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Barnim

Barnim

, Moorteich]] Der Barnim ist ein eiszeitlich gebildeter Höhenrücken mit Grundmoränen, einem Endmoränenzug und kleinen Sandern zwischen dem Berliner Urstromtal im Süden und dem Eberswalder Urstromtal im Norden. Den nordwestlichen Teil bildet die Gemeinde Schorfheide. Der südwestliche Teil des Barnims liegt bereits auf Berliner Stadtgebiet. Der Barnim erreicht eine maximale Höhe von 158 m über NN (südwestlich von Eberswalde). Auf Berliner Stadtgebiet (Prenzlauer Berg) bildet er eine schwache Steilkante zum Warschau-Berliner Urstromtal (37 m über NN), welches dort nur vier Kilometer breit ist und im Berliner Süden wieder zum Teltow ansteigt. Das Plateau des Barnim wird von mehreren Glazialen Rinnen zerschnitten. Bekannt ist der Gamengrund östlich von Berlin, in dem sich mehrere aufeinanderfolgende schmale Seen befinden, wie der Gamensee und der Mittelsee. Eine der ersten Chausseen der damaligen Provinz Brandenburg, die heutige Bundesstraße 158 erschließt die reizvolle Landschaft vom Berliner Ring (Anschlussstelle Berlin-Hohenschönhausen) aus. Nach dieser Landschaftsformation benannt ist der dortige Landkreis Barnim im Bundesland Brandenburg, Bundesrepublik Deutschland. Kategorie:Berlin Kategorie:Brandenburg Kategorie:Brandenburgische Landschaft Kategorie:Brandenburgische Landschaft Kategorie:Geographie (Brandenburg) Kategorie:Heimatgeschichte Kategorie:Berliner Geschichte Kategorie:Historische Landschaft

Grundmoräne

Eine Grundmoräne ist eine glaziale Aufschüttungslandschaft, die unter dem Gletscher/Inlandeis entsteht. Sie ist ein Bestandteil der Glazialen Serie. Das typische Sediment der Grundmoräne ist der Geschiebemergel, den der ehemalige Gletscher ablagerte. Grundmoränenlandschaften sind in Norddeutschland und im Alpenvorland sehr weit verbreitet. Sie entstanden während der wiederholten Vergletscherungen im Eiszeitalter. Durch Gletscher werden große Mengen an Material in Form von Kies, Sand, Schluff und Ton von den Eismassen mitgeführt und am Grund des Gletschers unsortiert abgelagert. Sie kommen beim Abschmelzen des Eises zum Vorschein. Je nach seinem Gehalt an Karbonat wird das Ergebnis der Sedimentation als Geschiebelehm und Geschiebemergel bezeichnet. Auch sehr große Gesteinsbrocken (Findlinge / Blöcke) konnten durch die vordringenden Gletscher während der Eiszeit über sehr weite Strecken transportiert werden. Die Grundmoränen liegen im Alpenvorland in den weiten Gletscherzungenbecken und werden oft von den Endmoränen umrahmt. In Norddeutschland nehmen sie nördlich der Endmoränenzüge sehr große Flächen ein. Die typische Grundmoräne besitzt eine flachwellige Oberfläche mit relativ geringen Höhenunterschieden. Es gibt aber auch extrem flache (z.B. in Polen nördlich von Torun) oder sehr hügelige (z.B. nördlich von Chorin/Brandenburg) Grundmoränengebiete. Besonders große Steine, die vereinzelt in der sonst flachwelligen Landschaft liegen, werden Findlinge genannt. Weitere Formen, die sich oft in Grundmoränenlandschaften finden, sind Drumlins, Glaziale Rinnen und Oser In der Fachliteratur ist es in den letzten Jahren üblich geworden, den Begriff Grundmoräne nur noch auf die Landschaftsform, die unter dem Gletschereis entsteht, zu beziehen. Die Ablagerung (Sediment) hingegen, welches unter dem Gletscher entsteht, wird als Geschiebemergel oder Till bezeichnet. Siehe auch: Moräne, Eiszeit, Glaziale Serie, Findling, Glaziale Rinne, Drumlin, Os Kategorie:Glaziologie Kategorie:Geomorphologie

