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Baskenlandright
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Das Baskenland (bask. Euskal Herria, spanisch País Vasco, französisch Pays Basque) ist eine Landschaft an der Atlantikküste in der Grenzregion zwischen Spanien und Frankreich.
Politisch besteht es heute aus drei verschiedenen Gebieten:
#Die spanische Autonome Region Baskenland (bask. Euskadi) umfasst die drei Provinzen Gipuzkoa (spanisch Guipúzcoa), Bizkaia (span. Vizcaya) und Araba (span. Álava). Hauptstadt der autonomen Region ist Gasteiz (spanisch Vitoria). Weitere bedeutende Städte sind Bilbo (span. Bilbao) und Donostia (span. San Sebastián). Siehe: Autonome Region Baskenland.
#Teile der spanischen autonomen Region Navarra (bask. Nafarroa) werden ebenfalls dem Baskenland zugerechnet.
#Zum französischen Teil des Baskenlandes gehören die drei historischen herrialdes (Gebiete) Lapurdi (französ. Labourd), Zuberoa (französ. Soule) und Behenafarroa (französ. Basse-Navarre). Siehe: französisches Baskenland.
Im heutigen baskischen Sprachgebrauch wird die Gesamtheit der historischen Gebiete des Baskenlandes, die heute zu Spanien und Frankreich gehören, als Euskal Herria bezeichnet, während die Bezeichnung Euskadi vor allem für die Autonome Region Baskenland verwendet wird. Die südlichen bzw. spanischen Gebiete des Baskenlandes werden baskisch auch Hegoalde, die nördlichen bzw. französischen Teile des Baskenlandes Iparralde genannt.
Das Baskenland leitet seine Bezeichnung von den Basken, den Sprechern des Baskischen, ab.
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Region
Kategorie:Geographie (Frankreich)
Kategorie:Geographie (Spanien)
simple:Basque_Country
Baskische SpracheDie baskische Sprache (Baskisch, im Baskischen je nach Dialekt euskara, eskuara oder euskera genannt) gehört wie zum Beispiel das Finnische zu den wenigen nicht-indogermanischen Sprachen in Europa und wird im Baskenland, der spanisch-französischen Grenzregion an der Atlantikküste, von mehr als 1.033.900 Menschen gesprochen.
Sprachverwandtschaft
Aufgrund der offensichtlichen Unterschiede des Baskischen zu allen bekannten Sprachen spricht man von einer isolierten Sprache (nicht zu verwechseln mit isolierender Sprache).
Versuche, eine Beziehung des Baskischen zu anderen Sprachen (etwa dem Georgischen, dem Iberischen oder den Berbersprachen) herzustellen, sind erfolglos geblieben.
Der Nachweis einer Sprachverwandtschaft ist schon deshalb schwierig, weil
- größere schriftliche Zeugnisse erst aus dem 15. Jahrhundert bzw. 16. Jahrhundert vorliegen, so dass die Struktur uralter Sprachstufen nur schwer rekonstruiert werden kann;
- das Iberische nur lückenhaft bekannt ist und man also nicht entscheiden kann, ob die existierenden baskisch-iberischen Wortgleichungen (bask. hiri = iber. iri, „Stadt“) nicht vielleicht auf Entlehnung zurückgehen;
- die internen Verwandtschaftsverhältnisse der verschiedenen mit dem Baskischen verglichenen kaukasischen Sprachen selbst immer noch unklar sind.
Baskisch und das alte Europa
Eine moderne, aber umstrittene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass ein vaskonisch genannter Vorläufer des Baskischen einst in weiten Teilen Europas verbreitet war und sich noch heute in vielen vor-indoeuropäischen Orts- und Flussnamen findet. (Aus: „Vaskonisch war die Ursprache des Kontinents“ von Elisabeth Hamel und Theo Vennemann, erschienen im Spektrum der Wissenschaft, Mai 2002). Laut dieser These gibt es u. a. Übereinstimmungen zwischen Ortsbezeichnungen in ganz Europa und baskischen Wörtern.
Eine kaukasische Verwandtschaft ist nicht von der Hand zu weisen, abwegig sei dagegen Vennemanns „europäisierende“ Hypothese, meint der bekannte Etruskologe Ernst Strnad.
Besonderheiten der Sprachstruktur
Die baskische Sprache zeichnet sich durch einen sehr stark agglutinierenden Wortaufbau aus, den man zum Beispiel auch im Ungarischen oder Türkischen wiederfinden kann. So können Verben sehr komplexe Formen annehmen, da sie bis zu vier Personalmarkierungen enthalten können.
Es existieren keine grammatischen Geschlechter.
Für Sprecher anderer europäischer Sprachen ist es ungewohnt, dass in transitiven Sätzen das Subjekt markiert wird und nicht das Objekt. Sprachwissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als Ergativ.
Baskische Dialekte
Im Baskenland besteht eine starke Zersplitterung der Sprachlandschaft. Sprachwissenschaftler unterscheiden zwischen sechs, manchmal auch sieben Hauptdialekten:
- Biskaisch
- Gipuskoanisch
- Laburdisch
- Suletinisch
- Hochnavarrisch
- Niedernavarrisch
Diese lassen sich aber noch einmal in mindestens 25 Subdialekte untergliedern.
- Die rechtlichen Grundlagen der „Sprachnormalisierung“:
Die Verfassung von 1978 regelt den Status der auf spanischem Territorium gesprochenen Sprachen. Im Artikel 3 heißt es dazu:
El castellano es la lengua oficial del Estado. Todos los españoles tienen el deber de conocerla y el derecho de usarla. Los demás lenguas españolas serán también oficiales en las respectivas Comunidades Autónomas, de acuerdo con sus Estatutos. La riqueza de las distintas modalidades linguísticas de España es un patrimonio cultural que será objetivo de especial respeto y protección.
Übersetzung:
Das Spanische (Kastilische) ist die offizielle Sprache des Staates. Jeder Spanier hat die Pflicht, sie zu kennen, und das Recht, sie zu verwenden. Die anderen spanischen Sprachen gelten auch offiziell in den jeweiligen Autonomen Regionen, im Einklang mit ihren Statuten. Der Reichtum der verschiedenen sprachlichen Ausdrucksweisen Spaniens ist ein Kulturgut, das besonderen Respekt und Schutz verdient.
Der weitere Status der Sprachen ist in den Autonomiestatuten geregelt. Die Autonomiestatuten sind institutionelle Grundnormen, deren Ratifizierung mittels Organgesetzen erfolgt.
In Artikel 6 der Ley Orgánica 3/1979 heißt es:
1. El euskera, lengua propia del Pueblo Vasco, tendrá como el castellano, carácter de lengua oficial en Euskadi, y todos sus habitantes tienen el derecho a conocer y usar ambas lenguas.
2. Las instituciones comunes de la Comunidad Autónoma, teniendo en cuenta la diversidad sociolingüística del País Vasco, garantizarán el uso de ambas lenguas, regulando su carácter oficial, y arbitrarán y regularán las medidas y medios necesarios para asegurar su conocimiento.
3. Nadie podrá ser discriminado por razón de la lengua.
Übersetzung:
1. Das Baskische, die ursprüngliche Sprache des baskischen Volkes, soll wie das Spanische den Status einer offiziellen Sprache im Baskenland einnehmen, und alle Bewohner haben das Recht, beide Sprachen zu kennen und zu sprechen.
2. Unter der Berücksichtigung der soziolinguistischen Diversität des Baskenlandes garantieren die regionalen Einrichtungen der Autonomen Region den Gebrauch beider Sprachen, regulieren ihren offiziellen Charakter und regulieren und bestimmen die erforderlichen Maßnahmen und Mittel, um ihre Beherrschung zu sichern.
