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Barcelona
Barcelona (kat. []; span. []) ist die Hauptstadt der autonomen Region von Katalonien, im Nordosten Spaniens. Sie liegt am Mittelmeer, 160 km südlich der Pyrenäen und nahe der Grenze mit Frankreich. Barcelona ist mit über 1,6 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Spaniens und die größte Kataloniens. In ihrem Einzugsgebiet leben rund 3 Mio. Menschen.
Geschichte
Der Sage nach wurde Barcino von Hamilkar Barkas, dem Vater von Hannibal aus Karthago gegründet. Später bauten die Römer die Stadt zu einer Festung (castrum) aus. Das Zentrum der Stadt lag am Mons Taber, einem kleinen Hügel in der Nähe des heutigen Rathauses (Plaça de Sant Jaume). Noch heute kann man die Überreste der römischen Stadtmauern in der Altstadt entdecken. Wichtige römische Fundstücke sind unter dem Plaça del Rei ausgestellt. Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt von den Goten erobert, im 8. von den Mauren. 801 wurde es von Ludwig I. zurückerobert. 985 wurde Barcelona von Al-Mansur, dem Kalifen von Córdoba, das im heutigen Andalusien liegt, in Besitz genommen. Wenig später verließ er jedoch die Stadt wieder.
Im Mittelalter war Barcelona Hauptstadt des Königreiches Aragonien und eine wichtige See- und Handelsmacht im westlichen Mittelmeer, mit bedeutenden Kolonien auf Sardinien und Sizilien.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sizilien
Das Stadtzentrum
Das Zentrum der Stadt bildet als Verkehrsknotenpunkt die Plaça de Catalunya, von hier aus sind zu Fuß die römischen Ruinen, die mittelalterliche Stadt und die moderne Planstadt Eixample zu besichtigen, die für ihre quadratischen Häuserblocks mit den abgeschrägten Ecken (Chaflanes) und den vielen modernistischen Bauten bekannt ist. Die ältere Stadt ist hauptsächtlich flach. Die neueren Viertel hingegen liegen am oberen Teil Barcelonas, zu den Hügeln hin, so dass einige Straßen dort an San Francisco erinnern.
Im Barri Gotic, dem gotischen Viertel und historischen Stadtkern, stehen heute noch zahlreiche schöne architektonische Zeugnisse der mittelalterlichen Königs- und Handelsstadt wie La Catedral, die Kathedrale der heiligen Eulalia, der Königsplatz (Placa del Rei), das Frederic Marés Museum und das Rathaus (Ajuntament) .
Eine besonders interessante Straße ist La Rambla (oder span. Las Ramblas, kat. Les Rambles), eine breite Allee, die vom Zentrum bis zum Hafen führt. Sie ist voller Menschen bis spät in die Nacht, und es gibt dort zahlreiche Blumen- und Vogelverkäufer, Zeitungskioske, Straßenmusikanten, Akrobaten, Cafes und Restaurants. Sehenswert an den Ramblas sind der bunte und lebhafte Markt Mercat de la Boqueria, der Platz Plaça Reial mit seinen Arkaden und Palmen sowie den typischen Lokalen, und das weltberühmte Opernhaus El Liceu. Am hafenabgewandten Ende der Ramblas befindet sich der Trinkbrunnen Font de Canaletes, dem nachgesagt wird, dass jeder, der einmal daraus getrunken hat, sein Herz an Barcelona verliert und sein Leben lang immer wiederkommt.
Am Ende der Promenade, am alten Hafen, steht die Statue von Christoph Kolumbus. Dort befinden sich auch die mittelalterlichen Schiffswerften, die Drassanes, die heute das Schifffahrtsmuseum Museu Maritim beherbergen. Es erzählt die Geschichte der Seefahrt im Mittelmeerraum und stellt sogar ein 1:1-Modell einer Galeere aus.
Der alte Hafen beherbergt das moderne Freizeitzentrum Maremagnum, das nebst zahlreichen Diskotheken, Boutiquen, Kinos (u.a. ein IMAX-Kino) auch das größte dem Mittelmeer gewidmete Aquarium enthält.
Barcelona und der Modernismus
Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Barcelona eine eigene Form des Jugendstils, die modernisme genannt wird. Ihr prominentester Vertreter ist Antoni Gaudí, der in Barcelona gelebt und gearbeitet hat. Von ihm sind etliche berühmte Gebäude zu besichtigen. Dazu zählen unter anderem die Casa Milà (La Pedrera), der Palau Güell und der Parc Güell, die seit 1984 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. Sehenswert unter Gaudís Bauten sind aber auch die Casa Batlló und ganz besonders die große, noch unvollendete Kirche Sagrada Família, an der seit 1882 gebaut wird. Seit 1997 hat Barcelona Welterbe-Nachwuchs bekommen mit zwei Bauten von Lluís Domènech i Montaner: Das Hospital de Sant Pau und der Palau de la Música Catalana.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Weitere Sehenswürdigkeiten sind vor allem der Font Màgica, ein beeindruckender Springbrunnen großen Ausmaßes mit Farb- und Musikuntermalung, das Museu Joan Miró, das Museu Picasso mit zahlreichen, weniger bekannten Werken von Pablo Picasso, und das Museu Nacional d'Art de Catalunya, das bedeutende romanische Wandmalereien und andere mittelalterliche Kunstwerke enthält oder auch der Collserola-Turm, der Torre Telefónica sowie der Torre Agbar.
Ein architektonisches Meisterwerk von Weltrang stellt der deutsche Pavillon zur Weltausstellung 1929 dar. Eine Rekonstruktion des Gebäudes von Ludwig Mies van der Rohe befindet sich am Fuße des Montjuic, unterhalb des Poble Espanyol, eines Kleinspanien, das ebenfalls Teil des damaligen Weltausstellungsgeländes war.
Der Architekt Richard Meier entwarf das jedenfalls architektonisch außerordentlich sehenswerte Museu d'Art Contemporani de Barcelona (MACBA, 1992-1995) in der Altstadt.
La Ciutadella: um die rebellischen Katalanen besser in Schach halten zu können, liess Philipp V. hier 1716 eine Zitadelle errichten. 1868 musste ein Grossteil der Anlage einem Park weichen in dem 1888 die Weltausstellung stattfand. Der Zoologische Garten (Parc Zoológic) nimmt den grössten Teil des Ciutadella Parks in Anspruch.
Bild:Spain.Barcelona.Casa.Mila.jpg|Casa Milà
Bild:Font Magica.jpg|Font Màgica
Bild:ForbysBoqueria.jpg|Mercat de la Boqueria
Bild:Barcelona_hafenpromenade.jpg|Hafenpromenade
Bild:Passeig-de-gracia.jpg|Passeig de Gràcia
Bild:Barcelona_Plaza_Real.jpg|Plaça Reial
Bild:050529 Barcelona 059.jpg|Strand von Barcelona
La Ciutadella]
Veranstaltungen
- 1888: Weltausstellung
- 1929: Weltausstellung, zusammen mit Sevilla
- 1992 fanden die Olympischen Spiele in Barcelona statt.
- Von Mai bis September 2004 fand in Barcelona das Internationale Forum der Kulturen statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Barcelona ist ein wichtiger Knotenpunkt der RENFE, der spanischen Staatseisenbahnen. Die wichtigste Station für Vorortszüge ist Sants-Estació. Die AVE-Hochgeschwindigkeitsstrecke wurde kürzlich von Madrid bis nach Lleida in West-Katalonien erweitert und soll im Jahre 2006 Barcelona erreichen. Eine weitere Hochgeschwindigkeitsstrecke soll bis 2010 den Anschluss an das französische TGV-Netz herstellen. RENFE und die Privatbahn Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC) betreiben ein weitverzweigtes S-Bahn-Netz.
Die Verkehrsbetriebe von Barcelona, Transports Metropolitans de Barcelona (TMB), ist die Betreiberin eines dichten Netzes von U-Bahnen und Bussen. Barcelona besitzt auch zwei verschiedene, nicht miteinander verbundene Straßenbahnnetze, genannt Trambaix und Trambesòs.
Das außerstädtische Bahnnetz beschränkt sich nicht nur auf die RENFE, sondern speziell fürs Hinterland hinter dem Tibidabo sind die Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya zuständig.
Individualverkehr
Das Autobahnnetz rund um Barcelona ist außerordentlich dicht und überwiegend mautpflichtig. Innerstädtisch mit dem eigenen Fahrzeug ans Ziel zu kommen ist in Barcelona im Prinzip leichter als anderswo - die Stadt gestaltet sich wegen der Schachbrett-Struktur und weil der Tibidabo überall gut zu sehen ist als angenehm übersichtlich. Barcelona hat allerdings erhebliche Probleme mit der Verkehrsdichte, d.h. Staus sind in der Innenstadt eher die Regel als eine Ausnahme. Der vorherrschende Fahrstil ist etwas sportlich und ungeduldig, aber dennoch fair und rücksichtsvoll. Ein beträchtlicher Teil des Staßennetzes ist als System von Einbahnstraßen angelegt, mit abwechselnd entgegengesetzter Richtung, dadurch sind Navigationssysteme in diesen Strassen in der Regel unbrauchbar.
Wenn man mit dem Wohnmobil anreisen möchte, sollte man das Park+Ride Angebot der Stadt nutzen und außerhalb der Innenstadt parken.
In der Innenstadt sind die Parkräume sehr begrenzt und die vielen Tiefgaragen sind nur für PKW brauchbar.
Mit 5 bis 8 EUR pro Stunde zu dem recht teuer. Die Polizei geht streng gegen Falschparker vor.
Flughafen
Barcelona ist nicht nur über den eigenen Flughafen El Prat, der der zweitgrößte Spaniens ist, sondern auch über die von Girona und Reus ausreichend schnell zu erreichen.
Reus
Fähre
Nach Palma de Mallorca betreibt die Reederei Trasmediterránea von der Esctació Marítima aus eine mindestens tägliche Fährverbindung, meist nachts.
Segler und Jachteigner werden im Hafen abgewiesen, die Marina befindet sich stattdessen "eins weiter" im Olympia-Hafen.
