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Bangui
Bangui ist die Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik mit 684.190 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005) sowie das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes.
Geographie
Die Stadt liegt im Südwesten des Landes am Fluss Ubangi an einer Stelle, wo mehrere Stromschnellen die kommerzielle Schifffahrt flussaufwärts einschränken. Der Ubangi bildet an dieser Stelle die Grenze zwischen der Zentralafrikanischen Republik und der Demokratischen Republik Kongo.
Geschichte
Die Stadt wurde 1889 als Verwaltungszentrum für das französische Kolonialterritorium Ubangi-Chari gegründet und blieb 1960, als die Zentralafrikanische Republik die Unabhängigkeit erlangte, die Hauptstadt.
Wirtschaft
Wichtige Wirtschaftszweige der Stadt sind die Textilindustrie, die Produktion von Lebensmitteln, Bier, Säften, Gemüse und Seife. Exportiert werden Diamanten und Holz.
Sehenswürdigkeiten
Typisch für Bangui sind die breiten Straßen, den Stadtmittelpunkt bildet der Place de la Republique. Dort befindet sich ein Triumphbogen des ehemaligen Kaisers Bokassa in römischem Stil.
Ebenfalls sehenswert ist der Markt und die Avenue Boganda, beides wahre Tummelplätze afrikanischen Lebens.
Weblinks
[http://www.univ-bangui.cf/ Universität von Bangui]
Kategorie:Hauptstadt in Afrika
Kategorie:Ort in der Zentralafrikanischen Republik
ja:バンギ
HauptstadtDie Hauptstadt ist der Sitz der Vertretung des Souveräns eines Staates (Demokratie: Parlament, Monarchie: Residenz).
Normalerweise sind Hauptstädte und Regierungssitze identisch, es gibt aber auch Ausnahmen wie beispielsweise in den Niederlanden (Hauptstadt Amsterdam, Regierungssitz Den Haag).
Meist ist die Hauptstadt gleichzeitig auch die größte Stadt und das wichtigste Wirtschafts-, Verkehrs-, Wissenschafts- und Kulturzentrum sowie geistiges Zentrum eines Staates. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, zum Beispiel in der Türkei: Hauptstadt ist Ankara, größte Stadt jedoch İstanbul; in Marokko: Hauptstadt Rabat, größte Stadt jedoch Casablanca; oder in den USA: Hauptstadt ist Washington, D.C., größte Stadt jedoch New York. Südafrika hat drei "Hauptstädte": Das Parlament tagt in Kapstadt, das Verwaltungs- und Regierungszentrum ist Tshwane (ehem. Pretoria), die obersten judikativen Einrichtungen (Gerichtshöfe) befinden sich in Bloemfontein, größte Stadt jedoch ist Johannesburg.
Einige Länder ließen eine Planhauptstadt errichten, wie z. B. Brasília oder Canberra.
De jure keine Hauptstadt haben folgende Staaten: Monaco, Nauru, Schweiz und Vatikanstadt. Jedoch erfüllt z.B. bei der Schweiz Bern dies de facto (siehe hierzu: Hauptstadtfrage der Schweiz). Bei Monaco und der Vatikanstadt gibt es auf Grund der Tatsache, dass es sich um reine Stadtstaaten handelt, keine Hauptstadt, auch wenn für Monaco häufig fälschlicherweise Monte Carlo als Hauptstadt genannt wird. In Nauru wird der Ort, an dem sich die Regierung befindet (also Yaren), als inoffizielle Hauptstadt aufgefasst.
Auch Teilstaaten (beispielsweise Bundesländer in Deutschland und in Österreich, Kantone in der Schweiz, Bundesstaaten in den USA) haben Landeshauptstädte, die für ihren Landesteil außer den politischen auch die übrigen Hauptstadtfunktionen aufweisen.
Siehe auch
- Bundeshauptstadt
- Bundesstadt (zu Bern und Bonn)
- Hauptstadtfrage der Schweiz
- Liste der Hauptstädte der Welt
Hauptstädte einzelner Staaten
Hierbei handelt es sich um eine historische Aufstellung der Hauptstädte der einzelnen Staaten, ihrer eventuellen Vorgängerstaaten (z. B. Deutscher Bund, Deutsches Reich), obersten Verwaltungseinheiten (Bundesstaaten, Bundesländer, Provinzen) und abhängigen Gebiete.
- Hauptstädte Australiens
- Hauptstädte Brasiliens
- Hauptstädte Deutschlands
- Hauptstädte Kanadas
- Hauptstädte Kasachstans
- Hauptstädte Nigerias
- Hauptstädte Österreichs
- Hauptstädte Polens
- Hauptstädte der Vereinigten Staaten von Amerika
Literatur
- Hauptstadt - Zum Wesen und Wandel eines nationalen Symbols. - 2005: Kirsch, Jens Münster
Weblinks
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Hauptstadt
als:Hauptstadt
ja:首都
ko:수도
simple:Capital (city)
th:เมืองหลวง
zh-min-nan:Siú-to·
Zentralafrikanische Republik---Sidenote START---
Die Zentralafrikanische Republik ist ein Staat in Zentralafrika.
Sie grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an den Tschad, den Sudan, die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Kamerun.
Geographie
Das Land liegt hauptsächlich auf dem Plateau der Nordäquatorialschwelle (bis 1.420 m ü. NN). Im Norden herrscht eher wüstenähnliches Klima, im Süden Äquatorialklima mit einer Regenzeit von März bis Oktober.
Flora und Fauna
Der dichte Tropische Regenwald im Süden ist eine der letzten Zufluchtsstätten für Flachlandgorillas und Waldelefanten. Der größte Teil des Landes besteht aber aus Grassavanne (Feuchtsavanne) und lichtem Wald. Zum Tierbestand zählen Elefanten, Affen, Antilopen, Büffel, seltene Vögel, sowie Warane und Flusspferde in den Gewässern.
Bevölkerung
Die ursprüngliche Bevölkerungsgruppe, die Pygmäen, sind fast ausgelöscht worden. Im Süden dominieren Bantu der Ngalagruppe (Gbakka, Lissongo). Hinzu kommen im Norden Sara und nilotide Runga sowie im Osten Azande-Völker, in der Urwaldregion auch Pygmäen. Einige tausend Europäer, zumeist Franzosen, leben in den Städten. Während die Regenwaldgebiete und die Trockensavanne fast menschenleer sind, ist der größte Teil der Bevölkerung entlang den wichtigsten Wasserwegen des Landes angesiedelt.
Azande
Mehr als die Hälfte der Einwohner hängt indigenen Religionen an, ein gutes Viertel dem Christentum (Katholiken) und der Rest (15 %) dem Islam.
Trotz Schulpflicht liegt die Analphabetenrate noch über 60 %. Seit 1970 besitzt das Land in Bangui eine Universität.
Sprachen
- Französisch (Amtssprache), verschiedene Ubangi-Sprachen (z. B. Ngbandi, Sangho oder Sango), und Fulfulde, die Sprache der Fulbe.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Zentralafrikanischen Republik
Nach dem durch den vom Sudan betriebenen Sklavenhandel siedelten hier später Bantu und Azande. Ausgebeutet während der französischen Kolonialherrschaft, erlangte das Land 1960 seine volle Unabhängigkeit.
Verwaltungsgliederung
Der Staat gliedert sich in 14 Provinzen, 2 Präfekturen und den Hauptstadtdistrikt.
Siehe auch: Liste der Städte in der Zentralafrikanischen Republik
Infrastruktur
Der Ubangi-Fluss ist der wichtigste Transportweg, da das Straßennetz in der Regenzeit häufig überflutet ist.
Eine soziale Versorgung gibt es kaum, das Gesundheitswesen ist der Schlafkrankheit, Malaria, der Lepra, Aids und anderen Krankheiten nicht gewachsen, Schulbildung ist kostenlos, aber nur einer Minderheit zugänglich, die Medien unterliegen einer staatlichen Zensur.
Wirtschaft
Weniger als ein Drittel des Landes werden für die Landwirtschaft genutzt, die fast ausschließlich der örtlichen Ernährung dient.
Exportiert werden Erdnüsse, Baumwolle, Kaffee und Palmfrüchte.
Grundnahrungsmittel sind Reis, Hirse und Maniok.
Wichtigster Bodenschatz sind Diamanten, die zwar auch exportiert werden, zum größten Teil aber geschmuggelt werden.
Weblinks
- [http://www.kodro.net/ Offizielle Homepage]
- [http://www.pygmies.info/ Afrikanische Pygmäen] Kultur und Musik der ersten Einwohner von Zentralafrikanische Republik
- [http://www.yangada.cf// www.yangada.cf (Linkseite)]
Kategorie:Staat
!
ja:中央アフリカ
ko:중앙 아프리카 공화국
ms:Republik Afrika Tengah
th:สาธารณรัฐแอฟริกากลาง
zh-min-nan:Tiong-hui Kiōng-hô-kok
Demokratische Republik Kongo
Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), ehemals Zaire, davor Belgisch Kongo, liegt in Zentral-Afrika und grenzt an die Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik, Sudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia und Angola. Sie hat einen kurzen Küstenstreifen am Atlantik, der die angolanische Exklave Cabinda vom Rest der Republik Angola abtrennt.
