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Baskische Sprache

Baskische Sprache

Die baskische Sprache (Baskisch, im Baskischen je nach Dialekt euskara, eskuara oder euskera genannt) gehört wie zum Beispiel das Finnische zu den wenigen nicht-indogermanischen Sprachen in Europa und wird im Baskenland, der spanisch-französischen Grenzregion an der Atlantikküste, von mehr als 1.033.900 Menschen gesprochen.

Sprachverwandtschaft

Aufgrund der offensichtlichen Unterschiede des Baskischen zu allen bekannten Sprachen spricht man von einer isolierten Sprache (nicht zu verwechseln mit isolierender Sprache). Versuche, eine Beziehung des Baskischen zu anderen Sprachen (etwa dem Georgischen, dem Iberischen oder den Berbersprachen) herzustellen, sind erfolglos geblieben. Der Nachweis einer Sprachverwandtschaft ist schon deshalb schwierig, weil
- größere schriftliche Zeugnisse erst aus dem 15. Jahrhundert bzw. 16. Jahrhundert vorliegen, so dass die Struktur uralter Sprachstufen nur schwer rekonstruiert werden kann;
- das Iberische nur lückenhaft bekannt ist und man also nicht entscheiden kann, ob die existierenden baskisch-iberischen Wortgleichungen (bask. hiri = iber. iri, „Stadt“) nicht vielleicht auf Entlehnung zurückgehen;
- die internen Verwandtschaftsverhältnisse der verschiedenen mit dem Baskischen verglichenen kaukasischen Sprachen selbst immer noch unklar sind.

Baskisch und das alte Europa

Eine moderne, aber umstrittene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass ein vaskonisch genannter Vorläufer des Baskischen einst in weiten Teilen Europas verbreitet war und sich noch heute in vielen vor-indoeuropäischen Orts- und Flussnamen findet. (Aus: „Vaskonisch war die Ursprache des Kontinents“ von Elisabeth Hamel und Theo Vennemann, erschienen im Spektrum der Wissenschaft, Mai 2002). Laut dieser These gibt es u. a. Übereinstimmungen zwischen Ortsbezeichnungen in ganz Europa und baskischen Wörtern. Eine kaukasische Verwandtschaft ist nicht von der Hand zu weisen, abwegig sei dagegen Vennemanns „europäisierende“ Hypothese, meint der bekannte Etruskologe Ernst Strnad.

Besonderheiten der Sprachstruktur

Die baskische Sprache zeichnet sich durch einen sehr stark agglutinierenden Wortaufbau aus, den man zum Beispiel auch im Ungarischen oder Türkischen wiederfinden kann. So können Verben sehr komplexe Formen annehmen, da sie bis zu vier Personalmarkierungen enthalten können. Es existieren keine grammatischen Geschlechter. Für Sprecher anderer europäischer Sprachen ist es ungewohnt, dass in transitiven Sätzen das Subjekt markiert wird und nicht das Objekt. Sprachwissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als Ergativ.

Baskische Dialekte

Im Baskenland besteht eine starke Zersplitterung der Sprachlandschaft. Sprachwissenschaftler unterscheiden zwischen sechs, manchmal auch sieben Hauptdialekten:
- Biskaisch
- Gipuskoanisch
- Laburdisch
- Suletinisch
- Hochnavarrisch
- Niedernavarrisch Diese lassen sich aber noch einmal in mindestens 25 Subdialekte untergliedern.

Sprachpolitik im Baskenland


- Die rechtlichen Grundlagen der „Sprachnormalisierung“: Die Verfassung von 1978 regelt den Status der auf spanischem Territorium gesprochenen Sprachen. Im Artikel 3 heißt es dazu: El castellano es la lengua oficial del Estado. Todos los españoles tienen el deber de conocerla y el derecho de usarla. Los demás lenguas españolas serán también oficiales en las respectivas Comunidades Autónomas, de acuerdo con sus Estatutos. La riqueza de las distintas modalidades linguísticas de España es un patrimonio cultural que será objetivo de especial respeto y protección. Übersetzung: Das Spanische (Kastilische) ist die offizielle Sprache des Staates. Jeder Spanier hat die Pflicht, sie zu kennen, und das Recht, sie zu verwenden. Die anderen spanischen Sprachen gelten auch offiziell in den jeweiligen Autonomen Regionen, im Einklang mit ihren Statuten. Der Reichtum der verschiedenen sprachlichen Ausdrucksweisen Spaniens ist ein Kulturgut, das besonderen Respekt und Schutz verdient. Der weitere Status der Sprachen ist in den Autonomiestatuten geregelt. Die Autonomiestatuten sind institutionelle Grundnormen, deren Ratifizierung mittels Organgesetzen erfolgt. In Artikel 6 der Ley Orgánica 3/1979 heißt es: 1. El euskera, lengua propia del Pueblo Vasco, tendrá como el castellano, carácter de lengua oficial en Euskadi, y todos sus habitantes tienen el derecho a conocer y usar ambas lenguas. 2. Las instituciones comunes de la Comunidad Autónoma, teniendo en cuenta la diversidad sociolingüística del País Vasco, garantizarán el uso de ambas lenguas, regulando su carácter oficial, y arbitrarán y regularán las medidas y medios necesarios para asegurar su conocimiento. 3. Nadie podrá ser discriminado por razón de la lengua. Übersetzung: 1. Das Baskische, die ursprüngliche Sprache des baskischen Volkes, soll wie das Spanische den Status einer offiziellen Sprache im Baskenland einnehmen, und alle Bewohner haben das Recht, beide Sprachen zu kennen und zu sprechen. 2. Unter der Berücksichtigung der soziolinguistischen Diversität des Baskenlandes garantieren die regionalen Einrichtungen der Autonomen Region den Gebrauch beider Sprachen, regulieren ihren offiziellen Charakter und regulieren und bestimmen die erforderlichen Maßnahmen und Mittel, um ihre Beherrschung zu sichern. 3. Niemand soll aus sprachlichen Gründen diskriminiert werden.
- Das Baskische in der Verwaltung Nach der Einführung des Baskischen als offizieller Sprache dauerte es noch bis 1989, bis Programme zur Stärkung des Baskischen als Verwaltungssprache aufgelegt wurden. Ziel war es, zu garantieren, dass in der Verwaltung anteilig so viele bilinguale Sprecher wie in der baskischen Gesellschaft anzutreffen sind. In allen Bereichen der Verwaltung wurden Sprachkurse in den Arbeitstag integriert oder schichtweise Angestellte für die Sprachkurse freigestellt. Für die erste Planungsperiode des Programms von 1990 bis 1995 wurde knapp 9.000 Angestellten (ca. 34 % der baskischen Angestellten im Öffentlichen Dienst) ein obligatorischer Plan zum Erlernen der Sprache vorgelegt, der von fast 90 % der Angestellten erfüllt wurde. Die folgende Planungsperiode lief bis 2002 und hatte zum Ziel, dass 70 % der Angestellten im Öffentlichen Dienst sowohl Spanisch als auch Baskisch mündlich wie schriftlich beherrschen. Unterstützt werden die Bemühungen im Verwaltungswesen durch UZEI, eine Institution, die sich mit den Bereichen Terminologie und Lexikografie beschäftigt und die alte und teilweise mit recht einfachen Begriffen arbeitende baskische Sprache modernisiert. Es werden neue technische, juristische und verwaltungstechnische Begriffe entwickelt, die den Anforderungen einer sich rapide verändernden Welt genügen. Außerdem wurde als Hilfsinstrument für die Angestellten des Öffentlichen Dienstes die Datenbank Euskalterm geschaffen, in der die Angestellten bei Fragen zur sich entwickelnden Verwaltungssprache nachschlagen können.
- Das Baskische im Erziehungssystem Eine wesentliche Rolle im baskischen Erziehungswesen spielen die Ikastolak, die baskischen Sprachschulen. Entstanden waren sie schon 1920 und hatten bis 1937 einen starken Einfluss auf das Erziehungswesen im Baskenland. Unter der Herrschaft Francos wurden sie verboten und erst Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre wurden vereinzelt wieder Ikastolak zugelassen. Anfangs konzentrierten sich die Ikastolak auf die Vermittlung des Baskischen an Erwachsene, später entwickelten sie sich zu einem Alternativangebot für die Regelschule. Inzwischen kann man an einigen Ikastolak einen regulären Hochschulabschluss erwerben. Nachdem die Schülerzahlen in den 1960ern und 1970ern stark zugenommen hatten, wurden die Ikastolak nach der Transición zur wichtigen Stützen baskischer Sprachpolitik. Nach dem Statut von Guernica gewann die baskische Sprache aber auch in der Regelschule an Bedeutung. 1982 wurden im Gesetz Nr. 10 – auch Ley Básica de Normalización del Uso del Euskera genannt – vier Schulmodelle benannt, die auch noch heute ihre Gültigkeit haben: Modell X: Es wird ausschließlich auf Spanisch gelehrt. Modell A: Baskisch ist Unterrichtsfach. Modell B: 50 % des Unterrichts wird auf Baskisch gehalten, der Rest auf Spanisch. Modell D: Der Unterricht findet auf Baskisch statt mit Spanisch als Unterrichtsfach. Die Sprachpolitik der Regierung der Autonomen Region des Baskenlandes scheint erfolgreich zu sein, was die Etablierung des Baskischen als Unterrichtssprache angeht. Besonders interessant ist jedoch, dass die Entwicklung nicht hin zu einer wirklichen Bilingualität im Erziehungssystem zu führen scheint, sondern das Modell D begünstigt, bei dem das Spanische nur als Unterrichtsfach vermittelt wird. Im Bereich der Universitätsbildung wurden verschiedene Modelle für Universitätsabschlüsse geschaffen, aus denen die Studenten ihren Abschluss wählen können. Bei Modell A wird der komplette Studieninhalt auf Baskisch vermittelt. Modell B1 vermittelt den Stoff der Hauptfächer im ersten und zweiten Studienjahr auf Baskisch, während bei Modell B2 der Unterricht im ersten Jahr komplett auf Baskisch stattfindet und in den darauffolgenden Jahren nur die Hauptfächer auf Baskisch angeboten werden. Bei Modell C findet der Unterricht nur im ersten Jahr komplett auf Baskisch statt, danach auf Spanisch, Modell D vermittelt schließlich nur die Hauptfächer im ersten Jahr auf Baskisch. Die vermehrten Anstrengungen im schulischen und universitären Sektor brachten auch die Notwendigkeit einer besseren Ausbildung der Lehrer und einer besseren Ausstattung der Schulen und Universitäten mit sich. Zu diesem Zweck wurden im Rahmen des IRALE-Programms großflächig Lehrer durch Baskischsprachkurse weitergebildet. Außerdem wurden Lehrmaterialien entwickelt: in gedruckter Form wie auch audio-visuelles Material und Lernsoftware. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die baskische Regionalregierung in den letzten Jahren ihre personellen, finanziellen und organisationellen Bemühungen um die baskische Sprache vor allem im Bildungswesen beträchtlich verstärkt hat. Der Erfolg dieser Politik hat die baskische Regierung veranlasst, für die laufende Planungsperiode den Schwerpunkt ihrer Politik wieder mehr in Richtung Erwachsenenbildung zu verlagern, um das Baskische wieder als Alltagssprache in den Familien zu etablieren, nachdem – Angaben der Euskaltzaindia zufolge – die Jugend in ihrem Freundeskreis zum großen Teil wieder Baskisch spricht.
- Die baskische Sprache in den Medien Im Jahr 1938 waren die baskischsprachigen wie auch die zweisprachigen Medien – zu dieser Zeit ausschließlich Zeitungen –, z. B. La Voz de Navarra, El Día, Euzkadi Argia und Ekin, von Francisco Franco verboten und die vielfältige Presselandschaft zerstört worden. In den 70er Jahren sendete der illegale Rundfunksender „Radio Euskadi – die Stimme des baskischen Untergrunds“ auf Kurzwelle von einem Standort in den französischen Pyrenäen aus. Bis Anfang der 1980er Jahre lag die Presselandschaft im Baskenland vollständig brach, so schwankte der Marktanteil der baskischsprachigen Zeitungen zwischen 0 % und 4 %, und 1980 sendete das spanische Fernsehen wöchentlich 18 Minuten auf Baskisch gegenüber 5.400 Minuten auf Spanisch. Nach dem Autonomiestatut von Guernica begann – mit Hilfe finanzieller Unterstützung der EAJ/PNV-Regierung – der Wiederaufbau der baskischen Medien. So wurde 1982 mit Euskal Irrati Telebista der erste Fernsehsender gegründet, der im gesamten Baskenland sendet. Die baskische Regierung subventioniert außerdem Presseerzeugnisse, sofern sie einen Selbstfinanzierungsanteil von mindestens 30 % aufweisen können. Trotz der intensiven Unterstützung durch die Regierung hat sich die ursprüngliche Vielfalt im Bereich der baskischsprachigen Druckerzeugnisse jedoch noch nicht wieder eingestellt. Selbst die den radikalen Nationalisten nahestehende Zeitung Egin verfasst nur einen Teil der Artikel auf Baskisch, da mit der spanischen Sprache immer noch eine breitere Leserschaft erreicht werden kann. Bis 2003 war die 1990 gegründete Zeitung Euskaldunon Egunkaria die einzige vollständig auf Baskisch geschriebene Tageszeitung. Mit einer täglichen Auflage von 12.000 Exemplaren erreichte sie auch nur einen Bruchteil der Bevölkerung. Egunkaria wurde 2003 auf Veranlassung des spanischen Richters Baltasar Garzón unter dem Verdacht der ETA-Finanzierung geschlossen. Der Nachfolger von Egunkaria ist die ebenfalls nur auf Baskisch erscheinende Tageszeitung Berria. Ein weiteres vollständig baskischsprachiges Medium ist die wöchentlich erscheinende Zeitschrift Argia mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Daneben existieren noch Zeitschriften für Jugendliche – mit Auflagen zwischen 2.500 und 8.000 Exemplaren – und Magazine, die sich mit Spezialthemen wie Literatur, Wissenschaft, Religion oder Wirtschaft beschäftigen, deren Auflage aber 1.500 Exemplare nicht übersteigt. Zusätzlich werden von vierzig Gemeinden lokale Zeitungen finanziert und kostenlos verteilt, um die baskische Sprache zu fördern. Im Bereich des Radios und des Fernsehens hat sich in den letzten Jahren einiges getan, vor allem die baskischsprachigen Radiostationen haben in den letzten Jahren einen stetigen Hörerzuwachs zu verzeichnen, die aktuelle Zahl liegt bei ca. 330.000 Hörern täglich, verteilt auf die drei großen Radiostationen Euskadi Irratia (gegründet 1982), Radio Euskadi, das über Satellit mit einem halbstündigen Programm täglich in der ganzen Welt zu empfangen ist, sowie dem 1990 gegründeten Jugendsender Euskadi Gaztea. Einen kleineren Anteil der Hörerschaft stellen die zahlreichen Lokalsender wie Radio Vitoria. Neben dem bereits erwähnten Fernsehsender Radio Televisión Vasca (baskisch Euskal Irrati Telebista) wurde mit dem Canal Vasco ein Fernsehsender für die Basken in Nord- und Südamerika gegründet, der auf Spanisch mit baskischen Untertiteln sendet. Insgesamt ist der gesamte Medienbereich trotz der Fortschritte der letzten Jahre noch im Aufbau begriffen und muss immer noch von der Regierung der Autonomen Gemeinschaft mit beträchtlichen Mitteln subventioniert werden. Die steigenden Sprecherzahlen lassen aber vermuten, dass der Markt für baskischsprachige Medien weiterhin stark wachsen wird.

