:: wikimiki.org ::
| Bantusprachen |
BantusprachenDie Sprachgruppe der Bantusprachen gehört zu den Niger-Kongo-Sprachen, die wiederum zur Sprachfamilie der niger-kordofanischen Sprachen gehört. Es gibt mehrere hundert Bantusprachen. Die Sprachen werden im Süden Kameruns, in Gabun, Kongo, Uganda (Luganda), Kenia, Tansania, Angola, Sambia, Malawi, Mosambik, Namibia, Botswana und Südafrika gesprochen. Sprecher von Bantusprachen werden oft als Bantu bezeichnet.
Bleek beschrieb erstmals die Nominalklassen der Bantusprachen. Carl Meinhof erarbeitete die erste vergleichende Grammatik der Bantusprachen.
Guthrie hat 1948 die Sprachen in Gruppen eingeteilt, die er mit Buchstaben bezeichnet hat: A, B, C, D, E, F, G, H, K, L, M, N, P, R und S. Innerhalb dieser Gruppen sind die Sprachen nummeriert.
Guthrie hat auch Proto-Bantu als Protosprache rekonstruiert.
Die bekannteste und am häufigsten gesprochene Sprache ist Kiswahili. Eine weitere erwähnenswerte Sprache ist Lingala, die im Kongobecken gesprochen wird und die sich als Handels- und Verkehrssprache (lingua franca) rasch sehr verbreitet hat.
Eine hervorstechende Eigenschaft der Bantusprachen ist die Einteilung der Nomen in Klassen ähnlich wie es zum Beispiel im Deutschen drei Geschlechter gibt.
Es gibt aber meist zehn Klassen, die durch Präfixe markiert werden. Die Präfixe an den Nomen müssen mit denen an Adjektiven und Verben übereinstimmen.
Die Klassen werden meist nummeriert.
Klasse 1 ist für den Singular, Klasse 2 für den Plural usw.
Bezüglich Ton gibt es alle Variationen. Kiswahili kennt zum Beispiel keinen Ton während andere Bantusprachen Tonsprachen sind. Kiswahili ist von der Phonetik und Phonologie her für Europäer relativ leicht zu lernen.
Kategorie:Sprachgruppe
Kategorie:Niger-Kongo-Sprache
Kategorie:Afrikanische Sprache
SprachgruppeIn einer Sprachgruppe werden alle Sprachen zusammengefasst, die eine erhebliche Zahl von systematischen Übereinstimmungen aufweisen.
Man unterscheidet dabei zwei Typen:
- die Sprachfamilie - genealogische Klassifizierung
- den Sprachbund - geographische Klassifizierung
----
Daneben bezeichnet Sprachgruppe auch die Gesamtheit der Angehörigen einer bestimmten Sprache. So unterscheidet beispielsweise der Vielvölkerstaat Schweiz seine Staatsangehörigen in französischer, italienischer, deutscher und rätoromanischer Sprachgruppe, also die Schweizer Bürger mit französischer, italienischer, deutscher und rätoromanischer Ethnie.
Kategorie:Linguistische Typologie
Niger-Kongo-SprachenDie Familie der Niger-Kongo-Sprachen ist ein Zweig der niger-kordofanischen Sprachen und hat folgende Unterfamilien:
- Niger-Kongo
- Mande-Sprachen
- Atlantische Sprachen
- Volta-Congo-Sprachen
- Benué-Kongo-Sprachen
- Bantusprachen
- Kru-Sprachen
- Kwa-Sprachen
- Gur-Sprachen
- Adamawa-Ubangi-Sprachen
- Dogon
Kategorie:Sprachfamilie
Kamerun
Kamerun (franz.: Cameroun, engl.: Cameroon) liegt in Zentralafrika und grenzt an Nigeria, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Republik Kongo, Gabun und Äquatorialguinea.
Geographie
Das Landesinnere besteht vorwiegend aus flachen Plateaus, die sich nach Norden zum Adamawa-Hochland erheben und dann allmählich wieder zur Niederung des Tschadsees im äußersten Norden abfallen. Der Westen ist von vulkanischem Gebirge bestimmt, das in Küstennähe vom aktiven Vulkan und der höchsten Erhebung Westafrikas, dem Kamerunberg, überragt wird. Die südlichen Plateaus sind mit Regenwald bedeckt und senken sich zu breiten Ebenen in der Küstengegend ab.
Das Klima ist tropisch mit niederschlagsreichen Regenperioden und hohen Temperaturen, die in den Höhenlagen gemildert sind. Im Norden des Landes, beim Tschadsee, ist das Klima trocken.
Das tropische Klima insgesamt lässt eine Unterteilung in drei regionale Klimazonen zu. Im Norden des Landes ist es wechselfeucht mit einer Trockenzeit von Oktober bis April und einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von ca. 700 mm im Jahr. Hier liegen Kameruns Anteile am Tschadbecken mit Sumpfgebieten. Die Zeit, in der der geringe Niederschlag fällt, erstreckt sich von Juli bis September. Die mittlere Temperatur liegt bei 32,2° Celsius. Aufgrund der hohen Temperaturen und den dazu im Gegensatz stehenden geringen Niederschlägen liegt in diesem Raum eine mittlere Dürrewahrscheinlichkeit (alle zwei bis fünf Jahre) vor. Im sich nach Süden anschließenden inneren Hochland (1.000 bis 1.500 m über dem Meer) erreicht die Temperatur durchschnittlich 22 °C im Jahr und es fallen Niederschläge von 1.500 bis 1.600 mm jährlich. Hier vollzieht sich der Wechsel von den Savannen des Nordens zum Regenwald des Südens. Das folgende Westkameruner Bergland weist konstante Niederschläge zwischen 2.000 und 11.000 mm auf. Die Gegend an den südlichen Ausläufen des Kamerunbergs hat durchschnittliche Niederschlagsmengen von 11.000 mm und gehört deswegen zu den regenreichsten Gebieten der Welt. In diesen beiden Regionen kommt es zu einer „Trockenzeit“ zwischen Dezember und Februar, wobei auch diese Zeit nicht vollständig ohne Niederschläge bleibt. Die Küstenebene im Süden hat äquatoriales Klima mit Niederschlägen zwischen 1.500 und 2.000 mm und einer Durchschnittstemperatur von 25° Celsius. Hier gibt es dichten tropischen Regenwald. Die trockeneren Monate sind Dezember und Januar.
Um den Naturraum Kamerun zusammenfassend zu kennzeichnen, lässt sich sagen, dass Kamerun ein Afrika im kleinen darstellt. Bei den in Kameruns Süden und Mitte vorkommenden Böden handelt es sich um ferrallitische Böden, also um Böden der äquatoriale Braunlehme der immerfeuchten Tropen. Im Norden, dem Bereich der Trocken- und Dornensavanne liegen typische rotbraune und rote Böden der Trockensavanne vor.
- Ressourcen: Erdöl, Kaffee, Bananen, Kautschuk, Aluminium, Bauxit, Eisenerz, Holz
Die größten Städte
# Yaoundé: 2.000.050
# Douala: 3.500.120
# Garoua: 287.586
# Bamenda: 229.109
# Maroua: 205.635
# Bafoussam: 185.635
# Kousséri: 176.241
# Ngaoundéré: 143.030
# Kumba: 143.014
# Doum: 131.319
# Nkongsamba: 114.986
# Limbe: 96.629
# Edéa: 91.917
siehe auch Liste der Städte in Kamerun
Bevölkerung
Ethnisch gliedert sich Kamerun in 286 verschiedenen Volks- und Sprachgruppen. Im Süden leben Bantu (Luanda, Ewondo, Kpe/Bakwiri, Duala [2% der Gesamtbevölkerung], Basaa, Ngoumba, Beti/Mpongwe-Fang [15% der Gesamtbevölkerung], Boulou, Makaa, Njem, Ndzimou u.a.), im Zentrum und im Norden Semibantu (Bamiléké [19% der Bevölkerung], Bamoum [1% der Bevölkerung], Chamba (Samba), Tikar, Vute und andere) sowie tschadische (Kanuri (Volk), Massa, Moundang u. a.) und sudanische Ethnien (Kirdi [11% der Bevölkerung], Kotoko, Fulbe [10% der Bevölkerung], Gbaya u. a.); der südliche Regenwald ist Lebensraum einiger Tausend Pygmäen. Die europäische Minderheit besteht meist aus Franzosen. Am dichtesten besiedelt sind das Grasland der Bamileke, die Küstenprovinz um die Hafenstadt Douala und das Gebiet um die Hauptstadt Yaoundé. Demgegenüber sind die Mitte und der Südosten des Landes menschenarm.
Grasland der Bamileke
Sprachen
Es werden ungefähr ebenso viele Sprachen gesprochen, wie es Völker gibt. Als Amtssprachen werden Französisch (ca. 80% der Bevölkerung) und Englisch (ca. 20% der Bevölkerung) verwendet. Die Hauptsprache im Norden ist Ful, im Süden sind die Hauptsprachen Jaunde und Pangwe, die Sprachen der Ewondo und Fang. Etwa 40 % der Gesamtbevölkerung sprechen Bantusprachen, über 20 % sprechen Sudan- und Az-Sande-Sprachen, der Rest der Bevölkerung spricht die Sprachen der Semibantu.
Bildungswesen
Trotz der Schulpflicht beträgt der Anteil der Analphabeten noch über 25 Prozent. Staatliche Universitäten gibt es in Yaounde, Douala, Buea, Dschang und in Ngaoundéré. Die katholische zentralafrikanische Universität in Yaounde und die Bamenda-Universität der Technologie und Wissenschaften sind private Hochschulen.
Geburts- und Sterberate
Die Geburtsrate je 1000 Menschen beträgt 39,3 (Weltdurchschnitt 25,0), während die Todesrate je 1000 Menschen bei 11,9 liegt (Weltdurchschnitt 9,3).
Religion
In Kamerun sind rund 40 Prozent der Bevölkerung Christen, über 22 Prozent Muslime und der Rest sind Animisten. Die meisten Muslime leben in den nördlichen Regionen des Landes. So sind auch die Städte in den nördlicheren stark durch den Islam geprägt, zahlenmäßig sind die Muslime jedoch nur im Norden in der Überzahl. Ein überwiegender Teil der christlichen Bevölkerung pflegt nach wie vor auch lokale animistische Bräuche und Überzeugungen. Die etwa 30.000 Zeugen Jehovas im Land lehnen eine derartige Religionsvermischung jedoch kategorisch ab. Die Kameruner Baptisten unterhalten seit über 100 Jahren enge Beziehungen zum deutschen Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.
