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| Basilika St. Ulrich Und Afra |
Basilika St. Ulrich und AfraDie Basilika St. Ulrich und Afra ist eine katholische Stadtpfarrkirche in Augsburg und mit ihrem Turm weithin sichtbares Wahrzeichen ihrer südlichen Altstadt. In der Kirche werden die Sarkophage mit den Gebeinen der Bistumsheiligen St. Ulrich und St. Afra aufbewahrt.
St. Afra
St. Afra
Geschichte
Die heutige Kirche steht auf einem Gelände, das bereits im 8. bis 12. Jahrhundert mehrere Kirchenbauten aufwies. Diese entstanden aus Wallfahrten zur Verehrung der heiligen Afra († 304). Die anfangs außerhalb der Stadt gelegenen Bauten wurden bei den Ungarn-Einfällen zerstört oder fielen Bränden zum Opfer. Der Augsburger Bischof Ulrich wurde 973 in der Nähe Afras beigesetzt. Seit 1012 wurde die heilige Stätte von einem Benediktiner-Kloster betreut.
Im Jahr 1474 wurde der Bau des Gotteshauses als Backsteinbau begonnen und im Jahr 1500 durch Burkhard Engelberg abgeschlossen. Engelberg hat sich mit der Errichtung des Ulmer Münsterturms ein beeindruckendes Denkmal gesetzt. Kaiser Maximilian I. (HRR) hat im Jahr 1500 den Grundstein für den Chorbau seines "Reichsgotteshauses" gelegt. 1537 kam es zu einem vorübergehenden Stillstand der Bauarbeiten. Wegen der Glaubensauseinandersetzungen im 16. Jahrhundert kam es erst im Jahr 1603 zum Abschluss dieser Baumaßnahme. Die Kirche gehörte zum gleichnamigen Benediktinerkloster, die ab 1643/1644 bis zum Jahr 1802 Reichsabtei war. Kloster und Reichsstift wurden dann im Zuge der Säkularisation aufgehoben und sein Besitz dem bayerischen Staat zugeschlagen. Seit dem 4. Juli 1937 ist die Kirche päpstliche Basilika.
Im Zweiten Weltkrieg beschädigten Luftangriffe 1944 und 1945 die Turmkuppel und die Fenster. Wiederaufbau- und Renovierungsmaßnahmen folgten von 1946 bis 1950. Die Unterkirche mit den Grufträumen der Heiligen wurde 1962 gestaltet.
Gebäudeinneres
Das Langhaus ist 93,50 m lang und 27,50 m breit. Die Kirche wurde von den Bilderstürmen im 16. Jahrhundert nicht verschont. Der Großteil der Einrichtung wurde danach neu in den hohen und lichten Raum eingebracht. Im 30 m hohen Mittelschiff fällt der Blick unwillkürlich auf die von Hans Reichle modellierte und von Wolfgang Neidhart gegossene Kreuzigungsgruppe. Die bronzene Szene mit Christus am Kreuz, Maria Magdalena, Maria und dem Apostel Johannes am Fuß des Kreuzes wurde 1605 aufgestellt. Kanzel und Choraltäre stammen vom Weilheimer Holzschnitzer Johannes Degler. Die 1604 bis 1607 entstandenen Altäre haben das Pfingstwunder, Christi Geburt und Christi Auferstehung als Motiv und erinnern somit an die drei höchsten christlichen Festtage.
An der Westseite des Mittelschiffes befindet sich die Orgel, deren Gehäuse aus dem Jahr 1608 stammt. Ihr Werk wurde mehrmals erneuert.
An den Wänden der etwa 15 m hohen Seitenschiffe befinden sich beeindruckende Kreuzwegstationen, von Januarius Zick 1788 angefertigte Ölgemälde. Die reich verzierten Beichtstühle sind ebenso wie ein prächtiges Eichenholzgitter, dessen geschmiedete Eisenteile optisch Laubengänge vortäuschen, 1712 aus den Händen von Ehrgott Bernhard Bendel entstanden.
An der nördlichen Querhauswand befinden sich zwei um 1455 entstandene Gemälde mit Szenen aus der Ulrichslegende, dazwischen ein spätgotisches Madonnenbild. Die von Anton Fugger 1589 erworbene Bartholomäuskapelle an der Nordostecke ließ Philipp Eduard Fugger von 1596 bis 1602 als Grablege für sich und seine Frau ausgestalten. Eine Muttergottesstatue am nordwestlichen Vierungspfeiler wird auf das Jahr 1495 geschätzt und Gregor Erhart zugerechnet.
Weitere Fugger-Grabmale sind im südlichen Seitenschiff anzutreffen. In der Simpertuskapelle mit einem Maßwerkbogen von 1496 stehen auf den Arkadenschranken vom Florentiner Carlo Pallago 1582 geformte Terrakottastatuen Christi und der Apostel. Die Gebeine des Heiligen Simpert werden in einem Schrein im Altar aufbewahrt. Die Marienkapelle aus dem Jahr 1600 beherbergt den früheren Hochaltar, eine 1570 entstandene Schnitzerei im Stile posthumer Gotik.
Auf der Südseite befindet sich auch der Eingang zur Heiltumskammer mit ihren bemerkenswerten Kirchenschätzen.
Unterkirche
Zur linken Hand hat der spätantike Steinsarkophag mit den Gebeinen der heiligen Afra in der Grabkapelle Platz gefunden. Gegenüber liegt die Grabkapelle des heiligen Ulrich, welche 1762 im Rokokostil gestaltet wurde.
Gebäudeäußeres
1762
Außerhalb des Langhauses ist das Ensemble mit der evangelischen Kirche St. Ulrich und Afra beeindruckend, ein gerne gewähltes Fotomotiv, das auch die Augsburger Parität symbolisiert. Die evangelische Kirche mit ihrem niedrigen Giebelbau war vor der Reformation Eingang und auch Sakristei der katholischen Stadtpfarrkirche. Sie entstand aus einem 1457 erbauten Predigtsaal, welcher 1710 den Protestanten zur Verfügung gestellt wurde.
Seit 1594 grüßt der 93 m hohe Zwiebelturm der katholischen Basilika ins schwäbische Land. Nur dieser - auch Afraturm genannte - Bau auf der Nordseite des Langhauses wurde Realität. Ein auf der Südseite geplanter Turm wurde wegen Geldmangels nie ausgeführt.
Papstbesuche
- Am 4. Mai 1782 feierte Papst Pius VI. in der Basilika eine Messe.
- Papst Johannes Paul II. kehrte am 4. Mai 1987 in das Gotteshaus ein.
Bedeutung
Die Basilika St. Ulrich und Afra zählt zu den letzten großen spätgotischen Kirchenbauten in Schwaben. Die Turmkuppel wurde zum Vorbild für barocke Kirchen in Bayern. Die Kirche erfüllte und erfüllt hervorragend verschiedene Funktionen: Wallfahrtskirche für die Augsburger Bistumsheiligen St. Ulrich, Afra und Simpert, Abteikirche für ein Benediktinerkloster, Münster eines bedeutenden Reichsstiftes, Garnisonskirche für das 4. Bayerische Chevauxlegers-Regiment, Glaubensdenkmal für das Augsburger Großbürgertum.
Literatur
Augsburg St. Ulrich und Afra, Schnell Kunstführer, Regensburg 2003; ISBN 3-7954-4171-4
Weblinks
[http://st-ulrich-und-afra.de/Basilika/ Basilika St. Ulrich und Afra]
Augsburg, Ulrich
Kategorie:Augsburg
Augsburg Ulrich
Augsburg
Die Universitätsstadt Augsburg ist eine kreisfreie Stadt im Südwesten Bayerns. Augsburg ist nach Trier die zweitälteste Stadt Deutschlands. Sie ist Hauptstadt und Sitz der Regierung von Schwaben sowie des Bezirks Schwaben und des Landratsamtes Augsburg. Gegenwärtig hat die Stadt etwa 275.000 Einwohner (Ausländeranteil ca. 16,5%), davon 261.000 mit Hauptwohnsitz in Augsburg. Nach München und Nürnberg steht Augsburg an dritter Stelle unter den Großstädten des Freistaates. Ihr Name geht auf die römische Siedlung Augusta Vindelicorum zurück, die im Jahr 15 vor Christus während der Regierungszeit des römischen Kaisers Augustus als Militärlager gegründet wurde.
Augsburg ist die einzige Stadt Deutschlands, die einen eigenen gesetzlichen Feiertag hat, das Hohe Augsburger Friedensfest am 8. August. Damit hat Augsburg mehr gesetzliche Feiertage als irgendeine andere Region oder Stadt in Deutschland.
Die Stadt ist Bischofssitz der katholischen Diözese Augsburg und bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Größere Städte nahe Augsburg sind München (etwa 57 km östlich), Nürnberg (etwa 121 km nördlich) und Stuttgart (etwa 133 km nordwestlich). Augsburg wurde im Jahr 1906 mit Überschreiten der Einwohnerzahl von 100.000 zur Großstadt.
Geografie
Großstadt
Augsburg liegt am Lech, der aus Tirol kommend 150 km südwestlich entspringt und 40 km nördlich in die Donau mündet. Der älteste Teil Augsburgs und sein Süden liegen auf dem nördlichen Ende einer Hochterrasse. Die Terrasse entstand zwischen dem steilen Hügelrand von Friedberg im Osten und den hohen Riedeln des westlichen Hügelrandes, zwischen den Talauen der Alpenflüsse Lech und Wertach, die sich im Norden der Stadt vereinigen.
Im Süden erstreckt sich das Lechfeld, eine posteiszeitliche Schotterebene zwischen den beiden Flüssen.