3. Niemand soll aus sprachlichen Gründen diskriminiert werden.
- Das Baskische in der Verwaltung
Nach der Einführung des Baskischen als offizieller Sprache dauerte es noch bis 1989, bis Programme zur Stärkung des Baskischen als Verwaltungssprache aufgelegt wurden. Ziel war es, zu garantieren, dass in der Verwaltung anteilig so viele bilinguale Sprecher wie in der baskischen Gesellschaft anzutreffen sind. In allen Bereichen der Verwaltung wurden Sprachkurse in den Arbeitstag integriert oder schichtweise Angestellte für die Sprachkurse freigestellt. Für die erste Planungsperiode des Programms von 1990 bis 1995 wurde knapp 9.000 Angestellten (ca. 34 % der baskischen Angestellten im Öffentlichen Dienst) ein obligatorischer Plan zum Erlernen der Sprache vorgelegt, der von fast 90 % der Angestellten erfüllt wurde. Die folgende Planungsperiode lief bis 2002 und hatte zum Ziel, dass 70 % der Angestellten im Öffentlichen Dienst sowohl Spanisch als auch Baskisch mündlich wie schriftlich beherrschen. Unterstützt werden die Bemühungen im Verwaltungswesen durch UZEI, eine Institution, die sich mit den Bereichen Terminologie und Lexikografie beschäftigt und die alte und teilweise mit recht einfachen Begriffen arbeitende baskische Sprache modernisiert. Es werden neue technische, juristische und verwaltungstechnische Begriffe entwickelt, die den Anforderungen einer sich rapide verändernden Welt genügen. Außerdem wurde als Hilfsinstrument für die Angestellten des Öffentlichen Dienstes die Datenbank Euskalterm geschaffen, in der die Angestellten bei Fragen zur sich entwickelnden Verwaltungssprache nachschlagen können.
- Das Baskische im Erziehungssystem
Eine wesentliche Rolle im baskischen Erziehungswesen spielen die Ikastolak, die baskischen Sprachschulen. Entstanden waren sie schon 1920 und hatten bis 1937 einen starken Einfluss auf das Erziehungswesen im Baskenland. Unter der Herrschaft Francos wurden sie verboten und erst Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre wurden vereinzelt wieder Ikastolak zugelassen. Anfangs konzentrierten sich die Ikastolak auf die Vermittlung des Baskischen an Erwachsene, später entwickelten sie sich zu einem Alternativangebot für die Regelschule. Inzwischen kann man an einigen Ikastolak einen regulären Hochschulabschluss erwerben. Nachdem die Schülerzahlen in den 1960ern und 1970ern stark zugenommen hatten, wurden die Ikastolak nach der Transición zur wichtigen Stützen baskischer Sprachpolitik. Nach dem Statut von Guernica gewann die baskische Sprache aber auch in der Regelschule an Bedeutung.
1982 wurden im Gesetz Nr. 10 – auch Ley Básica de Normalización del Uso del Euskera genannt – vier Schulmodelle benannt, die auch noch heute ihre Gültigkeit haben:
Modell X: Es wird ausschließlich auf Spanisch gelehrt.
Modell A: Baskisch ist Unterrichtsfach.
Modell B: 50 % des Unterrichts wird auf Baskisch gehalten, der Rest auf Spanisch.
Modell D: Der Unterricht findet auf Baskisch statt mit Spanisch als Unterrichtsfach.
Die Sprachpolitik der Regierung der Autonomen Region des Baskenlandes scheint erfolgreich zu sein, was die Etablierung des Baskischen als Unterrichtssprache angeht. Besonders interessant ist jedoch, dass die Entwicklung nicht hin zu einer wirklichen Bilingualität im Erziehungssystem zu führen scheint, sondern das Modell D begünstigt, bei dem das Spanische nur als Unterrichtsfach vermittelt wird.
Im Bereich der Universitätsbildung wurden verschiedene Modelle für Universitätsabschlüsse geschaffen, aus denen die Studenten ihren Abschluss wählen können. Bei Modell A wird der komplette Studieninhalt auf Baskisch vermittelt. Modell B1 vermittelt den Stoff der Hauptfächer im ersten und zweiten Studienjahr auf Baskisch, während bei Modell B2 der Unterricht im ersten Jahr komplett auf Baskisch stattfindet und in den darauffolgenden Jahren nur die Hauptfächer auf Baskisch angeboten werden. Bei Modell C findet der Unterricht nur im ersten Jahr komplett auf Baskisch statt, danach auf Spanisch, Modell D vermittelt schließlich nur die Hauptfächer im ersten Jahr auf Baskisch.
Die vermehrten Anstrengungen im schulischen und universitären Sektor brachten auch die Notwendigkeit einer besseren Ausbildung der Lehrer und einer besseren Ausstattung der Schulen und Universitäten mit sich. Zu diesem Zweck wurden im Rahmen des IRALE-Programms großflächig Lehrer durch Baskischsprachkurse weitergebildet. Außerdem wurden Lehrmaterialien entwickelt: in gedruckter Form wie auch audio-visuelles Material und Lernsoftware.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass die baskische Regionalregierung in den letzten Jahren ihre personellen, finanziellen und organisationellen Bemühungen um die baskische Sprache vor allem im Bildungswesen beträchtlich verstärkt hat. Der Erfolg dieser Politik hat die baskische Regierung veranlasst, für die laufende Planungsperiode den Schwerpunkt ihrer Politik wieder mehr in Richtung Erwachsenenbildung zu verlagern, um das Baskische wieder als Alltagssprache in den Familien zu etablieren, nachdem – Angaben der Euskaltzaindia zufolge – die Jugend in ihrem Freundeskreis zum großen Teil wieder Baskisch spricht.
- Die baskische Sprache in den Medien
Im Jahr 1938 waren die baskischsprachigen wie auch die zweisprachigen Medien – zu dieser Zeit ausschließlich Zeitungen –, z. B. La Voz de Navarra, El Día, Euzkadi Argia und Ekin, von Francisco Franco verboten und die vielfältige Presselandschaft zerstört worden. In den 70er Jahren sendete der illegale Rundfunksender „Radio Euskadi – die Stimme des baskischen Untergrunds“ auf Kurzwelle von einem Standort in den französischen Pyrenäen aus. Bis Anfang der 1980er Jahre lag die Presselandschaft im Baskenland vollständig brach, so schwankte der Marktanteil der baskischsprachigen Zeitungen zwischen 0 % und 4 %, und 1980 sendete das spanische Fernsehen wöchentlich 18 Minuten auf Baskisch gegenüber 5.400 Minuten auf Spanisch.
Nach dem Autonomiestatut von Guernica begann – mit Hilfe finanzieller Unterstützung der EAJ/PNV-Regierung – der Wiederaufbau der baskischen Medien. So wurde 1982 mit Euskal Irrati Telebista der erste Fernsehsender gegründet, der im gesamten Baskenland sendet. Die baskische Regierung subventioniert außerdem Presseerzeugnisse, sofern sie einen Selbstfinanzierungsanteil von mindestens 30 % aufweisen können. Trotz der intensiven Unterstützung durch die Regierung hat sich die ursprüngliche Vielfalt im Bereich der baskischsprachigen Druckerzeugnisse jedoch noch nicht wieder eingestellt. Selbst die den radikalen Nationalisten nahestehende Zeitung Egin verfasst nur einen Teil der Artikel auf Baskisch, da mit der spanischen Sprache immer noch eine breitere Leserschaft erreicht werden kann.
Bis 2003 war die 1990 gegründete Zeitung Euskaldunon Egunkaria die einzige vollständig auf Baskisch geschriebene Tageszeitung. Mit einer täglichen Auflage von 12.000 Exemplaren erreichte sie auch nur einen Bruchteil der Bevölkerung. Egunkaria wurde 2003 auf Veranlassung des spanischen Richters Baltasar Garzón unter dem Verdacht der ETA-Finanzierung geschlossen. Der Nachfolger von Egunkaria ist die ebenfalls nur auf Baskisch erscheinende Tageszeitung Berria.
Ein weiteres vollständig baskischsprachiges Medium ist die wöchentlich erscheinende Zeitschrift Argia mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Daneben existieren noch Zeitschriften für Jugendliche – mit Auflagen zwischen 2.500 und 8.000 Exemplaren – und Magazine, die sich mit Spezialthemen wie Literatur, Wissenschaft, Religion oder Wirtschaft beschäftigen, deren Auflage aber 1.500 Exemplare nicht übersteigt. Zusätzlich werden von vierzig Gemeinden lokale Zeitungen finanziert und kostenlos verteilt, um die baskische Sprache zu fördern.
Im Bereich des Radios und des Fernsehens hat sich in den letzten Jahren einiges getan, vor allem die baskischsprachigen Radiostationen haben in den letzten Jahren einen stetigen Hörerzuwachs zu verzeichnen, die aktuelle Zahl liegt bei ca. 330.000 Hörern täglich, verteilt auf die drei großen Radiostationen Euskadi Irratia (gegründet 1982), Radio Euskadi, das über Satellit mit einem halbstündigen Programm täglich in der ganzen Welt zu empfangen ist, sowie dem 1990 gegründeten Jugendsender Euskadi Gaztea. Einen kleineren Anteil der Hörerschaft stellen die zahlreichen Lokalsender wie Radio Vitoria. Neben dem bereits erwähnten Fernsehsender Radio Televisión Vasca (baskisch Euskal Irrati Telebista) wurde mit dem Canal Vasco ein Fernsehsender für die Basken in Nord- und Südamerika gegründet, der auf Spanisch mit baskischen Untertiteln sendet.
