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Bass (Instrument)Als Bass-Instrument wird ein Musikinstrument bezeichnet, wenn es
- allgemein in einer tiefen Lage klingt
- oder aber das tiefste Exemplar einer Instrumentenfamilie darstellt, wie zum Beispiel Bass-Posaune, Bass-Gitarre oder Bass-Flöte.
Ist nur von Bass als Instrument die Rede, so ist in der klassischen Musik sowie im Jazz meistens der Kontrabass, in der Pop- und Rockmusik dagegen der E-Bass (elektrische Bassgitarre) gemeint.
Bassisten sind dem entsprechend im instrumentalen Bereich jene Musiker, die den akustischen Kontrabass oder E-Bass spielen. Während die Bedeutung der Bassisten sich in der Klassik meist auf die Erzeugung der harmonischen Grundlage konzentriert, ist der Bassist in den Bereichen Jazz sowie Pop- und Rockmusik neben der tragenden Rolle innerhalb der Rhythmusgruppe auch solistisch tätig.
Kategorie:Musikinstrument
MusikinstrumentEin Musikinstrument ist ein Gegenstand, der mit dem Ziel konstruiert oder verändert wurde, Musik zu erzeugen. Im Prinzip kann jeder Gegenstand, der Töne oder auch nur Geräusche hervorbringt, als Musikinstrument dienen, jedoch wird der Ausdruck normalerweise nur für solche Gegenstände verwendet, die zu diesem Zweck hergestellt oder verändert wurden.
Klassifikation
Es gibt viele verschiedene Versuche, die Vielfalt der Musikinstrumente in Gruppen einzuteilen. Bei praktisch allen Klassifikationssystemen zeigen sich Vor- und Nachteile sowie mehr oder weniger zahlreiche Ausnahmen.
Klassifikation nach Art der Tonerzeugung
- Chordophone (Saiteninstrumente / Tonerzeugung durch Saiten)
- Streichinstrumente wie die Geige
- Zupfinstrumente wie die Gitarre
- Aerophone ("Luftklinger" / Tonerzeugung durch Luftstrom)
- Blasinstrumente
- Blechblasinstrumente
- Holzblasinstrumente
- Tasten-Aerophone:
- Orgel
- Harmonium,
- Handzuginstrumente (Akkordeon und verwandte Instrumente)
- Membranophone ("Fellklinger" / Tonerzeugung durch schwingendes Fell)
- Idiophone ("Selbstklinger" / Tonerzeugung durch Klingen des gesamten Instruments)
- Elektrophone (Elektronische Instrumente)
Innerhalb dieses Schemas sind Mischformen möglich.
Im 1914 veröffentlichten Klassifikationsschema von Curt Sachs und Erich von Hornbostel werden die Instrumente ähnlich unterteilt.
Klassifikation nach Benutzung durch den Spieler
- Blasinstrumente
- Streichinstrumente
- Zupfinstrumente
- Schlaginstrumente
- Tasteninstrumente
weitere Klassifikationen
- nach geographisch-kultureller Herkunft
- nach Bestimmung (Konzert-, Übe-, Kinder-, Spielzeuginstrumente, Harmonieinstrument, Lärm-, Rhythmus- oder Effektinstrument)
- nach Musikrichtung (klassische, Popmusik-, Volksmusikinstrumente)
Siehe auch Liste der Musikinstrumente
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ja:楽器
ko:악기
simple:Musical instrument
Gitarre
Die Gitarre (griechisch κιθάρα, ursprünglich die Kithara, ein leierartiges Instrument) ist ein Musikinstrument, hinsichtlich der Tonerzeugung ein Saiteninstrument, von der Spieltechnik her ein Zupfinstrument.
Es kann grundsätzlich zwischen akustischen und elektrischen Gitarren unterschieden werden.
Stimmung und Tonumfang
Die sechs verschieden dicken Saiten der traditionellen Gitarre sind meistens auf E - A - d - g - h - e’ gestimmt (Standardstimmung). Jede Saite klingt somit eine Quarte, das heißt fünf Halbtöne, höher als die darunter liegende. Eine Ausnahme ist lediglich die h-Saite, die eine große Terz und damit vier Halbtöne höher als die darunter liegende g-Saite klingt. Es gibt verschiedene Merksprüche für die Standardstimmung:
- Ein Anfänger Der Gitarre Hat Eifer
- Eine Alte Dumme Gans Hat Eier
- Eine Alte Dame Ging Hering Essen
- Eine Alte Dame Ging Heute Einkaufen
- Eine Alte Deutsche Gitarre Hält Ewig
- Ein Alter Dackel Ging Honig Essen
Diese Stimmung ist erst seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebräuchlich. Gelegentlich werden auch eine oder mehrere Saiten der Gitarre
auf andere Töne gestimmt. Eine solche veränderte Stimmung nennt man Skordatur. Häufige Skordaturen in der klassischen Gitarremusik sind
D - A - d - g - h - e’ oder seltener D - G - d - g - h - e’. Um Renaissancelautenmusik auf der Gitarre zu spielen wird oft die Skordatur E - A - d - fis - h - e’ verwendet, da so die Intervalle zwischen den Saiten
dieselben sind wie zwischen den ersten sechs Chören der Renaissancelaute.
Daneben werden in der nichtklassischen Musik Skordaturen verwendet, bei denen die leeren Saiten einen einfachen Akkord ergeben. Solche Skordaturen werden offene Stimmungen (open tunings) genannt. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Stück Das Loch in der Banane von Klaus Weiland. Durch das Mitschwingen der leeren Saiten erhält die Gitarre einen volleren Klang. Wichtige offene Stimmungen sind:
- Offene D-Stimmung, (D - A - d - fis - a - d’)
- Offene G-Stimmung, (D - G - d - g - h - d’)
Die Stimmung D - A - d - g - h - e’ wird als Dropped D-Stimmung manchmal auch zu den offenen Stimmungen gezählt, obwohl die leeren Saiten
keinen einfachen Akkord ergeben.
Weit seltener als sechssaitige sind Gitarren mit 7, 8 oder 10 Saiten. Die recht häufige 12-saitige Gitarre besitzt zum herkömmlichen EADGHE-Saitensatz sechs Saitenpaare. Die vier tiefen Saiten (E, A, D und G) werden um höhergestimmte Oktavsaiten und die zwei hohen Saiten (H und E) um gleich gestimmte Saiten ergänzt. Die so entstehenden, jeweils eng nebeneinander liegenden Saitenpaare werden zusammen gegriffen bzw. angeschlagen. So wird ein volleres Klangbild als bei der Sechssaitigen Gitarre erzielt.
Notation
Noten für Gitarre werden im oktavierten Violinschlüssel notiert, erklingen also eine Oktave tiefer. Um Musikstücke schriftlich festzuhalten und zu lesen, wird auch heute noch neben der Notendarstellung die Darstellung in Tabulatur benutzt - jedoch im wesentlichen für Musik aus den Bereichen Rock, Pop und Folk.
Geschichte
Instrumente wie die Gitarre waren bereits vor 5.000 Jahren sehr populär. Ägyptische Zeichnungen zeigen Frauen, die Instrumente wie eine Gitarre aus der Zeit der Pharaonen spielen. Der Name Gitarre allerdings geht auf die Kithara, ein leierähnliches Instrument der griechischen Antike zurück. Davon leitete sich später das arabische Wort qitara ab, welches ein Instrument bezeichnete, das im 10. Jahrhundert von den Mauren nach Spanien gebracht wurde.
Die spanische Vihuela aus der Renaissance ist die Vorform der heutigen Gitarre. Sie hat einen schmalen Korpus und eine Wirbelplatte.
Frühgeschichte
Wann und wo zum ersten mal auf einer Vorgängerin der Gitarre gespielt wurde, ist ungewiss. Abbildungen aus Mesopotamien und Ägypten von Saiteninstrumenten mit einem Hals, sowie einem Resonanzkörper weisen jedoch auf einen Ursprung in den frühen Hochkulturen hin.
Auch die Griechen spielten auf Saiten-Instrumenten, jedoch eines anderen Typs, den so genannten Jochlauten. Diese bestanden aus einem Schallkörper, der nach oben in zwei seitliche Arme auslief, welche mit einem Querholz verbunden waren. In den so gebildeten Rahmen wurden die Saiten gespannt. Eines dieser Jochlauten-Instrumente wurde damals als „Kithara“ (κιθάρα) bezeichnet, die etymologische Herkunft ist bis heute leider ungewiss.
Das Leierinstrument erfreute sich, nach der Eroberung Griechenlands von dort importiert, im römischen Reich großer Beliebtheit. Aber auch Saiteninstrumente mit Resonanzkasten und Hals waren in Gebrauch und machten sogar einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung. Der ursprünglich längs über den gesamten Resonanzkörper hinweg gehende Hals wurde nämlich stattdessen an den Körper angesetzt, wie es bei heutigen Gitarren auch noch der Fall ist. Diese Instrumente wurden hauptsächlich von der Unterschicht gespielt, also auch den Soldaten, welche das Instrument während der Punischen Kriege (264-146 vor Christus) nach Spanien brachten. Hier grenzt sich der Begriff „Kithara“ jedoch von seiner griechischen Bedeutung ab und bezieht sich von nun an nicht mehr auf die ursprüngliche Jochlaute.
Mittelalter
Durch den Einfluss des Christentums änderten sich auch die Anforderungen an die Instrumente. Besonders die Entstehung der Mehrstimmigkeit forderte eine Weiterentwicklung der Bauform. Der Resonanzkörper wurde nun vorwiegend aus Brettchen zusammen geleimt und die Seitenteile nach außen gebogen, um dem Druck, der durch den angesetzten Hals ausgeübt wurde, standhalten zu können. Außerdem hatten die Instrumente keinen bauchigen Körper mehr, sondern einen zunehmend flachen, wie wir es von den heutigen Gitarren her kennen.
Zwar waren diese Instrumente auch im übrigen Europa bekannt, doch hauptsächlich wurden sie in Spanien verwendet. Seit dem Jahr 711 herrschten dort die Mauren, welche aus ihrer Heimat ein bereits voll ausgereiftes Instrument, die Laute, mitbrachten. Von dieser übernahmen die Gitarrenbauer einige wenige, aber dennoch bedeutsame Details, wie etwa die Bünde am Hals, welche maßgebend für die Stimmung waren.
Neben der Gitarre gab es dort ein verwandtes Instrument, die „Vihuela“. Sie wurde als edlere Variante, der vierchörigen, meist von der Unterschicht gespielten, Gitarre, angesehen. Den einzigen wesentlichen Unterschied stellte die Besaitung dar: Eine „Vihuela“ hatte meist sechs oder mehr Chöre und war dadurch schwerer zu spielen.
Renaissance, Barock und Romantik
Die Musik dieser Zeit, dem 17. Jahrhundert ist uns in Form von Tabulaturen überliefert, nach denen, neben einigen damals sehr berühmten Berufsmusikern, auch viele Laien spielen konnten. Als jedoch in der Barockzeit die Musik akkordlastiger wurde, schaffte nur die „Guitarra“ die nötigen baulichen Anpassungen. Deren feinere Variante, die Vihuela, starb aus. Auch diese Entwicklung vollzog sich auf spanischem Boden, mit geprägt durch Gaspar Sanz und seine Gitarrenschule („Instrucción de música sobre la guitarra española“), und so wurde die Gitarre mit der Zeit als „Guitarra española“ – nun fünfchörig – bezeichnet.
