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| Bankhaus J. H. Stein |
Bankhaus J. H. SteinDas Bankhaus J. H. Stein wurde 1790 in Köln gegründet, betrieb ursprünglich Kommissionsgeschäfte mit Leder, Eisenwaren, Kolonialwaren, Wein und Porzellan, ging bald jedoch auf das Bankgeschäft über. 1904 fand die Umwandlung von der offenen Handelsgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft statt.
Kurt Freiherr von Schröder (1889–1966) war von 1921 bis 1945 Teilhaber der Bank, die engen Kontakt zu den Industriellen an Rhein und Ruhr pflegte. Die Bank zählte zu den Hausbanken von Bayer und der IG Farben. Im Ausland wurde das Bankhaus durch die J. Henry Schröder Bank vertreten, mit der der Bankierssohn von Schröder verwandschaftlich verbunden war. Von Schröder verwaltete auch persönlich das Sonderkonto S des Freundeskreises der Wirtschaft, später Freundeskreis Reichsführer-SS genannt. Am 4. Januar 1933 fand in diesem Bankhaus eine Geheimbesprechung statt, in der Adolf Hitler (Heinrich Himmler und Rudolf Heß warteten im Nebenzimmer), Franz von Papen (Zentrumspartei) und er selbst aus Sorge vor dem Bolschewismus Vorbereitungen für eine Regierungsübernahme vereinbarten.
1978 trat die Hannover Rückversicherungs AG als Kommanditist ein, 1985 die Banque Indosuez. Im Jahre 1987 erfolgte die Fusion der Kreditinstitute Marcard & Co und J. H. Stein zu Marcard, Stein & Co. Die Bank ist heute stolz auf ihre gute Betreuung für Privatkunden.
Weblinks
- [http://www.marcard.de/ Marcard, Stein & Co, Banciers]
- [http://www.cbgnetwork.org/1143.html CBG: Die Hitler-Macher. Die IG FARBEN unterstützten die NSDAP massiv]
- [http://homepage.sunrise.ch/homepage/comtex/uw2974.htm Tim Wheeler: Blutgeld-Spuren in den USA]
Stein
Kategorie:Unternehmen (Köln)
1790
- 26. Januar: Uraufführung der Oper Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart in Wien
- 14. August: Der Frieden von Värälä beendet den 1788 begonnenen Krieg zwischen Schweden und Russland ohne territoriale Veränderung
- Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft
- In München wird der Chinesische Turm gebaut
Kultur
- 26. Januar: Uraufführung der Oper Così fan tutte (So machen es alle) von Wolfgang Amadeus Mozart
- 1. März: Uraufführung der Oper Les Brouilleries von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 10. Mai: Uraufführung des historischen Dramas Jeanne d'Arc à Orléans von Rodolphe Kreutzer am Comédie-Italienne in Paris
- 23. August: Uraufführung der Oper Les Rigueurs du cloître von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- Anton David Steiger gründet als „Hainz am Stein der Wilde“ die „Wildensteiner Ritterschaft zur Blauen Erde“, damit Wiederaufleben des Rittertums des Mittelalters im Sinne der Romantik
Wissenschaft
- Der deutsche Botaniker Christian Konrad Sprengel entdeckt am Schmalblättrigen Weidenröschen die Fremdbestäubung
- 3. Februar: Gideon Mantell, englischer Arzt, Geologe und Paläontologe († 1852)
- 28. Februar: Josef Christian von Zedlitz, österreichischer Offizier und Dichter († 1862)
- 15. März: Niccolo Vaccai, italienischer Komponist († 1848)
- 29. März: Carl Theodor Welcker, Gelehrter und liberaler Politiker
- 29. März: John Tyler, 10. Präsident der USA († 1862)
- 21. April: Manuel Blanco Encalada, chilenischer Politiker († 1876)
- 23. Mai: James Pradier, französischer Bildhauer († 1852)
- 23. Mai: Jules-Sébastien-César Dumont d'Urville, französischer Seefahrer und Polarforscher († 1842)
- 27. Mai: Friedrich Wilhelm Rembert von Berg, russischer Feldmarschall († 1874)
- 27. Mai: Johann Ludwig Blesson, preußischer Militärschriftsteller († 1861)
- 27. Mai: Ludwig Blesson, deutscher Militärschriftsteller († 1861)
- 1. Juni: Ferdinand Raimund, Dramatiker († 1836)
- 19. Juni: Johann Heinrich Fischer, Schweizer Politiker
- 4. Juli: George Everest, englischer Ingenieur († 1866)
- 21. Juli: Friedrich Karl Hermann Kruse, Historiker († 1866)
- 3. August: John Cockerill, britischer Industrieller († 1840)
- 29. August: Leopold, Großherzog von Baden († 1852)
- 4. September: Joseph Anton von Maffei, deutscher Industrieller, Eisenbahnfabrikant († 1870)
- 17. September: David Hansemann, deutscher Politiker und Bankier († 1864)
- 26. September: Nassau William Senior, englischer Ökonom († 1864)
- 21. Oktober: Alphonse de Lamartine, französischer Dichter, Schriftsteller und Politiker († 1869)
- 25. Oktober: Robert Stirling, schottischer Priester und Ingenieur († 1878)
- 29. Oktober: Adolf Diesterweg, deutscher Pädagoge und Verlagsgründer(† 1866)
- 6. November: Johann Jacob Wehrli, Schweizer Pädagoge († 1855)
- 12. November: Gottlieb Heinrich Schmückert, Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes († 1862)
- 17. November: August Ferdinand Möbius, deutscher Mathematiker(† 1868)
- 17. November: João Carlos de Saldanha Oliveira e Daun, portugiesischer Politiker und General († 1876)
- 22. November – Gregor Wilhelm Nitzsch, klassischer Philologe (†1861)
- 3. Dezember: Joseph Fieschi, Attentäter († 1836)
- 6. Dezember: Jean-Baptiste Vaillant, französischer General, Marschall von Frankreich († 1872)
- 9. Dezember: William Edward Parry, britischer Admiral und Polarforscher († 1855)
- 16. Dezember: Leopold I. (Belgien), erster König der Belgier († 1865)
- 23. Dezember: Jean-François Champollion, französischer Sprachwissenschaftler († 1832)
- 3. Februar: Johann Bernhard Hermann, Intellektueller des 18. Jahrhunderts ( - 1761)
- 20. Februar: Kaiser Joseph II., Sohn Maria Theresias ( - 1741)
- 23. März: Georg Christian Crollius, deutscher Historiker ( - 1728)
- 6. April: Ludwig IX., Gemahl der Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken ( - 1719)
- 9. April: Nicolas-Sylvestre Bergier, französischer Theologe und berühmter Apologet ( - 1718)
- 17. April: Benjamin Franklin, US-amerikanischer Naturwissenschaftler und Politiker ( - 1706)
- 29. April: Samuel Heinicke, 'Erfinder' der Deutschen Methode der Gehörlosenpädagogik ( - 1727)
- 2. Mai: Philipp Matthäus Hahn, Pfarrer und Erfinder ( - 1739)
- 29. Mai: Israel Putnam, britischer Offizier und US-amerikanischer General im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ( - 1718)
- 7. Juli: Franz Hemsterhuis, Philosoph und Schriftsteller ( - 1721)
- 17. Juli: Adam Smith, Ökonom und Moralphilosoph ( - 1723)
- 25. Juli: Johann Bernhard Basedow, deutscher Pädagoge und Schriftsteller ( - 1723)
ko:1790년
simple:1790
Köln
Köln (bis 1919 auch Cöln) ist die viertgrößte Stadt Deutschlands und die größte Stadt Nordrhein-Westfalens. Kölns Rheinhafen zählt zu den wichtigsten Binnenhäfen Europas. Die Metropole zählt zu den großen Universitätsstädten mit einem Studenten-Anteil von ca. 8,5 % (85.183).
Köln war in den 1970er Jahren kurzzeitig Millionenstadt: im Zuge der letzten Eingemeindungen zum 1. Januar 1975 wurde die Einwohnerzahl von einer Million erreicht. Nachdem die Stadt Wesseling jedoch zum 1. Juli 1976 wieder ausgegliedert wurde, sank die Einwohnerzahl erneut unter die Millionengrenze. In letzter Zeit zählt man bei der Stadtverwaltung alle Einwohner, die mit einem Zweitwohnsitz gemeldet sind, mit. So kommt die Stadt auf 1.022.627 Einwohner (2004) und eine Bevölkerungsdichte von 2.524 Einwohner/km². Nach der offiziellen Berechnung (nur mit Erstwohnsitz) waren Mitte 2005 975.907 Personen in Köln gemeldet, dies ist somit die amtliche Einwohnerzahl.
Die Stadt gilt als wirtschaftliche, kulturelle und historische Hauptstadt des Rheinlandes. Mit einem Ausländeranteil von 17,2 % (175.515 Menschen, Stand: Ende 2004) gilt Köln als multikulturelle Hochburg. Außerhalb der Türkei ist Köln die zweitgrößte türkische Gemeinde in Europa, nach Berlin und vor Hamburg. Grund für die wirtschaftliche Bedeutung Kölns ist die Lage der Stadt am Schnittpunkt des Rheins mit einem der Haupthandelswege zwischen Ost- und Westeuropa. Köln ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt (mit Köln Hauptbahnhof, dem Rangierbahnhof Gremberg und dem größten Container- und Umschlagbahnhof des Binnenlandes Köln-Eifeltor).
Geografie
Geografische Lage und Klima
Das Stadtgebiet erstreckt sich über 405,15 km² (linksrheinisch 230,25 km², rechtsrheinisch 174,87 km²).
Köln liegt 50° 56′33" nördlicher Breite und 06° 57′32" östlicher Länge. Der höchste Punkt liegt 118,04 Meter (im Königsforst), der niedrigste 37,5 Meter (im Worringer Bruch) über dem Meeresspiegel.
Landschaftlich betrachtet liegt Köln am Niederrhein. Der weite Talkessel zwischen den Steilstufen des Bergischen Landes und der Eifel unmittelbar nach Austritt des Rheins aus dem Rheinischen Schiefergebirge wird Kölner Bucht genannt. Diese günstige Lage verschafft Köln ein Klima, das sich durch mehrere Besonderheiten auszeichnet:
- Durch die Eifelbarriere liegt die Stadt, insbesondere deren linksrheinischer Teil im Schutz und Regenschatten von Westwinden.
- Gleichzeitig wird eine Lufterwärmung durch geringen Luftaustausch mit dem Umland begünstigt. Die Innenstadt von Köln, in der zusätzlich innerstädtische Überwärmung auftritt, gilt als der wärmste Ort von ganz NRW.
