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Basler Münster

Basler Münster

Das Basler Münster ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Basel und prägt mit seinem roten Sandstein und den bunten Ziegeln, seinen beiden schlanken Kirchtürmen und den kreuzweise sich durchdringenden Hauptdächern das Stadtbild. Die ehemalige Bischofskirche wurde zwischen 1019 und 1500 im romanischen und gotischen Stil erbaut. gotischen

Baugeschichte

Vorgängerbauten

Der Münsterhügel war bereits in spätkeltischer Zeit (1. Jahrhundert v. Chr.) bebaut. Archäologische Ausgrabungen haben einen vorrömischen Wall (Murus Gallicus) freigelegt (siehe: Archäologie in Basel). Neben den Toranlagen kann man den früheren Straßenverlauf zum Teil rekonstruieren. An der Stelle des heutigen Münsters teilte sich die Straße und führte um ein Gebäude herum, das vermutlich ein Straßentempel war. Später errichteten die Römer an dieser Stelle ein Kastell. Als erster Bischof in Basel ist Justinianus (343-346 n. Chr.) überliefert (siehe: Liste der Bischöfe von Basel). Während des Frühmittelalters wurde der Bischofssitz von Kaiseraugst (Augusta Raurica) auf den Münsterhügel verlegt. Der Archäologe Hans Rudolf Sennhauser hielt es für wahrscheinlich, dass die Verlegung des Bistumssitzes unter dem Bischof Ragnacharius, einem früheren Mönch von Luxeuil, zu Beginn des 7. Jahrhunderts stattfand. Über einen Dombau der Basler Bischöfe im 8. Jahrhundert ist nichts Gesichertes bekannt.

Erster Bau: Haito-Münster

Die komplizierte Baugeschichte des Münsters umspannt mehr als 500 Jahre Bauzeit. Die genauen Anfänge des Münsters sind ungeklärt. Die ursprünglich karolingische Kirche, das sogenannte Haito-Münster, wurde in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts (805-823) vom Basler Bischof Haito, Abt des Klosters Reichenau am Bodensee, erbaut. Der Grundriss der Kathedrale ist archäologisch nachgewiesen. Wahrscheinlich bestand der Haito-Bau aus einem Saal, mehreren Nebenräumen an der Längsseite und zwei Rundtürmen an der Westseite. Die markante Westpartie führte zu einem gekrümmten Straßenverlauf, der bis heute so geblieben ist, wenn man sich von der Rittergasse auf das Münster zu bewegt. Von der Kapelle aus führte nach Süden der Palast des Bischofs – dem Palatium oder Pfalz. Wie die Kirche im Osten ausgesehen hat, ist nicht gesichert. Sicher hingegen ist, dass der Haito-Bau über eine Krypta unterhalb des Altarraums verfügte. Auch von der Ausstattung ist nichts mehr erhalten. Zu seiner Zeit war der Haito-Dom ein ungewöhnliches Bauwerk, da sich zu dieser Zeit dreischiffige Bauformen für Kirchen durchzusetzen begannen. Da der Bau eine Saalkirche war, folgte er einem altmodischen Baustil, anderseits gehörte die Doppelturmfassade zu der frühesten ihrer Art. Im Jahr 917 wurde das Haito-Münster durch den Ungarnsturm in Mitleidenschaft gezogen. Wie schwer die Beschädigungen an der Kirche waren, ist nicht gänzlich geklärt.

Zweiter Bau: Heinrichs-Münster

Auf dem Fundament des Vorgängerbaus ließ nach der Jahrtausendwende Bischof Adalberto II. (um 999-1025) einen ottonisch-frühromanischen Neubau errichten. Der Name der dreischiffigen Kathedrale Heinrich-Münster (manchmal auch Adalberto-Dom genannt) gründet auf dessen Förderer, Kaiser Heinrich II. Ihm und seiner Frau Kaiserin Kunigunde ist das Münster geweiht. Dieser im Jahr 1019 geweihte Bau hatte keine erweiterte Krypta, was Ausgrabungen aus den Jahren 1973/74 belegen. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts entstand auf der Westseite ein Turm aus hellem Kalkstein und Molasse-Sandstein. Diese Bausubstanz ist bis heute erhalten und bildet den unteren Teil des heutigen Nordturms (Georgsturm). Einen Turm im Süden besaß das Heinrich-Münster nicht.

Dritter Bau: Spätromanischer Neubau

Sandstein Der heutige Bau geht im wesentlichen auf den spätromanischen Neubau aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts (1220/30) zurück. Auf dem Grundriss des Vorgängerbaus entstand ein um ein Querschiff erweiterter dreischiffiger Kirchenbau. Mächtige Pfeilerbündel trugen den Bau, und trotzdem zerstörte das Basler Erdbeben im Jahr 1356 die fünf Türme, verschiedene Gewölbe und Teile der Krypten. Unter dem Baumeister Johannes von Gmünd wurde die teilweise zerstörte Kirche wieder aufgebaut, und bereits 1363 konnte der Hochaltar wieder geweiht werden. Im Jahr 1421 begann Ulrich von Ensingen, der Erbauer der Münstertürme von Ulm und Straßburg, den Ausbau des nördlichen Georgsturm; vollendet wurde dieser 1429. Der südliche Martinsturm wurde hingegen am 23. Juli 1500 von Hans von Nußdorf fertiggestellt. Zu diesem Datum galt das Münster offiziell als vollendet. Im 15. Jahrhundert entstanden auch der große und der kleine Kreuzgang (→ Kreuzgang). Bis zur Reformation 1529 diente das Münster als bischöfliche Domkirche. Im 19. Jahrhundert fanden zwei große Restaurierungen statt. Dabei wurde von 1852 bis 1857 der Lettner versetzt und die westlich gelegene Vierungskrypta geschlossen. Im 20. Jahrhundert war die Hauptzielsetzung der Renovierungsarbeiten, die spätromanische Bausubstanz stärker in den Vordergrund zu rücken, und man machte einige Umbaumaßnahmen aus den 1850er Jahren wieder rückgängig. Dazu setzte man 1975 das Bodenniveau des Münsters wieder auf den ursprünglichen Stand zurück und machte die Vierungskrypta wieder zugänglich. Seit 1985 widmet sich eine neu eröffnete Bauhütte dem sich zunehmend verschlechternden Zustand des Buntsandsteines am Außenbau des Münsters.

Weitere historische Ereignisse

Buntsandstein

Papstwahl am Basler Münster

Papst Martin V. teilte der Basler Regierung im Jahr 1424 mit, dass ihre Stadt als Austragungsort des nächsten Konzils gewählt worden sei. Zwischen 1431 und 1449 tagte das Basler Konzil im Münster mit dem Hauptziel, eine Kirchenreform durchzuführen. Als 1438 der damalige Konzilspräsident Cesarini auf Weisung von Papst Eugen IV. Basel verließ, wählte man ein Jahr später am 24. Juli 1440 Felix V. als Gegenpapst auf dem Basler Münsterplatz. Als sich dieser nicht durchsetzen konnte, veranlasste der deutsche Kaiser Friedrich III. die Auflösung des Konzils in Basel. Nach der Auflösung der „Kurienuniversität“ bemühten sich die Bürger um die Gründung einer neuen Universität. Durch Papst Pius II., der während des Konzils als Sekretär fungierte, kam es daraufhin zum Erlass der Stiftungsbulle und so konnte am 4. April 1460 die Basler Universität als Volluniversität eröffnet werden.

Bildersturm auf das Münster

Der Ikonoklasmus der Reformationsbewegung brachte im Jahr 1528 und 1529 die Stadt und das Basler Münster um viele kostbare Kunstwerke. Viele Basler Kirchen wurden in diesen Monaten von zahlreichen Bürgern teilweise mit Waffengewalt gestürmt, um Bilder und Statuen zu vernichten. Der einflussreiche Reformator Ulrich Zwingli lehnte die Verehrung Gottes in der Gestalt von Bildern als Götzendienst ab. Gegen 13.00 Uhr des 9. Februar 1529 soll sich eine Gruppe von 40 bewaffneten Männern vom dicht belebten Marktplatz hinauf zum Münster begeben haben. Sie sollen in die Kirche eingetreten sein, wo ein ungeschickter Zunftbruder mit einer Hellebarde ein Altarbild anstieß, das zu Boden fiel und zerbrach. Daraufhin hätten die Bewaffneten das Münster wieder verlassen, um Verstärkung zu holen. Die Kapläne verschlossen daraufhin die Kirche. Mit insgesamt 200 Mann versammelte sich die verstärkte Gruppe und polterte vor den verschlossenen Toren des Münsters. Schließlich drangen sie gewaltsam ein, zerschlugen und zertraten in Raserei Kruzifixe, Marienbilder und Heiligendarstellungen. Der Mob fiel über die Altäre her und erging sich in blinder Zerstörungslust. Im weiteren Verlauf des Nachmittags weitete sich der Bildersturm auf weitere Kirchen in Basel aus. Erasmus von Rotterdam beschrieb den Bildersturm zu Basel in einem Brief vom 9. Mai 1529 folgendermaßen: Der eindrückliche Münsterschatz konnte gerettet werden und blieb bis zur Kantonsteilung vollständig erhalten.