Mit dem Fortschreiten des 17. Jahrhunderts tendierte die Spielweise wieder vom „rasgueando“, dem Schlagen von Akkorden, zum kontrapunktischem Spiel, dem „punteando“, bis ein endgültiger Bruch schließlich in die Frühklassik mündete. Während dieser Zeit änderte sich die Besaitung der Gitarre ständig, da nun die Melodie, als tragendes Element, in den Vordergrund trat und viel experimentiert wurde, um neue Erfahrungen zu gewinnen.
Auf diese Weise wandelte sich die fünfchörige Barockgitarre letztendlich zur sechssaitigen Gitarre des 19. Jahrhunderts, mit einer robusteren und, hinsichtlich der vielen Verzierungen der Barockgitarren, funktionaleren Bauweise. Klanglich war der Einbau von Resonanzleisten am prägnantesten, welche die Schwingungen auf den gesamten Körper übertrugen, sodass die Töne lauter wurden.
Spätgeschichte
Ihre klassische Epoche durchlebte die Gitarre hauptsächlich im deutschsprachigen (Wien) und französischsprachigen (Paris) Raum. Die Hauptkomponisten für das Instrument waren neben anderen in Paris Fernando Sor (1778 -1839), Dionisio Aguado (1784 - 1849) und Napoléon Coste (1805 - 1883) sowie in Wien Mauro Giuliani(1781 - 1828) und Johann Kaspar Mertz (1806 - 1856). Schon in der Romantik führen jedoch einige Entwicklungen wieder nach Spanien. Der Gitarrist Francisco Tárrega (1852 – 1909) schlug dort mit seinen bis heute üblichen Griff- und Anschlagtechniken neue Wege ein. Zur gleichen Zeit vervollkommnete der Gitarrenbauer Antonio Torres (1817 – 1892) die Gitarre in Form und Abmessungen, Anordnung der Resonanzleisten und mechanischen Details.
Zwar gab es im 20. Jahrhundert, auch bedingt durch elektronische Technologien, viele Neuerungen, doch deren Auswirkungen werden sich erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilen lassen. Die Torres-Gitarre ist bis heute die Grundlage einer jeden klassischen Konzertgitarre geblieben.
Aufbau
Antonio Torres
Grundform
In der Regel besteht eine Gitarre im Wesentlichen aus einem Korpus, der als
Resonanzkörper dient und einem damit verbundenen Hals, über den die Saiten laufen
und der üblicherweise in einem Kopf endet.
Hals
Während spezielle Formen der Gitarre (besonders spezielle E-Gitarren) quasi keinen Korpus und/oder keinen Kopf besitzen, ist allen der Hals gemein. Eine minimale Gitarre hat ausschließlich einen Hals, über dem zwischen Sattel (am Kopf) und Steg (auf dem Korpus) Saiten der Dicke nach geordnet aufgespannt sind. Bei heutigen Gitarren besteht der Hals meist nicht aus einem Stück, sondern hat ein aufgeleimtes Griffbrett über das die Saiten laufen. Diese Konstruktion hat zum einen Vorteile für die Stabilität des Halses, zum anderen hat die Wahl der Hölzer für Hals und Griffbrett einen erheblichen Einfluss auf den Klang und die Bespielbarkeit der Gitarre.
Bei klassischen Gitarren mit Darm- oder Kunststoffseiten besitzt ein einfacher massiver Holzhals ausreichend Stabilität, um dem Zug der Saiten ohne störende Verformung standzuhalten. Viele Instrumente mit Stahlseiten, vor allem E-Gitarren und ganz besonders E-Bässe besitzen jedoch noch einen in den Hals eingelassenen Halsspannstab (auch truss rod oder Trussrod). Dieser liegt etwa in der Mitte des Halses in einem gebogenen Kanal und bewirkt eine Vorspannung des Halses entgegen der Saitenzugspannung.
Typische Gitarren haben auf dem Hals Bünde. Diese helfen, die Saite beim Greifen zu verkürzen, um einen bestimmten Ton beim Anschlagen zu erzeugen. Jedes Bundstäbchen entspricht dabei einem Halbtonschritt. Heutzutage sind die, meist aus Metall (z.B. Nickel) bestehenden, Bünde unverrückbar in das
Griffbrett eingelassen. Diese Bauweise erlauben es eigentlich nicht, Zwischentöne zu erzeugen. Mit geeigneten Spieltechniken (z.B. Ziehen, Bottleneck bzw. Slide) ist aber auch das möglich.
Der Hals ist je nach Art der Gitarre am Griffbrett flach oder gewölbt, breit oder schmal. Hierbei haben klassische Gitarren eher einen breiten und flachen Hals, wogegen Stahlsaitengitarren eher schmale und gewölbte Hälse haben.
Kopf
Am Ende des Halses befindet sich der Kopf/die Kopfplatte, wo das eine Ende der Saiten an den Wirbeln
befestigt ist. Mittels der Wirbel werden die Saiten gespannt und durch
Regulierung der Spannung gestimmt. Der notwendige Druck auf den Sattel entsteht dabei durch die Abwinkelung der Saiten gegenüber dem Hals. Je nach Bauform wird diese Abwinkelung entweder durch die Abwinkelung der Kopfplatte oder durch andere geeignete Maßnahmen wie z.B. Seitenniederhalter oder getstaggerte Mechaniken (zum Ende der Kopfplatte niedriger werdende Wirbel) erzielt.
Spezielle Bauformen von Kopfplatten gibt es vor allem bei manchen neueren E-Gitarren. So gibt es beispielsweise Klemmsattel, bei denen die Saiten am Sattel arretiert werden, um besonderes in Verbindung mit Vibratosystemen eine bessere Stimmstabilität zu erzielen. Noch extremer ist der komplette Verzicht auf eine Kopfplatte. In beiden Fällen werden die Wirbel durch Stimmmechaniken am Steg ergänzt oder gar ersetzt. D.h. die eigentliche Stimmfunktion wandert an das andere Saitenende auf dem Korpus.
Korpus
Der Korpus ist je nach Bauform der Gitarre stark unterschiedlich ausgeprägt. Bei akustischen Instrumenten (im Gegensatz zu elektrischen) besteht er meist aus einem leichten hölzernen Resonanzkörper bestehend aus Boden, Zargen und Decke. Die Decke besitzt dabei ein meist kreisrundes Schalloch. Es gibt jedoch, vor allem im Bereich der E-Gitarren, noch zahlreiche andere Bauformen wie z.B. Halbresonanz-Gitarren oder Solidbody-Gitarren (ohne Hohlkörper).
Auf dem Korpus befindet sich der Steg. An diesem ist das andere Ende der Saiten befestigt, oder - zumeist bei elektrischen Gitarren - unterhalb davon an einem Saitenhalter. Auch für den Steg gibt es zahlreiche unterschiedliche Bauformen mit unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten für Saitenlage, exakte Mensur einzelner Seiten oder auch mit Sonderfunktionen (z.B. Tremolo-Hebel).
spezielle Bauformen
Gitarren gibt es in unterschiedlicher Größe und Mensur. So gibt es unter
anderem Kindergitarren und auch speziell für kleinere Menschen angefertigte Instrumente wie
zum Beispiel so genannte Frauengitarren, die unter anderem von Künstlern wie Prince
gespielt werden.
Beim Bau der Gitarre werden traditionell Hölzer für den Korpus und den Hals verwendet.
Jedoch kommen auch hier vereinzelt andere Materialien, wie zum Beispiel Metall,
Verbundwerkstoffe oder Carbon zum Einsatz. Bei den Hölzern werden in der Regel
spezielle Klanghölzer verwendet, die je nach
Gitarrenart und Eigenschaft in unterschiedlichen Kombinationen beim Gitarrenbau verwendet
werden.
Speziell Flamenco-Gitarren sind mit einem Golpeador bestückt, einer dünnen Kunststoffschicht, die das Schallloch von drei Seiten umgibt und die Gitarrendecke vor Beschädigungen schützen soll, z. B. bei Verwendung der perkussiven Technik Golpe. Ein Golpeador kann auch nachträglich an einer Gitarre angebracht werden.
Akustische Gitarre
Eine akustische Gitarre ist eine Gitarre, bei der die Tonerzeugung und Tonverstärkung ohne Elektronik, rein mechanisch erfolgt.
Seit längerer Zeit gibt es auch so genannte elektroakustische Gitarren. Dabei handelt es sich um akustische Gitarren mit eingebautem Tonabnehmer. Dadurch kann der Ton wie bei der elektrischen Gitarre über einen Verstärker ausgegeben werden.
Elektrische Gitarren
Die elektrische Gitarre (E-Gitarre) ist eine Gitarre, bei der die Saitenschwingungen über elektrische Tonabnehmer abgenommen und elektronisch verstärkt werden. Dies geschieht üblicherweise mit zur Verstärkung der E-Gitarre angepassten Gitarrenverstärkern. Der Korpus ist zumeist massiv.
Halbresonanz- und Jazzgitarre
Gitarrenverstärker
Eine Halbresonanzgitarre (auch Semiakustik-Gitarre bzw. Halbakustikgitarre genannt) ist eine Zwischenstufe zwischen Solidbodygitarre (massiver Korpus) und Vollresonanz-E-Gitarre, und hat entweder (in Verlängerung des Halses) einen massiven Block in der Mitte (Center-Block/
Soustain-Block) und nur die Seitenteile des Korpus sind hohl, oder der Korpus ist massiv bis auf eine oder mehrere Resonanzkammern, was in beiden Fällen bewirkt, dass die Gitarre auch ohne Verstärkung hörbar ist. Dabei ist der Korpus oft nur so dünn wie bei einer Solidbody, bei der Konstruktion mit Center-Block oft etwas dicker. Das bei der Akustikgitarre übliche runde Schallloch ist abgelöst durch F-Löcher oder andere, die die Flanken verzieren. Die Anbringung der Tonabnehmer ist hingegen ähnlich gestaltet wie bei einer reinen E-Gitarre.
Eine E-Gitarre mit einem vollständigen Resonanzkörper bezeichnet man als Vollresonanz-E-Gitarre oder Jazzgitarre. Der Resonanzkörper ist oft, aber nicht immer, so dick wie bei einer Akustikgitarre. Dieser Gitarrentyp hat keinen Center-Block, so dass die Decke frei schwingen kann.
Bei vielen Ausführungen der Jazzgitarre und manchen der Halbresonanz-Gitarre ist der Saitenhalter nicht nahe dem Steg auf der Decke, sondern vergleichbar einem Geigensaitenhalter am unteren Ende der Gitarre befestigt.
Eindeutige Beispiele für Halbresonanz sind die abgebildete Ibanez und das Urmodell Gibson ES 335. Typische Jazzgitarren sind z. B. Gibson L-5 und ES 175 sowie die Höfner Semiakustik Modelle.
Bei der Bauart elektrischer Gitarren unterscheidet man außerdem zwischen Instrumenten mit durchgehendem Hals (neck-thru) und angeleimtem bzw. angeschraubtem Hals (bolt-on).
E-Bass
Ein E-Bass ist eine Mischung aus akustischer Bassgitarre und Kontrabass, nur elektronisch verstärkt. Er hat in der Regel vier Saiten (es gibt aber auch 5- und 6-Saiter), die den vier tiefen Saiten der Gitarre entsprechen, nur um eine Oktave tiefer gestimmt. Damit ist der E-Bass wie ein Kontrabass gestimmt.
