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Bangkok
Bangkok (thailändisch Krung Thep – meist übersetzt mit „Stadt der Engel“ – oder offiziell Krungthep Mahanakhon; in Thai กรุงเทพฯ, กรุงเทพมหานคร) ist seit 1782 die Hauptstadt des Königreichs Thailand und ein besonderes Verwaltungsgebiet. Es hat den Status einer Provinz (Tschangwat) und wird von einem Gouverneur regiert. Die eigentliche Stadt hat 6.642.566 Einwohner. In der Bangkok Metropolitan Region (BMR), der größten Agglomeration in Thailand, leben 10.787.211 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005).
Die Stadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Thailands mit Universitäten, Hochschulen, Palästen und über 400 Wats (buddhistische Tempelanlagen und Klöster) sowie wichtigster Verkehrsknotenpunkt des Landes. Das Nationalmuseum in Bangkok ist das größte seiner Art in Südostasien.
Bangkok ist auch UN-Stadt (UNESCAP).
Der Name der Stadt
Der offizielle Name der Stadt Bangkok in Thai lautet:
:Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit
In thailändischer Schrift:
:กรุงเทพมหานคร อมรรัตนโกสินทร์ มหินทรายุธยามหาดิลก ภพนพรัตน์ราชธานีบุรีรมย์ อุดมราชนิเวศน์ มหาสถานอมรพิมาน อวตารสถิต สักกะทัตติยะ วิษณุกรรมประสิทธิ์
Übersetzt:
:Stadt der Engel, große Stadt und Wohnsitz des Smaragdbuddhas, uneinnehmbare Stadt des Gottes Indra, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishnukarm gebaut wurde.
Es ist mit 163 Buchstaben der längste Ortsname der Welt.
Während Bangkok zur international gebräuchlichen Bezeichnung wurde, verwenden Thai gewöhnlich die Kurzform Krung Thep („Stadt der Engel“). Offiziell, beispielsweise auf Autokennzeichen, lautet der Name Krungthep Mahanakhon .
Da der alte Name heute nicht mehr in Gebrauch ist, wird er nicht offiziell als Ortsname anerkannt und hat so keinen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde erhalten.
Geographie
Geographische Lage
Guinness-Buch der Rekorde
Die Stadt liegt an der Nahtstelle von Indochinesischer- und Malaiischer Halbinsel am Chao-Phraya-Strom (in der westlichen Welt als Maenam bezeichnet, was wörtlich übersetzt „Mutter des Wassers“ heißt, eigentlich aber ganz allgemein „Fluss“ bedeutet) und nördlich des Golfs von Thailand durchschnittlich 20 Meter über dem Meeresspiegel. Der Chao Phraya hat eine Breite von etwa 400 Meter.
Das westlich des Chao-Phraya gelegene Gebiet wird Thonburi genannt und war bis 1971 eine eigenständige Stadt, während der östlich gelegene Teil vor mehr als zweihundert Jahren nur ein kleines Dorf war, hauptsächlich bewohnt von chinesischen Händlern.
Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 1.565,2 Quadratkilometern, die gesamte Metropolregion eine Bodenfläche von 6.193 Quadratkilometern. Die geografischen Koordinaten der Stadt sind 13,75 Grad nördlicher Breite und 100,51 Grad östlicher Länge.
Stadtgliederung
Metropolregion
Bangkok ist unterteilt in 50 Distrikte (Khet, manchmal fälschlicherweise auch Amphoe genannt) und diese sind weiter in 160 Kwaeng, den Tambon vergleichbar, eingeteilt. Es folgen die Khets in deutscher Transkription und in thailändisch.
Bang Bon (บางบอน), Bang Kapi (บางกะปิ), Bang Khae (บางแค), Bang Khen (บางเขน), Bang Kho Laem (บางคอแหลม), Bang Khun Thian (บางขุนเทียน), Bang Na (บางนา), Bang Phlat (บางพลัด), Bang Rak (บางรัก), Bang Sue (บางซื่อ), Bangkok Noi (บางกอกน้อย), Bangkok Yai (บางกอกใหญ่), Bueng Kum (บึงกุ่ม), Chatuchak (จตุจักร), Chom Thong (จอมทอง), Din Daeng (ดินแดง), Don Mueang (ดอนเมือง), Dusit (ดุสิต), Huai Khwang (ห้วยขวาง), Khan Na Yao (คันนายาว), Khlong Sam Wa (คลองสามวา), Khlong San (คลองสาน), Khlong Toei (คลองเตย), Lak Si (หลักสี่), Lat Krabang (ลาดกระบัง), Lat Phrao (ลาดพร้าว), Minburi (มีนบุรี), Nong Chok (หนองจอก), Nong Khaem (หนองแขม), Pathum Wan (ปทุมวัน), Phasi Charoen (ภาษีเจริญ), Phaya Thai (พญาไท), Phra Khanong (พระโขนง ), Phra Nakhon (พระนคร), Pom Prap Sattru Phai (ป้อมปราบศัตรูพ่าย), Prawet (ประเวศ), Rat Burana (ราษฎร์บูรณะ), Ratchathewi (ราชเทวี), Samphanthawong (สัมพันธวงศ์), Sai Mai (สายไหม), Saphan Sung (สะพานสูง), Sathorn (สาทร), Suan Luang (สวนหลวง), Taling Chan (ตลิ่งชัน), Thawi Watthana (ทวีวัฒนา), Thonburi (ธนบุรี), Thung Khru (ทุ่งครุ), Vadhana (วัฒนา), Wang Thonglang (วังทองหลาง) und Yan Nawa (ยานนาวา).
Klima
Yan Nawa
Bangkok befindet sich in der tropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 28,4 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 1.507 Millimeter im Mittel.
Hauptregenzeit ist zwischen Mai und Oktober, in einzelnen Stadtgebieten muss besonders im September und Oktober mit Überschwemmungen gerechnet werden. Der meiste Niederschlag fällt im September mit 344 Millimeter im Mittel, der wenigste im Januar mit durchschnittlich acht Millimeter.
Die durchschnittlichen Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen 26,1 und 30,4 Grad Celsius. Die mittlere Tagestemperatur beträgt maximal 32 Grad Celsius, minimal 24 Grad Celsius bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Wärmster Monat ist der April mit maximal 35 Grad Celsius und minimal 25 Grad Celsius mittlere Tagestemperatur. Der kälteste Monat ist in der Gegend um Bangkok der Dezember mit maximal 30 Grad Celsius und minimal 20 Grad Celsius Tagesmitteltemperatur. Die Trockenzeit geht von Dezember bis März. März und April sind die heißesten und anstrengensten Monate in Bangkok.
Umweltprobleme
Bangkok hat mit erheblichen Umweltproblemen zu kämpfen. Eine dichte Wolke aus Abgasen liegt permanent über der Stadt. Experten haben festgestellt, dass in den Hauptverkehrsstraßen die Luftverschmutzung bereits gesundheitsschädliche Werte erreicht hat. Seit dem Bau der Hochhäuser ist die Ventilation der Straßen nicht mehr gewährleistet, so das die Konzentration der Giftstoffe dramatisch ansteigt. Über Bronchitis, Asthma oder Erschöpfung klagt bereits jeder siebte Bewohner. Besonders Belastete, wie Tuk Tuk-Fahrer, Verkehrspolizisten und Straßenhändler, tragen Atemschutzmasken.
Probleme bereitet Bangkok auch die Wasserversorgung. So besitzt die Stadt kein zentrales Wasserversorgungsnetz. Auch der Aufbau eines Abwassersystems steht erst am Anfang. Bis in die 1990er Jahre leiteten die Industrie und private Haushalte das Abwasser zentral ohne jegliche Säuberung in den Fluss Chao Phraya. Die Abfälle verschmutzen die Luft und vergiften häufig jegliches Leben in den Gewässern. Zahlreiche Fabriken in der Metropolregion - darunter auch in vielen Wohngebieten - dürfen eigene Brunnen zur geregelten Wasserversorgung errichten, was zu einem kontinuierlichen Absinken des Grundwasserspiegels beiträgt.
Geschichte
Ursprung
Metropolregion
Der Ursprung Bangkoks liegt in der Kleinstadt Thonburi, heute Teil Bangkoks, am westlichen Ufer des Chao Praya. General Taksin machte Thonburi im Jahr 1772, nachdem Ayutthaya 1767 im Krieg mit Birma weitgehend zerstört worden war, zur neuen Hauptstadt. Zehn Jahre später verlegte der neue König Rama I., Begründer der bis heute regierenden Chakri-Dynastie, den Regierungssitz auf das östliche Ufer und begann damit das Gebiet namens Rattanakosin, mit dem damals vor allem von Chinesen bewohnte Dorf Baan Makok („Dorf der Wildpflaume (Olive)“), nach dem Vorbild der früheren Residenzstadt zur Hauptstadt auszubauen.
Der offizielle Name der Stadt lautet seit damals in der Kurzform „Krung Thep“ - also „Stadt der Engel“. Das ist jedoch nur eine Kurzform des vollständigen Namens, des weltweit längsten Städtenamens (siehe oben Der Name der Stadt). Westliche Händler und Reisende verwendeten statt dessen den Namen des Dorfes, woraus im Lauf der Zeit „Bangkok“ wurde, die heute international bekannte Bezeichnung.
Die Stadt der Kanäle
Rattanakosin wurde durch einen Kanal, den Khlong Lot, zu einer künstlichen Insel in einer Biegung des Chao Praya in deren Zentrum der neue Königspalast und der königliche Tempel, der Wat Phra Kaeo mit dem Smaragd-Buddha (Phra Kaeo), dem Nationalheiligtum Thailands, errichtet wurden.
In jener Zeit war die ganze Stadt von einem dichten Netz von Kanälen (Khlongs) durchzogen. Der Verkehr spielte sich zum Großteil auf diesen Khlongs ab. Selbst die Märkte („Schwimmende Märkte“) fanden auf dem Wasser statt. Straßen gab es kaum. Damals wurde Bangkok auch manchmal als das Venedig des Ostens bezeichnet. Die meisten Khlongs wurden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nacheinander zugeschüttet um Raum für den stetig zunehmenden Straßenverkehr und die wachsende Stadt zu schaffen.
1864 wurde die erste gepflasterte Straße der Stadt Thanon Charoen Krung („Neue Straße“) an Stelle eines früheren Kanals fertiggestellt. Während der Regentschaft König Rama V. Chulalongkorn (regierte 1868-1910) entstanden eine Eisenbahnlinie die Krung Thep mit dem Norden des Landes verband, Straßenbahnlinien für den innerstädtischen Verkehr, eine große Anzahl neuer Straßen und die Mehrzahl der oft von europäischen Stilen beeinflussten Regierungsgebäude.
Das moderne Bangkok
1910
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Stadt über ihre früheren Grenzen hinaus nach Norden und Osten. Einen weiteren, Wachstumsschub insbesondere für die westlich des Flusses gelegenen Stadtteile, bedeutete die Einweihung der ersten Brücke, der Memorial Bridge, über den Chao Praya im Jahr 1932. Während des Zweiten Weltkrieges war Bangkok für einige Jahre von japanischen Streitkräften besetzt und wurde ab 1944 von den Alliierten bombardiert. Nach dem Ende des Krieges erholte sich die Stadt aber rasch und wuchs beständig weiter.