Nationalfeiertag ist der 30. Juni, Tag der Unabhängigkeit (1960).
Geographie
Das Gebiet der DR Kongo umfasst als drittgrößter Staat Afrikas 2.345.411 km² und ist somit ca. 6,6-mal so groß wie Deutschland.
Rund 60 % des Landes nimmt das Kongobecken mit seinen tropischen Regenwäldern ein. Es ist in allen Richtungen von Bergzügen begrenzt. Den Norden bildet tropisches Tiefland, der Südosten des Kongobeckens wird vom Shaba- oder Katanga-Bergland eingenommen. Es erreicht Höhen bis 1.200 m und ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Uran und anderen. Der Osten ist durch die Seenkette des Großen Afrikanischen Grabens begrenzt. Es birgt darüber hinaus mit die bedeutendsten Naturschätze Afrikas. Im Süden herrscht Feuchtsavanne vor. Im Norden der Kongomündung stellt eine 40 km lange Küste die einzige Öffnung zum Atlantischen Ozean dar.
Die höchste Erhebung befindet sich im Ruwenzori-Gebirge (Margherita Peak – 5.109 m).
Der längste Fluss ist der Kongo mit 4.374 km.
Wichtige Städte sind Kinshasa, Lubumbashi, Kisangani, Bukavu
Eine umfangreiche Liste der Städte im Kongo ist unter Liste der Städte in der DR Kongo einzusehen.
Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich aus 12 ethnischen Hauptgruppen zusammen, die sich wiederum in 240 kleinere Gruppen aufteilen. Die größten Bevölkerungsgruppen bilden die Kongo, Mongo, Luba und Lunda. Sie gehören den Bantuvölkern an, die etwa 80 % der Bevölkerung bilden. 15 % stammen von Sudangruppen ab, die sich vor allem im Norden vorfinden. Minderheiten sind die Niloten im Nordosten sowie die Pygmäen und Hamiten im Osten.
Die Demokratische Republik Kongo zählt 58,3 Mio. Einwohner (2004). Die Bevölkerungsdichte beträgt 24 Einwohner pro km². In den letzten Jahren kam es zu massiven Flüchtlingsbewegungen. Die Bevölkerung konzentrierte sich auf das Bergbaugebiet Shaba und den Unterlauf des Kongo. 30 % der Einwohner leben in städtischen Gebieten. Lebenserwartung: 49,7 Jahre (Männer) / 52,3 Jahre (Frauen).
Die Hauptstadt sowie größte Stadt des Landes ist Kinshasa mit etwa 7,8 Mio. Einwohnern. Daneben gibt es noch acht weitere Städte von nennenswerter Größe.
Rund 91 % der Gesamtbevölkerung gehören dem Christentum an (42 % Katholiken, 25 % Protestanten). Daneben gibt es kleine muslimische (über 3% der Bevölkerung) und jüdische Gemeinden sowie ca. 120.000 Zeugen Jehovas. Der Rest der Bevölkerung, etwa 5%, gehört traditionellen afrikanischen Religionen oder auch synkretistischen Bewegungen (christliche Elemente mit traditionellen Religionen vermischt) an.
Sprachen
Amtssprache ist Französisch. Außerdem existieren noch vier weitere Hauptsprachen sowie 200 verschiedene Sprachen, die im Kongo gesprochen werden: Chiluba, Kikongo (von 30% der Bevölkerung verstanden), Lingala (von 50% der Bevölkerung verstanden, Kiswahili (von 10% der Bevölkerung verstanden), Luvena, Tshokwe, Gbaya, Mono-Kituba u. a. (insgesamt über 200 Sprachen). Die vier ersterwähnten haben den Status von Nationalsprachen
Nationalsprache bis 2003 (nach FAO, 2004). Bevölkerung in Tsd. Einwohnern.]]
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Demokratischen Republik Kongo
Ursprünglich war das Land Heimat mehrerer Königreiche, herausragend unter ihnen war das im 14. Jahrhundert gegründete Königreich Kongo, eines der größten afrikanischen Staatswesen überhaupt.
Mit der "Entdeckung" durch die Portugiesen begann nach einer kurzen Phase annähernd gleichberechtigten Umgangs zwischen Kongo und Portugal die bis zum Ende des 17. Jahrhunderts völlige Zerstörung des Königreiches sowie seine Ausbeutung und Plünderung durch Sklavenjäger, die nach dem Zerfall der portugiesischen Vorherrschaft durch Holländer und Engländer fortgeführt wurde.
Der Engländer Henry Morton Stanley war es auch, der als erster Europäer den Kongo umfassend bereiste, sein Vorschlag, den Kongo dem englischen Kolonialreich anzugliedern, wurde von der englischen Regierung aber abgelehnt. Der belgische König Leopold II. jedoch, von dem Gedanken an ein Kolonialreich seit langem fasziniert, wollte die Gelegenheit nutzen. Da aber auch in Belgien die Stimmung eher gegen Kolonien war, vereinnahmte Leopold den Kongo 1885 als seinen "Privatbesitz". Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig. Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden, kam es bei der wirtschaftlichen Ausbeutung (insbesondere Kautschuk) zu (selbst für diese Zeit) solch grausamen Exzessen, dass sie als so genannte "Kongogräuel" 1908 international für Aufsehen und Empörung sorgten und Leopold zur Übergabe des Kongo als "normale" Kolonie an den belgischen Staat zwangen.
Zwar verbesserten sich die Verhältnisse nun ein wenig, aber nach wie vor wurden der Kongo und seine Bevölkerung von der autoritären Kolonialmacht Belgien ausgebeutet. Mit den weltweit in den Kolonien zunehmenden Unabhängigkeitsbestrebungen wuchs auch im Kongo der Druck nach staatlicher Selbstbestimmung. Nach ersten Unruhen in der Hauptstadt und unter dem Druck der Weltöffentlichkeit zog sich Belgien Anfang 1959 schlagartig aus dem Kongo zurück und hinterließ ein infrastrukturelles Chaos. Der bedeutende Panafrikanist und Führer der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung Patrice E. Lumumba wurde der erste Ministerpräsident des jungen Landes, das er allerdings aufgrund mangelnder Fachkräfte und angesichts sezessionistischer Bestrebungen insbesondere in der Provinz Katanga nicht zusammenzuhalten vermochte. Insbesondere die kontinuierlichen Interventionen Belgiens, der USA, aber auch der Sowjetunion führten zu einem allmählichen Zerreißen der jungen Nation. Nach nur 18 Monaten Unabhängigkeit putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu, unterstützt von den USA und Belgien gegen ihn und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der längsten und grausamsten Diktaturen Afrikas. Lumumba konnte zwar der Haft kurz entfliehen, wurde aber kurze Zeit später wieder ergriffen und seinem Gegner Moïse Tshombé, Sezessionistenführer in Katanga, ausgeliefert und von dessen Kräften ermordet. Es gilt als gesichert, dass der Mord an Lumumba von Belgien und den USA direkt unterstützt wurde. 1971 wurde das Land in Zaire umbenannt. 1977/78 Shaba-Invasion. Erneut erfolgt eine internationale Militärhilfsaktion zugunsten der Regierung unter Mobutu Sese Seko gegen Invasoren aus Angola.
Die Diktatur Mobutus, die das Land weiter zerstörte, wurde erst 1994 erschüttert, als sich, angeheizt unter anderem durch Flüchtlingsströme aus Ruanda und Burundi, im Grenzland zu Ruanda eine Rebellen-Streitmacht bildete, angeführt von Laurent-Désiré Kabila. Lange nicht ernst genommen, gelang es ihm 1997 den alten, schwer kranken und international mittlerweile isolierten Mobutu zu stürzen. Danach benannte er Zaire in Demokratische Republik Kongo um. Die konfliktreiche Phase zwischen 1996 und 2002 wird auch als Kongokrieg, ab 1998 "afrikanischer Weltkrieg" bezeichnet. Im Januar 2001 fiel Kabila selbst einem Attentat zum Opfer und sein Sohn Joseph Kabila "erbte" seine Stellung als Staatspräsident der DR Kongo. Trotz des dubiosen Amtsantrittes scheint mit Joseph Kabila zum ersten Mal seit 1959 ein Mann den Kongo zu führen, der eine Befriedung und Stabilisierung der zerrütteten Nation zumindest versucht. Ihm im Wege steht dabei allerdings der fast vollständige Zerfall der Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft des Landes und insbesondere die Ausplünderung der äußerst rohstoffreichen Ostprovinzen des Kongo – in denen die Zentralregierung fast völlig machtlos ist – durch ugandische, ruandische und burundische Kräfte. Mehrere Erhebungen und Revolten konnte Kabila bisher abwehren. Ob es ihm aber gelingen wird, die territoriale und in der Folge die administrative Souveränität wiederherzustellen, steht immer noch dahin.
