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Bangor (Nordirland)Bangor (irisch Beannchar) ist eine Stadt mit 52.000 Einwohnern in Nordirland, County Down, Bezirk North Down.
Bangor ist die viertgrößte Stadt der Provinz nach Belfast, Lisburn und Londonderry. Die Stadt liegt ca. 20 km östlich der Hauptstadt malerisch in Nordlage an der Bucht von Belfast (engl. Belfast Lough) und ist mit der Eisenbahn gut erreichbar.
Geschichte
Im 6. Jahrhundert, vermutlich im Jahre 559, wurde an dem Ort die Abtei Bangor gegründet. Bekannt wurde diese, weil in ihr Missionare, wie der heilige Columban ausgebildet wurden. Der erste Abt war der heilige Comgall, unter dessen Leitung bis zu 3000 Mönche den Weg ins Kloster fanden. Viele Neugründungen nahmen hier ihren Ursprung. Im Kloster entstand auch das Antiphonarium Benchorense, von dem eine Kopie im örtlichen Museum (engl. heritage centre) zu sehen ist.
Im Jahr 824 überfielen und plünderten dänische Wikinger die Abtei und raubten den Schreinen des heiligen Klostergründers. Erst ab dem Jahr 1123 blühte unter dem heiligen Abt Malachias die Abtei für kurze Zeit wieder auf. Später zogen Franziskaner und Augustiner in die Gebäude, die alte Blüte wurde jedoch nicht mehr erreicht. Unter englischer Herrschaft kam das klösterliche Leben ganz zum Erliegen.
Sehenswert
sind u.a. der große Yachthafen, das Schloss mit dem dazugehörigen Schlosspark und das Old Custom House.
In Bangor beginnt auch der Coastal Pathway, ein landschaftlich wunderschöner, kleiner, geteerter Pfad, der an der Kueste entlang fuehrt und in Holywood endet.
Berühmte Personen
- David Trimble, Vorsitzender der Ulster Unionist Party
- Eddie Irvine, Formel 1-Fahrer
Weblinks
- [http://www.bangor-local.com/ lokale Website Bangor]
- [http://www.northdown.gov.uk Bezirk North Down]
Kategorie:Ort in Nordirland
Irische Sprache
Die irische Sprache (irisch Gaeilge oder Gaoluinn, auch Gaeilge na hÉireann, „irisches Gälisch“, nach der bis 1948 geltenden Orthographie meist Gaedhilge) ist eine der drei goidelischen oder gälischen Sprachen. Zu diesen zählen auch das Schottisch-Gälische und das Manx (die Sprache der Insel Man). Sie zählt zum inselkeltischen Zweig der keltischen Sprachen.
Laut irischsprachiger Fassung des 8. Verfassungsartikels ist sie „die Hauptamtssprache“ (an phríomhtheanga oifigiúil) der Republik Irland, „da [sie] die nationale Sprache ist“. Seit dem 13. Juni 2005 ist Irisch auch Amtssprache der Europäischen Union.[http://ue.eu.int/cms3_applications/Applications/newsRoom/LoadDocument.asp?directory=fr/gena/&filename=85195.pdf]
Bisweilen wird sie im Deutschen als Gälisch und im Englischen als Gaelic bezeichnet, aber diese Benennungen werden von manchen Iren als abwertend empfunden. Zudem wird insbesondere in England und Schottland unter „Gaelic“ meist das Schottisch-Gälische verstanden (gängige Unterscheidung im gesprochenen Englisch: /ge:lik/ für das Irische, /ga:lik/ für das Schottisch-Gälische). Andererseits bezeichnen viele Iren die in Irland gesprochenen englischen Dialekte (Hiberno-Englisch) als Irish, auch das Schottisch-Gälische wurde früher mit dieser Bezeichnung belegt. Es ist also nur aus dem Zusammenhang eindeutig zu entnehmen, welche Sprache mit „Gälisch“ oder mit „Irisch“ gemeint ist.
Der Language Code ist ga bzw. gai oder
iri (nach ISO 639); sga bezeichnet
Altirisch (bis ca. 900) und mga Mittelirisch (900–1200).
Textproben
Beide Textausschnitte basieren auf Feldaufnahmen aus den 30er oder 40er Jahren aus West Cork. Die Transkriptionen wurden von Brian Ó Cuív vorgenommen und 1947 veröffentlicht (in The Irish of West Muskerry. A Phonetic Study, Dublin).
Vaterunser
Transkription des Irischen (Dialekt von Coolea)
- Ar n-Athair atá ar neamh go naomhuighthear t'ainm, go dtagaidh do ríoghdhacht, go ndéintear do thoil ar an dtalamh mar a déintear ar neamh.
Aussprache
- /ɑ:r nahir´ ətɑ: er n´av gə ne:'vi:hər tan´im´, gə dɑgig´ də ri:xt, gə n´e:n´tər də hol´ er´ ə daləv mɑr ə d´e:n´tər er n´av./
Deutsche Interlinearübersetzung
- Unser Vater der-ist auf Himmel dass sei-geheiligt dein-Name, dass werde-kommen dein Reich, dass werde-gemacht dein Wille auf der Erde wie welches werde-gemacht auf Himmel.
Heutiges Standardirisch
- Ár nAthair atá ar neamh go naomhaítear d'ainm, go dtaga do ríocht, go ndéantar do thoil ar an talamh mar a dhéantar ar neamh.
Sprichwort
Transkription des Irischen (Dialekt von Coolea und heutiger Standard)
- Is maith í comhairle an droch-chomhairligh.
Aussprache
- /is mɑh i: ko:rl´i: ən dro'xo:rlig´./
Deutsche Übersetzung
- Ist gut sie Rat des schlecht-Beraters. = Gut ist der Rat eines schlechten Beraters. (comhairle, „Rat“, ist weiblich)
Geschichte
Die Anfänge der irischen Sprache liegen zu großen Teilen im Dunkeln. Zwar ist das Irische unbestritten eine keltische Sprache, doch sind der Weg und die Zeit, auf dem bzw. zu der es nach Irland kam, heftig umstritten. Es ist lediglich sicher, dass zur Zeit der Ogam-Inschriften (also ab spätestens dem 4. Jahrhundert) in Irland Irisch gesprochen wurde. Diese früheste Sprachstufe wird als archaisches Irisch bezeichnet. Die Sprachprozesse, die sich prägend auf das Altirische auswirkten, d. h. Apokope, Synkope und Palatalisierung, entwickelten sich in dieser Zeit.
Gemeinhin wird davon ausgegangen, dass das Irische die zuvor in Irland gesprochene Sprache (von der keinerlei direkte Spuren erhalten sind, die im Irischen aber als Substrat nachzuweisen ist) nach und nach abgelöst hat und dann bis zur Annahme des Christentums im 4. und 5. Jahrhundert die alleinige Sprache auf der Insel war. Kontakte zum romanisierten Britannien sind nachweisbar. Aus dieser Periode stammen etliche lateinische Lehnwörter im Irischen, in denen die meist die regionale Aussprache des Lateinischen in Britannien nachgewiesen werden kann. Weitere Wörter sind zur Zeit des Altirischen (600–900) mit den rückkehrenden perigrini nach Irland gekommen. Das waren irische und schottische Mönche, die auf dem Kontinent meist missionierten und klösterliche Gelehrsamkeit betrieben. Das sehr flexionsreiche Altirische weist in seiner schriftlichen Form einen hohen Grad an Standardisierung und Dialektlosigkeit auf.
Seit den Einfällen der Wikinger ab Ende des 8. Jahrhunderts muss sich das Irische die Insel mit anderen Sprachen teilen, vorerst jedoch nur in geringem Umfang. Die Skandinavier assimilierten sich nach den anfänglichen Raubzügen und Brandschatzungen zwar in einem Maße, das noch immer umstritten ist, sie ließen sich vor allem in den Küstenstädten als Händler nieder, hinterließen jedoch sehr wenige direkte Spuren in der irischen Sprache. Die Anzahl der skandinavischen Lehnwörter liegt bei etwa 60. Die sozialen und politischen Unruhen dieser Zeit werden jedoch als hauptverantwortlich für den Übergang vom weitgehend standardisierten Altirischen zum grammatisch wesentlich diversifizierteren Mittelirischen (900–1200) angesehen. Dies schlug sich unter anderem in der Vereinfachung der Flexionsformen (v. a. bei den Verben), dem Verlust des Neutrums, der Neutralisierung unbetonter Kurzvokale und der sehr uneinheitlichen Rechtschreibung nieder.
Entscheidender und nachhaltiger war der Einfall der Normannen ab 1169. Nicht zufällig spricht man ab etwa 1200 vom Frühneuirischen oder Klassischen Irisch (bis ca. 1600). Trotz der Unruhen zu Anfang des Zeitraums und der fortgesetzten Anwesenheit der Normannen im Lande ist diese Periode von sprachlicher Stabilität und literarischem Reichtum gekennzeichnet.
Zwar teilten die normannischen Adligen die Insel unter sich und einigen wenigen einheimischen Herrschern auf, doch gelang es ihnen lange Zeit nicht, die Insel vollständig zu erobern oder kulturell zu assimilieren. Vor allem die Randgebiete im Westen und Norden waren zwar meist tributpflichtig, aber politisch und kulturell weitgehend unabhängig. Das Englische als Sprache hatte sich nur um Dublin ("The Pale") und Wexford durchgesetzt. Auch die Statutes of Kilkenny (1366), die englischstämmigen Siedlern den Gebrauch des Irischen verboten, blieben weitgehend wirkungslos. Allein der Umstand, dass sie eingeführt werden mussten, ist für die damalige Sprachsituation bezeichnend. Viele der ursprünglich normannischen oder englischen Familien übernahmen die kulturellen Gepflogenheiten des Landes teilweise oder vollständig.
Die planmäßigen Ansiedlungen englischer und schottischer Farmer in Teilen Irlands im 16. und 17. Jahrhundert änderten die Situation erst einmal nicht wesentlich. Die Unterschichten sprachen meist Irisch, die Oberschichten Englisch oder Irisch. In dieser Zeit begann jedoch wahrscheinlich der prozentuale Anteil der Irischsprecher an der Gesamtbevölkerung langsam zu schrumpfen. Die Vertreibung der Reste des irisch-gälischen Adels 1607 (Flight of the Earls) enthob die Sprache dann jedoch völlig ihrer Verwurzelung in den Oberschichten. Sprachgeschichtlich ist hier der Beginn des Neuirischen oder modernen Irischen anzusetzen.
