss. Палессе/Palessje, ukr. Полісся/Polissja, russ. Полесье/Polesje, poln. Polesie, dt. auch Polesien, Polessien), historisches Gebiet in Weißrussland, der Ukraine und Ostpolen. Wichtigste Städte sind : Brest, Mosyr, Pinsk und Homel (Weißrussland), wichtigste Flüsse sin der: Prypjat (weißruss. Prypjaz) und Horyn. Palessje Gehörte seit dem 13. Jahrhundert zu Litauen, später zu Polen-Litauen, ab 1569 zu Polen und Nach der Dritten Polnischen Teilung 1795 zu Russland, Zwischen 1920-1939 kam der Gebietsteil westlich des Horyn wieder zu Polen, der östliche zur Sowjetunion. Landschaftlich ist das Gebiet eine weit ausgedehnte, waldreiche Flussniederung, es dominieren vor allem südlich des Prypjat, die riesigen Prypjazsümpfe. Vornehmlich Holzwirtschaft. Mit etwa 90.000 km² Fläche sind die Prypjazsümpfe das größte Sumpfgebiet Europas. Während der Schneeschmelze verwandeln der Prypjat und seine Nebenflüsse die Niederung in eine Wildnis aus Seen, Sümpfen und Waldinseln. Die Region war bis vor wenigen Jahrzehnten Malariagebiet. Vor allem in den 1930ern gelang es der polnischen Regierung, einen großen Teil trockenzulegen. Siehe auch: Prypjat, Osteuropäische Ebene Kategorie:Ukraine Kategorie:Weißrussland Kategorie:Geographie (Ukraine)

Norddeutsche Tiefebene

Das Norddeutsche Tiefland, auch "Norddeutsche Tiefebene", bildet einen der Landschaftsgroßräume in Deutschland zwischen den Küsten der Nord- und Ostsee sowie den Norddeutschen Mittelgebirgen. Im Westen begrenzen die Wesergebirge, Teutoburger Wald und Wiehengebirge das norddeutsche Tiefland und trennen die Westfälische Bucht ab. Dagegen dehnt sich das Nordostdeutsche Tiefland östlich von Harz und Kyffhäuser weiter nach Süden bis zur Leipziger Bucht und der Dresdner Elbtalweitung bis zum sächsischen Hügelland und dem Nordrand des Erzgebirges aus. Im Osten schließt sich Pommern an, die westliche Grenze ist die Ems und der Dollart, und im Südosten die Oberlausitz. Die Niederlausitz und das Oderbruch können noch zum norddeutschen Tiefland gerechnet werden.

Landschaft, Böden und ihre Entstehung

Die Landschaft wurde durch zuletzt maßgeblich im Verlauf der Eiszeiten durch Gletschervorstöße des skandinavischen Inlandeisschildes geformt. Das Relief des Norddeutschen Tieflandes ist eben bis wellig. Die tiefsten Punkte liegen in den ausgedehnten Tieflandsmooren und den Marschen im Nordwesten Niedersachsens auf Meereshöhe. Die ausgedehnten ombrogenen Hochmoore sind in niederschlagsreichen Warmzeiten entstanden. Die küstennahen Gebiete bestehen teilweise aus holozänen Flussmarschen bzw. Boddenlandschaft, der sich die pleistozäne Alt- oder Jungmoränenlandschaft (Geest) in verschiedensten Ausprägungen anschließt. Nach bzw. bei Rückzug der Gletscher bildeten sich Flugsanddünen, die durch die Vegetation festgelegt wurden. Menschliche Eingriffe ließen die Lüneburger Heide entstehen und sorgten dort für eine großflächige Verarmung (Podsolierung) der Böden. Die fruchtbarsten Böden sind die Marschen (Auen-Vegen) und die Börden (Hildesheimer Börde, die Altmark und die Magdeburger Börde, mit ca. 90 Bodenpunkte). Die ärmsten Böden sind die Hochmoor-Torfböden im Teufelsmoor mit weniger als 10 Bodenpunkte. Die Lössgebiete des Tieflandes gehören zu den ältesten Siedlungsstandorten Deutschlands (Bandkeramische Kultur). Im erdgeschichtlich besonders jungen östlichen Teil befinden sich viele Seen (v. a. die Mecklenburgische Seenplatte mit der Müritz). Die letzte Eiszeit, das Weichselglazial, hat diese Landschaft vor rund 10 000 Jahren hinterlassen. Die Oberflächengestalt in der nordwestdeutschen Geest ist dagegen schon stärker verwittert, da die letzten Vergletscherungen hier wesentlich länger zurückliegen (vgl. u. a. Saale-Eiszeit). Ems, Weser, Elbe und Spree sind die wichtigsten Flüsse, die das Tiefland in die Nordsee entwässern und für die Entstehung von Au- und Bruchwäldern wie den Spreewald sorgten. Die Wasserscheide zur Ostsee verläuft nur wenige Kilometer westlich von Oder und Neiße.

Klima und Vegetation

Klimatisch sind der Küstenstreifen und die vorgelagerten ostfriesischen Inseln euozeanisch geprägt. Nach Süden schließt sich ein breiter Steifen ozeanisch geprägten Klimas an, der von der Ostküste Schleswig-Holsteins bis zu den Mittelgebirgen zieht. Das Klima geht in südöstlicher Richtung allmählich in subkontinentales Klima über. Im Windschatten des Harzes und einiger kleineren Erhebungen wie Drawehn und Fläming hat sich zum Teil trockeneres kontinentales Lokalklima ausgeprägt. Mikroklimatische Besonderheiten bieten sich in den Moore und Heiden durch für die Landwirtschaft sehr ungünstiges Klima sowie im Alten Land bei Hamburg, das durch die ganzjährig milde Temperaturen von Nordsee und Elbe geprägt ist und dadurch traditionelles Obstbaugebiet ist. azonalen Vegetationskomplexen der Moore, Auwälder, Bruchwälder und Gewässer, waren ursprünglich ausgedehnt an Ems, Weser, Elbe und Spree vorhanden. Ausgeprägten Salzwiesen, Watten und Tideröhrichten der Mündungstrichter hielten sich dauerhaft an der flachen Nordseeküste in der Gezeitenzone. Die Zonale Vegetation des Norddeutschen Tieflandes ist nach herrschender Lehrmeinung fast ausschließlich der Verband der Rotbuchenwälder.

