:: wikimiki.org ::
| Bastian Sick |
Bastian SickBastian Sick ( - 1965 in Lübeck) ist ein deutscher Journalist, Lektor, Übersetzer und Sachbuchautor.
Er studierte Geschichtswissenschaft und Romanistik mit dem Abschluss Magister Artium. Seit 1995 ist er in verschiedenen Funktionen beim Spiegel-Verlag beschäftigt, von 1995 bis 1998 als Dokumentationsjournalist, seit 1999 als Mitarbeiter der Redaktion des Magazins Spiegel Online.
Bastian Sick ist Autor des erfolgreichen Buches „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“, das in humorvoller Weise Zweifelsfälle der deutschen Sprache darstellt. Das Buch ist eine überarbeitete Sammlung von Artikeln aus der seit Mai 2003 bestehenden Kolumne Zwiebelfisch von Spiegel Online, deren Autor ebenfalls Sick ist.
Literatur
- Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Köln / Hamburg 2004, ISBN 3-462-03448-0 (Hörbuch: ISBN 3-89813-400-8)
- Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, Folge 2. Köln / Hamburg 2005, ISBN 3-462-03606-8 (Hörbuch: ISBN 3-89813-445-8)
Ehrungen
- 2005: Ehrenmitgliedschaft im Verein Deutsche Sprache
Weblinks
-
- [http://www.spiegel.de/zwiebelfisch/ Bastian Sicks Zwiebelfisch-Kolumne bei SPIEGEL ONLINE]
- [http://www.kolumnen.de/sick.html Weitere Kolumnen von Bastian Sick bei kolumnen.de]
Sick, Bastian
Sick, Bastian
Sick, Bastian
Sick, Bastian
Lübeck
Die Hansestadt Lübeck (regional [], sonst []; Adj. auch lübsch; dän. Lybæk, ital. Lubecca, poln. Lubeka, finn. Lyypekki) ist eine kreisfreie Stadt im Norden Deutschlands und im Südosten Schleswig-Holsteins an der Ostsee (Lübecker Bucht). Sie hat nach der Landeshauptstadt Kiel die meisten Einwohner und ist eines der drei Oberzentren des Landes. Flächenmäßig ist sie die größte Stadt in Schleswig-Holstein. Die aus dem Mittelalter erhaltene Altstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Nächstgrößere Städte sind Hamburg etwa 58 km südwestlich, Kiel etwa 63 km nordwestlich und Schwerin etwa 54 km südöstlich. Die Einwohnerzahl überschritt im Jahr 1911 die Grenze von 100.000, wodurch Lübeck zur Großstadt im modernen Sinne wurde.
Lübeck grenzt unmittelbar an die Europäische Metropolregion Hamburg an. Lübecks Selbstwertgefühl definiert sich am besten als das „Tor zum Norden“.
Geografie
Bilder rechts: Lübeck vom Turm der St.-Petri-Kirche aus gesehen
Metropolregion Hamburg
Metropolregion Hamburg
Metropolregion Hamburg
Metropolregion Hamburg
Metropolregion Hamburg
Metropolregion Hamburg
Metropolregion Hamburg
Metropolregion Hamburg
Die Stadt liegt an der unteren Trave, einem schiffbaren Fluss, der in Richtung Nordosten das Stadtgebiet durchfließt und etwa 17km von der Altstadt entfernt im Stadtteil Travemünde in die Ostsee (Lübecker Bucht) fließt. Die Altstadt liegt auf einem mäßigen Hügel, der einen Werder zwischen den Wasserläufen der Trave und der hineinmündenden Wakenitz bildet. Ferner durchzieht der Elbe-Lübeck-Kanal das Stadtgebiet von Krummesse bis zur Trave. Lübeck ist eine bedeutende Hafenstadt mit Fährverbindungen nach Skandinavien, Finnland, Russland und in das Baltikum.
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden, benannt nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Osten, grenzen an die Stadt Lübeck. Sie gehören mit Ausnahme von drei Gemeinden, die in Mecklenburg-Vorpommern liegen, alle zu Schleswig-Holstein.
- Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern: Stadt Dassow (Ortsteil Pötenitz), Selmsdorf und Lüdersdorf (alle Amt Schönberger Land)
- Kreis Herzogtum Lauenburg: Groß Grönau und Groß Sarau (beide Amt Ratzeburg-Land), Klempau, Krummesse, Rondeshagen und Bliestorf (alle Amt Berkenthin) sowie Groß Schenkenberg (Amt Sandesneben)
- Kreis Stormarn: Klein Wesenberg, Wesenberg, Hamberge, Badendorf, Heilshoop und Mönkhagen (alle Amt Nordstormarn)
- Kreis Ostholstein: Stockelsdorf (amtsfreie Gemeinde), Bad Schwartau (amtsfreie Stadt) sowie Ratekau und Timmendorfer Strand (beides amtsfreie Gemeinden)
Die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn gehören bereits zur Europäischen Metropolregion Hamburg. Lübeck als Oberzentrum bildet aus Sicht der Raumordnung mit Stockelsdorf, Bad Schwartau, Ratekau und Groß Grönau eine Agglomeration, auch in den mecklenburgischen Nachbargemeinden entwickelt sich durch das Fördergefälle ein Speckgürtel. In den Gemeinden der Konglomeration wohnen in etwa weitere 70.000 Einwohner, so dass der Ballungsraum Lübeck in etwa 283.000 Einwohner hat.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Lübecks ist in 10 Stadtteile eingeteilt. Diese wiederum sind in insgesamt 35 Stadtbezirke gegliedert. Die 10 Stadtteile mit ihrer amtlichen Nummern, ihren zugehörigen Stadtbezirken und den Einwohnerzahlen der Stadtteile:
- 01 Innenstadt (etwa 12.000 Einwohner)
- 02 St. Jürgen (etwa 40.000 Einwohner)
- Hüxtertor/Mühlentor/Gärtnergasse, Strecknitz/Rothebek, Blankensee, Wulfsdorf, Beidendorf, Krummesse, Kronsforde, Niederbüssau, Vorrade, Schiereichenkoppel, Oberbüssau, Hochschulstadtteil
- 03 Moisling (etwa 10.000 Einwohner)
- Niendorf/Moorgarten, Reecke, Alt-Moisling/Genin
- 04 Buntekuh (etwa 10.000 Einwohner)
- 05 St. Lorenz-Süd (etwa 12.000 Einwohner)
- 06 St. Lorenz-Nord (etwa 40.000 Einwohner)
- Holstentor-Nord, Falkenfeld/Vorwerk/Teerhof, Groß-Steinrade/Schönböcken, Dornbreite/Krempelsdorf
- 07 St. Gertrud (etwa 40.000 Einwohner)
- Burgtor/Stadtpark, Marli/Brandenbaum, Eichholz, Karlshof/Israelsdorf/Gothmund
- 08 Schlutup (etwa 6.000 Einwohner)
- 09 Kücknitz (etwa 20.000 Einwohner)
- Dänischburg/Siems/Rangenberg/Wallberg, Herrenwyk, Alt-Kücknitz/Dummersdorf/Roter Hahn, Pöppendorf
- 10 Travemünde (etwa 15.000 Einwohner)
- Ivendorf, Alt-Travemünde/Rönnau, Priwall, Teutendorf, Brodten
Die Lübecker Stadtteile haben im Laufe der Zeit jeweils ihr eigenes Bild entwickeln können.
