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Bank Von Frankreich

Bank von Frankreich

Die Banque de France ("Bank von Frankreich") ist eine Zentralbank, die heute dem Europäischen System der Zentralbanken angehört. In der Zeit davor sicherte sie die frühere französische Währung, den Franc. Sie geht auf die Gründung durch Napoleon Bonaparte im Jahr 1800 zurück und hat ihren Sitz in Paris.

Kooperation mit der Europäischen Zentralbank

Am 1. Juni 1998 wurde die Europäische Zentralbank (EZB) als neue Einrichtung für eine gemeinsame Währung innerhalb der Europäischen Union, den Euro, geschaffen. Die früheren Notenbanken gaben daher ihr nationales Banknotenprivileg an diese überstaatliche Institution ab. Die Geld- und Kreditpolitik wird ausschließlich von der Europäischen Zentralbank für den Euro festgelegt. Sie stimmt sich im Rahmen des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) mit den nationalen Instituten ab. Die Bank von Frankreich muss sich in der Geld- und Kreditpolitik deshalb heute an den EZB-Vorgaben orientieren.

Geschichte

Vorläufer französischen Papiergelds

1716 eröffnete John Law die Banque Generale; 1718 wird die Banque Generale von der Regierung erworben und umbenannt in Banque Royale. 1720 bricht das von John Law zur Minderung der französischen Staatsschuld geschaffene System der Papiergeldemission zusammen. 1790 beschloss die Nationalversammlung die Ausgabe von Assignaten, welche durch die von den Revolutionären konfiszierten Kirchengüter gedeckt sein sollten. Durch seinen permanenten Wertverlust wollte 1797 kaum noch jemand Papiergeld akzeptieren. Assignaten und ihre Nachfolgewährung, die Territorialmandaten, wurden aufgegeben, Münzgeld kehrte zurück.

Die Gründungsjahre

Die Bank von Frankreich wurde am 18. Januar 1800 von Napoleon Bonaparte geschaffen, der damals Erster Konsul war. Es sollte nach der schweren Rezession während der Revolutionszeit neuerliches Wirtschaftswachstum gefördert werden. Aufgabe der Bank sollte es sein, im Austausch gegen angekaufte Handelswechsel dem Vorleger auf Sicht zahlbare Banknoten auszugeben. Zu dieser Zeit besaßen England und Schweden bereits eine Notenbank. Die Bank von Frankreich hatte indessen eine begrenztere Rolle. Die Gründungsstatuten vom 13. Februar 1800 beschränkten das Geschäftsgebiet auf die Stadt Paris und schützten sie nicht vor Konkurrenz durch bereits bestehende ähnliche Einrichtungen. Die Statutenverfasser hatten aus den harten Erfahrungen des Fiaskos der von John Law im Ancien regime gegründeten Bank und dem Zusammenbruch der Assignaten der Revolutionsregierung gelernt. Sie glaubten, dass das öffentliche Misstrauen gegenüber Papiergeld nur überwunden werden könne, wenn der Vertrieb des Papiergeldes einer von der öffentlichen Hand unabhängigen Anstalt anvertraut blieb. Die Bank von Frankreich wurde deshalb als Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von 30 Millionen Francs gegründet. Teile davon zeichneten Napoleon Bonaparte und verschiedene Mitglieder seines Gefolges. Zur Hauptversammlung waren nur die 200 größten Anteilseigner zugelassen. Sie ernannten 15 Mitglieder (régents), welche den die Bank verwaltenden Rat (Conseil général) bildeten, und drei Aufsichtsräte (censeurs), die das Bankmanagement überwachten. Der Rat seinerseits wählte drei Mitglieder zum geschäftsführenden Ausschuss, darunter eines, das sowohl dessen Vorsitzender, Vorsitzender des Rats als auch Vorsitzender der Hauptversammlung war. Die Bank von Frankreich eröffnete ihren Geschäftsbetrieb am 20. Februar 1800, obwohl ihr Kapital noch nicht voll eingezahlt war. Am 14. April 1803 erhielt die Bank das erste amtliche Privileg mit dem Exklusivrecht, Papiergeld in Paris fünfzehn Jahre lang auszugeben. Die Bank von Frankreich erlitt in ihren ersten Jahren eine Reihe von Schwierigkeiten, eingeschlossen eine Krise der Regierungsfinanzen und einen Niedergang seiner Goldbestände, was die Tilgung der Banknoten einschränkte. Infolgedessen führte Napoleon Reformen ein, die der Regierung dem Bankmanagement gegenüber wieder mehr das Sagen gaben. Am 22. April 1806 ersetzte ein neues Gesetz den geschäftsführenden Ausschuss durch einen Gouverneur und zwei Stellvertreter. Alle drei wurden vom Kaiser ernannt. Zwei Jahre später wurde durch ein kaiserliches Dekret, datiert vom 16. Januar 1808, die Grundstatuten (statuts fondamentaux) erlassen, welche den Bankbetrieb - bis 1936 - regelten. Das Dekret sah zu eröffnende "Diskontbüros" (comptoirs d’escompte) in anderen französischen Städten vor, wo es das Handelswachstum rechtfertigte. Eine andere Verordnung gestattete der Bank, die frühere Villa des Herzogs von Toulouse in der Pariser Rue de la Vrillière als ihren Hauptsitz zu kaufen.

Im 19. Jahrhundert

Das der Bank 1803 bewilligte Notenausgabeprivileg wurde 1806 verlängert und viermal bis 1945 erneuert. Es wurde stufenweise auf die Städte mit "Diskontbüros" ausgedehnt und dann auf ganz Frankreich, als die Bank lokale Notenbanken übernahm. Bis 1848 waren die von der Bank von Frankreich ausgegebenen Noten kein gesetzliches Zahlungsmittel mit Annahmezwang. Zusätzlich gab es keine Deckung für den Ausgabewert, doch die Bank musste in der Lage sein, ihre Banknoten gegen Goldmünzen auf Verlangen einzutauschen. Die durch politische Umwälzungen 1848 ausgelöste Krise führte zur Auferlegung der "Zwangswährung", also den Verzicht auf die Verpflichtung der Bank, ihre eigenen Banknoten zurückzunehmen. Diese wurden gesetzliches Zahlungsmittel, Einzelpersonen und Regierung mussten sie zur Bezahlung annehmen. Ausgleich für die Auferlegung der Zwangswährung war die Notendeckung. Die Höchstgrenze für die Notenausgabe war 350 Millionen Francs. Zwangswährung und gesetzliches Zahlungsmittel wurden durch das Gesetz vom 6. August 1850 abgeschafft, aber während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 wieder eingesetzt. Die Höchstgrenze wurde auf 1,8 Milliarden Francs bemessen. Nach 1877 gab es im Hinblick auf die finanzielle Situation des Landes keine Änderungen mehr am Status der Banknoten als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Höchstgrenze zur Notenausgabe wurde mehrmals nach oben gehievt. Bis 1848 waren die Tätigkeiten der Bank außerhalb von Paris auf 15 Niederlassungen und Büros beschränkt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weitete sich das Zweigstellennetz sehr rasch aus und erreichte im Jahr 1900 160 Standorte. Die Expansion des Filialnetzes passte mit einer steilen Zunahme des Geschäftsumfanges zusammen. Die Finanzierung der Wirtschaft wuchs geschwind unter einer überlegten Niedrigzinspolitik und leichtem Zugang zu Diskontkrediten. Darlehen gegen Sicherheiten wurden 1834 eingeführt. Sie wurden zuerst nur gegen Staatsanleihen bewilligt, andere Sicherheiten wurden später stufenweise akzeptiert. Auch die Kundenbeziehungen wurden entwickelt.

Von 1900 bis zur Verstaatlichung

Die Bank trug zur Sicherung der Währung auch durch den Kauf und Verkauf von Gold zu Festpreisen bei, als die Banknoten in Gold konvertibel waren. Diese Aktivität wurde zwischen 1914 und 1926 eingestellt. Die Bank wurde dann offiziell autorisiert, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren, um den Franc zu stabilisieren. Im Gegenzug für das Recht auf Banknotenausgabe erledigte die Bank die Kassengeschäfte der Regierung kostenlos und bewilligte ihr Vorschüsse für finanzielle Bedürfnisse. 1928 wurde eine Golddeckung von 35 Prozent der Banknoten vorgeschrieben. Im selben Jahr waren 259 Filialen der Bank im Lande vertreten. Am 30. Juni 1937 verließ die Bank von Frankreich den Goldstandard.

Verstaatlichung

Nach dem Sieg der Volksfront bei den Wahlen 1936 beschloss die Regierung, dass es nicht länger im allgemeinen Interesse sei, wenn die Bank nach privatem Unternehmensrecht geführt werde. Das Gesetz vom 24. Juli 1936 gab der Regierung die Befugnis, direkt in das Bankmanagement einzugreifen. Die 15 Ratsmitglieder wurden durch zwanzig Räte ersetzt, von denen nur zwei von der Hauptversammlung gewählt wurden. Die meisten anderen wurden von der Regierung ernannt und sollten die Wirtschafts- wie die Sozial- und die allgemeinen Interessen der Nation repräsentieren. Eine andere Neuheit war die Wahl eines Ratsmitglieds durch das Bankpersonal. Der Zutritt der nur 200 Hauptaktionäre zur Hauptversammlung entfiel. Das Gesetz von 1936 öffnete sie allen Anteilseignern. Es schaffte auch die seit 1806 für den Gouverneur und seine Stellvertreter bestehende Verpflichtung ab, eine bestimmte Anzahl von Anteilen an der Bank zu halten. Diese Reform war begleitet von einer Kodifizierung der Gesetzgebung zur Bank. Sie markierte ein Straffen der Regierungsgewalt, war aber nur der Auftakt zur Verstaatlichung der Bank, beschlossen durch das Gesetz vom 2. Dezember 1945, nach Frankreichs Befreiung von deutscher Besetzung. Das Gesetz legte fest, dass das Kapital der Bank von 182,5 Millionen Francs am 1. Januar 1946 an den Staat zu übertragen sei. Für jeden Anteil erhielten die Aktionäre 29 Francs in bar zuzüglich einer 3 %igen Staatsanleihe von 28.000 Francs, welche in zwanzig Jahresraten getilgt werden sollte. Die letzten ausstehenden 3 %igen Bonds der Bank von Frankreich wurden ab 1. Januar 1965 eingelöst, als die Zinszahlung aufhörte. Obwohl die Reformen von 1936 und 1945 jede restliche private Kontrolle über das Bankmanagement entfernten, verminderten sie nicht die Rolle des Gouverneurs gegenüber der öffentlichen Hand noch schränkten sie die Freiheit der Bank ein, ihre Angelegenheiten nach eigenem Gusto zu regeln.