Luftgitarre
Die Luftgitarre ist eine pantomimisch dargestellte Gitarre; ein Luftgitarrist imitiert mit oft nicht geringem Körpereinsatz das Spiel auf einer E-Gitarre. In Finnland gibt es seit einigen Jahren eine Weltmeisterschaft im Luftgitarrespielen. Imitiert wird hierbei die Bühnenshow von Rockgitarristen.
Silent/Traveller Guitar
Silent Guitar und Traveller Guitar sind die Markennamen von korpuslosen Gitarren, die sich wie eine Konzert- oder eine Folk-/Westerngitarre spielen. Durch den fehlenden Resonanzkörper sind sie wesentlich leiser, aber auch kompakter als andere Gitarren. Der Ton kann darüber hinaus auch elektrisch abgenommen und verstärkt werden.
Simulation/Synthesizer
Die Firma Roland schaffte es als erste, mit einem speziellen Tonabnehmer für Stahlsaiten und geeigneter Software verschiedenste Gitarrentypen, Formen, Bauarten, Stimmungen usw. zu simulieren. Auch konnten die Saitenschwingungen zur Klangsynthese weiterverwendet werden. Line 6 entwickelt mit der Variax als erste Firma eine Gitarre, die per Knopfdruck unterschiedliche Gitarrenmodelle simuliert.
Varianten
- abgeleitete Varianten der Gitarre:
- Steelguitar/Hawaiigitarre
- Ukulele
- Gitalele
- ähnliche Varianten aus der Lautenfamilie
- Banjo
- Mandoline
- Shamisen
Spieltechniken
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Spieltechniken, die mit der Greifhand oder der Anschlagshand ausgeführt werden. In seltenen Fällen werden einige Techniken in der Praxis auch mit beiden Händen angewendet.
Haltung
Klassische Haltung
Die Gitarre wird bei der klassischen Haltung auf dem Oberschenkel der Greifhandseite abgestützt. Der Hals zeigt dann zur Greifhandseite hin. Es ist möglich mit einem Gitarrenkasten oder mit einer Fußbank das Bein der Greifhandseite um einige Zentimeter zu erhöhen, damit eine optimale Sitzhaltung erreicht werden kann. Alternativ kann der Fuß der Greifhandseite auf dem Boden bleiben, wenn zwischen dem Auflagepunkt des Gitarrenkorpus und dem Bein der Greifhandseite eine Stütze angebracht wird, die somit ebenfalls die Position des Halses erhöht.
Der Ellenbogen der Greifhandseite sollte entspannt und um etwa 90 Grad abgewinkelt sein. Die Schlaghand sollte locker über den Bauch der Gitarre hängen. Die Greifhand sollte so positioniert werden, dass noch etwas Platz (etwa von der Größe eines Tennisballs) zwischen dem Griffbrett und dem Handgelenk ist. Der Daumen sollte auf der Rückseite des Griffbretts etwa in der Mitte aufgesetzt werden. Beim Greifen der Saiten ist in der Regel darauf zu achten, dass die Fingergelenke der Greifhand nicht durchgedrückt werden, also nicht entgegen ihrer natürlichen Abknickrichtung gedehnt werden; diese für den Anfänger möglicherweise anstrengende Handhaltung kann durch etwas Übung leicht aufrecht erhalten werden, sie ist für ein präzises Spiel und viele Techniken der Greifhand von großem Vorteil. Beim Greifen eines „Barrégriffes“, also beim Greifen mehrerer Saiten mit nur einem Finger, sollte der durchgestreckte Finger nahe am Bundstäbchen angesetzt werden.
Die Finger der Schlaghand sollten sich beim Zupfen aus den oberen Gelenken heraus bewegen, weshalb auch hier auf genügend Abstand zu den Saiten zu achten ist. Für das Akkordspiel ohne Plektrum ist es zweckmäßig, Daumen und Zeigefinger zusammen zu verwenden, wobei sich diese beiden Finger berühren und die drei restlichen Finger etwas abgespreizt werden, um das Spiel nicht zu behindern.
Techniken der Anschlagshand
Die Anschlagshand, bei Rechtshändern ist es die rechte, ist die „führende“ Hand. Sie gibt oftmals Rhythmus und Geschwindigkeit vor und produziert die Töne durch Anschlagen der Saiten. Generell lassen sich für die Anschlagshand die Spieltechniken Zupfen (engl. picking), Schlagen (engl. strumming), Dämpfen (engl. muting) und perkussive Effekte unterscheiden, die sich jeweils wieder in verschiedene Techniken aufteilen lassen:
Beim Zupfen werden einzelne Saiten mit den Fingern oder einem Plektrum angeschlagen. Auf diese Weise können nicht nur einstimmige Tonfolgen, sondern auch mehrstimmige Melodien gespielt werden. Um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen und das Spiel flüssiger klingen zu lassen, wird dabei meist eine Form des Wechselschlags eingesetzt: Zwei oder mehr Finger schlagen die Saiten abwechselnd an. Eine besondere Form des Wechselschlags ist das Tremolo, bei dem drei oder mehr Finger in schneller Folge hintereinander dieselbe Saite zupfen. Diese Technik ist besonders von der Mandoline her bekannt und häufig zu hören in spanischer und lateinamerikanischer Gitarrenmusik. Man unterscheidet darüber hinaus die Anschlagsarten tirando (span. „schießend, ziehend“) und apoyando (span. „aufstützend“), die die Klangeigenschaften des produzierten Tones verändern. Beim tirando-Zupfen wird nur die Saite berührt, die gerade angeschlagen wird, beim apoyando-Zupfen kommt der Finger nach dem Anschlag auf der nächst unteren Saite liegen. Eine weitere Form des Zupfens ist der einhändige Flageolett-Anschlag, bei dem ein Finger der Anschlagshand die Saite an einem bestimmten Punkt berührt, während ein anderer Finger die Saite anschlägt - die genaue Funktionsweise des Flageoletts wird weiter unten ausführlicher erklärt.
- Zupfen: Beim Zupfen werden einzelne Saiten mit den Fingern gezupft bzw. mit dem Plektrum angeschlagen. Dies kann auch in Kombination von Plektrum und Fingern erfolgen. Auf diese Weise ist auch ein mehrstimmiges Melodiespiel möglich. Man unterscheidet insbes. die folgenden Zupftechniken:
- Apoyando, span. aufstützend, anlehnend: Angelegter Anschlag oder Stützschlag, bei dem der Finger nach dem Anschlagen einer Saite auf die nächste fällt. Diese Technik erzeugt einen kräftigen, voluminösen Ton. Das Gegenteil von Tirando.
- Tirando, span. werfend, schießend, ziehend: Freier Anschlag, bei dem der Finger nach dem Anschlagen einer Saite die nächste nicht berührt. Das Gegenteil von Apoyando.
- Schlagen (auch Strumming): Beim Schlagen werden mehrere Saiten gleichzeitig angeschlagen. Dies kann mit einem einzigen oder mehreren Fingern und/oder mit einem Plektrum erfolgen. So lassen sich auch Akkorde spielen. Insbes. wird die folgende Schlagtechnik unterschieden:
- Rasgueado, span. geschrammelt: Eine aus der spanischen Flamenco-Musik stammende Technik, bei der in der Regel drei oder vier Finger (außer dem Daumen) in schneller Folge dergestalt über die Saiten schlagen, dass die Anschläge in großer Geschwindigkeit aufeinander folgen und einen typisch rasselnden Effekt produzieren.
- Wechselschlag: Bezeichnung für unterschiedliche Techniken, mit denen Melodien und Läufe auf Tempo gebracht werden können:
- In der Regel den abwechselnden Auf- und Abschlag (siehe oben Schlagen).
- Bei der klassischen Spieltechnik das abwechselnde Benutzen verschiedener Finger - meist Zeige- und Mittelfinger - beim Spielen von Melodien.
- Beim Spiel einzelner Saiten mit dem Plektrum das abwechselnde nach unten und oben Anschlagen der Saite mit dem Plektrum (Diese Technik wird auch alternate picking genannt).
- Two-Hand-Tapping Auch right hand tapping genannt: Ein erweitertes normales Tapping, bei dem die rechte Hand zusätzlich zum Einsatz kommt.
- Pizzicato/Palm-Muted: Man dämpft mit dem Handballen die Saiten unmittelbar neben dem Steg ab, um beim Anschlagen einen dumpfen Ton zu erzeugen. Pizzicato/Palm-muting wird in häufig bei Metal- und Rocksongs verwendet, ist aber auch bei der klassischen Gitarre ein gern verwendeter Effekt.
- Golpe, span. Schlag (perkussiver Effekt): Schlagen mit den Fingern auf die Decke der Gitarre, bzw. den Golpeador.
- Sweep Picking (auch „sweeping“): Beim sweep picking werden mehrere Saiten mit einem Plektrumanschlag gespielt. Im Gegensatz zum Akkord klingen die Saiten aber alle einzeln, was durch Dämpfen der Greifhand erreicht wird. Mit Hilfe des sweep pickings kann man schneller spielen und erreicht etwas flüssigere Übergänge zwischen den einzelnen Noten.
- Tremolo: Sehr schnelle Wiederholung eines Tones (häufig: p-a-m-i-Anschlag), durch die der Eindruck eines durchgehenden Tones vermittelt wird. Die Technik ist besonders von der Mandoline her bekannt und häufig zu hören in spanischer und lateinamerikanischer Gitarrenliteratur.
- Dead Note (auch „rake“): Die/der Finger wird nur leicht auf die Saite(n) gelegt, so dass eigentlich gar kein richtiger Ton erzeugt wird. Ein Beispiel dafür ist Nirvana - Smells like teen spirit.
Greifhandtechniken
- Vibrato: Der greifende Finger wird in einer mehr oder wenigen schnellen "Zitterbewegung" leicht hin und her bewegt. Dadurch ändert sich die Tonhöhe nach oben hin in einer leichten Schwingung.
- Flageolett: Ist eine Technik, um das Obertonspektrum eines Tones in den Vordergrund treten zu lassen. Es wird durch eine bestimmte Dämpftechnik der Grundton ausgeblendet. Dadurch hört man die Oktave, Doppeloktav und Quinte anstatt des eigentlich angeschlagenen Tones. Bei dieser Technik berührt ein Finger nur leicht bestimmte Punkte der Saite und verlässt ganz kurz nach dem Anschlag wieder die Saite. Diese Dämpftechnik ist nur an bestimmten Punkten der Saite für das Flageolet sinnvoll einsetzbar. Bei ungegriffenen Saiten sind diese Punkte: 12. Bund Oktav 5. Bund Doppeloktav 7. und 19. Bund Quinte Je nach Qualität der Gitarre sind auch noch an anderen Stellen Flageolets möglich. Sie tendieren aber nicht mehr zu klaren einzelnen Tönen, sondern zu Multiphonics. Man unterscheidet zwischen
- natürlichen Flageoletts: (auch „natural harmonics“) Bei diesen bleiben die Saiten ungegriffen und es wird an den obengenannten Stellen gedämpft/gegriffen.
- künstliche Flageoletts: (auch „artificial harmonics“) Bei diesen werden die Saiten gegriffen. Hier verschieben sich die Anschlagspunkte um jeweils 12 Bünde (Oktav-Flageolet). Soll heißen, wenn die Saite am 3. Bund gegriffen wird, dann ist der Anschlagspunkt am 15. (12+3) Bund. Die Anschlagshand muss hier doppelte Arbeit verrichten, zum Beispiel mit dem i-Finger die Seite abdämpfen und mit dem a-Finger die Saite anschlagen. Was also bei den natürlichen Flageolets von zwei Händen verrichtet wird, muss hier von einer geleistet werden, da die linke Hand mit Greifen beschäftigt ist.
