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Bao Dai
Bao Dai (Bảo Đại, auf chinesisch 保大帝), eigentlich Nguyễn Vĩnh Thụy ( - 22. Oktober 1913 in Hue; † 30. Juli 1997) war der letzte Kaiser von Vietnam, 13. Kaiser der Nguyễn-Dynastie.
Nachdem er in Frankreich erzogen worden war, wurde er 1926 zum Kaiser gekrönt, war aber nicht in der Lage, sich der französischen Kontrolle seiner Regierung zu entziehen - Vietnam blieb ein Teil von Französisch-Indochina. 1940 während des Zweiten Weltkriegs drang Japan in Indochina ein gleichzeitig mit der Invasion ihres Verbündeten Deutschlands in Frankreich. Die Japaner ließen die französische Administration bestehen, aber diktierten die Politik im Hintergrund. Für Vietnam und Bao Dai gab es somit eine Art doppelter Marionetten-Regierung. Diese Konstellation hatte bis 9. März 1945 Bestand, als die Franzosen verdrängt wurden. Bao Dai blieb danach nur noch die Wahl, sich den Japanern zu unterwerfen.
Die Japaner ergaben sich den Alliierten im August 1945, worauf die kommunistischen Viet Minh unter Ho Chí Minh darauf abzielten, die Macht zu ergreifen.
Ho konnte Bao Dai dazu bringen, wegen seiner Beziehungen zu den Japanern am 25. August 1945 abzudanken und die Macht an die Viet Minh zu übergeben, was der neuen Regierung einen hohen Grad an Legitimität bei der Bevölkerung verschaffte. Bao Dai wurde zum "Obersten Berater" der neuen Regierung in Hanoi ernannt, die am 2. September die Unabhängigkeit proklamierte.
1950 bildete Frankreich in Saigon eine Gegenregierung unter Bao Dai, die von Großbritannien, den USA und den Vereinten Nationen anerkannt wurde.
Als 1954 auf der Indochinakonferenz Vietnam geteilt wurde, blieb Bao Dai zwar zunächst Staatsoberhaupt von Südvietnam, ging aber nach Paris. Im Folgejahr wurde Südvietnam durch ein von seinem katholisch-nationalistischen Ministerpräsidenten Ngô Dình Diem veranstaltetes Referendum zur Republik, Ngô Dình Diem wurde Präsident.
1997 verstarb Bao Dai in Paris und wurde im Cimetière de Passy begraben. An sein Grab erinnert die heutige Regierung mit Photos in der alten kaiserlichen Villa in Da Lat.
Einen interessanten Einblick in das Leben dieses umstrittenen vietnamesischen Kaisers zeigen die kaiserlichen Villen in Da Lat (Hochland, Bauhausstil) und die an exponierter Lage am Meer gelegenen Villen in Nha Trang und Vung Tau (frz. Jugendstil), die teilweise als Museum hergerichtet wurden und ein interessantes Zeitzeugnis des Leben des spätkolonialen Vietnams darstellen.
- Ehefrauen:
- Jeanne Marie-Thérèse (Mariette) Nguyen Huu-Hao Thi Lan (1914-1963) (Hoang Hau Nam Phuong, "The Southern Empress")
- Phu Anh (1946), Hoang, (1946) (eine Tochter)
- Bui Mong Diep (1955) (zwei Kinder)
- Monique Baudot (Princess Monique Vinh Thuy, dann Thai Phuong Hoang-Hau) (1972)
- Ältester Sohn: Bao Long, present head of the Nguyen Dynasty.
- Tochter: Kim Duc II.
- Enkel: Prinz EVron.
- Urenkel: Alexander.
Kategorie:Mann
Kategorie:Kaiser (Vietnam)
Kategorie:Politiker (Vietnam)
ja:バオ・ダイ
22. OktoberDer 22. Oktober ist der 295. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 296. in Schaltjahren) - somit bleiben 70 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1797 - André-Jacques Garnerin springt mittels Fallschirm aus einem Ballon. Sein Sprung ist der erste Fallschirmsprung in Europa.
- 1836 - Sam Houston wird erster Präsident der unabhängigen Republik Texas.
- 1895 - Nach einem spektakulären Eisenbahnunfall im Bahnhof Montparnasse in Paris wird der Lokführer zu 50 Franc Strafe verurteilt und muss für zwei Monate ins Gefängnis.
- 1904 - Doggerbank-Zwischenfall. Beschuss britischer Fischerboote vor der Doggerbank durch die Russische Ostseeflotte.
- 1943 - Ein Britischer Bombenangriff auf Kassel zerstört die Stadt größtenteils und führt zum Tod tausender Bewohner.
- 1946 - In der Sowjetischen Besatzungszone werden rund 2100 Wissenschaftler und Spezialisten zusammen mit ihren Familien zu Reparationsleistungen in die Sowjetunion verschleppt
- 1948 - Walter Ulbricht erklärt die Oder-Neiße-Grenze zwischen Deutschland und Polen als endgültig
- 1953 - König Sisavong Vong von Laos ruft einseitig die vollständige Unabhängigkeit des Landes von Frankreich aus.
- 1962 - John F. Kennedy kündigt nach der Entdeckung von sowjetischen Raketenabschussbasen auf Kuba eine Blockade des für die Insel bestimmten Flug- und Schiffsverkehrs an. Siehe Kubakrise
- 1962 - In der Sowjetunion wird Oberst Oleg Penkowski wegen Spionage für die USA und England verhaftet.
- 1990 - Ein Handelsabkommens zwischen der EU und Rumänien wird unterzeichnet.
- 1990 - Souveränitätserklärung von Turkmenistan, das sich somit von der aufgelösten Sowjetunion lossagt.
- 1999 - Maurice Papon, ein Vertreter des Vichy-Regimes in Frankreich während des 2. Weltkriegs, 1961 verantwortlich für die Todesschüsse auf algerische Demonstranten in Paris, tritt seine Gefängnisstrafe aufgrund seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
- 1938 - Die erste Herstellung einer Fotokopie einer Schriftvorlage gelingt Chester Carlson in einem Labor, Nähe New York, der darauf ein Patent erhält.
- 1968 - Nach 163 Erdumkreisungen wassert Apollo 7 sicher im Atlantik.
Kultur
- 1725 - Uraufführung des Singspiels "Die Hamburger Schlacht-Zeit, oder Der mißgelungene Betrug" von Reinhard Keiser am Theater am Gänsemarkt in Hamburg.
- 1904 - Mit der "B.Z. am Mittag" erscheint in Berlin die erste deutsche Boulevard-Zeitung im Straßenverkauf.
- 1959 - Uraufführung des Antikriegsfilms "Die Brücke" von Bernhard Wicki.
- 1962 - Uraufführung der Oper "L'opéra d'Aran" ("Die Oper von der Insel Aran") von Gilbert Bécaud in Paris
- 1964 - Jean-Paul Sartre lehnt den ihm verliehenen Literaturnobelpreis ab.
- 1965 - Ein Kulturabkommen zwischen Deutschland und Portugal wird unterzeichnet und am 29. Dezember 1966 in Kraft treten.
- 1985 - Erstausstrahlung der Serie "Die Schwarzwaldklinik" im ZDF
- 1987 - Uraufführung der Oper "Nixon in China" von John Adams an der Grand Opera an Houston, Texas.
- 2005 - Mit einem [http://www.nightwish.com/deutsch/lettertotarjade.html offenen Brief] wird die Sängerin der Band Nightwish offiziell aus der Band ausgeschlossen
Religion
- 1844 - Die von der Miller-Bewegung erwartete Wiederkehr von Jesus Christus bleibt aus. Enttäuschte Anhänger gründen später die Siebenten-Tags-Adventisten.
- 1922 - Wiederbezug der Benediktinerabtei St. Matthias (Trier)
- 1978 - Mit der Inthronisation von Papst Johannes Paul II. beginnt dessen Pontifikat.
