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Bas-Rhin
Das französische Département Bas-Rhin [] (dt. Unterelsass) ist das 67. Département in alphabetischer Reihenfolge. Es liegt im Osten Frankreichs, in der Region Elsass. Es ist benannt nach dem die Grenze zu Deutschland bildenden Rhein (Nieder-/Unterrhein).
Geographie
Das Département liegt im Norden der Region Elsass. Die östliche Grenze des Départements bildet der Rhein, im Westen ziehen sich die nördlichen Ausläufer der Vogesen (franz.: Vosges) durch das Departement. Im Norden grenzt es an den Pfälzerwald.
Das Département grenzt im Norden (Rheinland-Pfalz, ehemaliger Reg.Bez. Rheinhessen-Pfalz) und Osten (Baden-Württemberg, Reg.Bez. Karlsruhe und Freiburg) an Deutschland, im Süden liegt das elsässische Département Haut-Rhin, im Westen das Département Moselle der Region Lothringen.
Geschichte
Das Département wurde während der französischen Revolution am 4. März 1790 aus dem nördlichen Teil der bis dahin bestehenden Provinz Alsace gebildet. Es untergliederte sich in 4 Distrikte (frz.: district), den Vorläufern der Arrondissements. Die 4 Distrikte waren Haguenau, Benfeld, Strasbourg und Wissembourg. Das Département und die Distrikte untergliederten sich in 32 Kantone und hatten ca. 400.000 Einwohner (?). Hauptstadt war bereits damals Strasbourg.
Nach der Annexion der Grafschaft Saarwerden durch Frankreich 1794 (heute Alsace bossu/Krummes Elsaß) wurde als 5. Distrikt Sarre-Union gegründet. Aus dem Distrikt Benfeld wurde der Distrikt Schlestadt.
Die Arrondissements wurden am 17. Februar 1800 eingerichtet. Es waren zunächst Barr (anstelle von Schlestadt), Saverne (anstelle von Sarre-Union), Strasbourg und Wissembourg.
Am 10.Februar 1806 wurde Barr wieder durch Schlestadt ersetzt.
Vom 10. Mai 1871 (Friede von Frankfurt) bis zum 28. Juni 1919 (Vertrag von Versailles) war das Département ein Teil des Deutschen Reiches. Als "Bezirk Unterelsaß" gehörte er zum Reichsland Elsass-Lothringen. Der Bezirk (=Département) untergliederte sich in 8 Kreise (=Arrondissement). Es waren Erstein, Haguenau, Molsheim, Schlettstadt, Straßburg (Stadt), Straßburg (Land), Weißenburg (wie gehabt) und Zabern (wie gehabt, der deutsche Name von Saverne). Der Bezirk umfasste damals 4.778 km² und hatte (1885) 612.077 Einwohner.
Mit der Wiedereingliederung des Départements nach Frankreich wurde die Untergliederung in Arrondissemets (=Kreise) komplett übernommen. Zabern wurde wieder zu Saverne, Straßburg (Stadt) zu Strasbourg-Ville, Straßburg (Land) zu Strasbourg-Campagne und Schlettstadt zu Sélestat (der neue Name von Schlestadt).
Am 24. Mai 1974 wurden die Arrondissements Erstein und Sélestat zu Sélestat-Erstein mit dem Verwaltungssitz Sélestat zusammengelegt.
Verwaltungsgliederung
Sélestat
Das Département Bas-Rhin untergliedert sich in 7 Arrondissements.
Siehe auch:
- Kantone im Département Bas-Rhin
- Gemeinden im Département Bas-Rhin
Städte
Die größten Städte des Départements sind (> 10.000 Einwohner (1999)):
- Strasbourg (Straßburg) (264.115)
- Haguenau (32.242)
- Schiltigheim (30.841)
- Illkirch-Graffenstaden (23.815)
- Sélestat (Schlettstadt) (17.179)
- Lingolsheim (16.860)
- Bischheim (16.763)
- Bischwiller (11.596)
- Saverne (11.201)
- Ostwald (10.761)
- Hoenheim (10.726)
- Obernai (10.471)
Weblinks
- [http://www.Bas-Rhin.pref.gouv.fr/ Präfektur des Départements Bas-Rhin (frz.)]
- [http://www.cg67.fr/ Generalrat des Départements Bas-Rhin (frz.)]
Kategorie:Französisches Département
Kategorie:Elsass
ja:バ=ラン県
Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Frankreichs
Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich
Geschichte
Nationalparks in Frankreich
Hauptartikel: Geschichte Frankreichs
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.
Politik
Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern.
Siehe auch:
Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium
Aktuelle politische Lage
Finanzministerium
Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt.
Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten.
Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen.
Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.
Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.
Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale
Administrative Gliederung
Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).
Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton
Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.
Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)
Demographie
Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %.
Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9.
Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken.
2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.
Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰.
Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.
Ethnische Gruppen
- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer
Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
- Elsässisch (Elsass)
- Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
- Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch
Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.
Religionen
Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind.
85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.
Bildungswesen
Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt.
Der Staat bietet folgende Schulformen an:
Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
- lycée
- lycée professionnel
- oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
- baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
- baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
- Normalweg: DEUG
- Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
- Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
- Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
- DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse)
Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg.
Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld
Wirtschaft
Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle.
Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen)
Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte.
Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren.
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist.
Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004).
Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.
Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)
# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte
# Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte
# PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte
# France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte
# EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte
# Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte
# Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte
# Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte
# Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte
# Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte
# Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte
# Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte
# Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte
Kultur
Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann.
Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt.
Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich
Nationalparks
Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz.
Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark
Sport
Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister.
Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris).
In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992.
Siehe auch: Skigebiete in Frankreich
Medien
Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe)
Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi
Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren.
Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.
Feiertage
Militär
Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.
Siehe auch
- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich
Literatur
- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3
Weblinks
20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat
!Frankreich
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Mittelmeer
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DépartementFrankreich ist in 100 Départements unterteilt, denen 26 Regionen (22 davon in Europa) zugeordnet sind. 96 der 100 Départements liegen auf dem europäischen Kontinent, die restlichen 4 sind Überseedépartements (Martinique, Guadeloupe, Réunion, Guyane). Jedes der vier letztgenannten bildet zugleich auch eine eigene Region.
Die meisten Départements haben eine Fläche zwischen 4.000 und 8.000 km² und eine Bevölkerung zwischen 250.000 und einer Million Einwohnern. Das flächenmäßig größte ist Gironde (10.000 km²), das kleinste Paris (105 km² - ohne Vororte, die zu anderen Départements gehören); das bevölkerungsreichste ist Nord (2.550.000), das bevölkerungsärmste Lozère (74.000).
Alle Départements sind in alphabetischer Reihenfolge durchnummeriert, wobei die Nummer gleichzeitig die letzten beiden Stellen der Kfz-Kennzeichen sowie die ersten beiden Stellen der Postleitzahl bildet.
Hier gibt es jedoch zwei Ausnahmen zu beachten. Die Region Korsika ("Corse") ist in die Départements 2A (Corse-du-sud, eigentlich 20A) und 2B (Haute-Corse, eigentlich 20B) unterteilt. Die Postleitzahl beginnt jedoch in beiden Teilen Korsikas mit 20. Auf den Kfz-Kennzeichen steht 2A bzw. 2B.