Im Osten des Landes flammten in jüngster Zeit die Kämpfe auf, es kam zu Massenfluchten nach Uganda. Seit 1998 (bis Anfang 2005) wurden gemäß Angaben des „International Rescue Committee“ 3,8 Millionen Menschen während gewaltsamer Auseinandersetzungen getötet. Nach Schätzungen der UNO werden jeden Tag 1000 Menschen zu Opfern von Gewalttaten.
Zwischen dem 14. und 16. Februar 2005 erkrankten im Gesundheitsbezirk Dingila, in Zobia im Nordosten 93 Patienten an der Lungenpest. Ärzte ohne Grenzen bekämpft den Ausbruch der Krankheit und versucht entlang der wichtigsten Verbindungsstraßen diejenigen aufzuspüren und zu behandeln, die aus Angst vor einer Ansteckung aus Zobia geflohen sind.
Politik
Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Regionen und den Hauptstadtdistrikt untergliedert. Es herrscht eine streng zentralistische Verwaltung. Seit dem 21. August 2000 besteht ein provisorisches Parlament mit 300 ernannten Mitgliedern.
Seit 1997 sind politische Parteien verboten.
Durch Misswirtschaft, Bürgerkrieg und Korruption ist die Verwaltung und Infrastruktur des Landes fast völlig zerfallen, die territoriale Souveränität der Regierung ist insbesondere im Osten des Landes nicht mehr gegeben, zahlreiche Rohstoffe der entsprechenden Provinzen werden von den Nachbarländern Uganda, Ruanda und Burundi ausgebeutet. Aufgrund ihrer Instabilität wird die DR Kongo auch als zerfallener Staat bezeichnet.
Das Sozialsystem des Landes zählt zu den schlechtesten der Welt.
Verwaltungsgliederung
Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Provinzen untergliedert:
- Bandundu
- Bas-Congo
- Équateur
- Orientale
- Kasai-Occidental
- Kasai-Oriental
- Katanga
- Maniema
- Nord-Kivu
- Sud-Kivu
Die Hauptstadt Kinshasa bildet als Neutrale Stadt (Ville neutre) eine eigene Verwaltungseinheit.
Nach einer neuen Verfassung vom Mai 2005 soll das Land künftig in 25 Provinzen und die Stadt Kinshasa gegliedert werden.
Wirtschaft
Obwohl das Land über die größten Naturreichtümer Afrikas verfügt, gehört es zu den ärmsten der Welt. Hauptursache hierfür sind die mehr als drei Jahrzehnte Misswirtschaft und Korruption durch das Mobutu-Regime gefolgt von schweren kriegerischen Auseinandersetzungen bis in die Gegenwart.
Das Wirtschaftswachstum betrug von 1965 bis 1985 nur 1 % jährlich. Seitdem geht die Wirtschaftsleistung ständig zurück. 1971 wurde der Bau einer riesigen Stromleitung vom äußersten Nordwesten des Landes vom Inga-Staudamm quer durch das Land in den Südosten in die Kupferregion Shaba (Katanga) beschlossen. Großfirmen aus den USA und Europa schlossen sich zu einem Konsortium zusammen und vergaben die Kredite. 1983 war die offizielle Einweihung, aber die Kosten waren explodiert.
Die Bergbauindustrie, der wichtigste Industriezweig, (Kongo wurde auch das Kupferland genannt) war 1974 vom drastischen Verfall des Weltmarktpreises für Kupfer schwer betroffen. Anfang der 1990er Jahre brach die Wirtschaft völlig zusammen. Es herrschte Hyperinflation (1994 7400 %). Durch Unruhen unter den Arbeitern sanken die Exporterlöse, die Infrastruktur im Transportwesen zerfiel, die Auslandsschulden stiegen auf 10 Mrd. Euro. Das Land war anschließend auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 1998 4.653 Mio. Euro.
Bekannt ist die DR Kongo auch für die reichen Coltan-Vorkommen. Coltan enthält zwei der begehrtesten Metallerze (Columbit und Tantalit), die Niob und Tantal enthalten. Tantal ist für die Produktion von Handys, Computerchips, Videokameras und diversen Geräten aus der Unterhaltungselektronik von großer Bedeutung. Niob dient der Herstellung hitzebeständiger Materialien, wie Raketen, Düsenjets und Weltraumkapseln.
Weitere Bodenschätze, die gefördert werden, sind Gold, Silber, Diamanten, Erdöl, Kobalt (Weltspitze), Mangan, Zink, Zinn, Cadmium, Germanium und Beryllium. Diese Vorkommen sind einer der Gründe, warum von den Nachbarn Uganda, Ruanda und Burundi durch Besetzung der östlichen Provinzen der Bürgerkrieg immer wieder aufs Neue angefacht wird.
Zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, die fast zwei Drittel zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert. Große Gebiete sind landwirtschaftlich nutzbar, es werden aber nur rund 3 % kultiviert. Haupterzeugnisse sind Maniok, Obst, Melonen, Kochbananen, Zuckerrohr, Erdnüsse, Bananen und Süßkartoffeln. Außerdem werden noch Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Kaffee, Kautschuk, Baumwolle und Kakao angebaut.
Nachdem Mitte der 1970er Jahre viele kleinere Plantagen verstaatlicht wurden, die sich in ausländischen Besitz befanden, ging der Verkauf von Agrarprodukten merklich zurück. In vielen Landesteilen gibt es nur noch eine Selbstversorger-Landwirtschaft. Viehzucht ist auf höher gelegene Gebiete beschränkt. Da die Transportwege zerstört sind, können die Produkte nicht in die verschiedenen Provinzen gebracht werden und verderben.
Der industrielle Sektor hat sich vor allem um die Verarbeitung der vorhandenen Bodenschätze entwickelt. Bedeutend sind auch noch die Ölraffinerien sowie die Herstellung von Zement und Schwefelsäure. Wichtige Erzeugnisse sind Reifen, Schuhe, Textilien, Zigaretten, Nahrungsmittel und Bier.
Der gesamte Bereich wurde durch den wirtschaftlichen Niedergang, vor allem der rasenden Inflation, seit 1990 schwer geschädigt. Es herrscht ein großer Devisenmangel, der den Import von Rohstoffen und Ersatzteilen verhindert.
Bis Anfang der 1990er Jahre war Kupfer noch der wichtigste Exportartikel, der die Hälfte der jährlichen Exporterlöse einbrachte. Innerhalb von nur drei Jahren verringerte sich der Kupferexport jedoch um drei Viertel. Heute bilden Diamanten, Rohöl, Kobalt und Kaffee die wichtigsten Exportgüter. Auch die positive Handelsbilanz kann die sinkende Wirtschaftsleistung nicht aufhalten. Die wichtigsten Handelspartner sind Belgien, Südafrika, Chile, USA, Deutschland und Indien.
Hauptstromquelle des Kongo sind seine Wasserkraftwerke. Sie sind vor allem in der Nähe von Minen vorzufinden.
- Bruttosozialprodukt pro Einwohner: 92 Euro (Stand 1998)
- Pro-Kopf-Einkommen im Jahr (BSP): 100 Euro
Literatur
- Jan Vansina: The Children of Woot: A History of the Kuba Peoples. Wisconsin 1978. ISBN 0299074900
- Kongo – Geschichte eines geschundenen Landes. In: "Weltmission Heute 55 – Länderheft". Hamburg 2004
- George Nzongola: Ntalaja : The Congo from Leopold to Kabila. A People's History. London/New York 2002
- Peter Körner: Zaire – Verschuldungskrise und IWF-Intervention in einer afrikanischen Kleptokratie. Hamburg 1988.