An Augsburg grenzt der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, ein großes Waldgebiet. Das Stadtgebiet ist auch stark begrünt, wofür Augsburg 1997 den europaweiten Preis als „Grünste und Lebenswerteste Stadt“ erhielt. Augsburg hatte sich auch als Kulturhauptstadt Europas 2010 beworben, für den Wettbewerb wurde aber Regensburg als Vertreter Bayerns nominiert.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen mit ihrem Siedlungskern unmittelbar an den Siedlungskern der Stadt Augsburg und bilden daher mit ihr den Großen Verdichtungsraum Augsburg, im Osten beginnend und dann im Uhrzeigersinn:
Friedberg (Bayern) (Landkreis Aichach-Friedberg), Königsbrunn, Stadtbergen, Neusäß und Gersthofen (alle Landkreis Augsburg).
Weitere Gemeinden, die an das Stadtgebiet von Augsburg grenzen, sind, im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn:
Rehling, Affing, Kissing, Mering und Merching (alle Landkreis Aichach-Friedberg), Bobingen, Gessertshausen und Diedorf (alle Landkreis Augsburg)
Stadtgliederung
Landkreis Augsburg
Das Stadtgebiet von Augsburg hat eine Gesamtfläche von 147 km2 und ist in 17 Planungsgebiete eingeteilt, welche insgesamt 42 Stadtbezirke bilden. Dabei handelt es sich teilweise um ehemals selbständige Gemeinden, die im Laufe diverser Gebietsreformen nach Augsburg eingegliedert wurden, teilweise aber auch um neue Stadtteile, die als Wohngebiete gegründet wurden. Einige Stadtteile haben darüber hinaus räumlich getrennte Siedlungen (Wohnplätze) mit eigenem Namen, die in Klammern hinter dem Stadtteil genannt werden:
Das Textilviertel umfasst Teile der Innenstadt und Spickel-Herrenbach.
Eine Besonderheit sind die ehemaligen Kasernen- und Wohngebiete der US-amerikanischen Armee, deren Bezeichnungen noch existieren: Sheridan, Reese, Centerville, Cramerton, Supply-Center, Sullivan Heights, Fryar Circle.
Geschichte
Stadtgöttin Cisa
Die Stadtgöttin von Augsburg ist Cisa (dea Ciza). In Randnotizen der aus dem Stift Ursberg stammenden Excerptum ex Gallica Historia (um 1135) wird ausführlich von der römischen Belagerung der von schwäbischen Stämmen zwischen Lech und Wertach errichteten Stadt Cisaris, dem späteren Augsburg berichtet. Die Stadt war demnach nach einem Heiligtum der Göttin Cisa benannt. In dieser Schlacht wurden die Römer vernichtend geschlagen. In der Herausgabe werden die Lokalnamen Kriegshaber von einem Griechen Avar, Hafnerberg von einem Militärpräfekt Habeno (auch: Hebeino) und Pfersee von einem Militärtribunen Verres (auch: Verus) abgeleitet (siehe auch: Ableitung des Namens Pfersee). Der Text des 12. Jahrhunderts erweist sich als diffuse Kompilation mit deutlichem Schwerpunkt auf der für die Sagenforschung nicht ungewöhnlichen phantasievollen Ausdeutung nicht mehr verstandener, wohl veralemannischer Lokalnamen. In der Diskussion blieb allein die Göttin Cisa, sicherlich deswegen, weil Jacob Grimm in seiner Deutschen Mythologie den „Werth der merkwürdigen Überlieferung“ ausdrücklich betonte. Ob man an der Stelle des heutigen Kitzenberges bei der St. Ulrich und Afra eine alemannische Ziuverehrung annehmen kann, ist wissenschaftlich nicht zu belegen. In Augsburg war zumindest seit dem späten Mittelalter ein provinzalrömisches Medusenhaupt bekannt, das in der heutigen Ulrichskirche eingemauert war. Das Medusenhaupt befindet sich heute im Römischen Museum. Eine Darstellung der Cisa ist auf der Wetterfahne des Perlachturms zu sehen.
Antike
Perlachturms
Augsburg war die größte römische Siedlung nördlich der Alpen. Als Datum der Gründung von Augsburg wird 15 v. Chr. angegeben. In diesem Jahr wurde auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Oberhausen ein Legionslager errichtet, das später auch als ein Nachschubdepot diente. Augsburg ist diesem Gründungsdatum zufolge nach Trier die zweitälteste Stadt Deutschlands.
In Anlehnung an die vor der Zeitenwende entstandenen Lager bildete sich im ersten Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicorum, die im Jahr 121 n. Chr. das römische Stadtrecht erhielt. Augsburg war ab etwa 95/100 n. Chr. Hauptstadt der römischen Provinz Raetien, die sich bis nach Oberitalien erstreckte. Es ist unbekannt, wann genau Augsburg Provinzhauptstadt wurde, der archäologische Befund deutet darauf hin, dass Kempten im Allgäu (Cambodunum) noch bis ins späte ersten Jahrhundert n. Chr. diese Funktion hatte.
Neuen Forschungen zufolge wurde der Neckar-Odenwald-Limes erst im Jahre 98 n. Chr. unter Kaiser Trajan angelegt, zeitgleich mit dem für dieses Jahr gesicherten (Aus-)Bau der römischen Fernstraße Mainz-Bad Cannstatt-Augsburg. Ein Zusammenhang dieser beiden strategischen Bauprojekte mit der Verlegung der Hauptstadt der Provinz Rätien von Kempten nach Augsburg liegt nahe, ist aber bisher nicht positiv belegt (vgl. Kinzigtalstraße).
Nach der Teilung der römischen Provinz Raetia im Jahr 294 n. Chr. wurde Augsburg Hauptstadt der Provinz Raetia Secunda. Mit dem Ende der römischen Herrschaft um 450 n. Chr. verfiel Augusta Vindelicorum ab dem 5. Jahrhundert.
Schon in der Spätantike war Augsburg Bischofssitz.
Mittelalter
Bischofssitz
Etwas südlich der Bischofsstadt bildete sich im 12. Jahrhundert eine Kaufmannssiedlung. Südlich Augsburgs wurde auf dem Lechfeld 955 Geschichte geschrieben, als Kaiser Otto I. - mit Hilfe von Bischof Ulrich von Augsburg - die westwärts strebenden Ungarn besiegte.
Im Jahr 1156 erhielt Augsburg das Stadtrecht durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Ab 1251 ist das Recht der Stadt auf Führung eines Siegels und auf Besteuerung ihrer Bürger belegt. König Rudolf von Habsburg verlieh Bischofsstadt und Kaufmannsstadt 1276 die Reichsfreiheit (Freie Reichsstadt). In der Folge wird Augsburg von den Patriziern beherrscht. 1368 Aufstand der Handwerker und Einführung einer Zunftverfassung. Die Zünfte sind bis 1547 an der Stadtregierung beteiligt.
1379 Beitritt Augsburgs zum Schwäbischen Städtebund (dieser zerfällt 1388).
Neuzeit
Hauptartikel: Reichstag zu Augsburg
1469-1478 Zunftdiktatur des Ulrich Schwarz, der 1478 hingerichtet wird.
1478
Danach war Augsburg vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance ein bedeutendes Zentrum der Wirtschaft und des Handels. Bekannte Namen aus dieser Zeit sind die Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser.
Reformationszeit
Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 formulierte Philipp Melanchthon mit dem Augsburger Bekenntnis die Bekenntnis- und Gründungsurkunde der Lutherischen Kirche.
In der Stadt Augsburg existierte zwischen 1524 und 1573 eine bedeutende Täufergemeinde. Bekannt geworden ist vor allem die Augsburger Märtyrersynode 20. bis 24. August 1527, eine internationale Zusammenkunft von Abgesandten unterschiedlicher Täuferkreise. Die meisten der Synodalen starben später als Märtyrer für ihre Überzeugungen.
Am 22. Juli 1534 wurde vom Großen Rat beschlossen, dass nur vom Rat installierte Prädikanten in der Stadt predigen durften. Der katholische Gottesdienst wurde auf die acht Kirchen der Stifte eingeschränkt. Kleinere Kirchen und Klosterkirchen wurden geschlossen. Mit diesem Religionsmandat nahm der Rat formal die Kirchenhoheit der Stadt in Anspruch.
Prädikanten
Im Jahr 1548 veranlasste Kaiser Karl V. eine neue patrizische Stadtverfassung und erließ das Augsburger Interim. Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555 beruhigte auch in der Stadt das Zusammenleben der Bürger.
1555
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Augsburg am 20. April 1632 von der schwedischen Armee eingenommen. An diese Zeit erinnert der Schwedenturm mit dem Standbild des Stoinerner Mo und die Schwedenstiege, als Teile der Augsburger Befestigungsanlage.
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 führte Augsburg ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten). (Siehe Paritätische Reichsstadt)
Augsburg wurde bis zur Besetzung durch bayerische Truppen 1805 durch sieben Patrizierfamilien regiert.
1784/1785 kam es zu Weberunruhen und am 29.01.1794 zum Weberaufstand. Den Hintergrund des Streites bildete die aufkommende Textilindustrie mit ihren Kattunmanufakturen, welche das Weberhandwerk bedrohten.
Moderne
Bereits 1771 entstand mit der Schüleschen Kattunfabrik, errichtet von Johann Heinrich Schüle, die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent.
Durch den Friedensvertrag von Pressburg (26. Dezember 1805) verlor Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen Truppen besetzt worden war, die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. Ab 1809 erhielt die Stadt einen eigenen Polizeidirektor. Damit unterstand die Stadt direkt der Kreisverwaltung. Später bezeichnete man solche Städte als "kreisfrei".
1862 entstand das Bezirksamt Augsburg, aus dem später der Landkreis Augsburg hervorging, der bei der Kreisreform 1972 seine heutige Ausdehnung erhielt, als die ehemaligen Landkreise Schwabmünchen und Wertingen mit dem Landkreis Augsburg vereinigt wurden. Augsburg blieb Sitz des Landkreises, die Stadt selbst stets kreisfrei.
Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus (MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). Mit der Allgemeinen Zeitung von Johann Friedrich Cotta erschien in Augsburg die bedeutendste deutsche Tageszeitung dieser Zeit.
Ab 1927 hat die Messerschmitt AG hier ihren Hauptsitz.