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren die meisten Khlongs bereits zugeschüttet und durch Boulevards und Straßen ersetzt worden. Ab den 1960er und 1970er Jahren wurden soviele Häuser gebaut und Stadtautobahnen ausgebaut wie nie zuvor. Mit dem Wirtschaftsboom der 1980er Jahre (siehe „Tigerstaaten“) setzte eine weitere neue Entwicklung ein, die zur Errichtung eine großen Zahl von Hochhäusern führte und das Stadtbild nachhaltig veränderte. Die Zahl der Bewohner stieg zugleich rasant und machte Bangkok schließlich zu einer der größten Metropolen der Welt.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts leben in Bangkok über sechs Millionen Menschen, in der Metropolregion sogar über zehn Millionen. Wirtschaftlich erholt sich die Stadt zusehends vom Zusammenbruch am Ende des Booms der 1980er Jahre, was nicht zuletzt auch in neuen Bauvorhaben seinen Ausdruck findet. Eines der größten städtischen Probleme stellt der Straßenverkehr dar. Auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes mit Bangkok Metro und Bangkok Skytrain konnte die Situation bislang nur minimal entspannen.
Einwohnerentwicklung
Bangkok Skytrain
Bangkok Skytrain
In der eigentlichen Stadt Bangkok leben 6.642.566 Menschen auf einer Fläche von 1.565,2 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 4.244 Einwohner pro km². In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Bangkok belegt Platz 22 der bevölkerungsreichsten Städte weltweit.
In der Bangkok Metropolitan Region (BMR) leben 10.787.211 Menschen auf einer Fläche von 6.193 km². Die Bevölkerungsdichte beträgt 1.742 Einwohner pro km². Zur BMR gehören die eigentliche Stadt Bangkok Metropolis und die sie umgebenden Provinzen Nakhon Pathom, Nonthaburi, Pathum Thani, Samut Prakan und Samut Sakhon. Die BMR belegt Platz 26 der bevölkerungsreichsten Metropolregionen weltweit.
Bangkok ist ein Beispiel für ein dynamisches, jedoch ungeplantes städtisches Wachstum. Zwischen 1970 (3,1 Millionen) und 2000 (6,3 Millionen) hat sich die Einwohnerzahl verdoppelt. Die Stadt ist weitaus größer als alle anderen Städte Thailands. Sie hat gegenwärtig (2005) bereits 17 mal so viele Einwohner wie die nächstgrößere Stadt Samut Prakan (388.920 Einwohner), die Agglomeration Bangkok sogar 44 mal soviel wie das nächstgrößere Ballungsgebiet Udon Thani (247.231 Einwohner).
Da in der Hauptstadt alle wichtigen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen gefällt werden, ist Bangkok eine Primatstadt. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt ist zehnmal höher als in der ärmsten Region des Landes. Während die Hauptstadtregion sich wirtschaftlich entwickelte, profitierten weite Teile des Landes nicht oder hatten gar einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes zu verzeichnen. Durch diese Vorrangstellung hatte die Stadt in den letzten Jahrzehnten einen immensen Wanderungszuwachs.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1910 handelt es sich um Schätzungen, von 1919 bis 2000 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne den Vorortgürtel.
Entwicklung der Wohnsituation
Bruttoinlandsprodukt
Ein großes Problem für die Metropole Bangkok ist die vielen in den letzten Jahren zugezogenen Menschen, vor allem Landflüchtlinge, ausreichend zu versorgen. Für zahlreiche Menschen mußten Wohnungen gebaut werden. Die zunehmende Nachfrage nach Bauland steigerte die Wohnungs- und Grundstückspreise erheblich.
Deshalb werden viele Siedlungen für die weniger Verdienenden am Stadtrand errichtet (Slums). Die öffentlichen Einrichtungen (Krankenhäuser und Schulen) sind unzureichend. Müll und Abwasser werden nicht mehr ausreichend entsorgt, der Grundwasserspiegel sinkt durch den gestiegenen Verbrauch immer schneller.
Vor allem die Menschen in den Slumsiedlungen sind durch Infektionserkrankungen wie Cholera, Diarrhöe und Typhus gefährdet, die durch unzureichende hygienische Bedingungen verbreitet werden. Hinzu kommen Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe und des Autoverkehrs.
Ein weiteres Problem in Bangkok ist der zunehmende Verkehr. Das Straßennetz ist komplett überlastet. Außerdem verfügt Bangkok mit einem relativ kleinen U-Bahn- und Hochbahnnetz nur über wenige Massentransportmittel. Durch die zahlreichen Autos kommt es in der Stadt zu sehr großer Luftverschmutzung (hohe Ozon- und Kohlenstoffmonoxidwerte).
Politik
Kohlenstoffmonoxid
Gouverneur von Bangkok ist Apirak Kosayothin von der Demokratischen Partei. Er gewann die Wahlen vom 29. August 2004 mit 40 Prozent der Stimmen gegenüber dem Kandidaten der Chart Thai Party, Paveena Hongsakul, der nur 16 Prozent der Wählerstimmen erhielt. Hongsakul war zwischen 1996 und 2000 Gouverneur von Bangkok, gefolgt von Samak Sundaravej, der das Amt bis 2004 ausübte.
Bangkok ist ein besonderes Verwaltungsgebiet und hat den Status einer Provinz. Anders als in den 75 weiteren Provinzen Thailands (changwat), ist sie aber die einzige Provinz, in der der Gouverneur direkt gewählt wird. Gouverneurswahlen finden im allgemeinen alle vier Jahre statt.
Das Stadtgebiet der Metropolregion Bangkok geht allerdings über die Grenzen der Provinz Bangkok hinaus und reicht bis in die Nachbarprovinzen Nonthaburi, Samut Prakan und Pathum Thani. Das heutige Bangkok entstand 1972 aus der Zusammenlegung der alten Provinz Bangkok - changwat Phra Nakhon - und der Thonburi-Provinz.
Das Wappen von Bangkok zeigt die Gottheit Indra auf Erawan, dem mythologischen Elephanten, der in einigen Abbildungen auch drei Köpfe haben kann. In seiner Hand hält Indra einen Blitz. Das Wappen basiert auf einer Zeichung von Somdej Chaofa Kromphraya Narisra-nuwattiwong.
Städtepartnerschaften
Bangkok unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.
- seit 19. Februar 1962: Washington D.C., USA
- seit 26. Mai 1993: Peking, Volksrepublik China
- seit 19. Juni 1997: Moskau, Russland
- seit 24. Juni 1997: Manila, Philippinen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Überblick
Philippinen]
Philippinen
In der Stadt gibt es über 400 Wats (buddhistische Tempelanlagen). Der bedeutendste ist der Wat Phra Kaeo (Wat Phra Sri Rattana Satsadaram), der den so genannten "Smaragd-Buddha" beherbergt und eine landesweite hohe Verehrung genießt.
Zusammen mit dem Grand Palace (Phra Borom Maharatchawong), dem Wat Pho (Wat Phra Chetuphon), dem ältesten und größten Tempel Bangkoks mit seiner 46 Meter langen vergoldeten Statue des liegenden Buddha, und dem Wat Mahathat, die eine der großen buddhistischen Universitäten (Maha Chulalongkorn Universität) Südostasiens beherbergt, bildet er auf "Koh Rattanakosin" (Koh = Insel) das historische Zentrum der Stadt.
Weitere bedeutende Tempel sind der Wat Arun (Tempel der Morgenröte) in Thonburi und der Wat Trimitr (auch Wat Traimit), mit der in materieller Hinsicht wertvollsten Buddhastatue Thailands, die aus mehr als fünf Tonnen purem Gold gefertigt wurde.
In Bangkok befinden sich zudem das thailändische Nationalmuseum, das größte seiner Art in Südostasien, die Nationalgalerie und das Nationaltheater.
Theater
Das Nationaltheater in Bangkok befindet sich auf dem Gelände des alten Wang Na, des Palastes des Zweiten Königs von Thailand (des „Uparaja“) an der Na Phra That Road. Vor dem Osteingang befindet sich eine Statue von Phra Pinklao, der als jüngerer Bruder von König Mongkut von diesem zum vorletzten Uparaja ernannt wurde.
Das Gebäude wurde nach einem Brand von 1960 bis 1965 in seiner gegenwärtigen Form aufgebaut: das T-förmige Gebäude zeigt eine Mischform thailändischer und westlicher Baukunst.
Über dem Haupteingang des Theaters befindet sich ein Relief, welches den Schutzgott der Künste, den hinduistischen Gott Ganesha darstellt. Im Gebäude finden Aufführungen des klassischen thailändischen Tanzes statt. Der Saal besitzt eine originelle Trapezform.
Im neu erbauten Joe Louis Theatre auf dem Gelände des Suan Lum Night Bazaar wird das Ramayana-Epos als thailändisches Puppenspiel aufgeführt. Vor der Aufführung werden die traditionellen Figuren vorgestellt. Drei Künstler agieren mit bunten, aufwändig bestickten Stabpuppen, die vom Familienoberhaupt Sakorn Yanghiawsod (Joe Louis) seit den 1950er Jahren angefertigt werden.
Museen
1950er
Das Nationalmuseum, das größte in Südostasien, beherbergt eine beachtliche Sammlung von Artefakten und Kunstgegenständen von der thailändischen Bronzezeit bis zur Bangkok-Zeit. Der ganze Komplex besteht aus historischen Gebäuden im thailändischen Stil, befand sich hier doch bis zur Zeit von König Chulalongkorn der Wang Na, der Palast des Uparaja, des Zweiten Königs von Thailand.
Die Bootshäuser am Khlong Bangkok Noi, einer Dependance des Nationalmuseums direkt hinter der Pin-Klao-Brücke, beherbergen die Royal Barge (Königsbarken). Diese kunstvoll geschnitzten und verzierten Barken werden nur bei allerhöchsten Feierlichkeiten des Königshauses benutzt.
Die Nationalgalerie (National Gallery Museum) liegt gegenüber dem Nationalmuseum an der Chao Fa Road. Dort sind alte und zeitgenössische Gemälde bedeutender thailändischer Künstler ausgestellt.
„Jim Thompsons Thai-Haus“ am Khlong Saen Saeb in der Soi Kasemsan 2, einer Quergasse der Rama I Road, ist ein Ensemble aus mehreren, einander zugeordneten Holzhäusern im altthailändischen Stil. Dieses wurde von Jim Thompson (1906-1967), jenem legendenumwobenen Mann geschaffen, der nach Ende des 2. Weltkrieges die thailändische Seidenindustrie wiederbelebt und weltbekannt gemacht hat, und der dann unter mysteriösen Umständen spurlos verschwunden ist. Heute ist der Komplex ein Museum, in dem Thompsons exquisite Sammlung asiatischer Kunst zu sehen ist.
Im Bangkok Doll Museum (Puppenmuseum) in der Soi Ratchataphan hinter der Ratchaprarop-Road werden Puppen aus einheimischer Fabrikation ausgestellt. Im Ban Kamthieng, einem 200 Jahre alten Thai-Haus im Lan Na-Thai-Stil im Garten der Siam Society in der Soi 21 (Asoke) der Sukhumvit-Road ist eine Sammlung von Arbeitsgeräten thailändischer Bauern und Fischer zu sehen.
Die Queen's Gallery an der Ratchadamnoen Avenue nahe der Phan Fa Lilat-Brücke zeigt regelmäßig auf vier Etagen Ausstellungen bekannter und weniger bekannter zeitgenössischer thailändischer Künstler. Oft sind diese Ausstellungen von I. M. Königin Sirikit von Thailand gesponsort.
Bauwerke
Grand Palace und Wat Phra Kaeo
Königin Sirikit
Dieses bedeutendste Wahrzeichen Bangkoks am Ufer des Menam Chao Phraya besteht aus über 100 Gebäuden in verschiedenen architektonischen Stilen. Das gesamte Gelände mit einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern wird von einer 1,9 Kilometer langen zinnenbewehrten Mauer umfasst.
Ein besonderes Kleinod dieses Ensembles ist der Wat Phra Kaeo (Tempel des Smaragd-Buddha), ein Glanzstück thailändischer Kunst. Zu seinen Kostbarkeiten gehört der Smaragd-Buddha, die am meisten verehrte Buddhastatue Thailands.