- Adam Hochschild: Schatten über dem Kongo – Die Geschichte eines fast vergessenen Menschheitsverbrechens. Reinbek 2002. ISBN 3499613123
- Ludo De Witte: Regierungsauftrag Mord : der Tod Lumumbas und die Kongo-Krise. Leipzig 2001. ISBN 3931801098
- Michaela Wrong: Auf den Spuren von Mr. Kurtz : Mobutus Aufstieg und Kongos Fall. Berlin 2002
- Lieve Joris: Das schwarze Herz Afrikas – Meine erste Reise in den Kongo. Amsterdam 1987 / München 2002
- Lieve Joris: Der Tanz des Leoparden – Mein afrikanisches Tagebuch. Amsterdam 2001 / München 2003
- Olivier Lanotte: Guerres Sans Frontières - République Démocratique du Congo. Brüssel 2003. ISBN 2-87027-835-7
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=85 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtiges Amtes
- [http://www.kongo-kinshasa.de Deutschesprachiges Hintergrundmaterial und aktuelle Nachrichten aus dem Kongo]
- [http://www.pygmies.info/ Afrikanische Pygmäen] Kultur und Musik der ersten Einwohner von Demokratische Republik Kongo
- [http://www.wsws.org/de/2002/jan2002/lumu-j25.shtml Der gewaltsame Tod von Patrice Lumumba]
- [http://www.altenburg-netz.de/texts/ousmane4.html Zum 40. Jahrestag der Unabhängigkeit]
- [http://www.monuc.org UN-Mission in der DR Kongo]
Kongo, Demokratische Republik
ja:コンゴ民主共和国
ko:콩고 민주 공화국
ms:Republik Demokratik Congo
zh-min-nan:Congo Bîn-chú Kiōng-hô-kok
1889
- 1. Januar: Die elektrische Hinrichtung wird eingeführt. Im Staat New York tritt ein Gesetz in Kraft, das die Hinrichtung von zum Tode verurteilten Verbrechern durch Benutzung des elektrischen Stuhls vorsieht. Diese, zuvor an Tieren erprobte, gegenüber dem Erhängen als „menschlicher“ empfundene Todesart kommt am 6. August 1890 erstmals zum Einsatz
- 8. Januar: Herman Hollerith meldet das Patent für ein System zur Verarbeitung von Lochkarten an und begründet so die maschinelle Datenverarbeitung
- 11. Februar: Japan gibt sich eine neue Verfassung nach europäischem Muster
- 1. April: Der Berliner Zeitungsverleger Rudolf Mosse gründet die „Berliner Morgen-Zeitung“
- 6. Mai: Die Weltausstellung in Paris, Frankreich wird eröffnet
- 24. Mai: Der Reichstag in Deutschland gibt seine Zustimmung zur Renten- und Invaliditätsversicherung
- 18. August: Erster Deutscher Philatelistentag in Mainz
- 15. November: Sturz der Monarchie und Ausrufung der Republik in Brasilien. König Pedro II. wird gestürzt
- 23. November: In San Francisco kommt erstmals ein umgebauter Edison-Phonograph als Musikautomat mit Münzeinwurf öffentlich zum Einsatz.
- In Paris, Frankreich wird der Eiffelturm zum hundertjährigen Jubiläum der Französischen Revolution erbaut
- In Worpswede wird die Künstlerkolonie gegründet
- Bertha von Suttner veröffentlicht „Die Waffen nieder!“
- South Dakota wird 40. Bundesstaat der USA
- König Umberto von Italien auf Staatsbesuch in Berlin
- Die Firth-of-Forth-Brücke wird in Queensferry, Schottland fertiggestellt
- Erstbesteigung des Kilimandscharo durch den Leipziger Geografen Hans Meyer (Afrikaforscher) (1858–1929)
- Die Elfenbeinküste (später Côte d'Ivoire) wird offiziell französisches Protektoratsgebiet
- Bergarbeiterstreik im Ruhrgebiet
- „Fräulein Julie“ von August Strindberg wird uraufgeführt
Katastrophen
- 31. Mai: Nach einem Dammbruch der South-Fork-Talsperre bei Johnstown (Pennsylvania) sterben mehr als 2.200 Menschen
Kultur
- 2. März: Uraufführung der Operette Capitain Fracassa von Rudolf Dellinger am Carl Schultze Theater in Hamburg
- 21. April: Uraufführung der Oper Edgar von Giacomo Puccini am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 15. Mai: Uraufführung der Oper Esclarmonde von Jules Massenet an der Opéra-Comique in Paris
- Der deutsche Archäologe Friedrich von Duhn und der deutsche Bauforscher Louis Jacobi finden bei Ausgrabungen in Pompeji einen dorischen Tempel aus dem 6. Jahrhundert v. Chr..
- 1. Januar: Götz Briefs, Katholischer Sozialethiker, Sozialphilosoph und Nationalökonom († 1974)
- 2. Januar: Tito Schipa, italienischer Tenor und Komponist († 1965)
- 7. Januar: Philippe Henriot, französischer Politiker († 1944)
- 10. Januar: Joseph Santley, US-amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent († 1971)
- 15. Januar: Walter Serner, Essayist, Schriftsteller und Dadaist
- 17. Januar: Giuseppe Beltrami, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1973)
- 17. Januar: Ralph Howard Fowler, britischer Physiker († 1944)
- 19. Januar: Sophie Taeuber-Arp, Künstlerin, Malerin und Bildhauerin († 1943)
- 20. Januar: Lois Welzenbacher, österreichischer Architekt († 1955)
- 21. Januar: Edith Mary Tolkien, Ehefrau von J. R. R. Tolkien († 1971)
- 21. Januar: Hermann Glöckner, deutscher Maler († 1987)
- 22. Januar: Guido Kisch, Jurist und Rechtshistoriker († 1985)
- 22. Januar: Henri Pélissier, französischer Radrennfahrer († 1935)
- 22. Januar: Hermann Troppenz, deutscher Politiker und MdB († 1964)
- 22. Januar: Willi Baumeister, deutscher Maler († 1955)
- 23. Januar: Rikard Long, färöischer Dichter und Literaturkritiker († 1977)
- 26. Januar: Rudolf Mauersberger, deutscher Komponist und Kreuzkantor († 1971)
- 29. Januar: Leadbelly, US-amerikanischer Blues-Sänger († 1949)
- 1. Februar: Karl Gaul, deutscher Politiker († 1972)
- 3. Februar: Carl Theodor Dreyer, dänischer Filmregisseur († 1968)
- 7. Februar: Harry Nyquist, US-amerikanischer Physiker († 1976)
- 8. Februar: Siegfried Kracauer, Journalist, Publizist, Soziologe und Filmhistoriker († 1966)
- 12. Februar: Anton Hoppe, deutscher Politiker († 1968)
- 16. Februar: Pawel Jefimowitsch Dybenko, russischer Revolutionär und Marineoffizier († 1938)
- 18. Februar: Aloysius Muench, US-amerikanischer Kurienkardinal und erster Nuntius der BRD († 1962)
- 18. Februar: Gerhard Marcks, Bildhauer († 1981)
- 19. Februar: Ernest Marsden, englischer Physiker
- 22. Februar: Olave Baden-Powell, Mitbegründerin der Pfadfinderinnenbewegung († 1977)
- 23. Februar: Victor Fleming, Regisseur († 1949)
- 24. Februar: Kuni Tremel-Eggert, († 1957)
- 25. Februar: Albin Stenroos, Marathonläufer und Olympiasieger
- 29. Februar: Kobuk, Schriftsteller († 1951)
- 4. März: Hans Dirscherl, deutscher Politiker († 1962)
- 7. März: Heinrich Studer, Schweizer Verleger († 1961)
- 14. März: Firmin Lambot, belgischer Radrennfahrer († 1964)
- 21. März: W. S. Van Dyke, US-amerikanischer Filmregisseur († 1943)
- 23. März: Yukichi Chuganji, galt eine Zeitlang als ältester Mann der Welt († 2003)
- 24. März: Albert Hill, britischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 24. März: Joseph Massolle, Ingenieur († 1957)
- 26. März: Václav Kaprál, tschechischer Komponist († 1947)
- 27. März: Yakup Kadri Karaosmanoglu, türkischer Romanschiftsteller († 1974)
- 31. März: Adolf Jäger, deutscher Fußballspieler († 1944)
- 31. März: Muriel Hazel Wright, US-amerikanische Historikerin († 1975)
- 5. April: Mestre Pastinha, brasilianischer Sportler († 1981)
- 7. April: Gabriela Mistral, chilenische Dichterin und Diplomatin († 1957)
- 7. April: Peter August Böckstiegel, Maler († 1951)
- 8. April - Adrian Boult, englischer Dirigent († 1983)
- 8. April: Blanche Stuart Scott, die erste US-Amerikanerin, die ein Flugzeug flog
- 14. April: Arnold J. Toynbee, britischer Kulturtheoretiker († 1975)
- 14. April: Efim Bogoljubow, ukrainisch-deutscher Schachgroßmeister († 1952)
- 14. April: Karl Schworm, Autor und Heimatdichter († 1956)
- 16. April: Charlie Chaplin, britischer Regisseur, Schauspieler und Komiker († 1977)