Augsburg erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Bei einem verheerenden Bombenangriff der Britischen Luftwaffe in der Nacht vom 25. Februar 1944 wurde große Teile der Augsburger Innenstadt zerstört. Bilanz des Bombardements mit 300.000 Brandbomben: 730 Tote und über 1.300 Verletzte. Danach verließ fast die Hälfte der Bevölkerung die Stadt.
Eingemeindungen
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
1944
¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
1944
Augsburg war wohl schon seit dem 4./5. Jahrhundert Sitz eines Bischofs. Um 738 wurde das Bistum Augsburg erneuert. Ab 1518 fand die Lehre Martin Luthers Anhänger in Augsburg. Die Lehre verbreitete sich immer mehr und führte schließlich zur offiziellen Einführung der Reformation durch den Rat der Stadt im Jahre 1534/37. Es folgte anschließend die Teilnahme der Stadt am Schmalkaldischen Krieg, und 1548 wurde in Augsburg ein Reichstag abgehalten, der die Ausübung der Religion für eine Übergangszeit regelte (Augsburger Interim). Sieben Jahre später (1555) konnte im sog. Augsburger Religionsfrieden die Gleichstellung beider Konfessionen endgültig erreicht werden.
Die katholische Bevölkerung gehörte danach weiterhin zum Bistum Augsburg, das seinerzeit noch dem Erzbistum Mainz zugeordnet war. Nach dem Übergang der Stadt an Bayern verblieb es zunächst noch bei der bisherigen Zuordnung, doch wurde das Bistum Augsburg und mit ihm seine Pfarrgemeinden 1821 dem neu errichteten Erzbistum München und Freising zugeteilt (siehe hierzu auch Liste der Bischöfe von Augsburg).
Liste der Bischöfe von Augsburg
Die protestantischen Gemeindeglieder erhielten spätestens nach dem Westfälischen Frieden die Kirchen St. Anna, St. Ulrich, Zu den Barfüßern und St. Jakob. Sie unterstanden dem Rat der Stadt. Nach dem Übergang Augsburgs an Bayern wurden die Gemeindeglieder Teil der Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Die Stadt wurde danach Sitz eines eigenen Dekanats, das 1827 dem Konsistorialbezirk Bayreuth, ab 1876 dem Konsistorialbezirk Ansbach und seit 1923 dem Kirchenkreis München angehört. Das Dekanat Augsburg umfasst neben den Kirchengemeinden der Stadt Augsburg auch Gemeinden außerhalb des Stadtgebiets.
1923
Der Westfälische Frieden von 1648 führte in Augsburg - und daneben in Ravensburg, Biberach und Dinkelsbühl - auch ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (endgültige Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten), was bis zur Mediatisierung Bestand haben sollte.
Freikirchliche Gemeinden haben sich nach dem Ende der Täuferbewegung erst wieder im 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert in Augsburg konstituiert. Den Anfang machten die Mennoniten, die ab 1870 gottesdienstliche Versammlungen in Augsburg abhielten. 1863 erhielt die Evangelisch-methodistische Kirche die Rechte einer "Privatkirchengesellschaft". Um 1925 nahmen - ausgehend von der Muttergemeinde in München - die Baptisten (heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde ihre Arbeit auf. Seit 1968 gibt es in Augsburg auch eine Freie evangelische Gemeinde.
Die Verteilung der Konfessionen zu Anfang des 19. Jahrhunderts betrug etwa 60 % Katholiken und 40 % Protestanten. Dieses Verhältnis veränderte sich insbesondere auch durch Eingliederung von katholischen Vororten zugunsten der Katholiken, so dass der Anteil der protestantischen Bevölkerung um 1950 lediglich noch bei etwa 23 % lag.
Politik
An der Spitze der Stadt Augsburg stand als Vorsitzender des Rates nachweislich seit 1266 der Stadtpfleger, der gelegentlich auch als Bürgermeister bezeichnet war. Beide Bezeichnungen waren teilweise gleichzeitig im Gebrauch. Seit 1548 war die Bezeichnung nur noch Stadtpfleger. Die Stadtpfleger amtierten über mehrere Jahre und wurden ab dann auf Lebenszeit gewählt. Daher gab es auch mehrere Stadtpfleger gleichzeitig. Nach dem Übergang an Bayern wurde in Augsburg ein Magistrat mit 2 Bürgermeistern eingesetzt. Auch nach 1818 gab es einen Magistrat mit 2 Bürgermeistern und zusätzlich ein Kollegium der Gemeindebevollmächtigten. 1919 wurde das Zweikammersystem zugunsten der Einrichtung eines "Stadtrats" aufgegeben. Diesem steht seither der "Erste Bürgermeister" vor, der meist den Titel Oberbürgermeister führt (Siehe hierzu Liste der Oberbürgermeister Augsburgs).
Wappen
Beschreibung: In von Rot und Silber gespaltenem Schild eine grüne Zirbelnuss auf grünem Kapitell. Die Stadtfarben sind rot-grün-weiß.
Bedeutung: Das älteste nachweisbare Stadtsiegel Augsburg aus dem Jahr 1237 zeigt ein zweitürmiges Stadttor mit Zinnenmauer, darüber einen Stern. Im Torbogen steht ein Lebensbaum, ab 1260 eine Traube auf Fuß. Diese deutet wohl auf den Namen der Stadt "Augster" hin, was eine Traubensorte darstellt. Im 15. Jahrhundert wird eine grüne Traube in rot-weißem Schild dargestellt. Der Fund eines Pinienzapfens (wohl die Spitze eines römischen Grabsteins) 1467 ließ aus der Traube eine Zirbelnuss werden. Das Köpfchen auf dem Kapitell ist seit 1521 nachweisbar, die Mauerkrone erst seit 1811. Die Bedeutung dieser Symbole ist nicht geklärt. Die Stadtfarben sind seit 1372 bekannt. Anlässlich der 2000-Jahrfeier wurde das Wappen dem Zeitgeschmack gemäß neu gestaltet.
Der Name der Stadt Augsburg leitet sich von dem römischen Namen der Stadt, Augusta Vindelicorum, ab. Den ersten Teil des Namens, Augusta, trug die Stadt, weil sie auf Befehl von Kaiser Augustus von dessen beiden Söhnen Drusus und Tiberius 15 v. Chr. (zunächst als Römerlager) gegründet wurde. Der zweite Teil, Vindelicorum, war die lateinische Bezeichnung für den Volksstamm der Vindeliker, die damals in diesem Gebiet zwischen Wertach (lateinisch Vinda) und Lech (lateinisch Licus) siedelten.
Die Zirbelnuss war als stilisierter Pinienzapfen auch das Feldzeichen der römischen Legion des hiesigen Römerlagers und wurde daher zum Symbol der späteren römischen Provinzhauptstadt.
Noch heute findet sich die Zirbelnuss auf zahlreichen Gebäuden und in Mauern eingelassen im gesamten Stadtgebiet als Zeichen Augsburgischer Stadtwürde.
Städtepartnerschaften
Augsburg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Inverness, Schottland (Vereinigtes Königreich), seit 1956
- Amagasaki (Japan), seit 1959
- Nagahama (Japan), seit 1959
- Dayton, Bundesstaat Ohio (USA), seit 1964
- Bourges (Frankreich), seit 1967
- Liberec (Tschechien), seit 2001
- Jinan, (Volksrepublik China), seit 2004
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
2004
Durch das nördliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn A 8 Stuttgart-München. Ferner führen die Bundesstraßen B 2, B 10, B 17 und B 300 durch die Stadt. Die B 2 erreicht Augsburg vom Norden autobahnähnlich und geht im Bereich der nördlichen Stadtgrenze in die B 17 (Westtangente) über, die im Stadtgebiet mehrspurig ausgebaut, teilweise tiefergelegt und bis auf zwei Kreuzungen im Bereich Göggingen und Stadtbergen/Pfersee ausschließlich mit Ausfahrten versehen ist. Die B17 verlässt Augsburg Richtung Süden und ist bis auf wenige Kilometer an die A96 autobahnähnlich angebunden.
Bus und Straßenbahn
Den ÖPNV bedienen vier Straßenbahnlinien der Stadtwerke Augsburg und 31 Stadtbusselinien der Stadtwerke Augsburg, Stadtwerke Gersthofen. Daneben bietet die AVV Augsburg Regionalbusse für den
- Raum Mering - Kissing (Linie 100 - 108)
- Raum Aichach - Friedberg (Linie 200 - 250)
- Raum Pöttmes - Aindling (Linie 301 - 323)
- Raum Wertingen - Meitingen (Linie 400 - 420)
- Raum Zusmarshausen - Welden - Aystetten - Neusäß (Linie 500 - 520)
- Raum Dinkelscherben - Gessertshausen (Linie 600 - 641)
- Raum Schwabmünchen - Bobingen - Königsbrunn (Linie 700 - 744) an.
In den vergangenen Jahren wurde das mittlerweile 35,5 km lange Augsburger Straßenbahnnetz durch Neubaustrecken zur Universität (1996), zur nördlichen Stadtgrenze (2001) und zum Klinikum (2002) erweitert. Die Nahverkehrszüge betreibt die Deutsche Bahn. Außerdem werden Taxisammeldienste im Rahmen des ÖPNV angeboten. Die angeschlossenen Unternehmen sind Partner des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV).
Schienenverkehr
Der Augsburger Hauptbahnhof ist ICE und IC-Station an den Strecken München-Stuttgart, München-Hamburg, München-Berlin, München-Frankfurt und München-Dortmund und darüber hinaus Deutschlands ältester Bahnhof, der noch im architektonischen Originalzustand in Betrieb ist. Augsburg ist daneben einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Süddeutschlands. Es liegt an der ICE und IC/EC-Strecke womit europäische Metropolen wie Amsterdam, Paris, Wien und Budapest umsteigefrei erreichbar sind.
Züge des Regionalverkehrs fahren außerdem auf folgenden Linien:
- in Richtung München/Nannhofen, Schmiechen als R1
- in Richtung Aichach, Radersdorf als R2
- in Richtung Donauwörth als R4
- in Richtung Dinkelscherben als R6
- in Richtung Schwabmünchen als R7
- in Richtung Klosterlechfeld als R8
Ab 2008 soll der Regionalverkehr als S-Bahn ähnlicher Schienenverkehr betrieben werden.