Literatur


- Heinz Ellenberg, 1996: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 3825281043 Kategorie:Landschaft in Europa Kategorie:Glaziologie Kategorie:Norddeutschland

Nordsee

Die Nordsee ist ein relativ flaches Randmeer des Atlantischen Ozeans im nördlichen Europa.

Lage

Die Nordsee trennt die britische Insel im Westen vom mittel- und nordeuropäischen Festland mit Norwegen (Nordost), Dänemark (Ost) sowie Deutschland, Niederlande und Belgien (Südost). Im Süden geht die Nordsee durch die Straße von Dover in den Ärmelkanal über, im Osten hat sie über Skagerrak und Kattegat Kontakt zur Ostsee und nach Norden öffnet sie sich zum trichterförmig zum Arktischen Ozean. Die wichtigsten Zuflüsse sind vom Festland her die Schelde, die Maas, der Rhein, die Ems, die Weser und die Elbe, sowie die Themse, die in England nördlich der Straße von Dover in dieses Meer mündet.

Daten

Themse Die Oberfläche der Nordsee beträgt ungefähr 575.000 km² bei einer Wassermenge ca. 54.000 km³. Die Nordsee ist ein Flachmeer mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 94 Metern. Die Ausnahme bildet die Norwegische Rinne; an dieser tiefsten Stelle misst die Nordsee 725 Meter. Die flachste Stelle an der Doggerbank beträgt 13 Meter. Im übrigen liegt der Meersboden größtenteils auf dem Schelf, und so steigt die Tiefe von 25 bis 35 Metern im südlichen Teil bis zu 100 bis 200 Metern zwischen Norwegen und den Shetlandinseln. Der Salzgehalt ist orts- und jahreszeitenabhängig und liegt zwischen 1,5 bis 2,5 Prozent in der Nähe der Flussmündungen bis zu 3,2 bis 3,5 Prozent in der nördlichen Nordsee. Die Temperatur schwankt im Mittel zwischen 18 °C (Sommer) und 1 °C (Winter); die Eisbildung ist damit ausgeschlossen. An der südlichen Küste der Nordsee beträgt der durch Gezeiten ausgelöste Tidenhub bis zu 4 Meter.

Entstehung

Die Nordsee ist ein geologisch altes Meer und seine Entstehung sowie die Veränderungen in Gestalt und Größe sind über einen Zeitraum von etwa 350 Millionen Jahren zu beobachten. Die jetzige Form erhielt sie jedoch erst mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 11.000 Jahren.

Gliederung

Der Südostteil der Nordsee ist die Deutsche Bucht.

Flora und Fauna

Starke Gezeiten, große algen- und kelpwaldreiche Flachwasserbereiche und der große Nährstoffvorrat in der See sorgen für ein vielfältiges maritimes Leben. An der Nordsee liegt das das größte Wattenmeer der Welt. Bekannte Vertreter sind die Miesmuscheln, Möwen, Krebse, Garnelen und kleine Haie.

Rohstoffe

In den 1960er Jahren wurde in der Nordsee erstmals Erdöl entdeckt, weitere große Entdeckungen von Ölfeldern folgten in den 1980ern und 1990ern. Obwohl die Produktionskosten vergleichsweise hoch sind, haben es die hohe Qualität des zu findenden Öls, die politische Stabilität der Region und die Nähe zu den Absatzmärkten Westeuropas zu einer wichtigen Ölregion werden lassen. Mittlerweile gilt die Nordsee als erschlossenes Rohstoffgebiet, in dem kaum noch große Entdeckungen zu erwarten sind. Große Ölkonzerne wie Shell oder British Petroleum haben die Ölförderung in dem Gebiet bereits eingestellt. Mittlerweile gibt es im Meer 450 Bohrinseln, die Nordsee ist das wichtigste Gebiet der Offshore-Förderindustrie. Die meisten Plattformen befinden sich im britischen Sektor der Nordsee, gefolgt vom norwegischen, dem niederländischen und dem dänischen Sektor. Im deutschen Sektor befinden sich nur zwei Plattformen, es handelt bei ihm um den am wenigsten erschlossenen Sektor in dieser Hinsicht. Das größere der beiden Felder ist das Ölfeld Mittelplate.

