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Banane
Die Banane (Musa) (v. arab.: banān = "Fingerspitze") ist die Frucht der rund 100 verschiedenen Arten der triploiden einkeimblättrigen Musa-Staude, die in fast allen Teilen der Tropen beheimatet sind. Der aus Blattscheiden bestehende hohle Scheinstamm und die büschelartig angeordneten Blattspreiten geben den Bananengewächsen ein palmenartiges Aussehen. Wegen ihrer Form wird die Banane auch Krummfrucht genannt. Eine Pflanze liefert im Jahr etwa 60 kg Früchte, die an einem Fruchtkolben (oft über 150 Stück) hängen. Die Früchte, die botanisch zu den Beeren gehören, haben etwa folgende Eigenschaften, fallen aber sehr unterschiedlich aus:
- 5 bis 15 Zentimeter lang,
- mehr oder weniger sichelförmig
- von gelb- grünlicher Farbe (auch ausgereift).
Das Fruchtfleisch der in den Läden Europas vorherrschenden Obstbananen (Musa paradisiaca sapientum) ist mehlig und süß. In den (vorwiegend afrikanischen) Ursprungsländern ist die grün bis rote Gemüsebanane (auch Koch- oder Mehlbanane) (Musa paradisiaca normalis) eine bedeutende Nahrungsquelle. Ihr weißlich-gelbes Fruchtfleisch, das im Geschmack mild bis leicht säuerlich ist, ist nicht zum Rohverzehr geeignet. Es wird sowohl gekocht als auch gebacken oder gegrillt. Bei den in Indonesien verbreiteten Faserbananen (auch Abaka, Musa textilis) werden die so genannten Manilafasern der Blattscheiden zu Netzen, Tauwerk und Garnen verarbeitet.
Garn
Bananen werden für den Export in Plantagen angebaut, die durch die Monokultur so stark mit Pflanzenschutzmitteln versehen werden, dass sie oft danach als vergiftetes Land abgesperrt werden müssen. Außerdem benötigt die Pflanze große Mengen an Wasser. Die Bananenstauden wachsen in den Plantagen zwei Jahre.
In dem tropischen Klima, in dem Bananen beheimatet sind, gibt es natürlich auch viele Insekten. Einige davon stechen in die Schalen der reifenden Bananen und saugen Saft heraus. Wenn es nicht zu viele Einstiche werden, hat das auf den Geschmack oder die Bekömmlichkeit der Banane keinen Einfluss. Trotzdem haben diese Einstiche Nachteile: Die Banane bekommt später an den Einstichstellen kleine kreisrunde, braune Punkte. Eine größere Anzahl von Einstichen beschleunigt die Reifung der Banane und lässt sie schneller verderben.
Um die Insekteneinstiche zu vermeiden, wird über die Staude (beziehungsweise den Fruchtkolben) eine Kunststofftüte gestülpt. Da aber die Tüte nicht vollkommen dicht abschließt, finden immer noch einige Insekten den Weg hinein. Deshalb wird die Tüte meist innen mit Pflanzenschutzmitteln besprüht, das eingedrungene Insekten schnell tötet. In dieser giftreichen Umgebung wächst dann die Banane heran. Man kann davon ausgehen, dass Bananen mit glatter, reiner Oberfläche während ihres Wachstums einer hohen Dosis Insektiziden ausgesetzt waren. Sind auf der Schale kleine braune, kreisrunde Punkte zu sehen, deutet dies darauf hin, dass einige Insekten zur Frucht vordringen konnten. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln war dann offensichtlich weniger massiv.
Pflanzenschutzmittel dann nach oben zeigt. Deshalb ist die Banane krumm. Die blauroten Blätter geben die Blüten zur Bestäubung frei, vertrocknen und fallen ab. Die Staude blüht weiter, während sie schon Früchte ausbildet.]]
Geschichte
Die Banane wird erstmals in buddhistischen (wohl indischen Texten - Sanskrit -, da Buddha erst um 560 v.Chr. geboren wurde) Texten aus dem Jahre 600 v. Chr. erwähnt. Alexander der Große entdeckte den Geschmack der Banane in den Tälern Indiens 327 v. Chr.. Bananenplantagen wurden in China bereits für das Jahr 200 n. Chr. nachgewiesen. 650 brachten islamische Eroberer die Banane nach Palästina. Arabische Händler verbreiteten die Banane schließlich über weite Teile Afrikas.
1502 gründeten portugiesische Siedler die ersten Plantagen in der Karibik und in Mittelamerika.
Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Hauptsorte die "Gros Michel". Die Früchte waren größer und geschmackvoller als die heutigen Bananen. Diese Sorte wurde durch die Panama-Krankheit ausgerottet. Heute ist die Hauptsorte die "Cavendish". Seit Anfang der 90er Jahre ist eine Art der Panama-Krankheit bekannt, die auch diese Sorte angreift. Geschmacklich ähnliche Alternativen und Heilung gibt es derzeit (2005) noch nicht wirklich und die Schätzung ist, dass in 10-20 Jahren auch die Cavendish der Geschichte angehört.
Reifung
Bananen dürfen nicht an der Staude reifen. Ließe man die Früchte zum Reifen an der Pflanze hängen, würden sie aufplatzen und nicht süß, sondern mehlig schmecken. Auch in den Anbauländern der Banane werden die Bananenbüschel traditionell von den Einheimischen grün geerntet und an einen schattigen Ort gebracht, um dort allmählich auszureifen.
Beim Export werden die Bananen geerntet, innerhalb eines Tages verpackt und auf Kühlschiffe verladen. Bei einer Temperatur unter 13,2 Grad wird die natürliche Reifung unterbrochen, sodass die grünen Bananen den langen Weg problemlos überstehen. Ist die Temperatur zu hoch, landen die Bananen gelb an und sind unverkäuflich, ebenso bei einer zu geringen Temperatur von unter 12 Grad, bei der die Bananen grau werden und verderben.
Reifung
Nach der Entladung aus den Kühlschiffen werden die noch grünen Bananen in eine der vielen Bananenreifereien gebracht. Die Reifung der Bananen erfolgt in Reifekammern bei Temperaturen zwischen 14,4 und 17,7 Grad und dauert 4 - 8 Tage. Damit die Bananen innerhalb einer Kammer alle zu gleicher Zeit reifen, leitet man anfänglich Ethen (Ethylen) ein. Dies ist ein natürliches Gas, das die Früchte selbst während der Reifung produzieren, das aber im grünen Zustand noch nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, um die Reifung zu aktivieren.
Die Reifung selbst ist ein biochemischer Vorgang, bei dem Stärke in Zucker umgewandelt wird. In grünen Bananen liegt das Stärke-Zucker-Verhältnis bei 20: 1, am Ende der Reifung bei 1:20. Je gelber die Schale, umso größer ist der Zuckeranteil und umso mehr schmeckt die Frucht nach Banane. Wie weit die Reifung fortgeschritten ist, lässt sich somit leicht an der Farbe erkennen. Vollreife Bananen bekommen beim Transport und bei weiterer Lagerung schnell schwarze Flecken, dagegen kann man grüne Bananen problemlos kaufen und zu Hause ausreifen lassen. Ein beigelegter reifer Apfel oder eine Abdeckung können den Reifungsprozess beschleunigen. Äpfel und Tomaten geben Ethylen ab, was den Reifungsprozeß der Bananen stark beschleunigt.
Zusammensetzung und Ernährung
Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (EU NWKRL 90/496/EWG) & REWE Nährwerttabelle
Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (EU NWKRL 90/496/EWG)
Des Weiteren enthalten Bananen ungefähr 23% Kohlenhydrate, 1% Eiweiß und 2,6% Ballaststoffe. Auch finden sich in Bananen Phosphor sowie verschiedene Spurenelemente wie etwa Selen. Hingegen sind andere Vitamine als Vitamin C nur wenig bis kaum vorhanden. Sämtliche Werte schwanken je nach Züchter, Reifegrad und Wachstumsbedingungen.
Vitamin C
Unreife Bananen enthalten ungekocht schwer verdauliche Stärke, die erst durch den Reifungsprozess zu Frucht-, Trauben- und Rohrzucker umgewandelt wird. Reife Bananen dagegen enthalten nur 1-2% Stärke und sind daher sehr leicht verdaulich und deshalb auch als Krankenkost geeignet.
Neben ihrer Eigenschaft als guter Energiespender enthalten Bananen auch sehr viel Kalium. Daher werden Bananen Patienten empfohlen, die an Kaliummangel leiden, was sich in Muskel- und Nerven- und insbesondere Herzproblemen äußert.
Wegen ihrer leichten Verdaubarkeit eignen sich Bananen bei der Behandlung von Darmbeschwerden wie zum Beispiel Durchfall. Ungewöhnlich an Bananen ist, dass sie auch bei Verstopfung wirken. Andere Früchte, die sich positiv auf den Darm auswirken, sind unter anderem Mangos, Feigen, Ananas und Papaya.
Weltproduktion von Bananen
Papaya
Im Jahr 2001 wurden weltweit 67,1 Millionen Tonnen Bananen geerntet.