Katastrophen
- 1707 - Strandung von 4 Schiffen eines Geschwaders der Royal Navy unter Admiral Sir Clowdisley Shovell auf den Scilly Inseln wegen Navigationsfehlern. Über 1600 Tote, 26 Überlebende
- 1940 - Nach der Kollision mit einem Frachtschiff sinkt der kanadischen Zerstörer "Margaree" im Nordatlantik. Dabei sterben 140 Menschen.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
Leichtathletik
- 700 - Willibald von Eichstätt, erster Bischof von Eichstätt
- 1197 - Juntoku, 84. Kaiser von Japan
- 1511 - Erasmus Reinhold, deutscher Astronom und Mathematiker
- 1565 - Benedikt Carpzov der Ältere, deutscher Professor für Rechtswissenschaften
- 1591 - Alfonso III. d'Este, ältester Sohn des Herzogs Cesare d'Este
- 1605 - Frédéric-Maurice de La Tour d'Auvergne, duc de Bouillon, französischer General
- 1648 - Alexei I., russischer Zar
- 1688 - Nadir Schah, Schah von Persien
- 1689 - Johann V., portugiesischer König
- 1729 - Johann Reinhold Forster, deutscher Naturforscher
- 1751 - Nathanael Gottfried Leske, deutscher Naturforscher
- 1761 - Antoine Barnave, französischer Politiker
- 1811 - Franz Liszt, Pianist und Komponist
- 1818 - Charles Marie Leconte de Lisle, französischer Dichter
- 1844 - Sarah Bernhardt, französische Schauspielerin
- 1858 - Auguste Viktoria, deutsche Kaiserin
- 1859 - Karl Muck, deutscher Dirigent
- 1860 - Traugott Tamm, deutscher Schriftsteller
- 1869 - Oskar Hergt, deutscher Politiker
- 1870 - Iwan Bunin, russischer Dichter
- 1872 - Alessio Ascalesi, Erzbischof von Neapel und Kardinal
- 1880 - Jan van Beek, niederländischer Fußballspieler
- 1881 - Clinton Davisson, US-amerikanischer Physiker (Physiknobelpreis 1937)
- 1881 - Johannes Freumbichler, österreichischer Heimatschriftsteller
- 1885 - Giovanni Martinelli, italienischer Opernsänger (Tenor)
- 1891 - Kurt Hickethier, deutscher Arzt
- 1899 - Otto Krayer, deutscher Arzt und Pharmakologe
- 1900 - Karl Walz, deutscher Politiker (CDU)
- 1903 - George Beadle, US-amerikanischer Biologe
- 1903 - Curly Howard, amerikanischer Komiker (The Three Stooges)
- 1906 - Kees van Baaren, niederländischer Komponist und Lehrer
- 1906 - Fritz Cremer, deutscher Bildhauer
- 1913 - Robert Capa, US-amerikanischer Fotograf
- 1913 - Bao Dai, letzter Kaiser von Vietnam
- 1913 - Hans-Peter Tschudi, Schweizer Politiker
- 1919 - Doris Lessing, englische Schriftstellerin
- 1920 - Timothy Leary, US-amerikanischer Psychologe
- 1921 - Georges Brassens, französischer Chansonnier
- 1921 - Herbert Gruhl, deutscher Politiker und Umweltschützer
- 1923 - Bert Trautmann, deutscher Fußballspieler
- 1925 - Robert Rauschenberg, US-amerikanischer Maler
- 1929 - Lew Jaschin, sowjetischer Torwart
- 1934 - Julio Jiménez, spanischer Radrennfahrer
- 1936 - Jacques Berndorf, Schriftsteller und Journalist
- 1937 - Manos Loïzos, griechischer Komponist
- 1938 - Sir Derek Jacobi, britischer Schauspieler
- 1938 - Christopher Lloyd, US-amerikanischer Schauspieler
- 1938 - Claus Hipp, deutscher Unternehmer und Künstler
- 1939 - Joaquím Alberto Chissano, mosambikanischer Unabhängigkeitskämpfer, Staatspräsident
- 1942 - Annette Funicello, US-amerikanische Sängerin
- 1943 - Catherine Deneuve, französische Filmschauspielerin
- 1943 - Urszula Dudziak, polnische Jazzsängerin
- 1943 - Robert Fuller, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Robert Long, niederländischer Sänger und Songschreiber
- 1943 - Wolfgang Thierse, deutscher Politiker (SPD), Bundestagsvizepräsident
- 1943 - Hans Hartz, deutscher Musiker
- 1945 - Leslie West, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1946 - Eddie Brigati, US-amerikanischer Sänger
- 1948 - Arsène Wenger, französischer Fußballtrainer
- 1949 - Manfred Trojahn, deutscher Komponist
- 1949 - Butch Goring, kanadischer Eishockeyspieler und -trainer
- 1952 - Jeff Goldblum, US-amerikanischer Schauspieler
- 1959 - Stefan Kurt, Schweizer Schauspieler
- 1963 - Brian Boitano, US-amerikanischer Eiskunstläufer
- 1964 - DraÏen Petroviç, kroatischer Basketballspieler
- 1965 - Alison Louise Kennedy, britische Schriftstellerin
- 1967 - Ulrike Maier, österreichische Skirennläuferin
- 1969 - Helmut Lotti, belgischer Sänger
- 1975 - Michel Salgado, spanischer Fußballspieler
- 1975 - Steve Vermaut, belgischer Radrennprofi
- 1975 - Ulyana Gumeniuk, ukrainische Malerin
Gestorben
Ulyana Gumeniuk
Ulyana Gumeniuk
Ulyana Gumeniuk
- 741 - Karl Martell, fränkischer Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger
- 1100 - Břetislav II., böhmischer Herzog der Přemysliden, ermordet
- 1383 - Ferdinand I. der Schöne, portugiesischer König 1367-1383
- 1563 - Diego de Siloé, spanischer Baumeister und Bildhauer
- 1764 - Jean Marie Leclair, französischer Geiger, Komponist
- 1802 - Samuel Arnold, englischer Komponist und Organist
- 1818 - Joachim Heinrich Campe, deutscher Schriftsteller, Sprachforscher und Pädagoge
- 1843 - Roman Soltyk, polnischer General
- 1847 - Henriette Herz, deutsche Schriftstellerin
- 1849 - Gottlob König, deutscher Forstwissenschaftler
- 1854 - Jeremias Gotthelf, Schweizer Schriftsteller
- 1859 - Louis Spohr, deutscher Komponist
- 1863 - Johann Friedrich Böhmer, deutscher Historiker ( - 1795)
- 1882 - Ion Andreescu, rumänischer Maler
- 1882 - János Arany, ungarischer Dichter
- 1902 - Walter Hauser, Schweizer Politiker, Staatspräsident
- 1906 - Paul Cézanne, französischer Maler des Impressionismus
- 1919 - Hermann Weingärtner, deutscher Turner und Olympiasieger
- 1922 - Lyman Abbott, US-amerikanischer Religionsphilosoph
- 1928 - Andrew Fisher, australischer Premierminister
- 1943 - Josef Venantius von Wöss, österreichischer Kirchenmusiker, Komponist und Verlagsredakteur
- 1953 - Albert Meyer, Schweizer Politiker
- 1954 - Oswald de Andrade, brasilianischer Schriftsteller
- 1957 - Bok de Korver, niederländischer Fußballspieler
- 1959 - Jorgo Busianis, griechischer Maler
- 1965 - Paul Tillich, deutscher protestantischer Theologe und Religionsphilosoph
- 1969 - Tommy Edwards, US-amerikanischer Sänger
- 1973 - Pablo Casals, Cellist, Komponist und Dirigent
- 1975 - Arnold J. Toynbee, britischer Kulturtheoretiker und Geschichtsphilosoph
- 1976 - Else Brökelschen, deutsche CDU-Politikerin
- 1979 - Arnold Joseph Toynbee, britischer Historiker
- 1979 - Nadia Boulanger, französische Musikpädagogin, Komponistin und Dirigentin
- 1981 - David Burghley, britischer Leichtathlet und langjähriger IAAF-Präsident
- 1986 - Albert von Szent-Györgyi Nagyrapolt, ungarischer Biochemiker (Medizinnobelpreis 1937)
- 1986 - Ye Jianying, chinesischer Politiker, Staatsoberhaupt der Volksrepublik China
- 1987 - Jerzy Chromik, polnischer Leichtathlet
- 1987 - Lino Ventura, französischer Filmschauspieler
- 1990 - Werner Jarowinsky, war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED in der DDR
- 1993 - Jiri Hájek, tschechoslowakischer Politiker
- 1994 - Tilli Breidenbach, deutsche Schauspielerin ("Lindenstraße")
- 1995 - Mary Wickes, US-amerikanische Schauspielerin
- 1998 - Eric Ambler, englischer Schriftsteller
- 2002 - Richard Helms, US-amerikanischer Politiker und CIA-Chef
- 2004 - Jean-François Leuba, ehem. schweizerischer Nationalratspräsident
- 2005 - Franky Gee alias "Captain Jack", kubanischer Musiker
- 2005 - Arman, französisch-US-amerikanischer Objektkünstler und Mitbegründer des Nouveau Réalisme
Feier- und Gedenktage
- Gedenktag des Heiligen Ingbert
- Gedenktag des Seligen Kaiser Karl
Siehe auch
- 21. Oktober - 23. Oktober
- 22. September - 22. November
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1022
ja:10月22日
ko:10월 22일
simple:October 22
th:22 ตุลาคม
Hue (Vietnam)Hue (Huế) ist eine Stadt in Mittelvietnam mit ca. 200.000 Einwohnern, gelegen am Parfüm-Fluss (Huong Giang). Sie ist Sitz des Erzbistums Huê
Die Zitadelle mit der verbotenen Stadt, die nach dem Vorbild in Peking entstand, wurde 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Sie war während der Tet-Offensive 1968 sehr stark zerstört worden.