Language Code

Nach der Norm ISO 639 sind die Sprachkürzel des Baskischen eu bzw. baq bzw. eus.

Weblinks


- [http://www.euskaltzaindia.net Baskische Sprachakademie]
- [http://www.martinhaase.de/bask-allg.html Website von Martin Haase (maha)]
- [http://www.wissenschaft-online.de/spektrum/index.php?action=leseprobe&artikel_id=6088 Vaskonisch war die Ursprache des Kontinents – Artikel von Elisabeth Hamel und Theo Vennemann, Spektrum der Wissenschaft] ---- Kategorie:Einzelsprache als:Baskisch ja:バスク語

Finnische Sprache

Finnisch ist eine agglutinierende Sprache und gehört zur Gruppe der finno-ugrischen Sprachen. Es ist entfernt mit dem Ungarischen und eng mit dem Estnischen und Lappischen verwandt. Sie ist eine der Amtssprachen in Finnland mit etwa 4,7 Millionen Sprechern und Minderheitensprache in Schweden (300.000), Russland und Estland. Der Language Code ist fi bzw. fin (nach ISO 639). Die Grundlagen der finnischen Schriftsprache wurden von Mikael Agricola im 16. Jahrhundert gelegt. Er lehnte sich dabei an das Schwedische, Deutsche und Lateinische an. Das finnische Alphabet besteht aus 31 Buchstaben:
a, b, c, d, e, f, g, h, i, j, k, l, m, n, o, p, q, r, s, t, u, v, w, x, y, z, å, ä, ö Allerdings kommen b, c, f, q, w, x, z und å („schwedisches“ o) nur ganz selten (in Fremdwörtern) vor. Bei der Suche in Wörterbüchern ist zu beachten, dass Ä und Ö im Alphabet nach Z an letzter Stelle stehen und nicht wie im Deutschen bei A und O. Weiterhin besitzt das W häufig kein eigenes Kapitel, sondern wird bei dem V eingeordnet.

Zur Aussprache

Betont wird sehr regelmäßig: Der Hauptton liegt bei jedem Wort auf der ersten Silbe. Daneben tragen die dritte und fünfte Silbe einen Nebenton, wobei die letzte Silbe nie betont wird. Bei zusammengesetzten Wörtern behält jeder Teil seine Betonung. Im Allgemeinen wird so geschrieben, wie (in gepflegter Sprache) gesprochen wird (1 Laut = 1 Buchstabe, d. h. phonologische Schreibweise). Doppelvokale und Doppelkonsonanten werden fast 2,5 mal so lang ausgesprochen wie einzelne:
kukka „Blume“; kuka „wer“
tuli „Feuer“; tulli „Zoll“; tuuli „Wind“ Diese Doppelbuchstaben führen mitunter zu ungewohnten Schriftbildern, vgl. päättyy, wie in Tie päättyy rantaan „Der Weg endet am Strand“ oder syyttää „[er/sie] klagt an“. Es gibt insgesamt 18 verschiedene Zwielaute (Diphthonge), die auch als solche, d. h. als einsilbige Verbindungen ausgesprochen werden:
sauna (au wie dt., aber länger);
laina (ai wie dt. ai in Mai, aber länger);
seura (nicht wie im dt., sondern e+u);
tie (nicht langes i, sondern i+e);
leipä (ei wie e+i)
usw. Einige Kombinationen bilden aber zwei Silben.

Besonderheiten

h am Wortanfang immer wie das deutsche h, vor Konsonanten wird das h leicht wie deutsches ch in „Bach“ ausgesprochen, beispielsweise in lahti „Bucht“.
Wichtig ist es, das ä und das e zu unterscheiden: Das finnische e wird ausgesprochen wie das deutsche ä, das finnische ä ist ein sehr offener Vokal, der schon fast in ein a übergeht (vergleichbar etwa dem Vokal im englischen Wort man). Weitere Konsonanten:
r (zum Beispiel in rauta „Eisen“): Zungenspitzen-R (alveolar);
s (beispielsweise in Suomi „Finnland“): immer stimmlos, zwischen dem deutschen ss und sch liegend;
v (zum Beispiel in vappu „1. Mai“): wie dt. w;
y (beispielsweise in yksi „eins“): wie dt. ü;
t, p, k: stimmlos, nicht wie im Deutschen behaucht ausgesprochen;
nk (zum Beispiel in Helsinki): wie dt. nk in denken;
ng (beispielsweise in Helsingin (Genitiv)): wie dt. ng in fangen, aber wird lang ausgesprochen.