- Damit verbunden ist aufgrund der Wasserführung des Rheins regelmäßig eine hohe Luftfeuchtigkeit, die insbesondere im Sommer für belastendes, schwüles Wetter sorgt und für zahlreiche Gewitter verantwortlich ist.
Klimatisch liegt Köln im gemäßigten Übergangsklima ozeanischer Prägung mit milden Wintern (Januarmittel: 2 °C) und mäßig warmen Sommern (Julimittel: 18 °C). Die mittleren Jahresniederschläge betragen 676 mm und liegen damit relativ niedrig.
700pxKöln-Panorama von der Deutzer Brücke aus gesehen.
Geologie
Köln liegt zum größten Teil im Bereich der Niederterrassen, die vom Rhein aus wie breite Treppen leicht ansteigen. Der Untergrund ist größtenteils im Tertiär, teilweise erst im Quartär entstanden und besteht aus verschieden geschichteten Flusssedimenten. Eine Ausnahme bildet der äußerste Osten des Stadtgebietes, der bereits zum Sockel des rheinischen Schiefergebirges zählt.
Die Bodenbeschaffenheit ist geprägt durch die fruchtbaren Böden der Schwemmlandebene am Rhein und der Lössgebiete im Westen sowie der eher minderwertigen Böden (Heide, Wald) im Osten des Stadtgebietes, das bereits in das Bergische Land übergeht. Die Verschiedenheiten in Mikroklima und Bodenbeschaffenheit sind dadurch erklärbar, dass das Stadtgebiet von Köln zu den flächengrößten Städten Deutschlands zählt.
Köln und der Rhein
flächengrößten Städten Deutschlands
flächengrößten Städten Deutschlands
Der Rhein tritt bei Godorf in die Stadt ein und verlässt sie bei Worringen. Das Gefälle des Rheins beträgt etwa 0,2 Promille. Somit liegt der Rheinspiegel in Godorf 8 Meter höher als in Worringen.
So sehr der Rhein der Stadt Wohlstand und Lebensqualität gebracht hat, so gefürchtet ist sein Hochwasser. Der aktuelle Wasserstand lässt sich an der „Uhr“ des Kölner Pegels ablesen.
Das schlimmste jemals verzeichnete Hochwasser ereignete sich im Februar 1784, als nach einem extrem langen und kalten Winter ein Temperatursprung einsetzte. Der Rhein war zu diesem Zeitpunkt fest zugefroren und die Schneeschmelze sowie das aufbrechende Eis sorgten für einen Rekordpegel von 13,55 m (zum Vergleich: der Normalpegel beträgt 3,48 m). Die Fluten, auf denen schwere Eisschollen trieben, verwüsteten weite Teile der Uferbebauung und alle Schiffe. Einzelne Gebäude, darunter auch Befestigungsbauten, stürzten aufgrund des Schollengangs ein. 65 Tote waren zu beklagen. Das rechtsrheinische Mülheim wurde vollständig zerstört.
Im 20. Jahrhundert erreichten die drei Jahrhunderthochwasser 1926, 1993 und 1995 Pegelstände bis 10,69 Meter. Weite Teile der Altstadt wurden überflutet. In neuerer Zeit sieht ein Hochwasserschutzkonzept die Errichtung von Spundwänden vor, die die Altstadt bis zu einem Pegelstand von 10 Metern vor Überschwemmungen schützen.
Bei einem Wasserstand von 6,20 Meter wird die Hochwassermarke I erreicht. Schiffe dürfen nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und nur auf dem mittleren Stromdrittel fahren. Beim Erreichen der Hochwassermarke II (8,30 m) wird der Schiffverkehr komplett eingestellt. Erreicht der Pegel die Marke von 10,70 Meter sieht der Hochwasserplan der Stadt Köln vor, Katastrophenalarm auszulösen. Bei einem Rheinpegel von 11 Metern werden mehr als die Hälfte der Stadtfläche überflutet.
Jedoch zeigte der Rhein bereits mehrfach auch das genaue Gegenteil: das Niedrigwasser. Am 20. September 2003 um 8.00 Uhr erreichte der Rheinpegel die Rekordmarke von 0,80 m. Damit wurde der Niedrigwert aus dem Jahr 1947 unterschritten.
Jedoch bedeutet der Pegel 0,00 Meter, dass die 150 m breite Fahrrinne in der Mitte des Flusses noch 1 Meter Wassertiefe hat. Die Binnenschifffahrt musste starke Einschränkungen hinnehmen, wurde aber nicht wie auf der Elbe ganz eingestellt.
Welche Wassermengen sich je nach Pegelstand durch die Stadt bewegen, macht folgende Aufstellung deutlich:
0,80 m (niedrigster Wasserstand): 630 m³/sek; 3,48 m (Normalwasserstand): 2.000 m³/sek; 6,20 m (Hochwassermarke I): 4.700 m³/sek; 8,30 m (Hochwassermarke II): 7.200 m³/sek; 10,00 m (Hochwasserschutz in Altstadt, Rodenkirchen und Zündorf): 9,700 m³/sek; 10,69 m (Hochwasser im Januar 1995): 11.500 m³/sek.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Köln. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten genannt:
Leverkusen (kreisfreie Stadt), Bergisch Gladbach und Rösrath (Rheinisch-Bergischer Kreis), Troisdorf und Niederkassel (Rhein-Sieg-Kreis), Wesseling, Brühl, Hürth, Frechen und Pulheim (alle Rhein-Erft-Kreis), Dormagen (Rhein-Kreis Neuss) Monheim (Kreis Mettmann).
Geschichte
Kreis Mettmann
Hauptartikel siehe Geschichte Kölns. Dieser Artikel enthält auch zwei Tabellen zu den Eingemeindungen und zur Einwohnerentwicklung der Stadt.
Köln ist die älteste der deutschen Großstädte: Der Name Köln, zur Römerzeit Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA), geht auf die römische Kaiserin Agrippina zurück. Die Gattin von Claudius war am Rhein geboren und ließ "Oppidum Ubiorum" (Ubiersiedlung) im Jahre 50 n. Chr. zur Stadt erheben. In der Römerzeit war es Statthaltersitz der Provinz Germania Inferior. Um 80 n: Chr. erhielt Köln mit der Eifelwasserleitung einen der längsten römischen Aquädukte überhaupt.
Auch im Frühmittelalter war Köln eine bedeutende Stadt. Um das Jahr 455 eroberten die Franken die zuvor römische Stadt. Bis Anfang des 6. Jhs. Hauptort eines selbständigen fränkischen Teilkönigreiches, ging es anschließend im Reich Chlodwigs auf, bewahrte aber starke Eigenständigkeit im Gebiet der "Ribuarier". Die "romanische" Bevölkerung lebte lange Zeit parallel zu den fränkischen Eroberern in der Stadt. Im Lauf des 6.-8. Jhs. kam es zu einer vollständigen Akkulturation zwischen den beiden Bevölkerungsteilen. Die Franken übernahmen rasch kulturelle Errungenschaften der römischen Stadtbevölkerung, zum Beispiel im Bereich der Bautechnik oder der Glasherstellung. Gegen Ende der Merowingerzeit war Köln Residenzstadt. Spätestens ab karlischer Zeit war der Bischof bzw. Erzbischof von Köln eine der bedeutendsten Personen im Reich. Unter den Ottonen spielte Köln eine wichtige Rolle bei der Annäherung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und dem Byzantinischen Reich, seit die Kaiserin Theophanu, gebürtige Griechin und Gattin Ottos II., dort als Reichsverweserin residierte. Ab dem 10. Jahrhundert setzte eine Serie von Stiftsgründungen ein, die den romanischen Kirchenbau einläuteten. In der Folge errang Köln unter der Führung bedeutender, auch politisch versierter Erzbischöfe einen unangefochtenen Rang als geistliches Zentrum. Die Überführung der Gebeine der heiligen drei Könige durch den Erzbischof Rainald von Dassel im Jahr 1164 machten die Stadt zu einem Pilgerziel ersten Ranges. Köln wurde im Hochmittelalter größte Stadt Deutschlands, so dass auch die Stadtbefestigungen mehrfach erweitert werden mussten: Ab dem Jahre 1180 (Urkunden vom 27.7. und 18.8.1180) wurde die damals weiträumigste Stadtmauer Deutschlands gebaut und etwa 1225 fertig gestellt. Die 12 Tore (7 gewaltige Doppelturmtorburgen, 3 riesige Turmtorburgen und zwei kleinere Doppelturmpforten (s. Ulrepforte)) - in die halbkreisförmige Stadtmauer integriert - sollten an das heilige Jerusalem erinnern.
Seit dem 12. Jahrhundert hat Köln neben Jerusalem, Konstantinopel und Rom die Bezeichnung "Sancta" im Stadtnamen: "Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis Filia" — Heiliges Köln von Gottes Gnaden, der römischen Kirche getreue Tochter. Es wurde beschlossen, ein unerreicht großes und beeindruckendes Gotteshaus zu errichten, um den Reliquien einen angemessenen Rahmen zu geben. Die Grundsteinlegung des Kölner Domes erfolgte 1248.
Rom]
Im Jahre 1259 erhielt Köln das Stapelrecht, das den Kölner Bürgern ein Vorkaufsrecht aller auf dem Rhein transportierten Waren sicherte und so zu dem Wohlstand der Kölner Bürgerschaft beitrug. Die jahrelangen Kämpfe der Kölner Erzbischöfe mit den Patriziern endeten 1288 vorläufig durch die Schlacht bei Worringen, bei der das Heer des Erzbischofs gegen das des Grafen von Berg und der Kölner Bürger unterlag. Fortan gehörte die Stadt nicht mehr zum Erzstift und der Erzbischof durfte sie nur noch zu religiösen Handlungen betreten. Die offizielle Erhebung zur freien Reichsstadt dauerte allerdings noch bis 1475. Seit 1500 gehört Köln zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.
Der Dreißigjährige Krieg lässt die Stadt unversehrt. Dies liegt zum Teil daran, dass sich die Stadt durch Geldzahlungen an heranziehende Truppen von Belagerungen und Eroberungen freikaufte. Köln verdiente an dem Krieg durch Waffenproduktion und -handel prächtig.
Mit der Besetzung durch die französischen Truppen 1794 während der Französischen Revolution endet die Geschichte des "Heiligen Köln". Wie das ganze linksrheinische Gebiet wird sie von Frankreich annektiert und 1798 in das Roerdepartement eingegliedert, dessen Hauptstadt jedoch Aachen ist. Im Jahre 1815 wird die Stadt Köln und das Rheinland dem Königreich Preußen einverleibt. Köln wird im Laufe der folgenden Jahrzehnte neben Berlin zur größten und wichtigsten Stadt in Preußen. Im Jahre 1880 wird nach 632 Jahren der Bau des Kölner Doms endlich abgeschlossen - zumindest vorübergehend, denn auch heute noch sind Reparaturarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg und wegen Umweltschäden am Gestein erforderlich.