Die Innenstadt ist das touristische Kernstück Lübecks, der flächenmäßig kleinste Stadtteil und der am längsten besiedelte. Die Innenstadt liegt hauptsächlich auf der Altstadtinsel zwischen Trave und Wakenitz, die in etwa eine Ausdehnung von 2 km von Nord nach Süd und 1,5 km von West nach Ost hat, auch wenn sich einige wesentliche Gebäude, die zur Innenstadt gerechnet werden, auch auf darumliegenden kleineren Inseln liegen (so z. B. das Holstentor, das am Fuß der sogenannten Wallhalbinsel liegt, die aber letzten Endes auch eine Insel zwischen Trave und Stadtgraben ist). Das zieht nach sich, dass man, um die Innenstadt zu verlassen, jeweils eine Brücke im alten Befestigungsgürtel um die Stadt (Wallanlagen) überqueren muss, um die direkten Vorstädte zu erreichen, so dass sich nicht wie in anderen Städten die Neustädte unmittelbar an die mittelalterliche Altstadt anschließen.
Westlich des Holstentors liegen die beiden Vorstädte Sankt Lorenz-Nord und Sankt Lorenz-Süd, die durch die Eisenbahn getrennt werden. Hier wird das Bild hauptsächlich vom Bahnhof geprägt, um den herum sich Ende des 19. Jahrhunderts eine Vorstadt für die Unter- bis Mittelschicht entwickelt hat. Auch heute werden die beiden Stadtteile durch viele Wohnblocks und nur durch wenig Grünanlagen geprägt.
Jenseits der Bahnschienen in St. Lorenz-Süd folgen dann die beiden Stadtteile Buntekuh und Moisling, die einerseits durch viele Wohnblocks aus den 60er-Jahren geprägt sind, andererseits finden sich gerade in Buntekuh auch weitläufige Gewerbegebiete entlang der A 1. Moisling blickt im Unterschied zu Buntekuh auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück: bereits im 17. Jahrhundert gab es hier eine damals noch zu Dänemark gehörende Siedlung, die v. a. von Juden bewohnt war. Auch heute findet sich hier noch ein jüdischer Friedhof.
Der Stadtteil Buntekuh verdankt seinen Namen einem Gut, das hier bis Ende der 1950er-Jahre existierte und Landwirtschaft betrieb. Das Gut wiederum wurde nach der Hansekogge „Bunte Kuh“ benannt, die 1401 den Angriff auf den Seeräuber Klaus Störtebeker führte.
Im Süden der Altstadt und auf der Wakenitzhalbinsel auch den östlichen Altstadtrand umfassend liegt der Stadtteil St. Jürgen, der gerade im nördlichen Anteil durch gründerzeitliche Villenviertel, dann südlich des St.-Jürgen-Rings eher durch Wohnblocks der 50er- bis 70er-Jahre geprägt ist. Im Süden läuft St. Jürgen in die lauenburgische Landschaft aus und bietet hier einen breiten Grüngürtel voller Felder und Wiesen, im Osten wird der Stadtteil von der Wakenitz begrenzt, wo sich in den Auen aufgrund der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ein reichhaltiges Naturschutzgebiet erhalten hat. In St. Jürgen liegen die beiden größten Hochschulen Lübecks, die Universität und die Fachhochschule, daher ist St. Jürgen neben der Innenstadt der Stadtteil mit der größten Studentendichte. Ganz im Süden schließen sich mehrere dörfliche Stadtteile an wie z. B. Vorrade, Beidendorf, Wulfsdorf, Blankensee oder das teilweise zu Lübeck, teilweise zum Herzogtum Lauenburg gehörende Krummesse. St. Jürgen war ursprünglich eine Vorstadt mit Gärtnereien und Weiden. Heute sind nur noch vier Gärtnereien erhalten, denn die Grünflächen bieten den meisten Raum für den Bau von Siedlungen, wie den Hochschulstadtteil, welcher in den letzten Jahren auf dem Gebiet des alten Mönkhofs entstanden ist.
St. Gertrud im Norden der Altstadt ist ebenso wie St. Jürgen direkt in Altstadtnähe durch klassizistische Sommerhäuser und Gründerzeitvillen rund um den Stadtpark und die Wakenitz geprägt, weiter im Osten dann auch durch modernere Wohnviertel für alle sozialen Schichten. An der Trave findet sich das auch sehr sehenswerte Fischerdorf Gothmund mit einigen reetgedeckten Fischerkaten. Hier liegt auch der Lübecker Stadtwald Lauerholz, in dem sich auch heute noch die Grenze zur ehemaligen DDR nachvollziehen lässt.
Jenseits des Stadtwaldes Lauerholz liegt der kleine Stadtteil Schlutup, der v. a. durch seinen an der Trave gelegenen Fischereihafen geprägt ist, der sich heute zu einem modernen Papierumschlaghafen wandelt. In Schlutup befand sich vor der Wende der nördlichste Grenzübergang zwischen der Bundesrepublik und der DDR, die Transitstrecke nach Rostock und Sassnitz im Zuge der B 105.
