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BanlieueBanlieue [] (weiblich, französisch wörtlich Bannmeile, von lateinisch bannum leucae) ist ursprünglich der französische Ausdruck für einen Vorort. Historisch entstand die Bezeichnung für den Bereich von einer Meile um die Stadt, der noch der städtischen Gerichtsbarkeit unterstand.
Seit den 1970ern jedoch und im deutschen Sprachraum kennzeichnet er vor allem die Randbereiche der großen französischen Städte, in denen sowohl der Anteil der Sozialwohnungen in Plattenbauweise als auch der Anteil der Immigranten vergleichsweise hoch ist. Diese Gebiete sind meist auch soziale Brennpunkte mit Problemen wie Arbeitslosigkeit und Drogenkonsum.
Die Hochhäuser entstanden in den 60er und 70er-Jahren, um billige Wohnmöglichkeiten (sog. Schlafstädte) für Arbeiter und Einwanderer in der Nähe der Industriezentren um Paris zu schaffen. Sie waren funktional und schmucklos, boten aber modernen Komfort. Die KPF hatte einst Wählerhochburgen in den Banlieues, heute werden eher die Sozialisten gewählt.
Die Banlieues gelten in der öffentlichen Meinung sowohl als Zentren der Klein- und Jugendkriminalität als auch als Ursprungsstätte des französischen Hip Hops.
Es existierten einige Massnahmen der Regierung (Sozialarbeit) wie auch selbstorganisierte Initiativen wie die sog. grossen Brüder, junge Erwachsene, die erfolgreich im Berufsleben stehen, und den Jugendlichen in den Banlieues Sinn und Perspektiven vermitteln sollen, um sie so etwa von Kriminalität abzuhalten. Die konservative Partei UMP hatte allerdings nach ihrem Wahlsieg erhebliche Gelder für soziale Massnahmen gestrichen. Innenminister Sarkozy ersetzte bürgernahe Polizei durch gepanzerte Eliteeinheiten (Law and Order). Die Bewohner klagten über ständige Kontrollen, alltäglichen Rassismus und mangelnde Perspektiven für die Jugend.
Die ohnehin angespannte Situation dort eskaliert(e) bei den Unruhen in Frankreich 2005.
Sozialkritik in Literatur, Musik und Film
- Die französische Romanautorin Viviane Forrester (auch: Viviane Forrestier) beschrieb bereits 1996 in ihrem preisgekrönten Buch Der Terror der Ökonomie die Situation der Jugendlichen in den verarmten Vorstädten so:
: „Von diesen Verstoßenen, Beiseitegeschobenen, die in das soziale Nichts gestoßen werden, wird das Verhalten pflichtbewusster Bürger erwartet, denen ein staatsbürgerliches Leben mit Pflichten und Rechten versprochen ist. In Wahrheit wurde ihnen doch jede Möglichkeit, irgendeine Pflicht zu erfüllen genommen, und ihre bereits stark eingeschränkten Rechte werden mit Vergnügen verhöhnt. Welche Trauer, welche Enttäuschung bedeutet es, zu sehen, wie sie die Benimmregeln, den Anstandskodex derer verletzen, von denen sie abgeschoben, geduzt, beiseite gestoßen und, ohne lange zu fragen, verachtet werden! Wie betrüblich, dass sie die guten Manieren einer Gesellschaft, die auf so großzügige Weise ihren Abscheu gegen sie bekundet und ihnen dabei hilft, sich selbst als Außenseiter zu betrachten, nicht übernehmen! Wer nimmt hier wen nicht ernst?“
- Der Film Hass, ein französisches Filmdrama von Mathieu Kassovitz aus dem Jahre 1995, zeigt das trostlose Leben in den Banlieues Frankreichs. Er behandelt das Leben dreier jugendlicher Protagonisten, deren Welt von Hip-Hop, Gewalt, Drogen und Auseinandersetzungen mit der Polizei beherrscht wird. Gleichfalls kritisch, in der Grundtendenz aber optimistischer ist der preisgekrönte französische Film Le thé au harem d'Archimède (dt. "Tee im Harem des Archimedes", ein gleichklingendes Wortspiel mit "Theorem des Archimedes") von Regisseur Mehdi Charef aus dem Jahr 1984.
- Die französische Hip Hop-Gruppe NTM machte bereits 1999 in ihrem Lied Police auf die bestehende Problematik aufmerksam:
In diesem Text spiegelt sich der Umstand wieder, dass Polizeikontrollen in den Banlieues von den dortigen Jugendlichen oft als Schikane und Diskriminierung aufgefasst wird, da den Bewohnern der "reichen" Vierteln nicht dieselbe polizeiliche Aufmerksamkeit zuteil werde. Tatsache ist aber, dass in solchen Vierteln die Anzahl Krimineller und illegal anwesenden Ausländern im Gegensatz zu anderen Wohngegenden ungleich viel höher ist und mehr Jugendliche Gangs angehören. Die Mitglieder der Gruppe NTM waren früher ebenfalls Mitglieder von Gangs und wurden im Rahmen ihrer künstlerischen Tätigkeit wegen Aufrufs zu Gewalt verurteilt.
Weblinks
- [http://www.netzeitung.de/entertainment/movie/366780.html «Hass» revisited (Netzeitung)]
Kategorie:Stadt
Kategorie:Soziologie
Französische Sprache
Die französische Sprache (Französisch) gehört zur
romanischen Gruppe der indogermanischen Sprachen. Sie wird gegenwärtig von ca. 77 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Zählt man Zweitsprachler hinzu, kommt man auf ca. 130 Millionen Sprecher
(Stand für beide Zahlen 1999).
Der Language Code ist fr bzw. fra oder
fre (nach ISO 639); für Altfranzösisch (842 bis
ca. 1400) ist der Code fro und für Mittelfranzösisch
(ca. 1400 bis 1600) ist der code frm.
Geschichte der französischen Sprache
Die französische Sprache entwickelte sich nach dem Zerfall des Römischen Reiches aus dem Vulgärlatein der gallo-römischen Bevölkerung in der Nordhälfte des heutigen Frankreichs. Allerdings färbte die keltische Bevölkerung die neu entstehende Volkssprache vorwiegend im Klangbild. Einen stärkeren Einfluss übten die Germanen, insbesondere die Franken, aus. Sie eroberten das Gebiet in der Spätantike und prägten den französischen Wortschatz entscheidend mit. Dabei bildeten sich verschiedene Dialekte heraus, die als Langues d'oïl zusammengefasst werden. Die ersten Dokumente, die der französischen Sprache zugeordnet werden, sind die Straßburger Eide, die 842 sowohl auf Altfranzösisch als auch auf Althochdeutsch verfasst wurden.
Unter den Kapetingern kristallisiert sich Paris allmählich als politisches Zentrum Frankreichs heraus, wodurch der dortige Dialekt, das Franzische, zur Hochsprache reift. Aufgrund der zunehmend zentralistischen Politik werden die anderen Dialekte stark zurückgedrängt.
Nachdem 1066 Wilhelm der Eroberer den englischen Thron besteigt, wird das normannische Französisch für zwei Jahrhunderte die Sprache des englischen Adels. In dieser Zeit wurde die englische Sprache sehr stark vom Französischen beeinflusst.
Mit den Albigenserkreuzzügen erreicht Frankreich seine heutige Ausdehnung. Dabei werden die Langues d'oc (siehe unten) zugedrängt und unterdrückt.
Durch den Edikt von Villers-Cotterêts wird 1539 die Französische Sprache als Landessprache Frankreichs festgelegt.
Im Jahre 1634 gründete Kardinal Richelieu die Académie Française, die sich mit der "Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache" beschäftigt.
Ab dem 17. Jahrhundert wird Französisch die lingua franca des europäischen Adels, zunächst in Mitteleuropa, im 18. und 19. Jahrhundert auch in Osteuropa (Polen, Russland, Rumänien). In dieser Zeit entwickelte sich Frankreich zu einer Kolonialmacht und legte damit den Grundstein für die heutige Verbreitung der französischen Sprache außerhalb Europas und der französischen Kreolsprachen. Das 1830 unabhängig gewordene Belgien erobert ebenfalls Kolonien, wo die französische Sprache eingeführt wird.
Im 18. Jahrhundert übernimmt das Französische als Sprache des Adels die Domäne der internationalen Beziehungen und der Diplomatie (zuvor: Latein). Als Großbritannien im 19. Jahrhundert zur herrschenden Kolonialmacht, und die USA im 20. Jahrhundert zur Weltmacht wurden, ändert sich die Sprachsituation zu Gunsten der englischen Sprache.
Mit der Dezentralisierung in den 1980er Jahren wird den Regionalsprachen sowie den Dialekten in Frankreich mehr Freiraum eingeräumt, wodurch sie eine Renaissance erfahren. 1994 wird in Frankreich das Loi Toubon erlassen, ein Gesetz, das den Schutz der französischen Sprache sichern soll.
Aussprache
Siehe: Aussprache der französischen Sprache
Verbreitung
Amtssprache
Französisch ist allein oder zusammen mit anderen Sprachen Amtssprache in folgenden Staaten (in Klammern die Anzahl der Muttersprachler)
Außerdem ist Französisch eine der Amtssprachen der Europäischen, der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten sowie der Vereinten Nationen.
Sonstige Verwendung
Französisch ist darüber hinaus Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Algerien
- Andorra
- Dominica
- Kanalinseln (unter britischer Krone)
- Libanon
- Louisiana (USA)
- Marokko
- Mauretanien
- Tunesien
Zudem bildet Französisch die Grundlage verschiedener Terminologien, z.B. in der gastronomischen Fachsprache und im Ballett.
Sprachvarianten der französischen Sprache
Französisch ist eine indoeuropäische Sprache und gehört zu den galloromanischen Sprachen, die in zwei Gruppen geteilt werden: langues d'oïl im nördlichen Frankreich und Belgien und langues d'oc im Süden Frankreichs. Hierbei ist der Status, was dabei Dialekt und was eigenständige Sprachen ist, umstritten. Meistens spricht man von zwei Sprachen und deren jeweiligen Patois, den französischen Dialekten. Das Französische wird den langues d'oïl zugeordnet und geht auf eine Mundart aus dem Raum Ile de France zurück.
