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Basler ErdbebenDieser Artikel behandelt das Basler Erdbeben von 1356. Siehe Erdbebengebiet Basel um mehr über das Erdbebengebiet am Rheingraben zu erfahren.
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Erdbebengebiet Basel
Das Basler Erdbeben bezeichnet eine Serie von gewaltigen Erdstössen, die Basel ab dem Nachmittag des Lukastages (18. Oktober) des Jahres 1356 in Trümmer legten. Es begann etwa um vier Uhr nachmittags mit einem ersten Stoss. Viele Häuser und der Chor des Basler Münsters stürzten ein. Von Panik ergriffen flüchteten die Bewohner der Stadt aufs offene Feld. Abends von zehn Uhr bis Mitternacht folgten weitere Stösse. Die Stadt fing an zu brennen. Was das Beben nicht in Trümmer gelegt hatte, wurde ein Raub der Flammen. Krachend stürzte das Dach des Münsters ins Schiff und zerstörte die Altäre, die Orgel und die Bilder. Acht Tage lang habe das Feuer gewütet, bis es schliesslich keine Nahrung mehr fand. Fast alle Kirchen der Stadt wurden beschädigt und vierzig Burgen im Umkreis wurden unbewohnbar.
Der Mittelpunkt des Erdbebens lag unter dem Dorf Reinach, einige Kilometer südlich der Stadt Basel. Dort verläuft ein tiefer Riss in der Erdkruste und reicht von Aesch aus in zwei Armen weit nach Norden. Diesem Riss entlang ist vor vielen Millionen Jahren die ganze Birs- und Rheinebene in die Tiefe gesunken.
Das sich in Reinach befindliche Denkmal, ein seltsam krumm geratenes Kreuz, erinnert an das Erdbeben von Basel und an die Geschichte bzw. Legende des Grafen Walram von Thierstein aus der Erdbebenzeit.
Weblinks
- [http://www.altbasel.ch/fussnoten/erdbeben.html Das grosse Erdbeben von Basel]
- [http://www.unicom.unizh.ch/unimagazin/2000/3/pdf/magazin2000-3.45-48.pdf Im Visier der Erdbebenforschung - die Stadt Basel] (pdf)
- [http://www.onlinereports.ch/1995/ErdbebenBaselFolgen.htm Ein Erdbeben könnte Basel von der Landkarte verbannen]
Kategorie:Basel
Kategorie:Schweizerische Geschichte
Kategorie:1356
Kategorie:Beben
Erdbebengebiet BaselDas Erdbebengebiet Basel liegt am Rheingraben und gehört zu den zehn gefährlichsten Erdbebengebieten der Welt. Es wird immer wieder von leichten und stärkeren Erdstößen erschüttert. Das stärkste, das so genannte Basler Erdbeben von 1356, ist gleichzeitig das stärkste Erdbeben nördlich der Alpen seit Menschengedenken. Zuletzt wurde am 5. Dezember 2004 ein Beben der Stärke 5,4 (Richterskala) gemessen, das Epizentrum lag hierbei zwischen Waldkirch (Breisgau) und St. Peter am Kandel.
Weblinks
- [http://www.onlinereports.ch/1995/ErdbebenBaselFolgen.htm Ein Erdbeben könnte Basel von der Landkarte verbannen]
Kategorie:Basel
Kategorie:Basel
Kategorie:Schweiz
ErdbebenAls Erdbeben wird die Erschütterung der Erde bezeichnet. Dies ist die Folge eines plötzlichen, meist nur wenige Sekunden andauernden Bruches des die Erdkruste aufbauenden Gesteins und der dadurch freigesetzten Energie, die sich in Form von seismischen Wellen durch die Erde ausbreitet. Der Ort des Bruches wird auch Erdbebenherd genannt und dessen Position in der Tiefe als Hypozentrum bezeichnet. Die zur Darstellung in Landkarten verwendete Projektion des Herdes auf die Erdoberfläche wird Epizentrum genannt. Nach internationaler Übereinkunft wird dabei der Beginn des Bruches angegeben, welcher sich aber über mehrere Kilometer erstrecken kann und in seiner Gesamtheit als Herdfläche bezeichnet wird. Unterseeische Erdbeben werden fälschlicherweise auch als Seebeben bezeichnet.
Die Wissenschaft, die sich mit Erdbeben befasst, heißt Seismologie. Erdbeben sind Naturereignisse, aber wenn dabei jemand zu Schaden kommt nennt man sie Naturkatastrophen.
Seismologie
Entstehung von Erdbeben
Erdbeben entstehen durch dynamische Prozesse der Erde. Eine Folge davon ist die Plattentektonik, also die Bewegung der Lithosphärenplatten, welche die Erdkruste und den obersten Erdmantel umfassen. Insbesondere an den Plattengrenzen, wo sich verschiedene Platten auseinander (Spreizungszone), aufeinander zu (Kollisionszone) oder aneinander vorbei (Transformverwerfung) bewegen, kommt es zum Aufbau gewaltiger Spannungen innerhalb des Gesteins, wenn sich die Platten in ihrer Bewegung verhaken und verkanten. Wird die Scherfestigkeit der Gesteine überschritten, entladen sich dann plötzlich diese Spannungen durch ruckartige Bewegungen der Erdkruste (tektonische Beben). Die dabei freigesetzte Energie kann die einer Wasserstoffbombe um das Hundertfache übertreffen. Da die aufgebaute Spannung nicht auf die unmittelbare Nähe der Plattengrenze beschränkt ist, kann der Entlastungsbruch in seltenen Fällen auch im Inneren der Platte auftreten, wenn das Krustengestein eine Schwächezone aufweist.
Erdbeben können ferner z.B. durch den Aufstieg von Magma unterhalb von Vulkanen ausgelöst werden oder auch durch Förderung von z.B. Erdgas, da die Druckveränderung wiederum auch die Spannungsverhältnisse im Gestein beeinflusst. Weiter können Erdbeben auch durch einstürzende unterirdische Hohlräume im Bergbau entstehen (Gebirgsschlag). Sowohl vulkanische Beben als auch Gebirgsschläge sind jedoch von der Energiefreisetzung weitaus limitierter als tektonische Beben.
Eine Voraussetzung für das Auftreten von Erdbeben ist das Vorhandensein spröden, bruchfähigen Gesteins. Die Temperatur nimmt im Erdinneren jedoch stetig zu, wodurch das Gestein mit zunehmender Tiefe immer weniger spröde reagiert und schließlich deformierbar wird. Erdbeben sind daher meist auf die obere Schicht der Erdkruste beschränkt. Manchmal lassen sich Beben bis in Tiefen von bis zu 700 km lokalisieren. Dieser scheinbare Widerspruch geht auf die Subduktion von Lithosphärenplatten zurück: Kollidieren zwei Platten, wird die dichtere der beiden unter die leichtere gedrückt und taucht in den Erdmantel ab. Da die Erwärmung des Gesteins der abtauchenden Platte (auch als Slab bezeichnet) wesentlich langsamer voranschreitet als deren Abwärtsbewegung , kann das Krustenmaterial bis in oben genannte Tiefen bruchfähig bleiben. Die Hypozentren innerhalb der abtauchenden Platte erlauben somit Rückschlüsse auf die Position des Slab in der Tiefe (sogenannte Benioff-Zone).
Erdbeben erzeugen verschiedene Typen von Erdbebenwellen, die sich durch die ganze Erde ausbreiten und von Seismographen (bzw. Seismometern) überall auf der Erde aufgezeichnet werden können. Die mit starken Erdbeben einhergehenden Zerstörungen (z.B. Gebäudeschäden, Spaltenbildung) an der Erdoberfläche sind auf die sogenannten Oberflächenwellen zurückzuführen, die eine elliptische Bodenbewegung auslösen.
Durch Auswertung der Stärke und Laufzeiten von Erdbebenwellen kann nicht nur die Position des Erdbebenherdes bestimmt werden, sondern es werden auch Erkenntnisse über das Erdinnere gewonnen. Die Positionsbestimmung unterliegt als Messung an Wellen der gleichen Unschärfe, die aus Wellenphänomenen in anderen Bereichen der Physik bekannt sind. Im Allgemeinen nimmt die Unschärfe der Ortsbestimmung mit zunehmender Wellenlänge zu, das bedeutet: Eine Quelle von langperiodischen Wellen kann nicht so genau lokalisiert werden wie eine Quelle von kurzperiodischen Wellen. Da schwere Erdbeben den größten Teil ihrer Energie im langperiodischen Bereich entwickeln, kann besonders die Tiefe der Quelle nicht genau bestimmt werden.
Die Seismogramme sind Aufzeichnungen der Erdbebenwellen.
Seismogramm
(1) Atombombenexplosion auf Mururoa, 5.9.1995, Magnitude 4,8,
Seismogramm
(2) Starkes Erdbeben bei den Nikobaren, 24.7.2005, Magnitude 7,3,
Seismogramm
(3) Erdbeben indischer Ozean ("Tsunami-Erdbeben"), 26.12.2004, Magnitude 9,3.
Die oben gezeigten Seismogramme sollen einen visuellen Eindruck unterschiedlicher Erdbeben - Magnituden vermitteln und wurden nicht nach wissenschaftlichen Aspekten ausgewählt.
Durch unterseeische Erdbeben, bei der Eruption ozeanischer Vulkane oder durch unterseeische Erdrutsche können so genannte Tsunamis ausgelöst werden: Durch die plötzliche vertikale Verlagerung großer Teile des Ozeanbodens entstehen Wellen, die sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 800 Kilometer pro Stunde fortbewegen. Auf dem offenen Meer sind Tsunamis kaum wahrnehmbar, gelangt die Welle jedoch in flacheres Wasser, kann sich der Wellenberg auf bis zu 100 Meter Höhe erheben. Am häufigsten entstehen Tsunamis im Pazifik. Deshalb besitzen die an den Pazifik angrenzenden Staaten ein Tsunami-Frühwarnsystem.
Historisches
Schon in der Antike fragten sich Menschen, wie Erdbeben und Vulkanausbrüche entstehen.
