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Baselstab

Baselstab

Bedeutung

Als Baselstab wird der Hirtenstab, bzw. Bischofsstab im Wappen von Dörfern und Städten in der Region Basel bezeichnet. So ist der Bischofsstab des Fürstbischofs zu Basel im Wappen der Stadt Basel und der Kanton Basel-Stadt und Basel-Landschaft zu finden. Dabei ist der Baselstab von Basel-Stadt schwarz und derjenige von Baselland rot. Der Stab ist eine historische Kuriosität: Bis zur Reformation war der Sitz des Bischofs von Basel tatsächlich in Basel (Bistum Basel), dann einige Zeit in Pruntrut und seit dem 19. Jahrhundert ist der offizielle Sitz des Bischofs von Basel in Solothurn. Das Bistum heisst aber immer noch Basel - und Stadt und Halbkantone haben, trotz ihres reformierten Bekenntnisses, den Bischofsstab im Wappen behalten.

Verwendung

In folgenden Kantons-Wappen findet man den Baselstab:
- Basel-Landschaft
- Basel-Stadt
- Jura In folgenden Orts-Wappen findet man den Baselstab (Liste nicht vollständig):
- Basel
- Bättwil
- Bärschwil
- Delémont
- Grellingen
- Hochwald
- Lajoux
- Laufen
- Liestal
- Mervelier
- Reinach
- Röschenz
- Wahlen
- Efringen Kirchen, D Kategorie:Basel Kategorie:Basel Kategorie:Jura (Kanton)

Hirtenstab

Der Krummstab (auch: Abtstab, Baculus pastoralis, Bischofsstab, Hirtenstab, Pastoralstab und Pedum oder Virga) gehört zu den Pontifikalien und besteht aus einem Schaft und der an seinem oberen Ende anschließenden Krümme. Die Krümme besteht aus vergoldetem Silber oder Kupfer und ist oft künstlerisch gestaltet; der etwa 1,5 Meter lange Schaft besteht meist aus Holz.

Herkunft und Geschichte

Ein ähnlicher Stab zählte bereits zu den Insignien der Pharaonen und römischen Auguren, die u. a. das Geschick aus dem Vogelflug deuteten. Älteste Darstellungen zeigen den ägyptischen Gott Osiris, der als Hirte der Seelenherden mit dem Hirtenstab abgebildet wurde. Der Stab gilt als Zeichen der Autorität. Seine Herkunft wird von dem italisch-etruskischen Hirtenstab abgeleitet. Kaiser Konstantin erteilte im 4. Jahrhundert den Bischöfen durch das privilegium fori die Erlaubnis einen als Zeichen geistlicher und weltlicher Rechtsprechung einen dem Augurenstab ähnlichen Stab zu tragen. Zu den ersten Erwähnungen zählt der Hirtenstab, den der Erzbischof von Canterbury dem Abt Theodor von Canterbury verlieh. Erstmals bezeugt wurde der Amtsstab um das Jahr 600 bei der Weihe des Heiligen Kolumban. Der eigentliche Krummstab verbreitete sich in seinem Gebrauch vor allem bei kirchlichen Würdenträgern im 7. Jahrhundert in Spanien und Frankreich, außerhalb der Liturgie als Symbol der Gerichtsbarkeit.

Ring und Stab - Investiturstreit

Die Frage, wem das Recht zustand, Prälaten Ring und Stab zu verleihen, prägte den Investiturstreit. Im Wormser Konkordat akzeptierte Kaiser Heinrich V. den Anspruch des Papstes auf das Recht der Investitur und verzichtete auf die Investitur mit Ring und Stab. Im Gegenzug räumte Papst Kalixt II. ein, dass die Wahl der deutschen Bischöfe und Äbte in Gegenwart kaiserlicher Abgeordneten verhandelt, der Gewählte aber mit den Regalien, die mit seinem geistlichen Amt verbundenen waren, vom Kaiser durch das Zepter belehnt werden solle. Kaiser Lothar III. räumte zudem der Kirche das Recht ein, zuerst Ring und Stab zu verleihen, wodurch der Einfluss des Kaisers auf die Einsetzung von Bischöfen praktisch verloren ging.

Heutiger Gebrauch

Heute ist er in der Katholischen Kirche Würdenträgern mit eigenem Jurisdiktionsbereich vorbehalten. Dazu gehören insbesondere Bischöfe und Äbte, seltener auch andere Prälaten. Der Papst trägt keinen Krummstab, sondern einen Kreuzstab, die Ferula. Auch die Bischöfe der anglikanischen Kirche und einiger lutherischer Kirchen außerhalb Deutschlands gebrauchen einen Bischofsstab.

Heraldik

lutherisch lutherisch In der Heraldik findet der Krummstab in zweierlei Weise Verwendung:
- Der Stab kann auf dem Wappenschild selbst als Gemeine Figur verwendet werden; hier bezeichnet er dann oft den (ehemaligen) Herrschaftsbereich eines Bischofs oder Prälaten, z.B. ein Hochstift. Bekanntes Beispiel ist das Baselstab.
- Traditionell schmückten Mitra und Krummstab (bei Fürstbischöfen auch das Schwert) als Schildzier das Wappen von Bischöfen und Äbten. Diese Verwendung wurde 1969 von Papst Paul VI. abgeschaftt.

Unterm Krummstab ist gut leben

Das Sprichwort Unterm Krummstab ist gut leben entstand, weil in den geistlichen Territorien die bäuerlichen Untertanen in der Regel mehr Rechtssicherheit und bessere Lebensbedingungen hatten; so gab es hier keine Großgrundbesitzer und keine Leibeigenschaft. Siehe auch: Baselstab

Literatur


- F. FOCKE, Szepter und Krummstab, Festschrift für A. Fuchs, Paderborn 1950
- R. BAUERREIS, Abtstab u. Bischofsstab, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens 68, 1957.

Weblinks


- [http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_a_1.html Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann] Kategorie:Insigne Kategorie:Religiöse Kleidung Kategorie:Bischof Kategorie:Heraldik

Basel

Basel (franz. Bâle, ital. Basilea) ist eine Stadt in der Schweiz am Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich. Sie bildet zusammen mit den Gemeinden Riehen und Bettingen den Halbkanton Basel-Stadt. Basel wird unterteilt in Kleinbasel auf der rechten und Grossbasel mit dem Münsterhügel auf der linken Rheinseite. In die Stadt eingegliedert ist das frühere Fischerdorf Kleinhüningen. Das eigentliche Zentrum Basels ist die Altstadt in Grossbasel rund um den Marktplatz und das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert. Mit ihren engen Strassen und Gassen lädt die Altstadt auf beiden Seiten der Mittleren Rheinbrücke zum Flanieren ein. In die vom Autoverkehr befreite Innenstadt gelangen die Besucher mit dem Tram. Basel ist nach Zürich und Genf die drittgrösste Stadt der Schweiz und Zentrum der Chemie- und Pharmaindustrie. Sie bildet einen Eisenbahnknotenpunkt mit einem der grössten Rangierbahnhöfe Europas im benachbarten Muttenz. Mit den Frachthäfen der Region Basel, den einzigen der Schweiz, besteht über den Rhein eine Verbindung zur Nordsee. Der Flughafen Basel Mulhouse Freiburg wird gemeinsam mit den französischen Nachbarn betrieben. Er liegt auf französischem Territorium, ist jedoch durch eine exterritoriale Strasse von der Schweiz aus erreichbar. Innerhalb des Flughafen-Areals verläuft daher eine Zollgrenze. Basel wird manchmal als deutschsprachiger Teil der Romandie bezeichnet. Wie diese ist Basel eher liberal und europafreundlich, währenddessen der Rest der Deutschschweiz eher konservativ und europakritisch eingestellt ist. Entsprechend auch das Motto von Basel Tourismus: "Basel tickt anders".

Wappen

Basel Tourismus Das Wappen der Stadt Basel sowie des Halbkantons Basel-Stadt ist ein nach links (heraldisch rechts) gerichteter schwarzer Krummstab auf weissem Feld, Baselstab genannt. Drei Querbalken unterbrechen diesen Stab, der nach unten breiter wird und in drei Zacken ausläuft. Das Sinnbild des Baselstabs ist der gekrümmte Hirtenstab der Bischöfe. Wappenschildhalter sind Löwen, wilde Männer, Engel und seit dem 15. Jahrhundert auch Basilisken - das sind Drachen mit einem Hahnenkopf und einem Schlangenschwanz.

Geographie

Lage

Die im äussersten Nordwesten gelegene und gleichzeitig drittgrösste Stadt der Schweiz liegt zu beiden Seiten des Rheins. Dieser macht zwischen den Vorhöhen des Schwarzwaldes und des Schweizer Jura eine 90°-Biegung, die man Rheinknie nennt. An dieser Stelle endet der Rheinabschnitt Hochrhein und es beginnt der Oberrhein. Am höher gelegenen südlichen Rheinufer fliesst die Birs in den Rhein und bildet die Grenze zum Kanton Basel-Landschaft. Auf dem flacheren nördlichen Ufer dehnen sich grosse Industriegebiete aus. Dank dieser Lage wurde Basel schon früh zum Knotenpunkt wichtiger Verkehrswege und damit ein bedeutender Handelsplatz. Die Stadt zählt deshalb zu den am dichtesten besiedelten Gebieten Europas und verfügt dennoch über 320 ha Grünfläche und 71 ha Wald. Die Stadt Basel und die zwei Landgemeinden Riehen und Bettingen weisen einschliesslich ihrer Wasserflächen 3694 ha auf und sind damit der flächenmässig kleinste Schweizer Kanton. Dennoch sind innerhalb dieses verhältnismässig kleinen Landstücks beträchtliche Höhenunterschiede vorhanden. Den tiefsten Punkt im Kanton Basel-Stadt misst man am Rheinhafen in Kleinhüningen mit 245 m, der Münsterplatz im Zentrum liegt 270 m über dem Meeresspiegel und die höchste Erhebung liegt oberhalb Bettingen bei St. Chrischona mit 522 m. Dort befindet sich auch der Fernsehturm St. Chrischona, das höchste Gebäude der Schweiz.
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Blick vom Basler Münster auf Kleinbasel und das Rheinknie. In der Mitte erkennt man den Messeturm.