Bildung
Barcelona hat vier Universitäten:
- Universitat de Barcelona (gegr. 1450) http://www.ub.edu
- Universitat Autònoma de Barcelona (gegr. 1968) http://www.uab.es
- Universitat Politècnica de Catalunya (gegr. 1971) http://www.upc.es/
- Universitat Pompeu Fabra (gegr. 1990) http://www.upf.es
dazu kommen noch diverse private Hochschulen.
Infrastruktur für Touristen und Emigranten
Die nächstgelegene Möglichkeit, Strand und Meer zu genießen und nachts etwas ruhiger zu schlafen, bieten die Badeorte südwestlich der Stadt, jenseits des Flughafens. Dort kommen zunächst hauptsächlich Campingplätze, während Hotels hauptsächlich in Castelldefels zu finden sind. Die Stadt ist von dort aus schnell und gut zu erreichen.
Für Eltern kleiner Kinder, die beruflich eine Chance in oder bei Barcelona geboten bekommen, ist es von Bedeutung, dass Barcelona seit langer Zeit nicht wenige deutsche Emigranten beherbergt und deshalb auch über eine deutsche Schule (mit der deutschen "Allgemeinen Hochschulreife") verfügt. Für Emigranten ist es auch von Bedeutung, dass die Mieten in Barcelona vergleichsweise teuer und die Grundstücks-/Immobilienpreise außerorts vergleichsweise preiswerter sind.
Für ein Auslandssemester in Barcelona, z.B. an der Universitat Politécnica de Catalunya oder der Universitat Autonoma de Barcelona (in Cerdanyola del Vallès), sind Kenntnisse der katalanischen Sprache von Vorteil, da die Lehrveranstaltungen oft auf Katalanisch gehalten werden. Es werden allerdings auch Vorlesungen auf Spanisch sowie vereinzelt auf Englisch angeboten.
Söhne und Töchter der Stadt
- Juan Aguilera, spanischer Tennisspieler
- Alfons II. (Aragón), König von Aragón
- Victoria de los Angeles, spanische Sopranistin
- José Ardévol, kubanischer Komponist spanischer Herkunft
- Miguel Asins Arbo, spanischer Komponist und Professor
- Sergi Bruguera, ehemaliger Tennisprofi
- Daniel Brühl, deutscher Schauspieler
- Montserrat Caballé, spanische Sängerin (Sopran).
- José Carreras, spanischer Tenor
- Gaspar Cassadó, Cellist
- Antoni Clavé, spanischer Maler und Bildhauer
- Estanislao Figueras, spanischer Rechtsanwalt und Politiker
- Montserrat Figueras, Sopranistin
- Sete Gibernau, spanischer Motorrad-Rennfahrer
- Paco Godia, spanischer Rennfahrer
- Josep Guardiola i Sala, katalanischer Fußballspieler
- Carmen Laforet, spanische Schriftstellerin
- Felix Mantilla, spanischer Tennisspieler
- Pasqual Maragall, Regierungschef Kataloniens seit 2003, Bürgermeister Barcelonas von 1982 bis 1997
- Javier Marchán, Künstler
- Juan Marsé, spanischer Schriftsteller
- Artur Mas, Oppositionsführer im katalanischen Parlament seit 2004
- Matéo Maximoff, Schriftsteller
- Eduardo Mendoza, spanischer Schriftsteller
- Ramón Mercader, spanischer Kommunist und Attentäter auf Leo Trotzki
- Joan Miró, spanischer Maler
- Maria Dolors Miró, spanische Kunstförderin und Ehrenvorsitzende der Miró-Stiftungen
- Willy Moese, Karikaturist und Comiczeichner
- Joseph Oriol, Priester und Heiliger der römisch-katholischen Kirche
- Enrique Pla y Deniel, Erzbischof von Toledo und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Daniel Plaza, spanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- Jordi Pujol, Regierungschef Kataloniens von 1982 bis 2003
- Joaquim Rodriguez, spanischer Radrennfahrer
- Carlos Ruiz Zafón, Schriftsteller
- Juan Antonio Samaranch, wurde 1966 Mitglied des IOC
- Arantxa Sánchez-Vicario, spanische Profi-Tennisspielerin
- Joan Manuel Serrat, katalanischer Liedermacher
- Alex Soler-Roig, Formel-1-Rennfahrer
- Fernando Sor, spanischer Gitarrist und Komponist
- Francisco Valls, spanischer Komponist und Kapellmeister
- Manuel Vázquez Montalbán, spanischer Krimi-Schriftsteller und Journalist
- Ricardo Zamora, spanischer Fußballspieler
Partnerstädte
- Montpellier (Herault, Frankreich) seit 1963
- Köln (Deutschland), seit 1984
- Rio de Janeiro (Brasilien)
- São Paulo (Brasilien)
Literatur
- hiCat-Research territories, ACTAR Pub., Barcelona 2004, ISBN 84-95951-40-1
- barcelona 1979|2004. del desenvolupament a la ciutat de qualitat. Ajuntament de Barcelona, 1999, ISBN 84-7609-926-6
- Joan Busquets: Barcelona. La construcción urbanística de una ciudad compacta. Ediciones del Serbal, Barcelona 2004, ISBN 84-7628-458-6
Weblinks
- [http://www.bcn.es/ Offizielle Website von Barcelona]
- [http://www.barcelona.diplo.de/de/Startseite.html Deutsches Generalkonsulat Barcelona]
- [http://www.dsbarcelona.com Deutsche Schule Barcelona]
- [http://www.deg-barcelona.net Deutschsprachige Evangelische Gemeinde Barcelona]
- [http://www.tmb.net Transports Metropolitans de Barcelona]
- [http://www.bestcitiestravel.com/barcelona/ Spielraum nach Barcelona]
- [http://www.hot-maps.de/europe/spain/catalonia/barcelona/homede.html Stadtplan von Barcelona]
- [http://www.reisefuehrer.cc/index.php/category/barcelona/ Sehenswürdigkeiten in Barcelona]
- [http://barca.ba.ohost.de Bilder von Barcelona]
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Kategorie:Ort in Spanien
Kategorie:Ort in Katalonien
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Katalanische SpracheDie Katalanische Sprache (català) gehört zur Familie der romanischen Sprachen. Die aufgrund sprachlicher Verwandtschaft nächsten Beziehungen bestehen zum Okzitanischen in Südfrankreich. Die Verbindungen zum Spanischen (castellano, español) und Portugiesischen sind dagegen etwas weniger ausgeprägt, sodass die Bezeichnung als Iberoromanisch im Falle des Katalanischen umstritten ist. Es wird darum auch oft als Brückensprache zwischen der Galloromania und der Iberoromania bezeichnet.
Katalanisch ist Amtssprache in Andorra sowie, neben dem Spanischen, regionale Amtssprache in Katalonien, auf den Balearen und in València sowie neben dem Italienischen in Alghero auf Sardinien.
Gesprochen wird Katalanisch von etwa 11 Millionen Menschen, vornehmlich in Spanien (in Katalonien, im größten Teil der Region València (die dortige Variante des Katalanischen wird auch als Valencianisch/valencià bezeichnet), auf den Balearen, wo die Mallorquinisch (mallorquí), Menorquinisch (menorquí) und Ibizenkisch (eivissenc) genannten Dialekte gesprochen werden, und in einem Gebietsstreifen im Osten von Aragón), aber auch in Südfrankreich (im Département Pyrénées Orientales, das auch als Nordkatalonien bezeichnet wird), in Italien (in der Stadt Alghero auf Sardinien) und in Andorra.
Etwa 8,2 Millionen Menschen sprechen Katalanisch als Muttersprache.
Das katalanische Sprachgebiet wird unterteilt in Ostkatalanisch, zu dem der östliche Teil Kataloniens, der katalanischsprachige Teil Frankreichs, die Balearen und Alghero gehören, und in die westkatalanischen Dialekte. Hauptkriterium für diese Einteilung ist die Aussprache der unbetonten Vokale o, e, und a. Während sie im Bereich des Westkatalanischen wirklich auch so ausgesprochen werden, wie sie geschrieben werden, werden in der Aussprache des Ostkatalanischen o zu u, e und a zu einem sog. "Schwa-Laut", der sich ähnlich anhört wie dt. er in Mutter
Katalanisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben.
Der Language Code ist ca beziehungsweise cat (nach
ISO 639).
Geschichte
Katalanisch ist die Weiterentwichlung des Vulgärlateins im Nordosten der Iberischen Halbinsel. Erste schriftliche Zeugnisse entstammen dem 9. Jahrhundert. Der Schriftsteller und Philosoph Ramon Llull, der von 1235 bis 1315 lebte, galt als der "Dante der katalanischen Literatur" und gab der Sprache Glanz und Ansehen. Im Mittelalter war das Sprachgebiet des Katalanischen noch recht einheitlich.
Ende des 15. Jahrhunderts vereinigten sich die Kronen von Aragón und Kastilien durch die Heirat der reyes católicos, des Königs Ferdinand von Aragón und der Königin Isabella von Kastilien, wobei Kastilien von Anfang an die Oberhand hatte. Dadurch wurde das Katalanische als Literatursprache immer mehr durch das kastilische Spanisch verdrängt. Als Rechts-, Amts-, und Umgangssprache blieb das Katalanische zunächst jedoch noch relativ wenig bedrängt.
Nach Ende des spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) verlor Katalonien seine politische Eigenständigkeit und die Bourbonen-Könige trieben die Entwicklung des spanischen Zentralstaats in seiner heutigen Form voran. Das kastilische Spanisch wurde als spanische Amtssprache durchgesetzt und im Jahre 1716 wurde es per Gesetz als Unterrichtssprache verbindlich festgelegt.
1779 ging die Obrigkeit so weit, dass sie sogar Theaterstücke auf Katalanisch verbot.
Das 18. Jahrhundert gilt deshalb als der Tiefpunkt der katalanischen Sprache, als die Zeit der decadència.
Erst mit der Romantik erlebte das Katalanische im 19. Jahrhundert einen neuen Aufschwung. In der Wiedergeburt, der renaixença, fand die Sprache wieder Unterstützung und wurde zum Gegenstand linguistischer Forschung. In den 1930er Jahren erlebte das Katalanische eine Blüte, die aber durch den Spanischen Bürgerkrieg jäh zerstört wurde.