Vokalharmonie

Bei den Vokalen unterscheidet man „hintere“ (a, o, u), „vordere“ (y, ä, ö) und „neutrale“ (e, i). Grundsätzlich lassen sich 'hintere' und 'vordere' Vokale in einem Wort nicht mischen, daher werden Nachsilben und Endungen an den Wortstamm angepasst:
talo (das Haus) – talossa (im Haus);
metsä (der Wald) – metsässä (im Wald)
Enthält ein Wort nur 'neutrale' Vokale, werden für die Endungen die 'vorderen' Vokale (y, ä, ö) verwendet. Eine Ausnahme bilden zusammengesetzte Wörter, bei denen die Bestandteile durchaus unterschiedliche Vokalgruppen haben dürfen. Bei Fremdwörtern, die vordere und hintere Vokale enthalten, werden in der nachlässigen Aussprache meist hintere Vokale als die korrespondierenden vorderen ausgesprochen. Beispiel: „Olympia“ – gesprochen: wie „Olumpia“.

Grammatik

Die Grammatik kennt keine Artikel, weder bestimmte noch unbestimmte.
mies (Mann, der Mann, ein Mann);
nainen (Frau, die Frau, eine Frau). Häufig wird allerdings das Zahlwort yksi – eins oder das Pronomen eräs - ein(e) verwendet, um Unbestimmtheit zu unterstreichen: :Ovella seisoo (yksi/eräs) mies. - Es steht ein Mann an der Haustür. Es kann jedoch das Demonstrativpronomen se - die/der/das als einen bestimmten Artikel verwendet werden: :Se mies, jonka näit eilen, on veljeni. - Der Mann, den du gestern gesehen hast, ist mein Bruder. Das Finnische kennt keine grammatischen Geschlechter. Bei der 3. Person Einzahl gibt es nur eine Form: hän (= er, sie). Für Gegenstände und Tiere sowie umgangssprachlich gelegentlich auch für Personen wird in der 3. Person Einzahl das Demonstrativpronomen „se“ verwendet. Weibliche Berufsbezeichnungen kommen immer mehr aus der Mode; man verwendet sie eigentlich nur noch, wenn man betonen will, dass es um eine weibliche Person geht:
myyjä (Verkäufer allgemein); myyjätär (Verkäuferin)

Die Fälle

Im Finnischen gibt es 15 Fälle. Die meisten sind mit deutschen Präpositionen zu vergleichen. Sie werden gebildet, indem bestimmte Silben an den Vokalstamm bzw. an den Konsonantstamm des Substantivs gehängt werden:
- Nominativ:
Grundform, Wer-Fall
Bsp.: talo (Haus), talot (Häuser), tämä (dieser), nämä (diese (Mehrzahl)), minä (ich), sinä (du).
- Genitiv:
Zugehörigkeit, Wes-Fall
Bildung: (-n im Singular und -in, -en, -den, -ten, -tten im Plural)
Bsp.: talon (des Hauses), talojen (der Häuser), tämän (dieses), minun (mein), sinun (dein).
- Akkusativ:
Objekt, Wen-Fall
Bildung: (-) (= Akkusativ I), (-n) (= Akkusativ II), (-t) (= Akkusativ III), (-t) (= Akkusativ Plural)
Bsp.: talon (Haus), talot (Häuser), tämän (diesen), sinut (dich)
Normalerweise wird der Akkusativ II verwendet. Der Akkusativ I steht vor allem in Befehlssätzen. Der Akkusativ III ist nur für Personalpronomina.
- Partitiv:
Teilobjekt, unbestimmte Menge; häufig auch als Objektfall benutzt, besonders in verneinten Sätzen, bei Gefühlsäußerungen sowie hinter Grundzahlen.
Bildung: (-a/-ä), (-ta/-tä)
Bsp.: Juon kahvia (Ich trinke Kaffee); Minä rakastan sinua (Ich liebe dich).
Bei Sätzen mit „ei ole“ („es gibt nicht“) steht das Subjekt im Partitiv: Täällä ei ole ruokaa (Hier gibt es kein Essen).
- Inessiv:
im Raum (wo?); bei Zeitangaben: innerhalb
Bildung: (-ssa/-ssä)
Bsp.: talossa (im Haus), taloissa (in den Häusern), tässä (in diesem), sinussa (in dir), yhdessä viikossa (innerhalb einer Woche).
- Elativ:
aus dem Raum (wo heraus?, von wo?)
Bildung: (-sta/-stä)
Bsp.: talosta (aus dem Haus), taloista (aus Häusern), tästä (von diesem), sinusta (von dir).
- Illativ: (Vokalverdoppelung + -n bzw. -h + Vokal vor dem „h“ + n bzw. -seen; im Plural -in/-hin/-siin)
in den Raum (wohin?)
Bildung: (-„Vokalverdoppelung“+n (z.B.: Helsinkiin)), (-h+„Vokal vor dem h“+n (z.B.: työhön)), (-seen (z.B.: Espooseen))
Bsp.: taloon (ins Haus), taloihin (in die Häuser), tähän (in diesen), huoneeseen (in das Zimmer), Tervetuloa Suomeen! (Willkommen in Finnland!), työhön (zur Arbeit)
- Adessiv:
auf etwas, mit etwas (worauf?, womit?), bei unbestimmten Zeitangaben
Bildung: (-lla/-llä)
Bsp.: pöydällä (auf dem Tisch), junalla (mit dem Zug), täällä (hier), kesällä (im Sommer); Minulla on jano (mit mir ist Durst = Ich habe Durst).
- Ablativ:
von etwas (von wo?); bei Zeitangaben: aus welcher Zeit?
Bildung: (-lta/-ltä)
Bsp.: pöydältä (vom Tisch), minulta (von mir), täältä (von hier), viime vuosisadalta (aus dem letzten Jahrhundert).
- Allativ:
auf/zu etwas (auf/zu wem/was?); entspricht auch oft dem deutschen Dativ
Bildung: (-lle)
Bsp.: pöydälle (auf den Tisch), minulle (mir, für mich); Kirjoitan sinulle (Ich schreibe dir).
- Essiv:
Zustand (als was?); bei bestimmten Zeitangaben
Bildung: (-na/-nä)
Bsp.: lapsena (als Kind), tänä (als dieser), maanantaina (am Montag).
- Translativ: (-ksi)
Zustand als Ergebnis einer Veränderung; bei Zeitangaben: für wie lange?
Bildung: (-ksi)
Bsp.: kauniiksi (wird schön), saksaksi (auf Deutsch), suomeksi (auf Finnisch), hän tuli opettajaksi (er/sie wurde Lehrer).
- Abessiv:
Mangel, ohne etwas
Bildung: (-tta/-ttä)
Bsp.: talotta (ohne Haus), taloitta (ohne Häuser).
Der Abessiv wird in der Praxis selten verwendet. Meistens wird er einfach durch die Präposition ilman (= ohne) ausgedrückt: ilman sinua (ohne dich).
- Komitativ:
Dazugehörigkeit (Womit?)
Bildung: (-ne + Possessivsuffix)
Bsp.: taloineen (mit dem Haus/mit den Häusern)
Der Komitativ wird in der Praxis selten verwendet. Meistens wird er einfach durch die Postposition kanssa (= mit) ausgedrückt: sinun kanssasi (mit dir). Allerdings gibt es gebräuchliche festgefügte Wendungen, z. B. Herra Sintonen vaimoineen (Herr Sintonen mit seiner (Ehe-)Frau).
- Instruktiv:
Art und Weise, womit?
Bildung: (-in)
Bsp.: Lautanen on käsin tehty (Der Teller ist von Hand gearbeitet), Näin sen omin silmin (Ich habe es mit eigenen Augen gesehen); der Instruktiv kommt nur in wenigen idiomatischen Redewendungen vor. Alle Fälle gibt es natürlich auch im Plural, der je nach Nominativtyp unterschiedlich gebildet wird, sich aber in der Regel durch ein „i“ nach dem Wortstamm auszeichnet.

Die Verben

Konjugation Gegenwart
puhua (=sprechen) minä puhun – ich spreche;
sinä puhut – du sprichst;
hän puhuu – er/sie/es spricht;
me puhumme – wir sprechen;
te puhutte – ihr sprecht; Te puhutte – Sie sprechen (Höflichkeitsform)
he puhuvat – sie sprechen Vergangenheit
minä puhuin;
sinä puhuit;
hän puhui;
me puhuimme;
te puhuitte;
he puhuivat Tipp: Die Personalpronomen der ersten und zweiten Personen kann man auch weglassen. In der gesprochenen Umgangssprache wiederum werden „minä“, „mä“ bzw. „sinä“, „sä“ durchaus wieder verwendet. Die Personalpronomen der dritten Personen kann man auch weglassen, wenn es klar ist, wen man meint. Befehlsform / Imperativ

- Bejahender Imperativ
Der bejahende Imperativ in der 2. Person Singular ist stets identisch mit der Verbform der 1. Person Singular Indikativ, von der die Endung -n abgezogen wurde. Alle anderen Personen werden dann von dieser Form abgeleitet. 2. Person Singular: Puhu!;
3. Person Singular: Puhukoon!;
1. Person Plural: Puhukaamme!;
2. Person Plural: Puhukaa!;
3. Person Plural: Puhukoot!