Klima

Die Stadt Basel hat durch die von der Burgundischen Pforte einströmende mediterrane Luft ein äusserst mildes und sonniges Klima. Im Jahresdurchschnitt liegt die Temperatur bei 9,4° C. Pro Jahr misst man 785 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Im Winter liegt Basel meist nur unter einen dünnen Schneedecke. Durchschnittlich liegt in Basel an 30 Tagen im Jahr Schnee. Die Winde sind relativ schwach und wehen bei gutem Wetter von Osten, bei schlechtem von Westen.

Quartiere

Die Stadt Basel kennt keine Bezirke oder Stadtteile, sondern gliedert sich nach Wohnvierteln, den sogenannten Quartieren. Es gibt insgesamt 19 dieser Quartiere, die sich links und rechts des Rheins verteilen.
- Die linksrheinischen Quartiere: Altstadt (Grossbasel), Vorstädte, Am Ring, Breite, St. Alban, Gundeldingen, Bruderholz, Bachletten, Gotthelf, Iselin, St. Johann.
- Die rechtsrheinischen Quartiere: Altstadt (Kleinbasel), Clara, Wettstein, Hirzbrunnen, Rosental, Matthäus, Klybeck und seit 1893 Kleinhüningen. Die zwei Landgemeinden Riehen und Bettingen gehören nicht dem Stadtgebiet Basels an. Bettingen

Bevölkerung


- Einwohner:
  - Stadtgemeinde Basel: 166'000 Einwohner (2004)
  - Trinationale Agglomeration Basel (TAB, mit Frankreich und Deutschland): rund 731'000 Einwohner (2004; Quelle: TAB)
  - Kanton Basel-Stadt: 188'000 Einwohner (2004)
- Auto-Kennzeichen (Kanton Basel-Stadt): BS

Wirtschaftsleben

Trinationale Agglomeration Basel Basel kommt aufgrund seiner zentralen Lage in Mitteleuropa eine besonders wichtige und bevorzugte handelgeografische Bedeutung zu. Der Lebens- und Wirtschaftsraum am Dreiländereck umfasst über 2,3 Millionen Einwohner und über 1 Million Erwerbstätige (Stand 2001). Basel ist Standort und teilweise Hauptsitz vieler chemischer Betriebe. Zusammen mit den Fabriken im benachbarten Schweizerhalle stellt Basel 20% des Schweizer Exports und erwirtschaftet ein Drittel des Sozialproduktes. Neben der Chemie sind ebenfalls die Industriezweige der Maschinen- und Metallproduktion, Textilien und der Nahrungs- und Genussmittel angesiedelt. Die jahrhunderte lange Tradition im Buchdruck und in der Papierherstellung hat dazu geführt, dass mehrere Verlage in Basel beheimatet sind. Seit 1917 hat sich aus der Schweizer Mustermesse, einer nationalen Leistungsschau, ein europaweit bedeutender Messestandort entwickelt. Die Messe Basel trägt jedes Jahr zahlreiche Fachmessen und Kongresse aus, unter anderem die "Art Basel", die weltweit wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst und die BASELWORLD, die weltweit grösste Uhren- und Schmuckmesse. Ebenfalls traditionell begründet ist die starke Bedeutung Basels als Kapital- und Bankenzentrum. Seit dem späten Mittelalter war Basel ein bedeutender Bankenplatz. Neben vielen Banken und Versicherungen hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hier ihren Sitz. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat in Basel eine Niederlassung.

In Basel ansässige Unternehmen

Die folgenden bedeutenden Unternehmen haben ihren Sitz in Basel:
- Novartis AG (vorm. Ciba-Geigy AG und Sandoz AG)
- Roche Holding AG (F. Hoffmann-La Roche & Co. AG)
- Die Stadt ist Hauptsitz der UBS AG, einer Schweizer Grossbank.
- Die SWISS International Air Lines AG (vorm. Crossair)
- Die mch Messe Schweiz AG, mit den weltbekannten Messen Art Basel (Kunst) und Baselworld (Uhren und Schmuck)
- Der deutsche Bayer-Konzern errichtet seine Europazentrale der rezeptfreien Medikamente nach der Übernahme der Roche-Consumer Health (RCH) ab 2005 in Basel.

Verlagswesen und Medien

Die Gründung der Universität Basel im Jahr 1460 brachte der Stadt und auch dem Druckgewerbe und Verlagswesen grossen Aufschwung. Zu den Papiermachern kamen über 50 Drucker, darunter so berühmte wie Petri, Amerbach und Froben. 1468 erschien eine lateinische Bibel, welche mit beweglichen Lettern von Bertold Ruppel gesetzt wurde. 1488 gründete Petri seinen Verlag, der heute das älteste bestehende Druck- und Verlagshaus ist (heute: Schwabe & Co.). Mit dem berühmtesten aller Basler Drucker, Johann Froben, wurde nach 1500 Basel zum führenden Verlags- und Druckort Europas. Heute zählt Basel über 15 Buchverlage, darunter beispielsweise der namhafte Birkhäuser Verlag. Medien der Stadt Basel Die Basler Zeitung (baz) ist die grösste Tageszeitung der Nordwestschweiz. Daneben gibt es die kleinere Basellandschaftliche Zeitung, die in Liestal erscheint. Regionale Nachrichten erscheinen auch in den Gratiszeitungen 20 Minuten und Baslerstab. Neben der Sendung Regionaljournal des Radiosenders DRS gibt es in der Region Basel eigene Radiosender wie Radio Basilisk, Radio Basel 1 und Radio X Basel. Ausserdem bedienen die Fernsehsender Telebasel und NW1 die Stadt und die Nordwestschweiz mit eigenen Programmen, die aber auf zahlreiche Wiederholungen angelegt sind.

Verkehr

Rheinschifffahrt und Rheinhafen Basel

NW1 Seit dem Mittelalter ist Basel ein bedeutender Handels- und Umschlagplatz für den Warenverkehr zwischen dem Mittelmeer und der Nordsee. Die Fahrt auf dem Rhein zwischen Basel und Rotterdam beträgt 832 km und dauert für heutige Motorschiffe bergab zwischen 3 und 4 Tagen, bergauf etwa eine Woche. Die Fahrt zwischen Basel und Strassburg wird durch den Rheinseitenkanal erleichtert. Durch diesen Kanal umgehen die Schiffe die gefährlichen Stromschnellen von Istein. Die Mannheimer Akte aus dem Jahr 1868 gewährleistet der Schweiz die vollen Verkehrsrechte. Der Rhein gilt bis zur Mittleren Rheinbrücke in Basel als Internationales Gewässer. Rund 15% des gesamten schweizerischen Exports werden in den Rheinhäfen umgeschlagen, das sind jährlich etwa 9 Millionen Tonnen. Basel besitzt insgesamt vier Häfen, zwei davon liegen auf dem Stadtgebiet von Basel (Rheinhafen Kleinhünigen und St. Johann). An den vier Häfen sind beide Kantone Basel-Stadt und Basel-Land beteiligt. #Der rechtsrheinische Rheinhafen Kleinhüningen #Der linksrheinische Rheinhafen St. Johann ist der älteste von allen vieren. #Der linksrheinische Hafen Birsfelden #Der linksrheinische Auhafen Muttenz Siehe auch: Rheinhäfen beider Basel

Eisenbahn und Luftfahrt

Auf dem Stadtgebiet befinden sich drei Fern-Bahnhöfe. Der Bahnhof Basel SBB (Centralbahnhof) mit den nationalen Linien nach Zürich, Bern/ Luzern und Delémont und den internationalen Linien (Deutschland/ Italien). Zum selben Gebäudekomplex gehört auch der Französische Bahnhof Basel SNCF (Elsässerbahnhof) mit den Linien nach Mulhouse - Paris/ Brüssel. Der Badische Bahnhof (Basel Bad Bf) befindet sich im Norden der Stadt und wird von der Deutschen Bahn betrieben. Hier halten sämtliche Züge von und nach Deutschland, hier beginnt auch die Hochrheinstrecke in Richtung Waldshut und die mittlerweile durch die Schweizerische Bundesbahnen bediente Wiesentalbahn nach Zell im Wiesental. Daneben existieren die beiden Regionalbahnhöfe St. Johann (an der Bahnlinie Basel SNCF-St. Louis) und St. Jakob (an der Linie Basel SBB-Muttenz, wobei diese Station normalerweise nur von Extrazügen während Veranstaltungen im Stadion St. Jakob-Park bedient wird). Der internationale Flughafen EuroAirport befindet sich nordwestlich der Stadt in Frankreich; es führt eine exterritoriale Strasse von Basel aus zum Flughafen. Es ist der weltweit einzige binationale Flughafen (betrieben von Basel und Mulhouse, mitbenutzt von Freiburg im Breisgau).

Automobil

Die Stadt Basel ist Knotenpunkt wichtiger Strassenverbindungen nach Deutschland und Frankreich. Aus Luzern bzw. Zürich verbindet die A2 bzw. die A3 die deutsche A 5 Richtung Karlsruhe und die französische A 35 Richtung Mulhouse. Fünf Strassen- und eine Eisenbahnbrücke verbinden die beiden Teile Basels über den Rhein. In Flussrichtung sind das die Schwarzwaldbrücke (Autobahn- und Eisenbahnbrücke), die Wettsteinbrücke, die Mittlere Rheinbrücke, die Johanniterbrücke sowie die doppelstöckige Dreirosenbrücke. Siehe auch: Basler Brücken Insbesondere in Grossbasel durchziehen drei Strassenzüge in konzentrischer Ringform das Stadtgebiet. Viele Strassen in den Quartieren sind im rechtwinkligen Karomuster angeordnet. Der Stadtkern ist weitestgehend als Fussgängerzone vom Autoverkehr befreit.