Der weltweit größte Produzent ist Indien mit 15,1 Millionen Tonnen vor Ecuador mit 7,56 Millionen Tonnen. Weitere bedeutende Produzentenländer sind Brasilien (5,5 Mio. t), China (5,2 Mio. t), Philippinen (4,5 Mio. t), Indonesien (3,6 Mio. t), Costa Rica (2,7 Mio. t), Mexiko (2,0 Mio. t), Thailand (1,7 Mio. t), Kolumbien (1,7 Mio. t), Burundi (1,5 Mio. t) und Vietnam (1,3 Mio. t). Hauptexportländer sind die mittelamerikanischen Staaten.
Hauptimporteure sind weltweit die USA, die Europäische Union und Japan.
Bananen als Zimmerpflanzen
In den letzten Jahren setzt die die Banane vor allem in Mitteleuropa auch als Zimmerpflanze - aufgrund ihrer Größe jedoch vornehmlich in Wintergärten - zunehmend durch. Der Handel bietet hierfür verschiedenste Arten als reine Zierpflanzen oder auch als Fruchtpflanzen an. Seit dem Frühjahr 2005 bieten viele Gartenversand-Gärtnereien eine winterharte Bananenstaude (Musa Basajoo Sakalinensis) an. Diese Staude ist für die Freilandpflanzung an einem sonnigen Standort im Garten geeignet und kann bis zu 3 Meter groß werden. Allerdings trägt diese keine oder nur sehr selten Früchte. Genießbare Früchte sind insbesondere von der Sorte "Musae Banana" zu erwarten.
Die Vermehrung der Bananenstaude erfolgt entweder durch Samen, die im gut sortierten Fachhandel erhältlich sind, oder durch Wurzelschösslinge, so genannte Kindel. Diese können ab einer bestimmten Größe (etwa 5 vollwertige Blätter) durch Teilung der Knolle von der Mutterpflanze getrennt werden. Die Aufzucht mittels Samen erfordert etwas Zeit, da die Keimdauer der Banane relativ lange dauert. Bildet eine Pflanze Wurzelschösslinge aus und sollen diese nicht weiter Verwendung finden, sollten diese relativ schnell von der Mutterpflanze entfernt werden um die Mutterpflanze zu stärken.
Die Bananenstaude braucht direktes Sonnenlicht, mag es sehr warm und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Wasserbedarf ist sehr hoch, der Nährstoffbedarf ebenfalls, so dass die Pflanze jede Woche mit Dünger versorgt werden sollte. Der Boden sollte durchlässig, humos und tiefgründig sein - Staunässe ist unter allen Umständen zu vermeiden. Gießen auf keinen Fall mit kaltem Wasser und mit Ausnahme der Musa Basajoo Sakalinensis Temperaturen unter 15°C vermeiden. Ebenfalls sollte Zugluft unter allen Umständen vermieden werden. Blätter mit deutlich eingetrocknetem Rand entfernen. Sollte die Pflanze z.B. durch Schädlingsbefall oder falsche Pflege einzugehen drohen, dann den Stamm etwa 2 cm über der Erde abschneiden und wie gewohnt weiterpflegen. Die im Erdreich verbliebene Knolle treibt innerhalb kürzester Zeit wieder aus. Die Größe des Topfes entscheidet über die zu erwartende Größe der Pflanze. Umtopfen im Frühjahr, dabei einen Teil des Wurzelballens (nicht der Knolle) entfernen. Nach einer kurzen Phase der Stagnation wächst die Pflanze schneller als zuvor und bildet sehr schnell Kindel aus.
Die Bananenstaude wächst extrem schnell (1cm pro Tag) und produziert etwa ein Blatt pro Woche - dies sollte bei der Standortwahl berücksichtigt werden. Damit eine Bananenstaude z.B. in einem Wintergarten trägt, muss sie über einen ausreichend großen Topf verfügen und nach oben und zur Seite genügend Platz haben - die Blätter sollten nicht anstoßen. Eine Fruchtbildung ist unter diesen Bedingungen nach etwa 5-6 Jahren zu erwarten (in der freien Natur bereits nach einem Jahr). Zu beachten ist, dass die Pflanze nach der Fruchtphase abstirbt und die Knolle dann neu austreibt.
Unternehmen im Bananenhandel
- Cobana Hamburg
- Chiquita
- Del Monte
- Dole
- Fyffes
- Port International GmbH
- Sixaola
- Anton Dürbeck GmbH / Excelban
- Portes Ouvertes
- Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)
Museen zur Banane
Es gibt das [http://www.bananenmuseum.de Erste deutsche Bananenmuseum] in Sierksdorf und das [http://www.b-a-m.de/ Bananen-Aufkleber-Museum] in Kassel.
Literatur
- Herbert Otto: Warum ist die Banane krumm?, Fischer, ISBN 3-89514-351-0
- The Banana Dispute, Springer, ISBN 3-211-83727-2
- Monika Machon, Gerhard Medoch: Manuel auf der Bananeninsel, Volk und Wissen Verlag, ISBN 3-06-100391-6
Siehe auch
- Bananen Split
- Bananensaft
- Bananennektar
- Bananengürtel
- Bananenprinzip
- Bananenreiferei
- Bananenrepublik
- Bananenverordnung
- Fairer Handel
- Obst
- Pompe (Bananen-Bier)
Weblinks
- [http://www.banafair.de/ Organisation für den Fairen Handel mit Bananen - BANAFAIR]
- [http://www.kidsnet.at/Sachunterricht/banane.htm Erklärung für Kinder]
- [http://www.fruitlife.de/inside.php?in=encyclopedia/banane-de.htm ausführliche Beschreibung] von Fruitlife® (Portal für Obst mit Früchtelexikon)
- [http://www.barabas.de/kunden/banane/haupt.htm Informationsgemeinschaft Bananen]
- [http://www.bananensprayer.de/ Bananenkunst] von Thomas Baumgärtel
- [http://www.tanz-um-die-banane.de/ Tanz um die Banane] - Handelsware und Kultobjekt, ausführliche Dokumentation einer Sonderausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg
- [http://www.allesbananen.de.vu/ Kiki´s Bananenpage] - Rezepte zum Backen und Kochen sowie für den Nachtisch
- Artikel „[http://www.docs.at/tips/0118.htm Die Banane macht fit und fröhlich]“
- Artikel „[http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/vvv/alles-frisch/2002/11/21/ Bananen]“ - Gesund, schmackhaft und optimal verpackt
- [http://www.projekt-mahlzeit.de/aufgeschmeckt/html_verz/bananenreise/ Aufgeschmeckt!] - Darstellung von der Aktion „Brot für die Welt“
- [http://www.kuebelpflanzeninfo.de/exot/bananenstaude.htm Anzucht einer Bananen-Staude]
- [http://www.kraeuter.ch/banane/banane.htm Beschreibung] aus dem Kräuterbuch von Jacob Theodor
Kategorie:Bedecktsamer
Kategorie:Obst
- [http://www.popsci.com/popsci/science/5a4d4c3ee4d05010vgnvcm1000004eecbccdrcrd.html Kann diese Frucht gerettet werden? (engl.)]
ja:バナナ
ms:Pisang
simple:Banana
Wikipedia:TaxoboxenACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen!
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Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel).
Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen.
Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].
Übergeordnete Taxa
Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.
Untergeordnete Taxa
Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.
Schreibweise der Taxa
Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.
Wissenschaftlicher Name
Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung.
Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.
Keine Kommentare in der Taxobox
Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.
Bild
Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden.
Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.
Weitere Informationen in der Taxobox
In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.
Schablone für Copy and Paste
Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.
Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum
Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden.
Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.
Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox
Beispiel für eine Pflanzenart
Beispiel für eine Tierfamilie
Beispiel für einen Speisepilz
Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox
Taxoboxen
Taxoboxen
Kategorie:WikiProjekt Lebewesen
Frucht (Botanik)Die Frucht ist die Gesamtheit der Organe, die aus einer Blüte hervorgehen, die die Samen bis zu deren Reife umschließen. An der Bildung einer Frucht können außer dem Fruchtblatt zum Beispiel folgende Organe beteiligt sein: Achsengewebe (beispielsweise der Blütenboden), Blütenhülle, Spelzen.
Die Frucht dient der Verbreitung. Je nachdem, ob die Samen von der Frucht eingeschlossen oder im reifen Zustand freigesetzt werden, unterscheidet man zwischen Schließ- und Streufrüchten. (Im allgemeinen Sprachgebrauch wird jedoch nicht immer zwischen den Samen und der Frucht klar unterschieden.)