- Verneinender Imperativ
Die Verneinung ist deutlich komplizierter. Sie wird im Normalfall gebildet durch eine Form des Verneinungsverbs „älä“, derselben Verbform wie beim bejahenden Imperativ und der Endung -ko/kö; eine Ausnahme jedoch bildet die 2. Person Singular, die keine -ko/kö Endung trägt: 2. Person Singular: Älä puhu! (Sprich nicht!)
3. Person Singular: Älköön puhuko!
1. Person Plural: Älkäämme puhuko!
2. Person Plural: Älkää puhuko! (Sprecht nicht! / Sprechen Sie nicht!)
3. Person Plural: Älkööt puhuko!
Futur
Es gibt kein Futur! Um zukünftiges auszudrücken, benutzt der Finne i.d.R. die Gegenwart und ein Wort, das auf die Zukunft hinweist.
Bsp.: Menen huomenna. – Ich werde morgen gehen. Verneinung
Die Verneinung wird gebildet aus dem Verneinungsverb „ei“, das konjugiert wird und dem Verbstamm, der nicht konjugiert wird. Beispiel:
minä en puhu – ich spreche nicht;
sinä et puhu – du sprichst nicht;
hän ei puhu – er/sie/es spricht nicht;
me emme puhu – wir sprechen nicht;
te ette puhu – ihr sprecht nicht / Sie sprechen nicht;
he eivät puhu – sie sprechen nicht; „Ich spreche nicht finnisch“ würde heißen: „(Minä) en puhu suomea.“
„Ich verstehe nicht“ heißt: „(Minä) en ymmärrä.“ Die Verneinung in der Vergangenheit wird gebildet aus „ei“ und dem Partizip Perfekt des Verbs. Beispiel:
minä en puhunut – ich sprach nicht;
sinä et puhunut – du sprachst nicht …;
hän ei puhunut;
me emme puhuneet;
te ette puhuneet;
he eivät puhuneet; Fragen Bei Entscheidungsfragen wird an das konjugierte Verb (oder auch an andere Wörter) die Frage-Endung -ko oder -kö (s. Vokalharmonie) angehängt. Das sieht dann beispielsweise so aus: Puhutko suomea? – Sprichst du finnisch?;
Etkö puhu suomea? – Sprichst du nicht finnisch? Die Endung -ko/-kö steht fast ausschließlich bei Ja-/Nein-Fragen. Kann man die Frage nicht mit Ja oder Nein beantworten, steht sehr selten -ko/-kö: Puhuuko joku suomea? - Spricht jemand finnisch? Kuka puhuu suomea? – Wer spricht finnisch? Aber: Kauanko (= kuinka kauan) se kestää? (nicht Kestääkö se kauan?) - Wie lange dauert es? Montako (= kuinka monta) teitä (Partitiv!) on? (nicht Onko teitä monta?) - Wieviele seid ihr? „Haben“ Es gibt im Finnischen kein Wort für „haben“. Wenn man einen Besitz ausdrücken will, nimmt man die 3. Person EZ von olla (= sein) --> on und die Adessivform des Personalpronomens.
Beispiel: minulla on auto. – (Wörtlich: bei mir ist ein Auto): ich habe ein Auto.
Verneinend sagt man: Minulla ei ole autoa. – (Wörtlich: bei mir nicht ist Auto): ich habe kein Auto.
Bei Verneinung wird das Objekt in den Partitiv gesetzt (auto – autoa).

Stufenwechsel

Eine Besonderheit des Finnischen und der mit ihm am nächsten verwandten Sprachen ist der Stufenwechsel: Er betrifft die Konsonanten /p/, /t/ und /k/ im Anlaut der letzten Wortsilbe, die unter bestimmten Umständen stimmhaft werden, sich völlig an die Umgebung assimilieren oder sogar schwinden können. Die „starke Stufe“ steht, wenn die letzte Wortsilbe offen ist, beispielsweise in sil-ta „Brücke“.
Die „schwache Stufe“ steht, wenn an das Wortende ein Suffix angefügt wird, wodurch die ursprünglich letzte Wortsilbe geschlossen wird, zum Beispiel in sil-ta + -lla -> sil-la-lla „auf der Brücke“. 1.Stufenwechsel von der starken zur schwachen Stufe: kk-k K-Schwund 1 beispielsweise Mikko (finn. Name) – Mikolla on jano. (= Mikko hat Durst) k-O K-Schwund 2 zum Beispiel lukea (= lesen) – minä luen (= ich lese) uku-uvu K-Schwund 3 zum Beispiel luku (= die Zahl) – luvun (= der Zahl Gen.) nk-ng K-Schwund 4 beispielsweise HelsinkiHelsingissä (= in Helsinki) pp-p P-Schwund 1 zum Beispiel Lappi (= Lappland) – Lapin kulta (= Lapplands Gold, finn. Biermarke) p-v P-Schwund 2 beispielsweise rapu (= Krebs) – ravun (= des Krebses) tt-t T-Schwund 1 zum Beispiel matto (= Teppich) – matolla (= auf dem Teppich) t-d T-Schwund 2 beispielsweise lähteä (= abfahren, weggehen) – minä lähden (= ich gehe weg) 2. Stufenwechsel von der schwachen zur starken Stufe p-pp zum Beispiel opas (= Reiseführer) – oppaan (= des Reiseführers) d-t beispielsweise sade (= Regen) – sateenkaari (= Regenbogen) t-tt zum Beispiel osoite (= Adresse) – osoitteen (= der Adresse) Die Stufenwechsel der Gruppe 2. erklären sich dadurch, dass diese Wörter im Nominativ ursprünglich auf einen Konsonanten (/s/ bzw. später geschwundener Knacklaut
- /?/) auslauteten. Da also die letzte Wortsilbe geschlossen ist (o-pas) bzw. war (sa-de?), steht schwache Stufe.
Im Genitiv ist die betroffene Silbe hingegen offen, also steht die starke Stufe, vgl.
- op-pa-san bzw.
- sa-te-?en.

Umgangssprache

Die finnische Umgangssprache unterscheidet sich teilweise stark von der Schriftsprache, hauptsächlich dadurch, dass Ausdrücke stark verkürzt und teilweise gleichzeitig zusammengezogen werden. Oft wird auch der letzte Buchstabe weggelassen. Beispiele:
Tuletko sinä? (Kommst du?) wird zu Tuleksä?, Tuutsä?, Tuutsie? oder Tuukkonä?
Haluatko sinä? (Möchtest du?) wird zu Haluaksä?, Halutsie? oder Halutsä?
Televisio (Fernseher) wird zu telkkari oder telkka
Metsässä (im Wald) wird zu mettäs, metäs, mehtäs oder messäs.

Wortschatz

Erbwörter und Neuschöpfungen

Fremd- und Lehnwörter und ihre Anpassung

Nützliche Redewendungen


- Hei! oder Moi! („Hallo!“) :Antwort: No moi!
- Terve! („Hallo“)
- Hyvää huomenta! („Guten Morgen!“)
- Hyvää päivää! („Guten Tag!“)
- Hyvää iltaa! („Guten Abend!“)
- Hyvää yötä! („Gute Nacht!“)
- Hyvää yötä ja nuku hyvin ja kauniita unia! („Gute Nacht und schlaf gut und schöne Träume!“)
- Näkemiin! („Auf Wiedersehen!“)
- Hei, hei! („Tschüss!“)
- Mitä kuuluu? („Wie geht's?“) :Antwort: Kiitos, (oikein) hyvää. („Danke, (richtig) gut.“) oder Huonoa. („Schlecht.“)
- Kiitos! („Danke!“)
- Anteeksi! („Entschuldigung!“)
- Kippis! („Prost!; Zum Wohl!“)
- Minä olen … („Ich bin …“)
- Missä on …? („Wo ist …?“)
- Missä on vessa? („Wo ist die Toilette?“)
- Mitä maksaa …? („Was kostet …?“)
- Puhutko saksaa/englantia/ranskaa/ruotsia? („Sprichst du Deutsch/Englisch/Französisch/Schwedisch?“)
- Mistä sinä tulet? („Woher kommst du?“)
- Millainen ilma on? („Wie ist das Wetter?“) :Antwort: Sataa! („Es regnet!“), On aurinkoista. („Es ist sonnig.“)

Literatur


- Karlsson, Fred: Finnische Grammatik. Autorisierte Übersetzung aus dem Finnischen von Karl-Heinz Rabe. Bearbeitet von Cornelius Hasselblatt und Paula Jääsalmi-Krüger. 4. Auflage. Buske: Hamburg 2004.
- Low, Hillevi: Finnisch für Globetrotter, 2. Auflage Bielefeld: Rump, 1989 ISBN 3-922376-14-2
- Semrau, Richard: Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Finnisch, Berlin: Langenscheidt, 1996 ISBN 3-468-26140-3
- Steiner, Marja-Liisa: Finnisch für Sie, 4. Auflage Ismaning: Hueber, 1989 ISBN 3-19-005076-7 Quelle Emrah Altinay die Sprachenwelt 2005
- Riekkinen-Gebbert, Senja: Yksi, kaksi, kolme. Finnisch für Deutschsprachige : Lehrbuch, Hempen, 2003 ISBN 3-934106-23-4

Weblinks


- http://www.lenz-online.de/reisen/finland/sprache.htm – Humor: Finnisch als Weltsprache
- [http://www.lingsoft.fi/cgi-bin/fintwol Morphologisches Wörterbuch (finn.)]
- [http://donnerwetter.kielikeskus.helsinki.fi/FinnishForForeigners/parts-index-de.htm Online-Finnisch-Kurs (mit Soundunterstützung)]
- [http://www.cs.tut.fi/~jkorpela/finnish-cases.html Fälle im Finnischen (Übersicht, engl.)]
- [http://www.sci.fi/~kajun/finns Aussprache finnischer Namen (mit Ton)] Kategorie:Einzelsprache ja:フィンランド語 ko:핀란드어

Europa

Europa ist das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse und wird von Europäern üblicherweise als eigenständiger Kontinent betrachtet, obwohl es eigentlich ein Subkontinent ist. Insgesamt hat Europa eine Fläche von 8,327 Millionen Quadratkilometern, was Europa nach Australien zum zweitkleinsten Kontinent macht. Dennoch besitzt Europa mit rund 730 Millionen Einwohnern die drittgrößte Bevölkerung aller Kontinente. Die Ausdehnung erstreckt sich von der Nordsee und dem Atlantischen Ozean im Westen bis zum Ural im Osten. Ural