Endmoräne

Eine Endmoräne (im alpinen Raum auch Stirnmoräne) ist eine wallartige Aufschüttung von Gesteinsmaterial am Rande eines Gletschers. Eine Endmoräne kennzeichnet die Linie des weitesten Gletschervorstoßes. Sie ist Bestandteil der Glazialen Serie. Da Endmoränen entlang eines Eisrandes meist nicht lückenlos abgelagert werden bzw. durch jüngere Prozesse (z.B. Abtragung durch Schmelzwasser) wieder abgetragen werden können, benutzt man auch den neutralen Begriff Eisrandlage. Entstehung: Endmoränen entstehen, wenn sich am Rande eines Gletschers Abschmelzen und Eisnachschub die Waage halten. Der Eisrand bleibt dann über längere Zeit stabil. Das Eis selbst bewegt sich aber nach wie vor. Das aus dem Gletscher ausschmelzende Material lagert sich dann am Eisrand ab und baut nach und nach die Endmoräne als Satzendmoräne auf. Durch das austretende Schmelzwasser wird Feinmaterial meist weggespült, so dass die Ablagerungen von Satzendmoränen für gewöhnlich grob sind (Kies, Steine, Findlinge). Stauchendmoränen entstehen, wenn durch den Druck des Gletschers älteres Material an der Gletscherfront emporgedrückt (gestaucht) wird. Je nach der Beschaffenheit des älteren Materials bestehen Stauchendmoränen aus verschiedensten Sedimenten. Meist handelt es sich aber um ältere glaziale Ablagerungen (Sand, Eisstauseeablagerungen, Geschiebemergel). Da der Eisrand nicht schnurgerade verläuft sondern in einzelne Loben zerfällt, haben auch Endmoränen ein solchen lobenartigen Verlauf. Die Berührungsstelle zwischen zwei Loben nennt man auch Endmoränengabel. Dort befinden sich meist besonders kräftig ausgeprägte Endmoränen und große Gletschertore, von denen aus die Sander geschüttet wurden. Ein gut erreichbares Beispiel für eine Endmoränenlandschaft der Weichsel-Eiszeit befindet in Chorin (Brandenburg), 50 km nordöstlich von Berlin. Eine saale-eiszeitliche Endmoräne ist beispielsweise der niedersächsische Göhrde-Drawehn-Höhenzug (= Osthannoversche Endmoräne) zwischen der Lüneburger Heide und dem Wendland. Siehe auch: Moräne, Grundmoräne, Eiszeit, Glaziale Serie, Findling Kategorie:Glaziologie Kategorie:Geomorphologie

Sander

Sander (von isländischen sandur) und Schotterebene sind breite, schwach geneigte Schwemmlandebenen, deren Untergrund im Allgemeinen aus Sanden, Kiesen und Geröllen besteht. Als Bestandteil der Glazialen Serie entstehen sie, wenn Gletscherschmelzbäche die Endmoräne durchschneiden und sich in der Ebene dahinter verbreitern. Dadurch verliert der Schmelzbach stark an Geschwindigkeit und lässt das mitgeführte Geröll in einem breiten Schwemmkegel liegen. Das anfangs recht große Neigungsverhältnis (bis zu 20 ‰) nimmt dabei rasch ab. Gröberes Material lagert sich nahe hinter der Endmoräne ab, wohingegen feinerer Kies und Sand noch weit flussabwärts getragen wird und so eine charakteristische Landschaft bilden. Beispiele in Deutschland für einen eiszeitlichen Sander ist die Zauche südwestlich von Berlin und für eine Schotterebene die Münchner Schotterebene. Beispiele aus Island sind der Mýrdalssander (vgl. Mýrdalsjökull) oder der Skeidarársander. Das Überqueren dieser Sander ist auch heute nicht ganz gefahrlos, denn durch einen plötzlichen Vulkanausbruch unter dem Gletscher kann es zu Flutwellen, den berüchtigten Gletscherläufen kommen, denen die Sander auch ihr Entstehen verdanken.

Siehe auch


- Glaziale Serie Kategorie:Glaziologie Kategorie:Geomorphologie Kategorie:Geographie (Island)