- Hammer-On (auch „Aufschlagbindung“): Ein vorher freier Finger schlägt eine Saite an einem bestimmten Bund schnell auf das Griffbrett. Die Tonerzeugung erfolgt also klopfend durch die linke Hand.
- Pull-Off (auch „Abzugsbindung“): Ein Finger, der vorher einen Ton gegriffen hat, lässt die Saite schnell los bzw. zupft sie leicht an. Dadurch erklingt der Ton, der an einem tieferen Bund auf dieser Saite gegriffen ist, oder aber der Ton der leeren Saite (= Zupfen mit der linken Hand).
- Ziehen (auch „bending“ ): Man greift eine Saite und zieht oder schiebt diese mit dem greifenden Finger entlang der Bundachse, wodurch ein höherer Ton entsteht.
- Gleiten (auch „sliden“ oder „Glissando“): Der Finger gleitet von einem Bund zu einem anderen, wobei die Saite heruntergedrückt bleibt.
- Rake: Die ersten paar Saiten werden vor dem eigentlichen Ton abgedämpft, aber trotzdem mit angeschlagen. Dadurch entstehen percussive Töne.
Gitarreneffekte
Unter Gitarreneffekten versteht man in der Regel elektronische Schaltungen bzw. Effektprozessoren, die das Gitarrensignal verändern. Hauptsächlich treten sie in Form so genannter Bodentreter oder Pedale auf, aber auch als 19"-Einbaugeräte (Racks). Genutzt werden hier vor allem verzerrende, Hall- und Modulationseffekte.
Hilfsmittel
- Kapodaster
- Plektrum
- Bottleneck
- E-Bow (E-Bogen)
- Fußbank
- Gitarrenstütze
Gitarrenhersteller
Bekannte Hersteller von Gitarren (und Verstärkern) sind (in alphabetischer Reihenfolge): Alembic,
Auerswald, Aria, Art&Lutherie, Avalon, BC Rich, Collins, Cort, Crate, Danelectro, Dreizehnter, ENGL, ESP, Dean, Epiphone, Fender, Framus, Furch, Gibson, Giussanni, Godin, Gretsch,Hamer, Heritage, Hughes & Kettner, Hopf Ibanez, Jackson, Lakewood, Lowden, Line 6, Marshall, Martin Guitar, Mesa/Boogie, Matchless, MusicMan, Musima,Orange, Ovation, Paul Reed Smith, Peavey, Roland, Siggi Guitars, Silvertone, Steinberger, Stoll Guitars, Takamine, Taylor, Vigier, VOX,Warwick, Washburn, Yairi, Yamaha
Siehe auch
- Leadgitarre
- Rhythmusgitarre
- Liste von Gitarristen
- Gitarrist
- Musikinstrument
- Gitarrenhersteller
Weblinks
- [http://www.delcamp.net/de/index.html Delcamp.net (deutsch)] Gitarrennoten, Tablatur, Forum.
- [http://bs.cyty.com/visitabilis/gitarre/gitarkrs.htm Online-Gitarrenkurs (deutsch)]
- [http://www.gitarrekonkret.de Online-Magazin (deutsch)]
- [http://www.schanzel.de Schanzels Guitar Site (deutsch)] Richtig Gitarre spielen lernen mit Workshops etc.
- [http://www.gitarrero-beginner.de Gitarre lernen am PC (deutsch)] Lernsoftware für Gitarre und Website mit Infos rund um die Gitarre
Kategorie:Gitarre
ja:ギター
ko:기타
Flöte
Eine Flöte ist ein Holzblasinstrument, bei dem die Luftsäule in dem Flötenkorpus durch Anblasen einer Kante zu Schwingungen angeregt wird. Die wirksame Länge der Luftsäule wird durch Abdeckung und Öffnung von runden Löchern im Korpus verändert.
Flötenfamilien
Flöten lassen sich in Flöten mit oder ohne Kernspalt untergliedern. Des Weiteren ergeben sich die Bezeichnungen und Ordnungen daraus, wie die Flöte gebaut ist bzw. wie man sie spielt.
Die Flöten lassen sich in folgende Familien gliedern:
- Einfache (randgeblasene) Längsflöten und Kerbflöten:
- Längsflöten
- Nay
- Nasenflöten
- Tungali
- Kerbflöten
- Shakuhachi
- Xiao
- T'ungso
- Qena
- Längsflöten mit Spaltvorrichtungen
- Obertonflöte
- Schnabelflöten:
- Blockflöte (flauto dolce) in verschiedenen Stimmlagen:
- Garkleinblockflöte
- Sopraninoflöte
- Sopranblockflöte (in C)
- Altblockflöte (in F)
- Tenorblockflöte (in C)
- Bassblockflöte (in F)
- Großbass
- Subbassblockflöte
- Csakan
- Okarina
- Tin Whistle
- Flageolett
- Einhandflöte
- Panflöten
- Querflöten:
- Schwegel
- Traversflöte (flauto traverso) siehe auch bei Querflöte, Kapitel Geschichte
- Querflöte
- Dizi
- Piccoloflöte
- Gefäßflöten
- Okarina
Geschichte
Die allerersten Flöten der prähistorischen Zeit wurden aus Tierknochen hergestellt. Bei vielen Funden lässt sich nicht mehr rekonstruieren, wie sie gespielt wurden, bzw. sicher sagen, dass es sich wirklich um bewusst hergestellte Instrumente handelt, da heute oft nur noch Bruchstücke vorliegen. In der Geißenklösterle-Höhle wurden Fragmente einer Flöte entdeckt, die vermutlich 30.000 bis 36.000 Jahre alt sind.
Das früheste eindeutige Bild einer Querflöte fand sich auf einem etruskischen Relief in Perusa. Es stammt aus dem zweiten oder ersten Jahrhundert vor Christus. Das Instrument wurde damals nach links gehalten, erst in einer Illustration eines Gedichts aus dem elften Jahrhundert wurde eine Darstellung einer nach rechts gespielten Flöte entdeckt.
Siehe auch
- Blasinstrument
- Liste von Flötisten
- Obertonflöte
Weblinks
- [http://www.floete.net/ Deutschen Gesellschaft für Flöte e.V] (de)
- [http://www.flutepage.de Claudia's Flutepage] (de)
- [http://www.obertonfloete.de Obertonfloete.de] (de)
- [http://www.flutes.tk Flutes.tk] (en)
- [http://www.FluteInfo.com FluteInfo] (en)
- [http://www.indiansclub.de Flötenbau-Workshop] (de)
- [http://www.cedarflute.de Zedernflöten]
Kategorie:Holzblasinstrument
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ja:フルート
ko:플루트
simple:Flute
th:ฟลุต
Klassische Musik#Im historischen Sinn bedeutet Klassische Musik die Musik der Zeitperiode der Klassik bzw. den Stilbegriff der Wiener Klassik.
#In der Alltagssprache wird mit Klassischer Musik oft die Gesamtheit der abendländischen Kunstmusik bezeichnet, wobei die Bereiche der Alten Musik und Neuen Musik meist nicht im Bewusstsein des „durchschnittlichen Klassik-Hörers“ verankert sind, da dieser hauptsächlich Musik aus dem 18., 19. und frühe Musik des 20. Jahrhunderts kennt.
#Die Kunstmusik außereuropäischer Kulturen wird auch oft als Klassische Musik bezeichnet.
#Der Branchenjargon der Musikindustrie im deutschsprachigen Raum unterscheidet zwischen Klassischer Musik (E-Musik = „ernste Musik“) und Unterhaltungsmusik (U-Musik) - eine Unterteilung, die aufgrund vieler Grenzfälle und Ausnahmen umstritten ist.
#Als klassisch im Sinne von mustergültig, beispielhaft, vollkommen wird oft auch die Musik anderer Epochen bezeichnet, beispielsweise beim klassischen Palestrinastil oder in der klassischen Moderne.
Siehe auch: Portal:Musik, Portal:Klassische Musik, Epochen der Musik.
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ja:古典派音楽
JazzDer Jazz ist eine Musikrichtung, die in den USA im Zusammentreffen afrikanischer und europäischer Musiktraditionen entstanden ist. Seine Wurzeln liegen zum einen im Blues und in den "Worksongs", den Spirituals und Gospels der schwarzafrikanischen Sklavenarbeiter in den Südstaaten der USA, zum anderen in den verschiedenen Volksmusiken der europäischen Einwanderer, darunter dem "Irish Folk", kreolischer Tanzmusik, Wiener Walzern und Marschmusik. Aus ihrer Begegnung entstanden eine Reihe neuer musikalischer Ausdrucksformen, zuerst in New Orleans und entlang des Mississippi, später in Chicago und anderen Metropolen der USA mit einer damals hohen Zuwanderung vor allem von Farbigen aus den Südstaaten.
Frühe Jazzstile wurden auch aus dem Ragtime heraus entwickelt: einer eigenen, durchkomponierten Musik für das Klavier mit klassischen Wurzeln und streng synkopischem Rhythmus. Der erste Jazz war dagegen eine Ensemble-Musik von Bands mit Elementen der Kollektivimprovisation (New Orleans-Stil) und einem freieren Rhythmus, der swing genannt wird.
Bestimmte Bandleader des frühen Jazz wie Buddy Bolden waren auch markante Instrumentalisten mit einer sehr individuellen Tonbildung.
Improvisation, swing und eigene Tonbildung beschrieb der Jazzhistoriker Joachim Ernst Berendt als Grundelemente der Jazzmusik, die seine Geschichte von Beginn an mitbestimmten.
Merkmale
Besondere Merkmale des Jazz sind:
- individuelle Tonbildung und Phrasierung,
- eine mit erweiterten Akkorden angereicherte Funktions- oder Stufenharmonik,
- kollektive und individuelle Improvisation,
- rhythmische Intensität und polyrhythmische Komplexität, u.a. die Spannung zwischen on-beat (Zusammentreffen mit dem Grundschlag) und off-beat (Akzente zwischen den Grundschlägen), dazu verschiedene Phrasierung hinter (laid back: "zurückgelehnt") oder vor dem Beat (laid forward, "vor-gelegt")
- Spontanität, Vitalität und Expressivität sowie
- „die Freiheit viele Formen zu haben“.
Der Selbstausdruck des Interpreten, sein Charakter und seine „Message“ stehen im Mittelpunkt einer Jazz-Darbietung: im Gegensatz zur europäischen Kunstmusik, wo der Interpret sich den präzise notierten Kompositionen unterordnet und diese meist möglichst werkgetreu ausführt.
Ein weiteres wesentliches Merkmal des Jazz ist ein besonderes, intensiviertes Zeit- und Rhythmus-Gefühl, das an latent vorhandene Beats oder Zählzeiten gebunden ist. 'swing', klein geschrieben, ist, das Spiel innerhalb jener Beats oder Zählzeiten zu phrasieren oder individuell auszudrücken, ohne diese Beats oder Zählzeiten zu verlassen. Dadurch
erwächst die jazztypische rhythmische Intensität: je nach Jazzstil "binär" (mit zweigeteiltem Puls) oder "ternär" (mit dreigeteiltem - "triolischem" - Puls) oder bewusst ohne jede Festlegung im Free Jazz.
Seit den 1950er Jahren kam die kubanische Polyrhythmik hinzu, in der sich genuin afrikanische Musiktraditionen erhalten hatten. Auch danach beeinflussten hispanische oder lateinamerikanische Musikstile - Bossa Nova, Samba, Salsa, Tango, Son usw. - den Jazz immer wieder als drittes Element neben der afrikanischen und europäischen Wechselbeziehung.