Man schrieb diese Ereignisse häufig Göttern zu (in der griechischen Mythologie dem Poseidon). Manche Wissenschaftler im alten Griechenland glaubten, die Kontinente schwämmen auf Wasser und schaukelten wie ein Schiff hin und her. Andere Leute glaubten, Erdbeben brächen aus Höhlen aus. In Japan gab es den Mythos von einem Drachen, der den Erdboden erzittern ließ und auch noch Feuer spie, wenn er wütend war. Im europäischen Mittelalter schrieb man Naturkatastrophen dem Wirken Gottes zu. Mit der Entdeckung und Erforschung des Magnetismus entstand die Theorie, man könne Erdbeben wie Blitze ableiten. Man empfahl daher Erdbebenableiter nach Art der ersten Blitzableiter.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts kam die heute allgemein anerkannte Theorie von der Plattentektonik und der Kontinentaldrift durch Alfred Wegener auf, dessen Erklärungsmuster zunächst jahrzehntelang nicht anerkannt wurden.
Bestimmung der Erdbebenstärke
Die Erdbebenstärke wird anhand der makroseismischen Intensitätsskala EMS-98 und der Europäischen Makroseismischen Skala (Grünthal, 1998) bestimmt. Die folgende Darstellung ist verkürzt:
- I: Nicht fühlbar
- II: Kaum bemerkbar, nur sehr vereinzelt von ruhenden Personen wahrgenommen.
- III: Schwach, von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen. Ruhende Personen fühlen ein leichtes Schwingen oder Erschüttern.
- IV: Deutlich, im Freien vereinzelt, in Gebäuden von vielen Personen wahrgenommen. Einige Schlafende erwachen. Geschirr und Fenster klirren, Türen klappern.
- V Stark, im Freien von wenigen, in Gebäuden von den meisten Personen wahrgenommen. Viele Schlafende erwachen. Wenige werden verängstigt. Gebäude werden insgesamt erschüttert. Hängende Gegenstände pendeln stark, kleine Gegenstände werden verschoben. Türen und Fenster schlagen auf oder zu.
- VI: Leichte Gebäudeschäden, viele Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Einige Gegenstände fallen um. An vielen Häusern, vornehmlich in schlechterem Zustand, entstehen leichte Schäden wie feine Mauerrisse und das Abfallen von z. B. kleinen Verputzteilen.
- VII: Gebäudeschäden, die meisten Personen erschrecken und flüchten ins Freie. Möbel werden verschoben. Gegenstände fallen in großen Mengen aus Regalen. An vielen Häusern solider Bauart treten mäßige Schäden auf (kleine Mauerrisse, Abfall von Putz, Herabfallen von Schornsteinteilen). Vornehmlich Gebäude in schlechterem Zustand zeigen größere Mauerrisse und Einsturz von Zwischenwänden.
- VIII: Schwere Gebäudeschäden, viele Personen verlieren das Gleichgewicht. An vielen Gebäuden einfacher Bausubstanz treten schwere Schäden auf; d.h. Giebelteile und Dachgesimse stürzen ein. Einige Gebäude sehr einfacher Bauart stürzen ein.
- IX Zerstörend, allgemeine Panik unter den Betroffenen. Sogar gut gebaute gewöhnliche Bauten zeigen sehr schwere Schäden und teilweisen Einsturz tragender Bauteile. Viele schwächere Bauten stürzen ein.
- X: Sehr zerstörend, viele gut gebaute Häuser werden zerstört oder erleiden schwere Beschädigungen.
- XI: Verwüstend, die meisten Bauwerke, selbst einige mit gutem erdbebengerechtem Konstruktionsentwurf und -ausführung, werden zerstört.
- XII: Vollständige Verwüstung, kein von Menschenhand geschaffenes Bauwerk hält stand.
Standortabhängige Erdbebenstärke (Intensitäten)
Die erste international benutzte Skala zur Erfassung und Einschätzung von Erdbeben war die Mercalliskala. Sie beruht vor allem auf der subjektiven Einschätzung der Erdbebenstärke und auf Beobachtungen. Diese Beobachtungen schließen die Auswirkungen von Erdbeben auf Natur und Bauwerke ein. (Makroseismik). Da es damals noch keine Geräte zur Messung der Erdbebenstärke gab, war die Einteilung in verschiedene Schweregrade entsprechend subjektiv und ungenau. Später wurden die ersten Intensitätsskalen zur MSK-Skala und zur [http://www.gfz-potsdam.de/pb5/pb53/projekt/ems/kurz.htm EMS-98] Skala weiterentwickelt.
Zur Kennzeichnung der Stärke von Erdbeben dienen Skalen, von denen zum Beispiel die von Mercalli und Sieberg 12 Stufen angibt (Mercalliskala), darunter:
- Unmerklich: nur von Seismographen registriert
- Leicht: von wenigen Personen bemerkt
- Mäßig: leichte Bewegung von Möbeln, Klirren von Gläsern und Fenstern
- Stark: von allen mit Schrecken wahrgenommen, leichte Risse in Bauwerken
- Zerstörend: Schornsteine fallen ein, schwere Mauerrisse, Bodenrisse
- Große Katastrophe: Kein Werk von Menschenhand hält stand, große Veränderungen der Erdoberfläche
Die Mercalliskala wurde später zur MSK-Skala weiterentwickelt und verfeinert. Heute wird die Stärke von Erdbeben von Seismometern erfasst und mittels der Richterskala angegeben.
Standortunabhängige Erdbebenstärke (Magnituden)
Durch die Entwicklung von Seismographen konnten Erdbeben auch gemessen werden. Die Erdbebenstärke wird im allgemeinen mit der von Francis Richter eingeführten Richterskala angegeben (Lokalbeben Magnituden). Aufgrund der Ausbreitungseigenschaften von Erdbebenwellen gibt es heute eine ganze Reihe von Magnitudenskalen (Momentenmagnitude, Oberflächenwellenmagnitude) die auch ab und zu zu Verwechslungen führen können. Wegen der unterschiedlichen Methoden, mit denen diese verschiedenen Magnituden berechnet werden, sind teilweise erhebliche Diskrepanzen insbesondere bei automatisierter Berechnung unvermeidlich.
Erdbebenstärke über physikalische Größen
Bei größeren Erdbeben wird teilweise auch die freigesetzte Energie oder der Versatz an der Erdoberfläche angegeben.
Vorhersage
Richterskala
Die zeitlich und räumlich exakte Vorhersage von Erdbeben ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht möglich. Die zu Grunde liegenden Prozesse des Spannungsaufbaus bis hin zum Entlastungsbruch des Gesteins werden von einer großen Zahl von physikalischen Parametern gesteuert. Die verschiedenen bestimmenden Faktoren sind qualitativ weitestgehend verstanden. Auf Grund des komplexen Zusammenspiels aber ist eine genaue Quantifizierung der Herdprozesse bislang nicht möglich, so dass üblicherweise nur Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten eines Erdbebens in deiner bestimmten Region genannt werden können.
Allerdings sind eine Reihe von Effekten bekannt, die oft im Vorfeld von Erdbebenereignissen beobachtet werden können und als Vorläuferphänomene bezeichnet werden. Einige davon äußern sich in der Veränderung geophysikalisch messbarer Größen, wie z.B. der seismischen Geschwindkeit, der Neigung des Erdbodens oder die elektromagnetischen Eigenschaften des Gesteins. Andere Phänomene basieren auf statistischen Beobachtungen, wie etwa das Konzept der seismische Ruhe, wo in einer potentiell gefährdeten Region über einen längeren Zeitraum die seismische Hintergrundaktivität, also das stetige Auftreten kleinerer Beben, abnimmt und auf ein bevorstehendes größeres Ereignis hindeutet.
Sowohl messbare als auch statistisch erfasste Vorläuferphänomene variieren jeweils sehr stark in ihrem zeitlichen Verlauf (bis hin zu Jahren) wie auch in ihrer Größenordnung. In vielen Fällen bleiben einzelne oder mehrere dieser Effekte auch ganz aus. Zudem wäre der instrumentelle Aufwand, der für eine lückenlose Erfassung dieser Phämone erforderlich wäre, nicht realisierbar, so dass die Möglichkeit einer exakten Vorhersage von Erdbeben für die nächste Zukunft nicht zu erwarten ist.
Wiederholt wurde auch von ungewöhnlichem Verhalten bei Tieren kurz vor größeren Erdbeben wie auch bei Tsunamis berichtet. So konnte im Februar 1975 in der Volksrepublik China ein drohendes Erdbeben durch die Sensibilisierung der Bevölkerung in Bezug auf ungewöhnliches Verhalten der Tiere vorab erkannt werden. Allerdings zeigten sich z.B. beim Tangshan-Beben vom 27. Juli 1976, bei dem es mehrere hundertausend Tote gab, im Vorfeld keinerlei Anzeichen von Verhaltensänderungen bei Tieren.
Gelegentliche Berichte von erfolgreichen Vorhersagen zeigen vor dem Hintergrund der Häufigkeit von Beben in der betreffenden Region in der Regel kaum statistische Signifikanz. So wurde z.B. von einem japanischen Wissenschaftler auf Grund eines elektromagnetischen Vorläuferphänomens für den Zeitraum 14. bis 19. September 2003 ein Erdbeben der Stärke 7 in Tokio vorhergesagt. Zwar trat am 20. September 2003 tatsächlich ein Erdbeben in Tokio auf, jedoch war die Magnitude um etwa 1,5 Größenklassen niedriger, was weniger als einem Hunderstel der vorhergesagten Energiefreisetzung entspricht. Ein weitaus stärkeres Beben (Magnitude 8), mit zwei starken Nachbeben (Mag. 5,8 und 7) ereignete sich eine Woche später, am 26. September, das Epizentrum lag jedoch in einiger Entfernung, ungefähr 80 km südöstlich vor der Küste der Hauptinsel Hokkaidō.
Bekannte Erdbeben
- 464 v. Chr., Erdbeben bei Sparta, 20.000 Tote
- 1290, 27. September, Erdbeben in Chihli (Provinz Hopeh, Volksrepublik China), 100.000 Tote
- 1356, 18. Oktober, Basler Erdbeben, das bis heute schwerste Erdbeben Mitteleuropas
- 1456, 5. Dezember, Erdbeben zerstört Neapel, 30.000 bis 40.000 Tote
- 1556, 23. Januar (Stärke 8,0) Das Erdbeben in der Provinz Shaanxi (Shensi) in China, bei dem etwa 830.000 Menschen den Tod fanden, war eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der Menschheit.