Zweiten Weltkrieg
Ende des 19. Jhdt. konnte sich die übervolle Stadt nach dem Bau des äußeren Festungsringes durch Kauf und Schleifen der Stadtmauer, Wälle und Bastionen in den Rayon erweitern. Die Besiedlung der „Neustadt“ (Köln-Neustadt_Nord, Köln-Neustadt_Süd) stellte den Kontakt zu den schnell wachsenden Umlandgemeinden her und schuf die Voraussetzung für die Eingemeindungen. Vom Abriss der alten Stadtmauer blieben nur wenige exemplarische Bauwerke aufgrund einer Intervention des preußischen Kulturministeriums verschont.
Im Zweiten Weltkrieg wird die Stadt durch Flächenbombardements zu über 90 % zerstört; die Einwohnerzahl sinkt von ehemals 800.000 auf 40.000. Von Januar bis März 1945 wurden in Köln 1800 in- und ausländische Widerstandskämpfer in Kriegsendphasenverbrechen von den Faschisten ermordet.
Erst 1959 erlangt Köln wieder die Einwohnerzahl der Vorkriegszeit.
Im Jahr 1975 erreicht Köln durch die Gebietsreform eine Einwohnerzahl von mehr als einer Million und ist für einige Zeit neben Berlin, Hamburg und München die vierte Millionenstadt Deutschlands. Mit der Ausgliederung Wesselings 1976 sinkt die Einwohnerzahl jedoch wieder unter die Millionengrenze.
Bis auf Deutz gehörten die rechtsrheinischen Stadtbezirke Kölns bis 1802 zum Herzogtum Berg; sie waren daher überwiegend reformierter Konfession. Die Köln-Altstadt_Nord und Köln-Altstadt_Süd bildeten die freie Reichsstadt Köln, die übrigen Stadtbezirke waren Teil des Kurfürstlichen Erzstifts Köln; beide blieben katholisch.
Das Kölner Stadtwappen
Das Wappen der Stadt Köln zeigt den doppelköpfigen Reichsadler, der Schwert und Zepter hält. Er erinnert daran, dass die Stadt im Mittelalter seit 1475 offiziell als Freie Reichsstadt zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte. Der Adler hat zwei Köpfe, weil der römische Kaiser zugleich der deutsche König war.
Der Schild hat die Farben rot und weiß, die Farben der Hanse. Köln gehörte als bedeutende Handelsmetropole nicht nur diesem Bund der Kaufleute und Städte an, sondern war - zusammen mit Lübeck - Mitbegründerin der deutschen Hanse und damit eine der ältesten Hansestädte in Deutschland.
Die drei Kronen sind seit dem 12. Jahrhundert das Hoheitszeichen der Stadt; sie erinnern an die „Heiligen Drei Könige“, deren Reliquien 1164 der Kölner Erzbischof Reinald von Dassel aus Mailand mitbrachte und in einem goldenen Schrein hinter dem Hochaltar des Doms aufbewahrt werden.
An den sehr populären Kult der heiligen Ursula erinnern die elf schwarzen Flammen, die seit dem 16. Jahrhundert im Kölner Stadtwappen auftauchen. Ursula war der Legende nach eine bretonische Prinzessin, die auf der Rückfahrt von einer Pilgerreise nach Rom mitsamt ihren Gefährtinnen von den Hunnen ermordet wurde, die damals gerade Köln belagerten. Die elf oder 11.000 legendären Jungfrauen werden im Stadtwappen durch die elf tropfenförmigen Hermelinschwänze symbolisiert, die wiederum an das Wappen der Bretagne — der Heimat Ursulas — erinnern könnten, das aus Hermelinfell besteht.
Religion
Christentum
Historisch ist Köln wie das gesamten Rheinland, abgesehen von Bergischen Land und vom Niederrhein, katholisch geprägt; so sind ca. 40 % der Einwohner katholisch, 20 % evangelisch, 10 % (vorwiegend Einwanderer) muslimisch, restliche 30 % anderer oder ohne Religion.
Spätestens seit 313 ist Köln Bischofssitz (Erzbistum Köln). Die Bischofskirche dieser Zeit ist nicht bekannt. Der Kölner Dom gilt erst seit der Gotik als das Wahrzeichen der Stadt. Die romanische Kirche des Benediktinerklosters Groß St. Martin und der Rathausturm bestimmten bis zur Fertigstellung des Domes im deutschen Kaiserreich die Silhouette der Stadt maßgeblich mit.
Köln hatte nach der Überführung der Gebeine der "Heiligen Drei Könige" (der Weisen aus dem Morgenland) am 23. Juli 1164 schnell den Rang als eine der wichtigsten Pilgerstädte im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation inne. Die erste Reise der frisch gekrönten Kaiser und Könige führte von Aachen an den Schrein der Heiligen Drei Könige. Die Pilgermassen brachten viel Geld mit in die Stadt, was sich auch zu einer verstärkten Ansiedlung und einem sprunghaften Anstieg der Stadtbevölkerung führte. (Im Mittelalter war Köln die größte Stadt Europas.)
Der Erzbischof Philipp I. von Heinsberg ließ einen kostbaren vergoldeten Schrein anfertigen, seine Nachfolger ab 1248 einen neuen Dom bauen, der aufgrund von Streitigkeiten mit dem Stadtrat und der darauf folgenden Vertreibung des Fürstbischofs aus seiner Residenzstadt immer langsamer voran kam und schließlich völlig zum Erliegen kam (mehr Informationen zum Bau unter Kölner Dom). Nicht um den Handel verlegen, entwickelte sich Köln auch zum Zentrum des Reliquienhandels, da die mittelalterlichen Menschen hofften, durch den Besitz eines heiligen Gegenstandes oder Knochen einer/eines Heiligen der Erlösung näher zu kommen. Diese Bedeutung der Stadt brachte ihr den Namen "heiliges Köln" ein.
Die Bedeutung der Religion zeigt sich auch im Stadtwappen, auf denen die 3 Kronen der Heiligen Drei Könige und die 11 Tränen der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen, die in Köln den Märtyrertod erlitten haben sollen.
Als einen der zahlreichen Höhepunkte des "Heiligen Kölns" in der jahrtausendlangen christlichen bzw. katholischen Geschichte ist sicherlich der XX. Weltjugendtag vom 15. August bis 21. August 2005 zu erwähnen. Rund 26.000 Freiwillige aus 160 Staaten begrüßten Gäste aus 196 Staaten in den Städten Köln, Bonn und Düsseldorf. Zu diesem Großereignis der "jungen katholischen Kirche" waren bis zur Abschlussmesse auf dem Marienfeld, einem stillgelegten Tagebau nahe dem Vorort Frechen, über 1.000.000 Menschen im Kölner Großraum.
Papst Benedikt XVI. unternahm zu diesem Anlass seine erste Pontifikalreise nach seiner Inthronisation und besuchte die Stadt vom 18. August bis 21. August. Bei dieser Gelegenheit, bestätigte er noch einmal den Titel: Heiliges Köln.
Judentum
Die jüdische Gemeinde in Köln ist die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen und wurde schon 321 erwähnt.
Die heutige Synagogengemeinde Köln verfügt über 4857 Mitglieder. Sie besitzt eine Mikwe, einen Friedhof, eine Grundschule, einen Kindergarten, eine Bibliothek, einen Sportverein (Makkabi), ein koscheres Restaurant, ein Jugendzentrum und einen Seniorentreff. Die Gemeinde wird von zwei Rabbinern geleitet.
Islam
Wegen des hohen Anteils von Einwanderern aus der Türkei und ihren Nachkommen, sowie wegen der zentralen Lage in der alten Bundesrepublik, richteten die wichtigsten türkisch-islamischen Organisationen Deutschlands ihren Sitz in Köln und Umgebung (Kerpen) ein.
Wallfahrtsorte
Die Stadt Köln ist nicht nur Wallfahrtsort für die heiligen drei Könige, sondern auch für den heiligen Albertus Magnus, in St. Andreas. Zudem kommen noch die Seligen Adolph Kolping, der Vater der Gesellen, in der Minoritenkirche, der Selige Johannes Duns Scotus (ein wichtiger Philosoph) in der Minoritenkirche ebenfalls, die Selige Edith Stein (Theresia Benedicta a Cruce), eine Philosophin und Nonne im 3. Reich, die schwarze Mutter Gottes in der Kupfergasse, die Maria des hl. Hermann Josef im Kapitol und des hl. Pantaleon. Gleichzeitig ist der Dom die Erinnerung zahlreicher katholischer Christen, welche von den Gründungen (Missio, Miserior, Ostpriesterhilfe) lebenswichtige Beihilfen erfahren haben.
Politik
Edith Stein
In römischer Zeit leitete der Admiral der Rheinflotte die städtische Verwaltung. Später wurde die römische Munizipalverfassung eingeführt. Als Sitz des Erzbistums erlangte der Erzbischof später die vollständige Machtausübung in Köln. Doch versuchte die Stadt, sich vom Erzbischof zu lösen, was ihr schließlich im 13. Jahrhundert gelang (ab 1288 de facto Freie Reichsstadt). Bereits ab 1180 ist auch ein Rat der Stadt nachweisbar. Ab 1396 waren die 22 Gaffeln das politische Rückgrat der Stadtverwaltung. Sie wählten den 36köpfigen Rat, der wiederum 13 Personen hinzuwählen konnte. Die Zusammensetzung des Rates wechselte halbjährlich, in dem jeweils die Hälfte der Mitglieder ersetzt wurde. Der Rat wählte jährlich 2 Bürgermeister. Nach der französischen Besatzung 1794 wurde 1798 die Munizipalverfassung eingeführt. Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde Köln 1816 eine kreisfreie Stadt und gleichzeitig Sitz eines Landkreises, der erst bei der Kreisreform 1975 aufgelöst wurde. An der Spitze der Stadt stand seit 1815 ein Oberbürgermeister, ferner gab es weiterhin einen Rat. 1856 wurde die preußische Städteordnung der Rheinprovinz eingeführt.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seither direkt vom Volk gewählt. Dem Oberbürgermeister stehen drei weitere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zur Seite, die von den stärksten Fraktionen des Rates gestellt werden. Siehe auch Liste der Oberbürgermeister von Köln.