Sie grenzen sich von den langues d'oc ab, die südlich des Flusses Loire verbreitet sind und eine eigene Sprache darstellen. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Verwendung des Wortes Ja - Oc im Süden und Oïl im Norden. Zudem ist bei den Langues d'oc, die zusammenfassend auch als Okzitanisch bezeichnet werden, der romanische Charakter stärker ausgeprägt.
Daneben gibt es das Franko-Provenzalische, was mitunter keiner der beiden anderen gallo-romanischen Sprachen zugeordnet wird. Da es allerdings keine Hochsprache entwickelt hat, wird es von manchen als Dialekt der langues d'oc angesehen.
Gallo-romanische Sprachen:
- langues d'oïl (Französisch)
- Gallo, Wallonisch, Picardisch
- Franko-Provenzalisch
- langues d'oc (Okzitanisch)
- Provenzalisch, Languedokisch, Gaskognisch
Aufgrund der internationalen Verbreitung gibt es auch landestypische Eigenheiten der französischen Sprache:
- Belgisches Französisch
- Schweizer Französisch
- Französisch in den USA
- Cajun
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Französisch in Kanada
- Kanadisches oder Quebecer Französisch
- Akadisches Französisch
- Neufundländisches Französisch
- Michif
- Jèrriais
- Französisch geprägte Kreolsprachen
Alle wichtigen Dinge zur Konjugation finden sich unter französische Konjugation
Objekt
Objektpronomen
Welches Objektpronomen ersetzt welches Objekt?
Dieses "de" kann auch ein Teilungsartikel sein.
Welches Objektpronomen steht in welcher Reihenfolge im Satz?
wobei
- [se] für ein eventuelles Reflexivpronomen steht,
Wo stehen die Objektpronomen im Satz?
- Objektpronomen stehen immer vor dem konjugierten Verb.
- Ausnahme bei Infinitivkonstruktionen: Objektpronomen stehen dann vor dem handlungstragenden Infinitiv
Beispiele
Modus Indicatif :
Modus Subjonctif :
Dieses Modus existiert nicht im Deutschen. Er ist mit Konstruktionen mit "que" zu verwenden.
Modus Conditionnel :
Dieses Modus drückt die Bedingung aus.
Außerdem hat die französische Sprache das Modus Impératif, das in Présent und Passé geteilt ist. Diese Teilung gilt auch für die Moden Participe und Infinitif.
Konnektoren
cause (Ursache)
conjonctions:
parce que
puisque,
pour la simple et bonne raison que,
comme,
étant donné que,
du fait que,
attendu que,
considérant que,
vu que,
soit parce que,
sous prétexte que,
ce n'est pas parce que,
car,
en effet,
tellement,
tant,
d'autant plus que,
d'autant moins que,
d'autant mieux que,
surtout que,
à présent que,
maintenant que,
dès l'instant où,
dès lors que,
du moment que
prépositions:
à cause de,
grâce à,
avec,
étant donné,
du fait,
à la lumière de,
attendu que,
eu égard à,
vu,
à la suite de,
par suite de,
sous,
à,
pour,
par,
de,
à force de,
faute de,
par manque de,
à defaut de,
sous prétexte que,
sous couleur de,
sous couvert de
conséquence (Folge)
conjonctions:
si bien que,
de telle manière que,
de telle façon que,
de telle sorte que,
en sorte que,
tel +Nomen +que,
verbe +tellement,
verbe +tant,
si +Adj. +que,
au point que,
tant et si bien que,
tant et tant que,
à telle enseigne que,
pour que,
il s'en faut de ... que,
sans que,
donc,
partant,
par conséquant,
en conséquence,
c'est pourquoi,
voilà pourquoi,
de ce fait,
c'est pour cela que,
alors,
depuis lors,
dès lors,
de cette manière,
ainsi,
aussi,
du coup,
d'où,
de là
but (Ziel)
conjonctions:
pour,
afin de,
pour que,
afin que,
si...c'est pour que,
de manière à,
de façon à,
de manière que,
de façon que,
de sorte que,
de manière à ce que,
de façon à ce que,
de telle manière que,
de telle façon que,
de telle sorte que,
pour ne pas,
afin de ne pas,
de peur de,
de crainte de,
il faut que,
il suffit de
prépositions:
dans le but de,
en vue de,
à dessein de,
histoire de,
question de,
affaire de,
dans/avec l'intention de,
dans la perspective de,
dans le souci de,
avec l'idée de,
dans/avec l'espoir de,
avec l'arrière-pensée de,
dans le seul but de,
à seule fin de,
en vue de,
en perspective de,
dans un souci de
condition (Bedingung)
conjonctions:
à condition que,
à la seule condition que,
à une seule contition, c'est que...,
sous la condition que,
pourvu que,
pour peu que,
si tant est que,
pour autant que,
dans la mesure où
prépositions:
à,
à condition de,
faute de,
à defaut de,
à moins de,
quitte à,
au risque de,
avec,
en das de,
sans,
en l'absence de,
sauf,
sous réserve de
hypothèse (Annahme)
conjonctions:
à supposer que,
en supposant que,
supposé,
une supposition,
en admettant que,
au cas où,
dans le cas où,
pour le cas où,
dans l'hypothèse où,
des fois que,
suivant que,
selon que,
soit que,
...,autrement,
...,sans cela/quoi,
...,faute de quoi,
à moins que
opposition (Gegensatz)
adverbes:
au contraire,
à l'opposé,
inversement,
en revanche,
par contre,
à la place
prépositions:
contrairement à,
au contraire de,
contre,
à l'encontre de,
à/au rebours de,
à l'opposé de,
à l'inverse de,
au détriment de,
face à,
en face de,
à côté de,
auprès de,
au lieu de,
à la place de,
loin de
conjonctions:
et,
alors que,
tandis que,
alors même que,
pendant que,
tandis que,
cependant que,
là où,
autant...autant...,
au lieu que
concession (Einschränkung)
adverbes:
pourtant,
cependant,
nonobstant,
néanmoins,
toutefois,
seulement,
malheureusement,
quand même,
tout de même,
malgré tout
coordonnants:
mais,
or,
et
prépositions:
malgré,
sans,
en dépit de,
au mépris de,
nonobstant,
avec,
pour,
sans,
au risque de,
quitte à
conjonctions:
bien que,
quoique,
sans que,
encore que,
même si,
quand bien même,
tout/pour/si/aussi/quelque +Adj. +que +Subj.,
quoi que ce soit,
quoi qu'il arrive/advienne,
où que,
quel que soit
comparaison (Vergleich)
conjonctions:
comme,
comme pour,
comme quand,
comme lorsque,
aussi +Adj./Adv. +que...,
autant +de +Nominalgruppe +que...,
rien ne...tant que,
ainsi que,
au même titre que,
de même que,
tel que,
tel...,tel...,
autant...,autant...,
plus...que,
rien de plus +Adj...que de +Inf.,
davantage,
meilleur que,
mieux que,
pire que,
pis que,
plutôt que,
à mesure que,
au fur et à mesure que,
tant que,
plus...,plus...,
moins...,moins...,
d'autant plus/moins/mieux...que...
prépositions:
comme,
de,
en
Französische Wendungen im deutschen Sprachgebrauch
- à - je, zu (je), für (je); vor Preisangaben von Waren.
- à bas [a'ba] - "nieder mit".
- a condition - bedingungsweise (Lieferung).
- à deux mains - mit beiden Händen
- à discretion - nach Belieben.
- à fonds perdu - auf Verlustkonto, nichtrückzahlbar.
- à jour - "bis zu dem Tage", auf dem laufenden.
- à la ... - nach Art von ...
- à la bonne heure - ["zur guten Stunde"], sehr gut!, bravo!, ausgezeichnet!
- à la carte [-'kart] - nach der (Speise-)Karte, nach Wahl
- à la mode - nach der Mode, modisch
- à la suite[-'syit] - im Gefolge
- à propos - nebenher bemerkt
- à quatre - zu vieren
- à tout prix - um jeden Preis
- comme il faut - wie es sich gehört
- déjà-vu
- jour-fix
- peut-à-peut
- vis-à-vis
Sprachregulierung
Die Französische Sprache wird reguliert durch:
- Académie française
- Loi Toubon - Gesetz zum Schutz der französischen Sprache
Siehe auch
- Frankophonie
- Sprachen in Frankreich
- Französische Rechtschreibreform
- Französischunterricht
- Argot
- Verlan
- Gérondif
- Gallizismus
Weblinks
- [http://www.academie-francaise.fr/ L'académie française]
- [http://sf.gidoo.de/de/service/rectifications-orthographiques.html Informationen zu den orthografischen Korrekturen (rectifications orthographiques)]
- [http://www.russki-mat.net/frz/Argot.htm Wörterbuch der französischen Umgangssprache]
- [http://www.sprachurlaub.de/service/franzoesisch-lernen.htm Vollständige franzöische Grammatik - sehr anschaulich]
- [http://www.verben.info/ Französische Verben online üben]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Romanische Sprache
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Schweizer Sprache
als:Französische Sprache
ja:フランス語
ko:프랑스어
simple:French language
th:ภาษาฝรั่งเศส
zh-min-nan:Hoat-gí
Latein
Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum.
Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.
Entwicklung
romanischen Sprachen
Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein.
Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen.
Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa.
In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.
Antike
Antike Schreibweise
Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen.
Vergleiche folgendes Beispiel:
Alte Schreibweise:
AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO
SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT
POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO
AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT
IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI
NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM
MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS
NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT
NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE
NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI
NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV
MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES
Heutige Schreibweise:
Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo,
sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat.
poena metusque aberant nec verba minantia fixo
aere legebantur, nec supplex turba timebat
iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti.
nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem,
montibus in liquidas pinus descenderat undas,
nullaque mortales praeter sua litora norant.
nondum praecipites cingebant oppida fossae,
non tuba directi, non aeris cornua flexi,
non galeae, non ensis erant: sine militis usu
mollia securae peragebant otia gentes.
Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter)
Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.
Antike Aussprache
Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.
Literatur
Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.