Inseln und Küste

Mittelplate Zu den größten Inseln der Nordsee gehören Helgoland, die Nordfriesischen Inseln, die Ostfriesischen Inseln und die niederländischen Westfriesischen Inseln (siehe auch Friesland). Zwischen Esbjerg (Dänemark) im Norden und Den Helder (Niederlande) im Westen erstreckt sich das Wattenmeer. Dies ist eine von Ebbe und Flut geprägte Landschaft, von der wichtige Teile mittlerweile zum Nationalpark erklärt wurden. Die Küstenlinie verändert sich stetig. Sowohl durch die natürlichen Wassersteigungen und -senkungen, die im Laufe der Geschichte immer wieder vorkamen, als auch in den letzten Jahrhunderten durch gezielte Landgewinnung. Besonders die Niederländer waren hierbei aktiv, das größte Projekt der Art war die Abdeichung des Ijsselmeeres und die Landgewinnung im Ijsselmeer. In einem 150-Kilometer-Bereich von der Küste leben 80 Millionen Menschen, davon fast die gesamte Bevölkerung der Niederlande und Belgiens, fast alle davon in urbanen Gegenden. In diesen Bereichen haben die Küstenregionen eine Bevölkerungsdichte von über 1000 Einwohner pro Quadratkilometer, der Küstenabschnitt zwischen Hamburg und Brüssel ist stark industrialisiert, wahrscheinlich findet sich hier die größte Ansammlung von Schwerindustrie weltweit. Im Einzugsbereich der Flüsse, die in die Nordsee münden, leben auf ungefähr 850 000 km² etwa 160 Millionen Menschen. Sie entwässern einen Großteil Westeuropas, darunter ein Viertel Frankreichs, dreiviertel Deutschlands, fast die gesamte Schweiz und Großbritannien, die Hälfte Jütlands, die gesamten Niederlande und Belgien, den Süden Norwegens, sowie kleine Teile von Österreich. In diesem Bereich findet sich die größte Ansammlung weitweiter Industrie, allein 15 Prozent der Weltindustrieproduktion finden im Einzugsbereich der Nordsee statt. Zu den bekanntesten Städten an der Nordsee zählen Aberdeen, Den Haag, Haarlem, Rotterdam, Bremerhaven, Cuxhaven, Wilhelmshaven, Esbjerg und Bergen. Über die Weser und die Elbe gehören auch Bremen und Hamburg zu den wichtigen deutschen Nordseehäfen.

Schifffahrt

Die Nordsee ist ein vielbefahrenes Gewässer, in dem wichtige Handels- und Verkehrswege verlaufen. Unter Seefahrern ist sie berüchtigt als der Blanke Hans, Untiefen wie der Große Vogelsand, Grundseen und sehr schwerer Seegang zu Zeiten der Sturmfluten in Frühling und Herbst haben schon zu vielen Schiffsunglücken geführt, die in früheren Zeiten gelegentlich auch Strandräubern als Verdienstquelle gedient haben sollen.

Umweltschutz

Zum Schutz der Nordsee wurde 1992 die Oslo-Paris-Konvention gegründet. An der Nordsee befinden sich mit den Nationalparks Wattenmeer in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg die größten deutschen Nationalparks.

Weblinks


- [http://www.nordseecam.com/ Webcams an der Nordsee]
- [http://www.dwd.de/de/WundK/Warnungen/index.htm?Land=NS00&Art=O Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes im Nordseebereich (DWD)] Kategorie:Meer Kategorie:nordeuropa als:Nordsee ja:北海 ko:북해 zh-min-nan:Pak-hái

Oder

in Polen.]] Die Oder (polnisch und tschechisch Odra) ist ein Fluss, der durch Tschechien, Polen und Deutschland fließt. Sie entspringt am Lieselberg (tschech. Fidlův kopec) im mährischen Odergebirge, einem östlichen Ausläufer der Sudeten bei Olmütz (Olomouc), hier bildet sie zum Teil die Grenze zwischen Schlesien und Mähren, überquert hinter Ostrau (Ostrava) die Grenze zwischen Tschechien und Polen und fließt durch Schlesien und dessen Hauptstadt Breslau (Wrocław). Ab der Neißemündung bei Ratzdorf nördlich von Guben in Brandenburg markiert ihre Mitte bis nördlich von Schwedt/Oder die Grenze zwischen Polen und Deutschland. Zwischen Schwedt/Oder und Gartz (Oder) teilt sich die Oder in die beiden Arme Westoder (poln.: Odra Zachodnia) und Ostoder (poln.: Odra Wschodnia). Die Westoder ist bis Mescherin Grenzfluss, ehe sie wie die Ostoder beidseitig auf polnischem Territorium weiterfließt. Das Gefälle der letzten 30 km vor Stettin beträgt nur noch wenige Zentimeter. Die Oder ist ab Stettin (Szczecin) für Seeschiffe befahrbar. Die Oder mündet nach 850 km in das zur Ostsee gehörende Stettiner Haff. Durch Begradigung verkürzte sich die Oder in den letzten 150 Jahren von 1.040 km Länge auf nunmehr 850 km. 1997 kam es zum letzten großen Oderhochwasser.

Wichtigste Nebenflüsse

Oderhochwasser

An der Oder gelegene Städte

Hauptfluss

Dziwna-Zweig (zwischen Insel Wollin (Wolin) und dem polnischen Festland)


- Cammin (Kamien Pomorski, Polen)
- Dievenow (Dziwnow, Polen)

Swina-Zweig (zwischen Insel Wolin und Insel Usedom)


- Swinemünde (Swinoujscie, Polen)

Stettiner Haff


- Neuwarp (Nowe Warpno, Polen)
- Ueckermünde (Deutschland)

Peene-Zweig (zwischen Insel Usedom und dem deutschen Festland)


- Usedom (Deutschland)
- Lassan (Deutschland)
- Wolgast (Deutschland)
- Peenemünde (Deutschland)

Siehe auch


- Die längsten Flüsse der Erde
- Liste der Flüsse in Deutschland
- Donau-Oder-Kanal
- Oderhochwasser 1997

Weblinks


- [http://www.eucc-d.de//plugins/ikzmdviewer/main.php?page=6,58 Lernmodul Odermündungsregion, Fallstudie zum integrierten Küstenmanagement]
- [http://www.odra.org Odra | Oder] Informationen über die Oder Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in Polen Kategorie:Fluss in Tschechien Kategorie:Fluss_in_Brandenburg ja:オーデル川

Memel (Fluss)

Die Memel, auch Njemen (lit. Nemunas, weißruss. Njoman, russ. Neman, poln. Niemen) genannt, ist ein 937 km langer Fluss in Weißrussland, Litauen und Russland. Der Fluss war bereits im 10. Jahrhundert Teil der Handelswege von der Ostsee nach Byzanz.