- 1575, 16. Dezember, sehr schweres Erdbeben vor Valdivia, Chile
- 1746, 28. Oktober, Erdbeben der Stärke 8,4 im Gebiet Limas in Peru, 600.000 Tote
- 1755, 1. November, (Stärke 8,7) Erdbeben in Lissabon, ca. 60.000 Tote, schwerstes Beben der Geschichte, Tsunami
- 1756, 18. Februar, Erdbeben im Rheinland mit Epizentrum bei Düren, stärkstes bekanntes Erdbeben in Deutschland. Seine Stärke wird anhand der Schadensberichte auf bis zu VIII nach Mercalli geschätzt. Geologische Untersuchungen deuten auf 6,2 nach Richter hin. Damit wäre das Beben immerhin doppelt so stark wie das vom 13. April 1992 bei Roermond gewesen. Abwegig ist die verbreitete Angabe von "8,0 nach Richter", die leider im Internet immer wieder gerne abgeschrieben wird und nichts mit der Realität zu tun hat.
- 1811, 16. Dezember und 1812, 23. Januar und am 7. Februar, drei folgenreiche Erdbeben in den USA bei New Madrid, Missouri (bekannt als New Madrid Earthquake). Die Erdbeben veränderten den Lauf des Mississippi, ließen den Ohio zeitweise rückwärts fließen, schufen neue Seen (beispielsweise den Reelfoot Lake, Tennessee), führten zu starken geologischen Veränderungen zwischen St. Louis und Memphis (Tennessee), verdunkelten die Sonne wochenlang und waren so stark, dass selbst die Glocken in der 1600 Kilometer entfernten Stadt Boston, Massachusetts, von selbst zu läuten anfingen. Ursache war die [http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/a/ad/NMSZBig.gif New Madrid Seismic Zone].
- 16. August 1868, ein Erdbeben vor Arica, Chile mit einem 27 Meter hohen Tsunami. 25000 Tote
- 15. Juni 1896, ein Erdbeben vor der Saraiko-Küste in Japan löste einen 23 Meter hohen Tsunami aus, die Flutwelle überraschte Japan während religiöser Feierlichkeiten, mehrere Dörfer wurden zerstört, es gab 26000 Tote.
- 1906, 18. April, (Stärke 7,8) Erdbeben in San Francisco, Kalifornien, USA ca. 3000Tote u. 250.000 Obdachlose durch Großfeuer.
- 1906, 17. August, Erdbeben in Valparaiso, Chile etwa 20000 Tote.
- 1908, 28. Dezember, (Stärke 7,5) Erdbeben zerstört Messina (Sizilien) und Reggio Calabria (Festland), Italien, ca. 84000 Tote (70000 in Messina, 15000 in Reggio Calabria).
- 1923, 1. September, (Stärke 8,3) großes Kanto-Erdbeben in Japan, ca. 143.000 Tote
- 1927, 22. Mai, Erdbeben der Stärke 8,3 bei Xining, Republik China, 200.000 Tote
- 1939, 25. Januar, Erdbeben in Chillán, Chile etwa 28000 Tote.
- 1960, 22. Mai, Erdbeben der Stärke 9,5 bei Valdivia, Chile, etwa 5.700 Tote (das stärkste je gemessene Erdbeben)
- 1976, 27. Juli, Erdbeben der Stärke 7,8 bei Tangshan, ca. 240.000 Tote
- 1985, 19. September, Erdbeben der Stärke 8,1 in Michoacán, Mexiko, etwa 9.500 Tote
- 1988, 7. Dezember, Erdbeben der Stärke 6,9 in Armenien, 30.000 Tote
- 1994, 17. Januar, Erdbeben der Stärke 6,7 in Los Angeles, USA, 72 Tote
- 1995, 17. Januar, Erdbeben der Stärke 8,1 in Kobe, Japan. 6.310 Menschen sterben.
- 1999, 17. August, Erdbeben der Stärke 7,8 in Gölcuk/Izmit, Türkei, etwa 24.000 Tote, noch bis heute Tausende von Vermissten.
- 1999, 21. September, Erdbeben der Stärke 7,6 in Puli, Taiwan, etwa 2.100 Tote, 9000 Verletzte und über 80.000 Obdachlose.
- 2003, 26. Dezember, Erdbeben der Stärke 6,6 in Bam, Südiran, etwa 41.000 Tote
- 2004, 24. Dezember, Erdbeben der Stärke 8,2 bei der Macquarieinsel, Antarktis
- 2004, 26. Dezember, Erdbeben der Stärken 9,0 und Nachbeben bis zu 7,5 vor Sumatra, Indonesien. Das Beben löste einen Tsunami aus, der in Indonesien, Indien, Malaysia, Malediven, Thailand, Sri Lanka, Somalia, Kenia und Tansania zahlreiche Opfer forderte, etwa 300.000 Tote und 800.000 Obdachlose. Am 14. Februar 2005 hat die amerikanische NOAA das Erdbeben auf 9.3 aufgestuft.
- 2005, 8. Oktober, Erdbeben der Stärke 7,6 (Schätzung, Stand: 9.Oktober 2005) in Kaschmir. Schätzungen gehen von ca. 73.000 Todesopfern allein im pakistanischen Teil Kaschmirs aus. (Stand 2.11.2005)
Umfassende Aufstellung in der Liste von Erd- und Seebeben.
Stärkste gemessene Erdbeben
Nach Angaben des USGS; Stärke jeweils nach der Richterskala.
# Großes Chile-Erdbeben – Chile, 22. Mai 1960: 9,5
# Prince William Sund (Alaska), 28. März 1964: 9,2
# Andreanof Islands (Alaska), 9. März 1957: 9,1
# Erdbeben im Indischen Ozean – vor Sumatra, 26. Dezember 2004: 9,0 (Nach neueren Auswertungen langperiodischer Signale hatte dieses Beben sogar möglicherweise eine Magnitude von 9,3 - 9,4)
# Kamtschatka (Russland), 4. November 1952: 9,0
# Erdbeben vor Ecuador, 31. Januar 1906: 8,8
# Erdbeben vor Nord-Sumatra, 28. März 2005: 8,7
# Rat Islands (Alaska), 4. Februar 1965: 8,7
# Assam (Indien), 15. August 1950: 8,6
# Ningxia-Gansu, China, 16. Dezember 1920: 8,6
# Kuril Islands 13. Oktober 1963: 8,5
# Erdbeben in der Banda-See (Indonesien), 1. Februar 1938: 8,5
# Kamtschatka, 3. Februar 1923: 8,5
Siehe auch
- Erdbebengebiete der Erde
- Seismische Welle
- Tsunami
- Katastrophe
- Naturkatastrophe
- Katastrophenschutz
- Frühwarnsystem
- Notfallseelsorge
Literatur
- Schneider, Götz: Erdbeben. Spektrum Akademischer Verlag 2004 ISBN 3-8274-1525-X
Weblinks
- [http://www.seebeben.de.ms Eine sehr erfolgreiche private Linkseite zum großen Seebeben]
- [http://www.parautochthon.com/100584/index.html Hintergrundinformationen über Erdbeben, Vulkane und Tsunamis]
- [http://www.szgrf.bgr.de/ Seismologisches Zentralobservatorium, Erlangen]
- [http://www.naturgewalten.de/quake.htm Erdbebenseite von naturgewalten.de]
- [http://sdac.hannover.bgr.de/web/sdac/beben/aktuell.html BGR Hannover, aktuelle Erdbeben in Deutschland und weltweit]
- [http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Fachbereiche/erdbebendienst Landeserdbebendienst Baden-Württemberg (LED)]
- [http://www.seismo.uni-koeln.de/events/index.htm Erdbebeninformationen von der Erdbebenstation Bensberg der Universität Köln]
- http://www.educeth.ch/stromboli/links/earthquakes-de.html
- [http://www.seismo.ethz.ch/ Schweizerischer Erdbebendienst (SED)]
- [http://geofon.gfz-potsdam.de/db/eqinfo.php Liste automatisch lokalisierter Erdbeben des GFZ Potsdam (schnell, auch als RSS-Feed)]
- [http://earthquake.usgs.gov/recenteqs/ United States Geological Survey (USGS) earthquake information]
- [http://www.ngdc.noaa.gov/ National Geophysical Data Center (NGDC) USA]
- [http://www.edac.biz/ Earthquake Damage Analysis Center (EDAC)]
- [http://www.nisee.org/ National Information Service for Earthquake Engineering USA]
- [http://www.ceri.memphis.edu/ Center for Earthquake Research and Information USA]
- [http://www.exploratorium.edu/faultline/earthquakescience/index.html Why the Earth Shakes USA]
- [http://www.earthquakes.com/ Global Earthquake Response Center]
- [http://www.geo.ed.ac.uk/quakes/quakes.html The Worldwide Earthquake Locator]
- [http://www.iris.edu/seismon/ IRIS-Landkarte mit Seismic-Monitor und Erdbebenangaben unterhalb der Karte, wenn man die Kreise auf der Karte antippt]
- [http://de.cornblogs.com/wetterbote/ RSS-Feed der Rapid Determination Europe]
Kategorie:Geologie
ja:地震
ko:지진
ms:Gempa bumi
simple:Earthquake
th:แผ่นดินไหว
LukasLukas oder Lucas ist ein männlicher Vorname.
Namensbedeutung
Der Name Lukas ist lateinischen Ursprungs. Er bezeichnet jemanden, der aus der Landschaft Lucania beziehungsweise Lukanien stammt. Eine direkte Übersetzung des Namens könnte allerdings auch in Licht hinein geboren (vom lateinischen "lux") lauten.
Namenstag
18. Oktober, 17. Februar
Bekannte Namensträger (Vorname)
- Evangelist Lukas, Arzt, Begleiter des Paulus
- das Evangelium des Lukas
- Heiliger Lukas Steiriotes (896-953).