Nahverkehr - Tram/Bus

Basel ist im Tarifverbund Nordwestschweiz und wird im Nahverkehr durch die Basler Verkehrsbetriebe und den Baselland Transport erschlossen. Eingesetzt werden Trams und Busse. Zur Zeit findet eine Kontroverse über die Abschaffung der Trolleybusse statt; die BVB plant, diese abzuschaffen und sie durch Erdgasbusse zu ersetzen. Eine Volksinitiative wurde eingereicht, sodass in nächster Zeit das Stimmvolk darüber befinden kann. Das Nahverkehrssystem im Baseler Stadtgebiet ist gut konzipiert, die Tramlinien verkehren im Fünf- bis Zehnminutentakt.

Bildung

Basel ist eine humanistisch geprägte Universitätsstadt. Bedeutende Angebote für die höhere Ausbildung:
- Die Universität Basel mit 8720 Studierenden und Doktorierenden (WS 03/04) in verschiedenen Fakultäten (Rechtswissenschaften, Medizin, Geisteswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften, Psychologie). Weitherum bekannt ist unter anderem das Biozentrum der Universität Basel.
- Die Fachhochschule beider Basel mit etwa 2500 Studierenden (Departemente: Industrie, Bau, Wirtschaft, Gestaltung und Kunst)
- Die Hochschule für Pädagogik und Soziale Arbeit beider Basel (HPSA-BB)
- Die Musik-Akademie mit etwa 10'000 Unterrichteten, davon über 400 in der Musikhochschule (2000/2001)
- Die Volkshochschule (Erwachsenenbildung)

Kunst und Kultur

Basel geniesst den Ruf, eine Stadt der Musik und der Museen zu sein. Paul Sacher gründete bereits in den 1930er Jahren die Schola Cantorum Basiliensis, was zum Zentrum der Erforschung und Pflege alter Musik wurde. Das Angebot an Konzerten ist überaus reichhaltig und hochstehend. Die Knabenkantorei Basel (KKB) gilt als bester Knabenchor der Schweiz. Das Musical Theater Basel an der Messe bietet regelmässig Vorführungen an und gilt als eine der modernsten Bühnen Europas. Basel hat viele kleinere und grössere Kinos im gesamten Stadtgebiet verteilt. Die grösste Ansammlung an Kinos findet sich entlang der Steinenvorstadt an der Heuwaage. Viele der Filme werden im Originalton mit Untertitel gezeigt. Über 30 Museen prägen das Kulturleben in Basel. In Basel findet jährlich eine der weltweit bedeutendsten Kunstmessen, die Art Basel, statt.

Archäologie

Die [http://www.archaeobasel.ch/index.php Archäologische Bodenforschung] ist eine kantonale Fachstelle, die sich um das archäologische Erbe des Kantons bemüht. Lebensumstände und Stadtentwicklung

Architektur

Für besondere Verdienste um den Ortsbildschutz erhielt Basel vom Schweizer Heimatschutz im Jahre 1996 den Wakkerpreis. Auf dem Münsterberg erhebt sich das 1019 von den Stiftern Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde geweihte Basler Münster als Denkmal romanischer und gotischer Baukunst in rotem Sandstein. Basel beherbergt viele interessante architektonische Preziosen. Nebst Zeugnissen der frühen Moderne mit Bauten von Karl Moser (Betonkirche St. Antonius 1925-27), Hans Bernoulli, Hannes Meyer oder Hans Schmid, sind in den 80er und 90er Jahren Bauten der Basler Büros Herzog & de Meuron, Diener und Diener oder Morger und Degelo dazugekommen. Auch international bekannte Architekten wie Renzo Piano oder Donald Judd haben in Basel gebaut. Der 105 Meter hohe Messeturm mit 31 Etagen ist das höchste Nutzgebäude der Schweiz. Er wurde von der Architektengemeinschaft Morger & Degelo konzipiert und zwischen Juli 2001 und Oktober 2003 erbaut. Die Grundstückfläche beträgt rund 1230 Quadratmeter Das Gesamtgewicht beträgt circa 50'000 Tonnen. Das höchste Gebäude der Schweiz ist der 250 Meter hohe Fernsehturm auf St. Chrischona bei Basel.

Museen

Basel gilt als eine der europaweit bedeutendsten Museumsstädte. Das Kunstmuseum Basel ragt dabei als die älteste städtische Kunstsammlung der Welt überhaupt heraus. Schwerpunkte des Museums liegen bei Künstlern der Renaissance sowie des 19. und 20. Jahrhunderts. Werke ab etwa 1960 werden im Museum für Gegenwartskunst ausgestellt. Weitere bedeutende Kunstsammlungen sind unter anderem das Tinguely-Museum Basel und die private Fondation Beyeler, die in einem von Renzo Piano entworfenen Haus Bilder und Plastiken vor allem der klassischen Moderne zeigt. Das Schaulager wurde 2003 eröffnet und ist vom Konzept her eine Mischung zwischen öffentlichem Museum, Konservatorium und Kunstforschungsinstitut. Sehenswert sind auch die anderen Museen, wie etwa das Antikenmuseum, das Architekturmuseum, das Naturhistorische Museum und das Museum für Völkerkunde. Daneben gibt es eine Vielzahl kleinerer Sammlungen und Museen, wie beispielsweise die Anatomische Sammlung der Universität, die im Anatomischen Museum zu sehen ist, das Pharmaziehistorische Museum, das Jüdische Museum (Kornhausgasse) oder das Spielzeugmuseum sowie das Puppenmuseum am Barfüsserplatz. Auf deutscher Seite in Weil am Rhein unweit der Grenze befindet sich ausserdem das von Frank O. Gehry entworfene Vitra Design Museum. Tipp für alle Baselbesucher: Städtische Museen gewähren am ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Siehe auch: Die Liste der Basler Museen

Theater und Musik

Basel hat eine Fülle musikalischer Angebote wie kaum eine andere Stadt in der Schweiz. Das Sinfonieorchester Basel gehört zu den renommierteren Orchestern Europas. Daneben haben sich in jüngster Zeit einige spezialisierte Orchester einen Namen gemacht wie Capricio, und das Ensemble Phoenix oder das Kammerorchester Basel[http://www.kammerorchesterbasel.com/], das mit Christopher Hogwood einen reputierten ersten Gastdirigenten hat. Auch die vielen Chöre stehen für eine herausragende Chorkultur in Basel. Bekannt sind vor allem der Basler Gesangsverein und die Knabenkantorei Basel (KKB). Alle drei Jahre findet das Europäischen Jugendchorfestival (EJCF) statt. Als gösstes Mehrspartentheater der deutschsprachigen Theaterlandschaft tat sich das Theater Basel mit vielbeachteten modernen Schauspiel-Inszenierungen, mit Tanztheater, Opernaufführungen und -uraufführungen hervor (Macbeth, Zauberflöte, La Traviata). Basel verfügt über eine Musikakademie mit weltbekannten Unterabteilungen wie Schola Cantorum Basiliensis und Musikhochschule. Auch die Paul-Sacher-Stiftung hat ihren Sitz in Basel. Die Basler Musikszene bringt immer wieder national und international bekannte Bands hervor, z. B. Lovebugs, Cloudride, oder The Glue. Seit 2001 ist das jährliche Festival Imagine fester Bestandteil der regionalen Musikszene, wie auch im Sommer das Stimmenfestival.

Basler Fasnacht

Stimmenfestival Siehe Hauptartikel: Basler Fasnacht Basel ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt für seine Fasnacht. Beginn und zugleich Höhepunkt der Basler Fasnacht ist der Morgestraich, der in der Nacht von Sonntag auf Montag nach Aschermittwoch um vier Uhr beginnt. Aktive beim Morgestraich sind ausschliesslich Trommler, Pfeifer (Piccoloflötenspieler), sowie Vorträbler. Ganz wichtig sind die hell erleuchteten Laternen, die die aktiven Fasnächtler auf ihrem Kopf tragen. Jede Clique (Fasnachtsgesellschaft) hat zudem eine grosse Laterne mit dabei, auf der das Sujet (das Thema), das während der Fasnacht ausgespielt wird, auf künstlerische Art und Weise abgehandelt wird. Die Laternen erzeugen eine ganz spezielle Atmosphäre, da in der Innenstadt während dieser Zeit kein anderes Licht brennt. Blitzfotografie ist ebenfalls unerwünscht. Zur Fasnacht gehören auch die kabarettistischen Schnitzelbänke in Baseldeutscher Sprache. Traditionelle Speise zur Fasnacht ist die Mehlsuppe und die Zwiebelwähe. Nach 72 Stunden endet die Basler Fasnacht am Donnerstag Morgen um vier Uhr.

Gastgewerbe

Basel hat eine Vielzahl geschichtsträchtiger Gastbetriebe und Hotels. Das Hotel Drei Könige, im Grossbasel neben der Mittleren Brücke, ist eines der ältesten verbrieften Hotels Europas, in dem schon zahlreiche Persönlichkeiten der Geschichte abgestiegen sind. Weitere bekannte Lokale sind das Restaurant Atlantis am Klosterberg, die Hasenburg und das Gifthüttli in der Grossbasler Altstadt.