Weitere Attraktionen dieses großen Palastes sind die Phra Thinang Amarin Winichai Thronhalle, die Phra Thinang Dusit Maha Prasat Thronhalle und der große Chakri-Palast. Weiter dazu zählen der „Royal Thai Decorations and Coin Pavillon“ mit einer ständigen Ausstellung königlicher Insignien, Preziosen, Medaillen und Münzen sowie anderer Zahlungsmittel, die Anfang des 11. Jahrhunderts in Umlauf waren.
Vor dem Grand Palace befindet sich der Sanam Luang (auch Phramen-Ground, also das „Phra Meru“-Feld genannt), ein weitläufiger, von Tamarindbäumen umsäumter Paradeplatz, der seit der Gründung Bangkoks für die Kremation von Mitgliedern der königlichen Familie, aber auch für andere öffentliche Zeremonien benutzt wird, wie etwa die königliche Pflugzeremonie im Monat Mai. Um den Platz herum gruppieren sich mehrere Prachtbauten: das Fine Arts Department (Akademie der Schönen Künste) mit der Silpakorn-Kunsthochschule, die Thammasat Universität und das Nationalmuseum, das Nationaltheater, das Justizministerium sowie der Lak Muang, das geographische Zentrum der historischen Stadt.
Weitere Tempelanlagen
Phra Meru]
Phra Meru
Wat Pho (Tempel des Liegenden Buddha) ist eine weitläufigen Tempelanlage direkt südlich des Grand Palace. Dort befindet sich die riesige, mit Blattgold überzogene Statue eines liegenden Buddha - 46 Meter lang und 15 Meter hoch, seine Fußsolen sind mit Perlmutt eingelegt. Wat Pho war einst auch die erste öffentliche Bildungseinrichtung des Landes. Der Tempel ist außerdem berühmt für seine traditionelle Thai-Massage.
Wat Arun (Der Tempel der Morgendämmerung) ist ein beeindruckender Tempelbau und das Wahrzeichen Bangkoks auf dem andern Ufer des Chao Praya, gegenüber dem Grand Palace. Seine etwa 75 Meter aufragende Pagode ist mit Porzellan-Kacheln überzogen und funkelt in der Sonne.
Wat Trimit (Tempel des Goldenen Buddha) ist ein Heiligtum am Ende der Yaowarat Road in Chinatown, in der Nähe des Bangkoker Hauptbahnhof Hualampong. Dort thront ein drei Meter hoher Buddha aus fünfeinhalb Tonnen massivem Gold.
Wat Benchamabophit (Marmortempel) liegt an der Si Ayutthaya Road, neben dem Chitralada Palast, der Residenz von König Rama IX.. Dieser ist einer der neuesten Tempel Bangkoks. Er wurde während der Herrschaft von König Rama V. (1853-1910) aus weißem Carrara-Marmor errichtet. Auffällig sind Elemente der Sakralarchitektur Europas, zum Beispiel bunte Glasfenster. Im Wandelgang (Phra Rabieng) rund um den Ubosot befindet sich eine Sammlung von Buddha-Statuen aus Bronze der verschiedensten Kunststile Thailands.
Wat Suthat an der Bamrung Muang Road ist bekannt für seine erlesenen Wandgemälde aus dem 19. Jahrhundert, die noch anläßlich des 200-Jahr-Jubiläums Bangkoks mit finanzieller Hilfe der Bundesrepublik Deutschland restauriert worden waren. Die Riesenschaukel vor dem Tempel wurde vor langer Zeit für bramahnische Rituale verwendet. Einige Geschäfte in der Umgebung bieten buddhistische Devotionalien feil.
Wat Saket (Der Goldene Berg): Das Interessanteste an diesem Tempel ist der aus dem 19. Jahrhundert stammende Goldene Berg über der Ratchadamnoen Avenue. Der goldene Chedi, der einen künstlichen Hügel mit seiner 87 Meter hohen vergoldeten Pagode krönt, beherbergt Buddha-Reliquien. Von dort kann die Altstadt von Bangkok besichtigt werden.
Weitere bedeutende Tempel im Zentrum von Bangkok sind Wat Mahathat am Rand des Sanam Luang Felds, welcher die Haupt-Universität der buddhistischen Mahanikai-Glaubensgemeinschaft beherbergt, Wat Ratchanatdaram an der Ratchadamnoen Avenue hinter dem Rama-III-Memorial-Park mit seinem Loha Prasat (einer Pagode, welche aufgrund ihres Baumaterials „Eisen-Palast“ genannt wird), Wat Ratchabophit, ein Tempel an der Ban Mo Road mit einer Mischung von einheimischen und europäischen Stilelementen sowie Wat Indrawihan in der Wisutkasat Road mit einer 32 Meter hohen stehenden Buddhafigur.
Weitere Bauwerke
Universität
Universität]
Lak Mueang (Schrein der Stadtsäule), das Bangkoker „Stadtheiligtum“, liegt an der Südostecke des Sanam Luang Feldes. Es beherbergt den von König Rama I. (1736-1809) gelegten Grundstein Bangkoks - eigentlich eine Säule. Diese steht im Ruf, Wünsche zu erfüllen. Den ganzen Tag lang werden von den Gläubigen Tänzerinnen dafür bezahlt, mit ihren Tänzen die dort ansässigen Stadtgeister zu betören und ihnen so Gesundheit und Wohlstand abzuhandeln.
Vimanmek Mansion (Das himmlische Palais) - es ist das größte Teakholz-Gebäude der Welt - liegt hinter dem Parlament. Es beherbergt auf drei Stockwerken 81 Zimmer, Säle und Vorzimmer und ist mit Erinnerungsstücken des Königshauses von Ende des 19. Jahrhunderts möbliert. Das Teakholz ist an zahlreichen Stellen mit Blattgold überzogen.
Der Suan Pakkard-Palast ist ein Komplex von fünf Thai-Häusern inmitten eines Gartens an der Si Ayutthaya Road und beherbergt eine bedeutende Sammlung asiatischer Antiquitäten. Bedeutendstes Gebäude ist dabei der „Lackpavillon“, ein kleiner Holzpavillon aus der Zeit von König Narai von Ayutthaya (1656-1688), der bis zum Jahre 1960 im Wat Ban Kling bei Ayutthaya als Kuti diente. Er ist ausgeschmückt mit Wandbildern in Lai-Rot-Nam-Technik (Schwarzgoldlack) aus der späten Ayutthaya- oder frühen Rattanakosin-Periode.
Sehenswert sind auch der Chao Phraya und die noch erhalten gebliebenen Kanäle von Bangkok (Khlongs) die noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts weite Teile der Stadt durchzogen. Für den Bau von Straßen wurden viele dieser alten Verkehrswege zugeschüttet. Zusammen mit dem Chao Phraya, dem „Fluss der Könige“, zeigen sie anschaulich, wie das Leben und Treiben auf dem Wasser im wesentlichen schon seit einigen Jahrhunderten kaum verändert abläuft.
Sehenswürdigkeiten am Chao Phraya sind die Memorial-Bridge („Saphan Phut“), die erste Brücke zwischen Bangkok und Thonburi, eingeweiht zum 150. Jahrestag der Gründung Bangkoks, und die Rama VIII-Brücke, die erst im Mai 2002 eingeweiht worden war.
Parks
2002
Der Lumpini-Park ist der größte Park im Zentrum von Bangkok. Dort werden täglich „Tai-Chi“-Übungen (Schattenboxen) praktiziert. Nahe befindet sich das Lumpini-Stadion, in welchem Kämpfe im Kickboxen austragen werden. Dem Lumpini-Park gegenüber liegt die - nach der in São Paulo - zweitgrößte Schlangenfarm der Welt. Die etwa tausend Giftschlangen der Farm werden zur Produktion und Entwicklung von Heilserum gehalten.
Im „Dusit Zoo“, Bangkoks ältestem Zoo neben der Royal Plaza, sind die meisten bekannten afrikanischen und asiatischen Säugetiere und Vögel und noch viele weitere Tierarten zu sehen. Auf dem Areal befinden sich Cafés und ein künstlich angelegter See mit Flächen zur Erholung. Das Gelände wird von zwei Kanälen durchflossen, wovon einer im Herbst Austragungsort eines berühmten Floßwettbewerbs anläßlich des Loy-Kratong Festes ist.
Sehenswert ist auch der „King Rama IX Park“, ein etwa 80 Hektar großer Park und botanischer Garten in der Soi 103 (Udomsuk) der Sukhumvit-Road. Er wurde im Jahre 1987 anlässlich des 60. Geburtstages von König Bhumibol Adulyadej eröffnet.
Der „Rommaninat-Park“ an der Maha Chai Road war bis Mitte der 1990er Jahre das Stadtgefängnis von Bangkok. Die Stadtverwaltung siedelte das Gefängnis aus vor die Tore der Stadt und machte einen schönen Park daraus. Er bietet für viele Anwohner eine allabendliche Sport- und Erholungsmöglichkeit.
Sport
Bhumibol Adulyadej
In zwei großen und mehreren kleinen über Bangkok verteilten Stadien gibt es die Möglichkeit den thailändischen Nationalsport "muay thai", besser bekannt unter dem Namen Thaiboxen, oder auch Kickboxen, mit all seinen Ritualen anschauen zu können. Sowohl im Lumpini-, als auch im Ratchadamnoen-Stadion, sind einige der besten Kämpfer des Landes zu sehen. Die Veranstaltungen finden die ganze Woche abwechselnd in beiden Stadien statt. Abgesehen vom Kampf im Ring findet zusätzliche Unterhaltung durch Musikbegleitung statt, die von einem traditionellen Ensemble gespielt wird, das auf der pii oder Thaioboe basiert.
Eine andere beliebte Sportart ist das traditionelle "Takro lod huang" (Ringtakro). Hierbei handelt es sich um eine Art Ballspiel, bei dem ein geflochtener Rattanball mit allen Teilen des Körpers - außer mit den Händen - so lang wie möglich in der Luft gehalten werden muß. Professionelle Teams spielen auf dem Sanam-Luang-Feld (Phramen Ground) vor dem Grand Palace in Bangkok gegeneinander. Eine weitere Version dieser Sportart ist das Netztakro, daß im Nationalstadium und im Hua Mak-Stadion gespielt wird.
Ebenfalls ein traditioneller Sport in Thailand ist der Drachenkampf, bei dem ein symbolischer Kampf der Geschlechter in der Luft stattfindet. Hierbei kämpfen die großen "männlichen" Drachen, genannt Chula, gegen die kleineren, "weiblichen" Pakpao. Die riesigen Chulas müssen von einem ganzen Team Männer gelenkt werden. Diese bunten Veranstaltungen finden im März und April auf dem Sanam-Luang-Feld statt, weil dann jeden Nachmittag der dazu notwendige Wind aufkommt.
Regelmäßige Veranstaltungen
Rattan
Staatliche Feiertage und große religiöse Feste werden in Bangkokbesonders prunkvoll begangen: Zum Geburtstag der Königin oder des Königs finden Paraden in den geschmückten Straßen statt. Bei großen Festen werden sogar die Königlichen Barken zu Wasser gelassen. Auch das chinesische Neujahrsfest ist Anlass zu dreitägigen Feierlichkeiten in Chinatown.
Visakha Bucha, das größte buddhistische Fest, wird im Wat Phra Keo und auf dem Sanam Luang begangen. Bereits ab acht Uhr ziehen 30 bis 40 liebevoll dekorierte Wagen mit Statuen, die Szenen aus dem Leben von Buddha darstellen, durch die Rachdamnoen Road zum Königspalast.
Während der kühlen Jahreszeit von Mitte Februar bis Ende März finden auf dem Sanam Luang Drachenwettkämpfe statt. Zur Pflugzeremonie auf dem Sanam Luang Mitte Mai strömen Bauern aus dem ganzen Land nach Bangkok. Während der Songkran-Feiern werden in Bangkoks Straßen wahre Wasserschlachten ausgetragen. Zu dieser Zeit führen zahlreiche Absperrungen zum Verkehrschaos, vor allem in der Altstadt; hingegen ist es in Chinatown ruhig.