In den Anfangsjahren der Franco-Diktatur war das Katalanische offiziell streng verboten. Viele Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet wurden "hispanisiert". Teilweise wurden sogar Personennamen ins Spanische übersetzt. Erst mit Beginn der sechziger Jahre wurde der katalanischen Sprache sehr zögerlich zuerst im kirchlichen Bereich wieder etwas Raum gegeben. Es dauerte bis zum Jahre 1978, dass alle Beschränkungen aufgehoben wurden. In den Jahren der Unterdrückung hatte das Katalanische aber stark an Boden verloren. Die wohlhabende Region Katalonien hatte viele Spanier aus anderen Teilen des Landes angezogen, die meist nicht oder nur sehr zögerlich Katalanisch lernten.
Dies ist einer der Hauptgründe, warum die katalanische Sprache von Seiten der Regionalregierung in den letzten 25 Jahren so stark gefördert wurde. Dieser normalització genannte Prozess verlief nicht reibungslos, da viele der Zugewanderten und ein Teil des Großbürgertums das Katalanische ablehnten. Durch eine geschickte Politik gelang es aber katalanischen Politikern als unverzichtbare Koalitionspartner der Zentralregierung dieser immer weitere Zugeständnisse abzuringen und so, teilweise mit wenig zimperlichen Mitteln, die einstige Position des Katalanischen zumindest teilweise wiederherzustellen.
Dieser Prozess ist noch immer im Gange und soll nach dem Willen der Befürworter des Katalanischen erst abgeschlossen sein, wenn alle, die im ursprünglichen Verbreitungsgebiet des Katalanischen leben, diese Sprache, zumindest als Zweitsprache, vollständig beherrschen.
In den Schulen des Zentralbereichs der katalanischen Sprache wird mittlerweile fast ausschließlich katalanisch gesprochen, ebenso in den Ämtern und in vielen Unternehmen in diesem Gebiet.
Dabei wird das Spanische mitunter so weit verdrängt, dass nicht wenige der jüngeren Katalanen Spanisch bei weitem nicht so gut wie Katalanisch beherrschen.
Die Hispanisierung von Personennamen wurde nach der Demokratisierung Spaniens rückgängig gemacht. Auch die ursprünglichen katalanischen Ortsnamen werden wieder offiziell verwendet.
Heute hat sich eine Diglossiesituation entwickelt, die die franquistischen Verhältnisse beinahe umkehrt. Über 95% der in Katalonien Lebenden können Spanisch schreiben. Gerade mal die Hälfte der Bevölkerung beherrscht auch das schriftliche Katalanisch. In fast allen offiziellen Bereichen der Gesellschaft hat sich aber das Katalanische durch die normalització durchgesetzt: 90% des Schulunterrichts wird auf Katalanisch abgehalten, ein Großteil der Vorlesungen in den Universitäten ist auf Katalanisch, für den kompletten öffentlichen Dienst müssen Katalanischkenntisse nachgewiesen werden. In den letzten Jahren hat sich deshalb ein regelrechter Boom in Sprachschulen, die Katalanischzertifikate ausstellen, ergeben.
Unterschiede zu anderen romanischen Sprachen
Die katalanische Sprache hat nicht so viele Wörter arabischer Herkunft wie das Spanische (AL-Laut); Beispiele:
Spanisch - Katalanisch - Deutsch
- alfombra - catifa - Teppich
- alcalde - batlle - Bürgermeister
- almohada - coixí - Kissen
- albañil - paleta - Maurer
Die katalanische Sprache hat viele lateinische Wurzeln besser behalten als das Spanische; Beispiele im Vergleich zum Italienischen:
UE-Laut (span.) - O-Laut (kat.):
Spanisch - Katalanisch - Italienisch - Deutsch
- bueno/s - bo/ns - buono/i - gut/e
- cuerda - corda - corda - Schnur
- cuerno - corn - corno - Horn
- buey - bou - bue - Ochse
buono/i; corda; corno; bue; farina; figlia; finocchio; ferro; fiele
H-Laut (span.) - F-Laut (kat.):
- harina - farina - farina - Mehl
- hijo/a - fill/a - figlia - Sohn/Tochter
- hinojo - fonoll - finocchio - Fenchel
- hierro - ferro - ferro - Eisen
- hiel - fel - fiele - Galle
Beispiele für die Verwandtschaft mit dem Französischen:
Spanisch - Katalanisch - Französisch - Deutsch
- mariposa - papillona - papillon - Schmetterling
- queso - formatge - fromage - Käse
Andere Wörter wiederum deuten auf keine Verwandtschaft mit dem Spanischen oder Französischen:
- zanahoria - pastanaga - carotte - Karotte
- amarillo - groc - jaune - Gelb
Siehe auch
- Sprachen auf Mallorca
- Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet
- Die katalanische Nationalhymne
Weblinks
- http://ca.wiktionary.org -- Katalanisches Wiktionary
- http://www.llibres.com -- Katalanischer Buchversand
- http://www.katalanistik.de -- Homepage des Deutschen Katalanistenverbandes
- http://www.uni-frankfurt.de/katalanistik -- Katalanistik Homepage der Universität Frankfurt
- http://www.grec.net/home/cel/dicc.htm -- Kostenlose Online-Version des einsprachigen Wörterbuchs der [http://www.grec.net/ Enciclopèdia Catalana].
- http://dcvb.iecat.net - Diccionari català-valencià-balear (das DCVB oder auch nach seinem Urheber der Alcover genannt; ein 10-bändiges, einsprachiges, katalanisches Wörterbuch im Netz)
- [http://www.dilc.org/ Diccionari Invers de la Llengua Catalana]
Kategorie:Romanische Sprache
Kategorie:Katalonien
Kategorie:Spanien
Kategorie:Frankreich
ja:カタルーニャ語
ko:카탈루냐어
simple:Catalan language
HauptstadtDie Hauptstadt ist der Sitz der Vertretung des Souveräns eines Staates (Demokratie: Parlament, Monarchie: Residenz).
Normalerweise sind Hauptstädte und Regierungssitze identisch, es gibt aber auch Ausnahmen wie beispielsweise in den Niederlanden (Hauptstadt Amsterdam, Regierungssitz Den Haag).
Meist ist die Hauptstadt gleichzeitig auch die größte Stadt und das wichtigste Wirtschafts-, Verkehrs-, Wissenschafts- und Kulturzentrum sowie geistiges Zentrum eines Staates. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, zum Beispiel in der Türkei: Hauptstadt ist Ankara, größte Stadt jedoch İstanbul; in Marokko: Hauptstadt Rabat, größte Stadt jedoch Casablanca; oder in den USA: Hauptstadt ist Washington, D.C., größte Stadt jedoch New York. Südafrika hat drei "Hauptstädte": Das Parlament tagt in Kapstadt, das Verwaltungs- und Regierungszentrum ist Tshwane (ehem. Pretoria), die obersten judikativen Einrichtungen (Gerichtshöfe) befinden sich in Bloemfontein, größte Stadt jedoch ist Johannesburg.
Einige Länder ließen eine Planhauptstadt errichten, wie z. B. Brasília oder Canberra.
De jure keine Hauptstadt haben folgende Staaten: Monaco, Nauru, Schweiz und Vatikanstadt. Jedoch erfüllt z.B. bei der Schweiz Bern dies de facto (siehe hierzu: Hauptstadtfrage der Schweiz). Bei Monaco und der Vatikanstadt gibt es auf Grund der Tatsache, dass es sich um reine Stadtstaaten handelt, keine Hauptstadt, auch wenn für Monaco häufig fälschlicherweise Monte Carlo als Hauptstadt genannt wird. In Nauru wird der Ort, an dem sich die Regierung befindet (also Yaren), als inoffizielle Hauptstadt aufgefasst.
Auch Teilstaaten (beispielsweise Bundesländer in Deutschland und in Österreich, Kantone in der Schweiz, Bundesstaaten in den USA) haben Landeshauptstädte, die für ihren Landesteil außer den politischen auch die übrigen Hauptstadtfunktionen aufweisen.
Siehe auch
- Bundeshauptstadt
- Bundesstadt (zu Bern und Bonn)
- Hauptstadtfrage der Schweiz
- Liste der Hauptstädte der Welt
Hauptstädte einzelner Staaten
Hierbei handelt es sich um eine historische Aufstellung der Hauptstädte der einzelnen Staaten, ihrer eventuellen Vorgängerstaaten (z. B. Deutscher Bund, Deutsches Reich), obersten Verwaltungseinheiten (Bundesstaaten, Bundesländer, Provinzen) und abhängigen Gebiete.
- Hauptstädte Australiens
- Hauptstädte Brasiliens
- Hauptstädte Deutschlands
- Hauptstädte Kanadas
- Hauptstädte Kasachstans
- Hauptstädte Nigerias
- Hauptstädte Österreichs
- Hauptstädte Polens
- Hauptstädte der Vereinigten Staaten von Amerika
Literatur
- Hauptstadt - Zum Wesen und Wandel eines nationalen Symbols. - 2005: Kirsch, Jens Münster
Weblinks
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Hauptstadt
als:Hauptstadt
ja:首都
ko:수도
simple:Capital (city)
th:เมืองหลวง
zh-min-nan:Siú-to·
Katalonien
Katalonien (katalanisch Catalunya, spanisch Cataluña) ist eine Autonome Gemeinschaft in Spanien. Es liegt im Nordosten der Iberischen Halbinsel zwischen der Mittelmeerküste und den Pyrenäen. Die Hauptstadt ist Barcelona.
Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch. Katalonien hat rund 6,8 Millionen Einwohner.
Die Herkunft des Landesnamens ist wissenschaftlich nicht geklärt. Die Deutung, der Name komme von den Goten und Alanen, die sich nach der Völkerwanderung hier niedergelassen haben (Katalonien = Got-Alanien), ist sehr umstritten; umstrittener noch, dass das "Kat" auf die Quaden zurück gehe.
Geographie
Im Norden, getrennt durch die Pyrenäen, grenzt Katalonien an Frankreich und Andorra, im Westen an Aragonien und im Südwesten an das Land Valencia.