Gegenwart
Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte.
Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften.
Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare - „gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden.
Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher.
Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.
Modernes Latein
Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr.
Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat.
Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry.
Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein.
In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu „Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen.
Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.
Latein in den Wissenschaften
In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.
Latein in der katholischen Kirche
Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken).
Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen.
Siehe auch: Lateinische Kirche
Referenzlisten
- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter
Siehe auch
- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus
Weblinks
- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de]
Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein
ja:ラテン語
ko:라틴어
simple:Latin language
th:ภาษาละติน
zh-min-nan:Latin-gí
Vorort
Als Vorort bezeichnet man eine am Stadtrand einer größeren Stadt gelegene Siedlung.
Bedeutung
Der Vorort ist üblicherweise Teil eines Ballungsgebiets und besitzt keine oder nur eine geringe zentrale Bedeutung für den Ballungsraum. In den letzten Jahren gab es besonders in Europa und in Nordamerika den Trend der Bevölkerungsmigration von den Innenstädten in die Vororte. In Deutschland hatte das zur Folge, dass die Innenstädte mangels Steueraufkommen finanziell oft in Schwierigkeiten gerieten und als politisches Sanierungskonzept und/oder zur Verbesserung ihrer Bevölkerungsstatistik (Fördergelder) zur Eingemeindung ihrer Vororte schritten.
Während in Deutschland die Vororte zahlreicher Städte mittlerweile oft eingemeindet und damit zu Stadtteilen geworden sind, sind Vororte in vielen anderen Ländern, wie beispielsweise in den USA oder in Australien, nach wie vor selbstständig. In Frankreich gelten die Banlieues als soziale Problemzonen ähnlich den US-amerikanischen Innenstädten.
Vororte sind häufig durch den öffentlichen Personennahverkehr, z.B. S-Bahn, gut mit dem Stadtzentrum verbunden, was für Pendler und Schüler, die in der Stadt arbeiten bzw. lernen, besonders wichtig ist.
Siehe auch
- Trabantenstadt
- Satellitenstadt
Kategorie:Raumplanung
SozialwohnungMit sozialem Wohnungsbau bezeichnet man den staatlich geförderten Bau von Wohnungen, die nach Größe, Ausstattung und Miete oder Belastung für die breiten Schichten des Volkes bestimmt und geeignet sind (Zitat aus § 1 II. WoBauG). Die entsprechende gesetzliche Grundlage besteht im II. Wohnungsbaugesetz.
Neben der Schaffung von preisgünstigem Wohnraum soll außerdem der Erwerb von Immobilieneigentum für einen breiten Bevölkerungskreis ermöglicht werden.
Für beide Empfängergruppen stellt der soziale oder öffentliche Wohnungsbau in den entwickelten Industrienationen eine staatliche Transferleistung dar. Mit dem Umbau der sozialen Sicherungssysteme seit Mitte der 1990er Jahre wandelt sich daher auch die Rolle und Funktion des sozialen oder öffentlichen Wohnungsbaus für die Reproduktion der Stadt und ihrer Mieter.
siehe auch: Portal:Raumplanung und Städtebau
Kategorie:Bauwesen
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Zum Wandel des sozialen Wohnungsbaus durch die Transformation der sozialen Sicherungssysteme:
- Volker Eick & Jens Sambale (Hg.) 2005: Sozialer Wohnungsbau, Arbeitsmarkt(re)integration und der neoliberale Wohlfahrtsstaat in der Bundesrepublik und Nordamerika, Working Paper # 3 des John-F.-Kennedy Institutes für Nordamerika Studien an der Freien Universität Berlin, ISBN 3-88646-056-8
Plattenbau
Plattenbauten sind vorwiegend aus Betonfertigteilplatten hergestellte Wohngebäude.
Geschichte
Die ersten Plattenbauhäuser entstanden in Holland nach dem Ersten Weltkrieg; die ersten in Deutschland nach diesem Muster gebauten Plattenbaukonstruktionen sind die zweistöckigen Häuser der Splenemann-Siedlung in Berlin-Lichtenberg von 1923. Der erste Wohnblock in Plattenbauweise entstand 1939 in Paris. Starke Verbreitung fanden die Plattenbauten nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1960er bis in die 1980er Jahre in der DDR und anderen realsozialistischen Staaten als Form des industriellen Wohnungsbaus unter Anlehnung an die Bauhausarchitektur. Auch in Staaten wie den USA, Großbritannien, Frankreich oder der BRD wurden und werden nachwievor größere Wohnbauten, Bürohochhäuser, Industriebauten und andere Großbauten aus vor Ort oder werkseitig gegossenen Betonplatten und aus vorproduzierten Fertigteilen wie Glasfronten, Fassadenplatten und Betonfertigteilen aufgebaut. Der in der BRD gebräuchliche Begriff für Plattenbauten ist "Bauten in Großtafelbauweise". Prominentes Beispiel ist das Hansaviertel im damaligen Westteil von Berlin. In der Schweiz werden Plattenbauten als "Bauten in Elementbauweise" bezeichnet. Hier sind vor allem die "Göhnerbauten" bekannt.
Der Begriff des Plattenbaus wird häufig auch abwertend gebraucht. Insbesondere durch die fabrikmäßige Herstellung haben Plattenbauten eine gute Qualität, sofern der notwendige Unterhalt durchgeführt wurde und man von der oft mangelhaften Wärmedämmung absieht.
DDR
Mit Beschluss des Wohnungsbauprogramms 1972 in der DDR, welches der Beseitigung des Wohnraummangels dienen sollte, wurde der Plattenbau zum wichtigsten Wohnungstyp. Neue Stadtteile oder ganze Städte (z.B. Halle-Neustadt mit bis zu 100.000 Einwohnern) wurden meist gänzlich in Plattenbauweise errichtet. Insgesamt wurden über 3 Millionen Plattenbauwohnungen fertiggestellt.
Während anfänglich die Plattenbauten einfache Lochfassaden und nur wenige Verzierungen aufwiesen, wurde zu Beginn der Achtziger Jahre an städtebaulich wichtigen Punkten, die repräsentativ aussehen sollten, versucht, die Plattenbauten in ihrer Fassadenstruktur dem umgebenden Bestand durch historisierende Formen anzupassen. Das gilt beispielsweise für die Bauten an der Friedrichstraße und am Gendarmenmarkt in Berlin, aber auch für die wiederaufgebauten Gebäude im Nikolaiviertel in Berlin, deren kleines Format und spitze Giebel im Plattenbau fast schon überraschend wirken.
Leider galt das nicht für viele Neubaugebiete außerhalb der Hauptstadt. So gab es beispielsweise im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen nur die Farben Dunkelgrau und Hellgrau an den Fassaden. Nachfolgearbeiten wie Wärmedämmung und Begrünung wurden oft mit jahrelanger Verzögerung ausgeführt. Es entstanden sogenannte Mondlandschaften um die Wohnhäuser. Teilweise wurden direkt Gelder, die für den Ausbau der Wohngebiete vorgesehen waren, nach Berlin abgezogen. Verständlich, daß die Bewohner dieser Plattenbauten die Entwicklung der Architektur in Berlin mit gemischten Gefühlen sahen. Dieses Gefühl der Benachteiligung gegenüber den Hauptstadtbewohnern trug nicht unwesentlich zum Unmut bei, der sich letztlich in den Demonstrationen der Wendezeit entlud.
Dennoch waren die Plattenbauwohnungen zur Zeit ihrer Entstehung bei den DDR-Bürgern beliebt und begehrt. Jeder, der eine Zuweisung für eine derartige Wohnung bekam, war glücklich darüber, waren diese Wohnungen doch mit Komfort ausgestattet, wie fließendem warmen und kalten Wasser, Heizung ohne Kohlenschleppen, Toilette in der Wohnung, Badewanne usw., den es in Altbauwohnungen meist nicht gab. Die Mieten waren zwar höher als für eine Altbauwohnung, für heutige Begriffe jedoch minimal (z. B. 3½ Zimmer-Wohnung 68qm mit Balkon - Warmmiete: 118,-- M)
Das Wohnungsbauprogramm war ein ehrgeiziges Programm, wie es in vergleichbarer Form anderswo nicht zu finden war und ist. Ein nicht geringer Teil des Staatshaushaltes wurde dafür verwendet. Leider wurden die älteren Gebäude in den historischen Stadtkernen nicht in gleicher Weise gefördert. Diese Häuser - oft in Privatbesitz - konnten bei festgeschriebenen niedrigen Mietpreisen in der Regel nicht die Einnahmen erwirtschaften, die notwendig waren, um sie zu erhalten. Somit war der teilweise Verfall der historischen Innenstädte eine Kehrseite des DDR-Wohnungsbauprogramms.
Wahrnehmung
Als Synonym für Plattenbau wurde in der ehemaligen DDR häufig Arbeiterschließfach oder Schnarchsilo verwendet. Im Juli 2004 wurde in Dresden eine Plattenbauausstellung eröffnet.
Dresden
In Westdeutschland wurde das abwertende Wort "Platte" verwendet, doch sind Plattenbauten nicht nur in den sozialistischen Ländern gebaut worden, sondern eben auch in den Großsiedlungen Westeuropas der 60er und 70er Jahre im Rahmen der verschiedenen Wohnbauförderungsprogramme.
Probleme
Bedingt durch die Ost-West-Migration in Deutschland stehen heute besonders viele Plattenbauten im Osten Deutschlands leer. Die Bundesregierung vergibt heute oftmals nur dann Fördermittel an Städte und private Wohnungsgesellschaften, wenn eine bestimmte Abrissquote vorgewiesen wird, die aber nicht bei privaten Altbauten - und seien sie noch so marode - durchgesetzt werden kann, sondern nur bei Neubauten der ehemaligen DDR, die häufig staatlichen Wohnungsgesellschaften gehören. In Abhängigkeit von örtlichen Gegebenheiten gibt es auch diverse Wohnviertel, die nach Modernisierung und ggf. architektonischer Aufwertung praktisch keinen Leerstand aufweisen, da sie eine begehrte Wohnlage darstellen, bspw. das Allende-Viertel im Berliner Stadtteil Köpenick.