Rat der Stadt Köln
Liste der Oberbürgermeister von Köln
Im Kölner Stadtrat sitzen 90 Ratsfrauen und Ratsherren. Der direkt gewählte Oberbürgermeister hat Stimmrecht und leitet die Sitzungen. Derzeit sitzen im Kölner Rat die CDU (29 Mitglieder), SPD (28 Mitglieder), Bündnis 90/Die Grünen (15 Mitglieder), FDP (7 Mitglieder), die Bürgerbewegung pro Köln (4 Mitglieder), die PDS (3 Mitglieder), das Kölner Bürger Bündnis (2 Mitglieder), REP (1 Mitglied) sowie die Liste "gemeinsam gegen Sozialraub" (1 Mitglied). Der Rat besitzt 19 Ausschüsse, eine Seniorenvertretung und einen Ausländerbeirat.
Dass der Kölner Klüngel im Dunstkreis des Kölner Rathauses erfunden wurde, lässt sich nur schwer belegen, obwohl es in der Kölner Politik zahlreiche Beispiele für seine Anwendung gegeben hat.
Bezirksvertretungen
Parallel zu den Wahlen des Stadtrates wird in jedem der neun Stadtbezirke nach den Vorgaben der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalens je eine Bezirksvertretung gewählt. Diese vertreten die Interessen der Bezirke und der dazu gehörenden Stadtteile gegenüber dem Stadtrat. In Fragen geringerer Bedeutung, die nicht über die Bezirksgrenzen hinaus wirken, haben sie Entscheidungsbefugnis. Näheres regelt die Hauptsatzung der Stadt Köln.
Städtepartnerschaften
Durch die eingemeindeten Städte und Gemeinden übernahm Köln auch deren partnerschaftliche Beziehungen und zwar mit den Städten Benfleet/Castle Point (England), Igny (Frankreich), Diepenbeek (Belgien), Brive la Gaillarde (Frankreich), Dunstable (England), Eygelshoven (Niederlande) und Hazebrouck (Frankreich).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Frankreich]
Im Mittelalter wurde Köln zu einem bedeutenden kirchlichen und zu einem wichtigem künstlerischen und edukativen Zentrum. Der Kölner Dom ist die größte gotische Kirche in Nordeuropa und beherbergt den Dreikönigsschrein, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, daher die drei Kronen im Stadtwappen. Der Kölner Dom - 1996 zum Weltkulturerbe erklärt - ist das Hauptwahrzeichen der Stadt und dient als inoffizielles Symbol. Köln wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Heute ist Köln auch eine kulturelle Metropole mit vielen wichtigen Museen, Galerien, Kunstmessen sowie lebendigen Kunst- und Musikszenen.
Darüberhinaus gilt Köln, zusammen mit Hamburg und Berlin als Hochburg der Homosexuellen-Szene. In Köln findet der größte GayPride (ehemals: Christopher-Street-Day) Deutschlands statt.
Theater
In Köln sind zahlreiche Theater ansässig. Die Stadt ist Träger der "Bühnen der Stadt Köln" mit Schauspielhaus und Opernhaus (gegründet 1822). Weitere bekannte Bühnen sind: Arkadas-Theater, Artheater, Atelier-Theater, Casamax-Theater, Cassiopeia-Theater, Comedia, Freies Werkstatt-Theater, Gloria-Theater, Hänneschen-Theater (Puppenspiele der Stadt Köln), Horizont-Theater, Kölner Künstler-Theater, Klüngelpütz Kabarett-Theater, Musical Dome, Piccolo-Theater, Puppentheater Lapislazuli, Senftöpfchen-Theater, Studiobühne Köln, Theater am Dom, Theater am Sachsenring, theater Der Keller, Theater im Bauturm, Theater im Hof, Theater Tiefrot, Theaterhaus Köln und das Volkstheater Millowitsch.
Musik
Volkstheater Millowitsch
In Köln sind berühmte Sinfonie- und Kammerorchester zuhause. Das Gürzenich-Orchester wurde 1857 anlässlich der Einweihung des gleichnamigen Kölner Konzertsaals als Nachfolgeorganisation der „Musikalischen Gesellschaft“ gegründet. Seit 1888 ist die Stadt Träger des Orchesters. Es spielt in der Oper Köln und gibt auch zahlreiche Konzerte, zum Beispiel in der Kölner Philharmonie. Bekannte Musikdirektoren des Orchesters waren Conradin Kreutzer, Hermann Abendroth und Günter Wand.
Das zweite berühmte Sinfonieorchester ist das „WDR-Sinfonie-Orchester“. Dieses Orchester wurde 1945 als Nachfolgeeinrichtung des 1926 gegründeten Orchesters des Reichssenders Köln gegründet. An Kammerorchestern sind zu nennen: „Camerata Köln“ (gegründet 1976), Capella Clementina (gegründet 1964 als „Kölner Kammerorchester“), „Cappella Coloniensis“ (in Trägerschaft des WDR), „Collegium Aureum“ (gegründet 1964), „Concerto Köln“ (gegründet 1985) und „Musica Antiqua Köln“ (gegründet 1973).
An berühmten Chören sind zu erwähnen: Philharmonischer Chor Köln, gegründet 1947 von Philipp Röhl, Kölner Dommusik, besteht aus 4 Chören (Kölner Domchor (Knabenchor), Mädchenchor am Kölner Dom, Domkantorei Köln, Vokalensemble Kölner Dom). Der Domchor wurde 1863 wiedergegründet, Kölner Kammerchor, gegründet 1970 von Peter Neumann, der Kölner Rundfunkchor, gegründet 1955, und die Kölner Kantorei, gegründet 1968 von Volker Hempfling.
Die Hochschule für Musik Köln als Europas größte Musikhochschule trägt zum musikalischen Leben der Stadt erheblich bei. Eine wichtige Spielstätte für Musik ist die Philharmonie mit einem breiten Spektrum von Klassischer Musik über Musik der Gegenwart bis hin zu Jazz und populärer Musik. Die Kölnarena, das E-Werk in Köln-Mülheim, das Palladium und die Live Music Hall sind neben dem Tanzbrunnen im Rheinpark (Freilichtbühne) weitere vielbesuchte Veranstaltungsorte. In den Sendesälen von Westdeutschem Rundfunk (WDR) und Deutschlandfunk finden außerdem regelmäßig Konzerte statt. Der WDR unterhält nicht nur das oben erwähnte Sinfonieorchester, sondern auch eine Big Band, die im allgemeinen als eine der besten Big Bands Europas gilt. Das Jazzhaus im Stadtgarten hat ein reichhaltiges Programm aller Spielarten des Jazz. Und selbst im alten Ballsaal des mittelalterlichen Köln, dem Gürzenich, wird noch Musik aufgeführt.
Eine feste Größe in Köln ist die durch den Karneval geprägte Volksmusik. Dabei ist Volksmusik nur bedingt in Anlehnung an allgemeine Volksmusik zu sehen. Sie wird fast durchgängig in Mundart gesungen also in Kölsch. Dabei variieren die Stilrichtungen von Schlager über Pop und Rock. Es gibt in Deutschland vermutlich keine zweite Region die jährlich so viele regionale Lieder hervorbringt und kaum eine andere Stadt die häufiger besungen wird. Dabei handelt es sich nicht immer nur um Karnevalslieder. Einige Gruppen halten sich eher zum Karneval distanziert andere betätigen sich nur teilweise in diesem Feld. In jüngerer Vergangenheit hat sich auch eine A-cappella-Szene gebildet.
Als einige Größen die sich um die Kölner Musik Szene verdient gemacht haben sind in der Vergangenheit zum Beispiel Willi Ostermann und Willi Schneider oder gegenwärtig die Bläck Fööss, die Höhner, BAP, Brings, Wise Guys usw.
Museen
Wise Guys
Wise Guys
Wise Guys
Wise Guys
Unter den zahlreichen Kölner Museen mit hochkarätigen Sammlungen sind das Museum Ludwig (Moderne und Gegenwartskunst), das Wallraf-Richartz-Museum (Kunst des Mittelalters bis 19. Jahrhundert) sowie das Römisch-Germanische Museum (Kunst-, Schmuck und Alltagsgegenständen aus der römischen und merowingischen Epoche) hervorzuheben.
Weitere Museen und Ausstellungsinstitute in Köln:
- Agfa-Photo-Historama (Historische Fotografie)
- Deutsches Sport & Olympia Museum
- Domschatzkammer Köln
- Duftmuseum im Farina-Haus
- Erzbischöfliches Diözesanmuseum
- Geldgeschichtliches Museum
- Imhoff-Stollwerck-Museum (Schokoladenmuseum)
- Käthe Kollwitz Museum
- Karnevalsmuseum
- Kölnischer Kunstverein (Gegenwartskunst)
- Kölnisches Stadtmuseum Zeughaus(Stadtgeschichte)
- Museum für Angewandte Kunst (Köln)
- Museum für Ostasiatische Kunst (Kunst und Kunsthandwerk aus Japan, China und Korea)
- Museum Schnütgen (Sakralkunst des Mittelalters)
- Rautenstrauch-Joest-Museum (Völkerkunde)
Karneval
Der Kölner Karneval - die „fünfte Jahreszeit“ - beginnt am 11.11. um 11:11 Uhr auf dem Alter Markt. Nach einem kurzen, aber heftigen Auftakt legt der Karneval bis Neujahr eine Pause ein. Dann beginnt die eigentliche "Session" und geht bis zum Aschermittwoch mit dem traditionellen Fischessen. Dieser Abschied vom bunten Karnevalstreiben wird durch die sog. Nubbelverbrennung um Mitternacht von Karnevalsdienstag auf Aschermittwoch eingeläutet.
Während der Karnevalssession, deren Länge im übrigen durch den Ostertermin bestimmt wird (40 Tage nach dem Aschermittwoch - ohne Sonntage mitzuzählen - ist Ostern), finden Sitzungen und Bälle mit ausgelassenem Karnevalprogramm und -treiben statt.
Der „offizielle“ Sitzungskarneval findet seine Anhängerschaft überwiegend im älteren und konservativerem Publikum. Vor allem bei den "Prunk"-Sitzungen sitzt im Publikum die lokale Polit- und Geldprominenz.
In den letzten Jahrzehnten etablierte sich eine Gegenbewegung zum traditionellen Sitzungskarneval, der überwiegend vom "Festkomitee Kölner Karneval" kontrolliert wird.
Ihr Aushängeschild ist die Stunksitzung, mittlerweile die umsatzstärkste Veranstaltung des Kölner Karnevals mit über 40 Veranstaltungstagen im Kölner E-Werk. Dazu kommt noch die schwul-lesbische Rosa Sitzung und ihre verschiedenen Sprößlinge.