Insgesamt ist der gesamte Medienbereich trotz der Fortschritte der letzten Jahre noch im Aufbau begriffen und muss immer noch von der Regierung der Autonomen Gemeinschaft mit beträchtlichen Mitteln subventioniert werden. Die steigenden Sprecherzahlen lassen aber vermuten, dass der Markt für baskischsprachige Medien weiterhin stark wachsen wird.
Language Code
Nach der Norm ISO 639 sind die Sprachkürzel des Baskischen eu bzw. baq
bzw. eus.
Weblinks
- [http://www.euskaltzaindia.net Baskische Sprachakademie]
- [http://www.martinhaase.de/bask-allg.html Website von Martin Haase (maha)]
- [http://www.wissenschaft-online.de/spektrum/index.php?action=leseprobe&artikel_id=6088 Vaskonisch war die Ursprache des Kontinents – Artikel von Elisabeth Hamel und Theo Vennemann, Spektrum der Wissenschaft]
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Kategorie:Einzelsprache
als:Baskisch
ja:バスク語
Atlantik
Der bis 9.219 m tiefe Atlantische Ozean bzw. Atlantik (umgangssprachlich in Deutschland Großer Teich genannt) bedeckt mit 106,57 Mio. km² Fläche etwa ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche und ist damit der zweitgrößte Ozean der Erde.
Geografie
Der Atlantik, der sich bis auf seinen äußersten Nordostteil und seinen Südostteil auf der Westhalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen der Arktis im Norden, Europa im Nordosten, Afrika im Südosten, der Antarktis im Süden, Südamerika im Südwesten und Nordamerika im Nordwesten. Im Norden grenzt er an das Nordpolarmeer, im Süden an das Südpolarmeer.
Daten
Ohne Nebenmeere, wie zum Beispiel Karibik, Mittelmeer und Nordsee beträgt die Fläche des 106,57 Mio. km² großen Atlantiks "nur" noch 83,4 Mio. km². Seine Wassermassen umfassen diesbezüglich ein Volumen von 354,7 Mio. km³ (bzw. 323,6 Mio. km³). Während seine mittlere Tiefe dementsprechend 3.926 m (bzw. 3.332 m) beträgt, liegt seine tiefste Stelle bei 9.219 m unter NN (s.u.).
Namensherkunft
Der Name des Atlantiks entstammt der griechischen Mythologie und bedeutet Meer des Atlas.
Meeresboden
Innerhalb des Atlantiks bzw. auf dessen Meeresboden befindet sich ein hoher und sehr langgestreckter Mittelozeanischer Rücken, viele niedrigere Schwellen, Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs.
Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört der Mittelatlantische Rücken, der sich ungefähr in der Mitte des Atlantiks von Nord nach Süd durch den Ozean zieht. Er stellt eine divergierende Plattengrenze dar. Der Ozeanboden wird immer älter, je weiter er vom Mittelozeanischen Rücken entfernt ist. Durch die ständig aus dem Mittelozeanischen Rücken hervorquellende Lava verbreitert sich der Atlantik und schiebt die Kontinente auseinander. Zu den Tiefseerinnen bzw. Meerestiefs gehört der Puerto-Rico-Graben mit seiner 9.219 m unter NN liegenden Milwaukeetief, welche die tiefste Stelle des Atlantiks darstellt.
Man kann den Atlantik in Nord-, Zentral- und Südatlantik einteilen. Hierbei weisen die Böden des Zentralatlantiks das größte Alter auf - hier öffnete sich der Ozean zuerst.
Nebenmeere
Inseln
Einige der größten Inseln der Erde liegen im Atlantischen Ozean, so beispielsweise Grönland, Island, Großbritannien, Irland und Neufundland. Inselgruppen im Atlantik sind die Kanaren, die Azoren, die Bahamas, die Antillen, die Kapverden und die Falklandinseln. Kleinere, isolierte Inseln sind Madeira, Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha.
Literatur
- Holger Afflerbach (2001): Das entfesselte Meer. Die Geschichte des Atlantik, ISBN 3492239897
Siehe auch
- Globales Förderband
- Meerestief
- Meerestiefe
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Wasser
Kategorie:Ozean
als:Atlantik
ja:大西洋
ko:대서양
simple:Atlantic Ocean
th:มหาสมุทรแอตแลนติก
zh-min-nan:Tāi-se-iûⁿ
Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Frankreichs
Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich
Geschichte
Nationalparks in Frankreich
Hauptartikel: Geschichte Frankreichs
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.
Politik
Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern.
Siehe auch:
Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium
Aktuelle politische Lage
Finanzministerium
Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt.
Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten.
Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen.
Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.
Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.
Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale
Administrative Gliederung
Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).
Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton
Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.
Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)
Demographie
Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %.
Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9.
Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken.
2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.
Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰.
Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.
Ethnische Gruppen
- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer
Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
- Elsässisch (Elsass)
- Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
- Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch
Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.
Religionen
Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind.
85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.
Bildungswesen
Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt.
Der Staat bietet folgende Schulformen an:
Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
- lycée
- lycée professionnel
- oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
- baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
- baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
- Normalweg: DEUG
- Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
- Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
- Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
- DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse)
Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg.
Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld
Wirtschaft
Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle.
Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen)
Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte.
Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren.
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist.
Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004).
Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.
Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)
# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte
# Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte
# PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte
# France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte
# EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte
# Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte
# Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte
# Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte
# Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte
# Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte
# Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte
# Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte
# Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte
Kultur
Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann.
Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt.
Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich
Nationalparks
Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz.
Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark
Sport
Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister.
Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris).
In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992.
Siehe auch: Skigebiete in Frankreich
Medien
Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe)
Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi
Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren.
Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.
Feiertage
Militär
Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.
Siehe auch
- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich
Literatur
- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3
Weblinks
20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat
!Frankreich
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Mittelmeer
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Gipuzkoa
Gipuzkoa (span. Guipúzcoa) ist eine der drei Provinzen der spanischen Autonomen Region Baskenland. In Gipuzkoa leben etwa 680.000 Einwohner auf 1.980 Quadratkilometern. Gipuzkoa ist somit die kleinste Provinz Spaniens. Hauptstadt ist Donostia (span. San Sebastián).
Geographie
Gipuzkoa liegt an der an der Küste des Golfes von Biskaya, der die Provinz im Norden begrenzt.
Im Westen grenzt Gipuzkoa an die Provinz Bizkaia, im Süden an Álava und im Osten an Navarra und im äußersten Nordosten an Frankreich. Die Grenze zu Frankreich ist nur 10 Kilometer lang und wird durch den Fluss Bidasoa gebildet.
Die Landschaft wird geprägt durch das Kantabrische Gebirge und die westlichsten Ausläufer der Pyrenäen, die in einer in zahlreiche Täler gegliederten Landschaft nach Nordwesten allmählich zum Meer hin abfallen. In der gesamten Provinz herrscht maritimes Klima.
Weblink
- [http://www.gipuzkoa.net/ Offizielle Seite der Provinz (bask./span./engl./franz.)]
Kategorie:Spanische Provinz
Lava
Lava (ital. "Regenbach") ist die Bezeichnung für eruptiertes Magma, das an die Erdoberfläche ausgetreten ist. Lava ist ein vulkanisches Förderprodukt und gehört zur Gruppe der Vulkanite. Andere vulkanische Förderprodukte sind die Pyroklastika und die gasförmigen und damit flüchtigen Volatilbestandteile (Kohlenstoffdioxid, Wasser, Schwefeldioxid, Ammonium, Edelgase), die das Magma durch Druckentlastung verloren hat. Magmen treten vergleichsweise selten direkt an die Oberfläche aus, da dazu erhebliche Kräfte erforderlich sind. Häufiger sind so genannte Intrusionen, bei denen Magma in der Erdkruste erstarrt.