Hauptfassade

Georg- und Martinsturm

Kantonsteilung Die nach Westen zeigende Hauptfassade wird von den beiden Türmen, dem 64,2 m hohen Georgsturm und dem im Jahre 1500 vollendeten Martinsturm (62,7 m), dominiert. Beide Türme sind nach den Ritterheiligen Georg und Martin benannt, und beide Heilige sind unterhalb der Türme durch entsprechende Reiterstandbilder dargestellt. Die Statue des heiligen Martin stammt aus dem Jahr 1340; das Original findet man heute im Klingentalmuseum. Darüber befindet sich die mechanische Uhr und eine Sonnenuhr. Unterhalb des Georgturms findet man eine monumentale Darstellung (1372) des Ritters Georg, der mit einem auffällig kleinen Drachen kämpft. Das Münster, welches ursprünglich fünf Türme hatte, wurde nach dem schweren Erdbeben von 1356 nur noch mit zwei Türmen wieder aufgebaut. Am älteren Georgsturm erkennt man den unteren hellen Teil, der beim Erdbeben unversehrt blieb. Dem Martinsturm wurde im Jahr 1500 eine prächtige Kreuzblume aufgesetzt. Vom Südturm aus kann man mittels einer steilen Wendeltreppe die Turmuhr aus dem Jahr 1883 besichtigen. Der Glockenstuhl befindet sich zwischen den beiden Türmen, welche durch eine Galerie verbunden sind. Sowohl Georgs- wie Martinsturm sind in 242 Stufen zu besteigen und bieten einen großartigen Ausblick auf die Stadt Basel sowie die Ausläufer von Schwarzwald und Jura.

Hauptportal

Jura Am Hauptportal stehen zwischen den Portaltüren zwei leere Säulen, die eine Marienstatue sowie ein Tympanon enthielten. Diese wurden in der Reformationszeit zerstört (→ Bildersturm). Erhalten geblieben sind dagegen die Bogenläufe, welche Propheten und Könige, Rosen, tanzende Engel und Abraham darstellen. Die Stifterfiguren Heinrich II. sowie seine Frau Kunigunde sind links vom Hauptportal dargestellt. Rechts erkennt man die Bildnisse eines Verführers und einer törichten Jungfrau. Während die Jungfrau lächelt und ihr Kleid öffnet, klettern beim Verführer im Rücken Schlangen und Kröten empor, welche die Bosheit versinnbildlichen sollen. Die Darstellung stammt etwa aus dem Jahr 1280. Die Statuen, sowie das Mauerwerk des Münster, bestehen aus rotem Sandstein, den man aus dem Wiesental und aus Degerfelden geholt hat.

Galluspforte

Degerfelden Die Galluspforte aus dem 12. Jahrhundert ist das bedeutendste romanische Skulpturenwerk der Schweiz und gilt als das älteste romanische Figurenportal im deutschsprachigen Raum. Ihren Namen erhielt sie von einem ehemaligen Altar, der sich früher im Nordquerschiff des Münsters erhob. Die Pforte, welche an der Nordfassade des Querschiffs zahlreiche Figuren in archaischer Weise darstellt, erinnert an einen Triumphbogen. Das Portal ist fast ausschließlich in Originalsubstanz erhalten. Rings um die schwere Bronzetür aus dem Jahr 1892 finden sich Darstellungen der vier Evangelisten, törichte und weise Jungfrauen sowie Engel mit Fanfaren, welche aus ihren Gräbern steigen und Tote vor dem Jüngsten Gericht. Im Bogenfeld thront Christus als milder, menschenfreundlicher Weltenrichter. Die Figuren wirken insgesamt sehr ausdrucksstark in Gestik und Mimik, was bei Figuren aus der Romanik selten ist. Die kunsthistorische Forschung ist sich uneins darüber, ob die Galluspforte in der Westfassade eingebaut und 1285 an die Nordwand versetzt wurde oder ob der heutige Standort dem ursprünglichen Bauort entspricht. Die erste Alternative, dass die Galluspforte erst später als nördliches Querhausportal am jetzigen Standort eingebaut wurde, erscheint als die wahrscheinlichere. Oberhalb der Galluspforte befindet sich ein rosettenförmiges Fenster, welches ein monumentales Glücksrad darstellt. Um das kreisrunde Fenster herum klammern sich Figuren, welche die Wechselseitigkeit des irdischen Glücks symbolisieren. Die Speichen und Naben der Rosette waren ursprünglich aus Eichenholz, sind im 19. Jahrhundert aber durch Sandstein ersetzt worden.

Chor und Pfalz

Nabe Nabe Die Fassade des nordöstlich gelegenen Chors, im unteren Teil romanisch, ist reich an Skulpturenschmuck. Dazu zählen groteske Gestalten, Halbwesen und Elefanten, welche die Steinmetze der damaligen Zeit nie zu Gesicht bekamen. Die Sockelzone des Chors wird von einer Blendenbogenreihe umlaufen. Der Chor des Basler Münsters zeigt nach Nordosten und nicht nach Osten wie bei den christlichen Sakralbauten sonst üblich. Das Münster verfügt über einen polygonalen Umgangschor mit niedriger Empore und einem hohen Obergaden. Auf der Seite des Obergadens sind die Stümpfe der ehemaligen Chorflankentürme zu erkennen. Diese stürzten beim Erdbeben 1356 ein und wurden nicht wieder aufgebaut. Das massiv ausladende Strebewerk des Münsters entlastet den Chor und lässt Bögen zum Hindurchschreiten offen. Die Chorpartie liegt auf einer fast 20 m hohen aufgeschütteten Terrasse, Pfalz genannt, von der aus man einen prächtigen Blick auf den Rhein hat. Von dort aus hat man auch einen ausgezeichneten Blick auf Kleinbasel, das Dreiländereck und bei klaren Tagen auf die Vogesen. Zwischen der Wettsteinbrücke und der Mittleren Rheinbrücke verbindet zusätzlich die Münsterfähre die beiden Hälften Basels. Die Überfahrt mit dem Fährboot namens „Leu“ (=Löwe) nutzt die Strömung des Flusses aus, welches an einem über den Rhein gespannten Seil angebunden ist. Fünf dieser Fähren verkehren auf dem Rhein, vier davon in Basel, eine in Ellikon.

Originale der Münsterskulpturen

Viele der romanischen und gotischen Figuren des Basler Münsters mussten aus konservatorischen Gründen durch Kopien ersetzt werden. Die Originalskulpturen findet man heute in Form einer Dauerausstellung im: ::::::::
- Museum Kleines Klingental, Unterer Rheinweg 26, CH - 4058 Basel. Gezeigt werden großformatige Skulpturen vom Westportal und den Münstertürmen, sowie die romanischen Tierskulpturen und Glücksradfiguren vom Außenbau des Münsters. Ebenfalls zu besichtigen sind Bestandteile der ehemaligen Innenausstattung – Altartafeln, Grabskulpturen und Teile des wertvollen geschnitzten Chorgestühls.

Innenraum und Ausstattung

konservatorischen Der ruhige und helle Innenraum der dreischiffigen Kirche ist 65 m lang und 32,5 m breit. Rechnet man die seitlichen Schiffe mit einer Reihe von Grabkapellen hinzu, so besitzt das Münster sogar fünf Schiffe. Die farbigen Glasfenster stammen größtenteils aus dem 19. Jahrhundert. In der gotischen Chorpartie sind Scheiben im neogotischen Stil zu finden. Das große Chorfenster stellt die vier Evangelisten dar. Besonders zu erwähnen sind die zwei Radfenster im nördlichen und südlichen Querschiff. Sie stellen Szenen der Taufe Christi dar. Das Gewölbe des hohen Mittelschiffs und der obere Teil des Chors sind im gotischen Stil nach dem Basler Erdbeben wieder aufgebaut worden. Bei Restaurierungsarbeiten hat man entdeckt, dass das Gewölbe des Mittelschiffs mit einem Marienzyklus bemalt war. Dieser ist vermutlich um 1400 entstanden und ist nur mit ultraviolettem Licht sichtbar zu machen.
ultraviolett Im Chorgang befindet sich der Sarkophag der Königin Anna von Hohenberg und ihres Sohns Karl. Königin Anna war die erste Gemahlin des Königs Rudolf von Habsburg und starb 1276 in Basel. Ihre Gebeine wurden 1770 ins Kloster St. Blasien verlegt; heute ruhen sie im Lavantal in Kärnten.
Im südlichen Querschiff findet man den steinernen Taufstein aus dem Jahr 1465, sowie den Bischofsthron, der 1380 entstand. Der Baumeister Hans von Nußdorf schuf 1486 aus fünf Sandsteinblöcken eine kunstvoll verzierte Kanzel im gotischen Stil. Nach einer Urkunde aus dem Jahr 1303 befand sich im Basler Münster die älteste erwähnte Orgel der Schweiz. Diese von Magister Raspo aus Frankfurt am Main erbaute Orgel ist jedoch nicht mehr erhalten und wurde nach dem Basler Erdbeben durch eine Schwalbennestorgel ersetzt. Zwischen 1529 und 1561 wurde durch die Reformation das Orgelspiel verboten, dann jedoch wieder eingeführt. Die heutige Orgel wurde an Pfingsten 2003 eingeweiht. Als Orgeltribüne dient der gotische Lettner aus rotem Sandstein, der vor dem Einbau der neuen Orgel renoviert wurde.

Erasmus-Epitaph

Erasmus von Rotterdam hielt sich während vieler Jahre in Basel auf, und zwar in der Zeit von 1514 bis 1516, von 1521 bis 1529, sowie von 1535 bis 1536. Nach einem Aufenthalt in Freiburg im Breisgau während der Reformation kehrte er nach Basel zurück und starb hier siebzigjährig im Jahr 1536. Zwar war Erasmus ein katholischer Geistlicher, wurde aber trotzdem im protestantischen Münster beigesetzt. Ursprünglich stand sein Grab vor dem Lettner im Mittelschiff. Im 19. Jahrhundert wurde das Epitaph versetzt, das Grab aber erst 1974 wiederentdeckt. So ruhen die Überreste des Humanisten direkt vor dem Epitaph. Humanist Das Epitaph bildet nicht den Verstorbenen ab, sondern trägt auf einem Rotmarmor eine vergoldete Inschrift mit einem lateinischen Text, der auf die Verdienste von Erasmus von Rotterdam eingeht. In einem Medaillon wird die antike Gottheit Terminus dargestellt, welcher Sinnbild für die Begrenzung ist.