Der entscheidendste Faktor für den Rückgang der Sprache war jedoch die fortschreitende Industrialisierung ab dem späten 18. Jahrhundert. Hunger war auf dem Lande verbreitet und gelegentlich katastrophal. Wer etwas erreichen oder in manchen Fällen auch nur überleben wollte, musste in die Städte abwandern – und Englisch sprechen. Das Irische wurde zumindest im öffentlichen Bewusstsein zur Sprache der Armen, der Bauern, Fischer, Landstreicher. Nach und nach schlug diese Entwicklung auf die ländlichen Gebiete zurück. Die Sprache wurde nun zunehmend vom Englischen
verdrängt. Wiederbelebungsmaßnahmen ab dem späten 19. Jahrhundert und vor allem ab der Unabhängigkeit Irlands 1922 sowie die Förderung des sozialen Status des Irischen konnten die Entwicklung nicht aufhalten, geschweige denn umkehren. Allerdings ist festzuhalten, dass im Gegensatz zu den schnell sinkenden Zahlen der Muttersprachler die Zahl der Iren mit Irisch als aktiver oder passiver Zweitsprache stark angestiegen ist. Vor allem in den Städten finden sich größere Zahlen von Englischsprechern, die das Irische gut beherrschen und zum Teil auch gebrauchen. Zu den auf die Sprachsituation wirkenden Negativfaktoren des 20. und 21. Jahrhunderts zählen vor allem die zunehmende Mobilität der Menschen, die Rolle der Massenmedien und zum Teil fehlende enge soziale Netzwerke (fast alle Irischsprecher leben in engem Kontakt mit Englischsprechern). Heute wird nur noch in kleinen Teilen Irlands täglich Irisch gesprochen. Diese meist über die Nordwest-, West- und Südküste der Insel verstreuten Fleckchen werden zusammenfassend Gaeltacht (auch einzeln so; Pl. Gaeltachtaí) genannt.
1835 wurde die Zahl der Irisch sprechenden Menschen auf etwa vier Mio. geschätzt. Der erste landesweite Zensus wurde allerdings erst 1841 durchgeführt, noch ohne Frage zu Irischkenntnissen (diese ab 1851). Bis 1891 hatte sich die Zahl der Irisch sprechenden Menschen auf etwa 680.000 reduziert, aber nur 3 % der Kinder im Alter von drei bis vier Jahren sprachen Irisch. Der irische Zensus von 2002 ergab 1,54 Millionen Menschen (43 % der Bevölkerung), die behaupten, Irisch zu können. Davon sind höchstens 70.000 Muttersprachler, von denen nicht alle täglich und in allen Alltagssituationen Irisch sprechen. Häufig wird in Gegenwart Fremder oder auch gegenüber Kindern sofort ins Englische gewechselt. Kinder sollen auch in den Gaeltachtaí nach dem Willen der Eltern oft erst einmal Englisch lernen: „Irisch lernen können sie ja dann immer noch“ ist eine häufig gehörte Wendung. Der so entstehende zahlenmäßige Gegensatz zwischen Muttersprachlern und Personen, die eine Sprache als Erstsprache sprechen, ist für viele kleine Sprachen typisch. Praktisch alle Sprecher sind heute bilingual mit Englisch aufgewachsen.
Irisch in der Öffentlichkeit
Das Irische ist auch heute in ganz Irland anzutreffen. Orts- und Straßenschilder beispielsweise sind auf der gesamten Insel nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Irisch beschrieben. In West Connemara gibt es einige Gegenden, in denen Orientierungshilfen dieser Art nur auf Irisch ausgezeichnet sind. Das gleiche gilt für Gedenktafeln und offizielle Dokumente. Andere Schilder, z. B. an Restaurants, sind dagegen fast nur auf Englisch ausgezeichnet.
„Auf der Straße“ ist jedoch das gesprochene Irisch außerhalb der Gaeltacht selten zu hören. Bisweilen hört man vor allem ältere Leute in Städten wie Galway oder Dublin Irisch sprechen. An den Universitäten ist es an einigen Fakultäten, vor allem denen für das Irische bzw. für keltische Sprachen und Kultur, üblich, sich des Irischen zu bedienen. An der NUIG (National University of Ireland, Galway) wird beispielsweise an den entsprechenden Fachbereichen auch unter Studenten relativ wenig Englisch gesprochen, ebenso wie an den privaten Gaeltacht Schools, an denen nicht in der Gaeltacht aufgewachsene Jugendliche ihre Irischkentnisse verbessern können.
An allen staatlichen Schulen des Landes ist Irisch Pflichtfach, während der restliche Unterricht meist auf Englisch stattfindet. Es gibt jedoch nicht wenige Schulen, an denen ausgewählte andere Fächer ebenfalls durch das Irische vermittelt werden. Vor allem auf Druck von Eltern hin wurden in den 70er Jahren die obligatorischen Schulabgangsprüfungen für das Irische abgeschafft. Schüler müssen daher seit Jahrzehnten zwar Irisch lernen, ihre Kenntnisse aber selten ernsthaft nachweisen. Viele Jugendliche empfinden das Erlernen der irischen Sprache in der Schule, das überwiegend aus Gründen der Tradition und der Identitätsbewahrung stattfindet, als „lästig“ und antiquiert, da Irisch im Gegensatz z. B. zu Englisch, Deutsch oder Französisch im internationalen Geschäftsverkehr kaum oder nicht genutzt werden kann.
Schwer einzuschätzen ist die tatsächliche Verwendung des Irischen in der gebildeten urbanen Mittelschicht. Zwar sind gute bis sehr gute Irischkenntnisse in dieser Bevölkerungsgruppe verhältnismäßig weit verbreitet, doch scheinen diese sich weitgehend auf den passiven und/oder familiären Gebrauch zu beschränken. In Unternehmen und Ämtern sowie in informellen Gesprächen „auf der Straße“ wird die Sprache jedenfalls kaum verwendet. Anders ist dies bei Gesprächen unter universitätsnahen Personen, Personen, die an Bildungs- und Forschungseinrichtungen tätig sind, sowie Künstlern wie z. B. Schriftstellern. Diese nutzen häufig die (relativ seltene) Gelegenheit, sich mit anderen des Irischen mächtigen Kollegen oder Freunden auf Irisch auszutauschen. In der Öffentlichkeit spielt diese Art von Konversation jedoch aus nahe liegenden Gründen eine geringe Rolle, das öffentliche Leben (Fernsehen, Zeitungen) findet meist selbstverständlich auf Englisch statt.
Es gibt jedoch verschiedene Clubs und in Dublin ein Café, in dem nur Irisch gesprochen wird. Außerdem gibt es mehrere irischsprachige Radiosender (Raidió na Gaeltachta (staatlich), Raidió na Life (privat, Dublin)), einen irischsprachigen Fernsehsender (Teilifís na Gaeilge) sowie einige irischsprachige Zeitschriften. Auch im englischsprachigen Radio, Fernsehen und in Zeitungen tauchen immer wieder irische Ausdrücke auf. Einige staatliche und öffentliche Institutionen haben ausschließlich irischsprachige Bezeichnungen oder solche, die neben der englischen Form häufig verwendet werden:
- Landesname Éire (neben Ireland, häufig poetisch oder liebevoll gemeint)
- Parlament An tOireachtas („die Versammlung“) offiziell nur irisch gebraucht
- Oberhaus Seanad Éireann („Senat Irlands“) offiziell nur irisch gebraucht
- Unterhaus Dáil Éireann („Zusammenkunft Irlands“) offiziell nur irisch gebraucht
- Premierminister An Taoiseach („Der Erste“, „Der Anführer“) im inneririschen Gebrauch nur irisch
- Vize des Premierministers An Tánaiste („Der Zweite“) im inneririschen Gebrauch nur irisch
- Parlamentsmitglied Teachta Dála („Mitglied der Zusammenkunft“) fast nur irisch gebraucht (Titel T.D. dem Namen nachgestellt)
- alle Ministerien Roinn + jeweiliger Zuständigkeitsbereich im Genitiv („Abteilung der/des…“) meist englisch gebraucht
- Post An Post („Die Post“) offiziell nur irisch gebraucht
- Busgesellschaft Bus Éireann („Bus Irlands“) nur irisch gebraucht
- Eisenbahngesellschaft Iarnród Éireann („Eisenbahn Irlands“) nur irisch gebraucht
- Radio- und Fernsehstation Radio Telefís Éireann (RTÉ, „Radio Fernsehen Irlands“) nur irisch gebraucht
- Telekom früher Telecom Éireann („Telekom Irlands“) offiziell nur irisch gebraucht, mittlerweile privatisiert, nun „Eircom“ genannt
- Entwicklungsförderungsgesellschaft für die Gaeltacht Údarás na Gaeltachta („Behörde der Gaeltacht“) nur irisch gebraucht
- usw.
Außerdem müssen alle Gesetzestexte in einer irischsprachigen Fassung veröffentlicht werden, deren Wortlaut in Zweifelsfällen verbindlich ist. In der Praxis wird dies jedoch nicht immer so gehandhabt. Meist wird nur der englische Text für Entscheidungen hinzugezogen, zudem wird die irischsprachige Fassung bisweilen erst später veröffentlicht.
Im Vergleich zur Sprecherzahl gibt es eine recht rege irischsprachige Literatur. Es gibt verschiedene Literaturfestivals und Literaturpreise. In den meisten Buchläden sind irischsprachige Bücher zu finden, oft jedoch in kleinen, recht abgelegenen Ecken.
Letztlich wird vor allem in von Touristen frequentierten Läden eine Unmenge an Stickern, Aufnähern, Tassen und ähnlichen Souvenirs angeboten, auf denen oft auch Schriftzüge in irischer Sprache zu lesen sind. Dabei reicht die Palette etwa von Erin go bráth („Irland für immer“) bis Póg mo thóin („Leck (küss) mich am Arsch“). Diese oberflächliche Art der Identitätsbezeigung wird ebenso wie das zusammenhanglose Benennen und Beschriften von Läden, Konsumartikeln usw. auf Irisch als Token Irish bezeichnet.
- Radio-Streaming im Internet: [http://www.rte.ie/rnag/] > Eist/Listen live
Dialekte
Als Mutter- bzw. Erstsprache existiert das Irische nur in Form von Dialekten, nicht als Standardsprache. Es werden die Dialekte von Munster, Connacht und Ulster unterschieden. Diese können in zahlreiche, geographisch meist voneinander getrennte, Unterdialekte gegliedert werden. Eine solche Unterteilung könnte so aussehen:
Munster:
- An Rinn / Ring (Co. Waterford)
- Baile Bhuirne / Ballyvourney (Co. Cork) einzige existente Gaeltacht, die nicht am Meer liegt!
