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Baruther Urstromtal

Baruther Urstromtal

Das Glogau-Baruther Urstromtal oder in Deutschland kurz Baruther Urstromtal genannt, entstand vor etwa 21.000 Jahren als Abflussbahn von Schmelzwässern während der maximalen Ausdehnung des weichselzeitlichen Inlandeises. Es ist damit das südlichste und älteste der drei großen weichselzeitlichen Urstromtäler in Brandenburg. Verlauf: Das Glogau-Baruther Urstromtal zieht sich von der polnischen Stadt Głogów (dt. Glogau), von der Einmündung des Flusses Barycz in die Oder in westnordwestlicher Richtung südlich von Krosno Odrzańskie (Krossen an der Oder) und Zielona Góra (Grünberg), nördlich von Forst und Cottbus, den Oberspreewald, über Baruth/Mark und Luckenwalde, südlich von Brandenburg an der Havel über Genthin bis Tangermünde an die Elbe. Ab der Einmündung der Elbe in das Baruther Urstromtal westlich von Genthin bis zur Elbmündung bei Cuxhaven spricht man auch vom Elbe-Urstromtal. Während sich südlich des Tales das von der Saale-Eiszeit geprägte Altmoränenland befindet, schließt sich nach Norden das frische Jungmoränenland an, welches dem Eis bzw. den Schmelzwässern der Weichsel-Eiszeit seine Entstehung verdankt. An vielen Stellen bilden gemäß der Glazialen Serie Sander die Nordbegrenzung des Tales (Lieberoser Heide, Brandsander, Baruther Heide, Beelitzer Sander u.a.). Die Sander werden im Norden von den Endmoränen der Brandenburger Eisrandlage begrenzt. Landschaftsbild: Das Baruther Urstromtal besitzt typischerweise eine nahezu tischebene Sohle mit einer stark schwankenden Breite zwischen 2 und 20 km. Nur stellenweise, wie zwischen Baruth und Luckenwalde sind höhere Urstromtalterrassen erhalten. Die Talhänge hingegen sind nur wenige Meter bis wenige dutzend Meter hoch. Der Talboden bestand ursprünglich aus Schmelzwassersand. Jedoch wurden durch (periglaziale) Vorgänge ausgedehnte Dünenfelder im Baruther Urstromtal aufgeweht (z.B. bei Horstwalde), die das eintönige Relief merklich beleben. Als nacheiszeitliche Bildung sind vor allem die großflächigen Moore von Bedeutung. Sie prägen über weite Strecken den Charakter des Urstromtales als Feuchtgebiet. Bei niedrigem Grundwasserstand (z.B. nordwestlich von Baruth) dominieren aber trockene Kiefernforsten. Westlich der Neiße ist das natürliche Landschaftsbild durch die Tagebaue Jänschwalde und Cottbus-Nord weitgehend zerstört. Heute tritt erst ab dem Spreewald der typische Charakter des Urstromtales hervor. Besonderheiten: Das Baruther Urstromtal fiel wahrscheinlich schon nach wenigen hundert oder tausend Jahren trocken, als das Inlandeis nach Norden zurückschmolz und tief liegendes Gebiet frei gab. Dieses zog die Schmelzwässer schnell an sich. Deshalb besitzt das Baruther Urstromtal an mehreren Stellen Durchlässe nach Norden bzw. Nordwesten. Es gibt daher zwischen dem Baruther Urstromtal im Süden und dem Berliner Urstromtal im Norden zahlreiche kleinere "urstromtalartige" Abflusswege, die sogenannten Urstromtalungen, die sicher nur kurzzeitig von Schmelzwässern durchflossen wurden, als das Berliner Urstromtal noch nicht vollständig in Betrieb war. Diese Ablusswege nennt man manchmal auch Urstromtal, z.B. Nuthe-Urstromtal oder Potsdamer Urstromtal. Da man dann aber konsequenterweise alle diese Abflusswege als Urstromtal bezeichnen müsste, sollte der Begriff lediglich auf die großen Urstromtäler beschränkt bleiben. Außerdem fehlt diesen kleinen Tälern ein wichtiges Kriterium für ein Urstromtal, der Bezug zu einer Endmoräne. Das Glogau-Baruther Urstromtal benutzen von Ost nach West folgende Flüsse:
- Barycz, Nebenfluss der Oder
- Oder
- Bober, Nebenfluss der Oder
- Lausitzer Neiße, Nebenfluss der Oder
- Spree, Nebenfluss der Havel
- Dahme, Nebenfluss der Spree
- Nuthe, Nebenfluss der Havel
- Plane, Nebenfluss der Havel
- Havel, Nebenfluss der Elbe
- Elbe Da die Landschaft nördlich des Baruther Urstromtales meist tiefer liegt als das Urstromtal selbst, verlassen die meisten Flüsse das Glogau-Baruther Urstromtal bereits nach kurzer Laufstrecke wieder nach Norden. Erst die Elbe folgt dem Urstromtal über einen längeren Weg. Siehe auch: Glaziale Serie, Fläming, Zauche, Teltow, Nuthe-Nieplitz-Niederung

Weblinks


- [http://www.baruther-urstromtal.de/ Förderverein zur Bildung eines Naturparks Baruther Urstromtal] Kategorie:Tal

Weichsel-Eiszeit

Die Weichsel-Eiszeit, auch Weichsel-Kaltzeit oder Weichsel-Glazial, ist die bisher jüngste der in Nord- und Mitteleuropa aufgetretenen großräumigen Vergletscherungen durch das skandinavische Inlandeis. Das zeitliche Pendant der Vergletscherungen des Alpenraumes wird dort als Würm-Eiszeit bezeichnet. Die Weichsel-Eiszeit kann auf den Zeitraum von etwa 115.000 bis 10.000 Jahre vor heute datiert werden, wobei die Angaben differieren, je nachdem, welchen regionalen Raum man betrachtet und, wie die langen Übergangsphasen zwischen Glazialen und Interglazialen (Warmzeiten) der einen oder der anderen Periode zugeordnet werden. Die heutige Ostseeküste Mitteleuropas war wohl vor etwa 13.000 Jahren wieder eisfrei, der Berliner Raum schon vor 16.000 Jahren. Ihren Namen hat sie vom in die Ostsee mündenden polnischen Fluss Weichsel. Die Ausdehnung des Eisschildes war in der Weichsel-Eiszeit, verglichen mit den älteren Eiszeiten (Elster- und Saale-Eiszeit), deutlich geringer. In Deutschland endete der maximale Eisvorstoß des Weichsel-Glazials etwa an der Linie der heutigen Städte Flensburg, Rendsburg, Ahrensburg, südlich Schwerin, Havelberg, Brandenburg an der Havel, Luckenwalde, Lübben und Guben, also innerhalb des nordostdeutschen Tieflandes. Die Elbe sowie der warthe-stadiale (saale-eiszeitliche) Südliche Landrücken wurden von dem weichselzeitlichen Inlandeis nicht überschritten, wohl aber periglazial beeinflusst, u. a. durch Bildung von Niederterrassen und Aufwehungen von Binnendünen und Löß. Während des Hochglazials der Weichseleiszeit gab es in Nordeutschland drei große Vorstoßphasen des Eises, das Brandenburger, das Pommersche und das Mecklenburger Stadium, welche kurz aufeinander folgten. Jedes der Stadien hat einen eigenen Geschiebemergel abgelagert. Die kleineren Staffeln wie die Frankfurter Staffel haben keinen eigenen Gechiebemergel. Während des Brandenburger Stadiums erreichte das Eis seine maximale Ausdehnung (siehe oben). Diese Linie wird auch als Brandenburger Eisrandlage bezeichnet. Zum Brandenburger Stadium gehört auch die Frankfurter Staffel, die nordöstlich von Berlin verläuft. Die zweite große Vorstoßphase ist das Pommersche Stadium mit der sehr gut ausgebildeten Pommerschen Eisrandlage nördlich von Eberswalde. Der dritte große Vorstoß, das Mecklenburger Stadium erreichte nur noch Mecklenburg-Vorpommern. Umstritten ist nach wie vor, wie weit das Inlandeis zwischen den einzelnen Stadien nach Norden zurückschmolz. Ebenso strittig ist ein früherer weichselzeitlicher Eisvorstoß während des Frühglazials vor etwa 70.000 Jahren, der zumindest bis an die südliche Ostseeküste vordrang. Diese letzte Kaltzeit hat durch ihr Vordringen und Zurückweichen eine vielfältige Jungmoränenlandschaft hinterlassen. Typisch dafür sind frische, gut ausgebildete Formen der Glazialen Serie. Dazu gehören die Urstromtäler mit Talsandflächen, in denen sich auch Abschnitte der heutigen Flussläufe von Elbe, Oder, Havel und Spree befinden. Zu nennen ist das Glogau-Baruther Urstromtal das die Brandenburger Eisrandlage entwässerte, das Warschau-Berliner Urstromtal mit der zugehörigen Frankfurter Staffel und das Thorn-Eberswalder Urstromtal, welches die Pommersche Eisrandlage entwässerte. Relikt aus der Zeit ist auch die fast unüberschaubare Seenlandschaft der Mecklenburgischen Seenplatte (vgl. u. a. Müritz). Auch Brandenburg und Ostholstein ist reich an weichsel-glazialen Seen (vgl. u. a. Plöner See). Einige Seen sind in Gletscherzungenbecken entstanden (Beispiele: Schweriner See, Tollensesee, Ratzeburger See). Geschiebematerial, das teilweise aus Finnland, Schweden und Norwegen stammt, ist entweder als Grundmoräne, als Endmoräne oder dieser vorgelagerter Sander hier zurückgelassen worden. Besonders der Baltische oder Nördliche Landrücken besteht aus lebhaft gegliederten und vielfach hintereinander gestaffelten Endmoränenwällen. Er begleitet die heutige Ostseeküste bis nach Nordpolen. In Pommern und Masuren werden dabei stellenweise Höhen bis über 300 m NN erreicht (329 m, südwestlich von Danzig; 312 m, südlich von Osterode). Die höchsten Erhebungen im deutschen Teil sind aus dem Pommerschen Stadium die Helpter Berge (179 m, südöstlich von Neubrandenburg) in Mecklenburg-Vorpommern. Der Ausklang der bisher jüngsten Eiszeit in Mitteleuropa ist außerdem gekennzeichnet durch die zunehmende menschliche Wiederbesiedlung des Raumes in verschiedenen Siedlungswellen, die als Jäger- und Sammlerkulturen zu bezeichnen sind. Die folgende stratigrafische Gliederung zeigt die – stark vereinfachte – zeitliche Abfolge von Klimaphasen in Norddeutschland vom Interglazial zwischen der Saale- und der Weichsel-Eiszeit bis heute. Die genauen Altersangaben für das Spätglazial und das Holozän stammen von Untersuchungen jahreszeitlich geschichteter Seeablagerungen in Nordwestdeutschland und aus Maaren der Eifel (kombiniert aus versch. Quellen). Siehe auch:
- Würm-Eiszeit
- Eiszeit
- Elster-Eiszeit (um 350.000 bis 250.000 Jahre vor heute)
- Saale-Eiszeit (um 230.000 bis 130.000 Jahre vor heute)
- Glaziale Serie
- Glaziologie
- Globales Förderband (als vermutete Ursache für die Vereisung vor ca. 13.000 Jahren.) Kategorie:Glaziologie Kategorie:Historische Geologie