Verlauf

Die Memel entspringt auf dem Weißrussischen Höhenrücken in Weißrussland und zwar etwas südwestlich von Minsk. Von dort aus fließt sie hauptsächlich in nordwestlicher Richtung nach Litauen und dort durch Kaunas. Später bildet sie westlich und östlich von Sowjetsk (Tilsit) den Grenzfluss zwischen Litauen und dem Kaliningrader Gebiet, dem russischen Teil des ehemaligen Nordostpreußens.

Mündungsdelta

Mit ihren beiden Hauptmündungsarmen Matrosowka (deutsch Gilge, litauisch Gilgė oder Gilija) und Rusnė (deutsch Ruß, siehe auch Ort Rusnė) mündet die Memel in das zur Ostsee gehörige Kurische Haff. Über den Polesski Kanal (deutsch Großer Friedrichsgraben) besteht Verbindung zum Fluss Pregel, der weiter südlich fließt.

wichtige Städte


- Hrodna (Grodno)
- Kaunas (Kauen)
- Sowjetsk (Tilsit) Im Einzugsbereich der Memel liegt außerdem die Stadt:
- Klaipėda (Memel)

Deutschlandlied

Historisch war die Memel die Ostgrenze des deutschen Sprachgebietes, wie es z.B. auch im Deutschlandlied ausgedrückt wird: "... von der Maas bis an die Memel...".

Weblinks

[http://www.belarusnews.de/autorenkolumne.php Vom Ufer der Memel] Kolumne bei belarusnews.de Kategorie:Oblast Kaliningrad Kategorie:Fluss in Russland Kategorie:Fluss in Weißrussland Kategorie:Fluss in Litauen Kategorie:Fluss in Europa

DNA

Die Desoxyribonukleinsäure (DNS), meist nach der englischen Bezeichnung deoxyribonucleic acid mit DNA abgekürzt, ist ein Makromolekül, das in der Vererbung als Träger der Information dient. Anhand dieser Information, die in einer bestimmten Form, dem genetischen Code, in die DNA eingeschrieben ist, werden Proteine synthetisiert. Das Makromolekül ist aus den chemischen Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Phosphor und Stickstoff zusammengesetzt. Die DNA ist eine Nukleinsäure. Die deutsche Abkürzung DNS wird im wissenschaftlichen Sprachgebrauch und zunehmend auch in der Umgangssprache wegen der international gebräuchlichen englischen Abkürzung DNA seltener verwendet. Die internationale Abkürzung vermeidet zudem Verwechslungen mit dem Domain Name System (DNS) des Internets.

Der Aufbau der DNA

Die Struktur der DNA wurde 1953 von James Watson und Francis Crick aufgeklärt, die 1962 dafür mit Maurice Wilkins den Nobelpreis für Medizin erhielten. Rosalind Franklin, deren Röntgenbeugungsdiagramme wesentlich zur Entschlüsselung der DNA-Struktur beigetragen hatten, war zum Zeitpunkt der Nobelpreisverleihung bereits verstorben. Entdeckt wurde die DNA allerdings schon 1869 von Friedrich Miescher, der in Zellkernen das Nuklein vorfand, jedoch die Funktion dieser Substanz noch nicht sicher bestimmen konnte . Zellkern Die Desoxyribonukleinsäure ist ein langes Polymer, das heißt, ein Kettenmolekül aus vielen Einzelbausteinen, die man Desoxyribonukleotide nennt. Es gibt vier verschiedene Bausteine dieser Art: Jedes Nukleotid ist eine Verbindung aus dem Zucker Desoxyribose, einer heterozyklischen Nukleobase (Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) oder Cytosin (C) und einem Phosphorsäure-Molekül. (Siehe zu den üblichen Abkürzungen A, T, G und C auch: Nukleinsäure-Nomenklatur.) Die Desoxyribose- und Phosphorsäure-Untereinheiten sind bei jedem Nukleotid gleich; die vier verschiedenen Nukleotide unterscheiden sich nur durch ihre Base. Die fünf Kohlenstoffatome einer Desoxyribose sind von 1' (sprich Eins Strich) bis 5' nummeriert. Bei dem letzen in der DNA vorkommenden Nukleotid sitzen am 5'-Ende der Desoxyribose ein Triphosphat, am 3'-Ende eine OH-Gruppe. Letztere reagiert bei der Verknüpfung der Nukleotide mit der Phosphatgruppe des jeweils nächsten Nukleotids, so dass Pyrophosphat frei wird. Nach dem Modell von Watson und Crick ist die DNA insgesamt aus zwei gegenläufigen DNA-Einzelsträngen aufgebaut, die je ein 5'-Ende mit einer Phosphat-Gruppe und ein 3'-Ende mit einer OH-Gruppe besitzen. Die beiden Holme der Strickleiter werden aus Hunderttausenden sich abwechselnder Zucker- (Desoxyribose-) und Phosphat-Bausteine gebildet, die innerhalb jedes DNA-Einzelstrangs (Holms) über feste Atombindungen miteinander verknüpft sind. Diese beiden Einzelstränge sind außerdem nach Art einer Strickleiter miteinander verbunden, wobei die zwei Holme der Leiter zusätzlich um eine gedachte Achse schraubenförmig gewunden sind (Doppelhelixstruktur). Die Sprossen der Strickleiter bestehen aus je zwei organischen Basen (einem so genannten Basenpaar), die über Wasserstoffbrücken (schwächere Bindungskräfte) miteinander verbunden sind und so dafür sorgen, dass die beiden Holme auch im schraubenförmigen Zustand der Strickleiter verknüpft bleiben und im gleichen Abstand nebeneinander liegen. Normalerweise ist DNA rechtshändig gedreht. Neben dieser, auch B-DNA genannten, Konformation wurde 1979 von Alexander Rich und seinen Kollegen am MIT erstmals auch eine linkshändige sogenannte Z-DNA untersucht. MIT Die in der DNA vorliegenden Basenpaare werden von den jeweils komplementären Basen Adenin und Thymin sowie Guanin und Cytosin gebildet. Zwischen Adenin und Thymin bilden sich dabei zwei Wasserstoffbrücken aus; Cytosin und Guanin sind über drei Wasserstoffbrücken miteinander verknüpft. Das Riesenmolekül DNA ist demzufolge aus einer Vielzahl von vier verschiedenen Nukleotiden „zusammengesteckt“, die in einem DNA-Einzelstrang in beliebiger Reihenfolge aneinander gebunden werden können und sich dadurch unterscheiden, dass sie jeweils nur eine von vier möglichen organischen Basen enthalten. Bestimmte Abschnitte der DNA, die so genannten Gene, kodieren genetische Informationen. Gene enthalten "Baupläne" für Proteine oder Moleküle, welche bei der Proteinsynthese oder Regulation des Stoffwechsels einer Zelle beteiligt sind. Die Reihenfolge der Basen bestimmt dabei die genetische Information. Diese Basensequenz kann mittels Sequenzierung z.B. über die Sanger-Methode ermittelt werden. Die Basenabfolge (Basensequenz) eines Genabschnitts der DNA wird zunächst durch die Transkription in die komplementäre Basensequenz eines so genannten Ribonukleinsäure-Moleküls überschrieben (abgekürzt RNA, selten auch deutsch RNS). RNA enthält im Unterschied zu DNA Ribose anstelle von Desoxyribose und die Base Uracil anstelle von Thymin. Organisiert ist die DNA in der eukaryotischen Zelle in Chromosomen. Ein Chromosom ist jeweils ein langer, kontinuierlicher DNA-Doppelstrang, der um eine Vielzahl von Histonen (Kernproteinen) herumgewickelt und mehrfach zu einer kompakten Form spiralisiert werden kann. Chromosomen liegen in verschiedenen Spiralisierungszuständen vor. Während der Zellkernteilung (Mitose) werden sie so kompakt verdichtet, dass sie anfärbbar und im Lichtmikroskop bereits bei geringerer Vergrößerung erkennbar sind. In prokaryotischen Zellen liegt die DNA dagegen zirkulär vor, d.h. das 5'-Ende ist mit dem 3'-Ende des DNA-Stranges verbunden. Diese werden je nach Länge der Sequenz als Bakterienchromosom oder Plasmid bezeichnet.