Geographie
1968
Hue ist eine Hafenstadt am Südchinesischen Meer. Sie liegt auf 16° 28' n.Br. und 107° 35' ö.L. Zwischen Hue und dem südlicher gelegenen Da Nang verläuft am Wolkenpass eine ausgeprägte Wetterscheide. Das Klima ist feucht-tropisch mit einer Jahresniederschlagssumme von 3031 mm und 11-12 humiden Monaten.
Geschichtliches
- Hauptstadt des Königreiches Annam
- Hauptstadt von Vietnam unter der Nguyen-Dynastie von 1802 bis 1945
- Grenze zwischen Nord-und Südvietnam nördlich der Stadt. Die sog. Entmilitarisierte Zone erlebte die schwersten Kämpfe während des Vietnamkrieges
Vietnamkrieg
Hué war eines der Zentren buddhistischen Mönchtums im vom Buddhismus geprägten Südvietnam und Sitz eines katholischen Erzbistums. Als Südvietnams katholischer Diktator Ngo Dinh Diem das hissen der bunten buddhistischen Fahnen bei den traditionellen Umzügen am 8. Mai 1963 zu Buddhas Geburtstag - ähnlich den katholischen Fronleichnamsprozessionen - provozierend auf die rot-gelb gestreifte Nationalflagge begrenzen will, kommt es in Hué zu Protesten, die mit Toten enden. Die Proteste des nächsten Tages, die mit "Tränengas" von der Polizei bekämpft werden sollte, enden ebenfalls katastrophal, weil sich die Tränengaspatronen aus ehemals französischen Kolonialbeständen inzwischen zu Säure umgewandelt haben und die Protestierenden verätzen. Provozierende Äußerungen von Diem, seinem als Präsidentenberater fungierenden Bruder Nhu und dessen Ehefrau sowie die systematische religiöse Diskriminierung, die mit dem Verbot von Scheidung, Empfängnisverhütung, Tanzen, Schönheitskonkurrenzen, Glücksspiel, Wahrsagen, Hahnenkämpfen und Prostitution einhergingen, luden die Situation schon länger auf. Am 10. Juni 1963 verbrennt sich der buddhistische Mönch Thich Quang Duc auf einem Platz im Zentrum von Saigon vor laufenden Kameras aus Protest selbst. Madame Nhu und ihr Ehemann geben dazu zynische Kommentare vor der Weltpresse ab, die den Protest noch steigern. Innerhalb einer Woche kommt es an verschiedenen Orten, auch in Hué, zu drei weiteren Selbstverbrennungen. In Hué kommt es zu schweren Zusammenstößen, als schwer bewaffnetes Militär mit aufgepflanztem Bajonett die verkohlte Leiche des fünften Mönchs, der sich selbst verbrannt hatte, sicherstellen will. Als Nhu nun einen "Gegenschlag" gegen die Buddhisten führt, werden am 20. August schwerbewaffnete Verbände seiner Privatmiliz, seinem Geheimdienst und andere Bewaffnete in Saigon und Hué zur Pagode entsandt, mit dem Ziel, möglichst viele Buddhisten gefangen zu nehmen und die Pagode zu schleifen. Unter den Augen des amerikanischen Konsuls werden dreißig buddhistische Mönche ermordet und die in ganz Asien bekannte Riesenstatue Buddhas zerstört. Buddhisten fliehen in die Residenz des amerikanischen Konsuls und die amerikanische Agentur für internationale Entwicklung, die sich im gleichen Viertel wie die Pagode befinden. Am 2. September gibt Präsident John F. Kennedy ein Interview, in dem er Änderungen in der Politik und "im personellen Bereich" fordert, womit er Diem praktisch den Rücktritt nahelegt.
Religionsgemeinschaften
Hue ist Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs. (siehe Erzbistum Huê)
Sehenswürdigkeiten
Erzbistum Huê
Erzbistum Huê
- Zitadelle und verbotene Stadt
- Pagoden
- Kaisergräber, einige Kilometer flussaufwärts gelegen (die wichtigsten):
- Grabmal des Nguyễn-Königs Minh Mang
- Grabmal des Tu Duc
- Grabmal des Kai Dinh
- Entmilitarisierte Zone
- Bach-Ma-Nationalpark
- Kathedrale Notre Dame
- Hue-Museum, Provinzmuseum, Ho-Chi-Minh-Museum
- Quoc-Hoc-Schule
Söhne und Töchter der Stadt
- Bao Dai, letzter Kaiser von Vietnam
- Ngo Dinh Diem, erster Präsident von Südvietnam
- Nguyen Ngoc Loan, südvietnamesischer General
Kategorie:Ort in Vietnam
Kategorie:Weltkulturerbe
ja:フエ
30. JuliDer 30. Juli ist der 211. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 212. in Schaltjahren) – somit bleiben noch 154 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 101 v. Chr.: Gaius Marius schlägt die Kimbern auf den Raudischen Feldern nahe Vercellae (das heutige Vercelli) vernichtend und bannt damit Germanengefahr aus dem Norden.
- 1419: Der 1.Prager Fenstersturz läutet für Mitteleuropa die Zeit der Hussitenkriege ein (bis 1434).
- 1502: Christoph Kolumbus entdeckt Honduras.
- 1505: Auf dem Reichstag zu Köln entscheidet Kaiser Maximilian I. den Landshuter Erbfolgekrieg: Das Herzogtum Pfalz-Neuburg entsteht.
- 1945: Japanische Kriegsschiffe versenken die USS Indianapolis. 883 Amerikaner werden getötet.
- 1977: Bei einem Entführungsversuch der RAF wird Jürgen Ponto, Vorstandssprecher der Dresdner Bank, in seinem Haus in Oberursel (Taunus) erschossen.
- 1980: Die Inselgruppe Vanuatu wird unabhängig von Frankreich und dem Vereinigten Königreich.
- 1982: Gründung der Universität Castilla La-Mancha in Spanien.
- 1983: Nach schweren Unruhen verbietet die Regierung Sri Lankas die größte Tamilenpartei, die Tamil United Liberation.
- 2002: In Pretoria (Südafrika) unterzeichnen die Demokratische Republik Kongo und Ruanda ihr Friedensabkommen.
Wirtschaft
- 2003: Der letzte VW Käfer rollt im Volkswagenwerk in Pueblo (Mexiko) vom Band.
Wissenschaft und Technik
Kultur
- 1791: Uraufführung der Oper The Surrender of Calais von Samuel Arnold im Little Theatre in London.
Religion
- 2002: 5. Besuch von Papst Johannes Paul II. in Mexiko
Katastrophen
- 1917: Ein Erdbeben der Stärke 6,5 im Kaiserreich China, ca. 1.800 Tote
- 1971: Morioka, Japan. Kollision einer japanischen Boeing 727 mit einem Kampfjet F-86. Alle 162 Menschen starben.
- 2004: Bei einer Gasexplosion in Belgien sterben 16 Menschen.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe dort
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1932: Eröffnung der X. Olypischen Sommerspiele in Los Angeles, USA
- 1966: England wird nach einem 4:2-Sieg (nach Verlängerung) in einem dramatischen Endspiel (Wembley-Tor) gegen Deutschland Fußballweltmeister.