Nördlich der Trave liegt Kücknitz, das alte Industrieviertel von Lübeck. Hier wurde bis in die 80er-Jahre in der Siemser Hütte Stahl verarbeitet und auch heute liegt hier noch ein wichtiger Teil des Lübecker Hafens, u. a. mit dem neu erbauten Containerterminal. Die Flenderwerft, die traditionsreiche Werft des Stadtteils, musste hingegen vor zwei Jahren Konkurs anmelden.
An der Mündung der Trave liegt schließlich Travemünde, das bereits im 14. Jahrhundert von Lübeck erworben wurde und seit 1801 als Seebad anerkannt ist. Hier lockt ein breiter Sandstrand sowohl am eigentlich Ortskern als auch auf der Priwallhalbinsel, die zu Vor-Wende-Zeiten nur per Fähre erreicht werden konnte, weil sie am Ende von der DDR begrenzt wurde. Südlich der Priwallhalbinsel, der Ostsee abgewandt, liegt das Pötenitzer Wiek, eine große Bucht der Trave, die aufgrund ihrer Grenznähe auch als artenreiches Gebiet konserviert werden konnte. In Travemünde liegt aber auch der Skandinavienkai, der größte Ostseefährhafen Deutschlands, von wo aus Fähren in viele Ostseehäfen (u. a. Trelleborg, Helsinki, Klaipėda) starten.
Geschichte
Erste Besiedlung
Im Osten Holsteins findet die slawische Besiedelung um ca. 700 statt. Bereits auf die Zeit Karls des Großen geht eine erste Ansiedelung nördlich der Lübecker Altstadtinsel zurück. Dieses slawische Liubice (lieblich), das sich an der Mündung der Schwartau in die Trave befand und heute nach den Ausgrabungen ein wichtiges Bodendenkmal ist, war seit dem 10. Jahrhundert neben Oldenburg in Holstein (Starigard) die wichtigste Siedlung der Abodriten. Das in Liubice sesshafte Geschlecht der Nakoniden lag mit den Wilzen in ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen. Eine burgartige Befestigung für diese Zeit ist wahrscheinlich. Nach einer Erwähnung 819 wurde Liubicen erneut um das Jahr 1076 von Adam von Bremen in seiner Gesta Hammburgensis ecclesiae pontificum erwähnt, in der auch von der Steinigung des Ansverus im Jahr 1066 bei Einhaus berichtet wird. Im Jahr 1093 wurden dann die Abodriten in der Herrschaft durch die Wagrier abgelöst. Im Jahr 1138 wurde der Ort von Slawen niedergebrannt.
Deutsche Kolonisation
Die Stadt Lübeck in der heutigen Lage, auf dem Hügel Buku zwischen Trave und Wakenitz, wurde dann 1143 durch Adolf II., Graf von Schauenburg und Holstein neu begründet. 1149 wird Vizelin Bischof in Oldenburg.
Zeit der Hanse
Nach einem Brand 1157 wird Lübeck 1159 durch Heinrich den Löwen wiederaufgebaut. Dieser Zeitpunkt wird heute von Historikern als der Beginn der Kaufmannshanse (im Gegensatz zur späteren Städtehanse) angesehen. Mit der Chronica Slavorum sowohl des Helmold von Bosau wie in seiner Nachfolge des Arnold von Lübeck setzt während dieser Zeit auch die umfassendere schriftliche Überlieferung des Zeitgeschehens in Nordostdeutschland als geschichtliche Quelle ein. 1181 belehnt Kaiser Friedrich Barbarossa in Lübeck Herzog Bogislav I. mit dem Herzogtum Pommern, das dadurch reichsunmittelbar wird. Das Barbarossa-Privileg von 1188 sichert der Neugründung den territorialen Bestand und die Handelsmöglichkeiten. 1226 erlangte Lübeck von Kaiser Friedrich II. mit dem Reichsfreiheitsbrief die Reichsfreiheit und wird reichsunmittelbare Stadt. Die Stadt nahm rasch Aufschwung. Die Bedrohung der Eigenständigkeit durch die dänische Machtausdehnung unter Waldemar II wurde in der Schlacht von Bornhöved erfolgreich abgewehrt. Lübeck wurde zum Hauptort der Hanse und entwickelte sich zur zeitweise wichtigsten Handelsstadt des nördlichen Europas.
Mitte des 13. Jahrhunderts entsteht der Verband der wendischen Städte unter Lübecks Führung und die Hanse wandelt sich zur Städtehanse. 1356 findet der erste allgemeine Hansetag in Lübeck statt.
Die ständigen Auseinandersetzungen mit Dänemark wurden 1370 mit dem Frieden von Stralsund zu einem für die Hanse günstigen Abschluss gebracht. Damit erreichte Lübeck den Höhepunkt seiner Macht im Ostseeraum.
Im 14. Jahrhundert war Lübeck nach Köln die zweitgrößte Stadt Deutschlands und neben Rom, Venedig, Pisa und Florenz eine der fünf Herrlichkeiten des Reiches, gemäß Edikt von Kaiser Karl IV. vom 20. Oktober 1375.
Allerdings kommt es um 1380 zu inneren Unruhen, den Knochenhaueraufständen unter Hinrik Paternostermaker, dessen Verschwörung aber 1384 scheitert.
1384
Das Lübecker Stadtrecht (lübisches Recht) galt in vielen Hansestädten, und der Lübecker Rat war Appellationsinstanz für alle Hansestädte des Lübecker Rechtskreises.
Hamburg und Lübeck arbeiteten eng zusammen, während Hamburg insbesondere den Nordseeraum und Westeuropa abdeckte, orientierte sich der Seeverkehr Lübecks besonders nach Skandinavien und in den gesamten Ostseeraum bis nach Nowgorod. Der Handelsverkehr zwischen den beiden Hansestädten wurde vorwiegend über Land durchgeführt, aber auch per Binnenschiff durch den Stecknitz-Kanal, über den auch das Salz aus Lüneburg (siehe auch: Alte Salzstraße), eines der wichtigsten Exportgüter Lübecks in Richtung Norden und Osten, transportiert wurde. Das Salz wurde im Ostseeraum benötigt, um Fisch zu konservieren. Der Hering war im Mittelalter im Binnenland eine beliebte Fastenspeise.