Im Eisenbahngüterverkehr ist Augsburg jedoch nach Stilllegung des Rangierbahnhofes kein Eisenbahnknoten mehr. Jedoch entsteht ab 2007 im Norden von Augsburg, auf den Fluren von Augsburg, Gersthofen und Neusäss ein Güterverkehrszentrum.
Eine Besonderheit in Augsburg ist die Localbahn, eine quer durch die Stadt verlaufende Eisenbahn, die den großen Industrieunternehmen einen Anschluss an das Eisenbahnnetz verschafft.
Flugverkehr
Im Nordosten der Stadt befindet sich der Flughafen Augsburg. Bei diesem soll die Startabbruchstrecke erweitert und ein neues Terminal mit Vorfeld gebaut werden. Da die Startbahn jedoch nicht verlängert wird und somit nur Passagiermaschinen bis 100 Personen landen dürfen, wurde diskutiert, den Natofliegerhorst Lechfeld für zivile Passagiermaschinen zu öffnen. Aufgrund der hohen zusätzlichen Kosten, die die Bundeswehr für die Verlagerung der Munitionsdepots in Rechnung stellen wollte, ist dieses Vorhaben aufgegeben worden.
Medien
In Augsburg erscheinen als Tageszeitungen bei der Presse Druck- und Verlags GmbH Augsburg die Augsburger Allgemeine und Ihre Heimatzeitungen. Die Augsburger Allgemeine ist die auflagenstärkste Regionalzeitung Deutschlands.
Außerdem gibt es den regionalen Fernsehsender TV Augsburg.
In der Radiolandschaft gibt es zwei Augsburger Lokalsender, Hit Radio RT.1 und Radio Fantasy, die eine eigene Frequenz besitzen und noch diverse weitere mit Kabelfrequenzen. Klassik Radio hat außerdem seinen Hauptsitz in Augsburg. Der Sender Rockantenne ist terrestrisch auf der Frequenz des ehemaligen Senders Radio Kö zu empfangen.
Bis vor einigen Jahren sendete auch das American Forces Network in Augsburg u.a. auch auf der Mittelwellenfrequenz 1485 kHz. Die hierfür eingesetzte Anlage in unmittelbarer Nähe der B17 ist noch erhalten, aber zur Zeit ohne Funktion ([http://www.structurae.de/structures/data/index.cfm?ID=s0014902 Quelle]).
Ansässige Großunternehmen
- EADS = Luft- und Raumfahrt
- KUKA = Industrieroboter und Schweißanlagen
- MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg
- NCR = SB-Geräte für den Finanzbereich, Kassensysteme (Retail), Datenbanksysteme
- Siemens = Siemens Technopark
- Fujitsu Siemens Computers = Computerentwicklung und Fertigung
- Osram = Leuchtmittelhersteller
- Böwe Systec = Kuvertiersysteme und Komplettlösungen für Mailrooms
- Kleindienst Solutions = Software- und Hardwareentwicklung & Hardwarefertigung
- Verlagsgruppe Weltbild = größter katholischer Verlag mit Versandhandel
- UPM-Kymmene (ehem. Haindl) = Papierfabrik
- Walter Bau AG = Bau-Management- und Technologie-Konzern (in Insolvenz)
- ArvinMeritor (nach Fusion mit Zeuna-Stärker) = KFZ-Zulieferant (Abgassysteme für PKW, Motorräder und Nutzfahrzeuge)
Traditionsunternehmen
- Brauerei zur Goldenen Gans, seit 1397
- Fürst Fugger Privatbank, 1486 wurde das Handelshaus Fugger erstmals als "Bank" bezeichnet
- Schöppler, Stadtfischer, seit 1650
- Thorbräu, seit 1684
- Schlosser’sche J. A. Buch- und Kunsthandlung, seit 1719
- Rieger & Kranzfelder, Buchhandlung, seit 1731
- Böhm Anton & Sohn, Musikverlag, seit 1803
- Dierig, seit 1805
- Stadtsparkasse Augsburg, gegründet am 2. Februar 1822
- Naegele, Parfümerie, seit 1835
- Siller und Laar, Eisenhandlung, seit 1836
- Weißenhorn H. & Cie., Möbeltransport, seit 1839
- Kreissparkasse Augsburg, seit 1855
- Hutfabrik Lembert seit 1861
- Pfister Waagen seit 1894
- Möbelspeditions- und Reiseunternehmen Domberger seit 1897
- J.N. Eberle & Cie. GmbH, seit 1836
Öffentliche Einrichtungen
In Augsburg haben folgende Behörden und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz:
Bildung
- Universität Augsburg; gegründet 1970; die theologische Fakultät hat ihre Tradition in der zwischen 1551 und 1802 in Dillingen bestehenden Philosophisch-Theologischen Hochschule der Augsburger Bischöfe. Philologisch-Historische, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche, Wirtschaftswissenschaftliche, Juristische, Mathematisch-Naturwissenschaftliche und Theologische Fakultäten, sowie die jüngst errichtete Fakultät für Angewandte Informatik.
- Fachhochschule Augsburg; gegründet 1971; diese Hochschule geht zurück auf die 1710 gegründete Reichsstädtische Kunstakademie, die im 19. Jahrhundert mit einer polytechnischen Lehranstalt zur Polytechnischen Schule zusammengeschlossen wurde.
Freizeit- und Sportanlagen
- Rosenaustadion (FC Augsburg)
- Curt-Frenzel-Stadion (Eisstadion: AEV/Augsburger Panther)
- Sporthalle (Schauplatz olympischer Wettbewerbe bei der Olympiade 1972)
- Olympia-Kanustrecke am Eiskanal
- Sportanlage Süd (TSV Schwaben Augsburg - Großes Sportfeld am westlichen Rand des Siebentischwaldes mit vielen Sportplätzen, Laufwegen)
- Die Städtischen Frei- und Hallenbäder (deren Bestand lange Zeit unsicher war, die nun aber wohl erhalten bleiben werden)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kultur und Sehenswürdigkeiten in Augsburg
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Siehe Liste der Ehrenbürger von Augsburg.
Söhne und Töchter der Stadt
Siehe Liste_Persönlichkeiten_(Augsburg).
Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zu Augsburg
Siehe Liste_Persönlichkeiten_(Augsburg).
Literatur
- Wolfgang Zorn: Augsburg: Geschichte einer europäischen Stadt; von den Anfängen bis zur Gegenwart, Augsburg, 2001 ISBN 3-89639-319-7
- Bayerisches Städtebuch; Band V 2. Teilband Ober-, Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben. Aus: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1974
- Augsburger Stadtlexikon / hrsg. von Günther Grünsteudel … - 2., völlig neu bearb. und erheblich erw. Aufl. - Augsburg: Perlach-Verlag, 1998. - 997 S. : Ill.; 28 cm. - ISBN 3-922769-28-4 ([http://www.bsz-bw.de/depot/media/3400000/3421000/3421308/00_0400.html Info im Web])
- [http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/s99vsm8.html Vorlesung Prof. Schmid, Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte, Universität Regensburg SS 1999 - Literaturliste: Das östliche Schwaben]
- Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Weblinks
- [http://www.augsburg.de/ Stadt Augsburg]
- [http://www.stadtplan.net/brd/bayern/augsburg/home.html Stadtplan]
- [http://www.hhog.de/showgallery.php?imageFolderID=10153&imageID=1000&cityID=10140&lang=de Historic Highlights of Germany - Augsburg] (mit Bildergalerie)
- [http://www.regio-augsburg.de/ Tourismusinformation der Region Augsburg und Umgebung]
-
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Deutschland/Bayern/St%c3%a4dte_und_Gemeinden/A/Augsburg/ Augsburg im Open Directory Project (Linksammlung)]
Kategorie:Ort in Bayern
Augsburg
Kategorie:Reichsstadt
als:Augsburg
ja:アウクスブルク
Ulrich von AugsburgDer heilige Ulrich von Augsburg (in der Augsburger Bischofsliste als Ulrich I. geführt) ( - 890 in Wittislingen oder Augsburg; † 4. Juli 973 in Augsburg) war von 923 an Bischof von Augsburg.
Meriten erwarb er sich durch die hervorragende Verteidigung der Stadt Augsburg zu Zeiten der Magyareneinfälle im 10. Jahrhundert. Am weltbewegenden Sieg von König und Kaiser Otto I. über die Ungarn bei der Schlacht auf dem Lechfeld (8. bis 10. August 955) hat er enormen Anteil. Bischof Ulrich band gegnerische Kräfte in Stadtnähe. Er ist der erste in einem Heiligsprechungsverfahren (Kanonisierung) bestätigte Heilige. Papst Johannes XV. verkündete das Ergebnis am 3. Februar 993.
Kirchengeschichtliche Zeitumstände
Ulrich übernahm das Bistum Augsburg durch Ernennung von König Heinrich I. im Jahr 923. Es litt damals schwer unter den häufigen Einfällen der Ungarn ins Reich. Wegen dieser permanenten Gefahr initiierte Ulrich den Bau eines schützenden Mauerrings anstelle vorhandener Palisaden um die Stadt. Seinen auch staatlichen Verpflichtungen als Bischof dem jeweiligen Herrscher gegenüber kam Ulrich vorbildlich nach. Er gehörte zu deren Beratern.
Leben
Ulrich war Sohn des alemannischen Gaugrafen Hupald von Dillingen und stammte somit aus dem Adelsgeschlecht der Hupaldinger. Sein Vater bereitete eine kirchliche Karriere für ihn vor und schickte ihn in die Abtei St. Gallen, wo Ulrich von 900 bis 908 studierte. Nach einem Intermezzo als Kämmerer seines Onkels, des Augsburger Bischofs Adalbero, zog er sich 909 nach dessen Tod auf die elterlichen Güter zurück. Fürsprachen beim König bewirkten, dass ihm 14 Jahre später das durch den Tod von Bischof Hiltine vakant gewordene Amt des Augsburger Bischofs anvertraut wurde. Am 28. Dezember 923 fand seine Bischofsweihe statt.