Aufbau
Fructus - Frucht
Karpell - Fruchtblatt
Cupula - Fruchtbecher
Perikarp - Fruchtwand
- Exokarp - äußere Schicht
- Mesokarp - mittlere Schicht
- Endokarp - innere Schicht
Einteilung
- nach Art des Fruchtknotens: (Mehrblatt, Einblatt)
- nach Verschluss der reifen Samen: Schließfrüchte - Streufrüchte
- Zerfallfrüchte - Balgfrüchte - Hülsenfrüchte
- Nussfrüchte - Kapselfrüchte - Steinfrüchte - Beerenfrüchte
- nach Wassergehalt: Trockenfrüchte - Saftfrüchte
- nach Gruppierung an der Pflanze: Einzelfrüchte - Sammelfrüchte - Fruchtstand
Einzelfrüchte
Streufrüchte
- Balgfrucht
: - besteht aus einem Fruchtblatt, das an der Bauchnaht verwächst (Winterling) und mit nur einer Naht öffnet
- Hülse
: - besteht aus einem Fruchtblatt, das sich an zwei Nähten, der Bauch- und Rückennaht öffnet (Hülsenfrüchtler)
- Schote, Schötchen
: - besteht aus zwei oder vier Fruchtblättern mit Plazentarleisten (Kreuzblütler)
- (Spalt-, Poren-, Deckel-) Kapsel
: - besteht aus zwei zu einem synkarpen Fruchtknoten verwachsenen Fruchtblatt (Schlafmohn, Baumwolle)
Schließfrüchte
- Beere
: - Fruchtwand ist fleischig, saftig oder selten trocken (Johannisbeere, Tomate, Gurke, Kürbis)
- Steinfrucht
: - vereint Merkmale von Beere und Nuss (Kirsche, Pflaume, Holunder, Mandel)
- Nussfrucht
: - alle drei Fruchtwandschichten sind verholzt (Haselnuss)
: - Achäne - mit unterständigem Fruchtknoten (Sonnenblume, Löwenzahn)
: - Karyopse - mit oberständigem Fruchtknoten (Reis, Weizen, Roggen)
: - Doppelachäne (Spaltfrucht) - (Kümmel, Fenchel)
- Bruchfrucht
: - alle Fruchtwandteile umhüllen den Samen (Hedrichs, Klausen der Lippenblütler)
Sammelfrüchte
- Sammelbalgfrucht
: - (Kolanuss, Apfel, Birne)
- Sammelsteinfrucht
: - (Himbeere, Brombeere)
- Sammelnussfrüchte
: - Sammelnuss - (Erdbeere, Hagebutten)
: - Nussverbände - (Maulbeeren, Brotfrucht)
Fruchtstände
: - (Linde, Ananas, Feige)
Siehe auch
- Exotenfrucht
- Lagerfrucht
- Obst
- Fruchtgemüse
- Karpologie
- Scheinfrucht
Kategorie:Pflanzenmorphologie
simple:Fruit
ja:果物
simple:Fruit
zh-cn:水果
zh-tw:水果/繁
Art (Biologie)Eine Art ist eine Population von Lebewesen, deren Individuen auf Grund von Vererbung Ähnlichkeiten in Bau- und Leistungsmerkmalen aufweisen. Sie sind in diesen Merkmalen von Individuen anderer Arten unterscheidbar. Das Fremdwort für den Begriff Art ist Spezies (von lat. species, die Art).
Für die Systematik ist Art eine Ebene in der Hierarchie des klassifikatorischen Systems der Lebewesen. In diesem System können Arten in verschiedene Unterarten, Rassen, Varietäten oder Formen unterteilt werden. Der Art übergeordnet ist das Taxon der Gattung.
Der Begriff "Art" ist ein theoretisches Konzept. Versuche einer klaren Definition waren bisher nicht eindeutig und allgemein gültig erfolgreich. Im Folgenden sind die wichtigsten Definitionskonzepte dargestellt. Diese Artkonzepte werden in der Biologie noch immer heftig diskutiert. Ihre Verwendung in der wissenschaftlichen Praxis hängt zumeist von der biologischen Teildisziplin und vom Forschungsgegenstand ab.
Morphologisches (typologisches) Artkonzept
:Arten sind Gruppen von Organismen, die sich bezüglich morphologischer Merkmale eindeutig voneinander unterscheiden lassen.
:Eine Population wird derjenigen Art zugerechnet, deren Typusbeschreibung mindestens 75 % der Individuen entsprechen.
Eine auf Grund dieses Konzepts definierte Art wird als Morphospezies bezeichnet.
Hauptprobleme dieses Konzepts:
- künstliche Einengung der Variationsbreite auf einen abstrakten Typus
- Subjektivität:
Beispiel Paläontologie: Ein Fund von Fossilien zweier Individuen in der gleichen Fundschicht, also praktisch zeitgleich lebend, unterscheiden sich stark voneinander:
- Sie können jetzt zwei verschiedenen Arten zugeordnet werden, wenn man der Meinung ist, dass sie stark genug von einem morphologischen Typus abweichen. Sie können aber auch der gleichen Art zugeordnet werden, wenn man der Meinung ist, dass in dieser Art auch eine größere Variationsbreite, die die Funde mit einschließt, angenommen werden kann.
- Die Unterschiede können aber auch auf einen deutlichen Sexualdimorphismus (Unterschiede in der Erscheinung der Männchen und Weibchen) innerhalb einer Art zurückzuführen sein.
Diese Probleme werden mit zunehmender Zahl der Funde und damit Kenntnis der tatsächlichen Variationsbreite geringer, lassen sich aber nicht vollständig beseitigen.
Bei rezenten Lebewesen lassen sich neben den morphologischen Merkmalen auch ethologische, anatomische, physiologische, biochemische und molekulare Merkmale zur Bestimmung heranziehen. In weiten Bereichen, z.B. in der Mikrobiologie oder bei den Nematoden versagen morphologische Artabgrenzungen weitgehend.
Chronologisches Artkonzept
Auch dieses Konzept findet vorwiegend in der Paläontologie Anwendung und ist letztlich nur eine Erweiterung des morphologischen Artkonzeptes um den Faktor Zeit:
:Eine Art wird durch eine Sequenz zeitlich aufeinander folgender Populationen charakterisiert, deren Individuen innerhalb einer bestimmten morphologischen Variationsbreite liegen.
Dieses Konzept ist dann gut anwendbar, wenn praktisch lückenlose Fundsequenzen vorliegen.
Biologisches (populationsgenetisches) Artkonzept
:Eine Art (Biospezies) besteht aus mindestens einer Population, deren Genpool gegen andere Populationen generativ durch Fortpflanzungsisolation (reproduktive Isolation, siehe Biologische Evolution) isoliert ist.
:Angehörige einer Art sind abgesehen von geschlechtspezifischen Merkmalen morphologisch oder physiologisch nur in einzelnen Merkmalen unterscheidbar und können unter natürlichen Bedingungen fruchtbare Nachkommen erzeugen.
:Ernst Mayr 1969: Eine Art ist eine reproduktive Gemeinschaft von Populationen (reproduktiv isoliert von anderen), die eine besondere Nische in der Natur einnimmt.
Beispiele:
- Pferd und Esel sind zwar kreuzbar, haben aber keine fruchtbaren Nachkommen, gehören damit zu verschiedenen Arten.
- Löwe und Tiger sind kreuzbar (sog. "hybride Katzen": Liger und Tigon) und haben unter Umständen fruchtbare Nachkommen, leben aber in verschiedenen Verbreitungsgebieten, lassen sich morphologisch voneinander abgrenzen und gehören damit zu verschiedenen Arten.
Problematik:
- Spitzfindig könnte man frühere Generationen einer Art, die sich ja mit den rezenten Generationen nicht mehr kreuzen können, nach dem Wortlaut dieser Artdefinition als zu einer anderen Art gehörend ansehen. Eine tatsächliche Zeitbarriere zwischen gleichzeitig existierenden Populationen besteht jedoch z.B. zwischen der Frühjahrsform und der Herbstform des Landkärtchen-Schmetterlings. Sie unterscheiden sich farblich stark, kommen in unserm Klimabereich nicht mehr reproduktiv in Kontakt, können aber im Labor fruchtbar gekreuzt werden und gelten deshalb offiziell als eine gemeinsame Art.
- Arten, die sich nur ungeschlechtlich vermehren, werden durch die Definition nicht erfasst.
- Orchideen können sich z.T. sogar über Gattungsgrenzen hinweg fruchtbar kreuzen. Dennoch bilden diese Hybriden die quantitative Ausnahme, während die verschiedenen morphologisch beschriebenen Orchideenarten unterscheidbar bleiben und typreine Populationen bilden.
- Individuen, die sich in einer Population nicht fortpflanzen können (zum Beispiel Arbeiterinnen bei Ameisen oder Bienen) werden scheinbar nicht erfasst. Sie haben aber nachweislich gemeinsame Eltern mit den fruchtbaren Individuen und gehören deshalb zweifelsfrei zur Artpopulation.
Phylogenetisches (evolutionäres) Artkonzept
Dieses Artkonzept schließt das biologische mit ein.
:Eine Art ist eine (monophyletische) Abstammungsgemeinschaft aus einer bis vielen Populationen in einer bestimmten Zeitspanne.
:Eine Art beginnt nach einer Artspaltung und endet
:# wenn alle Individuen dieser Art, ohne Nachkommen zu hinterlassen, aussterben oder
:# wenn aus dieser Art durch Artspaltung zwei neue Arten entstehen.
Eine Artspaltung ist gekennzeichnet durch die (natürliche) reproduktive Isolation von Teilpopulationen, die durch geografische, morphologische, genetische oder ökologische Barrieren bewirkt wird.
Phylogenetische Anagenese ist die Veränderung einer Art im Zeitraum zwischen zwei Artspaltungen, also während ihrer Existenz.
Fossilien können zwar auch hier nur auf Grund morphologischer Merkmale einer Art zugeordnet werden, dies erfolgt aber auf der Grundlage einer Verwandtschaftsanalyse, dem Instrumentarium der phylogenetischen Systematik und nicht auf Grund einer Zuordnung zu einem abstrakten Typus oder Bauplan.
In phylogenetischen Bäumen werden die meist anhand eines oder mehrerer Gene ermittelten Verwandtschaftsbeziehungen zwischen verschiedenen Arten dargestellt.