Urstromtal

Urstromtäler sind breite Talniederungen, die in den Eiszeiten beziehungsweise in den einzelnen Stadien einer Eiszeit am Rande des skandinavischen Inlandeises gebildet wurden und durch das mehr oder weniger eisrandparallele Abfließen der Schmelzwasser entstanden sind. Sie zählen zur glazialen Serie und sind häufig durch große Sedimentmächtigkeiten (vor allem Sand und Kies) gekennzeichnet. Urstromtäler besitzen meist eine ausgedehnte, tischebene Talsohle bei relativ flachen und niedrigen Talhängen. Wichtig für die Entstehung der Urstromtäler ist die Tatsache, dass die allgemeine Abdachung der Landschaft im Norddeutschen Tiefland und Polen von Süden nach Norden gerichtet ist. Das von Skandinavien kommende Inlandeis stieß gegen ansteigendes Gelände vor. Die Schmelzwässer konnten deshalb nur eine kurze Strecke nach Süden fließen und mussten sich dann einen Weg parallel zum Eisrand, in Richtung Nordseebecken suchen. Die Nordsee lag damals aufgrund des deutlich niedrigeren Meeresspiegels trocken. Urstromtäler dürfen nicht mit den Glazialen Rinnen (Tunneltal) verwechselt werden. Letztere entstehen unter und nicht vor dem Eis. Außerdem verlaufen die meisten Glazialen Rinnen von Nord nach Süd. Die Hauptrichtung der Urstromtäler ist von Ost nach West gerichtet. In Mitteleuropa gibt es folgende große Urstromtäler:
- Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtal; (Polen, Deutschland); entstanden in der Saale-Eiszeit
- Glogau-Baruther-Urstromtal; (Polen, Deutschland); entstanden in der Weichsel-Eiszeit
- Warschau-Berliner Urstromtal; (Polen, Deutschland); entstanden in der Weichsel-Eiszeit
- Thorn-Eberswalder Urstromtal; (Polen, Deutschland); entstanden in der Weichsel-Eiszeit Weichsel-Eiszeit Andere Bezeichnungen innerhalb Mitteleuropas beziehen sich auf Teilabschnitte der Haupttäler wie das Lausitzer Urstromtal, das Baruther Urstromtal und das Berliner Urstromtal oder aber es sind Urstromtalungen, die wesentlich kürzer sind. Die kleinen Urstromtalungen sind besonders zwischen dem Baruther und dem Berliner Urstromtal verbreitet. Sie wurden sicher nur kurzzeitig von Schmelzwässern durchflossen, als das Berliner Urstromtal noch nicht vollständig in Betrieb war. Diese Ablusswege nennt man manchmal auch Urstromtal, z.B. Nuthe-Urstromtal oder Potsdamer Urstromtal. Da man dann aber konsequenterweise alle diese Abflusswege (mehr als ein Dutzend) als Urstromtal bezeichnen müsste, sollte der Begriff Urstromtal lediglich auf die großen Haupttäler beschränkt bleiben. Außerdem fehlt diesen kleinen Tälern ein wichtiges Kriterium für ein Urstromtal, der Bezug zu einer Endmoräne. Urstromtäler werden heute nur abschnittsweise von Flüssen benutzt, da die meisten heute auf kürzerem Wege wieder das Meer erreichen können (z.B. Oder und Weichsel). Die gefällsarmen, linienhaften Senken der Urstromtäler zwischen den Flüssen wurden aber für den Kanalbau genutzt, so zum Beispiel für den Elbe-Havel-Kanal oder den Oder-Havel-Kanal. Da die Abdachung der Landschaft in Nordamerika und auf der Russischen Tafel nach Süden gerichtet ist, kam es dort während des Eiszeitalters nicht zur Ausbildung von Urstromtälern. Der Mississippi und seine Nebenflüsse haben die Schmelzwässer des nordamerikanischen Inlandeises abgeführt. In Osteuropa flossen die Schmelzwässer über die Flussgebiete von Dnepr, Don und Wolga ab. Kategorie:Geomorphologie Kategorie:Historische Geologie

Głogów

Głogów [] (deutsch Glogau; zur Unterscheidung von Oberglogau auch Groß-Glogau genannt) ist eine polnische Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien. Sie liegt im westlichen Teil des Landes rund 80 km nordwestlich der niederschlesischen Hauptstadt Breslau an der Oder. Glogau wurde im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört.

Geschichte

Zweiten Weltkrieg Zweiten Weltkrieg Zweiten Weltkrieg Im Jahre 1010 wurde Głogów als urbs Glogua von Thietmar von Merseburg erstmals urkundlich erwähnt. 150 Jahre später (1157) ließ der Herzog von Schlesien die Stadt in Brand setzen, weil er glaubte, sie nicht gegen Barbarossa verteidigen zu können. Knapp 100 Jahre später (1253) erhielt Głogów das Stadtrecht, die Stadt zählte danach über 2.000 Einwohner. Von 1499-1506 wurde sowohl die Stadt als auch das Herzogtum Glogau vom späteren polnischen König Sigismund I. regiert; in der Stadt wurden eigene Münzen (Glogauer Groschen) geprägt. Über 100 Jahre später 1630 begann der Bau von Befestigungen; die Einwohnerzahl war wegen der Zerstörung der Vorstädte von ca. 20-24 Tsd. auf ca. 7.000 gesunken. Während des 30jährigen Krieges wurde die Stadt 1632 von Protestanten erobert, 1633 von der Gegenreformation wiedergewonnen und schließlich 1642 von Schweden besetzt. 1741 wurde Głogów von den Preußen erobert, fiel jedoch 1806, nach der Schlacht von Jena in die Hände französischer Truppen. Zur Rückeroberung wurde die Stadt nahezu 1 Jahr lang von 1813-1814 belagert. Die Festung Glogau, die von etwa 9.000 französische Soldaten besetzt gehalten wurde, kapitulierte schließlich nach einer 7 Monate andauernden Blockade (Kälte bis zu -26 Grad im Winter, Lebensmittelmangel, Desertionen etc. waren die Hauptursachen). Die restlichen 1.800 Verteidiger unter General Laplane gaben am am 10. April 1814 auf. Zum 1. April 1920 wurde aus der bisher kreisangehörigen Stadtgemeinde Glogau der Stadtkreis Glogau gebildet. Damit erhielt der bisherige Kreis Glogau die Bezeichnung Landkreis. Gleichzeitig wurde Glogau ein Stadtkreis. Der Landrat für den Landkreis Glogau hatte weiterhin seinen Sitz in der Stadt. Zum 1. Juli 1931 wurden Teile der Landgemeinden Brostau, Lerchenberg, Rauschwitz, Weidisch, Zarkau und Zerbau aus dem Landkreis Glogau in die Stadt eingegliedert. Mit Wirkung vom 31. März 1938 wurden weitere Teile der Gemeinden Brostau, Rauschwitz und Zarkau aus dem Landkreis Glogau nach Glogau eingemeindet. Im Jahre 1939 zählte die Stadt Glogau 33.558 Einwohner, der Landkreis Glogau 62.280 Einwohner. Bis 1945 gehörte Glogau zum Regierungsbezirk Liegnitz in der Provinz Niederschlesien des Landes Preußen. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Glogau noch zur Festung erklärt, worauf es sechs Wochen von der Roten Armee belagert wurde. Letztendlich fiel diesem sinnlosen Verteidigungskampf über 90 % der Bebauung zum Opfer, die ganze Altstadt lag in Trümmern. 1945 fiel Glogau an Polen, die verbliebenen Deutschen wurden vertrieben. Das polnische Głogów entstand in den Außenbezirken der Stadt, die Ruinen der Altstadt wurden abgetragen. Die Ruinen der Nikolauskirche blieben als Mahnmahl bestehen, die Corpus Christikirche und das Schloss wurden restauriert, die evangelische Kirche Zum Schifflein Christi, die zwar nur beschädigt worden war, wurde jedoch, wie das Rathaus, abgerissen. Einen Aufschwung erlebte die Stadt erst mit dem Bau einer Kupferhütte im Jahre 1967, die noch heute den größten Industriebetrieb der Stadt darstellt. Bis in die 80er Jahre blieb das Stadtzentrum unbebaut, seither wird auch die Innenstadt auf den ursprünglichen Fundamenten und in Nachahmung der alten Bürgerhäuser wiederaufgebaut.