Die Übersee-Départements liegen alle auf Position 97 und unterscheiden sich in der dritten Stelle (1-4) - sowohl in Bezug auf die Postleitzahl als auch auf die Kennzeichen. Beispiel: 205 ANY 971.
Innere Organisation
Der oberste Verwaltungsbeamte eines Départements ist der von der Regierung ernannte Präfekt (frz. Préfet), der die Präfektur (frz. préfecture) leitet.
Das oberste gewählte Gremium eines Départements ist der Generalrat (frz. conseil général). Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 wurde die Stellung des Generalrates gegenüber dem Präfekten gestärkt.
Die Départements sind zu administrativen Zwecken in Arrondissements (insgesamt 342) und in Kantone (frz. canton) (2004: 4039) gegliedert. Die Arrondissments dienen der Dezentralisierung der Départementsverwaltung. In den Hauptorten von Arrondissements, die nicht zugleich Hauptort des Départements sind, hat eine Unterpräfektur (frz. sous-préfecture) ihren Sitz, die von einem Unterpräfekten (frz. sous-préfet) geleitet wird. Die Kantone dienen in erster Linie als Wahlbezirke für die Wahl der Mitglieder des Generalrates (die so genannten Kantonalwahlen). Selbstverwaltungseinheiten wie die Regionen, Départements und Gemeinden sind Arrondissements und Kantone nicht.
Die 36 679 (Stand: 2002) Gemeinden (communes), in die die Départements untergliedert sind, sind die unterste Ebene der Selbstverwaltung.
Eine Sonderstellung hat die Stadt Paris, die gleichzeitig Département und Gemeinde ist. Hier übt der Stadtrat auch die Funktion des Generalrates aus.
Listen der französischen Départements
- Liste der französischen Départements (gruppiert nach den Regionen).
- Liste der französischen Départements (nach Ordnungsnummer bzw. in alphabetischer Reihenfolge).
- Liste der französischen Départements (sortiert nach Einwohnerzahl).
- Liste der französischen Départements (sortiert nach Fläche).
Geschichte
Die Départements wurden ebenso wie die Gemeinden 1789/1790 im Laufe der Französischen Revolution eingeführt. Durch ein Gesetz vom 22. Dezember 1789 traten sie an die Stelle der historischen Provinzen, die sich in Rechtsstatus und Größe stark voneinander unterschieden hatten. Am 26. Februar 1790 wurde Frankreich in 83 ungefähr gleich große Départements aufgeteilt. Als Größe wurde dabei festgelegt, dass die Grenze von der Hauptstadt des Départements nicht weiter als einen Tagesritt zu Pferd entfernt sein dürfe. Diese Neugliederung Frankreichs in Départements trat am 4. März 1790 in Kraft.
Um den vollständigen Bruch mit der Tradition deutlich zu machen, wurden die Départements einheitlich nach den sie durchquerenden Flüssen oder nach Bergen benannt. Davon wurde nur 1860 nach der Angliederung Savoyens mit den neuen Départements Savoie und Haute-Savoie abgewichen; dies geschah wohl, weil Napoleon III. den Gebietsgewinn dauerhaft propagandistisch ausschlachten wollte. (1792 hatte Savoyen bei der ersten Annexion noch den Namen Mont-Blanc bekommen.)
Jedes Département erhielt 1790 eine Versammlung (assemblée) aus 36 gewählten Mitgliedern, die ihrerseits einen Präsidenten und ein ständiges Exekutivdirektorium (directoire exécutif permanent) wählten. Die Départements wurden ihrerseits in jeweils bis zu 9 Distrikte und die Distrikte in jeweils bis zu 9 Kantone gegliedert.
Im Jahre 1795 wurde die innere Organisation der Départements neu geordnet. Die Distrikte wurden abgeschafft, und die Verwaltung wurde zu Lasten der Gemeinden auf der Ebene der Hauptorte der Kantone konzentriert.
Durch Gesetz vom 17. Februar 1800 (bzw. 28. Pluviôse des Jahres VIII) wurde die innere Struktur der Départements erneut geändert. Die Départements wurden in Arrondissements und Kantone aufgeteilt, deren Anzahl geringer als diejenige der Distrikte bzw. Kantone von 1790 war. Es wurden die Präfekturen und Unterpräfekturen sowie die Generalräte geschaffen. Der von der Regierung ernannte Präfekt (frz. Préfet) wurde der oberste Verwaltungsbeamte eines Départements mit sehr weitgehenden Befugnissen. Diese Struktur blieb auch nach der Restauration der Bourbonen 1814/1815 bestehen.
Durch Gesetz vom 10. August 1871 wurde die Wahl der Generalräte nach allgemeinem Wahlrecht mit den Kantonen als Wahlkreisen eingeführt. Danach blieb die innere Organisation der Départements mehr als 100 Jahre lang unverändert.
Durch das Dezentralisierungsgesetz von 1982 wurden die Kompetenzen der Départements erweitert. Die Dezentralisierung übertrug zahlreiche Kompetenzen unter anderem auf den Gebieten der Städteplanung und Raumordnung, des Wohnungsbaus, der Verkehrs- und Umweltpolitik und des Sozial- und Gesundheitswesens auf die gewählten Körperschaften der Gemeinden (conseil municipal - Gemeinderat), Départements (conseil général - Generalrat) und Regionen (conseil régional - Regionalrat). Der Präfekt (vorübergehend Commissaire de la République genannt) musste große Teile seiner Befugnisse an den Präsidenten des Generalrats abgeben, dem durch Gesetz vom 2. März 1985 die Leitung der Exekutive des Départements übertragen wurde.
Neugliederungen und Umbenennungen von Départements
Die Mehrzahl der 1790 geschaffenen Départements bestehen in unveränderter Form bis heute - eine im Vergleich zu anderen Ländern bemerkenswerte territoriale Kontinuität. Eine Reihe von Départements sind jedoch im Laufe der vergangenen 200 Jahre aufgeteilt, neugeschaffen oder umbenannt worden. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bemerkt man die Tendenz zu einer politisch korrekten Benennung: fast alle Départements mit den Namenbestandteilen -Inférieur ("Nieder-", aber auch "schlecht") und Bas- ("Unter-; Nieder-") erhielten neue Namen.
- 1791: Umbenennung des Départements Mayenne-et-Loire in Maine-et-Loire.
- 1792: Aus dem von Frankreich annektierten Savoyen wird das Département Mont-Blanc (Hauptort: Chambéry) gebildet
- 1793: Umbenennung des Départements Gironde in Bec-d'Ambès (aus Anlass der Verhaftung der Girondisten).
- 1793: Teilung des Départements Corse (Korsika) (Hauptort: Bastia) zwei Départements, Golo (Hauptort: Bastia) und Liamone (Hauptort: Ajaccio).
- 1793: Teilung des Départements Rhône-et-Loire in die Départements Rhône und Loire.
- 1793: Nach der Annexion der Grafschaft Venaissin (frühere päpstliche Enklave), des Fürstentums Orange und von Avignon wird das Département Vaucluse geschaffen.
- 1793: Nach der Annexion von Nizza wird das Département Alpes-Maritimes (Hauptort: Nizza) geschaffen.
- 1795: Das Département Bec-d'Ambès erhält wieder den Namen Gironde. Das Département de Paris wird in Seine umbenannt.