Bedeutende Städte neben Barcelona sind Tarragona, Lleida und Girona, sowie Manresa, Igualada, Martorell, Terrassa und Sabadell. L'Hospitalet und Badalona, ebenfalls große Städte, grenzen direkt an Barcelona und gehören in dessen Agglomeration.
Der Küstenverlauf ist vielgestaltig und im Norden an der felsigen Costa Brava geprägt von zahlreichen sandigen kleinen Buchten, den Calas, während im Süden an der Costa Daurada weite Sandstrände vorherrschen. Katalonien nennt einige der bedeutendsten Naturschutzparks der iberischen Halbinsel sein Eigen. Hervorzuheben sind im Nordwesten in den Pyrenäen der Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici und im Süden der Naturpark im Delta des Ebro.
Geschichte
Im 11. und 12. Jahrhundert wurden die katalanischen Grafschaften, die zunächst noch dem westfränkischen bzw. französischen König unterstanden, allmählich unabhängig.
Durch den Ehevertrag zwischen Ramon Berenguer IV., Graf von Barcelona, und Petronila/Peronella, Erbin der Krone Aragoniens, entstand 1137 aus Aragonien und der im 12. Jahrhundert mit Katalonien weitgehend identischen Grafschaft Barcelona eine Staatsgemeinschaft, die als Krone Aragonien bekannt ist. Durch weitere dynastische Verbindungen sowie Eroberungen wurde sie im Hoch- und Spätmittelalter zur führenden Macht des westlichen Mittelmeerraumes. Ihr wirtschaftliches und kulturelles Zentrum war Katalonien, dessen Handelsflotte den westlichen Mittelmeerraum beherrschte.
1469 heiratet Ferdinand, Erbe der Krone Aragoniens, seine Cousine Isabel, Erbin von Kastilien. Als die «Katholischen Könige» (Los Reyes Católicos) gehen sie in die Geschichte ein. Dies war jedoch zunächst bloß eine Personalunion, so dass die innere politische Eigenständigkeit Kataloniens erhalten blieb.
Im Konflikt zwischen Spanien und Frankreich Mitte des 17. Jahrhunderts ergriff Katalonien Partei für Frankreich, saß jedoch dann beim Friedensschluss von 1659, dem Pyrenäenfrieden, zwischen allen Stühlen und wurde zweigeteilt: Die katalanischen Gebiete nördlich der Pyrenäen (Roussillon) gingen an Frankreich verloren.
Im Spanischen Erbfolgekrieg (1700-1713), in dem es um die Thronfolge nach dem Tod des kinderlos gebliebenen Karl II. ging, ergriff Katalonien wieder für die "falsche" Seite Partei, indem es den Habsburger Thronprätendenten Erzherzog Karl gegen den Bourbonen Philipp von Anjou unterstützte. Der im Frieden von Utrecht als Sieger hervorgegangene Philipp V. bestrafte Katalonien dafür hart: 1714 wurde Barcelona von französischen Truppen besetzt und die katalanischen Institutionen wurden aufgelöst, wodurch die katalanische Selbstverwaltung endete.
Erst in der 2. Spanischen Republik erlangt Katalonien durch das Autonomiestatut von 1931 erneut politische Eigenständigkeit, die jedoch vom Beginn der Franco-Diktatur 1939 bis zur Annahme der Verfassung von 1978 unterbunden war.
1979 erhielt Katalonien ein neues Autonomiestatut. Die Politik in Katalonien wurde seit dem Jahr 1980 von dem christdemokratisch geprägten Parteienbündnis Convergència i Unió (CiU) unter ihrem Vorsitzenden Jordi Pujol geprägt.
Von 1980 bis zum Jahr 2003 erzielte CiU bei Wahlen dreimal relative und dreimal absolute Mehrheiten und stellte mit Pujol ununterbrochen den Regierungschef Kataloniens (President de la Generalitat).
Politik
Bei den Wahlen zum Parlament der Autonomen Gemeinschaft Katalonien am 16. November 2003 konnte das seit 23 Jahren regierende christdemokratisch-liberal-regionalistische Parteienbündnis Convergència i Unió (CiU) seine relative Mehrheit nach Sitzen (46 Sitze) zwar verteidigen. Mit 42 Sitzen wurde die Partei der Sozialisten Kataloniens ([PSC (Partit dels Socialistes de Catalunya)]) allerdings zweitstärktste Partei. Tatsächlich konnten die Sozialisten sogar mehr Wählerstimmen als die CiU auf sich vereinigen.
In den nachfolgenden Koalitionsgesprächen zeichnete sich erstmals seit 1980 eine Regierungsmehrheit ohne CiU ab. Die Sozialistische Partei Kataloniens (PSC), die Republikanische Linke Kataloniens (ERC) und die Grüne Initiative für Katalonien/Vereinigte Linke (ICV) unterschrieben am 14. Dezember 2003 ein entsprechendes Regierungsabkommen. Die Koalition einigte sich auf Pasqual Maragall, den ehemaligen Bürgermeister von Barcelona, als neuen Regierungschef. Am 16. Dezember 2003 erfolgte die Wahl zum President de la Generalitat.
Zur Zeit steht die katalanische Regierung in Verhandlungen mit der spanischen Zentralregierung wegen einer Novellierung des Autonomiestatuts. Es soll insbesondere erreicht werden, dass Katalonien, wie jetzt schon das Baskenland und Navarra, alle Steuern selbst erheben kann und nicht ausschließlich von Finanzzuteilungen aus dem gesamtspanischen Haushalt abhängt. Dies scheint jedoch unwahrscheinlich, da die spanische Regierung darauf besteht, dass die Katalanen ihr neues Finanzierungssystem zusammen mit den anderen Autonomen Gemeinschaften aushandeln sollen.
Am 30. September 2005 konnte sich das katalanische Parlament auf ein neues Statut einigen. Die Zentralregierung in Madrid kündigte jedoch bereits an, die Formulierung, Katalonien sei eine 'Nation', nicht zu akzeptieren.
Im Rahmen des Europas der Regionen pflegen das deutsche Bundesland Baden-Württemberg und Katalonien eine enge Partnerschaft.
Politische Gliederung
Katalonien ist in vier Provinzen eingeteilt: Barcelona, Tarragona, Lleida (span.: Lérida) und Girona (span.: Gerona). Parallel dazu besteht eine Einteilung in insgesamt 41 Kreise (comarques). Von katalanischer Seite wird angestrebt, die Provinzen durch sieben sog. vegueries (historischer Name einer territorialen Gliederungseinheit) zu ersetzen, da die Provinzen in den Augen der Nationalisten ein Relikt des nationalspanischen Zentralismus darstellen.
Wirtschaft
Katalonien ist die wirtschaftsstärkste Autonome Gemeinschaft Spaniens nach Madrid und Navarra.
Katalonien ist eine hochindustrialisierte Region. Bedeutende Zweige sind u.a. Textilien, Chemie, Pharmazeutika und Automobilbau (die Produktion der Marke Seat erfolgt hauptsächlich in Katalonien). Der Hafen von Barcelona ist der größte am Mittelmeer.
Im Agrarsektor ist besonders der Weinanbau hervorzuheben. Katalonien ist nach Frankreich der bedeutendste Produzent und Exporteur von Sekt.
Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Die Badeorte der Costa Brava, im Norden, und der Costa Daurada, im Süden, sind beliebte Ferienziele in ganz Europa. Barcelona ist andererseits der erste Hafen des Mittelmeeres im Verkehr von Kreuzfahrtschiffen.
Kultur
Von Katalonien im Sinne der heutigen spanischen Region unterschieden werden müssen die Katalanischen Länder (katalanisch Països Catalans), die neben der gemeinsamen Sprache, dem Katalanischen, auch zahlreiche weitere historische und kulturelle Gemeinsamkeiten aufweisen. Dazu gehören neben Katalonien die Balearen, València, das zu Frankreich gehörende Roussillon, Teile von Aragonien, Andorra und die Stadt Alghero (katalan. Alguer) auf Sardinien.
Die katalanische Flagge (La Senyera) ist gelb mit 4 roten Streifen. Der Sage nach ehrte im 9. Jahrhundert der König den Grafen von Barcelona, Guifré el Pelós, nach einer siegreichen Schlacht, indem er mit vier Fingern das Blut aus den Wunden des Grafen über dessen goldenen Schild strich.
Der Titel der katalanischen "National"hymne ist Els Segadors (Die Schnitter). Der Text greift einen Aufstand aus dem 17. Jahrhundert auf, der aus Protest gegen die kastilischen Machthaber entstand.
Nachdem die spanischen Truppen unter Philipp V. am 11. September 1714 Barcelona eingenommen hatten, gewann der 11. September in Katalonien an Bedeutung. Heute ist der Tag der katalanische Nationalfeiertag und Katalonien somit das wohl einzige Land, das seine endgültige Niederlage "feiert". Dabei wird einerseits der getöteten katalanischen Widerstandskämpfer gedacht, andererseits wird insbesondere die Tatsache, dass die katalanische Sprache und Kultur es bis heute trotz der Repressalien geschafft haben zu überleben, gefeiert.
George Orwell schrieb ein eindrucksvolles Buch über den spanischen Bürgerkrieg in Katalonien unter dem Titel Mein Katalonien.
Die Sardana ist der traditionelle Tanz des katalanischen Volkes.
Die katalanische Tradition, am 23. April zum Gedenktag des katalanischen Schutzheiligen St. Georg (katalan. Sant Jordi, span. San Jorge) Rosen und Bücher zu verschenken, übernahm die UNESCO bei der Einrichtung eines weltweiten Feiertags zu Ehren der Bücher, dem Welttag des Buches. Traditionell schenken die Männer ihrer Liebsten eine Rose und die revanchiert sich dafür mit einem Buch. Der Brauch, Rosen zu verschenken gilt als der ältere. Dass Bücher an diesem Tag verschenkt werden, wird auf den Umstand zurück geführt, dass der 23. April der Todestag von Miguel de Cervantes und William Shakespeare ist.