Zusammensetzung
Laven sind Silikatschmelzen mit einem Gewichtsanteil von 45%-70% SiO2. Man unterscheidet zwischen saurer oder rhyolithischer Lava (SiO2-Gehalt > 65%) und basischer oder basaltischer Lava (SiO2-Gehalt < 52%). Dazwischen finden sich die intermediären oder andesitischen Laven (SiO2-Gehalt zwischen 52% und 65%). Beim Aufstieg des Magmas finden verschiedene Prozesse statt, die Einfluss auf die Zusammensetzung der austretenden Lava haben (Magmatische Differentiation), so dass diese von der des primären Magmas abweichen kann. Da Lava beim Austritt an die Oberfläche schnell abkühlt, ist ihr Gefüge in der Regel feinkörnig oder glasig. Durch den Austritt von Gasen durch die Druckentlastung beim Aufstieg können sich in der Lava kleinere oder größere Blasen bilden. Die Temperatur von Lava beträgt beim Austritt zwischen 800 °C (rhyolithische Lava) und 1200°C (basaltische Lava). Erstarrte Lava bildet magmatisches Gestein.
Erscheinungsformen
Abhängig von den Bedingungen beim Aufstieg und der Abkühlung bildet Lava unterschiedliche Erscheinungsformen, die ganz entscheidend von der Viskosität der Lava abhängen. Die bekanntesten Formen sind:
Pahoehoe-Lava
Pahoehoe-Lava ist eine dünnflüssige Lava (= geringe Viskosität), die als Lavastrom hangabwärts fließt. Sie bildet glasige Oberflächen. Erscheinungsformen von Pahoehoe-Lava sind Stricklava, Fladenlava oder Schollenlava.
Viskosität
Aa-Lava
Aa-Lava - auch Blocklava - ist eine zähflüssige Lava, die zu scharfkantigen Brocken und Klumpen erstarrt. Ein Lavastrom kann in seinem oberen Teil aus Pahoehoe-Lava bestehen, während in seinem unteren Teil Aa-Lava dominiert (aufgrund der steigenden Viskosität durch Abkühlung und Ausgasung).
Flutbasalte
Flutbasalte entstehen aus extrem dünnflüssiger Lava, die in ebenem Gelände geringmächtige Decken bildet. In Einzelfällen reichen die Fördermengen aber auch aus, um mächtige Tafeln zu erzeugen wie z.B. das große Columbia-Plateau in Oregon und Washington oder das Dekkan-Plateau in Indien.
Pillow- oder Kissenlava
Pillow- oder Kissenlava besteht aus Anhäufungen von im Querschnitt runden oder elliptischen, schlauchartigen Strukturen von ca. 1 m Durchmesser oder mehr. Sie entsteht bei der sehr schnellen Abkühlung von Lava im Wasser. Durch Hebung von Gesteinskörpern, die ursprünglich unter der Meeresoberfläche lagen, können Pillow-Laven auch auf dem Festland gefunden werden.
Brotkrustenbombe
Brotkrustenbomben bestehen aus Lava, die noch während des Austritts in der Flugphase erkaltet und die Form von Brotlaiben annimmt.
Brot
Lava-Seen
Eine besondere Erscheinung sind Lava-Seen (zum Beispiel Erta Ale). Diese entstehen meist bei länger andauernden Ausbrüchen von Vulkanen, indem sich zum Beispiel Krater mit Lava füllen. Lava-Seen können Tiefen von bis zu 100 Meter haben. Die Lava kühlt in einem solchen See langsam ab (über mehrere hundert Tage) und bietet dadurch die Möglichkeit, die Erstarrungsprozesse von Lava zu untersuchen.
Beim Abkühlen von Lavaströmen können große Hohlräume dadurch entstehen, dass die erkaltete Oberfläche bereits erstarrt, während im Inneren des Lavastromes die flüssige Lava noch weiter abfließen kann. Die Hohlräume können auch zusammenstürzen und es entstehen Lavagräben. (siehe auch Höhle)
Lavadome
Ist die Lava beim Austritt bereits so zäh, dass sie nicht abfließen kann, so entsteht ein Lavadom.
Kategorie:Vulkanismus
ja:溶岩
ko:용암
Bilbao
Bilbao (baskisch: Bilbo) ist die größte Stadt des Baskenlands und die Hauptstadt der Provinz Bizkaia.
Sie ist eine der wichtigsten Industrie- und Hafenstädte Spaniens und hat (2004) 352.317 Einwohner (fast 900.000 im Umland).
Geographie
Bilbao liegt an der Mündung des Nervión in den Golf von Biscaya (Atlantik).
Sehenswürdigkeiten
Atlantik
Atlantik
In den 1990er Jahren hat Bilbao, das zuvor abseits der touristischen Routen lag, eine weitreichende Neukonzeption seiner Innenstadt unternommen. So entstand bis 1995 eine 28 km lange Metrolinie, deren Bahnhöfe von Sir Norman Foster entworfen wurden.
Einen weiteren Neubau stellt die Brücke "Zubizuri" des Architekten Santiago Calatrava dar, die einem aufgeblähten Segel nachempfunden ist.
Zentrum des touristischen Interesses ist neben der ältesten Schwebefähre der Welt über den Nervión das bis 1997 von dem amerikanischen Architekten Frank O. Gehry errichtete Guggenheim-Museum. Der spektakuläre Museumsbau aus Titan, Glas und Kalkstein ist eines der wichtigsten Beispiele avantgardistischer Architektur des 20. Jahrhunderts weltweit. Dabei korrespondiert das Museum mit der sonst oft gesichtslos-industriellen Gestalt Bilbaos, indem es etwa die benachbarte Brücke "La Salve" mit seinen Wänden "umschließt". Schwerpunkt der Sammlung ist die abstrakte Kunst.
Touristisch im Schatten dieser Neubauten befindet sich die belebte, von engen Straßen geprägte Altstadt Bilbaos (Casco Viejo). Die Innenstadt weist eine architektonisch interessante Mischung von Alt- und Neubauten verschiedenster Stilrichtungen auf. Das bunt gemischte Stadtbild kann sowohl als innovativ als auch als unreglementiert bezeichnet werden, in allen Fällen ist das Resultat eine sehenswerte und lebhafte Stadt. Dazu tragen vor allem die vielen Parks und Grünflächen auf den an das Stadtzentrum angrenzenden Hängen bei, die schnell zu Fuß vom Zentrum erreicht sind und einen einmaligen Ausblick auf die Stadt erlauben.
In Bilbao spielt der äußerst populäre Fußballverein Athletic Club, der traditionell nur mit baskischen Spielern besetzt ist, eine wichtige Rolle.
Verkehr
Hauptträger des öffentlichen Personennahverkehrs sind die Metro Bilbao (U-Bahn) und die Straßenbahnlinie EuskoTran.
Bilbao hat einen Flughafen.
Söhne und Töchter der Stadt
- Pedro Arrupe, spanischer Ordensgeneral
- Fritz Rudolf Fries, deutscher Schriftsteller und Übersetzer
- Gaizka Mendieta, spanischer Profifußballspieler
- Miguel de Unamuno, spanischer Philosoph
Weblinks
- http://www.bilbao.net/ - Offizielle Homepage der Stadt
- http://www.athletic-club.es/ -Fussball
- http://www.metrobilbao.net/ Metroplan und Preise
- http://www.guggenheim-bilbao.es/ - Guggenheim Museum
- http://www.euskotren.es/ - Zugverbindungen
- http://www.euskadi.net/turismo/sit_c.htm/ - Baskenlandtourismus
- http://albergue.bilbao.net/deu/introdeu.html/ - Jugendherrberge Bilbao
- http://espanol.weather.com/weather/local/SPXX0016?letter=B/ - Wetter in Bilbao
- http://www.nekatur.net/ - Unterkünfte im Baskenland
- http://www.steffenlay.de - private Homepage über Bilbao und das Baskenland
Kategorie:Ort im Baskenland
Kategorie:Ort mit Seehafen
ja:ビルバオ
Baskenland (Region)
Das Baskenland (baskisch Euskadi, spanisch País Vasco) ist seit 1979 eine Autonome Gemeinschaft in Spanien, die die drei Provinzen Gipuzkoa (spanisch Guipúzcoa), Bizkaia (spanisch Vizcaya) und Álava (baskisch Araba) umfasst. Zur Autonomen Gemeinschaft gehört nur ein Teil des spanischen Anteiles am Baskenland im historischen und kulturellen Sinne, zu dem die Basken auch Teile der Autonomen Gemeinschaft Navarra (baskisch Nafarroa) zählen. Das Baskenland erstreckt sich darüber hinaus auch auf das französische Baskenland.