Nachkriegszeit

Das Verstaatlichungsgesetz vom 2. Dezember 1945 verlangte eine Änderung der Bankstatuten, der Zusammensetzung des Rates und der Richtlinien, der Besteuerung und Aufgaben vor dem 28. Februar 1946. Die Besteuerung und Aufgaben wurden mit dem Gesetz vom 24. Mai 1951 festgesetzt, welche die Bank dem allgemeinen Steuerrecht unterwarf, aber andere Fragen in der Schwebe ließ. Die Veränderungen seit 1945 in der Rolle der Bank von Frankreich machten jedoch eine Aktualisierung der Statuten von 1936 nötig, weil bestimmte Aufgaben überholt waren und andere unvollständig erschienen. Dies waren insbesondere die Organisation und Kreditsteuerung. Der Gouverneur regte eine Reform der Bankstatuten im Jahr 1972 an, die durch das Gesetz vom 3. Januar 1973 eingeführt wurde. Die Regeln zur Banktätigkeit und Organisation wurden angepasst und aktualisiert in den Zielsetzungen und Aufgabengebieten. Sie regelten Operationen und Interventionen mit genügender Flexibilität, die Veränderungen erlaubte, wenn sie sich als nötig erweisen sollten. Der Aufbau des Rates wurde radikal geändert. Seit dieser Zeit wurden die Ratsmitglieder nur aufgrund ihrer eigenen Fähigkeiten berufen und nicht mehr als Repräsentanten für verschiedene finanzielle und ökonomische Sektoren ernannt. Die Macht des Rates wurde gestärkt und die neue Gesetzgebung erlegte den Bankaktivitäten weniger Beschränkungen auf. Sie bestimmte nur Grundprinzipien und erlaubte dem Rat freie Gestaltung der Durchführungsbestimmungen. Ein einziger Aufsichtsrat ersetzte die zwei Staatsvertreter seit 1945, aber seine Macht wurde erweitert, um sie den Vergrößerungen der Ratsbefugnisse anzupassen. Der Finanzminister erhielt das Recht, die Gewinnverteilung und die Zahlung von Dividenden zu genehmigen. Dies war eine Folge der Verstaatlichung, die den Staat zum einzigen Eigentümer der Bank gemacht hatte.

Europäische Integration

1993 brachte eine grundlegende Reform der Bank die Unabhängigkeit. Das Gesetz vom 4. August 1993 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der Bank von Frankreich. Der Schritt zur Unabhängigkeit wurde gemacht, um Kontinuität und Solidität der Geld- und Kreditpolitik durch Loslösen von kurzfristigen Betrachtungen zu sichern, was die Glaubwürdigkeit ihrer Politik erhöhte. Ihre Verpflichtung auf die Preisstabilität und Unabhängigkeit von der inländischen Politik war eine notwendige Bedingung für die Glaubwürdigkeit geld- und kreditpolitischer Maßnahmen. Diese Reform machte den Weg für die Europäische Währungsunion frei. 1998 wurde die Bank Mitglied im Europäischen System der Zentralbanken. Das Gesetz vom 4. August 1993 ist in modifizierter Form seit dem 1. Januar 2001 in Kraft.

Aufgaben

Neben ihrer Unterstützung der Politik der Europäischen Zentralbank sind ihr Aufgaben der Bankenaufsicht und der volkswirtschaftlichen und statistischen Gesamtrechnung anvertraut. Die Bank von Frankreich ist befugt, Richtlinien für das französische Kreditwesen zu erlassen.

Weblinks


- [http://www.banque-france.fr Homepage Banque de France] (franz./engl.) Bank von Frankreich Bank von Frankreich Frankreich

Zentralbank

Eine Zentralbank oder zentrale Notenbank ist eine Institution, die für die Durchführung von Geld- und Währungspolitik eines Währungsraums zuständig ist. Sowohl die Institution als auch die verantwortlichen Personen nennt man auch Währungshüter. Da es sowohl nationale als auch supranationale Währungsräume gibt, sind Zentralbanken sowohl auf nationaler Ebene (US-Federal Reserve System, Bank of England, Bank of Japan etc.) als auch auf supranationaler Ebene (z. B. Europäische Zentralbank) vorzufinden. Zentralbanken sind meist staatliche Institutionen und haben in gewissem Umfang hoheitliche Aufgaben.

Geschichte

Notenbanken waren ursprünglich Geschäftsbanken, die Banknoten herausgaben. Dies waren Quittungen für Münzgeld, das von den Notenbanken in Verwahrung genommen wurde. Die Quittungen wurden als Zahlungsmittel verwendet. Sie gaben ihren Inhabern das Recht, von einer dazu verpflichteten Bank jederzeit die Hergabe der entsprechenden Menge Münzgeld zu verlangen. Daraus entwickelte sich die Erfordernis der Notenbanken, die von ihnen ausgegebenen Banknoten durch Bestände zunächst an Münzen, später an Edelmetallen (Gold, Silber) abzusichern, zu decken (Deckungspflicht). Mit der Zeit überstieg die Menge an Papiergeld die Menge an Münzen und Edelmetallen deutlich. Deshalb müssen Banknoten heute in vielen Ländern nicht mehr durch Goldbestände der Notenbanken abgedeckt sein (Aufhebung der Golddeckungspflicht). Etwa seit Ende des 19. Jahrhunderts gingen die Staaten dazu über, das Recht zur Ausgabe von Banknoten den verschiedenen Notenbanken ihres Landes zu entziehen und einer zentralen Notenbank, der Zentralbank des Landes, zu übertragen. Diese versorgt ihrerseits die Geschäftsbanken über Kredite mit Banknoten. Mit der Errichtung von Zentralbanken war oft auch eine Zentralisierung des Geldwesens und die Schaffung einer einheitlichen Währung verbunden. Bis dahin hatten die einzelnen Notenbanken vielfach ihre eigenen Währungen ausgegeben. Dazu zwei Beispiele: 1907 wurde die Schweizerische Nationalbank errichtet und der Franken als neue Währung eingeführt anstelle von mehreren kantonalen Notenbanken mit eigenen regionalen Währungen. Und 1998 wurde die Errichtung der Europäischen Zentralbank und die Schaffung des Euros als neue europäische Währung vollzogen anstelle der Zentralbanken der einzelnen Länder und der Landeswährungen. Zentralbank für Deutschland ist die Deutsche Bundesbank in Frankfurt am Main. Sie ist für Geldversorgung und Zahlungsverkehr in Deutschland verantwortlich. Zum Bewältigen ihrer Aufgaben sind ihr die Landeszentralbanken innerhalb Deutschlands angeschlossen. Der Deutschen Bundesbank übergeordnet ist die Europäische Zentralbank, die ebenfalls ihren Sitz in Frankfurt hat. Diese ist für die Geldversorgung innerhalb der Europäischen Union und für den Euro zuständig. Für den internationalen Zahlungsverkehr der Zentralbanken besteht in Basel die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ.

Aufgaben

Die möglichen Aufgabenbereiche einer Zentralbank können sein
- die Festlegung und Ausführung der Geldpolitik,
- die Festlegung und Ausführung der Währungspolitik,
- die Verwahrung der Wertreserven (Geld, Gold, Devisen),
- die Emission von Banknoten und Münzen (Geldschöpfung),
- die Führung von Zentralbankkonten für den Zahlungsverkehr der Geschäftsbanken untereinander,
- die Beaufsichtigung des Bank- und Finanzsektors sowie
- die Garantie oder Förderung eines funktionierenden Zahlungsverkehrs. Je nach Währungsraum unterscheiden sich die Aufgaben der Zentralbanken teilweise erheblich. Ein Überblick über die Aufgabenbereiche der EZB findet sich hier.

Instrumente

Über eine ganze Reihe von Instrumenten können Zentralbanken Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb und außerhalb des Währungsraums nehmen. Einen Überblick über die verschiedenen Instrumente geben die Artikel zu Geldpolitik, Währungspolitik und Finanzmarktaufsicht.

Zentralbankbilanz

Aktiva:
- Währungsreserven
  - Gold
  - Devisen
- Forderungen an Geschäftsbanken
  - Hauptrefinanzierungsgeschäfte
  - längerfristige Refinanzierungsgeschäfte
  - Feinsteuerungsoperationen in Form von befristeten Transaktionen
- Forderungen an öffentliche Haushalte
- Sonstige Aktiva (z.B. Wertpapiere) Passiva
- Bargeldumlauf (C)
- Geschäftsbanken
  - Einlagen auf Girokonten einschließlich Mindestreserveguthaben
  - Einlagefazilität
- Einlagen ausländischer Institutionen
- Einlagen des Staates
- Sonstige Passiva

Einfluss des Staates

Die Zentralbank wird in den einzelnen Währungsräumen in unterschiedlichem Maße durch Regierungen und Interessengruppen beeinflusst. Die Länder der Europäischen Union mussten im Vorfeld der Einführung der Währungsunion ihre Zentralbanken in die rechtliche und faktische Unabhängigkeit entlassen. Im Zentralbankstatut der EU ist die Unabhängigkeit der EZB garantiert, wenn es auch zu Konflikten führen kann, dass die Mitglieder des Präsidiums der EZB durch den Europäischen Rat berufen werden.

Siehe auch


- Liste der Zentralbanken
- Makroökonomie

Weblinks


- [http://de.mabico.com/en/news/central_banks/ Zentralbank-Nachrichten] ! ja:中央銀行

Europäisches System der Zentralbanken

Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken (NZBen) aller Staaten der EU. Es wurde im Rahmen der dritten Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 eingeführt. Grundlagen waren die Satzungen der Europäischen Zentralbank, des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft. Aufgaben der ESZB:
- die Geldpolitik der Gemeinschaft festlegen
- Devisengeschäfte durchführen
- die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedstaaten halten und verwalten
- das Funktionieren der Zahlungssysteme fördern
- die nationalen Behörden bei der Bankenaufsicht beraten Das ESZB unterscheidet sich vom Eurosystem. Zum Eurosystem gehören nur die EZB und die NZBen der Staaten, die den Euro eingeführt haben.