Ulrich führte eine starke Politik und stand bei den deutschen Kaisern Heinrich I. und Otto I. in hohem Ansehen. Er konnte sich gegen Herzog Arnulf durchsetzen, der damals das Recht auf Klösterweihung ins Weltliche übertragen wollte, und ließ Augsburg im Jahre 926 während der Ungarnkriege befestigen. Vor allem von Otto I. gilt er als enger Vertrauter, so ist Ulrich mindestens fünfzehnmal im Gefolge des Kaisers nachweisbar.
Er nahm seine seelsorgerischen und auch die staatlichen Aufgaben ernst und kurbelte die Missionsarbeit bei Klerus und Volk an. Er sorgte für Klöster und unterstützte die Armen. Auf die Gestaltung der Liturgie nahm er starken Einfluss.
Beim so genannten Liudolf-Aufstand (953/954) schlug Ulrich sich auf die Seite des Kaisers, obwohl damals ganz Schwaben, Franken und Bayern vom Kaiserreich abfielen. Später konnte er sogar zusammen mit dem Churer Bischof Hartbert einen Waffenstillstand zwischen Otto I. und dessen rebellischem Sohn Liudolf vermitteln.
Im August 955 erreichten die Ungarn, die damals durch ganz Südeuropa zogen, auch Augsburg. Sie belagerten die Stadt, scheiterten aber bei der Einnahme am Mauerring. Ulrich befehligte hoch zu Ross die Verteidiger. Die Ungarn hielten sich im Umland plündernd schadlos. So zerstörten sie auch die außerhalb der Stadt gelegene Kirche der heiligen Sankt Afra. Ulrich ließ die Kirche nach dem Ende der Kämpfe wieder aufbauen.
Daß Ulrich und die Augsburger es geschafft hatten, die überlegenen Angreifer erfolgreich abzuwehren, war für den triumphalen Sieg des herbeigeeilten Ottos am 10. August 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld über die Ungarn vermutlich eminent wichtig. Nach diesen Kämpfen stieg Ulrich endgültig in die obere Schichte der Mächtigen Deutschlands auf. Wohl wegen diesen Leistungen erhielt Ulrich vom Kaiser das Privileg der Münzprägung.
Um 958 stiftete er aus eigenen Mitteln einen Schrein aus Gold und Silber für Reliquien des Hl. Mauritius. Im Jahr 969 gründete er das Augsburger Kanonissenstift St. Stephan.
Ab 960 etwa begann Ulrich sich mehr und mehr zugunsten seiner geistlichen Aufgaben zurückzuziehen: 963 verlieh er die Verwaltung von Heeres- und Hofdienst an seinen Neffen Adalberto. Im folgenden widmete er sich ganz den spirituellen Aufgaben: Er pilgerte mindestens viermal nach Rom, von wo er aus auch diverse heilige Reliquien nach Augsburg überführen konnte. Ferner reiste er viel durch sein Bistum, predigte selbst, verlieh überall die Firmung etc. All das macht ihm beim Volk überaus beliebt.
971 ging Ulrich noch einen Schritt weiter und übertrug die Verwaltung des Bistums und alle weltlichen Aufgaben des Bischofs an Adalberto. Im September 972 scheiterte er mit dem Vorhaben, auch das Bischofsamt an sich auf jenen zu übertragen und sich ins Klosterleben zurückzuziehen, am Veto des Kaisers. Am 4. Juli 973 starb Ulrich in Augsburg und wurde in der wiederaufgebauten Augsburger Kirche St. Afra beigesetzt.
Schlussendlich schrieb Ulrich, der schon zu Lebzeiten der wohl beliebteste deutsche Kleriker war, auch nach seinem Tod Geschichte: Am 3. Februar 993, keine zwanzig Jahre also nach seinem Tod, war Ulrich der erste, der vom Papst persönlich heilig gesprochen wurde. Zuvor wurde dieser Akt von den lokalen Kirchenstellen durchgeführt.
Die Erinnerung an sein asketisches Leben, seine Mildtätigkeit und Frömmigkeit führten schon bald darauf zu einer Verehrung als Heiliger im Volk, die sich über weite Teile in Europa verbreitete. Vor allem in Augsburg, aber auch sonst im süddeutschen Raum wurde sein Name als Vorname im späten Mittelalter höchst populär. 1575 schrieb Johann Fischart, dass die Augsburger alle Urli ("Ulrich") hießen.
Gedenktag
Am 4. Juli, seinem Todestag, wird des Heiligen gedacht.
Ulrich ist einer der drei Patrone der Stadt und des Bistums Augsburg.
Ulrich ist der Heilige der Reisenden, Wanderer, Fischer, Weber, Winzer und Sterbenden. Er wird angerufen bei schwerer Geburt, gegen Fieber, Körperschwäche, Tobsucht und Tollwut, Ratten- und Mäuseplagen, Wassergefahren und Überschwemmungen
Ikonografie
Ulrich wird mit dem Ornat eines Bischofs und einem Fisch dargestellt.
Die Legende erzählt, dass er einem Sendboten an einem Freitag ein Stück Braten von seiner Tafel als Wegzehrung für den Rückweg mitgegeben habe. Als der Bote seinem Herrn, dem Herzog von Bayern, den Frevel zum Freitagsgebot durch Vorzeigen des Fleischstückes beweisen wollte, war dieses in einen Fisch verwandelt.
Auch das so genannte Ulrichskreuz dient den Gläubigen zur Erkennung des Hl. Ulrich.
Redensart
Den heiligen Ulrich anrufen ist ein euphemistischer Ausdruck für sich erbrechen. Die Herkunft ist vermutlich lautmalerisch, vom Geräusch das ähnlich wie Ulrich klingt.
Literatur
Gerhard von Augsburg: Vita Sancti Uodalrici. Die älteste Lebensbeschreibung des heiligen Ulrich. Editiones Heidelbergenses 24. Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg, 1993. ISBN 3-8253-0018-8
Siehe auch
- Liste der Seligen und Heiligen
- Heiligenkalender
- Basilika St. Ulrich und Afra
Weblinks
- [http://St-Ulrich-und-Afra.de/Basilika/Ulrich/ Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg (Grabesstätte) des Hl. Ulrich]
- [http://www.bautz.de/bbkl/u/ulrich_uodalricus.shtml Ulrich (Uodalricus)]
- [http://www.hschodder.bei.t-online.de/intkalender/07-04ulr.htm Namenstag]
Kategorie:Mann
Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (10. Jh.)
Kategorie:Heiliger
Kategorie:Augsburg
Augsburg, Ulrich von
Augsburg, Ulrich von
Afra von AugsburgAfra von Augsburg († 304 in Augsburg) war eine frühchristliche Märtyrerin im heutigen Bayern und gehört zu den Heiligen in der katholischen Kirche.
Ihr mutiges Zeugnis für ihren Glauben hat in der damaligen christlichen Gemeinde und später in der Bevölkerung offenkundig starken Eindruck gemacht. Nach ihrem Tod setzte eine Verehrung Afras als Heilige ein. Vor den Toren Augsburgs entstand eine Kirche zu ihren Ehren. Das Gotteshaus wurde 955 bei einem Ungarn-Einfall zerstört (siehe dazu Ulrich von Augsburg).
Afra wurde heiliggesprochen im Jahr 1064.
Kirchengeschichtliche Zeitumstände
Der christliche Glaube verbreitete sich über Rom allmählich im gesamten Imperium. Weil sich Christen weigerten, am Kaiserkult teilzunehmen, und das Sklaventum aus Glaubensgründen missbilligten, kam es bald zu Konflikten mit der Staatsmacht. Mehrmals fanden Christenverfolgungen im Römischen Reich statt, zuletzt zu Beginn des 4. Jahrhunderts unter Kaiser Diokletian. Jüdische oder christliche Abweichler von der Staatsreligion wurden, wenn sie dessen überführt waren, mit dem Tode bestraft. Gleichwohl verbreitete sich die christliche Religion auch in den Provinzen. In den Städten Augusta Vindelicum (Augsburg) und Castra Regina (Regensburg) hat es Anhänger der neuen Glaubenslehre gegeben.
Leben
Es gibt fast keine gesicherten Fakten zum Leben der heiligen Afra. Vieles beruht auf mündlicher Überlieferung im Wege von Legenden. Von ihrer zyprischen Mutter war Afra zur Dienerin der Göttin Venus bestimmt worden. Afra wird über Rom den Weg nach Augsburg gefunden haben. Hier war die Jungfrau ansässig und ging gewerbsmäßiger Prostitution nach. Bischof Narzissus soll bei einer Christenverfolgung im Hause der Dirne Schutz gesucht und sie mit dem neuen Glauben vertraut gemacht haben. Afra ist zum Christentum übergetreten und von ihm getauft worden. Ihr neuer Glaube blieb nicht verborgen. Sie wurde deshalb dem Richter vorgeführt. Afra stand dort zu ihrer neuen religiösen Überzeugung. Als Strafe wurde der Feuertod über sie verhängt. Die Hinrichtung soll auf einer Flussinsel im nahen Lech erfolgt sein. Nach anderer Quelle wurde Afra an einen Baumstamm gebunden und enthauptet. Diese Beschreibung hat einen solch historisch gesicherten Fakt des Jahres 304 auf ihrer Seite. Die Kirche St. Afra im Felde in Friedberg (Bayern) wurde der Überlieferung nach auf der Stätte ihres Todes errichtet.
Gedenktag
Am 7. August erinnert sich die Kirche dieser Heiligen. Die Hl. Afra ist Schutzpatronin für Stadt und Bistum Augsburg (neben St. Ulrich und St. Simpert). Sie wird angerufen von Büßerinnen, reuigen Freudenmädchen und armen Seelen sowie im Falle von Feuersnot.