Geboren
- 1511: Giorgio Vasari, italienischer Maler
- 1641: Reinier De Graaf, niederländischer Arzt und Forscher
- 1751: Maria Anna Mozart, Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart und Tochter von Leopold Mozart
- 1794 Johann Martin Lappenberg, deutscher Historiker
- 1801: Napoléon Lannes de Montebello, französischer Staatsmann und Diplomat
- 1814: Johann G. Halske, deutscher Techniker
- 1818: Emily Brontë, britische Schriftstellerin
- 1855: Wilhelm von Siemens, deutscher Industrieller (Sohn des Firmengründers Werner von Siemens)
- 1856: Richard Burdon Haldane, britischer Politiker und Philosoph
- 1857: Thorstein Bunde Veblen, US-amerikanisch-norwegischer Ökologe und Soziologe
- 1863: Henry Ford, US-amerikanischer Unternehmer
- 1868: Alfred Weber, deutscher Nationalökonom
- 1879: Hans Franck, deutscher Schriftsteller
- 1888: Werner Jaeger, führender Philologe des 20. Jahrhunderts
- 1889: Frans Masereel, belgischer Künstler
- 1889: Wladimir Sworykin, Ingenieur, Physiker und Erfinder (Kineskop-Röhre)
- 1896: Johanna Hofer, deutsche Schauspielerin (Ehefrau von Fritz Kortner)
- 1898: Henry Moore, englischer Bildhauer und Maler
- 1908: Arno Assmann, deutscher Schauspieler
- 1909: Cyril Northcote Parkinson, britischer Historiker und Soziologe
- 1911: Wolf Ackva, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 1914: Michael Morris, 3. Baron Killanin, irischer Journalist und Sportfunktionär (IOC-Präsident)
- 1922: Miron Białoszewski, polnischer Dichter
- 1922: Hansgeorg Stengel, deutscher Journalist, Schriftsteller, Satiriker und Kabarettist
- 1928: Chris Howland, britisch-deutscher Schauspieler und Entertainer
- 1929: Chris McGuire, US-amerikanische Sängerin
- 1929: Werner Tübke, deutscher Maler
- 1931: Moshe Atzmon, jüdischer Dirigent
- 1933: Edward Byrnes, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1933: Irene Ruttmann, deutsche Schriftstellerin
- 1936: Buddy Guy, US-amerikanischer Musiker
- 1936: Dietz Werner Steck, deutscher Schauspieler (Tatort)
- 1939: Peter Bogdanovich, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1941: Paul Anka, US-amerikanischer Sänger
- 1945: Patrick Modiano, französischer Schriftsteller
- 1945: David Sanborn, US-amerikanischer Musiker
- 1946: Jeffrey Hammond-Hammond, britischer Musiker
- 1947: Arnold Schwarzenegger, österreichisch-US-amerikanischer Schauspieler, Gouverneur von Kalifornien
- 1947: William Atherton,US-amerikanischer Bühnen- und Filmschauspieler
- 1948: Jean Reno, französischer Schauspieler
- 1949: Joyce Jones, US-amerikanische Sängerin
- 1949: Hugh Nicholson, britischer Musiker
- 1950: Frank Stallone, US-amerikanischer Sänger
- 1958: Kate Bush, britische Sängerin und Songschreiberin
- 1959: Petra Felke, deutsche Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1960: Richard Linklater, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1960: Daniel McDonald, amerikanischer Schauspieler
- 1961: Laurence Fishburne, US-amerikanischer Schauspieler
- 1963: Lisa Kudrow, amerikanische Schauspielerin
- 1963: Neal McCoy, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1964: Jürgen Klinsmann, deutscher Fußballer
- 1964: Vivica A. Fox, amerikanische Schauspelerin
- 1966: Kerry Fox, neuseeländische Schauspielerin
- 1968: Robert Korzeniowski, polnischer Leichtathlet
- 1971: Tom Green, amerikanischer Komiker
- 1971: Christine Taylor, amerikanische Schauspielerin, Ehefrau von Ben Stiller
- 1974: Hilary Swank, US-amerikanische Schauspielerin
- 1976: Nikolai Kinski, deutscher Schauspieler
- 1977: Jaime Pressly, amerikanische Schauspielerin
- 1982: Michael Johnson, US-amerikanischer Sänger
Gestorben
Michael Johnson
Michael Johnson
- 579: Benedikt I. (Papst),
- 1233: Konrad von Marburg, Franziskanermönch, Großinquisitor und Politiker
- 1505: Johannes Welmecher, Weihbischof in Köln
- 1540: Erich I. (Calenberg-Göttingen), der Ältere
- 1683: Maria Theresia von Spanien, Cousine und Frau von Ludwig XIV.
- 1691: Daniel Georg Morhof, deutscher Literaturhistoriker und Polyhistor
- 1718: William Penn, gründete die Kolonie Pennsylvanien
- 1771: Thomas Gray, englischer Dichter, Gelehrter und Briefe-Schreiber
- 1775: Christian Reichart, deutscher Begründer des Gartenbaus
- 1811: Miguel Hidalgo, mexikanischer Priester und Revolutionär
- 1866: Gábor Egressy, ungarischer Schauspieler
- 1868: Michael Tompa, ungarischer Dichter
- 1884: Mark Pattison, englischer Autor
- 1890: Ferdinand Schmidt, Schriftsteller und Volkspädagoge
- 1898: Otto von Bismarck, deutscher Reichskanzler
- 1899: Oktavio Philipp von Boehn, preußischer General der Infanterie
- 1912: Anton Fischer, Erzbischof von Köln, Kardinal
- 1917: Harrison Gray Otis, US-amerikanischer Verleger
- 1924: Wilhelm Marx, deutscher Kommunal- und Strukturpolitiker
- 1929: Karl Henckell, deutscher Schriftsteller
- 1931: Johannes Benjamin Brennecke, Geheimer Sanitätsrat und Arzt
- 1935: Adolf Damaschke, deutscher Pädagoge und Führer der Bodenreformbewegung
- 1941: Hugo Becker, deutscher Cellist, Cellolehrer und Komponist
- 1943: Anna Croissant-Rust, deutsche Schriftstellerin
- 1944: Nikolai Nikolajewitsch Polikarpow, sowjetischer Flugzeugkonstrukteur
- 1947: Rohan Koda, japanischer Schriftsteller
- 1955: Fritz Schuler, deutscher Politiker
- 1967: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Leiter des Krupp-Konzerns von 1942 bis 1967.
- 1967: Antonio Drapier, Erzbischof und emeritierter apostolischer Delegat für Indochina
- 1968: Jón Leifs, isländischer Komponist
- 1969: Konstantin Prinz von Bayern, deutscher Politiker und MdB
- 1970: George Szell, ungarisch-amerikanischer Dirigent
- 1970: Sir John Barbirolli, britischer Dirigent
- 1974: 'Mama' Cass Elliot, US-amerikanische Sängerin
- 1976: Rudolf Karl Bultmann, deutscher evangelischer Theologe und Philosoph
- 1977: Jürgen Ponto, ehemaliger Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG
- 1978: Umberto Nobile, italienischer Luftschiffpionier
- 1980: Elli Schmidt, Vorsitzende des DFD in der DDR
- 1983: Robert Vandivier, US-amerikanischer Basketballspieler
- 1993: Edward Raczyński, polnischer Diplomat und Politiker
- 1995: Aleksander Bardini, polnischer Schauspieler und Regisseur
- 1995: Nikolai Dmitrijewitsch Kusnezow, sowjetischer Triebwerkskonstrukteur
- 1996: Claudette Colbert, französisch-US-amerikanische Schauspielerin
- 1996: Magda Schneider, deutsche Schauspielerin (Mutter von Romy Schneider)
- 1997: Bao Dai, war der letzte Kaiser von Vietnam
- 2001: Anton Schwarzkopf, deutscher Konstrukteur von Achterbahnen
- 2002: Willy Mattes, österreichischer Komponist
- 2003: Hansgeorg Stengel, deutscher Journalist, Schriftsteller, Satiriker und Kabarettist
- 2003: Sam Phillips, Entdecker von Elvis Presley
- 2004: Ellen Auerbach, Deutsch-US-amerikanische Fotokünstlerin
- 2004: Wolfgang Ullmann, deutscher Theologe, Kirchenhistoriker und Politiker
- 2004: Andre Noble, kanadischer Schauspieler
- 2005: Erni Singerl, deutsche Schauspielerin
- 2005: John Garang, sudanesischer Rebellenchef, später Vizepräsident des gesamten Sudan
Feier- und Gedenktage
- Nationalfeiertag in Marokko
Siehe auch
: 29. Juli – 31. Juli
: 30. Juni – 30. August
: Historische Jahrestage, Zeitskala
: Wikipedia:Glaskugel
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Vietnam
Vietnam (vietnamesisch Việt Nam, chin. 越南 = Südlich von Yuè) ist ein Staat in Südostasien. Der offizielle Name lautet Sozialistische Republik Vietnam (Cộng Hòa Xã Hội Chủ Nghĩa Việt Nam). Vietnam grenzt an China, Laos, Kambodscha und an das Südchinesische Meer. Nach Jahrzehnten des Krieges war es in den 1980er Jahren eines der ärmsten Länder Asiens. Seit Ende der 1980er Jahre verfolgt das Land eine auf Wirtschaftswachstum ausgerichtete Politik, die die wirtschaftlichen Verhältnisse stetig verbessert hat und das Land dem Status eines Schwellenlandes angenähert hat.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Vietnams
Vietnam ist mit 331.688 Quadratkilometern Größe etwas kleiner als Deutschland. Flachland macht nur etwa 20 % der Fläche aus. Der Rest sind bergige (40 %) oder hügelige Gebiete (40 %). Der Norden setzt sich aus dem Delta des Roten Flusses und den Hochländern im Nordwesten mit dem Phan-xi-păng (3143 m) zusammen. Im Süden gibt es neben flachen Küstengebieten das Delta des Mekong, Gebirge und das Hochplateau Tay Nguyen.