Krypta

Terminus Von den Seiten des Chors gelangt man hinab zur Krypta, welche die Gräber der Basler Bischöfe des 10. bis 13. Jahrhunderts birgt. Der älteste Sarkophag stammt von Bischof Rudolf II., der beim Ungarneinfall 917 umgekommen war. Früher befand sich an dieser Stelle ein Marienaltar. Außerdem finden sich hier Grabplatten weiterer Persönlichkeiten.
Die frühere Krypta aus dem frühromanischen Heinrichsbau ging über zwei Geschosshöhen hinweg. Die nach dem Erdbeben von 1356 neu erbaute Krypta ist eine dreischiffige Pfeilerhalle. Die Gewölbemalerei stammt aus der Zeit um 1400. In der Vierungskrypta befindet sich außerdem ein Lapidarium.

Kreuzgang

An der Südseite des Münsters befindet sich der doppelte Kreuzgang. Der Kleine Kreuzgang entstand zwischen 1467 und dem Ende der 1480er Jahre. In der Nordwestecke schmückt eine Figur (Hl. Katharina mit Rad) den Schlussstein. Der Große Kreuzgang wurde 1429 bis 1462 im spätgotischen Stil angefügt. Eine Halle verbindet beide Kreuzgänge miteinander. Über dieser Halle befindet sich der nicht zugängliche Münstersaal. Die Halle diente dem Bischof als Verkündigungsort gegenüber der Bürgerschaft und als Gerichtsort. Deshalb stand hier ein Bischofsthron.
Im Großen Kreuzgang erhellen große gotische Maßwerkfenster den Westflügel des Gewölbes, welches mit einem Rippennetz und bunten Schlusssteinen ausgestattet ist. Der Große Kreuzgang gilt als elegantester und schmuckvollster der Schweiz mit hervorragenden Beispielen für die spätgotische Steinmetzkunst. Die Wände werden von zahlreichen, kunstvollen Grabplatten bedeckt. Darunter befinden sich die Gräber vieler bedeutende Basler, wie z.B. die des Humanisten Thomas Platter (1499-1582), des Bürgermeisters Rudolf Wettstein (1594-1666), des Mathematikers Jakob Bernoulli (1654-1705) und des Philosophen Isaak Iselin (1728-1782).

Nutzung

Isaak Iselin Neben der touristischen Anziehungskraft ist das Münster die Hauptkirche der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. Das Münster ist Ort regelmäßiger Gottesdienste und kirchenmusikalischer Anlässe. Während des gesamten Jahres finden hier Konzerte der Basler Münsterkantorei, des Basler Gesangvereins und des Münsterorganisten statt. Seit der Trennung von Kirche und Staat ist die evangelisch-reformierte Kirche alleiniger Besitzer des Gebäudes; trotzdem beteiligt sich der Kanton Basel-Stadt zu drei Vierteln an den Unterhaltskosten.

Münsterplatz

Der vor dem Münster gelegene rechteckige Münsterplatz wird von einer Reihe repräsentativer Bürgerhäuser (ehemals Domherrenhöfe) mit noblen Barockfassaden umgeben. Außerdem finden sich rund um den Münsterplatz viele spätmittelalterliche Fachwerkhäuser. In einem dieser Häuser befindet sich seit 1986 die Paul-Sacher-Stiftung mit der weltweit größten Privatsammlung an Originalpartituren und Nachlässen zeitgenössischer Komponisten. Neben der Archivierung arbeitet die Stiftung mit eigenen Forschungsprojekten musikalische Publikationen auf. Gegenüber der Westfassade des Münsters liegt das Gymnasium am Münsterplatz im ältesten in Basel gebauten Haus. Hier unterrichteten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Jakob Burckhardt und Friedrich Nietzsche in den oberen Klassen. In einem gotischen Gebäude am Münsterplatz befindet sich außerdem das Ethnologische Seminar.
Im Sommer findet alljährlich auf dem Münsterplatz ein Open-Air Kino statt. Jedes Jahr in der letzten Oktoberwoche findet die Basler Herbstmäss statt. Das ist eine zweiwöchig dauernde Kirmes mit einer über 500-jährigen Tradition, welche auf Plätze in ganz Basel verteilt ist. Auch auf dem Münsterplatz gastieren diverse Fahrgeschäfte, unter anderem ein zu dieser Zeit weithin sichtbares Riesenrad.

Literatur


- Andreas Theodor Beck, u.a.: Das Basler Münster. Verlag Peter Heman, Basel (1982), ISBN 3-85722-005-8
- Dorothea Schwinn Schürmann: Das Basler Münster. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (2000), ISBN 3-85782-679-7
- Daniel Grütter: Basler Münster Bilder. Christoph Merian Verlag (1999), ISBN 3-85616-112-0
- Dorothea Schwinn Schürmann: Schwelle zum Paradies: Die Galluspforte des Basler Münsters, Schwabe & Co. AG, ISBN 3-79651-954-7

Verwandte Themen

Siehe auch: Basler Münsterschatz, Liste der Bischöfe von Basel, Konzil von Basel, Bistum Basel, Liste von Basler Sakralbauten

Weblinks

Seiten über das Basler Münster als Gebäude


- [http://www.baslermuenster.ch Kunsthistorische Informationen zum Basler Münster]
- [http://www.muensterbasel.ch/ Webseite des Basler Münsters (Seite der Kirchengemeinde)]
- [http://www.altbasel.ch/diashow/muenster_t_intro.html Besteigung der Münstertürme als Diavortrag]

Münsterkonzerte und Orgel


- [http://www.basler-muensterkonzerte.com/ Informationen und Programme zu den Basler Münsterkonzerten]
- [http://www.mathis-orgelbau.ch/htm/basel.htm#galerie Informationen und Bildergalerie zur neuen Orgel des Basler Münsters]

Forschung am Basler Münster


- [http://www.forschungsdb.unibas.ch/ProjectDetailLong.cfm?project_id=1025 Forschungsprojekt des Kunsthistorisches Seminars über die Galluspforte]
- [http://www.forschungsdb.unibas.ch/ProjectDetailLong.cfm?project_id=502 Grabfunde aus dem Basler Münster] Kategorie:Basel Kategorie:Kirchengebäude in der Schweiz Kategorie:Hohes Gebäude (Basel) Basel Basel

Basel

Basel (franz. Bâle, ital. Basilea) ist eine Stadt in der Schweiz am Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich. Sie bildet zusammen mit den Gemeinden Riehen und Bettingen den Halbkanton Basel-Stadt. Basel wird unterteilt in Kleinbasel auf der rechten und Grossbasel mit dem Münsterhügel auf der linken Rheinseite. In die Stadt eingegliedert ist das frühere Fischerdorf Kleinhüningen. Das eigentliche Zentrum Basels ist die Altstadt in Grossbasel rund um den Marktplatz und das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert. Mit ihren engen Strassen und Gassen lädt die Altstadt auf beiden Seiten der Mittleren Rheinbrücke zum Flanieren ein. In die vom Autoverkehr befreite Innenstadt gelangen die Besucher mit dem Tram. Basel ist nach Zürich und Genf die drittgrösste Stadt der Schweiz und Zentrum der Chemie- und Pharmaindustrie. Sie bildet einen Eisenbahnknotenpunkt mit einem der grössten Rangierbahnhöfe Europas im benachbarten Muttenz. Mit den Frachthäfen der Region Basel, den einzigen der Schweiz, besteht über den Rhein eine Verbindung zur Nordsee. Der Flughafen Basel Mulhouse Freiburg wird gemeinsam mit den französischen Nachbarn betrieben. Er liegt auf französischem Territorium, ist jedoch durch eine exterritoriale Strasse von der Schweiz aus erreichbar. Innerhalb des Flughafen-Areals verläuft daher eine Zollgrenze. Basel wird manchmal als deutschsprachiger Teil der Romandie bezeichnet. Wie diese ist Basel eher liberal und europafreundlich, währenddessen der Rest der Deutschschweiz eher konservativ und europakritisch eingestellt ist. Entsprechend auch das Motto von Basel Tourismus: "Basel tickt anders".

Wappen

Basel Tourismus Das Wappen der Stadt Basel sowie des Halbkantons Basel-Stadt ist ein nach links (heraldisch rechts) gerichteter schwarzer Krummstab auf weissem Feld, Baselstab genannt. Drei Querbalken unterbrechen diesen Stab, der nach unten breiter wird und in drei Zacken ausläuft. Das Sinnbild des Baselstabs ist der gekrümmte Hirtenstab der Bischöfe. Wappenschildhalter sind Löwen, wilde Männer, Engel und seit dem 15. Jahrhundert auch Basilisken - das sind Drachen mit einem Hahnenkopf und einem Schlangenschwanz.