Ikonografie
Afra wird in der Regel mit Märtyrerpalme und Krone an einen Baum gebunden und auf einem brennenden Holzstoß stehend dargestellt. Baum und Feuer sind ihre Attribute. In seltenen Fällen sind es auch Pinienzapfen, die ihr als Attribut dienen.
Auf dem 1607 entstandenen Afra-Altar von Hans Degler und Elias Greither, der sich in der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg befindet, ist ihre Feuermarter dargestellt.
Literatur
Schad, Martha: Afra, Bilder einer Heiligen; Augsburg, 1993; ISBN 3-92-924603-1
Angela Dopfer-Werner: "Myrrha"; Roman zur Legende der Heiligen Afra; Fischer Taschenbuch 2005;
ISBN 3596163986
Weblinks
- http://courseweb.stthomas.edu/paschons/bios/a.html St. Afra von Augsburg
- http://gutenberg.spiegel.de/schoeppn/bysagen/bys0410.htm Sage zur Hl. Afra zu Augsburg
- http://www.zum.de/Faecher/kR/Heilige.htm Kritische Auseinandersetzung mit den wahren Begebenheiten hinter der Legende
- http://www.myrrha.de Roman zur Legende der Heiligen Afra von Angela Dopfer-Werner, Fischer Taschenbuch 2005
Siehe auch: Liste von Heiligen, Liste der Seligen, Heiligenkalender
Kategorie:Frau
Kategorie:Gestorben 304
Kategorie:Heiliger
Kategorie:Märtyrer
304
Politik und Weltgeschehen
- Nach dem Tod (Martyrium?) des römischen Bischofs Marcellinus bleibt dessen Amt aufgrund der Christenverfolgung bis 307 vakant.
-
- 4. Mai - Florian von Lorch, römischer Märtyrer
- Afra von Augsburg, Märtyrerin
- Marcellinus, Bischof von Rom
- Porphyrios, syrischer Religionskritiker ( - um 234)
- Cyrilla, Märtyrerin
- Susanna von Concordia, Märtyrerin
- um 304 - Achilleus, römischer Märtyrer
- um 304 - Nereus, römischer Märtyrer
- um 304 - Pankratius, römischer Märtyrer ( - um 290)
- um 304 - Sophia von Rom, römische Märtyrin
- um 304 - Vinzenz von Valencia, spanischer Märtyrer
ko:304년
973
Politik und Weltgeschehen
- Reisebericht des Ibrahim ibn Jacub - von Magdeburg nach Prag
- Erste urkundliche Erwähnung von Dietenheim und Heiligenstadt
- 6. Mai - Heinrich II. († 1024)
- 4. September - Al-Biruni, persischer Gelehrter († 1048)
- 14. Januar - Ekkehard I. von St. Gallen, Dekan des Kloster St. Gallen und vermutlich Autor des "Walthariliedes" ( - 910)
- 26. März - Guntram der Reiche, Stammvater der Habsburger ( - ?)
- 27. März - Hermann Billung, Markgraf von Sachsen ( - 900/912)
- 7. Mai - Otto I., der Große, in seiner Pfalz Memleben gestorben ( - 912)
- 4. Juli - Ulrich von Augsburg, Bischof und katholischer Heiliger ( - 890)
- 12. November - Burchard III. (Schwaben), Graf im Thur- und Zürichgau, Herzog von Schwaben ( - um 915)
ko:973년
BenediktinerDie Benediktiner bilden einen Orden innerhalb der römisch-katholischen Kirche, den „Ordo Sancti Benedicti“ (OSB).
Ordensgründung und anschließende Ausbreitung
Der Orden geht auf Benedikt von Nursia ( - um 480; † 547) zurück, der 529 im Kloster bei Montecassino die nach ihm benannte Regel (Regula Benedicti, Benediktsregel) aufstellte. Diese Regel basiert auf der Regula magistri eines unbekannten Autors. Wesentliche Haltungen, die die Regel von den Mönchen verlangt, sind Gehorsam, Schweigsamkeit, Beständigkeit und Demut.
Der größte Teil des Tages ist dem gemeinsamen und persönlichen Gebet gewidmet oder wird in Stille, mit Meditation und geistiger Lektüre verbracht, daneben steht handwerkliche Arbeit im Dienste der Gemeinschaft, Essen und Schlafen. Der Tagesablauf der Mönche wird gegliedert durch das Opus Dei, den gemeinsamen Gottesdienst, der acht Offizien (Vigil, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet) umfasst. In manchen Klöstern ist es jedoch heute üblich, einige der Gebete zusammenzufassen und diese dafür umso länger zu praktizieren.
Der Orden verbreitete sich im Frühmittelalter in ganz Westeuropa. Sein Einfluss erstreckte sich nicht nur auf die Christianisierung Europas, z.B. durch Bonifatius ( - 673; † 754), sondern auch auf die Kultur (Obstbau, Weinbau, Schulen, Bücher). Es ist weitgehend den Benediktinern zu verdanken, dass das kulturelle Erbe der Antike in Westeuropa erhalten blieb. Sogar viele Universitäten waren ursprünglich Klosterschulen.
Aus dem Benediktinerorden haben sich zahlreiche weitere Orden entwickelt, z.B. die Zisterzienser. Der Orden hatte zur Zeit der cluniazensischen Reformen (Cluny) die größte Wirkung als geistliche Reformbewegung.
Bis ins Hochmittelalter waren die Benediktiner der bedeutendste Orden, verloren diese Stellung aber teilweise an die im 13. Jahrhundert neu entstehenden Bettelorden.
Durch die staatlich erzwungene Säkularisierung wurden in Deutschland fast alle Benediktiner- und Benediktinerinnenklöster zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgelöst. In der zweiten Hälfte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gab es zahlreiche Neugründungen.
Benediktinerabteien sind jeweils eigenständige Gemeinschaften; eine übergreifende Ordensorganisation im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Die Klöster sind in Kongregationen zusammengeschlossen (z.B. Beuroner Kongregation, Benediktinerkongregation von St. Ottilien), die Kongregationen wiederum zur Benediktinischen Konföderation, der der Abtprimas vorsteht; dieser hat allerdings keine Leitungsfunktion.
Tätigkeiten der Benediktiner
Schulen
Die Lehrtätigkeit der Benediktinerklöster hat eine lange Tradition. Bereits zu Lebzeiten des Heiligen Benedikt wurden Kinder ins Kloster aufgenommen, um ihnen Bildung zu vermitteln. Die beiden ersten Schüler des heiligen Benedikt sind der Überlieferung nach der hl. Placidus und der hl. Maurus. Dies geht aus der Lebensbeschreibung („Vita“) von Papst Gregor dem Großen hervor.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Benediktinerklöster zu Zentren der Kultur und Bildung und haben nicht selten die Kinder aus Adelshäusern ebenso erzogen wie das einfache Volk. Aus dieser Tradition heraus sind Schulen mit modernen Lehrplänen entstanden. Auch heute noch unterhalten viele Benediktinerklöster Schulen und Internate. Eine der bekanntesten Benediktinerschulen in Deutschland unterhält die Abtei Ettal mit einer Schul- und Internatstradition, die bis in die Barockzeit zurückgeht!!
Jugendarbeit und Erwachsenenbildung
Papst Gregor dem Großen
Neben diesen für den dauerhaften Besuch angelegten Einrichtungen laden verschiedene Jugendbegegnungshäuser und Jugendbildungshäuser der Benediktinerklöster zum Besuch ihrer offenen Angebote ein. Die Arbeit vieler Benediktinerklöster erstreckt sich heute aber auch auf das Gebiet der Erwachsenenbildung, beispielsweise werden sogar Seminare für Manager und Unternehmer veranstaltet.
Erwähnen sollte man in diesem Zusammenhang, daß es sog. Benediktiner-Oblaten gibt, die zwar kein Mönchsgelübde abgegeben haben, aber dafür ein Versprechen vor Gott, sich an die Regel des Heiligen Benedikt zu halten und dies in Zuordnung zu einem bestimmten Kloster leben.
Obstbau, Heilpflanzen, Kräutergärten
Ein Obstgarten sowie ein Kräutergarten waren wichtige Bestandteile benediktischer Klöster.
Davon zeugt schon ein Gedicht über das Landleben des Wandalberts von Prüm aus dem 9. Jahrhundert, in dem der Mönch der Abtei Prüm die Pflege von Obstbäumen schildert.
Ein anderer Benediktinerabt, der auf der Reichenau ansässige Walahfried Strabo (809-849), verfasste ein Gartenbuch, „Hortulus“ genannt, in dem er 23 Heilpflanzen in Versform beschrieb.
812 erstellte der Abt Ansegis von St. Wandrille im Auftrag Kaiser Karls des Großen eine Liste von 73 Nutzpflanzen sowie 16 Obstbäumen, die in jedem Landgut kultiviert werden sollten. Diese Liste steht im 70. Kapitel der Capitulare de villis vel curtis imperialibus.
Im 12. Jahrhundert verfasste die Benediktinerin Hildegard von Bingen (1098–1179) Bücher über Heilpflanzen. Bei ihr kommt es zu einer Verschmelzung von antikem Wissen, christlichem Glauben und germanischem Weltbild. Obwohl ihre Bücher in lateinischer Sprache geschrieben sind, verwendet sie für die Heilpflanzen die volkstümlichen Bezeichnungen ihrer Heimat. Somit werden ihre Bücher u.a. zu einem Zeugnis der Volksmedizin ihrer Zeit.
Darüberhinaus betreibt der Benediktinerorden vor allem in Afrika und Asien zahlreiche Missionsstationen, wie zum Beispiel Peramiho in Tansania.
Siehe auch: bekannter Benediktinermönch des 21. Jahrhunderts: Anselm Grün
Literatur
- Heinz Erich Stiene: Carmina Brauweilerensia, Lateinische Dichtung in der Benediktinerabtei Brauweiler vom 11. bis 18. Jahrhundert. Edition, Übersetzung, Kommentar (= Pulheimer Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde, 18. Sonderveröffentlichung), Pulheim: Verein für Geschichte und Heimatkunde e.V. 1997, 223 S., zahlr. Abb.