Harmonik
Der Jazz hat seinen Ursprung im Blues (der wiederum aus den "Worksongs" der schwarzen Sklaven im Süden der USA entstand), folglich hat auch die Jazz-Harmonik ihren Ursprung in der Blues-Harmonik.
Der Blues ist gekennzeichnet durch seine feste Form. Ursprünglich bestand ein Blues aus improvisierten Liedtexten mit musikalischer Begleitung: Man sang die erste Zeile und wiederholte diese, um Zeit für die zweite Zeile zu gewinnen. Dann wurde die zweite Zeile gesungen. In den beiden jeweils letzten Takten jeder Zeile folgte ein instrumentales Fill oder eine Antwort. So entstand das 12-Taktige Bluesschema:
1. Textzeile
|Takt1| 2 | 3 | 4 |
Wiederholung 1. Textzeile
| 5 | 6 | 7 | 8 |
2.Textzeile
| 9 | 10 | 11 | 12 |D.C.
Das Stück begann in der Tonika. In der zweiten Zeile (während die 1.Textzeile wiederholt wurde) wurden der Abwechslung wegen andere Akkorde verwendet (Subdominante) und in der 3. Zeile folgte schließlich eine Kadenz, die wieder in die Tonika leitete. Jedoch war es keine dominantische Kadenz, wie im Volkslied oder in der Klassik, sondern eine plagale (Dominante-Subdominante-Tonika).
Ein F-Dur Blues würde so aussehen:
Tonika
| F | F | F | F |
Subdom. Tonika
| Bb | Bb | F | F |
Dom. Subdom.Tonika
| C | Bb | F | F |D.C.
Oft wurden sämtliche Akkorde als Septim-Akkorde gespielt. Im moderneren Jazz wurden jedoch zunehmend Akkorde mit anderen Spannungstönen (Tensions, Optionen) benutzt. Typische Akkorde sind (Internationale Schreibweise, B=H):
6 (Akkord mit großer Sexte)
F6 wäre f-a-c-d
Funktion: Harmonisch stabil, oft Tonika-Klang
sus bzw. sus4, sus2 (sus = suspended, Akkord ohne Terz; sus4 = dafür mit Quarte, sus2=mit großer Sekunde)
Fsus4 wäre f-Bb-c, Fsus2 f-g-c
maj 7 (Akkord mit großer statt kleiner Septime)
Fmaj7 wäre f-a-c-e
Andere Schreibweisen:FM7, FΔ
Funktion: Harmonisch stabil, oft Tonika-Klang
79 (Akkord mit kleiner Septime und großer None)
F79 wäre f-a-c-eb-g
7b9 (Akkord mit kleiner Septime und kleiner None)
F7b9 wäre f-a-c-eb-gb
Funktion: Stark dominant wegen Tritonus Quinte-None
7#9 (Akkord mit kleiner Septime und übermäßiger None)
F7#9 wäre f-a-c-eb-g#
711 (Akkord mit kleiner Septime, None und Undezime)
F711 wäre f-a-c-eb-g-Bb
7#11 (Akkord mit kleiner Septime, None und übermäßiger Undezime)
F7#11 wäre f-a-c-es-g-b
713 (Akkord mit kleiner Septime, None, ohne(!) Undezime und 13. Die Quinte kann ohne Klangveränderung weggelassen werden)
F713 wäre f-a-c-eb-g-Bb-d
mi7 (Moll-Akkord mit kleiner Septime)
Fmi7 wäre f-ab-c-eb
Andere Schreibweisen: F-7
mi6 (Moll-Akkord mit großer Sexte)
Fmi6 wäre f-ab-c-d
Andere Schreibweisen:F-6
0 (Verminderter Akkord)
F0 wäre f-ab-cb-d
Funktion: Dominant-Funktion (verk. Dominantseptakkord)
Andere Schreibweise:07
Andere Akkorde sind möglich, aber ungebräuchlich.
Zu den neuen Spannungstönen kommen im modernen Blues neue Akkord-Progressionen. Dazu gehören Sequenz-Dominanten, bzw. II-V-I-Kadenzen. Eine II-V-I-Kadenz besteht ausschließlich aus diatonischen Akkorden, das heißt z.B., dass alle Akkordtöne einer solchen Kadenz innerhalb von F-Dur auf der F-Dur-Tonleiter wiederzufinden sind. Eine F-Dur II-V-I-Kadenz sähe folgendermaßen aus:
Gmi7 (II. Stufe) - C7 (V. Stufe)- Fmaj7 (I. Stufe, Tonika)
Ein moderner Blues sähe so aus:
| F6 | Bb7 | F6 | F6 |
| Bb7#9 | B7 |E7 A7|D7 G7|
| C7 | Bb7 | F6 |G7 C7|D.C.
Die II-V-I-Kadenz wurde zur hauptsächlich verwendeten Kadenz und viele Jazz-Standards sind ausschließlich auf Sequenz-Dominanten aufgebaut (gutes Beispiel: All Of Me). Viele andere basieren auf der Blues-Form.
Funktionstheorie
In der Funktionstheorie werden die Beziehungen der einzelnen Akkorde zueinander innerhalb einer Tonart erklärt.
Tonika sind alle Akkorde, die einen (auch zeitweiligen) Ruhepunkt im Verlauf der Musik definieren. Das gehörsmässige Empfinden einer Tonika-Funktion entsteht dabei, neben einem grundsätzlichen Voraussetzen (abendländischer) Hörerfahrung, vor allem durch die Platzierung des Akkordes innerhalb einer harmonischen Entwicklung (Schwerpunkt, Ruhepunkt, Ziel einer harmonischen Entwicklung, etc.), sowie einen tendenziell stabilen, ruhigen Klangcharakter relativ zur Umgebung.
Dominante ist der Gegenpol zur Tonika. Im Sinne eines Wechselspiels von Spannung und Entspannung in der Musik ist die Dominante der Akkord, der einer Tonika diametral gegenübersteht. Dominant-Akkorde 'möchten' sich in ihre Tonika-Akkorde auflösen (die geschieht nicht immer direkt!).
Subdominante sind demnach alle Akkorde und Klänge, die weder Tonika- noch Dominant-Charakter haben. Subdominanten können 'auf dem Weg' zwischen Tonika und Dominante (und wieder zurück) eingesetzt werden.
Doppeldominante (V von V oder II. Stufe):
Sie leitet zur Dominante der Grundtonart d.h. ihrer eigenen Tonika (deshalb V von V). Mehrere Doppeldominanten hintereinander werden als Dominant-Sequenz bezeichnet.
Es lassen sich nun aus einem System der diatonischen Vierklänge einer Tonart (zunäst in Dur) bestimmte Akkordfunktionen ableiten. Diese beruhen selbstverständlich vor allem auch auf unsrer Hörerfahrung. Dabei hat die grundsätzlich (mindestens) vierstimmige Struktur der Akkorde im Jazz die Eigenschaft, auch bei ihren Tonika-Akkorden immer eine gewisse Grundspannung zu behalten, also nicht die Auflösung in einen Dreiklang oder gar den Grundton alleine zu suchen.
In diesem System sind folgende grundlegende Beobachtungen zu machen:
Tonika-Akkorde haben grundsätzlich grosse Septimen, da die dazugehörigen Tonleitern einen Leitton haben sollen, der die Tonika-Wirkung unterstützt.
Dominant-Akkorde enthalten zwischen ihrer (grossen) Terz und der (kleinen) Septim ein Tritonus-Intervall, das für den charakteristischen Dominant-Klang verantwortlich ist.
Die Funktion der Akkorde kann durch die drei Akkordtöne 1, 3 und 7 meist vollständig ausgedrückt werden. Zumindest sind Akkorde mit reiner Quint ohne diese vollständig definiert. (Die Terz und die Sept heissen daher auch die Funktionstöne.)
Die Anwendung dieser Zusammenhänge auf eine Moll-Tonalität folgt nun nicht ganz der in der klassischen Harmonik gebräuchlichen Beziehung einer Moll-Tonleiter zu ihrer Dur-Parallele (z. B. C-Dur/a-moll). Vielmehr wird das Dur-System nach Moll alteriert (b3, auch b6) und so analog beibehalten.
Dominant-Substitution:
Der dominantische Klang eines Septim Akkords wird durch den Tritonus zwischen Terz und Septime erzeugt. Wenn man diesen Tritonus umkehrt (wenn es z.B. vorher der zu C7 gehörende Tritonus E(Terz)-Bb(kl. Septime) war wird einach das E jetzt zur Septime und das Bb zur Terz), entsteht ein neuer Akkord mit dem gleichen Tritonus, der dann natürlich auch in den gleichen Akkord aufgelöst werden kann. Dieser neue Akkord ist die Substitution des Ausgangsakkords. Wenn der Ausgangsakkord wie im Beispiel C7 war, ist der Substitutionsakkord Gb7. Beide leiten nach F.
Tonika-Sustitution:
Auch die Tonika kann aufgrund von Akkordähnlichkeiten 'vertreten' werden: die III. Stufe (in Dur - also etwa Gm7 in Eb-Dur) wird daher oft als Tonika-Subszitut verwendet und hat vor allem den Effekt der Tonika-Vermeidung (längere harmonische Entwicklung!).
Melodik
Wie auch bei der Harmonik stammt die Jazzmelodik teilweise aus dem Blues. Sie baut auf der Pentatonik, der Tonleiter ohne die Halbtonschritte, auf. Dazu kamen im Blues die sogenannten "Blue Notes", b3 und b7. Das sind Mollterz und kleine Septime. Später folgte #4 (übermäßige Quarte). Das sind allerdings nur Annäherungen an die wirklichen Blue Notes, die eigentlich zwischen den Tönen liegen. Beispiel F-Dur: Die b3 liegt zwischen A und Ab, allerdings etwas näher am Ab. So verhält es sich auch mit b7 und #4. Diese Töne lassen sich mit Blas- oder Saiteninstrumenten sehr gut erzeugen, mit Tasteninstrumenten allerdings nicht.
Werden diese Töne der Moll-Pentatonik hinzugefügt, entsteht eine Tonleiter, die "Blues-Skala" genannt wird. Es gibt zwar verschiedene Bluesskalen aber diese ist die gebräuchlichste.
F-Dur Bluesskala:
f-ab-Bb-b-c-eb
Welche Skala verwendet wird, ist eine Frage des Geschmacks des Musikers. Es ist ebenfalls möglich, die Skala der parallelen Molltonart zu spielen.
Die Überlagerung von Moll-Melodik und Dur-Harmonik erzeugt den typischen Blues/Jazz-Klang.
Zusätzlich werden eine Reihe verschiedener Tonleitern eingesetzt, die im Wesentlichen die jeweilige Akkordfunktion ausdrücken und mit Tensions und Durchgangs-Stufen angereichert sind. Neben Skalen, die aus den jeweils 7 Modi der Dur-Tonleiter und der melodischen Moll-Tonleiter gebildet werden, sind auch die beiden symmetrischen Skalen 'Dominat-Diminished' (=Halbton/Ganzton) und 'Wholetone' (=Ganztonleiter) sehr gebräuchlich.
Die Herkunft des Ausdrucks Jazz ist ungeklärt.