Kulinarische Spezialitäten
Buddha
In Thailand ist die Harmonie das Ziel jeder Mahlzeit. Durch das verzehren eines Dips mit Gemüse, einer Suppe, eines Currygerichtes und eines würzigen Salates kann ein Gleichgewicht hergestellt werden. Scharfe, salzige und süßsaure Gerichte wie nam phrik (Dips) und Suppen - serviert mit gekochtem Reis - gehören zu den Standard-Mahlzeiten der fruchtbaren Zentralregion, in der Bangkok liegt.
Reis als Hauptbestandteil sowie scharfe, salzige und saure Gerichte sind in der trockenen Nordost-Region (Isaan) weit verbreitet, werden aber auch in vielen Restaurants in Bangkok angeboten. Einige der beliebtesten Gerichte sind Som tam (grüner Papaya Salat), gai yang (gegrilltes Huhn) und laap (Salate mit gehacktem Fleisch und frischen Kräutern). Ein großer Teil der Straßengerichte in Bangkok kommt ebenfalls aus dieser Region, da zahlreiche Verkäufer aus dem Nordosten stammen.
Bei dieser regionalen Küche handelt es sich bei dem Reis meist um Klebreis, der nicht gekocht, sondern gedünstet wird.
Gerichte aus dem Norden des Landes sind meist mild oder würzig, salzig oder sauer, aber nicht süß. Auch hier ist Reis Hauptbestandteil. Vergorene, saure Schweinewürste, die auch auf der Straße in Bangkok gegrillt werden, sind sehr beliebt. Im maritimen Süden des Landes wird Fisch dem Fleisch zumeist vorgezogen. Saure Currys (ohne Kokosnussmilch) gehören zur Norm. In den Restaurants der Stadt kann auch diese Küche ausprobiert werden.
In Bangkok befinden sich auch zahlreiche Lokale die internationale Speisen, zum Beispiel aus Griechenland, Indien, Lateinamerika oder Nahost anbieten. Es gibt viele gute chinesische, japanische und europäische Restaurants, wo dem Gast die vielfältige Küche der jeweiligen Region angeboten wird. Muslimische und südasiatische Gerichte sind vorwiegend in den islamischen Gemeinden der Stadt erhältlich. Schmackhaft ist zum Beispiel Hühner-Biriyanis oder Hühner-Karuma, nach denen süße Bodin gegessen werden. Diese authentische Mahlzeit ist sehr beliebt und repräsentiert eine geschickte Mischung aus verschiedenen Zutaten und Kulturen.
Die deutsche Küche ist mit einigen Bäckereien und Restaurants vertreten, die von Einheimischen, Touristen und Residents gut besucht werden.
Einkaufen
Resident
Große Einkaufszentren, die sich mit denen von Singapur oder Hongkong durchaus messen können, konzentrieren sich vor allem in der unteren Sukhumvit Road und Silom Road. In ihnen sind Geschäfte, Büros, Restaurants, Kinos und Kaufhäuser untergebracht. Die Einkaufspaläste, die zu den größten der Welt zählen, liegen an den Ausfallstraßen außerhalb des Zentrums, beispielsweise Seacon Square und Seri Center in der Srinakarin Road weit östlich der Innenstadt.
In der Millionenstadt Bangkok haben einige Märkte mit ländlichem Charakter überlebt, auf denen frisches Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch angeboten wird. Die legendären schwimmenden Märkte gibt es allerdings nur noch außerhalb der Metropole. Auf den meisten Märkten Bangkoks werden vor allem Textilien und Drogerieartikel verkauft, aber auch Pflanzen und Souveniers.
In Bangkok günstig angeboten werden Silber- und Niellowaren, Puppen und Masken, Holzschnitzereien, Abreibungen von Tempelreliefs auf dünnem Reispapier, Bronze-Artikel, Baumwolltextilien, Sonnenschirme, Fächer und vieles mehr. Der Handel mit Antiquitäten ist in Thailand seit 1989 verboten. Deshalb lebt eine ganze Branche von der Produktion täuschend echter Antiquitäten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
1989
Die Stadt ist eines der bedeutendsten Wirtschafts- und Transportzentren in Südostasien. Bangkok ist sowohl Verkehrsknotenpunkt als auch Hafenstadt, über diese Stadt läuft 90 Prozent des Außenhandels; dort wird die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes des Landes erwirtschaftet; dort konzentrieren sich Industrie und Verwaltung. Die Thailändische Börse hat ihren Sitz in Bangkok. Außerdem befinden sich in der Stadt das Hauptquartier der Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik der Vereinten Nationen (UN) sowie weitere UN-Stellen.
Fertiggerichte, Holz und Textilien sind Bangkoks wichtigste Exportwaren. Die Stadt befindet sich in einer Tiefebene, in der überwiegend Reis angebaut wird, der dann in den Reismühlen Bangkoks, einem der wichtigsten Industriezweige, weiterverarbeitet wird. Weitere bedeutende industrielle Produkte sind unter anderem Lebensmittel und Kraftfahrzeuge sowie Textilien, Zement und Schmuck.
Ölraffinerien und Werften gibt es in Bangkok zahlreiche. Die Stadt ist als Schmuck- und Juwelenhandelszentrum bekannt. Sie ist das weltweite Zentrum für die Aufarbeitung minderwertiger und die Herstellung synthetischer Steine. Relativ gering sind die im eigenen Land geförderten Saphire und Rubine, das meiste wird importiert.
Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle. Die Khaosan Road, in der Nähe des Palastkomplexes, ist der Treffpunkt für Rucksacktouristen aus aller Welt. Am anderen Ende des touristischen Spektrums verfügt Bangkok mit dem "Oriental" und dem "Peninsula" über Luxushotels, die seit Jahren zu den Besten der Welt gezählt werden.
Obwohl eigentlich illegal, ist auch Prostitution ein Wirtschaftsfaktor und großes Problem in Bangkok. Sextouristen kommen vor allem aus Japan, Malaysia, Singapur, Taiwan, Australien, Europa und den USA nach Bangkok. Die bekanntesten und berüchtigtsten Rotlichtbezirke in Bangkok sind Patpong, Nana Plaza und Soi Cowboy.
Verkehr
Fernverkehr
Soi Cowboy
Soi Cowboy
Die Stadt ist wichtigster Knotenpunkt des Straßen- und Eisenbahnnetzes in Thailand.
Flugverkehr
Bangkok ist Sitz von zwei für Südostasien bedeutenden internationalen Flughäfen. Der neue Suvarnabhumi Airport befindet sich nahe der Eastern Outer Ring Road und hat eine Kapazität von drei Millionen Passagieren pro Jahr. Ein weiterer Flughafen, der Bangkok International Airport (Don Muang), liegt 22 Kilometer nördlich des Stadtzentrums. Der Domestic Terminal befindet sich 500 Meter stadteinwärts von den beiden internationalen Terminals. Ein kostenloser Bus pendelt zwischen beiden Abfertigungshallen.
Eisenbahnverkehr
Von Hua Lamphong, dem Hauptbahnhof Bangkoks, fahren die meisten Züge Richtung Norden, Nordosten, Osten und Süden. Nach Krabinburi fahren zudem Züge ab Makkasan Station. Züge Richtung Kanchanaburi/River Kwae und einige langsame Züge in den Süden fahren vom Bahnhof in Bangkok Noi ab. Statt vom alten Bahnhofsgebäude starten die Züge von der New Station, zu der ein kostenloser Shuttle in fünf Minuten fährt.
Ende des 19. Jahrhunderts stellte eine englische Gesellschaft die Eisenbahnverbindung Bandkok-Ayutthaya-Khorat fertig. Die südliche Linie nach Pak Nam wurde am 11. April 1893 eröffnet, anschließend baute man die Linie Bangkok-Ratchaburi-Petchaburi aus, die kurz nach 1903 fertig gestellt wurde.
Busverkehr
Bangkok hat vier Fernbusbahnhöfe, von denen die meisten Busse (außer einigen ac-Bussen und Minibussen) abfahren: Richtung Ostküste von Ekamai, Eastern Bus Terminal, Sukhumvit Road, gegenüber Soi Ekamai; Richtung Norden und Nordosten vom Northern und Northeastern Bus Terminal, Kamphaengphet 2 Road, westlich der Straße zum Flughafen; Richtung Süden und Westen vom Southern Bus Terminal südlich vom Hwy 338, an der Auffahrt der Borom Ratcha Chonni Road.
Seeverkehr
Der Hafen von Bangkok liegt am rechten östlichen Chao Phraya-Ufer und belegt eine Fläche von mehr als 3,6 Quadratkilometern. Im Alltagsleben wird er Khlong Toey genannt, heißt aber eigentlich Pak Nam (soviel wie Mündung, wörtlich Wassermund). Der Hafen ist einer der größten Südostasiens. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts bestanden regelmäßige Dampferverbindungen nach Hongkong, Singapur und Saigon.
Nahverkehr
Saigon]
Saigon
Straßenverkehr
Das Verkehrschaos während der Hauptverkehrszeit in Bangkok ist bekannt. In den 1970er Jahren haben europäische Stadtplaner ohne großen Erfolg versucht, das Problem mit modernen Brückenkonstruktionen zu beseitigen. In den 1980er Jahren wurde ein umfangreiches Einbahnstraßensystem eingerichtet. Busse erhielten während der Hauptverkehrszeit eine eigene Busspur, wo sie auch in Einbahnstraßen in beide Richtungen fahren können.
Erst die Errichtung zahlreicher mautpflichtiger Hochstraßen und zusätzlicher Brücken (fly-over) hat eine gewisse Besserung erreicht.
Der öffentliche Nahverkehr wird gegenwärtig überwiegend von dieselbetriebenen Stadtbussen bewältigt. Zahlreiche Taxis, Motorradtaxis und Tuk Tuks (offene Motorradroller mit Sitzbank) befördern Fahrgäste durch die Stadt.
Schienenverkehr
Am 22. September 1888 fuhr die erste Pferdestraßenbahn und im Mai 1894 die erste elektrische Straßenbahn in Bangkok. Der Verkehr wurde am 1. Oktober 1968 eingestellt. Bis Ende der 1990er Jahre verfügte Bangkok über kein Massentransportmittel. Durch den Aufbau eines Schnellbahnnetzes versucht man dem Verkehrschaos herr zu werden, nachdem in den Jahrzehnten zuvor eher auf Ausbau des Straßenverkehrsnetzes gesetzt wurde.
Am 5. Dezember 1999 eröffnete die Hochbahn Bangkok Skytrain, das erste öffentliche Schnellbahnprojekt der Stadt, ihren Betrieb. Sie verkehrt auf zwei Linien mit 23 Kilometer Länge und 23 Stationen. Es war die erste elektrisch betriebene Bahn mit Europäischer Normalspur (1435 Millimeter) und befördert derzeit 250.000 Fahrgäste pro Tag. Beide Linien kreuzen sich am Umsteigebahnhof Central Station am Siam Square.
Am 3. Juli 2004 wurde der erste Streckenabschnitt der Bangkok Metro eröffnet. Er ist 21 Kilometer lang führt über 18 Bahnhöfe und besitzt die selbe elektrische und technische Ausrüstung wie der Skytrain. Umsteigemöglichkeiten zur Skytrain bestehen in Silom/Saladaeng, Sukhumvit/Asok und Chatuchak/Mo Chit. Die Kapazität pro Fahrtrichtung beträgt circa 40.000 Fahrgäste pro Stunde. In Planung sind Erweiterungen nach Norden bis Charansanitwongse und Tha Phra, nach Süden bis nach Bang Khae, mit einer möglichen Ausführung als Ringstrecke.