Wende
Inzwischen bemühen sich Architekten leerstehende Plattenbauten in attraktive Reihenhäuser zu verwandeln. Sie entdecken inzwischen die Vielseitigkeit 'der Platte' und verwandeln diese in innovative Wohnanlagen.
Siehe auch: Stadtplanung, Bauwesen, Satellitenstadt, Schlafstadt, Retrostil
Weblinks
- [http://www.microarchitecture.net/Texte/deutsch/archjournal-deutsch.html Plattenbaumuseum]
Kategorie:Wohngebäude
Kategorie:Baukonstruktion
Kategorie:Stadtbaugeschichte
Kategorie:Wortexport
ImmigrationImmigration oder auch Zuwanderung bedeutet, dass eine Person dauerhaft ihren Wohnsitz in ein anderes Land verlegt. Ein Einwanderer ist vorher aus einem anderen Land ausgewandert.
Gründe für Einwanderung
Einwanderung gibt es in nahezu allen Ländern der Erde, aus verschiedenen Gründen:
- Wegen besserer Arbeits- und Lebensbedingungen (Spezialfall angeworbene Arbeitskräfte, in Deutschland beispielsweise Gastarbeiter oder auch Ruhrpolen); abwertend auch Wirtschaftsflüchtlinge genannt
- Aus politischen Gründen
- Aus religiösen oder sprachlich-kulturellen Gründen
- Als Flüchtlinge wegen akuter Bedrohung durch Krieg, Bürgerkrieg, Hungersnot oder gezielter Vertreibung
- Aus Gründen der Familienzusammenführung
- Als angeworbene Siedler
- Aus persönlicher Neigung zu dem aufnehmenden Land (z. B. Auswanderer nach Australien)
- In früheren Zeiten aufgrund von Versklavung
Einwanderung in verschiedene Länder
Es gibt klassische Einwanderungsländer, vor allem die USA, Kanada, die Länder Südamerikas, Deutschland und die Schweiz. Politisch bezeichnend ist es, dass diese Länder Immigration meist nur aufgrund akuter wirtschaftlicher Notwendigkeit ihrer selbst oder aus humanitären oder politischen Gründen von Flüchtlingen zulassen, nicht jedoch eine allgemeine Einwanderungsquote erlauben.
Und letztendlich gibt es Länder, die Immigration nicht begrenzen müssen, da sich aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche keine oder nur wenige Menschen ein Interesse an der Einwanderung dorthin haben.
Siehe auch: Einwanderung in die USA, Einwanderung nach Brasilien
Rechtlicher Status in Deutschland
In Deutschland lassen sich Einwanderer in folgende Gruppen unterteilen:
- Spätaussiedler (Einwanderungsregelung gemäß Bundesvertriebenen- und -flüchtlingsgesetz (BVFG) von 1953 sowie Aussiedleraufnahmegesetz (AAG) von 1990),
- Unionsbürger EU-Angehörige genießen ein weitgehendes Recht auf Freizügigkeit nach dem Freizügigkeitsgesetz/EU,
- Arbeitsmigranten aus Drittstaaten (Nicht-EU-Ländern) können ggf. nach dem Aufenthaltsgesetz als Arbeitnehmer oder Selbständige einreisen und sich hier aufhalten,
- Familienangehörige Deutscher und hier lebender Ausländer, insbesondere Ehepartner und minderjährige Kinder, können ggf. nach dem nach dem Aufenthaltsgesetz ein Aufenthaltsrecht erhalten,
- Studierende können ggf. nach dem nach dem Aufenthaltsgesetz ein Aufenthaltsrecht zu Studienzwecken erhalten,
- Flüchtlinge können nach Artikel 16a Grundgesetz und dem Asylverfahrensgesetz einen Flüchtlingsstatus beantragen. Der aus humanitären, politischen oder völkerrechtlichen Gründen mögliche Aufenthalt für anerkannte Flüchtlinge und weitere Ausländer (z.B. jüdische Zuwanderer) richtet sich nach dem Aufenthaltsgesetz,
- Illegale Einwanderer besitzen keinen regulären Status nach dem Ausländerrecht.
Die Immigration von Menschen nach Deutschland, und auch die transnationale Migration, betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Familien: im Zuwanderungsgesetz ist z.B. das Nachzugsalter von Familienangehörigen von Zuwanderern geregelt.
Deshalb wird Immigration im 6. Familienbericht „Familien ausländischer Herkunft - Leistungen - Belastungen - Herausforderungen“ des BMFSFJ, 2000, als Familienprojekt bezeichnet, das generationsübergreifend stattfindet und nicht in einer Generation abgeschlossen ist. U.a. durch diesen Bericht des BMFSFJ aus dem Jahr 2000 ist klargestellt, dass die B.R. Deutschland ein Einwanderungsland ist und dass die Integration der Immigranten durch den zeitlich nahen Nachzug der Familienmitglieder gefördert und stabilisiert wird.
In die B.R. Deutschland Zuwandernde kommen aus über 180 Staaten, mit Zugehörigkeiten weiter variirender Ethnien und Religionen.
Immigranten haben die unterschiedlichsten Migrations- oder Fluchtgründe, haben die Absicht, kurz oder länger in Deutschland zu bleiben oder nur durchzuwandern.
Seit 1996 gibt es eine Statistik zum Familiennachzug. Diese weist eine Größenordnung von 55.000 bis 63.000 Familienangehörige im Jahr aus. Zwei Drittel des Familiennachzugs sind Ehepartner und etwa ein Drittel sind Kinder (20.000). Verglichen mit der Zahl der primären Immigranten von 649.249 Personen addiert sich die Anzahl eines Zehntel dieser Anzahl durch Familiennachwanderung.
„Integrationspolitik muss verstärkt die ‚ganze Familie‛ in den Blick nehmen und diese Perspektive zumindest ergänzend und verstärkend neben die "Familienmitglieder-Zielgruppenorientierung" setzen, die heute vor allem in der Form von Kinder-, Jugend- und Mädchenprojekten umgesetzt wird,“ heißt es im von Wolfgang Erler und Monika Jaeckel erstellten Zwischenbericht zum dji-Projekt („Der soziale Nahraum in seiner Integrationsfunktion für Familien ausländischer Herkunft“), weil die Familien von Immigranten auch einen Lebensraum darstellen, der einer Integration entgegenwirken kann, da sich der Spracherwerb und die Überwindung der kulturtellen Fremdheit verzögern können.
Vor- und Nachteile der geregelten Einwanderung für das aufnehmende Land
Einwanderung wird oft politisch gesteuert, wenn beispielsweise Fachkräftemangel herrscht oder wenn sich die Bevölkerungsstruktur ungünstig entwickelt (siehe Bevölkerungsrückgang).
Das hat aus Sicht des aufnehmenden Landes zunächst einige verlockende Vorteile:
- Man hat die Möglichkeit, gezielt Ausländer in bestimmten Altergruppen und mit bevorzugten Qualifikationen ins Land zu lassen, während man potentielle Leistungsempfänger außen vor lassen kann.
- Man kann direkt von der Arbeitsleistung und der Ausbildung der Zuwanderer profitieren, ohne selber die Kosten für die Ausbildung aufgebracht haben zu müssen.
- Durch die höhere Auswahl an Arbeitskräften können die Löhne sinken, was nicht immer ein Nachteil für die Arbeitnehmer sein muss, wenn Betriebe dadurch konkurrenzfähiger produzieren können.
- Zudem erspart man sich zunächst die Rentenempfänger, wenn man nur junge Menschen zuwandern lässt.
- Außerdem können Zuwanderer die Gesellschaft durch fremde Kultur, durch neues Wissen und unkonventionelle Ideen bereichern.
- Zudem exportiert man die eigene Kultur und Geschäftsbeziehungen indirekt über die bei den Zuwanderern zum eigenen Land bestehenden Kontakte.
- Letztendlich bieten sich so auch Möglichkeiten, über die Einwanderer und deren finanziellen Transaktionen in ihre Heimatländer politischen und entwicklungspolitischen Einfluss auf diese Länder zu nehmen.
Aber es gibt auch Nachteile:
- Eine zu große Zuwanderung führt dazu, dass es schwer wird, bestimmte Bevölkerungsgruppen zu integrieren. Das führt dazu, dass diese Menschen ausschließlich in ihrer eigenen abgeschlossenen Kultur wie in einer gesellschaftlichen Insel leben. Dadurch stockt der Informationsaustausch, und die Ausbildung der Kinder wird erschwert. Teilweise kann Zuwanderung dazu führen, dass sich bereits teilintegrierte Ausländer wieder abkapseln und sich ausschließlich der Kultur ihres ehemaligen Heimatlandes zuwenden, indem z. B. Kinder von deutsch sprechenden Ausländern in der Schule nur noch mit anderen, nicht deutsch sprechenden Ausländerkindern verkehren.
- Die entstehende kulturelle Vielfalt, so sehr sie auch positiv zu sehen ist, kann aber auch dazu führen, dass die eigentliche kulturelle Identität des Landes in den Hintergrund gedrängt wird. Dadurch kann die kulturelle Vielfalt innerhalb verschiedener Länder abnehmen, wenn überall die gleiche kulturelle Vielfalt auf engem Raum herrscht.
- Die durch Immigration entstehende soziokulturelle Veränderung kann zu Sozialneid bei der angestammten Bevölkerung, als auch bei den bereits integrierten Immigranten führen.
- Immigration führt zu Druck auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, was zu Neid, sozialem Abstieg bestimmter Gruppen und sozialen Spannungen führen kann.
- Die kulturellen Unterschiede können zu Missverständnissen und Verärgerungen sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei den Immigranten selbst führen.
- Wenn die Vorteile der Immigration der Bevölkerung nicht vermittelbar sind, kann sich latent vorhandener Ausländerhass, Chauvinismus und Nationalismus entwickeln.
- Es ist wesentlich leichter, gering qualifizierte Immigranten ins Land zu holen als gut ausgebildete Spitzenkräfte. Dafür gibt es auf dem Arbeitsmarkt aber oft schon genügend einheimische Kräfte.