Geschichte
Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
Der europäische Einfluss begann im Jahr 1472. Unter dem Kommando von Fernando do Poo landeten portugiesische Seeleute an der Küste Kameruns, im Delta des Wouri-Flusses. Aufgrund der vielen Krabben, die sie in dem Fluss Wouri entdeckten, nannten sie ihn Rio de Camarões (Krabbenfluss), von dem sich der Name Kamerun ableitet. Mit dem Auftauchen der Portugiesen setzte um 1520 ein reger Handel insbesondere mit Sklaven, Elfenbein und Palmöl ein. Haupthandelspartner waren vor allem die Küstenstämme beispielsweise die Könige von Duala. Nicht nur an der Küste sondern im ganzen Bereich des heutigen Kamerun gab es bis zum 19. Jahrhundert immer wieder bedeutende Reichsbildungen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Maoui-Reich, das entlang der Küstenregion vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Bestand hatte.
In den folgenden Jahren nach dem Erscheinen der Portugiesen wurden erste Zuckerrohrplantagen angelegt. Außerdem gewann der Sklavenhandel immer mehr an Bedeutung. Der Sklavenhandel endete erst am 10. Juni 1840, als die Duala-Könige Bell und Akwa den ersten offiziellen Vertrag zur Beendigung des Sklavenhandels mit der britischen Regierung unterzeichneten, obwohl die Briten den Menschenhandel bereits 1807 für illegal erklärt hatten. In diesem Zeitraum begann auch die Missionierung Kameruns sowie die Erforschung des Hinterlandes. Das geschah vor allem durch den deutschen Afrikaforscher Heinrich Barth, der 1815 im Auftrag der Königlichen Geographischen Gesellschaft London die Sahara durchreiste und dabei auch den Norden Kameruns erforschte, und dem deutschen Militärarzt Gustav Nachtigal, der als erster Europäer durch das Innere der Sahara reiste. Letzterer schloss Schutzvertäge mit den Fürsten Dualas und anderen afrikanischen Herrschern ab und stellte somit die noch nicht von anderen Mächten beanspruchten Gebiete Kamerun und Togo 1884 unter deutsche Herrschaft. (Siehe auch Deutsche Kolonie)
Kamerun als deutsche Kolonie
Der Einfluss der Deutschen auf Kamerun war bereits 1868 durch die Errichtung von Handelsniederlassungen an der Mündung des Wouri durch das Hamburger Handelshaus Woermann stärker geworden. Auf Druck dieses Handelshauses kam es am 14. Juli 1884 zu dem Auftrag Bismarcks an Nachtigal, die deutsche Fahne in Kamerun zu hissen und auf diese Weise Kamerun zu deutschem Schutzgebiet zu erklären, nachdem er die oben genannten Verträge ausgehandelt hatte. Der fünf Tage später kommende britische Konsul, der Kamerun für England in Besitz nehmen wollte, konnte nur noch gegen diese Landnahme protestieren. Die Grenzen des Schutzgebiets wurden jedoch bereits ein Jahr später auf der Kongo-Konferenz (Kongo-Akte) in Berlin festgelegt. Die Befriedung des Schutzgebietes zog sich bis kurz vor den Ersten Weltkrieg hin. Erst 1901 bis 1903 wurden die islamischen Reiche Nordkameruns (Bornu, Adamawa, Mandara (Reich), Kotoko-Sultanate) durch die Schutztruppe in den deutschen Machtbereich einbezogen. Die Deutschen begannen mit der Erforschung und Erschließung des Hinterlandes und leiteten die extensive landwirtschaftliche Nutzung ein. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden große Kakao- und Ölpalmen-Plantagen, vor allem am Kamerunberg, angelegt. Zudem begann der Aufbau einer funktionierende Infrastruktur, um der aufblühenden Plantagenwirtschaft einen besseren Transport zu ermöglichen. Dem diente der Bau der Eisenbahn von Nkongsamba zum Hafen von Duala.
Eine bedeutende Vergrößerung des Schutzgebietes erfolgte 1911 im Marokko-Kongo-Abkommen auf Kosten der französischen Kolonien in Zentralafrika (Neukamerun)
Die Lokalverwaltung bestand aus Bezirksämtern, Regierungs- und Militärstationen und Residenturen mit indirekter Verwaltung im islamischen Norden der Kolonie. Vor der Eingliederung Neukameruns bestanden die Bezirke Rio del Rey, Victoria, Duala, Jabassi, Johann-Albrechts-Höh, Bare, Ossidinge, Bamenda, Kribi, Edea, Ebolowa, Lomië, Molundu/Jukaduma, Dume, Yaoundé und Banjo, sowie die Residenturen Adamaua und Deutsche Tschadseeländer. Zwei weitere Residenturbezirke wurden 1913 in Ngaundere durch die Teilung Adamauas und 1914 in Bamum durch die Abtrenung des gleichnamigen Kleinkönigreichs vom Bezirk Bamenda geschaffen.
Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges konnte sich die zahlenmäßig und materiell (vor allem durch großen Mangel an Munition) unterlegene Schutztruppe noch zwei Jahre in Kamerun halten. Das Gros der Truppe überschritt Anfang Februar 1916 die Grenze zum benachbarten spanischen Muni-Gebiet und wurde auf Fernando Póo bzw. in Spanien interniert. Am 20. Februar 1916 begab sich die letzte Garnison in Mora (Nordkamerun) nach der Zusage eines freien Abzugs in die Hände der britischen Kolonialarmee.
siehe auch Liste der Gouverneure der deutschen Kolonie Kamerun
Mandatszeit
Durch den Versailler Vertrag von 1919 ging Kamerun offiziell in den Besitz des Völkerbundes über, der wiederum ein Mandat zur Verwaltung an die Briten und Franzosen gab. Daraufhin wurde Kamerun aufgeteilt. Dies erklärt die zwei Landessprachen Französisch und Englisch. Die Franzosen erhielten den größeren Teil (4/5) und errichteten eine vollkommen eigenständige Verwaltung, mit der sie versuchten, das Land möglichst stark an sich zu binden. Sie betrieben in ihrem Teil des Landes einen starken Ausbau der Kakao- und Kaffeeanbauflächen. Allerdings wurde die Produktion dieser begehrten cash crops (Kaffee/Kakao) nicht auf großen Plantagen erweitert, vielmehr förderte man den Anbau durch Kleinbauern, wodurch man sich eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an der Produktion für den Export erhoffte. Auf diese Weise und wegen der starken Nachfrage, entwickelte sich Kamerun zu einem wichtigen Exportland für diese beiden landwirtschaftlichen Produkte.
Neben dem verstärkten Engagement im ersten Sektor wurde gleichzeitig die Industrialisierung des Landes vorangetrieben, womit konkret der Beginn der Erdölförderung und der Aluminiumproduktion sowie der Aufbau von Brauereien gemeint ist. Es kehrte sogar ein gewisser Wohlstand ein, große wirtschaftliche oder soziale Fortschritte blieben jedoch, wie auch im britischen Teil, aus.
Die Briten dagegen verfolgten ganz andere Ziele. Sie hatten nur geringes Interesse an einer wirtschaftlichen Ausbeutung des Landes in eigener Regie. So konnten viele der vorherigen deutschen Plantagenbesitzer ihren beschlagnahmten Grundbesitz auf einer Auktion in London wieder ersteigern. Es kam sogar zu der paradoxen Situation, dass im britischen Mandatsgebiet Kameruns selbst 1938 noch dreimal mehr Deutsche als Engländer lebten. Zudem gaben die Briten ihrem Teil Kameruns eine eigene Verwaltung und weitaus mehr Rechte. Schließlich zogen sich die Briten sogar vollständig aus Kamerun zurück.
Während des Zweiten Weltkrieges schloss sich das französische Mandatsgebiet der französischen Exilregierung, den Freien Franzosen, unter General de Gaulle an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden beide Völkerbundmandate durch die Nachfolgeorganisation, die Vereinten Nationen, in Treuhandmandate umgewandelt. Ziel der Vereinten Nationen war eine allmähliche Selbstverwaltung des Gebietes zu erreichen. In den folgenden Jahren bis 1957 kam es häufig zu Unruhen und zum Kampf um die Unabhängigkeit der französischen Kolonie.
1944 wurde in Duala der erste Gewerkschaftsverband, die Union des syndicats confédérés du Cameroun (U.S.C.C.) gegründet. Sie stand der französischen C.C.T. nahe. Sofort setzte eine heftige gewerkschaftsfeindliche Kampagne seitens des konservativen katholischen Klerus ein. 1945 organisierte die U.S.C.C. den ersten größeren Streik. Provokateure plünderten einige Gebäude und lieferten so den Siedlern den Vorwand, sich mit Waffen aus dem nur schwach bewachten Arsenal der Garnison in Duala zu versorgen und eine Treibjagd auf die Streikenden und schließlich auf Afrikaner im Allgemeinen zu veranstalten. Nach einer offiziellen Schätzung wurden mehr als 80 Menschen ermordet.
1947 wird Ruben Um Nyobé zum Generalsekretär der U.S.C.C. gewählt. 1948 wird die Union des populations du Cameroun (U.P.C.), die erste politische Massenpartei, gegründet. Ruben Um Nyobé wird ihr Generalsekretär. 1952 verlangt er als erster Kameruner, der Gelegenheit hat vor der UNO zu sprechen, ein Ende der Mandatszeit.
1953 gründet der französische Missionar Louis-Paul Aujoulat eine politische Partei mit dem Ziel, die linke U.P.C. zu bekämpfen. 1955 wird die U.P.C. verboten. 1957 finden Wahlen statt, aber ein Amnestiegesetz wird erst 12 Tage vor den Wahlen von der französischen Nationalversammlung in erster Lesung verabschiedet. Die U.P.C reagiert auf die aus ihrer Sicht gefälschten Wahlen mit der Aufnahme des bewaffneten Kampfes.
1957 kam die erste kamerunsche Regierung unter André–Marie Mbida im französischen Mandatsgebiete an die Macht und die erste Verfassung für den französischen Teil Kameruns wurde erlassen. Mbida war zunächst ein Mitarbeiter Aujoulats, entzweite sich dann aber mit diesem. Auf Anraten des französischen Hochkommisars im Kamerun Jean Ramadier tritt Ahmadou Ahidjo, der spätere Diktator, aus der Regierung Mbida aus und provoziert eine Regierungskrise. Im September 1958 wird Ruben Um Nyobé umgebracht. Im Oktober 1958 verkündet Ramadiers Nachfolger den Willen General de Gaulles, Kamerun die Unabhängigkeit zu gewähren. 1959 unterzeichnen Ahmadou Ahidjo und Michel Debré einen Vertrag über die "Zusammenarbeit" Frankreichs und Kameruns, der Frankreich weiter den entscheidenden Einfluss sichert.