- Lukas Stylites (879-979)
- Lukas Watzenrode Senior, 1400-1462
- Lukas Watzenrode Junior
- Lukas Resetarits, österreichischer Kabarettist
- Lukas Podolski, Fußballer, 1. FC Köln (Deutschland) und deutscher Fußballnationalspieler
- Lucas Cranach, Maler
- Luc Besson, französischer Regisseur
- Lukas Hilbert, Sänger
- Lukas Perman, Musicaldarsteller, Sänger
Bekannte Namensträger (Nachname)
- Edouard Lucas, französischer Mathematiker
- George Lucas, US-amerikanischer Filmregisseur
- John Lucas, US-amerikanischer Basketballtrainer
- Robert E. Lucas, US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler
- Georg Lukács, ungarischer Politiker und Philosoph
- Hans Lukaschek, deutscher Politiker
- Alexander Grigorjewitsch Lukaschenko, weißrussischer Politiker
- Jan Lukasiewicz, polnischer Logiker
Bekannte fiktive Lukasse
- Lukas der Lokomotivführer
- Luke Skywalker
- Lucky Luke
Varianten
- Luke, Lucas, Luc, Luca, Luka, Luki, Luky, Lücku
- schweizerdeutsche Kurzformen: Lüku, Luki
Orte
- Saint-Luc
- Luca (Italien)
- Lukanien
- San Lucar
Siehe auch
- Apostelgeschichte des Lukas
- Liste gebräuchlicher Vornamen
- Lukasevangelium
- Lukasgilde
- Lukian
- Lucanus (Marcuas Annaeus Lukan)
Kategorie:Männlicher Vorname
18. OktoberDer 18. Oktober ist der 291. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 292. in Schaltjahren) - somit verbleiben 74 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1502 - Gründung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- 1813 - Die Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig wird mit dem Einzug verbündeter preußischer und russischer Truppen in Leipzig besiegelt.
- 1817 - Etwa 500 studentische Vertreter deutscher Universitäten treffen sich aus Protest gegen das reaktionäre politische System zum Wartburgfest in Eisenach.
- 1818 - Auflösung der Universität Duisburg, dafür wird die Universität Bonn gegründet.
- 1818 - Die Gründung der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft als Vertretung der Studenten aus 14 deutschen Hochschulen erfolgt in Jena.
- 1861 - Wilhelm I. wird in Königsberg zum König in Preußen gekrönt.
- 1907 - Verabschiedung der Haager Landkriegsordnung.
- 1977 - In Mogadischu wird eine entführte Lufthansa-Maschine durch GSG9-Einheiten (Operation Feuerzauber) gestürmt.
- 1989 - Egon Krenz löst Erich Honecker als Staats- und Parteichef der DDR ab, nachdem dieser "aus gesundheitlichen Gründen" von seinen Ämtern zurückgetreten ist.
- 1991 - Aserbaidschan erklärt gegenüber der Sowjetunion seine staatliche Unabhängigkeit.
- 1995 - Die Stromnetze Tschechiens, Ungarns, Polens und der Slowakei werden mit den westeuropäischen UCPTE-Verbundnetz synchronisiert.
- 1995 - Die erste Version von OpenBSD erscheint.
- 2005 - Otto Schily eröffnet als Alterspräsident die konstituierende Sitzung des 16. Deutschen Bundestages.
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
- 1954 - Texas Instruments kündigt das weltweit erste Transistorradio an.
- 1965 - Zwei Amateurastronomen entdecken in Japan den später nach ihnen benannten Kometen "Ikeya-Seki", einen so genannten "Sonnenstreifer".
- 1967 - Die russische Sonde Venera 4 erhascht einen ersten Blick unter die Wolkendecke der Venus.
- 1995 - Die erste Ausgabe von OpenBSD wird freigegeben (OpenBSD1.1).
Kultur
- 1752 - Uraufführung der Oper "Le Devin du village" von Jean-Jacques Rousseau in Fontainebleau.
- 1851 - "Moby Dick" von Herman Melville erscheint erstmalig bei Richard Bentley in London.
- 1854 - Uraufführung der komischen Oper "La Nonne sanglante" ("Die blutige Nonne") von Charles Gounod in Paris.
- 1902 - Der "Brief des Lord Chandos" von Hugo von Hofmannsthal erscheint
- 1904 - Die "5. Sinfonie" von Gustav Mahler wird in Köln mit dem Komponisten am Dirigentenpult uraufgeführt.
- 1941 - Der Spielfilm "Die Spur des Falken" von Regisseur John Huston mit Humphrey Bogart als Hauptdarsteller wird erstmalig gezeigt.
- 1941 - Deutsche Erstaufführung der Oper "Aladdin" von Kurt Atterberg in Chemnitz.
Religion
- 1685 - Das Edikt von Nantes wird in Frankreich widerrufen und die reformierte Kirche aufgelöst; es kommt zur Massenflucht der Hugenotten.
- 1914 - Die internationalen Schönstatt-Bewegung wird als geistige Erneuerungsbewegung in der katholischen Kirche von Josef Kentenich gegründet.
Katastrophen
- 1356 - Eine Serie von gewaltigen Erdstössen und darauf folgende Brände zerstören die Stadt Basel weitestgehend (siehe: Basler Erdbeben).
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2004 - Durch einen Sieg in der 14. Partie verteidigt Wladimir Kramnik (RUS) den Weltmeistertitel im klassischen Schach erfolgreich gegen Herausforderer Peter Leko (HUN).
Geboren
- 1127 - Go-Shirakawa, 77. Kaiser von Japan
- 1527 - Luca Cambiaso, italienischer Maler
- 1663 - Prinz Eugen von Savoyen, österreichischer Feldherr und Kunstmäzen
- 1683 - Augustin Leyser, Jurist
- 1706 - Baldassare Galuppi, italienischer Komponist
- 1740 - James Boswell, Biograph von Dr. Samuel Johnson
- 1741 - Choderlos de Laclos, französischer Schriftsteller (Gefährliche Liebschaften)
- 1774 - Adolf Müllner - deutscher Schriftsteller
- 1777 - Heinrich von Kleist, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1800 - Sir Henry Taylor, englischer Dramatiker und Kolonialbeamter
- 1801 - Justo José de Urquiza, argentinischer Präsident
- 1804 - Rama IV., König von Siam
- 1831 - Friedrich III., preußischer König und deutscher Kaiser
- 1834 - Hermann Cremer, deutscher protestantischer Theologe (Dogmatiker)
- 1854 - Salomon André, schwedischer Ingenieur und Polarforscher
- 1854 - Karl Kautsky, führender Theoretiker der deutschen und internationalen Sozialdemokratie
- 1859 - Henri Bergson, französischer Philosoph
- 1868 - Ernst Didring, schwedischer Schriftsteller
- 1882 - Lucien Petit-Breton, französischer Radrennfahrer
- 1894 - Frieda Müller, deutsche Altersrekordlerin
- 1896 - Friedrich Hollaender, deutscher Komponist
- 1898 - Clemente Biondetti, italienischer Rennfahrer
- 1898 - Lotte Lenya, österreichische Sängerin und Schauspielerin
- 1900 - Walther Hasemann, deutscher FDP-Politiker
- 1902 - Pascual Jordan, deutscher Physiker
- 1903 - Lina Radke, deutsche Leichtathletin
- 1905 - Félix Houphouët-Boigny, erster Präsident der Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
- 1909 - Norberto Bobbio, italienischer Rechtsphilosoph und Publizist
- 1909 - Nikolai Petrowitsch Kamanin, sowjetischer Pilot
- 1913 - Wilhelm Schröder, SED-Politiker, Minister für Land- und Forstwirtschaft der DDR
- 1918 - Konstantinos Mitsotakis, griechischer Politiker und Regierungschef
- 1919 - Pierre Trudeau, kanadischer Politiker
- 1919 - Anita O'Day, US-amerikanische Jazzsängerin
- 1923 - Ilse Donath, deutsche Tischtennisspielerin
- 1925 - Ramiz Alia, albanischer Politiker und Staatschef
- 1925 - Melina Mercouri, griechische Schauspielerin
- 1926 - Chuck Berry, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1926 - Klaus Kinski, deutscher Schauspieler
- 1927 - George Campbell Scott, US-amerikanischer Bühnenschauspieler, Regisseur und Produzent († 1999)
- 1932 - René Bliard, französischer Fußballspieler
- 1935 - Peter Boyle, US-amerikanischer Schauspieler
- 1936 - Horst Antes, deutscher Maler
- 1936 - Jaime Lucas Ortega y Alamino, Erzbischof von Havanna und Kardinal
- 1937 - Gerhard Schäfer, von 1989 bis 2002 Richter am Bundesgerichtshof
- 1937 - Cynthia Weil, US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin
- 1938 - Guy Roux, französischer Fußballtrainer
- 1939 - Flavio Cotti, schweizerischer Politiker
- 1939 - Lee Harvey Oswald, Mörder von US-Präsident John F. Kennedy
- 1943 - Russ Giguere, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1943 - Edison James, dominikanischer Politiker und Regierungschef
- 1943 - Andrej Bajuk, slowenischer Politiker und Ministerpräsident
- 1944 - Hans Büttner, deutscher SPD-Politiker
- 1944 - Katherine Kurtz, amerikanische Schriftstellerin
- 1944 - Nelson Freire, brasilianischer Pianist
- 1944 - Harry Blum, deutscher Politiker
- 1946 - Howard Shore, kanadischer Komponist und Dirigent
- 1947 - Laura Nyro, US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin
- 1949 - Joe Egan, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1950 - Marek Kondrat, polnischer Schauspieler
- 1951 - Stephan Schwartz, deutscher Schauspieler
- 1956 - Dick Crippen, britischer Musiker
- 1956 - Martina Navratilova, US-amerikanische Tennisspielerin
- 1956 - Michael Lesch, deutscher Schauspieler
- 1959 - Ernesto Canto, mexikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1960 - Jean-Claude Van Damme, belgischer Schauspieler
- 1961 - Wynton Marsalis, US-amerikanischer Jazz-Musiker
- 1968 - Michael Stich, deutscher Tennisspieler