Eberswalder Urstromtal

Als Eberswalder Urstromtal wird der auf deutschem Gebiet liegende Teil des Thorn-Eberswalder Urstromtales bezeichnet. Es ist das nördlichste und damit das jüngste der drei großen brandenburgischen Urstromtäler, die während der Weichsel-Eiszeit entstanden. Deutsches Gebiet erreicht das Eberswalder Urstromtal bei Küstrin an der Oder, es folgt dem Verlauf des Oderbruchs bis nordwestlich von Bad Freienwalde, verlässt bei Niederfinow das Oderbruch und verläuft dann über Eberswalde, Liebenwalde und Kremmen in westlicher Richtung. Westlich von Fehrbellin vereinigt es sich mit dem Berliner Urstromtal und noch etwas weiter westlich bei Havelberg mit dem Elbe-Urstromtal bzw. dem Baruther Urstromtal. Das Urstromtal wird sowohl nördlich als auch südlich von eiszeitlich entstandenen Höhenzügen eingerahmt. Im Süden reihen sich von Ost nach West das Land Lebus, der Barnim und das Ländchen Glien aneinander. Zwischen Barnim und Glien existiert eine Urstromtalung, mit der das Eberswalder Urstromtal mit dem Berliner Urstromtal in Verbindung steht. Die Gliederung nördlich des Urstromtales ist komplizierter, da die Untergliederung in Platten und Ländchen dort nicht gebräuchlich ist. Wichtig ist jedoch, dass nördlich des Urstromtales die Pommersche Eisrandlage verläuft. Den Schmelzwässern, die von diesem Endmoränenzug abflossen, verdankt das Urstromtal seine Entstehung. Zwischen Pommerscher Eisrandlage und Urstromtal finden sich ausgedehnte Sanderflächen. Am bekanntesten ist die Schorfheide. Das Eberswalder Urstromtal wird, wie alle Urstromtäler, von mächtigen Sanden aufgebaut, die z.T. mehr als 20 m Mächtigkeit erreichen können. Im Stadtgebiet von Eberswalde und östlich der Stadt finden sich aber auch unter geringmächtiger Sandüberdeckung feinkörnige Eisstauseesedimente (Tone und Schluffe), die im 19. und 20. Jahrhundert in Tongruben abgebaut wurden. Die Oberfläche des Tales ist im Idealfall tischeben. Dieser Charakter hat sich aber nur noch westlich von Eberswalde großflächig erhalten. Das östlich gelegene Oderbruch ist von seiner Ausgestaltung her jünger und sein Boden liegt auch deutlich tiefer als das Eberswalder Urstromtal. Aufgrund dessen hat sich das Flüsschen Finow im Stadtgebiet von Eberswalde und östlich der Stadt sehr kräftig in den Boden des Urstromtales eingeschnitten. Dazu kommt, dass das Eis während der Weichsel-Eiszeit deutlich weiter nach Süden vorstieß. Beim Abschmelzen des Eises im Bereich des Eberswalder Urstromtales bildeten sich durch die Schmelzwassertätigkeit zahlreiche Toteiskörper, die nachfolgend austauten und heute Seen bzw. feuchte Niederungen bilden. Andererseits wurden zum Ende der Weichsel-Eiszeit vor allem am Südrand des Urstromtales ausgedehnte Dünen aufgeweht, die die sonst flache Landschaft deutlich beleben. Der westliche Abschnitt des Urstromtales ist hingegen meist eben und wird von großen, ausgedehnten Moorlandschaften eingenommen (z.B. das Rhinluch). siehe auch: Glaziale Serie Kategorie:Geographie (Brandenburg) Kategorie:Eberswalde

Schorfheide

Die Schorfheide liegt ca. 65 km nordöstlich von Berlin und ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Der Name entstand im Mittelalter aus Schorp Weide, als die Bauern ihre Schafe in den (damaligen) Eichenwald (Hutewald) trieben, um sie mit den nahrhaften Eicheln zu mästen. Später wurde ein Großteil der Eichen für die Produktion von Geschützlafetten abgeholzt, aber der Wald wurde immer wieder aufgeforstet. Heute existiert im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin eine der letzten Totalschutzzonen, in denen das Betreten verboten ist (Plagefenn). Als "Tor zur Schorfheide" wird die Ortschaft Groß Schönebeck bezeichnet. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin wurde 1990 noch als Teil des Nationalparkprogramms der Regierung Lothar de Maizière gegründet. Die hierin zusammengefassten Landzüge sind geprägt durch den stetigen Wechsel zwischen unterschiedlich ausgeformten Waldgebieten und weitläufigen Offenlandschaften (Heide). siehe auch: Böhmerheide

Seen in der Schorfheide

Die größten Seen der Schorfheide sind der Werbellinsee und der Grimnitzsee bei Joachimsthal.

Verkehrsanbindung


- vom Berliner Ring --> A 11 - Ausfahrt Joachimsthal
- Bahn: mit der Heidekrautbahn vom S-Bahnhof Karow nach Schorfheide (Gemeinde) - [http://www.neb.de Niederbarnimer Eisenbahn Gesellschaft]

Weblinks

[http://www.schorfheide-chorin.de Schorfheide] Kategorie:Brandenburgische Landschaft Kategorie:Waldgebiet

Berlin

Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU. Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr. Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern. Geordnete Links auf Artikel mit Berlinbezug finden sich im Portal:Berlin.

Geografie

Geografische Lage

Portal:Berlin Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik. Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee. Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist. Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist. Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick. Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin

Stadtgliederung

Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins

Klima

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter. Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Berlins Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück. 1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt. Preußen Preußen Preußen] 1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben. Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt. 1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg. 1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt. Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete. Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten. Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961. Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin. 1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.

Bevölkerung

Parlament Parlament In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer. Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer. 811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden. Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005. Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. ¹ Volkszählungsergebnis

Politik

2005] Hauptartikel: Politik in Berlin Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.

Das Land Berlin

Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition. Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt. 1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.

Wappen und Flagge

Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins

Die Verwaltung

Hoheitszeichen Berlins Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne. Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät. Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden. Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin

Theater

Sehenswürdigkeiten in Berlin] Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt. Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.

Museen

Berliner Sängerbund ] Hauptartikel: Museen in Berlin Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus. Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.

Bauwerke

Checkpoint Charlie] Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften. 1990 In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor. Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm. Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten. Tiergarten In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten. Bundespräsident] Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt. Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee. Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern. 1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt. In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.