Physiologische Definition bei Bakterien
Bakterien zeigen nur wenige morphologische Unterscheidungsmerkmale und weisen praktische keine Rekombinationsschranken auf. Deshalb wird der Stoffwechsel als Unterscheidungskriterium von Stämmen herangezogen.
Der wissenschaftliche Name einer Art (traditionell meist lateinischen oder griechischen Ursprungs) setzt sich nach der so genannten binären Nomenklatur aus dem Gattungsnamen (großgeschrieben) und dem Artnamen (kleingeschrieben) zusammen. Er wird im Text gewöhnlich kursiv gesetzt oder alternativ unterstrichen. Völlig korrekt im wissenschaftlichen Sinne wird der Artname erst dann, wenn dem Gattungs- und Artname noch die Autoren beigefügt werden, die die Art als erstes beschrieben haben. Diese Regel sollte in wissenschaftlichen Publikationen immer dann befolgt werden, wenn keine bibliografische Referenz zur Artbeschreibung erfolgt. Um Druckraum zu sparen werden die Autorennamen meist abgekürzt, beispielsweise "L." steht für Linné.
- Beispiel:
Shiitake Lentinula edodes (Berk.) Pegler
M. J. Berkeley hat die Art zuerst beschrieben, D. Pegler hat sie in das heute gültige System eingeordnet
Geschichtliche Entwicklung des Artbegriffes
Die Entwicklung des Artbegriffs ist eng mit der Entwicklung der Vorstellung von der Veränderlichkeit der Arten verknüpft:
Der Beginn der wissenschaftlichen Klassifizierung der Lebewesen liegt im 18. Jahrhundert bei Carl von Linné, der die Fortpflanzungsorgane (zum Beispiel Blüten) als wesentliche Merkmale nahm. Er ging (bewusst oder unbewusst) von einem idealisierten Artenbegriff aus: Nach dem Verständnis seiner Zeit stellte eine Art eine unveränderliche Einheit dar, und Linné versuchte, Standardexemplare jeder Art zu identifizieren. Die natürlich vorkommende Variabilität verstand er als Abweichungen oder Abartigkeiten.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verdichteten sich die Beobachtungen, dass die Arten im Laufe ihrer Naturgeschichte Änderungen durchmachen. Charles Darwins Evolutionstheorie konnte diese Beobachtungen zusammenfassend erklären. Jedes Individuum vererbt die eigenen Merkmale an die Nachkommen. Variationen innerhalb von Populationen sind hierin keine Abweichungen von einer (ideellen) Norm sondern zum Überleben der Art notwendig. Individuen mit ungeeigneten Merkmalen werden durch Selektion im Mittel weniger Nachkommen haben, und somit ihre Merkmale nicht weitergeben.
Damit wurde die gemeinsame Abstammung zum wesentlichen Merkmal der Bestimmung einer Art.
Eine Folgerung aus der Theorie von Darwin ist, dass alles Leben auf der Erde von einer (oder einer Gruppe von) primitiven Organismen abstammen muss. Daher ist nicht die Tatsache der gemeinsamen Abstammung, sondern der Verwandtschaftsgrad ausschlaggebend für die Definition einer Art.
Eine zweite Folgerung ist, dass eine Art nur zu einem bestimmten Zeitpunkt wohldefiniert ist. In der Vergangenheit können zwei Populationen, die heute als zwei Arten aufgefasst werden, eine Art gewesen sein. Beispielsweise geht man davon aus, dass der Eisbär sich vor einigen 10.000 bis wenigen 100.000 Jahren von einer in Sibirien lebenden Population des Braunbären abgespaltet hat. In der Zukunft mag sich eine heutige Art in mehrere aufspalten.
Zitate
- "Es gibt nur zwei Art-Konzepte, alles andere sind Definitionen, wie man eine Art als systematische Einheit, also als Taxon, umschreiben soll. Die beiden Konzepte sind das typologische Artkonzept, das eine Art als etwas beschreibt, was sich deutlich äußerlich von anderen Lebewesen unterscheidet, und das biologische Artkonzept, was Arten als Gemeinschaften von Individuen bezeichnet, die potenziell fortpflanzungsfähige Nachkommen mit einander zeugen können. Andere Artkonzepte gibt es nicht." Ernst Mayr
- "Bakterien haben keine Arten. Netzeitung: Was dann? Mayr: Das überlasse ich den Mikrobiologen. Das verstehen die ja selber noch nicht. Archaebakterien zum Beispiel tauschen Gene mit Bakterien aus, Bakterien und Archaebakterien jeweils unter einander sowieso. Muss man also alle Bakterien als große Fortpflanzungsgemeinschaft, also als eine Art bezeichnen? Bakterien haben keine Arten. Die ersten Arten, die es gibt, sind schon Eukaryonten. Warum man einen Zellkern braucht, um eine Art sein zu können, weiß ich auch nicht." Ernst Mayr
Literatur
- Animal Species and Evolution (1963; deutsch: Artbegriff und Evolution, 1967)
- Werner Kunz: Was ist eine Art? In der Praxis bewährt, aber unscharf definiert. Biologie in unserer Zeit 32(1), S. 10 - 19 (2002),
Weblinks
- http://www.abi-bayern.de/bio/evol1.htm
Ein Link zu einer einzelnen Art:
- http://www.sandhai.de/
Ein Pressebericht, der viele wissenschaftliche Zweifel offen lässt:
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20612/1.html Neuer Wirt, neue Art (Artikel aus Telepolis)]
Siehe auch
Artbildung, Evolutionstheorie, Taxonomie
Kategorie:Evolution
Kategorie:Taxonomie
ja:種 (生物)
ms:Spesies
th:สปีชีส์
PolyploidieAls Polyploidie bezeichnet man in der Biologie das Phänomen, dass manche Arten mehr als zwei Sätze von Chromosomen in ihren Zellen besitzen.
Ein einfacher (haploider) Chromosomensatz enthält jedes Chromosom einmal, ein doppelter (diploider) Chromosomensatz zweimal. Ab drei Chromosomensätzen spricht man von Polyploidie:
- triploid: drei Chromosomensätze, z.B. bei manchen Bärtierchen (Tardigrada) und selten bei Amphibien
- tetraploid: vier Chromosomensätze, z.B. bei manchen Salmonidae
- hexaploid: sechs Chromosomensätze
- octoploid: acht Chromosomensätze, z.B. manche Stören
Auch bei Pflanzen gibt es häufig Polyploidie, z.B. beim Weizen, bei vielen Farnen und bei Orchideen. Beim Weizen ist es eine besondere Form der Polyploidie: die Allo- (Amphi)polyploidie. Es sind die Chromosomensätze 3 verschiedener Arten zu einer neuen Art vereinigt, dem Weizen. Diese Art der Polyploidie spielt eine erhebliche Rolle bei wirtschaftlich bedeutenden Arten, z.B ist der Raps ebenfalls so entstanden. Polyploidie kann sich nicht selten in einer erhöhten Vitalität äußern, da die Transkription der Proteinbiosynthese stärker parallel erfolgen kann und daher die Produktion von Eiweißen, z.B. Enzymen, schneller möglich ist. Eine weitere Form der P. ist die Endopolyploidie, dabei sind bestimmte Gewebe oder Zellen eines Organismus separat polyploid. Beispiel: Brennhaare der Brennnessel, Megakaryozyten des Menschen. Genetisch bedeutsam ist auch, dass ein Individuum dadurch mehrere unterschiedliche Allele eines Gens und daher - bei Mischerbigkeit - einen erhöhten Heterosis-Effekt aufweisen kann.
Eltern mit unterschiedlichem Ploidiegrad können in der Regel keine miteinander kompatiblen Geschlechtszellen produzieren. Daher wirkt eine Polyploidisierung nicht selten als genetische Barriere bei der Artbildung. Sie ermöglicht auch das Entstehen neuer Arten ohne geographische Isolation, also eine sympatrische Artbildung.
Siehe auch: Evolutionstheorie
Kategorie:Genetik
Staude
Stauden (von mittelhochdeutsch „stude“) ist im wesentlichen ein gärtnerischer Begriff.
Beschreibung
Stauden sind mehrjährige ausdauernde (perennierende) krautige Pflanzen, deren oberirdische Pflanzenteile im Gegensatz zu Bäumen und Sträuchern nicht verholzen, sondern krautig weich sind und in der Regel nach jeder Vegetationsperiode absterben. Im Gegensatz zu den anderen krautigen Pflanzen, den Einjährigen und den Zweijährigen, überdauern Stauden mehrere Jahre. Stauden überwintern je nach Art in Form von Rhizomen (im Volksmund Wurzelstöcken, aber es sind Teile des Sprosses), Knollen, Zwiebeln, Stolonen (Ausläufern, Teile des Sprosses) und Wurzelspeicherorganen etc., die sich sowohl unter als auch knapp über der Erdoberfläche befinden können. Aus den Überwinterungsknospen treiben die Stauden in den folgenden Vegetationsperioden immer wieder aus. Abweichend von dieser Regel gibt es unter den Stauden auch eine Reihe wintergrüner Arten, die nicht "einziehen". So ist der Begriff Staude relativ eindeutig umgrenzt, während der Begriff Kräuter, der gelegentlich auch für Stauden verwendet wird, sehr viele Bedeutungen und Verwendungen hat.
Was zählt alles zu den Stauden?