- 1971 - Hadschi Bankhofer, österreichischer Moderator
Gestorben
- 1141 - Leopold IV., Herzog von Bayern und Markgraf von Österreich
- 1503 - Pius III., für wenige Tage Papst (ab 22. September 1503)
- 1595 - Alvaro de Mendaña de Neyra, spanischer Entdecker und Seefahrer
- 1678 - Jacob Jordaens, flämischer Maler
- 1813 - Donatien-Marie-Joseph de Vimeur, vicomte de Rochambeau, französischer General
- 1817 - Gomes Freire de Andrade, portugiesischer General
- 1817 - Étienne-Nicolas Méhul, französischer Komponist
- 1865 - Henry John Temple, britischer Politiker
- 1866 - Philipp Franz von Siebold, deutscher Arzt, Japan- und Naturforscher
- 1868 - Rama IV., König von Siam (1851-1868)
- 1869 - Simon Jenko, slowenischer Dichter
- 1871 - Charles Babbage, englischer Mathematiker, Philosoph, Erfinder und politischer Ökonom
- 1888 - Alessandro Antonelli, italienischer Architekt
- 1893 - Charles Gounod, französischer Komponist
- 1896 - Antonio Meucci, amerikanischer Erfinder italienischer Abstammung
- 1911 - Alfred Binet, französischer Pädagoge und Psychologe
- 1918 - Koloman Moser, österreichischer Maler, Grafiker und Kunsthandwerker
- 1921 - Ludwig III., letzter bayrischer König
- 1924 - Egil Hovland, norwegischer Komponist
- 1931 - Lesser Ury, deutscher Maler
- 1931 - Thomas Alva Edison, US-amerikanischer Erfinder
- 1934 - Santiago Ramón y Cajal, spanischer Mediziner und Nobelpreisträger
- 1934 - Rudolf von Tavel, Schweizer Journalist und Schriftsteller
- 1944 - Viktor Ullmann, Komponist, Dirigent und Pianist
- 1955 - José Ortega y Gasset, spanischer Philosoph, Soziologe und Essayist
- 1959 - Boughera El-Ouafi, algerischer Leichtathlet
- 1961 - Rodolphe Rubattel, schweizerischer Politiker
- 1961 - Wilhelm Boden, deutscher Jurist und Politiker
- 1965 - Frank Hutchens, neuseeländischer Komponist
- 1965 - Hans Zulliger, schweizerischer Volksschullehrer
- 1973 - Hans Schwippert, deutscher Architekt
- 1977 - Andreas Baader, einer der Köpfe der RAF
- 1977 - Gudrun Ensslin, Gründungsmitglied der RAF
- 1977 - Hanns-Martin Schleyer, deutscher Jurist und Arbeitgeberpräsident
- 1977 - Jan-Carl Raspe, Mitglied der Kommune 2 in West-Berlin
- 1980 - Hans Ehard, deutscher Jurist und CSU-Politiker
- 1985 - Stefan Askenase, belgisch-polnischer Pianist
- 1990 - Heinz Oskar Vetter, deutscher Gewerkschafter, früherer DGB-Chef
- 1994 - Eberhard Feik, deutscher Schauspieler
- 1994 - Max Müller, deutscher Philosoph
- 1996 - Hans Drachsler, deutscher CSU-Politiker und MdB
- 1996 - Otto Heinrich Kühner, deutscher Schriftsteller
- 1997 - Adolf Schröter, deutscher Porträt- und Landschaftsmaler
- 2002 - Frederick Kanfer, Vertreter der modernen Verhaltenstherapie
- 2003 - Manuel Vázquez Montalbán, spanisch-katalanischer Schriftsteller und Journalist
- 2004 - Koose Muniswamy Veerappan, indischer Verbrecher
- 2004 - Ilija Dzuvalekovski, mazedonischer Schauspieler
- 2005 - Alexander Nikolajewitsch Jakowlew, sowjetischer Politiker
- 2005 - Heinrich Nettesheim, deutscher Ringer
Feier- und Gedenktage
- christlich: Lukas (Evangelist)
Siehe auch
- 17. Oktober - 19. Oktober
- 18. September - 18. November
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1018
ja:10月18日
ko:10월 18일
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th:18 ตุลาคม
Basler MünsterDas Basler Münster ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Basel und prägt mit seinem roten Sandstein und den bunten Ziegeln, seinen beiden schlanken Kirchtürmen und den kreuzweise sich durchdringenden Hauptdächern das Stadtbild. Die ehemalige Bischofskirche wurde zwischen 1019 und 1500 im romanischen und gotischen Stil erbaut.
gotischen
Baugeschichte
Vorgängerbauten
Der Münsterhügel war bereits in spätkeltischer Zeit (1. Jahrhundert v. Chr.) bebaut. Archäologische Ausgrabungen haben einen vorrömischen Wall (Murus Gallicus) freigelegt (siehe: Archäologie in Basel). Neben den Toranlagen kann man den früheren Straßenverlauf zum Teil rekonstruieren. An der Stelle des heutigen Münsters teilte sich die Straße und führte um ein Gebäude herum, das vermutlich ein Straßentempel war. Später errichteten die Römer an dieser Stelle ein Kastell.
Als erster Bischof in Basel ist Justinianus (343-346 n. Chr.) überliefert (siehe: Liste der Bischöfe von Basel). Während des Frühmittelalters wurde der Bischofssitz von Kaiseraugst (Augusta Raurica) auf den Münsterhügel verlegt. Der Archäologe Hans Rudolf Sennhauser hielt es für wahrscheinlich, dass die Verlegung des Bistumssitzes unter dem Bischof Ragnacharius, einem früheren Mönch von Luxeuil, zu Beginn des 7. Jahrhunderts stattfand. Über einen Dombau der Basler Bischöfe im 8. Jahrhundert ist nichts Gesichertes bekannt.
Erster Bau: Haito-Münster
Die komplizierte Baugeschichte des Münsters umspannt mehr als 500 Jahre Bauzeit. Die genauen Anfänge des Münsters sind ungeklärt. Die ursprünglich karolingische Kirche, das sogenannte Haito-Münster, wurde in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts (805-823) vom Basler Bischof Haito, Abt des Klosters Reichenau am Bodensee, erbaut. Der Grundriss der Kathedrale ist archäologisch nachgewiesen. Wahrscheinlich bestand der Haito-Bau aus einem Saal, mehreren Nebenräumen an der Längsseite und zwei Rundtürmen an der Westseite. Die markante Westpartie führte zu einem gekrümmten Straßenverlauf, der bis heute so geblieben ist, wenn man sich von der Rittergasse auf das Münster zu bewegt. Von der Kapelle aus führte nach Süden der Palast des Bischofs – dem Palatium oder Pfalz. Wie die Kirche im Osten ausgesehen hat, ist nicht gesichert. Sicher hingegen ist, dass der Haito-Bau über eine Krypta unterhalb des Altarraums verfügte. Auch von der Ausstattung ist nichts mehr erhalten.
Zu seiner Zeit war der Haito-Dom ein ungewöhnliches Bauwerk, da sich zu dieser Zeit dreischiffige Bauformen für Kirchen durchzusetzen begannen. Da der Bau eine Saalkirche war, folgte er einem altmodischen Baustil, anderseits gehörte die Doppelturmfassade zu der frühesten ihrer Art. Im Jahr 917 wurde das Haito-Münster durch den Ungarnsturm in Mitleidenschaft gezogen. Wie schwer die Beschädigungen an der Kirche waren, ist nicht gänzlich geklärt.
Zweiter Bau: Heinrichs-Münster
Auf dem Fundament des Vorgängerbaus ließ nach der Jahrtausendwende Bischof Adalberto II. (um 999-1025) einen ottonisch-frühromanischen Neubau errichten. Der Name der dreischiffigen Kathedrale Heinrich-Münster (manchmal auch Adalberto-Dom genannt) gründet auf dessen Förderer, Kaiser Heinrich II. Ihm und seiner Frau Kaiserin Kunigunde ist das Münster geweiht.
Dieser im Jahr 1019 geweihte Bau hatte keine erweiterte Krypta, was Ausgrabungen aus den Jahren 1973/74 belegen. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts entstand auf der Westseite ein Turm aus hellem Kalkstein und Molasse-Sandstein. Diese Bausubstanz ist bis heute erhalten und bildet den unteren Teil des heutigen Nordturms (Georgsturm). Einen Turm im Süden besaß das Heinrich-Münster nicht.
Dritter Bau: Spätromanischer Neubau
Sandstein
Der heutige Bau geht im wesentlichen auf den spätromanischen Neubau aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts (1220/30) zurück. Auf dem Grundriss des Vorgängerbaus entstand ein um ein Querschiff erweiterter dreischiffiger Kirchenbau. Mächtige Pfeilerbündel trugen den Bau, und trotzdem zerstörte das Basler Erdbeben im Jahr 1356 die fünf Türme, verschiedene Gewölbe und Teile der Krypten. Unter dem Baumeister Johannes von Gmünd wurde die teilweise zerstörte Kirche wieder aufgebaut, und bereits 1363 konnte der Hochaltar wieder geweiht werden. Im Jahr 1421 begann Ulrich von Ensingen, der Erbauer der Münstertürme von Ulm und Straßburg, den Ausbau des nördlichen Georgsturm; vollendet wurde dieser 1429. Der südliche Martinsturm wurde hingegen am 23. Juli 1500 von Hans von Nußdorf fertiggestellt. Zu diesem Datum galt das Münster offiziell als vollendet. Im 15. Jahrhundert entstanden auch der große und der kleine Kreuzgang (→ Kreuzgang). Bis zur Reformation 1529 diente das Münster als bischöfliche Domkirche. Im 19. Jahrhundert fanden zwei große Restaurierungen statt. Dabei wurde von 1852 bis 1857 der Lettner versetzt und die westlich gelegene Vierungskrypta geschlossen. Im 20. Jahrhundert war die Hauptzielsetzung der Renovierungsarbeiten, die spätromanische Bausubstanz stärker in den Vordergrund zu rücken, und man machte einige Umbaumaßnahmen aus den 1850er Jahren wieder rückgängig. Dazu setzte man 1975 das Bodenniveau des Münsters wieder auf den ursprünglichen Stand zurück und machte die Vierungskrypta wieder zugänglich. Seit 1985 widmet sich eine neu eröffnete Bauhütte dem sich zunehmend verschlechternden Zustand des Buntsandsteines am Außenbau des Münsters.
