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Bangla Desh
Bangladesch (bengali বাংলাদেশ, Bānglādesh) ist ein Staat in Süd-Asien, der an Indien und Myanmar grenzt.
Geographie
Bangladesch grenzt an die indischen Bundesstaaten Westbengalen, Assam, Meghalaya, wieder Assam, Tripura und Mizoram (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen), sowie an Myanmar und den Golf von Bengalen (Teil des Indischen Ozeans).
Indischen Ozeans
Der größte Teil Bangladeschs wird vom Deltabereich der Flüsse Ganges und Brahmaputra gebildet; ein von vielen Wasserläufen durchzogenes ebenes Gebiet, das häufig von Überschwemmungen bedroht ist, da die großen Flüsse aufgrund der Abholzungen im Himalaya immer öfter große Wassermassen führen müssen. Die Hauptstadt Dhaka liegt nur sechs Meter über NN.
Im Mündungsbereich des Ganges und Brahmaputra erstrecken sich über weite Teile entlang der Küste die Mangrovengebiete der Sundarbans. Aufgrund des flachen, breiten Küstenstreifens vor Bangladesch verlief sich auch die Wucht des Tsunamis in Folge des Erdbebens im Indischen Ozean 2004 fast vollständig vor der Küste.
Das Klima Bangladeschs ist tropisch mit zunehmenden Niederschlägen von West nach Ost. Bangladesch liegt im Einflussbereich des Südwest-Monsuns, so dass durchschnittlich 1.500 bis 2.250 mm Jahresniederschlagssumme erreicht werden. Im Osten, am Fuß der Tripura-Lushai-Berge, fallen 3.000 bis 4.000 mm (siehe Klimadiagramm Chittagong). Mehr als die Hälfte der Jahresniederschläge entfällt auf die Monate Juni bis August. Im März/April und auch im Oktober kommt es häufig zu tropischen Wirbelstürmen über dem Golf von Bengalen, die oft katastrophale Folgen haben, da die damit verbundenen Fluten weite Teile des Landes überschwemmen.
Die ursprüngliche Waldvegetation ist weitgehend vernichtet, die außerordentlich hohe Bevölkerungsdichte von 1002 Einwohner/km² (die höchste aller Flächenländer) hat zu einer umfassenden Umwandlung in Ackerland geführt, auf dem fast ausschließlich Reis angebaut wird.
Städte
Die Hauptstadt Dhaka hatte bei der Volkszählung am 22. Januar 2001 in der eigentlichen Stadt 5.378.023 Einwohner und in der Agglomeration 9.912.908. Sie ist damit vor Chittagong und Khulna die größte Stadt des Landes.
Die größten Städte sind (Volkszählung 2001):
# Dhaka: 5.378.023 Einwohner
# Chittagong: 2.095.846 Einwohner
# Khulna: 773.216 Einwohner
# Rajshahi: 383.655 Einwohner
# Sylhet: 285.308 Einwohner
Siehe auch: Liste der Städte in Bangladesch
Geschichte
Bangladesch (gängige Übersetzung: Land der Bengalen, (bangla = bengalisch + desh = Land, dies hat in keiner Weise mit bhang zu tun, was fälschlicherweise oft vermutet wird)) bildete bis 1947 einen Teil Britisch-Indiens. Nach der Teilung des Landes in einen mehrheitlich hinduistischen Staat (Indien) und einen muslimischen Staat (Pakistan) wurde das ebenfalls überwiegend islamische Ost-Bengalen Pakistan zugeschlagen, von dem es geographisch durch Indien getrennt war. Trotz der gemeinsamen islamischen Religion trennten Westpakistan und Ostpakistan aber vor allem sprachliche und kulturelle Verschiedenheiten. Nachdem Scheich Mujibur Rahman mit seiner Forderung nach innerer Autonomie für Bengalen (Ostpakistan) in Westpakistan auf Widerstand stieß und die westpakistanische Armee separatistische Bestrebungen blutig unterdrückte, begann am 25. März 1971 die Sezession in Ostpakistan (Bangladesch-Krieg). Einen Tag später, am 26. März 1971, proklamierte Mujibur Rahman die Unabhängigkeit des Landes. Eine endgültige Entscheidung konnte aber erst durch ein Eingreifen Indiens in Ostpakistan, das sich für den Freiheitskampf der Bengali stark machte, herbeigeführt werden (3. – 16. Dezember 1971). Am 17. Dezember 1971 erlangte Ost-Pakistan schließlich auch völkerrechtlich die Unabhängigkeit, und gab sich den Namen Bangla Desh.
Politik
Republik seit 1991; Verfassung von 1972 (im Commonwealth), letzte Änderung 1996; Parlament (Jatiya Sangsad, dt. „Haus der Nation“) mit 330 Mitgliedern, davon 300 direkt gewählt, 30 für Frauen reserviert; Wahl alle 5 Jahre; Wahl des Staatsoberhauptes durch Parlament alle 5 J. (einmalige Wiederwahl); Wahlrecht ab 18 J.
- Verwaltung: 6 Provinzen mit 64 Bezirken
- Staatsoberhaupt: Iajuddin Ahmed (BNP), seit 6. September 2002
- Regierungschef: Khaleda Zia (BNP), seit 8. Oktober 2001
- Äußeres: Morshed Khan, seit 16. November 2001
- Parteien: Wahlen zum Parlament vom 1. Oktober 2001: Bangladesh National Party/BNP 193 von 300 Sitzen (1996: 116), Awami League/AL 62 (146), Jamaat-e-Islami 17 (3), Jatiya Dal/Ershad 14 (32), Jatiya Dal/Naziur 4 (-), Sonstige 4 (2), Unabhängige 6 (1) -
- Unabhängigkeit: Proklamation 26. März 1971, endgültig 17. Dezember 1971 (ehem. Teil von Britisch-Indien; ab 1947 Teil von Pakistan)
- Nationalfeiertag: 26. März.
Bevölkerung
1971
Der Großteil der Bevölkerung, 83 %, bekennen sich zum Islam. Dies wird gefolgt vom Hinduismus mit 16 % und dem Buddhismus mit nur 1 %.
Verwaltungsgliederung
Bangladesch gliedert sich in sechs Verwaltungseinheiten (Divisions), die nach deren Hauptstadt benannt wurden. Diese wiederum unterteilen sich in 64 Bezirke (Districts). Die Divisions sind:
- Barisal
- Chittagong
- Dhaka
- Khulna
- Rajshahi
- Sylhet
Wirtschaft
Mit einem BIP pro Kopf von 360 US-Dollar im Jahr 2003 gehört Bangladesch zu den ärmsten Ländern der Erde. Beim HDI nimmt es Rang 139 von 175 erfassten Ländern ein. Wegen der extremen Überbevölkerung sterben bei Hochwassern regelmäßig eine große Anzahl von Menschen.
Nach wie vor ist die Bedeutung der Landwirtschaft sehr groß, arbeiten doch 56 % aller Erwerbstätigen in ihr; der Beitrag zum BIP beläuft sich aber nur auf 23 %, während die Industrie 25 % und der Dienstleistungssektor 52 % erwirtschaften.
Im Jahr 2000 wurden für 8.403 Mio. US-Dollar Waren importiert und für 5.762 Mio. US-Dollar exportiert, so dass die Außenhandelsbilanz einen negativen Saldo von 2.641 Mio. US-Dollar aufwies. Hauptexportgut sind mit einem Anteil von über 75 % Textilien.
Die international operierende Fluggesellschaft Biman Bangladesh Airlines gehört zu 100 % dem Staat.
Weblinks
- [http://www.bangladesh.gov.bd/ Homepage der Regierung von Bangladesch] (engl.)
- [http://www.bangladeshembassy.de/ Botschaft von Bangladesch in Deutschland]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=16 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18958/1.html www.heise.de/] Bangladesh: Arsen im Trinkwasser, Arsen im Reis - größte Massenvergiftung der Menschheit (12/2004)
- [http://www.bangladesch.org/set.php?id=netz&uid=wir_ueber_uns Netz-Zeitschrift speziell zu Bangladesh]
- Menschenrechte in Bangladesch - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
- [http://www.asha-hoffnung.de/ Asha-Hoffnung e.V. zur Selbsthilfe in Bangladesh]
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Kategorie:Staat
ja:バングラデシュ
ko:방글라데시
ms:Bangladesh
th:ประเทศบังคลาเทศ
zh-min-nan:Bangladesh
Bengali
Bengali (বাংলা) gehört zum indoarischen Zweig der indoiranischen Untergruppe der indogermanischen Sprachen. Der Name Bengali stammt aus dem Englischen, auch die Eigenbezeichnung Bangla wird oft verwendet.
Es wird von mindestens 215 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen (Stand: 2005). Davon leben mehr als 130 Millionen in Bangladesch, wo Bengali Amtssprache ist. Des Weiteren wird es von etwa 85 Millionen Sprechern in Indien verwendet, wo es eine von 23 offiziell anerkannten Sprachen, Amtssprache der Bundesstaaten Westbengalen und Tripura und die zweitgrößte einheimische Sprache nach Hindi ist.
Der Rest verteilt sich auf Malawi, Nepal, Saudi-Arabien, Singapur, die VAE, Großbritannien und die USA.
Einigen Statistiken zufolge ist Bengali nach Mandarin-Chinesesisch, Englisch, Hindi, Spanisch, Russisch und Arabisch die siebtmeist gesprochene Sprache der Welt. Dabei sind neben den reinen Muttersprachlern auch Sprecher, die die jeweilige Sprache zur Zweitsprache haben, berücksichtigt.
Schrift
Hauptartikel: Bengalische Schrift
Bengalische Schrift
Bengali wird in einer eigenen Schrift geschrieben. Es handelt sich dabei um eine Brahmi-Schrift, die mit der Devanagari, mit der u.a. Hindi und Sanskrit geschrieben werden, verwandt ist. Das Alphabet besteht aus 11 Vokalen und 36 Konsonanten. Neben 10 Vokalkurzzeichen, die in silbischen Verbindungen den dem Konsonanten folgenden Vokal kennzeichnen, gibt es 3 sekundäre Lautzeichen zur Kenntlichmachung der Aussprache des Vokals (nasaliert, behaucht). Es existieren über 200 weitere Schriftzeichen für Konsonant-Vokal-Verbindungen und Konsonantencluster aus zwei oder drei Konsonanten, aus deren Form sich Art und Abfolge der Einzelbuchstaben jedoch weitgehend erschließen lassen.
Bengalische Ziffern werden mit eigenen Zahlzeichen geschrieben, es werden aber zunehmend auch Arabische Ziffern verwendet.
Grammatik
Bengali folgt der Subjekt-Objekt-Verb-Satzstellung. Es verwendet Postpositionen anstatt Präpositionen. Es gibt kein grammatikalisches Geschlecht.
Adjektive und Nomen verändern sich wenig. Verben verändern sich häufig je nach Person, Zeit und Höflichkeitsform, jedoch nicht nach der Anzahl (Einzahl/Mehrzahl).