Das Baskenland leitet seine Bezeichnung von den Basken, den Sprechern des Baskischen, ab.
Politik
In der spanischen Autonomen Gemeinschaft Baskenland gibt es trotz eines bereits seit 1979 bestehenden Autonomiestatuts eine kleine, aber aktive Unabhängigkeitsbewegung. Mehrere baskische Parteien (beispielsweise die inzwischen verbotene Herri Batasuna) und die terroristische Gruppe ETA treten für die Unabhängigkeit beziehungsweise eine deutliche Erweiterung der Autonomierechte ein. Seit 1979 ist die Eusko Alderdi Jetzalea-Partido Nacionalista Vasco (Baskische Nationalistische Partei) die stärkste Partei. Im Parlament des spanischen Baskenlandes haben die baskisch-nationalen Parteien seit Jahren eine Mehrheit inne, sind aber untereinander nicht immer einig, so dass auch Koalitionen mit den gesamtspanischen Parteien zustande kommen.
In die Schlagzeilen der Medien Westeuropas gelangt das Baskenland vorwiegend im Zusammenhang mit Anschlägen der ETA. In den Medien, die der ETA nahe stehen, wird dies kaum erwähnt. Hier werden Aktivitäten baskisch-nationalistischer oder der ETA nahestehender Gruppen meistens als "Kampf gegen die spanische Unterdrückung" bezeichnet. Umfragen unter Basken zeigen eine andere Sichtweise. Die überwältigende Mehrheit der baskischen Bevölkerung ist mit dem erreichten Autonomiestatus zufrieden. Auch die Massendemonstrationen mit sechsstelligen Teilnehmerzahlen nach Attentaten zeigen die politische Isolierung der ETA im Baskenland.
Im Laufe der letzten 15 Jahre haben verschiedene Parteien und Organisationen in den baskischen Provinzen immer wieder Ansätze zur Lösung des Problems präsentiert. Viele Gespräche verliefen ergebnislos. Die spanische Regierung beharrt - aus Sicht von Kritikern - auf Maximalpositionen, wie den umstrittenen Haftbedingungen für ETA-Mitglieder.
In den Jahresberichten von Amnesty International werden diese Haftbedingungen und Verhörmethoden einerseits, und das gewaltsame Vorgehen der ETA andererseits regelmäßig negativ beurteilt.
Die politische Diskussion im Jahr 2003 im spanischen Baskenland war von dem Bestreben der Regierung unter Juan José Ibarretxe geprägt, das derzeit gültige Autonomiestatut vom 22. Dezember 1979 durch ein neues Statut abzulösen. Die von den Parteien Baskische Nationalistische Partei (PNV), Baskische Solidarität (EA) und Vereinigte Linke (EB-IU) gebildete Regierung hat hierzu am 25. Oktober 2003 einen Vorschlag für ein neues Autonomiestatut des Baskenlands vorgelegt.
Dieses sieht weitgehende Selbstbestimmungsrechte (unter anderem eigene Abgeordnete im Europaparlament, eigene Vertreter in internationalen Organisationen) für das Baskenland vor und stellt nach Ansicht der regierenden Nationalisten einen konstruktiven Lösungsweg für den Konflikt mit den militanten Kräften dar. Kritiker des so genannten Ibarretexe-Plans, darunter die Volkspartei (PP) und die Sozialisten (PSOE) werfen der Regierung des spanischen Baskenlandes vor, mit dem Vorschlag gegen eine Reihe von Bestimmungen der per Volksabstimmung verabschiedeten spanischen Verfassung zu verstoßen und das Land weiter zu spalten. Im Dezember 2004 wurde das neue Autonomiestatut vom baskischen Parlament mit 39 zu 35 Stimmen an das Spanische Abgeordnetenhaus verwiesen. Dort wurde dieses aber erwartungsgemäß mit 313 zu 29 Stimmen im Januar 2005 abgelehnt.
Bei Regionalwahlen am 17. April 2005 im Baskenland verlor die regierende PNV von Ministerpräsident (lehendakari) Ibarretxe vier Sitze, blieb aber stärkste Partei. Das Ergebnis wurde als Absage des Unabhängigkeitsplanes von Ibarretxe gedeutet. Ibarretxe verhandelt derzeit zur Bildung einer neuen Koalition mit der PSE-EE, der baskischen Regionalpartei der PSOE, und führt Gespräche mit der PCTV-EHAK, der Partei der baskischen Lande, die aber nicht als koalitionsfähig angesehen wird, denn diese kommunistische Partei bot der 2003 verbotenen Herri Batasuna und deren ebenfalls nicht zugelassenen Nachfolgeorganisation AG (Aukera Guztiak) vor den Wahlen eine Zusammenarbeit an. Sie zog zum ersten Mal in das baskische Parlament ein und steht unter Verdacht mit der ETA zu sympathisieren. Die PCTV konnte von den Wahlen nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Aralar ist eine kritische, linksnationalistische Abspaltung der Herri Batasuna und gewann ihr erstes Mandat.
Provinzen
Die Autonome Gemeinschaft Baskenland besteht aus drei Provinzen (auch als Territorios Históricos/Historische Territorien bezeichnet), die jeweils weitreichende Selbstverwaltungsrechte haben. Die Provinzen sind wiederum in Gemeinden gegliedert.
1: in km2, Quelle: www.eustat.es
2: Stand: 2001, Quelle: www.eustat.es
3: Einwohner pro km2
4: Stand: 2002
Städte
Die größten Städte des Baskenlandes sind (Einwohnerzahlen 2001):
Weblinks
- [http://www.euskadi.net/home/menu800_a.htm Informationen der Regierung des Baskenlandes] (deutsch)
- [http://www.eldiariovasco.com Website der Tageszeitung El Diario Vasco] (spanisch)
- [http://www.eustat.es/ Statistisches Amt des Baskenlandes] (bask./span./engl.)
Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft
ja:バスク国
Navarra (Region)
Navarra (spanisch Navarra, baskisch Nafarroa; offizielle Bezeichnung: spanisch Comunidad Foral de Navarra, baskisch Nafarroako Foru Komunitatea) ist eine Autonome Gemeinschaft und Provinz im Norden Spaniens. Es umfasst den südlich der Pyrenäen gelegenen Teil des historischen Königreiches Navarra. Hauptstadt ist Pamplona.
Geographie
Navarra reicht von den westlichen Pyrenäen bis ins obere Ebrotal und zählt zu den kleinsten Autonomen Gemeinschaften Spaniens. Im Norden bildet der Hauptkamm der Pyrenäen die Grenze zu Frankreich, im Westen grenzt Navarra an die zur Autonomen Gemeinschaft Baskenland gehörenden Provinzen Gipuzkoa und Álava, im Süden grenzt es an die Region La Rioja und im Osten an Aragonien.
In der Region liegt das Weinbaugebiet Navarra.
Städte
Städte mit mehr als 10.000 Einwohnern (Stand Januar 2003):
- Pamplona (190.937)
- Tudela (31.228)
- Barañain (21.540)
- Burlada (17.964)
- Estella (13.449)
- Zizur Mayor (12.474)
- Tafalla (10.842)
- Villava (10.035)
Weblinks
- http://www.navarra.es/home_es/default.htm Webpräsenz (span.)
Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft
Kategorie:Spanische Provinz
ja:ナバーラ州
Baskenland (Frankreich)Der französische Teil des Baskenlandes ist das von alters her baskischsprachige Gebiet im äußersten Südwesten Frankreichs. Es umfasst drei historische Territorien:
- Labourd (baskisch Lapurdi)
- Soule (frz. auch Pays de Soule, baskisch Zuberoa, im örtlichen Dialekt Xiberoa)
- Niedernavarra (frz. Basse-Navarre, baskisch Nafarroa Beherea, im örtlichen Dialekt Benafarroa oder Benabarra)
Das französische Baskenland wird auf baskisch als Iparralde (deutsch Norden) bezeichnet.
Geschichte
Bis zur Französische Revolution besaßen die drei baskischen Territorien ebenso wie die übrigen historischen Provinzen Frankreichs jeweils eingenständige politische Institutionen. 1790 wurden die historischen Provinzen aufgelöst, und das französische Baskenland wurde mit dem benachbarten Béarn zu einem Département vereinigt, das zunächst den Namen Basses-Pyrénées trug und heute Pyrénées-Atlantiques heißt. Die Namen der historischen Territorien (baskisch herrialdes) werden jedoch von baskischer Seite weiterhin verwendet, und sie werden als drei der insgesamt sieben Territorien des Baskenlandes im historischen und kulturellen Sinne betrachtet.