Städtepartnerschaften

1967
- Amber Valley (Großbritannien)
- Eisenhüttenstadt (Deutschland)
- Laholm (Schweden)
- Langenhagen (Deutschland)
- Middelburg (Niederlande)
- Kamjanez-Podilskyj (Ukraine)
- Riesa (Deutschland)

Bekannte Glogauer


- Heinrich I. der Bärtige, Seniorherzog von Polen
- 1616, 2. Oktober, Andreas Gryphius, † 16. Juli 1664 in Glogau, Dichter
- 1821, 27. Februar, Paulus Stephanus Cassel, † 23. Dezember 1892 in Friedenau bei Berlin, Journalist, Theologe und Schriftsteller
- 1845, 3. Juni, Arthur von Posadowsky-Wehner, † 23. Oktober 1932 in Naumburg (Saale), deutscher Politiker (Freikonservative Partei, DNVP), MdR, Vizekanzler des Deutschen Kaiserreichs, Fraktionsvorsitzender der DNVP in der Weimarer Nationalversammlung
- 1887, 10. November, Arnold Zweig, † 26. November 1968, in Berlin (Ost), Schriftsteller
- 1905, 27. Dezember, Paul Krause, † 19. Oktober 1950, Politiker (Zentrum), MdB
- Johannes von Glogau
- David Cassel

Siehe auch

Friedenskirchen - Vertrag von Altranstädt

Weblinks


- [http://www.glogow.pl/ Offizielle Seite der Stadt] (polnisch)
- [http://www.glogow.pl/twierdza/ Festung Glogau (pl.)]
- [http://www.zeit.de/2003/45/Glogau Die Weisen von Glogau] Bericht von Die Zeit über den gemeinsamen Gedenkstein Deutscher und Polen zur Erinnerung an die Vertreibungen nach dem 2. Weltkrieg Kategorie:Ort der Woiwodschaft Niederschlesien

Oder

in Polen.]] Die Oder (polnisch und tschechisch Odra) ist ein Fluss, der durch Tschechien, Polen und Deutschland fließt. Sie entspringt am Lieselberg (tschech. Fidlův kopec) im mährischen Odergebirge, einem östlichen Ausläufer der Sudeten bei Olmütz (Olomouc), hier bildet sie zum Teil die Grenze zwischen Schlesien und Mähren, überquert hinter Ostrau (Ostrava) die Grenze zwischen Tschechien und Polen und fließt durch Schlesien und dessen Hauptstadt Breslau (Wrocław). Ab der Neißemündung bei Ratzdorf nördlich von Guben in Brandenburg markiert ihre Mitte bis nördlich von Schwedt/Oder die Grenze zwischen Polen und Deutschland. Zwischen Schwedt/Oder und Gartz (Oder) teilt sich die Oder in die beiden Arme Westoder (poln.: Odra Zachodnia) und Ostoder (poln.: Odra Wschodnia). Die Westoder ist bis Mescherin Grenzfluss, ehe sie wie die Ostoder beidseitig auf polnischem Territorium weiterfließt. Das Gefälle der letzten 30 km vor Stettin beträgt nur noch wenige Zentimeter. Die Oder ist ab Stettin (Szczecin) für Seeschiffe befahrbar. Die Oder mündet nach 850 km in das zur Ostsee gehörende Stettiner Haff. Durch Begradigung verkürzte sich die Oder in den letzten 150 Jahren von 1.040 km Länge auf nunmehr 850 km. 1997 kam es zum letzten großen Oderhochwasser.

Wichtigste Nebenflüsse

Oderhochwasser

An der Oder gelegene Städte

Hauptfluss

Dziwna-Zweig (zwischen Insel Wollin (Wolin) und dem polnischen Festland)


- Cammin (Kamien Pomorski, Polen)
- Dievenow (Dziwnow, Polen)

Swina-Zweig (zwischen Insel Wolin und Insel Usedom)


- Swinemünde (Swinoujscie, Polen)

Stettiner Haff


- Neuwarp (Nowe Warpno, Polen)
- Ueckermünde (Deutschland)

Peene-Zweig (zwischen Insel Usedom und dem deutschen Festland)


- Usedom (Deutschland)
- Lassan (Deutschland)
- Wolgast (Deutschland)
- Peenemünde (Deutschland)

Siehe auch


- Die längsten Flüsse der Erde
- Liste der Flüsse in Deutschland
- Donau-Oder-Kanal
- Oderhochwasser 1997

Weblinks


- [http://www.eucc-d.de//plugins/ikzmdviewer/main.php?page=6,58 Lernmodul Odermündungsregion, Fallstudie zum integrierten Küstenmanagement]
- [http://www.odra.org Odra | Oder] Informationen über die Oder Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in Polen Kategorie:Fluss in Tschechien Kategorie:Fluss_in_Brandenburg ja:オーデル川

Krosno Odrzańskie

Krosno Odrzańskie [] (deutsch.: Crossen an der Oder) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Lebus an der Mündung des Bober in die Oder.

Kleine Zeittafel zur Geschichte von Crossen


- 1005: Bolesław I. von Polen errichtet hier eine hölzerne Festung, die den Ansturm des Heeres des Kaisers Heinrich II. aufhält
- 1015: Boleslaws Sohn, der spätere Mieszko II., besiegt hier die böhmischen Verbündeten des Kaisers.
- 1159: nach der Wiedereinsetzung der Söhne des Herzogs Władyslaw II. des Vertriebenen in ihre Rechte in Schlesien kommt Crossen zum Herzogtum Breslau.
- um 1230: Herzog Heinrich I. der Bärtige von Schlesien verleiht Crossen das Stadtrecht, errichtet die Wehrmauern, befestigt das Schloss und lässt die Stadtpfarrkirche zur Heiligen Jungfrau Maria und eine neue Oderbrücke erbauen.
- 1238: Heinrich der Bärtige stirbt in Crossen. Die Leiche wird nach Trebnitz überführt.
- 1241: während der Mongoleninvasion flüchten die Trebnitzer Nonnen, die Heilige Hedwig und Herzogin Anna (Gemahlin Heinrich des Frommen) aus Trebnitz und Liegnitz nach Crossen. Im selben Jahre, nach dem Tode Heinrich II. in der Schlacht bei Wahlstatt, kommt Crossen zum Herzogtum Glogau unter seinem Bruder Konrad I..
- um 1290: Crossen wird an die Brandenburger Askanier verpfändet, die es um 1314 im Austausch gegen Gebiete um Züllichau an die Glogauer Piasten zurückgeben.
- 1476: der kinderlose Herzog Konrad XI. von Glogau testamentiert die Stadt und das Land Crossen an seine Gemahlin Barbara von Brandenburg.
- 1477: Kampf um Crossen zwischen Barbaras Vater, dem Kurfürsten von Brandenburg Albrecht Achilles und dem Herzog von Sagan Johann. Johann belagert und zerstört die Stadt.
- 1481: ein riesiger Brand verheert die Stadt. Alle Häuser und die Marienkirche gehen verloren.
- 1482: Vertrag von Kamenz. Man einigt sich schließlich so, dass Barbara auf Glogau und Crossen verzichtet, während Kurfürst Albrecht das Herzogtum Crossen mit den Städten Crossen, Züllichau, Bobersberg und Sommerfeld als Pfand übernimmt, wofür er der Tochter 50.000 Taler jährlich zahlen soll.
- 1538: Kaiser Ferdinand I. verzichtet auf alle böhmischen Rechte auf Crossen. Das Herzogtum und die Stadt kommen nun endgültig zu Brandenburg, dessen Kurfürsten dadurch das Recht auf den Titel "Herzog von Schlesien" erwerben und den schlesischen Adler in ihr Großes Staatswappen aufnehmen. (Nach einigen Hypothesen soll der spätere einköpfige schwarze Adler von Preußen von diesem Crossener Adler abstammen). Obwohl historisch zu Schlesien gehörig, wird Crossen ab nun als Teil der Neumark angesehen. Das Herzogtum bleibt indessen bis 1742 unter böhmischer Lehnshoheit.
- 1631: die von den Schweden belagerte Stadt wird in Brand gesetzt, alles, Stadt, Schloss und die Marienkirche geht verloren.
- 1634-1642: die mühevoll wiederaufgebaute Stadt wird in den Gefechten zwischen den Schweden und den Brandenburgern mehrmals geplündert und zerstört.
- 1742: mit der Übergabe Schlesiens an Preußen hört die böhmische Lehnshoheit auf.
- 1807: preußische Verwaltungsreform. Crossen verliert seinen Rang als Fürstentumshauptstadt und wird zu einer Kreißtadt im Regierungsbezirk Küstrin.
- 1830-1880: zögernder und langsamer Aufbau der Industrie (Holz-und Fleischverarbeitungsindustrie)
- nach 1918: kleine Metallindustrie entsteht in Crossen
- 1939 - Crossen hat 10.800 Einwohner
- 1945: Frühjahr- heftige Kämpfe in und um Crossen. 499 Häuser (65% der Bausubstanz der Stadt) gehen verloren
- 1945 - deutsche Gebiete rechts der Oder und der Lausitzer Neiße werden an Polen übergeben. Die polnische Besitzergreifung beginnt.
- 1946: Crossen hat 2000 Einwohner.
- ab 1955: langsamer Aufbau der Stadt

Industrie

Das heutige Crossen hat Holz- Maschinen- und Baumaterialindustrie, alles in bescheidenem Umfang.

Sehenswürdigkeiten


- Katholische (bis 1945 evangelische) Stadtpfarrkirche zur Jungfrau Maria (gotisch um 1450, umgebaut im Barock-Stil, 1705-1707
- Ruinen des Schlosses

Partnerstädte


- Stadt Schwarzheide (Deutschland)
- Gemeinde Eemsmond (Holland)

Söhne und Töchter der Stadt


- Johann Friedrich Schönemann (1704-1782), deutscher Schauspieler
- Hans Egidi (1890-1976), deutscher Jurist
- Klabund (1890-1928) Künstlername des deutschen Schriftstellers Alfred Henschke

Literatur


- Jan Władysław Grabski, Dwieście miast wróciło do Polski, Poznań 1949;
- Otto Hintze, Die Hohenzollern und ihr Werk, Berlin 1915 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Lebus

Zielona Góra

Zielona Góra [] - Grünberg - ist eine Großstadt in der polnischen Woiwodschaft Lebus, rund 80 km nordöstlich von Cottbus und etwa 110 km südwestlich von Posen an der Oder gelegen. In Grünberg hat der Woiwodschaftsmarschall (repräsentatives Oberhaupt) von Lebus seinen Sitz; damit ist es neben dem zweiten Verwaltungssitz Gorzów Wlkp. (Landsberg an der Warthe) Hauptstadt der Woiwodschaft. Gorzów Wlkp.