Geographie

Europa hat eine Fläche von 8,327.000 km² und eine Küstenlänge von 37.200 km. Der nördlichste Punkt des Kontinents liegt bei ca. 71,2° n. Br. in Knivskjelodden, Norwegen, der südlichste Punkt in Tarifa im Süden Spaniens. Damit beträgt die Nord-Süd Ausdehnung ca. 3.800 Kilometer. Von Ost nach West erstreckt sich die Landmasse Europas vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals, was ca. 6.000 Kilometer West-Ost Ausdehnung bedeutet. Insgesamt ist Europa stark zergliedert. Es beinhaltet einige größere Halbinseln, wie die Iberische Halbinsel, die Apenninhalbinsel, die Skandinavische Halbinsel und die Balkanhalbinsel, sowie viele weitere, kleinere Halbinseln wie Bretagne und Jütland. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von Inseln, die größten sind die Britischen Inseln, Island, Sardinien und Sizilien. Sizilien Im Norden grenzt Europa an einzelne Randmeere des Nordpolarmeeres wie die Barentssee und das Europäische Nordmeer. Obwohl sich die Nebenmeere Nord- und Ostsee streng genommen innerhalb des Kontinents befinden, wird die Nordsee auch als seewärtige Grenze angesehen. Im Südosten grenzt Europa an das Kaspische Meer, im Süden an das Schwarze Meer und an das Mittelmeer, und im Westen an den Atlantischen Ozean. Der höchste Punkt des Kontinents liegt je nach Definition der "Grenzen" Europas entweder im nördlichen Kaukasus in Russland (Elbrus (5.642 Meter)) oder aber in den Alpen zwischen Frankreich und Italien (Montblanc (4.808 Meter)). Der niedrigste Punkt Europas liegt mit 28 Metern unter dem Meeresspiegel an der Nordküste des Kaspischen Meeres. Siehe auch: Mittelpunkt Europas

Innereurasische Grenze

Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, die Manytschniederung nördlich des Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden unter anderem die Grenze zwischen Europa und Asien. Siehe auch: Innereurasische Grenze

Untergliederung


- Nordeuropa
  - Nordwesteuropa
  - Nordosteuropa
- Mitteleuropa
  - Ostmitteleuropa
- Osteuropa
- Südeuropa
  - Südosteuropa
- Westeuropa

Flüsse

Westeuropa Die längsten Flüsse Europas (über 1.000 km) sind: #Wolga (3.531 km) #Donau (2.850 km) #Ural (2.428 km) (an der "innereurasischen" Grenze) #Dnjepr (2.200 km) #Don (1.870 km) #Petschora (1.809 km) #Kama (1.805 km) #Oka (1.500 km) #Belaja (1.430 km) #Dnjestr (1.352 km) #Rhein (1.320 km) #Wjatka (1.314 km) #Elbe (1.165 km) #Desna (1.130 km) #Weichsel (1.047 km) #Düna (1.020 km) #Loire (1.020 km) #Choper (1.010 km) #Tajo (1.007 km) Siehe auch: Liste europäischer Flüsse, Die längsten Flüsse der Erde

Berge

Die höchsten Berge in Europa sind: #Elbrus (5.642 m), Russland, Kaukasus (umstritten, weil innereurasische Grenze unterschiedlich festgelegt ist) #Dykh Tau (5.203 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Rustaveli (5.201 m), Georgien, Kaukasus (umstritten) #Koshtan Tau (5.150 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Pushkin (5.100 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Shkhara (5.068 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten) #Kazbek (5.047 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten) #Mizhirgi (5.025 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Katyn (4.974 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Shota Rustaveli (4.960 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Borovikovs topp (4.888 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Mont Blanc (4.808 m; mit Eiskappe), Grenze Frankreich-Italien, Alpen #Dufourspitze (4.634 m; Monte-Rosa-Massiv), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Dom (4.545 m), Schweiz, Alpen #Weisshorn (4.505 m), Schweiz, Alpen #Lyskamm (4.480 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Matterhorn (4.478 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Dent Blanche (4.357 m), Schweiz, Alpen #Finsteraarhorn (4.274 m), Schweiz, Alpen #Zinalrothorn (4.221 m), Schweiz, Alpen #Alphubel (4.206 m), Schweiz, Alpen #Rimpfischhorn (4.199 m), Schweiz, Alpen #Aletschhorn (4.192 m), Schweiz, Alpen #Dent d'Hérens (4.171 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Breithorn (4.164 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Jungfrau (4.158 m), Schweiz, Alpen #Mönch (4.107 m), Schweiz, Alpen #Ecrins (4.101 m), Frankreich, Alpen #Schreckhorn (4.078 m), Schweiz, Alpen #Gran Paradiso (4.061 m), Italien, Alpen #Großes Fiescherhorn (4.049 m), Schweiz, Alpen #Piz Bernina (4.049 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Weissmies (4.023 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Ortler (3.905), Italien, Alpen Die bekanntesten Vulkane in Europa sind:
- Ätna (italien. Etna) (veränderlich um 3.370-3.400 m), Sizilien, Italien
- Hvannadalshnjúkur (2.119 m, unter dem Vatnajökull), höchster Berg auf Island
- Grímsvötn (1.725 m; unter dem Vatnajökull), Island
- Herðubreið (1.682 m, unter dem Vatnajökull), Island
- Vesuv(io) (ca. 1.200 m), Italien
- Stromboli (ca. 926 m), vulkanische Insel, Italien
- Santorini (Σαντορίνη) (575 m), vulkanische Insel, Griechenland

Klima

Der Kontinent liegt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten. Das Klima ist in Europa im Vergleich mit Gebieten gleicher geographischer Breite in anderen Erdteilen wegen des Einflusses des relativ warmen Golfstroms milder. Die durchschnittliche Jahrestemperatur von Neapel beträgt beispielsweise 16 °C, während das auf nahezu gleicher Breite liegende New York 12 °C erreicht. Schwankungen der Temperatur innerhalb eines Jahres sind in den größten Teilen des Erdteils relativ gering. Kühlen Winter stehen milde Sommer gegenüber. Nur in Gebieten, die weit vom Meer, also auch von dessen klimatisch ausgleichenden Einfluss entfernt liegen, sind die Temperaturunterschiede in verschiedenen Jahreszeiten stärker. In größten Teilen Osteuropas ist das Klima durch das Fehlen des Meeres in unmittelbarer Nähe vorwiegend kontinental geprägt. Kalte Winter und heiße Sommer sind in diesen Regionen vorherrschend. Durch die Erdrotation und der damit verbundenen ablenkenden Kraft kommen Winde hauptsächlich aus westlicher Richtung. Da in den Küstengebieten Westeuropas deswegen Winde vornehmlich vom Atlantischen Ozean wehen, kommt es fast ganzjährig zu Regen. In Ost-und Mitteleuropa ist die Niederschlagsmenge dagegen vergleichsweise gering, da wiederum der Einfluss des Meeres auf diese Regionen zu gering ausfällt. Hochgebirge können die Niederschlagsmenge ebenfalls stark beeinflussen. So ist der mittlere Jahresniederschlag nördlich der Alpen deutlich geringer als südlich. Die Alpen wirken in diesem Fall als Barriere, durch den es nur wenige Regenfronten schaffen durchzudringen. In Gebieten nahe des Mittelmeers herrscht überwiegend mediterranes Klima, das heißt trockene und heiße Sommer, während es im Winter mild und feucht ist. Im Sommer gibt es vorwiegend Winde aus nördlicher Richtung, im Winter bringen westliche Winde aus Richtung des Atlantischen Ozeans dagegen häufigen Niederschlag mit. Im Norden Europas herrscht arktisches Klima, im Südosten an der Wolga dagegen Kontinentalklima mit heißen Sommern und geringem Niederschlag.

Bevölkerung

Europa hat mit ca. 730 Millionen Einwohnern nach Asien und Afrika die drittgrößte Bevölkerungszahl aller Kontinente und gehört zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 66/km². Vor allem in West-, Mittel- und Südeuropa ist die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während sie weiter nach Norden und Osten stark abnimmt.

Sprachen

Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen. Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen, sowie das Romani zählen zu den indogermanischen Sprachen. Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie Europas dar. Sie unterteilen sich weiter in die samojedischen Sprachen, die von einigen wenigen Tausend im Menschen im äußersten Nordosten Europas gesprochen werden, und in die finno-ugrischen Sprachen. Hierzu zählen vor allem Finnisch, Ungarisch, Estnisch als Amtssprachen, ferner die in Lappland gesprochenen samischen Sprachen und einige Minderheitensprachen, vor allem in Russland. Im europäischen Teil der Türkei ist mit Türkisch eine altaische Sprache Amts- und Titularsprache. Andere Turksprachen sind als Minderheitensprachen in Ost- und Südosteuropa verbreitet, so etwa das Gagausische und das Tatarische. Mit Kalmückisch wird am Ostrand des Kontinents auch eine Sprache des mongolischen Zweigs der Altaisprachen in Europa gesprochen. Mit Maltesisch ist auf der Insel Malta zudem eine Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachen Amtssprache. Die in Spanien und Frankreich gesprochene baskische Sprache wird keiner größeren Sprachfamilie zugerechnet, ihr Ursprung konnte durch die moderne Sprachwissenschaft nicht rekonstruiert werden und ist nach wie vor unbekannt. Darüber hinaus werden heute in Europa zahlreiche weitere Sprachen aus anderen Sprachfamilien gesprochen, die durch Einwanderer in jüngerer Zeit hierher gelangt sind. Am gebräuchlichsten in Europa ist das lateinische Alphabet, gefolgt von dem kyrillischen Alphabet (in Russland, Weißrussland, der Ukraine, Bulgarien, Serbien, Mazedonien und Teilen Montenegros) und dem griechischen Alphabet. Siehe auch: Liste von Sprachen in Europa, Minderheitensprachen in der Europäischen Union, Amtssprachen der Europäischen Union

Religionen

Ca. 75% der Europäer sind Christen (vor allem katholisch, protestantisch, orthodox). 7 % sind Muslime (vor allem in Südosteuropa sowie Einwanderer aus islamischen Ländern in England, Frankreich, Deutschland, Italien), außerdem gibt es Juden sowie eine größere Zahl von in jüngerer Zeit aus anderen Teilen der Welt nach Europa gekommener oder neu entstandenener Religionen. Ca. 18 % der Europäer sind konfessionslos, besonders in den Städten und den ehemals kommunistischen Ländern im Osten, zum Teil aber auch in Deutschland. Das Christentum erreichte Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Chr. Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel, wurde aber im Zuge der "Reconquista" vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrängt. Europäer verbreiteten das Christentum durch Einwanderung und Mission in Amerika, Australien und in geringerem Maße auch auf anderen Kontinenten (Teile Südostasiens, Afrikas und Ozeaniens). Heute ist Europa weitgehend säkularisiert.