Die Session gipfelt im Straßen- und Kneipenkarneval, wo auch die eher jüngeren Karnevalbegeisterten gerne die Nächte durchfeiern. Dieser beginnt an Weiberfastnacht, also dem Donnerstag vor Rosenmontag und versetzt die Stadt am Rhein für die nächsten 6 Tage in den Ausnahmezustand. In dieser Zeit finden auch die zahlreichen Karnevalszüge statt, deren größter der Rosenmontagszug in der Innenstadt ist. Allerdings gibt es von Karnevalssamstag bis Dienstag in fast jedem Stadtteil Kölns mindestens einen Zug, sodass der zugbegeisterte Karnevalsjeck nicht zu kurz kommt.
Ein besonderer Zug ist der Geisterzug: Im Jahr 1991, als anlässlich des 2. Golfkriegs der offizielle Straßenkarneval ausfiel und somit auch der Rosenmontagszug, lebte eine alte Tradition wieder auf und zwar die des Geisterzugs. So folgen nichtorganisierte Gruppen dem Ääzebär, der die kalte Jahreszeit vertreiben soll. Seitdem findet jeden Karnevalssamstag der Kölner Geisterzug statt, der nachts durch verschiedene Viertel der Stadt zieht.
Bauwerke
Ääzebär
Ääzebär
Ääzebär
Die Altstadt Kölns und angrenzende Bereiche wurden durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Beim Wiederaufbau wurden zwar der Straßenverlauf und die historischen Straßennamen häufig beibehalten, die Bebauung erfolgte jedoch in der Regel im Stil der Fünfzigerjahre. Somit sind weite Teile der Stadt von einfacher (mitunter auch schäbiger) Nachkriegsarchitektur geprägt; dazwischen befinden sich einzelne Bauten, die erhalten geblieben oder aufgrund ihrer Bedeutung rekonstruiert worden sind.
- Römisches Köln: Reste römischer Bauwerke finden sich im gesamten Innenstadtbereich, teilweise unterirdisch in Parkhäusern, Kellern oder, mit einem Aufzug erreichbar, unter dem Kölner Rathaus. Oberirdisch können Reste der römischen Stadtmauer, zum Beispiel der Römerturm, besichtigt werden.
- Mittelalterliches Köln: Bedeutende mittelalterliche Profanbauten sind erhalten bzw. wieder aufgebaut worden: Beispiele sind das Rathaus, das Stapelhaus, der Gürzenich und das Overstolzenhaus, ältestes erhaltenes Wohngebäude der Stadt. Teile der mächtigen mittelalterlichen Stadtmauern sind ebenfalls erhalten, darunter auch mehrere Stadttore wie das Eigelsteintor und die Stadtmauer am Hansaring (neben dem früheren Standort des Stadtgefängnisses Klingelpütz), das Severinstor, das Hahnentor oder die Ulrepforte samt der Stadtmauer am Sachsenring und die Weckschnapp. Die malerische Kölner Altstadt (Martinsviertel) besteht nur noch zum Teil aus mittelalterlicher Bausubstanz. Viele Gebäude wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mehr oder weniger stilgerecht wieder aufgebaut.
- Preußisches Köln: Der Festungsring liegt in den heutigen äußeren Stadtbezirken und diente der Stadtbefestigung der preußischen Zeit. Innerhalb des äußeren Grüngürtels können noch heute einige der Forts besichtigt werden. Die Neustadt ist eine ringförmig um die historische Altstadt angelegte Stadterweiterung, die sich von der abgebrochenen mittelalterlichen Stadtmauer bis zum inneren Festungsring erstreckt. Sie wurde ab 1880 bis ca. 1920 erbaut und war die größte ihrer Zeit in Deutschland. Einst war sie ein geschlossenes Ensemble mit allen Stilrichtungen vom Historismus über Jugendstil bis hin zum Expressionismus, konnte aber nach erheblichen Kriegsschäden und ungezügelter Abrisswut in der Nachkriegszeit nur noch teilweise ihren Charme erhalten. Heute ist sie kein reines Wohngebiet mehr, sondern Zentrum verschiedenster kultureller und geschäftlicher Aktivitäten (Mediapark, Galerien, Kneipenviertel etc.). Die ursprüngliche Gestalt lässt sich in einigen Straßenzügen noch gut nachvollziehen: Hierzu zählen die Südstadt (Ubierring, Alteburger Str. - hauptsächlich Jugendstil), das Universitätsviertel (Zülpicher Straße, Rathenauplatz - hauptsächlich historisierende wilhelminische Häuser) und einzelne Patrizierhäuser im Belgischen Viertel (Aachener Str., Lütticher Str.). - In der nördlichen Neustadt stellt die Kirche St. Agnes ein gelungenes Beispiel rheinische Neugotik dar.
- Zwischen den Weltkriegen:
- Messegelände
- Messeturm Köln
- Hansahochhaus
- Dischhaus
- Nachkriegs-Köln bis heute:
- Fernmeldeturm Colonius
- Colonia-Hochhaus (höchstes Wohngebäude Deutschlands)
- Gürzenich-Erweiterung
- Gebäudeensemble der Gerling-Versicherung
- Ludwig Museum, Philharmonie und Rheinufertunnel
- Wallraf-Richartz-Museum Fondation Corboud
- Oper und Schauspielhaus
- Kölnarena
- MediaPark
- Victoria-Ensemble
- Kaufhausgebäude Schildergasse 65-67 in Köln („Weltstadthaus")
- Bedeutende Kirchen:
- Kölner Dom mit Dreikönigsschrein (spätes 12. Jahrhundert/1. Hälfte 13. Jahrhundert)
- zwölf romanische Kirchen im Innenstadtbereich: St. Severin, St. Maria Lyskirchen, Basilika St. Andreas, St. Aposteln, St. Gereon, St. Ursula, St. Pantaleon, St. Maria im Kapitol, Groß St. Martin, St. Georg, St. Kunibert und St. Cäcilien
- die Barock-Kirche St. Mariä Himmelfahrt
- die (ev.) Kartäuserkirche
- die (ev.) Trinitatiskirche
- St. Engelbert in Köln-Riehl als der erste moderne Kirchenbau Kölns.
- Rheinbrücken:
- Hohenzollernbrücke (die beeindruckende Bogenbrücke über den Rhein ist die am meisten befahrene Eisenbahnbrücke Europas)
- Rodenkirchener Brücke (Hängebrücke für die A 4)
- Südbrücke (Bogenbrücke für Züge)
- Severinsbrücke (Schrägseilbrücke für Stadtbahn, Autos und Fußgänger)
- Deutzer Brücke (Balkenbrücke für Stadtbahn, Autos und Fußgänger)
- Zoobrücke (Kastenträgerbrücke für Autos und Fußgänger)
- Mülheimer Brücke (Hängebrücke für Stadtbahn, Autos und Fußgänger)
- Autobahnbrücke Köln-Merkenich - Leverkusen der A 1
siehe auch: :Kategorie:Bauwerk in Köln
Parks und Grünflächen der Stadt
Köln besitzt linksrheinisch zwei Grüngürtel - den Inneren und den Äußeren. Der innere Grüngürtel ist sieben Kilometer lang, mehrere hundert Meter breit und hat eine Fläche von 120 ha. Der innere Festungsgürtel der Stadt musste nach dem Ersten Weltkrieg im Rahmen der Versailler Verträge abgerissen werden, so dass hier diese große städtische Grünanlage entstehen konnte. Durch Aufschüttung von Trümmern des Zweiten Weltkrieges entstand im inneren Grüngürtel der heute dicht bewachsene 25 Meter hohe Herkulesberg. Der innere Grüngürtel beherbergt 25 Baumarten, Wiesen und mehrere Wasserflächen.
Der äußere Grüngürtel entstand ebenfalls nach dem Wegfall einer militärischen Anlage, des äußeren Festungsringes. Die zum Teil baumbestandene größte Kölner Grünanlage sollte ursprünglich fast die gesamte Stadt umschließen, was aus wirtschaftlichen Gründen nie realisiert wurde. Dennoch entstanden in den 1920er Jahren 800 ha Grünfläche.
Der 5 ha (ursprünglich: 11 ha) große Stadtgarten ist der älteste und sicher auch einer der schönsten Parks in Köln. Die 175 Jahre alte Anlage wurde als Landschaftspark angelegt und besitzt seit über 100 Jahren auch ein Restaurant mit Biergarten. Dort ist heute auch ein Jazzclub zu finden.
Im über hundert Jahre alten Volksgarten im Kölner Süden finden in der warmen Jahreszeit nächtelange Grill-Happenings statt, zu denen sich oft Trommler und andere Instrumentalisten einfinden. Auch Klein- und Straßenkünstler sind hier zu finden. Der Park ist außerdem Ort für viele kulturelle Veranstaltungen, so werden beispielsweise in der Orangerie Theaterstücke aufgeführt.
Die auf einer Anhöhe gelegene Grünflache am Aachener Weiher ist insbesondere bei Studenten ein beliebter Treffpunkt. Der sanfte Hügel entstand - wie auch der Herkulesberg - durch Aufschüttung von Trümmern des Zweiten Weltkriegs. Seit dem 7. August 2004 erinnert ein neuer Name an die Opfer des Krieges: Hiroshima-Nagasaki-Park. Die Domstadt ist seit 1985 Mitglied des internationalen Städtebündnisses gegen Atomwaffen, dem so genannten "Hiroshima- Nagasaki-Bündnis".
Zu den interessanten Parks in Köln gehören auch der Blücherpark im Stadtteil Bilderstöckchen und der Vorgebirgspark in Raderthal, die, obwohl beide sehr u
Leder
Leder ist ein Material, das aus der Haut von Tieren (Rind, Kalb, Ziege, Schwein, Krokodil, Pferd etc.) durch Gerben gewonnen wird. Im Mittelalter wurde auch Hunde- und Katzenhaut verwendet. Auch in jüngster Zeit gelangt vielfach ungekennzeichnetes Leder aus Fernost nach Europa, das von Hunden und Katzen stammt.
Unter Kunstleder, einem Lederimitat, versteht man den Verbund von textilem Gewebe mit einer Beschichtung aus Kunststoff . Hierbei handelt es sich um Naturfasergewebe oder Kunstfasern, die mit einer weichen PVC-Schicht beschichtet sind. Diese Beschichtungen können je nach Anwendungsfall kompakt oder geschäumt ausgeführt werden. In aller Regel sind die Oberflächen noch genarbt, sodass sie einer Lederstruktur entsprechen.
Anwendungsbeispiele für Kunstleder sind Schuhe, Taschen oder automobile Faltdächer.