Kamerun seit der Unabhängigkeit
Am 1. Januar 1960 erhält das französische Kamerun nach einer Volksabstimmung und nach dem Auslaufen des UN-Mandats die Unabhängigkeit und nannte sich Ost-Kamerun. Der Norden des britischen Mandatsgebietes stimmte bei einer vorangegangenen Volksabstimmung für den Anschluss an Nigeria, der südliche Teil entschied sich für einen Anschluss an den Staat Kamerun; so kommt es zu den beiden Amtssprachen Französisch und Englisch und dem Problem zweier komplett getrennter Verwaltungssysteme. Am 11. November 1960 wurde Kamerun Mitglied der UNESCO.
Der vom Ministerpräsident zum kamerunischen Staatspräsidenten aufgestiegene Fulbe Ahmadou Ahidjo errichtet eine blutige Diktatur und lässt jede unabhängige Meinungsäußerung unterdrücken. Dabei wird er von französischen Spezialisten aus dem Milieu der extremen Rechten beraten. Die "endgültige" Niederschlagung der U.P.C. wird immer wieder verkündet, dennoch bleiben alle Reisen des Präsidenten in seinem eigenem Land aus Angst vor Anschlägen geheim.
Mit Hilfe seiner französischen Berater und brutaler Repression gelingt es Ahidjo sein Regime zu festigen. Die Einheitspartei Rassemblement Democratique du Peuple Camerounais (RDPC) wird gegründet.
Reformen werden erst 1972 durchgeführt. Die Bundesrepublik Kamerun wurde in einen Einheitsstaat umgewandelt (Vereinigte Republik Kamerun). Nach dem Rücktritt des Staatspräsidenten Ahidjo am 6. November 1982 wurde sein Premierminister Paul Biya zum Staatsoberhaupt und Vorsitzenden der Einheitspartei RDPC. Er gewann 1984 die Wahlen und konnte einen Putschversuch vereiteln. Biya versprach die Demokratisierung des Landes und mehr soziale Gerechtigkeit. Bei den Wahlen 1988 kandidierte Biya ohne Gegenkandidat und erhielt die Mehrheit. Belastet wurde seine Regierung durch die wirtschaftliche und soziale Krise des Landes während der 1980er Jahre, die ihm und seinem korrupten Kabinett angelastet wurde. Die Forderungen nach Pressefreiheit und Beendigung des Einparteiensystem wurden immer lauter.
Mit der Zulassung der Pressefreiheit erschienen viele kritische Zeitungen und die Opposition im Land wurde immer stärker. Anfang der 1990er Jahre kam es vermehrt zu Unruhen und Generalstreiks mit der Forderung nach dem Ende der Monopolstellung der RDPC. Biya gab dem Druck der Straße zögerlich nach und ließ die Bildung von Oppositionsparteien zu, so dass 1992 die ersten freien Wahlen stattfanden, bei denen Biya erneut gewann. Die Opposition vermutete Wahlbetrug, da ausländische Wahlbeobachter behindert wurden. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Oppositionsparteien zu sehr zersplittert waren (bei der Wahl traten 32 Parteien an) um ihre Stimmen zu bündeln. Trotzdem hatte das Wahlergebnis zur Folge, dass die RDPC (89 Sitze) mit der größten Oppositionspartei UNPD (65 Sitze) koalieren musste. Durch französische Unterstützung und geschicktes Ausspielen seiner politischen Gegner konnte er bis 1997 seine Mehrheit im Parlament halten und wurde bei den Wahlen im gleichen Jahr bestätigt.
Politik
Das ehemalige französische Mandatsgebiet Ost-Kamerun ist seit dem Januar 1960 unabhängig, das britische West-Kamerun folgte im Oktober 1961. Seit 1972 ist Kamerun eine Präsidialrepublik mit einer neuen Verfassung, deren Text letztmals 1996 geändert wurde. Das Parlament mit 180 Mitgliedern wird für sieben Jahre gewählt. Staatsoberhaupt ist seit 1982 Paul Biya. Regierungschef des Landes ist Ephraim Inoni seit 2004.
Kamerun ist Mitglied des Commonwealth of Nations. Es ist das erste Land, das dem Bund beigetreten ist, ohne vorher eine Kolonie Großbritanniens gewesen zu sein.
Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes betrug im Jahre 2004 rund 12,7 Mrd. Euro (2002: 7,5 Mrd. Euro). Das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Einwohner liegt bei etwa 780 Euro (2002: 500 Euro).
Das BIP des Landes setzt sich zusammen aus 43 Prozent Landwirtschaft, 20 Prozent Industrie und 38 Prozent Dienstleistungen. So sind auch rund 60 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig. Jedoch ist diese Zahl leicht rückläufig in den letzten Jahren.
Die Arbeitslosigkeit lag im Jahre 1992 durchschnittlich bei 25 Prozent der Bevölkerung. Innerhalb von elf Jahren (1990-2001) verzeichnete man eine jährliche Inflationsrate von 4,9 Prozent.
Das Land importiert Waren im Wert von 1,205 Billionen CFA-Francs. Importwaren sind vor allem mineralische und andere Rohstoffe, Halbfertigwaren, industrielle Verbrauchsgüter, Nahrungsmittel, Getränke, Tabak und Transportausrüstungen. Etwas mehr wird in andere Länder exportiert: 1,363 Billionen CFA-Francs. Darunter vor allem Erdöl, Holzprodukte, Kakao und Kaffee. Kamerun hat den höchsten Holzeinschlag aller Staaten Afrikas. Da die Korruption im Lande blüht, sind die entsprechenden Genehmigungen relativ einfach zu bekommen.
Kultur
Der Nationalfeiertag wird am 20. Mai gefeiert.
Literatur
Zu den bekannten kamerunischen Schriftstellern zählen Francis Bebey, Mongo Beti, Calixthe Beyala, Bole Butake, Papé Mongo, Ferdinad Oyono und René Philombe. Mongo Beti hatte schon in den 1950er Jahren mit seiner kritischen Darstellung der Missionare in seinem 1956 erschienen Roman Le pauvre Christ de Bomba (Der arme Christ von Bomba) für Aufsehen gesorgt.
Film
Bekannt wurden insbesondere die Regisseure Jean-Marie Teno und Jean-Pierre Bekolo.
Musik
Einer der berümtesten Musiker des Landes ist der Dichter, Sänger, Komponist und Liedermacher Francis Bebey. Sein musikethnologisches Werk Musique de L'Afrique (1969) gilt als grundlegend.
Ebenfalls Manu Dibango, der mit seinem Album "Soul Makossa" berühmt wurde ist zu erwähnen. Makossa ist die Musikrichtung bzw. der Rhythmus, die/der in der Nordwestprovinz rund um Bamenda zu Hause ist. Bikutsi ist aus der Gegend um Yaoundé. Modernere PopsängerInnen sind Dora Decca aus Douala, Petit Pays und Sérgo Polo.
Sport
Sérgo Polo
Die beliebteste Sportart in Kamerun ist der Fußball.
Erstmalig wurde die Fußballnationalmannschaft durch Erfolge bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien bekannt, wo sie nur knapp am späteren Weltmeister Italien in der Vorrunde scheiterte.
Acht Jahre später folgte der große Triumph bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien, wo man als erstes afrikanisches Team ins Viertelfinale einziehen konnte (unglückliche Niederlage gegen England - 2:3 n.V.). Star der Mannschaft war Roger Milla, der zweimal zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt wurde. In der Folge konnte sich Kamerun bis 2005 jedes Mal für die WM qualifizieren.
Weitere Erfolge bei den Olympischen Spielen 2000 sowie bei den gewonnenen Afrikameisterschaften 2000, 2002 folgten. In Deutschland richtete sich die Aufmerksamkeit auf den Trainer Winfried Schäfer, der am 17. November 2004 jedoch nach einer 0:3-Niederlage gegen Deutschland entlassen worden ist.
Im öffentlichen Interesse war auch der Tod des kamerunischen Mittelfeldspielers Marc-Vivien Foé, der am 26. Juni 2003 im Halbfinale des Konföderationen-Pokals zwischen seinem Land und Kolumbien zusammenbrach und kurz darauf noch auf dem Weg vom Feld zum Krankenhaus verstarb.
Literatur
- M ongo Beti, Main basse sur le Cameroun. Autopsie d'une décolonisation (1972), Neuauflage bei La Découverte, Paris 2003. (Thema Neokolonialismus, das der damalige französische Innenminister Raymond Marcellin verbot)
- Andreas Eckert, Die Duala und die Kolonialmächte. Eine Untersuchung zu Widerstand, Protest und Protonationalismus in Kamerun vor dem Zweiten Weltkrieg, LIT Verlag 1997.
- Regina Fuchs/Stefanie Michels, Kamerun, Reise Know-How Verlag Därr, Juni 2004, S. 504.
- Joachim Zeller / Stefanie Michels: Kamerunischer Nationalheld – treuer deutscher Diener und Soldat. Mebenga m’Ebono alias Martin Paul Samba. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hg.) „... Macht und Anteil an der Weltherrschaft.“ Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast-Verlag. Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=74 Informationen des Auswärtigen Amtes]
- [http://www.inwent.org/v-ez/lis/kamerun/index.htm Landeskundliche Informationsseiten]
- [http://www.bcenter.fr/cameroun/index.php Landesinformationen auf französisch]
- [http://www.derreisefuehrer.com/data/cm/cm.asp Allgemeine Informationen und Länderprofil]
- [http://www.zebrastreifen.com/kamerun.htm Reisebericht Hintergrundinformationen]
- [http://de.indymedia.org/2003/07/57514.shtml Über den Staat Ambazonia im Süden Kameruns]
- [http://kamerun.bytestrolch.de/ Ausführliche Reise- und Erfahrungsberichte aus Kamerun]
- [http://www.pygmies.info/ Baka Pygmäen - Kamerun]
- [http://www.abenaa.de/kamerunallgemein.htm Fotos und Reiseberichte]
- [http://www.kamerun-tourismus.de Tourismus in Kamerun]
- [http://www.deutsch-kamerunische-bruecke.de Kamerun Hilfsprojekte]
Sonstiges
Ein Ortsteil der Gemeinde Malliß im Landkreis Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland) trägt den Namen Kamerun.
Ein Dorf in Bayern südlich von Bayreuth in Oberfranken nennt sich übrigens auch Kamerun.
Der Frankfurter Stadtteil Gallusviertel trägt den volkstümlichen Mamen Kamerun.