- 1798: Nach der Annexion von Genf wird aus der Stadt, dem nördlichen Teil des Départements Mont-Blanc und einem Teil des Départements Ain das Département Léman (Hauptort: Genf) gebildet.
- 1808: Aus Teilen der Départements Aveyron, Haute-Garonne, Gers, Lot und Lot-et-Garonne wird das Département Tarn-et-Garonne gebildet.
- 1811: Die Départements Golo und Liamone werden wieder zum Départements Corse (Korsika) vereinigt (Hauptort jetzt: Ajaccio).
- 1814: Da Genf wieder zur Schweiz kommt, wird das Département Léman aufgelöst, und die Départements Ain und Mont-Blanc erhalten wieder die Grenzen von vor 1798.
- 1815: Da Savoyen und Nizza wieder zum Königreich Sardinien kommen, werden die Départements Mont-Blanc und Alpes-Maritimes aufgelöst.
- 1860: Nach der Abtretung von Savoyen und der Grafschaft Nizza durch das Königreich Sardinien werden die Départements Savoie, Haute-Savoie und Alpes-Maritimes neu geschaffen; zum Département Alpes-Maritimes kommt neben der vormaligen Grafschaft Nizza auch das Arrondissement Grasse, das bis dahin zum Département Var gehörte.
- 1871: Das gesamte Département Bas-Rhin, der größte Teil der Départements Haut-Rhin und Moselle sowie ein Teil des Départements Meurthe werden als Elsass-Lothringen an das Deutsche Reich abgetreten. Die bei Frankreich gebliebenen Teile der Départements Meurthe und Moselle werden zum Département Meurthe-et-Moselle vereinigt. Der bei Frankreich gebliebene Teil des Départements Haut-Rhin bildet das Territoire-de-Belfort, das den Status eines verbliebenen Arrondissements von Haut-Rhin mit einem Administrateur anstelle des Präfekten und einer Commission départementale anstelle des Generalrates hat .
- 1919: Bei der Wiedereingliederung von Elsass-Lothringen werden die Départements Bas-Rhin, Haut-Rhin (ohne das Territoire-de-Belfort) und Moselle (einschließlich des zwischenzeitlich zum Deutschen Reich gehörenden Teiles des vormaligen Départements Meurthe) neu gebildet.
- 1922: Das Territoire-de-Belfort wird ein reguläres Département.
- 1941: Umbenennung des Départements Charente-Inférieure in Charente-Maritime.
- 1946: Die Überseegebiete Guadeloupe, Französisch-Guayana (Guyane française), Martinique und Réunion werden Überseedépartements (départements d'outre-mer).
- 1955: Umbenennung des Départements Seine-Inférieure in Seine-Maritime.
- 1957: Umbenennung des Départements Loire-Inférieure in Loire-Atlantique.
- 1968 (aufgrund eines Gesetzes von 1964): Neugliederung der Départements der Île-de-France. Das Département Seine wird in vier neue Départements aufgeteilt: Paris (nur aus der Stadt Paris bestehend), Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne. Die drei letztgenannten Départements umfassen auch einige Gemeinden, die vorher zum Département Seine-et-Oise gehörten. Das Département Seine-et-Oise wird in drei neue Départements aufgeteilt: Yvelines, Essonne und Val-d'Oise.
- 1969: Umbenennung des Départements Basses-Pyrénées in Pyrénées-Atlantiques.
- 1970: Umbenennung des Départements Basses-Alpes in Alpes-de-Haute-Provence.
- 1975: Das Département Corse (Korsika) wird in die Départements Corse-du-Sud und Haute-Corse aufgeteilt.
- 1990: Umbenennung des Départements Côtes-du-Nord in Côtes-d'Armor.
Départements in vorübergehend dem französischen Staat angegliederten Gebieten
Départements zur Zeit der Revolutionskriege und in der Ära Napoleons
Côtes-d'Armor
Ab 1792, zur Zeit der Revolutionskriege und der Ära Napoleons I., wurden weite Gebiete West- und Mitteleuropas von Frankreich annektiert und nach und nach in die Departementsstruktur integriert.
Dies betraf die heutigen Benelux-Staaten, Teile Deutschlands (das gesamte linke Rheinufer und ab 1811 die Mündungsgebiete von Weser und Elbe), der Schweiz und Italiens. Auf dem Höhepunkt der französischen Eroberungen (1811) gab es 130 Departements und Städte wie Brüssel, Amsterdam, Hamburg, Aachen, Genf, Turin oder Rom waren Teil des französischen Kaiserreichs. Alle diese Gebiete gingen 1814 mit dem Sturz Napoleons wieder verloren.
Die folgende Tabelle zeigt die angegliederten Gebiete mit Jahr der Annexion und heutiger Staatszugehörigkeit.
Départements in Algerien
1848 wurde das von Frankreich annektierte Algerien in drei Départements gegeliedert; 1955 kam ein viertes hinzu. Die vier Départements wurden 1957 in 17 neue gegliedert. 1962 wurde Algerien unabhängig, bewahrte jedoch bis 1978 die unter französischer Herrschaft geschaffene Verwaltungsgliederung.
Vor 1957:
1957 bis 1962:
Départements in den ehemaligen Kolonien
Kategorie:Politik (Frankreich)
Kategorie:Verwaltung (Frankreich)
!Departement
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ko:데파르트망 (프랑스)
Region (Frankreich)
Die Regionen (frz. Régions, Sg. Région) sind die oberste Ebene der Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften) in Frankreich.
Frankreich ist in insgesamt 26 Regionen unterteilt. 22 der Regionen befinden sich in Europa. Die in Europa gelegenen Regionen bestehen jeweils aus mehreren Départements. Die Region Korsika ist eine Collectivité territoriale mit Sonderstatus.
Die 4 Regionen in Übersee (Régions d'Outre-Mer: Martinique, Guadeloupe, Réunion und Guyane française) entsprechen den vier französischen Überseedépartements (Département-d'Outre-Mer = DOM).
Institutionen
Jede Region verfügt über einen Regionalrat (Conseil Régional), der alle sechs Jahre direkt gewählt wird.
Während bei den Wahlen der Regionalräte 1986, 1992 und 1998 ein reines Verhältniswahlrecht gegolten hatte, wurde zu den Wahlen vom März 2004 ein neues Wahlverfahren eingeführt. Demnach gilt weiterhin ein Verhältniswahlrecht nach Listen, jedoch mit zwei Wahlgängen und einer Mehrheitsprämie. Wenn im ersten Wahlgang keine Liste die absolute Mehrheit der Stimmen gewonnen hat, findet ein zweiter Wahlgang statt. An diesem können nur Listen teilnehmen, die im ersten Wahlgang mehr als 10 % der Stimmen erhalten haben. Gleichzeitig erhalten alle Listen, die im ersten Wahlgang mehr als 5 % der Stimmen erhalten haben, die Möglichkeit, mit einer anderen Liste zu fusionieren. Drei Viertel der Sitze des Regionalrats werden proportional unter allen Listen verteilt, die im letzten Wahlgang mehr als 5 % der Stimmen erhalten haben. Die siegreiche Liste (mit mehr als 50 % im ersten Wahlgang bzw. der größten Stimmenzahl im zweiten Wahlgang) erhält das letzte Viertel der Sitze des Regionalrats zusätzlich.