Städte und Metropolen

Ozeanien Lissabon war eine der ersten kosmopolitischen Metropolen der Welt, da sie in Zeiten des Imperialismus Zentrum eines großen Kolonialreiches war. Noch 1950 befanden sich vier Städte der heutigen Europäischen Union unter den zwanzig größten der Welt, seitdem wachsen die europäischen Städte kaum noch, verlieren teilweise an Einwohnerzahlen. Diese vier größten EU-Städte waren London auf dem zweiten Platz hinter New York, Paris auf dem vierten Platz hinter Tokio, Mailand und Neapel belegten noch Platz 13 bzw. 19. Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts holten die Städte der restlichen Welt, besonders die der Entwicklungsländer, z. B. Mexiko-Stadt, Manila oder São Paulo, bei den Einwohnerzahlen auf und führen jetzt die Tabelle der Welt an. Problematisch beim Vergleich der Metropolen ist die in Deutschland übliche Abgrenzung anhand der Gemeindegrenzen, da andere Staaten dies in ihren Statistiken nicht tun (z.B. USA, Frankreich, Australien, Großbritannien). Daher fehlen in der unteren Auflistung der Metropolen polyzentrische Stadtregionen wie Rhein-Ruhr und Rhein-Main in Deutschland oder das oberschlesische Industriegebiet in Polen. Die europäischen Hauptstädte finden sich in der Liste der Hauptstädte der Welt. Entfernungen verschiedener europäischer Städte (Alle Messungen sind in Luftlinie angegeben):
- Amsterdam (NL) – Warschau (PL), ca. 1.100 km
- Helsinki (FIN) – Rom (I), ca. 2.200 km
- Belgrad (SCG) – Dublin (IRL), ca. 2.150 km
- Edinburgh (GB) – Hamburg (D), ca. 900 km
- Istanbul (TR) – Lissabon (P), ca. 3.200 km
- Sagres (P) – Ust Kara (RUS), ca. 5.580 km
- Wien (A) – Bratislava (SK), ca. 60 km

Kultur und Bildung

In allen Staaten Europas gibt es eine Schulpflicht oder mindestens eine Bildungspflicht, die oft vom 6. oder 7. bis zum 15. oder 16. Lebensjahr dauert. Die Grundschulzeit beträgt vier bis fünf Jahre in den meisten, sieben oder acht Jahre in den wenigsten Ländern. Danach folgt meist eine weiterführende Schule, die auch verschiedene Schultypen und -arten umfassen kann. Die Analphabetenrate ist in fast allen Ländern durch verschiedene Förderungen des Bildungssystems sehr niedrig. In vielen Ländern gibt es außerdem sehr renommierte Hochschulen und Universitäten, teilweise auch mit bestimmten fachlichen Schwerpunkten. Bildhauerei, Malerei, Literatur, Architektur und Musik haben in Europa eine lange Tradition. Viele Städte, wie beispielsweise Paris, Rom, Berlin und Moskau werden heute als kulturelle Zentren betrachtet. Außerdem besitzen viele Städte wichtige Theater, Museen, Orchester und weitere bedeutende Einrichtungen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Europas Für den Menschen war Europa erst die dritte Wahl. Vor etwa 800.000 Jahren soll die Besiedlung durch den Homo antecessor begonnen haben, etwa eine halbe Million Jahre, nachdem Ostasien von Afrika aus besiedelt worden war. Während die Entwicklung des Homo sapiens in Afrika ablief, war Europa die Domäne von Homo heidelbergensis und Homo neanderthalensis. Trotz - oder vielleicht auch wegen - der widrigen Bedingungen durch die Eiszeit sollen diese Menschen vor etwa 100.000 Jahren angefangen haben, die Kultur der Altsteinzeit zu verfeinern. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten. Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen ihre Spuren bis heute. In der späteren Antike vereinigte das Römische Reich erstmals das gesamte südliche Europa zusammen mit den anderen Küstenländern des Mittelmeeres in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin I. Staatsreligion und wirkt bis heute fort. Das Mittelalter war geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen und dem alten römischen Kaiser in Byzanz, auf deren beiden Einflussspären die Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht. Missionare verbreiteten das Christentum über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa christlich wurde. Im westlichen Europa gab es Auseinandersetzungen zwischen von Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die Kirche in einen katholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwüstete der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas. Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Russland, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich) koloniale Imperien mit großen Besitztümern in Afrika, Amerika und Asien. Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Missionierung, Kolonien, Sklavenhandel, Warenaustausch und Kultur). Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. 1789 kam durch die Französische Revolution zum ersten Mal das Bürgertum an die Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte. Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die Kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt vom Gedanken der Demokratie, vom Reaktionismus und vom Imperialismus. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an. Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: pseudo-sozialistische Nationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte. Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel, und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf. Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt (siehe auch Blaue Banane). Siehe auch: Wiege Europas, Alteuropa

Politik

Europäische politische Organisationen

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europäische Institution der Europarat gegründet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbei in Europa (KSZE) damals blockübergreifend gegründet wurde, und der neben europäischen Ländern auch die USA und Kanada angehören. Wer im politischen Sinne von "Europa" spricht, meint aber meist die Europäische Union (EU) oder ihre Vorläufer: 1951 schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Italien und Frankreich zur Montanunion bzw. EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) zusammen. Der Versuch, eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) zu gründen, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Daraufhin wurden 1957 mit den Römischen Verträgen die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Der Sammelbegriff Europäische Gemeinschaften (für EGKS, Euratom und EWG) wurde im alltäglichen Sprachgebrauch mehr und mehr durch den Singular Europäische Gemeinschaft verdrängt. Mit dem Maastrichter Vertrag wurde schließlich die die alten Gemeinschaften und Kooperationsformen überwölbende Europäische Union gegründet. Ein Großteil der Mitgliedsländer der ebenfalls in den 50er Jahren gegründeten EFTA (European Free Trade Association) ist mittlerweile in die EG/EU übergetreten - die verbliebene EFTA ist ihr über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng verbunden. Nach der Erweiterung der EU um Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Malta und Zypern im Jahre 2004 zählt diese 25 Mitglieder. Siehe auch: Europäisches Parlament, NATO, Europawahl, Politische Architektur Europas

Staaten in Europa

Politische Architektur Europas
- Albanien
- Andorra
- Belgien
- Bosnien und Herzegowina
- Bulgarien
- Dänemark (einschließlich der autonomen Färöer; das ebenfalls autonome Grönland ist geografisch Teil Nordamerikas)
- Deutschland
- Estland
- Finnland (mit den staatliche Besonderheiten aufweisenden Ålandinseln)
- Frankreich (mit Ausnahme der überseeischen Territorien in Nord- und Südamerika, Afrika, Ozeanien)
- Griechenland (einschließlich der souveränen Mönchsrepublik Athos)
- Großbritannien und Nordirland (einschließlich der direkt der Krone unterstehenden Insel Man und der Kanalinseln sowie des Überseegebietes Gibraltar)
- Irland
- Island (liegt geografisch auf dem mittelatlantischen Rücken)
- Italien
- Kroatien
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Mazedonien
- Moldawien
- Monaco
- Niederlande
- Norwegen
- Österreich
- Polen
- Portugal (mit Ausnahme des näher an Nordafrika liegenden Madeira und der auf dem mittelatlantischen Rücken liegenden Azoren)
- Rumänien
- Russland (ein Viertel der Landmasse in Europa, dies ist das historische Kernland Russlands mit 75 % seiner Bevölkerung)
- San Marino
- Schweden
- Schweiz
- Serbien und Montenegro (Staatenbund aus Serbien und Montenegro)
- Slowakei
- Slowenien
- Spanien (mit Ausnahme der spanischen Plazas de soberanía und der Kanarischen Inseln in Nordafrika)
- Tschechien
- Ukraine
- Ungarn
- Vatikanstadt
- Weißrussland Siehe auch: Liste europäischer Nachbarstaaten

Folgende Staaten liegen mit weniger als 5% ihrer Landfläche in Europa


- Kasachstan (nur ein sehr kleiner Teil der Landfläche liegt in Europa, der Rest in Asien; bei Sportveranstaltungen wird Kasachstan gelegentlich Europa zugerechnet)
- Türkei (nur 3% der Fläche liegt geographisch in Europa, der Rest in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird die Türkei Europa zugeordnet (in allen internationalen Sportveranstaltungen, Eurovision Song Contest u.a.); sie ist Mitglied des Europarats und hat eine Zollunion mit der EU, ist Beitrittskandidat der EU und in allen anderen europäischen Gremien vertreten)

Weitere Staaten, die gelegentlich zu Europa gerechnet werden

Aus historischen, kulturellen oder politischen Gründen werden gelegentlich auch folgende Staaten zu Europa gerechnet:
- Armenien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung mit indogermanischer Sprache, Territorium liegt geographisch in Asien, Mitglied des Europarates)
- Aserbaidschan (liegt geographisch in Asien; bei Sportveranstaltungen wird es Europa zugerechnet; Mitglied des Europarates)
- Georgien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung, Territorium liegt geographisch in Asien; Mitglied des Europarates)
- Israel (liegt geographisch in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird Israel oft Europa zugeordnet (Fußball-Europameisterschaft, Eurovision Song Contest).)
- Zypern (Insel im östlichen Mittelmeer, die geographisch zu Asien gezählt wird; geschichtlich eng mit Europa verbunden, seit Mai 2004 Mitglied der EU)