Sport


- Basel war einer von sechs Spielorten der Fussball-Weltmeisterschaft 1954.
- Hier fand die 5. Gymnaestrada 1969 statt.
- Die St. Jakobshalle war 1986 einer der Austragungsorte der Handball-Weltmeisterschaft und ist 2006 einer von fünf Austragungsorten der Handball-Europameisterschaft.
- Das Stadion St. Jakob Park ist einer von acht Austragungsorten der Fussball-Europameisterschaft 2008.
- Basel ist Schauplatz der Swiss Indoors (Tennis).
- Der Ski-Club Basel ist der älteste Skiclub der Schweiz.
- In Basel wurde die UEFA gegründet.
- Basel ist Sitz der International Handball Federation.
- FC Basel: 11x Schweizer Meister im Fussball.
- Herausragende Sportler aus Basel sind oder waren:
  - Murat und Hakan Yakin, Fussballer
  - Marco Streller, Fussballer
  - Alexander Frei, Fussballer
  - Karl Odermatt, ehem. Fussballer
  - Gottfried Dienst, ehem. Fussballschiedsrichter
  - Emil Handschin, ehem. Eishockeyspieler
  - Roger Federer, Tennisspieler
  - Patty Schnyder, Tennisspielerin
  - Gianna Hablützel, Fechterin

Geschichte

Gianna Hablützel] Gianna Hablützel
- ab 500 v. Chr. - Die Kelten lassen sich am Rheinknie nieder
- 44 v. Chr. - Gründung von Augusta Raurica (Kaiseraugst) rund 10 Kilometer rheinaufwärts durch die Römer. Bau eines Kastells auf dem Münsterhügel
- 374 - Der Ortsname Basilia wird erstmals urkundlich erwähnt
- um 450 - Zusammenbruch des Römischen Reiches, die Alemannen siedeln sich in Basel an
- Ende des 5. Jahrhunderts - Basel fällt an die Franken
- 740 - Basel wird Bischofsstadt
- 912 - Basel gehört zu Burgund
- 917 - Zerstörung der Stadt durch die Ungarn
- 1000 - Basel ist freie Reichsstadt
- 1019 - Beginn des Münsterbaus durch Kaiser Heinrich II.
- 1032 - Basel gehört zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation
- 1080 - Bau der ersten Stadtmauer (weitere folgen ca. 1230 und im 14. Jh.
- 1225-1226 - Bau der ersten Basler Rheinbrücke durch den Bischof Heinrich von Thun und Gründung der Stadt Kleinbasel zur Brückensicherung
- 1291 - Gründung der Eidgenossenschaft
- 1348 - die Hälfte der Bevölkerung stirbt während einer Pestepidemie
- 1356 - Basler Erdbeben, das bis heute schwerste Erdbeben Mitteleuropas
- 1392 - Die Bürgerschaft von Grossbasel erwirbt von Bischof Friedrich von Blankenheim die Stadt Kleinbasel für 29.800 Gulden
- 1397 - Juden werden aus der Stadt verbannt
- 14. Jahrhundert - die Stadt befreit sich von der bischöflichen Herrschaft, behält aber den Bischofsstab als Baselstab im Wappen
- 1431-1449 - Konzil von Basel (1439 Wahl von Gegenpapst Felix V.)
- um 1433 Beginn der Papierfabrikation in Basel
- 1440 - Der Basilisk wird zum Wappenhalter des Basler Stadtwappens
- 1444 - Schlacht bei St. Jakob - die Eidgenossen unterliegen dem französisch-österreichischen Heer
- 1460 - Stiftung der Universität durch Papst Pius II., Basel hat damit die älteste Universität der Schweiz; Einführung des Buchdrucks; Neben dem Humanisten Erasmus von Rotterdam weilen auch Paracelsus und Hans Holbein der Jüngere in Basel
- 1471 - Kaiser Friedrich III. verleiht der Stadt das Messeprivileg
- 1499 - Schwaben- bzw. Schweizerkrieg; Basel löst sich vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und wendet sich der Eidgenossenschaft zu
- 1500 - der Bau des Münsters ist vollendet
- 1501 - 13. Juli Basel tritt als 11. Ort der Eidgenossenschaft bei; Bau des Rathauses
- 1529 - Übertritt Basels zur Reformation nach einem Zunftaufstand
- 1543 - in Basel erscheint das erste komplette Lehrbuch der menschlichen Anatomie De Humanis Corporis Fabrica (Über den Bau des menschlichen Körpers) von Andreas Vesalius (1514 - 1564)
- 1563-1564 - Pest, "Grosser Sterbendt" (ca. 4'000 Tote auf 12'000 Einwohner)
- 1576-1578 - Pest, (ca. 800 Tote)
- 1582-1583 - Pest, (ca. 1'200 Tote)
- 1589 - Gründung des Gymnasiums oder der lateinischen Stadtschule (heute: Gymnasium am Münsterplatz
- 1593-1594 - Pest, (ca. 900 Tote)
- 1609-1611 - grosse Pestepidemie, (ca. 3'600 Tote)
- 1662 - Ankauf der Amerbachschen Kunstkabinetts, Grundstock des heutigen Kunstmuseums
- 1758 - Gründung des Handelshauses Johann Rudolf Geigy
- 1795 - der Frieden von Basel beendet den Krieg zwischen Frankreich, Spanien und Preussen
- 1815 - der Wiener Kongress anerkennt die ewige bewaffnete Neutralität der Schweiz; der Jura wechselt vom Basler Bischof zum Kanton Bern
- 1833 - Landgemeinden wehren sich gegen die Dominanz der Stadt und konstituieren sich als eigener Halbkanton Baselland
- 1844 - Erster Bahnverkehr in der Schweiz in Basel
- 1849 - Bau der Museen an der Augustinergasse
- 1860 - die Stadtmauern werden geschleift; nur einige der grösseren Tore wie das Spalentor bleiben erhalten
- 1897 - 26. - 29. August Theodor Herzl organisiert den 1. Zionistischen Weltkongress in Basel. Auf dem Kongress wurde die "Schaffung einer öffentlich und gesetzlich gesicherten Heimat für das jüdische Volk in Palästina" beschlossen. Zu diesem Zweck wurde ein Fonds und eine jüdische Bank gegründet. (siehe auch: [http://www.lgd.de/projekt/judentum/herzl.htm])
- 1901 - Renovation und Neuanbau des Rathauses
- 1953 - Einweihung des ersten binationalen Flughafens der Welt: Basel-Mülhausen
- 1960 - Basel feiert seine zweitausendjährige Stadtgeschichte
- 1963 - Gründung der Regio Basiliensis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
- 1966 - Frauen erhalten das kantonale Stimmrecht
- 1969 - die Wiedervereinigung von Basel-Stadt und Baselland scheitert am Nein der Stimmberechtigten in Baselland
- 1986 - Chemieunglück am 1. November bei Schweizerhalle
- 1989 - Das Basler Übereinkommen zur Kontrolle der grenzüberschreitenden Abfallwirtschaft wird in Basel zur Unterschriftreife gebracht.
- 1993 - der Flughafen Basel-Mulhouse wird zum trinationalen Flughafen Basel Mulhouse Freiburg
- 1990er - Fusion von Sandoz und Ciba-Geigy zu Novartis, sowie des Schweizerischen Bankvereins (SBV) und der Schweizerischen Bankgesellschaft zur UBS; die Biotechnologie hält Einzug
- 2001 - Basel-Stadt und Baselland feiern 500 Jahre Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft
- 2004 - Basel wird rotgrün. Erstmals seit 1950 gibt es wieder eine linke Regierungsmehrheit.

Persönlichkeiten


- Lucius Munatius Plancus (87 v. Chr.-15 v. Chr.), legendärer Stadtgründer
- Burkhard von Fenis (um 1040-1107), Bischof von Basel
- Konrad von Würzburg (zwischen 1220 und 30-1287), einer der zwölf Meister des Meistersanges
- Johann Froben (um 1460-1527), Buchdrucker und Verleger
- Hans Holbein der Ältere (1465-1524), Maler
- Erasmus von Rotterdam (1469-1536), Humanist
- Pamphilus Gengenbach, (um 1480-1524/25), Buchdrucker und Schriftsteller
- Johannes Oekolampad (1482-1531), Reformator von Basel
- Paracelsus (1493-1541), Naturforscher und Philosoph, 1527-1528 Stadtarzt in Basel
- Hans Holbein der Jüngere (1497-1543), Maler
- Theodor Zwinger (1533-1588), Gelehrter, Kritiker von Paracelsus, in Basel geboren und Mitglied der medizinischen Fakultät in Basel
- Caspar Bauhin (1560-1624), Botaniker und Universitätsprofessor, siehe auch die Familie Bauhin.
- Felix Platter (1536-1617), Arzt und Schriftsteller
- Thomas Platter (1574-1628), Arzt und Schriftsteller
- Johann Rudolf Wettstein (1594-1666), Basler Bürgermeister, verhandelte 1648 beim Westfälischen Frieden für die Eidgenossenschaft
- Johann Bernoulli (1667-1748), Mathematiker (Bruder von Jakob Bernoulli und Vater von Daniel Bernoulli)
- Jakob Bernoulli (1654-1705), Mathematiker und Physiker
- Daniel Bernoulli (1700-1782), Mathematiker, lehrte an der Universität Basel
- Leonhard Euler (1707-1783), Mathematiker
- Jacob Burckhardt, Philosoph, Mathematiker und Historiker, lehrte an der Universität Basel
- Peter Ochs, arbeitete 1798 an der helvetischen Verfassung mit
- Christoph Merian, Grossgrundbesitzer und Initiant der Christoph Merian Stiftung
- Arnold Böcklin (1827-1901), Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer, geboren in Basel
- Friedrich Nietzsche (1844-1900) deutscher Philosoph, lehrte von 1869 bis 1879 an der Universität Basel
- Heinrich Altherr (1878-1947), Maler
- Karl Barth (1886-1968), Theologe
- Paul Sacher (1906-1999), Dirigent und Kulturmäzen
- Alfred Rasser (1907-1977), Kabarettist und Schauspieler
- Max Kämpf, (1912-1982), Künstler, Maler und Zeichner
- Arthur Cohn (
- 1927), Filmproduzent und Gewinner von 6 Oscars
- Hans Rémond (
- 1932), Künstler
- Urs Widmer (
- 1938), Schriftsteller
- Beat Raaflaub (
- 1946), Dirigent
- -minu (
- 1947), Kolumnist
- Michael Koch (
- 1982), Schauspieler Siehe auch: Basler Persönlichkeiten, Söhne und Töchter von Basel