Schiffsverkehr
Personenfähren - relativ hohe Boote mit Dach - überqueren von zahlreichen Piers aus den Menam Chao Phraya. Allerdings stimmen die Anlegestellen nicht mit den Piers der Expressboote überein. Die langen Boote mit vielen Sitzplätzen verkehren auf dem Maenam Chao Phraya über 18 Kilometer zwischen Nonthaburi (Norden) und Krung Thep-Brücke (Süden) sowie flussaufwärts über Nonthaburi hinaus bis Pak Kret. Rua hang yao - schmale Boote mit Sitzplätzen für etwa 15 Personen, die von einem Außenborder an einer langen Stange angetrieben werden, verkehren regelmäßig im Linienverkehr auf den Khlongs von Bangkok und Thonburi. Sie werden vor allem von Pendlern genutzt, um in die Vororte zu gelangen.
Medien
Nonthaburi
Täglich erscheinen drei englischsprachige Zeitungen, die empfehlenswerte Bangkok Post und The Nation, sowie eine thailändische Ausgabe der Herald Tribune. Außerdem gibt es Asia-Week, South und Far Eastern Economic Review sowie die Newsweek oder Time. In deutscher Sprache erscheint wöchentlich die Zeitung mit lokalen Informationen und Beiträgen über das aktuelle politische Weltgeschehen. Aktuelle Szeneinformationen stehen in der Bangkok Metro, einem englischsprachigen monatlichen Stadtmagazin. Informationen für Touristen sind Anzeigenblättern wie dem Guide of Bangkok zu entnehmen.
Die zahlreichen Fernseh- und Radiosender in Bangkok bieten ihre Programme täglich 24 Stunden an und sind über normale Antennen zu empfangen. Die Sendungen werden jedoch sehr häufig von Werbung unterbrochen, da für die Grundversorgung durch Fernseh- und Radioprogrammen die Bevölkerung keine Rundfunkgebühren zahlen muss.
Zu den wichtigsten Fernsehsendern gehört der Privatsender Channel 3. Er überträgt häufig Spielfilme aus der Volksrepublik China. Der Armeesender TV 5 Army Television zeigt dagegen viele thailändische Serien und zahlreiche Musikbeiträge einheimischer Interpreten. TV 7 ist ebenfalls im Besitz der Armee, er vermietet aber Sendezeit auch an private Gesellschaften. Gelegentlich werden auf thailändisch synchronisierte Spielfilme aus den USA gesendet. Der Originalton des Films wird auch über einen UKW-Sender übertragen. Die Radiofrequenzen werden auf dem Bildschirm eingeblendet.
Die Fernsehstationen TV 9 und Channel 11 sind staatlich, wobei Letztere überwiegend sportliche und wissenschaftliche Programme ausstrahlt. Sehr häufig werden Wettkämpfe im Thaiboxen übertragen. Channel 11 informiert auch über den Fußball in Europa und wöchentlich über die Ergebnisse der Bundesliga. Auch der Empfang von Satellitenfernsehen hat in Bangkoks Haushalten Einzug genommen. So lassen sich dann auch weitere Fernsehsender empfangen, vor allem das von Hongkong ausgestrahlte Star TV (mehrere Kanäle) und Stationen wie Thai Sky TV, BBC, CNN, IBC, ITV, und der Musiksender MTV.
Bildung
Thaiboxen
Bangkok beherbergt verschiedene technische Institute, mehrere Hoch- und Fachschulen und sechs Universitäten, von denen zwei im weltweiten Forschungsverbund eingegliedert sind: die Chulalongkorn-Universität und die Thammasat-Universität. Nahe des Wat Phra Kaeo befindet sich die Kunstakademie, die 1921 gegründete Silpakorn Universität.
Die Chulalongkorn-Universität (benannt nach Rama V. Chulalongkorn) ist eine der ältesten Universitäten Thailands. Sie wurde am 26. März 1917 von König Rama VI. Vajiravudh gegründet, nachdem sie seit 1899 als Verwaltungsfachschule existierte. Von Beginn an legte man sehr viel Wert auf die studentische Selbstverwaltung. Heute (2003) lernen etwa 28.000 Studenten an der Universität, die Zahl der akademischen Mitarbeiter beträgt knapp 3.000.
Die Thammasat-Universität wurde am 27. Juni 1934 als "Universität der moralischen Wissenschaft und Politik" gegründet und wird heute noch "Universität des Volkes" genannt, weil sie sich besonders um einen Hochschulzugang für alle Menschen des Landes bemüht. Seit 1934 haben etwa 240.000 Studenten an der Universität studiert, von denen e
Thailändische Schrift
Übersicht
Die Konsonanten der Thai-Schrift (ตัวอักษรไทย) werden horizontal von links nach rechts geschrieben. Die 28 Vokale (รูปสระ) und die vier Tonzeichen (วรรณยุกต์) hingegen stehen links, rechts, oberhalb oder unterhalb des dazugehörenden Konsonanten (manche Mehrfachvokale (Diphthonge) stehen sogar an zwei Seiten eines Konsonanten (พยัญชนะ), was das Lesen und Schreiben dieser Schrift deutlich erschwert).
Die Thai-Schrift muss die verschiedenen Elemente der Thai-Sprache (ภาษาไทย) wiedergeben. Sie besteht insgesamt aus 44 Zeichen für Konsonanten, 36 Zeichen für Vokale/Vokalverbindungen (Diphthonge/Triphthonge) und 4 zusätzlichen Tonzeichen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es 44 verschiedene Konsonanten gibt; vielmehr haben manche Konsonanten mehrere Zeichen, wobei es von der Betonung des dazugehörigen Vokals abhängt, welches Zeichen für den Konsonant benutzt wird. Zusätzlich wird die Betonung durch Tonzeichen geregelt, die über den Vokalen oder Konsonanten stehen. Dies alles ist erforderlich, weil die Thailändische Sprache fünf unterschiedliche Betonungen unterscheidet. Erst die Betonung oder der Tonverlauf gibt dem Wort einen Sinn.
Satzzeichen gibt es nicht, das Ende eines Satzes wird oft (aber nicht immer) durch einen Zwischenraum gekennzeichnet. Die Wörter innerhalb eines Satzes folgen meist unmittelbar aufeinander, Zwischenräume werden allerdings gemacht, wenn es missverständlich werden könnte.
Herkunft
Thailändische Sprache
Die Erfindung der Thai-Schrift wird König Ramkhamhaeng persönlich zugeschrieben, der 1282/3 aus einer Kombination von indischer und Khmer-Schrift ein Alphabet entwickelte, das die verschiedenen Sprachelemente des Thai darzustellen in der Lage war: Khmer, Chinesisch, Mon, Sanskrit, Pali - und neuerdings auch Englisch müssen geschrieben und gelesen werden können. Wir wissen heute, dass König Ramkhamhaeng diese Schrift „erfunden“ hat, weil im Jahre 1833 König Mongkut (zu jener Zeit noch im Mönchsstand) im Wat Mahathat in Sukhothai die Stele entdeckte, die heute im National-Museum in Bangkok zu sehen ist. Auf dieser Stele ist der erste überlieferte Text in der neuen Schrift, nämlich die Regierungserklärung Ramkhamhaengs aus dem Jahre 1292 in Stein gemeißelt (siehe dazu die Weblinks unten).
Tabellen mit dem Thai-Alphabet
Konsonanten
- Erläuterung zur Tabelle:
: - 1. Spalte: der Buchstabe in thailändischer Schrift.
: - 2. Spalte: Romanisierung des Buchstaben (siehe dazu Weblinks).
: - 3. Spalte: Name des Buchstaben, offizielle Umschrift des [http://www.royin.go.th/report001.html Royal Institute]. Die Namen sind Englisch auszusprechen. Beispiel: ching wird im Deutschen ausgesprochen wie tsching. " - " = Diese Zeichen zählen eigentlich zu den Vokalen, werden aber in Wörterbüchern an den hier gezeigten Stellen eingeordnet. Sie dienen nur zur Transskription von Worten in Sanskrit und Pali ins Thailändische.
: - 4. Spalte: Aussprache des Merkwortes in Lautschrift.
: - 5. Spalte: Übersetzung des Merkwortes.
: - 6. Spalte: Aussprache, wenn der Buchstabe am Ende einer Silbe steht. Ein "-" bedeutet: dieser Buchstabe kommt nicht am Silbenende vor.
: - 7. Spalte: Klasse des Buchstaben (L="tiefe" Klasse, M="mittlere" Klasse, H="hohe" Klasse). Die Klasse wird benötigt, um die Tonhöhe einer Silbe herauszufinden.
Vokale
Die thailändische Schrift kennt 16 "Einfache Vokale":
ะ ั า ำ ิ ี ึ ื ุ ู เ โ ใ ไ อ ว
Diese können einzeln benutzt oder miteinander kombiniert werden.
- Erläuterung zur Tabelle:
: - 1. Spalte: der Buchstabe/Buchstabenkombination in thailändischer Schrift. Das Zeichen "—" dient dabei als Platzhalter für den jeweiligen Konsonanten.
: - 2. Spalte: Name des Buchstaben, offizielle Umschrift des [http://www.royin.go.th/report001.html Royal Institute]. Die Namen sind Englisch auszusprechen.
: - 3. Spalte: Romanisierung des Buchstaben (siehe dazu Weblinks).
: - 4. Spalte: Aussprache des Vokals/Vokalkombination in Lautschrift.
Ziffern
- Erläuterung zur Tabelle:
: - 1. Spalte: die Ziffer in thailändischer Schrift.
: - 2. Spalte: die Ziffer als Wort auf Thailändisch
: - 3. Spalte: Aussprache des Zahlwortes in Lautschrift
: - 4. Spalte: arabische Ziffer
- Anmerkung: Außer auf offiziellen (Regierungs-) Verlautbarungen werden im täglichen Umgang arabische Ziffern benutzt. Weiterhin kommt es nicht selten vor, dass Schilder mit Preisangaben für den Eintritt zu Sehenswürdigkeiten auf einen niedrigen Betrag in thailändischen Ziffern sowie einen höheren Betrag in arabischen Ziffern hinweisen.
Thailändische Schrift im Computer
Zur Speicherung von thailändischem Text wird in Unicode der Bereich von U+0E01 bis U+0E7F verwendet. Daneben ist in Thailand vor allem die ASCII-Erweiterung Thai Industrial Standard 620-2533 (TIS-620) in Gebrauch. Eine fast identische Variante dazu ist der Zeichensatz ISO 8859-11.
Betriebssystemspezifische Zeichensätze für Thai gibt es für Microsoft Windows (Codepage 874) und Apple Macintosh.