Kategorie:Mode und Design
Kategorie:Leder
Kategorie:Leder
Verarbeitung
Nach dem Schlachten werden die Rohhäute getrimmt (beschnitten). Hierbei werden Teile, die nicht zur Lederherstellung geeignet sind, entfernt. Danach muss die Haut schnellstmöglich konserviert werden, um den organischen Verfall aufzuhalten und qualitative Schäden zu vermeiden. Dies geschieht meistens durch Salzen. In Regionen, wo die Entfernungen und die Lieferketten es zulassen, werden die Häute auch durch Kühlung Kurzzeit-konserviert und damit auf Salz verzichtet. In manchen Regionen, in denen Salz knapp ist und es das Klima zulässt, werden Häute und Felle auch noch getrocknet.
Bei der Gerbung wird die Haut zunächst eingeweicht, um Salz, Schmutz etc. zu entfernen. Danach wird die Haut enthaart und anschließend mit tierischen, mineralischen oder pflanzlichen Gerbstoffen behandelt und dadurch haltbar gemacht. Dickes Leder wird gespaltet. Für die meisten Anwendungen bedarf es noch diverser Oberflächenbehandlungen, wie z.B. Lackieren, Prägen, Perforieren u.ä..
Gefärbtes Leder wird entweder durch- oder oberflächengefärbt. Durchgefärbtes Leder bezeichnet man auch als Anilin gefärbtes Leder. Anilin ist ein Teil der Farbe, welcher in das Leder eindringen kann. Komplett Anilin gefärbtes Leder hat auf der Ober- und der Unterseite die gleiche Farbe, Kratzer oder Abnutzung fallen dadurch weniger auf. Semi-Anilin gefärbtes Leder wurde mit Farbe auf Anilin Basis besprüht, welche etwas in die Oberfläche eindringt. Oberflächengefärbtes Leder ( oder auch pigmentiertes Leder ) ist mit einem Farbstoff lackiert.
Grundlegende Ledertypen
Je nach Machart unterscheidet man verschiedene Ledertypen.
- So ist Nappaleder die glatte, obere Seite vom Spaltleder, die sogenannte "Vachette". Diese kann als Rein-Anilin ohne Oberflächenschutz, als Semi-Anilin mit schwacher Oberflächenbehandlung oder als gedecktes Leder mit Schutzlack gehandelt werden.
- Von Nubukleder spricht man, wenn die Oberfläche angeschliffen wird, so dass eine feine, aufgeraute Struktur entsteht.
- Im Kleidungsbereich weit verbreitet ist das Veloursleder, welches man aus den dünneren, unteren Schichten nach dem Spalten der Haut erhält oder durch das auf-links-drehen von dünneren Glattledern. Veloursleder kann von schwerer, sehr guter Qualität sein, was allerdings selten der Fall ist. Oft wird fälschlicherweise von Wildleder gesprochen. Das rührt daher, dass Velours eine ähnliche Oberfläche aufweist wie Leder von Hirschen oder ähnlichen Wildtieren.
- Hühnerleder wird aus den Fellen junger Schafe und Ziegen gewonnen.
Hühnerleder
Verwendung findet Leder vor allem in der Bekleidungsindustrie/Mode (als Jacken, Mäntel, Hosen, Schuhen, Gürteln, (Hand-)Taschen und Motorrad- oder Schutzkleidung), in der Möbelindustrie als (Bezug von Möbeln, Sofas ö.ä.), im Sport zum Überzug von Bällen (Fußball) oder Sportgeräten. Erzeugnisse aus Leder werden als Lederwaren oder Portefeuilles bezeichnet. Es gibt zahlreiche unterschiedliche lederverarbeitende Handwerksberufe wie den Feintäschner, Gerber, Kürschner, Riemer, Sattler, Schuster oder den Schuhmacher.
Ein wachsender Anwendungsbreich ist die Technik oder Fahrzeugindustrie. Schon früh wurde Leder für Transmissionsriemen o. ä. verwendet. Heute nimmt die Verwendung als Innenraum- oder Lenkradverkleidung sowie für Ledersitze zu.
Tabelle der Lederarten
- Cordovan
- Hühnerleder
- Juchtenleder
- Krokodilleder
- Nappaleder
- Nubukleder
- Saffian
- Vacheleder
- Vachetteleder
- Veloursleder
- Weißleder
- Aalleder
Siehe auch
Kirn, Pergament, Chagrin, Bandalier, Lineapelle
Weblinks
- http://www.ledermuseum.de Deutsches Ledermuseum Offenbach
Kategorie:Mode und Design
Kategorie:Organischer Werkstoff
!
Kategorie:Nicht essbares Tierprodukt
ja:皮革
simple:Leather
EisenwarenDie Kleineisenindustrie ist ein Teilbereich der Metallindustrie.
Betriebe der Kleineisenindustrie erzeugen Eisenwaren wie Werkzeuge, Schneidwaren, Beschlagteile, Ketten, Schrauben.
Grundlage der aufblühenden deutschen Kleineisenindustrie Mitte des 19. Jahrhunderts war das in England entwickelte Puddel-Verfahren. Hierbei wird ein schwerflüssiges, fast teigiges Roheisenbad durch Umrühren mit Hilfe langer Stangen immer wieder sauerstoffhaltigen Verbrennungsgasen ausgesetzt und dadurch "gefrischt". Die Weiterverarbeitung der sogenannten Luppe ermöglicht die Erzeugung von preiswertem Massenstahl.
Kategorie:Metallurgie
Wein
Wein (entlehnt aus lat. vinum) ist ein alkoholisches Getränk, das durch die alkoholische Gärung von Früchten oder Honig hergestellt wird.
Nur ein Getränk, das aus den Beeren der Edlen Weinrebe hergestellt wird, darf "Wein" genannt werden, der vergorene Saft aus anderen Früchten muss die jeweilige Zusatzbezeichnung (beispielsweise Apfelwein) tragen. Die Trauben liegen in unterschiedlichen Rebsorten vor. Häufig stammt das Lesegut hierfür aus einem bestimmten Weinanbaugebiet. Doch auch Verschnittweine aus verschiedenen Provenienzen sind, teilweise als billiger Tafelwein in Kartons abgefüllt, auf dem Markt. Im weiteren Sinne zählen zu den Weinen auch die Obstweine, die verstärkten Weine (beispielsweise Sherry, Portwein oder Madeira) sowie die Schaumweine (zum Beispiel Sekt, Champagner oder auch Perlwein) und nicht ausgegorener Wein (Federweißer, Sturm).
Der in der Weinherstellung aus Weintrauben gewonnene Wein erreicht dabei in der Regel einen Alkoholgehalt zwischen 8,5 und 14 Vol% (Ethylalkohol oder Ethanol). Es gibt aber auch Weine mit niedrigerem und höherem Alkoholgehalt. So erreichen einige französische, kalifornische und ungarische Weine bis zu 16 Volumenprozent Alkohol.
Alkohol
Geschichte
Die Kultivierung von Weinreben zum Zwecke der Weinherstellung nennt man auch Weinbau. Schon seit dem 6. Jahrtausend vor Christus wird dieser in Vorderasien betrieben, um Wein herzustellen.
Ägypten
Vorderasien
Bereits im antiken Ägypten wurde intensiv Wein angebaut, der dann bei Festen der sozialen Oberschicht getrunken wurde. Bier wurde auch gebraut, galt aber als preiswertes Alltagsgetränk der einfachen Leute.
Griechenland
In der griechischen Antike wurden drei Sorten von Wein unteschieden: weißer, schwarzer und bernsteinfarbener. Diese konnten trocken (austeros), halbtrocken (autokratos) oder süß (glykazon) sein. Alter Wein wurde für besser als junger angesehen. Der Wein hatte einen relativ hohen Gehalt an Alkohol (Davidson geht von 15-16 % aus). Er wurde in versiegelten Tonkrügen oder Schläuchen aus Ziegenhaut gelagert.
Der meiste Wein stammte aus lokalem Anbau und kostete einen Obolus für drei Kotylen. Der beste Wein, der weit gehandelt wurde, stammte aus Chios (Gebiet von Arios), Thasos, Lesbos und Mende auf der Halbinsel Chalkidike. Die Transportamphoren unterschieden sich in der Form oder trugen Abbildungen, wodurch sich der Herkunftsort erkennen ließ.
amphoren]
Wein wurde grundsätzlich mit Wasser getrunken, der Genuss von unverdünntem Wein galt als Merkmal der Barbaren. Nur bei dem Trankopfer (Libation) zu Beginn eines Symposions (gemeinsames Trinkgelage) wurde unvermischter Wein verwendet. Die übliche Mischung waren fünf Teile Wasser auf zwei Teile Wein, eine Mischung aus gleichen Teilen galt bereits als unmäßig und wurde akratos (unvermischt) genannt. Wein und Wasser wurden in dem kratér gemischt, manchmal wurde der Wein auch in einem psyktér gekühlt oder Schnee direkt in die Trinkschalen getan. Den Wein trank man aus flachen Schalen auf hohem Fuß, die seitlich zwei kleine Henkel aufwiesen. Für ein normales Gelage, an dem 14 Gäste teilnahmen, galten drei kratér Wein als angemessen.
Byzanz
In Byzanz war gewürzter Wein (conditum) beliebt. Lavendel, Lorbeer, Zimt, Pfeffer, Nelken, Rosenblätter, Wermut, Anis und Mastix konnten zugesetzt werden, um den Geschmack zu verbessern. Würzwein schrieb man jedoch auch medizinische Wirkung zu, wie die Rezeptsammlung des Pseudo-Oreibasios belegt. Geharzter Wein (retsina) war weit verbreitet.
An Rebsorten war Muskatwein, der auf Samos und Lemnos angebaut wurde, und monembasiós (davon Malvasierwein) aus Kreta bekannt. Berühmt war der Wein von Chios, Lesbos, Euböa, Rhodos und Samos sowie aus Varna am Schwarzen Meer. In Bithynien waren Nikäa und Triglis bekannte Weinbauorte, in Thrakien Kuzias und der Ganos-Berg.
Der Wein wurde nun stärker getrunken als in der Antike, im Winter wurde am Morgen der Genuss einer Schale reinen Weins empfohlen, ansonsten wurde meist ein Teil Wein mit einem Teil Wasser gemischt. Auch jetzt noch blieb aber der Wein den Männern vorenthalten.
Byzantinische Weine wurden auch nach Westen exportiert, besonders der monembasiós von Kreta. In Rhetymnion wurde der Wein für den Export nach England gekocht, wohl eine Vorform des heutigen Sherry. Der Wein aus Kandia dagegen wurde ungekocht nach Italien verschifft.
Auch in Osmanischer Zeit wurden der Muskateller von Samos und der Wein von Kandia auf Kreta weiterhin exportiert.