Parkanlagen

Alexander von Humboldt ]] Alexander von Humboldt] Alexander von Humboldt] Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht. Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus. Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte. Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt. Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.

Freizeit und Erholung

englischen Garten] Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet. In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet. Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst. Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.

Sport

Müggelturm] In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten. Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Wirtschaft

Leichtathletik-Weltmeisterschaften] Hauptartikel: Wirtschaft Berlins Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001). In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001). Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.

Medien

Bruttowertschöpfung Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung. In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier. Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty. In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.

Infrastruktur

Öffentlicher Verkehr

Springer-Verlag Springer-Verlag] Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG. Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof. Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt. Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien. Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe

Autobahnen

Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring). Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird. Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin. Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.

Flughäfen

Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen. Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) stößt bei einigen Anwohnern in Berlin und Brandenburg auf Widerstand. Mit dem bereits geschlossenen Flugplatz Johannisthal besaß Berlin den ersten Flugplatz Deutschlands.

Energieversorgung

Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konn

Berliner Urstromtal

Das Berliner Urstromtal entstand als Teil des Warschau-Berliner-Urstromtals am Ende der letzten Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit, vor rund 18.000 Jahren als Entwässerungsbahn der Frankfurter Staffel. Zusammen mit dem weiter südlich gelegenen Baruther Urstromtal bildete es sich im Brandenburger Stadium der Weichsel-Eiszeit heraus. Während das Baruther Urstromtal die Brandenburger Eisrandlage entwässerte, geht das Berliner Tal auf die nördlich gelegene Frankfurter Staffel zurück. Der Verlauf des Urstromtales lässt sich etwa durch die Linie Eisenhüttenstadt, Müllrose, Fürstenwalde/Spree, Berlin (Zentrum), Falkensee, nördlich von Nauen, Friesack beschreiben. Westlich des Städchens Friesack vereinigt sich das Berliner Urstromtal mit dem Eberswalder Urstromtal um noch weiter westlich, bei Havelberg in das Elbe-Urstromtal einzumünden. Nach Norden ist das Tal von den Grund- und Endmoränenplateaus Land Lebus, Barnim und Ländchen Glien begrenzt, die wiederum weiter nördlich zum Eberswalder Urstromtal abfallen. Südliche Talbegrenzungen bilden die Beeskower Platte sowie die flachwelligen Plateaus Teltow und Nauener Platte, die allesamt aus eiszeitlichen Ablagerungen (Geschiebemergel und Sand) bestehen. Innerhalb des Urstromtales ragen einige kleinere Plateaus inselartig aus diesem hervor. Bekanntestes Beispiel sind die Müggelberge in Südosten Berlins. An mehreren Stellen, zum Beispiel zwischen Beeskower Platte und Teltow sowie zwischen Barnim und Glien münden kleinere Urstromtalungen in das Berliner Urstromtal ein. Dort ist die Grenze des Urstromtales unscharf. Das Urstromtal selbst wird aus mächtigen Sanden aufgebaut, die mehr als 20 Meter Mächtigkeit erreichen können. Sie sind wertvolle Grundwasserspeicher und ermöglichen zum Beispiel die Selbstversorgung Berlins mit Trinkwasser. Die Oberfläche des Tales ist im Idealfall tischeben. Da aber das Eis während der Weichsel-Eiszeit deutlich weiter nach Süden vorstieß, bildeten sich durch die Schmelzwassertätigkeit im Berliner Urstromtal zahlreiche Toteiskörper, die nachfolgend austauten und heute Seen bzw. feuchte Niederungen bilden. Bekannt sind der Müggelsee und der Tegeler See. Andererseits wurden zum Ende der Weichsel-Eiszeit im Urstromtal ausgedehnte Dünen aufgeweht, die bis zu 30 Meter Höhe erreichen (Püttberge). Auch die Überformung durch die Spree war in einigen Teilen des Urstromtales, vor allem um Fürstenwalde, beträchtlich. Das heutige Landschaftsbild des Berliner Urstromtales ist zweigeteilt: Während östlich Berlins bis zur Oder aufgrund des niedrigen Grundwasserstandes Kiefernforsten vorherrschen (Ausnahme: Spreeniederung), dominieren westlich Berlins feuchte Niederungen und Moorgebiete das Erscheinungsbild. In dem Urstromtal, das die gewaltigen Schmelzwasserströme ausbildeten, fließen heute die vergleichsweise kleinen Flüsse Spree, Dahme und weiter westlich die Havel. Da Urstromtäler generell (ob Sand oder Moor) mittelalterliche Verkehrshindernisse darstellten, bündelten sich die Handelswege bevorzugt an Engstellen, wo das Urstromtal vergleichsweise bequem zu durchqueren war. An einer der markantesten Engstellen gründeten Händler die Stadt Berlin. Aber auch Müllrose und Fürstenwalde wurden an Engstellen gegründet. Kategorie:Berlin Kategorie:Gewässer in Berlin