- 17. April: Joseph Georg Oberkofler, österreichischer Jurist, Erzähler und Lyriker († 1962)
- 19. April: Otto Georg Thierack, Präsident des Volksgerichtshofs, Reichsminister der Justiz († 1946)
- 20. April: Adolf Hitler, deutscher Reichskanzler und Diktator († 1945)
- 20. April: Tonny Kessler, niederländischer Fußballspieler († 1960)
- 21. April: Paul Karrer, Schweizer Chemiker († 1971)
- 22. April: Ludwig Renn, deutscher Schriftsteller († 1979)
- 22. April: Richard Glücks, Leiter der Inspektion der Konzentrationslager († 1945)
- 23. April: Karel Willem Frederick Marie Doorman,niederländischer Konteradmiral
- 24. April: Johanna Kirchner, deutsche Widerstandskämpferin († 1944)
- 24. April: Stafford Richard Cripps, britischer Politiker und Diplomat († 1952)
- 26. April: Ludwig Wittgenstein, österreichischer Philosoph († 1951)
- 28. April: António de Oliveira Salazar, Ministerpräsident von Portugal († 1970)
- 29. April: Jan van der Sluis, niederländischer Fußballspieler († 1952)
- 3. Mai: Gottfried Fuchs, deutscher Fußballspieler († 1972)
- 4. Mai: Francis Joseph Spellman, Erzbischof des Erzbistums New York und Kardinal († 1967)
- 18. Mai: Jakob Levy Moreno, Begründer des Psychodramas († 1974)
- 18. Mai: Thomas Midgley, US-amerikanischer Ingenieur († 1944)
- 23. Mai: Hermann Gieseler, Gewerkschaftsfunktionär († 1948)
- 25. Mai: Igor Iwanowitsch Sikorski, ukrainisch-amerikanischer Luftfahrtpionier († 1972)
- 28. Mai: Richard Réti, berühmter Schachspieler († 1929)
- 1. Juni: Sigrid Onegin, deutscher Opern- und Konzertsängerin († 1943)
- 19. Juni: Enrico Celio, Schweizer Politiker und Bundespräsident († 1980)
- 19. Juni: Wera Ignatjewna Muchina, russische Bildhauerin († 1953)
- 23. Juni: Anna Andrejewna Achmatowa, russische Dichterin und Schriftstellerin († 1966)
- 24. Juni: Leopold Reitz, deutscher Schriftsteller († 1972)
- 1. Juli: Hans Peter von Heydebreck, deutscher Reichstagsabgeordneter und Nationalsozialist († 1934)
- 2. Juli: Erik Jan Hanussen, Hellseher († 1933)
- 5. Juli: Jean Cocteau, französischer Schriftsteller, Regisseur, Choreograph, Maler († 1963)
- 10. Juli: Noble Sissle, afro-amerikanischer Sänger und Liedtext-Lyriker
- 13. Juli: Adam Scharrer, deutscher Schriftsteller († 1948)
- 17. Juli: Erle Stanley Gardner, US-amerikanischer Krimi-Schriftsteller († 1970)
- 20. Juli: Erich Pommer, deutscher Filmproduzent († 1966)
- 20. Juli: John Reith, Generaldirektor der BBC († 1905)
- 29. Juli: Ernst Reuter, deutscher Politiker († 1953)
- 30. Juli: Frans Masereel, belgischer Maler und Graphiker
- 30. Juli: Wladimir Kosmitsch Sworykin, russischer Ingenieur, Physiker und Erfinder († 1982)
- 31. Juli: Erwin von Beckerath, deutscher Ökonom und Widerstandskämpfer († 1964)
- 1. August: Walther Gerlach, deutscher Physiker († 1979)
- 5. August: Lotte Neumann, deutsche Schauspielerin († 1977)
- 9. August: Anton Fränznick, katholischer Priester († 1944)
- 10. August: Cecil Armstrong Gibbs, englischer Komponist († 1960)
- 14. August: Walter Freitag, deutscher Politiker († 1958)
- 19. August: Arthur Waley, britischer Sinologe († 1966)
- 20. August: Wilhelm August Flitner, deutscher Philosoph und Pädagoge, († 1990]])
- 21. August: Hermann-Bernhard Ramcke, deutscher General († 1968)
- 31. August: Anna Ebert, deutsche Lokalpolitikerin († 1947)
- 3. September: Friedrich Gottlob Nagelmann, fiktiver deutscher Verfassungsjurist
- 7. September: Albert Plesman, niederländischer Luftfahrtpionier († 1953)
- 14. September: Johannes Degener, deutscher Politiker († 1959)
- 16. September: Ludwig Tügel, deutscher Schriftsteller († 1972)
- 16. September: Mercédès Jellinek, Tochter des österreichisch-ungarischen Diplomaten Emil Jellinek († 1929)
- 20. September: Charles Reidpath, US-amerikanischer Stadtbaumeister, Leichtathlet und Olympiasieger († 1975)
- 24. September: Eberhard von Mackensen, deutscher General († 1969)
- 26. September: Martin Heidegger, deutscher Philosoph († 1976)
- 28. September: Hans Behrendt, deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler († 1942)
- 3. Oktober: Carl von Ossietzky, deutscher Schriftsteller und Herausgeber († 1938)
- 6. Oktober: Maria Dabrowska, polnische Schriftstellerin († 1965)
- 7. Oktober: Heinrich Eduard Jacob, deutscher Journalist und Schriftsteller († 1967)
- 10. Oktober: Henricus Antonius van Meegeren, niederländischer Maler und Kunstfälscher († 1947)
- 11. Oktober: Charles F. Wennerstrum, US-amerikanischer Richter bei den Nürnberger Prozessen († 1986)
- 12. Oktober: Heinrich Lersch, deutscher Arbeiterdichter († 1936)
- 14. Oktober: Max Hoelz, deutscher Politiker († 1933)
- 16. Oktober: Reinhold Maier, Ministerpräsident von Baden-Württemberg († 1971)
- 17. Oktober: Nestor Machno, Anführer einer anarchistischen Volksbewegung in der Ukraine († 1905)
- 25. Oktober: Peter Etzenbach, deutscher Politiker († 1976)
- 27. Oktober: Rudolf Leonhard, deutscher Schriftsteller und Kommunist; († 1953)
- 1. November: Hannah Höch, Collagekünstlerin des Dadaismus († 1978)
- 1. November: Philip John Noel-Baker, britischer Politiker und Nobelpreisträger († 1982)
- 3. November: Heinrich Campendonk, deutscher Maler und Grafiker († 1957)
- 6. November: Gabriel Hanot, französischer Fußballspieler und Journalist
- 7. November: Wilhelm Friedle, Betriebsdirektor der Daimler-Benz AG
- 9. November: Umberto Malchiodi, Erzbischof und Bischof emeritus von Piacenza († 1974)
- 10. November: Boris Nikolajewitsch Jurjew, sowjetischer Hubschrauberkonstrukteur und -pionier († 1957)
- 10. November: Claude Rains, englischer Schauspieler († 1967)
- 14. November: Jawaharlal Nehru, indischer Jurist und Regierungschef († 1964)
- 14. November: Taha Hussein, arabischer Schriftsteller († 1973)
- 15. November: Emanuel II. (Portugal), letzter König von Portugal († 1932)
- 16. November: George Simon Kaufman, US-amerikanischer Autor († 1961)
- 18. November: Hannes Meyer, Schweizer Architekt und Urbanist († 1954)
- 19. November: Wassili Konstantinowitsch Blücher, General der Roten Armee und Marschall der Sowjetunion († 1938)
- 20. November: Edwin Hubble, US-amerikanischer Astronom († 1953)
- 20. November: Otto Koehler, deutscher Zoologe und Ethologe († 1974)
- 22. November: Erwin Stresemann, deutscher Ornithologe († 1972)
- 23. November: Jakob Altmaier, deutscher Politiker und MdB († 1963)
- 23. November: Klement Gottwald, tschechoslowakischer Politiker, Staatspräsident
- 24. November: Johannes Heckel, deutscher Kirchenrechtler († 1963)
- 25. November: Fritz Cockerell, Pionier des Automobilbaues († 1965)
- 26. November: Heinrich Mitteis, deutscher Rechtshistoriker († 1952)
- 30. November: Edgar Douglas Adrian, britischer Anatom und Physiologe († 1977)
- 9. Dezember: Hannes Kolehmainen, finnischer Langstreckenläufer († 1966)
- 9. Dezember: Johan Petteri Kolehmainen, finnischer Langstreckenläufer († 1966)
- 12. Dezember: Otto Scheff, österreichischer Freistil-Schwimmer († 1956)
- 21. Dezember: Sewall Wright, US-amerikanischer Biologe, Genetiker († 1988)
- 23. Dezember: Emil Brunner, Schweizer reformierter Theologe († 1966)
- 25. Dezember: Hermann Conrad, deutscher Heimatforscher († 1959)
- 30. Dezember: Georg von der Vring, deutscher Schriftsteller († 1968)
- 31. Dezember: Adolf Grimme, deutscher Politiker († 1963)
- 31. Dezember: Marcel Pilet-Golaz, Schweizer Politiker († 1958)
- Oktober: José Maza, chilenischer Politiker (†1964)
- 1. Januar: Johann Kravogl, Büchsenmacher und Mechaniker ( - 1823)