Tay Nguyen
Das Klima ist tropisch und vom Monsun geprägt. Im Gegensatz zum Süden kühlt es in Nordvietnam von November bis April deutlich ab. Temperaturen schwanken zwischen 5° C und 37° C und die Niederschläge zwischen 1200 und 3000 cm pro Jahr. Die Luftfeuchtigkeit beträgt durchschnittlich 84 %.
Die wichtigsten Städte des Landes sind Hà Nội und Thành phố Hồ Chí Minh (Ho-Chi-Minh-Stadt). Weitere bedeutende Städte sind Cần Thơ, Đà Nẵng, Hải Phòng Nha Trang, und Huế.
Siehe auch: Liste der Städte in Vietnam
Bevölkerung
Die Bevölkerungszahl Vietnams wird auf etwa 83,5 Millionen Menschen geschätzt, was in etwa der Bevölkerung Deutschlands entspricht. Die Bevölkerung ist im Schnitt sehr jung: Landesweit sind etwa 30 % der Menschen unter 14 Jahre alt, und nur etwa 5 % sind über 65. Das Bevölkerungswachstum wird auf 1,3 bis 1,4 % geschätzt. Die Geburtenrate ist tendenziell rückläufig, während aufgrund verbesserter medizinischer Bedingungen die Sterberate ebenfalls sinkt. Die Lebenserwartung liegt momentan bei 64 Jahren für Männer und 68 Jahren für Frauen.
Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in den dicht besiedelten Gebieten der Mündungsdeltas vom Roten Fluss und Mekong, in denen Landwirtschaft vorherrscht. Trotz der agrarischen Prägung leben bereits rund 25 % der Vietnamesen in den urbanen Regionen der großen Städte, und die Zuwanderung aus den wirtschaftlich wenig entwickelten ländlichen Gebieten (Landflucht) nimmt stetig zu.
Etwa 88 % der Bevölkerung sind ethnische Vietnamesen ("Viet", oder Kinh). Daneben sind 53 ethnische Minderheitengruppen anerkannt. Die größte davon sind die "Auslandschinesen" (vietnamesisch: "Hoa"), deren Zahl auf etwa 1,2 Millionen geschätzt wird. Die Mehrzahl von ihnen sind Nachfahren von Einwanderern, die 1644, nach dem Zusammenbruch der Ming-Dynastie, ins Land gekommen waren. Weitere Volksgruppen sind Thai, Khmer (vor allem im Süden, der Region des Mekong-Deltas, die über Jahrhunderte zu Kambodscha gehörte) und die, unter der Sammelbezeichnung "Bergvölker" (Montagnards) bekannten, Bewohner der Bergregionen. Letztere, die als die ursprünglichen Bewohner des kontinentalen Südostasiens gelten, wurden im Verlauf der Geschichte in Vietnam, Thailand, Myanmar und Laos von den zugewanderten Mehrheitsvölkern aus den fruchtbareren Regionen der Flussebenen und Küsten in die unzugänglichen Bergregionen verdrängt. Diese Völker sind bis heute von der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Länder weitgehend abgeschnitten und leben in vergleichsweiser Armut. Kultur und Sprache der Minderheiten unterscheiden sich meist sehr stark von jener der Vietnamesen.
Da Angehörige der "Bergvölker" im Indochinakrieg und im Vietnamkrieg jeweils auf Seiten Frankreichs bzw. der USA kämpften, gab es nach der Wiedervereinigung Vietnams Repressionen gegen diese Völker, und sie sind in der Gesellschaft teils nicht gut angesehen.
Der Human Development Index von Vietnam, der neben dem Wirtschaftswachstum auch die Lebenserwartung und das Bildungsniveau sowie die Alphabetisierungsrate berücksichtigt, lag 2004 bei 0,69 (Platz 112 von 177 Staaten). Danach ist die Lebensqualität etwa vergleichbar mit der in vielen arabischen oder südamerikanischen Ländern. Sie ist besser als die in den südostasiatischen Entwicklungsländern (Kambodscha, Laos, Myanmar), reicht aber nicht an die in den Schwellenländern der Region heran.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Vietnams
Vietnam hat eine über 2.700 Jahre alte Geschichte. Etwa eintausend Jahre lang wurde es von China beherrscht. Es erlangte im 10. Jahrhundert die Unabhängigkeit.
Nach dem 2. Weltkrieg versuchte Frankreich die Kontrolle über Vietnam zurückzugewinnen, scheiterte aber nach einem einige Jahre dauernden Krieg. Nach der Indochinakonferenz wurde das Land vorübergehend in Süd- und Nordvietnam aufgeteilt, bis Wahlen in beiden Landesteilen stattfinden sollten. Während des Kalten Krieges wurde der Norden vor allem durch die Sowjetunion und der Süden vor allem durch die USA unterstützt. In Südvietnam wurden US-Truppenteile stationiert. Da die geplanten landesweiten Wahlen von Südvietnam und den USA verhindert wurden, konnte eine Wiedervereinigung zunächst nicht durchgeführt werden.
Es entstanden Spannungen zwischen den beiden Teilstaaten, insbesondere jedoch auch zwischen den USA und Nordvietnam, die 1964 schließlich zum Vietnamkrieg führten, in dem neben anderen Beteiligten Nordvietnam und der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams (bekannt als Vietcong) gegen Südvietnam und die USA kämpften. Heute ist bekannt, dass die US-Regierung ein nicht vorhandenes Gefecht und einen Angriff auf US-Schiffe vortäuschen ließ, um dann mit diesem Vorwand nordvietnamesisches Gebiet zu bombardieren (zweiter Tonkin-Zwischenfall).
Bis 1973 zogen sich die US-amerikanischen Truppen aus dem Land zurück. 1975 hatten die Nordvietnamesen und der Vietcong Südvietnam vollständig erobert. Kennzeichnend dafür und als Ende des Krieges angesehen ist der Fall von Saigon. 1976 wurde Vietnam offiziell unter dem heutigen Staatsnamen wiedervereinigt.
1979 beendete Vietnam durch einen Krieg die Herrschaft der international des Massenmords verdächtigten Roten Khmer in Kambodscha und verhalf dem Land damit wieder zu etwas Stabilität. Daraufhin startete China eine Strafoffensive gegen Vietnam, die jedoch scheiterte.
siehe auch: Vietnamkrieg
Politik
Die erste Verfassung Vietnams wurde im November 1946 verabschiedet. Sie legte die Unteilbarkeit des Landes sowie die Gleichheit aller Bürger des Landes fest.
Die vietnamesische Verfassung wurde zuletzt 2002 modifiziert. Sie legt fest, dass die Nationalversammlung als Parlament das oberste repräsentative Organ ist, welches alle fünf Jahre in freien, gleichen und geheimen Wahlen bestimmt wird. Die 450 Mitglieder der Versammlung wählen einen Vorsitzenden und ein Komitee. Mindestens zweimal jährlich muss die Nationalversammlung eine Vollversammlung abhalten.
Der Staatspräsident, der Premierminister, der Vorsitzende des Obersten Volksgerichtes und der Vorsitzende der Obersten Kontrollbehörde werden von der Nationalversammlung gewählt. In der Verfassung werden die Kompetenzen von Staatspräsident und Premierminister bestimmt.
Artikel 4 der Verfassung legt die führende Rolle der Kommunistischen Partei Vietnams fest. Über die Politik und die Zukunft des Landes wird daher auf den Parteikongressen entschieden. Vietnam ist damit eines der wenigen noch verbliebenen kommunistischen Regimes.
Die Verfassung Vietnams räumt auch allen Bürgern Grundrechte wie Redefreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Glaubensfreiheit usw. ein, obwohl diese Rechte in der Praxis häufig eingeschränkt werden.
Außenpolitik
Während des Vietnamkrieges und danach war Vietnam in Südostasien weitgehend isoliert. Die USA hatten ein Wirtschaftsembargo verhängt und drängten auch andere Staaten, Vietnam zu boykottieren. Speziell nach dem Einmarsch in Kambodscha waren auch die Beziehungen zur Volksrepublik China so gespannt, dass an der vietnamesisch-chinesischen Grenze ein Krieg ausbrach. Vietnam integrierte sich deshalb sehr stark in den RGW. Aus der Isolation kam das Land erst nach dem Rückzug aus Kambodscha heraus.