Glaziale Rinne

Eine Glaziale Rinne entsteht unter dem Gletschereis durch die abtragende Wirkung der Schmelzwässer. Man findet sie vor allem im skandinavischen Vereisungsgebiet. Typischerweise sind sie Bestandteil von Grundmoränenlandschaften. Synonym wird das Wort Tunneltal verwendet. Entstehung: Das vor allem im Eiszeitsommer auf dem Eis anfallende Schmelzwasser sucht sich über Röhrensysteme und Spalten relativ schnell einen Weg an die Gletscherbasis (Wasser ist schwerer als Eis). Dem Druckgefälle folgend fließt es in Richtung Eisrand und vereinigt sich recht schnell zu größeren Schmelzwasserströmen unter dem Eis. Da von der Gletscheroberfläche weiterhin Wasser nachströmt, steht das unter dem Eis fließende Wasser meist unter hohem Druck. Deshalb kann es eine stark erodierende (abtragende) Kraft auf den Untergrund ausüben. Wenn der Untergrund aus unverfestigten Sedimenten besteht, wie zum Beispiel in Norddeutschland, kann innerhalb kurzer Zeit eine bedeutende Menge an Material abgetragen werden. Da der Schmelzwasserfluss in den Eiszeitwintern gegen Null geht, schließt sich die Rinne, indem von oben Gletschereis in die Rinne gepresst wird. Diese Eisblöcke bleiben auch nach dem Abschmelzen des Gletschers oft noch als Toteis erhalten und bewahren so die Rinne vor dem Verschütten, zum Beispiel durch Schmelzwasser. Nach dem Austauen des Toteises entsteht die typische Rinne. Sie ist meist eine mehrere Kilometer lange, langgestreckte und unregelmäßig geformte Hohlform. Die Breite schwankt zwischen wenigen dutzend und mehreren hundert Metern (max. bis zu 2 km bei Rinnenbündelung). Je nach Grundwasserstand ist der Boden der Rinne trocken, vermoort oder mit Flüssen und Seen gefüllt. Da in Norddeutschland das Eis meist aus nördlicher Richtung kam, sind die meisten Glazialen Rinnen auch von Nord nach Süd ausgerichtet. Verbreitung: Glaziale Rinnen sind ein in Norddeutschland weit verbreitetes Phänomen, welches im Vereisungsgebiet der jüngsten, der Weichseleiszeit auftritt. Insbesondere die zahlreichen langgestreckten Rinnenseen geben ihnen einen besonderen landschaftlichen Reiz. Aber auch im geologischen Untergrund konnte man durch Bohrungen bzw. in den Braunkohletagebauen der Lausitz viele Glaziale Rinnen aus den älteren Eiszeiten nachweisen, die völlig verschüttet und an der Oberfläche nicht mehr nachweisbar sind. Beispiele: Ahrensburger Rinne, Schweriner See, Ruppiner See, Havelseen in Berlin und Potsdam bis Schwielowsee, Langer See (Dahme), Scharmützelsee, Werbellinsee, Schwielochsee, Schlaubetal westlich von Eisenhüttenstadt siehe auch: Glaziale Serie, Grundmoräne, Gletscher Kategorie: Glaziologie Kategorie: Geomorphologie

Gamengrund

Der Gamengrund ist eine 300 bis 400 Meter breite eiszeitliche Rinne durch den Barnim, etwa von Tiefensee bis Eberswalde verlaufend und ein für Brandenburg bedeutendes Geotop. Im Landschaftsschutzgebiet Gamengrund am Rande des Prötzeler Forst mit dem Blumenthal liegen etwa 20 langgestreckte, schmale Rinnenseen wie der Gamensee bei Tiefensee und nördlich anschließend der Mittelsee, südlich von Höhenland. Schon Fontane beschreibt in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg unter Werneuchen die Sommerfrische im romantischen Gamengrund. Auch dem Blumenthal am östlichen Ufer des Gamensees (der Name kommt von dem Blumenreichtum dieser Waldlandschaft) widmet er ein eigenes Kapitel. Der Gamengrund ist auch heute eine beliebte Strecke für Wanderungen und Radtouren, da er vom nahen Berlin aus sowohl mit der ODEG Regionalbahn vom Bahnhof Berlin-Lichtenberg nach Tiefensee als auch über die B 158 gut erreichbar ist. Die 66-Seen-Regionalparkroute führt mit der Teilstrecke Tour 6 durch den Gamengrund. Die Bahnstrecke Tiefensee - Sternebeck kann seit 2005 mit Draisinen befahren werden.