Weinbau in Grünberg

Bei Grünberg befindet sich mit 200 ha eines der größten zusammenhängenden Weinanbaugebiete Polens (es befindet sich noch ein weiteres in Warca bei Warschau). Angebaut werden hier und in der Umgebung vor allem Weißweine. Die ersten Weinberge entstanden um das Jahr 1314. 40 km von Grünberg entfernt im Kloster Paradies (Klasztor Paradyż) haben Mönche bereits im Jahr 1250 die ersten Weinberge errichtet. Zu besten Zeiten waren es über 4.000 in der Gegend, und in Grünberg selbst 2.500. Ein bekannter Wein aus dieser Gegend ist der Monte Verde. Zu Zeiten des Sozialismus kam der Weinbau fast völlig zum Erliegen. Seit 1990 wird er wieder verstärkt betrieben.

Bergbau in Grünberg

Bereits seit 1840 wurde um Grünberg Braunkohle im Tiefbau gefördert, damit handelt es sich um den ältesten Braunkohlenbergbau Schlesiens. Zunächst aus über 30 Einzelgruben bestehend, vereinigten sich die Bergwerke zwischen 1860 und 1920 schrittweise zu den Consolidierten Grünberger Gruben. Ab 1930 gestaltete sich die Förderung wegen der komplizierten Lagerstättenverhältnisse immer schwieriger und kostspieliger, 1944 wurde der Bergbau eingestellt. Grünberg i. Schles. war früher Verwaltungssitz des gleichnamigen Kreises im Regierungsbezirk Liegnitz in der preußischen Provinz Schlesien (Niederschlesien). Vom 1. April 1922 an bildete die Stadt einen eigenen Stadtkreis. Die Kreisfreiheit wurde aber zum 1. Oktober 1933 wieder aufgehoben, so dass die Stadt bei Ende des Zweiten Weltkrieges wieder Teil des Landkreises Grünberg i. Schles. war.

Söhne und Töchter


- Heinz Behrens, deutscher Schauspieler, in Grünberg geboren
- Adam Wojciech Baginski, polnischer Maler ([http://www.ladysz.pl/baginski/ Weblink])
- Otto Julius Bierbaum, deutscher Literat, in Grünberg geboren
- Siegfried Pitschmann, deutscher Schriftsteller, in Grünberg geboren
- Maryla Rodowicz, polnische Sängerin
- Olga Tokarczuk, polnische Schriftstellerin

Siehe auch


- Universität Zielona Góra Kategorie:Ort in Polen (dt.) Kategorie:Ort der Woiwodschaft Lebus ja:ジェロナ・グラ

Forst

Ein Forst ist ein bewirtschafteter Wald, siehe Forst (Wald)

Orte

Gemeinden

Forst ist der Name folgender Orte:
- Stadt Forst im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg, siehe Forst (Lausitz)
- Gemeinde im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg, siehe Forst (Baden)
- Gemeinde im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz, siehe Forst (bei Wissen, Sieg)
- Gemeinde Forst (Eifel) im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz
- Gemeinde Forst (Hunsrück) im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz
- Gemeinde Forst an der Weinstraße im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz
- Gemeinde Forst BE im Schweizer Kanton Bern

Ortsteile


- Forst (Oberpfalz)
- Ein Ortsteil von Wessobrunn (Landkreis Weilheim-Schongau)
- Forst (Mittelfranken)
- Forst (Wiehl), Ortsteil der Stadt Wiehl in Nordrhein-Westfalen
- Forst (Odenwald)
- Forst (Unterfranken) bei Schonungen im Landkreis Schweinfurt (Unterfranken, Bayern)
- eine Katastralgemeinde von Wolfsberg
- eine Katastralgemeinde von Kalsdorf bei Graz
- Forst, Ortsteil der Gemeinde Algund in Südtirol, Italien

Personen


- Willi Forst, österreichischer Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent

Siehe auch


- Vorst
- Brauerei Forst AG

Oberspreewald

Als Oberspreewald bezeichnet man den südlichen Teil des Spreewaldes zwischen Schmogrow im Osten, Vetschau/Spreewald im Süden, Lübben (Spreewald) im Westen und Straupitz im Norden. Die wichtigsten Orte sind Lübbenau/Spreewald und Burg (Spreewald). Der Oberspreewald umfasst den größeren Teil des Biosphärenreservates Spreewald und ist durch die Spree mit dem Unterspreewald verbunden. Kategorie:Brandenburgische Landschaft Kategorie:Lausitz Kategorie:Sorben

Luckenwalde

Luckenwalde ist die Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming, Bundesland Brandenburg, Deutschland. Luckenwalde besaß große Bedeutung als Industriestadt, seit der Wiedervereinigung entwickelt sich der Tourismus zum wirtschaftlichen Schwerpunkt der Stadt und ihrer Umgebung.

Geographie

Geographische Lage

Tourismus Luckenwalde liegt bei den geografischen Koordinaten 52° 4' nördlicher Breite und 13° 10' östlicher Länge. Das ist etwa 50 Kilometer südlich von Berlin, was durch den Merkspruch Luckenwalde, Luckenkien, 50 Kilometer vor Berlin. ausgedrückt wird. Nördlich von Luckenwalde liegt Trebbin, südlich Jüterbog, östlich Baruth/Mark und westlich Treuenbrietzen. In der Nähe des Marktturms beträgt die Höhe über dem Meeresspiegel 49 Meter, bei den Weinbergen westlich des Zentrums sind es 77 Meter. Treuenbrietzen] Die Stadt liegt in einer Bucht des Baruther Urstromtals. Die Landschaft wird im wesentlichen durch das Urstromtal geprägt, aber auch einige Hügel gehören zur Landschaft, die Luckenwalde umgibt. Es gibt viele Sanderflächen und postglaziale Dünen. Wie der Beiname Luch im Walde schon andeutet, war Luckenwalde von großen Waldgebieten umgeben. Auch heute noch findet sich viel Wald in Luckenwaldes Umgebung. Die Laubwälder in Luckenwaldes Umgebung, auf Sanderflächen auch Kiefern, gehen direkt in eines der größten Forstgebiete in Brandenburg über. Brandenburg Durch Luckenwalde fließt die Nuthe. Diese führte oft zu Hochwasser im Luckenwalder Stadtgebiet oder der Umgebung, die letzte große Überflutung in der Stadt war 1941. Daher wurden Wehre und Kanäle angelegt und der Flusslauf begradigt. Einige Kanäle sind der Königsgraben, der Röthegraben durch den Park und der Dämmchengraben. Im Mittelalter war die Nuthe mit Kähnen von Luckenwalde bis zur Mündung in die Havel schiffbar. Der Fluss war damals bis zu 40 Meter breit. Heute ist die Nuthe im Luckenwalder Stadtgebiet durch die meliorativen Maßnahmen auf einen zwei Meter breiten und einen halben bis 1 Meter tiefen Fluss geschrumpft. Die Wälder und Wiesen sind Nahrungsquelle für Schwarzwild, Rehwild und Feldhasen. Das Wahrzeichen Brandenburgs, der Rote Milan ist hier auch beheimatet. Luckenwalde liegt am Rand des Naturparks Nuthe-Nieplitz.

Stadtgliederung

Für die Stadt Luckenwalde sind 3 Ortsteile ausgewiesen: Luckenwalde, Frankenfelde und Kolzenburg. Diese Gliederung kam durch die Eingemeindung der Gemeinden Frankenfelde und Kolzenburg am 5. Dezember 1993 zustande.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Die Anwesenheit von Menschen in dieser Gegend ist durch archäologische Funde in der Umgebung seit der mittleren Steinzeit (Mesolithikum) belegbar. In der Römischen Kaiserzeit (etwa ab Christi Geburt) war die Gegend von Luckenwalde Siedlungsgebiet der germanischen Semnonen. Burgunder zogen während der Völkerwanderungszeit durch das Gebiet nach Westen.

Der Ort Lugkin im frühen und hohen Mittelalter

Seit dem späten 7. und 8. Jahrhundert siedelten aus Ostmitteleuropa eingewanderte Slawen in Brandenburg und der Niederlausitz. Das vergleichsweise dünn besetzte Gebiet um Plane, Nieplitz und Nuthe tritt später als pagus Ploni (Gau) in den Quellen auf und gehörte wahrscheinlich zum Siedlungsgebiet der Heveller. Bis zum Beginn der hochmittelalterlichen Ostsiedlung im 12. und 13. Jahrhundert und noch weit darüber hinaus prägten Slawen die lokale Geschichte. An der Stelle, an der heute Luckenwalde liegt, existierte der slawische Ort Lugkin. Aus Lugkin wurde später die deutsche Bezeichnung Luckenwalde. Dabei bedeutet Lug Bucht, Biegung oder Bogen. Dies bezieht sich auf die Lage in einer Bucht des Baruther Urstromtals und auf den Flusslauf der Nuthe. Wahrscheinlich im frühen 10. Jahrhundert wurde eine hölzerne Burg mit Wall, Palisadenzaun und drei wasserführenden Gräben errichtet. Der innere Durchmesser dürfte etwa 60 bis 80 Meter betragen haben. Um das Jahr 1007 geriet Lugkin unter die Vorherrschaft des expandierenden Piastenstaats. In der Mitte des 12. Jahrhunderts - während des Wendenkreuzzugs - gelangte Lugkin unter die Vorherrschaft der Wettiner. Die slawische Burg wurde geschleift und durch neue Anlagen in Stein ersetzt.

Erste Erwähnung

Die Burganlage wurde am 28. Dezember 1216 durch das Bistum Brandenburg als Lukenwalde erstmals urkundlich erwähnt. Sie bildete das Zentrum eines Burgwardbezirks. Der noch heute existente Marktturm war ein Teil jener Burganlage.