Siehe auch


- Baseldeutsch
- Basler Läckerli
- Basler Dybli
- Universität Basel

Weblinks


- [http://www.basel.ch/ Offizielle Website der Stadt Basel]
- [http://www.geo-bs.ch/stadtplan_stadtplan_karte.cfm?&Zoom=2000 Interaktiver Stadtplan von Basel]
- [http://www.mybasel.ch/ My Basel - Umfangreiche und aktuelle Stadtinformationen]
- [http://www.museenbasel.ch/ Museen - Museen und Ausstellungen in Basel und Umgebung]
- [http://www.baseltourismus.ch/ Basel Tourismus - Offizielle Website von Basel Tourismus]
- [http://www.altbasel.ch/ Website über die Geschichte Basels]
- [http://www.faehri.ch/ Website der vier Basler Rheinfähren, einzigartige Tourismusattraktion der Stadt] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Basel-Stadt Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Hauptort eines Kantons (Schweiz) Kategorie:Reichsstadt als:Basel ja:バーゼル

Fürstbistum Basel

Das römisch-katholische Bistum Basel (lat. Dioecesis Basileensis) trägt aus historischen Gründen diesen Namen, obwohl die Stadt Basel seit der Reformation reformiert ist. Bis zur Reformation residierte der Bischof von Basel tatsächlich in Basel. 1528 wurde Pruntrut im Jura Sitz des Bischofs. Seit 1828 ist die Stadt Solothurn offizieller Amtssitz des Bischofs von Basel und die barocke Kathedrale St. Urs und Viktor in Solothurn Hauptkirche des Bistums. Von 999 bis 1802 war der Bischof von Basel Fürstbischof, d. h. Bischof und zugleich Fürst des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und als solcher weltlicher Landesherr im heutigen Kanton Jura, im Berner Jura, im Birseck und im Laufental. Heute gehören zum Bistum Basel die Regionen Aargau, Baselland, Basel-Stadt, Bern deutschsprachig links der Aare (der deutschsprachige Kanton Bern rechts der Aare gehört zum Bistum Lausanne, Bern französischsprachig, Jura, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, und Zug.

Geschichte

Ursprung

Das Bistum Basel geht in seinen Anfängen auf ein Bistum mit Sitz im Römer Kastell in Augst zurück, dessen erster Bischof, Justinianus, als Teilnehmer an den Konzilen von Sardica 343 und Köln 346 feststeht. Wie die Ausgrabungen des Fundaments einer spätantiken Kirche in Kaiseraugst zeigt, müssen bereits zuvor in dieser Gegend christliche Gemeinden bestanden haben. Um 400 wird dann bereits Basilia als Bischofssitz erwähnt und er befand sich wegen der Alemanneneinfälle zu jener Zeit auf dem besser geschützten Basler Münsterhügel. Als erster Bischof zu Basel wird der heilige Pantalus erwähnt. Aber noch 618 trägt ein gewisser Ragnacher aus dem Kloster Luxeuil den Titel eines Bischofs von Basel und Augst. Unter der Herrschaft des Frankenkönigs Pippin III. († 768) beginnt mit Bischof Walaus endlich eine lückenlos überlieferte Bischofsreihe in Basel. Zur Zeit Karls des Grossen erfährt Basel unter seinem Bischof Haito einen ersten Höhepunkt. Haito war, wie Walaus, zugleich Abt des Klosters Reichenau und daneben Vertrauter und Berater des Kaisers, für welchen er 811 als Gesandter nach Byzanz reiste.

Fürstbistum Basel

Im Mittelalter gelangte der Bischof von Basel, wie andere wichtige Bischöfe auch, zu weltlicher Macht und wurde Fürst-Bischof. Sein Mittelpunkt war die Stadt Basel mit dem Münster und den Domherrenhäuser. Die Entwicklung zum Fürstbischof nahm 999 mit den Schenkungen der altehrwürdigen Benediktinerabtei Moutier-Grandval, des Stifts St. Ursanne und des Münstertales im Jura durch den kinderlosen König Rudolf III. von Burgund ihren Anfang. Hinzu kamen später als Zugänge zur Hauensteinstrasse das Sisgau und das Buchsgau sowie, ausserhalb der Diözese gelegen, Gebiete am Bielersee, die Herrschaft Pruntrut, die Landvogtei Schliengen mit Istein und Kleinbasel. Die grösste Ausdehnung hatte die weltliche Herrschaft unter Bischof Burkard (1072-1107), welcher in der Gunst Kaiser Heinrichs IV. stand und ihn im Investiturstreit unterstützte indem er ihn nach Canossa begleitete. Doch langsam setzte bei den verstreuten und verschiedenartigen weltlichen Besitztümern und Rechten nach einer längeren Zeit der Stagnation ein Abbau ein, indem der Bischof den mit Erfolg ihre Herrschaft ausbauenden Habsburgern, dann aber auch der mit Beharrlichkeit ihre Autonomie anstrebenden Bürgerschaft von Basel immer stärkeren Einfluss zugestehen musste. Die ehemals bischöflichen Städte Breisach, Neuenburg am Rhein und Rheinfelden wurden eine Beute der Habsburger und fielen zurück ans Reich. Auch im Elsass und in Basel selbst machte sich von der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts an der habsburgische Einfluss in starkem Masse geltend und von da an richtete der Bischof seine Territorialpolitik konsequenterweise auf den Jura aus. 1527 verlegte der Bischof seine Residenz von der Stadt Basel ins fürstbischöfliche Schloss zu Pruntrut, das Domkapitel blieb hingegen bis 1529 weiterhin in der Stadt.

Reformation und Exil in Freiburg im Breisgau

Am 9. Februar 1529, einem Fasnachtsdienstag, stürmten die Reformierten in das Basler Münster und zerstörten seine Ausstattung weitgehend. Unermessliche sakrale Kunstschätze des mittelalterlichen Basel gingen dabei verloren. Durch glückliche Umstände blieb der berühmte Basler Münsterschatz vollständig erhalten. Am 12. Mai siedelten die Domherren und Kapläne, welche nicht zur Reformation wechselten oder auf ihre Nebenpfründen zogen, nach Freiburg im Breisgau um. Am 28. August 1529 schloss das Domkapitel mit der Stadt Freiburg einen Vertrag über die rechtlichen und steuerlichen Belange, den Erwerb von Häusern, Kapitel- und Amtshaus, sowie über die Benützung des Münsters. Damit war Basel nicht mehr der Sitz des Bischofs und auch nicht mehr des Domkapitels und wurde es auch nie wieder. Verwaltungssitz des Domkapitels war ab 1587 der Stürtzelsche Hof, heute Basler Hof genannt. Das weltliche Fürstbistum war nicht deckungsgleich mit dem geistlichen Bistum.

Weltliche Ausdehnung

Das weltliche Fürstbistum erstreckte sich über die Jurakette vom Bielersee bis zur Burgundischen Pforte und in die Oberrheinische Tiefebene. Es war sprachlich zweigeteilt, die Mehrheit sprach französisch, deutschsprachig waren nur die Ämter Zwingen, Pfäffingen, Birseck, Biel, die rechtsrheinischen deutschen Gebiete und der fürstliche Hof in Pruntrut. Nicht weniger kompliziert war die konfessionelle Situation, der Süden war reformiert, der Norden und die deutschen Ämter katholisch. Besonders verwirrlich präsentierte sich die staatsrechtliche Situation, gehörte doch der Norden zum Heiligen Römischen Reich und bildete mit dem württembergischen Mömpelgard (Montbéliard) eine Reichsexklave zwischen Frankreich und der Schweiz. Die südlichen Ämter dagegen waren mit verschiedenen schweizerischen Orten verburgrechtet. So war die Stadt Biel mit Bern, Freiburg und Solothurn eng verbunden und zugleich ein eigener Zugewandter Ort der Eidgenossenschaft. Der Fürstbischof war nur noch nominelles Stadtoberhaupt. Das Städtchen La Neuveville und die Propstei Moutier-Garndval waren mit Bern verburgrechtet, die Prämonstratenserabtei Bellelay und das Chorherrenstift Moutier mit Sitz in Delsberg waren mit Solothurn verbündet. Die Fürstbischöfe ihrerseits waren zeitweise mit den sieben katholischen Orten verbündet. 1579 schloss Fürstbischof Jakob Christoph Blarer von Wartensee das erste Bündnis und versuchte erfolglos, als 14. Stand in den eidgenössischen Bund aufgenommen zu werden.

Geistliche Ausdehnung

Das geistliche Bistum, die Diözese, hatte eine grössere Ausdehnung als das weltliche Bistum und erstreckte sich weit über das Fürstbistum hinaus, umfasste es doch auch Teile des Elsass, das österreichische Fricktal und grosse Teile des Kantons Solothurn. Der grösste Teil des Fürstbistum gehörte zwar kirchlich zur eigenen Diözese, die Ajoie aber mit dem Sitz des Fürstbischofs im Schloss zu Pruntrut unterstand dem Erzbischof von Besançon und der Bischof musste für alle kirchlichen Amtshandlungen in seiner Residenzstadt zuerst die Bewilligung des zuständigen Diözesenbischofs einholen. Erst 1779 wurde im Rahmen eines Gebietsabtausches die Ajoie kirchlich zum Bistum Basel geschlagen. Der Süden, südlich des Pierre-Pertuis, war Teil der Diözese Lausanne und die rechtsrheinischen Gebiete mit der Vogtei Schliengen gehörte zum Bistum Konstanz.