- Oileán Cléire / Clear Island (Co. Cork)
- Uíbh Rathaigh / Iveragh (Co. Kerry)
- Corca Dhuibhne / Dingle (Co. Kerry)
Connacht:
- Oileáin Árainn / Aran Islands (Co. Galway)
- Cois Fharraige / West Galway (Co. Galway)
- Iar-Chonamara (Ceantar na nOileán) / West Connemara (Co. Galway)
- Dúiche Sheoigheach / Joyce Country (Co. Galway)
- Túir Mhic Éadaigh / Tourmakeedy (Co. Mayo)
- Iorras / Erris (Co. Mayo)
- Oileán Acla / Achill Island (Co. Mayo)
Ulster:
- Tír Chonaill Dheas / South Donegal (Co. Donegal)
- Tír Chonaill Mheán / Mid Donegal (Co. Donegal)
- Tír Chonaill Thuaidh / Nord Donegal (Co. Donegal)
Diese Einzeldialekte zerfallen dann weiter in noch kleinere Einheiten, vor allem in Donegal, wo die hier angegebenen irischsprachigen Bezeichnungen nicht unbedingt üblich sind, meist wird gleich der eigentliche Ort (z. B. Téilinn) oder die entsprechende Halbinsel oder Insel (z. B. Toraigh) genannt. Die meisten dieser Gaeltachtaí verfügen in absoluten Zahlen über nur wenige hundert Irischsprecher, auch relativ gesehen liegt ihr Anteil in vielen Orten unter 50 %.
Abgesehen von den oben angegebenen Gebieten gibt es seit den 1950er Jahren noch zwei winzig kleine Pockets in der Grafschaft Meath nordwestlich von Dublin (Rath Cairne und Baile Ghib), die vor allem Versuchszwecken dienten: Können sich Gaeltachtaí in der Nähe einer Stadt wie Dublin halten? Dazu wurden dort Irischsprecher aus Connemara angesiedelt und finanziell unterstützt, doch es kam weder zur Ausprägung eines eigenen Dialekts noch haben diese beiden winzigen Pockets gute Überlebenschancen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es weitere Gebiete mit größerer Anzahl von Irischsprechern, u. a. in den Gleannta na hAontroma/Glens of Antrim (Co. Antrim), Béal Feirste Thiar/West Belfast, Ard Mhacha Dheas/South Armagh, und Doire/Derry City (in Nordirland) sowie in der Grafschaft Clare.
Neben den Sprechern in der Gaeltacht beherrschen jedoch fast alle Iren zumindest etwas Irisch, da es Pflichtfach an den Schulen ist. Vor allem in den Städten Dublin, Cork und Galway gibt es größere Sprecherzahlen, meist Menschen aus den gebildeteren Schichten. Diese sprechen jedoch meist das auf staatliche Initiative hin erarbeitete und unterrichtete Standardirisch (An Caighdeán Oifigiúil, offiziell gültig seit 1948) oder den jeweils in einer Gaeltacht erlernten Dialekt. Nur das Belfaster Irisch konnte einen eigenen Dialekt entwickeln, der sich mit der Zeit wiederum auf das Donegal-Irische ausgewirkt hat.
Die einzelnen Dialekte unterscheiden sich sprachlich in vielerlei Hinsicht:
- Wortakzent
- in Munster und mit starken Einschränkungen in South Connemara gibt es nicht nur die übliche Anfangsbetonung
- sog. „schwere“ Silben (mit Langvokal oder -ach(t)-) werden i. A. bis zur 3. Silbe betont (salach („schmutzig“) /sƏ'lax/; bradán („Lachs“) /brƏ'da:n/; amadán („Trottel“) /ƏmƏ'da:n/)
- Lexik
- „ansehen“, „gucken“: Munster féach, Connemara breathnú, Donegal amharc
- „wann?“: Munster cathain?, Connemara cén t-am?, Donegal cá huair?
- Syntax
- „Ich bin Übersetzer“:
- Standard Is aistritheoir mé (Bin Übersetzer ich)
- Munster (meist) Aistritheoir is ea mé (Übersetzer ist es ich)
- Connemara (häufig) Tá mé i m'aistritheoir (Bin ich in meinem Übersetzer)
- Donegal (häufig) Aistritheoir atá ionam (Übersetzer ist in-mir)
- Morphologie
- allgemeine Tendenz: je weiter nach Süden, desto häufiger werden statt analytischer Verbformen synthetische gebraucht: „ich werde trinken“ – ólfaidh mé vs. ólfad; „sie aßen“ – d'ith siad vs. d'itheadar
- in Munster sind noch Reste des Dativs gebräuchlich (v. a. in Kerry regulär die Dativ-Plural-Endung -(a)ibh anderswo ist der Dativ nur in wenigen festen Redewendungen geblieben
- Phonologie und Phonetik
- unterschiedliche Aussprache einzelner Lautgruppen: z. B.
- Donegal, Mayo und Teile Connemaras Zusammenfall der Endungen -(e)amh und -(e)abh mit -(e)adh und -(e)agh als /-u/
- Süd-Connemara und Munster: -(e)amh und -(e)abh > /-Əv/; -(e)adh und -(e)agh > /-Ə/, teils /-Əg/
- Grad der Palatalisierung von Konsonanten:
- Donegal Realisierung oft durch Affrikaten (palatalisiertes /d´/ als Affrikate dsch)
- Kerry z. T. nur durch andere Artikulationsstelle (alveolar im Gegensatz zum dentalen nicht-palatalisierten /d/)
- Gebrauch von Gleitlauten
- sehr stark in Munster ausgeprägt; vor allem wohl durch schwierige akustische Unterscheidbarkeit palatalisierter und nicht-palatalisierter Konsonanten bedingt
- die aus dem Altirischen ererbten „gespannten“ Konsonanten /L/ und /N/ sowie deren palatalisierte Entsprechungen /L´/ und /N´/ werden im Süden meist durch Diphthongisierung des vorangehenden Vokals oder den Gebrauch des velaren Nasals (/ŋ/) ersetzt ceann („Kopf“):
- Donegal /k´aN/ (kurzer Vokal, gespanntes N)
- Connemara /k´a:N/ (langer Vokal, gespanntes N)
- West Cork (Munster) /k´aun/ (Diphthong, ungespanntes n)
- der Genitiv (cinn) entsprechend /k´iN´/, /k´i:N´/ bzw. /k´i:ŋ´/
Schrift
Das Irische wird heute mit lateinischen Buchstaben geschrieben (Cló Rómhánach). Früher wurde jedoch ein eigener, aus lateinischen Majuskeln abgeleiteter Schrifttyp verwendet (Cló Gaelach). Bis der ersten Mitte des 20. Jahrhunderts wurden irischsprachige Bücher und andere Schriftstücke häufig in diesem älteren Schriftsatz gedruckt. Heute wird dieser nur noch für dekorative Zwecke gebraucht wird. Weiteres unter Irische Schrift.
Noch wesentlich älter ist die so genannte Ogam-Schrift. Dies wurde etwa vom 3. bis 6. Jahrhundert n. Chr. eingesetzt, eine sichere absolute Datierung ist jedoch nicht möglich. Ogam ist ein an die verwendeten Schreibutensilien angepasster „Code“ des lateinischen Alphabets, in dem die Buchstaben durch Gruppen von 1–5 Kerben (Konsonanten) oder Punkten (Vokale) bezeichnet wurden. Die Ogam-Schrift ist nur auf Steinkanten erhalten, wahrscheinlich wurde jedoch auch auf Holz geschrieben.
Schreibung und Alphabet
In der irischen Orthographie werden fünf kurze Vokale (a, e, i, o, u) und fünf lange Vokale (á, é, í, ó, ú) geschrieben:
Vokal
Weiterhin werden 13 Konsonanten (b, c, d, f, g, h, l, m, n, p, r, s, t) verwendet; die restlichen im lateinischen Alphabet vorkommenden Konsonanten (j, k, q, v, w, x, y, z) treten nur in Fremd- und Lehnwörtern auf (z. B. jíp „Jeep“; jab „Job“; x-ghathú „Röntgen(aufnahme)“, von engl. x-ray)).
Lehnwörtern
Eine besondere Rolle nimmt der Buchstabe h ein, der einzeln nur in Fremd- oder Lehnwörtern (z. B. hata "Hut") vorkommt. Er dient weiterhin als Vorschlag vor Vokalen in bestimmten syntaktischen Umgebungen, z. B. álainn (Adjektiv „schön“) vs. go hálainn (Adverb „schön“). Darüber hinaus wird durch ein nachgestelltes h die sog. Lenition im Schriftbild gekennzeichnet (von lat. lenire = „lindern“, „weich machen“; also etwa „Aufweichung“). Die Lenition gehört zu den für die inselkeltischen Sprachen typischen Anlautmutationen. Im Cló Gaelach wurden diese lenierten (auch: lenisierten) Konsonanten durch einen Punkt über dem betreffenden Konsonanten gekennzeichnet:
Konsonant
Das irische Alphabet lautet: a, b, c, d, e, f, g, h, i, l, m, n, o, p, r, s, t, u.
Aussprache
Die Aussprache des Irischen stellt, ähnlich wie beim Schottisch-Gälischen, eine Wissenschaft für sich dar. Das erste Problem besteht darin, dass die Standardaussprache zum Teil erheblich von den Dialekten abweicht, Muttersprachler sich jedoch äußerst selten des Standards bedienen. Auch Sprecher in Rundfunk, Fernsehen usw. bedienen sich meist eines dialektal gefärbten Standards oder standardisierter Dialekte. Das zweite Problem besteht darin, dass die Dialekte selbst voneinander sehr stark abweichen und zudem viele Unregelmäßigkeiten aufweisen. Die Standardaussprache ist jedoch mit Hilfe sehr vieler Regeln gut zu erlernen, da es im Vergleich zum Englischen beispielsweise relativ wenige Ausnahmen gibt. Diese Regeln hier im einzelnen zu beschreiben, würde einen Extraartikel einnehmen.
Die oberste Regel besteht darin, dass die Aussprache eines Buchstaben oder einer Buchstabengruppe immer von den benachbarten Buchstaben abhängt. Lediglich die mit einem Längenzeichen (síneadh fada oder kurz fada) markierten Langvokale werden stets so ausgesprochen, wie sie geschrieben werden.
Grundsätzlich gibt es sämtliche Konsonanten (mit Ausnahme des „h“ in den meisten Dialekten) als Phonempaar, nämlich als palatale und als nicht-palatale Variante. Im Schriftbild sind diese unbedingt zu unterscheidenden Varianten leicht zu erkennen: Auf beiden Seiten palatalisierter Konsonanten(gruppen) stehen ausschließlich oder , bei nicht-palatalen Konsonanten(gruppen) , oder . Es gibt nur wenige Ausnahmen, deren Aussprache gelernt werden muss. Bei der Palatalisierung selbst wird die Zunge angehoben und deren vordere Teil an den Gaumen gelegt. Zudem werden häufig die Lippen gespreizt.