Der Regionalrat wählt einen Präsidenten (Président) sowie mehrere Vizepräsidenten (Vice-Présidents) für verschiedene Zuständigkeitsbereiche, die die Selbstverwaltung der Region leiten.
Der von der Zentralregierung ernannte Regionalpräfekt (Préfet de Région) koordiniert die Tätigkeit der Zentralregierung in der Region. Die Funktion des Regionalpräfekten wird jeweils in Personalunion von dem Präfekten des Départements ausgeübt, in dem sich der Hauptort der Region befindet.
In den mit den Überseedépartements identischen Überseeregionen existieren jeweils nebeneinander ein Regionalrat und der Generalrat des Départements, die jeweils die den Regionen beziehungsweise den Départements zukommenden Befugnisse ausüben.
Korsika hat abweichend von den übrigen Regionen anstelle eines Regionalrats eine Territorialversammlung (Assemblée territoriale de Corse), die weiterhin nach reinem Verhältniswahlrecht gewählt wird, und einen dieser gegenüber verantwortlichen Exekutivrat (Conseil exécutif).
Geschichte
Die heutigen französischen Regionen wurden 1956 als Programmregionen (Régions de programme) zur Koordinierung der staatlichen Regionalplanung geschaffen. Ab 1960 trugen sie die Bezeichnung Circonscriptions d'action régionale. 1964 wurden für die Regionen Kommissionen für Regionale wirtschaftliche Entwicklung (Commissions de Développement Économique Régional) geschaffen.
1970 wurde Korsika, das bis dahin Teil der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur-Corse gewesen war, eine eigene Region getrennt von Provence-Alpes-Côte d'Azur.
1972 erhielten die Regionen den Status von Établissements publics unter Leitung eines Préfet de Région. Die Commissions de Développement Économique Régional wurden mit Wirkung ab 1973 in Regionalräte (Conseils Régionaux) umbenannt. Die Überseedépartements erhielten 1972 ebenfalls den Status von Regionen.
1976 wurde das Gebiet um die Hauptstadt Paris, das bis dahin die Bezeichnung Région Parisienne trug, unter dem Namen Île-de-France mit den übrigen Regionen gleichgestellt.
Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten.
Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt (in den Überseeregionen fanden die ersten Regionalwahlen schon 1983 statt). Seitdem wurden die Befugnisse der Regionen gegenüber denen der Zentralregierung schrittweise erweitert.
Korsika wurde 1982 eine Region mit Sonderstatus und hatte von diesem Jahr an eine direkt gewählte Regionalversammlung. Im Jahre 1991 wurde es eine Collectivité territoriale mit Sonderstatus.
Übersichtstabelle
1: Volkszählung von 1999, Quelle: http://www.insee.fr
2: in km2
3: Ew./km2
Siehe auch
- Liste der französischen Regionen nach Fläche
- Liste der französischen Regionen nach Einwohnerzahl
- Liste der Präsidenten der französischen Regionalräte
- Liste der Wappen und Flaggen der Regionen Frankreichs
- Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)
Kategorie:Politische Geographie
Frankreich, Regionen
ja:フランスの地域圏
ko:프랑스 레지옹
Elsass
Das Elsass bzw. Elsaß (frz. Alsace []) ist eine Region im Nordosten der Republik Frankreich. Sie grenzt im Norden und Osten an die Bundesrepublik Deutschland und im Süden an die Schweiz. Ihre Hauptstadt ist Straßburg (frz. Strasbourg).
Das Elsass besteht aus den Bezirken (frz. Départements) Unterelsass (Bas-Rhin) mit Sitz der Regionalverwaltung (frz. Präfektur) in Straßburg und Oberelsass (Haut-Rhin) mit Sitz der Regionalverwaltung in Colmar.
Geographie
Das Elsass hat eine Größe von 8.280 km². Es hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 190 Kilometern, während die West-Ost-Ausdehnung nur 50 Kilometer beträgt. Im Osten wird das Elsass durch den Rhein begrenzt, im Westen durch den Hauptkamm der Vogesen.
Die elsässische Region grenzt im Norden an Rheinland-Pfalz, im Osten an Baden-Württemberg, im Süden an die Schweizer Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn und
im Südwesten an die Freigrafschaft Franche-Comté sowie im Westen an Lothringen.
Lothringen
Im Elsass finden sich drei unterschiedliche Landschaftstypen:
- Im Osten liegt die elsässische Ebene (Plaine d’Alsace), die mit Baden den südlichen Teil des Oberrheingrabens bildet. Sie wird von der Ill durchflossen und ist von Getreideanbau geprägt. Es gibt noch große Waldgebiete wie den Hagenauer Forst im Norden und den Hardter Wald im Süden.
- Im Westen wird das Landschaftsbild von den Vogesen dominiert, die von den breiten Tälern der Illzuflüsse durchzogen sind. Hier findet man Hochweiden (Hautes Chaumes), die sich mit Wäldern abwechseln. Der Große Belchen (frz. Grand Ballon) ist der höchste Berg im Elsass.
- Die Hügel der Untervogesen verbinden die oben genannten Landschaftstypen. Typisch für dieses Piemont der Vogesen sind die elsässischen Weinberge.
Wirtschaft
Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 20.750 Euro pro Einwohner steht das Elsass an zweiter Stelle aller Regionen in Frankreich.
Das Elsass ist eine Region, in der viele Wirtschaftszweige ansässig sind:
- Weinbau (vor allem in der Gegend zwischen Schlettstadt und Colmar an der elsässischen Weinstraße). Siehe hierzu den Artikel Elsass (Weinbaugebiet).
- Hopfenanbau und Bierbrauerei; die Hälfte der französischen Bierproduktion kommt aus dem Elsass, vor allem aus der Gegend von Straßburg wie Schiltigheim und Obernai (dt. Oberehnheim). Kronenbourg wird seit 1664 in Straßburg gebraut, der Name des Biers leitet sich ab von der Kronenburg bei Marlenheim.
- Forstwirtschaft
- Automobilindustrie (Mülhausen)
- Biotechnologie im Technologiepark [http://www.alsace-biovalley.com/ Biovalley], dem in Europa führenden Zentrum dieser Art
- Tourismus
- sowie weitere Industrie- und Dienstleistungsbereiche
Das Elsass ist wirtschaftlich stark international ausgerichtet: an etwa 35% der Unternehmen im Elsass sind ausländische Firmen
aus Deutschland, der Schweiz, den USA, Japan und Skandinavien beteiligt.
Im Jahr 2002 kamen rund 38,5% der elsässischen Importe aus Deutschland. Die dortige Krise auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch auf das Elsass übertragen. Bisher von hohen Arbeitlosenzahlen verschont geblieben, hat sich dies mittlerweile geändert und die Zahlen stiegen stark (+20% zwischen März 2002 und März 2003 auf 6,8%). Verursacht wurde dies durch die wirtschaftliche Krise der Industriebetriebe, in denen 26% der Elsässer beschäftigt sind. Die elsässische Wirtschaft versucht sich daher umzuorientieren und neue Arbeitsfelder auf dem Dienstleistungssektor und in der Forschung zu erschließen.
Im Bergbau, der ein Jahrhundert lang rund 560 Millionen Tonnen Kalisalz gefördert hat, arbeiteten noch im Jahr 1950 etwa 13.000 Beschäftigte. Heute ist der Bergbau nur noch Thema eines Museums bei Wittelsheim.