Geschichte
Die ältesten literarischen Zeugnisse der bengalischen Sprache sind die Caryapada, eine Sammlung von 47 Liedern verschiedener Dichter, die bereits vor 1000 n.Chr. geschrieben wurde. Zwischen den Jahren 1350 bis 1800 wurden viele literarische Werke mit religiösen Themen verfasst.
Bis ins 18. Jahrhundert existierte jedoch keine einheitliche Standardsprache. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung der bengalischen Grammatik, Vocabolario em idioma Bengalla, e Portuguez dividido em duas partes, wurde erst in den Jahren 1734-42 von dem Portugiesen Manoel da Assumpcam verfasst, der er in Bhawal Missionsarbeit leistete.
Im 19. Jahrhundert wurde die Sprache hauptsächlich von Ram Mohan Roy and Ishwarchandra Vidyasagar systematisiert. Vidyasagar schrieb das Sadhu Bangla, woraus später das Barna-Parichaya entwickelt wurde, ein Text, der noch immer eine große Rolle im Sprachunterricht in bengalischen Schulen spielt.
Die bengalische Sprache trug zur Herausbildung einer eigenen nationalen Identität im ehemaligen Ostpakistan und schließlich zur Entstehung eines unabhängigen Bangladeschs bei. Bangladesch war von 1947 bis 1971 ein Teil Pakistans, das aus den überwiegend islamischen Landesteilen Britisch-Indiens gebildet wurde. In den Jahren 1950-52 versuchte die Zentralegierung Pakistans, Urdu als einzige Amtssprache durchzusetzen. Am 21. Februar 1952 kam es deswegen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen protestierenden bengalischen Studenten und der pakistanischen Polizei.
Auch im indischen Bundesstaat Assam kam es am 19. Mai 1961 und am 21. Juli 1986 zu Ausschreitungen, jeweils nachdem die Landesregierung Assams versucht hatte, Asamiya als einzige Amtssprache auch für die in Assam lebende bengalische Bevölkerung einzuführen.
Literatur
- Elvira Friedrich Buske: Einführung in die indischen Schriften, Tl. 2. Gujarati, Gurmukhi, Bengali, Oriya. (2002) ISBN 3875482190
- William Radice: Teach yourself Bengali. (2003) ISBN 0071413685
Weblinks
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Indische Sprache
Kategorie:Indoarische Sprache
Kategorie:Bangladesch
ja:ベンガル語
ms:Bahasa Bengali
th:ภาษาเบงกาลี
Asien
Asien ist der zentrale-südliche und östliche Teil Eurasiens.
Begriff
Das Wort Asien (Asia) stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Es entspricht also dem lateinischen Wort Orient oder dem deutschen Morgenland. Der vor dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Begriff Fernost wird heute selten verwendet, da er eine eurozentristische Weltsicht widerspiegelt.
Das chinesische Zeichen 亞 (Kurzzeichen 亚, Pinyin yà) ist eine klangliche Adaption und bedeutet ursprünglich das Zweite, subordiniert.
Innereurasische Grenze
Aus historischen Gründen werden Europa und Asien in Europa (teilweise nicht jedoch in Asien!) als verschiedene Kontinente betrachtet. Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, der Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden u.a. die Grenze von Europa und Asien (siehe Eurasien).
Lage und Küstengliederung
Eurasien
Asien liegt mit seiner kontinentalen Landmasse bis auf die Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien ganz in der östlichen Hemisphäre, nördlich des Äquators. Nur die südöstlichsten Inseln (Teile Indonesiens) befinden sich auf der Südhalbkugel der Erde.
Der nördlichste Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin auf der Taimyr-Halbinsel (Sibirien) 77° 40' n. Br., der südlichste Punkt der Landmasse ist die Spitze der Malaiischen Halbinsel (Kap Buru) 1° 16' n. Br. Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien 26° 4' westl. L., der östlichste Punkt ist auf Kap Deschnjow (an der Nordostspitze von Sibirien) 169° 44' westl. L.
Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer einschließlich Schwarzes Meer 5.500 km.
Die Küsten verlaufen im Norden, Osten und Süden. Im Westen bildet das Mittelmeer nur teilweise die Landbegrenzung. Mit Afrika verbindet sich Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) und mit Europa bildet die Strecke zwischen dem Karischen Golf und dem Kaspischen Meer eine 2.700 km lange Grenze.
Ganz im Osten bildet die Beringstraße mit einer Breite von etwas mehr als 80 km eine Grenze zu Amerika. Im Südosten bildet die Inselwelt des Indonesischen Archipels eine Verbindung zu Australien.
Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Halbinseln vorgelagert. Im Westen Kleinasien (Anatolien) (früher wurde auch die Insel Zypern hinzugerechnet), im Süden die Arabische Halbinsel zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf, Indien zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Bengalen (mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka) und im Südosten Hinterindien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Chinesischen Meer. An der Ostküste Asiens zeigen sich mehrere südwärts gerichtete Halbinseln mit vorgelagerten Inselreihen. Dies sind Korea und Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin und den Inseln Japans: Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū. Im Norden ist die sibirischen Küste mehr durch die Mündungen mächtiger Ströme geprägt.
Einwohner und Größe
Asien ist mit etwas mehr als 44 Mio. km² der flächenmäßig größte Erdteil, der von mehr als der Hälfte der Erdbevölkerung (etwa 3,5 Milliarden Menschen) bewohnt wird. In der [http://www.datenbank-asien.de Datenbank Asien] sind Informationen zu vielen Ländern Asiens zu finden.
Geschichte
Asien ist die Wiege zahlreicher Kulturen, beispielsweise in China, in Indien sowie Babylonien und Assyrien in Vorderasien. Alle großen Weltreligionen (auch das Christentum, das Judentum und der Islam) sind in Asien entstanden.
Asien und Europa verbindet eine Lange Tradition an Kriegen (beispielsweise Alexander der Große, die Perserkriege, die Kreuzzüge, die Einfälle der Hunnen und der Türken) und an Entdeckungsreisen (beispielsweise Sven Hedin).
Asien ist seit jeher von Großreichen geprägt und nicht so zersplittert wie Europa. Die chinesische Kultur hat in der Welt, vor allem jedoch in Ostasien, ihre Spuren hinterlassen (Papier, Buchdruck, Kompass, Seide, Porzellan uvm.). Aus Indien hat sich der Buddhismus verbreitet. Nordasien (insbesondere Sibirien) blieb lange Zeit nahezu unbesiedelt, erst als sich das Russische Reich weiter ausdehnte, wurden dort größere Städte gegründet. Zentralasien war traditionell die Heimat von Steppenvölkern (Reitervölker), (beispielsweise den Mongolen), die in früheren Zeiten eine Bedrohung für Europa darstellten. Der Nahe Osten ist seit dem 7. Jahrhundert vom Islam geprägt und hat einen stark prägenden Einfluss auf Nordafrika gehabt.
Politische Einteilung nach Regionen
Nordafrika
- Afghanistan
- Kasachstan
- Kirgisistan
- Mongolei
- Tadschikistan
- Turkmenistan
- Usbekistan
siehe auch: Turkstaaten
- Russland (Sibirien)
- Volksrepublik China
- Hongkong (Sonderverwaltungszone)
- Macao (Sonderverwaltungszone)
- Japan
- Korea
- Nordkorea
- Südkorea
- Taiwan (Republik China)
- Brunei
- Indonesien
- Kambodscha
- Laos
- Malaysia
- Myanmar (früher Burma)
- Philippinen
- Singapur
- Thailand (früher Siam)
- Timor-Leste
- Vietnam
:Siehe auch: Tigerstaaten
- Bangladesch
- Bhutan
- Indien
- Malediven
- Nepal
- Pakistan
- Sri Lanka (früher Ceylon)
- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Georgien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jemen
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei
- Vereinigte Arabische Emirate
- Zypern
Regionale Organisationen
- ASEAN
- ASEM
- ADB - Asia Development Bank
- AHRC - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
Siehe auch
- Portal Asien
- Kleinasien
- Naher Osten
- Liste asiatischer TV-Programme in Europa
Weblinks
- [http://www.inasien.de Magazin „in Asien!“]
- [http://www.Kultur-in-Asien.de Kultur in Asien: Kunst, Religion, Kult, Feste, Kalender, Architektur, Geschichte (von Dr. Bernhard Peter)] (ein breit angelegtes Informationsforum über verschiedene asiatische Länder, das Essays, Photogalerien und Reiseberichte vereint)
- [http://www.zmag.org/asiawatch/asiawatch.cfm ZNet's Resource on Asia (engl.)]
- [http://www.weltkarten-landkarten.de/landkarten/asien/d_default.asp Umfangreiche Landkartensammlung von Asien]
- [http://www.askasia.org/ a resource of the Asia Society (engl.)]
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Kategorie:Kontinent
ja:アジア
ko:아시아
ms:Asia
simple:Asia
th:ทวีปเอเชีย
zh-min-nan:A-chiu
Myanmar
Myanmar – nach wie vor auch unter dem früheren Namen Birma bzw. dem englischen Namen Burma bekannt – ist ein Staat in Südostasien.
Neben der offiziellen Bezeichnung (siehe rechts) nennen die Einwohner den Staat auch kurz Myanma Naingngan (Staat Myanmar).
Er grenzt an Bangladesch, die indischen Bundesstaaten Mizoram, Manipur, Nagaland und Arunachal Pradesh, sowie an China, Laos, Thailand und den Indischen Ozean (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen). Das Andamanische Meer trennt Myanmar vom südwestlich gelegenen indischen Unionsterritorium Andamanen und Nikobaren.
Geographie
Myanmar befindet sich – mit Ausnahme des äußersten Nordens – im Einflussbereich des asiatischen Monsuns. Durch das Relief bedingt sind die Ausprägungen des Monsuns unterschiedlich in den einzelnen Landesteilen.
Im Wesentlichen lassen sich drei Jahreszeiten unterscheiden:
- Regenzeit von Ende Mai bis Mitte Oktober,
- Kühle Jahreszeit von Ende November bis Ende März und
- Heiße Jahreszeit in den Monaten April/Mai und Oktober/November.
Bevölkerung
- Einwohner: 70 % Birmanen (Bamar), 8,5 % Shan, 6,2 % Karen (Christen), 4,5 % Rohingya (Muslime), 2,4 % Mon, 2,2 % [http://en.wikipedia.org/wiki/Chin_State Chin](Tschin), 1,4 % Kachin und andere Ethnien; ferner 1-2 % Chinesen und 1 % Inder.
Die Palaung gehören zur Sprachgruppe der Mon-Khmer und umfassen ca. 150.000 Personen. Sie leben im südlichen Kachin- und im Shan-Staat. Der Geisterglaube ist noch weit verbreitet.