Der von den Hamburgern mit erheblichem Aufwand betriebene Bau eines Kanals zwischen beiden Städten, des Alster-Beste-Kanals, führte hingegen nicht zum gewünschten Erfolg.
Lübeck unterhielt auch eine bedeutende Kriegsmarine zum Schutz der Handelsinteressen der Hanse, auch zum Schutz gegen Seeräuber, wie die Vitalienbrüder.
Auch der Beginn des 15. Jahrhunderts ist durch innere Unruhen von 1408–1415 geprägt, in deren Verlauf es zur Absetzung des Rates kommt, so dass Lübeck 1410 vorübergehend in Reichsacht gerät.
Der Ostseehandel der Lübecker in dieser Zeit ist nicht nur von Salz, Heringen und Stockfisch geprägt. Ganz Nordeuropa wird von hier aus mit allen Waren des täglichen Bedarfs versorgt, eine herausragende Stellung nimmt auch der Handel mit Kunstgegenständen ein. Ein gutes Beispiel ist der bedeutende Maler und Bildhauer Bernt Notke, dessen Werke im gesamten Ostseeraum zu den herausragendsten Beispielen mittelalterlicher Kunst gehören.
Die Handelsbeziehungen der Hanse förderten auch den Absatz von Büchern. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks wird Lübeck Ende des 15. Jahrhunderts durch Drucker wie Steffen Arndes (Niederdeutsche Bibel, 1494) und später Johann Balhorn zum Druck- und Buchvertriebszentrum des Ostseeraums.
1500 wird Lübeck Teil des Niedersächsischen Reichskreises.
Die Fehden mit Dänemark nehmen ab 1509 wieder zu, werden zunächst im Frieden von Malmö (1512) beigelegt. Die Fehden lodern jedoch bald wieder auf. Im Ergebnis verhilft Lübeck Gustav I. Wasa 1523 auf den schwedischen Thron; im Gegenzug wird die Insel Bornholm von 1525–1576 lübisch.
1576
Die Zeit von etwa 1522 bis 1530 ist geprägt von der im Vordringen befindlichen Reformation. 1531 berief der Rat Johannes Bugenhagen, um das Gemeinwesen (Kirche, Schule, Sozialfürsorge) im reformatorischen Sinn neu zu ordnen. Seine Der Keyserliken Stadt Lübeck christlike Ordeninge erschien im Mai 1531; Ende des Jahres zwang der Rat das Domkapitel in einem Vertrag zum Verzicht auf das Kirchenvermögen in der Stadt. Hermann Bonnus wurde erster Superintendent und Rektor der neugegründeten Lateinschule Katharineum.
Jürgen Wullenwever, der im März 1533 durch eine umsturzartige Machtübernahme Bürgermeister wurde, versuchte mit militärischen Mitteln, die alte Vormachtstellung im Osteeraum wiederherzustellen und die Grafenfehde zu Gunsten Lübecks zu beeinflussen. Zur Finanzierung seiner militärischen Abenteuer ließ er unter anderem den Kirchenschatz einschmelzen. Doch er scheiterte dramatisch, musste 1535 die Stadt verlassen und wurde vom Erzbischof von Bremen gefangengenommen und 1537 hingerichtet.
1615 erhielt Lübeck eine der stärksten Befestigungsanlagen in Europa, die westlichen Wälle.
Im Dreißigjährigen Krieg gelingt es Lübeck, neutral zu bleiben. 1629 wird hier der Friede von Lübeck zwischen den kaiserlichen Truppen und König Christian IV. von Dänemark geschlossen. Doch durch die Wirren des jahrzehntelangen Krieges, das völlige Ausbleiben der Heringschwärme in der Ostsee ab Mitte des 16. Jahrhunderts, aber auch durch die Umorientierung der europäischen Handelsströme nach Westen verlor die Hanse zunehmend an Bedeutung und Einfluss. 1630 löste sich diese auf und Lübeck blieb, genau wie Hamburg und Bremen, eine freie Hansestadt.
Der letzte Hansetag fand 1669 in Lübeck statt. Die drei Städte Lübeck, Hamburg und Bremen wurden zu Sachwaltern der Hanse und ihres Restvermögens eingesetzt.
Mit dem Ende der Hansezeit verlor Lübeck die überragende Bedeutung, blieb aber wichtige Handelsstadt nach Norden und Osten.
Von der Aufklärung zur Moderne
1669
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 bleibt Lübeck noch reichsunmittelbare Stadt, um dann mit Fortfall des Heilgen Römischen Reiches 1806 ein souveräner deutscher Staat zu werden.
Allerdings erfolgt am 6. November 1806 in Folge der für Blücher vernichtenden Schlacht von Lübeck die Besetzung der neutralen Stadt durch die Truppen Napoleons und 1811–1813 findet sich Lübeck wider Willen vorübergehend als Teil des französischen Kaiserreiches wieder; es wurde Arrondissement im Département Bouches-de-l'Elbe. Die wirtschaftlichen Folgen der Ausblutung durch die Besatzung werden für die Stadt bis zur Mitte des Jahrhunderts spürbar andauern.
1815 wird Lübeck auf dem Wiener Kongress völkerrechtlich souveränes Mitglied des Deutschen Bundes.
1835 stiftete der Senat die Bene Merenti für herausragende Dienste um und in Lübeck. Sie ist bis heute die bedeutendste Auszeichnung der Hansestadt.
Lübeck wird tritt 1866 dem Norddeutschen Bund bei und wird 1871 Teilstaat des Deutschen Reiches.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzt die Industrialisierung ein. Die Bevölkerungszahl wächst und die Vorstädte breiten sich aus.
Die Geschichte der Juden in Moisling und Lübeck
Die ersten jüdischen Familien, die sich 1656 im Dorf Moisling – außerhalb der Lübecker Landwehr gelegen – niederließen, waren vor den Pogromen des ukrainischen Kosakenaufstandes (1648–1657) unter Hetman Bogdan Chmelniecki aus dem multinationalen Großreich Polen-Litauen geflohen. Der Eigentümer von Dorf und Gut Moisling, der Lübecker Bürgermeister Gotthard von Höveln (1603–1671), der die aschkenasischen Juden aus ökonomischen Erwägungen ansiedelte, stieß damit auf starken Widerstand bei Rat und Bürgerschaft, die bis dahin eine jüdische Ansiedlung sowohl im Lübecker Stadt- als auch Landgebiet verhindert hatten.