Die nationalen Zentralbanken


- Belgien: Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique
- Dänemark: Danmarks Nationalbank (kein Euro, WKM II)
- Deutschland: Deutsche Bundesbank
- Estland: Eesti Pank (kein Euro, WKM II)
- Finnland: Suomen Pankki
- Frankreich: Banque de France
- Griechenland: Bank of Greece
- Großbritannien: Bank of England (kein Euro)
- Irland: Central Bank and Financial Services Authority of Ireland
- Italien: Banca d´Italia
- Lettland: Latvijas Banka (kein Euro, WKM II)
- Litauen: Lietuvos bankas (kein Euro, WKM II)
- Luxemburg: Banque centrale du Luxembourg
- Malta: Central Bank of Malta (kein Euro, WKM II)
- Niederlande: De Nederlandsche Bank
- Österreich: Oesterreichische Nationalbank
- Polen: Narodowy Bank Polski (kein Euro)
- Portugal: Banco de Portugal
- Spanien: Banco de España
- Schweden: Sveriges Riksbank (kein Euro)
- Slowakei: Národná banka Slovenska (kein Euro)
- Slowenien: Banka Slovenije (kein Euro, WKM II)
- Tschechien: Česká národní banka (kein Euro)
- Ungarn: Magyar Nemzeti Bank (kein Euro)
- Zypern: Central Bank of Cyprus (kein Euro, WKM II)

Weblinks


- [http://www.ecb.int/stats/services/links/html/index.en.html Nationale Zentralbanken in der EU] (englisch)
- [http://www.ecb.int/ecb/html/index.de.html Offizielle Internetseite der EZB] auf deutsch und [http://www.ecb.int/ englisch] Kategorie:Euro Kategorie:Zentralbank

Französischer Franc

Der Franc (deutsch offiziell Franken, da aber in erster Linie mit der Schweiz assoziiert praktisch kaum verwendet) ist die ehemalige Währungseinheit Frankreichs. Untereinheit ist der Centime; 100 Centimes ergeben einen Franc. Das Währungssymbol ist ₣. Als Abkürzung gebräuchlich ist FF oder nach ISO 4217 FRF. Der Franc wurde 1795 als Nachfolger des Livre eingeführt. Er war die erste reine Dezimalwährung Europas. Dieses System hatte einen großen Einfluss auf Währungen in anderen Ländern. Mit der Lateinischen Münzunion fand es in Europa Verbreitung, und in vielen ehemals französischen Kolonien lautet die Währungsbezeichnung noch heute Franc. 1958 wurde der "Nouveau Franc" (NF) eingeführt, welcher den Wert von 100 alten Francs (ancien francs) hatte. Ab 1960 entfiel das Wort "Nouveau" in der offiziellen Währungsbezeichnung. Ab 1999 war der Franc fix an den Euro gebunden, im Verhältnis 6,55957 FF = 1 €. 2002 wurde das Euro-Bargeld eingeführt und der Franc verschwand. Optisch erinnert die 1-Euro-Münze sehr stark an das 10-Francs-Stück. Kategorie:Französische Geschichte Kategorie:Historische Währungseinheit Kategorie:Andorra

Napoleon Bonaparte

Napoléon Bonaparte (
- 15. August 1769 in Ajaccio, Korsika; † 5. Mai 1821 in Longwood House, St. Helena, Süd-Atlantik) war General in der französischen Revolutionsarmee. Von 1799 bis 1804 Erster Konsul der Französischen Republik (durch Selbsternennung), von 1804-1815 (ebenfalls durch Selbsternennung) mit kurzer Unterbrechung Kaiser der Franzosen, 1805 König von Italien, 1806 Protektor des Rheinbundes. französischen Revolution

Bedeutung

Napoléon Bonaparte gilt als einer der fähigsten militärischen Führer aller Zeiten. Es gelang ihm in kurzer Zeit, fast ganz Europa unter seine direkte oder indirekte Kontrolle zu bringen. Er selbst machte sich zum Kaiser von Frankreich und Verwandte und Vertraute zu Königen und Fürsten der eroberten Länder. Er hat vermutlich als erster europäischer Feldherr die Lehren Sunzis studiert und befolgt, dessen Buch Die Kunst des Krieges erst im Jahre 1782 in die französische Sprache übersetzt worden war. Nicht minder bedeutsam ist Napoléons staatsmännische Aufbauleistung in der Zeit nach der Französischen Revolution. Sein Gesetzbuch Code Civil gilt in Frankreich bis heute und hatte seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1804 einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des bürgerlichen Rechts. Die von Napoléon erzwungene Abdankung des deutschen Kaisers Franz II. und die Beendigung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, die Neuordnung deutscher Fürstentümer zu größeren Territorien wie auch der spätere Befreiungskampf gegen Napoléon förderten das deutsche Nationalgefühl und den Aufstieg Preußens bis hin zum Deutschen Reich.

Leben

„Ein Korse von Geburt“ – Kindheit

Napoléon wurde als Napoleone Buonaparte bzw. korsisch Nabulione in Ajaccio auf der Mittelmeer-Insel Korsika geboren, die nach einem langen Unabhängigkeitskrieg gegen Genua im Jahre 1768 an Frankreich verkauft worden war. Er war der zweite Sohn von Carlo di Buonaparte und Letizia Ramolino, die gemeinsam 13 Kinder hatten, von denen jedoch nur acht die frühen Kindheitsjahre überlebten. Die Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frühen 16. Jahrhundert auf der Insel präsent. Ihre Wurzeln liegen in der italienischen Toskana. Napoléons Vater war der Sekretär von Pascal Paoli, einem großen korsischen Führer, gewesen und hatte mit diesem für die Unabhängigkeit Korsikas gekämpft. Als studierter Jurist hatte er an einer korsischen Verfassung mitgearbeitet, beugte sich aber 1769 der französischen Oberhoheit. Er arbeitete fortan als Advokat bzw. Richter und als Winzer und Landwirt auf seinen Gütern. Darüber hinaus war er gewählter Adelsvertreter im korsischen Standesparlament und in Paris. Aufgrund seiner umfangreichen Bibliothek und dem Einfluss des Vaters interessierten sich seine älteren Söhne, darunter Napoléon, früh für Geschichte, Literatur und Jura. Außerdem war Napoléon Linkshänder, was zu der damalige Zeit recht ungewöhnlich war. Paoli war Napoléons Jugend-Vorbild.

Jugend und militärische Ausbildung

Dank eines königlichen Stipendiums, welches Ludwig XVI. für verarmte aber verdiente französische Adlige ins Leben gerufen hatte, zog der zehnjährige Napoleone - Napoléon, wie er nun genannt wurde - 1779 zusammen mit seinem Bruder Joseph nach Frankreich in ein Internat in Autun wo er - erst jetzt - Französisch lernte. Danach ging er an die Kadettenschule von Brienne, um eine erste militärische Ausbildung zu erhalten, wo er als Stipendiat und einziger Korse als Außenseiter, aber auch als guter Schüler, galt. Ein besonderes Talent entwickelte er in der Mathematik, außerdem interessierte er sich für die großen Helden der Geschichte wie Alexander den Großen und Julius Caesar. Seine Lieblingslektüre waren - ähnlich wie bei Friedrich dem Großen - die Parallel-Biographien von Plutarch, in denen je ein bedeutender Grieche und Römer gegenübergestellt und in ihrem Wert als Vorbilder sittlich-heroischer Lebensführung abgewogen werden. Mit zwölf Jahren hegte er den Wunsch, zur See zu gehen. Als 1783 England und Frankreich ihren Seekrieg beendeten, versuchte er sogar, in die englische Marine aufgenommen zu werden. 1784 wurde er in der École royale militaire in Paris angenommen und erreichte die Stadt am 21. Oktober. Da er weiterhin zur Marine wollte, kam er in die Artillerie-Klasse, wo er u.a. Hydrostatik, Differential- und Integralrechnung studierte. Am 24. Februar 1785 starb sein Vater Carlo an Magenkrebs und Napoléon übernahm die Rolle des Familienoberhauptes, die eigentlich seinem älteren Bruder Joseph Bonaparte zustand. Im gleichen Jahr war Napoléon bei den Prüfungen so gut, dass er sein Studium schon nach einem Jahr, statt nach zweien, abschließen konnte und erhielt kaum 16 Jahre alt sein Offizierspatent. Da die französische Marine in diesem Jahr keine Offiziere suchte, entschied er sich für das Regiment La Fère in Valence, der Korsika am nächsten gelegenen Garnisonsstadt. Dort nahm er als Unterleutnant im Januar 1786 seinen Dienst auf bis er im Juni 1788 nach Auxonne versetzt wurde. Um seine Mutter zu entlasten, nahm er seinen elfjährigen Bruder Louis zu sich und kümmerte sich um seine Erziehung.

Literatur und Reformvorstellungen

In der Freizeit seines militärischen Dienstes widmete er sich der Literatur und der Schriftstellerei. Er las in dieser Zeit sehr viel und sehr umfangreich: von Romanen bis zu Lehrbüchern, von antiken Werken wie die Platos bis hin zu neuzeitlichen Werken, wie z.B. von Voltaire, Corneille und Lavater, oder naturwissenschaftliche Werke wie Rollins Geschichte des Altertums, Buffons Histoire Naturelle oder Marignys Geschichte der Araber. Als Autodidakt brachte er sich hier ein umfangreiches Wissen bei. Als er sich auch zunehmend für Politik und Ungerechtigkeiten im Staat interessierte, wurde Jean-Jacques Rousseau sein großes Vorbild und eine konstitutionelle Monarchie wie die Englands, die im Interesse des Volkes regierte, schien ihm vorbildlich; Patriotismus, bzw. im Dienste des Volkes zu handeln, wurde sein Ideal. Zu dieser Zeit fing er auch selber an zu schreiben. Unter anderem schrieb er einen Gruselroman mit politischem Hintergrund, den Versuch einer Geschichte Korsikas - wegen der ablehnenden Haltung Paolis, den er um Unterstützung bat, gab er dies enttäuscht auf -, und einen philosophischen Essay über menschliches Glück, den er für eine Preisausschreibung der Akademie von Lyon schrieb - kein Essay wurde für würdig gefunden, den Preis zu erhalten. Er vertritt hier die Auffassung, dass der Mensch geboren wird, um glücklich zu sein und "Sittlichkeit wird es geben, wenn die Regierungen frei sind."