- Bevölkerungswachstum: 1,5 % (1998); 1,2 % (2002)
- Lebenserwartung: 57,2 Jahre (2002)
- Säuglingssterblichkeit: 77 pro Tausend (2002)
- Alphabetisierung: 85,3 % (2002)
- Sprachen: Birmanisch (70 %), Sprachen der Minderheiten, Englisch (Handelssprache)
- Religion: Buddhismus (89 %), Christentum (4 %), Islam (4 %), Stammesreligionen und andere (3 %)
- Hauptstadt: Yangon (Rangun) (4.477.782 Einw.) (2005)
Rangun]
- Weitere Städte: Mandalay, Mawlamyine, Bago, Pathein
Siehe auch: Liste der Städte in Myanmar
Religion
Die am weitesten verbreitete Religion in Myanmar ist der Buddhismus. Einige der berühmtesten buddhistischen Kunstwerke (Statuen) im asiatischen Raum befinden sich hier. Vorherrschend ist die frühbuddhistische Theravada-Schule, die im 20. Jahrhundert auch maßgeblichen Einfluss auf die Buddhismus-Rezeption im Westen hatte. So fußen viele der Standardwerke der Vipassana-Meditation (z. B. Nynaponika: "Geistestrainung durch Achtsamkeit") auf den Lehren birmanischer Dhamma-Meister wie Mahasi Sayadaw, Chanmyay Sayadaw U Janaka, Ledi Sayadaw oder Sayadaw U Pandita. Zu den wichtigsten Heiligtümern zählen vor allem die Shwedagon-Pagode in der Hauptstadt Yangon, der Goldene Fels in der Nähe von Bago und der Mount Popa in der Nähe von Bagan.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Myanmars
Im 11. Jahrhundert gründet König Anawratha das erste birmanische Reich. Im 19. Jahrhundert fällt Birma nach mehreren Kriegen unter britische Herrschaft. Der letzte König von Birma wird mit seiner Familie durch die britische Besatzung ins Exil nach Indien geschickt, wo er auch stirbt. Birma wird Teil von Britisch-Indien. Im 2. Weltkrieg wird es von Japan okkupiert, aber nach Kriegsende wieder von den Briten zurückerobert. 1948 wird Birma in die Unabhängigkeit entlassen. Nach einer kurzen demokratischen Phase wird Birma von verschiedenen Militärregimen kontrolliert.
Am 18. Oktober 1965 verabschiedet der Revolutionsrat ein Gesetz, nach dem alle Wirtschaftsunternehmen verstaatlicht werden. Wenig später werden alle christlichen Missionare zum Ende 1966 ausgewiesen. Am 8. August 1988 gipfeln monatelange Unruhen wegen der Wirtschaftspolitik des Militärs in der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten in der Hauptstadt Rangun. Der Tag geht mit seinem symbolträchtigen Datum 8-8-88 in die Geschichte ein. 1989 wird das Land in Myanmar umbenannt. Als 1990 bei demokratischen Wahlen die oppositionelle Nationale Liga für Demokratie (NLD) einen Erdrutschsieg erringt, werden die Wahlen vom Militärregime für ungültig erklärt und es kommt zu einer blutigen Niederschlagung von friedlichen Studentenprotesten. Das Regime bleibt an der Macht.
Bis zur Jahrtausendwende vereinbart General Khin Nyunt mit einigen der Minderheitenvölker Myanmars Waffenstillstandsabkommen. Die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi steht weiter unter Hausarrest. Nach einer scheinbaren Öffnung des Regimes im Jahre 2003 gewinnen die Hardliner gegen Ende des Jahres 2004 wieder die Oberhand.
Nach dem Erdbeben im Indischen Ozean 2004 am 26. Dezember und der hierdurch ausgelösten Flutwelle verweigert das Regime internationalen Hilfskräften die Einreise und stellt Zahlen über die Opfer zur Verfügung, die von ausländischen Organisationen angezweifelt werden.
Politik
- Staatsform: Militärdiktatur; die letzte Verfassung der Sozialistischen Republik von 1974 ist seit dem 18. September 1988 außer Kraft gesetzt.
- Staatschef: General Than Shwe (seit April 1992)
- Regierungschef: General Soe Win (seit 19. Oktober 2004)
- Parlament: Volksversammlung mit 485 für vier Jahre gewählten Abgeordneten (Wahl von 1990 vom Militärregime nicht anerkannt)
- Politische Parteien: National League for Democracy (NLD), National Unity Party (NUP), Union Solidarity and Development Association (USDA), weitere acht Minoritäten-Parteien
Verwaltungsgliederung
Soe Win
Myanmar gliedert sich in sieben States und sieben Divisions. Die Landesteile, die überwiegend von der größten Volksgruppe Myanmars, den Bamar besiedelt sind, heißen Divisions, die Bereiche, die überwiegend von Minderheiten bewohnt werden, States.
Die Minderheiten-States bilden zum überwiegenden Teil die Außengrenzen Myanmars: im Uhrzeigersinn beginnend im Südwesten:
- (1) Rakhine (Arakan) (Hauptstadt: Akyab, Grenze zu Bangladesch, jedoch überwiegend am Golf von Bengalen gelegen)
- (2) Chin (Hauptstadt: Hakha, Grenzen zu Bangladesch und Indien)
- (3) Kachin (Hauptstadt: Myitkyina, Grenze zu China)
- (4) Shan (Hauptstadt: Taunggyi, Grenzen zu China, Laos und Thailand)
- (5) Kayah (Hauptstadt: Loi-kaw, Grenze zu Thailand)
- (6) Kayin oder Karen (Hauptstadt: Pa-an, Grenze zu Thailand)
- (7) Mon (Hauptstadt: Mawlamyine, keine Landgrenze, am Andamanischen Meer gelegen)
Von den sieben Divisions verfügen zwei über Außengrenzen auf dem Festland, die übrigen fünf liegen entweder im Binnenland oder am Meer:
- (8) Sagaing (Hauptstadt: Sagaing, Grenze zu Indien im Nordwesten)
- (9) Tenasserim (Hauptstadt: Tavoy (Dawei), Grenze zu Thailand im Südosten)
- (10) Irawadi (Hauptstadt: Pathein (Bassein), am Golf von Bengalen und dem Andamanischen Meer gelegen)
- (11) Yangon (Hauptstadt: Yangon, an der Andamanensee gelegen)
- (12) Bago (Pegu) (Hauptstadt: Bago, nördlich der Irawadi-Division)
- (13) Magwe (Hauptstadt: Magwe, nördlich der Bago-Division)
- (14) Mandalay (Hauptstadt: Mandalay, östlich der Magwe-Division)
States und Divisions sind weiter untergliedert in Distrikte und Gemeinden.
Wirtschaft
Mit einem Bruttosozialprodukt/Kopf von weniger als 622 Euro (2001) gehört Myanmar zu den ärmsten Ländern der Welt. 70 % der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft; in ihr werden 60 % des BIP erzeugt, während die Industrie 9 % und der Dienstleistungssektor 31 % beitragen.
In Myanmar herrscht eine starke Inflation, die einheimische Währung Kyat verlor im Zeitraum von 1990 bis 2001 durchschnittlich 34,6 % pro Jahr an Wert; in den Jahren 2002/03 beschleunigte sich die Inflationsrate auf durchschnittlich 46,9 %.
Die Handelsbilanz war im Zeitraum 2002/03 bei Importen im Wert von 2,391 Milliarden Euro und Exporten im Wert von 2,185 Milliarden Euro negativ. Wichtigste Exportgüter sind Erdgas sowie land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse, während die Importe zu einem großen Teil aus Konsumgütern, Halbfertigwaren und Investitionsgütern bestehen.
Im Osten - an der Grenze zu Laos und Thailand - hat Myanmar Anteil am sogenannten Goldenen Dreieck; dort wird Schlafmohn angebaut und zu Heroin verarbeitet. Die Bedeutung Myanmars als Lieferant für den weltweiten Heroinmarkt ist durch das Wiedererstarken der Drogenproduktion in Afghanistan nach dem Absetzen der Taliban spürbar gesunken.
Weiterhin werden in Myanmar hochwertige Jade und Edelsteine gefördert. Berühmt sind die Schwalbenblut-Rubine aus den Minen in der Nähe der Stadt Mogok. Gold wird ebenfalls gewaschen, wobei eine beträchtliche Menge davon von Pilgern in Form von hauchdünnen Blättchen auf Zedis, Buddhas und den Goldenen Felsen geklebt wird.
Birma/Burma oder Myanmar?
Goldenen Felsen
Eigentlich handelt es sich bei 'Burma' und 'Myanmar' nicht um zwei unterschiedliche Bezeichnungen. Bama, von dem sich das englisch ausgesprochene 'Burma' (und hieraus vermutlich eingedeutscht 'Birma') offensichtlich herleitet, und Myanma sind seit jeher die Bezeichnungen für die größte Bevölkerungsgruppe der Bamar in ihrer eigenen Sprache und für ihr Land. Der Begriff Myanma soll bis auf das 6. Jahrhundert zurückgehen. Er entstammt der Schriftsprache und findet sich daher eher in historischen Dokumenten, während Bama umgangssprachlich verwendet wird. Seit den 1920er Jahren gab es Bestrebungen, einen einheitlichen Begriff für alle im jetzigen Myanmar beheimateten Volksgruppen zu finden. So wurde mehrmals Bama durch Myanma ersetzt und umgekehrt.
Die offizielle Umbenennung des Landes in Union of Myanmar (Pyidaungsu Thamada Myanmar Naing-Ngan-Daw) durch das Militär war daher in erster Linie ein Vorhaben mit Außenwirkung. Das Land sollte sich als der Kolonialzeit endgültig entgangen und als selbstbewusster Staat präsentieren. Kritiker wie auch Aung San Suu Kyi bemängeln, dass die Umbenennung durch die Willkür der Machthaber passierte, ohne eine Volksabstimmung hierüber durchführen zu lassen.
Die Umbenennung erfolgte aufgrund des Gesetzes Nr. 15/89, des Adaptation of Expressions Law, vom 18. Juni 1989, das die offizielle Schreibweise vieler Orte neudefinierte. Hierfür wurden die Namen in ihrer ursprünglichen Benennung, also unter Ausschluss der Veränderungen, die sie durch den kolonialen Einfluss erfahren hatten, nach ihrer aktuellen Aussprache ins lateinische Alphabet transkribiert.
Die Vereinten Nationen billigten den neuen Namen des Staats wenige Tage nach der Verkündung durch das Militär. Dem sind mittlerweile viele Staaten gefolgt, während die Vereinigten Staaten und Australien sowie weitere Staaten als Zeichen ihrer Missbilligung des Regimes am Namen Burma festhalten. Auch Aung San Suu Kyi hat sich 1996 für die Beibehaltung von Burma ausgesprochen, zum einen wegen der fehlenden Mitwirkung des Volkes, zum anderen, da Myanmar eben nicht die Vielfalt der Volksgruppen in Myanmar repräsentiert.
Im Birmanischen bedeutet die Silbe Myan 'schnell', die Silbe Mar 'stark'.