- Andererseits kann durch die Migration, insbesondere die Arbeitsmigration, ein Abzug der im eigenen Land benötigten Intelligenz erfolgen ("Brain Drain"). Diese Kräfte fehlen dann möglicherweise dem Ursprungsland, selbst wenn die Qualifikation im Zielland nicht für eine entsprechende Tätigkeit ausreicht, weil beispielsweise ein akademischer Abschluss nicht anerkannt wird.
- Irgendwann wird man aufgrund sozialer Notwendigkeiten um Familienzusammenführungen nicht herumkommen, so dass man eventuell später doch zusätzliche Leistungsempfänger ins Land holt - der rein wirtschaftliche Vorteil schrumpft so im Laufe der Zeit.
- Deswegen, und weil sich gezeigt hat, dass Immigranten im Durchschnitt zumindest in der Anfangszeit eine höhere Geburtenrate aufweisen als Einheimische, lässt sich eine begonnene Zuwanderung nur mit deutlicher Verzögerung bremsen. Will man beispielsweise aufgrund der sozialen Situation (Wohnungs- und Arbeitsmarkt, Probleme mit der Integration) die Ausländerquote in einem Gebiet akut stabilisieren, so wird dies nicht unbedingt gelingen, selbst wenn man jegliche Immigration sofort stoppt, was aber oftmals ohnehin nicht möglich ist.
Als Folge dieser Gründe gibt es aufgrund der Einwanderung oft soziale Spannungen, während sie andererseits wirtschaftlich und politisch oft gewünscht wird. Diese sozialen Spannungen zeigen sich in klassischen Einwanderungsländern oft weniger stark als in Ländern mit starker nationaler Homogenität.
Literatur
- Jörg Alt: Leben in der Schattenwelt – Problemkomplex illegale Migration. Neue Erkenntnisse zur Lebenssituation 'illegaler' Migranten in München und anderen Städten Deutschlands. Loeper Literaturverlag, Karlsruhe 2003, ISBN 3860594990
- Madjiguène Cissé: Papiere für alle. Die Bewegung der Sans Papiers in Frankreich, ISBN 3-935936-14-1
- Kien Nghi Ha: Ethnizität und Migration Reloaded. Kulturelle Identität, Differenz und Hybridität im postkolonialen Diskurs. Überarb. und erw. Neuauflage, [Westfälisches Dampfboot/WVB] 1999/2004, ISBN 3-86573-009-4
- Heike Herzog, Eva Wälde: Sie suchten das Leben ... Suizide als Folge deutscher Flüchtlingspolitik, ISBN 3-89771-810-3
- jour fixe initiative berlin (Hg.): Fluchtlinien des Exils, ISBN 3-89771-431-0
- Eva Kaewnetara / Hans Uske: Migration und Alter. Auf dem Weg zu einer kultur-kompetenten Altenarbeit, ISBN 3-927388-77-7
- Jean Raspail: Das Heerlager der Heiligen. Tübingen 1985, ISBN 3-89180-004-5
- Hito Steyerl, Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Hg.): Spricht die Subalterne deutsch? Migration und postkoloniale Kritik, ISBN 3-89771-425-6
- Hans Uske Hallo BENNY DU WURST / Michael Heveling-Fischell / Waldemar Mathejczyk: Risiko Migration. Krankheit und Behinderung durch Arbeit. ISBN 3-927388-81-5
Siehe auch
- Ausländerrecht
- Arbeitsmigration
- Illegale Migration
- Bevölkerungsentwicklung
- Bevölkerungsrückgang
- Integration
- Ausländerintegration
- Multikulturalismus
- Multikulturelle Gesellschaft
- Zuwanderungsgesetz
Weblinks
- [http://www.jewish-forum.de/board.php?boardid=7 Forum zum Thema Zuwanderung]
- [http://www.f-r.de/uebersicht/alle_dossiers/politik_inland/welche_auslaender_wollen_die_deutschen/ Dossier der Frankfurter Rundschau] - mit Artikeln z.B. über das neue Zuwanderungsgesetz, Integration und den Fall Kaplan.
- [http://www.zuwanderung.de Zuwanderungsseiten des deutschen Bundesministeriums des Innern]
- [http://www.info4alien.de Ausländerrecht-Portal]
- [http://europa.eu.int/comm/justice_home/doc_centre/immigration/statistics/doc_immigration_statistics_de.htm Einwanderungsstatistiken der Europäischen Union]
- [http://www.ikud.de Institut für interkulturelle Didaktik: Maßnahmen für Integration]
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Ausländerrecht
Kategorie:Migration
simple:Immigrant
Sozialer Brennpunkt
Als sozialer Brennpunkt wird ein meist räumlich abgegrenztes (Wohn)Gebiet bezeichnet, in dem sich Menschen mit wirtschaftlichen und/oder sozialen Defiziten konzentrieren. Solche Defizite sind zum Beispiel Einkommensarmut, fehlende oder unterdurchschnittliche Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt (z.B. aufgrund von Sprach- oder Bildungsdefiziten) oder Netzwerkarmut, d.h. mangelhafte Kontaktmöglichkeiten zu anderen Menschen. Im öffentlichen Bewusstsein ist der Begriff sozialer Brennpunkt oft mit Vorstellungen von höherer Kriminalität oder Verwahrlosung verknüpft.
Soziale Brennpunkte entstehen, wenn Wohngebiete von einkommensstärkeren und integrierten Menschen aufgrund qualitativer Mängel (schlechte Wohnungen, zu hohe Preise, Anonymität, Verkehrslärm) verlassen werden und solche Haushalte zurückbleiben, die über wenig Wahlmöglichkeiten bei der Wohnortwahl verfügen. In der Folge wandelt sich meist das Image, was zur weiteren Ablehnung bei sogenannten stabilen Haushalten führt. Dieser Vorgang ist Teil einer vor allem in Städten stattfindenden Entmischung der Bevölkerung, die als Segregation bezeichnet wird.
Soziale Brennpunkte sind vor allem ein Phänomen in Ländern mit hohen Einkommens- und Bildungsunterschieden. Die Segregation kann dort soweit gehen, dass von Ghettobildung und Ghettos oder Slums gesprochen wird. Aufgrund der zunehmend heterogenen Bevölkerung in Hinblick auf Bildung, Sprachkompetenz und Beteiligung am Arbeitsmarkt in Kombination mit einer allgemein zunehmenden Arbeitslosigkeit, veränderter Zuwanderung und schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden soziale Brennpunkte auch in Westeuropa zunehmend zu einem Problem, auch in Deutschland gibt es in fast jeder größeren Stadt Gebiete, die als Soziale Brennpunkte bezeichnet werden. Typischerweise bilden sie sich in den Großsiedlungen der Städte (häufig große Gebäude, oft Plattenbau aus den 70er Jahren) oder qualitativ schlechten Altbaugebieten aus.
Die meisten westeuropäischen Länder versuchen mittlerweile, durch spezielle Politikansätze die Folgen der Segregation zu minimieren, soziale Brennpunkte zu entschärfen und die Folgen für die dort lebenden Menschen einzudämmen. In Deutschland ist das Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Die soziale Stadt" auf die Verbesserung der Lebensqualität und die Erhöhung der Chancengleichheit ausgerichtet. Das Programm ist eine Fortentwicklung der Sanierungspraxis im Rahmen der Städtebauförderung.
Schlüsselinstrument zur Entwicklung sozialer Brennpunkte ist i.d.R. die Bildungspolitik, konkret die Verbesserung der Situation an Schulen, in denen sich meist Kinder und Jugendliche aus sogenannten bildungsfernen Haushalten und mit Sprachdefiziten konzentrieren. Daneben spielt die sogenannte Bewohneraktivierung (Empowerment) eine wichtige Rolle sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität im allgemeinen (Infrastruktur, Umwelt, Wohnsituation, Kultur).
Siehe auch:
- Slum
- Gentrifizierung
Kategorie:Politisches Schlagwort
Kategorie:Soziologie
DrogenDroge steht für:
- Droge, Sucht- oder Rauschmittel
- Droge (Pharmazie), Wirkstoff in der Pharmazie
Drogen steht für:
- Drogen (Gemeinde), Gemeinde im Landkreis Altenburger Land in Thüringen
KPF
Der Parti communiste français (PCF) (deutsch: Kommunistische Partei Frankreichs, KPF) ist die Kommunistische Partei in Frankreich. Die Partei wurde im Jahre 1920 beim Parteitag von Tours nach dem Auseinanderbrechen der Section française de l'Internationale ouvrière (SFIO, Französische Sektion der Arbeiter-Internationale) gegründet. Offizielle Parteizeitung war lange Zeit die Zeitung L'Humanité, die trotzdem ihre strukturelle Unabhängigkeit bewahrte. Der Sitz der Partei befindet sich Place du Colonel Fabien in Paris in einem Betonbau des berühmten brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer. Aktueller Vorsitzender ist Robert Hue; er war auch mehrfach Präsidentschaftskandidat.
Die früher ihren Transmissionsriemen darstellende Massengewerkschaft CGT, die in Deutschland durch Eisenbahnstreiks bekannt wurde, hat sich inzwischen von der PCF gelöst.
Im Unterschied zur Deutschen Kommunistischen Partei war die KPF an Regierungen beteiligt, beispielsweise nach dem Wahlsieg François Mitterrands 1981.
Parteigeschichte
Als Erbe der Pariser Kommune von 1871 wächst die Kommunistische Partei Frankreichs neben der Kommunistische Partei Italiens (Partito Comunista Italiano) zur bedeutendsten Partei dieser Ausrichtung in den westlichen Demokratien an.
Ihr politisches Gewicht geht vorwiegend zulasten sozialdemokratischer Strömungen, die bis 1984 keine Regierung ohne die Unterstützung der Kommunisten bilden und in Frankreich aufgrund ihrer Zersplitterung erst spät eine politische Bedeutung erlangen, die der demokratischer, linksgerichteter Parteien anderer europäischer Staaten entspricht.
Die Anfänge
Innerhalb der SFIO sind 1914 die Reaktionen auf die Allianz mit Poincaré bei Ausbruch des Krieges geteilt. Im Rahmen des Krieges steigern sich die Spannungen 1917, zu Meutereien und Streiks in Frankreich, zur russischen Oktoberrevolution.