Ein Soldat der Revolution

Patriotismus Als im Frühjahr des Jahres 1789 die Französische Revolution ausbrach, emigrierte Napoléon nicht, wie viele andere Offiziere, sondern wurde trotz seiner eigenen Adelsabstammung glühender Befürworter der Republik und deswegen bald zum Hauptmann befördert, anders als die vielen adligen Offiziere, die geflohen waren. Bonaparte versah zunächst nur einige unbedeutende Ordnungsaufgaben in der französischen Provinz und hielt sich zumeist in seiner Heimat Korsika auf, wo die Nationalbewegung einen neuen Aufschwung erlebte und die Unabhängigkeit von Frankreich anstrebte. Im Jahre 1792/93 erhielt Napoléon sein erstes militärisches Kommando und wurde mit der Befehlsgewalt über ein Freiwilligen-Bataillon der korsischen Nationalgarde für die Invasion nach Sardinien betraut, mit dem sich die Französische Republik seit 1792 im Krieg befand. Der Landungsversuch scheiterte jedoch, wofür Bonaparte vor allem die französischen Truppenteile verantwortlich machte. Die undurchsichtige Verwicklung seiner Brüder in einen Staatsstreich gegen den Führer der korsischen Unabhängigkeitsbewegung Pasquale Paoli zwang die Familie im Sommer 1793 Korsika fluchtartig zu verlassen und völlig verarmt nach Frankreich zu gehen. Napoléon unterstützte die Revolution und machte schnell Karriere. 1793 befreite er Toulon von den mit den Engländern kooperierenden königstreuen Royalisten. Zum Glück für den Sieger befand sich neben Saliceti im Lager von Toulon ein noch viel einflussreicherer Mann: Augustin Robespierre, der Bruder von Maximilién. Er war bei der Einnahme von Toulon zugegen und meldete das Ereignis in einem Bericht nach Paris. Das Resultat stellte sich sofort ein: Mit Verfügung vom 14. Januar 1794 erhielt Napoléon Bonaparte den Rang eines Brigadegenerals.

Der Italienfeldzug und die Expedition nach Ägypten

Nach der Entmachtung und Hinrichtung Robespierres fiel Napoléon in Ungnade und wurde kurzfristig als Robespierreianer in Haft genommen. Wenig später wurde er Kommandeur der Westarmee gegen die Royalisten in der Normandie, wieder zurück in Paris schlug er im Auftrag des Direktoriums einen Aufstand der Royalisten in Paris nieder. Dabei setzte er zum ersten Mal Geschütze in der Stadt ein. Dieser Sieg brachte ihm das Vertrauen des Direktoriums und den Oberbefehl über die Italienarmee ein, welchen er am 27. März 1796 erhielt. Zuvor lernte er bei Paris Joséphine de Beauharnais kennen und lieben, die er am 9. März 1796 heiratete. Joséphine de Beauharnais Als Kommandierender General der schlecht ausgerüsteten französischen Truppen gelang es ihm mehrfach, die österreichischen Truppen zu besiegen. Österreich, unter der Führung von Erzherzog Karl, musste einen ungünstigen Vertrag hinnehmen. Zur gleichen Zeit organisierte Napoléon einen Coup, der mehrere Royalisten in Paris entmachtete. 1798 marschierte Napoléon in Ägypten (siehe Die Ägyptische Expedition Napoleons) ein, um Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören. Napoléon war den Prinzipien der Aufklärung zugetan, deshalb nahm er Gelehrte auf seine Expedition mit. Die Übersetzung des Steins von Rosetta ist ein Ergebnis davon.

Bürger Napoléon Bonaparte – Erster Konsul der Französischen Republik (1799–1804)

Steins von Rosetta Napoléons Expeditionsflotte wurde in der Seeschlacht von Abukir von der britischen Flotte unter Horatio Nelson fast völlig zerstört. Daher war Napoléon auf den Landweg angewiesen. In Europa formierte sich eine Koalition gegen Frankreich, die Royalisten wurden wieder mächtiger und Napoléon kehrte im Oktober 1799 ohne seine Truppen nach Paris zurück. In den darauf folgenden Wochen planten Abbé Sieyès und Roger Ducos, Direktoren der französischen Regierung, einen Staatsstreich. Dafür benötigten sie aber militärische Hilfe und Napoléon war ihr Mann um die Truppen zu führen. Am 9. November 1799, marschierte Napoléon mit seiner Armee in Paris ein und wurde durch diesen Staatsstreich des 18. Brumaire VIII zum Ersten Konsul und Alleinherrscher. Er vollzog mehrere dauerhafte Reformen im Bildungswesen, in der Verwaltung sowie im Rechts- und Finanzwesen. Seine Gesetzessammlung, der Code Civil oder Code Napoleon, wie sie nach Napoléon auch genannt wurde, hat bis zum heutigen Tag in vielen Ländern Bedeutung. Im Jahre 1800 griff Napoléon Österreich an und besiegte es erneut, vor allem in der Schlacht bei Marengo am 14. Juni 1800. In der Schlacht fiel sein enger Mitstreiter General Desaix. Danach unterschrieben auch die Briten einen Friedensvertrag. 1802 war Thomas Jefferson bereit, New Orleans von Napoléon zu kaufen, der kurz zuvor der unumstrittene Herrscher von Frankreich geworden war und Louisiana von Spanien erworben hatte. Jefferson sandte James Monroe nach Paris, um die Verhandlungen beim Verkauf von Louisiana zu unterstützen. Das Wiederaufflammen des Krieges zwischen Großbritannien und Frankreich war unausweichlich. Napoléon hatte gerade einen schweren militärischen Rückschlag erlitten, als seine Armee, die Santo Domingo erobern und eine Basis errichten sollte, durch Gelbfieber und erbitterten Widerstand, angeführt von Toussaint l'Ouverture, zerschlagen wurde. Napoléon wusste, dass er mit seinen geschwächten westlichen Streitkräften Louisiana nicht verteidigen können würde und beschloss, das gesamte Gebiet an die Vereinigten Staaten zu verkaufen. Die amerikanischen Unterhändler waren bereit, 2 Millionen Dollar für New Orleans auszugeben. Sie waren verblüfft, als ihnen das gesamte Gebiet vom Golf von Mexiko bis Kanada und vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains - eine Fläche so groß wie die damaligen Vereinigten Staaten - für weniger als 20 Millionen Dollar angeboten wurde. Der Verkauf kam zustande und wird als Louisiana Purchase oder Louisiana-Landkauf bezeichnet. Nach einer aufgedeckten Verschwörung im August 1803 um Georges Cadoudal, Pichegru und General Moreau, die ein Attentat im Malmaison auf den Korsen planten, suchte Bonaparte mit Hilfe seines Polizeiministers Joseph Fouché nach einem Bourbonen, den man als Signal in seine Gewalt bringen kann. Der politisch eher unbedeutende Herzog von Enghien war das am leichtesten zu erreichende "Ziel", um das Exempel zu statuieren. Durch ein Kommandounternehmen von drei Gendarmeriebrigaden und 300 Dragonern am 14./15. März ließ ihn Bonaparte von Ettenheim in Baden nach Frankreich entführen, um ihm dort einen politischen Schauprozess aufgrund Hochverrats machen zu können. Bei der Verhaftung leistete der Herzog keinen Widerstand. Bereits während der Fahrt nach Vincennes erklärte er, dass er Napoléon unversöhnlichen Hass geschworen habe und jede Gelegenheit nutzen würde, um ihn zu bekämpfen. Die konfiszierten Papiere bewiesen, dass die Bourbonen Verschwörer gegen Napoléon anwarben. Daraufhin reagierte der Erste Konsul heftig: "Warum führen sie nicht Waffen gegen mich? (...) Stattdessen senden sie Straßenräuber aus, sprengen Paris in die Luft, töten Unschuldige. Dafür sollen sie mir blutige Tränen weinen." Nach der zu erwartenden Verurteilung als "Emigrant, der vom Ausland bezahlt wird, um eine Invasion Frankreichs zu erleichtern" durch ein Tribunal von sieben Obristen, vor denen sich Enghien stolz als Feind Bonapartes und des revolutionären Frankreich bezeichnete, erschoss man den Herzog von Enghien im Garten des Schlosses von Vincennes. Dies schadete Napoléon aussenpolitisch insbesondere in Deutschland und Preußen, da man die eigenen Souveränitätsrechte bedroht sah. Ein von Joséphine überbrachtes Gnadengesuch hatte Napoléon zuvor schon abgelehnt, da er einen Bourbonen als Signal hingerichtet sehen wollte. Innenpolitisch hatte Bonaparte jedoch mit dieser "terroristischen Hinrichtung" (Louis Bergeron) alle weiteren royalistischen Komplotte erstickt und die Zustimmung der breiten Bevölkerung hinter sich. Bezeichnenderweise meinte Napoléon selbst als Reaktion auf die Empörung des Auslandes nur knapp: "Ich bin die Französische Revolution". Doch sein Außenminister Talleyrand, der zuvor die Aktion unterstützt hatte, urteilte später, dass dies nicht nur ein Verbrechen, sondern ein Fehler gewesen sei.