Weitere historische Ereignisse
Buntsandstein
Papstwahl am Basler Münster
Papst Martin V. teilte der Basler Regierung im Jahr 1424 mit, dass ihre Stadt als Austragungsort des nächsten Konzils gewählt worden sei. Zwischen 1431 und 1449 tagte das Basler Konzil im Münster mit dem Hauptziel, eine Kirchenreform durchzuführen. Als 1438 der damalige Konzilspräsident Cesarini auf Weisung von Papst Eugen IV. Basel verließ, wählte man ein Jahr später am 24. Juli 1440 Felix V. als Gegenpapst auf dem Basler Münsterplatz. Als sich dieser nicht durchsetzen konnte, veranlasste der deutsche Kaiser Friedrich III. die Auflösung des Konzils in Basel. Nach der Auflösung der „Kurienuniversität“ bemühten sich die Bürger um die Gründung einer neuen Universität. Durch Papst Pius II., der während des Konzils als Sekretär fungierte, kam es daraufhin zum Erlass der Stiftungsbulle und so konnte am 4. April 1460 die Basler Universität als Volluniversität eröffnet werden.
Bildersturm auf das Münster
Der Ikonoklasmus der Reformationsbewegung brachte im Jahr 1528 und 1529 die Stadt und das Basler Münster um viele kostbare Kunstwerke. Viele Basler Kirchen wurden in diesen Monaten von zahlreichen Bürgern teilweise mit Waffengewalt gestürmt, um Bilder und Statuen zu vernichten. Der einflussreiche Reformator Ulrich Zwingli lehnte die Verehrung Gottes in der Gestalt von Bildern als Götzendienst ab.
Gegen 13.00 Uhr des 9. Februar 1529 soll sich eine Gruppe von 40 bewaffneten Männern vom dicht belebten Marktplatz hinauf zum Münster begeben haben. Sie sollen in die Kirche eingetreten sein, wo ein ungeschickter Zunftbruder mit einer Hellebarde ein Altarbild anstieß, das zu Boden fiel und zerbrach. Daraufhin hätten die Bewaffneten das Münster wieder verlassen, um Verstärkung zu holen. Die Kapläne verschlossen daraufhin die Kirche. Mit insgesamt 200 Mann versammelte sich die verstärkte Gruppe und polterte vor den verschlossenen Toren des Münsters. Schließlich drangen sie gewaltsam ein, zerschlugen und zertraten in Raserei Kruzifixe, Marienbilder und Heiligendarstellungen. Der Mob fiel über die Altäre her und erging sich in blinder Zerstörungslust. Im weiteren Verlauf des Nachmittags weitete sich der Bildersturm auf weitere Kirchen in Basel aus.
Erasmus von Rotterdam beschrieb den Bildersturm zu Basel in einem Brief vom 9. Mai 1529 folgendermaßen:
Der eindrückliche Münsterschatz konnte gerettet werden und blieb bis zur Kantonsteilung vollständig erhalten.
Hauptfassade
Georg- und Martinsturm
Kantonsteilung
Die nach Westen zeigende Hauptfassade wird von den beiden Türmen, dem 64,2 m hohen Georgsturm und dem im Jahre 1500 vollendeten Martinsturm (62,7 m), dominiert. Beide Türme sind nach den Ritterheiligen Georg und Martin benannt, und beide Heilige sind unterhalb der Türme durch entsprechende Reiterstandbilder dargestellt. Die Statue des heiligen Martin stammt aus dem Jahr 1340; das Original findet man heute im Klingentalmuseum. Darüber befindet sich die mechanische Uhr und eine Sonnenuhr. Unterhalb des Georgturms findet man eine monumentale Darstellung (1372) des Ritters Georg, der mit einem auffällig kleinen Drachen kämpft.
Das Münster, welches ursprünglich fünf Türme hatte, wurde nach dem schweren Erdbeben von 1356 nur noch mit zwei Türmen wieder aufgebaut. Am älteren Georgsturm erkennt man den unteren hellen Teil, der beim Erdbeben unversehrt blieb. Dem Martinsturm wurde im Jahr 1500 eine prächtige Kreuzblume aufgesetzt. Vom Südturm aus kann man mittels einer steilen Wendeltreppe die Turmuhr aus dem Jahr 1883 besichtigen. Der Glockenstuhl befindet sich zwischen den beiden Türmen, welche durch eine Galerie verbunden sind. Sowohl Georgs- wie Martinsturm sind in 242 Stufen zu besteigen und bieten einen großartigen Ausblick auf die Stadt Basel sowie die Ausläufer von Schwarzwald und Jura.
Hauptportal
Jura
Am Hauptportal stehen zwischen den Portaltüren zwei leere Säulen, die eine Marienstatue sowie ein Tympanon enthielten. Diese wurden in der Reformationszeit zerstört (→ Bildersturm). Erhalten geblieben sind dagegen die Bogenläufe, welche Propheten und Könige, Rosen, tanzende Engel und Abraham darstellen.
Die Stifterfiguren Heinrich II. sowie seine Frau Kunigunde sind links vom Hauptportal dargestellt. Rechts erkennt man die Bildnisse eines Verführers und einer törichten Jungfrau. Während die Jungfrau lächelt und ihr Kleid öffnet, klettern beim Verführer im Rücken Schlangen und Kröten empor, welche die Bosheit versinnbildlichen sollen. Die Darstellung stammt etwa aus dem Jahr 1280. Die Statuen, sowie das Mauerwerk des Münster, bestehen aus rotem Sandstein, den man aus dem Wiesental und aus Degerfelden geholt hat.
Galluspforte
Degerfelden
Die Galluspforte aus dem 12. Jahrhundert ist das bedeutendste romanische Skulpturenwerk der Schweiz und gilt als das älteste romanische Figurenportal im deutschsprachigen Raum. Ihren Namen erhielt sie von einem ehemaligen Altar, der sich früher im Nordquerschiff des Münsters erhob. Die Pforte, welche an der Nordfassade des Querschiffs zahlreiche Figuren in archaischer Weise darstellt, erinnert an einen Triumphbogen. Das Portal ist fast ausschließlich in Originalsubstanz erhalten. Rings um die schwere Bronzetür aus dem Jahr 1892 finden sich Darstellungen der vier Evangelisten, törichte und weise Jungfrauen sowie Engel mit Fanfaren, welche aus ihren Gräbern steigen und Tote vor dem Jüngsten Gericht. Im Bogenfeld thront Christus als milder, menschenfreundlicher Weltenrichter. Die Figuren wirken insgesamt sehr ausdrucksstark in Gestik und Mimik, was bei Figuren aus der Romanik selten ist. Die kunsthistorische Forschung ist sich uneins darüber, ob die Galluspforte in der Westfassade eingebaut und 1285 an die Nordwand versetzt wurde oder ob der heutige Standort dem ursprünglichen Bauort entspricht. Die erste Alternative, dass die Galluspforte erst später als nördliches Querhausportal am jetzigen Standort eingebaut wurde, erscheint als die wahrscheinlichere.
Oberhalb der Galluspforte befindet sich ein rosettenförmiges Fenster, welches ein monumentales Glücksrad darstellt. Um das kreisrunde Fenster herum klammern sich Figuren, welche die Wechselseitigkeit des irdischen Glücks symbolisieren. Die Speichen und Naben der Rosette waren ursprünglich aus Eichenholz, sind im 19. Jahrhundert aber durch Sandstein ersetzt worden.
Chor und Pfalz
Nabe
Nabe
Die Fassade des nordöstlich gelegenen Chors, im unteren Teil romanisch, ist reich an Skulpturenschmuck. Dazu zählen groteske Gestalten, Halbwesen und Elefanten, welche die Steinmetze der damaligen Zeit nie zu Gesicht bekamen. Die Sockelzone des Chors wird von einer Blendenbogenreihe umlaufen. Der Chor des Basler Münsters zeigt nach Nordosten und nicht nach Osten wie bei den christlichen Sakralbauten sonst üblich. Das Münster verfügt über einen polygonalen Umgangschor mit niedriger Empore und einem hohen Obergaden. Auf der Seite des Obergadens sind die Stümpfe der ehemaligen Chorflankentürme zu erkennen. Diese stürzten beim Erdbeben 1356 ein und wurden nicht wieder aufgebaut. Das massiv ausladende Strebewerk des Münsters entlastet den Chor und lässt Bögen zum Hindurchschreiten offen.
Die Chorpartie liegt auf einer fast 20 m hohen aufgeschütteten Terrasse, Pfalz genannt, von der aus man einen prächtigen Blick auf den Rhein hat. Von dort aus hat man auch einen ausgezeichneten Blick auf Kleinbasel, das Dreiländereck und bei klaren Tagen auf die Vogesen. Zwischen der Wettsteinbrücke und der Mittleren Rheinbrücke verbindet zusätzlich die Münsterfähre die beiden Hälften Basels. Die Überfahrt mit dem Fährboot namens „Leu“ (=Löwe) nutzt die Strömung des Flusses aus, welches an einem über den Rhein gespannten Seil angebunden ist. Fünf dieser Fähren verkehren auf dem Rhein, vier davon in Basel, eine in Ellikon.
Originale der Münsterskulpturen
Viele der romanischen und gotischen Figuren des Basler Münsters mussten aus konservatorischen Gründen durch Kopien ersetzt werden. Die Originalskulpturen findet man heute in Form einer Dauerausstellung im:
:::::::: - Museum Kleines Klingental, Unterer Rheinweg 26, CH - 4058 Basel.
Gezeigt werden großformatige Skulpturen vom Westportal und den Münstertürmen, sowie die romanischen Tierskulpturen und Glücksradfiguren vom Außenbau des Münsters. Ebenfalls zu besichtigen sind Bestandteile der ehemaligen Innenausstattung – Altartafeln, Grabskulpturen und Teile des wertvollen geschnitzten Chorgestühls.
Innenraum und Ausstattung
konservatorischen
Der ruhige und helle Innenraum der dreischiffigen Kirche ist 65 m lang und 32,5 m breit. Rechnet man die seitlichen Schiffe mit einer Reihe von Grabkapellen hinzu, so besitzt das Münster sogar fünf Schiffe. Die farbigen Glasfenster stammen größtenteils aus dem 19. Jahrhundert. In der gotischen Chorpartie sind Scheiben im neogotischen Stil zu finden. Das große Chorfenster stellt die vier Evangelisten dar. Besonders zu erwähnen sind die zwei Radfenster im nördlichen und südlichen Querschiff. Sie stellen Szenen der Taufe Christi dar.