Im März 1919 gründet Lenin die 3. Kommunistische Internationale, (bekannter unter der Bezeichnung Komintern), die zu einem Bruch innerhalb der französischen Bewegung führt. Auf einem Parteitag in Straßburg Februar 1920 wird beschlossen, zunächst die Organisation der 2. Internationalen zu verlassen. Beim anschließenden Parteitag in Tours im Dezember des gleichen Jahres spricht sich die Mehrheit der Vertreter unter dem Einfluss von Charles Rappoport für eine Anbindung an die Komintern aus und gründet die Section Francaise de l’Internationale Communiste (SFIC), die 1922 zur Kommunistischen Partei Frankreichs wird.
Einfluss der Internationalen Kommunistischen Bewegung
Die Anfänge der Partei werden von heftigen Querelen innerhalb der Bewegung begleitet, die noch im gleichen Jahr im Ausschluss zahlreicher Mitglieder und Führungspersönlichkeiten münden, weil sie als opportunistisch betrachtet werden. Nach einem ersten Wahlerfolg 1924 sinkt die Popularität der Partei infolge der Stalinisierung und erreicht 1932 einen Tiefpunkt (25.000 Mitglieder und miserable Wahlergebnisse). Maurice Thorez, ihr Generalsekretär ab 1930, erklärt sich zum ersten stalinistischen Führer. Damit wird auch die PCF vom antimarxistischen Mythos des unfehlbaren Führers, am Beispiel Stalins in der Sowjetunion, erfasst. In der Folgezeit wandelt sich die PCF zum Handlanger der Anweisungen der Staatsbürokratie der Sowjetunion.
Auch an der Parteibasis macht sich diese Veränderung der politischen Ausrichtung bemerkbar. Nach und nach wird die Mittelklasse (Lehrpersonal, Journalisten, Ärzte…) als Anhänger durch junge Arbeiter ersetzt.
Mit der Anbindung an die Komintern akzeptiert die Partei 21 Bedingungen, die ihr erlauben, sich in sämtliche Angelegenheiten ihrer Mitglieder einzumischen. Die Bewegung um Moskau wird nicht zögerlich auf dieses Mittel zurückgreifen, um über die Umsetzung seiner Direktiven zu wachen und wird über Mittelsmänner, wie Eugen Fried, die gesamte Verwaltung, Organisation und Politik der Partei beeinflussen.
Die Bindung an die sowjetische Partei nimmt auch eine wirtschaftliche Dimension an, als die PCF ab 1950 jährlich mehrere Millionen Franc an Zahlungseingängen von dieser verbucht.
Antifaschismus und Front Populaire
Der Kampf gegen den Faschismus, aus dem Helden der Résistance wie Gabriel Pétri oder Guy Môquet hervorgingen, bildet wahrscheinlich das glorreichste Kapitel der Parteigeschichte. Dennoch blieben die Positionen der Partei in dieser Frage nicht immer eindeutig.
Ursprünglich, als sich die Machtergreifung Benito Mussolinis, dann Adolf Hitlers anbahnt, wird der Faschismus als ultimative Form des Kapitalismus angesehen. Die Kommunisten dieser Zeit sahen allerdings in den Sozialisten Verräter (unter dem Einfluss Stalins wurde der politische Kampf der deutschen Sozialdemokraten gegen den Spartakusbund als Verrat am Sozialismus interpretiert), eine Denkströmung, wie sie heutzutage noch von einigen radikal linken Gruppierungen, wie Lutte Ouvrière vertreten wird.
Gegen diese Politik stellte sich Jacques Doriot, Generalsekretär der Kommunistischen Jugend; er wurde im Juni 1934 dafür aber aus der Partei ausgeschlossen. Er ist auch bekannt für die spätere Gründung einer Bewegung, die sich durch ihre Unterstützung des faschistischen Regimes und antikommunistische Ausrichtung geradezu auszeichnete, was wahrscheinlich mit dieser Erfahrung in Zusammenhang zu bringen ist.
Ironischerweise wird seine Beurteilung der Situation von Stalin, der auf die Verherrlichung Hitlers mit Besorgnis reagiert, übernommen und der Parteitag, der den Ausschluss von Doriot besiegelt, wird sogar um einen Tag verlängert, um es Maurice Thorez zu ermöglichen, die neue Politik einer einheitlichen Vorgehensweise vorzustellen, die auf eine Einigung der linken Strömungen abzielt und eine radikale Wende der Anweisungen aus dem Kreml darstellt.
Als Folge stellt sich eine patriotische Ausrichtung der Bewegung ein, die in einem Zusammenschluss mit der SFIO und der Parti radical de gauche unter der Bezeichnung Front Populaire mündet und es den Parteien ermöglicht, bei den Wahlen 1936 den Sieg davonzutragen. Bei den darauf folgenden Gemeinderatswahlen gelang es den Kommunisten, mehrere Arbeiterstädte, insbesondere in den Pariser Vororten, von ihrer Politik zu überzeugen. Dank einer stärkeren gesellschaftlichen als politischen Ausrichtung ihrer Arbeit in diesen Gemeinden war es der PCF möglich, sich die Loyalität dieser Bastionen ihrer Macht, unter der Bezeichnung Ceinture Rouge (Roter Bund) bekannt, bis in die 1980er Jahre zu bewahren.
Dem spontanen Generalstreik 1936 gegenüber ablehnend eingestellt, unterstützt die PCF, immer noch unter der Führung von Thorez, in der Folge die neue Regierung, ohne an ihr beteiligt zu sein, setzt sich aber für ein Eingreifen im spanischen Bürgerkrieg zugunsten der republikanischen Regierung ein.
Im Oktober 1938 widersetzten sich die Kommunisten als einzige Partei dem Münchner Abkommen, das die Annexion der Tschechoslowakei besiegeln sollte, und von dem die Sowjetunion bewusst ausgeschlossen blieb. Infolgedessen kam es bei der Nachricht der Unterzeichnung eines Hitler-Stalin-Paktes mit geheimen Klauseln, welche die Aufteilung Polens und weiterer Teile Osteuropas vorsahen, zum Schock. In Fortführung ihrer patriotischen Politik sprach sich die Partei zunächst für einen Krieg gegen Deutschland aus, erhielt aber bald strikte, gegenteilige Anweisungen von der Komintern-Zentrale aus Moskau, unter dem Hinweis, der Krieg richte sich nicht mehr gegen den Faschismus, sondern sei ein Kampf der Imperialisten untereinander. Trotz zahlreicher Parteiaustritte passte die Führung ihre Politik an die neue Linie an und wurde dafür von der Regierung mit einem Verbot belegt.
In den Untergrund gedrängt und in Abwesenheit ihrer bedeutendsten Führer, die als Soldaten mobilisiert worden waren oder wie Maurice Thorez in die Sowjetunion emigriert waren, durchlebten die Partisanen der Partei ein Phase der Orientierungslosigkeit.
Als Frankreich 1940 schließlich von deutschen Truppen besetzt wird, bitten die Kommunisten das neue Regime um eine erneute Zulassung ihrer Parteizeitung L'Humanité, ohne sich dadurch davon abhalten zu lassen sich mit Persönlichkeiten, wie Guy Môquet in Paris, aber auch Eusebio Ferrari in der Region Nord und zahlreichen anderen, aktiv in die Résistance einzubringen.
Auf den Angriff Hitlers auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 reagieren die Partisanen der Kommunistischen Parteien der von Deutschland besetzten Gebiete innerhalb der Widerstandsbewegung, indem sie zum bewaffneten Kampf übergehen.
Nachkriegszeit
1941
1944 beteiligt sich die PCF an der Seite der Gaullisten an der Befreiung von der deutschen Okkupation. Das Engagement und die Opferbereitschaft der französischen Kommunisten innerhalb der Résistance, der Mut der sowjetischen Soldaten und letztendlich der Sieg der Alliierten, lassen die Zwiespältigkeit der Kommunistischen Führer in Vergessenheit geraten und 1945 das Prestige der Bewegung als Dank für das patriotische Engagement ihrer Anhänger wieder steigen, so dass sie in die Regierung der nationalen Einheit aufgenommen werden.
Aus den Wahlen zur Nationalversammlung 1946 geht die PCF mit 28,8 % der Wählerstimmen als stärkste Partei hervor. Mit der Anbindung der Gewerkschaft CGT an die sowjetischen Kommunisten 1945 verstärkt sich der Einfluss der Partei auf das Arbeitermilieu.
Auf dieser Grundlage entwickelt sich eine kommunistische Gegenkultur, die darauf abzielt, die Bevölkerung in allen ihren Lebensbereichen zu erfassen und infolgedessen beispielsweise die Gründung von Zentren für Kollektivurlaub durch kommunistische Gemeinden mit sich bringt.
In diese Epoche fällt ebenfalls das Wirken von Arbeiterpriestern, die Katholiken für die Ideologie der Partei empfänglich machen.
Auch die Anzahl von Künstlern und Intellektuellen, von denen beispielsweise Louis Aragon, André Breton, Albert Camus, Paul Eluard, Paul Nizan, Yves Montand, Benjamin Péret, Pablo Picasso, Henri Wallon oder auch Max Gallo, André Gide und Jean-Paul Sartre der Partei zeitweilig nahe standen, ist aufschlussreich.
Zu dieser Zeit ist die PCF voll in die Regierungsarbeit eingebunden und der Kampf ihrer Gegner beschränkt sich auf einige wenige rechtsradikale Gruppierungen, die völlig am Rande der Gesellschaft stehen.
Kalter Krieg
Mit dem Marshall-Plan und dem Beginn des Kalten Krieges 1947 sieht sich die Kommunistische Partei Frankreichs gegenüber den Sozialisten der SFIO in eine Oppositionsrolle gedrängt, schneidet aber dennoch in der Wählergunst etwas besser ab. Organisationen, wie die Friedensbewegung ermöglichen ihren Sympathisanten, sich gegen den US-Amerikanischen Imperialismus und seine französischen Handlanger stark zu machen.