Kategorie:Staat
ja:カメルーン
ko:카메룬
ms:Cameroon
zh-min-nan:Cameroon
Demokratische Republik Kongo
Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), ehemals Zaire, davor Belgisch Kongo, liegt in Zentral-Afrika und grenzt an die Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik, Sudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia und Angola. Sie hat einen kurzen Küstenstreifen am Atlantik, der die angolanische Exklave Cabinda vom Rest der Republik Angola abtrennt.
Nationalfeiertag ist der 30. Juni, Tag der Unabhängigkeit (1960).
Geographie
Das Gebiet der DR Kongo umfasst als drittgrößter Staat Afrikas 2.345.411 km² und ist somit ca. 6,6-mal so groß wie Deutschland.
Rund 60 % des Landes nimmt das Kongobecken mit seinen tropischen Regenwäldern ein. Es ist in allen Richtungen von Bergzügen begrenzt. Den Norden bildet tropisches Tiefland, der Südosten des Kongobeckens wird vom Shaba- oder Katanga-Bergland eingenommen. Es erreicht Höhen bis 1.200 m und ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Uran und anderen. Der Osten ist durch die Seenkette des Großen Afrikanischen Grabens begrenzt. Es birgt darüber hinaus mit die bedeutendsten Naturschätze Afrikas. Im Süden herrscht Feuchtsavanne vor. Im Norden der Kongomündung stellt eine 40 km lange Küste die einzige Öffnung zum Atlantischen Ozean dar.
Die höchste Erhebung befindet sich im Ruwenzori-Gebirge (Margherita Peak – 5.109 m).
Der längste Fluss ist der Kongo mit 4.374 km.
Wichtige Städte sind Kinshasa, Lubumbashi, Kisangani, Bukavu
Eine umfangreiche Liste der Städte im Kongo ist unter Liste der Städte in der DR Kongo einzusehen.
Bevölkerung
Die Bevölkerung setzt sich aus 12 ethnischen Hauptgruppen zusammen, die sich wiederum in 240 kleinere Gruppen aufteilen. Die größten Bevölkerungsgruppen bilden die Kongo, Mongo, Luba und Lunda. Sie gehören den Bantuvölkern an, die etwa 80 % der Bevölkerung bilden. 15 % stammen von Sudangruppen ab, die sich vor allem im Norden vorfinden. Minderheiten sind die Niloten im Nordosten sowie die Pygmäen und Hamiten im Osten.
Die Demokratische Republik Kongo zählt 58,3 Mio. Einwohner (2004). Die Bevölkerungsdichte beträgt 24 Einwohner pro km². In den letzten Jahren kam es zu massiven Flüchtlingsbewegungen. Die Bevölkerung konzentrierte sich auf das Bergbaugebiet Shaba und den Unterlauf des Kongo. 30 % der Einwohner leben in städtischen Gebieten. Lebenserwartung: 49,7 Jahre (Männer) / 52,3 Jahre (Frauen).
Die Hauptstadt sowie größte Stadt des Landes ist Kinshasa mit etwa 7,8 Mio. Einwohnern. Daneben gibt es noch acht weitere Städte von nennenswerter Größe.
Rund 91 % der Gesamtbevölkerung gehören dem Christentum an (42 % Katholiken, 25 % Protestanten). Daneben gibt es kleine muslimische (über 3% der Bevölkerung) und jüdische Gemeinden sowie ca. 120.000 Zeugen Jehovas. Der Rest der Bevölkerung, etwa 5%, gehört traditionellen afrikanischen Religionen oder auch synkretistischen Bewegungen (christliche Elemente mit traditionellen Religionen vermischt) an.
Sprachen
Amtssprache ist Französisch. Außerdem existieren noch vier weitere Hauptsprachen sowie 200 verschiedene Sprachen, die im Kongo gesprochen werden: Chiluba, Kikongo (von 30% der Bevölkerung verstanden), Lingala (von 50% der Bevölkerung verstanden, Kiswahili (von 10% der Bevölkerung verstanden), Luvena, Tshokwe, Gbaya, Mono-Kituba u. a. (insgesamt über 200 Sprachen). Die vier ersterwähnten haben den Status von Nationalsprachen
Nationalsprache bis 2003 (nach FAO, 2004). Bevölkerung in Tsd. Einwohnern.]]
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Demokratischen Republik Kongo
Ursprünglich war das Land Heimat mehrerer Königreiche, herausragend unter ihnen war das im 14. Jahrhundert gegründete Königreich Kongo, eines der größten afrikanischen Staatswesen überhaupt.
Mit der "Entdeckung" durch die Portugiesen begann nach einer kurzen Phase annähernd gleichberechtigten Umgangs zwischen Kongo und Portugal die bis zum Ende des 17. Jahrhunderts völlige Zerstörung des Königreiches sowie seine Ausbeutung und Plünderung durch Sklavenjäger, die nach dem Zerfall der portugiesischen Vorherrschaft durch Holländer und Engländer fortgeführt wurde.
Der Engländer Henry Morton Stanley war es auch, der als erster Europäer den Kongo umfassend bereiste, sein Vorschlag, den Kongo dem englischen Kolonialreich anzugliedern, wurde von der englischen Regierung aber abgelehnt. Der belgische König Leopold II. jedoch, von dem Gedanken an ein Kolonialreich seit langem fasziniert, wollte die Gelegenheit nutzen. Da aber auch in Belgien die Stimmung eher gegen Kolonien war, vereinnahmte Leopold den Kongo 1885 als seinen "Privatbesitz". Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig. Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden, kam es bei der wirtschaftlichen Ausbeutung (insbesondere Kautschuk) zu (selbst für diese Zeit) solch grausamen Exzessen, dass sie als so genannte "Kongogräuel" 1908 international für Aufsehen und Empörung sorgten und Leopold zur Übergabe des Kongo als "normale" Kolonie an den belgischen Staat zwangen.
Zwar verbesserten sich die Verhältnisse nun ein wenig, aber nach wie vor wurden der Kongo und seine Bevölkerung von der autoritären Kolonialmacht Belgien ausgebeutet. Mit den weltweit in den Kolonien zunehmenden Unabhängigkeitsbestrebungen wuchs auch im Kongo der Druck nach staatlicher Selbstbestimmung. Nach ersten Unruhen in der Hauptstadt und unter dem Druck der Weltöffentlichkeit zog sich Belgien Anfang 1959 schlagartig aus dem Kongo zurück und hinterließ ein infrastrukturelles Chaos. Der bedeutende Panafrikanist und Führer der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung Patrice E. Lumumba wurde der erste Ministerpräsident des jungen Landes, das er allerdings aufgrund mangelnder Fachkräfte und angesichts sezessionistischer Bestrebungen insbesondere in der Provinz Katanga nicht zusammenzuhalten vermochte. Insbesondere die kontinuierlichen Interventionen Belgiens, der USA, aber auch der Sowjetunion führten zu einem allmählichen Zerreißen der jungen Nation. Nach nur 18 Monaten Unabhängigkeit putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu, unterstützt von den USA und Belgien gegen ihn und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der längsten und grausamsten Diktaturen Afrikas. Lumumba konnte zwar der Haft kurz entfliehen, wurde aber kurze Zeit später wieder ergriffen und seinem Gegner Moïse Tshombé, Sezessionistenführer in Katanga, ausgeliefert und von dessen Kräften ermordet. Es gilt als gesichert, dass der Mord an Lumumba von Belgien und den USA direkt unterstützt wurde. 1971 wurde das Land in Zaire umbenannt. 1977/78 Shaba-Invasion. Erneut erfolgt eine internationale Militärhilfsaktion zugunsten der Regierung unter Mobutu Sese Seko gegen Invasoren aus Angola.
Die Diktatur Mobutus, die das Land weiter zerstörte, wurde erst 1994 erschüttert, als sich, angeheizt unter anderem durch Flüchtlingsströme aus Ruanda und Burundi, im Grenzland zu Ruanda eine Rebellen-Streitmacht bildete, angeführt von Laurent-Désiré Kabila. Lange nicht ernst genommen, gelang es ihm 1997 den alten, schwer kranken und international mittlerweile isolierten Mobutu zu stürzen. Danach benannte er Zaire in Demokratische Republik Kongo um. Die konfliktreiche Phase zwischen 1996 und 2002 wird auch als Kongokrieg, ab 1998 "afrikanischer Weltkrieg" bezeichnet. Im Januar 2001 fiel Kabila selbst einem Attentat zum Opfer und sein Sohn Joseph Kabila "erbte" seine Stellung als Staatspräsident der DR Kongo. Trotz des dubiosen Amtsantrittes scheint mit Joseph Kabila zum ersten Mal seit 1959 ein Mann den Kongo zu führen, der eine Befriedung und Stabilisierung der zerrütteten Nation zumindest versucht. Ihm im Wege steht dabei allerdings der fast vollständige Zerfall der Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft des Landes und insbesondere die Ausplünderung der äußerst rohstoffreichen Ostprovinzen des Kongo – in denen die Zentralregierung fast völlig machtlos ist – durch ugandische, ruandische und burundische Kräfte. Mehrere Erhebungen und Revolten konnte Kabila bisher abwehren. Ob es ihm aber gelingen wird, die territoriale und in der Folge die administrative Souveränität wiederherzustellen, steht immer noch dahin.
Im Osten des Landes flammten in jüngster Zeit die Kämpfe auf, es kam zu Massenfluchten nach Uganda. Seit 1998 (bis Anfang 2005) wurden gemäß Angaben des „International Rescue Committee“ 3,8 Millionen Menschen während gewaltsamer Auseinandersetzungen getötet. Nach Schätzungen der UNO werden jeden Tag 1000 Menschen zu Opfern von Gewalttaten.
Zwischen dem 14. und 16. Februar 2005 erkrankten im Gesundheitsbezirk Dingila, in Zobia im Nordosten 93 Patienten an der Lungenpest. Ärzte ohne Grenzen bekämpft den Ausbruch der Krankheit und versucht entlang der wichtigsten Verbindungsstraßen diejenigen aufzuspüren und zu behandeln, die aus Angst vor einer Ansteckung aus Zobia geflohen sind.
Politik
Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Regionen und den Hauptstadtdistrikt untergliedert. Es herrscht eine streng zentralistische Verwaltung. Seit dem 21. August 2000 besteht ein provisorisches Parlament mit 300 ernannten Mitgliedern.
Seit 1997 sind politische Parteien verboten.
Durch Misswirtschaft, Bürgerkrieg und Korruption ist die Verwaltung und Infrastruktur des Landes fast völlig zerfallen, die territoriale Souveränität der Regierung ist insbesondere im Osten des Landes nicht mehr gegeben, zahlreiche Rohstoffe der entsprechenden Provinzen werden von den Nachbarländern Uganda, Ruanda und Burundi ausgebeutet. Aufgrund ihrer Instabilität wird die DR Kongo auch als zerfallener Staat bezeichnet.