Domkapitel in Arlesheim

Im Vorfeld des Holländischen Krieges zwischen dem französischen König Louis XIV. und dem deutschen Kaiser Leopold I., als Verbündeter der Holländer, sah sich das Kapitel vor wachsenden Schwierigkeiten gestellt, befand es sich in Freiburg genau zwischen den beiden Fronten. Durch die Deutschen wurden 1670 die Einkünfte gekürzt und im 1672 im Basler Hof Militärpersonen einquartiert und die Franzosen konfiszierten 1675 die Haupteinkünfte des Kapitels im Elsass und im Susgau. Als dann die Franzosen im November 1677 die Stadt Freiburg eingenommen hatten, anerkannten sie das Domkapitel nicht als neutrale, dem Bistum Basel angehörende Körperschaft und behielten ihre Einkünfte so lange zurück, bis diese das Domkapitel Freiburg verlassen und sich im Bistum Basel niedergelassen hatten. Im Frieden von Nimwegen am 1. November 1678 wurde den Domherren endlich der freie Abzug gewährt. Auf Aufforderung des Bischofs in Pruntrut zog sich das Kapitel noch im selben Jahr nach Arlesheim, das als neue Residenz vorgesehen war, zurück. Am 5. Dezember 1678 traf der Weihbischof und zwischen dem 18. und 19. Dezember die übrigen Domherren im damals kleinen Bauerndorf Arlesheim ein. Unter dem Bischof Johann Konrad von Roggenbach wurde dann "die Erbauung einer Kirche, Kapitelhaus für Geschäfte und Akten und Häuser für die Domkapitulare" beschlossen. Im 1681 konnte der Arlesheimer Dom geweiht und die Domherrenhäuser bezogen werden.

Französische Revolution und Niedergang des Fürstbistum

Mit dem Ausbruch der französischen Revolution brauten sich dunkle Gewitterwolken über dem Fürstbistum zusammen. Wegen seiner exponierten Lage bekam das Fürstbistum die Auswirkungen des Umbruchs in Frankreich sofort zu spüren. Als 1789 die französische Nationalversammlung alle Feudalrechte aufhob, verloren der Fürstbischof und das Domkapitel sämtliche Einkünfte aus dem Elsass. 1790 wurde darauf das Elsass kirchlich von der Diözese Basel abgetrennt und dem neuen konstitutionellen Bistum Colmar unterstellt. Damit verlor der Fürstbischof den grössten Teil seiner Diözese und seiner Einkünfte. 1790 bildeten sich im Fürstbistum erste revolutionäre Klubs und es brachen Unruhen aus. Kaiser Leopold II. bewilligte dem bedrängten Fürstbischof österreichische Truppen, die in den folgenden Wochen vom Breisgau her über Basler Gebiet in Pruntrut einmarschierten und den Aufstand niederschlugen. Am 20. April 1792 erklärte Frankreich dem österreichischen Kaiser den Krieg und französische Truppen marschierten sofort ins Reichsgebiet des Fürstbistums ein. In der Nacht vom 27. auf den 28. April verliess der Fürstbischof und sein Hof Pruntrut und flohen zunächst nach Biel. Von hier aus versuchte er den Einschluss des gesamten Fürstbistums in die helvetische Neutralität zu erreichen, dies gelang ihm aber nur bedingt mit dem südlichen Teil des Fürstbistums, da besonders Zürich und Basel (Reformiert) keine Risiken eingehen und Frankreich herausfordern wollten. Nach dem Tuileriensturm im August 1792 radikalisierte sich die Stimmung und im November proklamierten die einheimischen Revolutionäre mit französischer Rückendeckung die Absetzung des Fürstbischofs und riefen die Raurachische Republik aus. Damit hatte der Bischof den Norden seines Landes verloren und er floh nach Konstanz unter kaiserlichen Schutz und setzte für die Verwaltung der südlichen Ämter einen Regentschaftsrat in Pieterlen bei Biel ein, welcher die Verwaltung in den südlichen, schweizerischen Gebieten des Fürstbistums bis 1797 weiterführen konnte. Das Domkapitel in Arlesheim verhielt sich ruhig, um die Aufmerksamkeit Frankreichs nicht auf sich zu ziehen, doch am 23. November 1792 rückten französische Truppen in das Dorf ein und das Kapitel brachte sein Archiv und den Domschatz nach Basel in Sicherheit. Sofort baten die Domherren in den beiden Kantonen Bern und Basel um militärischen Schutz, doch diese waren nicht gewillt, wegen des Basler Domkapitels einen Konflikt mit Frankreich zu riskieren. Am 9. Dezember wurden die Domherren von den Franzosen unter Hausarrest gestellt, doch mit Duldung des französischen Kommandanten in Arlesheim, konnte sich ein Domherr nach dem anderen in den nahegelegenen neutralen Kanton Solothurn absetzte. In einer Sitzung in Konstanz beim Fürstbischof beschloss das auf 6 der 16 Domherren geschmolzene Kapitel, den Sitz von Arlesheim nach Freiburg im Breisgau zu verlegen. Im Mai 1793 befanden sich keine Domherren mehr in Arlesheim und die Domherrenhäuser wurden geplündert, das Mobiliar kurz und klein geschlagen, der Rest des Kapitelarchivs verbrannt und der Dom als Kantonnement und Pferdestall eingerichtet. Am 9. März 1794 starb Fürstbischof von Roggenbach und als sein Nachfolger wählte das Domkapitel Franz Xaver von Neveu, seit 1790 Domherr und daneben auch Pfarrer in Offenburg. Zuerst residierte der neue Fürstbischof in Offenburg und ging dann nach Konstanz zu seiner kleinen Exilregierung. Zwischen 1794 und 1797 versuchte er, die helvetischen Gebiete zu sichern und die besetzten nördlichen Gebiete zurückzuerhalten. Er hatte auch den Mut, im Sommer 1796 unangekündigt seinen Sitz von Konstanz nach La Neuveville zu verlegen, aber auf Druck Frankreichs und des benachbarten Bern musste er das Dorf wieder verlassen und siedelte ins luzernische Kloster St. Urban über. Am 17. Oktober 1797 folgte der zweite grosse Schlag gegen das Fürstbistum, als Österreich und Frankreich in Campo Formio Frieden schlossen und der Kaiser darin das ganze linke Rheinufer an Frankreich abtrat und ihm freie Hand in der Schweiz liess. Bereits am 14. Dezember marschierten französische Truppen im Süden des Bistums ein, besetzten die helvetischen Ämter eingeschlossen Biel und diese Gebiete wurden darauf zum Département du Mont Terrible geschlagen. Damit stand Ende 1797 nur noch das kleine rechtsrheinische Amt Schliengen unter der Herrschaft des Fürstbischofs. Bischof von Neveu floh Ende 1797 mit dem fürstbischöflichen Archiv von St. Urban nach Konstanz aufs Reichsgebiet und beim Einmarsch Frankreichs in die Schweiz anfangs 1798 nach Ulm, Passau und schliesslich 1800 nach Wien. Auch der zweite Koalitionskrieg brachte keine Möglichkeit zur Rückkehr in sein altes Fürstbistum. Im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 wurden alle geistlichen Staaten ausser Mainz, dem Johanniterorden und dem Deutschen Orden säkularisiert und ihre Gebiete weltlichen Fürsten übergeben. Das fürstbischöflich-baslerische Schliengen kam an den Marktgraf von Baden. Der Fürstbischof verlor wie alle anderen Reichsbischöfe und Reichsäbte nebst seinem Land auch seinen Sitz auf dem Reichstag, bekam dafür aber wie die Domherren eine Pension. Damit hatte das Fürstbistum Basel endgültig zu existieren aufgehört.

Bistum Basel

Übergang vom Fürstbistum zum Bistum Basel

Der verarmte Franz Xaver von Neveu war nur noch Bischof einer schweizerischen Mini-Diözese, welche aus dem mittlerweilen schweizerisch gewordenen Fricktal und einem Teil von Solothurn bestand. Neveu kehrte nach Offenburg auf seine Pfarrstelle zurück und versuchte von dort aus zwischen 1803 und 1813 mit Hilfe des Nuntius in Luzern das Bistum Basel als schweizerisches Bistum wieder aufzubauen. Vorerst gelang ihm dies nicht. Als Ende 1813 das Reich Napoleons zusammenbrach, witterte Fürstbischof von Neveu Morgenluft und verlangte bei den drei alliierten Monarchen die Wiederherstellung des Fürstbistum. Im ersten Frieden von Paris im Jahr 1814 wurde Frankreich in seinen Grenzen vom 1. Januar 1792 wiederhergestellt, aber es war schon gewiss, dass das Fürstbistum wieder schweizerisch werden musste, aber ohne ein eigener Kanton zu werden. Im Herbst 1814 begann in Wien der Kongress, der auch über das Fürstbistum entscheiden sollte und Fürstbischof von Neveu hatte drei Ziele: :1. die Wiederherstellung seiner weltlichen Herrschaft :2. eine Garantie für die Existenz der Diözese Basel :3. die Lösung der Pensionsfrage. Durch den Wiener Kongress wurde das ehemalige Gebiet des Fürstbistums jedoch verteilt, der grösste Teil mit den Jurapässen ging strategisch an den Kanton Bern und ein kleinerer Teil, das Birseck, an den Kanton Basel. Neveu hatte in Wien einen politischen Misserfolg erlitten, aber in den zwei anderen Punkten konnte er etwas erreichen. So mussten die Kantone Bern und Basel die Pensionen für ihn, seine Domherren und einige Beamte übernehmen und der wichtigste Erfolg, die Aufnahme der Garantie für die Existenz der Diözese Basel in den Schlussakten des Wiener Kongresses. Damit waren die Weichen zur Wiederherstellung des alten Bistum Basel wieder gestellt.