Das Elsass ist eines der größten europäischen Anbaugebiete für Weißkraut, das zu Sauerkraut weiter verarbeitet wird.
Seit dem Mittelalter spielte auch der Flachsanbau und die Leinenweberei insbesondere in der Gegend um Colmar eine große Rolle. Ein typisch elsässisches Leinengewebe ist der karierte Kelsch.
Geschichte
Siehe: Hauptartikel Geschichte des Elsass
Seit dem Sieg der germanischen Franken über die germanischen Alamannen 496 n. Chr. gehörte das linke Rheinufer zwischen Basel und der Pfalz als Herzogtum zum Reich der Franken. In dieser Zeit entstand der Name Elsass, von althochdeutsch ali-saz (Fremdsitz). Straßburg war, spätestens seitdem es 614 Bischofssitz geworden war, die wichtigste Stadt der Region. Die so genannten Straßburger Eide, die Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche anlässlich der fränkischen Reichsteilung 843 zu Straßburg beschworen, sind frühe schriftliche Zeugnisse des Altfranzösischen und des Althochdeutschen. Durch den Vertrag von Mersen kam 870 das Elsass zum
ostfränkischen Reich, dem späteren Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, und wurde Teil des Stammesherzogtums Schwaben. Ursprünglich war das Elsass in zwei Grafschaften, das Nordgau und das Sundgau, geteilt, zerfiel jedoch bald in eine Vielzahl von kleinen Herrschaften, darunter neben Straßburg die zehn Reichsstädte Hagenau, Rosheim, Colmar, Schlettstadt, Weißenburg, Oberehnheim, Mülhausen, Kaisersberg, Türkheim und Münster. Neben den Städten konnten nur der Bischof von Straßburg und die Habsburger als Landgrafen des Sundgau größere Territorien bilden. Als Rudolf von Habsburg zum deutschen König gewählt wurde, war der Sundgau sein bedeutendstes Territorium.
Die französische Expansion in Richtung Rhein setzte im 14. Jahrhundert ein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste Kaiser Ferdinand III. im Westfälischen Frieden 1648 die habsburgischen Besitzungen im Elsass an Frankreich abtreten. 1678 erhielt Frankreich auch noch den Rest des Elsass außer Straßburg und Mülhausen. 1681 wurde Straßburg auf Befehl Ludwig XIV. trotzdem besetzt und musste sich ebenfalls der französischen Herrschaft beugen. Mülhausen gehörte bis 1798 als zugewandter Ort zur Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die französische Herrschaft war für das Elsass insoweit von wirtschaftlicher Hinsicht vorteilhaft, da nun die einheitliche französische Königsherrschaft an die Stelle einer Vielzahl von deutschen Kleinherrschaften trat. Die deutsche Muttersprache der Elsässer wurde in dieser Zeit nicht durch die französische Sprache bedroht. Die Bande zu Deutschland rissen daher nicht ab. Im 18. Jahrhundert studierten Herder und Goethe an der Universität Straßburg, an der nach wie vor auf Deutsch gelehrt werden durfte. Das Französische wurde dagegen insbesondere durch französische Einwanderer in der öffentlichen Verwaltung und als Sprache der städtischen Eliten gesprochen. Nach der französischen Revolution wurde im Zuge der Zentralisierung Frankreichs die Provinz Elsass aufgelöst und die beiden Bezirke Ober- und Unterrhein (Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin) gegründet. Nach dem Sieg über Napoleons Truppen wurde auf dem Wiener Kongress die Abtretung des Elsass an Deutschland erwogen. Da man sich aber nicht einigen konnte, welcher deutscher Staat diese reiche Region erhalten sollte, blieb sie schließlich 1815 bei Frankreich.
Nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-französischen Krieg 1871 wurde das Elsass und ein Teil von Lothringen im Friede von Frankfurt von Frankreich an das neu gegründete Deutsche Kaiserreich abgetreten. Da sich aber die meisten Elsässer an den Status Quo gewöhnt hatten, war die Freude über den Reichsanschluss nicht bei jedem Elsässer vorhanden. Vor allem die französischsprachige Elite (etwa 100.000) verließ danach das Land in Richtung Frankreich. Als Teil des Reichsland Elsaß-Lothringen wurde das Elsass direkt von der reichsdeutschen Zentralregierung verwaltet. 1911 erhielt es den Status eines Reichslandes. In Frankreich, das sich nach wie vor als europäische Großmacht betrachtete, entwickelte sich nach der Kriegsniederlage gegen die deutschen Staaten der Revisionismus. Die Rückgewinnung des Elsass war eines der Hauptziele französischer Außenpolitik gegenüber dem neuen deutschen Kaiserreich im Osten.
Mit der Niederlage im ersten Weltkrieg musste das Deutsche Reich das Reichsland Elsaß-Lothringen 1918 wieder an Frankreich abtreten. Eine Volksabstimmung über die staatliche Zugehörigkeit des Elsass fand trotz massiver Proteste nicht statt. Dagegen wurde die elsässische Region wieder völlig in den zentralistischen französischen Staat eingegliedert und die französische Sprache als alleinige Amts- und Schulsprache eingeführt. Man wollte eine rasche und intensive Angleichung an die Verhältnisse im übrigen Frankreich erzwingen. Als Reichsland Elsaß-Lothringen hatte das Elsass eine minimale politsche Autonomie gegenüber dem Reich besessen; in Frankreich war es dagegen direkt der Zentralregierung unterstellt. Diejenigen elsässischen Politiker, welche sich für eine Autonomie (auch) innerhalb des französischen Staates einsetzten, wurden als Landesverräter verfolgt und zum Teil zum Tode verurteilt. Die deutschen Beamten und die nach 1871 zugezogenen deutschen Bewohner des Elsass mussten das Land verlassen. Im Gegenzug kehrten zahreiche Elsässer zurück, die 1871 für Frankreich optiert hatten.
In der Zwischenkriegszeit verbesserten sich die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland wegen der Kriegsschuldfrage und den französischen Reparationsforderungen nur langsam. Im Vertrag von Locarno (1926) akzeptierte Deutschland aber schliesslich die neue Westgrenze, um einerseits die internationale Isolation zu durchbrechen und andererseits weitere französische Ansprüche in Saarland und Rheinland abzuwehren. Obwohl die Revision der Versailler Verträge eines der Hauptziele der nationalsozialistischen Diktatur war, genoss eine Rückgewinnung des Elsass in der deutschen Propaganda keinen grossen Stellenwert. Dafür war die Aufmerksamkeit von Adolf Hitler zu sehr auf die Gewinnung von "Lebensraum im Osten" ausgerichtet.
Mit Beginn des Frankreich-Feldzuges (1940) besetzte die deutsche Wehrmacht das Elsass, das nach der französischen Niederlage, ohne völkerrechtlich von Frankreich abgetrennt zu werden, einer deutschen Zivilverwaltung unterstellt und dem Gau Baden angeschlossen wurde. Wehrfähige Elsässer wurden als Volksdeutsche auch gegen ihren Willen in die Wehrmacht eingezogen. Zahlreichen Elsässern gelang es trotzdem, sich der französischen Armee und später der Résistance anzuschließen. 1945 wurde das Elsass wieder in Frankreich integriert. Das Elsässer Land wechselte in der Geschichte insgesamt sechs Mal zwischen Deutschland und Frankreich.