Das Sozialsystem des Landes zählt zu den schlechtesten der Welt.
Verwaltungsgliederung
Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Provinzen untergliedert:
- Bandundu
- Bas-Congo
- Équateur
- Orientale
- Kasai-Occidental
- Kasai-Oriental
- Katanga
- Maniema
- Nord-Kivu
- Sud-Kivu
Die Hauptstadt Kinshasa bildet als Neutrale Stadt (Ville neutre) eine eigene Verwaltungseinheit.
Nach einer neuen Verfassung vom Mai 2005 soll das Land künftig in 25 Provinzen und die Stadt Kinshasa gegliedert werden.
Wirtschaft
Obwohl das Land über die größten Naturreichtümer Afrikas verfügt, gehört es zu den ärmsten der Welt. Hauptursache hierfür sind die mehr als drei Jahrzehnte Misswirtschaft und Korruption durch das Mobutu-Regime gefolgt von schweren kriegerischen Auseinandersetzungen bis in die Gegenwart.
Das Wirtschaftswachstum betrug von 1965 bis 1985 nur 1 % jährlich. Seitdem geht die Wirtschaftsleistung ständig zurück. 1971 wurde der Bau einer riesigen Stromleitung vom äußersten Nordwesten des Landes vom Inga-Staudamm quer durch das Land in den Südosten in die Kupferregion Shaba (Katanga) beschlossen. Großfirmen aus den USA und Europa schlossen sich zu einem Konsortium zusammen und vergaben die Kredite. 1983 war die offizielle Einweihung, aber die Kosten waren explodiert.
Die Bergbauindustrie, der wichtigste Industriezweig, (Kongo wurde auch das Kupferland genannt) war 1974 vom drastischen Verfall des Weltmarktpreises für Kupfer schwer betroffen. Anfang der 1990er Jahre brach die Wirtschaft völlig zusammen. Es herrschte Hyperinflation (1994 7400 %). Durch Unruhen unter den Arbeitern sanken die Exporterlöse, die Infrastruktur im Transportwesen zerfiel, die Auslandsschulden stiegen auf 10 Mrd. Euro. Das Land war anschließend auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 1998 4.653 Mio. Euro.
Bekannt ist die DR Kongo auch für die reichen Coltan-Vorkommen. Coltan enthält zwei der begehrtesten Metallerze (Columbit und Tantalit), die Niob und Tantal enthalten. Tantal ist für die Produktion von Handys, Computerchips, Videokameras und diversen Geräten aus der Unterhaltungselektronik von großer Bedeutung. Niob dient der Herstellung hitzebeständiger Materialien, wie Raketen, Düsenjets und Weltraumkapseln.
Weitere Bodenschätze, die gefördert werden, sind Gold, Silber, Diamanten, Erdöl, Kobalt (Weltspitze), Mangan, Zink, Zinn, Cadmium, Germanium und Beryllium. Diese Vorkommen sind einer der Gründe, warum von den Nachbarn Uganda, Ruanda und Burundi durch Besetzung der östlichen Provinzen der Bürgerkrieg immer wieder aufs Neue angefacht wird.
Zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, die fast zwei Drittel zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert. Große Gebiete sind landwirtschaftlich nutzbar, es werden aber nur rund 3 % kultiviert. Haupterzeugnisse sind Maniok, Obst, Melonen, Kochbananen, Zuckerrohr, Erdnüsse, Bananen und Süßkartoffeln. Außerdem werden noch Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Kaffee, Kautschuk, Baumwolle und Kakao angebaut.
Nachdem Mitte der 1970er Jahre viele kleinere Plantagen verstaatlicht wurden, die sich in ausländischen Besitz befanden, ging der Verkauf von Agrarprodukten merklich zurück. In vielen Landesteilen gibt es nur noch eine Selbstversorger-Landwirtschaft. Viehzucht ist auf höher gelegene Gebiete beschränkt. Da die Transportwege zerstört sind, können die Produkte nicht in die verschiedenen Provinzen gebracht werden und verderben.
Der industrielle Sektor hat sich vor allem um die Verarbeitung der vorhandenen Bodenschätze entwickelt. Bedeutend sind auch noch die Ölraffinerien sowie die Herstellung von Zement und Schwefelsäure. Wichtige Erzeugnisse sind Reifen, Schuhe, Textilien, Zigaretten, Nahrungsmittel und Bier.
Der gesamte Bereich wurde durch den wirtschaftlichen Niedergang, vor allem der rasenden Inflation, seit 1990 schwer geschädigt. Es herrscht ein großer Devisenmangel, der den Import von Rohstoffen und Ersatzteilen verhindert.
Bis Anfang der 1990er Jahre war Kupfer noch der wichtigste Exportartikel, der die Hälfte der jährlichen Exporterlöse einbrachte. Innerhalb von nur drei Jahren verringerte sich der Kupferexport jedoch um drei Viertel. Heute bilden Diamanten, Rohöl, Kobalt und Kaffee die wichtigsten Exportgüter. Auch die positive Handelsbilanz kann die sinkende Wirtschaftsleistung nicht aufhalten. Die wichtigsten Handelspartner sind Belgien, Südafrika, Chile, USA, Deutschland und Indien.
Hauptstromquelle des Kongo sind seine Wasserkraftwerke. Sie sind vor allem in der Nähe von Minen vorzufinden.
- Bruttosozialprodukt pro Einwohner: 92 Euro (Stand 1998)
- Pro-Kopf-Einkommen im Jahr (BSP): 100 Euro
Literatur
- Jan Vansina: The Children of Woot: A History of the Kuba Peoples. Wisconsin 1978. ISBN 0299074900
- Kongo – Geschichte eines geschundenen Landes. In: "Weltmission Heute 55 – Länderheft". Hamburg 2004
- George Nzongola: Ntalaja : The Congo from Leopold to Kabila. A People's History. London/New York 2002
- Peter Körner: Zaire – Verschuldungskrise und IWF-Intervention in einer afrikanischen Kleptokratie. Hamburg 1988.
- Adam Hochschild: Schatten über dem Kongo – Die Geschichte eines fast vergessenen Menschheitsverbrechens. Reinbek 2002. ISBN 3499613123
- Ludo De Witte: Regierungsauftrag Mord : der Tod Lumumbas und die Kongo-Krise. Leipzig 2001. ISBN 3931801098
- Michaela Wrong: Auf den Spuren von Mr. Kurtz : Mobutus Aufstieg und Kongos Fall. Berlin 2002
- Lieve Joris: Das schwarze Herz Afrikas – Meine erste Reise in den Kongo. Amsterdam 1987 / München 2002
- Lieve Joris: Der Tanz des Leoparden – Mein afrikanisches Tagebuch. Amsterdam 2001 / München 2003
- Olivier Lanotte: Guerres Sans Frontières - République Démocratique du Congo. Brüssel 2003. ISBN 2-87027-835-7
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=85 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtiges Amtes
- [http://www.kongo-kinshasa.de Deutschesprachiges Hintergrundmaterial und aktuelle Nachrichten aus dem Kongo]
- [http://www.pygmies.info/ Afrikanische Pygmäen] Kultur und Musik der ersten Einwohner von Demokratische Republik Kongo
- [http://www.wsws.org/de/2002/jan2002/lumu-j25.shtml Der gewaltsame Tod von Patrice Lumumba]
- [http://www.altenburg-netz.de/texts/ousmane4.html Zum 40. Jahrestag der Unabhängigkeit]
- [http://www.monuc.org UN-Mission in der DR Kongo]
Kongo, Demokratische Republik
ja:コンゴ民主共和国
ko:콩고 민주 공화국
ms:Republik Demokratik Congo
zh-min-nan:Congo Bîn-chú Kiōng-hô-kok
Uganda
Die Republik Uganda liegt in Ostafrika und grenzt im Norden an den Sudan, im Osten an Kenia, im Süden an Tansania, im Südwesten an Ruanda und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. Die Grenzen zu Kenia und Tansania verlaufen zum Teil durch den Viktoriasee.
Der Name „Uganda“ kommt von dem früheren Königreich Buganda. Der Kabaka (König) von Buganda wurde 1966 gestürzt, sein Grabmal (Kasubi Tombs) kann besichtigt werden. Er erinnert an die Unabhängigkeit des Staates von britischer Kolonialherrschaft.
Erste Assoziationen erstrecken sich von der Schreckensherrschaft Idi Amins und Massakern bis hin zu der Einstufung als „Perle Afrikas“. Bekannt ist auch der Flughafen Entebbe durch das Geiseldrama um ein entführtes Flugzeug der Air France („Operation Jonathan“). Der Süden bietet sich für Tourismus an, während im Norden immer noch gekämpft wird.
Geographie
Geographie von Uganda
Uganda ist von Seen, dem Weißen Nil (hier: Viktoria-Nil und Albert-Nil), Urwäldern und Savannen geprägt. Das Land wird im Süden vom Äquator durchzogen. Auf das tropische Klima im Süden und in der Mitte des Landes wirkt sich aus, dass Uganda größtenteils auf einem Plateau um 1.000 m über dem Meeresspiegel liegt. Dort ist es eher regnerisch. Zwei Trockenzeiten (von Dezember bis Februar und dann wieder von Juni bis August) unterbrechen dieses Stadium. Der tiefste Punkt Ugandas ist mit 621 m über Meeresspiegel der Albertsee. Der Margherita Peak (auch: Mount Stanley) im Ruwenzori-Gebirge als höchster Punkt ist 5.110 m hoch. Beide Extrempunkte liegen relativ nahe beieinander.
Die Gesamtfläche des Landes umfasst 241.038 Quadratkilometer, davon entfallen 199.710 Quadratkilometer auf die Landfläche, während 36.330 Quadratkilometer Wasserflächen sind. Der Nordosten Ugandas ist semiarid.
Wichtige Rohstoffe des Landes sind Kupfer, Kobalt, Kalkstein und Steinsalz. Wasserkraft und landwirtschaftlich gut zu nutzender Boden stellen weitere Ressourcen dar.
Flora
Steinsalz-Gebirges]]
Uganda hat eine überaus artenreiche Pflanzenwelt. Die Savanne Ostafrikas geht in den Regenwald Westafrikas über, was sich positiv auf die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auswirkt. Dazu bieten die Höhenschichtungen mannigfaltige Lebensräume.
Neben Akazien und Kandelaber-Wolfsmilch in den Savannen kommen vor allem im Ruwenzori-Gebirge und am Mount Elgon soiwe in den Urwäldern faszinierende Pflanzengesellschaften vor.