Das "neue" alte Bistum Basel

Am 17. September 1814 wurde das Gebiet des Fürstbistums Basel, also der nördliche Teil des Jura und die ehemaligen deutschen Ämter, kirchlich wieder Neveu unterstellt und der Bischof unternahm sofort eine Pastoralreise nach Arlesheim und Pruntrut. Am 7. Oktober erhielt Neveu die geistliche Verwaltung des konstanzischen Teils im Kanton Solothurn und am 9. Dezember 1814 auch diejenige des Lausanner Teils. Am 26. Dezember 1815 wurde ihm der Konstanz unterstellte rechtsrheinische Teil des Kanton Basel, d.h. Kleinbasel, mit der neugegründeten katholischen Pfarrei Basel unterstellt. Neveu setzte sich weiter für die Neugründung der Diözese Basel, den Erhalt dessen Namens und Pruntrut als dessen Residenzstadt ein. Er ernannte vier Generalprovikare, denen er die Verwaltung des Bistum übertrug und zog sich immer mehr zurück. Im Jahr 1828 wurde mit einer päpstlichen Bulle endlich die Neubegründung des Bistum Basel besiegelt.

Solothurn, Sitz des Bistum

An der Neugründung des Bistum waren aktiv die Kanton Solothurn, Bern, Aargau (in der endgültigen Fassung des Konkordates abgelöst durch Zug) und Luzern beteiligt. Die feierliche Verkündigung der Neuorganisation erfolgte am 13. Juli 1828 am neuen Bischofssitz in Solothurn. Das Kollegiatsstift St. Urs und Viktor wurde dabei zum Kern des neuen Domkapitels, bestehend aus je drei Kapitularen aus den Kantonen Luzern, Bern und einem aus dem Kanton Zug. Am 23. August 1828 starb der ehemalige Fürstbischof und neue Bischof des Bistums Basel Franz Xaver von Neveu in Offenburg. Als sein Nachfolger wurde 1828 der Generalprovikar für den Kanton Solothurn, Joseph Anton Salzmann vom Domkapitel gewählt.

Spezialität

Eine Besonderheit des Bistums Basel ist die Bischofswahl: wie in der 1803 untergegangenen adligen Institution des Fürstbistums hat das Domkapitel auch heute das Bischofswahlrecht. Der Bischof wird vom lokalen Klerus gewählt (nicht vorgeschlagen) und kann vom Papst nur bestätigt werden. siehe auch:
- Liste der Bischöfe von Basel

Weblinks


- [http://www.bistum-basel.ch Website des heutigen Bistums]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D8558.html Geschichte des Fürstbistums Basel beim Historischen Lexikon der Schweiz] Basel Kategorie:Katholische Kirche in der Schweiz Kategorie:Basel Kategorie:Jura (Kanton)

Kanton

Das Wort Kanton bezeichnet
- als Eigenname
  - eine Stadt in China, siehe unter derem chinesischen Namen Guangzhou
  - seltener eine Provinz Chinas, siehe Guangdong
  - eine unbewohnte Insel von Kiribati, siehe Kanton (Insel)
- als Gattungsname
  - eine Verwaltungseinheit in Frankreich unterhalb des Arrondissements (vom französischen canton für Ecke, Bezirk), siehe Kanton (Frankreich)
  - eine Verwaltungseinheit in Luxemburg, siehe Kantone im Großherzogtum Luxemburg
  - einen Gliedstaat (veraltet: Stand) der Schweiz, siehe Kanton (Schweiz)
  - einen Bezirk in Belgien, siehe Kanton (Belgien)
  - die zweithöchste Verwaltungseinheit nach Provinz in Ecuador, siehe Kanton (Ecuador)
  - die Gliedstaaten der Föderation Bosnien-Herzegowina, siehe Kanton (Föderation Bosnien-Herzegowina)
  - einen Wehrverwaltungsbezirk im ehemaligen Preußen, siehe Kanton (Preußen)

Basel-Stadt

Der Halbkanton Basel-Stadt ist der flächenmässig kleinste Kanton im Norden der Schweiz. Deutsch: Basel-Stadt; Französisch: Bâle-Ville; Italienisch: Basilea Città; Rätoromanisch: Basilea-Citad; Englisch: Basle-City. Englisch

Geographie

Englisch Basel-Stadt ist ein Halbkanton im Nordwesten der Schweiz. Flächenmässig ist er der kleinste Kanton, von der Einwohnerzahl her belegt er Platz 14 von 26. Er umfasst die Stadt Basel und zwei angrenzende Gemeinden nördlich des Rheins. Ausserdem gehört das ehemalige Fischerdorf Kleinhüningen beim Dreiländereck zur Stadt. Basel selbst liegt am so genannten Rheinknie, wo der Birsig in den Rhein mündet und dieser seine Fliessrichtung von Westen in Richtung Norden ändert. Das Rheinknie bildet das südliche Ende der oberrheinischen Tiefebene. Hinzu kommen die beiden Landgemeinden Riehen und Bettingen. Riehen erstreckt sich entlang des Wiesentals und hat etwa 21.000 Einwohner. Bettingen unterteilt sich in die Ortschaften "Bettingen Dorf" und "St. Chrischona", hat 1.200 Einwohner und liegt auf einer Anhöhe, deren markantester Punkt der Fernsehturm St. Chrischona ist.

Bevölkerung

Im Kanton leben derzeit rund 55'000 Ausländer, was einem Anteil von rund 30% entspricht.
:Schweizer (71,9%) :Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien (5,9%) :Italiener (5,3%) :Türken (4,4%) :Deutsche (3,4%) :Spanier (2,1%) :Portugiesen (0,8%) :Franzosen (0,5%) :sonstige (5,7%)

Verfassung

Legislative

Das Parlament des Kantons nennt sich "Grosser Rat" und umfasst 130 Mitglieder. Seine Amtsperiode beträgt vier Jahre. Die vorige Legislaturperiode dauerte bis Mitte Februar 2004. Der Grosse Rat hat derzeit folgende Fraktionen (Grössen 2000;1996): :SP - 46 (39;39) Mandate :FDP - 18 (18;17) Mandate :Grünes Bündnis (Grüne+BastA) - 16(12;20) Mandate :SVP - 15 (14;3) Mandate :LDP - 12 (16;14) Mandate :CVP - 11 (14;13) Mandate :DSP - 6 (6;10) Mandate :VEW - 6 (6;6) Mandate :SD - 0 (5;8) Mandate Basel-Stadt entsendet als Halbkanton einen Vertreter in den Ständerat und fünf Abgeordnete in den Nationalrat - die beiden Parlamentskammern der Schweizer Eidgenossenschaft.

Exekutive

Die Behörden des Kantons Basel-Stadt sind zugleich auch für die Stadt Basel selbst verantwortlich. Die beiden Landgemeinden Riehen und Bettingen haben eigene Gemeindebehörden. Der Regierungsrat umfasst sieben Mitglieder. Seit den Wahlen 2004 wird Basel von einer links-grünen Mehrheit regiert. Der Regierungsrat sieht wie folgt aus:
Jörg Schild (FDP) Vorsteher des Polizei- und Militärdepartementes (PMD), Regierungspräsident 2004
Eva Herzog (SP) Vorsteherin des Finanzdepartementes (FD), Regierungsvizepräsident 2004
Barbara Schneider (SP) Vorsteherin des Baudepartementes (BD)
Christoph Eymann (LDP/LPS) Vorsteher des Erziehungsdepartementes (ED)
Guy Morin (Grünes Bündniss) Vorsteher des Justizdepartementes (JD)
Carlo Conti (CVP) Vorsteher des Sanitätsdepartementes (SD)
Ralph Lewin (SP) Vorsteher des Wirtschafts- und Sozialdepartementes (WSD)

Judikative

Oberste Gerichtsinstanz in Basel-Stadt ist das Appellationsgericht. Als oberstes Gericht übt das Appellationsgericht die Aufsicht über die erstinstanzlichen Gerichte. Das Appellationsgericht ist ausserdem kantonales Verwaltungsgericht. Dem Appellationsgericht untergeordnet sind das Zivilgericht, das Strafgericht, das Jugendstrafgericht und das Sozialvericherungsgericht.

Parteiensystem

Früher war Basel eine linke (vor allem sozialdemokratische) Hochburg, es wurde deshalb vom "roten Basel" gesprochen, in der Zeit des Kalten Kriegs war Basel aber bürgerlich regiert. Bei den Wahlen zum Nationalrat im Jahr 2003 erreichte die Linke in Basel-Stadt (als einzigem Schweizer Kanton) die Mehrheit der Stimmen, und die kantonalen Wahlen 2004 wurden ebenfalls von der Linken gewonnen. Der Kanton Basel-Stadt ist der einzige deutschschweizer Kanton in dem die rechtsliberale Liberale Partei der Schweiz (LPS, in Basel LDP) eine bedeutende Rolle spielt, sie gilt dort als "Daig"(Elite)-Partei.

Wirtschaft

Pharmazeutische Industrie, Chemische Industrie, Handel Bedeutende Firmen mit Sitz in Basel sind: Novartis, Ciba Spezialitätenchemie AG, Lonza, Roche. Der [http://www.portofbasel.ch Rheinhafen Basel] ist ein wichtiger Umschlagplatz im Handel EU/Schweiz, da der Rhein oberhalb von Basel nicht mehr für die grossen Rheinschiffe befahrbar ist.

Tourismus


- Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz
- Basler Fasnacht
- Architektur (bedeutende Architekten)
- Kunst (weltberühmte Ausstellungen, ART, Beyeler, Tinguely usw.)
- Antiquitäten (Ägypten-Ausstellung 2004)
- Messestadt
- Basler Läckerli
- St.Chrischona-Turm
- Viele Museen

Verkehr

Der binationale Flughafen Basel Mulhouse Freiburg (EuroAirport) liegt vollständig auf französischem Territorium, ist jedoch mit einer zolltechnisch exterritorialen Strasse mit der Schweiz verbunden (französischer und schweizerischer Sektor). Basel besitzt auf seinem Stadtgebiet drei internationale Bahnhöfe, Bahnhof Basel SBB, Bahnhof Basel SNCF und Basel Badischer Bahnhof, sowie drei Lokalbahnhöfe St. Jakob, St. Johann an der SNCF-Strecke nach Mulhouse und Riehen an der deutschen Wiesentallinie. Auch über den Fluss Rhein ist Basel an den Rest der Schweiz und der Nachbarländer angeschlossen. So befährt die Schifffahrtsgesellschaft Basel den Rhein hinauf nach Rheinfelden, und Basel ist der Heimathafen diverser Reedereien, welche von hier aus Kreuzfahrten auf dem Rhein sowie zum Main und zur Mosel anbieten. Ein wichtiger Stützpfeiler der Schweizer Wirtschaft ist die Basler Rheinschifffahrt mit ihren Rheinhäfen Kleinhüningen, St. Johann und Birsfelden.