Castells sind die halsbrecherischen und spektakulären Menschenburgen, die von Mannschaften (katalan. colles) aus verschiedenen Städten in Katalonien traditionell zu hohen Festlichkeiten gebaut werden. Sie können bis zu 10 "Stockwerke" hoch sein, wobei die Menschen in den oberen Stockwerken jünger (und schlanker) sind und als Spitze des Turmes schließlich ein kleines Kind fungiert. (Siehe auch: Muixeranga).
Siehe auch
- Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet
Weblinks
- [http://www.gencat.net Website der Regierung von Katalonien (Generalitat de Catalunya)] (Katalanisch)
- [http://www.catalanencyclopaedia.com/ Catalan Hyperencyclopaedia] (Englisch) Umfassende Enzyklopädie zu Katalonien
- [http://www.travel-images.com/catalonia.html Katalonien - Bilder]
- Katalonien im Wiktionary
- [http://www.spanien-katalonien.info/ Fotos und Infos über Städte, Landschaften und Feste in Katalonien]
- [http://wikitravel.org/de/Katalonien Reiseinfos zu Katalonien] auf Wikitravel
Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft
Katalonien
ja:カタルーニャ州
nb:Catalonia
zh-min-nan:Catalunya
Mittelmeer
Das Europäische Mittelmeer (meist nur Mittelmeer bzw. auch Mittelländisches Meer genannt), das etwa 2,5 Mio. km² groß und bis zu 5.267 m tief ist, ist ein Mittelmeer zwischen Europa, Afrika und Asien das von einem eigenen schmalen Klimagürtel umschlossen und von einer eigenen Flora und Fauna geprägt wird.
Geographie
Das Europäische Mittelmeer, das auch ein Binnenmeer des Atlantiks ist, liegt als am stärksten von Festländern umgebenes bzw. vom Ozean getrenntes Mittelmeer zwischen den eben genannten Kontinenten. Im Westen ist es durch die Straße von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden, im Nordosten über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus mit dem Schwarzen Meer und im Südosten über den Sueskanal (seit 1869) mit dem Roten Meer, einem Binnenmeer des Indiks.
Zu diesem großflächigen Mittelmeer, das zu den ozeanischen Nebenmeeren gezählt wird, gehören neben zahlreichen kleinen Inseln, großen und kleinen Inselgruppen und Eilanden die großen Inseln Korsika, Sardinien, Sizilien, Kreta, Rhodos und Zypern; in das Europäische Mittelmeer ragt von Norden her die Apenninenhalbinsel mit dem Großteil Italiens; sie trennt das eigentliche Meer von der Adria.
Daten
Das Europäische Mittelmeer bedeckt etwa 2,5 Mio km² Fläche. Seine größte Meerestiefe liegt bei 5.267 m (siehe Meeresboden).
Römischer Name
In der Antike wurde das Europäische Mittelmeer von den Römern Mare Nostrum genannt, was Unser Meer bedeutet. Diese Namensgebung resultiert daraus, dass das Römische Reich (Imperium Romanum) zeitweise das gesamte Mittelmeer umschloss.
Geschichte / Geologie
Das Europäische Mittelmeer ist ein Überrest des Tethysmeeres des Erdmittelalters. Vor 6 Millionen Jahren schloss sich die Straße von Gibraltar aufgrund der plattentektonischen Kollision Afrikas mit Europa. Teile des Mittelmeeres trockneten wiederholt aus, so dass sich am Meeresboden mächtige tertiäre Gips- und Salzlager finden. Zuletzt war das Nebenmeer des Atlantiks während der Eiszeiten zumindest teilweise ausgetrocknet. Daher fand Henry Cosquer, ein französischer Taucher, 1985 nahe Marseille eine später nach ihm benannte Höhle mit prähistorischen Felszeichnungen, deren Eingang 36 Meter unter dem Meeresspiegel liegt.
Im 2. Weltkrieg war das Europäische Mittelmeer Kriegsschauplatz (siehe hierzu unter Mediterranean Theatre of Operations).
Salinität
Der Salzgehalt des Europäischen Mittelmeeres liegt mit rund 38 Promille höher als der des Atlantiks. Dies ist eine Folge der starken Verdunstung, die nicht durch den Süßwasserzufluss der großen Flüsse und Ströme ausgeglichen wird. Daher fließt am Grund der Straße von Gibraltar ein kräftiger Salzwasserstrom in den Atlantik ab, während an der Oberfläche eine entsprechend zum Netto-Wasserverlust noch stärkere Gegenströmung salzärmeres und daher leichteres Ozeanwasser in das Mittelmeer transportiert.
Meereswelt
Meeresboden
Innerhalb des Europäischen Mittelmeeres bzw. auf dessen Meeresboden befinden sich Schwellen, Tiefseebecken und ein Meerestief.
Im Westteil des Meeres liegt das Algerisch-Provenzalische Becken, das bis zu 3.255 m tief ist. In seinem westlichen Mittelteil befindet sich das Tyrrhenische Becken im Tyrrhenischen Meer, das bis zu 3.758 m tief ist. In seinem östlichen Mittelteil liegt das Ionische Becken im Ionischen Meer, das in der Calypsotief - der tiefsten Stelle des Europäischen Mittelmeers - bis zu 5.267 m tief ist. Im Osten befindet sich das Levantische Becken im Levantischen Meer, das bis zu 4.517 m tief ist.
Horizontale Gliederung
Das Europäische Mittelmeer ist durch zahlreiche Nebenmeere, Golfe, Buchten und Meeresstraßen gegliedert; an seinem West- und Ostrand stößt es jeweils an eine Meerenge, die zum Ozean bzw. zu einem Binnenmeer überleiten.
Im Westen ist das Europäische Mittelmeer durch die Straße von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden. Im Nordosten ist es über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus mit dem Schwarzen Meer verbunden und im Südosten über den 1869 fertiggestellten Sueskanal auch mit dem Roten Meer, ein Binnenmeer des Indischen Ozeans. Das Marmarameer - nicht aber das Schwarze Meer - wird häufig noch zum Mittelmeer gezählt.
Während sein Westteil keinen besonderen Namen trägt, ist das Europäische Mittelmeer durch eigene Nebenmeere und Buchten stark untergliedert: Im Norden liegt das Ligurische Meer mit dem Golf von Genua, im Mittelteil befinden sich das Tyrrhenische Meer, die Straße von Messina, das Ionische Meer, die Straße von Sizilien, die Kleine Syrte (Golf von Gabès), die Straße von Otranto, das Adriatische Meer, die Große Syrte, die Ägäis und im Ostteil das Levantische Meer.
Küsten
Bekannte Küstenabschnitte sind beispielsweise:
- Côte d’Azur
- Costa del Sol
- Riviera
- Sahel
Inselwelt
Die bedeutendsten Inseln, Inselgruppen und Halbinseln im Europäischen Mittelmeer sind (von West nach Ost): Balearen, Korsika, Sardinien, Sizilien, Malta, Peloponnes, Kreta, Dodekanes (Rhodos), Zypern.
: Für weitere Inseln im Europäischen Mittelmeer siehe hier.
Zuflüsse
In das Europäische Mittelmeer bzw. in dessen Randmeere münden unter anderen diese Flüsse und Ströme, die bis auf den Muluja, einige kleinere Bäche bzw. Flüsse und insbesondere den Nil alle aus nördlichen Himmelsrichtungen einmünden:
- Arno - Ligurisches Meer
- Drin - Adria
- Ebro - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Ebros (Ewros) - Ägais
- Etsch - Adria
- Großer Mäander - Ägais
- Júcar - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Kleiner Mäander - Ägais
- Muluja (Wadi al-Muluyah) - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Nil - Levantinisches Meer
- Piave - Adria
- Po - Adria
- Rhône - Ligurisches Meer
- Segura - Westteil des Europäischen Mittelmeers
- Seman - Adria
- Strymon - Ägäis
- Tiber - Tyrrhenisches Meer
Staaten & Abhängige Gebiete
Anrainerstaaten sind:
- Im Norden: Gibraltar, Spanien, Frankreich, Monaco, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland und die Türkei
- im Osten Syrien, der Libanon, Israel und der Gazastreifen
- im Süden Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko, sowie die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla.
Literatur
- Hofrichter, Robert: Das Mittelmeer, Bd. 1: Allgemeiner Teil. Spektrum Akademischer Verlag, 2002. - ISBN 3-82741-050-9
- Ders., Das Mittelmeer, Bd. 2/2 : Bestimmungsführer. Spektrum Akademischer Verlag, März 2006. - ISBN 3-82741-170-X
- Bergbauer, Matthias/Humberg, Bernd: Was lebt im Mittelmeer? Franckh-Kosmos Verlag, 1999. - ISBN 3-44007-733-0
- Bärtels, Andreas: Pflanzen des Mittelmeerraumes. Ulmer, 2003. - ISBN 3-80013-287-7
- Wagner, Horst-Günter: Mittelmeerraum. Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik. Darmstadt 2001 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 93 Abb., 29 Tab., 75 Bilder, 381 S. - ISBN 3-534-12339-5.
Weblinks
- [http://www.eckart-winkler.de/reise/specials/ins_mit.htm Die größten Mittelmeer-Inseln]
- [http://europa.eu.int/comm/research/rtdinfsup/de/sea1.htm Planet Ozean - Sonniges Mittelmeer] (Europäische Kommission)
Siehe auch
- Mittelmeerraum
- Nebenmeer
- Binnenmeer
- Mittelmeere
- Randmeer
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ja:地中海
ko:지중해
th:ทะเลเมดิเตอร์เรเนียน
zh-min-nan:Tē-tiong-hái
PyrenäenDie Pyrenäen sind ein rund 430 km langes Grenzgebirge zwischen Frankreich und Spanien. Sie trennen die Iberische Halbinsel vom übrigen Europa.
Europa]
Sie bestehen aus zwei etwa gleich langen Gebirgsketten, die sich vom Golf von Biscaya und im Osten vom Cap Cébère kommend im Bereich des Val d'Aran überlappen. Das Val d'Aran wird vom Port de Bonaigua überbrückt, wodurch diese beiden Gebirgsketten verbunden werden.