Städte
Hauptartikel: Liste der Städte in Uganda
Uganda ist, abgesehen von der Haupt- und Millionenstadt Kampala, eher von kleineren Städten geprägt. Lediglich Gulu und Lira überschreiten noch die Grenze von 100.000 Einwohnern zur Großstadt.
Bevölkerung
Uganda hat mehr als 26 Millionen Einwohner.
Sprachen
Englisch ist die offizielle Sprache, aber im Alltag wird oft Luganda (die Sprache der Baganda) verwendet, dazu andere Sprachen des Niger-Kongo-Sprachgebietes sowie nilotisch-saharische Sprachen, Suaheli und Arabisch.
Ethnien
Bantuvölker: Baganda 12 %, Ankole 8 %, Basoga 8 %, Bakiga 7 %, Bagisu 6 %, Batoro 4 %, Banyoro 3 %, Bagwere 2 %, Bakonjo 1 %,
Niloten: Iteso 8 %, Langi 7 %, Acholi 5 %, Jopodhola 2 %, Alur 3 %,
Karamojong 2 %,
Sudanvölker: Lugbara 4 %,
Rundi 2 %,
Rwanda 7 %,
Nicht-Afrikaner: Asiaten 0,82 %, Europäer 0,095 %, Araber 0,066 %,
andere: 8 %.
Religion
Rund 70 % der Gesamtbevölkerung Ugandas sind Christen. Davon sind zwei Drittel Anglikaner und 20 % Katholiken. Etwa 18 % der Bevölkerung sind Anhänger von traditionellen afrikanischen Religionen. Über ein Zehntel der Ugander sind meist sunnitische Muslime. Eine kleine Minderheit bilden die etwa 2 % Baha'is. Zudem gibt es eine kleine Gemeinde schwarzafrikanischer Juden, die Abayudaya bei Mbale, die etwa 500 Mitglieder umfasst.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Ugandas
Vorgeschichte
Uganda gehört zur „Wiege der Menschheit“. Die Pygmäen stellen wohl die ältesten heute lebenden Ethnien Ugandas dar. Vor ungefähr 2000 Jahren wanderten ackerbebauende Bantu ein, die die Pygmäen zurück drängten und ihrerseits von Niloten des Nordens nach Süden gedrängt wurden. Zwischen nilotischen Ethnien und Bantu-Ethnien gab es immer wieder Konflikte, die mittlerweile aber über bloßen Tribalismus hinaus gehen.
Zeit der Königreiche
Seit dem 15. Jahrhundert bildeten sich vor allem im Süden Ugandas bei den Bantu die (zum Teil heute aus touristischen Gründen als kulturelle Körperschaften wiederbelebten) bestehenden Aristokratien, vor allem Königreiche. Unter ihnen hatte das Königreich Buganda eine führende Rolle. Weitere Königreiche waren Ankole, Bunyoro und Toro.
Die nilotischen Stämme des Nordens waren Nomaden und Hirtenvölker, die sich in kleineren Einheiten organisierten.
Im 19. Jahrhundert drangen arabische Händler von der Ostküste Afrikas in das Gebiet nördlich des Viktoriasees vor. Ihr Anreiz war die Gier nach Elfenbein und der Sklavenhandel. In einigen Gebieten etablierte sich der Islam, in vielen Regionen blieben jedoch die Naturreligionen vorherrschend.
Kolonialzeit
Um 1860 „entdeckten“ die beiden britischen Forscher John Hanning Speke und James Augustus Grant die Quelle des Nils für Europa. Um diese Zeit begann die europäische Kolonialisierung Ostafrikas. Zu den ersten Europäern, die sich in diesem Gebiet niederließen, gehörten sowohl katholische als auch protestantische Missionare. In erstaunlich kurzer Zeit setzten sie in zahlreichen Volksgruppen ihren Glauben durch.
Uganda wurde britisches Protektorat. Die koloniale Wirtschaft förderte den Baumwoll- und Kaffeeanbau. Dazu wurde die Eisenbahnlinie der Uganda Railway gelegt.
Unabhängkeit
In den 1950ern kam ein gelenkter Demokratisierungsprozess in Gang, es entstanden Parteien und ein Kongress. Am 9. Oktober 1962 wurde Uganda unabhängig (siehe Nationalfeiertag).
1962 wurde Milton Obote der erste Premierminister des unabhängig gewordenen Landes. Allerdings begann er, die alten Königreiche aufzulösen, teilweise in blutigen Massakern. Dadurch entfremdete Obote sich von der Bevölkerung. Das nutzte der zum Kommandeur (Generalmajor) aufgestiegene Idi Amin, ebenfalls ein Nilote, aus: Während einer Abwesenheit Obotes übernahm er 1971 die Macht.
Diktaturen und Massaker
Die Diktatur Idi Amins von 1971 bis 1979 war für die Ermordung von über 300.000 Oppositionellen verantwortlich. Angehörige anderer Volksstämme wurden getötet, asiatische Zuwanderer, vor allem Inder, die im Handel bestimmend waren, des Landes verwiesen. Amin wütete bis 1979, die Bevölkerung lebte unter ständiger Furcht vor brutalen Gewaltakten. Im April 1979 wurde die Hauptstadt Kampala unter der Führung von tansanischen Truppen von ugandischen Rebellen (dabei auch Yoweri Kaguta Museveni) befreit. Doch in den Wahlen im September 1980 kam Milton Obote an die Macht, wobei ihm Wahlmanipulationen vorgeworfen wurden. Daraufhin ging Museveni mit einer Rebellenarmee gegen ihn vor. Der Guerillakrieg unter Milton Obote (1980-1985) kostete vielen weiteren Menschen das Leben.
Im Januar 1986 eroberte Musevenis National Resistance Army (NRA) die Hauptstadt Kampala. Museveni wurde als ugandischer Präsident vereidigt.
Auswirkungen auf heute
Der Norden ist bis heute noch nicht befriedet. Die Lord's Resistance Army (LRA) operiert vom Sudan aus und terrorisiert die Bevölkerung.
Tutsi, Hutu, Lendu, Hema (Hima), und andere ethnische Gruppen, assozierte Rebellen, bewaffnete Banden und verschiedene Regierungsstreitkräfte operieren in der Region der Großen Seen zwischen Uganda, Kongo, Ruanda und Burundi, um Kontrolle über bevölkerungsreiche Gebiete und wirtschaftliche Ressourcen zu erlangen. Die Gefahr dabei ist, dass einzelne Ethnien die Machtverhältnisse dominieren und dies von den Benachteiligten zu Rebellion dagegen führt. Dabei mischt auch Uganda mit, derzeit vor allem in der Demokratischen Republik Kongo (Kongokrieg).
Politik
Die ugandische Regierung mischt autoritäre und demokratische Elemente. Politisch wirksam ist nur Musevenis Regierungspartei, die National Resistance Movement Organization (NRM-O), kurz „Movement“. Dazu hat de facto das Militär eine tragende Rolle.
Er ist der Ansicht, dass es in Uganda keine Grundlage für ein Mehrparteiensystem gibt und dass die bestehenden Altparteien Ursache für Ugandas Probleme sind. Zwar wurden sie nicht verboten, doch die meisten Aktivitäten, die eine Partei ausmachen, bleiben ihnen versagt.
Die Regierung stellt sich als positiv gesinnt gegenüber Menschenrechten dar. Allerdings sind Defizite beim Umgang mit politischen Parteien und Regimegegnern wie auch die Rekrutierung von Kindersoldaten offensichtlich.
Der jetzige Präsident Ruandas, Paul Kagame, kam aufgrund einer militärischen Intervention aus Uganda an die Macht. Er gehört zur Ethnie der (Tutsi).
Verfassung
- Oberster Richter: Benjamin Joses Odoki (seit 30. Januar 2001)
- Generalstaatsanwalt: Francis Ayume
Parteien
- Forum for Democratic Change
- National Progressive Movement (NPM; Vorsitz: Dr. Venansius Baryamureeba, Partei seit 7. April 2004)
- National Resistance Movement Organization (NRM-O; Partei seit 2003)
- Uganda Green Party
- Uganda Libertarian Action (ULA)
- G7 (Oppositionelles Listenbündnis bei der Wahl 2006)
- Uganda People's Congress (UPC; Vorsitz: Apollo Milton Obote)
- Democratic Party (DP; Vorsitz: Paul Kawanga Ssemogerere)
- Conservative Party (CP; Vorsitz: Ken Lukyamuzi)
- Justice Forum (JF) (Vorsitz: Muhammad Kibiringe Mayanja)
- Reform Agenda
- National Democratic Forum (NDF; Vorsitz: Chapaa Karuhanga, Partei seit August 1995)
- Free Movement
- Second Group of Seven (Zweites oppositionelles Listenbündnis bei der Wahl 2006)
- Action Party
- People's Independent Party
- Movement for Democratic Change
- National Peasant Party
Regierung
Für die vollständige Liste der Präsidenten von Uganda, siehe Präsident von Uganda.
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Distrikte von Uganda
Uganda ist in 70 Distrikte gegliedert.
Wirtschaft
Die Wirtschaft im Süden und in der Mitte des Landes prosperiert. Hauptausfuhrgut ist - wie zur Protektoratszeit - Kaffee, in kleinerem Umfang auch Gold. Auch Tee und Fisch aus dem Viktoria-See werden exportiert.
Kultur
Bildung
- Makerere-Universität
- Mbarara University of Science and Technology
- Ndejje Christian University
- Uganda Christian University
- Nkozi University
- Bugema Seventh Day Adventist University
- Mbale Islamic University
- Nkumba University
- Kampala University
- Namasagali University
Schriftsteller
Liste afrikanischer Schriftsteller (nach Ländern)
Medien
Die Medien in Uganda können kritisch über die Regierung berichten, obwohl die Regierung bei Berichten über sensible Themen wie dem Rebellenkrieg im Norden und der Verwicklung des Landes in den Bürgerkrieg im Kongo in der Vergangenheit wie auch beim Thema Kindersoldaten mitunter scharf reagierte. Seit dem Machtantritt von Präsident Museveni wurde die Medienlandschaft liberalisiert. Es sind über 100 Radiosender registriert.
Zeitungen
- New Vision (Tageszeitung)
- The Monitor (Tageszeitung)
- The Weekly Observer (Wochenzeitung)
Feiertage
Der Nationalfeiertag wird am 9. Oktober gefeiert.