Zu dem Namenskonflikt gibt es viele Meinungen und Ansichten in der wissenschaftlichen Literatur. Eine Auswahl:
- Arthur Phayre, History of Burma, 1883, S. 2 (ISBN 9748299007)
- Christina Fink, Living Silence, 2001, S. 4ff, 70 (ISBN 1-85649-926-X)
- Uta Gärtner, Myanmar verstehen, 2001, S. XIII
Weitere Themen
- Sitkwin
Literatur
- Bertil Lintner: Burma in Revolt - Opium and Insurgency since 1948 (1988) (ISBN 9747100789).
- Roland Bless: Divide et impera? Britische Minderheitenpolitik in Burma 1917-1948 (1990) (ISBN 3515056548).
- Alan Clemens: Der Weg der Freiheit. Aung San Suu Kyi - Friedensnobelpreisträgerin. Gespräche (1997).
- Klemens Ludwig: Birma. Aktuelle Länderkunde (1997) (ISBN 3406398707).
- Shelby Tucker: Among Insurgents - Walking through Burma (2000) (ISBN 0007127057).
- Ma Thanegi: Pilgerreise in Myanmar (2002) (ISBN 3-293-20289-6).
- Rolf Opalka: Burma im Griff der Militärjunta in Blockierte Demokratien in der Dritten Welt Hrsg: Gunter Schubert, Reiner Tetzlaff (1998) (ISBN 3-8100-2011-7).
- Martin Smith: BURMA Insurgency And The Politics Of Ethicity (1991) (ISBN 0-86232-868-3).
- Amitav Ghosh: Der Glaspalast (2000) - Historischer Roman von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart (ISBN 3442730368).
- George Orwell: Tage in Burma (2002 (Originalveröffentlichung 1926, Titel 'Burmese Days')) - Kolonialkritischer Roman Orwells, der als Polizeioffizier in Birma diente (ISBN 3-257-20308-X).
- Inge Sargent: Mein Leben als Sao Thusandi - Prinzessin der Shan (1997) - Autobiographischer Bericht einer Österreicherin, die bis 1962 in Birma lebte (ISBN 340461920X).
- Klaus R. Schröder: Myanmar/Burma - Reisen im Land der Pagoden
Weblinks
- [http://www.myanmar.com Offizielle Seite von Myanmar] (engl.)
- [http://www.freeburma.org freeburma.org] (engl.)
- [http://www.dassk.org Daw Aung San Su Kyi] (engl.)
- [http://www.nibbana.com Nibbana.com] (engl.)
- [http://www.chinforum.org The Chin Forum] (engl.)
- [http://www.kultur-in-asien.de/Birma/seite135.htm Webportal für Myanmar/Birma: Kunst, Kultur, Reiseberichte, Nat-Kult, diverse Reportagen, Photogalerien (von Dr.Bernhard Peter)]
- [http://english.dvb.no/index.php Democratic Voice of Burma] Nachrichten aus Myanmar (engl.)
- [http://www.inasien.de/service/reiseinformationen/birma/ Reiseinformationen Myanmar (Quelle: Reisemagazin "in Asien!")]
- Menschenrechte in Myanmar - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
- [http://www.ev-ccg.de/dev/ Chin-Gemeinde Deutschland (Chin Community Germany)]
- [http://wikitravel.org/de/Myanmar Reiseinfos zu Myanmar] auf Wikitravel
- [http://www.burmaissues.org/En/info.html]Flüchtlinge in Thailand
- [http://www.opennetinitiative.net/burma/ONI_Burma_Country_Study.pdf Analyse der OpenNet Initiative zur Zensur in Myanmar]
- [http://www.helfenohnegrenzen.org/ Die vergessenen Flüchtlinge Burma's (Helfen ohne Grenzen)]Quelle:Helfen ohne Grenzen
- [http://www.oew.org/de/spendenartikel.php?id=418 Kindersoldaten in Birma] Quelle:OEW
Online-Zeitungen:
- [http://www.myanmardigest.com/eng_md/eindex.html The New Light of Myanmar] (regierungsabhängig und zensiert, englisch)
- [http://www.myanmar.gov.mm/myanmartimes/ Myanmar Times] (regierungsabhängig und zensiert, englisch)
- [http://www.irrawaddy.org The Irrawaddy] (unabhängig, mit Sitz in Thailand, englisch)
Kategorie:Staat
Kategorie:Südostasien
als:Myanmar
ja:ミャンマー
ko:미얀마
ms:Myanmar
th:ประเทศพม่า
zh-min-nan:Myanmar
Westbengalen
Westbengalen (bengali পশ্চিম বঙ্গ, Paścim Baṅga, englisch West Bengal) ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 88.752 km² und ca. 80 Millionen Einwohnern (Stand 2001). Die Hauptstadt Westbengalens ist Kolkata. Die Landessprache ist Bengali.
Geografie
Westbengalen grenzt an die Bundesstaaten Orissa (Südwesten), Jharkhand (Westen), Bihar (Nordwesten), Sikkim (Norden) und Assam (Nordosten), sowie im Nordwesten an Nepal, im Nordosten an Bhutan, im Osten an Bangladesch und im Süden an den Golf von Bengalen.
Golf von Bengalen
Die größten Städte in Westbengalen sind Kolkata, Haora, Asansol, Durgapur und Shiliguri.
Geschichte
Im Jahr 1905 wurde Bengalen von den Engländern entlang der hinduistisch-muslimischen Religionsgrenze in zwei Teile geteilt. Der westliche Teil bestand in etwa aus den heutigen (2005) indischen Bundesstaaten Westbengalen, Jharkhand, Orissa und Bihar. Nach Protesten der Bevölkerung revidierten die Engländer 1912 die Teilung. Bihar, das damals noch Jharkhand enthielt, und Orissa blieben jedoch selbständige Provinzen. Erst als 1947 die britische Kolonie in einen hinduistischen Teil (etwa das heutige Indien) und einen muslimischen Teil (etwa die heutigen Staaten Bangladesch und Pakistan) aufgespaltet wurde, kam der westliche Teil Bengalens unter dem Namen Westbengalen als Bundesstaat zu Indien. Aus dem östlichen Teil Bengalens wurde später das heutige Bangladesch. Die Trennung der Gebiete entsprach etwa der Grenzziehung aus dem Jahr 1905.
Seit den 1960er Jahren kämpfen radikale marxistisch-leninistische Rebellen, die Naxaliten, in Westbengalen.
Wirtschaft
Weblinks
- [http://www.wbgov.com Webpräsenz der Regierung Westbengalens] (englisch)
- http://www.wbtourism.com
- http://www.bengalweb.com
Kategorie:Indischer Bundesstaat
Assam
Assam (asamiya: অসম, Asam) ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 78.438 km² und 26,64 Millionen Einwohnern (Stand 2001). Die hauptsächlich gesprochenen Sprachen sind Asamiya und Bengali neben zahlreichen Kleinsprachen der tibeto-birmanischen Sprachfamilie.
Geographie
Assam grenzt an die Bundesstaaten Arunachal Pradesh, Nagaland, Manipur, Mizoram und Tripura (von Norden nach Süden im Uhrzeigersinn) und Meghalaya im Süden und Westbengalen im Westen, sowie an Bhutan im Nordwesten und Bangladesh im Südwesten. Die größte Stadt Assams ist Gauhati.
Größte Städte
(Einwohner 2001)
- Gauhati (808.021)
- Silchar (142.393)
- Dibrugarh (122.523)
- Nagaon (107.471)
- Tinsukia (85.519)
- Jorhat (66.450)
- Dhubri (63.965)
- Bongaigaon (60.550)
- Tezpur (58.240)
- Sibsagar (54.482)
- North Lakhimpur (54.262)
- Karimganj (52.316)
- Diphu (52.062)
Geschichte
Assam war seit 1228 unter der Herrschaft der Ahom-Dynastie. Erst 1826 übernahmen die Briten Assam von den Burmesen.
1972 wurde Assam geteilt und es entstand der neue Bundesstaat Meghalaya, der die assamesische Hauptstadt Shillong übernahm. Neue Hauptstadt Assams wurde Dispur.
Seit 1979 kämpft die United Liberation Front of Assam gewaltsam für die Unabhängigkeit des Bundesstaates von Indien.
Eine Unabhängigkeitsbewegung (meist Studierende), die Assam selbstständig verwalten will, wird von der indischen Regierung militärisch bekämpft, wobei es des öfteren zu Menschenrechtsverletzungen kommt. Die indische Regierung behauptet, die Aufständischen seien Geheimdienstmitarbeiter anderer Länder.
Sehenswürdigkeiten
Bekannt ist Assam für den dort angebauten kräftigen, herben Tee.
In Assam liegt der Kaziranga-Nationalpark, der 1985 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt wurde.
Weblinks
- [http://assamgovt.nic.in/ Offizielle Webpräsenz der Regierung Assams]
Kategorie:Indischer Bundesstaat
Meghalaya
Meghalaya ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 22.429 km² und ca. 1,8 Millionen Einwohnern (Stand 1991). Die Hauptstadt Meghalayas ist Shillong und die Hauptsprachen sind Khasi, Garo und Englisch.
Geografie
Meghalaya grenzt im Norden an den Bundesstaat Assam, sowie im Süden an Bangladesch.
Weblinks
- [http://meghalaya.nic.in/ Offizielle Webseite der Regierung von Meghalaya] (englisch)
Kategorie:Indischer Bundesstaat
Mizoram
Mizoram (hindi: मिज़ोरम) ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 21.087 km² und 974.617 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2005). Die Hauptstadt Mizorams ist Aizawl und die Hauptsprachen sind Mizo und Englisch.
Geografie
Mizoram grenzt an die Bundesstaaten Tripura (Nordwesten), Assam (Norden) und Manipur, sowie im Westen an Bangladesch und im Osten an Myanmar.
Weblinks
- [http://mizoram.nic.in Webseite der Regierung von Mizoram] (englisch)
Kategorie:Indischer Bundesstaat
Golf von Bengalen
Der Golf von Bengalen ist der Teil des Indischen Ozeans, der die Landmasse Indien von Hinterindien trennt.
Besonders an den Küsten sind zahlreiche Inselgruppen vorgelagert, ohne jedoch außerhalb der Flussmündungen wesentliche Buchten zu bilden. Somit sind auch nicht viele Häfen zu finden.
Das Klima ist vom Monsun geprägt.
Kategorie:Meer
Kategorie:Geographie (Indien)
ja:ベンガル湾
ko:벵골 만
Ganges
Der Ganges (Sanskrit, f., गङ्गा, Gaṅga) ist ein 2.700 km langer Fluss bzw. Strom in Indien und Bangladesch (Asien).
Er entsteht im indischen Garhwal (im Südwesten des Himalaya) durch den Zusammenfluss von Alaknanda und Bhagirathi; von diesen ist der zuletzt genannte der längere der beiden Hochgebirgs-Quellflüsse.
Von der "Flusshochzeit", die noch in Garhwal stattfindet, fließt er zumeist in südöstlicher Richtung durch Bharat in das Bengalische Tiefland.
Dort gelangt der Ganges nach Bangladesch. Nach Durchfließen seines gewaltigen Mündungsdeltas, in dem ihm der Brahmaputra zufließt (siehe Gangesdelta), mündet er in den Golf von Bengalen und damit in den Indischen Ozean.