Verdopplung der DNA (DNA-Replikation)

Plasmid Die DNA ist in der Lage, sich mit Hilfe von Enzymen selbst zu verdoppeln. Sie wird nach dem so genannten semikonservativen Prinzip repliziert. Die doppelsträngige Helix wird zunächst durch das Enzym Helicase aufgetrennt. Ein Einzelstrang dient als Matrize (Vorlage) für den zu synthetisierenden komplementären Gegenstrang, d. h. die replizierte DNA besteht jeweils aus einem alten und einem neu synthetisierten komplementären Einzelstrang. Der Vorgang der DNA-Synthese, d. h. die Bindung der zu verknüpfenden Nukleotide, wird durch Enzyme aus der Gruppe der DNA-Polymerasen vollzogen. Ein zu verknüpfendes Nukleotid muss in der Triphosphat-Verbindung – also als Desoxyribonukleotidtriphosphat – vorliegen. Durch Abspaltung zweier Phosphatteile wird die für den Bindungsvorgang benötigte Energie frei. Im Bereich der durch das Enzym Helicase gebildeten Replikationsgabel (das heißt, zweier auseinander laufender DNA-Einzelstränge) markiert zunächst ein RNA-Primer, der durch das Enzym Primase synthetisiert wird, den Startpunkt der DNA-Neusynthese. An das RNA-Molekül hängt die DNA-Polymerase dann ein zum Nukleotid des alten DNA-Einzelstrangs komplementäres Nukleotid, daran wieder ein weiteres neues passendes Nukleotid usw., bis die DNA wieder zu einem Doppelstrang komplettiert wurde. Dies geschieht an beiden geöffneten Einzelsträngen. Dennoch entsteht dabei ein Problem: Die Verknüpfung der neuen Nukleotide zu einem komplementären DNA-Einzelstrang verläuft nur in 5'→3' Richtung, d. h. kontinuierlich den alten 3'→5'-Strang entlang (und dabei diesen ablesend) in Richtung der sich immer weiter öffnenden Replikationsgabel ohne Pause in einem Schritt durch. Die Synthese des zweiten neuen Stranges am alten 5'→3'-Strang dagegen kann nicht kontinuierlich in Richtung der Replikationsgabel, sondern nur von dieser weg ebenfalls in 5'→3' Richtung erfolgen. Die Replikationsgabel ist aber zu Beginn der Replikation nur ein wenig geöffnet, weshalb an diesem Strang – in 'unpassender' Gegenrichtung – immer nur ein kurzes Stück neuer komplementärer DNA entstehen kann. Da hier jeweils eine DNA-Polymerase nur ca. 1000 Nukleotide verknüpft, ist es notwendig, den gesamten komplementären Strang stückchenweise zu synthetisieren. Bei etwas weiter geöffnetem Zustand der Replikationsgabel lagert sich daher ein neuer RNA-Primer wieder direkt an der Gabelungsstelle an den DNA-Einzelstrang an, und die nächste DNA-Polymerase beginnt – sich von der Replikationsgabel entfernend – erneut ca. 1000 Nukleotide an den RNA-Primer zu hängen. Derselbe Vorgang wird laufend wiederholt, d. h. der komplementäre DNA-Strang entsteht nach und nach häppchenweise. Bei der Synthese des 3'→5'-Stranges wird also pro DNA-Syntheseeinheit jeweils ein neuer RNA-Primer benötigt. Primer und zugehörige Syntheseeinheit bezeichnet man als Okazaki-Fragment. Die für den Replikations-Start benötigten RNA-Primer werden enzymatisch abgebaut. Dadurch entstehen Lücken im neuen DNA-Strang, welche durch spezielle DNA-Polymerasen mit DNA-Nukleotiden aufgefüllt werden. Zum Abschluss verknüpft das Enzym Ligase die noch nicht miteinander verbundenen neuen DNA-Abschnitte zu einem einzigen, langen, komplementären Doppelstrang. Nach Abschluss der Replikation wurden also zwei DNA-Einzelstränge in etwas unterschiedlicher Weise jeweils wieder zu einem Doppelstrang ergänzt. Aus einem DNA-Molekül sind somit zwei entstanden.