Das Spektrum der Stauden reicht von kleinen Sukkulenten (Sukkulente werden allerdings üblicherweise nicht Stauden genannt) (fleischig-saftige Stauden, die sich besonders der Trockenheit angepasst haben) bis hin zu großen Prachtstauden. Neben den eigentlichen "Blütenstauden" zählen auch die meisten winterharten Farne sowie viele Gräser, Zwiebel- bzw. Knollenpflanzen und Wasserpflanzen zu den Stauden.
Staude des Jahres
Seit dem Jahr 2000 wird durch den [http://www.stauden.de Bund deutscher Staudengärtner] alljährlich eine gärtnerisch bedeutsame Pflanzengattung zur Staude des Jahres ernannt.
Staudenverwendung im Garten
Die Stauden unserer Gärten stammen aus den gemäßigten Klimazonen aller Kontinente. Das Sortiment der heimischen Stauden und der Stauden aus dem Mittelmeerrraum, welche schon seit Jahrhunderten in mitteleuropäischen Gärten kultiviert werden, wurde in den letzten drei Jahrhunderten zunehmend durch eine Vielzahl an Stauden vor allem aus Asien und Nordamerika bereichert.
Bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus bestimmten hauptsächlich heimische Gewürz- und Heilpflanzen die Palette der Stauden in den Gärten. Schmuckstauden fanden sich dort zunächst nur in geringer Zahl. Nachdem das Angebot gartenwürdiger Stauden von anderen Kontinenten ab der Mitte des 18. Jahrhunderts deutlich zugenommen hatte, initiierten seit 1870 englische Staudenenthusiasten wie William Robinson und Gertrude Jekyll die Zusammenstellung von Stauden zu kunstvollen Pflanzungen nach rein ästhetischen Gesichtspunkten. Und in Deutschland weckte der Staudenzüchter und Gartenpoet Karl Foerster in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Begeisterung für die Staudenverwendung im Garten mit Büchern wie dem "Blütengarten der Zukunft".
Während in Großbritannien aufgrund der Gunst des Klimas Stauden vorwiegend nach ihren ästhetischen Qualitäten verwendet werden, richtet sich das Interesse in Deutschland zunehmend auf eine an den natürlichen Standortbedingungen orientierte Staudenverwendung. Die Zuordnung der Stauden zu [http://www.garten-groene.de/lebensbereiche.html Lebensbereichen] wie Gehölz, Gehölzrand, Freifläche, Steinanlage, Beet oder Wasserrand ermöglicht auf einfache Weise die Zusammenstellung langlebiger Pflanzengemeinschaften für Pflanzplätze unterschiedlichster Art. Die wachsende Zahl gärtnerisch kultivierter Stauden wird vom [http://www.staudensichtung.de Arbeitskreis Staudensichtung] systematisch geprüft, bewertet und den entsprechenden Lebensbereichen zugeordnet.
Hervorragende Staudengärten in Deutschland
- [http://www.fh-weihenstephan.de/fgw/lehrgaerten/sichtungsgarten Staudensichtungsgarten Weihenstephan]
- [http://www.bambus.de/archiv/gaerten/hermannshof Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof Weinheim]
Staude des Jahres
Beispiele
- Akelei
- Anemone
- Bergenie
- Enziane
- Hosta
- Lilien
- Phlox
- Rittersporn
- Salbei
Literatur
- Die Freiland-Schmuckstauden. Hrsg. von Hans Simon. 5. Aufl. Stuttgart 2002.
- Hansen, Richard/Stahl, Friedrich, Die Stauden und ihre Lebensbereiche. 5. Aufl. Stuttgart 1997.
- Phillips, Roger/Rix, Martyn, Stauden. München 1992.
- Fessler, Alfred, Der Staudengarten. Stuttgart 1991.
- Gestalten mit Stauden. Hrsg. von Karlheinz Rücker. Stuttgart 1993.
- Gartenpraxis. Ulmers Pflanzenmagazin. Stuttgart. Erscheint monatlich.
- Die Stauden-CD. Hrsg. von Hans Götz et al. 3. Aufl. Stuttgart 2001.
Weblinks
- [http://www.pflanzen-datenbank.de/stauden/ Stauden-Datenbank]
- [http://www.stauden.de Bund deutscher Staudengärtner]
- [http://gds-staudenfreunde.de Gesellschaft der Staudenfreunde e.V.]
- [http://www.perenne.de Perenne e.V. - Verein für Staudenzüchtung und Sortimentsentwicklung]
Kategorie:Pflanzentyp
ja:多年生植物
Palmengewächse
Die Palmengewächse oder Palmen (Arecaceae, veraltet Palmae oder Palmaceae) sind eine Familie der Bedecktsamer (Magnoliophyta) und einzige Familie der Ordnung der Palmenartigen (Arecales), die schon vor etwa 70 Millionen Jahren in der Kreidezeit weit verbreitet war. Die Familie der Palmen hat laut aktuellen Schätzungen 200 Gattungen mit etwa 5 Arten.
In der Familie der Palmen findet sich das längste Blatt (bei Palmen der Gattung Raphia mit bis zu 25 Meter Länge), der größte Same (von der Seychellenpalme mit bis zu 22 kg Gewicht), sowie der blütenreichste Blütenstand Infloreszenz (in der Gattung Corypha mit geschätzten 10 Blüten pro Infloreszenz) des Pflanzenreichs.
Beschreibung
Palmengewächse sind mehrjährige, holzige Pflanzen, mit einem charakteristischen Blattschopf. Palmen gehören zu den Einkeimblättrigen Blütenpflanzen und vermehren sich durch Samen, eine vegetative Vermehrung, wie bei vielen anderen Pflanzen erfolgt bei ihnen nicht. Der Stamm weist, anders als bei Bäumen, kein sekundäres Dickenwachstum auf. Schon am Beginn des Wachstums einer Palme erreicht der Stamm weitestgehend seine endgültige Dicke. Selten sind Palmen verzweigt, Ausnahme z.B. Hyphane-Arten. Einige Arten kriechen oder klettern (z.B. Ratang-Palmen). Die Blattspreite wird anfangs immer ungeteilt gebildet und teilt sich erst später.
Die Blütenstände befinden sich seitlich oder an der Spitze. Befindet sich der Blütenstand an der Spitze der Palme dann stirbt die Pflanze nach dem Blühen und Fruchten ab. Die Blütenstände sind meistens stark verzweigt und werden von einen Spatha als Schutz für die Blütenknospen umhüllt. Die Blüten können zwittrig sein, aber meistens sind sie eingeschlechtig, es gibt einhäusige und zweihäusige Palmen-Arten. Die Blüten sind immer dreizählig und sind meistens radiär, selten ist der Blütenaufbau schraubig. Sie werden von Insekten oder durch den Wind bestäubt. Palmen haben Schließfrüchte, meistens Beeren oder Steinfrüchte.
Verbreitung
In den gemäßigten Zonen gedeihen nur einige wenige Arten, zum Beispiel die Honigpalme (Jubaea chilensis). Die Palmen wachsen je nach Art auf Meereshöhe als auch in bis zu 4000 Metern Höhe.
Nutzung
Für viele Menschen ist die Palme als Nutzpflanze von großer Bedeutung. So lässt sie sich auf vielfältige Weise nutzen:
Nahrungsmittel
Von rund 100 Palmen sind die Früchte essbar (Dattelpalme, Palmyrapalme), von anderen die Samen (Kokosnuss, Betelnuss, Palmyrapalme). Den essbaren Vegetationskegel bezeichnet man als Palmherz, aus dem Mark des Stammes einiger Arten lässt sich Sago gewinnen. Der Saft von Palmen wird zur Herstellung von Getränken benutzt, aus ihm kann auch Zucker gewonnen werden. Durch Gärung entsteht Palmwein. Auch durch die Vergärung von Fruchtfleisch lassen sich Getränke herstellen. Wenige Palmenblüten locken Bienen an, hieraus lässt sich Palmhonig gewinnen.
Baumaterialen
In vielen Ländern ist die Palme das Grundmaterial für den Hausbau, wobei die Stämme als Holz und die wasserabweisenden Blätter für den Dachbau genutzt werden. Aus der Rotangpalme werden Rattan-Möbel hergestellt.
Systematik
In der neuen Klassifikation nach Dransfield und Uhl von 1986 sind Palmen in sechs Unterfamilien unterteilt. Diese gliedern sich wiederum in und Subtribus. Die Anzahl der jeweiligen Gattungen steht in Klammern, bekanntere Palmen-Gattungen oder Palmen-Arten sind als Beispiele aufgeführt.