- 1. Januar: Neujahr
- 26. Januar: Befreiungstag
- 8. März: Frauentag
- Ostern (Karfreitag und Ostermontag)
- 1. Mai: Tag der Arbeit
- Pfingsten
- 3. Juni: Märtyrertag
- 9. Juni: Tag der Nationalhelden
- 9. Oktober: Unabhängigkeitstag
- 25./26. Dezember: Weihnachten
- Id ul-adha
- Id al-fitr
Umwelt
Neun Nationalparks und sechs Wildreservate zeugen von der Naturschönheit des Landes und dem Willen, diese zu schützen. Sie sind über das Land verteilt und liegen meist in der Nähe der Grenzen und weniger im Zentrum des Landes. Dadurch werden unterschiedliche Landschaften und Lebensgemeinschaften geschützt.
Drei der Parks sollen hier kurz hervor gehoben werden:
Der Queen-Elizabeth-Nationalpark ist durch seine Lage am Fuße des Ruwenzori-Gebirges und am Edwardsee und Georgsee geprägt. Flusspferde und Pelikane fallen ins Auge, daneben weist das Vorkommen Afrikanischer Büffel, von Elefanten, Löwen, diverser Antilopen und über 600 Vogelarten auf die ökologischen Vielfalt des Gebietes hin.
Der Rwenzori-Mountains-Nationalpark soll die Berg- und Gletscherregionen des Ruwenzori-Gebirges, eine der Quellen des Nils, mit seiner einzigartigen Flora schützen.
Die größte geschützte Fläche des Landes erstreckt sich über den Murchison Falls National Park. Ein spektakulärer Wasserfall des Nils war für diesen Park namensgebend, an dem Nilkrokodile und Flusspferde leben. Eine Seltenheit dieses Schutzgebietes stellt die Rothschild-Giraffe dar.
Siehe auch: Nationalparks in Uganda
Schädlich für Natur und Umwelt wirken sich Entwässerung von Feuchtgebieten, Abholzung, Überweidung und andere negative Nutzungen aus. Im Viktoriasee wuchern gebietsfremde Wasserhyazinthen. Die Einsetzung des Nilbarsches im Viktoriasee, um die Fischereierträge zu steigern, führte zur Ausrottung zahlreicher endemischer Fischarten insbesondere der Buntbarsche, andere Arten sind bedroht. Dies ist eine ökologische Katastrophe und ein Beispiel für falsche „Entwicklungshilfe“, deren Schaden den Nutzen überwiegt.
Uganda hat das Kyoto-Klimaprotokoll unterzeichnet und zahlreiche andere Umwelt- und Naturschutz-Abkommen.
Literatur
- R. Hofmeier/A. Mehler: Kleines Afrika-Lexikon. Politik-Wirtschaft-Kultur. München 2004, ISBN 3-406-51071-X.
Nachrichten
- [http://www.newvision.co.ug/ New Vision] (englisch)
- [http://www.visituganda.com/ Visit Uganda] (englisch)
- [http://www.aboutuganda.com/ Uganda Safaris, Hotels, Tours & Travel Emporium] (englisch)
Weitere Themen
- Portal Uganda
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=179 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.abenaa.de/uganda.htm Reiseerfahrungen und Fotos aus Uganda]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ug.html Uganda] im CIA World Factbook (englisch)
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=426 Kindersoldaten in Uganda] Quelle:OEW
Kategorie:Staat
ja:ウガンダ
ko:우간다
ms:Uganda
zh-min-nan:Uganda
LugandaLuganda (auch Ganda genannt) ist eine Bantusprache, die vom Volk der Baganda in der Region Buganda in Uganda gesprochen wird. Sie wird von insgesamt etwa 4 Millionen Menschen und damit von 12% der Bevölkerung Ugandas gesprochen.
Die Sprachkennung nach ISO 639 ist lg bzw. lug.
Siehe auch: Sprache
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Sprache in Uganda
Kategorie:Afrikanische Sprache
Tansania
Die Vereinigte Republik Tansania (United Republic of Tanzania) ist ein Staat in Ostafrika. Er liegt am Indischen Ozean und grenzt an Burundi, Kenia, Malawi, Mosambik, Ruanda, Uganda, Sambia und die Demokratische Republik Kongo. Zu dem Staat auf dem Kontinent gehören die vorgelagerten Inseln Pemba und Unguja (die zusammen den Landesteil Sansibar bilden) sowie Mafia.
Geographie
Das Staatsgebiet von Tansania grenzt an drei der größten Seen Afrikas: im Norden an den Viktoriasee, im Westen an den Tanganjikasee und im Süden an den Malawisee. Im Norden Tansanias liegt die Serengeti (Masai-Sprache = weites Areal / große Ebene), einer der berühmtesten Nationalparks Afrikas.
Siehe auch: Nationalparks in Tansania
Entlang der flachen Küste Tansanias herrscht ein tropisches Klima, während in den Bergen im Norden, Süden und Westen das Klima gemäßigt ist. Im Nordosten des Landes, unweit der Grenze zu Kenia, erhebt sich das höchste Bergmassiv Afrikas, das Kilimandscharo-Massiv, dessen höchste Stelle - der Uhuru Peak - auf dem Berg Kibo 5.895 m ü. NN liegt.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Tansanias wächst weiterhin stark an.
Zur Zeit sind etwa 44 Prozent der Menschen unter 14 Jahren alt, so dass mit einem weiteren Bevölkerungsanstieg zu rechnen ist. Zugleich muss man aufgrund weit verbreiteter Armut und der relativ hohen Verbreitung von AIDS von einer hohen Sterblichkeitsrate ausgehen. Schätzungsweise 20 Prozent der Einwohner sind mit dem HI-Virus infiziert (stand 2003).
Ethnische Gliederung
Die Bevölkerung besteht auf dem Festland zu 95 Prozent aus Afrikanern (21 Prozent der Gesamtbevölkerung Sukuma und Nyamwezi, 9 Prozent Swahili, 7 Prozent Hehe und Bena, 6 Prozent Haya, 6 Prozent Makonde, 2 Prozent Massai und andere ethnische Gruppen). Diese gliedert sich in etwa 130 Gruppen und Untergruppen auf.
Außerdem leben in Tansania Araber, Pakistaner, Inder und Europäer.
Sprachen
90 Prozent der Einwohner sprechen eine Bantusprache, sonst werden Nilotische Sprachen und hamito-nilotische Sprachen gesprochen. Dabei ist Kiswahili die lingua franca. Englisch verbreitet sich langsam, so wird der Unterricht auf weiterführenden Schulen auf Englisch erteilt.
Religion
Rund 39 % der Bevölkerung sind Christen, vor allem Protestanten und Anhänger afrikanischer Kirchen. Über 35 % sind Muslime, vor allem Sunniten, der Rest hängt dem Animismus an. Auf Sansibar lebt eine überwiegend muslimische Bevölkerung.
Geschichte
Sansibar
Die Küstenregion war lange Zeit Siedlungsgebiet von Händlern, die regen Austausch mit arabischen Gebieten pflegten. Dieses Gebiet wurde im 16. Jahrhundert von Portugiesen, dann von Arabern aus Oman (s. Sansibar) und am Ende des 19. Jahrhunderts von Deutschen besetzt (Deutsch-Ostafrika, 1891).
Seit 1920 stand die Region als Völkerbundsmandat (nach dem Zweiten Weltkrieg als Treuhandgebiet der UNO) unter britischer Verwaltung.
Am 9. Dezember 1961 erhielt Tansania die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland. Kurz nach der Unabhängigkeitserklärung verbanden sich die beiden Staaten Tanganjika (Tan) und Sansibar (San) und gründeten am 26. April 1964 die Vereinigte Republik Tansania. Erster Staatspräsident wurde Julius Kambarage Nyerere mit der Tanganyika African National Union (TANU). Auf Anregung von Nyerere fusionierten 1977 TANU und die Afro-Shirazi Party (ASP) Sansibars zur Chama Cha Mapinduzi (Partei der Revolution = CCM). Nyerere und seine Anhänger strebten den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in Tansania an, verstaatlichten die Banken, führten Bildungs- und Landreformen durch.
Ziel Nyereres war ein spezifisch afrikanischer Sozialismus in Abgrenzung zu den autoritären Sozialismusmodellen nach dem Vorbild der Sowjetunion. Vorbild für die sozialistische Umgestaltung Tansanias sollte stattdessen die "Ujamaa", die Dorfgemeinschaft als Produktions- und Verteilungskollektiv, sein.
Die Ausweitung des Ujamaa-Modells auf größere Produktionseinheiten scheiterte allerdings und mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die sozialistische Vision Nyereres. Er trat 1985 als Staatspräsident und 1990 als Parteivorsitzender zurück und ist 1999 verstorben.
1992 endete dann das Einparteiensystem, und zum ersten Mal 1995 seit den 1970er Jahren fanden demokratische Wahlen statt, bei denen jedoch die vorherige Regierungspartei CCM ihre Stellung behaupten konnte.
Politik
Tansania ist eine Präsidialrepublik: Der in allgemeinen Wahlen alle fünf Jahre gewählte Staatspräsident bestimmt die Politik. Er ernennt den Premierminister sowie die Minister des Kabinetts. Trotz des von der Verfassung seit 1992 garantierten Mehrparteiensystems kommt den Oppositionsparteien auf dem Festland nur eine geringe Bedeutung zu, da bei den Parlamentswahlen von 1995 und 2000 die Partei von Staatspräsident Mkapa, CCM (Chama Cha Mapinduzi - deutsch: Partei der Revolution), über 80 % der Stimmen erhielt. Opposition erfahren der Präsident und seine Minister vor allem aus der eigenen Partei. Kritik von mächtigen Interessengruppen innerhalb der eigenen Partei haben schon häufiger amtierende Minister das Amt gekostet. Dem Präsidenten zu Seite steht der Vizepräsident, derzeit Dr. Ali Mohamed Shein, offiziell sein Stellvertreter, aber eher mit repräsentativen Aufgaben betraut.
Anders als die CCM, die landesweit gut organisiert ist, verfügen die Oppositionsparteien kaum über nennenswerte Strukturen außerhalb ihrer wenigen Hochburgen (CUF in Sansibar, TLP und CHADEMA in Kilimandscharo, UDP in Zentraltansania). Seit 1995 ist Frederick Sumaye von der CCM Ministerpräsident. Im Oktober 2005 endet die zweite und laut Verfassung letzte Amtszeit des derzeitigen Staatspräsidenten Benjamin Mkapa. Seine Partei hat in hart umkämpften internen Wahlen den gegenwärtigen Außenminister Jakaya Kikwete zum Kandidaten ernannt.