1973 wurde die neue Region Elsass (Région Alsace) geschaffen. 1976 erhielt das Elsass zwar seine kulturelle, allerdings keine sprachlich-kulturelle Autonomie. Nach wie vor gilt auch für die alemannischen Elsässer das Französische als alleinige Amts- und Schulsprache und die Zahl der Menschen, die heute noch das Elsässische beherrschen, ist seit Jahren rückläufig.
Das Elsass mit seiner Landeshauptstadt Straßburg ist heute Sitz des EU-Parlamentes und inzwischen zu einer bedeutenden Region in der EU und in Europa geworden. Durch das Schengener Abkommen herrscht an den Staatsgrenzen freie Fahrt.
Städte
Die größten Städte der Region (mehr als 15.000 Einwohner im Jahr 1999) sind:
- Straßburg (frz. Strasbourg) (264.115 Einwohner)
- Mülhausen (frz. Mulhouse) (110.359 Einwohner)
- Colmar (65.136 Einwohner)
- Hagenau (frz. Haguenau) (32.242 Einwohner)
- Schiltigheim (30.841 Einwohner)
- Illkirch-Grafenstaden (frz. Illkirch-Graffenstaden) (23.815 Einwohner)
- Schlettstadt (frz. Sélestat) (17.000 Einwohner)
Verkehr
Straßennetz
Die wichtigste Straßenverbindung im Elsass ist die mautfreie Autobahn A 35, sie ist die Nord-Süd-Verbindung von Lauterbourg (dt. Lauterburg) bis St. Louis (dt. Birsen) bei Basel. Südlich von Straßburg verläuft die A 35 auf einer kurzen Strecke als Nationalstraße, wobei geplant ist, diese Lücke zu schließen.
Die vielbefahrene A 4 führt von Straßburg nach Zabern (frz. Saverne) und weiter bis Paris. Sie ist ab der Mautstelle bei Hochfelden (20 km nordwestlich von Straßburg) mautpflichtig. Die A 36 führt von der deutschen A 5 vom Autobahndreieck Neuenburg aus nach Westen in Richtung Paris/Lyon und wird ab der Mautstelle bei Burnhaupt mautpflichtig.
In den 1970er und 1980er Jahren wurden die Autobahnen in Transitstrecken und in Ausfallstraßen für die großen Ballungsgebiete umgewandelt. Seitdem fließt der Durchgangsverkehr in 2 bis 3 Fahrspuren in 1 km Entfernung um Straßburg und in 1,5 km Entfernung um Mülhausen herum. Die hohe Verkehrsdichte verursacht starke Umweltbelastungen, das gilt vor allem auf der A 35 bei Straßburg mit 170.000 Fahrzeugen pro Tag (Stand: 2002). Auch der starke Stadtverkehr auf der A 36 bei Mülhausen hat regelmäßig Verkehrsbehinderungen zur Folge. Dies konnte nur vorübergehend durch den Ausbau auf drei Fahrspuren pro Richtung vermindert werden.
Um den Nord-Süd-Durchgangsverkehr aufzunehmen und Straßburg zu entlasten, plant man eine neue Autobahntrasse westlich der Stadt. Diese Trasse soll das Autobahndreieck bei Hördt im Norden mit Innenheim im Süden verbinden. Die Eröffnung ist auf Ende 2011 angesetzt. Man erwartet dann ein Verkehrsaufkommen von 41.000 Fahrzeugen pro Tag. Der Nutzen ist jedoch umstritten, nach einigen Schätzungen wird die neue Trasse nur 10% des Verkehrsaufkommens der A 35 bei Straßburg aufnehmen.
Hinzu kommt wegen der Einführung der Lkw-Maut in Deutschland 2005 eine erhebliche Zunahme des zuvor über die deutsche A 5 gefahrenen Lastverkehrs auf die parallel verlaufende und mautfreie elsässische Autobahn. Daher forderte Anfang 2005 Adrien Zeller, der Präsident der Région Alsace, die Ausweitung des deutschen Mautsystems Toll Collect auf die elsässische Strecke.
Eisenbahnnetz
Da die Vogesen nur über die Zaberner Steige, die Burgundische Pforte und einige weniger zugängliche Pässe überwindbar sind, gibt es verschiedene Projekte, das Elsass besser an den Rest Frankreichs anzuschließen:
- Der TGV Ost von Paris nach Straßburg; (im Bau, Fertigstellung gegen 2007)
- Der TGV Rhein-Rhône von Dijon nach Mülhausen (Baubeginn ab 2006)
- Eine Verbindung mit dem deutschen ICE über Kehl
- Die Stadtbahn von Mülhausen, die bereits in Bau ist, und von Straßburg(2011)
Der Vogesentunnel von Sainte-Marie-aux-Mines (Markirch) nach Saint-Dié-des-Vosges (dt. St. Didel) war bis 1973 ein Eisenbahntunnel. Seit 1976 ist er als Mautstrecke dem Straßenverkehr vorbehalten. Der Tunnel ist von 2004 bis 2007 zur Erweiterung der Sicherheitsvorrichtungen gesperrt.
Wasserstraßen
In den elsässischen Häfen werden über 15 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Drei Viertel davon entfallen auf Straßburg, das den zweitgrößten Binnenhafen Frankreichs hat. Die Erweiterung des Rhein-Rhône-Kanals, der die Rhône und damit das Mittelmeer mit dem mitteleuropäischen Flussnetz (Rhein) und damit der Nordsee und der Ostsee verbindet, wurde 1998 wegen der Kosten und der Zerstörung der Landschaft, vor allem im Tal des Doubs, eingestellt.
Flugverkehr
Es gibt im Elsass zwei internationale Flughäfen:
- Der Aéroport International Strasbourg bei Entzheim im Südwesten von Straßburg
- Der Flughafen Basel-Mülhausen-Freiburg (EuroAirport Bâle-Mulhouse-Fribourg) zwischen Mülhausen und Basel
Beide Flughäfen hatten zusammen 1998 ein Aufkommen von 5.155.380 Passagieren.
Sprache der Elsässer
Seit der alemannischen und fränkischen Besiedelung im frühen Mittelalter wurde im Elsass mehrheitlich Elsässerdeutsch gesprochen. Dieser
alemannische Dialekt weist – wie jeder deutsche Dialekt – große regionale Unterschiede auf, insbesonders zwischen Nord (Straßburg) und Süd (Mülhausen).
Nach der Eroberung des Elsass durch französische Truppen 1639 blieb deutsch oder der elsässische Dialekt bis zur Zeit der Französischen Revolution die beherrschende Sprache. Nach der Französischen Revolution änderte sich die Sprachpolitik des französischen Staates, der danach für Frankreich die sprachliche Einheit propagierte. So drang die französische Sprache insbesondere in Straßburg sowie in bürgerlichen Kreisen der anderen Städte vor. Auf dem Land dagegen konnten die Maßnahmen der französischen Staatsmacht den Dialekt nicht grundlegend ändern. Hier breiteten sich allenfalls französische Wörter aus, die jedoch in den meisten Fällen der angestammten alemannischen Grammatik und Betonung unterworfen wurden.