In der Orthographie des Irischen fällt das häufige Vorkommen das Buchstaben „h“ auf. Ein hinter Konsonanten stehendes h dient der Kennzeichnung der Lenition. Dabei handelt es sich um eine der für die inselkeltischen Sprachen typischen Anlautmutationen. Es sind sprachhistorisch bedingte phonologische Erscheinungen, die jedoch mit dem Endungswegfall im Altirischen (vor der Mitte des 7. Jahrhunderts) weitgehend grammatikalisiert wurden. Jeder lenierte Konsonant wird anders als sein unleniertes Pendant gesprochen. Die Mutationssysteme aller inselkeltischen Sprachen bilden jedoch logisch aufgebaute und in sich geschlossene Systeme.
In der Wortmitte tendieren lenierten Laute jedoch dazu, mit den umgebenden Vokalen zu Langvokalen oder Diphthongen zu verschmelzen. Dies gilt insbesondere für das Munster-Irische.
Konsonantengruppen wie , , , , , und weisen fast immer auf Nasalisierungen hin. Diese zählen ebenfalls zu den Anlautmutationen. In diesen Gruppen wird meist nur der erste Buchstabe gesprochen.
Die Aussprache kurzer Vokale lässt sich nur aus der lautlichen Umgebung bestimmen und ist kaum sinnvoll zusammenzufassen.
Grammatik
Das Irische ist eine stark flektierende Sprache, im Laufe seiner Entwicklung wurden jedoch viele synthetische Formen durch analytische Bildungen ersetzt.
- Satzstellung: Verb-Subjekt-Objekt (im Deutschen: Subjekt-Verb-Objekt in Hauptsätzen)
- Beispiel: Rinne mé an obair. (wörtl. „Machte ich die Arbeit.“ = „Ich machte die Arbeit.“). Dies ist ein Merkmal aller inselkeltischen Sprachen (des Bretonischen mit Einschränkung).
- Alle semantisch eigenständigen Satzglieder können durch Satzumbau jedoch nach vorne gestellt werden, um den Fokus des Satzes zu ändern.
- Beispiel: neutral Rinne mé an obair leis an athair inné. wörtl. „Machte ich die Arbeit mit dem Vater gestern.“ = „Ich machte gestern die Arbeit mit dem Vater.“
- Umstellungsmöglichkeiten:
- An obair a rinne mé leis an athair inné. („die Arbeit“ im Fokus)
- Mise a rinne an obair leis an athair inné. („ich“ im Fokus)
- (Is) leis an athair a rinne mé an obair inné. („mit dem Vater“ im Fokus)
- Inné a rinne mé an obair leis an athair. („gestern“ im Fokus).
- Direkte Pronominalobjekte stehen gewöhnlich am Satzende.
- Beispiel: Chonaic mé an fear ar an tsráid. wörtl.: „Sah ich den Mann auf der Straße.“ = „Ich sah den Mann auf der Straße.“
- dagegen: Chonaic mé ar an tsráid é. wörtl.: „Sah ich auf der Straße ihn.“ = „Ich sah ihn auf der Straße.“
- Anlautmutationen: Lenition und Nasalisierung (oder Eklipse) waren ursprünglich (vor dem Altirischen) rein phonologische Erscheinungen, die erst mit dem Wegfall der Endungen im archaischen Irisch (vor ca. 600 n. Chr.) grammatisch relevante Bedeutung annahmen. Heute dienen sie der Kennzeichnung von so unterschiedlichen Funktionen wie Besitz (Possessivpronomina), Unterscheidung Präteritum/Imperativ, Markierung von Präpositionalobjekten, Markierung des grammatischen Geschlechts, Markierung von direkten und indirekten Nebensätzen usw.
- Beispiel: capall /'kapƏl/ „Pferd“ wird zu mo chapall /mƏ 'xapƏl/ „mein Pferd“ (Lenition) oder zu ár gcapall /ar 'gapƏl/ „unser Pferd“ (Eklipse)
- Verbformen: Es gibt fünf Zeitformen: Präsens, Präteritum (einfache Vergangenheit), Imperfekt (wiederholte Vergangenheit), Futur und Konditional.
- Das Konditional besitzt zwar einen stark modalen Aspekt, wird jedoch innerhalb der Paradigmen der Zeitformen gebildet und daher zu diesen gerechnet. Weiterhin gibt es den Konjunktiv, den Imperativ, Partizipien sowie Verbalnomen (etwa vergleichbar mit den deutschen substantivierten Verben, jedoch in der Grammatik weitaus wichtiger als diese und mit stärker substantivischen Eigenschaften). Es gibt keinen Infinitiv.
- Beispiele für die Verbalflexion (Standardformen). Der unterschiedliche Gebrauch analytischer und synthetischer Verbformen in den Paradigmen ist gut zu erkennen:
Verb der Klasse 1 (einsilbiger Stamm) mit palatalem Auslaut: bris, „brechen“
Verb der Klasse 2 (mehrsilbiger Stamm) mit nicht-palatalem Auslaut: ceannaigh, „kaufen“
- Präpositionen: Viele einfache Präpositionen verschmelzen mit Personalpronomen zu sog. konjugierten Präpositionen. Die Bedeutung der konjugierten Präpostion ändert sich dann entsprechend: ar („auf“) zu „auf mir“, „auf dir“, „auf ihm“ oder „darauf“, „auf ihr“ usw.
- Substantive: Es gibt zwei grammatische Geschlechter, feminin und maskulin. Der Artikel lautet für beide an (Plural: na). Es werden jedoch nur feminine Substantive nach dem Artikel leniert.
- Die Nominalflexion ist seit längerem in der Auflösung begriffen. Während der Genitiv und der Vokativ noch recht lebendig sind, ist der Dativ fast vollständig verschwunden, der Akkusativ unterscheidet sich nur an einer einzigen Stelle vom Nominativ (und auch dies nicht bei allen Sprechern).
Literatur und Lehrbücher
- Thomas F. Caldas, Clemens Schleicher: Wörterbuch Irisch-Deutsch, Helmut Buske Verlag 1999, ISBN 3-87548-124-0
- Lars Kabel: Kauderwelsch, Irisch-Gälisch Wort für Wort, Reise Know-How Verlag 2002, ISBN 3-89416-281-3 (zu diesem Werk ist eine Aussprache-CD erhältlich)
- Mícheál Ó Siadhail: Lehrbuch der irischen Sprache, Helmut Buske Verlag 2004, ISBN 3-87548-348-0 (zu diesem Werk ist eine Aussprache-CD erhältlich)
- Martin Rockel: Grundzüge einer Geschichte der irischen Sprache, Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, ISBN 3-70011-530-X
Siehe auch
- Irische Familien
- Irischsprachige Literatur
- Irische Schrift
- Anlautmutationen
Weblinks
- [http://www.irelandman.de/go-irischkurs.htm Cúrsa Gaeilge: deutschsprachige Irisch-Kurs-Ausarbeitung]
- [http://www.braesicke.de/gram.htm Gramadach na Gaeilge = die irische Grammatik]
- [http://www.irishgaelictranslator.com Forum und Links zur irischen Sprache]
- [http://www.contemporarypoetry.com/brain/lang Ein englischsprachiger Kurs]
- [http://www.sprache-und-kultur.com/Irish/ Informationen zum Erlernen des Irischen]
Kategorie:Einzelsprache
ja:アイルランド語
simple:Irish
Nordirland
Nordirland ist ein Landesteil des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland. Es besteht aus dem größten Teil der historischen irischen Provinz Ulster im Norden Irlands.
Im Verhältnis zur Republik Irland ist Nordirland dichter bevölkert und hat mehr Industrie.
Geografie
Nordirland bildet die Fortsetzung des Landschaftsbildes in Nordengland und Südschottland nach Westen hin. Die Küstenlinie ist reich gegliedert. Das Klima ist - wie überall auf den Britischen Inseln - ozeanisch und wird vom Golfstrom beeinflusst.
Nordirland hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 130 km. Von Osten nach Westen sind es 180 km. Die Länge der nordirischen Küste ist etwa 500 km. Die Insel Rathlin im Nordosten gehört zu Nordirland.
Es gibt drei Höhenzüge: im Nordwesten die Sperrin Mountains, im Nordosten das Antrim Plateau, im Südosten die Mourne Mountains (852 m).
Wichtige Städte:
- Armagh
- Ballycastle, Ballyclare, Banbridge, Bangor, Belfast, Bushmills
- Carnmoney, Carrickfergus, Coleraine, Comber, Cookstown, Craigavon
- Derry, Donaghadee, Downpatrick,Dromore, County Down, Dundonald, Dungannon, Dungiven
- Enniskillen
- Glengormley
- Hillsborough
- Larne, Limavady, Lisburn, Lurgan
- Magherafelt
- Newcastle, Newry, Newtownards, Newtownstewart
- Omagh
- Portrush, Portstewart, Portaferry
- Strabane
- Warrenpoint
Wirtschaft
Nordirland war - wie die Republik Irland - von Auswanderung geprägt.
Größere Investitionen wurden aufgrund der ethnischen Spaltung und der politischen Unsicherheit kaum getätigt; das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bewegte sich 1991 auf 81 % des Durchschnitts im Vereinigten Königreich; die Arbeitslosigkeit war hoch.
Seit 1997 wird mehr investiert und die Wirtschaft wächst stärker. Seit 1999 erlebt das Land einen Anstieg beim Tourismus.
Verwaltung
1972 wurde das Nordirlandministerium (engl. Northern Ireland Office, Abk. NIO) in London geschaffen, das von einem Minister (engl. Secretary of State) geleitet wird. Heute (2005) ist dies Peter Hain. Das Ministerium ist verantwortlich für die Bereiche Justiz und Gefängniswesen (engl. criminal justice und prisons), Polizei (siehe unten), die Fürsorge für Opfer von politisch motivierten Verbrechen (engl. victims) sowie - seit dem 14. Oktober 2002, an dem die Regionalregierung direkt der Zentralregierung unterstellt wurde - die Rechtsaufsicht über die Behörden in Nordirland.
Wie auch in Wales und Schottland setzt die Regierug von Tony Blair ihre Politik der Dezentralisierung (engl. devolution) auch in Nordirland um und hat eine Regionalverwaltung geschaffen.