Kloster Zinna und Entwicklung zur Handelsstadt

Burgward 1285 kaufte das Zisterzienserkloster Zinna die Stadt und die Burg. Bis dahin waren diese im Besitz der magdeburgischen Ministerialen von Richow gewesen. Die Stadt wurde als Oppidum (befestigte Marktsiedlung) bezeichnet. Luckenwalde lag am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Straßen. Der Salztransport aus Halle in Richtung Berlin lief über Luckenwalde. Luckenwalde begann verstärkt und erfolgreich Bier zu brauen und zu verkaufen. Laut Theodor Fontane schien das Nuthefließ nur dazu da zu sein, um in die (Luckenwalder) Bottiche und Braupfannen zu fließen. Dies führte zu einer Beschwerde durch die Stadt Jüterbog, welche sich in ihren Stadtrechten beschnitten sah. Der Streit um das Bier hatte eine lange Fehde mit Jüterbog zur Folge, der laut Fontane am liebsten handfest auf allen Kirchweihen ausgetragen wurde und Jüterboger Spottverse hervorbrachte wie: Lieber die Rute, als Luckenwalde an der Nuthe. Der Erzbischof Gunther von Magdeburg bestätigte jedoch am 9. Januar 1430 das Brau- und das Handelsrecht. Damit erhielt Luckenwalde erste Stadtrechte. 1471 wird erstmals ein Bürgermeister erwähnt. 1540 erhält Luckenwalde sein erstes Stadtwappen. Luckenwalde erhält das Privileg eines zweiten Marktes 1562.

Schornsteine statt Luch im Wald

Theodor Fontane beschrieb auf seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg die Wandlung zur Industriestadt: «Luch im Wald und Luckenwalde» – wann sich der Umschwung ... zu vollziehen begann, ist nicht genau mehr zu bestimmen. ... Es war ... noch Luch im Wald, als die Mönche von Kloster Zinna kamen und eine christliche Kirche neben dem heidnischen Wartturm bauten; aber Luch im Walde wurde Luckenwalde in demselben Augenblick, wo König Friedrich Wilhelm I. sich ins Mittel legte und der erste Webstuhl voigtländischer Weber in Luckenwalde zu klappern begann. Das Mittelalter war hin und die Neuzeit fing an. ... Nicht mehr die Kirche bildet den Mittelpunkt geistigen Lebens, städtischer Interessen, sondern der Schornstein, der«Stylit des Gewerbefleißes». ... Luckenwalde ist eine Stadt mit 10.000 Einwohnern und 50 Schornsteinen. Die Wandlung zur Industriestadt verlief chronologisch wie folgt:

Brandenburg und Entwicklung zur Industriestadt

1680 übernahm Brandenburg - Preußen die Herrschaft über Luckenwalde. 1684 gründete der Zeugmacher Christian Mauhl aus Schandau in Sachsen ein Unternehmen zur Versorgung der preußischen Regimenter. Weitere Tuch- und Zeugmacher folgen. 1745 wird Luckenwalde zur Amtsstadt. Nach dem großen Stadtbrand in Gera zogen 1780 und 1781 24 Tuchmacherfamilien nach Luckenwalde. Es entstand eine 'Große Fabrik', aus der später der Betrieb Volltuch hervorging. 1808 erhält Luckenwalde durch die Städtereform des Freiherrn vom Stein endlich komplette Stadtrechte. 1875 stellten sich einige Tuchfabrikanten auf die Hutproduktion um und wurden zur Konkurrenz für die Hutstadt Guben. Nachdem sie 1841 an die Bahnlinie Berlin-Halle, die Anhalter Bahn, angeschlossen wird, wächst die Stadt weiter. Mitte des 19. Jahrhunderts ist Luckenwalde ein Industriezentrum, man zählt 1858 15 öffentliche Gebäude, 736 Wohnhäuser und 1169 Wirtschaftsgebäude. 1867 patentiert Hermann Henschel den Pappteller. Luckenwalde entwickelt sich zur Stadt der Schornsteine. Wichtige Fabriken sind ein Pianowerk und das Feuerlöschgerätewerk. In der Weimarer Republik sind daher auch Sozialdemokraten und Kommunisten stark vertreten. 1930 wird ein Gemeinschaftsgebäude einer Schule und des Stadttheaters im Bauhaus-Stil fertiggestellt. 1901 zählt der Chronist 19 Tuch- und Buckskinfabriken, 12 Hutfabriken, 21.000 Einwohner und 1.400 Wohnhäuser in Luckenwalde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt weitgehend verschont. Es kam nur zu wenigen Schusswechseln, als die Rote Armee am Morgen des 22. April 1945 Luckenwalde einnahm. In der Umgebung aber wurde in Wald- und Luchgebieten zwischen dem 25. April und dem 1. Mai 1945 heftig gekämpft. Von 1939 an bis zum Ende des Krieges 1945 existierte das Kriegsgefangenlager Stalag III A. Hier waren Kriegsgefangene aus 10 Ländern inhaftiert. Mehr als 5.000 Gefangene - besonders aus der Sowjetunion - starben insbesondere an Hunger und Krankheiten. Der Lagerfriedhof und eine Ausstellung im Heimatmuseum erinnern an diese Zeit.

DDR-Zeit

Am 24. August 1945 wurde Luckenwalde die Kreisstadt des Kreises Luckenwalde-Jüterbog. Zuvor war dies Jüterbog gewesen. In der DDR wurden 1952 Luckenwalde und Jüterbog eigenständige Kreise. Luckenwalde wurde Kreisstadt des Kreises Luckenwalde. Auch in der DDR behielt Luckenwalde seine Stellung als wichtiger Industriestandort. Wichtige Betriebe sind Volltuch, das Wälzlagerwerk, Kontaktbauelemente, Piano-Union, Baustoffwerk, das Feuerlöschgerätewerk, Hutmoden, Luwal, Plastverarbeitung Luckenwalde (VEB Beschläge) und der Spirituosenhersteller Falckenthal. Dies führte zu verstärktem Wohnungsneubau. Bei Bauarbeiten am Neubaugebiet Burg wurden historische Gegenstände aus der Zeit des slawischen Burgwalls entdeckt und ausgegraben. In der Schmenkel-Schule in Luckenwalde wurde eine Russisch-Förderklasse eingerichtet, die bereits in der 3. Klasse mit dem Russischunterricht begann. Der Sport wurde mit einer Kinder- und Jugendsportschule (KJS) gefördert. Der Ringer Hans-Dieter Brüchert des Dynamo Luckenwalde holt sich in den Olympischen Spielen 1976 in Montréal die Silbermedaille. Der 1949 in Luckenwalde geborene Hartmut Briesenick errang 1970 und 1974 den Europameistertitel im Kugelstoßen. Schon zu DDR-Zeiten begann die Einwohnerzahl in Luckenwalde langsam abzunehmen. Nach dem Krieg waren es fast 30.000 Einwohner, diese Zahl sank auf etwa 27.000 ab.

Nachwendezeit

1993 wurden die Kreise Luckenwalde, Zossen und Jüterbog zum Landkreis Teltow-Fläming zusammengeschlossen. Luckenwalde wurde die Kreisstadt des neugebildeten Kreises. Landkreis Teltow-Fläming 1995 wurde der Beschluss zum Bau eines neuen Kreishauses in Luckenwalde gefasst. Im Jahr 2000 wurde der 24.800 m² große Gebäudekomplex offiziell eingeweiht. Der Abwanderungstrend aus DDR-Zeiten setzte sich nach der Wende verstärkt fort. Die Einwohnerzahl sank von 26.544 im Jahr 1990 über 22.111 im Jahre 2001 auf 20.854 (zur Vergleichbarkeit hier ohne Eingemeindungen) im Jahre 2004. Durch die Abwanderung hauptsächlich der Jugend und eingebrochener Geburtenzahlen stieg der Altersdurchschnitt rapide. Außerdem kam es wie in anderen ostdeutschen Städten zu einem verstärkten Wohnungsleerstand. Die Bedeutung als Industriestadt ging verloren. Viele Betriebe wurden geschlossen und die Arbeitslosigkeit stieg auf 23,7% (im Januar 2005). Daher wurden Aktivitäten unternommen neue Schlüsseltechnologien anzuziehen (zum Beispiel Biotechnologiepark) und den Dienstleistungssektor zu stärken.

Einwohnerentwicklung

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1867 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) und amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst (nur Hauptwohnsitze). ¹ Volkszählungsergebnis

Das Luckenwalder Wappen

Biotechnologie Das Luckenwalder Wappen setzt sich aus einem Wappen im Wappen zusammen, auf dem ein Pelikannest ist. Diese seltsame Form kommt zustande, weil die Luckenwalder ihr Wahrzeichen den Pelikan oben auf dem Wappen haben wollten, das preußische Beamtentum diese abweichende Wappenform aber nicht akzeptieren wollte. Die zwei Stäbe im inneren Wappenschild deuten auf die kirchlichen Oberherren von Luckenwalde hin: den Abt in Kloster Zinna und den Erzbischof in Magdeburg. Die zwei Sterne deuten an, dass Luckenwalde auch der Gerichtsbarkeit dieser beiden Städte untersteht. Außerdem sind sie Symbole für Glück und Ruhm. Die goldene Kiefer deutet auf das Braurecht hin. Über diesem inneren Wappenschild ist ein Pelikannest mit 4 Jungvögeln und der Pelikanmutter. Die Legende besagt, dass die Mutter in einer Hungersnot sich die Brust aufgerissen hat, um mit ihrem Blut die Jungen zu füttern. Dieses Symbol soll an die Sorge der Stadtväter um die Bürger erinnern. Luckenwalde durfte erst 1540 ein eigenes Wappen haben, über 100 Jahre nach der Verleihung erster Stadtrechte. Das Bild links zeigt das Wappen aus dem Jahr 1637. Wie in anderen alten Versionen des Wappens sieht man hier einen Pelikan, der sein Revier verteidigt. Auch ist der Baum als Symbol des Braurechts ein Laubbaum, und nicht wie später eine Kiefer.