Nach einer Eskalation des Streits unterstellte von Höveln sein Dorf 1667 königlich-dänischer Territorialhoheit. Der Erbe, sein Schwiegersohn von Wickede, erlangte 1686 und 1697 auf Grund königlicher Konzessionen das Niederlassungsrecht für Juden in Moisling und deren unbeschränkte Handels- und Verkehrsfreiheit im dänischen Gesamtstaat. Doch die holsteinischen Landjuden bedurften, um den täglichen Lebensunterhalt zu bestreiten, für ihre Handelstätigkeit des Lübecker Marktes. Der aber blieb ihnen bis 1852 weitgehend verschlossen.
Zwischen 1702 und 1762 gehörte das Dorf gottorfischen bzw. dänischen Eigentümern. Die autonome jüdische Zivil- und Zeremonialgerichtsbarkeit des Unterrabbinats Moisling stand dem Altonaer Oberrabbiner zu. 1762 wurde das Dorf lübeckisches Privateigentum, so dass die Stadt ihre antijüdische Politik kontinuierlich durchzusetzen vermochte. Per Staatsvertrag zwischen Dänemark und Lübeck gelangte 1806 die Landeshoheit über Moisling an die Reichsstadt, wodurch die nunmehr 300 rechtlosen Landjuden Lübecker Staatsangehörige wurden; deren ungeregelter Rechtsstatus blieb bis 1848 unverändert.
Die in der napoleonischen Phase (1811–1813) oktroyierte bürgerliche Gleichstellung der Juden, die u. a. zur Folge hatte, dass die Hälfte der Moislinger jüdischen Gemeinde nach Lübeck gezogen war, nahm der Senat 1814 zurück und vertrieb die Juden aus der Stadt. Im abseitigen Moislinger Zwangsgetto ernährten sich die kontinuierlich verarmenden Juden hauptsächlich vom Hausierhandel in benachbarten Territorien.
Die traditionell gesetzestreue Gemeinde stellte 1825 einen altfrommen polnischen Rabbiner auf Lebenszeit an, konnte 1827 eine neue Synagoge weihen und 1837 eine Elementarschule einrichten. In der internen Auseinandersetzung um die Reform des Judentums obsiegten die Traditionalisten. Ihre politisch-rechtliche Emanzipation erlangten die Juden 1848 im Rahmen eines verfassungsrechtlichen Modernisierungsprozesses der freien Hansestadt Lübeck. Die ökonomisch-soziale Emanzipation bekräftigte abschließend und unwiderrufen ein 1852 verkündetes Gesetz, ebenso wie die Zulässigkeit einer interkonfessionellen Eheschließung (Mischehe).
20. Jahrhundert
Der Zusammenbruch des Kaiserreichs 1918 führt in Lübeck zwar nicht zu übermäßigen revolutionären Verwerfungen, aber bereits 1918 zu einem neuen, zeitgemäßen Wahlrecht des Staates und im Mai 1920 zu einer neuen, ersten demokratischen Verfassung im modernen Sinne. Die Gemeinsamkeit der Hanse endet in diesem Jahr insofern, als die Freien Städte nunmehr keine gemeinsame, sondern fortan jeweils eigenständige Vertretungen beim Reich unterhalten.
Wahlrecht
Nach dem tragischen Lübecker Impfunglück erregte der anschließende Calmette-Prozess international Aufsehen und schrieb im Ergebnis Rechtsgeschichte.
Im März 1933 setzt die NSDAP in Lübeck die Gleichschaltung durch und die demokratischen Verfassungsprinzipien außer Kraft.
Durch das Groß-Hamburg-Gesetz verlor Lübeck 1937 seine 711 Jahre andauernde territoriale Eigenständigkeit und wurde zu einem Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein.
In der Nacht zum Palmsonntag vom 28. März auf den 29. März 1942 wurde Lübeck als erste deutsche Großstadt mit einem Flächenbombardement von der britischen Royal Air Force bombardiert, als „Vergeltung“ für den deutschen Angriff auf die englische Stadt Coventry.
In Lübeck wurden bei dem Bombenangriff 320 Menschen getötet, 1044 Gebäude der Stadt zerstört oder beschädigt, unter ihnen die Marienkirche, die Petrikirche und der Dom. Die Altstadt mit ihren schönen, mittelalterlichen Häusern trug bleibende Schäden davon.
Der Schweizer Diplomat und Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz Carl Jacob Burckhardt 1944 erreichte, dass der Lübecker Hafen zum Umschlaghafen für Schiffe des Roten Kreuzes wurde und die Stadt somit vor weiteren Bombardierungen geschützt werden konnte. Hierfür wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt zu teil.
Nach 1945 vergrößerte sich Lübecks Einwohnerzahl erheblich durch Zuzug von Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten. Bis 1989 blieb Lübeck Grenzstadt an der innerdeutschen Grenze mit einer gesamten Grenzlänge von ca. 44 km. In Schlutup befand sich dabei der nördlichste innerdeutsche Grenzübergang. Seit der Wiedervereinigung ist Lübeck wieder Oberzentrum auch für das westliche Mecklenburg.
Weltkulturerbe
1987 wurden die erhaltenen Teile des mittelalterlichen Stadtkerns auf der Altstadtinsel von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Damit wurde erstmals in Nordeuropa eine ganze Altstadt als Weltkulturerbe anerkannt. Ausschlaggebend waren dabei der exemplarische Charakter der Altstadt für die mittelalterliche Stadtentwicklung im Ostseeraum, die markante Stadtsilhouette mit den sieben Türmen der fünf Hauptkirchen und die geschlossen erhaltene vorindustrielle Bausubstanz. Hinzu kam als weitere schützenswerte Besonderheit der für die archäologische Erforschung des mittelalterlichen Städtewesens außerordentlich ergiebige Untergrund.