In Nordirland gibt es das Büro der Exekutive (engl. Office of the Minister and the Deputy Minister) sowie zehn Regional-Ministerien (engl. departments), nämlich für Landwirtschaft (engl. agriculture), für Kultur (engl. culture, arts and leisure), das Kultusministerium (engl. education), das Ministerium für Umweltschutz (engl. environment), für Finanzen (engl. finances and personnel), für Gesundheit (engl. health), für Wirtschaft (engl. enterprise, trade and investing), für Fortbildung (engl. employment and learning), für Regionalentwicklung (engl. regional development) sowie für Soziales (engl. social development). Der Vorteil dieser Konstruktion liegt darin, dass die Ministerien der Republik Irland ein Gegenüber nicht in London, sondern in Belfast haben und das allmähliche Zusammenwachsen Irlands so gefördert wird.
Bis 1972 war Nordirland in sechs Bezirke (engl. counties) gegliedert (durchschnittliche Einwohnerzahl: 260.000). Diese waren Antrim, Armagh, Down, Fermanagh, Londonderry und Tyrone. Seitdem gibt es 26 Landkreise (engl. districts) mit durchschnittlich 60.000 Einwohnern.
Geschichte
Landkreis
Siehe Hauptartikel: Geschichte Nordirlands, Nordirlandkonflikt
Die Teilung Irlands in die Republik Irland und Nordirland fand 1926 statt.
In der Folge wurde der katholische Bevölkerungsteil bei Jobs und Wohnungen benachteiligt. Die Gesellschaft teilte sich in meist katholische Republikaner oder Nationalisten (Ziel: Vereinigung mit der Republik Irland) und meist protestantische Unionisten oder Loyalisten (Ziel: Verbleiben unter britischer Regierung).
Politik
Die politischen Parteien spiegeln bis heute die ethnische Spaltung der Provinz wider; Democratic Unionist Party (DUP) und UUP (gemäßigt) treten für die protestantisch-pro-britisch-unionistische Seite an, Sinn Féin (SF) und SDLP (gemäßigt) für die katholisch-pro-irisch-nationalistische Seite. Die Alliance Party ist eine überkonfessionelle Partei.
Die Wahlen vom 26. November 2003 ergaben folgende Ergebnisse (in Prozent): DUP 26,1, UUP 23,0, Sinn Fein (SF) 24,0, SDLP 17,8.
Kirche
Anglikanische Kirche: Anders als in England besteht seit 1871 keine Staatskirche. Etwa 260.000 Menschen (13 % der Bevölkerung) rechnen sich zur anglikanischen Gemeinschaft, deren Erzbischof (Robert Eames) in Armagh residiert und auch für die etwa 70.000 Mitglieder in der Republik Irland zuständig ist.
Katholiken: Etwa 40 % der Nordiren bezeichnen sich als römisch-katholisch. Der Sitz des Primas von Irland (Sean Brady) befindet sich ebenfalls in Armagh. Auch der katholische Primas ist eine gesamtirische Institution.
Die größte protestantische Gemeinschaft bilden die Presbyterianer (u.a. Ian Paisley) mit etwa 20 %.
Daneben gibt es 3 % Methodisten.
Polizei
Die frühere Royal Ulster Constabulary (RUC) heißt seit 1999 Police Service of Northern Ireland (PSNI). Während sie bis 1998 fast ausschließlich aus unionistisch-protestantischen Beamten bestand, wurde sie 1999 um die Hälfte auf etwa 7000 Beamte verkleinert und soll bei Neueinstellungen zur Hälfte irisch-katholische Bewerber einstellen, um den sozialen Frieden gewährleisten zu können.
Tourismus
Police Service of Northern Ireland
Nordirland ist ein sicheres Reiseland; die Grenzkontrollen zwischen Nordirland und der Republik Irland sind zum Großteil entfallen.
Sehenswertes Naturdenkmal ist der Giant's Causeway (dt. Damm des Riesen), rund 40.000 Basaltsäulen am Meer, geschützt durch den National Trust, etwa 20 km westlich von Ballycastle an der Nordküste von Antrim. Weitere sehenswerte Gegenden und Landschaften sind:
- Die Berge von Mourne (engl. the Mountains of Mourne)
- Lough Neagh, größter See der Britischen Inseln
- Lough Erne
- Strangford Lough
- Carlingford Lough
- Die Antrim-Täler (engl. the Glens of Antrim)
- Das Seenland von Fermanagh (engl. the Fermanagh Lakeland)
- Die Sperrin-Berge (engl. the Sperrin Mountains)
- Die Nationalparks (engl. the National parks of Northern Ireland)
Wie auch in der Republik Irland gehört Golf, Angeln, Wandern und Bootstourismus zu den möglichen Urlaubsaktivitäten; es gibt Bootstouren, die die Republik Irland und Nordirland verbinden.
Kulturelle Ereignisse konzentrieren sich in Belfast und Derry.
Der Tourismus trägt mit 1,5 Mio. Besuchern (2002) zu 2 % zum nordirischen BSP bei; die große Mehrheit der Besucher kommt aus der Republik Irland sowie aus den anderen Landesteilen des Vereinigten Königreiches. Etwa 100.000 Besucher kommen je aus den USA und der EU.
Verkehr
Flüge: Nordirland hat drei internationale Flughäfen, zwei bei Belfast, einen bei Derry. Direktflüge von Deutschland bietet im Sommer 2005 nur EasyJet ab Berlin-Schönefeld an.
Auto: Der Motorway M1 verbindet Belfast mit Dungannon, der Motorway M2 führt von Belfast nach Antrim, der Motorway M3 von Belfast nach Ballymacarrett.
Eisenbahn: Nordirland hat ein relativ dünnes Bahnnetz von 340 km. Translink nutzt ausschließlich Züge mit Dieselantrieb und verbindet Belfast mit:
- Londonderry (via Ballymena und Coleraine) nach Norden,
- Larne nach Nordosten,
- Dublin (via Portadown) nach Süden
- Bangor nach Osten
Literatur
Es gibt bislang (November 2004) keinen deutschsprachigen Reiseführer nur für Nordirland; Nordirland bildet daher jeweils ein Kapitel in Reiseführern über Irland oder das Vereinigte Königreich.
- Friedhelm Rathjen, Singenden Fahrradreifen in Ulster. Eine irische Grenzerfahrung, Scheeßel (Edition ReJoyce) 2004, ISBN 3000135510
- Dietrich Schulze-Marmeling (Hg.), Nordirland. Geschichte, Landschaft, Kultur, Touren, Göttingen (Vg. Die Werkstatt) 1996, ISBN 3895331775
Weblinks
- [http://www.britischebotschaft.de/de/embassy/political/northern-ireland.htm Informationen der Britischen Botschaft in Berlin (dt.)]
- [http://www.irland-ferien.de Irisches Fremdenverkehrsamt mit Infos auch zu Nordirland (dt.)]
- [http://www.discovernorthernireland.com/ Fremdenverkehrsamt (engl.)]
- [http://www.onlineni.net Nordirland Online (engl.)]
- [http://www.northernireland.gov.uk/ Verwaltung (engl.) mit Links zu den Regional-Ministerien]
- [http://www.nio.gov.uk Das Nordirlandministerium in London (engl.)]
- [http://www.ofmdfmni.gov.uk Das Büro des Ersten Ministers in Belfast (engl.)]
- [http://www.ntni.org.uk/ National Trust mit Infos zum kulturellen Erbe (engl.)]
- [http://www.translink.co.uk Eisenbahngesellschaft Translink (engl.)]
- [http://www.ireland.anglican.org Anglikanische Kirche in Irland]
- [http://www.catholiccommunications.ie Die Irische Katholische Bischofskonferenz (Republik Irland und Nordirland)]
ja:北アイルランド
ko:북아일랜드
simple:Northern Ireland
Lisburn
Lisburn (irisch Lios na gCearrbhach) ist die zweitgrößte Stadt in Nordirland nach Belfast und liegt am Lagan.
Die Stadt liegt in County Antrim, etwa 20 km südlich von Belfast und hat etwa 110.000 Einwohner.
2002 wurde die Stadt zur City gemacht, nachdem sie vorher die Bezeichnung town führte.
Bekannt ist Lisburn für das Leinenmuseum, das die Geschichte der für Nordirland wichtigen Leinenindustrie zeigt: Irish Linen Centre, The Island, im Zentrum von Lisburn, 2001 neu gebaut.
Es gibt ein bedeutendes Krankenhaus, das Lagan Valley Hospital.
Das Hauptquartier der Britischen Truppen in Nordirland befindet sich in der Kaserne Thiepval Barracks. Auch das Hauptquartier der kasernierten Polizei für die Region Belfast befindet sich in Lisburn.
Geschichte
Im Stadtteil Hillsborough fanden im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg Verhandlungen zwischen Benjamin Franklin und Lord Hillsborough statt.
Weblinks
- [http://www.lisburn.com/ Lisburn.com]
Kategorie:Unitary Authority (Nordirland)
Kategorie:Ort in Nordirland
Northern Ireland RailwaysDie Northern Ireland Railways (NIR) ist ein staatliches Eisenbahn-Unternehmen, das in Nordirland unter dem Dach der Organisation Translink, die auch Busse betreibt, Bahnverbindungen in bzw. zwischen Derry, Belfast, Bangor und nach Dublin (in der Republik Irland) anbietet.
Kurze Fakten
- entstanden ist das Unternehmen 1968 aus der Ulster Transport Authority
- Gleisnetz von ca. 350 Kilometer Länge
- 5,9 Millionen Fahrgäste im Jahr (Stand 2000/2001)
- 700 Beschäftigte
- Lokomotiven ausschließlich mit Dieselkraftstoff betrieben
- eine Fahrt von Belfast nach Dublin dauert ca. 2 Stunden 20 Minuten
Da das Bahnnetz in Irland allgemein nicht sehr dicht ausgebaut ist, werden mit der Bahn nicht direkt erreichbare Ziele oft von Überlandbussen angefahren.
Weblinks
- [http://www.translink.co.uk/nir.asp Homepage der Northern Ireland Railways]
- [http://www.translink.co.uk/aboutnir.asp Firmeninformationen der Northern Ireland Railways]
Kategorie:Bahngesellschaft (Großbritannien)
Kategorie:Nordirland
559
Politik und Weltgeschehen
- Einfall der Hunno-Bulgaren in das Byzantinische Reich; sie werden bei Konstantinopel von Belisar zurückgeschlagen.
- Anastasius wird Patriarch von Antiochia.
- al Mundir wird König der nordarabischen Ghassaniden als Nachfolger von Arethas dem Lahmen.
- um 559 - Gründung der Abtei Bangor in Nordirland.
-
- 8. Januar - Johannes Hesychastes, griechischer Eremit, stirbt 105-jährig ( - 454)
- Leonhard von Limoges, Geistlicher, Heiliger und Schutzpatron
- Arethas der Lahme, König der Ghassaniden
ko:559년
Abtei
Eine Abtei (von lat. abbatia) ist ein Kloster, dem ein Abt oder eine Äbtissin vorsteht.