Bildung

In den 90ern wurde das ganze öffentliche Schulsystem reformiert.

Der zweijährige Kindergarten ist seit August 2005 obligatorisch.
Die offizielle Schulzeit beginnt mit 7 Jahren. In Abhängigkeit vom genauen Geburtsdatum kann die Einschulung um ein Jahr herausgeschoben werden. Ablauf der Schule

Geschichte

Der Kanton Basel-Stadt in seinen heutigen Grenzen entstand 1833, als sich vom damaligen Kanton Basel der heutige Kanton Basel-Landschaft im Rahmen der Basler Kantonsteilung (s. dort) abspaltete. Basel-Stadt hat diese Trennung bis heute nicht in seiner Verfassung akzeptiert, doch wird derzeit an einer neuen Verfassung gearbeitet.

Städte und Orte

Basler Kantonsteilung Seit der Trennung von Basel-Landschaft besteht der Stadtkanton nur noch aus 3 Gemeinden, die nicht in Bezirke aufgeteilt werden müssen:
- Basel (Einwohner: 168'000)
- Riehen (Einwohner: 20'800)
- Bettingen (Einwohner: 1'200) siehe auch: Gemeinden des Kantons Basel-Stadt

Bücher

Weblinks


- [http://www.bs.ch Offizielle Website des Kantons Basel-Stadt]
- [http://www.mybasel.ch mybasel.ch - Stadtportal]
- [http://www.mybasel.ch/verkehr_stadtplan.cfm Offizieller Stadtplan]
- [http://www.mybasel.ch/verkehr_bvbfahrplan.cfm BVB / Tram Fahrplan]
- [http://www.mybasel.ch/aktuell_wetter.cfm Basler Wetter]
- [http://www.mybasel.ch/aktuell_webcams.cfm Webcams]
- [http://www.ub.unibas.ch Universitätsbibliothek Basel]
- [http://www.statistik.bs.ch Offizielle Statistik]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D7387.html Artikel Basel (Kanton)] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D7478.html Artikel Basel (-Stadt)] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.archaeobasel.ch/index.php Archäologische Bodenforschung des Kantons Basel-Stadt] Kategorie:Basel Basel-Stadt als:Kanton Basel-Stadt

Bistum Basel

Das römisch-katholische Bistum Basel (lat. Dioecesis Basileensis) trägt aus historischen Gründen diesen Namen, obwohl die Stadt Basel seit der Reformation reformiert ist. Bis zur Reformation residierte der Bischof von Basel tatsächlich in Basel. 1528 wurde Pruntrut im Jura Sitz des Bischofs. Seit 1828 ist die Stadt Solothurn offizieller Amtssitz des Bischofs von Basel und die barocke Kathedrale St. Urs und Viktor in Solothurn Hauptkirche des Bistums. Von 999 bis 1802 war der Bischof von Basel Fürstbischof, d. h. Bischof und zugleich Fürst des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und als solcher weltlicher Landesherr im heutigen Kanton Jura, im Berner Jura, im Birseck und im Laufental. Heute gehören zum Bistum Basel die Regionen Aargau, Baselland, Basel-Stadt, Bern deutschsprachig links der Aare (der deutschsprachige Kanton Bern rechts der Aare gehört zum Bistum Lausanne, Bern französischsprachig, Jura, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, und Zug.

Geschichte

Ursprung

Das Bistum Basel geht in seinen Anfängen auf ein Bistum mit Sitz im Römer Kastell in Augst zurück, dessen erster Bischof, Justinianus, als Teilnehmer an den Konzilen von Sardica 343 und Köln 346 feststeht. Wie die Ausgrabungen des Fundaments einer spätantiken Kirche in Kaiseraugst zeigt, müssen bereits zuvor in dieser Gegend christliche Gemeinden bestanden haben. Um 400 wird dann bereits Basilia als Bischofssitz erwähnt und er befand sich wegen der Alemanneneinfälle zu jener Zeit auf dem besser geschützten Basler Münsterhügel. Als erster Bischof zu Basel wird der heilige Pantalus erwähnt. Aber noch 618 trägt ein gewisser Ragnacher aus dem Kloster Luxeuil den Titel eines Bischofs von Basel und Augst. Unter der Herrschaft des Frankenkönigs Pippin III. († 768) beginnt mit Bischof Walaus endlich eine lückenlos überlieferte Bischofsreihe in Basel. Zur Zeit Karls des Grossen erfährt Basel unter seinem Bischof Haito einen ersten Höhepunkt. Haito war, wie Walaus, zugleich Abt des Klosters Reichenau und daneben Vertrauter und Berater des Kaisers, für welchen er 811 als Gesandter nach Byzanz reiste.

Fürstbistum Basel

Im Mittelalter gelangte der Bischof von Basel, wie andere wichtige Bischöfe auch, zu weltlicher Macht und wurde Fürst-Bischof. Sein Mittelpunkt war die Stadt Basel mit dem Münster und den Domherrenhäuser. Die Entwicklung zum Fürstbischof nahm 999 mit den Schenkungen der altehrwürdigen Benediktinerabtei Moutier-Grandval, des Stifts St. Ursanne und des Münstertales im Jura durch den kinderlosen König Rudolf III. von Burgund ihren Anfang. Hinzu kamen später als Zugänge zur Hauensteinstrasse das Sisgau und das Buchsgau sowie, ausserhalb der Diözese gelegen, Gebiete am Bielersee, die Herrschaft Pruntrut, die Landvogtei Schliengen mit Istein und Kleinbasel. Die grösste Ausdehnung hatte die weltliche Herrschaft unter Bischof Burkard (1072-1107), welcher in der Gunst Kaiser Heinrichs IV. stand und ihn im Investiturstreit unterstützte indem er ihn nach Canossa begleitete. Doch langsam setzte bei den verstreuten und verschiedenartigen weltlichen Besitztümern und Rechten nach einer längeren Zeit der Stagnation ein Abbau ein, indem der Bischof den mit Erfolg ihre Herrschaft ausbauenden Habsburgern, dann aber auch der mit Beharrlichkeit ihre Autonomie anstrebenden Bürgerschaft von Basel immer stärkeren Einfluss zugestehen musste. Die ehemals bischöflichen Städte Breisach, Neuenburg am Rhein und Rheinfelden wurden eine Beute der Habsburger und fielen zurück ans Reich. Auch im Elsass und in Basel selbst machte sich von der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts an der habsburgische Einfluss in starkem Masse geltend und von da an richtete der Bischof seine Territorialpolitik konsequenterweise auf den Jura aus. 1527 verlegte der Bischof seine Residenz von der Stadt Basel ins fürstbischöfliche Schloss zu Pruntrut, das Domkapitel blieb hingegen bis 1529 weiterhin in der Stadt.

Reformation und Exil in Freiburg im Breisgau

Am 9. Februar 1529, einem Fasnachtsdienstag, stürmten die Reformierten in das Basler Münster und zerstörten seine Ausstattung weitgehend. Unermessliche sakrale Kunstschätze des mittelalterlichen Basel gingen dabei verloren. Durch glückliche Umstände blieb der berühmte Basler Münsterschatz vollständig erhalten. Am 12. Mai siedelten die Domherren und Kapläne, welche nicht zur Reformation wechselten oder auf ihre Nebenpfründen zogen, nach Freiburg im Breisgau um. Am 28. August 1529 schloss das Domkapitel mit der Stadt Freiburg einen Vertrag über die rechtlichen und steuerlichen Belange, den Erwerb von Häusern, Kapitel- und Amtshaus, sowie über die Benützung des Münsters. Damit war Basel nicht mehr der Sitz des Bischofs und auch nicht mehr des Domkapitels und wurde es auch nie wieder. Verwaltungssitz des Domkapitels war ab 1587 der Stürtzelsche Hof, heute Basler Hof genannt. Das weltliche Fürstbistum war nicht deckungsgleich mit dem geistlichen Bistum.

Weltliche Ausdehnung

Das weltliche Fürstbistum erstreckte sich über die Jurakette vom Bielersee bis zur Burgundischen Pforte und in die Oberrheinische Tiefebene. Es war sprachlich zweigeteilt, die Mehrheit sprach französisch, deutschsprachig waren nur die Ämter Zwingen, Pfäffingen, Birseck, Biel, die rechtsrheinischen deutschen Gebiete und der fürstliche Hof in Pruntrut. Nicht weniger kompliziert war die konfessionelle Situation, der Süden war reformiert, der Norden und die deutschen Ämter katholisch. Besonders verwirrlich präsentierte sich die staatsrechtliche Situation, gehörte doch der Norden zum Heiligen Römischen Reich und bildete mit dem württembergischen Mömpelgard (Montbéliard) eine Reichsexklave zwischen Frankreich und der Schweiz. Die südlichen Ämter dagegen waren mit verschiedenen schweizerischen Orten verburgrechtet. So war die Stadt Biel mit Bern, Freiburg und Solothurn eng verbunden und zugleich ein eigener Zugewandter Ort der Eidgenossenschaft. Der Fürstbischof war nur noch nominelles Stadtoberhaupt. Das Städtchen La Neuveville und die Propstei Moutier-Garndval waren mit Bern verburgrechtet, die Prämonstratenserabtei Bellelay