Der von der UNESCO geschützte Bereich bezieht die wichtigsten Bauwerke Lübecks ein: den Baukomplex des Rathauses, das Burgkloster, den Koberg – ein vollständig erhaltenes Viertel des späten 13. Jh. – mit Jakobikirche, Heiligengeist-Spital und den Baublöcken zwischen Glockengießer- und Aegidienstraße, das Viertel der Patrizierhäuser des 15. und 16. Jh. zwischen Petrikirche und Dom, das Holstentor und die Salzspeicher am linken Traveufer.
Geschichte der Eingemeindungen und Gebietsänderungen
Wie die meisten ehemaligen Freien Reichsstädte konnte auch Lübeck im Laufe der Geschichte neben dem eigentlichen Stadtgebiet umliegende Dörfer und Städte (etwa Travemünde im Jahre 1329) erwerben. Das Staatsgebiet der Freien Reichsstadt Lübeck bestand daher bis 1937 aus dem eigentlichen Stadtgebiet und dem sog. Landgebiet, also einer Vielzahl von Landgemeinden, die zum Teil auch als Exklave außerhalb des sonst geschlossenen Gebiets lagen. Die Gemeinden des Landgebiets hatten eine eigene Verwaltung beziehungsweise die Bewohner dieser Orte des Landgebietes des Lübschen Staates (des Niederstadtgebietes unter Verwaltung des Niederstadtprokurators) hatten andere Rechte als die der eigentlichen Stadt. Auch die Gerichtsbarkeit war eine andere, nämlich die des Niedergerichts, das in der Gerichtslaube auf dem Koberg Recht sprach. Das Landgebiet war in folgende Teilgebiete eingeteilt: „Vor dem Burgtor“, „Vor dem Holstentor“, „Vor dem Mühlentor“ und „Gebiet außerhalb der Landwehr (inclusive Exklaven)“. Für das Bewaffnungswesen war das gesamte Staatsgebiet Lübecks in fünf Bezirke eingeteilt: Holstentor-, Mühlentor-, Burgtor-, Ritzerauer und Travemünder Bezirk. 1804 vergrößerte sich das Landgebiet erheblich, als der Senat durch einen Vergleich mit dem Herzog von Oldenburg das durch den Reichsdeputationshauptschluss säkularisierte Stiftsland des Domkapitels und den Landbesitz des St. Johannisklosters aufteilte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts setzten sich für die Vorstädte, also die Gebiete vor den Stadttoren, eigene Bezeichnungen durch: St. Jürgen, St. Gertrud, St. Lorenz. 1861 wurden die Grenzen der Vorstädte offiziell festgelegt. Später wurden die Vorstädte um Gebiete der angrenzenden Landgemeinden vergrößert. Die erste größere Eingemeindung wurde 1913 vollzogen, als Travemünde und 11 Landgemeinden mit der Stadt Lübeck vereinigt wurden. Das Stadtgebiet umfasste danach zunächst noch zwei getrennte Teile. Dazwischen lagen mehrere Landgemeinden. 1935 wurden jedoch beide Teile des Stadtgebiets durch die Eingliederung weiterer Landgemeinden geschlossen. Die Landgemeinden außerhalb des geschlossenen Gebiets (Exklaven) blieben zunächst noch bei Lübeck. Sie wurden 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz, als die Stadt Teil der Provinz Schleswig-Holstein wurde, vollständig von Lübeck abgetrennt und den benachbarten Landkreisen zugeordnet.
Im einzelnen wurden die Landgemeinden des Staates Lübeck wie folgt in die Stadt Lübeck eingegliedert:
- 1903: ein Teil der Landgemeinde Vorwerk
- am 1. April 1913: (die eingegliederten Gemeinden waren danach „Vorstädte“)
- Stadt Travemünde und Landgemeinde Gneversdorf: Sie bildeten fortan den Stadtteil „Kurort und Seebad Travemünde“
- Landgemeinde Siems: Sie bildete mit dem Gebiet der Trave von der Mündung der Schwartau abwärts bis zum Durchstich bei der Herrenfähre den Stadtteil „Siems-Dänischburg“
- Landgemeinden Kücknitz (zum Teil, der Rest kam zur Landgemeinde Pöppendorf) und Herrenwyk sowie kleinere umliegende Gebiete: Sie bildeten den Stadtteil „Kücknitz-Herrenwyk“
- Landgemeinden Krempelsdorf, Vorwerk, Moisling und Genin: Sie wurden jeweils eigenständige Stadtteile
- Landgemeinde Schlutup: Sie bildete mit umliegenden Gebieten den Stadtteil Schlutup.
- Landgemeinden Gothmund und Israelsdorf (zum Teil, der Rest kam zur Landgemeinde Wesloe): Sie gehörten fortan zur Vorstadt St. Gertrud
- am 12. September 1921: Landgemeinden Schönböcken und Wesloe
- am 1. April 1927: Landgemeinde Strecknitz (nördlicher Teil)
- am 12. März 1932: Rest der Landgemeinde Strecknitz (sie wurde Teil von St. Jürgen)
- am 1. Mai 1935: (die eingegliederten Landgemeinden wurden danach zu äußeren Vorstädten)
- Landgemeinden Beidendorf, Blankensee, Brodten, Dummersdorf, Ivendorf, Kronsforde, Krummesse, Moorgarten, Niederbüssau, Niendorf, Oberbüssau, Pöppendorf, Reecke, Rönnau, Teutendorf, Vorrade und Wulfsdorf
Historische Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
Provinz Schleswig-Holstein
Zukunftsforscher sagen für die weitere Entwicklung bis 2020 einen Einwohnerverlust von ca. 5–6 % voraus. In Anbetracht der Alterstruktur der Stadt ist diese Zahl im Vergleich gering; allerdings soll die Geburtendifferenz im Wesentlichen durch den Zuzug von sog. Alten ausgeglichen werden, die das kompakte und konzentrierte kulturelle Angebot der Stadt mit ihrer daraus resultierenden besonderen Lebensqualität zu schätzen wissen.
Geschichte der Konfessionen in Lübeck
Mit dem Wiederaufbau der Stadt verlegte Heinrich der Löwe 1160 den Bischofssitz aus Oldenburg (Holstein) hierher und stiftete den Dom als Bischofskirche. Die persönliche Residenz des Bischofs blieb in Eutin, das dadurch später zum Zentrum des Fürstbistums Lübeck wurde.