Geografie
Val d'Aran
Val d'Aran
Die Pyrenäen werden unterteilt in die westlichen oder atlantischen Pyrenäen, die Hoch- oder Zentralpyrenäen und die östlichen Pyrenäen. Der Bereich der Hochpyrenäen erstreckt sich im Westen vom Port de Canfranc bis zum Val d'Aran im Osten.
Höchster Berg ist der Pico de Aneto im Maladeta-Massiv mit 3.404 m. Es gibt rund zweihundert Gipfel über 3000 m in den Pyrenäen. Die höchsten Berge sind auch noch vergletschert, wenn auch seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts ein starker Rückgang der Gletscher zu beobachten ist. Der ehemals sehr beeindruckende Ossoue-Gletscher am Vignemale hat viel von seiner einstigen Größe verloren.
Politik, Geschichte und Wirtschaft
Die Pyrenäen bilden die Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Das kleine Fürstentum Andorra liegt in den östlichen Pyrenäen.
Es wird extensive Weidewirtschaft mit Schafen, Rindern und Ziegen betrieben, in den Sommermonaten auch auf den Hochalmen. Vor allem in den westlichen Pyrenäen werden verschiedene Käsesorten hergestellt. In dem dort überwiegenden Kalkgestein sind vielfach Höhlen vorhanden, in denen der Käse auf den Almen reifen kann. Produziert werden Käse aus Kuh- und Schafmilch, häufig auch gemischt. Bekannte Sorten sind der Ossau-Iraty aus dem Vallee d'Aspe, dem Vallee d'Ossau und dem angrenzenden spanischen Pyrenäen, und der im Baskenland aus Kuhmilch hergestellte Pyrenäenkäse mit seiner schwarzen Wachsschicht. Auch aus Ziegenmilch wird frischer und gelagerter Ziegenkäse hergestellt. In den Vorgebirgen wird sowohl auf der französischen (Jurançon, Corbières), als auch auf der spanischen Seite Weinbau betrieben. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts spielte Schmuggel eine wichtige Rolle.
Geologie
Die Pyrenäen entstanden wie die Alpen vor rund 50 bis 100 Millionen Jahren im Tertiär. Die westlichen Pyrenäen bestehen überwiegend aus Kalkstein, wogegen in den Zentralpyrenäen verschiedene Granite dominieren.
Das Faltengebirge wurde vor allem während der Würmeiszeit mit einer geschlossenen Eisdecke überzogen. Durch die Eiszeit haben sich etliche Hängetäler und viele tausend Gletscherseen gebildet.
Flora und Fauna
Hängetäler
Auf der französischen Seite leben in den großen Mischwäldern bis in etwa 1800 m Höhe auch noch einige Braunbären. In den hochalpinen Bereichen ist die Pyrenäengemse, der Isard anzutreffen. Obwohl ursprünglich nicht heimisch, haben sich die aus den Alpen eingewanderten Murmeltiere sehr verbreitet. Selten und in seinem Bestand bedroht ist der Pyrenäen-Desman, eine Unterart der Familie der Maulwürfe. An Vögeln sind etwa der Stein-, Zwerg-, und Habichtsadler sowie Gänse-, Mönchs- und Bartgeier zu nennen. Es gibt eine große Anzahl von Insekten, hier fallen vor allem die rund 300 Schmetterlingsarten sowie Heuschrecken und Käfer auf.
Nationalparks
Käfer
Es gibt in den Pyrenäen drei Nationalparks. Der älteste ist der 1917 auf der spanischen Seite geschaffene Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, südlich vom Cirque de Garvanie gelegen. Dieser umfasst eine Fläche von etwa 2175 ha und ist damit der kleinste der drei Nationalparks. Gleichfalls in Spanien liegt der Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici mit einer Ausdehnung von rund 105 Quadratkilometern.
Auf der französischen Seite wurde 1967 der Bereich von den Bergen südlich von Lescun im Vallee d'Aspe im Westen bis einschließlich zum Néouvielle-Massiv im Osten zum Nationalpark (Parc National des Pyrénées) erklärt.
Erforschung der Pyrenäen
Einer der bedeutendsten Pyrenäenforscher war der französische Kartograph Franz Schrader (1844-1924), dessen Vater zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus Magdeburg nach Frankreich übergesiedelt war. Er hat verschiedene bedeutende Massive der Pyrenäen kartiert, besonders bekannt wurde er für die Erforschung der Cirque de Garvanie, zu deren Füßen im kleinen Ort Garvanie er auch begraben liegt, neben einem anderen berühmten Pyrenäenforscher, Henri Russell. Schrader war der Erstbesteiger der Grand Bachimale (3144 m), der Dreitausender wurde ihm zu Ehren Pic Schrader benannt. Schrader war Präsident des CAF und Ritter der Ehrenlegion.
Weblinks
- [http://www.parc-pyrenees.com/index_english.htm Offizielle Seite des PNP] (engl.)
- http://www.pyrenees-team.com/ (franz.)
Kategorie:Gebirge in Frankreich
Kategorie:Gebirge in Spanien
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Weltnaturerbe
Kategorie:Geographie (Andorra)
Kategorie:Geographie (Frankreich)
Kategorie:Geographie (Spanien)
ja:ピレネー山脈
ko:피레네 산맥
Hamilkar BarkasHamilkar Barkas ( - ca. 270 v. Chr.; † 229 v. Chr. in Spanien) war ein karthagischer Feldherr.
Er machte sich an drei Schauplätzen einen Namen als General: Gegen Ende des Ersten Punischen Kriegs war er Oberbefehlshaber des Heeres auf Sizilien, schlug anschließend den Aufstand der Söldner in Afrika nieder und unterwarf später große Teile Spaniens. Die Römer nannten ihn den Blitz, da er schnell und unerwartet zuschlug, was auf Punisch als "Barkas" wiedergegeben wurde. Nach seinem Beinamen Barkas werden seine Söhne Hannibal, Hasdrubal Barkas und Mago, teilweise auch seine Parteigänger, Barkiden genannt.
In der letzten Phase des Ersten Punischen Krieges erhielt Hamilkar ab 247 v.Chr. den Oberbefehl über die karthagischen Truppen auf Sizilien. Dort hatte sich der Krieg bisher eher zu Ungunsten der Punier entwickelt, die von den Römern auf wenige Städte im Westen der Insel begrenzt worden waren. Durch partisanen-ähnliche Taktiken konnte Hamilkar diesen jedoch mehrere Niederlagen zufügen und allmählich verlorene Gebiete zurückgewinnen. Durch den römischen Sieg zur See in der Schlacht bei den Ägatischen Inseln wurden aber seine Erfolge obsolet, da ihm der Nachschub abgeschnitten worden war. Der karthagische Senat beauftragte daraufhin seinen unbesiegten General mit den unvermeintlich gewordenen Friedensverhandlungen.
Karthago musste Sizilien aufgeben und hohe Reparationen an Rom zahlen. Zudem stand es nach dem Krieg aber vor dem unmittelbaren Problem, dass sein gewaltiges Söldnerheer aus Kostengründen demobilisiert werden musste. Dies mündete in einen Aufstand der größtenteils libyschen Söldner, was zu einem Abfall zahlreicher Städte innerhalb des karthagischen Machtbereich in Nordafrika führte (241-238). Nachdem die Karthager mehrere Schlachten gegen die Aufständischen verloren hatten, war die Existenz des Staates bedroht. 240 wurde deshalb der Oberbefehl Hamilkar übertrugen, der das Ruder herumwerfen konnte und die rebellierenden Städte und Söldner in zahlreichen Kämpfen bezwang.
Die Römer hatten gegen Ende des Libyschen Aufstandes die Schwäche Karthagos ausgenutzt und Sardinien 238 annektiert, das im Friedensschluss drei Jahre zuvor noch Karthago belassen worden war. Hamilkar entschloss sich daraufhin nach Spanien zu gehen, um dort neue Territorien zu unterwerfen. Ab 237 v. Chr. eroberte er den südlichen und östlichen Teil der iberischen Halbinsel. Durch die Erschließung von Silberminen und Handelsstützpunkten konnte er die Verluste seiner Heimatstadt aus dem Kampf gegen die Römer mehr als ausgleichen. Ob er einen weiteren Krieg gegen Rom befürchtete oder gar plante, ist zweifelhaft. Der antike Chronist Polybios erwähnt als Beweis für Revanchegelüste den angeblichen Eid, welchen Hamilkar seinen Sohn Hannibal schwören ließ, nämlich "nie den Römern wohlgesinnt zu sein". Jedenfalls entstand im Westen ein neues Machtzentrum, wodurch auch die Stellung der Barkiden in der Innenpolitik Karthagos erheblich gestärkt worden war. Nachdem er in einem Fluss ertrunken war, erweiterte und festigte sein Schwiegersohn Hasdrubal die Herrschaft der Karthager in Spanien.
Weblinks
-
- [http://www.gottwein.de/Lat/nepos/ham01.php Biographie des Cornelius Nepos (lateinisch und deutsch)]
Hamilkar Barkas
Hamilkar Barkas
Hamilkar Barkas
ja:ハミルカル・バルカ
Hannibal
Hannibal Barkas ( - um 247 v. Chr. in Karthago; † 183 v. Chr. in Bithynien) gilt als einer der größten Feldherren der Antike, da er Rom im Zweiten Punischen Krieg (218–201 v. Chr.) die letzten schweren Niederlagen beibrachte, bevor die Stadt am Tiber zur Weltmacht aufstieg.
Leben
Hannibal war ein Sohn des karthagischen Feldherrn Hamilkar Barkas und kam mit diesem schon als Kind in das von den Karthagern beherrschte Spanien; sein Lehrer war Sosylos und seine Frau war Imilke aus dem Fürstenhaus Castulo. Bereits mit 9 Jahren musste er angeblich den Römern ewige Feindschaft schwören, auf Veranlassung seines Vaters. Als 25-Jähriger wurde er als Nachfolger seines Schwagers Hasdrubal Oberbefehlshaber der karthagischen Truppen in Spanien. Innerhalb von zwei Jahren hatte er das Gebiet zwischen Tajo und Ebro erobert. Nach achtmonatiger Belagerung nahm er 219 v. Chr. das unter römischem Schutz stehende Zakantha (Sagunt) ein, das südlich des Ebro lag und von den Römern unter Missachtung des Ebro-Vertrags mit Hasdrubal unter ihren Schutz genommen worden war. Das Überschreiten des Ebro 218 v. Chr. führte zur Kriegserklärung der Römer und löste den Zweiten Punischen Krieg aus.