Abhängige Gebiete in Europa


- Åland (autonome Inselgruppe und Provinz vor Finnland)
- Berg Athos (autonome Mönchsrepublik unter Oberhoheit Griechenlands)
- Färöer (autonome Region innerhalb Dänemarks)
- Gibraltar (Überseeterritorium des Vereinigten Königreiches)
- Isle of Man (untersteht direkt der britischen Krone)
- Oblast Kaliningrad (Teil Russlands, Exklave zwischen Polen und Litauen)
- Kanalinseln (unterstehen direkt der britischen Krone)

Von europäischen Staaten abhängige Gebiete auf anderen Kontinenten


- Alborán, vulkanische spanische Mittelmeerinsel, unbewohnt, unter Naturschutz, zwischen Andalusien und Nordafrika
- Anguilla, eine britische Insel in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Niederländischen Antillen (De Nederlandse Antillen: Bonaire, Curaçao, Saba, Sint Eustatius (Statia), Sint Maarten) gehört zu den Niederlanden, jedoch nicht zur EU, in der Karibik (Mittelamerika)
- Aruba, intern autonomer Landesteil der Niederlande in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Azoren, portugiesische Inselgruppe zwischen Europa und Nordamerika im Atlantik
- Bermuda, britisches Überseegebiet, Inselgruppe östlich North Carolinas im Atlantik
- Britisches Antarktis-Territorium (British Antarctic Territory) ein völkerrechtlich nicht anerkannter Teil des Südpols wird von Großbritannien beansprucht: die Antarktische Halbinsel, die Südlichen Orkneyinseln, die Südlichen Shetlandinseln, einen Festlandsektor bis zum Pol (Antarktis)
- Britische Jungferninseln (the British Virgin Islands) in der Karibik (Mittelamerika)
- Das Britische Territorium im Indischen Ozean (British Indian Ocean Territory) britisches Überseegebiet, die Kronkolonie Tschagos-Archipel (Flottenstützpunkt), sechs weitgehend unbewohnte Atolle im Indischen Ozean
- Ceuta, autonom verwaltete Exklave Spaniens, Nordmarokko, 21 km vor Gibraltar (Nordafrika)
- La Islas Chafarinas, unbewohnter spanischer Archipel, 4 km vor der Küste Ostmarokkos (Nordafrika)
- Clipperton-Insel oder Passionsinsel (Île Clipperton, Île de la Passion) unbewohntes französisches Atoll südwestlich von Mexiko (Pazifik)
- Îles éparses (Les Îles éparses de l'océan Indien) unselbständige und weitgehend unbewohnte zu Frankreich gehörige Inseln und Atolle um Madagaskar und im Indischen Ozean
- Falklandinseln, britisches Überseegebiet, östlich Feuerland im südlichen Atlantik (Südamerika)
- Guadeloupe, Überseedépartement Frankreichs, Inselgruppe in der Karibik (Mittelamerika)
- Französisch-Guayana (Guyane française) Überseedépartement Frankreichs in Südamerika
- Grönland (Grønland) autonomes Gebiet Dänemarks (jedoch nicht Teil der EU) in Nordamerika
- Die Kaimaninseln (Cayman Islands) britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Kanarischen Inseln gehören zu Spanien und liegen westlich von Nord-Afrika
- Madeira, autonome Provinz Portugals, Archipel aus mehreren bewohnten und unbewohnten kleinen und der Hauptinsel Madeira ca. 600 km westlich vor Marokkos im Atlantik
- Martinique, Überseedépartement Frankreichs in der Karibik (Mittelamerika)
- Mayotte, französisches Überseeterritorium am Rande der Komoren zwischen Madagaskar und Ostafrika
- Melilla, autonom verwaltete Exklave Spaniens in Ostmarokko (Nordafrika)
- Montserrat, britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Neukaledonien (Nouvelle-Calédonie) französische Überseegemeinschaft mit besonderem Status, Inselgruppe nahe Vanuatu vor der Nordküste Australiens
- Isla Perejil, winzige zwischen Spanien und Marokko umstrittene Felseninsel 200 m vor der Mittelmeerküste Marokkos (Nordafrika)
- Pitcairninseln (Pitcairn Islands Group) britische Kronkolonie, weit verteilt und isoliert gelegene Gruppe von vier Inseln, davon eine bewohnt, im südöstlichen Pazifik
- Französisch-Polynesien (Polynésie Française) französisches Überseedépartement (Südlicher Pazifik)
- Réunion (La Île de la Réunion) gehört zu Frankreich, liegt im Indischen Ozean östlich vor Madagaskar
- St. Helena (the Crown Colony of Saint Helena and Dependencies) britische Kronkolonie, relativ zentral zwischen Afrika (Angola) und Südamerika im Südatlantik gelegen
- Saint-Martin (Sint Maarten) karibische Insel mit einem französischen Teil (Saint-Martin) und einen niederländischen Teil (Sint Maarten) (Mittelamerika)
- St. Pierre und Miquelon, mehrere kleine unselbständige französische Inseln östlich vom kanadischen Neufundland (Nordamerika)
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln, britisches Überseegebiet, meist unbewohnte Inselgruppe im Südatlantik
- Französische Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises) ein völkerrechtlich nicht anerkannter Teil des Südpols und einige Inseln und Inselgruppen im Indischen Ozean südöstlich von Afrika
- Turks- und Caicosinseln, britisches Überseegebiet, Gruppe aus acht Inseln am westlichen Rande der Karibik zum Atlantik
- Peñón de Vélez de la Gomera, spanische Halbinsel an der marokkanischen Mittelmeerküste (Nordafrika)
- Wallis und Futuna (Territoire des Iles Wallis et Futuna) französisches Überseeterritorium nordöstlich von Fidschi (Südlicher Pazifik)

Wirtschaft

Im 19. Jahrhundert war Europa durch die in England beginnende und auf den ganzen Kontinent übergreifende Industrielle Revolution konkurrenzlos die führende Wirtschaftskraft. Später brachten verschiedene internationale Einrichtungen und Organisationen, wie die EFTA (Europäische Freihandelszone) und die Europäische Union einen Wachstumsschub, der in vielen Teilen Europas bis in die 70er und teilweise in die 80er anhielt. Die Versorgung der Bevölkerung Europas konnte durch die Verringerung von Handelsbeschränkungen ebenfalls weiter ausgebaut werden. Seit dem 1. Januar 1999, gilt in 12 Staaten der EU der Maastricht-Vertrag, mit dem alle 12 Länder eine Währungsunion bilden und somit ihre jeweiligen Landeswährungen abschafften und den Euro, zunächst noch als bargeldloses Zahlmittel einführten. Heute ist Europa ein wohlhabender Kontinent mit großen Industriemetropolen, gewinnbringender Landwirtschaft und einem boomenden

Baskenland

right right Das Baskenland (bask. Euskal Herria, spanisch País Vasco, französisch Pays Basque) ist eine Landschaft an der Atlantikküste in der Grenzregion zwischen Spanien und Frankreich. Politisch besteht es heute aus drei verschiedenen Gebieten: #Die spanische Autonome Region Baskenland (bask. Euskadi) umfasst die drei Provinzen Gipuzkoa (spanisch Guipúzcoa), Bizkaia (span. Vizcaya) und Araba (span. Álava). Hauptstadt der autonomen Region ist Gasteiz (spanisch Vitoria). Weitere bedeutende Städte sind Bilbo (span. Bilbao) und Donostia (span. San Sebastián). Siehe: Autonome Region Baskenland. #Teile der spanischen autonomen Region Navarra (bask. Nafarroa) werden ebenfalls dem Baskenland zugerechnet. #Zum französischen Teil des Baskenlandes gehören die drei historischen herrialdes (Gebiete) Lapurdi (französ. Labourd), Zuberoa (französ. Soule) und Behenafarroa (französ. Basse-Navarre). Siehe: französisches Baskenland. Im heutigen baskischen Sprachgebrauch wird die Gesamtheit der historischen Gebiete des Baskenlandes, die heute zu Spanien und Frankreich gehören, als Euskal Herria bezeichnet, während die Bezeichnung Euskadi vor allem für die Autonome Region Baskenland verwendet wird. Die südlichen bzw. spanischen Gebiete des Baskenlandes werden baskisch auch Hegoalde, die nördlichen bzw. französischen Teile des Baskenlandes Iparralde genannt. Das Baskenland leitet seine Bezeichnung von den Basken, den Sprechern des Baskischen, ab. Kategorie:Historische Landschaft Kategorie:Region Kategorie:Geographie (Frankreich) Kategorie:Geographie (Spanien) simple:Basque_Country

Sprachen

Sprache hat zwei eng mit einander verwandte Verwendungen, die Sprache (ohne Plural) oder eine Sprache/Sprachen. Die Sprache bezeichnet die wichtigste Kommunikationsform des Menschen. Sie wird akustisch durch Schallwellen (Lautketten) oder visuell-räumlich durch Gebärden (vgl. Gebärdensprache) oder Schrift (vgl. Schriftsprache) realisiert. Die Wissenschaft von Sprache als System heißt Allgemeine Sprachwissenschaft. Exemplarisch sei die Definition von Edward Sapir (1921) zitiert: :"Sprache ist eine ausschließlich dem Menschen eigene, nicht im Instinkt wurzelnde Methode zur Übermittlung von Gedanken, Gefühlen und Wünschen mittels eines Systems von frei geschaffenen Symbolen." (zitiert nach John Lyons, 4. Auflage, 1992, S. 13) Ferdinand de Saussure hat - einer Tradition folgend - Sprache als Zeichensystem konzipiert und das Sprachzeichen als Verbindung von Lautbild und Vorstellung, also als etwas Mentales gefasst. Karl Bühler sieht Sprache als "geformtes Gerät", als Medium des Verständigungshandelns mit den Grundfunktionen der Darstellung (Bezug auf die Wirklichkeit), des Ausdrucks (Befindlichkeit des Sprechers) und des Appells (Beeinflussung des Hörers). Damit wird die Auffassung von Sprache als Zeichensystem fraglich, denn nur symbolische Ausdrücke lassen sich als Zeichen im eigentlichen Sinn ("etwas steht für etwas") auffassen. Wofür steht der Artikel der, die Abtönungspartikel halt, das Zeigwort da, die Interjektion hm? Für die Pragmatik ist Sprache ein zweckorientiertes Handlungssystem, das mental verankert ist. Für manche Linguisten ist Sprache ein menschentypisches biologisches Organ (Noam Chomsky), für andere das Medium der Gedankenbildung schlechthin (W.v. Humboldt). Eine Sprache ist jedes einzelne Kommunikationssystem, das der Verständigung dient, also menschliche Einzelsprachen (beispielsweise Deutsch), Fachsprachen (beispielsweise Mathematik und Rechtssprache), Computersprachen (beispielsweise Prolog) etc. (siehe nachstehende Unterkapitel). Die Wissenschaften einzelner Sprachen sind beispielsweise die Philologien (Anglistik, Germanistik). Die Linguistik dagegen beschäftigt sich mit einzelnen Sprachen lediglich als "Beleg" für Theorien über die Sprache im Allgemeinen, die universellen Eigenschaften menschlicher Sprache und die Haupttypen der Sprachen der Welt (Sprachtypologie).