Siehe auch:
- Bistum Lübeck
- Liste der Bischöfe von Lübeck
Ab 1524 hielt die Reformation Einzug in der Stadt (erste evangelische Predigt), und 1530/31 führte der Rat der Stadt eine neue Kirchenordnung von Johannes Bugenhagen ein. Danach war Lübeck über viele Jahre eine protestantische Stadt. Als Freie Reichsstadt hatte in Lübeck der Senat das landesherrliche Kirchenregiment inne und konnte die kirchlichen Angelegenheiten selbst regeln. Die Verwaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lübeck erfolgte durch das Konsistorium, das jedoch eher ein kirchliches Gericht als eine Behörde war, sowie durch das Geistliche Ministerium, an dessen Spitze bis 1796 ein Superintendent, dann ein Senior stand. 1921 erhielt die Landeskirche eine neue Verfassung und 1948 wurde sie Gründungsmitglied der EKD. 1977 schloss sie sich der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche an und wurde Sitz des Sprengels Holstein-Lübeck dieser neuen Landeskirche. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören zum Kirchenkreis Lübeck.
Im Mai 1656 siedelte der Lübecker Bürgermeister von Höveln in seinem Gut und Dorf Moisling die ersten jüdischen Familien an.
1666 entstand in Lübeck eine reformierte Gemeinde; hinzu kam 1689 eine französisch-reformierte Gemeinde, die sich aus zugewanderten Hugenotten rekrutierte. Beide Gemeinden vereinigten sich 1781 zur „Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Lübeck“, welche 1926 der Evangelisch-reformierten Landeskirche der Provinz Hannover beitrat.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. 1849 erhielten sie eine erste Rechtsordnung und 1888 wurde die erste katholische Kirche Lübecks, die Herz-Jesu-Kirche – heute Propsteikirche Herz-Jesu – gebaut. Weitere katholische Gemeinden wurden im 20. Jahrhundert gegründet. Sie gehörten zunächst zum „Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen“ und ab 1930 aufgrund des Preußischen Konkordates von 1929 zum Bistum Osnabrück. Aus den nördlichen Gebieten dieses Bistums entstand 1993 das neue Erzbistum Hamburg, zu dem die Stadt Lübeck nunmehr gehört. Offiziell errichtet wurde das Erzbistum Hamburg allerdings erst am 7. Januar 1995. Die Pfarrgemeinden der Stadt Lübeck gehören innerhalb der Erzdiözese Hamburg zum Dekanat Lübeck.
Seit dem Jahr 1901 ist die Neuapostolische Kirche in Lübeck vertreten.
Von besonderer Bedeutung für die Ökumene in Lübeck ist das Gedenken an die Lübecker Märtyrer. Die drei katholischen Priester Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink wurden 1942 verhaftet, vom nationalsozialistischen Volksgerichtshof 1943 wegen „Rundfunkverbrechen, landesverräterischer Feindbegünstigung und Zersetzung der Wehrkraft“ zum Tode verurteilt und am 10. November 1943 in Hamburg durch Enthaupten hingerichtet.
Politik
Bürgermeister
Die Leitung der Stadt Lübeck oblag über Jahrhunderte dem Rat der Stadt mit dem oder den Bürgermeistern an der Spitze. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Rat mit Senat bezeichnet. Dieser hatte 16 Senatoren und vier Bürgermeister, wobei die beiden ältesten sich im Vorsitz jährlich ablösten. Ab 1848 gab es nur noch zwei Bürgermeister. Sie waren lediglich Vorsitzende des Senats, nicht aber „Staatsoberhaupt“ der Freien Hansestadt Lübeck. Neben dem Senat gab es die „Bürgerschaft“ als „Parlament“. 1933 wurde die Bürgerschaft aufgelöst und der Senat verkleinert. Vorsitzender war fortan der „Oberbürgermeister“.
Am 1. April 1937 wurde Lübeck im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes in die preußische Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert, verlor damit seine Reichsunmittelbarkeit, also seine territoriale Souveränität.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schleswig-Holstein Teil der britischen Besatzungszone. Die Militärregierung führte 1946 eine zweigleisige Verwaltungsspitze ein. Danach gab es zunächst einen Bürgermeister als Vorsitzenden der „Bürgerschaft“ und daneben einen Oberstadtdirektor als Leiter der Verwaltung. Auf die erst seit 1933 geführte Amtsbezeichnung Oberbürgermeister für den Vorsitzenden der Bürgerschaft wurde verzichtet, weil der Titel Bürgermeister in Lübeck eine lange Tradition hat. Die schleswig-holsteinische Gemeindeordnung von 1950 übertrug den Titel „Bürgermeister“ dem Leiter der Verwaltung und führte für den Vorsitzenden der Bürgerschaft wie bei allen größeren Städten Schleswig-Holsteins die neue Bezeichnung Stadtpräsident ein.
Der aktuelle Lübecker Bürgermeister ist seit 2000 Bernd Saxe von der SPD, der aktuelle Stadtpräsident seit 2003 Peter Sünnenwold von der CDU.
CDU
Bei der Bürgermeisterwahl (amtliches Endergebnis in Klammern) am 4. September 2005 traf Bernd Saxe (47,2 %) auf vier konkurrierende Herausforderer. Der Herausforderer der CDU war Michael Koch (24,0 %). Zudem stellten sich noch Susanne Hilbrecht von Bündnis 90/Die Grünen (4,6 %) sowie die parteilosen Bewerber Gabriele Meißel (3,7 %) und Dr. Raimund Mildner (20,5 %) zur Wahl.
Da im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen nötig ist, um die Wahl zu gewinnen, traten am 18. September 2005 Bernd Saxe (SPD) und Michael Koch (CDU) zur Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters an. Aus dieser ging der Amtsinhaber Bernd Saxe (SPD) mit 62 % der Stimmen als Sieger hervor.