Siehe auch: Baskenland, Baskenland (Spanien)
Weblinks
- [http://www.cotebasque.net/ Informationen zum französischen Baskenland (Französisch)]
Kategorie:Region
Kategorie:Geographie (Frankreich)
Baskenland (Region)
Das Baskenland (baskisch Euskadi, spanisch País Vasco) ist seit 1979 eine Autonome Gemeinschaft in Spanien, die die drei Provinzen Gipuzkoa (spanisch Guipúzcoa), Bizkaia (spanisch Vizcaya) und Álava (baskisch Araba) umfasst. Zur Autonomen Gemeinschaft gehört nur ein Teil des spanischen Anteiles am Baskenland im historischen und kulturellen Sinne, zu dem die Basken auch Teile der Autonomen Gemeinschaft Navarra (baskisch Nafarroa) zählen. Das Baskenland erstreckt sich darüber hinaus auch auf das französische Baskenland.
Das Baskenland leitet seine Bezeichnung von den Basken, den Sprechern des Baskischen, ab.
Politik
In der spanischen Autonomen Gemeinschaft Baskenland gibt es trotz eines bereits seit 1979 bestehenden Autonomiestatuts eine kleine, aber aktive Unabhängigkeitsbewegung. Mehrere baskische Parteien (beispielsweise die inzwischen verbotene Herri Batasuna) und die terroristische Gruppe ETA treten für die Unabhängigkeit beziehungsweise eine deutliche Erweiterung der Autonomierechte ein. Seit 1979 ist die Eusko Alderdi Jetzalea-Partido Nacionalista Vasco (Baskische Nationalistische Partei) die stärkste Partei. Im Parlament des spanischen Baskenlandes haben die baskisch-nationalen Parteien seit Jahren eine Mehrheit inne, sind aber untereinander nicht immer einig, so dass auch Koalitionen mit den gesamtspanischen Parteien zustande kommen.
In die Schlagzeilen der Medien Westeuropas gelangt das Baskenland vorwiegend im Zusammenhang mit Anschlägen der ETA. In den Medien, die der ETA nahe stehen, wird dies kaum erwähnt. Hier werden Aktivitäten baskisch-nationalistischer oder der ETA nahestehender Gruppen meistens als "Kampf gegen die spanische Unterdrückung" bezeichnet. Umfragen unter Basken zeigen eine andere Sichtweise. Die überwältigende Mehrheit der baskischen Bevölkerung ist mit dem erreichten Autonomiestatus zufrieden. Auch die Massendemonstrationen mit sechsstelligen Teilnehmerzahlen nach Attentaten zeigen die politische Isolierung der ETA im Baskenland.
Im Laufe der letzten 15 Jahre haben verschiedene Parteien und Organisationen in den baskischen Provinzen immer wieder Ansätze zur Lösung des Problems präsentiert. Viele Gespräche verliefen ergebnislos. Die spanische Regierung beharrt - aus Sicht von Kritikern - auf Maximalpositionen, wie den umstrittenen Haftbedingungen für ETA-Mitglieder.
In den Jahresberichten von Amnesty International werden diese Haftbedingungen und Verhörmethoden einerseits, und das gewaltsame Vorgehen der ETA andererseits regelmäßig negativ beurteilt.
Die politische Diskussion im Jahr 2003 im spanischen Baskenland war von dem Bestreben der Regierung unter Juan José Ibarretxe geprägt, das derzeit gültige Autonomiestatut vom 22. Dezember 1979 durch ein neues Statut abzulösen. Die von den Parteien Baskische Nationalistische Partei (PNV), Baskische Solidarität (EA) und Vereinigte Linke (EB-IU) gebildete Regierung hat hierzu am 25. Oktober 2003 einen Vorschlag für ein neues Autonomiestatut des Baskenlands vorgelegt.
Dieses sieht weitgehende Selbstbestimmungsrechte (unter anderem eigene Abgeordnete im Europaparlament, eigene Vertreter in internationalen Organisationen) für das Baskenland vor und stellt nach Ansicht der regierenden Nationalisten einen konstruktiven Lösungsweg für den Konflikt mit den militanten Kräften dar. Kritiker des so genannten Ibarretexe-Plans, darunter die Volkspartei (PP) und die Sozialisten (PSOE) werfen der Regierung des spanischen Baskenlandes vor, mit dem Vorschlag gegen eine Reihe von Bestimmungen der per Volksabstimmung verabschiedeten spanischen Verfassung zu verstoßen und das Land weiter zu spalten. Im Dezember 2004 wurde das neue Autonomiestatut vom baskischen Parlament mit 39 zu 35 Stimmen an das Spanische Abgeordnetenhaus verwiesen. Dort wurde dieses aber erwartungsgemäß mit 313 zu 29 Stimmen im Januar 2005 abgelehnt.
Bei Regionalwahlen am 17. April 2005 im Baskenland verlor die regierende PNV von Ministerpräsident (lehendakari) Ibarretxe vier Sitze, blieb aber stärkste Partei. Das Ergebnis wurde als Absage des Unabhängigkeitsplanes von Ibarretxe gedeutet. Ibarretxe verhandelt derzeit zur Bildung einer neuen Koalition mit der PSE-EE, der baskischen Regionalpartei der PSOE, und führt Gespräche mit der PCTV-EHAK, der Partei der baskischen Lande, die aber nicht als koalitionsfähig angesehen wird, denn diese kommunistische Partei bot der 2003 verbotenen Herri Batasuna und deren ebenfalls nicht zugelassenen Nachfolgeorganisation AG (Aukera Guztiak) vor den Wahlen eine Zusammenarbeit an. Sie zog zum ersten Mal in das baskische Parlament ein und steht unter Verdacht mit der ETA zu sympathisieren. Die PCTV konnte von den Wahlen nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Aralar ist eine kritische, linksnationalistische Abspaltung der Herri Batasuna und gewann ihr erstes Mandat.
Provinzen
Die Autonome Gemeinschaft Baskenland besteht aus drei Provinzen (auch als Territorios Históricos/Historische Territorien bezeichnet), die jeweils weitreichende Selbstverwaltungsrechte haben. Die Provinzen sind wiederum in Gemeinden gegliedert.
1: in km2, Quelle: www.eustat.es
2: Stand: 2001, Quelle: www.eustat.es
3: Einwohner pro km2
4: Stand: 2002
Städte
Die größten Städte des Baskenlandes sind (Einwohnerzahlen 2001):
Weblinks
- [http://www.euskadi.net/home/menu800_a.htm Informationen der Regierung des Baskenlandes] (deutsch)
- [http://www.eldiariovasco.com Website der Tageszeitung El Diario Vasco] (spanisch)
- [http://www.eustat.es/ Statistisches Amt des Baskenlandes] (bask./span./engl.)
Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft
ja:バスク国
Basken]
Die Basken sprechen als einziges Volk des westlichen Europas keine indogermanische Sprache, sondern eine eigene vorindogermanische Sprache.
Die baskische Sprache (von den Basken Euskara genannt) gilt als isolierte Sprache, da sie mit keiner anderen existierenden Sprache in Verbindung gebracht werden kann. Neuere Forschungen nehmen eine Verwandtschaft zu berberischen Sprachen Nordafrikas an.
Die Herkunft der Basken ist ungeklärt. Einer sehr wahrscheinlichen Theorie nach gelten sie als Nachkommen der Iberer, bewiesen werden konnte dies bislang nicht. Einer anderen Theorie nach gelten sie als Urbevölkerung Europas (s. Alteuropa), aus der auch die Iberer hervorgingen.
Hauptsächlich auf den Befunden der Gewässernamen beruhend hat die Sprachwissenschaft eine einheitliche vaskonisch genannte protokeltische Ursprache für West- und Mitteleuropa angenommen.
Eine weitere Theorie, nach der die baskische Sprache mit der einiger Kaukasusvölker eng verwandt sein soll, wurde in den 1990er Jahren widerlegt. Ihre Herkunft (und die der Basken) ist nicht geklärt.