Geographie

Lage

Die im äussersten Nordwesten gelegene und gleichzeitig drittgrösste Stadt der Schweiz liegt zu beiden Seiten des Rheins. Dieser macht zwischen den Vorhöhen des Schwarzwaldes und des Schweizer Jura eine 90°-Biegung, die man Rheinknie nennt. An dieser Stelle endet der Rheinabschnitt Hochrhein und es beginnt der Oberrhein. Am höher gelegenen südlichen Rheinufer fliesst die Birs in den Rhein und bildet die Grenze zum Kanton Basel-Landschaft. Auf dem flacheren nördlichen Ufer dehnen sich grosse Industriegebiete aus. Dank dieser Lage wurde Basel schon früh zum Knotenpunkt wichtiger Verkehrswege und damit ein bedeutender Handelsplatz. Die Stadt zählt deshalb zu den am dichtesten besiedelten Gebieten Europas und verfügt dennoch über 320 ha Grünfläche und 71 ha Wald. Die Stadt Basel und die zwei Landgemeinden Riehen und Bettingen weisen einschliesslich ihrer Wasserflächen 3694 ha auf und sind damit der flächenmässig kleinste Schweizer Kanton. Dennoch sind innerhalb dieses verhältnismässig kleinen Landstücks beträchtliche Höhenunterschiede vorhanden. Den tiefsten Punkt im Kanton Basel-Stadt misst man am Rheinhafen in Kleinhüningen mit 245 m, der Münsterplatz im Zentrum liegt 270 m über dem Meeresspiegel und die höchste Erhebung liegt oberhalb Bettingen bei St. Chrischona mit 522 m. Dort befindet sich auch der Fernsehturm St. Chrischona, das höchste Gebäude der Schweiz.
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Blick vom Basler Münster auf Kleinbasel und das Rheinknie. In der Mitte erkennt man den Messeturm.

Klima

Die Stadt Basel hat durch die von der Burgundischen Pforte einströmende mediterrane Luft ein äusserst mildes und sonniges Klima. Im Jahresdurchschnitt liegt die Temperatur bei 9,4° C. Pro Jahr misst man 785 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Im Winter liegt Basel meist nur unter einen dünnen Schneedecke. Durchschnittlich liegt in Basel an 30 Tagen im Jahr Schnee. Die Winde sind relativ schwach und wehen bei gutem Wetter von Osten, bei schlechtem von Westen.

Quartiere

Die Stadt Basel kennt keine Bezirke oder Stadtteile, sondern gliedert sich nach Wohnvierteln, den sogenannten Quartieren. Es gibt insgesamt 19 dieser Quartiere, die sich links und rechts des Rheins verteilen.
- Die linksrheinischen Quartiere: Altstadt (Grossbasel), Vorstädte, Am Ring, Breite, St. Alban, Gundeldingen, Bruderholz, Bachletten, Gotthelf, Iselin, St. Johann.
- Die rechtsrheinischen Quartiere: Altstadt (Kleinbasel), Clara, Wettstein, Hirzbrunnen, Rosental, Matthäus, Klybeck und seit 1893 Kleinhüningen. Die zwei Landgemeinden Riehen und Bettingen gehören nicht dem Stadtgebiet Basels an. Bettingen

Bevölkerung


- Einwohner:
  - Stadtgemeinde Basel: 166'000 Einwohner (2004)
  - Trinationale Agglomeration Basel (TAB, mit Frankreich und Deutschland): rund 731'000 Einwohner (2004; Quelle: TAB)
  - Kanton Basel-Stadt: 188'000 Einwohner (2004)
- Auto-Kennzeichen (Kanton Basel-Stadt): BS

Wirtschaftsleben

Trinationale Agglomeration Basel Basel kommt aufgrund seiner zentralen Lage in Mitteleuropa eine besonders wichtige und bevorzugte handelgeografische Bedeutung zu. Der Lebens- und Wirtschaftsraum am Dreiländereck umfasst über 2,3 Millionen Einwohner und über 1 Million Erwerbstätige (Stand 2001). Basel ist Standort und teilweise Hauptsitz vieler chemischer Betriebe. Zusammen mit den Fabriken im benachbarten Schweizerhalle stellt Basel 20% des Schweizer Exports und erwirtschaftet ein Drittel des Sozialproduktes. Neben der Chemie sind ebenfalls die Industriezweige der Maschinen- und Metallproduktion, Textilien und der Nahrungs- und Genussmittel angesiedelt. Die jahrhunderte lange Tradition im Buchdruck und in der Papierherstellung hat dazu geführt, dass mehrere Verlage in Basel beheimatet sind. Seit 1917 hat sich aus der Schweizer Mustermesse, einer nationalen Leistungsschau, ein europaweit bedeutender Messestandort entwickelt. Die Messe Basel trägt jedes Jahr zahlreiche Fachmessen und Kongresse aus, unter anderem die "Art Basel", die weltweit wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst und die BASELWORLD, die weltweit grösste Uhren- und Schmuckmesse. Ebenfalls traditionell begründet ist die starke Bedeutung Basels als Kapital- und Bankenzentrum. Seit dem späten Mittelalter war Basel ein bedeutender Bankenplatz. Neben vielen Banken und Versicherungen hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hier ihren Sitz. Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat in Basel eine Niederlassung.

In Basel ansässige Unternehmen

Die folgenden bedeutenden Unternehmen haben ihren Sitz in Basel:
- Novartis AG (vorm. Ciba-Geigy AG und Sandoz AG)
- Roche Holding AG (F. Hoffmann-La Roche & Co. AG)
- Die Stadt ist Hauptsitz der UBS AG, einer Schweizer Grossbank.
- Die SWISS International Air Lines AG (vorm. Crossair)
- Die mch Messe Schweiz AG, mit den weltbekannten Messen Art Basel (Kunst) und Baselworld (Uhren und Schmuck)
- Der deutsche Bayer-Konzern errichtet seine Europazentrale der rezeptfreien Medikamente nach der Übernahme der Roche-Consumer Health (RCH) ab 2005 in Basel.

Verlagswesen und Medien

Die Gründung der Universität Basel im Jahr 1460 brachte der Stadt und auch dem Druckgewerbe und Verlagswesen grossen Aufschwung. Zu den Papiermachern kamen über 50 Drucker, darunter so berühmte wie Petri, Amerbach und Froben. 1468 erschien eine lateinische Bibel, welche mit beweglichen Lettern von Bertold Ruppel gesetzt wurde. 1488 gründete Petri seinen Verlag, der heute das älteste bestehende Druck- und Verlagshaus ist (heute: Schwabe & Co.). Mit dem berühmtesten aller Basler Drucker, Johann Froben, wurde nach 1500 Basel zum führenden Verlags- und Druckort Europas. Heute zählt Basel über 15 Buchverlage, darunter beispielsweise der namhafte Birkhäuser Verlag. Medien der Stadt Basel Die Basler Zeitung (baz) ist die grösste Tageszeitung der Nordwestschweiz. Daneben gibt es die kleinere Basellandschaftliche Zeitung, die in Liestal erscheint. Regionale Nachrichten erscheinen auch in den Gratiszeitungen 20 Minuten und Baslerstab. Neben der Sendung Regionaljournal des Radiosenders DRS gibt es in der Region Basel eigene Radiosender wie Radio Basilisk, Radio Basel 1 und Radio X Basel. Ausserdem bedienen die Fernsehsender Telebasel und NW1 die Stadt und die Nordwestschweiz mit eigenen Programmen, die aber auf zahlreiche Wiederholungen angelegt sind.

Verkehr

Rheinschifffahrt und Rheinhafen Basel

NW1 Seit dem Mittelalter ist Basel ein bedeutender Handels- und Umschlagplatz für den Warenverkehr zwischen dem Mittelmeer und der Nordsee. Die Fahrt auf dem Rhein zwischen Basel und Rotterdam beträgt 832 km und dauert für heutige Motorschiffe bergab zwischen 3 und 4 Tagen, bergauf etwa eine Woche. Die Fahrt zwischen Basel und Strassburg wird durch den Rheinseitenkanal erleichtert. Durch diesen Kanal umgehen die Schiffe die gefährlichen Stromschnellen von Istein. Die Mannheimer Akte aus dem Jahr 1868 gewährleistet der Schweiz die vollen Verkehrsrechte. Der Rhein gilt bis zur Mittleren Rheinbrücke in Basel als Internationales Gewässer. Rund 15% des gesamten schweizerischen Exports werden in den Rheinhäfen umgeschlagen, das sind jährlich etwa 9 Millionen Tonnen. Basel besitzt insgesamt vier Häfen, zwei davon liegen auf dem Stadtgebiet von Basel (Rheinhafen Kleinhünigen und St. Johann). An den vier Häfen sind beide Kantone Basel-Stadt und Basel-Land beteiligt. #Der rechtsrheinische Rheinhafen Kleinhüningen #Der linksrheinische Rheinhafen St. Johann ist der älteste von allen vieren. #Der linksrheinische Hafen Birsfelden #Der linksrheinische Auhafen Muttenz Siehe auch: Rheinhäfen beider Basel

Eisenbahn und Luftfahrt

Auf dem Stadtgebiet befinden sich drei Fern-Bahnhöfe. Der Bahnhof Basel SBB (Centralbahnhof) mit den nationalen Linien nach Zürich, Bern/ Luzern und Delémont und den internationalen Linien (Deutschland/ Italien). Zum selben Gebäudekomplex gehört auch der Französische Bahnhof Basel SNCF (Elsässerbahnhof) mit den Linien nach Mulhouse - Paris/ Brüssel. Der Badische Bahnhof (Basel Bad Bf) befindet sich im Norden der Stadt und wird von der Deutschen Bahn betrieben. Hier halten sämtliche Züge von und nach Deutschland, hier beginnt auch die Hochrheinstrecke in Richtung Waldshut und die mittlerweile durch die Schweizerische Bundesbahnen bediente Wiesentalbahn nach Zell im Wiesental. Daneben existieren die beiden Regionalbahnhöfe St. Johann (an der Bahnlinie Basel SNCF-St. Louis) und St. Jakob (an der Linie Basel SBB-Muttenz, wobei diese Station normalerweise nur von Extrazügen während Veranstaltungen im Stadion St. Jakob-Park bedient wird). Der internationale Flughafen EuroAirport befindet sich nordwestlich der Stadt in Frankreich; es führt eine exterritoriale Strasse von Basel aus zum Flughafen. Es ist der weltweit einzige binationale Flughafen (betrieben von Basel und Mulhouse, mitbenutzt von Freiburg im Breisgau).