Literatur


- Kurt Kretschmann: Landschaftsschutzgebiet Gamengrund-Seenrinne, VEB Bibliograph. Institut, 1957

Weblinks


- [http://people.freenet.de/reichweinverein/Gamen.html Bilder]
- [http://www.draisinenbahn.de Draisine]
- [http://www.barnim-oderbruch.de/index.php?id=100&type=1 Der Blumenthal und Fontane] Kategorie:Brandenburgische Landschaft Kategorie:Wandern

Gamensee

Der Gamensee (oder Großer Gamensee) liegt bei Tiefensee in der eiszeitlichen Rinne des Gamengrundes, der als Geotop das Hochplateau des Barnim durchschneidet, am Rande des Prötzeler Forstes, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in der Nähe Berlins. Der Gamensee ist der größte und zugleich tiefste Rinnensee des Gamengrundes. Er ist sowohl als Badesee als auch als Angelgewässer beliebt. Das Naherholungsgebiet ist vom Berliner Ring über die B158 oder mit der ODEG-Regionalbahn vom Bahnhof Berlin-Lichtenberg aus erreichbar und lädt mit seiner romantischen und abwechslungsreichen Landschaft zu Wanderungen ein.
- siehe auch: 66-Seen-Regionalparkroute

Literatur


- Kurt Kretschmann: Landschaftsschutzgebiet Gamengrund-Seenrinne, VEB Bibliograph. Institut, 1957
- Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Werneuchen

Weblinks


- [http://people.freenet.de/reichweinverein/Gamen.html Bilder] Kategorie:See in Brandenburg Kategorie:Geomorphologie

Chaussee

Der Begriff Chaussee ist heute die veraltete Bezeichnung für Landstraße. Chaussee wurde im 18. Jahrhundert aus dem französischen chaussée entlehnt, welches seinerseits auf das galloromanische via calciata zurückgeht und "Straße mit fest gestampften Steinen" bedeutet. Noch heute enden manche Straßennamen mit -chaussee. In Preußen diente der Chausseebau insbesondere nach den Stein-Hardenbergschen Reformen (ab 1807) sicher auch militärischen Zwecken - vor allem aber schuf er noch vor Beginn des Eisenbahnbaues eine Grundlage für den verbesserten Warenaustausch in der frühindustriellen Epoche. Für die 1832 eröffnete Chaussee zwischen Altona und Kiel beispielsweise ist dieser Vorteil quantifiziert: die Postkutsche benötigte auf der alten Landstraße 16 Stunden, auf der etwas längeren Chaussee nur 9 Stunden. Ein reitender Bote bewältigte die Strecke in 6 Stunden. Wegen des stabileren Unterbaues und der glatteren Oberfläche konnte ein Pferdefuhrwerk die dreifache Last transportieren. Kiel

Literatur


- Ulrich Lange: Geschichte Schleswig-Holsteins. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Neumünster 1996 (Wachholtz)

Siehe auch


- Liste von Gallizismen Kategorie:Straße

Provinz Brandenburg

Die Provinz Brandenburg war eine der elf Provinzen, aus denen der Staat Preußen bis zu seiner Auflösung nach dem Zweiten Weltkrieg bestand. Brandenburg war hierbei das Kernland Preußens.

Verwaltungsgeschichte

Zweiten Weltkrieg)]] Die Provinz Brandenburg wurde 1815 gebildet und umfasste die Mark Brandenburg einschließlich der Neumark östlich der Oder, aber ohne die Altmark westlich der Elbe, die an die Provinz Sachsen angeschlossen worden war. Zur Provinz Brandenburg gehörte ferner die Niederlausitz. Sitz des Oberpräsidiums (= staatliche Provinzialregierung, geleitet vom Ober- präsidenten, für die es heute keine vergleichbare Institution gibt) war zunächst Potsdam, von 1827 bis 1843 Berlin, von 1843 bis 1918 Potsdam und von da an bis 1945 Berlin-Charlottenburg. 1920 schied die Stadt Berlin aus dem Provinzialverband Brandenburg aus und erhielt provinzähnliche Rechte. Die Provinz Brandenburg gliederte sich in die beiden Regierungsbezirke Frankfurt (Oder) und Potsdam. Die Regierungsbezirke waren in Stadtkreise und Landkreise aufgeteilt. Nach Auflösung der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen im Jahre 1938 kamen von dort die Kreise Schwerin (Warthe), Meseritz und Bomst (teilweise) zur Provinz Brandenburg, die gleichzeitig die Kreise Friedeberg Nm. und Arnswalde an die Provinz Pommern abgab. Seit dem 21. März 1939 führte die Provinz die offizielle Bezeichnung „Mark Brandenburg“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der östlich der Oder gelegene Teil der Provinz Mark Brandenburg ein Teil Polens. Der westliche Teil bildete seit 1946 das Land Brandenburg innerhalb der sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise von 1949 bis zu seiner Auflösung 1952 innerhalb der DDR. Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde Brandenburg 1990 als Bundesland wiedergegründet, siehe Brandenburg.