Napoléon I. – Kaiser der Franzosen (1804–1815)

Talleyrand Nachdem Napoléon seinen Einfluss auf die Schweiz und Deutschland vergrößert hatte, gab eine Meinungsverschiedenheit über Malta den Briten einen Vorwand, um Frankreich 1803 den Krieg zu erklären und die französische royalistische Opposition zu unterstützen (Beginn der Napoleonischen Kriege). Nachdem ihm in einer Volksabstimmung die Kaiserwürde angetragen wurde, krönte sich Napoléon am 2. Dezember 1804 in der Zeremonie selbst zum Kaiser. Es war eine ungewöhnliche Szene, als er die Krone Pius VII. aus den Händen nahm und sich selbst aufs Haupt setzte. Diese Szene war allerdings abgesprochen und keineswegs wie später dargestellt, die Handlung eines Diktators. Das Gemälde zu dieser Zeremonie stammt vom Maler Jacques-Louis David, der nachträglich die Mutter Napoléons I. auf einer Empore sitzend darstellte. Nachträglich, weil sie sich geweigert hatte, bei der Krönung anwesend zu sein. Der Kaiser bestand aber auf deren Anwesenheit, wenigstens im Bild dargestellt. Da die Zeremonie sich über Stunden hinzog, konnte der Kaiser von Zeit zu Zeit ein Gähnen nicht unterdrücken. Er hielt das Zepter in der Hand wie ein Kinderspielzeug und flüsterte seinem Bruder Joseph zu: „Wenn uns jetzt unser Vater sehen könnte!“ Die Kaiserin Joséphine war von der Krönung so beeindruckt, dass man sie spät abends dazu überreden musste, ihre Krone zum Schlafengehen abzulegen. Am 26. Mai 1805 wurde Napoléon im Mailänder Dom mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von Italien gekrönt. Der französische Plan, zusammen mit den Spaniern die Briten zur See zu schlagen, schlug bei Trafalgar fehl und die Briten erlangten die dauerhafte Herrschaft über die Weltmeere. Ökonomisch missachtete Napoléon aus kriegstaktischen Gründen an Adam Smith orientierte Vorstellungen von Ökonomen wie Jean-Baptiste Say, der durch seine abweichenden wirtschaftspolitischen Vorschläge sogar von der Zensur betroffen war und seine Anstellung verlor. Jean-Baptiste Say In Europa hatte sich eine weitere Koalition gegen Napoléon formiert. Napoléon griff an, überschritt am 25. September mit seinen Truppen den Rhein und sicherte sich am 3. Dez. 1805 einen großen Sieg gegen Österreich und Russland in der Schlacht bei Austerlitz, auch Dreikaiserschlacht genannt. Als Ergebnis wurde Napoléon praktisch Herrscher über die meisten Gebiete Europas. Im Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Jena und Auerstedt, in der die preußischen Truppen vernichtet wurden. Die französischen Truppen marschierten in Berlin ein; Preußen blieb für Jahre besetzt und musste hohe Kontributionen bezahlen. Napoléon marschierte durch Polen und unterzeichnete ein Abkommen mit dem russischen Zar Alexander I., das Europa zwischen den beiden Mächten aufteilte. Napoléon setzte einen europaweiten Handelsboykott (die sog. Kontinentalsperre) gegen Großbritannien durch und setzte einen neuen König in Spanien ein. Die Spanier erhoben sich und es gelang Napoléon nicht, den Aufstand niederzuschlagen. Kontinentalsperre Während sich Frankreich mit Spanien beschäftigte, griff Österreich 1809 unter Erzherzog Karl in der Schlacht von Aspern Napoléons Armeen an und war siegreich. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit Napoléons war das erste Mal gebrochen worden. Allerdings konnte dieser Erfolg bei der Schlacht bei Wagram im Juli 1809 nicht wiederholt werden. In diesem Jahr (1809) ließ sich Napoléon auch von Josephine de Beauharnais scheiden, da sie ihm keine Kinder gebären konnte. Sie hatte dies schon länger geahnt, aber aus Angst vor einer Scheidung die Behauptung aufgestellt, er könne ihr keine Kinder zeugen, schließlich hätte sie ja schon zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe. Die Generäle und Politiker Napoléons bedrängten ihn Marie-Louise von Habsburg zu heiraten. Aufgrund politischer Vorzüge durch diese Heirat, nämlich der Stärkung des österreich-französischem Bündnisses und der Legitimation des Kaiserreichs, wurde die Heirat im Jahr 1810 geschlossen. Die Leidtragende dabei war letztendlich sie selbst, denn seit ihrer Kindheit war ihr Napoléon zuwider, aber schließlich musste sie doch der Staatsräson geopfert werden. Marie Louise war die älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. Außerdem brauchte Napoléon ja einen Nachfolger, den ihm Marie Louise 1811 schenkte. Sie gebar Napoléon II. Napoléon versuchte zweimal, ihn als Erben einzusetzen, aber regiert hat er nie. Zar Alexander I. war Napoléon gegenüber misstrauisch geworden und lehnte es ab, mit ihm gegen die Briten zu kooperieren. Napoléon marschierte deshalb am 24. Juni 1812 in Russland ein und begann damit den Vaterländischen Krieg. Sein Plan war, wie bei den bisherigen typisch napoleonischen „Blitzfeldzügen“ gewohnt, eine schnelle spektakuläre Entscheidungsschlacht herbeizuführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte. An eine Besetzung Russlands war nicht gedacht. Für den Fall, dass eine Entscheidungsschlacht vor dem Winter 1812/13 nicht möglich gewesen wäre, sollte ein Winterlager im Baltikum bezogen werden, um den Feldzug im Frühjahr 1813 fortzusetzen. Vaterländischen Krieg Doch mit folgender Taktik der Russen hatte Napoléon nicht gerechnet: Die russischen Truppen zogen sich immer weiter in die Weite des Landes zurück und verweigerten wohlweislich eine frühe Austragung einer offenen Feldschlacht. Dieser Rückzug in die Tiefe des Raumes entfaltete auf den französischen Kaiser und seine Truppen eine gewisse Sogwirkung, die, auf Napoléons Ungeduld berechnet, den ursprünglichen Plan eines zwischenzeitlichen Winterlagers zunichte machte und die „Grande Armée“ den stetig zurückweichenden russischen Korps nachsetzen ließ. Erst bei Borodino stellten sich die Russen unter dem 'Cunctator' Kutusow einer Abwehrschlacht, die für beide Seiten äußerst blutig und verlustreich verlief und letztlich unentschieden endete. Doch durch diesen Pyrrhussieg gelang es Napoléon zunächst, ohne weiteren Kampf Moskau einzunehmen. Von 250.000 Einwohnern waren 15.000 geblieben, Bettler, Sträflinge und Ausländer. Es waren inhaftierte Sträflinge angeheuert worden, die mit dem Versprechen der Amnestierung die Stadt an verschiedenen Stellen in Brand setzten. Es gelang nicht, die Feuer zu löschen, da selbst die Löschgeräte zum größten Teil zerstört waren. Der deutschstämmige Gouverneur Rostoptschin hatte ebenso Pumpen und Schläuche wegschaffen lassen. Die aus Holz gebauten Häuser brannten in kürzester Zeit nieder, dazu kam der Wind, der alle Versuche zunichte machte. In vier Tagen wurden 8500 Häuser zerstört, vier Fünftel der Stadt. Und immer noch wartete Napoléon zwei Wochen lang auf Antwort von Zar Alexander, erhielt jedoch keine Nachricht. Alexander, von seinen Beratern (unter anderem dem Freiherrn vom Stein und preußischer Exil-Offiziere sowie der Schwedische Kronprinz Jean-Baptiste Bernadotte) nachhaltig zur Unnachgiebigkeit gedrängt, wollte keinen Frieden (entgegen anders lautenden früheren Versicherungen seinerseits). Der Marsch nach Moskau hatte zwölf Wochen gedauert, ebensoviel brauchte man für den Rückmarsch. Aber anstatt loszumarschieren, wartete er immer noch auf ein Wort von Alexander. Er studierte russische Almanache und stellte fest, dass der strenge Winter auf der Breite von Moskau gewöhnlich Ende November einsetzte. Aber nun fielen am 15. Oktober ungewöhnliche sieben Zentimeter Schnee, und immer noch wartete Napoléon auf eine Nachricht von Alexander. Dann aber, als am 18. Oktober Marschall Joachim Murat von Kutusow vor Moskau angegriffen wurde und 2500 Mann verlor, erwachte Napoléon aus seiner optimistischen Stimmung und gab den Befehl zum Abmarsch. Joachim Murat Am 19. Oktober 1812 um 14 Uhr verließen die ersten Einheiten Moskau. Napoléons Fehler (von ihm selbst zugegeben) war der immer wieder aufgeschobene Rückzug sowie die Wahl der Hinmarschroute mit ihrer "verbrannten Erde", anstatt einen weiter südlich verlaufenden Bogen zu beschreiben .Wesentlich für die hohen Verluste war die sehr schlecht vorbereitete Logistik der Versorgung der Truppen. Es gab Nächte, in denen mehrere tausend Pferde starben. Die Armee wurde immer wieder von marodierenden Kosaken angegriffen. Napoléon verlor bei diesem Feldzug die meisten seiner Soldaten. Trotz schwerer Verluste war der Übergang über den Fluss Beresina eine Leistung ohnegleichen. Er marschierte mit etwa 612.000 Soldaten, 50.000 Pferden und einigen Frauen aus dem Dienstleistungsgewerbe los und kam mit weniger als 40.000 Mann zurück, wobei die meisten der restlichen Soldaten in Vilnius an Krankheiten und Übersättigung durch den langen Hunger-Zeitraum starben; die Bevölkerung der Stadt starb dadurch fast komplett aus. Zusätzlich hatten die meisten Verluste die verbündeten bzw. gepressten Truppen der Vasallenstaaten zu tragen. Durch diese schwere Niederlage Frankreichs ermutigt, griffen mehrere Nationen in Europa gegen Frankreich zu den Waffen. Die endgültige Niederlage der Franzosen kam 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig. 1814 bildete sich ein Bündnis aus Großbritannien, Russland, Preußen und Österreich gegen Napoléon. Der Feldzug von 1814 auf französischem Boden gilt auch heute noch militärgeschichtlich betrachtet strategisch wie taktisch als Napoléons „Meisterstück“ und Illustrierung napoleonischer Taktik überhaupt: Mit deutlich unterlegenen Kräften durch geschicktes und temporeiches Manövrieren den zahlenmäßig drückend überlegenen, aber getrennt marschierenden Feind jeweils einzeln zu schlagen.