Römisches Reich
Im Römischen Reich breitete sich der Weinbau mit den erobenden Armeen über weite Teile Europas aus. Auch im nördlichen Afrika war der Weinbau bis zur islamischen Eroberung weit verbreitet. Nördlich brachten die Römer den Weinbau bis in die Wachau, das Rheintal, Gallien und sogar bis nach England. Die Römer tranken den Wein oft gemischt mit Wasser. Er stellte zur damaligen Zeit auch nicht das Genussmittel von heute dar, sondern war ein Getränk, dem man stärkende und heilende Wirkung zusprach auf das man bei den Eroberungen nicht verzichten wollte.
Mittelalter
Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der Wein wegen seines Alkoholgehaltes oft keimfreier und sauberer als Wasser war, stieg seine Beliebtheit im Mittelalter noch weiter. Unsauberes Wasser ließ sich durch ein bestimmtes Quantum Wein sogar desinfizieren - das ist der Grund, warum Wein- oder Essigkonsum (posca) den römischen Legionären sogar ausdrücklich vorgeschrieben war.
Neuzeit
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Während der Zeit der englischen Herrschaft über die Gascogne und Aquitanien begann der Aufschwung des Bordelais (speziell im Médoc) und der angenzenden Regionen um Bergerac und Cahors. Zwar wird in dieser Gegend schon seit der Römerzeit Wein angebaut (Château Ausone in Saint-Emilion beruft sich auf den Dichter Ausonius), allerdings kam alles erst um diese Zeit so richtig in Schwung. Wie auch bei anderen Weinen (z. B. Port, Sherry, Madeira, etc.) war die weltumspannende Handelsmacht der Briten der Stein, der alles ins Rollen gebracht hat. Das Hafenstädtchen Pauillac wurde zu einem Zentrum des Weinbaues und Handels, die Sümpfe im Médoc wurden trockengelegt, und mit der Zeit bildeten sich in diesem Gebiet jene Chateaus heraus, die heute den Markt anführen.
Der Ruf des Burgunders bildete sich am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit heraus. Während der Herrschaften von Philipp dem Kühnen bis hin zu Karl dem Kühnen steigerte sich der Ruf der burgundischen Lebensart und des dazugehörigen Weines. Berühmt war damals schon der im 11. Jahrhundert von Mönchen angelegte Weinberg Clos de Vougeot, und auch andere Parzellen wurden bereits seit dieser Zeit immer genauer vermessen und anhand ihrer Eignung zum Weinbau klassifiziert. Dies und das burgundische Erbrecht der Aufteilung unter den Erben bedingen, dass all diese Parzellen bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Romanée-Conti oder La Romanée) mehrere Eigentümer haben, diese wiederum Weinbergbesitz in allen Teilen des Burgund (2 ha dort, 4 ha da, 5 ha hier). Diese Umstände erschweren die Suche nach einem guten Burgunder.
In ganz Europa blühte der Weinbau, und vor dem dreißigjährigen Krieg erlangte die Rebfläche das grösste Ausmaß der Geschichte. Berühmtheit erlangten allerdings nur die französischen Weine, und seit dem 16. Jahrhundert auch zunehmend portugiesische (Portwein) und spanische Weine (Sherry), sowie der ungarische Tokajer. Alle anderen Weine hatten nur lokale Bedeutung und wurden meist in und um das Anbaugebiet konsumiert. Die Holländer hatten von den Engländern zwar nicht Aquitanien, aber den Weinhandel dort übernommen, und förderten aufgrund ihrer erweiterten Märkte nun auch Cahors im Hinterland der Gironde, von wo aus der 'schwarze Wein' dem Bordeaux für ungefähr hundert Jahre ernste Konkurrenz machte. Die Engländer hingegen, ihres Hauptlieferanten beraubt, suchten nach Alternativen und fanden sie im Dourotal im Hinterland von Porto. Hier entstand aus dieser Handelsbeziehung der Portwein, und in Spanien waren die Weine aus dem Umland von Jerez de la Frontera in Andalusien, die den Engländern seit den Raubzügen von Francis Drake bekannt waren, für die Briten interessant. Zum einen schätzten sie die Süße dieser verstärkten Weine, zum anderen waren diese durch den hohen Alkoholgehalt nach überallhin im englischen Kolonialreich verschiffbar.
Am Ende des 17. Jahrhunderts tauchte ein neuer Stern am Weinhimmel auf. Dom Pérignon brachte die Bläschen in den Champagner, und dieser vorher unbeachtete Wein wurde der neue Exportschlager Frankreichs. Etwas später suchten die Engländer neue Quellen und wurden auf Sizilen fündig. Der Marsala war der erste italienische Wein von Weltruf.
Im 19. Jahrhundert festigten zum einen die Franzosen ihre Vormachtstellung. Sie klassifizierten die teuersten Gewächse des Medoc (oder machten vielmehr die inoffizielle Wertung der Händler öffentlich) anlässlich der Weltausstellung von 1855, anhand der Lagen des Besitzes eines Chateaus (jedoch nicht nach der Lage allein, wie im Burgund). Nachträglich geteilter Besitz bleibt in der gleichen Klasse (gleicher Chateau-Name mit angehängtem Zusatz, z. B. Grand-Puy-Ducásse und Grand-Puy-Lacoste, beide 5eme Cru Classe), nachträglich zugekauftes Areal steigt in der Qualität (wenn die Areale zusammenhängen). Der einzige Wein in dieser Aufstellung, der nicht aus dem Medoc kommt, ist Chateau Haut Brion in den Graves. Die Weine des Libournais und anderer Gebiete des Bordeaux erfuhren keinerlei Beachtung. Es gab auch damals schon weiter Einteilungen als die der Grand-cru-classes, die Crus Bourgois, die Crus Artisans und weitere, die jedoch damals kaum Bedeutung für den Handel hatten und auch heute nur zögerlich wahrgenommen werden. Zugleich wurden auch die Süßweine von Sauternes und Barsac klassifizier. Die aus Loupiac wurden weggelassen, auch sie wegen zu geringer Bedeutung für den Handel. Nun dachte man sich, dem betuchten Klientel eine Richtschnur in die Hand gegeben zu haben. Leider wurde diese Klassifizierung bisher nur einmal geändert, als 1973 Mouton-Rothschild in den 1er Cru-Rang erhoben wurde, und spiegelt, vor allem in den unteren Rängen, nicht den gegenwärtigen Stand wider.
Fast zur selben Zeit (um 1860) machte während der Einigungsbewegung Italiens auch der Barolo zum ersten Mal von sich Reden. Aus den Weingärten des piemontesischen Königshauses in und um Serralunga d'Alba wurde der König der Weine, Wein der Könige wie das piemonteser Königshaus in ganz Italien anerkannt und zum zweiten weltbekannten italienischen Wein. Zum anderen wurde durch die Einigung Italiens auch den toskanischen Weinhandelshäusern ein wesentlich größerer Markt geboten, so dass die Antinori und die Frescobaldi bald zu größten Weinhändlern Italiens gehörten. Auch im Veneto hatten einige Handelshäuser ihren Sitz, die nun ebenfalls ihre Tätigkeit auf ganz Italien ausweiteten. Süditalien bleibt aufgrund seiner völlig anderen Struktur noch sehr lange ein Land für billigen Massenwein, und auch die Qualität des Marsala lässt kontinuierlich nach.
In der spanischen Rioja wurden die ersten Versuche mit aus Frankreich eingeführten Barriques gemacht, die allerdings erst im späten 20. Jahrhundert einen Rotweinboom in Spanien auslösen konnten, und in der neuen Welt wurden seit einigen Jahrzehnten Weine hergestellt. Die Reben aus Amerika eignen sich allerdings nicht zum Weinbau, da der Geschmack vom so genannten Fox-Ton beeinträchtigt wird. Also werden Reben aus Europa in die ganze Welt verschifft. Aber dem Geschmack zum Trotz werden auch viele amerikanische Reben nach Europa gebracht, um Untersuchungen mit Experimente damit zu machen. Mit diesen Reben kommt ein Schädling, die Reblaus. Die amerikanischen Reben sind dagegen tolerant, die europäischen werden von dem Wurzelschädling vernichtet. Im Zuge der Reblauskatastrophe wurden viele Sorten und Klone unwiederbringlich zerstört, und viele Weinberge mussten mit Unterlagsreben neu bestockt werden. Das heißt, dass auf einer Wurzel aus amerikanischem Rebmaterial ein als 'Edelreiser' bezeichneter Ast einer europäischen Rebe aufgepropft wird.
Nach der Reblaus wurde der europäische Weinbau von den beiden Weltkriegen stark beeinträchtigt, und erst nach dem zweiten Weltkrieg kam ein großer Aufschwung, der bis in die Gegenwart andauert. Anfänglich versuchten die meisten Weinbaugebiete, mit Masse auf den gesteigerten Weinverbrauch der Wirtschaftswunderzeit zu reagieren, natürlich mit Ausnahme der Weine im Hochpreissegment, die in dieser Zeit mit einigen legendären Jahrgängen aufwarten konnten. In den 1960er Jahren begannen jedoch in Italien, in den 1970er Jahren auch in Spanien, einige Hersteller den Qualitätsweinmarkt zu beliefern, und ihr wachsender Erfolg führte zu strengeren Gesetzen (die natürlich auch durch Skandale, vor allem in den 1980er Jahren, vorangetrieben wurden), und die Verbraucher griffen diese Initiative auf. Gleichzeitig drängten immer mehr Hersteller aus Übersee, angefangen mit Australien und Kalifornien, später auch Chile, Südafrika und Argentinien, auf den Weinmarkt, und auch deren Qualität entwickelte sich rapide, so dass sie vom qualitativen Aspekt her heute mit Europa mithalten können. Der Weinmarkt ist seit Jahren gewachsen, da durch den allgemein gestiegenen Wohlstand guter Wein als Statussymbol und Genussmittel mittlerweile etabliert ist. Auch der Markt ist globaler geworden, Spitzengewächse sind wegen ihres Prestiges auch in den boomenden Wirtschaftsregionen Asiens und den Reformstaaten Osteuropas sehr gefragt, und ein Gutteil des unteren bis mittleren Preissegmentes befindet sich in der Hand weniger Konzerne. Dies führt aktuell zu zwei Entwicklungen, zum einen steigen die Preise für Spitzenweine nach wie vor, obwohl sich gefragte Flaschen jetzt schon bei über 1.000 Euro pro Stück befinden, zum anderen werden Weine in bestimmten Preisklassen immer uniformer, weil sie nach dem Geschmack der Masse vinifiziert werden.
Palästina
Der aufkommende Islam bereitete dem florierenden Weinbau in Palästina ein vorläufiges Ende, bis er in Israel wieder neu erblühte
Wein in Mythologie und Religion
Bereits im alten Ägypten erfuhr der Weinanbau eine erhebliche Beachtung und Ausbreitung. In der antiken Mythologie waren es Osiris (Ägypten), Dionysos (Griechenland), Bacchus (römische Mythologie) oder Gilgamesch (Babylonien), die den Wein bzw. Weingenuss repräsentierten.