Automobil

Die Stadt Basel ist Knotenpunkt wichtiger Strassenverbindungen nach Deutschland und Frankreich. Aus Luzern bzw. Zürich verbindet die A2 bzw. die A3 die deutsche A 5 Richtung Karlsruhe und die französische A 35 Richtung Mulhouse. Fünf Strassen- und eine Eisenbahnbrücke verbinden die beiden Teile Basels über den Rhein. In Flussrichtung sind das die Schwarzwaldbrücke (Autobahn- und Eisenbahnbrücke), die Wettsteinbrücke, die Mittlere Rheinbrücke, die Johanniterbrücke sowie die doppelstöckige Dreirosenbrücke. Siehe auch: Basler Brücken Insbesondere in Grossbasel durchziehen drei Strassenzüge in konzentrischer Ringform das Stadtgebiet. Viele Strassen in den Quartieren sind im rechtwinkligen Karomuster angeordnet. Der Stadtkern ist weitestgehend als Fussgängerzone vom Autoverkehr befreit.

Nahverkehr - Tram/Bus

Basel ist im Tarifverbund Nordwestschweiz und wird im Nahverkehr durch die Basler Verkehrsbetriebe und den Baselland Transport erschlossen. Eingesetzt werden Trams und Busse. Zur Zeit findet eine Kontroverse über die Abschaffung der Trolleybusse statt; die BVB plant, diese abzuschaffen und sie durch Erdgasbusse zu ersetzen. Eine Volksinitiative wurde eingereicht, sodass in nächster Zeit das Stimmvolk darüber befinden kann. Das Nahverkehrssystem im Baseler Stadtgebiet ist gut konzipiert, die Tramlinien verkehren im Fünf- bis Zehnminutentakt.

Bildung

Basel ist eine humanistisch geprägte Universitätsstadt. Bedeutende Angebote für die höhere Ausbildung:
- Die Universität Basel mit 8720 Studierenden und Doktorierenden (WS 03/04) in verschiedenen Fakultäten (Rechtswissenschaften, Medizin, Geisteswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften, Psychologie). Weitherum bekannt ist unter anderem das Biozentrum der Universität Basel.
- Die Fachhochschule beider Basel mit etwa 2500 Studierenden (Departemente: Industrie, Bau, Wirtschaft, Gestaltung und Kunst)
- Die Hochschule für Pädagogik und Soziale Arbeit beider Basel (HPSA-BB)
- Die Musik-Akademie mit etwa 10'000 Unterrichteten, davon über 400 in der Musikhochschule (2000/2001)
- Die Volkshochschule (Erwachsenenbildung)

Kunst und Kultur

Basel geniesst den Ruf, eine Stadt der Musik und der Museen zu sein. Paul Sacher gründete bereits in den 1930er Jahren die Schola Cantorum Basiliensis, was zum Zentrum der Erforschung und Pflege alter Musik wurde. Das Angebot an Konzerten ist überaus reichhaltig und hochstehend. Die Knabenkantorei Basel (KKB) gilt als bester Knabenchor der Schweiz. Das Musical Theater Basel an der Messe bietet regelmässig Vorführungen an und gilt als eine der modernsten Bühnen Europas. Basel hat viele kleinere und grössere Kinos im gesamten Stadtgebiet verteilt. Die grösste Ansammlung an Kinos findet sich entlang der Steinenvorstadt an der Heuwaage. Viele der Filme werden im Originalton mit Untertitel gezeigt. Über 30 Museen prägen das Kulturleben in Basel. In Basel findet jährlich eine der weltweit bedeutendsten Kunstmessen, die Art Basel, statt.

Archäologie

Die [http://www.archaeobasel.ch/index.php Archäologische Bodenforschung] ist eine kantonale Fachstelle, die sich um das archäologische Erbe des Kantons bemüht. Lebensumstände und Stadtentwicklung

Architektur

Für besondere Verdienste um den Ortsbildschutz erhielt Basel vom Schweizer Heimatschutz im Jahre 1996 den Wakkerpreis. Auf dem Münsterberg erhebt sich das 1019 von den Stiftern Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde geweihte Basler Münster als Denkmal romanischer und gotischer Baukunst in rotem Sandstein. Basel beherbergt viele interessante architektonische Preziosen. Nebst Zeugnissen der frühen Moderne mit Bauten von Karl Moser (Betonkirche St. Antonius 1925-27), Hans Bernoulli, Hannes Meyer oder Hans Schmid, sind in den 80er und 90er Jahren Bauten der Basler Büros Herzog & de Meuron, Diener und Diener oder Morger und Degelo dazugekommen. Auch international bekannte Architekten wie Renzo Piano oder Donald Judd haben in Basel gebaut. Der 105 Meter hohe Messeturm mit 31 Etagen ist das höchste Nutzgebäude der Schweiz. Er wurde von der Architektengemeinschaft Morger & Degelo konzipiert und zwischen Juli 2001 und Oktober 2003 erbaut. Die Grundstückfläche beträgt rund 1230 Quadratmeter Das Gesamtgewicht beträgt circa 50'000 Tonnen. Das höchste Gebäude der Schweiz ist der 250 Meter hohe Fernsehturm auf St. Chrischona bei Basel.

Museen

Basel gilt als eine der europaweit bedeutendsten Museumsstädte. Das Kunstmuseum Basel ragt dabei als die älteste städtische Kunstsammlung der Welt überhaupt heraus. Schwerpunkte des Museums liegen bei Künstlern der Renaissance sowie des 19. und 20. Jahrhunderts. Werke ab etwa 1960 werden im Museum für Gegenwartskunst ausgestellt. Weitere bedeutende Kunstsammlungen sind unter anderem das Tinguely-Museum Basel und die private Fondation Beyeler, die in einem von Renzo Piano entworfenen Haus Bilder und Plastiken vor allem der klassischen Moderne zeigt. Das Schaulager wurde 2003 eröffnet und ist vom Konzept her eine Mischung zwischen öffentlichem Museum, Konservatorium und Kunstforschungsinstitut. Sehenswert sind auch die anderen Museen, wie etwa das Antikenmuseum, das Architekturmuseum, das Naturhistorische Museum und das Museum für Völkerkunde. Daneben gibt es eine Vielzahl kleinerer Sammlungen und Museen, wie beispielsweise die Anatomische Sammlung der Universität, die im Anatomischen Museum zu sehen ist, das Pharmaziehistorische Museum, das Jüdische Museum (Kornhausgasse) oder das Spielzeugmuseum sowie das Puppenmuseum am Barfüsserplatz. Auf deutscher Seite in Weil am Rhein unweit der Grenze befindet sich ausserdem das von Frank O. Gehry entworfene Vitra Design Museum. Tipp für alle Baselbesucher: Städtische Museen gewähren am ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Siehe auch: Die Liste der Basler Museen

Theater und Musik

Basel hat eine Fülle musikalischer Angebote wie kaum eine andere Stadt in der Schweiz. Das Sinfonieorchester Basel gehört zu den renommierteren Orchestern Europas. Daneben haben sich in jüngster Zeit einige spezialisierte Orchester einen Namen gemacht wie Capricio, und das Ensemble Phoenix oder das Kammerorchester Basel[http://www.kammerorchesterbasel.com/], das mit Christopher Hogwood einen reputierten ersten Gastdirigenten hat. Auch die vielen Chöre stehen für eine herausragende Chorkultur in Basel. Bekannt sind vor allem der Basler Gesangsverein und die Knabenkantorei Basel (KKB). Alle drei Jahre findet das Europäischen Jugendchorfestival (EJCF) statt. Als gösstes Mehrspartentheater der deutschsprachigen Theaterlandschaft tat sich das Theater Basel mit vielbeachteten modernen Schauspiel-Inszenierungen, mit Tanztheater, Opernaufführungen und -uraufführungen hervor (Macbeth, Zauberflöte, La Traviata). Basel verfügt über eine Musikakademie mit weltbekannten Unterabteilungen wie Schola Cantorum Basiliensis und Musikhochschule. Auch die Paul-Sacher-Stiftung hat ihren Sitz in Basel. Die Basler Musikszene bringt immer wieder national und international bekannte Bands hervor, z. B. Lovebugs, Cloudride, oder The Glue. Seit 2001 ist das jährliche Festival Imagine fester Bestandteil der regionalen Musikszene, wie auch im Sommer das Stimmenfestival.

Basler Fasnacht

Stimmenfestival Siehe Hauptartikel: Basler Fasnacht Basel ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt für seine Fasnacht. Beginn und zugleich Höhepunkt der Basler Fasnacht ist der Morgestraich, der in der Nacht von Sonntag auf Montag nach Aschermittwoch um vier Uhr beginnt. Aktive beim Morgestraich sind ausschliesslich Trommler, Pfeifer (Piccoloflötenspieler), sowie Vorträbler. Ganz wichtig sind die hell erleuchteten Laternen, die die aktiven Fasnächtler auf ihrem Kopf tragen. Jede Clique (Fasnachtsgesellschaft) hat zudem eine grosse Laterne mit dabei, auf der das Sujet (das Thema), das während der Fasnacht ausgespielt wird, auf künstlerische Art und Weise abgehandelt wird. Die Laternen erzeugen eine ganz spezielle Atmosphäre, da in der Innenstadt während dieser Zeit kein anderes Licht brennt. Blitzfotografie ist ebenfalls unerwünscht. Zur Fasnacht gehören auch die kabarettistischen Schnitzelbänke in Baseldeutscher Sprache. Traditionelle Speise zur Fasnacht ist die Mehlsuppe und die Zwiebelwähe. Nach 72 Stunden endet die Basler Fasnacht am Donnerstag Morgen um vier Uhr.