In den 1990er Jahren entspannten sich die Beziehungen zu allen Nachbarstaaten. Im Jahre 1991 nahm das Land wieder diplomatische Beziehungen zu China auf. Die USA hoben ihr Embargo gegen Vietnam auf und so wurde der Beitritt
- zur Weltbank,
- zum internationalen Währungsfonds und
- zur Asiatischen Entwicklungsbank
möglich. Im Juli 1995 trat Vietnam der ASEAN bei, 1998 dem APEC. Vietnam ist jedoch noch nicht Mitglied der WTO, hat aber einen Beobachterstatus und einen Mitgliedsantrag gestellt.
Grenzstreitigkeiten gibt es mit einer Reihe von Staaten um die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer. Sie liegen in einem Gebiet, in dem Erdöl vermutet wird.
Rechtssystem und Polizei
Nach der Einführung von marktwirtschaftlichen Reformen zeigte sich bald, dass Vietnam Rechtssicherheit und entsprechende Gesetze braucht, um mehr Investitionen aus dem Ausland anzuziehen. Seitdem wurden viele Gesetze nach europäischem oder nordamerikanischem Vorbild erlassen. Die Rechtsprechung bleibt jedoch schwach, obwohl mit einer Reihe ausländischer Organisationen zusammengearbeitet wird, um Richter besser auszubilden.
In der vietnamesischen Polizei ist wegen niedriger Gehälter die Korruption ein großes Problem. Insbesondere Ho-Chi-Minh-Stadt ist bekannt dafür, dass Taxifahrer, die Ausländer befördern, wegen eines erfundenen Deliktes angehalten und bestraft werden, wobei vom Ausländer erwartet wird, dass er die Strafe übernimmt.
Auf Drogenschmuggel steht in Vietnam, wie in mehreren anderen asiatischen Staaten auch, die Todesstrafe, womit verhindert werden soll, dass im Zuge von Doi Moi, verringerter Kontrolle des Individuums durch den Staat und fortschreitender Verwestlichung die sogenannten sozialen Übel um sich greifen.
Militär
Die Vietnamesische Volksarmee hat etwa 480.000 Soldaten. Es existiert eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer ab der Vollendung des 17. Lebensjahres. Trotz der großen Heeresstärke wird die Schlagkraft des vietnamesischen Militärs als niedrig eingeschätzt, da es mit weitgehend veralteter Technik ausgestattet ist. In der jüngeren Vergangenheit war die Volksarmee trotzdem in der Lage, in Kambodscha die Roten Khmer zu stürzen und die Strafexpedition Chinas zurückzuschlagen. Der Anteil der Ausgaben für die Verteidigung am Staatshaushalt beläuft sich auf etwa 0,5 % oder eine Milliarde Dollar.
Administrative Gliederung
Hauptartikel: Administrative Gliederung Vietnams
Vietnam ist in 59 Provinzen und fünf Städte unterteilt. Jede dieser administrativen Einheiten hat ein Parlament und eine Regierung, die jedoch der Zentralregierung untergeordnet sind.
Infrastruktur
Erreichbarkeit
Vietnam liegt ca. 10.000 km von Mitteleuropa entfernt. Das entspricht auf direktem Weg mindestens 10-12 Flugstunden. Die zwei größten Städte des Landes, Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, haben einen internationalen Flughafen, der von wenigen europäischen Flughäfen entweder direkt mit Vietnam Airlines von Frankfurt sowie Paris oder mit Umsteigen aber über die meisten asiatischen Großstädte (wie Dubai, Bangkok, Singapur, Taipeh) angeflogen wird. Auf dem Landweg ist Vietnam über Eisenbahnverbindungen via China und auf Straßenverbindungen über alle Nachbarländer erreichbar; eine Anreise auf diesem Weg ist in Wochen und Tagen zu bemessen.
Die Grenzübergänge sind meist nur am Tag geöffnet. Ausländer können, sofern sie alle notwendigen Papiere haben, jeden beliebigen Grenzübergang zur Einreise benutzen.
Straßenverkehr
China
Vietnams Straßen haben eine Länge von insgesamt etwa 93.000 Kilometern, wovon nur etwa 23.000 asphaltiert sind. Sie entsprechen zu einem kleinen Teil, häufig in der Nähe von Großstädten, internationalen Standards. Der größere Teil ist bemitleidenswert schlecht. Es gibt nur wenige Kilometer Straße in einer Qualität, die man als Autobahn bezeichnen könnte. Die wichtigste Straße Vietnams, die auf 2.100 km als verkehrstechnisches Rückgrat das gesamte Land von der chinesischen Grenze bis ins Mekongdelta durchschneidet (häufig als Highway 1 oder Nationalstraße 1 bezeichnet, auch wenn die Straße in Vietnam nicht so heißt), ist eine ganz normale Landstraße.
In Vietnam herrscht offiziell Rechtsverkehr. In der Regel wird jedoch gefahren, wo gerade Platz ist. Kreuzungen, die mit Ampeln geregelt sind, kommen nur in den Großstädten vor, und Verkehrszeichen werden von den Verkehrsteilnehmern bestenfalls als Vorschlag interpretiert. Vorrang hat generell das größere Fahrzeug. Beim Überqueren einer Straße sollte man möglichst gleichmäßig gehen, damit sich der stetige Verkehrstrom der Mofas darauf einstellen kann. Ausländer dürfen in Vietnam kein Auto steuern (wohl aber Mopeds). Dies ist weniger tragisch, da man Autos inklusive Fahrer sehr günstig mieten kann.
Während auf dem Land noch das Fahrrad als häufigstes Verkehrs- und Transsportmittel dominiert, oft auch als geschobenes Lastrad ohne Sitz, ist es in den letzten Jahren in der Stadt durch das Moped (Hon Da) abgelöst worden. Als Tourist kann man sich heute preisgünstig auf dem Soziussitz eines Mopeds chauffieren lassen. Für eine oder mehrere Personen oder auch Waren ist die Fahrrad-Rikscha ein günstiges und akzeptiertes Transportmittel. Es gibt die abgebildete Variante mit den 2 Rädern vorne, wo der Fahrgast vor dem Chauffeur sitzt, und die Möglichkeit, dass der Fahrgast (oder die Ladung) hinter dem Fahrer auf einem Anhänger transportiert wird. Daneben ist für den Transport die Lastrikscha bedeutsam, eine Art stabiles Dreirad, das per Pedale oder auch von einem Mopedmotor angetrieben wird. Zunehmend beginnt in den größten Städten der Autoverkehr, zu dem auch schwere, oft veraltete Lastwagen und Busse und neuerdings Taxis gehören, den ohnehin schon dichten und zähen Zwei- und Dreirad-Verkehr zum Erlahmen zu bringen.
Für die Vietnamesen nimmt der Verkehr mit Überlandbussen eine hohe Bedeutung ein. Sie sind die billigste und schnellste Art zu reisen. Allerdings sind viele dieser Busse schrottreif und dementsprechend unbequem und unsicher. Für mutige Besucher stellen sie aber eine Möglichkeit dar, mit den Einheimischen in einen intensiveren Kontakt zu kommen, wenn man keine Probleme damit hat, eventuell auf Reissäcken Platz zu nehmen. Speziell für Ausländer gibt es mehr und mehr sogenannte Open-Tour-Busse, die ebenfalls sehr günstig sind, jedoch ein Vielfaches der öffentlichen Busse kosten. Sie sind sicherer, bequemer und schneller, werden aber fast ausschließlich von Touristen benutzt.
Schienenverkehr
Rikscha
Das vietnamesische Eisenbahnnetz stammt größtenteils aus der Kolonialzeit und wird nur langsam modernisiert. Von den insgesamt 2.652 Kilometern Schiene sind 2.249 Kilometer Schmalspurbahn (1000-mm-Spur), 166 Kilometer Normalspur und 237 Dualspur (d. h. sie kann von Fahrzeugen beider Spurweiten befahren werden). Ein Übersichtsplan über das Eisenbahnnetz befindet sich [http://www.worldbank.org/transport/rail/sys_maps/vietnam.gif hier]. Das gesamte Netz ist einspurig. Eine Fahrt von Hanoi nach Saigon dauert mit dem Expresszug etwa 30 Stunden.
Die Fahrzeuge stammen in der Regel aus sowjetischer Produktion. Fahrkarten werden in verschiedenen Klassen verkauft, wobei Ausländer früher höhere Preise zahlten als Vietnamesen, diese Regelung gilt jedoch als abgeschafft. Die Züge fahren recht langsam, sind dafür sicher und vergleichsweise pünktlich. Für längere Fahrten empfehlen sich Liege- oder Schlafwagen, die man längere Zeit im voraus buchen sollte, dabei empfiehlt sich für den verwöhnten Europäer der Schlafwagen mit "Soft"-Betten.