Elba, Herrschaft der Hundert Tage, Waterloo und das Ende auf St. Helena

1814 1814 1814 Nachdem Napoléon geschlagen war, dankte er zum ersten Mal am 11. April 1814 in Fontainebleau ab; er musste nun ins Exil nach Elba, einer kleinen Mittelmeerinsel. Er kehrte jedoch am 1. März 1815 aufs Festland zurück, wo ihn die Armeen, die ihn aufhalten sollten, als ihren Führer empfingen. Er erreichte Paris und regierte weitere 136 Tage, doch seine Regierung wurde aufgrund von gewaltsamen Taten nicht mehr akzeptiert. So stellte er zum Beispiel ein Heer auf, das aus 40.000 14-jährigen Jungen bestand. Teile der gegnerischen Allianz stellten ihn als den Antichristen dar, dem gegenüber sich die Vertraute des Zaren Juliane von Krüdener als das erlösende Sonnenweib stilisierte. Diese Zeit wird auch als die Herrschaft der Hundert Tage bezeichnet. Am 18. Juni 1815 griff Napoléon die Engländer unter dem Herzog von Wellington nahe dem belgischen Ort Waterloo an. Als die preußischen Truppen unter Marschall Blücher den Engländern noch zu Hilfe kamen und somit die Schlacht verloren war, floh er mit seiner Kaiserlichen Garde nach Paris. Das Ende dieser Schlacht markiert gleichzeitig das Ende der Napoleonischen Kriege. Napoléon musste am 22. Juni abdanken und wurde auf die englische Insel St. Helena im Südatlantik verbannt. Dort schrieb er seine Memoiren und starb am 5. Mai 1821. Sein Leichnam wurde noch am selben Tag obduziert und am 9. Mai in einem vierfachen Sarg beigesetzt. Die Vermutung, Napoléon könnte sukzessiv durch Arsen vergiftet worden sein, ist widerlegt. In der medizinischen Fachliteratur ist überzeugend dargelegt, dass er wie sein Vater und Großvater an Magenkrebs verstarb. Arsen wurde damals als Medikament gegen Appetitmangel eingesetzt (Fowlersche Lösung). Es gibt eine Theorie, wonach General Montholon ihm regelmäßig Arsen in den Wein gegeben haben soll, um so seine Rückkehr nach Frankreich zu ermöglichen (Quelle: Vincent Croussier, L'Express, 06. Dezember 2004). Es gibt allerdings auch noch die Theorie, dass Napoléon 'von' seiner Tapete vergiftet worden ist. Die Pigmente der Tapete enthielten nämlich einige Arsenverbindungen, die damals häufig benutzt wurden und eine schöne grüne Farbe hatten. In trockenem Klima waren diese Pigmente ungefährlich, doch in dem feuchten Klima auf St. Helena bildeten sich Schimmelpilze auf der Tapete, die aus den Pigmenten das gasförmige Trimethylarsen freisetzten, welches Napoléon dann eingeatmet hätte. Die meisten der durch die Eroberungskriege Napoléons verursachten Veränderungen auf der politischen Landkarte wurden beim Wiener Kongress wieder rückgängig gemacht. Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde Napoléon Bonapartes Leichnam exhumiert (15. Oktober 1840) und in den Pariser Invalidendom überführt.

Napoléon und die Frauen

Invalidendom Trotz seiner eher geringen Körperlänge von rund 164 cm gab es in Napoléons Leben zahlreiche „Frauengeschichten“, größtenteils heimliche Affairen, die man einerseits auf sein Charisma und andererseits auf eine ihm nachgesagte ausgeprägte Libido zurückführen könnte. Die erste wichtige Frau war Désirée Clary (1777-1860), die Schwägerin von Joseph Bonaparte und später Königin von Schweden und Norwegen wurde. Beide waren seit 1794 ein Paar, zwischen 1795 und 1796 verlobt, als Napoléon noch ein politisch unbedeutender General war, aber die Familie Désirées stellte sich gegen einen zweiten Bonaparte, und Napoléon lernte 1796 seine zukünftige Frau kennen. Désirée heiratete General Jean-Baptiste Bernadotte, den späteren schwedisch-norwegischen König, von dem sie am 4. Juli 1799 einen Sohn Oscar bekam. Auf ihre Bitte hin wurde Napoléon Pate dieses Kindes. Ausgerechnet Bernadotte ist zu diesem Zeitpunkt als Kriegsminister Vorgesetzter Napoléons. Später tritt er als einer der Marschälle von Frankreich Kämpfer für, als Kronprinz von Schweden - Oberbefehlshaber der Nordarmee u.a. in der Völkerschlacht bei Leipzig - ein Gegner von Napoléon auf. Napoléon war zweimal verheiratet: seine erste Frau war Joséphine de Beauharnais, geboren als Marie Josèphe Rose Tascher de la Pagerie (1763-1814) und Witwe des Vicomte de Beauharnais, welche er zur Kaiserin Joséphine von Frankreich krönte und deren Kinder Eugène und Hortense er adoptierte. Da die Ehe kinderlos blieb, ließ sich Napoléon von Joséphine am 5. Dezember 1809 aus politischen Erwägungen und in beiderseitigem Einvernehmen scheiden. Joséphine durfte ihren Kaiserin-Titel und den gemeinsamen Wohnsitz Schloss Malmaison behalten. Seine zweite Frau war die Erzherzogin Marie-Louise von Habsburg (1791-1847), auch sie wurde zur Kaiserin gekrönt. Aus der Ehe mit Marie-Louise ging ein Kind hervor, Napoléon-François-Charles-Joseph Bonaparte (1811-1832), Franz Herzog von Reichstadt, der am Tag seiner Geburt zum König von Rom ausgerufen wurde, jedoch nie regierte. Napoléon hatte schon während seiner Ehe mit Joséphine die folgenden zwei illegitimen Kinder von Mätressen: Aus der Verbindung mit Eleonore Denuelle de la Plaigne (1787-1868):
- Graf Charles Léon (1806-1881) Aus einer sieben Jahre währenden Liebesbeziehung mit Gräfin Maria Walewska (1789-1817), seiner "polnischen Frau":
- Graf Alexandre Colonna Walewski (1810-1868) Beide Söhne hatten ihrerseits Nachkommen. Weitere Kinder:
- Émilie Louise Marie Françoise Joséphine Pellapra von Françoise-Marie LeRoy
- Karl Eugin von Mühlfeld von Victoria Kraus
- Hélène Napoleone Bonaparte von Gräfin Montholon (1816-1910)
- Barthélemy St Hilaire (19. August 1805 - 24. November 1895) Zu Napoléons weiteren Geliebten gehörten u.a. die Schauspielerinnen Marguerite Josephine George, genannt Georgina, und Cathérine Josephine Duchesnois; Madame Duchâtel, Frau eines älteren Staatsrates; Carlotta Gazzani, eine genuesische Tänzerin, die von Napoléon zur Vorleserin von Joséphine ernannt wird, und teilweise Frauen seiner Offiziere.

Napoléons literarischer Nachlass

Seine wohl erste literarische Arbeit "Die Geschichte Korsikas", verfasste Napoléon im Alter von nur 16 Jahren. Später schrieb er vor allem über seine Feldzüge, oder er verfasste Abhandlungen mit besonderer militärischer Bedeutung (wie etwa über die Versorgung belagerter Städte mit Mehl). Mit dem Werk "Übersicht der Kriege Cäsars" legte er eine militärhistorische Arbeit vor, die auch eine Biographie Cäsars beinhaltet. Weniger bekannt ist, dass Napoléon der wohl einzige Kaiser ist, der einen Liebesroman schrieb: Schon während der Revolutionszeit verfasste er "Clisson et Eugénie", ein Werk, das seine Leidenschaft für Désirée Clary, die zukünftige Königin von Schweden, widerspiegelt.

Literatur

Schweden Napoléon – Sein Leben und seine Zeit
- Thiers, Adolphe : Histoire de la Revolution française, 10 Bände + Atlas, Paris 1823-27 (Standardwerk auch in deutscher Übersetzung)
- Ders. : Histoire du Consulat et de l'Émpire, 20 Bände + Atlas, Paris 1845-62, (dt.: Geschichte des Konsulats und des Kaiserreichs, Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-22-7)
- Fournier, August : Napoleon I. - Eine Biographie, 3 Bände, Wien 1886
- Kircheisen, Friedrich : Napoleon I. - Seine Leben und seine Zeit, 9 Bände, Leipzig/München 1911-34
- Wencker-Wildberg, Friedrich/Kircheisen, Friedrich (Hrsg.) : Napoleon - Die Memoiren seines Lebens, 14 Bände, Wien/Hamburg/Zürich o. J. (ca. 1930), Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-14-6
- Markov, Walter : Napoléon und seine Zeit - Geschichte und Kultur des Grand Empire, Leipzig 1996
- Tulard, Jean : Napoléon, ou Le mythe de sauveur, Paris 1977 (die modernste Biographie, deutsche Übersetzung : Napoleon, oder der Mythos des Retters, 2. durchges. Aufl., Tübingen 1979, ISBN 3-8052-0306-3)
- Tulard, Jean (Hrsg.): Dictionnaire Napoléon, Nouv. éd., rev. et augm., Paris 1989, ISBN 2-213-02286-0
- Herre, Franz : Napoleon Bonaparte - Eine Biographie, Regensburg 2003
- Ders. : Marie Louise - Napoleon war ihr Schicksal, Köln 1996
- Willms, Johannes : Napoleon - Eine Biographie, München 2005
- Cronin, Vincent: Napoleon - Stratege und Staatsmann, Heyne Biographien, engl. Originalausgabe 1971, Deutsch 1973, Heyne-Verlag 1983, ISBN 3-453-55101 Die Napoleonischen Kriege
- Broers, Michael: The Napoleonic empire in Italy, 1796 - 1814, 1. Aufl., Basingstoke : Palgrave Macmillan 2005, ISBN 1-4039-0565-7
- Stephen Pope: The Cassell dictionary of the Napoleonic Wars, London 1999, ISBN 0-304-35229-2
- Muir, Rory: Tactics and the experience of battle in the age of Napoleon, New Haven [u.a.] 1998, ISBN 0-300-07385-2
- Clausewitz, Carl von : Hinterlassene Werke des Generals Carl von Clausewitz über Krieg und Kriegführung, 10 Bände, Berlin 1832-37 (beinhaltet das militärisch-philosophische Hauptwerk Vom Kriege und verschiedene Feldzugsstudien zu den Napoleonischen Kriegen)
- Napoleon I./Boie, Bernhard (Komm.) : Militärische Schriften, 3 Bände, Berlin 1881
- Rothenberg, Gunther : Die Napoleonischen Kriege, Berlin 2000
- Wenzlik, Detlef: Die napoleonischen Kriege, Buchreihe (18 Bände), VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-01-4 Napoleon und die Frauen
- Gläser, Stefan: "Frauen um Napoleon", Regensburg 2001
- Herre, Franz: "Joséphine - Kaiserin an Napoleons Seite", Regensburg 2003, ISBN 3-7917-1829-0
- Masson, Frédéric: "Napoleon I. und die Frauen", Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-09-X

Weblinks


-
- [http://www.napoleon-online.de/ Napoleon-online.de]
- [http://www.napoleonguide.com/ Napoleonguide.com]
- [http://www.napoleon.org/ Die Napoleon-Stiftung]
- [http://www.musees-nationaux-napoleoniens.org/ Die nationale Vereinigung der Napoléon-Museen in Frankreich] Kategorie:Mann Kategorie:Französische Geschichte Kategorie:Kaiser (Frankreich) Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Bonaparte, Napoleon Napoleon Bonaparte ja:ナポレオン・ボナパルト ko:나폴레옹 보나파르트 simple:Napoleon th:นโปเลียน โบนาปาร์ต