Verwaltungsgliederung der Provinz Mark Brandenburg (Stand bei Auflösung)

Regierungsbezirk Frankfurt

Stadtkreise: #Stadtkreis Cottbus (seit 1886) #Stadtkreis Forst (Lausitz) (seit 1897) #Stadtkreis Frankfurt (Oder) (seit 1826) #Stadtkreis Guben (seit 1884) #Stadtkreis Landsberg (Warthe) (seit 1892) Landkreise: #Landkreis Calau #Landkreis Cottbus #Landkreis Crossen (Oder) #Landkreis Guben #Landkreis Königsberg Nm. #Landkreis Landsberg (Warthe) #Landkreis Lebus (Landratsamt bis 1863 in Frankfurt/Oder, danach in Seelow) #Landkreis Luckau (Nd. Laus.) #Landkreis Lübben (Spreewald) #Landkreis Meseritz #Landkreis Oststernberg (Landratsamt in Zielenzig) #Landkreis Schwerin (Warthe) #Landkreis Soldin #Landkreis Sorau (Lausitz) #Landkreis Spremberg (Lausitz) #Landkreis Weststernberg (Landratsamt in Reppen) #Landkreis Züllichau-Schwiebus (Landratsamt in Züllichau)

Regierungsbezirk Potsdam

Stadtkreise: #Stadtkreis Lichtenberg (1908-1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin)1 #Stadtkreis Schöneberg (1899-1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin)1 #Stadtkreis Wilmersdorf (1907-1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin)1 #Stadtkreis Brandenburg (Havel) (seit 1881) #Stadtkreis Charlottenburg (1877-1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin) #Stadtkreis Eberswalde (seit 1911) #Stadtkreis Neukölln (1899-1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin) #Stadtkreis Potsdam (seit 1809) #Stadtkreis Rathenow (seit 1925) #Stadtkreis Spandau (1886-1920; danach Stadtteil von Groß-Berlin) #Stadtkreis Wittenberge (seit 1922) 1 ab 1912 schon mit Zusatz Berlin- geführt. Landkreise: #Landkreis Angermünde #Landkreis Beeskow-Storkow (Landratsamt in Beeskow) #Landkreis Jüterbog-Luckenwalde (Landratsamt in Jüterbog) #Landkreis Niederbarnim (Landratsamt in Berlin) #Landkreis Oberbarnim (Landratsamt in Bad Freienwalde) #Landkreis Osthavelland (Landratsamt in Nauen) #Landkreis Ostprignitz (Landratsamt in Kyritz) #Landkreis Prenzlau #Landkreis Ruppin (Landratsamt in Neuruppin) #Landkreis Teltow (Landratsamt in Berlin) #Landkreis Templin #Landkreis Westhavelland (Landratsamt in Rathenow) #Landkreis Westprignitz (Landratsamt in Perleberg) #Landkreis Zauch-Belzig (Landratsamt in Belzig)

Politik

Oberpräsidenten


- 1815-1824: Georg Christian Friedrich von Heydebreck (1765-1828)
- 1824-1842: Friedrich Magnus von Bassewitz (1773-1858)
- 1842-1848: August Friedrich Wilhelm Werner von Meding (1792-1871)
- 1848-1849: Erasmus Robert Freiherr von Patow (1804-1890) (kommissarisch)
- 1849-1850: August Herrmann Klemens Freiherr von Wolff von Metternich (1803-1872) (kommissarisch]
- 1850-1862: Eduard Heinrich von Flottwell (1786-1865)
- 1862: Werner Ludolf Erdmann von Selchow (1806-1884)
- 1862-1879: Gustav Wilhelm von Jagow (1813-1879)
- 1879-1899: Heinrich Karl Julius von Achenbach, Freikonservative Partei (1829-1899)
- 1899-1905: Theobald von Bethmann Hollweg (1856-1921)
- 1905-1909: August Clemens Bodo Paul Wilhelm von Trott zu Solz (1855-1938)
- 1909-1910: Friedrich Wilhelm von Loebell, Deutschkonservative Partei (1855-1931)
- 1910-1914: Alfred Anton Robert von Conrad (1852-1914)
- 1914-1917: Rudolf Wilhelm Graf von der Schulenburg (1860-1930)
- 1917-1919: Friedrich Wilhelm von Loebell, Deutschkonservative Partei (1855-1931)
- 1919-1933: Dr. Adolf Meier, DDP
- 1933-1936: Wilhelm Paul Richard Kube, NSDAP (1887-1943)
- 1936-1945: Emil Stürtz, NSDAP (1892-1945)