Luftverkehr
Die nationale Fluglinie Vietnams heißt Vietnam Airlines. Sie bietet zahlreiche Regionalflüge in andere Großstädte Asiens sowie einige Interkontinentalflüge an und bestreitet auch den Inlandsverkehr. Besonders im abgelegenen Bergland besitzen auch kleinere Städte einen Flugplatz. Das Fluggerät von Vietnam Airlines entspricht internationalen Standards, die Flotte der Fluggesellschaft wird ständig erweitert und umfasst daher einige sehr neue Flugzeuge.
Die Tickets sind günstig. Ausländer und Vietnamesen zahlen die gleichen Preise. Flüge sind häufig nur wenig teurer als lange Fahrten mit Schlafwagen, ganz abgesehen von der Zeitersparnis.
Vietnam Airlines]
Wasserverkehr
Vietnam verfügt über etwa 5.000 Kilometer Wasserstraßen, die ganzjährig befahrbar sind. Besonders im Mekong-Delta ist der Wassertransport wichtig, und die Straßen werden durch zahlreiche Flussarme unterbrochen, die mittels Fähre überbrückt werden müssen.
Die wichtigsten Seehäfen sind Da Nang, Haiphong sowie Ho-Chi-Minh-Stadt.
Telekommunikation
In das Telefonnetz Vietnams wurde in den letzten Jahren viel investiert. Wo investiert wurde, wird modernste Technologie eingesetzt, und dementsprechend zuverlässig und komfortabel ist das Netz. Wo noch nicht investiert wurde, ist das Telekommunikationsnetz hinter dem seiner Nachbarländer weit zurückgeblieben. Da die Investitionen refinanziert werden müssen, sind Auslandsgespräche in Vietnam extrem teuer.
Man schätzt, dass es in Vietnam bereits mehrere Millionen Internet-Benutzer gibt. Die meisten Benutzer besuchen ein Internet-Café, von denen es im ganzen Land eine hohe Anzahl gibt. Ähnlich wie in China ist die Regierung besorgt, dass durch das Internet das staatliche Informationsmonopol untergraben wird und letzten Endes die Legitimität der Alleinregierung der Kommunistischen Partei Vietnams in Frage gestellt werden könnte. Deshalb werden ausländische Webseiten häufig blockiert, die Übertragungsraten künstlich niedrig gehalten und illegale Internetcafés geschlossen. Der Verdacht, dass von Regierungsstellen im Hintergrund „mitgelesen“ wird, lässt sich nicht ausräumen, wenn man bedenkt, dass die Übertragungstechnik v. a. in Großstädten auf dem neuesten Stand ist.
Die vietnamesische Post gilt als langsam und unzuverlässig. Jedoch sind in letzter Zeit starke Verbesserungen spürbar und die durchschnittliche Laufzeit nach Deutschland beträgt 10 Tage. Postkarten kosten in Vietnam 8.000 Dong (ca. 45 Cent) nach Deutschland.
Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Vietnams
Der Transformationsprozess - und damit der wirtschaftliche Aufstieg - begann nach dem Tod Le Duans 1986. Der Süden konnte an seine marktwirtschaftliche Vergangenheit vor der Wiedervereinigung anknüpfen und machte im Transformationsprozess schnellere Fortschritte. Vor allem Ho-Chi-Minh-Stadt entwickelte sich gut und wurde zum Wachstumsmotor des Landes.
Ho-Chi-Minh-Stadt]
Zunächst wurde der Aufschwung vor allem durch den tertiären Sektor getragen. Nachdem die landwirtschaftlichen Betriebe nach der Kollektivierung einen großen Teil ihrer Produktivität einbüßten und Vietnam sogar auf Nahrungsmittelimporte angewiesen war, lösten die Privatisierungen in der Landwirtschaft einen Boom aus. Die Produktionsüberschüsse sind so stark gewachsen, dass Vietnam inzwischen der zweitgrößte Exporteur von Reis und Kaffee ist. Das Mekongdelta im Süden und das Delta des roten Flusses im Norden gehören zu den größten Reisanbaugebieten der Welt. Auch heute noch ist der größte Teil der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Der Anteil geht aber vor allem zugunsten der Beschäftigten in der Industrie zurück.
Weiterhin verhalfen die Aufhebung des von den USA verhängten Wirtschaftsembargos und Direktinvestitionen aus dem Ausland dem Land zu seinem rasanten Aufschwung. Die Direktinvestitionen pro Kopf übersteigen die der Volksrepublik China.
Insgesamt hat sich die vietnamesische Wirtschaft als recht stabil erwiesen. Weder SARS noch die Vogelgrippe haben die Entwicklung stark beeinträchtigt. Selbst während der Asienkrise, die viele südostasiatischen Länder in eine Rezession stürzte, fiel das Wachstum in Vietnam nie unter 4,8 %.
Kultur
Vogelgrippe]
Die vietnamesische Kultur wurde wesentlich von der chinesischen Kultur und später der französischen Kultur beeinflusst.
- Hauptartikel: Vietnamesische Kultur
Vietnamesische Literatur
- Hauptartikel: Vietnamesische Literatur
Sprache und Schrift
Hauptartikel: Vietnamesische Sprache
Vietnamesisch wird von fast allen Bewohnern des Landes gesprochen. Es ist eine Tonsprache und ähnelt der Sprache der Muong und Khmer. Vietnamesisch wird seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem lateinischen Alphabet und einigen Diakritika geschrieben, die die sechs Töne ausdrücken.
Neben Vietnamesisch werden noch über 50 weitere Sprachen der ethnischen Minderheiten gesprochen.
Feiertage
- 1. Januar: Neujahr
- Ende Januar oder Februar: Têt (chinesische Neujahrsfest)
- 30. April: Befreiungstag (Befreiung Saigons)
- 1. Mai: Tag der Arbeit
- 2. September: Nationalfeiertag
Religion
Nationalfeiertag
Die bedeutendste Religion in Vietnam ist der Buddhismus, dem etwa 55 % der Bevölkerung angehören. Die meisten davon sind Mahâyâna-Buddhisten. Die Mehrheit der Bevölkerung praktiziert eine Mischung aus Buddhismus, Daoismus, Animismus und Ahnenkult.
Etwa 7 % der Bevölkerung sind Katholiken, ca. 2 % sind Caodaisten. Weitere 180.000 Vietnamesen sind Protestanten.
In den Bergregionen Zentralvietnams gibt es auch einige Muslime. Auch Taoismus und Konfuzianismus hinterließen ihre Spuren.
Gastronomie
Die vietnamesische Küche gehört zu den leichtesten und gesündesten der Welt. Sie ist mit der chinesischen Küche verwandt. Im Süden gibt es Einflüsse der Küchen der Thai, Khmer und Inder. Der Buddhismus hat zu einer reichen vegetarischen Küche beigetragen, und die Franzosen haben Baguettes, Croissants und Kaffee mitgebracht.
Als Grundnahrungsmittel werden in Vietnam Reis und Reisnudeln und eine große Zahl verschiedener Arten von Gemüse gegessen. Fisch und Fleisch spielen in der Ernährung der Massen eine untergeordnete Rolle.
Getrunken wird in Vietnam vor allem Tee.
Bildung
Für die Verhältnisse eines so armen und kriegsgezeichneten Landes hat Vietnam eine außerordentlich niedrige Analphabetenrate. Nur etwa 6 % der Personen über 15 Jahre sind Analphabeten. Trotzdem sieht sich das Bildungssystem Vietnams großen Herausforderungen gegenüber. Zwar können fast alle Menschen lesen und schreiben, abgesehen davon ist das Schul- und Bildungsniveau jedoch zu gering. Die Anzahl der Schulen ist speziell auf dem Land zu niedrig. Generell ist der bauliche Zustand vieler Schulen nicht gut und ihre Ausstattung häufig schlecht.
Es gibt eine Schulpflicht für alle Kinder zwischen 6 und 14 Jahren, wobei auch auf Vorschulbildung (Kindergarten) ein hoher Wert gelegt wird. Die Pflichtschulbildung ist in zwei Phasen unterteilt, nämlich die 5-jährige Grundstufe und die 4-jährige untere Sekundarstufe. Nach Absolvierung der unteren Sekundarstufe können die Schüler zwischen oberen Sekundarstufen verschiedenen Typs (technisch etc.) wählen. Der Abschluss der oberen Sekundarstufe berechtigt zum Universitätsstudium oder einer anderen höheren Ausbildung.