Weblinks
- [http://www.kloster-ettal.de/regel/index.html Die Regel des Heiligen Benedikt]
- [http://www.benediktiner.de/regula/Regula_Benedicti.pdf Die Regel des Heiligen Benedikt (Latein)]
- [http://www.benediktiner.de/ Benediktiner im deutschen Sprachraum]
- [http://www.osb-international.info Website der Benediktinischen Konföderation mit Atlas aller weltweit bestehenden Benediktiner- und Benediktinerinnenklöster]
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Kategorie:Katholizismus
ja:ベネディクト会
Kloster Sankt Ulrich und Afra AugsburgKloster Sankt Ulrich und Afra Augsburg ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner in der südlichen Altstadt von Augsburg in Bayern in der Diözese Augsburg.
Geschichte
Das St. Ulrich und Afra (das Kollegiatstift: St. Afra) geweihte Kloster wurde vor 1012 durch Kanoniker der Kirche St. Afra gegründet und war ein Kloster der Benediktiner. Ab 1643/1644 bis zum Jahr 1802 war es Reichsabtei. Das Kloster wurde 1802 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst. Die Stadt Augsburg und der Staat Bayern teilten sich den Besitz. 1805 wurden ein Militärspital und eine Kavalleriekaserne in der Klosteranlage eingerichtet.
Äbte von St. Ulrich und Afra
- Reginbald (ca.1012-1015)
- Dego (1015-1018)
- Gotstegen (1018-1020)
- Fridebold (1020-1030)
- Heinrich I. (1031-1044)
- Tieto (1044-1050)
- Adelhalm (1050-1065)
- Diemar (1065-1080)
- Sigehard (1080-ca.1094)
- Hartmann (1094-1096)
- Berengar (1096-1107)
- Adalbero (1107-1109)
- Gunther (-1109)
- Egino (1109-1120)
- Wollemar (1122-1126)
- Udalschalk (1127, 1151)
- Hezilo (1156, 1164)
- Ulrich I. von Biberbach (1169, 1174)
- Heinrich II. von Meysach (1177, 1179)
- Manegold (1182, 1184)
- Heinrich III. (1187, 1190)
- Erchenbold (1193, 1200)
- Ulrich II. (-1204)
- Heinrich IV. von Belsheim (1213, 1216)
- Dietho (1221, -1225)
- Luitfrid (1225-1230)
- Hiltibrand von Thierheim (1234, -1241)
- Gebwin von Thierheim (1241-1266)
- Dietrich von Rodt (1277, -1288)
- Sibotho Stolzkirch (1288-1292)
- Heinrich V. von Hagenau (1292-1315)
- Marquard von Hageln (1316-1334)
- Konrad I. Winkler (1334-1355)
- Johannes I. von Vischach (1355, 1366)
- Friedrich von Gummeringen (1368, 1379)
- Heinrich VI. von Gabelbach (1382, - 1396)
- Johannes II. Lauginger (1396-1403)
- Johannes III. Küssinger (1404, 1428)
- Heinrich VII. Heutter (-1439)
- Johannes IV. von Hohenstein (1439-1458)
- Melchior von Stamheim (1458-1474)
- Heinrich VIII. Fryess (1474-1482)
- Johannes V. von Giltingen (1482-1496)
- Konrad II. Moerlin (1496-1510)
- Johannes VI. Schrott (1510-1527)
- Johannes VII. Koenlin (1527-1539)
- Simon Goll (1539-1548)
- Jakob Koepplin (1548-1600)
- Johannes VIII. Merk (1600-1632)
- Bernhard Hertfelder (1632-1664)
- Gregor I. Jos (1664-1674)
- Roman Daniel (1674-1694)
- Willibald Popp (1694-1735)
- Coelestin Mayr (1735-1753)
- Joseph Maria von Langenmantl (1753-1790)
- Wikterp Grundner (1790-1795)
- Gregor II. Schäffler (1795-1802)
Literatur
- Hemmerle, J., Die Benediktinerklöster in Bayern (= Germania Benedictina, Bd.2), Ottobeuren 1970, S.45-50
Weblink
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-kloester/detail.cgi?id=KS0033&templ=db_vorlage_detail_geschichte Klöster in Bayern: St. Ulrich und Afra - Keimzelle des Christentums in Augsburg (Haus der Bayerischen Geschichte)]
- [http://www.maislinger.net/Rendl/archiv/1symposion/pfarren/pfarre_stulrichundafra.html Katholische Stadpfarrei St. Ulrich und Afra als „Priestermistbeet“ des Bistums Augsburg]
Kategorie:Augsburg
Augsburg
Kategorie:Kloster in Bayern
1500
Kultur
- 23. Juli: Fertigstellung des Basler Münsters
- Genremalerei entsteht
- Schwabacher Schrift wird erfunden
Politik und Weltgeschehen
- 17. Februar: In der Schlacht bei Hemmingstedt schlagen Dithmarscher Bauern unter Führung von Wulf Isebrand das dänische Heer
- 10. April: Der Reichstag zu Augsburg wird eröffnet. Die Beratungen führen zur Herausgabe einer Reichsexekutionsordnung zur Vollstreckung der Urteile des Reichskammergerichts und der Einteilung des Reiches in sechs Reichskreise
- 22. April: Brasilien wird portugiesische Kolonie
- 7. Februar: João de Castro, portugiesischer Feldherr und Seefahrer († 1560)
- 24. Februar: Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs († 1558)
- 3. März: Reginald Pole, Erzbischof von Canterbury († 1558)
- 12. April: Joachim Camerarius d. Ä., deutscher Humanist, Universalgelehrter und Dichter († 1574)
- 17. Mai: Federico II. Gonzaga, Herzog von Mantua († 1540)
- 5. Juli: Paris Bordone, italienischer Maler († 1571)
- 1. August: Johann Rivius, deutscher Pädagoge und Theologe († 1553)
- 5. September: Maria von Jever, die letzte Regentin der Herrschaft Jever aus dem Häuptlingsgeschlecht der Wiemkens († 1575)
- 3. November: Benvenuto Cellini, italienischer Bildhauer und Goldschmied († 1571)
- Pedro de Valdivia, spanischer Konquisitator
- Ditmar Koel Kapitän, erfolgreicher Seeräuberjäger und von 1548 bis 1563 Bürgermeister von Hamburg († 1563)
- 29. Mai Bartolomeu Diaz, portugiesischer Seefahrer und Entdecker ( - um 1450)
- 12. September: Albrecht III. (Sachsen), Herzog von Sachsen und Begründer der albertinischen, später königlich sächsischen Linie ( - 1443)
- 21. Oktober: Go-Tsuchimikado, 103. Kaiser Japans ( - 1442)
ko:1500년
Ulmer Münster
Das Ulmer Münster ist die im gotischen Stil errichtete Hauptkirche der ehemals freien Reichsstadt Ulm. Es ist ein evangelisches Gotteshaus und gehört (wie auch etwa der Kölner Dom) zu jenen gotischen Kirchen in Deutschland, die erst Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Höhepunkt deutschen Nationalbewusstseins vollendet wurden.
Bedeutung
Das Münster hat mit 161,53 m Höhe (768 Stufen) bis heute den höchsten Kirchturm der Welt (siehe Liste der höchsten Kirchtürme der Welt). Das Kirchengebäude ist 123,56 Meter lang und 48,8 Meter breit und bedeckt somit eine Fläche von rund 8260 Quadratmetern. Keine andere protestantische Kirche der Welt übertrifft diese Ausmaße. Das Mittelschiff hat eine Höhe von 41,6 Metern, die Seitenschiffe 20,55 Meter. An den Schnittstellen der Seitenschiffe mit dem Mittelschiff stehen (am östlichen Ende des Münsters) zwei Chortürme mit jeweils ca. 86 m Höhe.
Das Münster bietet 2000 Sitzplätze in der normalen Bestuhlung. Beim Posaunentag finden, durch zusätzliche Sitzgelegenheiten 4500 Bläser mit Instrumenten Platz. Im Mittelalter bot das Münster Platz für 20000 Menschen, da es damals üblich war während des Gottesdienstes zu stehen. Es ist eines der größten gotischen Bauten in Süddeutschland und ein Kulturdenkmal.
Baugeschichte
Da im 14. Jahrhundert die Ulmer Pfarrkirche rund einen Kilometer vor den Toren der Stadt steht, streben die Bürger an, innerhalb der Stadtmauern eine Kirche zu errichten, finanziert durch die Einwohner selbst. Am 30. Juni 1377 ist die Grundsteinlegung unter Meister Heinrich II. Parler. Dieser hatte zuvor Erfahrungen in Schwäbisch Gmünd gesammelt. Es erbaut den Chor und die unteren Teile der Chorflankentürme. 1381 wird die Baustelle von Meister Michael Parler übernommen, der zuvor in Prag wirkte. Er führt den Bau im Langhaus weiter, das zunächst als dreischiffige Hallenkirche mit annähernd gleichbreiten und -hohen Schiffen konzipiert wird. Von 1387 bis 1391 übernimmt Meister Heinrich III. Parler die Leitung der Bauhütte.
1392 wird Ulrich Ensinger, auch Ulrich von Ensingen genannt, die Bauleitung übertragen, der zuvor in Prag und am Straßburger Münster gewirkt hat. Er träumt von einem über 150 m hohen Hauptturm. Am 25. Juli 1405 wird das Münster geweiht, lediglich bedeckt durch ein provisorisches Notdach. Mit Matthäus Ensinger übernimmt 1446 der Sohn von Ulrich die Bauleitung (bis 1463). Er vollendet 1449 das Chorgewölbe und 1452 das Gewölbe des Nordschiffes.
Der neue Baumeister Matthäus Böblinger ändert 1477 die Pläne, vor allem die des Hauptturms. In seine Zeit (bis 1494) fallen die ersten massiven Schäden: 1492 müssen die Seitenschiffe abgerissen und niedriger geplant werden, da sie die Wände des Mittelschiffs belasten (die Nordwand des Mittelschiffs weist noch heute eine Abweichung aus dem Lot von bis zu 27 cm auf).