Unterfamilie Coryphoideae
- Corypheae
- Thrinacinae (14)
- : Chamaerops - Europäische Zwergpalme (Chamaerops humilis)
- : Steckenpalmen, Rutenpalmen (Rhapis)
- : Hanfpalmen (Trachycarpus)
- Livistoninae (12)
- : Hesperidenpalmen (Brahea)
- : Wachspalmen (Copernicia)
- : Strahlenpalmen (Licuala)
- : Schirmpalmen, Livistonien (Livistona)
- : Loulu-Palmen (Pritchardia)
- : Petticoat-Palmen (Washingtonia)
- Coryphinae (4)
- : Schopfpalmen (Corypha)
- Sabalinae (1)
- : Sabal-Palmen, Palmetto-Palmen (Sabal)
- Phoeniceae (1)
- : Dattelpalmen (Phoenix)
- Borasseae
- Lataniinae (4)
- : Palmyrapalmen, Borassuspalmen (Borassus) - Borassus flabellifer (Palmyrapalme, Lontaro-Palme)
- : Lodoicea - Seychellenpalme (Lodoicea seychellarum)
- Hyphaeninae (3)
- : Doumpalmen (Hyphaene)
Unterfamilie Calamoideae
- Calameae
- Ancistrophyllinae (3)
- Eugeissoninae (1)
- Metroxylinae (2)
- : Sagopalmen (Metroxylon)
- Calaminae (8)
- : Rotangpalmen (Calamus)
- : Salak-Palmen (Salacca)
- Plectocomiinae (3)
- Pigafettinae (1)
- Raphiinae (1)
- Oncocalaminae (1)
- Lepidocaryeae (3)
- : Mauritia - Buriti-Palme (Mauritia flexuosa)
Unterfamilie Nypoideae
: Nypa
Unterfamlie Ceroxyloideae
- Cyclospatheae (1)
- Ceroxyleae (5)
- Hyophorbeae (5)
- : Bergpalmen (Chamaedorea)
Unterfamilie Arecoideae
- Caryoteae (3)
- : Zuckerpalmen (Arenga)
- : Fischschwanzpalmen, Brennpalmen (Caryota)
- Iriarteeae
- Iriarteinae (4)
- Wettiniinae (2)
- Podococceae (1)
- Areceae
- Oraniinae (2)
- Manicariinae (1)
- Leopoldiniinae (1)
- Malortieinae (1)
- Dypsidinae (6)
- Euterpeinae (6)
- : Euterpe - Kohlpalme (Euterpe oleracea)
- Roystoneinae (1)
- : Königspalmen (Roystonea)
- Archontophoenicinae (7)
- Cyrtostachydinae (1)
- Linospadicinae (4)
- : Kentia-Palmen (Howea)
- Ptychospermatinae (9)
- Arecinae (8)
- : Areca - Betelpalme (Areca catechu)
- : Pinanga-Palmen (Pinanga)
- Iguanurinae (27)
- Oncospermatinae (8)
- Scelerospermatinae (2)
- Cocoeae
- Beccariophoeniinae (1)
- Butiinae (9)
- : Cocos - Kokospalme (Cocos nucifera)
- : Jubaea - Honigpalme (Jubaea chilensis)
- : Butia - Gelee-Palme (Butia capitata)
- Attaleinae (4)
- : Orbignya - Babassupalme (Orbignya phalerata)
- Elaeidinae (2)
- : Ölpalmen (Elaeis)
- Bactridinae (6)
- : Bactris - Pfirsichpalme (Bactris gasipaes)
- Geonominae (6)
Unterfamilie Phytelephantoideae
: Ammandra
: Palandra
: Phytelephas
Literatur
- David L. Jones: Palmen. Könemann in der Tandem Verlags-GmbH, 2002, ISBN 3-8290-4889-0
- Natalie W. Uhl, John Dransfield, Marion Ruff Sheehan: Genera Palmarum: A Classification of Palms Based on the Work of Harold E. Moore, Jr.. Genera Palmarum, 1987
Weblinks
- [http://tolweb.org/tree?group=Arecanae Klassifikation nach Dransfield & Uhl] (engl.)
- [http://www.france-palmier.com/botanique/classification.htm Klassifikation nach Dransfield & Uhl] (fr.)
- [http://www.pacsoa.org.au/palms/index.html Australische Palmen-Gesellschaft] (engl.)
- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/e53/53d.htm Arecidae] bei Botanik online
- [http://www.arecaceae.com/ arecaceae.com]
Kategorie:Palmengewächse
ja:ヤシ (植物)
th:ปาล์ม
BotanikDie Botanik, (griech. botaníké [epistémé]: Pflanzenkunde, von griech. botáné 'Weide[2], Futterpflanze'), ist das Teilgebiet der Biologie, das sich mit der Erforschung der Pflanzenwelt befasst. Der Begriff taucht zum ersten Mal bei Dioskurides auf.
Oft werden auch die Pilzkunde, die Erforschung der Flechten (Lichenologie) sowie die Mikrobiologie, die sich insbesondere mit Prokaryonten und Archaeen befasst, als Teilgebiete der Botanik verstanden, obwohl Gegenstand dieser Wissenschaften keine Pflanzen sind.
Die Botanik befasst sich mit dem Lebenszyklus der Pflanzen, ihrem Stoffwechsel und Wachstum, ihrem Aufbau, ihren Inhaltsstoffen (siehe Heilkunde), ihrer Ökologie und mit ihrem wirtschaftlichen Nutzen (siehe Landwirtschaft).
Fachgebiete
Aufgrund der unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden haben sich im Kern vier Teilgebiete der Botanik entwickelt:
- Pflanzenmorphologie - Erforschung der Struktur und Form der Pflanzen mit den Teilgebieten
- Morphologie i. e. S. – äußerer Bau der Pflanzen
- Anatomie – innerer Bau der Pflanzen
- Histologie – Gewebelehre
- Cytologie – Feinbau der Zelle
- Pflanzenphysiologie – Erforschung der allgemeinen Funktionsabläufe der Pflanzen mit den Teilgebieten
- Stoffwechselphysiologie
- Reiz- und Bewegungsphysiologie
- Entwicklungsphysiologie
- Systematik – Beschreibung und Ordnung der Pflanzenwelt mit den Teilgebieten
- Taxonomie
- Paläobotanik
- Geobotanik – Erforschung der Pflanzen unter Konkurrenzbedingungen sowie deren Abhängigkeit vom Standort. Teilgebiete sind:
- Vegetationskunde (synonym sind Pflanzensoziologie, Phytocoenologie) – befasst sich mit Aufbau und Struktur der Pflanzendecke
- Arealkunde oder Chorologie – untersucht die Verbreitung der Pflanzensippen
- historisch-genetische Geobotanik – erforscht die Verbreitung der Pflanzensippe in der Vergangenheit
- Pflanzenökologie – untersucht die Beziehungen der Pflanzen und Pflanzengemeinschaften zu ihrer Umwelt.
Mit botanischen Fragestellungen befassen sich weitere Forschungsrichtungen der Biologie, Nachbar- bzw. angewandter Wissenschaften wie:
- Archäobotanik
- Biochemie
- Biophysik
- Ethnobotanik
- Forstbotanik
- Genetik
- Gentechnologie
- Heilpflanzenkunde (Pharmacognosie)
- Karpologie
- Holzbiologie
- Mikrobiologie
- Molekularbiologie
- Pflanzenzüchtung
- Phytopathologie
- Zezidiologie
Vielfach wird das Fachgebiet der Botanik auch in die Teilgebiete Allgemeine und Spezielle Botanik sowie Angewandte Botanik eingeteilt, wobei letztere sich mit botanischen Fragestellungen insbesondere unter dem Aspekt der Nutzung von Pflanzen durch den Menschen in Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Landschaftspflege und Umweltschutz befaßt.
Literatur
- Held, Andreas: Prüfungs-Trainer Biologie der Pflanzen. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2004. ISBN 3-8274-1472-5
- Strasburger - Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 35. Aufl., Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2002. ISBN 3-8274-1010-X
- Strasburger - CD-ROM. Interaktive Studienhilfe. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2002. ISBN 3-8274-1070-3
- Wagenitz, Gerhard: Wörterbuch der Botanik. 2. Aufl. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag 2003. ISBN 3-8274-1398-2
- Herder Lexikon der Biologie. 1. Aufl. Herder-Verlag 1996. ISBN 3-86025-156-2
Siehe auch
- wichtige botanische Fachbegriffe
- Geschichte der Botanik
- Botanischer Garten
Weblinks
- [http://www.mop.de/lmc_botanik.html Botanische Fachbegriffe]
- [http://www.pflanzen-portal.com Botanik-Datenbank]
- [http://www.uni-wuerzburg.de/mineralogie/palbot/teach/botanyteach.html Einführungen in die Botanik, ein Linkverzeichnis (in Englisch)]
!
!
ja:植物学
ko:식물학
simple:Botany
th:พฤกษศาสตร์
BeerenEine Beere (v. althochdt.: beri die Rote) ist eine aus einem einzigen Fruchtknoten hervorgegangene Schließfrucht, bei der die Fruchtwand (Perikarp) auch noch bei der Reife saftig oder mindestens fleischig ist. Die Beere ist oft rundlich und kräftig gefärbt. Meist ist sie vielsamig, d.h. sie enthält mehr als einen Samen.
Zu den Beeren zählen viele Gemüse wie
- Kürbis
- Gurke
- Tomate
- Avocado
Weitere Beerenfrüchte sind
- Johannisbeere
- Sanddorn
- Stachelbeere
- Weinbeere
- Banane
- Kakao
- Paprika
Zu beachten: die Erdbeere ist aus botanischer Sicht keine Beere, sondern zählt zu den Sammelnussfrüchten. Ebenso zählen Himbeere und Brombeere nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelsteinfrüchten.
Beeren spielen eine Rolle für die Variation der Ernährung und sind wichtig als Lieferanten von Vitaminen, Mineralen und Fasern.