Andere Funktionen der DNA

DNA-Moleküle spielen als Informationsträger und „Andockstelle“ eine wichtige Rolle für Enzyme, die für die Transkription zuständig sind. Weiterhin ist die Information bestimmter DNA-Abschnitte, wie sie etwa in operativen Einheiten wie dem Operon vorliegt, wichtig für Regulationsprozesse innerhalb der Zelle. Mutationen von DNA-Abschnitten – z. B. Austausch von Basen gegen andere oder Änderungen in der Basensequenz – führen zu Veränderungen des Erbgutes, die zum Teil tödlich (letal) für den betroffenen Organismus sein können. Gelegentlich sind solche Mutationen aber auch von Vorteil; sie bilden dann den Ausgangspunkt für die Veränderung von Lebewesen im Rahmen der Evolution. Mittels der Rekombination bei der geschlechtlichen Fortpflanzung wird diese Veränderung der DNA sogar zu einem entscheidenden Faktor bei der Evolution: Die eukaryotische Zelle besitzt in der Regel mehrere Chromosomensätze, d.h. ein DNA-Doppelstrang liegt mindestens zwei Mal vor. Durch wechselseitigen Austausch von Teilen dieser DNA-Stränge, dem Crossing-over bei der Meiose, können so neue Eigenschaften entstehen.

DNA-Schäden

DNA-Moleküle können durch verschiedene Einflüsse beschädigt werden. UV- oder γ-Strahlung, Alkylierung sowie Oxidation können die DNA-Basen chemisch verändern oder zum Strangbruch führen. Diese chemischen Änderungen beinträchtigen unter Umständen die Paarungseigenschaften der betroffenen Basen. Dieses Prinzip ist eine wesentliche Ursache für Mutationen während der Replikation. Einige häufige DNA-Schäden sind:
- die Bildung von Uracil aus Cytosin unter spontanem Verlust einer Aminogruppe durch Hydrolyse: Uracil ist wie Thymin komplementär zu Adenin.
- Thymin-Thymin-Dimerschäden (verursacht durch photochemische Reaktion zweier aufeinander folgender Thyminbasen im DNA-Strang durch UV-Strahlung, z.B. aus Sonnenlicht. Diese Schäden sind wahrscheinlich eine wesentliche Ursache für die Entstehung von Hautkrebs).
- die Entstehung von 8-oxo-Guanin durch Oxidation von Guanin: 8-oxo-Guanin ist sowohl zu Cytosin als auch zu Adenin komplementär. Während der Replikation können beide Basen gegenüber 8-oxo-Guanin eingebaut werden. Aufgrund ihrer mutagenen Eigenschaften und ihres häufigen Auftretens (Schätzungen belaufen sich auf 104-106 neue Schäden pro Zelle und Tag) müssen DNA-Schäden rechtzeitig aus dem Genom entfernt werden. Zellen verfügen dafür über ein effizientes DNA-Reparatursystem. Dieses beseitigt Schäden mit Hilfe folgender Strategien:
- Direkte Schadensreversion: Ein Enzym macht die chemische Änderung an der DNA-Base rückgängig.
- Basenexcisionsreparatur: Die fehlerhafte Base, z. B. 8-oxo-Guanin, wird aus dem Genom ausgeschnitten. Die entstandene freie Stelle wird anhand der Information im Gegenstrang neu synthetisiert.
- Nukleotidexcisionsreparatur: Ein größerer Teilstrang, der den Schaden enthält, wird aus dem Genom ausgeschnitten. Dieser wird anhand der Information im Gegenstrang neu synthetisiert.
- Homologe Rekombination: Sind beide DNA-Stränge beschädigt, wird die genetische Information aus dem zweiten Chromosom des homologen Chromosomenpaars für die Reparatur verwendet.
- Replikation mit speziellen Polymerasen: DNA-Polymerase η kann z. B. fehlerfrei über einen TT-Dimerschaden replizieren. Menschen, bei denen Polymerase η nicht oder nur eingeschränkt funktioniert, leiden häufig an Xeroderma Pigmentosum, einer Erbkrankheit, die zu extremer Sonnenlichtempfindlichkeit führt.

Packung (supercoiling) der DNA

Da die DNA als lange Kette betrachtet mehrere Meter lang sein kann, im Zellkern aber nur wenige µm Platz ist, muss die DNA „verpackt“ bzw. gepackt werden. Dies geschieht in Eukaryoten mittels basischer Proteine (Histone), um die die DNA herumgewickelt wird. Siehe: Chromatin. In Prokaryoten wird die DNA-Helix mit Hilfe von Enzymen (z.B. Topoisomerasen und Gyrasen) zu einfachen Supercoils aufgewickelt, die man sich wie eine verdrehte Telefonschnur vorstellen kann, also nochmals um sich selbst gedrehte Helizes.