Das Territorium der Basken (Baskenland) reicht von den Regionen Kastilien-León und der Autonomen Region Baskenland in den Provinzen Vizcaya, Álava und Guipúzcoa über die nördlichen Teile von Aragon, Navarra, den französischen Départements Pyrénées-Atlantiques bis nach Andorra und Katalonien. In Álava, Andorra und Katalonien wird heute nur noch wenig Baskisch gesprochen. Je nach Angaben gibt es 1.000.000 Basken, von denen jedoch nur etwa ein Drittel das Euskara beherrschen. Aus politischen Gründen müssen jedoch beispielsweise Ärzte, die im Baskenland praktizieren wollen, einen praktischen - baskischen - Sprachnachweis erbringen, obwohl von den Vorgenannten etwa 300.000 auch die kastilische Sprache beherrschen.
Geschichte
Das heutige spanische und französische Baskenland bildete im 10. Jahrhundert gemeinsam mit der Provinz Navarra das Königreich Navarra.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts besaßen die Basken in Spanien mit ihren Fueros (Sonderrechte) eine gewisse Autonomie gegenüber der spanischen Krone.
In ihrer Geschichte hatten die Basken nur einmal einen eigenen Staat: während des spanischen Bürgerkriegs, die Republik Euzkadi von Oktober 1936 bis Juni 1937. Das historische Navarra war kein baskischer Staat im engeren Sinne.
Gegen Ende der Franco-Diktatur (1968/1969) bildete sich die ETA - Euskadi ta Askatasuna ("Baskenland und Freiheit"), die sich neben der Befreiung von der Diktatur auch die Gründung eines eigenen baskischen Staates zum Ziel setzte, in dem sie unter anderem Unternehmer mit der so genannten Revolutionssteuer erpresste und durch Banküberfälle und Lösegelderpressungen, möglicherweise sogar durch Auftragsmorde ihren "revolutionären" Kampf finanzierte. Nachgewiesenermaßen waren als Mittler Vertreter der baskischen nationalistischen Partei PNV aktiv tätig.
Im Februar 2005 hat das spanische Parlament einen sehr umstrittenen Unabhängigkeitsplan des Baskenlandes zu Fall gebracht. In der Nacht vom Dienstag, 01. Februar auf Mittwoch, 02. Februar, votierten 313 Abgeordnete gegen das Vorhaben des baskischen Regierungschefs Juan José Ibarretxe, 29 stimmten dafür, 2 enthielten sich.
Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und der Oppositionsführer Mariano Rajoy wiesen nach einer achtstündigen Debatte den Unabhängigkeitsplan des Baskenlandes als verfassungswidrig zurück. Jedoch bot die Regierung danach dem Baskenland eine Erweiterung der Autonomie an.
Berühmte Basken
- Juan Sebastián Elcano
- Ignatius von Loyola
- Franz Xaver
- Mikel Laboa (Musiker)
- Eduardo Chillida (Bildhauer)
Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Basken
als:Basken
ja:バスク人
Baskische SpracheDie baskische Sprache (Baskisch, im Baskischen je nach Dialekt euskara, eskuara oder euskera genannt) gehört wie zum Beispiel das Finnische zu den wenigen nicht-indogermanischen Sprachen in Europa und wird im Baskenland, der spanisch-französischen Grenzregion an der Atlantikküste, von mehr als 1.033.900 Menschen gesprochen.
Sprachverwandtschaft
Aufgrund der offensichtlichen Unterschiede des Baskischen zu allen bekannten Sprachen spricht man von einer isolierten Sprache (nicht zu verwechseln mit isolierender Sprache).
Versuche, eine Beziehung des Baskischen zu anderen Sprachen (etwa dem Georgischen, dem Iberischen oder den Berbersprachen) herzustellen, sind erfolglos geblieben.
Der Nachweis einer Sprachverwandtschaft ist schon deshalb schwierig, weil
- größere schriftliche Zeugnisse erst aus dem 15. Jahrhundert bzw. 16. Jahrhundert vorliegen, so dass die Struktur uralter Sprachstufen nur schwer rekonstruiert werden kann;
- das Iberische nur lückenhaft bekannt ist und man also nicht entscheiden kann, ob die existierenden baskisch-iberischen Wortgleichungen (bask. hiri = iber. iri, „Stadt“) nicht vielleicht auf Entlehnung zurückgehen;
- die internen Verwandtschaftsverhältnisse der verschiedenen mit dem Baskischen verglichenen kaukasischen Sprachen selbst immer noch unklar sind.
Baskisch und das alte Europa
Eine moderne, aber umstrittene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass ein vaskonisch genannter Vorläufer des Baskischen einst in weiten Teilen Europas verbreitet war und sich noch heute in vielen vor-indoeuropäischen Orts- und Flussnamen findet. (Aus: „Vaskonisch war die Ursprache des Kontinents“ von Elisabeth Hamel und Theo Vennemann, erschienen im Spektrum der Wissenschaft, Mai 2002). Laut dieser These gibt es u. a. Übereinstimmungen zwischen Ortsbezeichnungen in ganz Europa und baskischen Wörtern.
Eine kaukasische Verwandtschaft ist nicht von der Hand zu weisen, abwegig sei dagegen Vennemanns „europäisierende“ Hypothese, meint der bekannte Etruskologe Ernst Strnad.
Besonderheiten der Sprachstruktur
Die baskische Sprache zeichnet sich durch einen sehr stark agglutinierenden Wortaufbau aus, den man zum Beispiel auch im Ungarischen oder Türkischen wiederfinden kann. So können Verben sehr komplexe Formen annehmen, da sie bis zu vier Personalmarkierungen enthalten können.
Es existieren keine grammatischen Geschlechter.
Für Sprecher anderer europäischer Sprachen ist es ungewohnt, dass in transitiven Sätzen das Subjekt markiert wird und nicht das Objekt. Sprachwissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als Ergativ.
Baskische Dialekte
Im Baskenland besteht eine starke Zersplitterung der Sprachlandschaft. Sprachwissenschaftler unterscheiden zwischen sechs, manchmal auch sieben Hauptdialekten:
- Biskaisch
- Gipuskoanisch
- Laburdisch
- Suletinisch
- Hochnavarrisch
- Niedernavarrisch
Diese lassen sich aber noch einmal in mindestens 25 Subdialekte untergliedern.
- Die rechtlichen Grundlagen der „Sprachnormalisierung“:
Die Verfassung von 1978 regelt den Status der auf spanischem Territorium gesprochenen Sprachen. Im Artikel 3 heißt es dazu:
El castellano es la lengua oficial del Estado. Todos los españoles tienen el deber de conocerla y el derecho de usarla. Los demás lenguas españolas serán también oficiales en las respectivas Comunidades Autónomas, de acuerdo con sus Estatutos. La riqueza de las distintas modalidades linguísticas de España es un patrimonio cultural que será objetivo de especial respeto y protección.
Übersetzung:
Das Spanische (Kastilische) ist die offizielle Sprache des Staates. Jeder Spanier hat die Pflicht, sie zu kennen, und das Recht, sie zu verwenden. Die anderen spanischen Sprachen gelten auch offiziell in den jeweiligen Autonomen Regionen, im Einklang mit ihren Statuten. Der Reichtum der verschiedenen sprachlichen Ausdrucksweisen Spaniens ist ein Kulturgut, das besonderen Respekt und Schutz verdient.
Der weitere Status der Sprachen ist in den Autonomiestatuten geregelt. Die Autonomiestatuten sind institutionelle Grundnormen, deren Ratifizierung mittels Organgesetzen erfolgt.
In Artikel 6 der Ley Orgánica 3/1979 heißt es:
1. El euskera, lengua propia del Pueblo Vasco, tendrá como el castellano, carácter de lengua oficial en Euskadi, y todos sus habitantes tienen el derecho a conocer y usar ambas lenguas.
2. Las instituciones comunes de la Comunidad Autónoma, teniendo en cuenta la diversidad sociolingüística del País Vasco, garantizarán el uso de ambas lenguas, regulando su carácter oficial, y arbitrarán y regularán las medidas y medios necesarios para asegurar su conocimiento.
3. Nadie podrá ser discriminado por razón de la lengua.
Übersetzung:
1. Das Baskische, die ursprüngliche Sprache des baskischen Volkes, soll wie das Spanische den Status einer offiziellen Sprache im Baskenland einnehmen, und alle Bewohner haben das Recht, beide Sprachen zu kennen und zu sprechen.
2. Unter der Berücksichtigung der soziolinguistischen Diversität des Baskenlandes garantieren die regionalen Einrichtungen der Autonomen Region den Gebrauch beider Sprachen, regulieren ihren offiziellen Charakter und regulieren und bestimmen die erforderlichen Maßnahmen und Mittel, um ihre Beherrschung zu sichern.