Kategorie:Pflanzenmorphologie
simple:Berry
Europa
Europa ist das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse und wird von Europäern üblicherweise als eigenständiger Kontinent betrachtet, obwohl es eigentlich ein Subkontinent ist. Insgesamt hat Europa eine Fläche von 8,327 Millionen Quadratkilometern, was Europa nach Australien zum zweitkleinsten Kontinent macht. Dennoch besitzt Europa mit rund 730 Millionen Einwohnern die drittgrößte Bevölkerung aller Kontinente. Die Ausdehnung erstreckt sich von der Nordsee und dem Atlantischen Ozean im Westen bis zum Ural im Osten.
Ural
Geographie
Europa hat eine Fläche von 8,327.000 km² und eine Küstenlänge von 37.200 km. Der nördlichste Punkt des Kontinents liegt bei ca. 71,2° n. Br. in Knivskjelodden, Norwegen, der südlichste Punkt in Tarifa im Süden Spaniens. Damit beträgt die Nord-Süd Ausdehnung ca. 3.800 Kilometer. Von Ost nach West erstreckt sich die Landmasse Europas vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals, was ca. 6.000 Kilometer West-Ost Ausdehnung bedeutet.
Insgesamt ist Europa stark zergliedert. Es beinhaltet einige größere Halbinseln, wie die Iberische Halbinsel, die Apenninhalbinsel, die Skandinavische Halbinsel und die Balkanhalbinsel, sowie viele weitere, kleinere Halbinseln wie Bretagne und Jütland. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von Inseln, die größten sind die Britischen Inseln, Island, Sardinien und Sizilien.
Sizilien
Im Norden grenzt Europa an einzelne Randmeere des Nordpolarmeeres wie die Barentssee und das Europäische Nordmeer. Obwohl sich die Nebenmeere Nord- und Ostsee streng genommen innerhalb des Kontinents befinden, wird die Nordsee auch als seewärtige Grenze angesehen. Im Südosten grenzt Europa an das Kaspische Meer, im Süden an das Schwarze Meer und an das Mittelmeer, und im Westen an den Atlantischen Ozean.
Der höchste Punkt des Kontinents liegt je nach Definition der "Grenzen" Europas entweder im nördlichen Kaukasus in Russland (Elbrus (5.642 Meter)) oder aber in den Alpen zwischen Frankreich und Italien (Montblanc (4.808 Meter)). Der niedrigste Punkt Europas liegt mit 28 Metern unter dem Meeresspiegel an der Nordküste des Kaspischen Meeres.
Siehe auch: Mittelpunkt Europas
Innereurasische Grenze
Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, die Manytschniederung nördlich des Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden unter anderem die Grenze zwischen Europa und Asien.
Siehe auch: Innereurasische Grenze
Untergliederung
- Nordeuropa
- Nordwesteuropa
- Nordosteuropa
- Mitteleuropa
- Ostmitteleuropa
- Osteuropa
- Südeuropa
- Südosteuropa
- Westeuropa
Flüsse
Westeuropa
Die längsten Flüsse Europas (über 1.000 km) sind:
#Wolga (3.531 km)
#Donau (2.850 km)
#Ural (2.428 km) (an der "innereurasischen" Grenze)
#Dnjepr (2.200 km)
#Don (1.870 km)
#Petschora (1.809 km)
#Kama (1.805 km)
#Oka (1.500 km)
#Belaja (1.430 km)
#Dnjestr (1.352 km)
#Rhein (1.320 km)
#Wjatka (1.314 km)
#Elbe (1.165 km)
#Desna (1.130 km)
#Weichsel (1.047 km)
#Düna (1.020 km)
#Loire (1.020 km)
#Choper (1.010 km)
#Tajo (1.007 km)
Siehe auch: Liste europäischer Flüsse, Die längsten Flüsse der Erde
Berge
Die höchsten Berge in Europa sind:
#Elbrus (5.642 m), Russland, Kaukasus (umstritten, weil innereurasische Grenze unterschiedlich festgelegt ist)
#Dykh Tau (5.203 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Rustaveli (5.201 m), Georgien, Kaukasus (umstritten)
#Koshtan Tau (5.150 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Pushkin (5.100 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Shkhara (5.068 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten)
#Kazbek (5.047 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten)
#Mizhirgi (5.025 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Katyn (4.974 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Shota Rustaveli (4.960 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Borovikovs topp (4.888 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Mont Blanc (4.808 m; mit Eiskappe), Grenze Frankreich-Italien, Alpen
#Dufourspitze (4.634 m; Monte-Rosa-Massiv), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Dom (4.545 m), Schweiz, Alpen
#Weisshorn (4.505 m), Schweiz, Alpen
#Lyskamm (4.480 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Matterhorn (4.478 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Dent Blanche (4.357 m), Schweiz, Alpen
#Finsteraarhorn (4.274 m), Schweiz, Alpen
#Zinalrothorn (4.221 m), Schweiz, Alpen
#Alphubel (4.206 m), Schweiz, Alpen
#Rimpfischhorn (4.199 m), Schweiz, Alpen
#Aletschhorn (4.192 m), Schweiz, Alpen
#Dent d'Hérens (4.171 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Breithorn (4.164 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Jungfrau (4.158 m), Schweiz, Alpen
#Mönch (4.107 m), Schweiz, Alpen
#Ecrins (4.101 m), Frankreich, Alpen
#Schreckhorn (4.078 m), Schweiz, Alpen
#Gran Paradiso (4.061 m), Italien, Alpen
#Großes Fiescherhorn (4.049 m), Schweiz, Alpen
#Piz Bernina (4.049 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Weissmies (4.023 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Ortler (3.905), Italien, Alpen
Die bekanntesten Vulkane in Europa sind:
- Ätna (italien. Etna) (veränderlich um 3.370-3.400 m), Sizilien, Italien
- Hvannadalshnjúkur (2.119 m, unter dem Vatnajökull), höchster Berg auf Island
- Grímsvötn (1.725 m; unter dem Vatnajökull), Island
- Herðubreið (1.682 m, unter dem Vatnajökull), Island
- Vesuv(io) (ca. 1.200 m), Italien
- Stromboli (ca. 926 m), vulkanische Insel, Italien
- Santorini (Σαντορίνη) (575 m), vulkanische Insel, Griechenland
Klima
Der Kontinent liegt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten. Das Klima ist in Europa im Vergleich mit Gebieten gleicher geographischer Breite in anderen Erdteilen wegen des Einflusses des relativ warmen Golfstroms milder. Die durchschnittliche Jahrestemperatur von Neapel beträgt beispielsweise 16 °C, während das auf nahezu gleicher Breite liegende New York 12 °C erreicht.
Schwankungen der Temperatur innerhalb eines Jahres sind in den größten Teilen des Erdteils relativ gering. Kühlen Winter stehen milde Sommer gegenüber. Nur in Gebieten, die weit vom Meer, also auch von dessen klimatisch ausgleichenden Einfluss entfernt liegen, sind die Temperaturunterschiede in verschiedenen Jahreszeiten stärker. In größten Teilen Osteuropas ist das Klima durch das Fehlen des Meeres in unmittelbarer Nähe vorwiegend kontinental geprägt. Kalte Winter und heiße Sommer sind in diesen Regionen vorherrschend.
Durch die Erdrotation und der damit verbundenen ablenkenden Kraft kommen Winde hauptsächlich aus westlicher Richtung. Da in den Küstengebieten Westeuropas deswegen Winde vornehmlich vom Atlantischen Ozean wehen, kommt es fast ganzjährig zu Regen. In Ost-und Mitteleuropa ist die Niederschlagsmenge dagegen vergleichsweise gering, da wiederum der Einfluss des Meeres auf diese Regionen zu gering ausfällt.
Hochgebirge können die Niederschlagsmenge ebenfalls stark beeinflussen. So ist der mittlere Jahresniederschlag nördlich der Alpen deutlich geringer als südlich. Die Alpen wirken in diesem Fall als Barriere, durch den es nur wenige Regenfronten schaffen durchzudringen.
In Gebieten nahe des Mittelmeers herrscht überwiegend mediterranes Klima, das heißt trockene und heiße Sommer, während es im Winter mild und feucht ist. Im Sommer gibt es vorwiegend Winde aus nördlicher Richtung, im Winter bringen westliche Winde aus Richtung des Atlantischen Ozeans dagegen häufigen Niederschlag mit.
Im Norden Europas herrscht arktisches Klima, im Südosten an der Wolga dagegen Kontinentalklima mit heißen Sommern und geringem Niederschlag.
Bevölkerung
Europa hat mit ca. 730 Millionen Einwohnern nach Asien und Afrika die drittgrößte Bevölkerungszahl aller Kontinente und gehört zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 66/km². Vor allem in West-, Mittel- und Südeuropa ist die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während sie weiter nach Norden und Osten stark abnimmt.
Sprachen
Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen.
Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen, sowie das Romani zählen zu den indogermanischen Sprachen.
Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie Europas dar.
Sie unterteilen sich weiter in die samojedischen Sprachen, die von einigen wenigen Tausend im Menschen im äußersten Nordosten Europas gesprochen werden, und in die finno-ugrischen Sprachen.
Hierzu zählen vor allem Finnisch, Ungarisch, Estnisch als Amtssprachen, ferner die in Lappland gesprochenen samischen Sprachen und einige Minderheitensprachen, vor allem in Russland.
Im europäischen Teil der Türkei ist mit Türkisch eine altaische Sprache Amts- und Titularsprache.
Andere Turksprachen sind als Minderheitensprachen in Ost- und Südosteuropa verbreitet, so etwa das Gagausische und das Tatarische.