Für gewöhnlich besitzen lediglich die Mönchsorden und Regularkanoniker der Katholischen Kirche Klöster im Range einer Abtei. (Eine Ausnahme bildet hier lediglich die Abtei Brno, die den Augustinern (OSA) zugehörig ist.) Als Abtei werden häufig auch Propsteien bezeichnet. Für die Erhebung eines Klosters zur Abtei durch den Heiligen Stuhl müssen bestimmte kirchenrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein (z.B. bestimmte Mindestanzahl von Mönchen bzw. Nonnen).
Besonders bedeutende Abteien, oft die Stammklöster einer Benediktiner-Kongregation, tragen auch den Titel einer Erzabtei, so wie in Österreich die Erzabtei Stift Sankt Peter und in Deutschland die Erzabteien Beuron und St.Ottilien.
Der Vorsteher einer Erzabtei ist ein Erzabt.
Zahlenmäßig nicht sehr groß sind die Territorialabteien. Hier besitzt der Abt die Jurisdiktionsmacht eines Bischofs über ein bestimmtes Territorium. Eine Weihegewalt kommt ihm jedoch nicht zu. In den letzten Jahren sind diese Territorialabteien jedoch stark beschnitten worden, so dass sie zwar noch als solche gelten, jedoch für gewöhnlich nur noch die Pfarrei der Abtei selbst besitzen.
Innerhalb des Zisterzienserordens heißen diejenigen Klöster Primarabteien, die von dem Ursprungskloster der Zisterzienser Cîteaux und als erste Tochterklöster gegründet wurden.
Abteien, die direkt dem Kaiser unterstanden wie die Reichsstädte, hießen Reichsabteien.
Abtei steht auch für das Haus des Abtes welches auch Abtshaus genannt wird. Dieses besteht aus Wohnräumen für den Abt, meist einer eigenen Kapelle, manchmal einem eigenen Kreuzgang, dem sogenannten Abtshof und einem eigenen Garten.
Fürstabtei
Eine Fürstabtei ist eine Abtei mit Rechten eines Fürstentums und mit einem Fürstabt als Vorsteher. Siehe auch Abtei Prüm.
Beispiele
- Kloster Roggenburg
- Abtei Corvey
- Abtei Maria Laach
- Abtei St. Hildegard, Eibingen im Rheingau
- Reichsabtei Reichenau
- Stift Melk
- Alte Abtei Mettlach
- Kloster Heisterbach
- Abtei bzw. Kloster Waldsassen
Kategorie:Kloster und Orden (römisch-katholisch)
AbtEin Abt (v. spätlat.: abbas, aus hebr.: abba Vater) war ursprünglich ein allgemeiner Ehrenname und ist seit dem 5./6. Jahrhundert den Vorstehern eines Klosters vorbehalten; die weibliche Entsprechung ist die Äbtissin.
Die seit dem 10. Jahrhundert gegründeten Orden wählten meist andere Titel, wie Propst, Prior, Guardian, Superior oder Rektor. Die Äbte wie die anderen Klostervorsteher werden meist von den Mönchen des betreffenden Klosters, bei einigen neueren Orden vom Provinzialkapitel, auf Lebenszeit oder (bei den Bettelorden) auf einige Jahre gewählt. Seit neuerem kann auch bei den Orden, die den Abt üblicherweise auf Lebenszeit wählen - etwa die Benediktiner, die Amtsperiode auf 12 Jahre begrenzt werden. Ungeachtet dessen hat der Abt auch bei die Möglichkeit der Resignation, er ist dann Altabt.
Der Abt wird von allen Professen des Klosters gewählt. Die Wahl bedarf der Bestätigung durch den Bischof oder in Ausnahmefällen durch den Papst. Anschließend erhält der Abt vom Bischof die Benediktion und die Amtsabzeichen:
- Stab
- Ring
- Mitra
- Handschuhe
Amtsgewalt
Nachdem im Mittelalter viele Klöster unabhängig waren, stehen sie - und damit der Abt - seit dem Tridentinischen Konzil (1545-1563) grundsätzlich unter Aufsicht des Bischofs. Die Äbte üben teils väterliche Gewalt (potestas domestica), teils Jurisdiktionsgewalt aus. Diese umfasst die Verwaltung des Klostervermögens, die Leitung des Klosters und die Disziplin der Angehörigen. In wichtigen Fragen müssen sie den Rat, bei der Veräußerung von Klostergütern die Zustimmung der übrigen Mönche des Klosters einholen. Sie gehören zu den Prälaten und stehen im Rang den Bischöfen gleich.
Von den wirklichen (Regular-) Äbten sind zu unterscheiden die Säkular-, Kommendatar- und Laienäbte.
Gefürstete Äbte
Vor der Säkularisation gab es in Deutschland auch gefürstete Äbte (Fürstabt), z. B. Kloster Fulda, Kempten, St. Emmeram in Regensburg, Einsiedeln, St. Gallen. Solche Abteien wurden daher im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 als Fürstentümer betrachtet.
Besondere Bezeichnungen
- Generalabt: General- oder Erzabt heißt der Abt des Hauptklosters einer Kongregation des Benediktinerordens.
- Abtprimas: Abt-Primas heißt der Abt des von Leo XIII. geeinten gesamten Benediktinerorden.
- Abbé: Die französische Bezeichnung Abbé ist neben der Amtsbezeichnung auch ein Titel für niedere katholische Weltgeistliche in Frankreich.
Auf Grund eines zwischen Papst Leo X. und König Franz I. von Frankreich abgeschlossenen Kontrakts (zwischen 1515 und 1521) stand den Königen von Frankreich das Recht zu, 225 Abbés commendataires (s. Kommendatarabt) für fast alle französischen Abteien zu ernennen. Diese bezogen Einkünfte aus einem Kloster, ohne dafür Dienst leisten zu müssen.
Seit Mitte des 6. Jahrhunderts führten den Titel Abbé generell junge Geistliche mit oder ohne geistliche Weihen. Ihre Kleidung bestand in einem schwarzen oder dunkelvioletten Gewand mit kleinem Kragen, und ihr Haar war in eine runde Haarlocke geordnet.
Da von diesen Abbés nur wenige zum Besitz einer Abtei gelangen konnten, betätigten sich einige zum Beispiel als Hauslehrer oder Gewissensräte in angesehenen Familien, andere widmeten sich der Schriftstellerei.
Abt-Stellvertreter
Der Stellvertreter eines Abtes wird auch Prior genannt, ebenso der Vorsteher eines Tochterklosters (Priorat) oder eines Stiftklosters.
Literatur
- Wiech, Martina: Das Amt des Abtes im Konflikt : Studien zu den Auseinandersetzungen um Äbte früh- und hochmittelalterlicher Klöster unter besonderer Berücksichtigung des Bodenseegebiets, Siegburg : Schmitt 1999, 512 S. (= Bonner historische Forschungen; Bd. 59) (Diss. Bonn, 1999) ISBN 3-87710-206-9
Siehe auch
- Religiöse Titel, Reichsabt
Kategorie:Christlicher Geistlicher
Kategorie:Kloster und Orden (römisch-katholisch)
!
ComgallComgall (Comgall mac Domangart) war Nachfolger des Domangart I. als König von Dalriada. Er regierte ca. 507 bis ca. 538 vermutlich von Dunadd in Argyll aus und soll in ein Kloster gegangen sein. Sein Nachfolger wurde Gabhran
Kategorie:Mann
Kategorie:König (Dalriada)
MuseumDas Museum ([alt]griechisch μουσείο[ν], muussío - ursprünglich das Heiligtum der Musen, welche Schutzgöttinnen der Künste, Kultur und Wissenschaften waren) ist eine Institution, die eine Sammlung interessanter Gegenstände für die Öffentlichkeit ausstellt. Meistens wird heute von den Besuchern ein Eintrittsgeld erhoben, das dem Erhalt der Sammlung und der Anlage zugute kommt; oftmals ist es an einem Tag in der Woche oder wenigstens zu bestimmten Stunden eines Tages möglich, einzelne Museen unentgeltlich zu besuchen.
Übersicht
Besuchern
Ziel eines Museums ist es, Gegenstände (Exponate) aus zumeist vergangenen Zeiten zu einem
bestimmten Thema fachgerecht und dauerhaft aufzubewahren und den Besuchern in
Dauer- oder Wechselausstellungen zugänglich zu machen.
Der Deutsche Museumsbund macht in seiner Definition von 1978 noch weitere Einschränkungen: so darf ein (öffentliches) Museum keine kommerzielle Struktur aufweisen, muss fachlich geleitet und wissenschaftlich betreut werden.
In gängigen Lexika wird unter dem Begriff Museum meist auf die Aufgaben Sammeln, Bewahren, Wiederherstellen, Erforschen und Vermitteln verwiesen.
Heute leiden fast alle Museen unter Budgetknappheit. Die obige Definition sollte daher kein Hindernis sein, durch ansprechende Präsentationen bzw. Ausstellungsräume genügend Publikum "anzulocken". In gewisser Weise müssen Museen auch dem Zeitgeschmack Rechnung tragen und den Besuchern eine klare Struktur, Querverbindungen und auch die Möglichkeit zu eigenem Tun bieten. Vielfach ist deshalb u.a. ein Museums-Shop angeschlossen.
Die Gegenstände, die in Museen bewahrt und gezeigt werden, sollen nach der Überzeugung der Wissenschaft in Deutschland Zeugnisse aus der Geschichte der Menschheit sein. Sie sollen den Ablauf unserer historischen, technischen, soziokulturellen, unserer physischen, psychischen und philosophischen, aber auch unserer künstlerischen Entwicklung aufzeigen. Dennoch kreieren z.B. Technische Museen eine neue "Mode", indem sie die ausgestellten historischen Exponate reduzieren - zugunsten einer besseren Didaktik durch Aktivierung der Betrachter.
Eine Sonderform der "normalen" Museen stellen in diesem Sinn die Kindermuseen dar, in denen weniger historische Kostbarkeiten präsentiert werden, sondern Exponate, die Kindern Spaß machen, sie zum Staunen bringen und spielerisch Wissen vermitteln (z.B. das lebensgroße, begehbare Modell einer menschlichen Zelle).