- 5. Januar: Frank Hommeel, österreichischer Diktator ( - 1810)
- 15. Januar: Melchior Josef Martin Knüsel, Schweizer Politiker ( - 1813)
- 23. Januar: Alexandre Cabanel, französischer Maler ( - 1823)
- 30. Januar: Maria von Vetsera, österreichische Adlige ( - 1871)
- 30. Januar: Rudolf von Österreich, Erzherzog und Thronfolger von Österreich-Ungarn ( - 1858)
- 31. Januar: Joseph Gungl, ungarischer Komponist ( - 1810)
- 3. Februar: Belle Starr, Räuberbraut ( - 1848)
- 4. Februar: Carl Leverkus, erfolgreicher Chemieunternehmer ( - 1804)
- 14. Februar: Ernst Heinrich Carl von Dechen, Mineraloge und Geologe, Professor für Bergbaukunde ( - 1834)
- 26. Februar: Carl Davidoff, russischer Komponist, Dirigent, Cellist und Musikpädagoge ( - 1838)
- 8. März: Anton Romako, österreichischer Maler ( - 1832)
- 8. März: John Ericsson, schwedischer Ingenieur ( - 1803)
- 9. März: Paolo Ferrari, italienischer Lustspieldichter ( - 1822)
- 11. März: Benjamin Franklin Baker, US-amerikanischer Komponist ( - 1811)
- 12. März: Johannes IV. (Äthiopien), Kaiser von Äthiopien ( - 1831)
- 16. März: Ernst Wilhelm Leberecht Tempel, Astronom und Lithograf ( - 1821)
- 26. März: Wilhelm von Breithaupt, deutscher Offizier ( - 1809)
- 27. März: John Bright, britischer Politiker ( - 1811)
- 4. April: Gisela von Arnim, deutsche Schriftstellerin ( - 1827)
- 9. April: Michel Eugène Chevreul, französischer Chemiker ( - 1786)
- 15. April: Damian de Veuster, Mitglied der Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä ( - 1840)
- 29. April: Josef Werndl, österreichischer Waffenproduzent ( - 1831)
- 1. Mai: Heinrich Adolph Meyer, deutscher Meeresforscher und Fabrikant ( - 1822)
- 10. Mai: Michail Jewgrafowitsch Saltykow-Schtschedrin, russischer Schriftsteller und Satiriker ( - 1826)
- 17. Mai: Marie Friederike Franziska Hedwig von Preußen, Königin von Bayern ( - 1825)
- 8. Juni: Gerard Manley Hopkins, britischer Lyriker und Jesuit ( - 1844)
- 15. Juni: Mihai Eminescu, rumänischer Dichter ( - 1850)
- 28. Juni: Maria Mitchell, US-amerikanische Astronomin und Frauenrechtlerin ( - 1818)
- 1. Juli: José Joaquín Pérez Mascayano, chilenischer Politiker ( - 1801)
- 13. Juli: Robert Hamerling, österreichischer Schriftsteller ( - 1830)
- 14. Juli: P. G. Berg, schwedischer Verleger ( - 1805)
- 18. Juli: Domingo Santa María González, chilenischer Politiker und Präsident ( - 1824)
- 31. Juli: Hugo von Ritgen, deutscher Architekt ( - 1811)
- 5. August: Fanny Lewald, deutsche Schriftstellerin ( - 1811)
- 10. August: Jan Jonker Afrikaner, Afrikaner-Häuptling ( - 1820)
- 15. August: Theodor Christlieb, evangelischer Theologe ( - 1833)
- 23. September: Wilkie Collins, britischer Schriftsteller und Verfasser der ersten Mystery Thriller ( - 1824)
- 23. September: William Wilkie Collins, britischer Autor ( - 1824)
- 24. September: Daniel Harvey Hill, General der Konföderierten Staaten von Amerika ( - 1821)
- 6. Oktober: Jules Dupré, französischen Landschaftsmaler ( - 1812)
- 10. Oktober: Adolf von Henselt, deutscher Komponist und Klaviervirtuose ( - 1814)
- 11. Oktober: James Prescott Joule, britischer Physiker ( - 1818)
- 19. Oktober: Ludwig I. (Portugal), König von Portugal ( - 1838)
- 28. Oktober: Gustav Rümelin, deutscher Pädagoge, Statistiker und Politiker ( - 1815)
- 28. November: Richard von Volkmann, deutscher Chirurg und Schriftsteller ( - 1830)
- 6. Dezember: Jefferson Davis, US-amerikanischer Politiker der Südstaaten ( - 1808)
- 7. Dezember - Antoni Kątski, polnischer Komponist und Pianist ( - 1817)
- 10. Dezember: Ludwig Anzengruber, österreichischer Dichter, Erzähler und Dramatiker ( - 1839)
- 12. Dezember: Robert Browning, britischer Dichter ( - 1812)
- 12. Dezember: Viktor Jakowlewitsch Bunjakowski, russischer Mathematiker ( - 1804)
- 14. Dezember: Cölestin Joseph Ganglbauer, Erzbischof von Wien ( - 1817)
- 27. Dezember: Eduard Bendemann, deutscher Maler ( - 1811)
- 27. Dezember: Ernst Christian Friedrich Schering, Gründer der späteren Schering AG
Staatsoberhäupter
Afrika
- Äthiopien: Menilek II., Kaiser (1889–1909)
Amerika
- Mexiko: Porfirio Diaz, Präsident (1884–1911)
Asien
- Afghanistan (Barakzai-Dynastie): Emir Abdur Rahman Khan
- Japan: Mutsuhito, Kaiser (1867–1912)
Europa
- Deutsches Kaiserreich: Wilhelm II., Deutscher Kaiser (1888–1918)
- Portugal: Ludwig I., König von Portugal, (1861–1889)
- Schweiz: Bernhard Hammer, Bundespräsident der Schweiz, (1889)
ko:1889년
th:พ.ศ. 2432
TextilZu den Textilien (v. lat.: texere = weben, flechten; PPP textum) gehören nach DIN 60000:
- Fasern für textilen Einsatz
- Textile Halb- und Fertigfabrikate (z.B. Garn oder Gewebe)
- Textile Fertigwaren (z.B. Kleidung)
Charakteristisch ist für Textilien, dass sie allermeist aus Fasern bestehen und in zwei Dimensionen sehr viel ausgedehnter sind als in einer dritten (flach und dünn). Sie unterscheiden sich von Drähten durch die Dicke der Fasern und von Folien durch den Griff – ein Textil, welches auf der Haut getragen wird, sollte sich angenehm anfühlen.
Textilien werden in der Textil- und Leinenindustrie in großem Maßstab mittels Textilmaschinen hergestellt. Damit Textilien den unterschiedlichen Qualitätsansprüchen genügen, ist die sogenannte Textilveredlung praktisch unumgänglich.
Der Volksmund versteht unter Textilien meist Kleidungsstücke.
Textilien können durchaus eine gewisse Dicke aufweisen, dies ist z.B. bei Teppich, Samt, Plüsch und Frottée der Fall.
Nach Bestimmung unterscheidet man Textilien für Kleidung, Wohnung ("Heimtextilien") und industrielle Zwecke (auch "technische Textilien" genannt). Die Bezeichnung/Etikettierung von Textilien regelt in Deutschland das Textilkennzeichnungsgesetz (TKG).
Das grundlegende Verfahren zur Herstellung von Garn oder Kunstfasern ist das Spinnen. Bei der Herstellung von Fertigfabrikaten dominieren die Verfahren Weben, Stricken, Verfestigen zu Vliesstoff und allenfalls Wirken. Es gibt aber viele historische Verfahren und Nischenanwendungen. Die Konfektionierung von Kleidern geschieht meist durch Nähen.
Stoff ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Teilbereich der Textilien, vorrangig Gewebe und Strickwaren.
Weblinks
- [http://www.raumausstattung.de/B_vorauswahl.html Textillexikon]
Kategorie:Textilindustrie
ja:織物
Bier
Bier ist ein alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk, welches durch Gärung aus den Zutaten Wasser, Malz und Hopfen gewonnen wird. Für ein kontrolliertes Auslösen des Gärvorganges wird meistens Hefe zugesetzt.
Im weiteren Sinne versteht man unter Bier jedes alkoholhaltige Getränk, das auf Basis von verzuckerter Stärke hergestellt wurde, ohne dass dabei ein Destillationsverfahren angewandt wurde. Die Abgrenzung zu Wein besteht darin, dass für Weine Zucker aus pflanzlichen (Fruchtzucker) oder tierischen Quellen (zum Beispiel Honig) verwendet werden, während der Ausgangsstoff für Bier immer Stärke ist.
In der Regel wird der Zucker aus der Stärke von Getreide (Gerste, Roggen, Reis, Weizen, Mais) gewonnen, seltener wird Stärke aus Kartoffeln oder anderer Gemüse wie Erbsen herangezogen. Der japanische Sake (aus Reis hergestellt) fällt daher ebenfalls unter die Definition der bierartigen Getränke.
Der Ursprung des Wortes Bier ist unsicher. Vermutlich stammt es von biber (lat. Trank) ab. Ein nicht mehr gebräuchliches Wort für Bier ist das germanische Äl (vgl. engl. Ale), wobei es sich um das noch ungehopfte Gebräu handelte.