Wahlen zum Provinziallandtag

1921: SPD 34,1% - 31 Sitze | Bürgerliche Vereinigung 17,7% - 16 Sitze | DNVP 17,5% - 16 Sitze | DVP 11,0% - 10 Sitze | USPD 8,8% - 8 Sitze | DDP 6,6% - 6 Sitze | KPD 3,3% - 3 Sitze | Zentrum 1,2% - 1 Sitz | WP 1,0% - 1 Sitz
1925: SPD 32,4% - 32 Sitze | DNVP 28,6% - 28 Sitze | KPD 8,3% - 9 Sitze | DVP 6,3% - 6 Sitze | Stadt und Land 5,3% - 5 Sitze | WP 5,2% - 5 Sitze | DDP 3,6% - 4 Sitze | DVFP 2,4% - 2 Sitze | Zentrum 1,1% - 2 Sitze | WB Osthavelland 1,0% - 1 Sitz | Nationalliberale 0,9% - 1 Sitz | Bürgerblock 0,5% - 1 Sitz
1929: SPD 34,8% - 34 Sitze | Stadt und Land/DNVP 29,4% - 29 Sitze | KPD 8,8% - 9 Sitze | WP 7,6% - 8 Sitze | NSDAP 5,6% - 6 Sitze | DDP/Zentrum 4,4% - 4 Sitze
1933: NSDAP 53,2% - 52 Sitze | SPD 20,6% - 21 Sitze | DNVP 15,2% - 15 Sitze | KPD 7,7% - 8 Sitze
An 100% fehlende Stimmen = Nicht im Provinziallandtag vertretene Wahlvorschläge.

Weblinks


- [http://www.deutsche-schutzgebiete.de/provinz_brandenburg.htm Provinz Brandenburg] Brandenburg Kategorie:Brandenburgische Geschichte

Berliner Ring

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Berlin-Hohenschönhausen

Hohenschönhausen ist ein Ortsteil von Berlin im Bezirk Lichtenberg. Amtlich wird zwischen den Ortsteilen Alt-Hohenschönhausen und Neu-Hohenschönhausen unterschieden. Bis zur Verwaltungsreform 2001 gab es einen eigenen Stadtbezirk Hohenschönhausen. Dieser wurde zu DDR-Zeiten aus dem Stadtbezirk Weißensee ausgegliedert, als durch Städtebau das alte Hohenschönhausen erheblich erweitert wurde. Der ehemalige Bezirk Hohenschönhausen bestand aus den Berliner Ortsteilen Hohenschönhausen, Wartenberg, Falkenberg und Malchow, die heute alle zum Bezirk Lichtenberg gehören. Auf dem Gebiet des ehemaligen Bezirks leben heute etwa 110 000 Menschen.

Geschichte

1230 beginnt der Bau einer spätromanischen Taborkirche, die aufgrund ihrer historischen Innenausstattung heute das älteste erhaltene Denkmal des Bezirks ist. 1352 erfolgt die erste Erwähnung Hohenschönhausens in einer aus Templin ausgestellten Urkunde, in der der Pfarrer der Kirche von Hohenschönhausen genannt wird. 1480 entstand das Rittergut Hohenschönhausen. Mit der Eingemeindung 1920 wird Hohenschönhausen Teil von Groß-Berlin und dem Bezirk Weißensee zugeordnet. Mit dem Bau einer neuen Groß-Wohnsiedlung (Plattenbausiedlung) zwischen Alt-Hohenschönhausen und Wartenberg wurde Hohenschönhausen 1985 ein eigenständiger Stadtbezirk. Aufgrund der Verwaltungsreform im Jahr 2001 wurde Hohenschönhausen dann Teil des Bezirks Lichtenberg. Von 1951 bis 1989 befand sich in Hohenschönhausen die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, die heute die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist. Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Ortsteile


- 11 Berlin-Lichtenberg
  - 1109 Alt-Hohenschönhausen
    - Mühlengrund
  - 1110 Neu-Hohenschönhausen
    - Neu-Wartenberg

Sport

Sportforum Hohenschönhausen

Neu-Wartenberg Das 1954 gegründete Sportforum Hohenschönhausen ist Europas größtes Sport- und Trainigszentrum. Das 55 Hektar große Gelände beheimatet heute 30 Sportvereine, den größen deutschen Olympiastützpunkt, zwölf Sport-Bundesstützpunkte, die Sportschule „Werner Seelenbinder“, das „Haus der Athleten“ mit etwa 200 Internatsplätzen sowie das Institut für Sportwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin mit etwa 500 Studenten. Zu den wichtigsten Vereinen gehören die im „Wellblechpalast“ beheimateten Eisbären Berlin, ein Eishockey-Team aus der DEL, das 2005 Deutscher Meister wurde. Außerdem spielt im Sportforum der frühere DDR-Serienmeister im Fußball und inzwischen in der Oberliga spielende BFC Dynamo.

Olympiastützpunkt Berlin

Das Sportforum Hohenschönhausen wurde 1987 um den Berliner Olympiastützpunkt erweitert, nach der deutschen Wiedervereinigung entwickelte er sich zum größten Olympiastützpunkt Deutschlands. Er ist heute mit moderner Technik ausgerüstet und besitzt unter anderem einen Strömungskanal für Schwimmer, ein Bildanalysesystem für Turner und eine Laseranlage für den Hürdensprint. Der Olympiastützpunkt brachte insgesamt über 100 Olympiasieger, Weltmeister und Europameister hervor und bietet heute Trainingsmöglichkeiten für 18 Sportarten. Regelmäßig stellt der Olympiastützpunkt Berlin die meisten deutschen Sportler für die Olympischen Spiele, zu den bekanntesten Athleten des Stützpu