Museen gingen oftmals aus fürstlichen Wunderkammern bzw. Kunstkammern oder speziellen Kunstsammlungen hervor und Johann Daniel Major eröffnete 1688 in Kiel ein öffentliches natur- und kulturgeschichtliches Landesmuseum, das Museum Cimbricum. In nur einigen Städten im deutschen Sprachgebiet kam es im 19. Jahrhundert zu bürgerlichen Neugründungen: Kunstmuseum Basel (das aus dem bürgerlichen Amerbach-Kabinett hervorging), Kunsthalle Bremen, Städelsches Kunstinstitut in Frankfurt, Hamburger Kunsthalle, Kunsthalle Wien etc. Vielfach sind jedoch Vereine - in kleinerem Stil bzw. für lokale Gegebenheiten tätig geworden, z.B. Bezirks- oder Bergbaumuseen.
In Kassel wurde 1779 das Fridericianum gebaut. Es war nach dem Britischen Museum das zweite öffentliche Museum, aber das erste als Museum konzipierte Bauwerk der Welt.
Museologie
Die Wissenschaft und Lehre von der Geschichte und Einrichtung der musealen Sammlungen als materielle Archive (Kulturbehälter) - gesetzlich vorgeschrieben z.B. für Bodenfunde - ist die Museologie oder Museumskunde (Institut für Museumskunde). Hierzu gehören auch die Dokumentation und Restaurierung von Museumsgut.
Museumspädagogik
Die Wissenschaft und Lehre von der Vermittlung des Sammlungsgutes ist die Museumspädagogik.
Berühmte Museen
- Liste bekannter Museen
- Liste deutscher Museen
- nach Orten (bundesweit)
- Museen in Baden-Württemberg
- Museen in Bayern
- Museen in Berlin
- Museen in Hessen
- ... (wird fortgesetzt)
- nach Themen
- Liste österreichischer Museen
- nach Orten
- Liste Schweizer Museen
- nach Orten
- Liste Südtiroler Museen
- nach Orten
Literatur
Bücher
- Pierre Bourdieu et Alain DARBEL, L'Amour de l'art, Paris, Les Editions de Minuit, 1967
- Jean-Louis DEOTTE , Le musée, l'origine de l'esthétique, Paris, L'harmattan, 1993
- Tony Bennett, The Birth of the Museum: History, Theory, Politics, Routledge, 1995
- Joachim Kallinich, Keine Atempause - Geschichte wird gemacht : Museen in der Erlebnis- und Mediengesellschaft , Antrittsvorlesung 12. Februar 2002, Berlin : Humboldt-Univ., 2003
- Grasping the world : the idea of the museum, ed. by Donald Preziosi and Claire Farago, Aldershot [u.a.] : Ashgate, 2004
- Friedrich Waidacher, Museologie - knapp gefasst, Mit einem Beitrag von Marlies Raffler, Wien [u.a.] : Böhlau, 2005
- Volker Kirchberg, Gesellschaftliche Funktionen von Museen : makro-, meso- und mikrosoziologische Perspektiven, Wiesbaden : VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005
Zeitschriften
- Zeitschrift für Museum und Bildung
Siehe auch
- Freilandmuseum, Schulmuseum
- Wunderkammer
- Kunstkammer
- Museum unter Wasser
Weblinks
- [http://www.smb.spk-berlin.de/ifm/index.html Institut für Museumskunde Berlin]
- [http://www.icom-deutschland.de/ Internationaler Museumsrat Deutschland]
- [http://www.museumsbund.de/ Deutscher Museumsbund]
- [http://www.h-museum.net H-Museum]
- [http://www.vl-museen.de/ Virtual Library Museen]
- [http://www.webmuseen.de/ Webmuseen.de]
!
ja:博物館
ms:Muzium
th:พิพิธภัณฑ์
824
Politik und Weltgeschehen
- Sarazenen unter Abu Hafs Omar erobern Kreta und gehen bei Matala an Land.
- König Egbert von Wessex erobert englische Staaten und vereint die Teilreiche.
-
- 5. August - Heizei, 51. Kaiser von Japan ( - 774)
ko:824년
Dänemark
Das Königreich Dänemark (dänisch Kongeriget Danmark) ist ein Staat, dessen Mutterland zwischen Skandinavien und Mitteleuropa etwa 43.000 km² Fläche umfasst, von denen ungefähr ein Drittel auf die insgesamt 406 Inseln entfällt.
Die größten Inseln sind Seeland (etwa 7.000 km²), Vendsyssel-Thy (Nordjütland) (4.685 km²) und Fünen (etwa 3.000 km²). Aufgrund seiner Inseln und der zerklüfteten Buchten verfügt das flächenmäßig kleine Land über eine enorme Küstenlänge von 7.314 km. Dänemark ist ein ausgesprochen flaches Land, mit zahlreichen Moränenhügeln im Landesinneren, die der Landschaft eine leicht wellige Kontur geben. Der höchste Punkt Dänemarks erreicht gerade mal 173 Meter über N.N. Dänemark grenzt an Deutschland, die Nordsee, das Skagerrak, das Kattegat und die Ostsee.
Neben dem beschriebenen Mutterland gehören zum Königreich Dänemark und der NATO, jedoch nicht zur EU, die weitgehend autonomen Gebiete Grönland und die Färöer.
Geographie
Färöer
Die Halbinsel Jütland bildet das dänische Festland. Sie erstreckt sich etwa 300 km weit von der deutschen Grenze nach Norden. Dünen, Haffs und Sandbänke schützen die dänische Westküste vor den schweren Nordseestürmen. Die 406 Inseln liegen in der Ostsee, an die auch Jütlands östliches Flachland grenzt. Nur 80 dieser Inseln sind bewohnt. Dänemark erhebt sich im Durchschnitt nur 30 Meter über den Meeresspiegel. Die höchste Erhebung Dänemarks ist der 173 m hohe Endmoränenzug Yding Skovhøj bei Skanderborg auf Jütland.
Die Gletscher der Eiszeiten formten die dänische Landschaft. Ein Endmoränengürtel trennt Ost- und Westjütland.
Das größte Haff, der Limfjord, durchschneidet Jütland, das nördlich im sandigen nach Schweden zeigenden Kap Skagen ausläuft.
Östlich von Jütland, abgetrennt durch den kleinen Belt liegt die Insel Fünen, der sich südöstlich die kleinere Insel Langeland anschließt. Jenseits des Großen Belts liegt die Insel Seeland, an deren Ostküste sich die dänische Hauptstadt Kopenhagen befindet. Weitab im Osten liegt die Granitinsel Bornholm.
In Grönland leben mehr als 55.000 Menschen, davon 48.000 Inuit. Die grönländische Hauptstadt ist Nuuk. Seit 1380 war Grönland dänische Kolonie, seit 1953 Teil Dänemarks.
Die Färöer (Hauptstadt: Torshavn, Fläche: 1.399 Quadratkilometer, 44.800 Einwohner) waren von 1035 bis 1814 norwegisch.
Für das milde, gemäßigte Klima ist in erster Linie der Golfstrom verantwortlich.
Das Klima Dänemarks ist von seiner nördlichen Lage (Nähe zu durchziehenden Tiefdruckgebieten) und vom Golfstrom geprägt: Oft weht ein mäßiger bis starker Wind, vorzugsweise aus westlichen Richtungen, die Sommer sind für mitteleuropäische Verhältnisse kühl, die Winter mild, das ganze Jahr über fällt ausreichend Niederschlag. Die Aufforstung mit Nadelgehölzen hat die ursprünglichen Laubwälder verdrängt. Die meisten Anpflanzungen dienen dem Windschutz und dadurch der Verhinderung des Sandflugs an der Nordsee.
Abgesehen vom Rotwild haben sich in den Wäldern kaum größere Wildtiere erhalten. Im Gegensatz dazu gibt es eine artenreiche Vogelwelt. Umweltverschmutzung ist die Hauptursache für Schädigungen der Tierwelt in Binnen- und Küstengewässern.
In Dänemark sind die Rohstoffe Erdöl, Erdgas, Fisch, Salz und Kalkstein zu finden.
Siehe auch: Liste dänischer Inseln, Städte in Dänemark, Liste deutscher Bezeichnungen dänischer Orte
Bevölkerung
Sprache
Die Amtssprache Dänemarks ist Dänisch, in Sønderjylland (Nordschleswig) auch Deutsch, auf den Färöern Färöisch und in Grönland Grönländisch. Außerdem leben im Süden Dänemarks etwa 80.000 deutschsprachige Dänen. Dänisch ist eine nordgermanische Sprache.
Der dänische Wortschatz enthält viele niederdeutsche Lehnwörter. Niederdeutsch war die traditionelle lingua franca des Nordens und der Hanse, zeitweise auch die Sprache der dänischen Könige und des Hofes. Heute ist Englisch die wichtigste Fremdsprache in Dänemark, aber auch das Deutsche und Französische haben noch immer einen nicht unerheblichen Einfluss. Die Mehrheit der Schüler lernt Deutsch.
Religion
Die große Mehrheit der Dänen gehört zur staatlich verankerten evangelisch-lutherischen "Folkekirke" (Volkskirche), die in der Reformationszeit bruchlos und unter Beibehaltung vieler Traditionen und Zeremonien aus den katholischen Bistümern des Landes entstand. Katholiken (Bistum Kopenhagen) (35 000 [0,6 %]) und Muslime sowie Angehörige anderer religiöser Minderheiten sind größtenteils Immigranten.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Dänemarks
Geschichte Dänemarks
Dänemark wurde um 980 von Harald Blauzahn erstmals geeint. Bis weit in das 11. Jahrhundert wurden die Dänen als Wikinger bezeichnet, welche in ganz Europa Kolonien gründeten und Handel trieben, aber auch ganze Länder und Landstriche plünderten und Kriege führten.
Mehrmals in der Geschichte kontrollierte Dänemark England, Norwegen, Schweden und weite Teile der Ostseeküsten und Norddeutschlands. Schonen (ein Teil des heutigen Schwedens) war beispielsweise lange Zeit Teil Dänemarks und ging erst 1658 an Schweden.
Die dänisch-norwegische Personalunion löste sich durch den Frieden von Kiel 1814 auf, als Norwegen an Schweden fiel (bis 1905). Grönland, Island (bis 1944) und die Färöer verblieben ebenso bei Dänemark wie Dänisch-Westindien (bis 1917). Siehe auch: Dänische Kolonien.
Die Dänische Nationalbewegung und die Liberalen begannen in den 1830er Jahren an Macht zu gewinnen, und nach den europäischen Revolutionen um 1848 (vergleiche Märzrevolution) etablierte sich Dänemark 1849 zu einer konstitutionellen Monarchie unter der Linie Glücksburg des Hauses Oldenburg: Es erhielt seine erste Verfassung. Eine wichtige Rolle spielte in dieser Zeit der bedeutende dänische Theologe, Pädagoge, Dichter und Politiker N.F.S. Grundtvig
Nach dem Zweiten Schleswigschen Krieg 1864 war Dänemark gezwungen, Schleswig-Holstein an Preußen abzutreten. Hieran erinnert heute noch die nationale Gedenkstätte bei den Düppeler Schanzen, wo jedes Jahr am 18. April der Jahrestag der verlorenen Entscheidungsschlacht begangen wird.