Gastgewerbe

Basel hat eine Vielzahl geschichtsträchtiger Gastbetriebe und Hotels. Das Hotel Drei Könige, im Grossbasel neben der Mittleren Brücke, ist eines der ältesten verbrieften Hotels Europas, in dem schon zahlreiche Persönlichkeiten der Geschichte abgestiegen sind. Weitere bekannte Lokale sind das Restaurant Atlantis am Klosterberg, die Hasenburg und das Gifthüttli in der Grossbasler Altstadt.

Sport


- Basel war einer von sechs Spielorten der Fussball-Weltmeisterschaft 1954.
- Hier fand die 5. Gymnaestrada 1969 statt.
- Die St. Jakobshalle war 1986 einer der Austragungsorte der Handball-Weltmeisterschaft und ist 2006 einer von fünf Austragungsorten der Handball-Europameisterschaft.
- Das Stadion St. Jakob Park ist einer von acht Austragungsorten der Fussball-Europameisterschaft 2008.
- Basel ist Schauplatz der Swiss Indoors (Tennis).
- Der Ski-Club Basel ist der älteste Skiclub der Schweiz.
- In Basel wurde die UEFA gegründet.
- Basel ist Sitz der International Handball Federation.
- FC Basel: 11x Schweizer Meister im Fussball.
- Herausragende Sportler aus Basel sind oder waren:
  - Murat und Hakan Yakin, Fussballer
  - Marco Streller, Fussballer
  - Alexander Frei, Fussballer
  - Karl Odermatt, ehem. Fussballer
  - Gottfried Dienst, ehem. Fussballschiedsrichter
  - Emil Handschin, ehem. Eishockeyspieler
  - Roger Federer, Tennisspieler
  - Patty Schnyder, Tennisspielerin
  - Gianna Hablützel, Fechterin

Geschichte

Gianna Hablützel] Gianna Hablützel
- ab 500 v. Chr. - Die Kelten lassen sich am Rheinknie nieder
- 44 v. Chr. - Gründung von Augusta Raurica (Kaiseraugst) rund 10 Kilometer rheinaufwärts durch die Römer. Bau eines Kastells auf dem Münsterhügel
- 374 - Der Ortsname Basilia wird erstmals urkundlich erwähnt
- um 450 - Zusammenbruch des Römischen Reiches, die Alemannen siedeln sich in Basel an
- Ende des 5. Jahrhunderts - Basel fällt an die Franken
- 740 - Basel wird Bischofsstadt
- 912 - Basel gehört zu Burgund
- 917 - Zerstörung der Stadt durch die Ungarn
- 1000 - Basel ist freie Reichsstadt
- 1019 - Beginn des Münsterbaus durch Kaiser Heinrich II.
- 1032 - Basel gehört zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation
- 1080 - Bau der ersten Stadtmauer (weitere folgen ca. 1230 und im 14. Jh.
- 1225-1226 - Bau der ersten Basler Rheinbrücke durch den Bischof Heinrich von Thun und Gründung der Stadt Kleinbasel zur Brückensicherung
- 1291 - Gründung der Eidgenossenschaft
- 1348 - die Hälfte der Bevölkerung stirbt während einer Pestepidemie
- 1356 - Basler Erdbeben, das bis heute schwerste Erdbeben Mitteleuropas
- 1392 - Die Bürgerschaft von Grossbasel erwirbt von Bischof Friedrich von Blankenheim die Stadt Kleinbasel für 29.800 Gulden
- 1397 - Juden werden aus der Stadt verbannt
- 14. Jahrhundert - die Stadt befreit sich von der bischöflichen Herrschaft, behält aber den Bischofsstab als Baselstab im Wappen
- 1431-1449 - Konzil von Basel (1439 Wahl von Gegenpapst Felix V.)
- um 1433 Beginn der Papierfabrikation in Basel
- 1440 - Der Basilisk wird zum Wappenhalter des Basler Stadtwappens
- 1444 - Schlacht bei St. Jakob - die Eidgenossen unterliegen dem französisch-österreichischen Heer
- 1460 - Stiftung der Universität durch Papst Pius II., Basel hat damit die älteste Universität der Schweiz; Einführung des Buchdrucks; Neben dem Humanisten Erasmus von Rotterdam weilen auch Paracelsus und Hans Holbein der Jüngere in Basel
- 1471 - Kaiser Friedrich III. verleiht der Stadt das Messeprivileg
- 1499 - Schwaben- bzw. Schweizerkrieg; Basel löst sich vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und wendet sich der Eidgenossenschaft zu
- 1500 - der Bau des Münsters ist vollendet
- 1501 - 13. Juli Basel tritt als 11. Ort der Eidgenossenschaft bei; Bau des Rathauses
- 1529 - Übertritt Basels zur Reformation nach einem Zunftaufstand
- 1543 - in Basel erscheint das erste komplette Lehrbuch der menschlichen Anatomie De Humanis Corporis Fabrica (Über den Bau des menschlichen Körpers) von Andreas Vesalius (1514 - 1564)
- 1563-1564 - Pest, "Grosser Sterbendt" (ca. 4'000 Tote auf 12'000 Einwohner)
- 1576-1578 - Pest, (ca. 800 Tote)
- 1582-1583 - Pest, (ca. 1'200 Tote)
- 1589 - Gründung des Gymnasiums oder der lateinischen Stadtschule (heute: Gymnasium am Münsterplatz
- 1593-1594 - Pest, (ca. 900 Tote)
- 1609-1611 - grosse Pestepidemie, (ca. 3'600 Tote)
- 1662 - Ankauf der Amerbachschen Kunstkabinetts, Grundstock des heutigen Kunstmuseums
- 1758 - Gründung des Handelshauses Johann Rudolf Geigy
- 1795 - der Frieden von Basel beendet den Krieg zwischen Frankreich, Spanien und Preussen
- 1815 - der Wiener Kongress anerkennt die ewige bewaffnete Neutralität der Schweiz; der Jura wechselt vom Basler Bischof zum Kanton Bern
- 1833 - Landgemeinden wehren sich gegen die Dominanz der Stadt und konstituieren sich als eigener Halbkanton Baselland
- 1844 - Erster Bahnverkehr in der Schweiz in Basel
- 1849 - Bau der Museen an der Augustinergasse
- 1860 - die Stadtmauern werden geschleift; nur einige der grösseren Tore wie das Spalentor bleiben erhalten
- 1897 - 26. - 29. August Theodor Herzl organisiert den 1. Zionistischen Weltkongress in Basel. Auf dem Kongress wurde die "Schaffung einer öffentlich und gesetzlich gesicherten Heimat für das jüdische Volk in Palästina" beschlossen. Zu diesem Zweck wurde ein Fonds und eine jüdische Bank gegründet. (siehe auch: [http://www.lgd.de/projekt/judentum/herzl.htm])
- 1901 - Renovation und Neuanbau des Rathauses
- 1953 - Einweihung des ersten binationalen Flughafens der Welt: Basel-Mülhausen
- 1960 - Basel feiert seine zweitausendjährige Stadtgeschichte
- 1963 - Gründung der Regio Basiliensis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
- 1966 - Frauen erhalten das kantonale Stimmrecht
- 1969 - die Wiedervereinigung von Basel-Stadt und Baselland scheitert am Nein der Stimmberechtigten in Baselland
- 1986 - Chemieunglück am 1. November bei Schweizerhalle
- 1989 - Das Basler Übereinkommen zur Kontrolle der grenzüberschreitenden Abfallwirtschaft wird in Basel zur Unterschriftreife gebracht.
- 1993 - der Flughafen Basel-Mulhouse wird zum trinationalen Flughafen Basel Mulhouse Freiburg
- 1990er - Fusion von Sandoz und Ciba-Geigy zu Novartis, sowie des Schweizerischen Bankvereins (SBV) und der Schweizerischen Bankgesellschaft zur UBS; die Biotechnologie hält Einzug
- 2001 - Basel-Stadt und Baselland feiern 500 Jahre Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft
- 2004 - Basel wird rotgrün. Erstmals seit 1950 gibt es wieder eine linke Regierungsmehrheit.

Persönlichkeiten


- Lucius Munatius Plancus (87 v. Chr.-15 v. Chr.), legendärer Stadtgründer
- Burkhard von Fenis (um 1040-1107), Bischof von Basel
- Konrad von Würzburg (zwischen 1220 und 30-1287), einer der zwölf Meister des Meistersanges
- Johann Froben (um 1460-1527), Buchdrucker und Verleger
- Hans Holbein der Ältere (1465-1524), Maler
- Erasmus von Rotterdam (1469-1536), Humanist
- Pamphilus Gengenbach, (um 1480-1524/25), Buchdrucker und Schriftsteller
- Johannes Oekolampad (1482-1531), Reformator von Basel
- Paracelsus (1493-1541), Naturforscher und Philosoph, 1527-1528 Stadtarzt in Basel
- Hans Holbein der Jüngere (1497-1543), Maler
- Theodor Zwinger (1533-1588), Gelehrter, Kritiker von Paracelsus, in Basel geboren und Mitglied der medizinischen Fakultät in Basel
- Caspar Bauhin (1560-1624), Botaniker und Universitätsprofessor, siehe auch die Familie Bauhin.
- Felix Platter (1536-1617), Arzt und Schriftsteller
- Thomas Platter (1574-1628), Arzt und Schriftsteller
- Johann Rudolf Wettstein (1594-1666), Basler Bürgermeister, verhandelte 1648 beim Westfälischen Frieden für die Eidgenossenschaft
- Johann Bernoulli (1667-1748), Mathematiker (Bruder von Jakob Bernoulli und Vater von Daniel Bernoulli)
- Jakob Bernoulli (1654-1705), Mathematiker und Physiker
- Daniel Bernoulli (1700-1782), Mathematiker, lehrte an der Universität Basel
- Leonhard Euler (1707-1783), Mathematiker
- Jacob Burckhardt, Philosoph, Mathematiker und Historiker, lehrte an der Universität Basel
- Peter Ochs, arbeitete 1798 an der helvetischen Verfassung mit
- Christoph Merian, Grossgrundbesitzer und Initiant der Christoph Merian Stiftung
- Arnold Böcklin (1827-1901), Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer, geboren in Basel
- Friedrich Nietzsche (1844-1900) deutscher Philosoph, lehrte von 1869 bis 1879 an der Universität Basel
- Heinrich Altherr (1878-1947), Maler
- Karl Barth (1886-1968), Theologe
- Paul Sacher (1906-1999), Dirigent und Kulturmäzen
- Alfred Rasser (1907-1977), Kabarettist und Schauspieler
- Max Kämpf, (1912-1982), Künstler, Maler und Zeichner
- Arthur Cohn (
- 1927), Filmproduzent und Gewinner von 6 Oscars
- Hans Rémond (
- 1932), Künstler
- Urs Widmer (
- 1938), Schriftsteller
- Beat Raaflaub (
- 1946), Dirigent
- -minu (
- 1947), Kolumnist
- Michael Koch (
- 1982), Schauspieler Siehe auch: Basler Persönlichkeiten, Söhne und Töchter von Basel