In der Nachfolge des Kampfes gegen das Regime der Nationalsozialisten bleibt die Partei eine patriotische Bewegung. In diesem Rahmen sieht die Partei im Antiamerikanismus einen Schutz vor einer neuen Form des Imperialismus und die Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschismus. An dieser Quelle schürt sich noch die heutige antiamerikanisch ausgerichtete Bewegung.
Zeit Stalins
Bis zur Mitte der 1950er unterstützte die PCF das Regime Stalins stetig und bedingungslos.
Als Stalin am 5. März 1953 stirbt, bilden die Veröffentlichung des Berichts von Nikita Chruschtschow und die Unterdrückung des Ungarischen Volksaufstandes durch sowjetische Truppen den Beginn der Äußerung von Zweifeln an der Rechtfertigung seiner Politik, die für viele Partisanen mit heftigen Auseinandersetzungen verbunden sein sollte.
Anfangs, um das Jahr 1956, stößt die PCF auf Schwierigkeiten, dem Stalinismus eine Absage zu erteilen und der neuen Linie friedlicher Koexistenz, die von Chruschtschow vorgegeben wird, zu folgen.
Leitende Persönlichkeiten der Partei weigern sich, sich mit Chruschtschows Bericht auseinanderzusetzen und verbreiten innerhalb der Partei diesbezüglich Lügen. Nach dem Tod von Thorez 1964 übernimmt schließlich Waldeck Rochet die Führung der Partei. Als militante Orthodoxe marxistisch-leninistischer Ausrichtung, wie Jacques Jurquet und Marcel Juliot, sich der Entstalinisierung verweigern und offen für eine Unterstützung der Politik der Volksrepublik China eintreten, resultiert aus diesem Auftreten im April ihr Ausschluss aus der Partei.
So kommt es auf Initiative dieser Kreise im September zur Gründung einer ersten Maoistischen Organisation: die Fédération des Cercles Marxistes-Léninistes de France (FCML). Effektiv bleibt die PCF aber noch lange Zeit mit dem Stalinismus, seinen Strukturen und Praktiken (Demokratischer Zentralismus, steile Hierarchien, Parteiausschlüsse, reaktionärer Charakter der Parteiführung) verwurzelt.
Von den Ereignissen im Mai 1968 eher verstört, widersetzt sich der PCF zunächst der Streikbewegung der Studenten und kritisiert die Besetzung der Universitäten. Selbst als Beschäftigte sich dem Streik anschließen, spricht die Kommunistische Bewegung dem Generalstreik jedes revolutionäre Potential ab und weigert sich, an der Versammlung im Stadion von Charléty teilzunehmen. Diese Empfehlung leitet sie auch an die Gewerkschaft CGT weiter.
Allerdings äußert Waldeck Rochet im Sommer 1968 Kritik an der Unterdrückung des Prager Frühlings.
Jacques Duclos schneidet bei den Präsidentschaftswahlen 1969 mit 21,27 % der Wählerstimmen im ersten Wahlgang ausgezeichnet ab. Er erzielt das bisher beste Ergebnis eines Kommunisten bei einer Präsidentschaftswahl in Frankreich. Insgesamt sehen die 1970er tendenziell eine Schwächung des Ansehens der Partei in der Bevölkerung. 1972 kommt es zur Unterzeichnung eines gemeinsamen Regierungsprogramms mit der Sozialistischen Partei, in der Hoffnung, sich damit mehr Gehör in der Bevölkerung zu verschaffen. Die Vorteile aus der Allianz machen sich allerdings nur einseitig zugunsten der Sozialisten bemerkbar, und das gemeinsame Programm wird schon sechs Jahre später aufgegeben.
Die Veröffentlichung von Alexander Solschenizyns Der Archipel Gulag 1974 zieht fatale Folgen für das Ansehen der Partei in der Öffentlichkeit nach sich.
Zwar distanziert sich die PCF 1976 von der Linie nach sowjetischem Vorbild und schlägt eine stärker eurokommunistisch geprägte Richtung ein. Dennoch kommt es infolge von Ereignissen, wie der öffentlichen Befürwortung der Invasion Afghanistans durch sowjetische Truppen durch Georges Marchais 1979, endgültig zum Bruch mit den Künstlern und Intellektuellen, die der Bewegung traditionell nahe standen.
Aktuelle Situation
1980er Jahre
1981 ist die Kommunistische Partei an der Regierung von Pierre Mauroy beteiligt, mit Charles Fiterman als Verkehrsminister, Anicet Le Pors als Minister für Öffentlichen Dienst, Jack Ralite als Gesundheitsminister und Marcel Rigout als Bildungsminister. Nachdem die Wahlversprechen von der Verstaatlichung der Großindustrie und der Banken wahrgemacht wurden, beginnt der sozialistische Finanzminister Jacques Delors zwischen Juni 1982 und März 1983 einen wirtschaftlichen Austeritätskurs, nachdem sich drei Mal in Folge Abwertungen der Währung als notwendig erwiesen hatten und zu Milliardenverlusten an Kapital und einer Explosion der Arbeitslosigkeit geführt hatten. Auf diesem Hintergrund ist die Entscheidung der Sozialisten zu verstehen, nicht an ihren wirtschaftlichen und sozialen Reformen festzuhalten, aus Angst die französische Wirtschaft innerhalb Europas in die Isolierung zu treiben. Als Ergebnis beschließt die PCF 1984 die Regierung zu verlassen, um gegen diese neue, liberale Ausrichtung der von den Sozialisten gestellten Regierung zu protestieren. Die Kritik der PCF bleibt allerdings undefinierbar und ohne konkrete Projekte, begleitet von tief greifenden internen Spaltungen der Bewegung und als Ergebnis einer neuen Phase von Auflösungserscheinungen.
1990er Jahre
1994 ist es an der Reihe von Robert Hue als Nachfolger von Georges Marchais den Platz an der Parteispitze einzunehmen. Trotz eines stetigen Rückgangs in der Wählergunst in den 1970er und 1980er Jahren und dem Scheitern der Revolution nach sowjetischem Vorbild, die in dem Fall der Berliner Mauer und der Öffnung der ehemaligen Ostblockstaaten mündet, bleibt der Einfluss des PCF dennoch nicht zu vernachlässigen.
Seine Bemühungen richten sich im Rahmen einer strategischen Allianz, der Gauche Plurielle, auf eine stärkere Orientierung in Richtung Sozialdemokratie. Daraufhin gelingt es der Partei 1997 wieder einige Persönlichkeiten in die Regierung einzubringen: Jean-Claude Gayssot als Verkehrs- und Wohnungsminister, Marie-George Buffet als Ministerin für Sport sowie Michelle Demessine als Staatssekretärin im Ministerium für Tourismus. Die Neuorientierung bedeutet aber auch heftige Auseinandersetzungen innerhalb der Partei.
Auf dem 31. Parteitag im Oktober 2001 wird Robert Hue als Parteisekretär von Marie-George Buffet abgelöst. Die katastrophalen Ergebnisse bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2002 bringen die Partei finanziell in eine extrem prekäre Situation, aber die Ausgabe von Obligationen ermöglicht es schon bald, das Defizit zu überwinden. Zudem sehen die folgenden Wahlen eine Erholung in der Gunst der Öffentlichkeit.
Unter dem Einfluss von Marie-George Buffet macht sich eine Öffnung der Bewegung bemerkbar, indem bei den Regionalwahlen 2004 auch Kandidaten aus dem Milieu der Globalisierungsgegner und der Verbandsarbeit in die Listen aufgenommen werden.
Gleichzeitig kommt es, zwecks Koordinierung der Aktivitäten der Kapitalismus-Gegner, im Mai 2004 bei einer Tagung in Rom zur Gründung einer Europäischen Linken, aktuell unter der Führung von Fausto Bertinotti.
Es sei bemerkt, dass die PCF mit 135 000 eingetragenen Mitgliedern in dieser Hinsicht stärkste Partei Frankreichs bleibt.
Im Rahmen der Kampagne der Gegner der Europäischen Verfassung im Vorfeld des Referendums 2005 nimmt die PCF eine bedeutende Rolle ein und sieht seine Zukunft in einem radikaleren linken Forum, als die Bewegung der Sozialisten, Trotzkisten der Ligue Communiste Révolutionnaire (LCR) und Globalisierungsgegnern. (siehe auch: EU-Verfassung und Frankreich)
Aktuelle Strömungen innerhalb der Partei
Auf dem politischen Spektrum der radikalen Linken sieht sich die Kommunistische Partei der Konkurrenz von Parteien wie Lutte Ouvrière und der LCR ausgesetzt, ohne dass es ihr möglich ist, auf der Seite der gemäßigteren Linken, der sozialistischen Partei Frankreichs, Stimmen abzuringen. Paradoxerweise wird zudem ihre Rolle als Protestpartei von einer rechtsextremen Partei übernommen, dem Front National, der seinen eigenen Aussagen nach einen Teil seiner Anhänger aus den Kreisen der Arbeiterklasse und ehemaliger Kommunisten schöpft, was wiederum von der PCF strikt bestritten wird.
Innerparteilich zeichnet sich die Parti communiste français durch eine Vielfalt an Meinungen und Denkströmungen aus.
Mit dem Parteiapparat verbundene Strömungen sind nicht offiziell, aber klar wahrzunehmen:
- Die Anhänger der Linie von Marie-George Buffet (Buffistes) leiten die Partei und verteidigen das Prinzip einer Allianz mit der Sozialistischen Partei Frankreichs, aber auch mit diversen Globalisierungsgegnern und sozialen Bewegungen
- Die Anhänger der Linie von Robert Hue (Huistes) verteidigen das Prinzip der Allianz mit der Parti socialiste français im Rahmen der Gauche Plurielle.
- Die Befürworter einer Erneuerung, Patrick Braouezec und Roger Martelli verbunden, kritische Anhänger der Parteiführung unter Buffet, setzen sich für einen losen Zusammenschluss des PCF mit sozialen Bewegungen ein und für eine Öffnung der Listen der Partei für deren Anhänger
Diese drei ersten Gruppierungen bilden die Mehrheit innerhalb der Partei.