Entwicklung von Sprache

Das Verstehen und das Bilden bedeutungsvoller Lautketten in Echtzeit stellt große Anforderungen an die Planung wie an die auditive beziehungsweise visuelle Verarbeitung im Gehirn. Bei Legasthenikern oder Polterern kann diese Planung gestört sein.

Linguistik

Die Linguistik untersucht die menschliche Sprache. Die vergleichende Sprachwissenschaft und die Sprachtypologie befassen sich mit der genetischen Verwandtschaft von Sprachen, die in Sprachfamilien geordnet werden können. Die meisten Sprachwissenschaftler behandeln Einzelsprachen oder Sprachfamilien. So befasst sich beispielsweise die Indogermanistik mit der indogermanischen Sprachfamilie. Annahmen über eine (Ursprache) der Menschheit sind vorwiegend spekulativ, hiermit befasst sich die Paläolinguistik. Die Struktur und Verwendung von Sprachen wird in Grammatiken, der Wortschatz und Wortgebrauch in Wörterbüchern beschrieben. Die Etymologie ist eine Forschungsrichtung, die sich mit dem Ursprung und der Geschichte der Worte und Namen befasst. Formale Sprachen sind mit Mitteln von Logik und Mengenlehre beschreibbar (aufzählbare Menge der Basisausdrücke, Regeln der Komposition, wohlgeformte Ausdrücke). Die Beschreibungsprinzipien der formalen Logik werden auch auf die natürliche Sprache angewendet; Pionierarbeit hat dazu der amerikanische Logiker Richard Montague geleistet. Eine vollständige Rekonstruktion ist allerdings nicht möglich. Denn auch die Logik ist aus der natürlichen Sprache abgeleitet. Letztlich müssen wir alles in der natürlichen Sprache austragen (Wittgenstein). Zu den Disziplinen, die sich besonders intensiv mit Sprache auseinandersetzen, gehören auch die Rhetorik, die Literaturwissenschaft, die Sprachphilosophie und die Ethnologie.

Einzelsprache

Im speziellen Sinn bezeichnet Sprache eine bestimmte Einzelsprache wie Deutsch oder Japanisch. Die gesprochenen Sprachen der Menschheit werden in Sprachfamilien eingeteilt; anhand der Language Codes (nach ISO 639-1 beziehungsweise 639-2) können Sprachen international eindeutig identifiziert werden. Von den heute etwa 6500 auf der Welt gesprochenen Sprachen sind mehr als die Hälfte vom Aussterben bedroht, da sie kaum noch oder gar nicht mehr an Kinder weitergegeben werden. Von einigen Sprachen gibt es nur noch eine kleine Gruppe oft alter Muttersprachler. Dies wird höchstwahrscheinlich dazu führen, dass in den nächsten 100 Jahren Tausende von Sprachen verschwinden werden. Die Gesellschaft für bedrohte Sprachen unterstützt die Beschäftigung mit und die Dokumentation solcher Sprachen, die zum Erbe der Menschheit zählen und sich zum Teil durch ganz besondere Eigenschaften auszeichnen, die nur an ihnen zu studieren sind. Eine Sprache ist etwas Lebendiges, das entsteht, sich dauernd verändert und wieder vergeht - jedoch nicht im biologischen, sondern im übertragenen Sinne; Lebendigkeit steht hier für eine Vielfalt von Funktionen. Nicht mehr gebrauchte, auch tote Sprachen genannt, hinterlassen oftmals Spuren in Nachfolgesprachen; beispielsweise Latein in den romanischen Sprachen (Italienisch, Französisch etc.), aber auch in der englischen und deutschen Sprache sowie den anderen germanischen Sprachen.

Nichtmenschliche Sprachen

Sprachen bei Tieren, beispielsweise die Bienensprache, aber auch die Lautsprachen bei Vögeln, Delfinen oder Primaten unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Menschen. Während in den Signalsystemen der Tiere jeder Laut eine feste Bedeutung hat, ist die Sprache des Menschen doppelt (beziehungsweise dreifach) gegliedert. Das heißt, Menschen können aus bedeutungsunterscheidenden, selbst nichts bedeutenden Lauten (erste Gliederungsebene) bedeutungstragende Einheiten (Morpheme, Wortformen) bilden (zweite Gliederungsebene). Aus Wortformen können Wortgruppen (Phrasen) und Sätze aufgebaut werden (dritte Ebene). Wenn ein Tier zwanzig Laute bilden kann, so kann es zwanzig Dinge ausdrücken. In der Sprache des Menschen gibt es durch die Ebenen unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten mit begrenzten Mitteln, so schon Wilhelm von Humboldt. Der Mensch kann verstehen, was er zuvor nie gehört hat.

Formale Sprachen

Auch in der Informatik wird von Sprachen gesprochen. Diese Sprachen, Formale Sprachen genannt, sind mathematische Modelle von Sprachen, die besonders in der theoretischen Informatik, insbesondere bei Berechenbarkeitstheorie und dem Compilerbau Anwendung finden. Bestrebungen eine eindeutige und methodisch korrekte Sprache aufzubauen, haben zum Projekt der Orthosprache geführt.

Sprache als Medium

Viele Medientheorien – vor allem die technischen – fassen Sprache nicht als Medium, sondern als Kommunikationsinstrument auf, d.h. als neutrale Ermöglichungsbedingung für die eigentlichen Medien. Sprache dient solchen Auffassungen nach lediglich der Repräsentation oder auch Übermittlung mentaler Entitäten (Konzepte, Begriffe), wobei letztere als unabhängig von der Sprache gedacht werden. Man spricht deshalb von Repräsentationsmitteln. Die radikalste Form dieser „Sprachvergessenheit der Medientheorie“, wie Ludwig Jäger (2000) formuliert, findet sich im so genannten Diskurs über „postsymbolic communication“, der davon ausgeht, dass die menschliche Kognition und Kommunikation zukünftig nicht mehr auf Sprachzeichen angewiesen seien, weil diese aufgrund der technischen Entwicklungen im Bereich der Forschungen zur Künstlichen Intelligenz obsolet werden. Jäger (2000) zufolge bleiben Debatten über die Wirkungsmacht von „neuen Medien“, wie etwa Computer und Internet, jedoch leer, wenn Sprache nicht als entscheidendes Rahmenmedium erkannt wird. Er plädiert deshalb dafür, den nicht-technischen (anthropologischen) Medienbegriff stärker in den Diskurs über technische Medien einzubeziehen und so die schlichte Dichotomie zwischen „neuen Medien“ und „Sprache“ aufzuweichen. Jäger (2000/2002) formuliert eine erkenntnistheoretische Medienauffassung, deren Kernaussage lautet, dass Mentalität erst durch die Medialität ermöglicht wird. Das heißt die menschliche Mentalität wird in ihrem heutigen Umfang erst durch Zeichenhandlungsprozesse, die sowohl ein Welt- als auch Ich-Bewusstsein konstituieren, ermöglicht. Die Sprache nimmt hierbei eine konstitutive Rolle ein. Wird also Sprache als Medium begriffen, ist schon die menschliche Mentalität medial geprägt. Es ist daher stets von der Sprache her zu beurteilen, wie sich neue Medien auf den Menschen auswirken können (vgl. Jäger 2000/2002). Diese Konzeption kann durch die Überlegungen Sibylle Krämers (2000) unterstrichen werden. Krämer meint, dass eine Botschaft, die in einem Medium vermittelt wird, die Spur seiner formalen Konstitution bewahrt – in diesem Fall besitzt die Mentalität des Menschen die Spur seiner semiologischen Performanzen. D.h.: Wird eine Äußerung getätigt, findet keine Reinvermittlung mentaler Konzepte statt, da diese durch die jeweilige Einzelsprache geprägt sind. Weiter stellt Krämer (1998) Medien als Apparate zur künstlichen Erzeugung neuer Welten dar (d.h.: neue Formen der Erfahrung, Vorstellungen), die es ohne das entsprechende Medium nicht geben würde. Die Sprache ermöglicht dem homo sapiens sapiens so gesehen nichts Minderes als die komplexere Erfahrbarmachung der tatsächlichen Welt in der uns heute geläufigen Weise.

Sprache im weiteren Sinne

Manche Leute bezeichnen die Musik als universelle Sprache, da sie von Menschen unterschiedlichster Herkunft verstanden wird. Hierbei dient die Sprache vor allem als Kommunikationsmittel für Gefühle. So werden die meisten Filme mit Musik untermalt, weil dadurch unterschwellig die Gefühlslage der Situation bzw. der Figuren kommunizie