1909 tauchte der Begriff in dem Song "Uncle Josh in Society" auf: "One lady asked me if I danced the jazz ...",
wahrscheinlich eine Art von Ragtime-Tanz meinend. 1913 ist der Begriff belegt als Bezeichnung einer Art von Musik, möglicherweise als Bezeichnung für die Musik zu jenem Ragtime-Tanz. Möglicherweise ist er abgeleitet aus einem Wort "jass" aus dem kreolischen Patois, "jass", für "tatkräftige Aktivität", im speziellen Sexualverkehr. Dazu eine Quelle: "If the truth were known about the origin of the word 'Jazz' it would never be mentioned in polite society."
["Étude," Sept. 1924]
Ab spätestens 1915 gibt es Bands aus New Orleans, die das Wort Jass oder Jazz im Band-Namen tragen und/oder damit ihre Musik bezeichnen.
Möglich ist auch eine Ableitung des Wortes Jass oder Jazz aus der Verwendung des Begriffes jasm (frz. dictionnaire von 1860 ) für Energie, Dynamik und Vitalität, als passender Ersatzbegriff für afrikanische Tanznamen (i.e. Mandingo jasi, Temne yas), jedenfalls gilt ein anderes Slangwort (jism) auch daher abgeleitet. Jasi ist nicht nur der Name eines Tanzes, sondern steht auch für "in Erregung versetzen".
Eine andere Möglichkeit ist, dass "Jazz" von kreolisch "jizz" kommt, was ebenso mit dem Ki-Kongo-Wort "dinza" verwandt ist, und Ejakulation bedeutet.
Manche Quellen wollen in "Jazz" eine Verballhornung des französisch-kreolischen chasse für Jagd erkennen: eine Anspielung auf die Kollektivimprovisation der Instrumente im New-Orleans-Stil. Andere leiten das Wort eher von chasse-beau ab, einer Tanzfigur beim Cakewalk, oder auf einen berühmten Tänzer einer Minstrelshow, der sich Jasbo nannte, und dem das Publikum zurief "We want more Jasbo". Wieder andere verweisen auf eine sexuelle Konnotation oder die verballhornte Version des Namens „Jézabel“, der zu Jazz-Belle ("Jazz"-Schöne) umgedeutet wurde: So nannte man eine populäre Prostituierte im alten New Orleans. Möglich ist auch die Bedeutung „blödes Zeug“ wie in der verächtlichen Redewendung „... and all that jazz“. So sollen die weißen Amerikaner die ersten musikalischen Gehversuche ihrer Sklaven genannt haben, aus denen sich der Jazz später entwickelte. Jass ist ein Kartenspiel, das durch Einwanderer in New Orleans bekannt gewesen sein dürfte. Jas ist ein Jargon-Wort mit evtl. sexueller Bedeutung aus dem Senegalesischen.
Das Verb "to jazz" für "to speed or liven up", schneller werden oder beleben, in Schwung bringen, ist ab 1917 belegt.
Noch mehr unter [http://www.wordorigins.org/]
Geschichte
Entstehung
In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts gab es im Süden der USA eine Straßenmusiktradition. Die Brass Bands, schwarze aber auch weiße Marschkapellen, spielten zu vielfältigen Anlässen auf. Die schwarzen Blaskapellen waren vor allem vom Blues und kreolischer Musik beeinflusst und mischten diese Einflüsse mit europäischer Musiktradition. Die Musik dieser sogenannten "Marching Bands" nennt man auch „New-Orleans“-Stil oder Archaischen Jazz. Ihm fehlten die individuelle Improvisation und der Swing, obwohl auch dort schon die "leichten" Taktzeiten (2+4) betont wurden. Im heutigen „Dixieland“- oder „Oldtime“-Jazz hat er eine Fortsetzung gefunden, die aber fast nur von weißen Musikern gepflegt wird.
Archaischen Jazz
Um 1890 entstand der Ragtime (englisch: ragged time, „zerrissene Zeit“): Dies war ein in ausnotierten Stücken festgelegter Klavierstil, bei dem die linke Hand die Rhythmusgruppe einer Band ersetzt (Bass und Schlaggitarre). Auch dort wurde noch nicht improvisiert; aber aus der Spannung zwischen durchgehendem Viertelbeat und synkopisch „zerrissener“ Melodik entstand bereits eine Art Swing. Hauptkomponist dieses Stils war Scott Joplin, dessen bekanntester Ragtime - der "Entertainer" - durch den Film „Der Clou“ (1973) erneut populär wurde.
Bereits weniger festgelegt und damit „jazzmäßiger" spielte Jelly Roll Morton in New Orleans, der von sich selbst behauptete, „im Jahre 1902 den Jazz erfunden“ zu haben. Er war ein großartiger Komponist von Blues, Blues-Songs, Ragtimes, Stomps, und ein herausragender und extravaganter Pianist, aber seine nachgewiesene Bedeutung für den Jazz hatte er mit seinen Bands in den 1920er Jahren, nicht als Erfinder. Ebenso behauptete Nick LaRocca den Jazz erfunden zu haben. Aber auch seine Behauptung gilt als unwahrscheinlich. Hauptrepräsentant des frühen, wahrscheinlich noch ragtimeverwandten Jazz von New Orleans war Buddy Bolden. Von seinem Vorbild ausgehend dürfte zwischen 1900 und 1915 der Jazz entwickelt worden sein von einer Vielzahl von Bands und Musiker-Persönlichkeiten, auch außerhalb von New Orleans, z.B. auch in Memphis. Als um 1915 erste namhafte Bands New Orleans verliessen, dürften diese dazu beigetragen haben, den Jazz auch abseits des Mississippi in den USA zu popularisieren. Evtl. haben bereits Bands, die um 1910 in andere Metropolen aufbrachen, jazzmäßig gespielt, aber erst ab 1914 nannten sich die Bands auch Jass bzw. Jazz Bands, traten also mit dem Selbstbewußtsein auf, eine neue Musikrichtung zu vertreten. Z.B. Pedro Stacholy's Cuban Jazzband (evtl. bereits 1914) in Havanna, Tom Brown's Band From Dixieland 1915 in Chicago, der folgte 1916 Johnny Stein's Jass Band, und 1915 ging das Black And Tan Orchestra mit dem Trompetenvirtuosen Buddy Petit nach Kalifornien.
Epochen
- Vor 1900: 'Archaischer Jazz', d.h. Ragtime, Street Bands
Traditioneller Jazz und Swing (ca. 1900-40)
- Um 1900: New Orleans Jazz, Creole Jazz
- Um 1910: Dixieland Jazz
- 26. Februar 1917: Die "Original Dixieland Jass Band", eine weiße Dixielandkapelle, nimmt die erste Jazzplatte überhaupt auf.
- Seit etwa 1920: Chicago Jazz
- 12. November 1925: Louis Armstrong's Hot Five machen die ersten Aufnahmen: Solistik löst die Kollektivimprovisation des frühen Jazz teilweise ab
- 1928: Das Hoch'sche Konservatorium in Frankfurt am Main gründet eine Jazz-Klasse, ihr Lehrer wird Mátyás Seiber
- Seit etwa 1930: Swing oder 'klassische' Zeit der Big Bands
- 1934: Gründung des Quintette du Hot Club de France, mit Django Reinhardt: Europa mischt in der Jazzgeschichte mit
- 1940er-Jahre: New Orleans/Dixieland Revival in den USA, später auch nachhaltig in Europa
- Seit etwa 1940: Bebop
- 1941: Live-Aufnahmen in Minton's Playhouse mit Charlie Christian, Dizzy Gillespie, Thelonious Monk u.a.
- Seit etwa 1945: Afro Cuban Jazz
- Seit etwa 1950: Cool Jazz
- Seit etwa 1955: Hard Bop, Soul Jazz, East Coast Jazz
- Etwa 1955-60:
- Latin Jazz, Bossa Nova
- Third Stream, Progressive Jazz
- West Coast Jazz
- Modal Jazz
- 2. März 1959: Erste Aufnahmesession zur Schallplatte "Kind of Blue" mit Miles Davis, John Coltrane, Bill Evans u.a.
Free Jazz, Rock Jazz und New Bop (ca. 1960-90)
- Seit etwa 1960: Free Jazz
- Etwa 1965-70: Jazz Rock
- Seit etwa 1970: Rock Jazz oder Fusion
- 1975: Das United Jazz and Rock Ensemble wird gegründet
- Seit etwa 1980: New Bop oder Neobop (oder Modernjazz-Revival)
- Seit den späten 1980ern: Smooth Jazz
Seit etwa 1990
Die Jazzstile ab 1990 sind entsprechend der relativen Kürze der vergangenen Zeit ungenau
- Avantgarde Jazz oder Experimenteller Jazz ('gebundener Freejazz')
- Acid Jazz (inkl. Hip Hop Jazz u. ä.)
- 'Salsa-Jazz' (Jerry Gonzalez, tp, cong, u. a., nicht zu verwechseln mit früherem Latin-Jazz)
- 'Ethno-Jazz' (von World Music oder global beeinflusster Jazz)
- Jazz Metal (vom New Rock oder Hard & Heavy beeinflusster Jazz); u. a.
- Nu Jazz (auch Electro Jazz)
- Retro-Swing
Seit etwa 2000
- Pop Jazz à la Norah Jones
Entwicklungszentren
- New York, mit Abstand die meisten Jazzclubs weltweit
- Chicago, mehr blues-orientiert
- Los Angeles/Hollywood, mehr rock-orientiert
- New Orleans, das 'Betlehem des Jazz' oder dessen offizielle Wiege
- Kansas City
- Havanna, von Pedro Stacholy über Chano Pozo bis zum Buena Vista Social Club
- Kopenhagen
- Paris, besonders in den 1930ern (Hot Club de France) und auch sonst immer
- London, in der Swing-Ära, und auch gegenwärtig
- Tokio, besonders gegenwärtig
- Sao Paulo, besonders gegenwärtig
- Hannover, alle Mitglieder des Jazz Club Hannover, sowie des Vereins der Freunde des Jazz sind Ehrenbürger von New Orleans. Der Jazz-Club Hannover ist in New Orleans der bekannteste Deutsche Jazz-Club. Ferner finden in Hannover zwei große Jazzfestivals statt.
Im Entstehen befindliche, noch instabile globale Zentren:
- Shanghai
- Buenos Aires
- Sydney
- Johannesburg
- Rom
- u. a.
Instrumente (Auswahl)
Melodie-Instrumente:
- Klarinette
- Saxophon (Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon)
- Trompete
- Flügelhorn
- Posaune
- Piano
- Hammond-Orgel
- Keyboard
- Flöte
- Gesang
- Horn
- Gitarre
- Piano
- Vibraphon
- Gitarre
- Bass
- Schlagzeug
Bedeutende Persönlichkeiten
- Siehe auch: Liste von Jazzmusikern (alphabetisch geordnet)
- Siehe auch: Liste von Jazzmusikern nach Epoche und Instrument
- Siehe auch: Liste von Jazzsängerinnen und -sängern
- Siehe auch: Liste von Jazzpianistinnen und -pianisten oder :Kategorie:Jazzpianist
Komponisten
- Siehe auch: Liste von Jazzkomponisten
Jazzstandards
Siehe dazu den eigenen Artikel Jazzstandard sowie die Liste von Jazzstandards und -kompositionen.
Bedeutende Veranstaltungen
- [http://www.worldsax.net World Saxophone Congress 2006 - Jazz]
- Jazzfest Berlin - eines der ältesten und renommiertesten Festivals, 1964 von Joachim-Ernst Berendt gegründet. Jährlich im November.