- Die ehemaligen Anhänger der Linie von Georges Marchais (Marchaisiens) verteidigen das Prinzip einer Autonomie der Partei im Verhältnis zur Sozialistischen Partei, befürworten dabei aber einen neuen Zusammenschluss der Linken, um wieder ein Gleichgewicht innerhalb der Allianz zugunsten der PCF herzustellen.
- Die Orthodoxen der Regionalorganisation des Départements Pas-de-Calais.
- Die Kommunistische Linke hinter Jean-Jacques Karmann, die zunächst in Opposition zur Parteiführung stand, sich mit der Zeit aber der Linie der Parteimehrheit annäherte.
Präsidentschaftskandidaten
Vor 1958, während der Vierten Republik, wurde der Staatspräsident von den Abgeordnten und Senatoren der Nationalversammlung gewählt, später vom Parlament. Am 21. Dezember übernahm eine Delegation von 80 000 Wahlmännern diese Funktion. Mit den Verfassungsreformen zur Fünfte Republik im Jahre 1962 wurde der Präsident allgemein und unmittelbar vom Volk gewählt.
Siehe auch
Zusammenfassend zur Kurzform der Geschichte der KPF siehe auch unter Kommunistische Partei, die dortigen Unterartikel
- von 1920 bis ca. 1946/47
- von 1948 bis 2002
Weblinks
Deutsch
- http://www.frankreich-experte.de/fr/4/44102.html
Französisch
- [http://www.pcf.fr Kommunistische Partei Frankreichs]
- [http://www.groupe-crc.org/ Kommunistischen Senatsmitglieder]
- [http://www.groupe-communiste.assemblee-nationale.fr/ Kommunistische Fraktion in der Nationalversammlung]
- [http://www.jeunes-communistes.org Parteijugend der PCF]
- [http://www.humanite.presse.fr/ Parteizeitung "L'humanité"]
- [http://le.manifeste.free.fr Das Manifest - Kommunistische Zeitung]
- [http://www.initiative-communiste.fr Kommunistischer Wiederauflebenspol in Frankreich]
- [http://perso.wanadoo.fr/gauchecomm Nachricht kommunistische linke]
Kategorie:Französische Partei
Kategorie:Kommunistische Partei
SozialarbeitSoziale Arbeit dient als Überbegriff für Sozialpädagogik und Sozialarbeit. Soziale Arbeit versteht sich als Profession, Disziplin, Handlungswissenschaft, Lehrfeld und Forschungsfeld. Ziel der Sozialen Arbeit ist die Reduktion oder die Verhinderung sozialer Probleme. Sie ist damit eine Form der Sozialpolitik. Sozialarbeitswissenschaft, wie die Soziale Arbeit auch genannt wird, ist eine Wissenschaft mit dem Gegenstand der sozialen Praxis und der Methode der Interaktion. Sie hat neben ihren Nachbarwissenschaften, wie z.B. der Soziologie, Pädagogik und Psychologie eine eigene Perspektive.
In den Handlungswissenschaften ist die Soziale Arbeit eine Institution neben Polizei und Justiz.
Allgemein
Soziale Probleme entstehen dann, wenn die Bedürfnisse von Individuen aufgrund ihrer unzureichenden Einbindung in soziale Strukturen (Gruppen, Familien, Organisationen, Gesellschaften) verletzt sind. Im Wesentlichen können gemäß der schweizer Sozialarbeits-Theoretikerin Silvia Staub-Bernasconi vier verschiedene Arten sozialer Probleme benannt werden:
#Ausstattungsprobleme: Menschen haben zu wenig oder keinen Zugang zu bedürfnisrelevanten Ressourcen.
#Austauschprobleme: Menschen leben in Verhältnissen, die von asymmetrischen Austauschverhältnissen gekennzeichnet sind, die nicht auf Gegenseitigkeit beruhen.
#Machtprobleme: Menschen werden durch Machtverhältnisse daran gehindert, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
#Kriterien- und Wertprobleme: Menschen leben in Verhältnissen, in denen Normen und Werte (z. B. Gerechtigkeit, Transparenz, Wahrheit ...) nicht oder nur willkürlich vertreten werden.
Soziale Arbeit als Disziplin erforscht die Zusammenhänge der Problementstehung und Problemlösung.
Soziale Arbeit als Profession arbeitet an der Lösung und der möglichen Prävention dieser Probleme.
Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft forscht, aufgrund in der Praxis bestehender oder entstandener Probleme, nach neuen Lösungsansätzen.
Soziale Arbeit als Lehrfach leitet zukünftige Professionelle anhand der in der Disziplin gemachten Erkenntnisse an. Soziale Arbeit als Forschungsfeld erforscht die verschiedenen Zusammenhänge der Sozialen Arbeit in ihrem sozialen, persönlichen und gesellschaftlichen Umfeld.
Die Vertretung der Sozialen Arbeit gegenüber den Tarifparteien, Regierung und Parteien wird gewährleistet durch den DBSH, den Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit. Eine fachlich-berufspolitische Vertretung wird auch von der Deutschen Gesellschaft für Sozialarbeit [http://www.deutsche-gesellschaft-fuer-sozialarbeit.de DGS] und der Sektion Sozialpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft [http://dgfe.pleurone.de/ueber/sektionen/folder.2004-09-09.2326129254/ DGfE] geleistet.
Silvia Staub-Bernasconi betont den fachlichen Auftrag einer Sozialen Arbeit als (eine) Menschenrechtsprofession, die die Verletzung von Menschenrechten lokal, national und global erkennen und benennen soll und sich als wert- und bedürfnisorientierte Disziplin und Profession an der Minimierung von Menschenrechtsverletzungen beteiligen soll.
Vgl. auch: Menschenrechte und Kinderrechte.
Die drei klassischen Methoden der Sozialen Arbeit
Die Einzelfallhilfe, soziale Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit gelten als die klassischen Methoden der Sozialen Arbeit.
#Einzelfallhilfe: Die soziale Einzelfallhilfe ist die älteste Methode der Sozialen Arbeit. Alle Konzepte der Einzelfallhilfe gehen davon aus, dass in einer Stärkung des Individuums die erfolgreichste Strategie zur Lösung seiner Probleme zu suchen ist.
#Soziale Gruppenarbeit: Grundlegendes Prinzip bei der sozialen Gruppenarbeit sind die in jeder Gruppe innewohnenden gruppendynamischen Prozesse. Das heißt, es werden mehrere Individuen zu einer Gruppe zusammengefasst, weil bestimmte Lernziele besser und nachhaltiger in einer Gruppe erlernt werden können.
#Gemeinwesenarbeit: Die Gemeinwesenarbeit macht ganze Nachbarschaften, Stadtteile und Gemeinden zum Ausgangspunkt sozialpädagogischer Intervention. Die tätigen Sozialarbeiter oder Fachkräfte verstehen sich entweder in der Rolle eines außenstehenden, neutralen Mediators oder der eines aktiven Initiators, der Änderungen im Sozialgefüge oder konkrete Verbesserungen von Lebenslagen gemeinsam mit den Bewohnern anstrebt.
Fundamentalkritik
In den 1970er Jahren kam es in Deutschland zur so genannten Fundamentalkritik an den klassischen Methoden der Sozialen Arbeit.
#Der Einzelfallhilfe wurde ein fehlende wissenschaftliche und theoretische Fundierung vorgeworfen. Weiter würde die Einzelfallhilfe nur an den Symptomen, jedoch nicht an den Ursachen arbeiten. Der "Klient" würde der Gesellschaft wieder angepasst, statt auf seine wahren Probleme einzugehen und diese aufzuheben.
#Die soziale Gruppenarbeit hätte sich zu einer therapiegleichen Behandlungsform einzelner Personen entwickelt, welches mit einem Menschenbild arbeiten würde, das nicht der Realität entsprechen würde. Soziale Unterschiede würden ausgeblendet und nicht berücksichtigt.
#Der Gemeinwesenarbeit wurde vorgeworfen, dass diese von einer idealtypischen Gesellschaftsstruktur ausgehen würde, welche so nicht bestehen würde. Weiter würde sie keinen Beitrag zur realen Verbesserung oder Veränderung der Verhältnisse leisten.
Heute
Die drei klassischen Methoden der Sozialen Arbeit bilden heute nur noch das Fundament für das sozialarbeiterische Handeln. In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist ein großes Feld neuer Methoden und Handlungskonzepte entstanden, welche nur noch auf den Grundzügen der klassischen Methoden basieren. Die Pathologisierung des "Klienten" ("der Klient hat ein Problem") wird vermieden und die vielschichtigen und wechselseitigen Verknüpfungen zwischen Individuum, sozialen und kulturellen Bedingungen und Ursachen werden mehr berücksichtigt. Sozialarbeiterisches Handeln setzt an allen drei Faktoren an, unter der so genannten "ganzheitlichen Betrachtung".
Weiterhin ist die Prävention, nach der Fundamentalkritik, erneut in den Vordergrund getreten. Sozialarbeiterisches Handeln sieht sich nicht nur zur Bearbeitung und bestenfalls Lösung von sozialen Problemen aufgerufen, sondern will auch vorbeugend arbeiten.
Ebenso wurde versucht, für das sozialarbeiterische Handeln nicht nur eine fundierte Methodenlehre, sondern auch eine wissenschaftliche, theoretische Fundierung und einheitliche Vorgehenssystematik zu entwickeln. Sozialarbeiterisches Handeln soll in den folgenden sechs einzelnen und voneinander abgegrenzten Schritten vollzogen werden:
#Beschreibung des Problems;
#Analyse des Problems (unter Zuhilfenahme verschiedener Verfahren, etwa die Systemische Denkfigur nach Kaspar Geiser);
#Zielsetzung;
#Mittel zur Erreichung des Ziels;
#Durchführung;
#Evaluation.
Handlungstheorien
In der Sozialen Arbeit wird das vielfältige Sozialarbeitstheoriewissen in verschiedenen Handlungstheorien strukturiert. Unterschiedliche Ansätze sind beispielsweise:
- Die Systemische Sozialarbeit
- Der Empowerment-Ansatz
- Das Life-Model
- Das Strukturmodell des TZI
- Das Kommunikationsmodell des | | |