Sagunt
Hannibal zeichnete sich aus durch ein für seine Zeit unbekanntes Bewusstsein über die Möglichkeiten und Grenzen von Zeit und Raum für militärische Manöver. Um einem römischen Angriff auf Spanien zuvorzukommen, überschritt Hannibal mit wahrscheinlich mehr als 55.000 Soldaten und 37 Kriegselefanten auf einem heute nicht mehr genau zu bestimmenden Pass (vermutlich Col de Clapier) die Alpen und gelangte durch das Gebiet der Salasser nach Aosta und Ivrea. Bei der Ankunft in Italien waren noch 26.000 Soldaten (20.000 zu Fuß und 6.000 Reiter) übrig. Durch diesen Zug gelangte Hannibal für die nächsten Jahre gegenüber den überlegenen Römern in die strategische Offensive, da er das römische Bundesgenossensystem als Basis der römischen Macht direkt bedrohte. Daher konnte er die Römer immer wieder in die taktische Offensive ihm gegenüber zwingen, meistens an Orten seiner Wahl. In der taktisch defensiven, aber selbstgewählten überlegenen Ausgangsposition konnte er die taktischen Schwächen des römischen Militärsystems mehrfach mit enormen Erfolg ausnutzen. In den Schlachten am Ticinus (218 v. Chr.) an der Trebia (218 v. Chr.), am Trasimenischen See (217 v. Chr.) und bei Cannae (216 v. Chr., mit 50.000 römischen Toten), brachte er den zahlenmäßig meistens weit überlegenen Römern jedes Mal eine vernichtende Niederlage bei.
Nach diesen Siegen zog Hannibals Heer jahrelang durch Italien. Obwohl ein paar italische Bundesgenossen Roms zu ihm übergingen, war das karthagische Heer nicht mehr stark genug für einen endgültigen Sieg über Rom, zumal es aus Karthago kaum Unterstützung erhielt. Die Römer hatten ihre Strategie unter Einfluss des „Zauderers“ Fabius Maximus gewechselt und griffen Hannibal nur noch dort an, wo er selbst nicht war, in Italien und Spanien. Als Hannibal 211 v. Chr. vor die Tore Roms zog, erschallte laut Cicero (der rund hundert Jahre später lebte) der berühmte Ausruf Hannibal ad portas („Hannibal [ist] bei den Toren“), zum Teil auch zitiert als Hannibal ante portas. Er zog sich jedoch zurück und verlor Capua.
Noch mehrere Jahre hielt sich Hannibal in Süditalien, konnte aber wegen mangelnder Verstärkung die Römer nicht mehr angreifen. Einer seiner Generäle soll zu ihm gesagt haben: „Du verstehst zwar zu siegen, Hannibal, aber nicht den Sieg zu nutzen!“
Heimgekehrt von seinen Erfolgen in Spanien entschied sich der römische Feldherr Scipio, ein Bewunderer Hannibals, diesen nicht direkt anzugreifen, sondern stattdessen nach Afrika überzusetzen und Karthago zu bedrohen. Es gelang Scipio, die Numidischen Reiter zum Seitenwechsel zu bewegen. Hannibal wurde daraufhin mit den Resten seines Heers in die Heimat zurückbeordert. Bei Zama erlitt er 202 v. Chr. die erste und auch kriegsentscheidende Niederlage gegen die Römer. Die militärischen Genies Hannibal und Scipio hatten sich gegenseitig neutralisiert, weshalb die zahlenmäßig überlegenen Römer den Krieg gewannen.
Nach dem Friedensschluss Karthagos mit Rom versuchte Hannibal, die politische und militärische Macht der Stadt wieder aufzubauen. Seine inneren Gegner zwangen ihn jedoch 195 v. Chr., in den östlichen Mittelmeerraum zu fliehen, wo er unter anderem als Feldherr für Antiochos III. von Syrien tätig war.
Um der Auslieferung an Rom zu entgehen, beendete er 183 v. Chr. in Bithynien/Gebze sein Leben durch Freitod, indem er Gift trank.
Literatur
- Pedro Barceló: Hannibal. 2. Auflage. Beck, München 2003. (Konzises Taschenbuch aus der Beck-Wissen-Reihe) ISBN 3-406-43292-1
- Pedro Barceló: Hannibal. Stratege und Staatsmann. Klett-Cotta, Stuttgart 2004. ISBN 3-608-94301-3
- Karl Christ: Hannibal. Primus-Verl., Darmstadt 2003. (Gestalten der Antike) ISBN 3-89678-472-2 Auch Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 2003. ISBN 3-534-15414-2
- Jakob Seibert: Hannibal. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 1993. ISBN 3-534-12029-9
- Jakob Seibert: Forschungen zu Hannibal. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 1993. ISBN 3-534-12091-4 (Seibert ist d e r (deutsche) Hannibalspezialist. Die beiden Bände sind eine Fundgrube für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem punischen Feldherrn.)
- Jakob Seibert: Hannibal. Feldherr und Staatsmann. Zabern, Mainz 1997. (Zaberns Bildbände zur Archäologie) ISBN 3-8053-1800-6
- Hannibal ad portas. Macht und Reichtum Karthagos [Begleitbuch zur Großen Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg „Hannibal ad portas – Macht und Reichtum Karthagos“ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe, 25. 09. 2004 - 30. 01. 2005]. Theiss, Stuttgart 2004. ISBN 3-8062-1892-7
Siehe auch
- Portal:Antike
- Portal:Geschichte
Weblinks
-
- [http://www.gottwein.de/Lat/nepos/hann01.php Hannibal-Vita des Cornelius Nepos (lateinisch und deutsch)]
- [http://www.landesmuseum.de/sonder/2004/hannibal/index.htm Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg im Landesmuseum Karlsruhe]
- [http://www.hist-rom.de/themen/hannibal.html Historische Romane über Hannibal]
Hannibal
Hannibal
Hannibal
Hannibal
Kategorie:Feinde des Römischen Reichs
ja:ハンニバル
ko:한니발
Römisches Reich
Das Römische Reich (lateinisch: Imperium Romanum) war das von der Stadt Rom beherrschte Gebiet in der Zeit zwischen etwa dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 5. bzw. 6. Jahrhundert n. Chr. Eine eindeutige Abgrenzung ist jedoch weder zur vorrömischen Epoche noch zum Byzantinischen Reich möglich.
Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, zu Zeiten Kaiser Trajans, erstreckte sich das Römische Reich über die Gebiete rund um das Mittelmeer, über Gallien und große Teile Britanniens und über die Gebiete rund um das Schwarze Meer (siehe auch Bosporanisches Reich).
Das Römische Reich übte einen großen Einfluss auf die von ihm beherrschten Gebiete, aber auch auf die Gebiete jenseits seiner Grenzen aus. In der östlichen Reichshälfte mischte sich dieser Einfluss mit griechisch-hellenistischen und orientalischen Elementen, während der Westen latinisiert wurde.
Latein, die Sprache Roms, wurde zur Amtssprache des Reiches, in Teilen des Reichs blieben aber auch andere Sprachen erhalten. Aus dem Lateinischen entstanden die modernen romanischen Sprachen Europas (Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, sowie Ladinisch und Rätoromanisch). Sehr viele Lehnwörter finden sich zudem in den germanischen und in den slawischen Sprachen.
Vor allem das Rechts- und Staatswesen in Europa ist maßgeblich vom römischen Erbe geprägt.
Geschichtlicher Überblick
Die Geschichte des Römischen Reiches lässt sich grob in folgende sechs Phasen gliedern, die im Verlauf dieses Artikels genauer beschrieben werden; zu Details siehe die entsprechenden Verweise im Artikel (Beispiel: Prinzipat):
# Königszeit (753 v. Chr.–510 v. Chr.)
# Die Zeit der Republik (509 v. Chr.–133 v. Chr.)
# Zeit der Bürgerkriege (ab 133 v. Chr.)
# Prinzipat (Römische Kaiserzeit I, ab 27 v. Chr.)
# Spätantike, in der älteren Forschung auch Dominat (Römische Kaiserzeit II, ab 284 n. Chr.)
# Untergang des Reiches im Westen und Übergang zum Byzantinischen Reich im Osten (ab 395 n. Chr., noch zur Spätantike zu rechnen)
Römische Königszeit und frühe Republik
395 n. Chr.]]
Der Stadtstaat Rom, der zuerst unter etruskischer Königsherrschaft stand (Königszeit), gewann in Italien zunehmend an Einfluss, nachdem er sich ca. 500 v. Chr. von der Herrschaft der Etrusker gelöst hatte. Zu dieser Zeit erfolgte ebenfalls die Umwandlung des ehemaligen Königreiches in die Römische Republik (Republik = res publika, die öffentliche Sache), während derer alljährlich zwei Konsuln die oberste Regierungsgewalt ausübten. Der letzte aller römischen resp. etruskischen Könige, Tarquinius Superbus (Tarquinius der Hochmütige), wurde vom römischen Volk unter der Führung von Lucius Iunius Brutus aus Rom vertrieben, weil er eine Römerin namens Lucretia geschändet hatte. Das Jahr 509 v. Chr. ist jedoch spätere Fiktion, die als Parallele zum Sturz der Peisistratiden in Athen um 510 v. Chr. gesehen werden kann. Wahrscheinlicher ist die Zeit um 475 v. Chr. Als ersten, einigermaßen festen Punkt in der römischen Geschichte kann man die Niederlegung des Zwölftafelgesetzes 451 v. Chr. sehen.
Über die römische Königszeit existieren verschiedene berühmte Legenden, die die römische Geschichte mit der Geschichte Trojas zu verknüpfen versuchen. Diese entstanden jedoch erst Jahrhunderte später.