Literatur
- Manfred Kummer: Einführung in die thail. Schrift. Heidelberg 1997
- George Bradley McFarland: Thai-English Dictionary. Stanford 1972, ISBN 0-8047-0383-3
- Josef Rohrer: Wörterbuch Deutsch-Thai. Bangkok 2003, ISBN 3-89687-322-9
- Benjawan Poomsan Becker: "Thai-Englisch/Englisch Thai with Transliteration for Non-Thai Speakers".Berkeley 2002, ISBN 1-887521-14-3
Weblinks
- Allgemeine Links:
: - [http://www.thailife.de/thai-kultur/sprache/index.html thailife.de]
: - [http://www.clickthai.de/Kultur/Sprache/Lernen/TeilA/A0110.html clickthai.de]
- Zum Kapitel Herkunft:
: - [http://www.seasite.niu.edu/Thai/inscription/inscription1.htm Abbildungen der Stele von König Ramkhamhaeng mit englischer Übersetzung]
- Romanisierung
: - [http://www.arts.chula.ac.th/~ling/tts/ Tool der Chulalongkorn-Universität zur automatischen Romanisierung von Thai-Texten ]
- Zum Kapitel Konsonanten:
: - [http://www.seasite.niu.edu/Thai/consonants/Letters/thai_letters_fs.htm Englische Schritt-für-Schitt-Anleitung zum Schreiben der thailändischen Konsonanten]
- Zu den Tabellen "Konsonanten" und "Vokale":
: - [http://en.wikipedia.org/wiki/Royal_Thai_General_System_of_Transcription "Royal Thai General System of Transcription" auf der engl. Wikipedia]
: - [http://www.loc.gov/catdir/cpso/romanization/thai.pdf Englische PDF: Anleitung zur Romanisierung]
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Kategorie:Alphabet
Kategorie:Südostasien
Kategorie:Asien
Kategorie:Thailand
th:อักษรไทย
1782
- 4. Mai: Papst Pius VI. weilt in Augsburg und feiert in der Basilika St. Ulrich und Afra eine Messe
- 18. Juni: Anna Göldi wird in der Schweiz wegen Hexerei mit dem Schwert hingerichtet
- König Rama I. gründet die Stadt Bangkok und ernennt sie zur Hauptstadt des Königreichs Siam (heute Thailand)
Kultur
- 25. Januar: Uraufführung der Oper Armida abbandonata von Luigi Cherubini in Florenz
- 16. April: Uraufführung der Oper Adriano in Siria von Luigi Cherubini in Livorno
- 26. September: Uraufführung der Oper Il Barbiere di Siviglia ossia L'inutile precauzione von Giovanni Pacini am Hoftheater in Sankt Petersburg
- 30. September: Uraufführung der Oper Cora och Alonzo von Johann Gottlieb Naumann an der Hofoper in Stockholm
- 6. Oktober: Uraufführung der musikalischen Komödie La ballerina amante von Domenico Cimarosa am Teatro dei Fiorentini in Neapel
- 6. Dezember: Uraufführung der Oper Orlando Paladino (Der Ritter Roland) von Joseph Haydn in Esterház
- 14. September: Uraufführung der Oper Fra due Littiganti il terzo gode von Giuseppe Sarti am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 14. Januar: Carl Ferdinand Langhans, deutscher Architekt († 1869)
- 20. Januar: Adolf Theodor Roscher, deutscher Industrieller († 1861)
- 25. Januar: Johann Michael Ackner, Archäologe und Naturforscher († 1862)
- 29. Januar: Daniel-François-Esprit Auber, französischer Komponist († 1871)
- 14. Februar: Johann Werner Henschel, Bildhauer († 1850)
- 4. März: Johann Rudolf Wyss, Schweizer Autor († 1830)
- 17. März: Sophie von Kühn, die Verlobte von Novalis († 1797)
- 21. April: Friedrich Fröbel, deutscher Pädagoge († 1852)
- 18. Mai: Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow, preußischer General († 1834)
- 19. Mai: Michail Semjonowitsch Woronzow, russischer Kommandeur, Generalgouverneur, Vizekönig († 1856)
- 26. Mai: Joseph Drechsler, Komponist und Musikpädagoge († 1852)
- 29. Juni: Hans Christian Lyngbye, dänischer Pfarrer, Botaniker und Herausgeber des ersten Buchs in färöischer Sprache († 1837)
- 24. Juli: John Fox Burgoyne, englischer Feldmarschall († 1871)
- 26. Juli: John Field, irischer Komponist und Pianist († 1837)
- 1. August: Eugen von Mazenod, katholischer Heiliger und Ordensgründer († 1861)
- 6. August: Hermann Diedrich Piepenstock, deutscher Kaufmann und Fabrikant († 1843)
- 3. September – Christian Ludwig Nitzsch, Biologe († 1837)
- 16. September: Daoguang, Chinesischer Kaiser (Qing-Dynastie)
- 19. September: Karl von Fischer, deutscher Architekt († 1820)
- 23. September: Jacques Féréol Mazas, französischer Violinist und Violinpädagoge († 1849)
- 23. September: Maximilian zu Wied, deutscher Naturforscher und Ethnograph († 1867)
- 25. September: Charles Robert Maturin, irischer protestantischer Geistlicher († 1824)
- 1. Oktober: Bernhard Joseph Docen, Germanist, Bibliothekar und Schriftsteller († 1828)
- 27. Oktober: Niccolò Paganini, italienischer Komponist und Geigenvirtuose (†1840)
- 13. November: Esaias Tegnér, schwedischer Lyriker († 1846)
- 13. November: Joseph Kornhäusel, österreichischer Architekt († 1860)
- 5. Dezember: Martin van Buren, 8. Präsident der USA († 1862)
- 1. Januar: Johann Christian Bach, deutscher Komponist ( - 1735)
- 10. Februar: Friedrich Christoph Oetinger, deutscher Theologe, führender Pietist ( - 1702)
- 17. März: Daniel Bernoulli, schweizer Mathematiker ( - 1700)
- 12. April: Pietro Metastasio, italienischer Dichter und Liberettist ( - 1698)
- 22. April Josef Seger, böhmischer Komponist ( - 1716)
- 8. Mai: Pombal, portugiesischer Staatsmann ( - 1699)
- 15. Mai: Richard Wilson, britischer Maler ( - 1714)
- 22. Mai: Daniel Triller, deutscher Mediziner und Schriftsteller ( - 1695)
- 22. Mai: Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt, Tochter von Georg Wilhelm von Hessen Darmstadt ( - 1752)
- 15. Juli: Farinelli, berühmter italienischer Sänger des ( - 1705)
- 15. Juli: Isaak Iselin, publizistisch tätiger Geschichtsphilosoph ( - 1728)
- 7. August: Andreas Sigismund Marggraf, deutscher Chemiker ( - 1709)
- 25. August: Marianne von Auenbrugger, Pianistin und Komponistin ( - 1759)
- 21. November: Jacques de Vaucanson, französischer Ingenieur, Erfinder und Flugpionier ( - 1709)
ko:1782년
th:พ.ศ. 2325
TschangwatEine Tschangwat (auch Changwat, ausgesprochen Dschangwat) -- thailändisch จังหวัด -- ist eine große Verwaltungseinheit in Thailand.
Thailand ist verwaltungsmäßig in 76 Tschangwat eingeteilt die von einem Gouverneur geleitet werden. Der Gouverneur wird vom Innenminister bestimmt, lediglich in Bangkok wird er direkt gewählt. Die Tschangwat sind nach der Provinzhauptstadt benannt, die mit Ausnahme von Songkhla auch die größte Stadt der Provinz ist.
Tschangwat werden weiter in Amphoe (etwa Kreise) bzw. King Amphoe (kleine Amphoe) unterteilt, diese wiederum in Tambon (in etwa Kommune) und schließlich Mubaan (Dorf).
Die meisten Provinzen gehen auf lokale Fürstentümer oder Königreiche aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert zurück. Unter dem ersten Innenminister Thailands, Prinz Damrong Rajanubhab, wurde in der Zeit von 1892 bis 1915 die administrative Struktur modernisiert und vereinheitlicht. Aus dem bis dahin oftmals vererbten Titel des Provinz-Gouverneurs wurde ein von der Zentralregierung bezahlter Posten. Mehrere kleine Provinzen wurden Nachbarprovinzen hinzugefügt, sowie als weitere Verwaltungseinheit die Monthon (deutsch: Kreise) eingeführt, die mehrere Provinzen umfassten. Diese wurden beim Übergang Thailands zur konstitutionellen Monarchie 1932 wieder abgeschafft.
- Liste der Provinzen von Thailand sortiert nach Namen
- Liste der Provinzen von Thailand sortiert nach Bevölkerung
- Liste der Provinzen von Thailand sortiert nach Bevölkerungsdichte
- Liste der Provinzen von Thailand sortiert nach Fläche
Kategorie:Thailand
ja:チャンワット
th:จังหวัด
Wat
Ein Wat (Thai: วัด) ist die thailändische Bezeichnung für einen Komplex, der von einer Mauer umgeben ist und hauptsächlich religiösen Zwecken dient.
Man ist geneigt, ihn auf Deutsch als Tempel zu bezeichnen, aber die Buddhisten haben keinen Gott, den sie anbeten könnten.
Auch die Bezeichnung buddhistisches Kloster trifft nicht genau den Zweck eines Wat, denn es gibt auch Einrichtungen in einem Wat, die den Laien als Ort der Verehrung dienen.
Außerdem gibt es einige Wat ohne Kloster, wie z.B. der Wat Phra Kaeo in Bangkok.
Vielleicht wäre Gemeinde-Zentrum eine geeignete Beschreibung, aber im Westen hat sich die Bezeichnung Tempel oder auch Tempelanlage mittlerweile eingebürgert.
Der Wat ist der Mittelpunkt des buddhistischen Lebens in Thailand. Praktisch jedes Dorf in Thailand hat mindestens einen Wat, während sie in großen Städten recht zahlreich sein können.
Bangkok, die Hauptstadt Thailands, hat z.B. mehr als 400 Wat, während die Anzahl der Wat im ganzen Land gut 30.000 beträgt.
Wat, deren Namen (oft eingeleitet von der Silbe Phra) mit Rat-, Racha- oder Maha- beginnen, wurden von königlichen Hoheiten gestiftet oder hüten hochverehrte Kultobjekte.
Architektur
Ein durchschnittlicher Wat, besonders ein Wat Luang (königlich gesponsorter Wat), besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen, dem Putthawat und dem Sanghawat. Der Puttawat ist der dem Buddha geweihte Bereich, der im allgemeinen aus verschiedenen Gebäuden besteht, die von einer Mauer (Kampheng Kaeo) umschlossen sind:
- Chedi (Thai: พระเจดีย์, Singhalesisch: Dagoba) - ein meist glockenförmiger, nach oben spitz zulaufender Turm, manchmal begehbar und mit Blattgold überzogen.
- Prang, die thailändische Adaption der Tempeltürme, die die Khmer in Angkor Wat und auch in Angkor Thom bauten, oft vorhanden in Tempeln aus der Sukhothai- und Ayutthaya-Zeit.
- Bot (Thai: โบสถ์, พระอุโบสถ)- Gebetshalle und heiligster Bezirk des Wat, in dem die Mönche ihre Zeremonien abhalten.
- Viharn (Thai: พระวิหาร) - ein Versammlungsraum für Mönche und Gläubige.
- Hor Trai (Thai: หอไตร) - das Bibliotheksgebäude, hier werden die heiligen Schriftrollen (Tipitaka) aufbewahrt; eine besondere Bauform ist der kubische Mondop (Thai: พระมณฑป, ausgesprochen Mon-Dop).
- Sala (Thai: ศาลา) - ein offener Pavillon als Platz zum Verweilen, schattiger Treffpunkt für Pilger.
- Sala Kan Prian - eine große, offene Halle, in der die Laien Predigten hören oder ihrem täglichen religiösen Unterricht beiwohnen können. Sie wird Sala Kan Prian genannt, wörtlich: Halle, in der Mönche für ihre Prian-Prüfung studieren.
- Hor Rakhang (Thai: หอระฆัง) - der Glockenturm weckt die Mönche und ruft sie zu den morgendlichen und abendlichen Zeremonien zusammen.
- Phra Rabieng - eine nach innen offene Galerie umgibt oft das Zentral-Heiligtum.
- Zusätzliche Hilfsgebäude werden je nach den lokalen Bedürfnissen errichtet, wie z. B. ein Krematorium oder auch eine Schule.
An den Gebäuden können verschiedene Verzierungen angebracht sein, z. B. Chofahs.
Der Sanghawat dagegen ist der Wohnbereich der Mönche. Auch er ist von einer Mauer gegen die weltliche Umgebung abgeschirmt. Hier befinden sich:
- Kuti (Thai: กุฎิ) - die Mönche eines Wat leben in einzelnen Häusern, das größte ist dabei dem Abt vorbehalten.
Ein typischer Sanghawat kann auch einen Hor Rakhang (Glockenturm) oder sogar einen Sala Kan Prian (Predigthalle) beinhalten.