Das Gewölbe des hohen Mittelschiffs und der obere Teil des Chors sind im gotischen Stil nach dem Basler Erdbeben wieder aufgebaut worden. Bei Restaurierungsarbeiten hat man entdeckt, dass das Gewölbe des Mittelschiffs mit einem Marienzyklus bemalt war. Dieser ist vermutlich um 1400 entstanden und ist nur mit ultraviolettem Licht sichtbar zu machen.
ultraviolett
Im Chorgang befindet sich der Sarkophag der Königin Anna von Hohenberg und ihres Sohns Karl. Königin Anna war die erste Gemahlin des Königs Rudolf von Habsburg und starb 1276 in Basel. Ihre Gebeine wurden 1770 ins Kloster St. Blasien verlegt; heute ruhen sie im Lavantal in Kärnten.
Im südlichen Querschiff findet man den steinernen Taufstein aus dem Jahr 1465, sowie den Bischofsthron, der 1380 entstand. Der Baumeister Hans von Nußdorf schuf 1486 aus fünf Sandsteinblöcken eine kunstvoll verzierte Kanzel im gotischen Stil.
Nach einer Urkunde aus dem Jahr 1303 befand sich im Basler Münster die älteste erwähnte Orgel der Schweiz. Diese von Magister Raspo aus Frankfurt am Main erbaute Orgel ist jedoch nicht mehr erhalten und wurde nach dem Basler Erdbeben durch eine Schwalbennestorgel ersetzt. Zwischen 1529 und 1561 wurde durch die Reformation das Orgelspiel verboten, dann jedoch wieder eingeführt. Die heutige Orgel wurde an Pfingsten 2003 eingeweiht. Als Orgeltribüne dient der gotische Lettner aus rotem Sandstein, der vor dem Einbau der neuen Orgel renoviert wurde.
Erasmus-Epitaph
Erasmus von Rotterdam hielt sich während vieler Jahre in Basel auf, und zwar in der Zeit von 1514 bis 1516, von 1521 bis 1529, sowie von 1535 bis 1536.
Nach einem Aufenthalt in Freiburg im Breisgau während der Reformation kehrte er nach Basel zurück und starb hier siebzigjährig im Jahr 1536.
Zwar war Erasmus ein katholischer Geistlicher, wurde aber trotzdem im protestantischen Münster beigesetzt. Ursprünglich stand sein Grab vor dem Lettner im Mittelschiff.
Im 19. Jahrhundert wurde das Epitaph versetzt, das Grab aber erst 1974 wiederentdeckt. So ruhen die Überreste des Humanisten direkt vor dem Epitaph. Humanist
Das Epitaph bildet nicht den Verstorbenen ab, sondern trägt auf einem Rotmarmor eine vergoldete Inschrift mit einem lateinischen Text, der auf die Verdienste von Erasmus von Rotterdam eingeht. In einem Medaillon wird die antike Gottheit Terminus dargestellt, welcher Sinnbild für die Begrenzung ist.
Krypta
Terminus
Von den Seiten des Chors gelangt man hinab zur Krypta, welche die Gräber der Basler Bischöfe des 10. bis 13. Jahrhunderts birgt. Der älteste Sarkophag stammt von Bischof Rudolf II., der beim Ungarneinfall 917 umgekommen war. Früher befand sich an dieser Stelle ein Marienaltar. Außerdem finden sich hier Grabplatten weiterer Persönlichkeiten.
Die frühere Krypta aus dem frühromanischen Heinrichsbau ging über zwei Geschosshöhen hinweg. Die nach dem Erdbeben von 1356 neu erbaute Krypta ist eine dreischiffige Pfeilerhalle. Die Gewölbemalerei stammt aus der Zeit um 1400. In der Vierungskrypta befindet sich außerdem ein Lapidarium.
Kreuzgang
An der Südseite des Münsters befindet sich der doppelte Kreuzgang. Der Kleine Kreuzgang entstand zwischen 1467 und dem Ende der 1480er Jahre. In der Nordwestecke schmückt eine Figur (Hl. Katharina mit Rad) den Schlussstein. Der Große Kreuzgang wurde 1429 bis 1462 im spätgotischen Stil angefügt. Eine Halle verbindet beide Kreuzgänge miteinander. Über dieser Halle befindet sich der nicht zugängliche Münstersaal. Die Halle diente dem Bischof als Verkündigungsort gegenüber der Bürgerschaft und als Gerichtsort. Deshalb stand hier ein Bischofsthron.
Im Großen Kreuzgang erhellen große gotische Maßwerkfenster den Westflügel des Gewölbes, welches mit einem Rippennetz und bunten Schlusssteinen ausgestattet ist. Der Große Kreuzgang gilt als elegantester und schmuckvollster der Schweiz mit hervorragenden Beispielen für die spätgotische Steinmetzkunst. Die Wände werden von zahlreichen, kunstvollen Grabplatten bedeckt. Darunter befinden sich die Gräber vieler bedeutende Basler, wie z.B. die des Humanisten Thomas Platter (1499-1582), des Bürgermeisters Rudolf Wettstein (1594-1666), des Mathematikers Jakob Bernoulli (1654-1705) und des Philosophen Isaak Iselin (1728-1782).
Nutzung
Isaak Iselin
Neben der touristischen Anziehungskraft ist das Münster die Hauptkirche der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. Das Münster ist Ort regelmäßiger Gottesdienste und kirchenmusikalischer Anlässe. Während des gesamten Jahres finden hier Konzerte der Basler Münsterkantorei, des Basler Gesangvereins und des Münsterorganisten statt. Seit der Trennung von Kirche und Staat ist die evangelisch-reformierte Kirche alleiniger Besitzer des Gebäudes; trotzdem beteiligt sich der Kanton Basel-Stadt zu drei Vierteln an den Unterhaltskosten.
Münsterplatz
Der vor dem Münster gelegene rechteckige Münsterplatz wird von einer Reihe repräsentativer Bürgerhäuser (ehemals Domherrenhöfe) mit noblen Barockfassaden umgeben. Außerdem finden sich rund um den Münsterplatz viele spätmittelalterliche Fachwerkhäuser. In einem dieser Häuser befindet sich seit 1986 die Paul-Sacher-Stiftung mit der weltweit größten Privatsammlung an Originalpartituren und Nachlässen zeitgenössischer Komponisten. Neben der Archivierung arbeitet die Stiftung mit eigenen Forschungsprojekten musikalische Publikationen auf. Gegenüber der Westfassade des Münsters liegt das Gymnasium am Münsterplatz im ältesten in Basel gebauten Haus. Hier unterrichteten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Jakob Burckhardt und Friedrich Nietzsche in den oberen Klassen. In einem gotischen Gebäude am Münsterplatz befindet sich außerdem das Ethnologische Seminar.
Im Sommer findet alljährlich auf dem Münsterplatz ein Open-Air Kino statt. Jedes Jahr in der letzten Oktoberwoche findet die Basler Herbstmäss statt. Das ist eine zweiwöchig dauernde Kirmes mit einer über 500-jährigen Tradition, welche auf Plätze in ganz Basel verteilt ist. Auch auf dem Münsterplatz gastieren diverse Fahrgeschäfte, unter anderem ein zu dieser Zeit weithin sichtbares Riesenrad.
Literatur
- Andreas Theodor Beck, u.a.: Das Basler Münster. Verlag Peter Heman, Basel (1982), ISBN 3-85722-005-8
- Dorothea Schwinn Schürmann: Das Basler Münster. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (2000), ISBN 3-85782-679-7
- Daniel Grütter: Basler Münster Bilder. Christoph Merian Verlag (1999), ISBN 3-85616-112-0
- Dorothea Schwinn Schürmann: Schwelle zum Paradies: Die Galluspforte des Basler Münsters, Schwabe & Co. AG, ISBN 3-79651-954-7
Verwandte Themen
Siehe auch: Basler Münsterschatz, Liste der Bischöfe von Basel, Konzil von Basel, Bistum Basel, Liste von Basler Sakralbauten
Weblinks
Seiten über das Basler Münster als Gebäude
- [http://www.baslermuenster.ch Kunsthistorische Informationen zum Basler Münster]
- [http://www.muensterbasel.ch/ Webseite des Basler Münsters (Seite der Kirchengemeinde)]
- [http://www.altbasel.ch/diashow/muenster_t_intro.html Besteigung der Münstertürme als Diavortrag]
Münsterkonzerte und Orgel
- [http://www.basler-muensterkonzerte.com/ Informationen und Programme zu den Basler Münsterkonzerten]
- [http://www.mathis-orgelbau.ch/htm/basel.htm#galerie Informationen und Bildergalerie zur neuen Orgel des Basler Münsters]
Forschung am Basler Münster
- [http://www.forschungsdb.unibas.ch/ProjectDetailLong.cfm?project_id=1025 Forschungsprojekt des Kunsthistorisches Seminars über die Galluspforte]
- [http://www.forschungsdb.unibas.ch/ProjectDetailLong.cfm?project_id=502 Grabfunde aus dem Basler Münster]
Kategorie:Basel
Kategorie:Kirchengebäude in der Schweiz
Kategorie:Hohes Gebäude (Basel)
Basel
Basel
Kirchenschiff
Kirchen werden - insbesondere wenn es sich um Basiliken handelt - in verschiedene Schiffe aufgeteilt (Saalkirchen sind einschiffig, bei Hallenkirchen gibt es Seitenschiffe, die gleich hoch wie das Hauptschiff sind). Die Bezeichnung "Schiff" stammt vom griechischen Wort "naos", welches für den geschlossenen Tempelraum steht.
Kirchenschiff
Das Kirchenschiff ist der Überbegriff des Teils der Kirche, in dem heute zumeist die Sitzbänke für die Gottesdienstbesucher stehen.
Längsschiff
Das Längsschiff (auch Hauptschiff) ist die Bezeichnung für das mittlere Kirchenschiff im rechteckigen Grundriss, sofern die Kirche noch Seitenschiffe hat. Es liegt in west-östlicher Ausrichtung.
In der klassischen Basilika der Gotik hat das Hauptschiff einen drei-, oder vierteiligen vertikalen Aufbau.
- Arkade - die trennenden Bögen zu den niederen Seitenschiffen.
- Empore - ist vielfach weggefallen
- Triforium - ein Laufgang, der durch Maßwerk zum Hauptschiff getrennt ist
- Obergaden - die Fensterzone des Hauptschiffs
Hinter Empore und Triforium verbirgt sich das Pultdach der Seitenschiffe.