1800

Ereignisse


- 18. Januar: Die Bank von Frankreich wird durch Napoleon Bonaparte geschaffen
- 14. März: Giorgio Barnaba Luigi Chiaramonti wird zum Papst gewählt und nennt sich Pius VII.
- 17. März: Beim Untergang des britischen Linienschiffs HMS Queen Charlotte (100 Kanonen) nach einem Brand an Bord vor Livorno (Italien) sterben 673 Seeleute, nur 156 können gerettet werden
- 2. April: Beethovens 1. Sinfonie wird in Wien uraufgeführt
- 14. Juni: Die Schlacht bei Marengo bringt Napoleon den entscheidenden Sieg über die Österreicher
- 5. September: Die Engländer bringen nach einer Blockade Malta in ihren Besitz, das seit 1798 von napoleonischen Einheiten besetzt war
- 1. November: US-Präsident John Adams bezieht seinen neuen Amtssitz, das spätere Weiße Haus
- 3. Dezember: Schlacht von Hohenlinden
- Wilhelm Herschel entdeckt die Infrarotstrahlung

Kultur


- 16. Januar: Uraufführung der Oper Les Deux Journées, ou Le Porteur d'eau (Der Wasserträger) von Luigi Cherubini am Théâtre Feydeau in Paris
- 2. Juni: Uraufführung der Oper Cesare in Farmacusa von Antonio Salieri am Theater am Kärntnertor in Wien
- 16. Oktober: Uraufführung der Oper Tamerlan von Johann Friedrich Reichardt an der Hofoper Berlin
- In ganz Paris, der nach London zweitgrößten Stadt Europas, gab es um 1800 nur ca. 300 Badewannen

Geboren


- 1. Januar: Filipina Brzezińska, polnische Komponistin († 1886)
- 1. Januar: Constantin Hering, gilt als Begründer der Homöopathie in Amerika († 1880)
- 1. Januar: Václav Emanuel Horák, tschechischer Komponist
- 2. Januar: Carl Friedrich Plattner, deutscher Hüttenkundler und Chemiker († 1858)
- 7. Januar: Millard Fillmore, 13. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika († 1874)
- 7. Januar: Moritz Daniel Oppenheim, deutscher Porträt- und Historienmaler († 1882)
- 11. Januar: Ányos Jedlik, Erfinder († 1895)
- 14. Januar: Ludwig von Köchel, österreichischer Musikwissenschaftler († 1877)
- 21. Januar: Theodor Fliedner, deutscher Pfarrer († 1864)
- 22. Januar: Christoph Merian, Großgrundbesitzer und Stiftungsgründer († 1858)
- 26. Januar: Johann Gerhard Oncken, Begründer der deutschen Baptistengemeinden († 1884)
- 28. Januar: Friedrich August Stüler, preußischer Baumeister († 1865)
- 7. Februar: Theodor von Zwehl, deutscher Staatsminister († 1875)
- 11. Februar: William Fox Talbot, englischer Photopionier († 1877)
- 12. Februar: John Edward Gray, Britischer Zoologe († 1875)
- 2. März: Jewgeni Baratynski, russischer Schriftsteller († 1844)
- 10. März: Victor Aimé Huber, deutscher Sozialreformer, Reiseschriftsteller und Literaturhistoriker († 1869)
- 16. März: Ninko, 120. Kaiser von Japan († 1846)
- 15. April: James Clarke Ross, englischer Entdecker und Seefahrer († 1862)
- 16. April: Jakob Heine, Mediziner und Entdecker der spinalen Kinderlähmung († 1879)
- 9. Mai: John Brown, US-amerikanischer radikaler Abolitionist († 1859)
- 17. Mai: Carl Friedrich Zöllner, deutscher Komponist († 1860)
- 17. Mai: Ernst von Bandel, Maler und Bildhauer († 1876)
- 19. Mai: Moritz Rathenau, Kaufmann und Unternehmer († 1871)
- 30. Mai: Karl Wilhelm Feuerbach, Mathematiklehrer und Mathematiker († 1834)
- 17. Juni: Ivar Fredrik Bredal, dänischer Komponist († 1864)
- 23. Juni: Charlotte Birch-Pfeiffer, deutsche Schauspielerin und Schriftstellerin († 1868)
- 19. Juli: Juan José Flores, ecuadorianischer Staatspräsident († 1864)
- 22. Juli: Jakob Lorber, österreichischer Schriftsteller und Musiker († 1864)
- 24. Juli: Friedrich Georg Wieck, deutscher technologischer Schriftsteller und Industrieller († 1860)
- 25. Juli: Heinrich Göppert, deutscher Botaniker, Paläontologe und Professor († 1884)
- 31. Juli: Friedrich Wöhler, deutscher Chemiker († 1882)
- 20. August: Bernhard Heine, Mediziner († 1846)
- 28. August: Dietrich Wilhelm Landfermann, Pädagoge, Demokrat und Schulleiter in Duisburg († 1882)
- 12. September: Joseph Augenstein, deutscher Lokalpolitiker († 1861)
- 12. September: Pierre Charles Fournier Saint Amant, französischer Schachmeister († 1872)
- 12. September: Friedrich von Uechtritz, deutscher Dichter, Historiker und Genealoge († 1875)
- 15. September: Paul Friedrich, Großherzog von Mecklenburg-Schwerin († 1842)
- 1. Oktober: Lars Levi Laestadius, schwedischer Erweckungsprediger in Lappland († 1861)
- 2. Oktober: Felix Fürst zu Schwarzenberg, österreichischer Politiker und Diplomat († 1852)
- 2. Oktober: Nat Turner, US-amerikanischer Revolutionär († 1831)
- 12. Oktober: Eugen von Puttkamer, Deutscher Jurist († 1874)
- 18. Oktober: Sir Henry Taylor, englischer Dramatiker und Kolonialbeamter († 1886)
- 23. Oktober: Henri Milne-Edwards, französischer Naturforscher († 1885)
- 25. Oktober: Jacques Paul Migne, französischer Priester und veröffentliche theologische Werke († 1875)
- 25. Oktober: Thomas Babington Macaulay, englischer Historiker († 1859)
- 26. Oktober: Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke, preußischer Generalfeldmarschall († 1891)
- 6. November: Eduard Grell, deutscher Komponist und Organist († 1886)
- 18. November: John Nelson Darby, Mitbegründer der Brüdergemeinde († 1882)
- 26. November: Anton Martin Slomšek, slowenischer Geistlicher, Schriftsteller und Dichter († 1862)
- 30. November: Karl Heinrich Edmund von Berg, Forstmann und Lehrer († 1874)
- 1. Dezember: Mihály Vörösmarty, ungarischer Dichter, Redakteur und Übersetzer († 1855)
- 4. Dezember: Emil Aarestrup, dänischer Dichter († 1856)
- 22. Dezember: Julius Wilhelm Oelsner, Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung († 1862)
- 26. Dezember: Gustav Wilhelm Teschner, deutscher Komponist († 1883)
- 29. Dezember: Charles Goodyear, US-amerikanischer Chemiker († 1860)

Gestorben


- 4. Februar: Charlotte Sophie von Bentinck, adlige emanzipierte Frau des 18. Jahrhunderts (
- 1715)
- 25. April: Abel Seyler, deutscher Schauspieldirektor (
- 1730)
- 28. April: Jewstignei Ipatowitsch Fomin, russischer Komponist (
- 1761)
- 7. Mai: Niccolò Piccinni, italienischer Komponist klassischer Musik (
- 1728)
- 18. Mai: Alexander Wassiljewitsch Suworow, russischer Generalissimus (
- 1729)
- 24. Mai: Johann Christian Kestner, deutscher Jurist und Archivar, Ehemann von Charlotte Buff (
- 1741)
- 10. Juni: Johann Abraham Peter Schulz, deutscher Musiker und Komponist (
- 1747)
- 14. Juni: Jean-Baptiste Kléber, französischer General (
- 1753)
- 14. Juni: Louis-Charles-Antoine Desaix, französischer General (
- 1768)
- 20. Juni: Abraham Gotthelf Kästner, deutscher Mathematiker (
- 1719)
- 3. August: Friedrich Gilly, deutscher Architekt und Baumeister (
- 1772)
- 3. August: Carl Friedrich Christian Fasch, Musiker (
- 1736)
- 10. September: Johann Christoph von Wöllner, preussischer Staatsmann (
- 1732)
- 26. September: William Billings, US-amerikanischer Komponist (
- 1746)
- 8. Oktober: Salawat Julajew, baschkirischer Freiheitskämpfer und Dichter, Nationalheld von Baschkortostan (
- 1752)
- 28. Oktober: Artemas Ward, US-amerikanischer Generalmajor im Unabhängigkeitskrieg und Politiker (
- 1727)
- 14. November: François-Claude-Amour de Bouillé, französischer General (
- 1739)
- 28. November: Sebastian Mutschelle, deutscher Theologe (
- 1749) ko:1800년

Paris

Paris (dt. [], frz. []) ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil (rive droite „rechtes Seineufer“) und einen südlichen Teil (rive gauche „linkes Seineufer“). Paris hat im separat verwalteten Stadtgebiet offiziell 2.138.551 Einwohner, in der Agglomeration leben 11.564.680 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005). Die außerhalb der Ringautobahn (französisch boulevard périphérique, umschließt die 20 arrondissements) liegenden Ortschaften der Banlieue sind selbständig verwaltet und zählen dadurch nicht zur Stadt Paris im verwaltungsrechtlichen Sinne. Paris ist eine der bedeutendsten Weltstädte und das überragende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum eines zentralistisch organisierten Landes und sein größter Verkehrsknotenpunkt (unter anderem mit drei Flughäfen und sechs Kopfbahnhöfen). Paris ist auch UN-Stadt (UNESCO).

Geografie

Geografische Lage

UNESCO UNESCO] Die Stadt liegt im Zentrum des Pariser Beckens durchschnittlich 65 Meter über dem Meeresspiegel. Sie ist umgeben von großen Wäldern, die der Bevölkerung als Naherholungsgebiete dienen. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 105,4 Quadratkilometern. Die höchste natürliche Erhebung innerhalb der Stadtgrenzen ist der Hügel Butte Montmartre mit einer Höhe von 129 Metern.