Sinn und Zweck des Wat
Im ländlichen Thailand dient ein Wat oft als Kombination von religiösem Zentrum, Grundschule, Klinik, (Kräuter-)Sauna, Treffpunkt und Gemeinschafts-Zentrum, Altersheim und als kurzfristige Unterkunft für Gäste, wobei die ansässigen Mönche und Mae Chis (etwa: Nonnen) als Personal für eine oder mehrere dieser Funktionen dienen.
Ein Tempel in Zentral-Thailand ([http://www.thamkrabok.org.au/ Wat Tham Krabok]) ist z.B. weltbekannt für seine erfolgreiche Behandlung von Drogensüchtigen, ein weiterer Tempel, Wat Phra Bhat Nam Phu, ist in Thailand sehr bekannt als Hospiz für Aids-Kranke.
Festlichkeiten
Ein typischer Wat ist auch das soziale Zentrum für die Thais und als solches oft die Umgebung von Festivitäten. Bei den Ngaan Wat oder Tempel-Festen geht es schon mal besonders hoch her. Sie finden in regelmäßigen Abständen an besonderen Tagen statt wie z.B. am Jahrestag von Buddhas Geburt, Erleuchtung und Tod (genannt Wisakha Bucha, Vollmond im Mai) oder am Jahrestag der ersten Predigt Buddhas zu den 1250 Mönchen (genannt Makha Bucha, Vollmond im Februar). Es werden Freiluft-Kinovorstellungen geboten, Theater-Vorführungen oder sogar Rock-Konzerte (von denen manche so klingen, als hätten die Musiker an diesem Tag zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand gehalten, was dem Spaß aber keinerlei Abbruch tut). Manchmal wird sogar ein Feuerwerk abgebrannt.
Eine andere typische Festlichkeit ist die Ngaan Sop oder Verbrennungs-Zeremonie. Diese ist in Thailand eher von Freude als von Trauer begleitet, die aber mit dem Wohlstand der Familie des/der Verblichenen variiert. Auf dem Lande beinhaltet eine Ngaan Sop meistens eine lebhafte Prozession (mit Musik-Kapelle!) vom Heim des/der Verstorbenen zum Tempel.
Wie soll ich mich verhalten?
Aids
Meist kann der Besucher damit rechnen, daß seine Unkenntnis der thailändischen Höflichkeitsregeln entschuldigt wird, indem man ihn für merkwürdig, im schlimmsten Fall für ungehobelt hält. Im Zusammenhang mit der Religion wird unangemessenes Verhalten jedoch nicht bereitwillig vergessen, und unwillkürliche (oder gar beabsichtigte) Beleidigung dessen, was Thais als geheiligt erachten, könnte Ihnen wirklichen Ärger bereiten. Ein absolutes Tabu ist ungebührliches Verhalten in einem Thai Tempel, wie z. B. das Besteigen einer Buddha-Statue.
In manchen Wat, wie z.B. im Wat Phra Kaeo in Bangkok, herrscht eine besondere Kleiderordnung: Männer dürfen keine kurzen Hosen tragen, Frauen sollten Blusen mit Spagetti-Trägern vermeiden. Die Palastwache im Wat Phra Kaeo überprüft es beim Einlaß. Am Eingang gibt es aber einen Pavillon, in dem man züchtige Kleidung ausleihen kann.
Frauen können sich im Tempelbereich natürlich frei bewegen. Allerdings sollten sie nicht ohne besondere Einladung ein Kuti (die Mönchs-Zelle) betreten. Da es Mönchen strikt verboten ist, Frauen zu nahe zu kommen, sollte man das nicht provozieren; eine langwierige Reinigungszeremonie wäre für den Mönch die Folge. Man achte mal in Thailand auf der Straße darauf, wie geschickt sich selbst im größten Getümmel auf dem Markt Frauen und Mönche aus dem Weg gehen. In Bussen ist meist die Letzte Sitzreihe für Mönche reserviert, in Bahnhöfen und Flughäfen gibt es für sie eigene Sitzbereiche.
Vor Betreten eines Gebäudes werden die Schuhe ausgezogen - das gilt übrigens für jedes (Wohn-)Haus in Thailand. In Tempeln, die von vielen Touristen besucht werden, gibt es am Eingang Schuh-Regale, die benutzt werden sollten. (Man merke sich aber die Stelle, um seine Schuhe hinterher wiederzufinden.) Beim Betreten sollte man nicht auf die Türschwelle treten, da dieses Unglück bringt. Vor der Buddha-Statue im Innern der heiligen Hallen, setzt man sich auf den Boden. Aber man achte dabei auf seine Füße: ein absolutes Tabu ist es, die Füße in Richtung Buddha-Statue auszustrecken. Im sog. „Schneidersitz", also mit kreuzweise untergeschlagenen Beinen zu sitzen, ist für die Mitteleuropäer die am wenigsten anstrengende Haltung.
Weitere Bedeutungen
Ferner könnte mit WAT das alte KFZ-Kennzeichen des Bochumer Stadtteils Wattenscheid gemeint sein.
Heute hat Wattenscheid das Kennzeichen BO.
Kategorie:Buddhismus
Kategorie:Buddhistisches Kloster
Kategorie:Buddhistischer Tempel
Kategorie:Tempelbau
Kategorie:Thailand
th:วัดไทย
Buddhismus
Der Buddhismus ist eine Religion, deren Gründung auf Siddhartha Gautama, den historischen Buddha, zurückgeht.
Mit weltweit etwa 300 bis 450 Millionen Anhängern zählt er zu den fünf Weltreligionen (Jüdische Religion, Hinduismus, Buddhismus, Christentum, Islam ).
Einleitung
Islam
Islam
Der Buddhismus entwickelte sich ursprünglich auf dem indischen Subkontinent, wo Siddhartha Gautama (Sanskrit; Pali: Siddhattha Gotama; ca. 563 v.Chr. bis 483 v.Chr) als Prinz im lokalen Königsgeschlecht der Shakya in Lumbini, im nordindischen Fürstentum Kapilavastu, zur Welt kam. Im Alter von 35 Jahren erlangte er nach der Lehre des Buddhismus Bodhi ("Erleuchtung", "Erwachen") und wurde in der Folge als "der Buddha" bezeichnet, der "Erleuchtete" oder "Erwachte".
Seit seiner Entstehung entwickelte der Buddhismus hinsichtlich seines Dogmatismus unterschiedliche Varianten zwischen Philosophie und Glaubenslehre mit unterschiedlichen Graden an religiöser Toleranz gegenüber anderen Glaubenssystemen. Im Hinblick auf seine Ursprünge und auf das auch heute zu findende Zulassen anderer Glaubenssysteme einiger buddhistischer Schulen kann der Buddhismus nicht nur als Religion, sondern auch als Weltanschauung bzw. Philosophie oder Weisheitslehre verstanden werden (s. Karl Jaspers, Psychologie der Weltanschauungen, 1919). Das gilt insbesondere dort, wo grundlegende Lehren des Buddhismus sich nicht auf überirdischen Autoritäten berufen (z.B. die Mahasatipatthana Sutta in Dígha Nikaya (DN 22)).
Denn erst Buddhas Nachfolger haben aus der ursprünglich philosophischen Lehre, die keinen Gott, keine Seele, keine Wiedergeburt, keine Kasten und keine sozialen Unterschiede kennt und somit als Gegenteil zum indischen Brahmanismus gesehen werden kann, eine Lehre unter religiösen Aspekten gemacht.
Im Laufe der Zeit und durch Vermischung mit Religionen und Philosophien in den Regionen, in die sich der Buddhismus verbreitete, entwickelten sich viele religiöse Elemente des Buddhismus, wie er heute bekannt ist. Wie in anderen Religionen trug zur Entwicklung der volksreligiösen Elemente auch die Instrumentalisierung des Buddhismus in der Politik bei. Starke Wechselwirkungen findet man heute insbesondere noch in Bhutan, aber auch in Sri Lanka und Thailand. Eine sichtbare Rolle spielt der Buddhismus, als im Rahmen des Parlamentarismus wirkende Kraft, noch heute in Japan. In der Volksrepublik China wird versucht, den Buddhismus politisch nutzbar zu machen und ihn im Sinne der Politik der Partei zu führen, z.B. 1995 in Tibet durch den Austausch des Panchen Lama durch ein Kind, dessen Eltern Parteimitglieder sind.
Ziel eines Buddhisten ist es, sich durch ethisches Verhalten und die Entwicklung von Mitgefühl und Weisheit vom ewigen Kreislauf des Leidens (Samsara) zu befreien und in den erleuchteten Zustand des Nirvanas einzutreten. Für Buddhisten, die von der Wiedergeburt ausgehen, ist dies auch die Befreiung von der selben. Im Buddhismus erlangt man die Befreiung vom Samsara aufgrund eigener Anstrengung. Die buddhistische Lehre (Pali: Dhamma, Sanskrit: Dharma) kann in ihrer Essenz wie folgt beschrieben werden:
- Der vom Leiden (Dukkha) befreiende Weg soll begangen werden. Leiden entsteht durch die Illusion des "ICH" und die Anhaftung an das "ICH", weil Wandel und Lebensdurst dem "ICH" Schmerzen zufügen.
- Ein Leben gemäß den sittlichen Prinzipien (Silas) soll geführt werden.
- Aufhebung des Leidens wird durch Meditation und Selbstbeobachtung (Achtsamkeit, Sati gegenüber den eigenen Gedanken, Gefühlen und Taten) angestrebt.
Siddhartha Gautama
Siehe Hauptartikel: Siddhattha Gotama
Siddhattha Gotama (Pali) bzw. Siddhartha Gautama (Sanskrit) wurde, gemäß der Überlieferung, 563 v.Chr. in Lumbini, im heutigen Nepal, als Sohn des Herrscherhauses von Shakya geboren (daher der Beiname Shakyamuni, „Schweigender aus dem Hause Shakya“). Im Alter von 29 Jahren wurde ihm bewusst, dass Reichtum und Luxus kein Garant für Glück sind und er brach auf, verschiedene Religionslehren und Philosophien zu erkunden, um die wahre Natur menschlichen Glücks zu finden. Sechs Jahre der Askese, des Studiums und danach der Meditation führten ihn schließlich auf den Weg der Mitte und er erlangte in Bodh-Gaya im heutigen Nordindien, unter einer Pappelfeige „Erleuchtung“. Danach verbrachte der Buddha den Rest seines Lebens bis zu seinem Tod im Alter von 80 Jahren mit der Unterweisung und Weitergabe der buddhistischen Lehre, des Dhamma (Pali) bzw. Dharma (Sanskrit) an die von ihm begründete „Vierfache Gemeinschaft“, bestehend aus den Mönchen (bhikkhu) und Nonnen (bhikkhuni) des buddhistischen Mönchtums, dem Sangha, und von männlichen (Upasaka) und weiblichen (Upasika) Laien.
Grundlagen des Buddhismus
Laie
Buddha war weder ein Gott noch der Überbringer einer göttlichen Wahrheit, sondern er stellte klar, dass er die Lehre, Dhamma (Pali) bzw. Dharma (Sanskrit), nicht aufgrund göttlicher Offenbarung erhalten, sondern vielmehr durch eigene meditative Schau (Kontemplation) ein Verständnis der Natur des eigenen Geistes und der Natur aller Dinge erkannt hatte. Diese Erkenntnis ist jedem zugänglich, wenn er seiner Lehre und Methodik folge. Dabei ist die von ihm aufgezeigte Lehre nicht dogmatisch zu befolgen. Im Gegenteil warnte er vor blinder Autoritätsgläubigkeit und hob die Selbstverantwortung des Menschen hervor. Er verwies auch auf die Vergeblichkeit von Bemühungen, die Welt mit Hilfe von Begriffen und Sprache zu erfassen und mahnte eine Skepsis gegenüber dem geschriebenen Wort oder feststehenden Lehren ein, die in anderen Religionen in dieser Radikalität kaum anzutreffen ist.