In der Bibel gilt Noach als der erste Weingenießer und Winzer.
Der Wein erfährt in der Bibel einen reichen symbolischen Gebrauch. In den Psalmen dient der Wein zur Lebensfreude, bei Salomo ist er auch Arznei für Leidende und vorsichtgebietendes Rauschmittel. Das Volk Israel wird mit einem Weinberg verglichen, Jesus beschreibt die Verbindung mit seinen Nachfolgern als die zwischen Weinstock und Reben. Das Wirken des Heiligen Geistes wird mit gärendem neuen Wein verglichen. Wein kann verführen und auch — als Taumelbecher — den göttlichen Zorn verdeutlichen.
Im Sakrament des Abendmahls (Eucharistie) bildet der Wein das Element für das Blut Christi.
Die Bibel rät ausdrücklich zu stetigem und mäßigen Weingenuss; charakteristisch ist Jesus Sirach 31, Vers 25ff:
Wie Lebeswasser ist der Wein dem Menschen, / wenn er ihn trinkt mit Maß.
...
Zuviel Wein steigert den Zorn des Toren zu seinem Fall, / er schwächt die Kraft und schlägt viele Wunden.
Qualitätsstufen
Blut Christi
Die Qualität eines Weins wird gleichermaßen durch die Farbe, den Geruch und den Geschmack bestimmt (lat: color, odor, sapor). Den Geschmack kann man grob nach dem Restzuckergehalt des Weines einteilen (trocken oder herb bis mild bzw. lieblich; siehe Geschmacksgrad (Wein)), unabhängig davon lassen sich beim Wein sortentypischer Charakter sowie lage- und jahrgangstypische Ausprägung unterscheiden.
Die Qualität eines Weines lässt sich indirekt auch von seiner Herkunft ableiten. An Tafelweine und Landweine werden nur geringe Anforderungen bezüglich ihres Alkohol- und Mostgewichtgehalts wie auch der Herkunft gestellt. Allerdings werden auch einige der Spitzenweine der jeweiligen Regionen als einfache Tafelweine deklariert, da sie z.B. aufgrund der angebauten Rebsorten per Gesetz nur als Tafelwein bezeichnet werden dürfen. Ein Beispiel hierzu ist das Spitzenweingut Sassiscaia aus Italien. Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (QbA) und Qualitätsweine mit Prädikat dürfen nur aus einem einzigen der zugelassenen Weinanbaugebiete stammen, dürfen nur aus den dort empfohlenen Traubensorten bestehen und müssen eine amtliche Prüfung, die nach organoleptischen, weinrechtlichen und chemischen Kriterien urteilt, bestehen. Ähnliche, wenn auch nicht immer vergleichbare regionale Einteilungen sind auch in anderen Ländern, wie z.B. Frankreich, Italien, Spanien und Portugal zu finden (s. Tab. 1). So gelten in Frankreich für Weine subregionaler und kommunaler AOC (etwa Margaux) strengere Anforderungen an Höchstertrag und Mostgewicht wie für regionale AOC (z.B. Bordeaux Supérieur. Über diese Einteilung hinausgehend vergeben einige Organisationen (Appellationen) zusätzliche Prädikate für bestimmte Weingüter und Weinlagen (z. B. Premier Cru und Grand Cru).
Die deutschen Qualitätsweine mit Prädikat können darüber hinaus noch anhand ihres Mostgewichts, dem °Öchsle, charakterisiert werden.
- Kabinettweine sind nach dem deutschen Weingesetz die einfachsten Qualitätsweine mit Prädikat. Sie weisen je nach Anbauzone und Anbaugebiet ein Mindestmostgewicht von 75-82° auf.
- Spätlesen bestehen aus reiferen Trauben. Ihr Mindestmostgewicht beträgt 76-90°.
- Durch die Lese überreifer Trauben werden Auslesen mit einem Mindestmostgewicht von 83-100° gewonnen.
- Beerenauslese-Weine werden durch die Lese und das Pressen überreifer, meist edelfauler Beeren erzeugt. Diese Weine weisen ein Mindestmostgewicht von 110-128° auf.
- Konzentrierter, edelsüßer Wein, der aus rosinenartig eingetrockneten Beeren gewonnen wird nennt man Trockenbeerenauslese. Diese Weine höchster Qualitätsstufe weisen ein Mindestmostgewicht von 150-154° auf.
- Eine Besonderheit deutscher und österreichischer Winzer sind Eisweine. Sie werden bei höchstens -7°C geerntet und gekeltert und besitzen ein Mindestmostgewicht von 110-128°.
- Seit dem Jahr 2000 gibt es in Deutschland die neu eingeführte und EU-weit geschützte Qualitäts-Bezeichnung "Classic" für Weine aus gebietstypischen Rebsorten von gehobener Qualität. Classic-Weine entsprechen dem Geschmacksbild "trocken" - aufgrund der Vorgabe, dass der Restzuckergehalt höchstens doppelt so hoch wie der Säuregehalt sein darf und absolut unter 15 Gramm pro Liter bleiben muss. Eine weitere Voraussetzung zur Erlangung des Signets besteht darin, dass es sich um einen rebsortenreinen (Ausnahme: die württembergische Spezialität "Trollinger mit Lemberger") Jahrgangswein handeln muss. Für Classic-Weine zugelassen sind je nach Anbaugebiet zwischen zwei bis neun Rebsorten, die als "gebietsypisch" ausgewiesen sind. Auf dem Etikett wird auf eine Angabe der Weinberglage verzichtet, so dass dieses neben dem Erzeuger, dem Anbaugebiet und dem Jahrgang nur die Rebsorte sowie das Signet "Classic" ausweisst.
- Gleichzeitig mit dem Signet "Classic" wurde in Deutschland auch die noch höherwertige Bezeichnung "Selection" eingeführt. Selection-Weine sind stets Jahrgangsweine aus einer gebietstypischen, klassischen Rebsorte (d.h. es sind weniger Rebsorten als bei Classic zugelassen) und müssen vollständig aus einer behördlich besonders registrierten Selection-Einzellage stammen. Für diese Einzellagen gelten strenge Ertragsgrenzen (60hl/ha) und nur die besten Einzellagen werden dafür ausgewählt. Der natürliche Alkoholgehalt muss bei mindesten 12.2 vol% liegen, der Restzuckergehalt unter 9 Gramm pro Liter (Ausnahme: Riesling: bis zu 12 Gramm/Liter). Das Etikett eines Selection-Weines führt neben dem Erzeuger und dem Anbaugebiet noch die Rebsorte, das Erntejahr sowie die genaue Lagebezeichnung (sowie das Signet "Selection").
Sonstige Weine
Weine mit höherem Alkoholgehalt sogenannte Verstärkte Weine z. B.:
- Madeira
- Marsala
- Sherry
- Portwein
- Banyuls
Hierzu ist der Regel eine Verstärkung beziehungsweise Aufspritzung
mit Weinbrand notwendig, da die Hefen bei 17,5 Vol% Ethanol absterben.
Bei einigen Süßweinen mit hohem Ethanolgehalt wird die Gärung durch die Zugabe
von Ethanol – Weinbrand – gestoppt.
Weinhaltige Getränke sind
- Sangría
- Weinschorle, Gespritzter
- Vermouth
Einen Sonderstatus haben Weine aus anderen Früchten als Weintrauben, die Fruchtweine (zum Beispiel Erdbeerwein).
Weinbruderschaften und Weinkonvente
In vielen Ländern haben sich Weinliebhaber und -kenner zu Vereinen zusammengeschlossenen, um den Weingenuss gemeinsam zu kultivieren. Im deutschen Sprachgebiet nennen sich diese Clubs meist Weinbruderschaften oder Weinkonvente. Diese blicken teilweise auf eine jahrhundertealte Tradition zurück.
Weinfeste
In Weingegenden in Deutschland haben Weinfeste teilweise Volksfestcharakter. Im Anbaugebiet Pfalz wird jährlich ein Kalender herausgegeben, wann welches Weinfest stattfindet. Das größte Weinfest der Welt ist der Dürkheimer Wurstmarkt.
Literatur
- André Dominé (Hrsg.): Wein. - Köln : Könemann, 2000. - ISBN 3-8290-2765-6
- Wilhelm Flitsch: Wein. Verstehen und genießen. Springer-Verlag, Berlin. 1994. - 2. erw. Aufl., 1999, 26 Illus., ISBN 3-540-66273-1 Geht auf die chemischen Prozesse bei d. Produktion verständlich ein. Nette Tipps zum Probieren.
- Hugh Johnson: Der große Johnson : Enzyklopädie der Weine, Weinanbaugebiete und Weinerzeuger. - München : Hallwag, 2004 (17. Aufl.) - ISBN 3-7742-5151-7
- Stuart Pigott, Schöne neue Weinwelt. Von den Auswirkungen der Globalisierung auf die Kultur des Weines, Fischer Taschenbücher Bd.16041, Frankfurt am Main 2005
- Jens Priewe: Wein, die neue große Schule. - München : Zabert Sandmann, 2000. - ISBN 3-89883-009-8 sehr anschaulich auch für Anfänger geeignet (empfohlen von der Stiftung Warentest)
- Jancis Robinson: Das Oxford-Weinlexikon. - München : Hallwag, 2003. - ISBN 3-7742-0914-6
- Gottfried Würdig: Chemie des Weines. - Stuttgart : Ulmer, 1998. - ISBN 3-8001-5815-9
- Dagmar Ehrlich: Weinlexikon : 400 glasklare Antworten auf die wichtigsten Fragen. - München : Gräfe und Unzer, 1998. - ISBN 3-7742-4111-2
- Manfred Düker, Ursula I. Meyer: Wie kam die Wahrheit in den Wein? Aachen : ein-FACH-verlag 2005 - ISBN 3-928089-39-0
Filme
- Mondovino, USA/Frankreich 2004. Regie: Jonathan Nossiter
- Diverse Weinfilme (VoD), Deutsche Weinfilme bei Wein.TV
- [http://kino.20thcenturyfox.de/filmarchiv/sideways-derfilm/ Sideways - ein Wein-Roadmovie]
Siehe auch
Portal:Wein
Weinberufe
- Winzer
- Küfer
- Schröter (Beruf)
Weblinks
- [http://www.forschungsanstalt-geisenheim.de/ Forschungseinrichtung für Weinbau und Oenologie]
- [http://www.oenologie.de/ Deutscher Oenologenverband]
!
als:Wein
ja:ワイン
ko:와인
simple:Wine
th:ไวน์
1904
- Frauenkongreß in Berlin unter Vorsitz von | | |