Geschichte
Ale
Hauptartikel: Geschichte des Bieres
Die frühesten Nachweise für Bier gibt es aus dem mesopotamischen Raum. Bei den Römern hieß das Bier Cervisia, nach der Göttin der Feldfrüchte, Ceres. Den Römern galt es als barbarisches Getränk.
Klosterbrauereien führten im Mittelalter den geregelten Braubetrieb ein. Im Mittelalter galt Bier auch als geeignetes Getränk für Kinder, da es damals einen geringeren Alkoholgehalt hatte als heute und das Bier durch das Kochen der Bierwürze weitgehend keimfrei war, was man vom Wasser damals nicht behaupten konnte. Es war ebenfalls wegen seines hohen Kaloriengehalts eine wichtige Ergänzung der oft knappen Nahrung, da man als Bier auch minderwertiges Getreide noch halbwegs genießen konnte.
Angesichts des hohen Bierkonsums im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Bier für den städtischen Fiskus und die seit etwa 1500 entstehenden Landessteuerbehörden von großem Interesse. Bereits im Spätmittelalter wurden fast überall im Reich Produktions- und Verkaufssteuern auf Bier erhoben.
In Deutschland wurde untergäriges Bier bis 1993 nach dem Biersteuergesetz, umgangssprachlich als Reinheitsgebot von 1516 bekannt, gebraut. Darin waren Teile des Reinheitsgebotes enthalten, nach dem nur Wasser, Hopfen, und Malz (und Hefe) als Zutaten erlaubt waren. Seit 1993 ist die Herstellung von Bier in Deutschland im vorläufigen Biergesetz (BGBl. I 1993 S. 1400-1401) geregelt.
Bier ist heutzutage das in Deutschland und vielen anderen Ländern meistgetrunkene alkoholische Getränk.
Brauprozess
Beim Bierbrauen werden die Zutaten biochemisch verändert, wobei mehrere Stufen durchlaufen werden.
Einteilung der Biere
Bierbrauen
Biere werden nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert.
Gesetzgeberische Einteilung nach Stammwürzegehalt
Aufgrund steuer- und lebensmittelrechtlicher Erwägungen gliedert der Gesetzgeber die Biere in unterschiedliche Gruppen auf. In der Regel wird dabei entweder der Alkoholgehalt oder der Stammwürzegehalt zur Beurteilung herangezogen.
Der Stammwürzegehalt gibt an, wie viel vergärbarer Extrakt in der Würze enthalten ist. Dieser Wert wird in Gewicht oder Gewichtsprozent angegeben. Das heißt, dass ein Bier mit 12 % Stammwürze 120 Gramm Extrakt in 1000 Gramm Flüssigkeit enthält.
Als Faustregel kann man sagen, dass die Stammwürzeangabe durch 3 geteilt den Alkoholgehalt ergibt, da der Extrakt bei der Gärung etwa in gleichen Teilen zu Kohlendioxid, Alkohol und unvergärbaren Stoffen abgebaut wird.
Deutschland: Biergattungen
siehe auch: Deutsches Bier
Biergattungen sind die in Deutschland verwendete gültige steuerrechtliche Untergliederung, die nur am Stammwürzegehalt festgemacht wird.
- Einfachbiere - mit einer Stammwürze von 1,5 % bis 6,9 %
- Schankbiere - mit einer Stammwürze ab 7 % bis 10,9 %
- Vollbiere - mit einer Stammwürze ab 11 % bis 15,9 %
- Starkbiere - ab einer Stammwürze von mindestens 16 %
- Biermischgetränke - Bier mit Zusätzen von Erfrischungsgetränken oder Fruchtsäften, sowie exotischen Beigaben wie Tequila oder Energiegetränken
- Lückenbiere - alle Biere, die zwischen den alten Einteilungen liegen (0 - 2,5 %; 5 - 7 %; 8 - 11 %; 14 - 16 %) durften früher nicht gebraut werden. Erst durch die neue Biersteuerregelung, bei der direkt die Stammwürze maßgeblich ist, dürfen auch diese gebraut werden.
Tschechien: Biergattungen
In Tschechien hergestelltes Bier wird nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Lediglich das für den Export nach Deutschland bestimmte Bier entspricht dem Reinheitsgebot. Aus diesem Grund schmeckt tschechisches Bier im Ursprungsland anders. Tschechien hat mit rund 150 bis 160 Liter pro Jahr den größten Pro-Kopf-Verbrauch der Welt.
In Tschechien gelten folgende Klassifizierungen:
- alkoholarmes oder -freies Bier mit bis zu 2,6 % Stammwürze
- Leichtbier mit 5 bis 8 % Stammwürze
- normales Bier mit 10 bis 11 % Stammwürze
- Lagerbier (Lezak) mit 12 % Stammwürze
- Porter mit 13 bis 18 % Stammwürze
Tschechisches Bier mit einer Stammwürze von ungefähr 10 % ist sehr beliebt, da man es wegen des vergleichsweise geringen Alkoholgehalts von etwa 4 % in größeren Mengen trinken kann.
Bierarten
Porter]
Folgende Bierarten unterscheiden sich nach der Art der verwendeten Hefe:
Man unterscheidet:
- Obergärige Biere, bei denen die Hefe nach dem Brauvorgang oben auf dem Bier verbleibt. Dies sind relativ einfache, unkomplizierte Biere. Die Gärung verläuft sehr schnell, das Bier hält sich nicht lange und muss rasch verbraucht werden. Dies ist die ursprüngliche Herstellungsform.
- Untergärige Biere, bei denen die Hefe nach dem Gärungsprozess auf den Boden des Gärtanks absinkt. Dies sind gewissermaßen die „ausgebauten“ Biere, die eine gewisse Reifezeit benötigen, aber auch länger haltbar sind als die obergärigen. Diese Herstellung benötigt Kühlung mit Temperaturen von unter 10 °Celsius, ist also ganzjährig erst seit der Erfindung der Kältemaschine möglich. Deswegen konnte beispielsweise das Märzen früher nur bis März gebraut werden.
- Spontangärige Biere, bei denen keine Hefe zugesetzt wird, sondern frei in der Luft fliegende Hefesporen in den offenen Gärbottich gelangen und die Gärung anregen. Dies ist die älteste Art, die Würze zur Gärung zu bringen, und stammt noch aus der Zeit, als der Hefepilz den Menschen noch unbekannt war.
Biersorten
Spontangärige Biere
Innerhalb der Bierarten unterscheidet man nach der Art der Gärung folgende Biersorten:
Obergärige Biere
Ale, Altbier, Bamberger Rauchbier, Berliner Weiße, Gose, Haferbier, Kölsch (und Wieß), Porter, Roggenbier, Steinbier, Stout, Weizen oder Weißbier
Untergärige Biere
Bockbier, Doppelbock, Dunkelbier, Export, Helles, Lager, Märzen, Oktoberfest-Bier, Pils, Schwarzbier, Schwarzviertler, Urtyp, Wiener, Zoigl, Zwickelbier (Auch Kellerbier)
Spontangärige Biere
Jopenbier, Lambic, Gueuze
Eine Besonderheit stellt das Rauchbier dar, das sowohl unter- als auch obergärig gebraut werden kann.
Alkoholfreie Biere
Ein so genanntes alkoholfreies Bier enthält in jedem Fall eine geringe Menge Alkohol. Dieser liegt je nach Herstellungsverfahren zwischen 0,02 % und 0,5 % Alkohol. Allerdings enthalten auch z. B. die meisten Fruchtsäfte von Natur aus vergleichbare Alkoholmengen.
Ein veraltetes Herstellungsverfahren für alkoholfreies Bier ist das Abbrechen des Gärprozesses, bevor sich ein nennenswerter Anteil Alkohol bilden kann, wie man es auch beim Malzbier macht.
Das modernere Verfahren ist das Dialyseverfahren, wobei einem normalen Bier durch Osmose über eine Membran der Alkohol entzogen wird. Zur Zeit hat alkoholfreies Bier einen Marktanteil von etwa 3 %.
Biermischgetränke
Hauptartikel: Biermischgetränk
Bier wird auch mit anderen Getränken gemixt, meist mit Erfrischungsgetränken oder Fruchtsäften. In der Regel bestehen sie zu wenigstens 50 % aus Bier.
Bierverkostung
Auch bei Bierverkostungen findet gelegentlich eine der Weindegustation ähnlichen Degustation statt. Auch hier wird von Kennern eine Beurteilung von optisch und sensorisch wahrnehmbaren Kriterien vorgenommen. Die Sensorik zielt hier meist auf die sorten- und regionalspezifische Reintönigkeit ab, wobei häufig eine Einteilung in Antrunk, Mittelteil und Abgang verwendet wird.
Anzumerken bleibt jedoch, dass die Degustation in diesem Teilbereich relativ wenig Beachtung findet, da der Biergenuß im Allgemeinen einen in der Gesellschaft niedrigeren Stellenwert besitzt.