Siehe auch


- Baseldeutsch
- Basler Läckerli
- Basler Dybli
- Universität Basel

Weblinks


- [http://www.basel.ch/ Offizielle Website der Stadt Basel]
- [http://www.geo-bs.ch/stadtplan_stadtplan_karte.cfm?&Zoom=2000 Interaktiver Stadtplan von Basel]
- [http://www.mybasel.ch/ My Basel - Umfangreiche und aktuelle Stadtinformationen]
- [http://www.museenbasel.ch/ Museen - Museen und Ausstellungen in Basel und Umgebung]
- [http://www.baseltourismus.ch/ Basel Tourismus - Offizielle Website von Basel Tourismus]
- [http://www.altbasel.ch/ Website über die Geschichte Basels]
- [http://www.faehri.ch/ Website der vier Basler Rheinfähren, einzigartige Tourismusattraktion der Stadt] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Basel-Stadt Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Hauptort eines Kantons (Schweiz) Kategorie:Reichsstadt als:Basel ja:バーゼル

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Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Knut der Große, König von England, wird nach dem Tod seines Bruders Harald II. König von Dänemark

Geboren


-

Gestorben


- 28. Juni - Heimerad, deutscher Priester und Einsiedler (
- ?) ko:1019년

Romanik

Der Begriff Romanik (romanischer Stil, früher auch byzantinischer Stil, Rundbogenstil, vorgotischer Stil, lombardischer Stil) beschreibt eine kunstgeschichtliche Epoche von etwa 1000 bis 1200, vielerorts werden jedoch romanische Stilprinzipien bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts beibehalten. Die romanische Kunst ist überall in Europa sowie in Westasien und Nordafrika nachzuweisen.

Stilprinzipien

Typisch für die romanische Baukunst sind Rundbögen, dicke, festungsartige Mauern (besonders im Westwerk) mit kleinen Fenstern sowie Würfelkapitelle auf den Säulen. In frühromanischer Zeit finden sich flache Kassettendecken, später dann Kreuzgratgewölbe. Der romanische Kirchenbau wird bestimmt durch die Einführung der Überwölbung großer Raumweiten. Die Skulpturen und Malereien zeigen oftmals drastische Motive. Der Romanik voraus gingen die vorromanischen Epochen der merowingischen, karolingischen und ottonischen Kunst, deren Baudenkmäler noch gedrungener und archaischer als die der Romanik sind, sich in ihren Elementen jedoch sehr ähneln. Es sind jedoch nur sehr wenige Bauwerke aus diesen frühen Zeiten auf uns gekommen, so dass generelle Aussagen nur unter Vorbehalt möglich sind; eine Ausnahme bildet beispielsweise das Aachener Münster. Der Übergang von der Vorromanik zur Romanik wird für Frankreich um 1000, für Deutschland um 1020/30 (Hildesheimer Michaeliskirche ab 1010, Dom zu Speyer ab 1025, Klosterkirche Limburg a.d. Haardt ab 1025) angesetzt. In Polen hingegen mit der Krönung von Kasimir I. dem Erneuerer im Jahre 1038. Die Romanik in Deutschland lässt sich in Früh-, Hoch- und Spätromanik einteilen.

Stilphasen

Kasimir I.

Frühromanik (10241080)

Die vorhandenen ökonomischen und technischen Voraussetzungen usw. sowie weltweite Anregungen ermöglichten enorme Leistungen in der Baukunst. Die größte Kirche war die Abtei von Cluny. Sie bestand aus fünfschiffigen, gewölbten Basiliken, zwei Ostquerhäusern und einem Chor mit Umgang und Kapellenkranz. Die größte Kirche der salischen Kaiser war der Dom zu Speyer, der Höhepunkt der Frühromanik; der Dom diente zugleich als Grablege der Kaiser. Sie bestand aus einem Mittelschiffgewölbe, aus der ältesten durchgehend mit Kreuzgewölbe überdeckten Basilika und aus der größten Krypta. Zur Frühromanik kann man aber auch schon den Mainzer Dom zählen, der zwar schon 975 begonnen wurde, jedoch als erster großer Kirchenbau jenseits der Alpen gilt. Seine Maße dienten Domen wie Speyer und Worms als Vorbild. Zudem brannte der Dom schon 1009 größtenteils ab und musste im Wesentlichen neu errichtet werden.

Hochromanik (1080-1190)

In der Hochromanik spielte Bauschmuck eine große Rolle. Hinzu kamen mehr und mehr freistehende figürliche Bildwerke, die oft aus Holz (Triumphkreuze, Madonnenfiguren, Lettnerfiguren), aber auch aus Bronze (Braunschweiger Löwe, Wolframleuchter in Erfurt) gearbeitet wurden. Italienische Einflüsse sind wahrscheinlich, so zunächst wohl bei der Quedlinburger Stiftskirche mit ihrem vielfältigen bauplastischen Schmuck. Kennzeichen der Hochromanik ist auch die Einführung des Großgewölbebaus, der erstmals beim Speyerer Dom verwirklicht werden konnte, als dieser um 1100 umgebaut wurde. Eine bildnerische Prachtentfaltung ist danach z.B. bei der Klosterkirche in Königslutter festzustellen; in einem teilweise engen Zusammenhang stehen Bauten z.B. in Hildesheim (St. Godehard; Michaeliskirche, Langhaus und Kreuzgang), Goslar, Braunschweiger Dom, Magdeburg und Halberstadt. Braunschweiger Dom

Spätromanik (11901235)

Jede kleine Stadt besaß Kirchen mit kreuzförmigen, dreischiffigen Basiliken. Die Spätromanik zeichnet die Vielseitigkeit von Baukörpern und Innenräumen aus, die mit Zierfreude und den Einzelheiten gebaut wurden. Doppelturmfassaden entwickelten sich meist in Verbindung mit prächtig ausgebildeten Vierungstürmen weiter. Die Romanik wurde in Frankreich um 1140 (St. Denis), in England 1175 (Canterbury) und in Deutschland um 1235 (Elisabethkirche in Marburg, Liebfrauenkirche in Trier) durch die Gotik abgelöst.

Profanbauten

Aus der Romanik sind auch die ältesten Profanbauten erhalten (Wohnhäuser in Cluny, das Overstolzenhaus in der Rheingasse 8 in Köln, Dreikönigenhaus in Trier), ebenso Pfalzen und Burgen.

Herkunft des Begriffs

Die Bezeichnung romanesque wurde um 1820 von französischen Gelehrten für den Rundbogenstil eingeführt. Der Begriff wurde gewählt unter Hinweis auf die Verwandtschaft zur römischen Architektur, von der Rundbogen, Pfeiler, Säulen und Gewölbebau übernommen waren.

Neuromanik

Romanische Bauwerke (insbesondere Kirchen) wurden um 1850 gerne nachgebaut bzw. stilrein erneuert (Dom zu Speyer); dabei wurden oftmals originale Barockausstattungen beseitigt (z.B. St. Michael in Hildesheim). Diesen Baustil nennt man neuromanisch (siehe auch Historismus).

Bedeutende romanische Baudenkmäler

In Deutschland


- Die Michaeliskirche in Hildesheim (Übergang zur Romanik)
- Kaiserpfalz Goslar
- sog. Goslarer Dom (Domvorhalle; s. Kaiserpfalz Goslar)
- Teile des Mainzer Doms
- Teile des Magdeburger Doms
- Hundisburg in Sachsen-Anhalt
- St. Servatii, ehem. Stiftskirche in Quedlinburg
- Teile des Naumburger Doms in Naumburg (Saale)
- Teile der Schlosskirche (Dom) in Zeitz
- Der Dom zu Speyer
- Die Klosterruine Limburg an der Haardt bei Bad Dürkheim (Kloster zum heiligen Kreuz)
- Zwölf große romanische Kirchen in Köln zum Beispiel St. Maria im Kapitol, Groß St. Martin
- Der Dom zu Worms
- Der sog. Braunschweiger Dom
- Der sog. Dom zu Königslutter
- Das Kloster Loccum
- Die Abtei Maria Laach
- Der Bamberger Dom
- Das Quirinus-Münster Neuss
- Der St. Patrokli-Dom zu Soest
- Die Klosterkirche Lippoldsberg (http://www.klosterkirche.de/kirche/index.php)
- Die Allerheiligenkapelle im Domkreuzgang des Regensburger Doms
- Die Stiftskirche in Frose (http://www.stiftskirche-frose.de)
- Der Limburger Dom in Limburg a.d. Lahn
- Die Basilika Hl. Kreuz (Kloster Wechselburg) in Wechselburg (Sachsen)
- Beschreibung von 17 romanischen Dorfkirchen im nördlichen Waldecker Land mit Hintergrundinformationen (http://www.landkirchen-waldeck.de)