Auf dem Ganges ist zwar Binnenschifffahrt möglich, sie hat jedoch keinerlei Verkehrsbedeutung. Die größten Städte am Ganges, dessen Einzugsgebiet 1.125.000 km² umfasst, sind Kalkutta und Dhaka (Bangladesch).
Delhi liegt nicht am Ganges, sondern am Yamuna.
Den meisten indischen Religionen ist der Ganges heilig. Das Bad in ihm reinigt von den begangenen Sünden und verspricht Absolution. Jeder Hindu will nach Möglichkeit am Ganges sterben - vorzugsweise in Benares (ind. Varanasi) - und seine Asche darin verstreut wissen.
Ökologie
Der Ganges ist der Lebensraum des seltenen und wenig erforschten Gangesdelfins sowie des Gangeshais, über den ebenfalls nur wenig bekannt ist.
Die Verschmutzung des Flusses ist abnorm: Täglich werden über 1,2 Mrd. Liter vergiftetes Abwasser eingeleitet, allein in Kalkutta 320 Mio. Liter. Die Belastung durch Kolibakterien ist 2000mal höher als in Indien erlaubt. In jedem Tropfen Wasser wimmelt es nur so von Cyaniden, Arsenen, Blei, Zink, Chrom und Quecksilber, von Exkrementen und Leichenresten, von Milliarden Cholera- und Typhusbazillen. Selbst Malaria erregende Moskitos brüten dort nicht mehr. Jeder Tropfen Gangeswasser ist ein Generalangriff auf den menschlichen Organismus.
Cholera
Vor mehr als 15 Jahren startete die indische Regierung den „Ganges Actionplan“, der das Ziel hatte, die Verschmutzung zu bekämpfen. Viele Millionen US$ wurden in den Bau der Anlagen gesteckt, aber für den Betrieb ist kein Geld vorhanden. Wassertests beweisen, dass sich nicht viel geändert hat.
Die großen Städte entlang des Ganges beziehen 70 Prozent ihres Trinkwassers aus dem Fluss. Erst die Aktivitäten der Umweltschützer („Eco Friends“) brachten das größte Problem zutage: Die Entsorgung von Leichen im Ganges. Zu Beginn der Aktion wurden täglich 170 Leichen aus dem Fluss gezogen.
Außerdem funktionieren nur wenige Kläranlagen effektiv. Im Einmannbetrieb wird der grobe Müll herausgefischt. Dennoch vermischt sich halbwegs gereinigtes Wasser unterhalb der Anlage wieder mit chemischen Abfällen.
Literatur
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/6/seite/0892/meyers_b6_s0892.html#Ganges Ganges], in: Meyers Konversationslexikon, 4.Aufl. 1888, Bd.6, S.892.
- Trojanow, Ilija: An den inneren Ufern Indiens. Eine Reise entlang des Ganges. Hanser 2003. ISBN 3446202293
Kategorie:Fluss in Asien
Kategorie:Geographie (Indien)
Kategorie:Fluss in Indien
ja:ガンジス川
Brahmaputra
Der Brahmaputra, (Sanskrit für Sohn des Brahma, Hindi: ब्रह्मपुत्र; Tibetisch: Yarlung Zangbo bzw. wissenschaftlich transkribiert yar-klungs gtsang-po, Chinesisch: 雅鲁藏布江, Pinyin: Yǎlǔzàngbù Jiāng), ist ein 2.900 km langer Nebenfluss des Ganges in der Volksrepublik China, Indien und Bangladesch (Asien).
Er entspringt auf der Nordseite des mittleren Himalayas und fließt innerhalb Tibets (China) entlang der Nordabdachung dieses Gebirges für etwa 1.500 km in Richtung Osten; damit verläuft er parallel zu den nördlichen Grenzen von Nepal, Indien und Bhutan.
In den Dihangschluchten durchbricht der Brahmaputra das Gebirge in südlicher Richtung, um nach diesem Durchbruchstal in das weitläufige "Bengalische Tiefland" zu gelangen. Dort fließt er zuerst in einer langgestreckten Niederung im nordöstlichen Indien in Richtung Westen, der Fluss bildet dabei die nördliche Grenze des Kaziranga-Nationalparks. Er gelangt dann in südlicher Richtung fließend nach Bangladesch, wo er in den Ganges mündet und mit dessen sowie eigenen Seitenarmen ein gewaltiges Mündungsdelta bildet (siehe Gangesdelta). Wenig weiter südlich münden deren Wasser in den Golf von Bengalen, ein nördlicher Teil des Indischen Ozeans.
Schon seit Jahren wird versucht, den Fluss durch technische Maßnahmen zu zähmen und für die kommerzielle Fluss-Schifffahrt nutzbar zu machen.
Trotz großen technischen Aufwands ist dies bisher nur sehr eingeschränkt gelungen.
Häufig verlässt der Fluss nach einer Überflutung sein bisheriges Flussbett und verläuft dann abseits des ursprünglichen Verlaufs. Dies verursacht großen wirtschaftlichen Schaden. Die Breite seines Flussbettes übertrifft teilweise einen Kilometer.
Die größte Stadt am Brahmaputra, dessen Einzugsgebiet 935.000 km² umfasst, ist die indische Stadt Gauhati.
Siehe auch: Die längsten Flüsse der Erde
Kategorie:Fluss in China
Kategorie:Fluss in Indien
ja:ブラマプトラ川
Überschwemmung
Hochwasser wird der Zustand bei Gewässern genannt, bei dem der Wasserstand sich deutlich über dem normalen Pegelstand des Gewässers befindet. In Tidegewässern bezeichnet Hochwasser den Eintritt des höchsten Wasserstand einer Tide beim Übergang von der Flut zur Ebbe.
Es wird zwischen regelmäßig wiederkehrenden Hochwassern (Gezeiten, Frühjahrshochwasser) und unregelmäßigen oder einmaligen Ereignissen (Tsunami, Sturmfluten, Jahrhundertflut an der Elbe und an der Donau) unterschieden.
Länder mit geringen Reliefhöhen wie die Niederlande, Deutschland und Dänemark versuchen, sich durch massive Deichbaumaßnahmen und Sperrwerke (z.B. das Emssperrwerk bei Emden) vor (Meeres-)Hochwasser zu schützen. Wird kein intensiver Hochwasserschutz betrieben, kann es wie in Bangladesch am Mündungsdelta des Ganges häufiger zu humanitären Katastrophen und vielen tausend Toten kommen.
In Kriegssituationen kann eine vorsätzliche Überflutung eine Verteidigungswaffe gegen Angreifer sein. Unter anderem den Niederlanden hat diese Strategie oft Erfolg gegen Feinde gebracht. Siehe: Achtzigjähriger Krieg, Alkmaar, Inundierung.
Hochwasser-Situationen entstehen auch im Landinneren durch das Anschwellen der Flüsse und Seen sowie durch die Gefahren des Wildbaches. Ebenso können durch Eisstau Hochwassergefahren entstehen.
Grundsätzlich sind Hochwasser Bestandteile des natürlichen Geschehens. Zur Katastrophe werden sie erst, wenn menschliche Werte betroffen sind. Im Zuge der fortschreitenden Landnutzung wurden immer größere Flächen, die Hochwassergefahren ausgesetzt sind, genutzt. Somit stieg die Bedrohung durch Hochwasser ständig. Zudem wirkt die menschliche Flächennutzung (Versiegelung der Landschaft) sowie der Ausbau der Gewässer (lineare Regulierung, Verminderung der Retentionsräume) verschärfend auf den Hochwasserabfluss. Weiters können bestehende Regulierungen durch mangelnde Instandhaltung (z.B. wegen Bewuchs, Anlandungen) ihre Leistung verlieren.
Gewässer in Sachsen]]
Extreme Hochwasserereignisse in mittleren und großen Einzugsgebieten sind auf extreme Niederschläge zurückzuführen. Bei diesen Extremereignissen sind die Auswirkungen menschlicher Eingriffe gering. Ebenso ist der Einfluss der Versiegelung der Landschaft gering, da wegen der Sättigung des Bodens durch den Regen der Abflussbeiwert auch in natürlichen Einzugsgebieten hoch ist. Besonders trifft dies auf Niederschlagsereignisse zu, die nach Vorregen folgen oder auf gefrorenen Boden treffen.
Signifikante Änderungen des Abflussgeschehens durch die Bodenversiegelung sind vor allem in kleinen Einzugsgebieten zu erwarten.
Der Beitrag des Klimawandels zum Hochwassergeschehen ist strittig und von den örtlichen Verhältnisse abhängig (Steigerung von Extremereignissen, Verschiebung von Schnee zum Regen etc.). In manchen Regionen ist mit einer Steigerung des Jahresniederschlages, in anderen mit einer Verminderung oder einer anderen Verteilung zu rechnen.
Das Hochwasserrisiko lässt sich durch zwei Komponenten beschreiben:
- Die Verwundbarkeit, das heißt die Empfindlichkeit der betroffenen Einrichtung oder Nutzung gegenüber Überflutungen und
- Das Ausmaß und die Häufigkeit der Überflutung.
Maßnahmen zum Hochwasserschutz können daher folgende Aspekte umfassen:
Klimawandel
- Anpassung der Nutzung an die Hochwassergefährdung (Absiedelung, Änderung der landwirtschaftlichen Nutzung, sichere und schadensarme Gestaltung von Bauwerken)
- Schutz vor dem Hochwasser durch
- Rückhalt des Niederschlagswassers in der Fläche oder durch Rückhaltebecken
- Schutz betroffener Gebiete oder Objekte durch Deiche (in Österreich auch als Hochwasserschutzdämme bezeichnet)
- Erhöhung der Abfuhrkapazität der Gewässer durch Querschnittserweiterung und Flutmulden
- Rechtzeitige Warnungen und Alarmierung durch automatische Pegelmessstationen.
Zwischen den einzelnen Maßnahmen bestehen Abhängigkeiten. Z. B. können Regulierungen und Deichbaumaßnahmen zu einer Verschärfung der Hochwassergefahr für Unterlieger oder Anrainer führen. Die Errichtung von Hochwasserrückhaltebecken (Retentionsbecken) verringert das Risiko einer häufigen Überflutung zu Lasten eines seltenen, aber katastrophalen Dammbruchs durch ein Totalversagen des Rückhaltebeckens.
Eine umfassende Strategie zur Verminderung der Folgen eines Hochwassers gibt das Hochwassermanagement.
Qualifikation von Hochwassern
Hochwasser werden zumeist als Ereignisse mit Wiederkehrsintervallen angegeben. Beispielhaft ist das 100jährliche Hochwasser (HQ100) ein Ereignis, das statistisch gesehen in 100 Jahren einmal auftritt. Das heißt nicht, dass nach einem Jahrhunderthochwasser hundert Jahre kein Ereignis dieser Größe folgt. Ein Ereignis kann durchaus einem anderen folgen. Zudem ist zu beachten, dass sich die Wahrscheinlichkeit, im Zuge der Nutzungsdauer eines Gebäudes von einem Ereignis getroffen zu werden, akkumuliert. Bei einer Nutzungsdauer von 30 Jahren beträgt die Wahrscheinlichkeit von einem HQ100 getroffen zu werden circa 24 Prozent und sollte somit nicht vernachlässigt werden.