Mit dem Anschluss des Elsass an das Deutsche Reich 1871 wurde Deutsch wieder als Amtssprache eingeführt. Die Sprachenfrage wurde in einem Gesetz vom März 1872 zunächst so geregelt, dass grundsätzlich die amtliche Geschäftssprache deutsch war, jedoch in den Landesteilen mit überwiegend französisch sprechender Bevölkerung den öffentlichen Bekanntmachungen und Erlassen eine französische Übersetzung beigefügt werden sollte. In einem weiteren Gesetz von 1873 wurde für die Bezirksverwaltungen von Lothringen und die Kreisverwaltungen derjenigen Kreise, in denen die französische Sprache ganz oder teilweise Volkssprache war, der Gebrauch des Französischen als Geschäftssprache zugelassen.
In einem Gesetz über das Unterrichtswesen von 1873 wurde geregelt, dass in den Gebieten mit Deutsch als Volkssprache diese auch ausschließliche Schulsprache war, während in den Gebieten mit überwiegend französisch sprechender Bevölkerung der Unterricht ausschließlich in französischer Sprache gehalten wurde.
Als das Elsass 1918 wieder an Frankreich fiel, betrieb der französische Staat eine sehr restriktive Sprachpolitik. In Schule und Verwaltung war ausschließlich die französische Sprache zugelassen, zeitweise wurde bei Strafe verboten, Elsässisch zu sprechen. Ziel dieser Politik war, den elsässischen Dialekt (ebenso wie die anderen Minderheitensprachen in Frankreich wie Bretonisch, Korsisch oder Okzitanisch) systematisch durch die französische Hochsprache zu verdrängen. Als Folge dieser Politik ist Elsässerdeutsch heute vom Aussterben bedroht.
In den Schulen wird die Hochdeutsche Schriftsprache überwiegend als eine Fremdsprache unterrichtet, ansonsten Französisch. In bilingualen Schulen wird der Unterricht allerdings in Hochdeutsch gehalten. Im September 2003 besuchten 13.000 Kinder im Elsass diese bilinguale Schulform. Die Mehrheit der älteren deutschen Generation spricht umgangssprachlich weiterhin ihre elsässische Mundart; die jüngeren Generationen, insbesondere in den größeren Städten, sprechen vorwiegend Französisch, was aber auch auf eine stärkere Durchmischung der Bevölkerung und intensivere Kontakte zu anderen französischen Zentren zurückzuführen sein dürfte.
Nach Angaben des in Straßburg ansässigen „Amts für Sprache und Kultur im Elsass“ (Office pour la Langue et Culture d’Alsace – OLCA) sprechen noch 600.000 Menschen elsässisch. Vor allem im ländlichen Raum, in Dörfern und kleineren Städten, leistet die regionale Sprachkultur noch Widerstand gegen das Verschwinden dieser deutschen Mundart. Unter dem Motto "E Friehjohr fer unseri Sproch" finden sich seit 2001 Theater- und Musikgruppen, Mundartdichter, Heimatvereine und Sprachpfleger zusammen, um Werbung für den Erhalt des Elsässischen zu machen. Zudem subventioniert der Regionalrat Kurse in Elsässerditsch.
Intellektuelle, etwa Liedermacher und Dichter (z. B. André Weckmann) beschreiben die Tragödie des langsamen Aussterbens des elsässischen Dialekts (siehe auch dort).
Kulinarische Spezialitäten
- Tarte flambée (Flammkuchen)
- Gugelhupf (schwerer Hefe-Napfkuchen)
- Tarte aux pommes (Elsässer Apfelkuchen)
- Bretele (Butterplätzchen mit Zimt und Nüssen)
- Mignardises (süße Törtchen)
- Friands (süße Teigpasteten)
- Crémant (elsässischer Sekt)
- Baeckeoffe (= "Bäckerofen", Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln und Zwiebeln, das elsässische Hauptgericht)
- Galettes de pommes de terre (kleine Kartoffelpfannkuchen)
- Choucroute (Sauerkraut)
- Quiche Lorraine
- Coq au vin (unter Verwendung von Elsässer Riesling)
- Foie gras (Paté aus der Leber gestopfter Gänse oder Enten)
- Munster (intensiv schmeckender, cremiger Käse mit rötlicher Kruste)
Siehe auch
- Liste der Präsidenten des Regionalrates des Elsass seit 1986
- Liste deutsch-französischer Ortsnamen im Elsass
Zeitungen, Zeitschriften, Periodika
- [http://www.dna.fr/ Dernières Nouvelles d'Alsace/Tageszeitung (französisch) Online-Ausgabe]
- [http://www.dna.fr/bilingue/ DNA (deutsch, bilingual)]
- [http://www.dna.fr/france/ DNA, Frankreich-Ausgabe (französisch)]
- [http://www.dna.fr/monde/ DNA, internationale Ausgabe (französisch)]
- [http://www.lalsace.fr/ L'Alsace/Tageszeitung (französisch) Online-Ausgabe]
Literatur
- Haeberlin, Marc (2004): Elsass, meine große Liebe. Orselina: La Tavola, 279 S., zahlr. Farbfotos ISBN 3-9099-0908-6 [http://www.bad-bad.de/buecher/haeberlin.htm - Rezension] über das "Schlaraffia" Elsass
- Ungerer, Tomi (2004): Elsass. Das offene Herz Europas. Straßburg: Édition La Nuée Bleue / DNA, 48 S., 40 farb. Abb. ISBN 2-7165-0618-3
- (2001): Das Elsass. Ein literarischer Reisebegleiter. Frankfurt a.M.: Insel Verlag, 251 S., mehr. Abb. ISBN 3-4583-4446-2 - Impressionen von fünfzig Schriftsteller/-innen aus fünf Jahrhunderten über das Elsass
- Vogler, Bernard und Lersch, Hermann (2000): Das Elsass. Morstadt: Éditions Ouest-France, 127 S., 240 meist farb. Abb. ISBN 3-8857-1260-1 [http://www.perlentaucher.de/buch/5241.html - Rezension]
- Schreiber, Hermann (1996): Das Elsass und seine Geschichte, eine Kulturlandschaft im Spannungsfeld zweier Völker. Augsburg: Weltbild, 358 S., Ill. (vergriffen)
- Faber, Gustav (1989): Elsass. München: Artemis-Cicerone Kunst- und Reiseführer (vergriffen)
- Mehling, Marianne (Hrsg.): Knaurs Kulturführer in Farbe Elsass. München: Droemer Knaur, 1984, 259 S., überw. Ill. (vergriffen)
Weblinks
- [http://www.unibas.ch/schulen/wgym/projekte/regio/geschichte/geschichteelsass.html Geschichte des Elsass in 17 Stichpunkten]
- [http://www.visit-alsace.com/librairie/index_de.html Geschichte des Elsass mit kurzen Artikeln] von visit-alsace.com
- [http://www.bad-bad.de/elsass/ausfl.htm Museen und Ausflugsziele im Elsass]
- [http://www.bad-bad.de/elsass/goethe.htm auf den Spuren Goethes im Elsass]
- [http://www.literaturreisen.com/literaturreisen/strassburg_sturm_drang.html auf den Spuren der Stürmer und Dränger durchs Elsass]
- [http://www.promsundgau.com Promsundgau]: Sundgau ist eine Region im Süden von Elsass
- [http://www.alsace-route-des-vins.com/NewVersion/index.cfm/Language/De.cfm die elsässische Weinstrasse im Detail]
- [http://www.sdv.fr/judaisme/synagog/index.htm elsässische Synagogen]
- [http://www.friehjohr.olcalsace.org/ „E Friehjohr fer unseri Sproch - Un printemps pour notre langue“]: Initiative zur Erhaltung der Zweisprachigkeit im Elsass
- [http://www.pwgester.de/starter/elsas.html Elsass-Portale und weitere Literaturempfehlungen]
- [http://www.alsace-passion.com/deut/index_de.htm Um die Dörfer und Städte des Elsass zu besichtigen]
Kategorie:Elsass
Elsass
Kategorie:Historische Landschaft
als:Elsass
ja:アルザス地域圏
ms:Alsace
Rhein
Der Rhein (bündnerromanisch: Rein, französisch: Rhin und niederländisch: Rijn) ist eine der am stärksten befahrenen und bedeutendsten Wasserstraßen Europas. Er hat eine Gesamtlänge von ungefähr 1.320 km von der Quelle bis zur Mündung, davon 833 km schiffbar. Sein Einzugsgebiet beträgt 252.000 km².