In Frankreich


- Aquitanien-Pyrenäen
  - Die Abtei Saint Pierre in Moissac (http://architecture.reli3.free.fr/moissac.htm)
- Auvergne (http://www.art-roman.net/auvergne/auvergne.htm)
  - Die Basilika St. Julien in Brioude (teilweise) (http://www.brioude.com/basilique.html)
  - Die Kirche Saint Austremoine in Issoire (http://www.art-roman.net/issoire/issoire.htm)
  - Das Kloster in Lavaudieu (http://perso.wanadoo.fr/revue.shakti/lavaud.htm http://www.art-roman.net/lavaudieu/lavaudieu.htm)
  - Die Kirche in Saint-Nectaire
  - Die Kirche in Saint-Saturnin
  - Die Kirche in Lanobre
  - Die Kirche Notre-Dame in Orcival
  - Die Kirche Notre-Dame du Port in Clermont-Ferrand (http://www.art-roman.net/ndport/ndport.htm)
  - Die Kirche in Ydes
- Burgund (http://www.art-roman.net/bourgogne/bourgogne.htm)
  - Die Kathedrale Saint-Lazare d'Autun
  - Saint-Martin-de-Chapaize
  - Die Kirche Notre-Dame in La Charité sur Loire (teilweise) (http://fsc.cluny.free.fr/sites/charite1.htm)
  - Die Abtei Cluny, ergraben, wertvolle Skulpturen sind erhalten.
  - Die Abtei von Fontenay
  - Die Kirche Sacré-Coeur in Paray-le-Monial
  - Die Kirche St. Patrice in St. Parize le Châtel (http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/04/index-parize.html)
  - Die Kirche Saint-Philibert in Tournus
  - Die Basilika Sainte-Marie-Madeleine in Vézelay (http://www.art-roman.net/vezelay/vezelay.htm)
- Loiretal
  - Die Kirche in Fontevrault (http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/fontevrault_%E9glise-08-02/t/index.html)
  - Die Kirche in St. Benoît-sur-Loire: (http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/st-benoit/st_benoit.html)
- Midi-Pyrenées
  - Das Zisterzienserkloster in Fontfroid
- Poitou-Charentes
  - Die Kirche Saint Pierre in Aulnay (http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/aulnay/index.html)

In Italien


- Der Dom zu Modena
- Basilika Sant’Abbondio in Como
- Der Dom von Pisa mit dem zugehörigen Baptisterium. Auch der dazugehörige schiefe Turm wurde während der Romanik begonnen.
- Die Basilika des heiligen Antonius in Padua
- Das Baptisterium von Parma
- Der normannische Dom von Cefalù Cefalù

In Österreich


- Der Dom zu Gurk
- Teile des Stift Heiligenkreuz
- Der Karner von St. Othmar in Mödling
- Die Ruprechtskirche in Wien
- Die Benidiktinerabtei in St. Paul im Lavanttal
- Die Stadtpfarrkirche in Friesach

In Polen


- Wawelkathedrale und Marienrotunde in Krakau
- Norbertanerinnenkloster in Krakau
- Die Andreaskirche in Krakau
- Benediktinerkloser in Tyniec bei Krakau
- Benediktinerkloser in Mogilno
- Dom in Plotzk
- Marienrotunde in Teschen
- Der zweite Dom in Gnesen
- Norbertanerkloster in Strzelno
- Kollegiate in Wiślica
- Zisterienserkloster in Wąchock Wąchock

In Schweden


- Der Dom zu Lund

In der Schweiz


- Das Basler Münster (teilweise)
- Das Fraumünster und das Grossmünster in Zürich (beide teilweise)
- Die Kathedrale in Chur
- Das Kloster Romainmôtier
- Die Abtei bzw. die Abteikirche in Payerne
- Schloss Chillon am Genfersee
- Die Kirche von Amsoldingen am Thunersee

In Spanien


- Bauten am Pilgerweg nach Santiago de Compostela.

Touristische Erschließung

Straße der Romanik

Die Straße der Romanik ist eine Ferienstraße, die seit 1993 in Sachsen-Anhalt besteht. Sie ist 1000 km lang und umfasst 72 Bauwerke wie Kirchen, Pfalzen, Burgen und Dome.

Straße der Piasten

Die Straße der Piasten ist eine Ferienstraße in Großpolen, Polen. Sie umfasst die vorromanischen, romanischen und frühgotischen Bauwerke, die in dem Kerngebiet der Polanen vom 10. bis zum 13. Jahrhundert entstanden sind.

Weblinks


- [http://www.romanikstrasse.de/ Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt, touristische Ausrichtung mit Basisinformationen]
- [http://www.romanische-kirchen-koeln.de/ Besuch in den zwölf romanischen Kirchen Kölns]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanik/ Romanik in Frankreich]
- [http://www.romanica.de/ Schülerprojekt zur Romanik]
- [http://www.romanik.de/ Romanik im Landkreis Helmstedt, in Ostfalen und Europa]
- [http://www.semmler24.de/kirchen/ Romanische Dorfkirchen im nördlichen Waldecker Land]
- [http://www.ndrom.de/ Nebenstraßen der Romanik in der Altmark und im Havelwinkel] ! Kategorie:Kunststil Kategorie:Mittelalter ja:ロマネスク建築

Gotik

] ] Die Gotik ist eine Stilepoche der europäischen Kunst des Mittelalters. Sie entstand um 1140 in der Île-de-France (Gegend von Paris) und währte nördlich der Alpen bis etwa 1500. Der zuvor vorherrschende Bau- und Kunststil ist als Romanik, der nachfolgende als Renaissance bekannt. Der gotische Stil ist nur in der Architektur genau abzugrenzen, während dies auf den Gebieten der Plastik und Malerei nicht in gleicher Klarheit möglich ist. Die Gotik war eine Epoche der Verbildlichung der christlichen Ideenwelt und bediente sich dabei in grossem Umfang der Symbolik und Allegorie. Herausragende Kunstschöpfung ist die gotische Kathedrale, das Gesamtkunstwerk des Mittelalters, Architektur, Plastik und (Glas-)Malerei vereinend. In der Architektur unterscheidet man weiterhin Früh-, Hoch- und Spätgotik, die in den verschiedenen europäischen Landschaften unterschiedlich schnell übernommen wurden. Die Bezeichnung "Gotik" (v. ital. gotico fremdartig, barbarisch (ursprünglich ein Schimpfwort), abgeleitet von der Bezeichnung des Germanenstammes der Goten) wurde geprägt in der Renaissance vom italienischen Kunsttheoretiker Giorgio Vasari, seine Geringschätzung der mittelalterlichen Kunst gegenüber dem "goldenen Zeitalter" der Antike ausdrückend. Auch wenn die Bewertung Vasaris heute nicht geteilt wird - er hat der Epoche seinen Namen aufgedrückt.

Baukunst

Entstehung des Stils in Frankreich

Antike] Der Chorneubau der Klosterkirche von Saint-Denis, der vom königlichen Kanzler und Abt Suger erbaut wurde, gilt als Initialbau der Gotik. Hier wurde erstmals der burgundische Spitzbogen (Beispiel: Cluny) mit dem normannischen Kreuzrippengewölbe (Beispiel: St-Étienne in Caen, Gewölbe ab 1120) kombiniert und die Gewölbelasten auf Strebepfeiler abgeleitet. Dadurch konnte auf die bisher vorherrschende massive Wand als statisches Element verzichtet werden. Die dadurch mögliche Reduzierung der Wandfläche zugunsten von Fenstern ermöglichte der Kirche nicht nur ein grazileres Aussehen als die romanischen "Gottesburgen", sie war auch viel lichtdurchfluteter. Wirtschaftliche Grundlage für die Gotik war das Erstarken des französischen Königtums im 12. Jh. auf Kosten des niederen Adels (siehe auch: Geschichte Frankreichs). Der Neubau von Saint-Denis, der königlichen Grablege, ist die architektonische Formulierung eines sehr umfassenden Herrschaftsanspruchs gegenüber den Baronen, aber auch gegenüber seinem ärgsten Widersacher, dem König von England: Die Fassade von Saint-Denis, gleichzeitig Triumphbogen und Burg, ist quasi die Wiedererschaffung des karolingischen Westwerks. Die Fassade entstand unmittelbar vor dem Chor und ist noch nicht ganz als "gotisch" einzuordnen, während sie sich schon von den Formen der Romanik gelöst hat. Vorbedingung für die Entwicklung der die gotische Architektur ermöglichenden Baukunst war die Entwicklung der Produktivkräfte (Technik, Arbeitsfertigkeit und -organisation) im Umfeld der aufblühenden, durch den König geförderten Bürgerstädte. Erfolgsrezept für die weitere Entwicklung des Stils war, dass jeder Großbau das vor ihm Erreichte zusammenfasste und zugleich Grundlage für die Nachfolgebauten wurde. Die Kathedralen von Sens, Senlis, Noyon, Paris und Laon waren wichtige Stationen auf dem Weg zur Reife (Hochgotik), die bereits Anfang des 13. Jh in Chartres, Soissons, Reims und Amiens erreicht war. Von dort aus breitete sich der Stil durch international arbeitende Baumeister in ganz Europa aus. Bild:Paris-notre-dame-facade.jpg|Notre-Dame de Paris Bild:Cathedral of Laon (FR-02000).jpg|Kathedrale in Laon Bild:Cathedral Notre-Dame de Reims, France.jpg|Notre-Dame de Reims Image:FacadeCathedraleChartresFrance041130.jpg|Notre-Dame_de_Chartres

Grundlagen der gotischen Architektur