Niederlande
Das Parlament der Niederlande hat nach der verheerenden Sturmflut von 1953, als große Teile des Landes unter Wasser standen, festgelegt, dass ein Schutz gegen ein 1.250-jährliches Hochwasser erreicht werden muss. Dieses Schutzniveau gilt sowohl für Flüsse als auch die Küste. Dem Beschluß folgten gründliche wissenschaftliche Untersuchungen und ein technisch und finanziell aufwendiges Sicherungsprogramm. Das festgelegte Schutzniveau wurde 30 Jahre später, mit dem Abschluss der großen Küstenbauwerke, überall erreicht. Zur Zeit prüfen die Niederlande, ob durch Klimawandel, nämlich Klimaerwärmung und/oder vermehrte Klimaextreme, die früheren Einschätzungen der Dimension der 1.250-jährlichen Hochwasser nach oben angepasst werden müssen. Dann soll der Schutz weiter verstärkt werden.
USA
In den USA wurde der Hochwasserschutz vom dafür zuständigen US Army Corps of Engineers (http://www.usace.army.mil/) auf das Niveau eines 230-jährlichen Hochwassers festgelegt. Dieses Niveau ist auch gewährleistet, jedoch hat die Überflutung von New Orleans zu der Erkenntnis geführt, dass dieses Schutzniveau nicht ausreicht.
Österreich
In Österreich werden folgende Schutzziele angestrebt:
:HQ30 Untergeordnete Objekte
:HQ100 Standardschutz
:HQ150 Ausbaugrad Wildbach
Darüber hinausgehende Schutzgrade werden bei besonderer Schutzerfordernis (z. B. für die Stadt Wien) angestrebt.
Bei allen Hochwasserschutzmaßnahmen ist jedoch zu beachten, dass stets ein Restrisiko besteht (Anlageversagen, Überschreitung des Bemessungshochwassers).
Deutschland
Bemessungshochwasser
In Deutschland schreibt das Wasserhaushaltsgesetz vor, Flächen, die statistisch gesehen ein mal in hundert Jahren überschwemmt werden können, als Überschwemmungsgebiete in amtlichen Karten auszuweisen und in die Bauleitplanung zu übernehmen. In solchen Überschwemmungsgebieten werden nach den Landesgesetzen oder Gemeindesatzungen weitere Vorschriften erlassen. So ist zum Beispiel bei Eingriffen die zuständige Wasserbehörde zu konsultieren. Die Bauleitplanung oder die Wasserbehörde kann Maßnahmen, wie eine Gebäudeerweiterung oder eine Aufforstung, auch auf privaten Grundstücken verbieten. Hochwassergefährdete Flächen (HQ > 100, z. B. Versagen eines Deiches) sind in Deutschland ebenfalls zu kennzeichnen. Die Kommune ist verpflichtet, die Bevölkerung auf diese Gefahren hinzuweisen, damit eine private Vorsorge ermöglicht wird.
Gesetzliche Vorschriften über das Schutzniveau gibt es nicht. Es gibt lediglich ein Urteil des BGH, dass Hauseigentümer bei Flutschäden einen Amtshaftungsanspruch gegen den Träger des Hochwasserschutzes haben, wenn der Schutz nicht wenigsten gegen ein 50-jährliches Hochwasser gewährleistet ist. Dieser Mindestschutz ist (auch wegen dieser Rechtsprechung) weitgehend erreicht. Am Oberrhein bis Basel besteht ein Schutz gegen ein 1000-jährliches Hochwasser. Im Oberrheingraben bestand früher ein Schutz gegen ein 200-jährliches Hochwasser. Durch den Ausbau des Oberrheins durch Frankreich gingen aber riesige Auen entlang des früheren natürlichen Flußlaufes verloren. Außerdem benötigt eine Flutwelle von Basel bis Mannheim zur Mündung des Neckars statt ca. 72 nur ca. 36 Stunden, so dass die Überlagerung mit der Flutwelle aus dem Neckar bei großflächigen schweren Regenfällen möglich ist. Das Schutzniveau ist abgesunken auf ein 100-jährliches Hochwasser, das 1998 beinahe erreicht wurde. Es wurde daher beschlossen das Schutzniveau wieder durch Deicherhöhungen, Deichverstärkungen und Bau von Poldern auf ein 200-jährliches Hochwasser anzuheben. Das Prgramm soll bis 2015 abgeschlossen sein stockt aber teilweise aus rechtlichen, teilweise aus finanziellen Gründen. Zuständig für die Koordination der Forschung und Ort für die Absprachen der Rheinanlieger zum Hochwasserschutz ist die "Internationale Kommission zum Schutz des Rheins", die sich ursprünglich vor alle mit der Verwirklichung des Umweltschutzes am Rhein beschäftigte. Die IKSR hat auch einen Hochwasseratlas Rhein herausgegeben, der die wesentlichen Erkenntnisse enthält und bisher angestrebten Schutzziele definiert. Der Altas kennzeichnet alle Gebiete, die bei einen 200-jährlichen Hochwasser überflutet werden
Vor dem Hintergrund der Klimaänderung und der veralteten Klimadaten (Berechnungsgrundlagen) wird auch z.B. in Sachsen inzwischen angestrebt, Durchflussmengen von „HQ 200“ schadlos ableiten zu können.
Für Österreich gilt:
Die unmittelbare Hilfe und Abwehr im Hochwasserfall erfolgt durch die örtliche Feuerwehr. Langfristigere Hilfe erfolgt durch den Katastrophenhilfsdienst der Feuerwehr und Assistenzeinsätze des Bundesheeres.
Das meist benutzte Hilfsmittel beim Hochwasserschutz ist der Sandsack.
Die Errichtung, Erhaltung und Betrieb von Hochwasserschutzmaßnahmen erfolgt durch die individuell Betroffenen, Wassergenossenschaften, Kommunen und Wasserverbände.
Siehe auch: Portal:Hilfsorganisationen/Feuerwehr, Wiener Donauregulierung
Weblinks
- [http://www.bafg.de Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) Koblenz]
- [http://www.bwg.admin.ch/ Schweizerisches Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG)]
- [http://www.noezsv.at/wastun/hochwasser/hochwasser.htm Hochwasser und Hochwasserschutz]
- [http://www.wdrmaus.de/sachgeschichten/hochwasser/ Sachgeschichte Hochwasser] von Sendung mit der Maus (Real Video-Format)
- [http://www.thw-deich.de Seiten des THW zum Thema Deichverteidigung und Hochwasserschutz]
- [http://www.learn-line.nrw.de/angebote/agenda21/thema/hochwasser.htm Hochwasser: Aktuelles, Hintergrund, Daten/Statistiken, Unterrichtsmaterialien] "Agenda 21 Treffpunkt" im Bildungsserver learn:line NRW
-
Kategorie:Gewässer
Kategorie:Naturkatastrophe
Kategorie:Feuerwehreinsatzart
ja:洪水
simple:Flood
NormalnullMit Normalnull (Abkürzung: N.N. oder NN), auch Nullniveau, wird ein Referenzwert für Höhenangaben auf der Erdoberfläche bezeichnet (z. B. die Höhe von Bergen oder die Tiefe von Meeresgräben).
In der Luftfahrt werden die Höhen der Lufträume in der Regel über NN angegeben. Auch Luftfahrtkarten wie die ICAO-Karte besitzen Angaben über NN.
Die Angabe der Höhe bzw. Tiefe erfolgt dabei meist in einer der folgenden Formen: „Meter über NN“, „m ü. NN“, „m NN“ oder „müM“ (umgangssprachlich und in der Schweiz offiziell „Meter über (dem) Meer(esspiegel)“, korrekt „Meter über dem mittleren Meeresspiegel“). In der Luftfahrt und manchmal auch in der Schifffahrt spricht man vom Mean Sea Level (MSL), der mittleren Meereshöhe und gibt die barometrisch gemessene Höhe in Fuß an.
Hat man eine Referenz bestimmt, kann man sich durch Nivellement die Höhe in das Landesinnere übertragen. Systematische Fehler können bei unsachgemäßem Nivellement zu Messfehlern im Bereich von mehreren Metern führen:
- Auf lange Strecken summieren sich die Messfehler der Einzelmessungen auf. (Fehlerrechnung)
- Die Abweichung der Erde von der Kugelgestalt führt zu weiteren Fehlern. So kam es bei den Höhenangaben der Stadt Saarbrücken zu großen Höhenunterschieden, je nachdem, ob man die Messung an der Nordsee oder am Atlantik begann.
- Brückenbau mit Stufe: Beim Bau der neuen Rheinbrücke zwischen dem deutschen und dem schweizer Teil der Stadt Laufenburg ist eine peinliche Panne passiert: Zwischen beiden Seiten tut sich ein Höhenunterschied von 54 Zentimetern auf. Während die Schweiz das Niveau des Mittelmeers zu Grunde legt, orientiert sich Deutschland an der Nordsee: „Die Differenz von 27 Zentimetern ist natürlich bekannt, und auf dem Papier war alles klar“, erläuterte Beat von Arx, Abteilungsleiter im Bauamt des Schweizer Kantons Aargau. In der Praxis habe es dann aber gehapert: „Auf Schweizer Seite hätte das Niveau um 27 Zentimeter angehoben werden müssen. Stattdessen sei es aber um 27 Zentimeter gesenkt worden.“
Deutschland
Der Referenzwert ist für Deutschland seit 1879 definiert durch den mittleren Pegel von Amsterdam. In der DDR war die Bezeichnung Höhennormal HN und als Datum galt von 1958 bis zur Einführung des gesamtdeutschen Höhensystems NHN der rund 14 Zentimeter niedrigere Pegel von Kronstadt, d.h. H(NN)=H(HN)+14cm. Die HN-Höhen unterschieden sich nicht nur in der Pegelhöhe, sondern auch vom Höhensystem her, da HN-Höhen genauso wie NHN-Höhen sogenannte Normalhöhen sind. In Ost-Berlin, beim Höhensystem der Deutschen Reichsbahn und an den Binnenwasserstraßen wurden auch in der DDR unverändert NN-Höhen weiter verwendet.
Meter über Normalhöhennull (NHN)
Die neueste Entwicklung ist das 1992 eingeführte gesamtdeutsche amtliche Nivellementsnetz 1. Ordnung, das DHHN 92.