Die Nachfrage nach Bildung (sowohl Sekundarstufe als auch höhere Bildung) ist momentan bedeutend höher als das Angebot. Neue Schulen, Hochschulen und Universitäten werden laufend gegründet und die Zahl der Institutionen, die höhere Bildung anbieten, übersteigt bereits 100. Es gibt staatliche und private Einrichtungen, die renommiertesten davon sind die Staatliche Universität Hanoi und die Staatliche Universität Ho-Chi-Minh-Stadt. Um mehr Nachfrage befriedigen zu können und auch um die Entwicklung des ländlichen Raumes zu fördern, werden zahlreiche Fernstudiengänge angeboten. Seit kurzem vergibt die vietnamesische Regierung auch Stipendien für Studien im Ausland, wobei diese nur in sehr geringer Zahl zur Verfügung stehen.
Die bei weitem populärste Fremdsprache in Vietnam ist Englisch. Aus Gründen, die mit der Geschichte des Landes und der früheren Einbindung in den Ostblock zusammenhängen, findet man oft Leute, die französisch, russisch oder deutsch sprechen (etwa 100.000 Vietnamesen haben in Deutschland studiert). Zunehmend werden japanisch und chinesisch gelernt.
Medien
Die Medien werden in Vietnam allesamt vom Staat und damit der Kommunistischen Partei Vietnams kontrolliert. Es gibt englischsprachige Printmedien in Vietnam. Dies sind entweder Zeitschriften, die sich an Touristen richten und Reise- oder Unterhaltungsmöglichkeiten bewerben. Die meisten englischsprachigen Publikationen richten sich jedoch an Geschäftsleute und verkünden die neuesten Errungenschaften der Wirtschaftspolitik Vietnams. Ausländische Publikationen werden nicht zensiert, da sie für die durchschnittlichen Vietnamesen sowieso nicht bezahlbar sind. Man findet sie dort, wo sich die Ausländer konzentrieren. Alte Exemplare von ausländischen Zeitungen werden häufig von Straßenhändlern angeboten.
Das vietnamesische Radio und Fernsehen strahlt mehrere teils landesweite, teils regionale Programme aus. Im Fernsehen VTV gibt es am späteren Abend englische Kurznachrichten, der Rest des Programmes wird mit vietnamesischen Shows und einigen wenigen ausländischen Filmen bestritten.
Es gibt einen vietnamesischen Kurzwellensender namens Voice of Vietnam, der seit der Augustrevolution existiert und während des Vietnamkrieges hauptsächlich Propaganda gegen die Vereinigten Staaten ausstrahlte. Heute werden halbstündige Programme auf englisch, französisch und russisch produziert, die auch in Europa gehört werden können.
Einreise nach Vietnam
Reisende aller Staaten benötigen für die Einreise nach Vietnam ein Visum, welches rechtzeitig bei einer vietnamesischen Botschaft beantragt und ausgestellt werden muss. Ein Touristenvisum wird für maximal 4 Wochen ausgestellt, kann jedoch vor Ort noch verlängert werden.
Die Botschaften der Sozialistischen Republik Vietnam befinden sich in:
Ein Konsulat der Sozialistischen Republik Vietnam befindet sich in:
In Vietnam herrschen nicht überall hygienische Bedingungen. Vor der Einreise nach Vietnam sollte man sich deshalb über eventuelle Ausbrüche von Krankheiten informieren. Vorsorgen (teils per Impfung, teils per Medikamentenmitnahme) sollte man gegen Malaria, Hepatitis, Typhus, Diphtherie, Kinderlähmung, Japanische Enzephalitis sowie Tollwut. Dies bedeutet, dass man auf jeden Fall vor einer Reise nach Vietnam einen Arzt, der sich mit Tropenmedizin auskennt, kontaktieren sollte. Vorbereitet sein sollte man jederzeit auf Erkrankungen des Verdauungsapparates. Beratung bieten ihnen auch ihr Hausarzt, das nächstgelegene Tropeninstitut oder Institut für Infektionskrankheiten oder auch das Grüne Kreuz.
Feiertage
Literatur über Vietnam
- Monika Heyder: Kulturschock Vietnam. Bielefeld 2001, ISBN 3-89416-451-4 Andere Länder - andere Sitten, Alltagskultur, Tradition, Verhaltensregeln, Religion, Tabus, Mann und Frau, Stadt- und Landleben
- Heinz Kotte, Rüdiger Siebert: Vietnam. Die neue Zeit auf 100 Uhren. Lamuv, Göttingen 2001 ISBN 3-88977-604-3 Aufsätze eines Entwicklungshelfers über den Umbruch der Lebensbedingungen zwischen Plan- und Marktwirtschaft
- Hans-Jörg Keller: Kulturschlüssel Vietnam. München 2000, ISBN 3-19-005309-X Über kulturelle Unterschiede und Besonderheiten; der Autor lebt in Vietnam und ist mit einer Vietnamesin verheiratet - sehr empfehlenswert vor einer Reise
- Huynh Quang Nhuong: Mein verlorenes Land. Verlag Sauerländer, Aarau 1986. (Jugendbuch)
- Peter Scholl-Latour: Der Tod im Reisfeld: 30 Jahre Krieg in Indochina. Ullstein, 1981, ISBN 3-548-33022-3
- Peter Krebs: Die Kinder von Vietnam. Bilanz eines modernen Krieges. Hamburg 1984, ISBN 3-455-08226-2, auch als dtv Bd. 11288, München 1990 ISBN 3-423-11288-3
- Hella Kothmann: Vietnam. Bielefeld 2000 ISBN 3-89416-838-2 Handbuch für individuelles Reisen und Entdecken auch abseits der Hauptreiserouten
- Annaliese Wulf: Vietnam - Pagoden und Tempel im Reisfeld - im Fokus chinesischer und indischer Kultur. dumont Kunstreiseführer Köln 1991 ISBN 3-7701-2237-2
- Baedeker Vietnam. Ostfildern 2002 ISBN 3-89525-905-5
- Friedrich Schwarzenauer, Lois Hechenblaikner (Fotos): Vietnam. München 1993 ISBN 3-7658-0771-0Fachkundige, fundierte Einführung in Land, Nation und Kultur incl. Abriss der Historie, sehr gekonnt von einem Profi bebildert; kann als gute Hinführung gelten, aber nicht den aktuellen Reiseführer ersetzen.
- National Centre for Social Sciences and Humanities: National Human Development Report 2001 - Doi Moi and Human Development in Vietnam. The Political Publishing House, Hanoi 2001.
- International Monetary Fund: Vietnam: Selected Issues and Statistical Appendix. Washington DC (es gibt mehrere Ausgaben - verwendet für diesen Artikel wurden die Ausgaben 1998 und 2002)
- Stanley Karnow: Vietnam, a history. New York, Penguin Books, 1997
- Jeffrey E. Curry: Passport Vietnam: your pocket guide to Vietnamese business, customs and etiquette. San Rafael 1997
- Rick Smolan, Jennifer Erwitt: Passage To Vietnam, New York 1994 ISBN 1-885559-00-3 Der ultimative, 400-seitige Bildband aus der Serie "A Day in the Life of..." mit Bildern eines einzigen Tages aus allen Landesteilen und Lebensbereichen von 70 international etablierten Fotografen
Zeitschriften
- Vietnamese Cultural Window, monatlich: The Gioi Publishers, Hanoi
- Vietnamese Studies, vierteljährlich: The Gioi Publishers, Hanoi
- VietNam Kurier, vierteljährlich: Freundschaftsgesellschaft Vietnam e.V. Düsseldorf
- Südostasien Aktuell, zweimonatlich: Institut für Asienkunde, Hamburg
Weblinks
- [http://www.vietnambotschaft.org/ Vietnamesische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=190 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.bmz.de/de/laender/partnerlaender/vietnam/index.html Deutsches Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)]
- [http://www.vietnam-dvg.de/index.html Deutsch-Vietnamesische Gesellschaft]
- [http://www.vietnam-freunde.net/ Übersicht über zahlreiche Artikel der Vietnam-Freunde]
- [http://www.undp.org.vn/undp/unews/mr/2004/eng/0726a-e.htm Vietnam im Human Development Report der Vereinten Nationen]
- Menschenrechte in Vietnam - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
- [http://www.kas.de/publikationen/2003/3663_dokument.html Politisches System Vietnams aus Sicht der Konrad-Adenauer-Stiftung]
- [http://www.datenreise.de/de/censorship/vietnam.php Internetzensur in Vietnam]
Kategorie:Staat
Kategorie:Vietnam
Kategorie:Südostasien
ja:ベトナム
ko:베트남
ms:Vietnam
simple:Vietnam
th:ประเทศเวียดนาม
zh-min-nan:Oa̍t-lâm
Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Frankreichs
Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich
Geschichte
Nationalparks in Frankreich
Hauptartikel: Geschichte Frankreichs
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.
Politik
Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern.
Siehe auch:
Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium
Aktuelle politische Lage
Finanzministerium
Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt.
Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten.
Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen.
Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.
Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.
Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale
Administrative Gliederung
Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die ü | | |