Politik

Als Industriestadt war Luckenwalde klassischerweise eine 'rote' Stadt, deren Bürger schon zu Zeiten der Weimarer Republik bevorzugt Sozialdemokraten und Kommunisten wählten. Dies war auch nach der Wende nicht anders. Bei der Bürgermeisterwahl am 11. November 2001 erhielt der Amtsinhaber Peter Blohm nur 23,5% der Stimmen. Er war während seiner letzten Amtszeit der CDU beigetreten (zuvor parteilos). Hans-Jürgen Akuloff von der PDS erhielt 30,9% und Elisabeth Herzog-von der Heide, Kandidatin der SPD, 45,6% der Stimmen. Da kein Kandidat die notwendige absolute Mehrheit erreichte, wurde eine Stichwahl zwischen Herzog-von der Heide und Akuloff am 02. Dezember 2001 durchgeführt. Diese entschied Frau Herzog-von der Heide mit 62,4% der Stimmen für sich. Am 05. Januar 2002 wurde sie offiziell von der Stadtverordnetenversammlung auf 8 Jahre als Bürgermeisterin berufen. Die derzeitige Stadtverordnetenversammlung umfasst 28 gewählte Mandate und zusätzlich die Bürgermeisterin als stimmberechtigte Mitglieder. Nach den Kommunalwahlen am 26. Oktober 2003 erhielt die PDS 10 Sitze, die SPD 9, die CDU 6 und die FDP, das BürgerBündnis freier Wähler e.V. sowie das Luckenwalder Komitee für Gerechtigkeit jeweils einen Sitz. Bei der Bundestagswahl am 22. September 2002 ergab sich als Luckenwalder Teilergebnis: 52,5% für die SPD, 19,4% für die CDU und 17,1% für die PDS. Alle anderen Parteien blieben unter 5%, die FDP mit 4,6% nur knapp.

Sehenswürdigkeiten

Stadtzentrum

Das Stadtzentrum wird durch zwei direkt aneinandergrenzende Plätze gebildet: den Boulevard und den Marktplatz. FDP Der Boulevard ist komplett als Fußgängerzone ausgewiesen. Dort sind viele Geschäfte ansässig. Der Boulevard ist das Zentrum des alljährlichen Luckenwalder Weihnachtsmarktes, dessen Markenzeichen die Märchenfiguren des Grafikers Gebert und eine große Tanne neben dem Kariedelbrunnen sind. In der Mitte des Boulevards steht der rekonstruierte Kariedelbrunnen. Der originale Kariedelbrunnen steht im Nuthepark, ist jedoch nicht in Betrieb. Er wurde 2004 durch eine künstlerische Arbeit aufgewertet. Die originalen Kariedelfiguren gingen im 2. Weltkrieg verloren. Die Figuren stellen zwei Kinder dar, die kariedeln gehen, d.h. Nahrungsmittel sammeln und diese auf Stöcke aufstecken. Der Marktplatz ist gleich angrenzend. Hier findet man (am Durchgang zum Boulevard) das historische Gebäude des Rathauses und daneben das Heimatmuseum. Gegenüber dem Rathaus steht eine Kirche und nur wenige Meter daneben der Marktturm, das Markenzeichen Luckenwaldes. Mehrmals in der Woche ist Markttag und der Platz ist von den Ständen der Händler belegt.

Marktturm

Markenzeichen Der Marktturm ist das Wahrzeichen der Stadt Luckenwalde. Er steht auf dem Marktplatz, wenige Meter von der Kirche entfernt, was zu einer lokalen Legende führte: In früheren Zeiten stand der Marktturm direkt bei der Kirche, er war noch ein Kirchturm. Die Jüterboger jedoch waren neidisch, und wollten den Kirchturm stehlen. Deshalb luden sie ihn bei Nacht auf einen großen Wagen. Sie kamen jedoch nicht weit, nach wenigen Metern zerbrach der Wagen, und der Turm landete wieder auf dem Boden. An dieser Stelle steht er bis heute. Die ältesten Teile des Turmes stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert- Dabei gehörte der Burgwart Luckenwalde (castrum, nordöstlich der Johanniskirche im Niederungsgebiet, archäologische Ausgrabung 1987) zu den bedeutenderen Burgwarteinheiten des Nieplitz-Nuthe-Gebietes. Seit 1484 dient der Turm der Pfarrkirche St. Johannis als Glockenturm. Er ist 38m hoch. Der Marktturm ist Anlass des alljährlichen Turmfestes.

Stadtpark

Glockenturm Der Stadtpark ist eine Parkanlage am Rand von Luckenwalde. Wege, kleine Wäldchen, Buschanlagen und Wiesen bilden die Grundlage für den Park als Ausflugsziel. Zusätzlich gibt es das Parkcafé, das nach einem erschöpfenden Spaziergang die Möglichkeit zur Rast bietet. Ein Teil des Stadtparks nimmt der städtische Tierpark ein. Einmal im Jahr wird ein Parkfest veranstaltet. Direkt neben dem Stadtpark ist die Festwiese gelegen, die als Veranstaltungsort genutzt wird.

Kunsthalle Vierseithof

Glockenturm Die Kunsthalle (eröffnet im Herbst 1997) bietet neben Werken namhafter zeitgenössischer Künstler aus dem In- und Ausland, auch Arbeiten junger Künstler aus Ostdeutschland. Das ehemalige Maschinenhaus wird, unter Vorsitz des Berliner Künstlers Reinhard Stangl, vom "Verein der Freunde und Förderer der Kunsthalle Vierseithof in Luckenwalde" geführt. Neben den Ausstellungen bietet die Kunsthalle auch andere kulturelle Veranstaltungen wie Musik, Theater oder Lesungen. Gezeigte Werke von: Olaf Martens, Moritz und Grita Götze, Via Lewandowsky, Carsten Nicolai, Albert Oehlen, Hans-Hendrik Grimmling, Geccelli.

Elsthal

Das Elsthal ist eine Niederung in Luckenwaldes direkter Nachbarschaft, durchflossen von der Nuthe. Deshalb war das Elsthal auch besonders von den Überflutungen betroffen, bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde gern auf den überfluteten und dann gefrorenen Elsthalwiesen Schlittschuh gelaufen. Bis heute ist das Elsthal ein schöner, naturnaher Ausflugsort. Ausflugsziel ist die Jagdgaststätte Elsthal und das benachbarte Freibad. Das Elsthal wird auch für eine Gartensiedlung genutzt. Der Stadtpark befindet sich in Nachbarschaft zum Elsthal, auf der anderen Seite ist der Beginn der Skaterbahn. Dort befindet sich auch ein Hochseilgarten.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Von 1928 bis 1930 wurde das Stadttheater mit angrenzender Schule im Bauhausstil errichtet. Bis heute ist es ein Zentrum des kulturellen Lebens in Luckenwalde, hier finden Konzerte, Theateraufführungen und offizielle Empfänge statt. Bauhaus Weitere Touristenattraktionen ist das Freizeitbad "Fläming-Therme" und das Heimatmuseum, welches eine ständige Ausstellung zur industriellen Entwicklung hat. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Kultur- und Begegnungsstätte. Heimatmuseum An der Ortsausfahrt in Richtung Kloster Zinna rechts steht ein Industriebaudenkmal ersten Ranges: die Hutfabrik Steinberg, Herrmann & Co., 1921-1923 erbaut von Erich Mendelsohn, einem der wichtigsten Architekten des 20. Jhs. Ein Förderkreis bemüht sich um den Erhalt und um weitere Finanzierungsmöglichkeiten für die Sanierung, die auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert wird. Die Berliner Akademie der Künste und die neuen Inhaber, die Berliner Unternehmerfamilie Ayad, haben eine Dauerausstellung zu Ehren Mendelsohns eingerichtet. Eine Besichtigung der Ausstellung ist nach vorheriger Anmeldung möglich: LUBA GmbH, Tel. 03371-6 28 88 50.

Sportangebote

Im Bereich von Luckenwalde verläuft die Skatebahn "Flaeming-Skate". Luckenwalde bietet für die Skater und Radfahrer zwei Einstiegspunkte in die Skatebahn - einen am Kreishaus, einen im Elsthal - und bezeichnet sich daher auch als Tor zur Fläming-Skate. Sie ist mit mittlerweile mehr als 185 km Länge die längste Inline-Skater-Bahn Deutschlands. In unmittelbarer Nähe zur Skaterbahn existiert eine BMX-Anlage. Sie besteht aus drei Starthügeln, besitzt Sprunghügel und Steilkurven. Siehe auch: Radwege in Brandenburg

Vereinsleben

In Luckenwalde existieren knapp 30 Sportvereine (Stand Juli 2004). Der wohl größte darunter ist der "1. LSC" (1. Luckenwalder Sportclub) mit seinen Abteilungen Ringen und Schwimmen. Erfolge konnten unter anderem in der 1. Bundesliga Ringen (unter anderem 1. Platz in der Saison 2002/ 2003) erreicht werden.

Persönlichkeiten

Bundesliga Ringen Theodor Fontane besuchte die Stadt und widmete ihr in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg das eigene Kapitel Luch im Wald. Es gibt eine Gedenktafel auf dem Marktplatz, die an Fontane erinnert. Außerdem veranstaltet der Heimatverein Fontane-Lesungen. Der Architekt Erich Mendelsohn realisierte in Luckenwalde einige Arbeiten. Besonders bekannt ist sein Bau der Hutfabrik Steinberg, Herrmann & Co. Der Mathematiker und einflussreiche Fachdidaktiker Hans Freudenthal wurde 1905 in eine jüdische Familie geboren; er wirkte ab 1930 in den Niederlanden. Hans Freudenthal Der spätere Studentenführer Rudi Dutschke wurde in Luckenwalde (heute Gemeinde Nuthe-Urstromtal, Ortsteil Schönefeld) 1940 geboren und wuchs hier auf. Daran erinnert eine Gedenktafel vor dem Gymnasium. Der Politiker Ludwig-Holger Pfahls wurde 1942 in Luckenwalde geboren. Er erlangte Bekanntheit, als er als Mitglied der Kohl-Regierung in einen Spendenskandal verwickelt war. Die Politikerin (MdB und bildungspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag) Katherina Reiche wurde 1973 in Luckenwalde geboren.

Städtepartnerschaften

Zur DDR-Zeit wurde die französische Stadt Dieppe Partnerstadt von Luckenwalde. Die Beziehungen wurden jedoch nach der Wende nicht weiter gepflegt. Der Verein zur Förderung Internationaler Städtekontakte bemüht sich derzeit um die Verbesserung der Beziehungen. Nach der Wende wurde am 2. März 1990 Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen erst einmal provisorisch zur Partnerstadt gewählt, nach Wahlen am 7. September 1990 wurde dieser Beschluss bestätigt.