Die neuen Höhen werden als Höhen über Normalhöhennull (NHN) bezeichnet. Für die Normalhöhen wurde das genauere Höhensystem entsprechend der Theorie von Molodenskij (System HN) gewählt, Bezugspegel ist der Nullpunkt des Pegels von Amsterdam (System NN). Der NHN wurde eingeführt, da beim NN das Schwerefeld der Erde nicht berücksichtigt wurde. Das Schwerefeld der Erde bildet keine Kugel sondern ähnelt mehr einer Kartoffel. Diese „Kartoffel“ beschreibt als Geoid eine nur mit Wasser bedeckte Erde, auf der nur die Zentrifugalkraft und die Gravitation wirken. Die Bestimmung des Schwerefeld-Geoids gelingt auf Meereshöhe gut, kann aber im Falle eines Berges wie dem Mont Blanc um zwei Meter differieren. Neben dem Deutschen Haupthöhennetz (DHHN92) nimmt auch das United European Levelling Net (UELN) diese „Kartoffel“ als Bezugssystem
Damit ändern sich sowohl die bisher normal-orthometrischen westdeutschen NN-Höhen (neue Berechnungsmethode), als auch die Normalhöhen Ostdeutschlands (Bezug auf einen neuen Pegel).
Schweiz
Für die Schweiz gilt der Repère Pierre du Niton mit 373,6 m über mittlerem Meeresspiegel von Marseille als Ausgangspunkt der Vermessung (der Pierre du Niton ist ein großer Findling im Genfersee bei Genf). Die schweizerischen Höhenangaben weichen um + 0,32 m von den deutschen ab. Die offizielle Bezeichnung lautet: m ü. M.
Österreich
Für Österreich gilt der mittlere Pegel von Triest an der Adria (Meter über Adria) als Nullpunkt. Die österreichischen Höhenangaben weichen um + 0,25 m von den deutschen ab.
Sonstiges
NN ist nur eines von vielen möglichen Höhensystemen.
Daneben kann man als Referenzwert das so genannte Geoid verwenden, das man durch die Vermessung von Satellitenbahnen bestimmt. Es markiert die Oberfläche, die sich bilden würde, wenn die ganze Erde von Meer bedeckt wäre. Physikalisch handelt es sich dabei um eine Äquipotenzialfläche, eine Fläche, die überall senkrecht zur Richtung der Schwerkraft steht und auf der das Schwerepotenzial (die potentielle Energie) überall denselben Wert hat. Die Erde hat nun nicht mehr Kugelform, sie gleicht auch nicht mehr einem abgeplatteten Ball (Rotationsellipsoid), sondern – übertrieben gesagt – eher einer Kartoffel. Allerdings sind die Abweichungen so klein, dass sie aus dem All gesehen nach wie vor wie eine Kugel aussieht.
Im englischen Sprachraum wird die Bezeichnung Sea Level (kurz SL) für NN verwendet.
Weblinks
- [http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/808.jsp Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie – Begriffserklärungen]
- [http://www.gfz-potsdam.de/pb1/media/champ/eigen-cg01c/anim_web_EIGEN-CHGR01C.gif Gravitationsmodell der GfZ an der Uni Potsdam. Das Eiern der Erde stark überzeichnet]
- [http://www.wissenschaft-online.de/artikel/690951 Wo liegt eigentlich Normalnull?, spektrumdirekt]
Siehe auch
- Geodäsie
- Geografische Lage
- DHDN
- Haupthöhenpunkt
- Höhenmessung
- Kartennull
- Nivellement
- Höhennetz
- Fehlerrechnung
- Ausgleichungsrechnung
- Deutsches Haupthöhennetz
Kategorie:Geodäsie
Kategorie:Geographischer Begriff
Kategorie:Ozeanologie
als:Normalnull
ja:海抜
SundarbansDie Sundarbans (dt.: schöner Wald) ist der größte Mangrovenwald der Erde. Der Nationalpark liegt an der gemeinsamen Grenze von Indien und Bangladesch. Das 6000 km² große artenreiche Ökosystem liegt im weit verzweigten und schwer zugängliches Deltagebiet von Ganges, Brahmaputra und Meghna. Die Sundarbans wurden 1997 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Der vom Aussterben bedrohte Bengalische Tiger und der Sundari-Baum, den es nirgendwo sonst gibt, sind hier beheimatet.
Ökologische Bedeutung
Die Sundarbans sind für das Binnenland ein unersetzbarer natürlicher Schutzwall gegen die regelmäßig von Süden heranziehenden tropischen Zyklone.
Die Mangrovenwälder gelten als die letzten Rückzugsgebiete des Bengalischen Tigers. Außerdem sind dort zahlreiche Vögel, Fische, Krokodile, Pythons, Hirsche und Wildschweine beheimatet. Ebenso findet man dort viele seltenen Pflanzen.
Klimaveränderungen, der gestiegene Meeresspiegel, zunehmende Versalzung der Süßwassergebiete, Ölverschmutzungen aus dem nahe gelegenen Hafen Mongla, sowie Wilderei und illegale Abholzungen gefährden die Existenz der Sundarbans.
Kategorie:Bangladesch
Kategorie:Nationalpark in Indien
Kategorie:Weltnaturerbe
ja:シュンドルボン
TsunamiEin Tsunami (jap. 津波, Hafenwelle; aus 津 tsu, Hafen, und 波 nami, Welle) ist eine sich schnell fortpflanzende Meereswoge, die überwiegend durch Erdbeben auf dem Meeresgrund (oft auch als „Seebeben“ bezeichnet) ausgelöst wird.
Tsunamis werden oft als Flutwellen bezeichnet; ihre Entstehung hat jedoch nichts mit den tageszeitlichen Wechseln zwischen Ebbe und Flut (Gezeiten) zu tun; ebensowenig werden Tsunamis durch Wind verursacht. Tsunamis sind nicht mit sogenannten Riesen- oder Monsterwellen (Kaventsmänner) zu verwechseln.
Auf offenem Meer werden Tsunamis kaum bemerkt, in Ufernähe jedoch können starke Tsunamis weiträumige katastrophale Schäden verursachen und ganze Küstenstriche verwüsten. Solche Erscheinungen zählen zu den Naturkatastrophen.
Naturkatastrophe
Etymologie
Der Begriff Tsunami wurde durch japanische Fischer geprägt, die vom Fischfang zurückkehrten und im Hafen alles verwüstet vorfanden, obwohl sie auf offener See keine Welle gesehen oder gespürt hatten. Das liegt daran, dass Japan eine Tiefseesteilküste hat. Die Riesenwellen bilden sich quasi erst kurz vor dem Strand und schlagen deshalb über die Hafenmauer in den Hafen, wo sie die Schiffe zertrümmern.
Eine Reihe verheerender Tsunamis zwischen 1945 und 1965 machte dieses Naturphänomen weltweit bekannt und bildete die Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten, in deren Folge sich die japanische Bezeichnung als Internationalismus durchsetzte.
Entstehung
Etwa 86 % aller Tsunamis werden durch Erdbeben verursacht, die restlichen entstehen durch die abrupte Verdrängung großer Wassermassen, bedingt durch Vulkanausbrüche, küstennahe Bergstürze, Unterwasserlawinen oder Meteoriteneinschläge. Auch Nuklearexplosionen können Tsunamis auslösen.
Tsunamis treten am häufigsten im Pazifik auf: Am Rand des Stillen Ozeans, in der Subduktionszone des Pazifischen Feuerrings, schieben sich tektonische Platten der Erdkruste (Lithosphäre) übereinander, wodurch Vulkanismus, See- und Erdbeben verursacht werden.
Ein Erdbeben kann nur dann einen Tsunami verursachen, wenn alle drei folgenden Bedingungen gegeben sind:
- es eine Magnitude von 7 oder mehr auf der Richterskala erreicht,
- sein Hypozentrum nahe der Erdoberfläche am Meeresgrund liegt und
- es eine vertikale Verschiebung des Meeresbodens verursacht, welche die darüber liegende Wassersäule in Bewegung versetzt.
Nur ein Prozent der Erdbeben zwischen 1860 und 1948 verursachten messbare Tsunamis. Da sich die leichte Erdbewegung aber über das Medium Wasser weit ausbreiten kann, sind größere Schäden als bei gleich starken Beben an Land möglich.
Möglich ist auch, dass nicht die unmittelbar durch das Erdbeben bedingte Bewegung des Meeresbodens, sondern ein durch das Erdbeben ausgelöster unterseeischer Hangrutsch den Tsunami verursacht. In einem solchen Fall können schon relativ kleine (Magnitude 7) Erdbeben einen Tsunami nach sich ziehen.
Ausbreitung
Tsunamis unterscheiden sich grundlegend von Wellen, die durch Stürme entstehen, denn bei diesen kann das Wasser zwar unter außerordentlichen Bedingungen bis zu 30 Meter hoch aufgeworfen werden, die tieferen Wasserschichten bleiben dabei jedoch unbewegt. Bei einem Tsunami bewegt sich dagegen das gesamte Wasservolumen, also die gesamte Wassersäule vom Meeresboden bis zur Meeresoberfläche.
Tsunamis sind Schwerewellen
Grundsätzlich repräsentiert eine Welle keine Bewegung von Wasser, sondern Bewegung von Energie durch Wasser.
Aus physikalischer Sicht ist Wellenausbreitung immer dann möglich, wenn eine Auslenkung aus einer Gleichgewichtslage, in diesem Fall ein Anstieg oder Abfall des Wasserspiegels, eine entgegengerichtete Rückstellkraft zur Folge hat. Bei Ozeanwellen wirkt als Rückstellkraft die Schwerkraft, die auf eine möglichst horizontale Wasseroberfläche hinarbeitet. Aus diesem Grund werden Tsunamis zu den Schwerewellen gezählt. Ein Tsunami ist also insbesondere keine Druck- und keine Schallwelle; Kompressibilität, Viskosität und Turbulenz sind nicht relevant. Um die Physik eines Tsunami zu verstehen, genügt es, die Potentialströmung einer idealen, also reibungsfreien, inkompressiblen und wirbelfreien Flüssigkeit zu betrachten. Mathematisch werden Tsunamis durch die Soliton-Lösungen der Korteweg-de Vries-Gleichung beschrieben.
Korteweg-de Vries-Gleichung
Die Theorie der Schwerewellen vereinfacht sich in den beiden Grenzfällen der Tief- und der Flachwasserwelle. Normale Wellen, die beispielsweise durch Wind, fahrende Schiffe oder ins Wasser geworfene Steine verursacht werden, sind meist Tiefwasserwellen, da sich ihre Wellenbasis in der Regel über dem Grund des Gewässers befindet, also dort, wo die Welle keine Auswirkungen mehr hat. Ein Tsunami hingegen ist auch im tiefsten Ozean eine Flachwasserwelle, da die gesamte Wassersäule bewegt wird und sich auch am Ozeanboden eine langsamere Bewegung in Richtung der Wellenausbreitung feststellen lässt. Dieser Charakter ergibt sich daraus, dass bei Tsunamis die Wellenlänge (Entfernung von einem Wellenberg zum nächsten) viel größer ist als die Wassertiefe. Dadurch wird auch eine wesentlich größere Wassermenge transportiert.
Ein Tsunami wird vereinfacht durch zwei Grundparameter beschrieben:
- seine mechanische Energie ;
- seine Wellenperiode : die Zeit, die vergeht, in der zwei Wellenberge denselben Punkt passieren.