Als bekanntester internationaler Bierverkoster gilt der Bierexperte Michael Jackson. Er hat allgemein akzeptierte Maßstäbe in der sensorischen Degustation von Bieren gesetzt.
Bierkonsum und die Wirtschaft Deutschlands
Im ersten Halbjahr 2004 wurden in Deutschland 51,8 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt, das waren 0,3 Millionen Hektoliter mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nicht enthalten sind der Absatz von alkoholfreien Bieren und Malzbier sowie das aus Nicht-EU-Ländern eingeführte Bier.
Biermischgetränke waren im ersten Halbjahr 2004 mit 1,3 Millionen hl am Bierabsatz beteiligt.
87 Prozent des Bierabsatzes im ersten Halbjahr 2004 waren für den deutschen Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Der steuerfreie Absatz betrug 6,7 Millionen Hektoliter Bier: 5,1 Millionen Hektoliter davon gingen in die EU-Länder, 1,5 Mio. Hektoliter in Drittländer und 103.627 Hektoliter unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.
Nach einer Untersuchung der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG im Mai 2005 erwarten die deutschen Brauereien bis 2009 ein weiteres Absatzminus von etwa fünf Prozent. Besonders betroffen ist das Bier nach Pilsener Brauart. Zuwächse werden nur bei Mixgetränken wie Bier-Cola oder Radler erwartet. Insbesondere sehr große Brauereien gingen daher in den letzten Jahren aufgrund des geänderten Verbraucherverhaltens dazu über, Weingüter, meist aus dem Bereich preiswerter Massenweine, aufzukaufen. Insbesondere in den brauereieigenen Kneipen und Restaurants kann somit dem Trend weg vom Bier und hin zum Wein begegnet werden. Aber auch der Handel setzt verstärkt auf Wein statt Bier.
2004 trank ein Bundesbürger im Durchschnitt noch 115,5 Liter Bier. 1999 waren es noch 127,5 Liter.
Besonders in Bayern und in Düsseldorf liegt der Durchschnitt weit höher: 155,4 Liter. In den Weingebieten der Pfalz und im Kölnischen wird hingegen ein sehr niedriger Durchschnittwert verzeichnet: 69,1 Liter pro Kopf.
Biermaße
Gläser
1999]
Je nach Gegend haben sich verschiedene Bezeichnungen für Glasgrößen zum Teil aus den alten Maßeinheiten erhalten:
- Badenser: 0,2 Liter; Heidelberg
- Becher: 0,2 Liter; Düsseldorf
- Becher, Stange, Tulpe: 0,3 Liter Lagerbier; Deutschsprachige Schweiz
- Canette: 0,5 Liter im Glas; Westschweiz, insbesondere Freiburg (CH)
- Chübel: 0,5 Liter; Deutschsprachige Schweiz
- Chübeli: 0,3 Liter; Deutschsprachige Schweiz
- Doppler: 2,0 Liter; Bayern und Österreich
- Durchgezapftes: Schnell eingeschenktes Bier; etwa 0,2 l in einem 0,4-l-Glas, Hannover
- Flöte: 0,2 Liter; Köln und Umgebung
- Großes: 0,5 Liter; Österreich und Deutschschweiz
- Halbe: 0,5 Liter im Bierkrug oder Glas; Bayern, Österreich und Schwaben; in einigen Gaststätten, insbesondere in der Münchner Region zunehmend auch 0,4 Liter im Bierkrug/Glas (= "Preiss'n-Hoibe")
- Halber: 0,4 bis 0,5 Liter im Bierseidel; Hamburg und Schleswig-Holstein
- Halber Liter: nie mehr als 0,4 (trotz des Namens!), Hannover
- Half Pint: 0,284 Liter; Großbritannien, Irland (in den USA 0,227 Liter)
- Henkel: 0,4 bis 0,5 Liter im Bierseidel; Berlin
- Herrgöttli: 0,2 Liter; Deutschsprachige Schweiz
- Hüesa: 0,5 Liter in der Flasche; Senseland (Schweiz)
- Humpen: 0,4 Liter (bis 2005: 0,33) (Luxemburg)
- Kanne: 1,85 Liter (studentische Maßeinheit)
- Karaffe: 2,0 Liter (studentische Maßeinheit)
- Kleines: 0,3 Liter; Österreich und Deutschschweiz
- Kölner Stange: 0,2 Liter; Köln und Umgebung
- Krügerl: 0,5 Liter im Glas; Österreich
- Löschzwerg: 0,2-0,25 Liter (ugs.)
- Lütten: 0,2 bis 0,33 Liter; Schleswig-Holstein
- Maß: früher 1,069 Liter, heute 1 Liter, im Bierkrug oder Glas; Bayern, Franken und Österreich
- Mini: 0,3 Liter; in Luxembueg
- Pfiff: 0,2 Liter (ist nicht genormt, ähnlich wie Schnitt); Bayern und Österreich
- Pint: 0,568 Liter; Großbritannien, Irland (in den USA 0,454 Liter)
- Pitcher: 1,89 Liter im Krug; Großbritannien, Malta, USA
- Quartel: 0,25 Liter im Bierkrug oder Glas; Bayern;
- Rugeli: 0,3 Liter im Glas mit Henkel; Basel u. Umgebung
- Schifferl: 15 Liter in einer Schale; Österreich
- Schimmel: 0,5 - 2 Liter zur Verkostung in der Brauerei
- Schimmala: 0,75 Liter; Franken
- Schnitt: Schnell eingeschenktes (und damit nur halb volles) 0,3- bis 0,5-Liter-Glas oder -Steinkrug; Bayern, Franken Wird in Franken, insbesondere "auf dem Keller", oft nur als letztes Bier vor dem Bezahlen ausgeschenkt, nachdem mindestens ein Seidla konsumiert wurde. Dann als "halbes Bier" (0,25 Liter) berechnet, oft aber als 0,3 - 0,4 Liter eingeschenkt.
- Schoppe: 0,5 Liter im Glaskrug; Rheinland-Pfalz, Raum Kaiserslautern
- Seidl: 0,3 Liter im Glas; (Ost-)Österreich, in Westösterreich oft auch Seidel
- Seidla: 0,5 Liter im Steinkrug; Franken
- Seiterl: 0,3 Liter im Glas; Österreich
- Spruz: 0,3-0,4 Liter im Glas, vgl. auch Schnitt oder Pfiff
- Stange: 0,3 Liter Spezialbier; Deutschsprachige Schweiz
- Stein: 1 Liter; Rheinland-Pfalz
- Stubbi: 0,33 Liter Flasche; allgemein für ein kleines Bitburger oder Kirner in den Regionen um Bitburg und Kirn
- Stiefel/Doppelliter: 2,0 Liter; Österreich, Schweiz, Niederbayern
- Stößchen: 0,1 Liter; Köln und Umgebung
- Stößchen: circa 0,15 Liter; Dortmund
- Stüpper: 0,5 Liter in der Flasche; Senseland (Schweiz)
Flaschen
Senseland
- In Deutschland sind Flaschen mit 0,5 und 0,33 Liter gebräuchlich. Kleinere Kellerbrauereien füllen auch in bis zu 3 Liter große Flaschen ab.
- In der Schweiz waren bis in die 1990er Pfandflaschen von 0,58 Litern üblich (Eichhof LU zum Beispiel produziert immer noch in diesem Maß). Heute dominieren die europaweit genormten Pfandflaschen von 0,5 und 0,33 Litern. Regional (zum Beispiel im Kanton Wallis) sind auch Literflaschen gebräuchlich.
- In Österreich sind hauptsächlich Pfandflaschen von 0,5 Litern in Verwendung. Einige Sorten werden allerdings in Einwegflaschen von 0,25 - 0,33 Litern angeboten.
- In den Niederlanden gibt es hauptsächlich Flaschen von 0,35 Litern. Alle Flaschen sind Pfandflaschen.
- In Belgien sind Flaschengrößen zwischen 0,25 und 0,5 Liter üblich, es gibt aber auch Flaschen bis zu 3 Litern Größe.
- In Frankreich sind Flaschen mit einer Größe von 0,25 und 0,75 Liter üblich.
- In Brasilien sind Flaschengrößen von 0,35 und 0,6 Liter üblich.
- In Italien, Japan und Kamerun sind auch Flaschengrößen von 0,66 Liter gebräuchlich.
- In Spanien und Portugal sind 0,25- und 1-Liter-Flaschen und Dosen zu 0,33 oder 0,5 Litern üblich.
- In Dänemark beträgt die Flaschengröße einheitlich 0,33 Liter. Allerdings gibt es auch vereinzelt Bier in 0,38 l Flaschen.
- In Bulgarien beträgt die Flaschengröße für Glasflaschen 0,5 l und für Plastikflaschen 2,0 l.
- In Argentinien ist die Standardgröße im Supermarkt oder am Kiosk 1 Liter, die | | |