Stadtgliederung

Im Jahre 1790 wurde Paris Verwaltungssitz des Départements Seine (75). Seit der Neugliederung der Départements der Île-de-France im Jahre 1968 ist Paris gleichzeitig Stadt und Département. Die Stadt ist in 20 nummerierte Gebiete aufgeteilt, die Arrondissements genannt werden und die Postleitzahlen 75001 bis 75020 tragen. Jedes Arrondissement besteht aus vier Quartiers. Die Arrondissements von Paris sind: Louvre, Bourse, Temple, l'Hôtel de Ville, Panthéon, Luxembourg, Palais Bourbon, l'Élysée, l'Opéra, l'Entrepôt, Popincourt, Reuilly, Gobelins, l'Observatoire, Vaugirard, Passy, Batignolles-Monceaux, Butte-Montmartre, Buttes-Chaumont und Ménilmontant.

Klima

Paris befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 10,6 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 639 Millimeter. Der wärmste Monat ist der Juli mit 18,4 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 3,4 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juni mit 65 Millimeter im Mittel, der wenigste im Februar und April mit jeweils durchschnittlich 45 Millimeter.

Geschichte

April]] Die Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltischen Siedlung Lutuhezi des Stammes der Parisier auf der Seine-Insel, die heute Île de la Cité heißt. Der erste Bestandteil des Namens stammt von der keltischen Wurzel luta „Sumpf“, so dass der gesamte keltisch-römische Name Lutetia Parisiorum, also „Sumpfebene der Parisier“ bedeutet. Der Hinweis auf den Sumpf ging im Laufe der Zeit verloren. Nach der Eroberung der Siedlung durch die Römer im Jahr 52 v. Chr. brannten die Parisii ihr Inselfort nieder und überließen es den Römern. Diese bauten die Stadt als Lutetia wieder auf und dehnten die nunmehr befestigte Stadt auf das linke Seineufer aus. Dort entstanden Thermen, ein Forum und ein Amphitheater. Die Stadt wurde im römischen Reich als Civitas Parisiorum oder Parisia bekannt, blieb aber im besetzten Gallien zunächst recht unbedeutend. 52 v. Chr. Im 5. Jahrhundert wurde die römische Herrschaft durch die Merowinger beendet. Im Jahre 508 ist Paris Hauptstadt des Merowingerreiches unter Chlodwig I. (466-511) geworden. Danach wurde sie unter einem seiner Söhne zu einem fränkischen Teilkönigreich Paris. Während der Karolingerherrschaft überfielen die Normannen wiederholt die Stadt. Die Kapetinger machten Paris zur Hauptstadt Frankreichs. Philipp II. Augustus (1165-1223) ließ die Stadt befestigen. 1190 wurden eine Mauer am rechten Ufer der Seine und im Jahre 1210 ein Wall am linken Ufer errichtet. Zu jener Zeit gab es am rechten Seineufer zahlreiche Händler. Auf Veranlassung Philipp II. entstand am westlichen Stadtrand der Louvre. 1181 ist die erste überdachte Markthalle eröffnet worden und 1301 ist auf der Île de la Cité ein Königspalast gebaut worden. Die Sorbonne im Süden von Paris hat sich aus mehreren kleinen Schulen entwickelt. Karl V. (1338-1380) ließ am linken Seineufer die Mauer zum Schutz der Stadt vor den Engländern erneuern. 1370 ist auf seine Veranlassung am rechten Ufer, wo heute die grands boulevards verlaufen, ebenfalls eine Mauer errichtet worden. Während des Hundertjährigen Krieges war Paris von 1420 bis 1436 von englischen Streitkräften besetzt. 1436] Während der Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1598 blieb die Stadt in katholischem Besitz. In der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 sind in Paris Tausende von Hugenotten ermordet worden. Auf Veranlassung Ludwig XIV. (1638-1715) sind Straßenbeleuchtungen angebracht, die Wasserversorgung modernisiert und die Krankenhäuser Invalides und Salpêtrière erbaut worden. Er ließ die Stadtmauern von Paris abtragen und an deren Stelle die „Großen Boulevards“ errichten. Die Residenz des Königs wurde nach Versailles verlegt. Dennoch blieb Paris das politische Zentrum Frankreichs, was auf seine hohe Bevölkerungszahl und seine führende wirtschaftliche Rolle im Land zurückzuführen war. Als im Jahre 1789 die Französische Revolution ausbrach, war es die Bevölkerung von Paris, die den Weg zur Abschaffung der Monarchie und zur Einführung der ersten französischen Republik ebnete. 1844 ist zu Verteidigungszwecken an Stelle des heutigen Boulevard Périphérique eine neue Stadtbefestigung errichtet worden. Diese hatte eine Länge von 39 Kilometern und ist mit ihren 94 Bastionen und 16 Forts die größte Befestigungsanlage der Welt gewesen. Paris war in den Jahren 1855, 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937 Veranstaltungsort von sechs Weltausstellungen, welche die kulturelle und politische Bedeutung der Stadt unterstrichen. Nach dem Niedergang des 2. Kaiserreiches und der Einnahme der Stadt durch deutsche Truppen erhob sich 1871 die so genannte Pariser Kommune, die sich aus Arbeitern, Handwerkern und Kleinbürgern zusammensetzte, gegen die konservative provisorische Regierung der Republik. Paris erlebte zwischen 1871 und 1914 eine Blütezeit in der belle époque. Am Gare de Lyon, der Pont Alexandre III. und den U-Bahnstationen ist der Stil dieser Zeit beispielhaft zu erkennen. 1921 hatte Paris mit knapp drei Millionen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Der städtische Wohnungsbau konnte mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Während des 2. Weltkrieges war die Stadt zwischen 1940 und 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt. 1968 kam es in der Stadt zu Studentenrevolten und Massenstreiks. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Paris zu einer multikulturellen, kosmopolitischen Stadt. Kamen anfangs noch Italiener, so gibt es mittlerweile eine kulturelle Vielfalt, die in einigen Gegenden die Quartiers dominiert. Sehr bekannt sind vor allem das ostasiatisch-chinesisch geprägte 13. Arrondissement und das afrikanisch-maghrebinisch geprägte 18. Arrondissement. Darüber hinaus gibt es auch jüdisch, japanisch und tamilisch dominierte Viertel. 2005 kommt es zu großen Ausschreitungen von Randalierern in den Vorstädten von Paris, die sich zu einem Flächenbrand über ganz Frankreich ausweiteten.

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1784 handelt es sich um Schätzungen, von 1790 bis 1999 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. Ausschreitungen

Politik

Städtepartnerschaften

Paris unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Sehenswürdigkeiten in Paris

Theater

Sehenswürdigkeiten in Paris Die wichtigsten Musical- und Theaterensembles des Landes haben ihren Sitz in Paris. Die Comédie-Française oder Théâtre français ist ein Nationaltheater mit vorwiegend klasssischem Repertoire in der Tradition von Molière. Es entstand 1680; berühmte Schauspieler waren unter anderem Sarah Bernhardt und Jean-Louis Barrault. Weitere Theater sind das Moulin Rouge, das Théâtre des Bouffes-Parisiens, das Théâtre des Champs-Elysées und das Théâtre Feydeau.

Museen

Die Vielzahl bedeutender Museen in Paris ist einzigartig. Der 1793 eröffnete Louvre mit über 30000 Exponaten von der Antike bis zum Ende des 19. Jhds zählt zu größten und wichtigsten Museen der Welt. In einem ehemaligen Bahnhof am linken Seineufer befindet sich seit 1986 das Musée d'Orsay, welches gemalte und plastische Werke von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg beherbergt. Das 1977 eröffnete Centre National d’Art et de Culture Georges-Pompidou (Centre Pompidou) ist eine der touristischen Hauptattraktionen der Stadt. Im Jahre 1985 ist das Picasso-Museum, das die weltweit größte Sammlung von Werken des Künstlers beherbergt, eröffnet worden. Es ist im Hôtel Salé untergebracht. Anfang des Jahres 1997 öffnete das Musée de la Musique seine Tore für die interessierte Öffentlichkeit.

Bauwerke


- Straßen und Plätze Die Avenue des Champs-Élysées ist die wahrscheinlich berühmteste Straße der Welt. Der 71 Meter breite Boulevard bildet das Rückgrat einer einzigartigen südöstlich-nordwestlichen Sichtachse, die beim Louvre und den Tuilerien beginnt, der Place de la Concorde und den Arc de Triomphe umfasst und bis zur Grande Arche im neuen westlichen Stadtteil La Défense reicht. Der Place de la Concorde ist der größte und letzte der Königsplätze von Paris. Ab 1755 errichtet, war während der Revolutionszeit auf dem in Place de la Révolution umbenannten Platz die Guillotine aufgestellt. Seit 1836 wird der Platz vom Obelisk von Luxor dominiert. Neben dem 23 Meter hohen Obelisken befinden sich zwei aufwändig gestaltete Brunnen. Der Place des Vosges ist ein unter Heinrich IV. angelegter quadratischer Platz im Distrikt Marais. Der Platz bietet heute ein einzigartig geschlossenes Ensemble von Bauten des frühen 17. Jahrhunderts. Das Ensemble der Place Vendôme wurde für den „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. zwischen 1690 und 1720 erbaut. Der von einem geschlossen erhalten gebliebenen, harmonisch angeordneten Palais umfasste Platz wird heute von einer 44 Meter hohen Triumphsäule dominiert, die Napoléon Bonaparte 1806 errichten ließ. Der Pont Neuf (Neue Brücke) ist die älteste noch erhaltene Brücke über die Seine. Auf dem Place Igor Strawinsky neben dem Centre Pompidou sieht man den bekannten Strawinsky-Brunnen von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle.
- Weltliche Bauwerke Niki de Saint Phalle]] Das Wahrzeichen der Stadt ist der Eiffelturm, eine Stahlkonstruktion aus dem Jahre 1889, die für die Weltausstellung eigentlich nur temporär errichtet werden sollte. Der Triumphbogen wurde von 1806 (unter Napoléon) bis 1836 (unter Louis-Philippe) errichtet. Als Inspiration diente der allerdings deutlich kleinere Titusbogen in Rom. Das Hôtel de Ville ist das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete neoklassizistische Rathaus von Paris. Paris hat eine Reihe kunstgeschichtlich bedeutender Adelspaläste, ehemalige Stadtresidenzen bedeutender Adliger, Prälaten und Ministerialen. Erhalten sind zahlreiche Bauwerke aus dem späten 15. bis 18. Jahrhundert, insbesondere in den Distrikten Marais und St-Germain-des-Près. Das Panthéon, errichtet von 1764 bis 1790, wechselte mehrmals seine Bestimmung: Als Kirche konstruiert, wurde der Kuppelbau nach der fra