Rom begann mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien (Eroberung von Veji 396 v. Chr.), musste dabei aber auch schwere Rückschläge verkraften (v.a. der Galliersturm von 387 v. Chr., der psychologisch seine Spuren hinterlassen sollte, sowie mehrere Niederlagen gegen italische Volksstämme). Es folgen die Samnitenkriege (1. 343-341 v. Chr.; 2. 327-304 v. Chr.; 3. 298-290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340-338 v. Chr.). Rom etabliert schließlich ein weitverzweigtes Bündnissystem. So wurden Kolonien an strategisch wichtigen Plätzen angelegt und Bündnisse mit mehreren italischen Stämmen geschlossen, die jedoch nicht das römische Bürgerrecht erhielten.
Der Aufstieg Roms - Expansion in Italien und im Mittelmeerraum
Im 3. Jahrhundert v. Chr. setzte sich Rom gegen die Samniten und andere italische Stämme durch. Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst später annektiert wurde). Im Süden verleibte sich die Republik um 275 v. Chr. die dortigen griechischen Stadtstaaten ein, nachdem es gelungen war, den hellenistischen Condottiere Pyrrhos von Epiros abzuwehren. Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit der bisher Rom freundlich gesonnenen Handelsrepublik Karthago (im heutigen Tunesien), was zu den Punischen Kriegen führte.
Im Ersten Punischen Krieg (264-241 v. Chr.) dehnte sich Rom nach vorherigen Spannungen auf Sizilien bis in karthagische Gebiete aus. Nachdem Karthago, solcherart provoziert, die Römer von See aus angegriffen und geschlagen hatte, baute Rom eine Flotte auf, um der Seemacht Karthago entgegentreten zu können. Nach mehreren Rückschlägen und wechselhaftem Kriegsglück gelang es Rom schließlich, besonders auf Sizilien Fuß zu fassen und die karthagische Flotte mehrmals zu schlagen. Karthago verlor fast alle seine sizilianischen Besitzungen und sann fortan auf Rache.
Im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) gelang es dem genialen Strategen Hannibal beinahe, Rom in die Knie zu zwingen. Besonders die Niederlage bei Cannae (216 v. Chr.) schmerzte, die schwerste Niederlage in der römischen Geschichte, doch gelang es Hannibal nicht, das Bündnissystem Roms in Italien zu zerstören. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika über und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte. Es war als Machtfaktor endgültig ausgeschaltet, während Rom mit seiner neuen Provinz Hispanien zunehmend an Einfluss gewann.
Der Sieg über Karthago im 1. und 2. Punischen Krieg sicherte Roms Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer. In diese Zeit, genauer gesagt in die Zeit ab 200 v. Chr., fiel auch die Einmischung Roms in das Machtspiel der hellenistischen Großreiche. Dort waren die Großmächte nicht in der Lage gewesen, ein friedliches Zusammenleben zu erreichen. Es folgten Konflikte mit den Antigoniden, wobei Rom 200-197 v. Chr. in Griechenland intervenierte, um den makedonischen Einfluss zurück zu drängen.
Auch gegen das hellenistische Seleukidenreich führte Rom Krieg. Auf ein Hilfegesuch hin kam es 192-188 v. Chr. zum Krieg gegen Antiochos III., in welchem Rom siegreich blieb. Antiochos musste auf einen Großteil seiner Besitzungen in Kleinasien verzichten. Rom wurde damit zur De-facto-Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. Versuche Makedoniens, die alte Hegemonie wieder aufzurichten, führten zum Krieg. 168 v. Chr. wurden die Makedonen endgültig besiegt und ihr Königreich zerschlagen, 148 v. Chr. schließlich in eine römische Provinz umgewandelt. So erging es 146 v. Chr. auch Griechenland (ab 27 v. Chr. Provinz Achaea, vorher zu Makedonien) und der neuen römischen Provinz Africa nach der Zerstörung Karthagos, welches vor dem Dritten Punischen Krieg (150-146 v. Chr.) wieder an Macht gewonnen hatte.
Pergamon wurde durch Erbvertrag 133 v. Chr. zur römischen Provinz. Gleichen Status erhielt 64/63 v. Chr. das Restreich der Seleukiden, das nicht mehr lebensfähig war und von Pompeius, der eine Neuordnung des Ostens vornahm, zur Provinz Syria gemacht wurde. Nur das schwächelnde Ägypten der Ptolemäer, welches zu einem römischen Protektorat wurde, behielt seine Unabhängigkeit, ehe es im Jahre 30 v. Chr. ebenfalls im Römischen Reich aufging.
So glänzend auch die außenpolitischen Erfolge Roms gewesen waren – im Inneren erodierte allmählich die republikanische Ordnung.
Die Revolutionszeit und die Bürgerkriege
Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die schließlich in die Epoche der Bürgerkriege mündete und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform enden sollte. Hintergrund war zunächst der Ruf nach Reformen, vor allem im Agrarbereich. So sollte die nach den Brüdern Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus benannte Gracchische Reform die Grundbesitzverhältnisse reformieren und den ärmeren Schichten der Bevölkerung zu Land und Einkommen verhelfen. Die Reform scheiterte allerdings am Widerstand der konservativen Senatskreise, der zugrundeliegende Konflikt blieb weiter bestehen: die Popularen und Optimaten bekämpften sich gegenseitig, um ihre jeweilige Politik durchzusetzen. Auch machten sich innere Spannungen im Bündnissystem Roms bemerkbar, sodass es 91-89 v. Chr. zum so genannten Bundesgenossenkrieg kam. Am Ende wurde das römische Bürgerrecht auch den Bundesgenossen verliehen. Im Anschluss daran kam es 88 v. Chr. zur berüchtigten "Vesper von Ephesus": Nach der Ermordung Zehntausender römischer Siedler in Kleinasien zog Rom in den Krieg gegen Mithridates von Pontos und besiegte ihn nach mehrjährigen Kämpfen.
Pontos
Diesen Ereignissen folgte der Beginn des römischen Bürgerkriegs, in dem sich wieder Popularen und Optimaten gegenüber standen (Marius, Cinna, Sulla). Sulla blieb siegreich und errichtete die Diktatur, doch hatte diese Lösung keinen wirklichen Bestand, zumal Sulla bald zurücktrat und die alten Kräfte sich wieder bekämpften. Die Krise der Republik wurde durch das (erste) Triumvirat verdeutlicht: der ehrgeizige Gaius Iulius Caesar, der erfolgreiche Militär Gnaeus Pompeius Magnus und der reiche Crassus gingen ein informelles Bündnis ein, um sich in ihren jeweiligen Interessen zu unterstützen. Nach dem Tod des Crassus in einem Feldzug gegen die Parther rangen die einstigen Freunde Caesar und Pompeius um die Macht im Staat (49-46 v. Chr.), wobei sich Pompeius auf die Seite des Senats stellte. Caesar obsiegte. Nur durch seine Ermordung wurde verhindert, dass sich die Republik in eine Diktatur verwandeln konnte.
Nach der Ermordung Caesars im Jahre 44 v. Chr. gelang es den Anhängern der Republik nicht, die alte republikanische Verfassung wiederherzustellen. In dem Bürgerkrieg, der nun wieder ausbrach, setzte sich schließlich Octavian, der spätere „Augustus“, gegen Marcus Antonius in der Schlacht bei Actium als Sieger durch (31 v. Chr.).
Die frühe und hohe Kaiserzeit (Prinzipat)
Prinzipat
Octavian zielte wie Caesar auf eine Alleinherrschaft. Doch anders als Caesar versuchte Octavian dieses Ziel nicht durch das Mittel einer außerordentlichen Diktatur zu erreichen. Octavian ließ vielmehr die alte republikanische Verfassung formal in Kraft und sicherte seine Position durch die Übernahme verschiedener Ämter, vor allem durch die Übernahme eines mehrjährigen Kommandos über wichtige Legionen. Den alten senatorischen Adel konnte Octavian zu einer Anerkennung seiner Herrschaft bewegen. Der Senat sah in Octavian keinen König, sondern den "Ersten Bürger des Staates" (Princeps). Die von Octavian begründete Verfassung, die sich in wesentlichen Punkten von der alten republikanischen Verfassung unterscheidet, nennt man deshalb auch Prinzipat. Octavian selbst erhielt im Jahre 27 v. Chr. vom Senat den Titel „Augustus“ (der Erhabene).
Das Imperium Romanum beherrschte zu diesem Zeitpunkt bereits den gesamten Mittelmeerraum. Auch der Westen und Süden Germaniens gehörte zum römischen Reich; die Expansion nach Nordosten, die unter Augustus eingeleitet worden war, wurde erst durch die Varusschlacht im Jahre 9 gestoppt. Augustus' Adoptivsohn und Nachfolger Tiberius beschränkte sich auf weitgehend defensive Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen. Unter Claudius wurde einzig Britannien dem Reich hinzugefügt, später folgte noch Thrakien, das aber schon vorher ein von Rom abhängiger Klientelstaat gewesen war.
Mit dem Tod des als unfähig und wahnsinnig geltenden Nero, der vor allem das Militär vernachlässigte, endete 68 das julisch-claudische Haus. Dessen Nachfolge traten nach den Wirren des Vierkaiserjahres die insgesamt erfolgreich regierenden Flavier an, wobei Vespasian im Jahre 70 einen Aufstand in Judäa durch seinen Sohn und späteren Nachfolger Titus niederschlagen ließ. Nach Titus´ nur kurzer Regierungszeit trat sein Bruder Domitian seine Nachfolge an. 96 brachte diesen eine Hofintrige zu Fall - es kam zu einer Krisenzeit, welche erst unter den so genannten Adoptivkaisern überwunden werden konnte.
Die Zeit der Adoptivkaiser, die mit Nerva begann, wird allgemein als die Glanzzeit des Imperiums verstanden, sowohl kulturell als auch in Bezug auf die Machtstellung Roms. Seine größte Ausdehnung hatte das Römische Reich denn auch unter Kaiser Trajan im Jahre 117 erreicht, wobei Trajan, der als erster Kaiser aus den Provinzen stammte, als optimus princeps gefeiert wurde, als "bester Kaiser". Das Imperium erstreckte sich nun von Schottland bis Nubien in Nord-Süd-Richtung und von Portugal bis nach Mesopotamien in West-Ost-Ausrichtung. Unter dem gebildeten Hadrian, der die östlichen Eroberungen Trajans aufgab, kommt es nun zu einer inneren | | |