Diese Niederlage bewirkte tiefe Einschnitte in der Entwicklung der nationalen Identität Dänemarks, die Innenpolitik erfuhr einen Linksruck, die Außenpolitik der Nation nahm einen strikten Neutralitätskurs an, und behielt diesen bis nach dem Ersten Weltkrieg bei.
Ersten Weltkrieg
Nach dem Ersten Weltkrieg verschob sich die deutsch-dänische Grenze erneut, diesmal nach Süden, im Jahre 1920 wurde ihr genauer und bis heute gültiger Verlauf per Abstimmung festgelegt, Nordschleswig ging wieder an Dänemark. Als Folge der häufigen Grenzverschiebung existieren auf beiden Seiten Minderheiten der jeweils anderen Nationalität mit besonderen Rechten, auf deutscher Seite in Schleswig-Holstein zum Beispiel ist der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) bei Landtagswahlen von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen und regelmäßig im Kieler Landtag vertreten.
Am 9. April 1940 wurde Dänemark von Deutschland (Operation Weserübung) besetzt und blieb bis Ende des Zweiten Weltkriegs unter deutscher Besatzung. Der Widerstand des dänischen Volkes gegen den Holocaust war vorbildlich. Als Protest gegen die Einführung des Judensterns in Dänemark heftete sich der König das Abzeichen an die Kleidung und ritt durch das Land. Im Oktober 1943 kam es zu einer beispiellosen Tat: Die Rettung der dänischen Juden durch das dänische Volk.
Nach dem Krieg war Dänemark Gründungsmitglied der NATO, und wurde 1973 nach einer Volksabstimmung Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.
1989 hat Dänemark als erstes Land der Welt zivilrechtliche Partnerschaften für Homosexuelle eingeführt.
Siehe Liste der dänischen Könige
Politik
Liste der dänischen Könige
Dänemark ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Das Staatsoberhaupt, das jedoch nur repräsentative Funktionen wahrnimmt, ist die Königin oder der König. Derzeitiges Staatsoberhaupt ist Königin Margrethe II. Das dänische Parlament, das Folketing, besteht aus 179 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Unter den 179 befinden sich zwei aus Grönland und zwei von den Färöer-Inseln. Im Folketing sind acht Parteien vertreten:
- die Liberale Partei (Venstre)
- die Sozialdemokratische Partei (Socialdemokratiet)
- die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti)
- die Konservative Volkspartei (Det Konservative Folkeparti)
- die Sozialistische Volkspartei (Socialistisk Folkeparti)
- die Sozialliberale Partei (Det Radikale Venstre)
- die Einheitsliste (Enhedslisten)
- die Christdemokratische Partei (Kristendemokraterne)
Die derzeitige Regierung unter der Leitung von Anders Fogh Rasmussen besteht aus der rechtsliberalen Partei Venstre und der Konservativen Volkspartei.
Verwaltungsgliederung
Venstre
Das Mutterland ist bislang in 13 Ämter und in 271 Kommunen eingegeteilt. Die 13 Ämter sind:
- Århus Amt,
- Frederiksborgs Amt,
- Fyns Amt (Fünen)
- Københavns Amt (Kopenhagen),
- Nordjyllands Amt (Nordjütland),
- Ribe Amt,
- Ringkjøbing Amt,
- Roskilde Amt,
- Sønderjyllands Amt (Südjütland),
- Storstrøms Amt,
- Vejle Amt,
- Viborg Amt und
- Vestsjællands Amt (Westseeland).
Wichtige Städte sind: Århus, Aalborg, Odense, Roskilde.
Größte Kommunen
Siehe auch: Verwaltungsgliederung Dänemarks
Infrastruktur
Das dänische Schienennetz war im Jahr 2000 etwa 2.875 Kilometer lang. Neben dem staatlichen Eisenbahnunternehmen Danske Statsbaner werden speziell die Nebenstrecken häufig von Privatbahnen befahren.
Das Land verfügt über vier internationale Flughäfen in Kopenhagen, Billund, Aalborg sowie Århus.
Wirtschaft
Århus
Der Tourismus boomt in Dänemark seit Jahren: 1999 kamen mehr als zwei Millionen Besucher, darunter eine Million Deutsche. Die Einnahmen aus dem Tourismus betrugen in dem Jahr 3,31 Milliarden US-Dollar.
siehe dazu den Artikel: Tourismus in Dänemark
Schulsystem
Die Schulbildung beginnt in Dänemark mit der neunjährigen Volksschule (Folkeskole), die mit der Abschlussprüfung FSA (Folkeskolens Afgangsprøve) endet. Eine Trennung der Schüler vor der 9. Klasse findet nicht statt, es besteht insofern eine neunjährige Gemeinschaftsschule. Nach der Abschlussprüfung, die einem anspruchsvollen Hauptschulabschluss gleichzusetzen ist, bieten sich den Schülern je nach Eignung mehrere Wege an.
Zunächst gibt es die Möglichkeit, nach der 9. Klasse noch ein Jahr auf die Folkeskole zu gehen und die Erweiterte Abschlussprüfung zu absolvieren (die sog. FSU). Diese entspricht etwa dem Realschulabschluss. Da viele Folkeskolen keine 10. Klasse anbieten, wählen viele Schüler, ein Jahr auf einer sog. Efterskole zu absolvieren. Dies sind Internate, in dem die Jugendlichen neben den Fächern der 10. Klasse vor allem soziale, künstlerische, sportliche oder musikalische Kompetenzen weiter entwickeln sollen, wobei der Schwerpunkt bei jeder Efterskole anders gelegt wird. Aufgrund der relativ niedrigen Kosten ist es für praktisch alle Eltern möglich, Ihre Kinder auf so eine Efterskole zu schicken. Oftmals wird dies gemacht, wenn man den Schüler noch nicht als reif für das Gymnasium betrachtet.
Weiterführende Schulen nach der Folkeskole sind das Gymnasium, das Handelsgymnasium (HHX) sowie das technische Gymnasium (HTX).
Das Gymnasium ist mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar und endet mit dem dänischen Abitur, dem sog. Studentereksamen. Vom Niveau und vom Umfang der Hochschulreife her entspricht das Studentereksamen dem deutschen Abitur, d.h. es ist mit dem Studentereksamen möglich, alle Studiengänge in Dänemark zu studieren, wobei es für bestimmte Studiengänge jedoch erforderlich ist, bestimmte Kurse im Abitur belegt zu haben. Es gibt am Gymnasium zwei Linien, die sprachliche "sproglig linie" und die mehr mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte "matematisk linie". Da die mathematische Linie jedoch auch viele sprachliche Fächer enthält und neben 2 Jahren Englisch auch eine 2. Fremdsprache über 2 Jahre genommen werden muss, bietet die matematisk linie praktisch deutlich mehr Möglichkeiten, so dass sie von mehr Schülern gewählt wird.
Der Besuch des Gymnasiums dauert 3 Jahre, entspricht also der gymnasialen Oberstufe. Je nachdem, ob man nach der 9. oder 10. Klasse aufs Gymnasium geht, dauert es also 12 oder 13 Jahre bis zum Abitur. Da ein Leistungsunterschied zwischen den Schülern, die aus der 9.Klasse kommen im Vergleich zu denen, die nach der 10. Klasse kommen, nicht einwandfrei festgestellt werden kann, ist ein Abitur in Dänemark insofern nach 12 Jahren problemlos möglich.
Es gibt für die belegten Kurse 3 Niveau-Arten, das A-,B- und C-Niveau. Das A-Niveau entspricht deutschem Leistungskursniveau, B-Niveau deutschem Grundkursniveau und C-Niveau einer grundlegenden Einführung. Kurse, die nur ein Jahr belegt werden, entsprechen dem C-Niveau (Beispielsweise Musik sowie Kunst), zweijährige Kurse B-Niveau (Beispielsweise Englisch bei der matematisk linie) und dreijährige Kurse entsprechen dem A-Niveau. Jeder Schüler muss drei Jahre Geschichte und Dänisch belegen, so dass diese beiden Kurse automatisch A-Niveau erhalten. Ferner müssen zusätzlich mindestens zwei, maximal drei andere A-Niveau Fächer hinzugewählt werden, beispielsweise Physik, Chemie, Mathematik oder mehrere Sprachen.
Die A-Niveau Fächer werden nach 3 Jahren schriftlich geprüft, zusätzlich noch 3 mündliche Fächer, wobei die Fächer ausgelost werden. Ganz Dänemark hat ein Zentralabitur, die schriftlichen Übungsaufgaben sind insofern in ganz Dänemark identisch. Die mündlichen Prüfungen werden vom jeweiligen Lehrer abgenommen, zusätzlich sitzt ein neutraler "Censor" im Raum, der von einer anderen Schule kommt und gleichberechtigt mit dem Lehrer über die mündliche Note entscheidet.
Das dänische Notensystem ist auf einer 13-Punkte-Skala aufgeteilt, wobei 00 das schlechteste ist und 13 das beste. Verglichen mit dem deutschen System stellt es sich so dar (die Noten 1,2,4 sowie 12 gibt es nicht):
(Dänisch = Deutsch)(00=6;03=5-6,05=5;06=4;07=3-4;08=3;09=2-;10=1-2;11=1;13=1+)
Alle dänischen Studiengänge unterliegen einem NC, eine Zentralstelle vergibt die Studienplätze nach dem Notendurchschnitt (sog. Kvote 1 Verfahren). Ferner wird ein gewisser Prozentsatz der Studienplätze nach Sozialkriterien vergeben, wobei man hier seine Chancen durch soziale Arbeit verbessern kann (sog. Kvote 2 Verfahren). Ähnlich wie in Deutschland sind einige Fächer sehr überlaufen, so dass es schwer ist, einen Platz zu bekommen (z.B. Medizin, Medienwissenschaften), während andere Fächer einen sehr niedrigen Schnitt verlangen, so dass dort jeder Bewerber aufgenommen wird.
Neben dem oben genannten Studentereksamen gibt es in Dänemark noch zwei andere Examensarten, das Handelsschulexamen HHX (Højere Handelseksamen) sowie das technische Abitur HTX. Während ersteres vor allem für jene interessant ist, die eine Tätigkeit in der Wirtschaft anstreben, ist das HTX vor allem für Schüler interessant, die später einen Ingenieurberuf anstreben. Jedoch können diese Berufe auch von Absolventen des Studentereksamen | | |