Name
Der Name Rhein (beziehungsweise Rhen oder roain) ist keltischen Ursprungs und bedeutet in etwa fließen bzw. großes fließendes Wasser (vgl. altgriechisch rhein: „fließen“, spanisch río: „Fluss“). Die Römer nannten den Fluss Rhenus.
Schifffahrt
Römer]]
Seit jener Zeit ist der Rhein bereits eine bedeutende Wasser- und Handelsstraße in Europa und heute für Schwergütertransporte, zum Beispiel Containerschiffe, der bevorzugte Transportweg. Mit der Rheinschiffahrtsakte vom 31. März 1831 (Mainzer Akte) wurde die Schifffahrt vereinfacht und mit der Mannheimer Akte vom 17. Oktober 1868 unter anderem von Gebühren und Abgaben freigestellt, die sich lediglich auf die Tatsache der Beschiffung gründen. Es wurde festgelegt, dass alle Signatarstaaten – und dazu zählten alle Rheinanrainer – dieselben Gesetze und dieselben Zulassungskriterien für Transportmittel anwenden, und dass die Befahrbarkeit des Rheins von Basel flussabwärts sichergestellt werden muss. Wer beispielsweise ein neues Elektrizitätswerk plant, muss eine kostenlose Umfahrungsmöglichkeit bereitstellen. Der Rhein ist heute auf Grund der baulichen Maßnahmen von Rheinfelden bis Rotterdam durchgängig schiffbar.
Rheinstrom-Kilometrierung
Die Rheinstrom-Kilometrierung, nach der sich die Schifffahrt sowie alle Behörden richten, beginnt mit einem Nullpunkt auf der Mitte der Rheinbrücke in Konstanz, an der der Rhein den Bodensee verlässt (Bei seiner Passage durch die Stadt Konstanz wird der kurze Rheinabschnitt zwischen dem Bodensee und Untersee der Seerhein genannt). Bis zu seiner Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland (NL) beträgt die Länge des Rheins 1.320,8 km.
An beiden Ufern sind auf großen Tafeln die Rheinstrom-Kilometer angeschlagen.
Auch in den nachfolgenden Abschnittsüberschriften sind die Rheinstrom-Kilometer angegeben.
Flusslauf
Hoek van Holland
Hoek van Holland
Hoek van Holland
Seine beiden Hauptquellflüsse, der Vorderrhein und der Hinterrhein entspringen im Westen des Kantons Graubünden in den zentralen Schweizer Alpen, der Vorderrhein beim Oberalppass (Surselva), der Hinterrhein am Rheinwaldhorn. Insgesamt tragen 13 Quellflüsse den Namen Rhein in ihrem Namen. Nach der Vereinigung bei Reichenau fließt er nordwärts als Alpenrhein und mündet westlich von Hard in den Bodensee. Die Rheinstrecke bei Konstanz, die die Bodenseeteile Obersee und Untersee verbindet, wird als Seerhein bezeichnet. Vom Ausgang des Untersees bei Stein am Rhein bis Basel trägt er die Bezeichnung Hochrhein, weiter bis Bingen Oberrhein. Danach geht er in den Mittelrhein und ab Bonn in den Niederrhein über. Kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze beginnt das große Rheindelta. Hier gabelt sich der Rhein in zwei Hauptflussarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen, um nach Durchfließen des Hafens von Rotterdam bei Hoek van Holland in die Nordsee zu münden.
Bis zum Tertiär floss der Rhein ab Basel im Bett der Saône und Rhône ins Mittelmeer, da ihm durch den Isteiner Klotz der Weg in Richtung Norden versperrt war.
Vorder-, Hinter- und Alpenrhein
Von der Quelle bis zum Bodensee
Isteiner Klotz]
Isteiner Klotz
Isteiner Klotz
Der Vorderrhein entsteht aus mehreren Quellflüssen nahe dem Oberalppass im Gotthard-Massiv. Der Lag da Toma ist die Quelle des Vorderrheins und gilt unter den verschiedenen Quellflüssen als offizielle Rheinquelle. Erste Stadt am Vorderrhein ist Ilanz. Der Hinterrhein entspringt dem Paradiesgletscher am Rheinwaldhorn in der Nähe des San Bernardino-Passes. Bei Reichenau vereinigen sie sich zum Alpenrhein. Dieser beschreibt bei Chur einen markanten Knick nach Norden und bildet dort streckenweise, d. h. auf ca. 25 Kilometern, die Grenze zu Liechtenstein. Seit der Kanalisierung und Begradigung seines Wasserlaufs mündet er als „Neuer Rhein“ bei Hard in Österreich in den Bodensee. Der ursprüngliche „Alte Rhein“ mündet auch heute noch an der schweiz-österreichischen Grenze bei Altenrhein.
Dieser alte Rhein ist aus Richtung Bodensee etwa zwei Kilometer schiffbar bis etwa in Höhe des Schweizer Ortes Rheineck.
Das Stück Land zwischen den beiden Rheinmündungen, das die 3 österreichischen Ortschaften Gaißau, Höchst und Fußach umfasst, wird als Rheindelta bezeichnet und ist ein Naturschutz- und Vogelschutzgebiet.
Die Rheinregulierung mit dem oberen Rheindurchstich bei Diepoldsau und dem unteren Rheindurchstich bei Fußach wurde durchgeführt, um die fortwährenden Überschwemmungen in Kombination mit starken Sedimentierungen im westlichen Rheindelta zu verringern. Inzwischen steht fest, dass der Rhein trotzdem sehr große Mengen an Ablagerungen in den Bodensee hineinträgt und in Folge dessen ein permanenter Kiesabbau mit Schwimmbaggern nötig ist.
Rheindelta]
Im Bodensee selbst vermischt sich das kalte, meist graue Gebirgswasser des Neuen Rheins nur wenig mit dem eher warmen, grünlichen Wasser des Sees. Der Strom fließt also ein gewisses Stück oberflächlich im freien Wasser, bevor er abrupt in die Tiefen des Sees abtaucht, um dann vor der Insel Lindau entlang des nördlichen Seeufers bis etwa Hagnau am Bodensee und weiter nach Konstanz abzubiegen.
Hochrhein
Vom Bodensee bis Basel, km 0–150
Nach dem Verlassen des Bodensee-Obers | | |