Siehe auch


- Ikone (Medien)

Referenzen

# http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/17128/1.html

Literatur


- Chris R. Calladine et al.: DNA - Das Molekül und seine Funktionsweise. 3. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2005, ISBN 3-8274-1605-1
- Terence A. Brown: Moderne Genetik. 2. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 1999, ISBN 3827403065
- Ernst Peter Fischer: Am Anfang war die Doppelhelix. Ullstein 2004, ISBN 3548366732
- Ernst Peter Fischer: Das Genom. Fischer-Taschenbuch 2002, ISBN 359615362X
- James D. Watson: Die Doppelhelix. Rowohlt-Taschenbuch 1997, ISBN 3499602555
- James D. Watson: Gene, Girls und Gamov. Piper 2003, ISBN 3-492-04428-X
- James D. Watson: Am Anfang war die Doppelhelix Ullstein 2003, ISBN 3-550-07566-9
- James D. Watson, M. Gilman, J. Witkowski und M. Zoller: Rekombinierte DNA. 2. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 1993, ISBN 3860250728
- Thomas Lindahl: Instability and decay of the primary structure of DNA. Nature, 1993, 362, 709-715.
- W. Wayt Gibbs: Preziosen im DNA-Schrott. Spektrum der Wissenschaft, Februar 2004, S. 68 - 75,
- W. Wayt Gibbs: DNA ist nicht alles. Spektrum der Wissenschaft, März 2004, S. 68 - 75,

Weblinks


- [http://www.abi-bayern.de/bio/mol_01_dns.htm Ausführliche Erklärung auf www.abi-bayern.de]
- [http://biocrs.biomed.brown.edu/Books/Chapters/Ch%208/DH-Paper.html Watson/Crick: A structure for Desoxyribose Nucleic Acid]
- [http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/biologie/dna/ Deutsche Fassung von "DNA from the Beginning" des Dolan DNA Learning Center]
- [http://www.lebendiger-unterricht.de/BIOLOGIE/Experimente/DNA-Isolierung/dna-isolierung.html DNA-Isolierung "in der Küche"]
- [http://www.biokular.de/1999/DNA.html Das Leben hängt an einem Faden: Über den Aufbau und die Funktion der Desoxyribonukleinsäure]
- [http://www.dnai.org/index.htm DNA Interactive – Seite des Cold Spring Harbor Institute und des Howard Hughes Medical Institute: eine exzellente Einführung in die Thematik] (engl.) - siehe auch: [http://www.dnaftb.org/dnaftb/ DNA from the Beginning]
- [http://www.foerstner.org/konrad/bco/grundlagen/nukleinsaeuren.html Nukleinsäuren]
- [http://www.3sat.de/nano/bstuecke/45640/ 3sat: Nano: Die größte biologische Entdeckung: 50 Jahre DNA-Struktur]
- [http://sina.eetezadi.de/inhalt/referate/dna-replikation-pcr DNA – Aufbau und Vervielfältigung ] – Bestandteile & Aufbau der DNA, Replikation und PCR Kategorie:Nukleinsäure Desoxyribonukleinsäure (DNS) Kategorie:Chemische Verbindung ja:デオキシリボ核酸 ko:DNA ms:DNA simple:DNA th:ดีเอ็นเอ

Mecklenburgische Seenplatte

Die im Laufe der letzten Eiszeit und danach entstandene Mecklenburger Seenplatte bildet den zentralen und südlichen Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Allgemein ist diese Bezeichnung am geläufigsten. Erdgeschichtlich betrachtet spricht die Wissenschaft auch von der Mecklenburgisch-Brandenburgischen Seenplatte, so dass der seenreiche Nordteil des Landes Brandenburg wegen der gleichen Entstehungsgeschichte hinzugerechnet werden sollte. Insbesondere sind hier das Land Ruppin, der Nordteil des Landkreises Oberhavel, die Schorfheide und die Uckermark ins Auge zu fassen. In der Mecklenburgischen Seenplatte finden sich verschiedene Naturparks und bekannte Seen mit einmaliger Flora und Fauna wie die Müritz, der Plauer See, der Fleesensee, der Kölpinsee, der Schweriner See, der Malchiner See oder der Kummerower See. In der Mecklenburgischen Seenplatte finden sich hervorragende Reviere für die Jagd. Wichtige Orte sind Waren (Müritz), Malchin, Malchow, Plau und Güstrow. Nördlich schließt sich die Mecklenburgische Schweiz an. Die Mecklenburgische Seenplatte gehört neben der Masurischen Seenplatte und der Pommerschen Seenplatte zu den drei großen Seengebieten südlich der Ostsee.

Besiedlungsgeschichte

Die Seenplatte war bereits um 10000 v. Chr. von Jägern und Fischern besiedelt, die große Steingräber hinterließen. Im 3. und 4. Jahrhundert wanderten die dort siedelnden germanischen Stämme nach Süden und wurden ab dem 6. Jahrhundert durch nachrückende elbslawische Stämme ersetzt, die sich mit der zurückgebliebenen Restbevölkerung vermischten. Seit dem 12. Jahrhundert nahm der Einfluss deutscher Siedler in der Region zu.

Neugliederung der Landkreise

Politischen Planungen zu Folge wird es künftig einen "Landkreis Mecklenburgische Seenplatte" mit der Kreisstadt Neubrandenburg geben. Dieser Landkreis wird voraussichtlich die bisherigen Landkreise Müritz, Demmin und Mecklenburg-Strelitz umfassen.

Siehe auch


- Liste der Seen in Deutschland
- Liste der größten Seen Mecklenburg-Vorpommerns
- Uckermärkische_Seen
- Westmecklenburg
- Mittleres Mecklenburg
- Vorpommern

Weblinks


- [http://www.mecklenburgische-seenplatte.de/ Land der Tausend Seen]
- [http://www.mvweb.de/regionen/seenplatte.html Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte e.V]
- [http://www.mueritz.de Tourismus Müritz & Mecklenburgische Seenplatte: MÜRITZ ONLINE] Kategorie:Region in Mecklenburg-Vorpommern