Das Chorgestühl von Jörg Syrlin dem Älteren von 1469-74 mit hunderten aus Eichenholz geschnitzten Figuren zählt zu den herausragenden Kunstwerken seiner Zeit.
1530/1531 kommt es bei einer namentlichen Abstimmung in Ulm zum Übertritt zum evangelischen Glauben. Dem sogenannten Bildersturm fallen über 60 Altäre, darunter der Hauptaltar zum Opfer. 1543 kommt es, den Zeitumständen entsprechend, zum Baustillstand. Der Hauptturm hat zu diesem Zeitpunkt eine Höhe von rund 100 m, die Chortürme jeweils etwa 32 m.
1817 werden bei Malerarbeiten die Fresken im Innern des Münsters grau übermalt. Mit dem Einzug eines neuen Wohlstandes wird ab 1844 am Münster wieder weitergebaut: Es beginnt mit den Sicherungsmaßnahmen für den Weiterbau allgemein sowie mit dem Ausbau der beiden Chortürme.
Ab 1880 müssen die ersten Erhaltungsmaßnahmen eingeleitet werden, bevor von 1885 an der Haupt- bzw. Westturm zur Vollendung kommt. Mit dem Aufsetzen einer Kreuzblume wird dieser 1890 vollendet und das Münster hat sein heutiges Aussehen erhalten. Die Leitung für diesen Bauabschnitt hatte August von Beyer.
Am 22. April 1934 geben Vertreter der evangelischen Kirche aus ganz Deutschland im Münster die Ulmer Erklärung ab, in der sie sich offen gegen Hitler wenden.
Beim vernichtenden Fliegerangriff auf Ulm am 17. Dezember 1944 wurde das Münster kaum beschädigt, obwohl fast sämtliche anderen Gebäude des Münsterplatzes schwer getroffen wurden. Kurz vor Kriegsende explodierte eine Sprengbombe im Chorgewölbe.
Heute wird große Mühe darauf verwendet, den Bauzustand des Münsters zu erhalten, wofür jährlich Hunderttausende Euro aufzubringen sind.
Siehe auch
- Liste der höchsten Kirchtürme der Welt
Literatur
- Elmar Schmitt, Adolf Silberberger: Das Ulmer Münster in Vergangenheit und Gegenwart. Konrad, 1989 ISBN 387437288X
Weblinks
- [http://www.ulmer-muenster.de ulmer-muenster.de]
- [http://www.emporis.com/ge/wm/bu/?id=127335 Eintrag bei emporis.com]
- [http://www.pbase.com/hkr2000/das_ulmer_muenster_ private Fotogalerie]
- [http://www.swu.de/direkt/webcam/index.html Live Webcam]
Kategorie:Ulm
Kategorie:Wahrzeichen
Ulm, Münster
Kategorie:Gotisches Bauwerk
Kategorie:Weltrekorde
1537
Politik und Weltgeschehen
- 6. Januar: Alessandro de Medici fällt einem Anschlag zum Opfer
- 3. Mai: Gründung der kolumbianischen Stadt Santa Cruz de Mompóx
- 17. Dezember: Papst Paul III. bannt König Heinrich VIII. und verhängt das Interdikt über ganz England
- Der Buchdruck und die Papiermacherei kommen durch Johannes Soter ins Bergische Land; die bis 1996 noch existente Papiermühle und Druckerei gibt bedeutende Werke der Geisteswissenschaft heraus
- Gründung der Stadt Comayagua in Honduras
- 17. März: Toyotomi Hideyoshi, japanischer Feldherr und Politiker († 1598)
- 20. Mai: Girolamo Fabrizio, Anatomund Begründer der modernen Embryologie († 1619)
- 31. August: Arnold Mercator, Kartograph († 1587)
- 12. Oktober: Eduard VI., von 1547 bis 1553 englischer König († 1553)
- 12. Oktober: Lady Jane Grey, Anwärterin auf den Thron von England († 1554)
- 5. Dezember: Ashikaga Yoshiaki, japanischer Shogun († 1592)
- 21. Dezember: Johann III. (Schweden), König von Schweden von 1568 bis 1592 († 1592)
- Christoph Clavius, deutscher Mathematiker und Astronom († 1612)
- Longqing, Kaiser von China in der Ming-Dynastie zwischen 1567 und 1572
- Hieronymus Fabricius, italienischer Anatomist († 1619)
- Arnaud d'Ossat, französischer Diplomat und Schriftsteller
- 6. Januar: Alessandro de Medici, Duca della città di Penna und Herzog von Florenz ( - 1510)
- 6. Januar: Baldassare Peruzzi, italienischer Architekt und Maler ( - 1481)
- 8. Februar: Otto von Pack, deutscher Verschwörer
- 9. März: Quirin op dem Veld von Willich, Weihbischof in Köln
- 7. Juli: Madeleine de Valois, Prinzessin von Frankreich und Königin von Schottland ( - 1520)
- 14. August: Peter Swyn, ein Anführer der Bauernrepublik Dithmarschen ( - 1480)
- 29. September: Jürgen Wullenwever, war Bürgermeister der Hansestadt Lübeck von 1533 bis 1535 ( - 1492)
- 24. Oktober: Jane Seymour, Königin von England und dritte Frau von Heinrich VIII. ( - 1509)
- Hans Cranach, deutscher Maler ( - um 1513)
- Lorenzo di Credi, florentinischer Maler und Bildhauer ( - 1459)
- Jerome Emiliani, italienischer Humanist und Heiliger ( - 1481)
- Thomas Fitzgerald, zehnter Graf von Kildare ( - 1513)
- John Kite, Erzbischof von Armagh und Bischof von Carlisle
- Pedro de Mendoza, spanischer Eroberer ( - 1487)
- Thomas Murner, deutscher Schriftsteller und Theologe ( - 1475)
- Henry Percy, sechster Graf von Northumberland ( - 1502)
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simple:1537
1802
- 19. Mai: Napoleon Bonaparte ruft die Ehrenlegion ins Leben
- 31. Mai: Uraufführung der Oper Le concert interrompu von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 14. Juni: Schinderhannes steht vor dem Untersuchungsgericht in Frankfurt am Main
- 2. August: Napoleon wird Konsul auf Lebenszeit
- 11. September: Die italienische Region Piemont wird Teil des napoleonischen Frankreichs
- Großbritannien: Die Insel Ceylon (später Sri Lanka) wird britische Kronkolonie
- Joseph Louis Gay-Lussac veröffentlicht sein Gesetz über vollkommene Gase
- William Hyde Wollaston entdeckt unabhängig von Joseph von Fraunhofer die Absorptionslinien (Fraunhoferlinien) im Sonnenspektrum
Katastrophen
- 30. April: Die Talsperre von Puentes in Spanien bricht und verursacht das größte Desaster der spanischen Wasserbau-Geschichte mit 608 Toten
- 4. Januar: Paul de Noailles, französischer Staatsmann und Historiker († 1885)
- 6. Januar: Paul Émile Botta, italienischer Arzt, Konsul und Archäologe († 1870)
- 10. Januar: Carl Ritter von Ghega, italienischer Eisenbahningenieur († 1860)
- 13. Januar: Eduard von Bauernfeld, österreichischer Lustspieldichter († 1890)
- 21. Januar: Adolphe Monod, Schweizer reformierter Erweckungsprediger († 1856)
- 6. Februar: Charles Wheatstone, britischer Physiker († 1875)
- 7. Februar: Georg Egestorff, deutscher Industrieller († 1868)
- 7. Februar: Werner VIII. von Alvensleben, († 1877)
- 9. Februar: Josef František Hunke, böhmischer Komponist († 1883)
- 10. Februar: Ernst Helbig, Harzmaler und Wernigeröder Hofmaler († 1866)
- 19. Februar: Wilhelm Matthias Naeff, Schweizer Politiker († 1881)
- 20. Februar: Charles Auguste de Bériot, belgischer Musiker und Komponist († 1870)
- 26. Februar: Victor Hugo, französischer Schriftsteller († 1885)
- 28. Februar: Ernst Friedrich Zwirner, deutscher Dombaumeister und Architekt († 1861)
- 13. März: Friedrich Georg von Bunge, Rechtshistoriker († 1897)
- 24. März: Jacob van Lennep, niederländischer Schriftsteller († 1868)
- 30. März: Rudolf Fürst Kinsky, böhmischer Adliger († 1836)
- 1. April: Hubert Ries, Violinspieler und Komponist († 1886)
- 3. April: Ysaac Brons, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung († 1885)
- 8. April: Georg Howaldt, Goldschmied, Bildhauer und Erzgießer († 1883)
- 9. April: Elias Lönnrot, finnischer Mediziner († 1884)
- 10. April: Johann Peter Lange, deutscher protestantischer Theologe
- 14. April: Hermann Franck, deutscher Schriftsteller, Ästhetiker und Kritiker († 1855)
- 16. April: François-Christophe-Edouard Kellermann, französischer Staatsmann und Diplomat († 1868)
- 2. Mai: Heinrich Gustav Magnus, deutscher Physiker und Chemiker († 1870)
- 8. Mai: Heinrich Friedrich Wilhelm Perizonius, deutscher Theologe († 1895)
- 12. Mai: Jean Baptiste Henri Lacordaire, französischer Dominikaner, Prediger und Theologe († 1861)
- 20. Mai: Friedrich Wilhelm I., letzter Kurfürst und Landgraf von Hessen-Kassel († 1875)
- 17. Juni: Hermann Mayer Salomon Goldschmidt, deutsch-französischer Astronom und Maler († 1866)
- 4. Juli: Joseph Labitzky, Komponist von Tanzmusik († 1881)
- 24. Juli: Alexandre Dumas (Vater), französischer Schriftsteller († 1870)
- 1. August: Karl Uschner, Übersetzer antiker Dichtungen († 1876)
- 5. August: Niels Henrik Abel, norwegischer Mathematiker († 1829)
- 13. August: Nikolaus Lenau, österreichischer Schriftsteller († 1850)
- 16. August: Moritz Wilhel | | |