Mit Kalmückisch wird am Ostrand des Kontinents auch eine Sprache des mongolischen Zweigs der Altaisprachen in Europa gesprochen.
Mit Maltesisch ist auf der Insel Malta zudem eine Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachen Amtssprache.
Die in Spanien und Frankreich gesprochene baskische Sprache wird keiner größeren Sprachfamilie zugerechnet, ihr Ursprung konnte durch die moderne Sprachwissenschaft nicht rekonstruiert werden und ist nach wie vor unbekannt.
Darüber hinaus werden heute in Europa zahlreiche weitere Sprachen aus anderen Sprachfamilien gesprochen, die durch Einwanderer in jüngerer Zeit hierher gelangt sind.
Am gebräuchlichsten in Europa ist das lateinische Alphabet, gefolgt von dem kyrillischen Alphabet (in Russland, Weißrussland, der Ukraine, Bulgarien, Serbien, Mazedonien und Teilen Montenegros) und dem griechischen Alphabet.
Siehe auch: Liste von Sprachen in Europa, Minderheitensprachen in der Europäischen Union, Amtssprachen der Europäischen Union
Religionen
Ca. 75% der Europäer sind Christen (vor allem katholisch, protestantisch, orthodox). 7 % sind Muslime (vor allem in Südosteuropa sowie Einwanderer aus islamischen Ländern in England, Frankreich, Deutschland, Italien), außerdem gibt es Juden sowie eine größere Zahl von in jüngerer Zeit aus anderen Teilen der Welt nach Europa gekommener oder neu entstandenener Religionen.
Ca. 18 % der Europäer sind konfessionslos, besonders in den Städten und den ehemals kommunistischen Ländern im Osten, zum Teil aber auch in Deutschland.
Das Christentum erreichte Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Chr. Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel, wurde aber im Zuge der "Reconquista" vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrängt. Europäer verbreiteten das Christentum durch Einwanderung und Mission in Amerika, Australien und in geringerem Maße auch auf anderen Kontinenten (Teile Südostasiens, Afrikas und Ozeaniens). Heute ist Europa weitgehend säkularisiert.
Städte und Metropolen
Ozeanien
Lissabon war eine der ersten kosmopolitischen Metropolen der Welt, da sie in Zeiten des Imperialismus Zentrum eines großen Kolonialreiches war. Noch 1950 befanden sich vier Städte der heutigen Europäischen Union unter den zwanzig größten der Welt, seitdem wachsen die europäischen Städte kaum noch, verlieren teilweise an Einwohnerzahlen. Diese vier größten EU-Städte waren London auf dem zweiten Platz hinter New York, Paris auf dem vierten Platz hinter Tokio, Mailand und Neapel belegten noch Platz 13 bzw. 19.
Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts holten die Städte der restlichen Welt, besonders die der Entwicklungsländer, z. B. Mexiko-Stadt, Manila oder São Paulo, bei den Einwohnerzahlen auf und führen jetzt die Tabelle der Welt an.
Problematisch beim Vergleich der Metropolen ist die in Deutschland übliche Abgrenzung anhand der Gemeindegrenzen, da andere Staaten dies in ihren Statistiken nicht tun (z.B. USA, Frankreich, Australien, Großbritannien). Daher fehlen in der unteren Auflistung der Metropolen polyzentrische Stadtregionen wie Rhein-Ruhr und Rhein-Main in Deutschland oder das oberschlesische Industriegebiet in Polen.
Die europäischen Hauptstädte finden sich in der Liste der Hauptstädte der Welt.
Entfernungen verschiedener europäischer Städte (Alle Messungen sind in Luftlinie angegeben):
- Amsterdam (NL) – Warschau (PL), ca. 1.100 km
- Helsinki (FIN) – Rom (I), ca. 2.200 km
- Belgrad (SCG) – Dublin (IRL), ca. 2.150 km
- Edinburgh (GB) – Hamburg (D), ca. 900 km
- Istanbul (TR) – Lissabon (P), ca. 3.200 km
- Sagres (P) – Ust Kara (RUS), ca. 5.580 km
- Wien (A) – Bratislava (SK), ca. 60 km
Kultur und Bildung
In allen Staaten Europas gibt es eine Schulpflicht oder mindestens eine Bildungspflicht, die oft vom 6. oder 7. bis zum 15. oder 16. Lebensjahr dauert. Die Grundschulzeit beträgt vier bis fünf Jahre in den meisten, sieben oder acht Jahre in den wenigsten Ländern. Danach folgt meist eine weiterführende Schule, die auch verschiedene Schultypen und -arten umfassen kann. Die Analphabetenrate ist in fast allen Ländern durch verschiedene Förderungen des Bildungssystems sehr niedrig. In vielen Ländern gibt es außerdem sehr renommierte Hochschulen und Universitäten, teilweise auch mit bestimmten fachlichen Schwerpunkten.
Bildhauerei, Malerei, Literatur, Architektur und Musik haben in Europa eine lange Tradition. Viele Städte, wie beispielsweise Paris, Rom, Berlin und Moskau werden heute als kulturelle Zentren betrachtet. Außerdem besitzen viele Städte wichtige Theater, Museen, Orchester und weitere bedeutende Einrichtungen.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Europas
Für den Menschen war Europa erst die dritte Wahl. Vor etwa 800.000 Jahren soll die Besiedlung durch den Homo antecessor begonnen haben, etwa eine halbe Million Jahre, nachdem Ostasien von Afrika aus besiedelt worden war. Während die Entwicklung des Homo sapiens in Afrika ablief, war Europa die Domäne von Homo heidelbergensis und Homo neanderthalensis. Trotz - oder vielleicht auch wegen - der widrigen Bedingungen durch die Eiszeit sollen diese Menschen vor etwa 100.000 Jahren angefangen haben, die Kultur der Altsteinzeit zu verfeinern. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten.
Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen ihre Spuren bis heute. In der späteren Antike vereinigte das Römische Reich erstmals das gesamte südliche Europa zusammen mit den anderen Küstenländern des Mittelmeeres in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin I. Staatsreligion und wirkt bis heute fort.
Das Mittelalter war geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen und dem alten römischen Kaiser in Byzanz, auf deren beiden Einflussspären die Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht. Missionare verbreiteten das Christentum über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa christlich wurde. Im westlichen Europa gab es Auseinandersetzungen zwischen von Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die Kirche in einen katholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwüstete der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas.
Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Russland, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich) koloniale Imperien mit großen Besitztümern in Afrika, Amerika und Asien.
Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Missionierung, Kolonien, Sklavenhandel, Warenaustausch und Kultur).
Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. 1789 kam durch die Französische Revolution zum ersten Mal das Bürgertum an die Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte.
Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die Kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt vom Gedanken der Demokratie, vom Reaktionismus und vom Imperialismus. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: pseudo-sozialistische Nationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte.
Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel, und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf.
Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt (siehe auch Blaue Banane).
Siehe auch: Wiege Europas, Alteuropa
Politik
Europäische politische Organisationen
In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europäische Institution der Europarat gegründet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst.
Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbei in Europa (KSZE) damals blockübergreifend gegründet wurde, und der neben europäischen Ländern auch die USA und Kanada angehören.
Wer im politischen Sinne von "Europa" spricht, meint aber meist die Europäische Union (EU) oder ihre Vorläufer: 1951 schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Italien und Frankreich zur Montanunion bzw. EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) zusammen. Der Versuch, eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) zu gründen, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Daraufhin wurden 1957 mit den Römischen Verträgen die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Der Sammelbegriff Europäische Gemeinschaften (für EGKS, Euratom und EWG) wurde im alltäglichen Sprachgebrauch mehr und mehr durch den Singular Europäische Gemeinschaft verdrängt. Mit dem Maastrichter Vertrag wurde schließlich die die alten Gemeinschaften und Kooperationsformen überwölbende Europäische Union gegründet.
Ein Großteil der Mitgliedsländer der ebenfalls in den 50er Jahren gegründeten EFTA (European Free Trade Association) ist mittlerweile in die EG/EU übergetreten - die verbliebene EFTA ist ihr über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng verbunden. Nach der Erweiterung der EU um Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Malta und Zypern im Jahre 2004 zählt diese 25 Mitglieder.
Siehe auch: Europäisches Parlament, NATO, Europawahl, Politische Architektur Europas
Staaten in Europa
Politische Architektur Europas
- Albanien
- Andorra
- Belgien
- Bosnien und Herzegowina
- Bulgarien
- Dänemark (einschließlich der autonomen Färöer; das ebenfalls autonome Grönland ist geografisch Teil Nordamerikas)
- Deutschland
- Estland
- Finnland (mit den staatliche Besonderheiten aufweisenden Ålandinseln)
- Frankreich (mit Ausnahme der überseeischen Territorien in Nord- und Südamerika, Afrika, Ozeanien)
- Griechenland (einschließlich der souveränen Mönchsrepublik Athos)
- Großbritannien und Nordirland (einschließlich der direkt der Krone unterstehenden Insel Man und der Kanalinseln sowie des Überseegebietes Gibraltar)
- Irland
- Island (liegt geografisch auf dem mittelatlantischen Rücken)
- Italien
- Kroatien
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Mazedonien
- Moldawien
- Monaco
- Niederlande
- Norwegen
- Österreich
- Polen
- Portugal (mit Ausnahme des näher an Nordafrika liegenden Madeira und de | | |