3. Niemand soll aus sprachlichen Gründen diskriminiert werden.
- Das Baskische in der Verwaltung
Nach der Einführung des Baskischen als offizieller Sprache dauerte es noch bis 1989, bis Programme zur Stärkung des Baskischen als Verwaltungssprache aufgelegt wurden. Ziel war es, zu garantieren, dass in der Verwaltung anteilig so viele bilinguale Sprecher wie in der baskischen Gesellschaft anzutreffen sind. In allen Bereichen der Verwaltung wurden Sprachkurse in den Arbeitstag integriert oder schichtweise Angestellte für die Sprachkurse freigestellt. Für die erste Planungsperiode des Programms von 1990 bis 1995 wurde knapp 9.000 Angestellten (ca. 34 % der baskischen Angestellten im Öffentlichen Dienst) ein obligatorischer Plan zum Erlernen der Sprache vorgelegt, der von fast 90 % der Angestellten erfüllt wurde. Die folgende Planungsperiode lief bis 2002 und hatte zum Ziel, dass 70 % der Angestellten im Öffentlichen Dienst sowohl Spanisch als auch Baskisch mündlich wie schriftlich beherrschen. Unterstützt werden die Bemühungen im Verwaltungswesen durch UZEI, eine Institution, die sich mit den Bereichen Terminologie und Lexikografie beschäftigt und die alte und teilweise mit recht einfachen Begriffen arbeitende baskische Sprache modernisiert. Es werden neue technische, juristische und verwaltungstechnische Begriffe entwickelt, die den Anforderungen einer sich rapide verändernden Welt genügen. Außerdem wurde als Hilfsinstrument für die Angestellten des Öffentlichen Dienstes die Datenbank Euskalterm geschaffen, in der die Angestellten bei Fragen zur sich entwickelnden Verwaltungssprache nachschlagen können.
- Das Baskische im Erziehungssystem
Eine wesentliche Rolle im baskischen Erziehungswesen spielen die Ikastolak, die baskischen Sprachschulen. Entstanden waren sie schon 1920 und hatten bis 1937 einen starken Einfluss auf das Erziehungswesen im Baskenland. Unter der Herrschaft Francos wurden sie verboten und erst Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre wurden vereinzelt wieder Ikastolak zugelassen. Anfangs konzentrierten sich die Ikastolak auf die Vermittlung des Baskischen an Erwachsene, später entwickelten sie sich zu einem Alternativangebot für die Regelschule. Inzwischen kann man an einigen Ikastolak einen regulären Hochschulabschluss erwerben. Nachdem die Schülerzahlen in den 1960ern und 1970ern stark zugenommen hatten, wurden die Ikastolak nach der Transición zur wichtigen Stützen baskischer Sprachpolitik. Nach dem Statut von Guernica gewann die baskische Sprache aber auch in der Regelschule an Bedeutung.
1982 wurden im Gesetz Nr. 10 – auch Ley Básica de Normalización del Uso del Euskera genannt – vier Schulmodelle benannt, die auch noch heute ihre Gültigkeit haben:
Modell X: Es wird ausschließlich auf Spanisch gelehrt.
Modell A: Baskisch ist Unterrichtsfach.
Modell B: 50 % des Unterrichts wird auf Baskisch gehalten, der Rest auf Spanisch.
Modell D: Der Unterricht findet auf Baskisch statt mit Spanisch als Unterrichtsfach.
Die Sprachpolitik der Regierung der Autonomen Region des Baskenlandes scheint erfolgreich zu sein, was die Etablierung des Baskischen als Unterrichtssprache angeht. Besonders interessant ist jedoch, dass die Entwicklung nicht hin zu einer wirklichen Bilingualität im Erziehungssystem zu führen scheint, sondern das Modell D begünstigt, bei dem das Spanische nur als Unterrichtsfach vermittelt wird.
Im Bereich der Universitätsbildung wurden verschiedene Modelle für Universitätsabschlüsse geschaffen, aus denen die Studenten ihren Abschluss wählen können. Bei Modell A wird der komplette Studieninhalt auf Baskisch vermittelt. Modell B1 vermittelt den Stoff der Hauptfächer im ersten und zweiten Studienjahr auf Baskisch, während bei Modell B2 der Unterricht im ersten Jahr komplett auf Baskisch stattfindet und in den darauffolgenden Jahren nur die Hauptfächer auf Baskisch angeboten werden. Bei Modell C findet der Unterricht nur im ersten Jahr komplett auf Baskisch statt, danach auf Spanisch, Modell D vermittelt schließlich nur die Hauptfächer im ersten Jahr auf Baskisch.
Die vermehrten Anstrengungen im schulischen und universitären Sektor brachten auch die Notwendigkeit einer besseren Ausbildung der Lehrer und einer besseren Ausstattung der Schulen und Universitäten mit sich. Zu diesem Zweck wurden im Rahmen des IRALE-Programms großflächig Lehrer durch Baskischsprachkurse weitergebildet. Außerdem wurden Lehrmaterialien entwickelt: in gedruckter Form wie auch audio-visuelles Material und Lernsoftware.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass die baskische Regionalregierung in den letzten Jahren ihre personellen, finanziellen und organisationellen Bemühungen um die baskische Sprache vor allem im Bildungswesen beträchtlich verstärkt hat. Der Erfolg dieser Politik hat die baskische Regierung veranlasst, für die laufende Planungsperiode den Schwerpunkt ihrer Politik wieder mehr in Richtung Erwachsenenbildung zu verlagern, um das Baskische wieder als Alltagssprache in den Familien zu etablieren, nachdem – Angaben der Euskaltzaindia zufolge – die Jugend in ihrem Freundeskreis zum großen Teil wieder Baskisch spricht.
- Die baskische Sprache in den Medien
Im Jahr 1938 waren die baskischsprachigen wie auch die zweisprachigen Medien – zu dieser Zeit ausschließlich Zeitungen –, z. B. La Voz de Navarra, El Día, Euzkadi Argia und Ekin, von Francisco Franco verboten und die vielfältige Presselandschaft zerstört worden. In den 70er Jahren sendete der illegale Rundfunksender „Radio Euskadi – die Stimme des baskischen Untergrunds“ auf Kurzwelle von einem Standort in den französischen Pyrenäen aus. Bis Anfang der 1980er Jahre lag die Presselandschaft im Baskenland vollständig brach, so schwankte der Marktanteil der baskischsprachigen Zeitungen zwischen 0 % und 4 %, und 1980 sendete das spanische Fernsehen wöchentlich 18 Minuten auf Baskisch gegenüber 5.400 Minuten auf Spanisch.
Nach dem Autonomiestatut von Guernica begann – mit Hilfe finanzieller Unterstützung der EAJ/PNV-Regierung – der Wiederaufbau der baskischen Medien. So wurde 1982 mit Euskal Irrati Telebista der erste Fernsehsender gegründet, der im gesamten Baskenland sendet. Die baskische Regierung subventioniert außerdem Presseerzeugnisse, sofern sie einen Selbstfinanzierungsanteil von mindestens 30 % aufweisen können. Trotz der intensiven Unterstützung durch die Regierung hat sich die ursprüngliche Vielfalt im Bereich der baskischsprachigen Druckerzeugnisse jedoch noch nicht wieder eingestellt. Selbst die den radikalen Nationalisten nahestehende Zeitung Egin verfasst nur einen Teil der Artikel auf Baskisch, da mit der spanischen Sprache immer noch eine breitere Leserschaft erreicht werden kann.
Bis 2003 war die 1990 gegründete Zeitung Euskaldunon Egunkaria die einzige vollständig auf Baskisch geschriebene Tageszeitung. Mit einer täglichen Auflage von 12.000 Exemplaren erreichte sie auch nur einen Bruchteil der Bevölkerung. Egunkaria wurde 2003 auf Veranlassung des spanischen Richters Baltasar Garzón unter dem Verdacht der ETA-Finanzierung geschlossen. Der Nachfolger von Egunkaria ist die ebenfalls nur auf Baskisch erscheinende Tageszeitung Berria.
Ein weiteres vollständig baskischsprachiges Medium ist die wöchentlich erscheinende Zeitschrift Argia mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Daneben existieren noch Zeitschriften für Jugendliche – mit Auflagen zwischen 2.500 und 8.000 Exemplaren – und Magazine, die sich mit Spezialthemen wie Literatur, Wissenschaft, Religion oder Wirt | | |