- Montreux Jazz Festival - jährlich im Juli in Montreux, seit 1967
- North Sea Jazz Festival - jährlich im Sommer in Den Haag & Cape Town, seit 1976
- Warschauer Jazz Jamboree - jährlich im Herbst seit 1958
- Deutsches Jazz Festival Frankfurt - seit fast 40 Jahren jährlich im Oktober in Kooperation mit hr2
- Leverkusener Jazztage, jährlich im November, seit 1980
- Jazzfest Rottweil, jährlich im April / Mai, seit 1985
- Internationale Jazzwoche in Burghausen, jährlich im April/Mai ([http://www.b-jazz.com Website]), seit 1973
- Internationale Sonneberger Jazztage - jährlich im November, seit 1986
- Worms: Jazz & Joy - jährlich stattfindend, größtes Jazzfestival in Rheinland-Pfalz, seit 1991
- Jazzmeile - jährlich stattfindendes 2-monatiges Festival in Thüringen, seit 1994
- Enercity Swinging Hannover, dreitägiges internationales Jazzfestival in Hannover
- Hot Advent - Jazzfestival in Hannover
- Winning Jazz - dreitägiger Nachwuchswettbewerb in Hannover
- Jazz am Ballhof - Jeden Samstag in Hannover, von Mai bis September
- Internationale Wiehler Jazztage - seit 1989 regelmäßig in Wiehl
- Darmstädter Jazzforum - seit 1989 alle zwei Jahre Konzertreihe und internationales Symposium (siehe Link zu Jazzinstitut Darmstadt)
- Internationales Dixieland-Festival Dresden jährlich im Mai, seit 1970
- Internationales New Jazz-Festival Moers jährlich an Pfingsten, seit 1972
- Düsseldorfer Jazz-Rally jährlich im Juni, seit 1993
- Leipziger Jazztage jährlich im Oktober, seit 1976
- Jazzfest Wiesen (Burgenland) seit 1976
- Duerener Jazztage in Düren, jährlich im Juli ([http://www.euregiojazz.net Website]), seit 1991
- VS swingt Jazzfestival in Villingen-Schwenningen - jährlich Anfang Juli, seit 1977
- Internationales Jazz Festival Viersen ([http://www.jazz-festival-viersen.de Website]) - jeweils am 4. Septemberwochenende
- Jazz live im Speicher in Leer ([http://www.jazzinleer.de Website]) - seit 1992
Siehe auch
:Kategorie:Jazz, Jazzmuseum, Jazz-Piano, Blues, Jugend jazzt, Stilrichtungen der Musik, Portal:Musik
Literatur
- Ken Burns, Geoffrey C. Ward: Jazz - eine Musik und ihre Geschichte. Dt. Franca Fritz, Heinrich Koop. Econ, München. 2001. ISBN 3430116090. Nach einer Dokumentarfilm-Reihe. Original: Jazz - A History of America´s Music. Alfred A. Knopf, NY USA. 2000 bzw: The Jazz Film Project, Inc.
- Klaus Wolbert (Herausgeber): That's Jazz - Der Sound des 20. Jahrhunderts (Darmstadt 1988 und 1997)
- Joachim-Ernst Berendt, Günther Huesmann: Das Jazzbuch (Frankfurt am Main 2001)
- Geoff Dyer : but beautiful (Argon)
- John Fordham : Das Grosse Buch vom Jazz
- Studs Terkel: Giganten des Jazz. Zweitausendeins, Frankfurt 2005 ISBN 3-86150-723-4
Lexika
- Martin Kunzler: Jazz Lexikon (Reinbek bei Hamburg 1988 und 2002)
- Barry Kernfeld (Herausgeber): The New Grove Dictionary of Jazz (London 1988 und 1994)
- Carr/Fairweather/Priestley: JAZZ - Rough guide (Metzler Musik 1999)
Kataloge
Bielefelder Katalog Jazz, hrsg. Manfred Scheffner: Schallplatten CDs , MCs, jährlich neu, vollständiger Überblick über in Deutschland erhältliche Jazzaufnahmen, sehr übersichtlich sortiert nach Musiktiteln auf den Tonträgern, Interpreten und Labels (Etiketten). ISBN 3-89113-137-2 (bzw. neuste Ausgabe)
Weblinks
- [http://jazzworlddatabase.com Jazzworlddatabase.com]
- [http://www.jazzscene.no Jazz Scene with David Fishel. 55 hours of jazz-celebrity interviews]
- [http://www.jazzpages.com Jazzpages.com]
- [http://www.jazz-network.com jazz-network.com]
- [http://www.jazzecho.de JazzEcho - Online-Magazin von Universal Music]
- [http://www.harlem.org/index.html harlem.org: Jazzgeschichte auf einem Foto (engl.)]
- [http://www.jazzthing.de/ Website des Printmagazins Jazz thing]
- [http://www.jazzthetik.de Website des Printmagazins Jazzthetik]
- [http://www.jazzzeitung.de/ JazzZeitung.de]
- [http://www.jazzinstitut.de Jazzinstitut Darmstadt] inkl. seiner Auswahlbibliographie zur Jazzforschung: Präsenzbibliothek
- [http://www.breaking-the-rules.com Dokumentation BREAKING THE RULES (2005) über Jazz als Gegenkultur]
Kategorie:Blues
Kategorie:Jazz
Kategorie:Musikgenre
ja:ジャズ
ko:재즈
simple:Jazz
Kontrabass
Der Kontrabass ist das tiefste und größte Streichinstrument und hat ein weites Einsatzgebiet vom modernen Sinfonieorchester bis in den Jazz. Sein Name kommt von der Kontra-Oktave, deren profunde Töne es erzeugen kann. Als Bassinstrument bildet sein Spiel die Basis für die Melodieinstrumente. In einigen wenigen Stücken kann auch der Bass das Melodieinstrument sein, so zum Beispiel das "Quintett für Oboe, Klarinette, Violine, Viola und Kontrabass" op. 39, geschrieben von Sergej Prokofjew.
Aufbau
Der Kontrabass hat sowohl bauliche Eigenschaften der Geigenfamilie als auch der Gambenfamilie. Aus der Geigenfamilie hat der Kontrabass die F-förmigen Schalllöcher (F-Löcher), die Anzahl der Saiten und das bundlose Griffbrett, von den Gamben die meistens abfallenden Schultern. Es gibt Kontabässe mit (gerundetem) Geigenboden und (flachem, oben abgeknickten) Gambenboden. Italienische Modelle entsprechen stärker der Geigenform. Ein Vorgänger des Kontrabasses war der Violone aus der Familie der Gamben. Der Violone hatte sechs Saiten und war wie die Gamben mit Bünden versehen.
Eine moderne Variante ist der E-Kontrabass (Electric Upright Bass), bei dem der Korpus nicht mehr vorhanden oder stark verkleinert wurde.
Die vier Saiten des Kontrabasses sind in Quarten (‚E-‚A-D-G) gestimmt.
Im Orchester werden auch Kontrabässe mit einer fünften Saite verwendet – diese ist entweder eine Quarte oder große Terz tiefer als die E-Saite gestimmt. Seltener sind Kontrabässe, bei denen über einen Hebelmechanismus (C-Maschine) die schwingende Länge der E-Saite in den Wirbelkasten hinein verlängert werden kann, um Töne bis zum Kontra-C spielen zu können. Für den Kontrabass als Soloinstrument werden häufig Solosaiten verwendet: Bei diesen ist jede Saite einen Ganzton höher gestimmt (‚Fis-‚H-E-A), was durch die höhere Spannung und die etwas dünnere Bauart einen helleren Klang zur Folge hat.
Geschichte
In der Zeit der Wiener Klassik war der fünfsaitige Kontrabass in der so genannten Terz-Quart- oder Wiener Solostimmung ‚F-‚A-D-Fis-A verbreitet. Zahlreiche Konzerte wurden für den so gestimmten Kontrabass geschrieben, unter anderem von Carl Ditters von Dittersdorf, Johann Matthias Sperger, Johann Baptist Vanhal. Auch Joseph Haydn schrieb ein Kontrabass-Konzert, welches aber bis heute verschollen ist. Wolfgang Amadeus Mozart schrieb 1791 die Arie "Per questa bella mano" KV 612 für Bass und obligaten Kontrabass, bei deren Uraufführung im Schikanederschen Theater Friedrich Pischelberger den Kontrabass spielte. Die Musikwissenschaft ist sich jedoch uneins, ob es sich bei diesem Stück nur um einen musikalischen Witz handelt.
Im 19. Jahrhundert gab es in französischen Orchestern auch vergrößerte Bauformen des Kontrabasses (bis zu 4 Meter hoch), die eine größere Klangfülle erzeugen sollten, die 3-saitigen Oktobässe. Diese Instrumente mussten von zwei Spielern bedient werden.
Spielweise
In der klassischen Musik wird der Kontrabass vorwiegend gestrichen. Der Bogen wird entweder wie bei der Geige mit Obergriff gehalten (Italien, Frankreich, England, teilweise USA), oder mit Untergriff (Österreich, Schweiz, Deutschland). (Bogenhaltung)
Im Jazz wird das Instrument in der Regel gezupft ("gepizzt" von italienisch pizzicato).
Im Bereich der Unterhaltungsmusik entwickelte sich die Slap-Technik seit den 1910er-Jahren zu einer speziellen Spielweise des Kontrabasses.
Der Kontrabass wird im Sitzen auf speziellen Hochstühlen oder im Stehen gespielt. Zur Anpassung an die Körpergröße des Bassisten dient der höhenverstellbare Stachel als Standfuß des Instruments.
Literatur
Focht, Josef: Der Wiener Kontrabass. Spieltechnik und Aufführungspraxis, Musik und Instrumente. Tutzing: Schneider 1999, ISBN 3-7952-0990-0
Planyavsky, Alfred: Geschichte des Kontrabasses, 2. Aufl., Tutzing: Schneider 1984, ISBN 3-7952-0426-7
Warnecke, Friedrich: Ad Infinitum. Der Kontrabass. Seine Geschichte und seine Zukunft. Probleme und deren Lösung zur Hebung des Kontrabaßspiels, Reprint, Leipzig: edition intervalle 2005, ISBN 3-938601-00-0
Siehe auch
- Liste von Kontrabassisten
Weblinks
- [http://www.eva-art.de/kontrabass.htm Bildende Kunst und Kontrabass]
- [http://www.geba-online.de Gesellschaft der Bassisten in Deutschland]
- [http://jms-allgaeu.de/pak.php PAK-BW (Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Kontrabass Baden-Württemberg)]
- [http://www.doublebassguide.com DoubleBassGuide.com: Website mit Informationen zu Geschichte, Bau, Klangoptimierung und elektrischer Verstärkung des Kontrabass’]
Kategorie:Streichinstrument
ja:コントラバス
ko:콘트라베이스
Rockmusik
Eine thematische Sammlung der Artikel rund um den Themenbereich Rockmusik findet sich im
Portal:Rockmusik.
Rock dient als Oberbegriff für Musikrichtungen, die sich ab den 1950er-Jahren mit dem Aufkommen des Rock 'n' Roll entwickelt haben.
Rockband: Instrumente
Die schlichte Rock-Besetzung bestand zunächst aus einer oder mehreren akustischen oder elektrischen Gitarren, Bass und Schlagzeug, oft ergänzt durch Klavier, später durch Keyboards wie Hammondorgel, und ab Ende der 1960er-Jahre, auch Mellotron und vor allem Synthesizer.