Während der Ausbreitung eines Tsunami bleiben diese beiden Parameter weitgehend konstant, da wegen der großen Wellenlänge die Energieverluste durch Reibung vernachlässigbar sind.
Tsunamis seismischer Natur weisen lange Wellenperioden auf, die sich zwischen zehn Minuten und zwei Stunden bewegen. Durch andere Ereignisse als Erdbeben erzeugte Tsunamis haben oft kürzere Wellenperioden im Bereich von einigen Minuten bis zu einer Viertelstunde. Andere Eigenschaften wie die Wellenhöhe und -länge oder die Ausbreitungsgeschwindigkeit hängen neben den beiden Grundparametern nur von der Meerestiefe ab.
Wellenlänge
Die meisten Tsunamis haben, trotz der viel geringeren Meerestiefe, eine Wellenlänge von über 100 Kilometern und können damit als Flachwasserwellen betrachtet werden. In diesem Fall hängt die Wellenlänge nur von der Wellenperiode und der Meerestiefe ab:
:,
wobei . Dies ergibt:
:.
Typische Wellenlängen bei Tsunamis liegen damit zwischen 100 und 500 km. Die Wellenlängen von winderzeugten Wellen erreichen dagegen nur zwischen 100 und 200 Meter.
Je größer die Wellenlänge, desto geringer sind die Energieverluste während der Wellenausbreitung. Bei kreisförmiger Ausbreitung ist die Energie, mit der eine Welle auf einen Küstenstreifen auftrifft, in erster Näherung umgekehrt proportional zum Abstand vom Entstehungsort des Tsunami.
Amplitude
Die Wellenhöhe (Amplitude) hängt vom Energiegehalt des Tsunami und der Wassertiefe ab. Bei Tsunamis mit großer Wellenlänge gilt:
:.
Dies bedeutet, dass die Amplitude bei geringerer Wassertiefe zunimmt. Sie nimmt mit größerer Entfernung um den Faktor ab, da die Energie sich über einen größeren Wellenkamm verteilt. Bei Tsunamis kleinerer Wellenlänge – meist nicht von Erdbeben verursacht – kann die Amplitude mit der Entfernung wesentlich schneller abnehmen.
Auf dem offenen Ozean beträgt die Amplitude selten mehr als einige Dezimeter. Der Wasserspiegel wird somit nur langsam und nur um einen geringen Betrag angehoben und wieder abgesenkt, weshalb das Auftreten eines Tsunami auf offener See meist gar nicht bemerkt wird.
Die Zerstörungskraft eines Tsunami wird nicht grundsätzlich durch seine Amplitude, sondern durch die Wellenperiode sowie durch die transportierte Wassermenge bestimmt.
Geschwindigkeit
Die Geschwindigkeit eines Tsunami hängt von der Meerestiefe ab; je tiefer das Meer, desto schneller, und je flacher, desto langsamer ist der Tsunami. Seine praktische Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei einer Meerestiefe von etwa 6000 Metern. Die Geschwindigkeit u einer Tsunamiwelle (genauer: die Phasengeschwindigkeit) ergibt sich aus der Wurzel des Produktes von Erdbeschleunigung g und Wassertiefe h; also
: oder .
Erdbeschleunigung
Die Ausbreitungsgeschwindigkeit liegt somit auf offenem Meer zwischen 800 und 1100 km/h. Das ist vergleichbar mit der Reisegeschwindigkeit eines Flugzeuges; Tsunamis können binnen einiger Stunden ganze Ozeane durchqueren und sich bis zu 20.000 km ausbreiten, ohne dabei unmittelbar bemerkt zu werden. Winderzeugte Wellen erreichen nur Geschwindigkeiten zwischen 8 und 100 km/h. Bei niedriger Wassertiefe, also in Küstennähe, verlangsamt sich die Welle, wie auf nebenstehender Animation zu sehen ist. Dadurch kommt es zur Brechung der Welle, was eine nicht-kreisförmige Ausbreitung zur Folge hat.
Schwerewellen kommen durch die gleichtaktige Bewegung großer Wassermassen zustande. Jedes einzelne Teilvolumen des Wassers bewegt sich dabei nur um winzige Beträge. Für eine Flachwasser-Schwerewelle mit der Amplitude a in einem Gewässer der Tiefe h kann man das sogar quantitativ angeben: Die Geschwindigkeit, mit der sich die an der Welle beteiligte Materie zirkulär bewegt, ist um einen Faktor a/h kleiner als die Phasengeschwindigkeit der Welle. Für einen großen Tsunami liegt dieser Faktor in der Größenordnung 10-5: Wenn sich eine Welle im offenen Meer mit u = 200 m/s ausbreitet, bewegen sich die Wasserelemente nur mit 2 mm/s, was gegenüber Strömungen und Windwellen völlig vernachlässigbar und nicht direkt beobachtbar ist.
Auftreffen auf die Küste
Erhöhung der Amplitude
Brechung
In Küstennähe wird das Wasser flach. Das hat zur Folge, dass Wellenlänge und Phasengeschwindigkeit abnehmen (proportional zu h1/2), die Amplitude der Welle und die Geschwindigkeit der beteiligten Materie aber zunehmen (proportional zu h-1/4 respektive h-3/4). Die Energie der Tsunamiwelle wird dadurch immer stärker konzentriert, bis sie mit voller Wucht auf die Küste auftrifft. Der Energiegehalt eines Wellenzuges ergibt sich als Querschnitt mal Wellenlänge mal Teilchengeschwindigkeit-zum-Quadrat und ist in erster Näherung unabhängig von h.
Typische Amplituden beim Auftreffen eines Tsunami auf die Küste liegen in einer Größenordnung von 10 Metern; am 24. April 1971 wurde in der Nähe der japanischen Insel Ishigaki von einer Rekordhöhe von 85 Metern in flachem Gelände berichtet. In Ufernähe einer Tiefseesteilküste kann die Amplitude auf etwa 50 Meter ansteigen. Läuft ein Tsunami in einen Fjord, so kann sich die Welle auf weit über 100 Meter aufstauen.
In einem Fjord in Alaska wurden mehrere Wellen mit rund 150 Metern und sogar eine mit bis zu 530 Metern Höhe nachgewiesen (Megatsunami). Diese gigantischen Wellen entstanden jedoch nicht als Fernwirkung eines Erdbebens, sondern durch Wasserverdrängung im Fjord selbst: Heftige Erdbeben ließen Berghänge in den Fjord rutschen und brachten diesen schlagartig zum Überlaufen.
Brechungseffekte
Die Änderung der Wellenausbreitungsgeschwindigkeit bei Annäherung des Tsunami an die Küste hängt vom Tiefenprofil des Meeresbodens ab. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann es zu Brechungseffekten kommen: So wie Licht beim Übergang von Luft in Wasser oder Glas seine Richtung ändert, so ändert auch eine Tsunamiwelle ihre Richtung, wenn sie schräg durch eine Zone läuft, in der sich die Meerestiefe ändert. Je nach Ursprungsort des Tsunami und Unterwassertopographie kann es dabei zur Fokussierung des Tsunami auf einzelne Küstenbereiche kommen. Dieser Effekt ist von der Trichterwirkung eines Fjords nicht scharf zu trennen und kann sich mit dieser überlagern.
Zurückweichen des Meeres
Wie ein akustisches Signal, so besteht auch ein Tsunami nicht aus einer einzelnen Welle, sondern aus einem ganzen Paket von Wellen mit unterschiedlichen Frequenzen und Amplituden. Wellen unterschiedlicher Frequenz breiten sich mit leicht unterschiedlicher Geschwindigkeit aus. Deshalb addieren sich die einzelnen Wellen eines Paketes in von Ort zu Ort und von Minute zu Minute unterschiedlicher Weise. Je nach Ursache kann ein Tsunami an einem Punkt der Küste zuerst als Wellenberg oder zuerst als Wellental beobachtet werden. Ist die Ursache des Tsunami ein Hangabrutsch oder Herunterbrechen einer Kontinentalplatte, so wird Wasser zur Sohle hin beschleunigt. Wasser wird komprimiert, und es entsteht zunächst ein Wellental. Danach expandiert das Wasser wieder auf sein ursprüngliches Volumen, und der Wellenberg entsteht. Beim Eintreffen der Welle an der Küste zieht sich zunächst die Küstenlinie zurück, unter Umständen um mehrere 100 Meter. Wenn der Tsunami eine unvorbereitete Bevölkerung trifft, kann es geschehen, dass die Menschen durch das ungewöhnliche Schauspiel des zurückweichenden Meeres angelockt werden, statt dass sie die verbleibenden Minuten bis zur Ankunft der Flutwelle nutzen, um sich auf höher gelegenes Gelände zu retten.
Stokes-Strömung
Sohle
Wenn die Amplitude eines Tsunami in der Nähe der Küste nicht mehr gegen die Wassertiefe vernachlässigbar ist, so wandelt sich ein Teil der Schwingung des Wassers in eine allgemeine horizontale Bewegung um, genannt Stokes-Strömung. In unmittelbarer Küstennähe ist eher diese schnelle Horizontalbewegung als das Ansteigen des Wasserspiegels für die Zerstörung verantwortlich.
In Küstennähe hat die Stokes-Strömung eine theoretische Geschwindigkeit von:
:, also
:.
Die Stokes-Strömung erreicht somit mehrere Dutzend km/h.
Gefahren und Schutz
Tsunamis zählen zu den verheerendsten Naturkatastrophen, mit denen der Mensch konfrontiert werden kann, denn ein mächtiger Tsunami kann seine zerstörerische Energie über Tausende von Kilometern weit mitführen oder sogar um den ganzen Erdball tragen. So wird ein Tsunami als Auslöser für die biblische Sintflut vermutet. Ohne schützende Küstenfelsen können schon drei Meter hohe Wellen mehrere hundert Meter tief ins Land eindringen. Die Schäden, die ein Tsunami beim Vordringen verursacht, werden noch vergrößert, wenn die Wassermassen wieder abfließen. Die Gipfelhöhe eines Tsunami hat nur bedingte Aussagekraft über seine Zerstörungskraft. Gerade bei niedrigen Landhöhen kann auch eine niedrige Wellenhöhe von nur wenigen Metern ähnliche Zerstörungen wie ein großer Tsunami mit über 31 Metern anrichten.
In den letzten zehn Jahren wurden weltweit 82 Tsunamis registriert, wobei zehn von ihnen zusammen mehr als 4000 Menschenleben kosteten. Am 26. Dezember 2004 wurden durch den wohl bisher größten Tsunami in Südostasien mindestens 328.000 Menschen getötet. Ausgelöst wurde die Welle durch eines der stärksten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen. Die verheerende Wirkung beruhte hier vor allem auf dem großen Wasservolumen, das pro Kilometer Küstenlinie auf das Land traf, während die Wellenhöhe mit zumeist nur wenigen Metern vergleichsweise niedrig war.
Gefahrenzonen
Die häufigsten Tsunamis entstehen am westlichen und nördlichen Rand der pazifischen Platte, | | |