Zu den grundlegenden buddhistischen Überzeugungen gehört u. a. die Reinkarnation und das Gesetz des Karma (Sanskrit) bzw. Kamma (Pali). Buddha selbst hat keine metaphysischen Aussagen, z.B. über das, was nach dem Tode geschieht, wer die Welt erschuf, etc. gemacht.
Die Vier Edlen Wahrheiten und der Achtfache Pfad
Hauptartikel: Vier Edle Wahrheiten und Achtfacher Pfad
Kern der Lehre des Buddha sind die von ihm benannten Vier Edlen Wahrheiten (Sacca), aus der vierten der Wahrheiten folgt als Weg aus dem Leiden der Achtfache Pfad.
Ursache und Wirkung - "Karma"
Hauptartikel: Karma
Kamma (Pali) bzw. Karma (Sanskrit) bedeutet Tat, Wirken und bezeichnet das sinnliche Begehren, und das Anhaften an die Erscheinungen der Welt (Gier, Hass, Ich-Sucht), die Taten die dadurch entstehen und die Wirkungen von Handlungen und Gedanken in moralischer Hinsicht, insbesondere die Rückwirkungen auf den Akteur selbst. Es entspricht dem Prinzip von Ursache und Wirkung, wie es die westliche Welt als Grundlage der klassischen Physik und der Naturwissenschaft allgemein kennt. Während das westliche Denken dieses Prinzip jedoch nur im materiellen Bereich kennt, bezieht Karma sich auf alles Tun und Handeln sowie die nicht-materiellen Ebenen des Denkens und Fühlens. All das erzeugt entweder gutes oder schlechtes Karma oder kann karmisch gesehen neutral sein.
Gutes wie schlechtes Karma erzeugt die Folge der Wiedergeburten, das Samsara. Höchstes Ziel des Buddhismus ist es, diesem Kreislauf zu entkommen, indem kein Karma mehr erzeugt wird - Handlungen hinterlassen dann keine Spuren mehr in der Welt. Im Buddhismus wird dies als Eingang ins Nirvana bezeichnet.
Der Kreislauf des Leidens - "Samsara"
Hauptartikel: Samsara
Samsara
Samsara, "beständiges Wandern", bezeichnet den fortlaufenden Kreislauf aus Leben, Tod und Wiedergeburt; Werden und Vergehen. Das Ziel der buddhistischen Praxis ist, diesen Kreislauf zu verlassen. Samsara umfasst alle Ebenen der Existenz, sowohl jene die wir als Menschen kennen wie auch alle andere, von den Höllenwesen (Asuras) bis zu den Göttern (Devas). Alle Wesen sind im Kreislauf des Lebens gefangen, daran gebunden durch Karma: ihre Taten, Gedanken und Emotionen, durch Wünsche und Begierden. Erst das Erkennen und Überwinden dieser karmischen Kräfte ermöglicht ein Verlassen des Kreislaufs.
Reinkarnation
Hauptartikel: Reinkarnation
Reinkarnation (Pali: Punabbhava) und Karma waren Begriffe, die in der indischen Philosophie bereits vor Erscheinen des Buddha bekannt waren. Wie der westlichen Rezeption meist entgeht, widersprach der Buddha diesen vedischen Konzepten grundlegend und ersetzte sie entsprechend seiner Erfahrung:
Die indische Philosophie kannte Atman (Sanskrit) bzw. Atta (Pali), das „Selbst“, vergleichbar mit der persönlichen Seele der westlichen Gedankenwelt. Buddha verneinte deren Existenz als individuelle und konstante Einheit die auch wiedergeboren werden könnte. Im Gegensatz dazu sprach er von Anatman (Sanskrit) bzw. Anatta (Pali), dem „Nicht-Selbst“. Die Vorstellung von Atman ist demnach Teil der Täuschung über die Beschaffenheit der Welt. Gemäß der Lehre Buddhas entsteht die Persönlichkeit, mit all ihren Erfahrungen und Wahrnehmungen in der Welt, erst aus den Fünf Aneignungsgruppen, den Skandhas (Sanskrit) bzw. Khanda (Pali): Körper, Empfindungen, Wahrnehmungen, Geistesregungen und Bewusstsein. Was in der vedischen Tradition Atman genannt wurde, ist demnach aus buddhistischer Sicht keine konstante Einheit, sondern in beständigem Werden, Wandel und Vergehen begriffen. Es kann somit auch nicht als solches wiedergeboren werden.
Reinkarnation wird im Buddhismus also nicht als „Seelenwanderung“ (Transmigration) verstanden, sondern als eine Kontinuität der Geistesprozesse. Sie ist Folge der beim Ableben eines Individuums noch nicht erloschenen mentalen Kräfte, die sich in einer oder mehreren neu in Erscheinung tretenden Existenzen erneut manifestieren. Eine bekannte Allegorie vergleicht diesen Prozess mit der Flamme einer Kerze, die weitere Kerzen anzündet. Weder die Kerze selbst, noch die Flamme, sind die selben, aber ohne die ursprüngliche Kerzenflamme gäbe es auch die ihr folgenden nicht.
Die Ursache der Wiedergeburt liegt im Begehren nach Sinnesbefriedigung, im Trieb nach Sein und Verwirklichung, dem Karma.
:Wenn du wissen willst, wer du warst, dann schau, wer du bist.
:Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust.
:(Padmasambhava, 8.-9. Jahrhundert)
Das bedingte Entstehen
Wiedergeburten vollziehen sich, solange verursachende, nach Realisierung drängende Triebkräfte vorhanden sind. Diese "bedingte Entstehung", auch "Entstehen in Abhängigkeit", (Pali: Paticcasamuppada, Sanskrit: Pratityasamutpada) ist eines der zentralen Konzepte des Buddhismus. Es beschreibt die Seinsweise aller Phänomene in ihrer dynamischen Entwicklung und gegenseitigen Bedingtheit.
Die Lehre - „Dharma“
Hauptartikel: Dharma
Dharma, Tibet)]]
Dharma (Sanskrit) bzw. Dhamma (Pali) bezeichnet im Buddhismus zweierlei:
- Die Lehre Buddhas (im Theravada auf Buddha beschränkt, im Mahayana und Vajrayana schließt das auch die Lehren der Bodhisattvas und großer verwirklichter Meister mit ein). Basis des Dharma sind die Vier edlen Wahrheiten. Es bildet eines der 3 Juwelen, der so genannten "Zufluchtsobjekte", bestehend aus dem Lehrer, der Lehre und der Gemeinschaft der Mönche - Buddha, Dharma und Sangha. Es ist auch Teil der 10 Betrachtungen (Anussati).
- Die Gesamtheit aller weltlichen Phänomene, der Natur, an sich und der ihr zu Grunde liegenden Gesetzmäßigkeiten (siehe oben Das bedingte Entstehen).
Erleuchtung - „Bodhi“
Hauptartikel: Bodhi und Erleuchtung
Bodhi ist der Vorgang des "Erwachens", der "Erleuchtung". Voraussetzungen sind das vollständige Begreifen der "Vier edlen Wahrheiten", die Überwindung aller an das Dasein bindenden Bedürfnisse und Täuschungen und somit das Vergehen aller karmischen Kräfte. Durch Bodhi wird der Kreislauf des Lebens, Samsara, verlassen und Nirvana erlangt.
Die buddhistische Tradition nennt drei Arten von Bodhi:
- Pacceka-Bodhi wird durch eigene Bemühungen, ohne die Hilfe von Lehrern, erreicht. Ein derart Erleuchteter wird als Pratyeka-Buddha bezeichnet.
- Savaka-Bodhi bezeichnet die "Erleuchtung" jener, die mit Hilfe von Lehrern Bodhi erlangen. Ein so Erwachter wird als Arhat bezeichnet.
- Samma-Sambodhi wird von einem Samma-Sambuddha ("Vollkommen Erwachter") erlangt. Ein solcher "Vollkommen Erwachter" gilt als die perfekte, mitfühlendste und allwissende Form eines Buddha.Der historische Buddha Shakyamuni (aus dem Geschlecht von Shakya) war ein solcher Samma-Sambuddha.
Siehe auch: Bodhipakkhiyadhamma - Die 37 erforderlichen Dinge zur Erleuchtung
Nirvana - „Verwehen“
Hauptartikel: Nirvana
Nirvana (Sanskrit) bzw. Nibbana (Pali) bezeichnet das Verlassen von Samsara, dem Kreislauf aus Leben, Tod und Wiedergeburt. Nirvana kann letztlich mit Worten nicht beschrieben werden, es kann nur erlebt und erfahren werden als Folge intensiver meditativer Übung und Erkenntnis. Es ist auch kein Ort, nicht vergleichbar mit Paradies-Vorstellungen anderer Religionen. Es ist kein Himmel und keine greifbare Seligkeit in einem Jenseits. Nirvana ist ein Abschluss, kein Neubeginn in einer anderen Sphäre. Somit ist es ein Zustand der Zustandslosigkeit, in dem alle Vorstellungen und Wunschgebilde - alle karmischen Kräfte - überwunden und gestillt sind. Auch ist Nirvana nicht gleichbedeutend mit Tod. Buddha selbst lebte und unterrichtete noch 45 Jahre nachdem er Nirvana erreicht hatte. Das endgültige Aufgehen oder "Verwehen" im Nirvana nach dem Tod wird als Parinirvana bezeichnet.
Religion und/oder Philosophie bzw. Weltanschauung
Während der Buddhismus zu den Weltreligionen gezählt wird, gibt es Buddhisten, die sich nicht als Anhänger einer Religion ansehen, sondern den Buddhismus als Weisheitslehre oder Philosophie bzw. Weltanschauung betrachten, die den Glauben an eine Religion nicht ausschließt. Dabei spielt die neuere Entdeckung des Buddhismus im Westen eine große Rolle, da der Kontakt des Westens mit dem Buddhismus zu einer Zeit geschah, als Aufklärung, Säkularisation und Atheismus eine Gegenposition zur christlich-monotheistischen bildeten.
Oft wird angeführt, dass der Buddhismus keine Götter kenne, was der in Asien gelebten Volksreligion, die die Götter der asiatischen Mythologie mit Glauben an Geister und Formen des Animismus verbindet, zu widersprechen scheint. Dies zeigt aber eher, dass der Buddhismus, der Verhaltens- und Lebensregeln aufstellt, mit anderen Religionen nicht konkurriert. Wer die buddhistischen Regeln einhält, ist nicht gehindert, eine andere Religion zu praktizieren und sich trotzdem als Buddhist zu bezeichnen.
Viele Buddhisten in Asien sind gleichzeitig Mitglieder anderer, auch christlicher Religionsgemeinschaften. Da der Buddhismus menschliche Verhaltensregeln und nicht den Glauben an einen bestimmten Gott nahe legt, missioniert er auch nicht, sondern überlässt es dem einzelnen Menschen seinen Weg zur Wahrheit zu finden.
Neben der Gottesfrage besitzt der Buddhismus sehr viele Eigenschaften einer Religion, deren Formen sich allerdings je nach Tradition stark unterscheiden: Ritual, Gemeinschaft, Liturgie, Askese und Mönchtum, Mystik und Dogmatismus - und eine jahrhundertealte Tradition in Asien, die der Kirchengeschichte der christlichen Konfessionen in vielem ähnelt, vor allem in ihrer Position zwischen Macht, Ethik und Glauben.
Allerdings bleibt es eine Glaubensfrage, ob die asiatische Weisheitslehre nun letztendlich mit dem europäischem Wort "Religion" übersetzt wird, oder nicht, da sie gewisse kulturelle Eigenheiten besitzt.
Verbreitung des Buddhismus
Glauben
Drei Monate nach dem Tod des B | | |