Geschichte
Als erster Rock'n'Roll-Song gilt Bill Haleys Stück "Rock around the clock" aus dem Jahr 1954, als jedoch erster Rock-Song "Peter Gunn", Duane Eddy (g), 1958 (1). Das Lied "Rock around the clock" und viele andere Rock'n'Roll Lieder der 1950er Jahre entwickelten sich als "weiße" Kopie des afroamerikanischen Rhythm & Blues. Die Rockmusik jedoch als eine, ab den End-1950ern neue und "eigenständige, sich vom Rock'n'Roll unterscheidende Musikform" besitzt das wesentliche Unterscheidungsmerkmal, dass die Achtel "im Rock'n'Roll punktiert, dagegen in der Rockmusik mit lateinamerikanischer Gleichmäßigkeit gespielt" werden (2).
Rhythm & Blues]
Bekanntester Vertreter der 50er Jahre war Elvis Presley, der wohl den Anfang einleitete zu einer Musik, dessen Zielgruppe die Jugend war. Dies primär um sich von der "Erwachsenenwelt" abzugrenzen und auch um die erwachende Sexualität und Rebellionsgedanken zu manifestieren.
Zwei der wichtigsten Wegbereiter des Rock in den 1960er Jahren sind The Rolling Stones und The Beatles. Hier ist auch schon die erste Genre-Aufsplitterung zu beobachten, die später charakteristisch für die Rock-Szene werden sollte: Auf der einen Seite standen die britischen Beatles, "brave" Jungs, die in Anzügen mit Krawatte auftraten und eher zu melodischen, harmoniegeprägten Songs neigten und auf der anderen Seite die Stones, wilde Rocker, die durch Drogenexzesse und eher rauhen Sound auffielen. In der Tradition der Beatles sind dann auch jene Bands zu sehen, die später eher in die Kategorie Pop einzuordnen sind und jene, die versuchten, ihre technischen Möglichkeiten immer mehr zu erweitern, wie es die Beatles z.B. bei ihrem Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band vorexerziert hatten.
Gesellschaftlich war die Rockmusik in jener Zeit mehr als umstritten. Das Auftreten der Protagonisten mit langen Haaren und obszöner, lauter Musik galt als skandalös. Vertreter des Establishments versuchten, die Szene in eine satanistische Ecke zu drängen. Doch gerade diese Ablehnung trug wahrscheinlich wesentlich dazu bei, der Rockszene den Status des rebellischen und revolutionären zu geben, den sie bis in die 1970er behalten sollte und der seinen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnam-Krieg fand. Rockmusik und Hippie-Szene sind hier fest miteinander verbunden. Eine gute Darstellung der damaligen Verhältnisse findet sich im Musical Hair, das vom Widerstand junger Amerikaner gegen den Krieg im Umfeld der Hippie-Szene handelt.
Widerstand
Parallel zu den friedensorientierten Hippies bestand eine Szene eher gewaltbereiter Rocker. Bekannt geworden ist hier vor allem das Umfeld der Hells Angels, eine gewaltsuchende ursprünglich amerikanische Motorrad-Gang, die bald international zahlreiche Ableger fand und dem Image des Rock nachhaltig schadete.
Die Zahl der erfolgreichen Rockmusiker explodierte Ende der 60er Jahre geradezu. Das führte zwangsläufig zu einer immer stärkeren Aufsplitterung der Szene in mehr und mehr unübersichtlich werdende Untergenres, eine Entwicklung, die dazu führte, dass bald jede Band mit etwas anderem Klangbild sofort ein eignes Genre für sich beanspruchte, verstärkt von der Musikindustrie, die aus marketingtechnischen Gründen daran Interesse hatte und hat.
Die beiden Hauptrichtungen der 1970er Jahre sind zum einen ein eher künstlerischer Ansatz, der sich in den Genres Art-Rock, Glam-Rock, Progressive Rock und dem aus der Szene erwachsenen Pop manifestiert. Wichtige Vertreter waren Pink Floyd, David Bowie, Elton John, Genesis oder die Roxy Music. Auf der anderen Seite existierte die noch rebellerische Szene, die auch zum Teil als Gegenbewegung zu dem als zu friedfertig verlachten Hippietum entstand. Dazu gehören die gesamte Punk-Bewegung und die Metal-Szene. Diese Richtungen schafften es auch weiterhin, zu provozieren und zu skandalisieren, während die oben genannten Stile den Sprung in die Gesellschaftsfähigkeit geschafft hatten. Wichtige Vertreter sind hier die Sex Pistols, Black Sabbath, AC/DC oder die Ramones. Natürlich gab es auch viele Interpreten zwischen diesen beiden Polen, weitere wichtige Namen sind Led Zeppelin, The Clash oder Velvet Underground.
Interessant zu dieser Zeit ist auch, wie der Rock sich andere Musikströmungen einverleibte und transformierte. Musikrichtuingen wie Jazz, Reggae oder Soul veränderten sich zusehends unter dem Einfluss der Musikindustrie. Ein gutes Beispiel hierfür ist Michael Jackson, der mit seinen Wurzeln in der Black Music eine sehr erfolgreiche Verbindung mit dem Rock einging.
Außerdem ist eine fortschreitende Digitalisierung der Musikproduktion zu beobachten. Zum einen lag das an Bands wie Pink Floyd, die in ihrem Drang zum Perfektionismus die Latte zur perfekt produzierten Platte immer höher legten aber auch an Avantgardisten wie Can (Band) oder vor allem Kraftwerk (Band), die durch den Drang zum Experimentieren einem kompletten Genre jenseits des Rock auf die Beine halfen: der elektronischen Musik.
Der Unterschied zwischen Pop und Rock wurde in der Folge dann in den 1980er Jahren sehr fociert, vor allem durch die Independent-Szene, die sich in der Tradition des Punk sah und von dem großen Mainstream der Musikindustrie abzusetzen versuchte. Hier entstand eine vielfältige und große Szene mit vielen Untergenres, die später im Laufe der 1990er in Alternative überging. Auch der Metal erlebte eine Hochzeit durch Gruppen wie The Scorpions, Iron Maiden, Motörhead oder Metallica. Und auch hier gilt das Prinzip der unüberschaubaren Zersplitterung. An der Schnittstelle zwischen Rock und Pop entstanden viele Bands, die prägend für dieses Jahrzehnt werden sollten: z.B. U2, R.E.M. oder The Cure.
Anfang der 1990er erlebte die Szene dann einen unerwarteten Schub durch den Erfolg der US-Grunge-Band Nirvana, die nach dem Experimentieren und Digitalisieren der 1980er den Rock wieder auf die klassische "Gitarre-Bass-Schlagzeug-3-Akkorde-Kombi" reduzierten und die gesamte Alternative-Szene der 90er nachhaltig prägten. In der Folge tauchten Bands wie Soundgarden, Pearl Jam oder die Smashing Pumpkins auf.
Das Fusionieren und Experimentieren trat dann erst wieder zum Ende des Jahrzehnts in den Vordergrund durch Interpreten, die Elemente aus der zu dieser Zeit Erfolge feiernde elektronischen Musik adaptierten wie z.B. Radiohead, Blur oder auch Nine Inch Nails.
Das neue Jahrtausend wurde dann durch eine um sich greifende Retrowelle geprägt. Bands wie The Strokes oder The White Stripes griffen auf für die 1960er Jahre typische Elemente zurück und transportierten sie zurück in die Charts, The Hives stehen auf den Schultern alter Punk-Größen, The Mars Volta machen als erste Band seit 30 Jahren wieder erfolgreich Proggressive Rock und die Bright Eyes klingen z.T. sehr nach dem jungen Bob Dylan. Ein stilistischer Einschnitt, das "nächste große Ding", lässt im Moment also etwas auf sich warten.
(1) Carlo Bohländer...: Reclams Jazzführer. 5., durchges. u. erg. Aufl., 2000, S. 417. - (2) Ebd.
Bekannte Rock-Festivals und -Konzerte
Bob Dylan
- Zwischen 1965 und 1971 fanden zahlreiche Rockkonzerte im Fillmore West (San Francisco) und Fillmore East (New York) statt
- 16.-18. Juni 1967: Monterey Pop Festival
- 5. Juli 1969: Freiluft-Konzert der Rolling Stones im Londoner Hyde Park
- 15.-17. August 1969: Woodstock Festival
- 6. Dezember 1969: Altamont- Musikfestival mit Hauptact Rolling Stones
- 1968 bis 1970: Isle of Wight Festival
- 1. August 1971: Konzert für Bangladesh
- 13. Juli 1985: Live Aid in London und Philadelphia
- Juli 1988: Anlässlich des 70. Geburtstages des zu jener Zeit seit 24 Jahren inhaftierten Nelson Mandela findet im Londoner Wembley-Stadion ein Benefiz-Festival statt.
- 12.&13. August 1989: Moscow Music Peace Festival im Moskauer Olympia-Stadion
- 21. Juli 1990: Nur wenige Monate nach dem Mauerfall wird Pink Floyds "The Wall" auf dem Potsdamer Platz in Berlin aufgeführt.
- 20. April 1992: Freddie Mercury Tribute Concert im Londoner Wembley-Stadion
- Seit 1971 findet in Dänemark jährlich das Roskilde-Festival statt
- Das größte Open-Air-Festival Europas ist das alljährlich Ende Juni stattfindende Glastonbury Festival
- Bekannteste Open-Air-Festivals in Deutschland sind Rock am Ring (Nürburgring, Eifel), Rock im Park (Nürnberg), die beide jährlich stattfinden und jeweils die selben Bands im Aufgebot haben, sowie das Southside-Festival am Bodensee mit den selben Bands wie sie am selben Wochenende wie beim Hurricane-Festival in Norddeutschland auftreten
- Die bekanntesten Metal-Open-Airs: Wacken Open Air, Bang Your Head, Summer Breeze und das Dynamo Open Air
- In der Schweiz sind insbesondere die jährlichen Festivals Gurtenfestival, OpenAir St. Gallen, Openair Gampel und Paléo Festival international bekannt und beliebt. Neu dazu gekommen ist 2005 auch das Greenfield Festival in Interlaken das sich vor allem auf Rockmusik konzentriert.
- Lollapalooza war in den Jahren 1991 bis 1997 sowie 2003 eine Festival-Tournee in den Kanada und den USA.
- Seit 1996 findet im bayrischen Rothenburg ob der Tauber das Taubertal Openair statt.
- Ebenfalls seit 1996 findet jährlich das von Ozzy Osbourne und seiner Frau initiierte Ozzfest statt.
- Über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt sind die Festivals im burgenländischen Wiesen (Burgenland) wie das Forestglade, Jazzfest oder Sunsplash.
- 29. November 2003: Unter dem Motto 46664 fanden seither mehrfach in Südafrika, aber auch in Madrid und Tromsø, Norwegen Konzerte zu Gunsten der HIV-infizierten Menschen im südlichen Afrika statt.
- 2. Juli 2005: In mehreren Städten weltweit finden die Live 8-Konzerte unter dem Motto „Make Poverty History“ statt.
Literatur
- Frank Laufenberg, Ingrid Laufenberg, Frank Laufenbergs Hit-Lexikon des Rock und Pop, Oktober 2002, Ullstein Tb., ISBN 3-5483-6362-8
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Europa, Bd. 1, Juli 2005, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-6428-1
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Europa, Bd. 2, Juli 2005, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-6429-X
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Amerika, Afrika, Asien, Australien, Oktober 2003, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-5869-9
E-Bass
Der elektrische Bass oder kurz E-Bass (auch Bass-Gitarre oder einfach nur Bass genannt) ist ein zumeist aus Holz gefertigtes Saiteninstrument. Wie bei der E-Gitarre werden die Saitenschwingungen nicht primär durch einen akustischen Klangkörper verstärkt, sondern durch | | |