Mittelschiff
Das Mittelschiff ist das mittlere Kirchenschiff, wenn diesem noch durch Säulen und Bögen getrennte Seitenschiffe angebaut sind.
Seitenschiff
Obergaden
Das Seitenschiff ist die Bezeichnung für die kleineren Kirchenschiffe, die seitlich ans Haupt-, Mittel- oder Längsschiff angebaut sind.
Ein längsseitig des Hauptschiffs gelegenes Seitenschiff wird auch als Nebenschiff oder als Abseite bezeichnet.
Querschiff
Das Querschiff=Transept bezeichnet das in nord-südlicher Richtung verlaufende Schiff, welches in der östlichen Seite des Hauptschiffes liegt. Dadurch bekommt der Grundriss der Kirche eine Kreuzform.
Kategorie:Kirchenbau
Altar gebaut wurde]]
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Ein Altar (griechisch βημα, lateinisch ara, in christlichem Latein altare) ist eine Verehrungsstätte für eine oder mehrere Gottheit(en). Auf Altären können Opfergaben dargebracht werden. Doch auch die Errichtung des Altars an sich und seine unter Umständen reiche Verzierung sind bereits ein Akt der Verehrung und des Heilens.
Vorgeschichte
Der älteste Altar ist der Plattenaltar. Eine relativ ebene im Umriss unregelmäßige Steinplatte die im Heiligtum auf dem Boden lag oder wie in Lepenski Vir in den Bodenestrich eingelassen war. In der Folgezeit kommt es zu Bankaltären, die in einem Gebäude oder einer artifiziellen Höhle umlaufen (Wandaltäre) oder wie bei maltesischen Tempeln Teil der Exedra sind. Mitunter sind sie, da auch Flüssigkeiten geopfert wurden, mit Potroi (Opferlöchern) versehen. Aber bereits auf Malta kommt es innerhalb der Tempel schon zu monolithischen Tischaltären. Ihre Form (gehörnte Altar von Beerscheba) und genaue Bestimmung variieren von Religion zu Religion. So gibt es Brand- und Feueraltäre oder Altarberge (Megiddo, Monte Accoddi).
Geschichte
Die Größe mancher antiker Altäre (198 × 23 m in Syrakus!) wurde später kaum mehr erreicht. Von christlichen Altären unterscheidet sie auch die Aufstellung im Freien, die die Durchführung größerer Brandopfer ermöglichte. Bekannt ist der reliefgeschmückte Pergamonaltar (2. Jh. v. Chr.), dessen Grundfläche ca. 36 × 34 m maß. In verkleinerter Form zeigt ihn heute das Pergamonmuseum in Berlin.
Im etruskisch-römischen Totenbrauchtum wurden den Verstorbenen bzw. ihren Manen (persönliche Totengötter) Gedenkaltäre (Cippi) errichtet, meist mit einer ehrenden Inschrift, von denen viele Tausende erhalten geblieben sind. In der Umgebung bedeutenderer Städte des römischen Reichs säumten Grabmäler und -altäre die Ausfallstraßen.
Im christlichen Bereich wird der Altar in Anlehnung an den Tisch des Abendmahles, das Christus am Abend vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung einnahm, auch als mensa Domini ('Tisch des Herrn') bezeichnet. Unter einem (Altar-)Schrein oder Schreinaltar (Flügelaltar) versteht man in der Regel ein Objekt, das sich auf- und zuklappen lässt und sich hinter dem eigentlichen Altartisch erhebt. In kleinerem Maßstab haben sich besondere Formen von Haus-, Reise- und Tragaltären herausgebildet, um auch fern von einer Kirche die Messe feiern zu können.
Katholische Kirchen enthalten einen Altar als zentralen Ort der Messe, verstanden als Vergegenwärtigung des Opfers Christi. Insbesondere mittelalterliche Kirchen konnten eine Vielzahl von Nebenaltären aufweisen, abhängig von Größe, Bedeutung und Reichtum der Kirche. Seine Heiligkeit bezieht der Altar in der katholischen Kirche aus dem Akt der Weihe, in der Regel durch einen Bischof, und aus den im Altar verwahrten Reliquien von Heiligen. Er gilt selbst als Abbild Christi, durch den die Menschheit sich Gott darbringt, und wird zu Beginn und am Schluss der Eucharistiefeier vom Priester und Diakon mit dem Altarkuss verehrt.
Mit der Reformation verliert der Altar in den evangelischen Kirchen an Bedeutung. Die Aufwertung des Wortes im Gottesdienst lässt der Kanzel, z. T. sogar der Orgel größere Bedeutung zukommen. In den lutherischen Kirchen tritt die Auslegung des Wortes Gottes (die Predigt in der Kirche) gleichberechtigt neben das Sakrament des Altars (Abendmahl). Sinnfälligen Ausdruck findet dies in dem Kanzelaltar, der manchmal auch noch die Orgel einbezieht.
Beim Kanzelaltar befindet sich die Kanzel unmittelbar über dem Altar und ist über eine Treppe hinter dem Altar zu erreichen. Dort auf der Kanzel kann der Geistliche auch von der Empore aus gesehen werden. Ein Schalldeckel über der Kanzel sorgt dafür, dass die Predigt bei lautem Sprechen in der ganzen Kirche auch ohne Mikrofon verstanden werden kann.
Der Kanzelaltar ist ein heiliger Ort, an dem Christus dem Glaubenden bei der Predigt, dem Gebet, dem Abendmahl und dem Segen nahe ist.
Ein Brauch in vielen Kirchen mit Kanzelaltar ist der Umgang um den Altar, bei dem die Glaubenden nach dem Abendmahl und nach der Taufe, Konfirmation und Trauung im Uhrzeigersinn um den Altar herumgehen. Der Umgang um den Altar bringt zum Ausdruck, dass nicht nur Geistliche sondern auch Laien Zutritt haben zu dem Bereich um den Altar, der im Mittelalter nur dem Priester vorbehalten war. Dieser Grundgedanke wird bei vielen Kanzelaltären auch noch dadurch betont, dass sich rechts und links vom Kanzelaltar Pforten befinden, deren Vorhänge zum Umgang um den Altar geöffnet werden.
In lutherischen Kirchen werden Geldspenden (Kollekte, Klingelbeutel) als Gaben für Gott verstanden. Deshalb werden die im Gottesdienst eingesammelten Geldspenden oft auf dem Altar niedergelegt.
In den reformierten Kirchen gibt es aus theologischen Gründen keinen Altar, er wird allenfalls durch einen Tisch ersetzt. Hier steht die Verkündigung des Wortes Gottes im Mittelpunkt des Gottesdienstes.
Literatur
zu Altar
- R. HALLO: Die Monumentalaltare des Altertums, Diss. Göttingen 1923;
- J. BRAUN: Der christliche Altar, München 1924;
- K.-B. RITTER: Der Altar, Kassel 1930;
- M. HASSE: Der Flügelaltar, Dresden 1941;
- K. HEIMANN: Der christliche Altar, Arensberg 1954;
- W. GRUNDMANN: Die Sprache des Altares, Berlin 1966;
- A. KNOEPFLI: Der Altar des 18. Jh., München 1978;
- H. SCHINDLER: Der Schnitzaltar - Meisterwerke in Süddtl., Österr. und Südtirol, Recklinghausen 1982;
- M. J. LIEBMANN: Die dt. Plastik 1350-1550, Leipzig 1982;
- A. SEIFERT: Westfälische Altäre, Diss. München, Bonn 1983;
- W. SCHMID: Der Michaelsaltar in der Trierer Pfarrkirche St. Gangolf. Ein spätgot. Kunstwerk in seinem historischen Zusammenhang, in: Kurtrierisches Jahrb. 28, 1988, S. 23-98;
- Ch. BEUTLER: Die Anfänge des mittelalterlichen Altäre, in: Studien zur europ. Skulptur im 12./13. Jh., Frankfurt/M. 1994, S. 457-467.
zu Kanzelaltar
- G. L. ARONGE: Der Thüringer Kanzalaltar von 1700-1850, Diss. Jena 1921;
- G. STADE: Mecklenburger Kanzelaltar, Diss. Braunschweig 1930;
- H. SCHÖNBERG: Die barocken Kanzelaltare Hildesheimer Meister im Kreis Marienburg i. H., in: Alt Hildesheim 20, 1942;
- H. MEISSNER: Kanzelaltäre in Oberfranken, in: Colloquium historicum Wirsbergense, in: Geschichte am Obermain, Bd. 5, 1968/69;
- H. MAI: Der evangelische Kanzelaltar, Geschichte und Bedeutung, Halle 1969;
- H. MEISSNER: Kirchen mit Kanzelaltar in Bayern, München 1987
Siehe auch
- Religion
- Hochaltar
- Altarbild
Kategorie:Bauwerk (Religion)
Kategorie:Kirchenbau
Orgel
Die Orgel (v. griech. ὄργανον (organon) „Werkzeug, Instrument“) ist ein über Tasten spielbares Musikinstrument. Da der Klang durch Pfeifen erzeugt wird, wird sie auch Pfeifenorgel genannt. Die Orgel gehört zu den Aerophonen: die Luftsäule im Innern der Pfeifen wird über ein Labium oder ein Zungenblatt zum Schwingen gebracht.
Daneben gibt es auch elektronische Orgeln, die zu den Elektrophonen gehören.
Ausführungen und Aufbau
Elektrophon
Orgeln finden sich in unterschiedlichen Ausführungen und Größen meist in Kirchen, aber auch in Konzertsälen und Privathäusern. Eine kleine, einmanualige Orgel ohne Pedal bezeichnet man als Positiv oder – bei entsprechend kompakter Bauweise – als Truhenorgel. Tragbare Kleinstorgeln bezeichnet man als Portativ. Eine Spezialform hiervon ist das nur mit Zungenpfeifen disponierte Regal.
Eine Orgel wird vom Spieltisch aus gespielt. Größere Orgeln setzen sich oft aus Teilwerken zusammen, denen jeweils eine eigene Klaviatur zugeordnet ist. Der Organist bedient die Manual genannten Klaviaturen mit den Händen, während das Pedal mit den Füßen gespielt wird.
Erscheinungsbild
Pedal]
Große Orgeln bestimmen mit der Gestaltung ihres Gehäuses und der Front (Orgelprospekt | | |