Pommersche Seenplatte

Die Pommersche Seenplatte ist eine von mehreren Seen geprägte Landschaft im Osten der Woiwodschaft Westpommern (Nordwest-Polen). Die Seenplatte ist eiszeitlichen Ursprungs und liegt eingebettet zwischen Moränenhügeln, von denen der Turmberg (329 m ü. NN) der höchste ist (höchster Berg in Nord-Polen). Sie ähnelt sehr der Masurischen- und Mecklenburgischen Seenplatte und der Holsteinischen Schweiz. Der größte See ist der Jezioro Drawsko (Dratzigsee; 18,66 km²), wichtige Orte sind Czaplinek (Tempelburg), Szczecinek (Neustettin) und Polczyn Zdroj (Bad Polzin). Weil die Pommersche Seenplatte wesentlich unbekannter als die Masurische Seenplatte ist, gilt sie als touristisch noch wenig erschlossen und ursprünglich. Kategorie:PolenKategorie:Pommern

Masurische Seenplatte

Die Masurische Seenplatte ist eine Landschaft im Nordosten von Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Im Rahmen einer eiszeitlichen Moränenlandschaft besteht sie aus einer Vielzahl von Seen. Entwicklungsgeschichtlich und landschaftlich ähnliche Seenplatten sind die Pommersche- und Mecklenburgische Seenplatte und die Holsteinische Schweiz. Die beiden größten Seen der Masurischen Seenplatte sind der der Spirdingsee (Jezioro Sniardwy; 106,6 km²) und der Mauersee (Jezioro Mamry, 104 km²). Der höchste Berg ist die Kernsdorfer Höhe (312 m ü. NN), die sich im Südwesten der Seenplatte befindet, die zweithöchste Erhebung ist der Seesker Berg (309 m ü. NN), der sich im Nordosten des Gebiets in den Seesker Höhen befindet. Wichtige Orte sind Wegorzewo (Angerburg), Gizycko (Lötzen) und Mikołajki (Nikolaiken). Die Seenplatte ist eines der Hauptzielgebiete für den Tourismus in Polen mit einer Vielzahl von Campingmöglichkeiten, Hotels und Gastronomie.

Weblinks


- [http://www.masurische-seenplatte.com/ Photos aus der Gegend]
- [http://www.poland.gov.pl/?document=569 Touristeninformation] Kategorie:Geographie (Polen) Kategorie:Ostpreußen

Seesker Höhe

Die Seesker Höhen (zumeist nur Seesker Höhe genannt; poln.: Gora Szeska) beinhalten mit dem Seesker Berg (309 m ü. NN) die dritthöchste Erhebung im nördlichen Polen. Dort liegen sie einiges südlich der Grenze zum Kaliningrader Gebiet etwa auf halber Strecke zwischen Goldap und Treuburg. Die bewaldeten Seesker Höhen, die ein südlicher Teil des Baltischen Landrückens sind, wurden in den Eiszeiten als Moräne gebildet. Sie stellen etwa die nordöstliche Begrenzung von Masuren dar. Höchste Erhebungen:
- Seesker Berg (309 m; teils auch auf 310 m beziffert)
- Woitowosberg (283 m)
- Goldaper Berg (272 m) Siehe auch:
- Turmberg - höchste Erhebung im nördlichen Polen, Pommersche Seenplatte
- Kernsdorfer Höhe - zweithöchste Erhebung im nördlichen Polen, Masurische Seenplatte
- Seesker Höhe - dritthöchste Erhebung im nördlichen Polen, Masurische Seenplatte Kategorie:Berg in Polen

Osteuropäische Ebene

Die Osteuropäische Ebene umfasst als sehr weit ausgedehnte Großlandschaft, welche die größte einheitlich gegliederte Landschaftsform Europas darstellt, die Gebiete westlich des Urals in Osteuropa. Früher wurde sie oft auch als Osteuropäisches Flachland bzw. -Tiefland bezeichnet. Sie ist eine der Russischen Großlandschaften.

Ausdehnung

Die riesige Osteuropäischen Ebene bedeckt nahezu die gesamte Fläche des europäischen Teils von Russland. Ausläufer der Ebene reichen aber auch in die Staaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Weißrussland, Ukraine, Moldawien und West-Kasachstan. Es ist recht schwierig, die Grenzen des Gebiets genau festzulegen, deshalb werden - je nach Sichtweise - einige dieser Staaten und der nachfolgend genannten Landschaften und Orte teils nicht zur Ebene gezählt. Im Norden grenzt die Osteuropäische Ebene an die Barentssee (einen Teil des Nordpolarmeeres), im Osten an das Ural-Gebirge und an den Ural-Fluss. Im Süden reicht sie bis an die Kaspische Senke, an die Nord-Ausläufer des Kaukasus und an das Schwarze Meer. Weiter westlich geht es über die Podolische Platte und die Pripjetsümpfe, die vom Prypjat durchflossen werden, in den Baltischen Landrücken über (weiter westlich schließt sich das Norddeutsche Tiefland an). Nördlich dieses Landrückens grenzt die Ebene an den Finnischen Meerbusen und an die Finnische Seenplatte. Nordöstlich von Karelien stößt sie schließlich an das Weiße Meer.

Landschaften

Innerhalb der Osteuropäischen Ebene liegen die folgenden Landschaften (etwa von Nord nach Süd):
- Timanrücken ..... Quellgebiet der Flüsse: Mesen, Wytschegda
- Nordrussisches Tiefland ..... Stromgebiet: Nördliche Dwina
- Nordrussischer Landrücken ..... Quellgebiet: Jug, Unscha
- Baltischer Landrücken ..... Flussgebiet: Düna, Memel, Weichsel
- Waldaihöhen ..... Quellgebiet: Wolga, Dnjepr und Westliche Dwina
- Moskauer Höhenrücken ..... Quellgebiet: Kljasma
- Mittelrussische Platte ..... Quellgebiet: Oka, Don, Donez
- Smolensker Höhen ..... Quellgebiet: Moskwa, Desna
- Weißrussischer Höhenrücken ..... Quellgebiet: Memel, Beresina
- Wolgaplatte ..... Quellgebie