Auch in Sansibar wird im Oktober 2005 ein neues Parlament und ein neuer Präsident gewählt. Sansibar besitzt innerhalb der Union eine gewisse Autonomie, unter anderem ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung und einen eigenen Präsidenten (seit 2000 Amani Abeid Karume, der noch einmal kandidieren darf). Anders als auf dem Festland, auf dem die CCM unangefochten dominiert, ist die politische Gesellschaft Sansibars in zwei etwa gleich starke Lager gespalten: Die Anhänger der Regierungspartei CCM und die der Oppositionspartei Civic United Front (Chama cha Wananchi), CUF. Deren Generalsekretär Seif Sharif Hamad, ein ehemaliger CCM-Premierminister Sansibars, tritt als aussichtsreichster Herausforderer gegen Karume an.
Beide bisherigen Wahlen, die unter dem Mehrparteiensystem durchgeführt wurden (1995, 2000) mussten sich den Vorwurf massiver Wahlfälschungen gefallen lassen. Insbesondere die Anhänger der CUF fühlen sich um ihren vermeintlichen Wahlsieg betrogen. Nach den Wahlen 2000 starben etwa 30 CUF-Anhänger bei Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften - eine in Tansania bislang ungekannte Gewalteskalation. Nach langen Verhandlungen einigten sich CUF und CCM auf ein Versöhnungsabkommen (Muafaka), das teilweise umgesetzt wurde. Trotz Annäherung und Kooperation der beiden Parteien gibt es auf beiden Seiten Hardliner, die sich deutlich radikalisert haben. Ob die CUF-Hardliner eine mögliche Wahlniederlage hinnehmen werden, ist ungewiss. Ebenso ungewiss ist, ob die CCM, die den Staatsapparat und somit auch die Wahlkommission dominiert, einen CUF-Sieg zulassen wird.
In beiden Parteien existieren kooperationsbereite Flügel und Hardliner. So ist der Wunsch nach mehr Autonomie der Inselgruppe bis hin zur staatlichen Unabhängigkeit nicht etwa Thema der oppositionellen CUF. In beiden Parteien gibt es sowohl sezessionistische Flügel als auch solche, die sich für die staatliche Einheit Tansanias stark machen. Diese 'unionistischen' Flügel dominieren derzeit in beiden Parteien.
Verwaltung
Tansania ist in 26 Verwaltungsregionen gegliedert:
Siehe auch: Liste der Städte in Tansania
Infrastruktur
Die Infrastruktur ist von Ost nach West zunehmend schlechter entwickelt. Es gibt außerhalb der Städte meistens keinen Anschluss an Wasserleitungen. In manchen Regionen ist im Umkreis von einigen Kilometern kein Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Telefon (149.100 Festnetz- und 891.000 Mobilfunkanschlüsse (Stand 2003)) und damit auch Internetzugang sind selten. Die wenigen Eisenbahnverbindungen (3.690 km) sind oft unterbrochen. Geteerte Straßen finden sich außerhalb der größeren Städte nur selten.
Besonders in der Regenzeit sind Straßen und Schienenwege nicht passierbar. An der Ostküste befinden sich deshalb die Wirtschaftsschwerpunkte mit direktem Zugang zu den Häfen. Tansania verfügt über zwei internationale Flughäfen:
- Daressalam International Airport
- Kilimanjaro International Airport (50 km von Arusha)
- Geita (am Viktoriasee)
Wirtschaft
Tansania gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, von der in der Folge der Handel Tansanias wesentlich abhängig ist. Tansania ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland, besitzt aber weniger als die Hälfte der Bevölkerung.
Steigende Preise auf dem Lebensmittelsektor führten dazu, dass die privaten Einkommen überwiegend für Lebensmittel aufgebraucht werden. Angesichts der Armut in Tansania wurde dem Land 2001 von der Weltbank ein Schuldenerlass gewährt. Bergbau und Tourismus sind Wirtschaftszweige, die zunehmend erfolgreich sind.
Ein bekannter Exportartikel Tansanias ist der im Viktoriasee gefischte, in Deutschland unter dem Namen Viktoriabarsch vermarktete Nilbarsch. Die Bedingungen, unter denen dieser Fisch mit Förderungsmitteln der Europäischen Union vor Ort verarbeitet und nach den Absatzmärkten in Europa, Russland und Japan ausgeflogen wird, beschreibt der Dokumentarfilm Darwins Alptraum des österreichischen Filmemachers Hubert Sauper.
Kultur
Nationalfeiertag ist der 26. April, Tag der Union zwischen Tanganjika und Sansibar (1964).
Weblinks
- [http://www.tansa.de/ Weitere Informationen über Tansania]
- [http://www.tansa.de/sprache.html Ein kleiner Sprachführer]
- [http://www.tanzania-gov.de/index.php?newlang=german Offizielle Netzpräsenz der Botschaft Tansanias in Deutschland]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=168 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.inwent.org/E+Z/1997-2002/ez1299-5.htm historischer Artikel über Nyerere und die sozialistische Zeit Tansanias aus der Zeitschrift E+Z]
- [http://detaf.de/article18.html Tanzania Information] - monatlicher Informationsdienst aus tansanischen Zeitungen
- [http://www.tanzaniahilfe-ismaning.de.tt/ Beispiel einer Partnerschaft in einem abgelegenen Bereich in Südtanzania]
- [http://www.swahili.at/ Literatur aus Tanzania (Swahili)]
Kategorie:Staat
ja:タンザニア
ko:탄자니아
ms:Tanzania
zh-min-nan:Tanzania
Sambia---Sidenote START---
Die Republik Sambia (Republic of Zambia) ist ein Staat im südlichen Afrika. Sie grenzt an Angola, die Demokratische Republik Kongo, Tansania, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Botswana und Namibia. Der Name leitet sich vom Fluss Sambesi ab. Bis zur Unabhängigkeit von Großbritannien (24. Oktober 1964) hieß das Gebiet Nordrhodesien.
Geographie
Der größte Teil Sambias besteht aus relativ wenig reliefierten Hochebenen zwischen 1.000 und 1.400 m über NN. Im östlichen Landesteil ragt das Mutschinga-Gebirge verschiedenen Angaben zufolge bis zu 2.164 m hoch auf, die höchste Landesstellle befindet sich mit 2.301 m NN an einem unbenannten Punkt in den Mafinga Hills.
Mafinga Hills]
Trotz der relativen Nähe zum Äquator sind die Temperaturen wegen der Höhenlage relativ niedrig (Kalttropen), nur im Norden sind sie warmtropisch; die Regenzeit beginnt im Oktober und endet im April.
Die vorherrschende Vegetation in weiten Teilen des Landes sind Savannen (siehe auch Miombo).
Der Sambesi entspringt in Nordsambia und bildet Sambias Südgrenze zu Namibia, Botswana und Simbabwe (Viktoriafälle), wobei er auch den aufgestauten Karibasee durchfließt.
Siehe auch: Liste der Städte in Sambia
Bevölkerung
Sambias Bevölkerung besteht aus etwa 72 bantusprachigen ethnischen Gruppen, aber 90% gehören zu 7 ethnolinguistischen Gruppen: Bemba, Nyanja-Chewa, Tonga, Lunda, Luvale, Kaonde und Lozi. Die meisten anderen Gruppen sind sehr klein.
Verkehrssprachen sind Englisch und (vor allem im Norden, Osten und in der Landesmitte) als lingua franca ChiBemba und im Westen Rotse. Überwiegende Religionsgruppe ist das Christentum.
Geschichte
- Ein Schädelfund in Kabwe (Broken Hill Skull) bezeugt frühmenschliche Besiedlung.
- 1890 Teil von Rhodesien - Näheres siehe Nordrhodesien
- 1918 Mörderische Epidemie der Spanischen Grippe. Kapitulation der deutschen ostafrikanischen Kolonialtruppe ("Schutztruppe") unter Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck bei Kasama.
- 1923 unter britischem Protektorat als "Nordrhodesien".
- 1954 (bis 1964) Teil der Zentralafrikanischen Föderation, zusammen mit Südrhodesien (heute Simbabwe) und Njassaland (heute Malawi)
- 1963 Pocken-Epidemie.
- 24. Oktober 1964 unter der Präsidentschaft von Kenneth Kaunda Unabhängigkeit von Großbritannien, Mitglied des Commonwealth.
- 1964 Gründung der University of Zambia in Lusaka, die zunächst auch stark auf dem ehedem angesehenen (zumeist ethnosoziologisch in ganz Zentralafrika arbeitenden) Rhodes-Livingstone Institute of Social Research fußt (vgl. Manchester School of Anthropology).
Noch im britischen Protektorat "Nordrhodesien" gewinnt Kenneth D. Kaunda 1964 mit der United National Independence Party (UNIP) die Regierungsmacht und setzt die Unabhängigkeit durch. Doch Sambias Reichtum, das Kupfer, kann weder mehr durch Südrhodesien per Bahn exportiert werden (UNO-Sanktionen gegen die dortige Revolte der weißen Farmer gegen Großbritannien), noch erbringt es bei stark sinkenden Weltmarktpreisen für Kupfer hohe Einnahmen. Kenneth Kaunda vermag die steigende Korruptheit von Verwaltung und Regierungspartei nicht einzudämmen. 1973 wird Sambia von Kaunda zum Einparteienstaat erklärt, nachdem es Unruhen wegen der neuen Verfassung gibt. Kaunda lässt nach massivem Druck von Zivilgesellschaft und internationalen Gebern 1990 die erste demokratische Mehrparteienwahl seit der ersten Republik zu. Nach einer Verfassungsänderung und damit verbundenen Parteigründungen wird 1991 Frederick Chiluba zum neuen Präsident gewählt, die neue Regierungspartei ist nun die MMD. Nach der umstrittenen Wahl am 2. Januar 2002 wird Levy Mwanawasa Präsident und Staatschef. Die Wahl wird von EU-Beobachtern als chaotisch und nicht fair bezeichnet.
Politik
Nach der Verfassung von 1991 ist Sambia eine Präsidialrepublik im Commonwealth. An der Spitze der Exekutive steht der für fünf Jahre gewählte Staatspräsident, der zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Der Präsident ernennt den Ministerpräsidenten. Das Parlament setzt sich aus 150 gewählten Mitgliedern zusammen. Stärkste Partei ist das Movement for Multi-Party Democracy, die Partei des Präsidenten. Die Länge der Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. 27 Vertreter ethnischer Gruppen bilden das House of Chiefs. Das Rechtswesen orientiert sich am britischen Recht sowie (meist familienrechtlich) an Stammesrecht.
Provinzen
Der Staat gliedert sich in neun Provinzen:
(Hauptstädte in Klammern)
- Central Province - (Kabwe)
- Copperbelt Province - (Ndola)
- Eastern Province - (Chipata)
- Luapula Province - (Mansa)
- Lusaka Province - (Lusaka)
- Northern Province - (Kasama)
- | | |