Wirtschaft

Infrastruktur

Am Luckenwalder Bahnhof halten Regionalzüge der Deutschen Bahn auf der Strecke Berlin-Halle, sowie InterConnex-Züge auf der Strecke Gera-Rostock. Die Bundesstraße 101 führt durch Luckenwalde.

Bekannte Unternehmen


- Volltuch, geschlossen (auf dem Volltuchgelände ist nun eine Wohnsiedlung, ein Hotel, die Kunsthalle Vierseithof und eine Bowlingbahn)
- Gebrüder Falkenthal, eine Spirituosenfabrik, bekanntes Produkt war Zinnaer Klosterbruder, geschlossen
- Rosenbauer Feuerwehrtechnik GmbH (vormals Metz-FGL Feuerwehrtechnik GmbH bzw. Koebe)
- Hesco Kunststoffverarbeitung Luckenwalde, früher bekannt als Plasteschulze (Helmut Schulze), größter Kabelschellenproduzent der DDR, sukzessive verstaatlicht und enteignet, 1990 reprivatisiert
- Luckenwalder Wurst- und Fleischwaren (schon im Mittelalter war Luckenwalde bekannt für seine Wursterzeugung)
- Biotechnologiepark, seit 1997
- INA-Schaeffler KG

Referenzen

Literatur


- Roman Schmidt: Luckenwalde. Sutton Verlag, 2000, ISBN 3897021854
- Uwe Mai: Kriegsgefangen in Brandenburg: Stalag III A in Luckenwalde 1939-1945. ISBN 3932482255
- Dieter Noeske, Dieter Funke, Uta Högel: Luckenwalde im märkischen Land. Wartberg Verlag 1993, ISBN 3861341328
- Christa und Johannes Jankowiak: Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Stapp Verlag Berlin 1995. ISBN 3877760619
- Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4. Spreeland. Luch im Wald. Zitate nach der Ausgabe 1998, Frankfurt/M, Berlin.

Weblinks


- [http://www.luckenwalde.de/ www.luckenwalde.de] - offizielle Webseite der Stadt
- [http://www.city-luckenwalde.de/ Luckenwalder Innenstadtmanagement] - mehr über die Luckenwalder Innenstadt
- [http://87.1911encyclopedia.org/L/LU/LUCKENWALDE.htm Luckenwalde in der Encyclopaedia Brittanica] von 1911 (englisch)
- [http://speedmap.maerkischeallgemeine.de/MAZ/luckenwalde.html Stadtplan von Luckenwalde] Kategorie: Ort in Brandenburg

Brandenburg an der Havel

Brandenburg an der Havel ist eine kreisfreie Stadt im Land Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland.

Geographie

Geographische Lage

Brandenburg an der Havel liegt im Westen des Landes Brandenburg etwa 70 km westlich von Berlin am für die Binnenschifffahrt wichtigen Fluss Havel, zwischen Potsdam und Magdeburg. Die reizvolle Region ist sehr waldreich und von vielen Seen geprägt und besitzt zahlreiche Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Mit dem Beetzsee- und Riewendsee liegt sie im Naturpark Westhavelland.

Nachbargemeinden

Die Stadt Brandenburg an der Havel grenzt # als kreisfreie Stadt an die Kreise Havelland (HVL) und Potsdam-Mittelmark, und # als Gemeinde (im Uhrzeigersinn) :
- in Norden an die Gemeinde Milower Land (HVL), die Stadt Havelsee und die Gemeinden Beetzsee und Beetzseeheide und die Stadt Nauen (HVL), :
- im Osten an die Gemeinde Groß Kreutz (Havel), :
- im Südosten an die Gemeinde Kloster Lehnin, :
- im Süden an die Gemeinden Wollin und Wenzlow, und :
- im Westen an die Gemeinden Rosenau, Wusterwitz und Bensdorf.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet gliedert sich in die Stadt Brandenburg und die Ortsteile Göttin, Gollwitz, Kirchmöser, Klein Kreutz/Saaringen, Mahlenzien, Plaue, Schmerzke und Wust. Der Gemeindeteil Brandenburg hat nicht den Status eines Ortsteils. Laut Gemeindeordnung für das Land Brandenburg, Paragraph 54, können Ortsteile gebildet werden, die direkt gewählte Ortsbürgermeister und Ortsbeiräte besitzen. Andere Bezeichnungen, wie Stadtteil, Gemeindeteil, Wohnplatz oder ähnliches, haben keine gesetzliche Grundlage, auch wenn sie aus historischen und Orientierungsgründen nichtamtlich verwendet werden..
Stadtgliederung (Gemeindeteile/Ortsteile mit Wohnplätzen und Jahr der Eingemeindung):
- Brandenburg :
- Stadtteil Altstadt (1715 Brandenburg Altstadt mit Brandenburg Neustadt unter gemeinsame Stadtverwaltung zusammengelegt) ::
- Bohnenland ::
- Brielower Ausbau ::
- Butterlake ::
- Heidekrug ::
- Klingenbergsiedlung ::
- Neuendorf ::
- Quenzsiedlung :
- Stadtteil Neustadt (1715 Brandenburg Neustadt mit Brandenburg Altstadt unter gemeinsame Stadtverwaltung zusammengelegt) ::
- Buhnenhaus ::
- Görisgräben ::
- Malge ::
- Neue Mühle ::
- Neuschmerzke ::
- Siedlung Eigene Scholle ::
- Wendgräben ::
- Wilhelmsdorf :
- Stadtteil Dom (1928) :
- Stadtteil Görden ::
- Kolonie Görden :
- Stadtteil Nord (Neubaugebiet 1959-1970) :
- Stadtteil Hohenstücken (Neubaugebiet 1972-1988)
- Ortsteil Göttin (1950-1952, 1993)
- Ortsteil Gollwitz (2003)
- Ortsteil Kirchmöser (1952) :
- Bergenhof :
- Gränert :
- Kirchmöser Dorf :
- Kirchmöser Ost :
- Kirchmöser West
- Ortsteil Klein Kreutz/Saaringen (1950-1952, 1993) :
- Fuchsbruch :
- Klein Kreutz :
- Saaringen
- Ortsteil Mahlenzien (1993)
- Ortsteil Plaue (1952, bis dahin selbständige Stadt) :
- Charlottenhof :
- Gartenstadt :
- Margarethenhof :
- Neu Plaue :
- Plauerhof :
- Plauer Schleuse :
- Roberdam
- Ortsteil Schmerzke (1950-1952, 1993) :
- Paterdamm (1993)
- Ortsteil Wust (2003)

Geschichte

928 mit der Eroberung durch König Heinrich I. wurde Brandenburg (als Brennaburg) erstmalig erwähnt. 948 gründete Otto I das Bistum Brandenburg. (Seit dem Ende der 1990er Jahre gibt es einzelne Historiker wie Dietrich Kurze oder Helmut Assing, die bezweifeln, dass das Bistum tatsächlich bereits 948 gegründet wurde, und vermuten, dass das Bistum erst im Jahr 949 oder sogar erst 965 gestiftet wurde.) Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress gehörte die Stadt Brandenburg zum Kreis Westhavelland im Regierungsbezirk Potsdam in der preußischen Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“. Am 1. April 1881 schied die Stadtgemeinde Brandenburg aus dem Kreis Westhavelland aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Die Bezeichnung der Stadt schwankte zwischen Brandenburg a./Havel, Brandenburg (Havel) und – so die heutige Bezeichnung – Brandenburg an der Havel.

Religionen

Neben mehreren evangelischen gibt es eine katholische Kirchengemeinde und eine freikirchliche, sowie seit einigen Jahren wieder eine jüdische Gemeinde.

Zuchthaus

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden im Zuchthaus Brandenburg über 10.000 Menschen hingerichtet. 9.772 davon im Rahmen des Euthanasie-Programms.

Berlin

Im Archiv des Brandenburger Dom ist die Urkunde ausgestellt, durch die Berlin zur Stadt ernannt wurde.

Politik

Stadtverordnetenversammlung


- Oberbürgermeisterin
- CDU - 16
- SPD - 10
- PDS - 7
- FDP - 4
- Gartenfreunde e.V. - 3
- Grüne - 2
- Bürgerverein "pro Kirchmöser" - 2
- fraktionslos - 2

Oberbürgermeister seit 1809


- 1809 - 1815: Heinrich August Duden
- 1815 - 1818: Karl Friedrich Pfitzer
- 1819 - 1821: Otto Friedrich Nickel
- 1821 - 1839: Georg Friedrich Zander
- 1840 - 1849: Franz Ziegler
- 1851 - 1864: Carl Friedrich Brandt
- 1864 - 1871: Johann Gobbin
- 1871 - 1897: Carl Reuscher
- 1897 - 1905: Rudolf Hammer (Oberbürgermeister seit 1900, vorher Erster Bürgermeister)
- 1905 - 1914: Hugo Dreifert (Oberbürgermeister seit 1907, vorher Erster Bürgermeister)
- 1914 - 1920: Franz Schleusener (Oberbürgermeister seit 1915, vorher Erster Bürgermeister)
- 1920 - 1926: Walther Ausländer (SPD)
- 1926 - 1932: Dr. Ernst Fresdorf (SPD)
- 1932 - 1933: Paul Szillat (SPD)
- 1933 - 1937: Dr. Erich Kreutz
- 1938 - 1945: Dr. Wilhelm Sievers (NSDAP)
- Mai - Wilhelm Leow (SPD) ab 2.5.45 kommissarisch
- 22. Mai - August 1945: Max Herm (KPD)
- 1945 - 1948: Fritz Lange (KPD/SED)
- Februar - September 1949: Willi Pröllop
- 1949 - 1953: Otto Kühne
- 1954 - 1957: Wilhelm Behnke
- 1957 - 1965: Max Herm (SED)
- 1965 - 1976: Reinhold Kietz
- 1976 - 1985: Elvira Lippitz
- 1985 - 1990: Klaus Mühe (SED)
- 1990 - 2002: Dr. Helmut Schliesing (SPD)
- 2002 - 2003: Prof. Dr. Helmut Schmidt (SPD)
- seit 2003: Dr. Dietlind Tiemann (CDU)

Städtepartnerschaften


- 1963 Ivry-sur-Seine, Frankreich
- 1988 Kaiserslautern, BRD
- 1989 Magnitogorsk, Sowjetunion

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen


- Industriemuseum Brandenburg (ehemaliges Stahl- und Walzwerk Brandenburg SWB); das letzte Stahlwerk in Westeuropa, in dem bis 1993 Stahl im Siemens-Martin-Verfahren hergestellt wurde. Siemens-Martin-Verfahren

Bauwerke


- Das Domstift Brandenburg mit der Domkirche St. Peter und Paul, der Domklausur mit ehem. Ritterakademie und Domkurien oder Domherrenhäusern, Petri Kapelle (Dominsel und der ehemaligen Brandenburg)
- St. Katharinenkirche (herausragendes Beispiel der Backsteingotik aus dem 15. Jahrhundert)
- Ev. Stadtpfarrkirche St. Gotthardt (ältester Kirchenbau der Stadt)
- mittelalterliche Stadtbefestigung mit noch vier erhaltenen Tortürmen
  - Steintorturm (Neustadt)
  - Mühlentorturm (Neustadt)
  - Rathenower Torturm (Altstadt)
  - Plauer Torturm (Altstadt)
- Altstädtisches Rathaus (herausragendes Beispiel der Backsteingotik aus dem 15. Jahrhundert)
- Roland (5,35 Meter hoch, gehört zu den schönsten Figuren dieser Art im norddeutschen Raum)
- Friedenswarte (auf dem Fundament der Bismarckwarte 1974 errichteter, 32 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Marienberg)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Brandenburg an der Havel wird von der Bundesautobahn A 2 südlich tangiert. Die Entfernung zur Autobahn beträgt etwa 10 km. In der Stadt ist der Schnittpunkt der Bundesstraßen B 1 und B 102. Der Bahnverkehr verbindet die Stadt mit Berlin, Magdeburg und Rathenow. Der innerstädtische Straßenbahnverkehr wird mit 20 Triebwagen auf drei Linien mit einer Gesamtlänge von 17,65 km (Meterspur) betrieben.

Ansässige Unternehmen

Wichtige Wirtschaftszweige sind:
- Stahlverarbeitung (Riva Stahl Elektrostahlwerk)
- Maschinenbau (ZF-Getriebe GmbH, Heidelberger Druckmaschinen AG)
- Wasser-Touristik

Bildung

Fachhochschulen:
- Fachhochschule Brandenburg Gymnasien
- Märkisches Gymnasium "Friedrich Grasow"
- von Saldern-Gymnasium
- Bertolt-Brecht-Gymnasium Berufsbildende Schulen
- Oberstufenzentrum "Gebrüder Reichstein"
- Oberstufenzentrum "Alfred Flakowski"

Persönlichkeiten

Ehrenbürger


- 1872 - August Wredow (1804-1891), Bildhauer
- 1881 - Otto Winterfeldt - Stadtverordneter 1862-1881, davon Stadtverordneten-Vorsteher 1866-1868 und 1870-1881
- 1893 - Hermann Domke - Stadtverordneter 1862-1893
- 1894 - Wilhelm Gericke - Stadtverordneter 1850-1853 und 1855-1899
- 1903 - Louis Gumpert - Stadtverordneter 1859-1919 (60 Jahre)
- 1905 - Rudolf Hammer (1830-1915), Reichstagsabgeordneter 1881-1884, Abgeordneter des Preußischen Landtags 1889-1905, Oberbürgermeister 1897-1905
- 1905 - Hermann Schlee - Fabrikant, Stadtverordneter 1864 und 1873-1905, davon Stadtverordneten-Vorsteher 1889-1905
- 1921 - Carl Reichstein (1847-1931), Fabrikant
- 1922 - Otto Sidow (1870-1927), Verleger der "Brandenburger Zeitung", Stadtverordneter 1898-1927, davon Stadtverordneten-Vorsteher 1919-24 und 1926-27, Mitglied der Weimarer Nationalversammlung 1919 und des Reichstages 1919-24
- 1933 - Otto Tschirch (1858-1941), Stadthistoriker
- 1965 - Max Herm (1899-1982), Reichstagsabgeordneter 1932/33, Oberbürgermeister 1945 und 1957-1965
- 1993 - Vicco von Bülow (Loriot) (
- 1923), Satiriker und Schauspieler
- 1995 - Horst Flakowski (1918-1999), Kaufmann, Stifter des SOS-Kinderdorfes Brandenburg
- 2004 - Birgit Fischer (
- 1962), achtfache Olympiasiegerin im Kanurennsport weitere (Jahr der Verleihung zur Zeit nicht bekannt):
- Barth, Friedrich Wilhelm, Rektor
- Blell, Ernst - Fabrikant
- Henkel, Gustav - Ackerbürger
- Kreusler, Wolrad - Arzt
- Lambsdorf, Otto Graf - Politiker
- Lehmann, Ernst Paul - Spielzeugfabrikant
- Schmidt,Gustav - Stadtrat
- Schrobsdorf - Amtmann

Söhne und Töchter der Stadt


- um 1385 - Engelbert Wusterwitz
- 23. April 1508 - Georg Sabinus (Georg Schuler) - Professor der Poesie und Beredsamkeit, Gründungsrektor der Albertina und Professor an der Viadrina
- 22. September 1750 - Christian Konrad Sprengel - Botaniker
- 24. August 1768 - Julius von Voß - Offizier, Schriftsteller
- 12. Februar 1777 - Friedrich de la Motte-Fouqué - Schriftsteller
- 5. Juni 1804 - August Wredow - Bildhauer
- 24. September 1807 - Theodor Hosemann - Maler, Illustrator und Karikaturist in Berlin
- 18. November 1827 - Mehmed Ali Pascha (geboren als Karl Detroit), Generalstabschef der türkischen Armee, Delegierter des Osmanischen Reiches beim Berliner Kongress 1878, am 7. September 1878 in Albanien Opfer eines Attentats
- 16. Januar 1848 - Otto Techow - Architekt und Landesbaurat
- 9. Juli 1868 - Gustav Noske - Reichswehrminister
- 4. Juli 1882 - Kurt von Schleicher - General und Reichskanzler
- 16. März 1913 - Rudi Schuricke - Schlagersänger
- 12. November 1923 - Vicco von Bülow (Loriot), Satiriker und Schauspieler
- 1. Januar 1933 - Claus-Ulrich Wiesner (C.U. Wiesner) - Schriftsteller
- 1. März 1938 - Manfred Karge - Theaterregisseur, Schauspieler und Theaterautor
- 12. September 1939 - Joachim Kemmer - Schauspieler und Synchronsprecher
- 25. Februar 1962 - Birgit Fischer - Kanurennsportlerin, achtfache Olympiasiegerin
- 19. Januar 1970 - Steffen Freund - Fußballspieler, Europameister 1996

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen


- Albrecht der Bär - eroberte die Stadt 1157, Gründer der Mark Brandenburg, erster Markgraf
- Otto von Bismarck - 1849 Abgeordneter von Brandenburg und Rathenow in den Preußischen Landtag (dabei in Brandenburg nur 48,5 % der Stimmen für ihn)
- Friedrich (Fritz) Bollmann - Barbier, volkstümliches Original († 1901 Brandenburg)
- Friedrich Ebert (jun.) - Zeitungsredakteur der SPD
- Wilhelm Fraenger - Stadtrat und Leiter des Amtes für Volksbildung 1946, Gründungsmitglied und Direktor der Volkshochschule 1946-47, Zweiter Vorsitzender des Kulturbundes 1947-1949
- Engelbert Wusterwitz - Jurist (ca. 1385 Wusterwitz - 1433 Brandenburg)
- Lothar Kreyssig - Richter am Amtsgericht Brandenburg/Havel, der gegen die Euthanasie auftrat, später Kirchenpolitiker
- Manfred Krug - Lehrausbildung im Stahl- und Walzwerk
- Otto Graf Lambsdorff - zeitweise Schulausbildung in der Ritterakademie,1995 - 2003 Kurator des Fördervereins Dom zu Brandenburg
- Ernst Paul Lehmann - Spielzeugfabrikant (1856 Berlin - 1931 Brandenburg)
- Werner Mölders - Kindheit und Schulzeit
- Roy Präger - deutschlandweit bekannter Fußballer, der in Brandenburg bei Stahl kickte
- Moritz Ludwig Seyffert, Philologe und Pädagoge(
- 1809 Wittenberg – † 1872 Potsdam)

Weblinks


- [http://www.stadt-brandenburg.de/ Webpräsenz der Stadt Brandenburg an der Havel]
- [http://www.fvv-brandenburg.de Fremdenverkehrsverein Brandenburg a.d. Havel]
- [http://speedmap.maerkischeallgemeine.de/MAZ/brandenburg.html Stadtplan von Brandenburg an der Havel] Kategorie: Ort in Brandenburg Kategorie: Backsteingotik

Genthin

Genthin ist eine Stadt im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt, die am Elbe-Havel-Kanal liegt.

Geografie

Geografische Lage

Genthin liegt östlich der Elbe, zwischen Berlin und Magdeburg am Elbe-Havel-Kanal.

Stadtgliederung


- Altenplathow
- Fienerode
- Hagen
- Hüttermühle
- Mützel
- Parchen
- Wiechenberg

Geschichte


- Wurde im 12. Jahrhundert von der nahegelegenen Burg Altenplathow aus angelegt.
- 1562 erhielt Genthin Marktrecht.
- 1680 kam Genthin an Brandenburg-Preußen.
- 1707-22 Bau der dreischiffigen, barocken Pfarrkirche durch Georg Preusser (aus Magdeburg).
- Ab 1733 Garnisonsstadt.
- Am 22. Dezember 1939 kam es auf dem Bahnhof in Genthin zu einer der größten Katastrophen im Schienenverkehr. Zwei D-Züge kollidierten miteinander, 278 Menschen starben und 453 wurden verletzt.

Politik

D-Züge