Siehe auch: Lübecker Bürgermeister und Stadtpräsidenten
Bürgerschaft
In der Lübecker Bürgerschaft verfügt die CDU seit der letzten Kommunalwahl erstmals seit längerer Zeit wieder über eine Mehrheit, die jedoch offenbar gegen einen sozialdemokratischen Verwaltungschef nur schwer umzusetzen ist. Die Bürgerschaft besteht aus 50 Abgeordneten; die CDU stellt 27, die SPD 17, die Grünen 4 und die F.D.P. 2. Mit Metin Hidir trat 2005 der erste Nicht-Deutsche der Lübecker Bürgerschaft bei.
Wappen
Das Wappen der Stadt Lübeck zeigt in Gold einen rot bewehrten, schwarzen Doppeladler mit einem von Weiß und Rot geteilten Brustschild. Es handelt sich um den „Reichsadler“ als Symbol der ehemaligen Reichsfreiheit der Stadt Lübeck, welche die Stadt bis 1937 genoss, als sie durch das Groß-Hamburg-Gesetz der preußischen Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert wurde. Die Stadtfarben sind Weiß-Rot. In der oberen Ecke der Flagge an der Flaggenstange befindet sich der Adler des Stadtwappens.
Städtepartnerschaften
Lübeck unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:
- Kotka (Finnland), seit 1969
- Wismar (Mecklenburg-Vorpommern), seit 1987
- La Rochelle (Frankreich), seit 1988, Freundschaftsvertrag bereits seit 1980
- Klaipėda (ehem. Memel) (Litauen), seit 1990
- Visby (Schweden), seit 1999
Freundschaftsverträge bestehen mit Venedig (Italien) seit 1979, mit Kawasaki (Japan) seit 1992 und mit Bergen (Norwegen) seit 1996. Darüber hinaus unterhält Lübeck freundschaftliche Beziehungen mit mehr als 100 anderen europäischen Städten, die regelmäßig an den Hansetagen der Neuzeit teilnehmen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Hansetag
Hafen
Der Lübecker Hafen ist der größte deutsche Ostseehafen und Tor nach Skandinavien und ins Baltikum. Zahlreiche Fährlinen verbinden die Lübecker Häfen mit dem gesamten Ostseeraum. Der Skandinavienkai ist der größte Fährhafen Europas.
Die stadtnahen Häfen Hansekai und Roddenkoppelkai werden heutzutage kaum noch für die gewerbliche Seeschifffahrt genutzt. Am Roddenkoppelkai legt alle paar Monate mal ein Viehtransporter an, der Hansekai dient allenfalls Binnenschiffen oder Kurzzeit-Aufliegern als Liegeplatz.
Der Konstinkai ist Hauskai der Transfennica-Reederei, die rollende Ladung zu finnischen Häfen befördert. Außerdem werden hier gelegentlich kleine Küstenbulker gelöscht, die Getreide für die Brüggen-Cornflakes-Werke anlanden.
Unmittelbar südlich vom Konstinkai ist der Burgtorkai, der früher als Kreuzfahrtterminal diente. Durch den zur Zeit anlaufenden Bau der Nordtangente und die damit verbundene Straßenquerung über die Trave in Höhe des Nordlandkais können große Schiffe den Burgtorkai bald nicht mehr anlaufen.
Der Nordlandkai ist „Heimathafen“ der riesigen Finncarriers – haushohe RoRo-Schiffe, die rollende Ladung nach Finnland und Russland verschiffen. Gelegentlich machen am ATR-Getreidesilo größere Überseeschiffe fest, die Getreide für Fernost oder Südostasien laden. Diese Schiffe stellen für Schiffsenthusiasten einen wahren Leckerbissen dar.
In privater Hand sind die Lehmannkais I–III der Lübecker Firma Hans Lehmann, die Anfang 2004 das Gelände der ehemaligen Flender-Werft dazu gekauft hat und hier drei oder vier RoRo-Anleger bauen wird, um mit dem Partner DFDS weitere Fährlinien in den russischen und baltischen Raum akquirieren zu können. Ein ähnliches Ziel verfolgt die städtische Lübecker Hafengesellschaft (LHG) mit den Flächen am danebenliegenden Seelandkai. Zwischen Seelandkai und Lehmannkai I betreibt die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG durch ihre Tochter Combisped das moderne Containerterminal-Lübeck mit Containerbrücken zur Verladung von der und auf die Bahn in Richtung der Containerterminals im Hamburger Hafen.
Noch recht neu ist der Schlutupkai, an dem hauptsächlich Papier aus Schweden angelandet wird.
Der Skandinavienkai im Stadtteil Travemünde ist der Fährhafen Lübecks – und mit etwa 130 regelmäßigen Abfahrten pro Woche der größte Fährhafen Europas: Passagiere und Fracht werden von hier aus nach Schweden (z.B. Malmö und Göteborg), Finnland, Russland und ins Baltikum befördert.
Am Ostpreußenkai vor der Travemünder Hafenpromenade „Vorderreihe“ legen Kreuzfahrtschiffe und Großsegler an.
- Elbe-Lübeck-Kanal
Der Elbe-Lübeck-Kanal ist für Lübecks Hafenwirtschaft leider nur von untergeordneter Bedeutung, weil die Bundesrepublik Deutschland als Eigentümerin seit Jahrzehnten die erforderlichen Ausbaumaßnahmen nicht in Angriff nimmt. Siehe: Hauptartikel Elbe-Lübeck-Kanal
- Museumshafen An der Untertrave
Direkt vor der Lübecker Altstadt liegt der Lübecker Museumshafen, der, weil viele Oldtimer von privater Hand noch „in Fahrt“ gehalten werden, im Winter naturgemäß voller ist als im Sommer. Zu den Prunkstücken gehören das Feu
Journalist
Journalist // war ursprünglich, im 17. und 18. Jahrhundert, der Herausgeber, wenn nicht alleinige Autor eines Journals – im Falle des literarischen Journals mit der Rezension neuester wissenschaftlicher Publikationen (Literatur) befasst, im Falle des historischen oder politischen Journals der Kommentator von Zeitungsnachrichten, die zu diesem Zeitpunkt in der Regel ohne Kommentar und anonym in den Zeitungen abgedruckt wurden. Die damit einhergehende Arbeitsteilung – der Journalist konnte sich jederzeit darauf zurückziehen, er kommentiere die Nachrichten lediglich, sei für sie selbst jedoch nicht verantwortlich – trug vornehmlich dem instabilen Schutz der Meinungsäußerung Rechnung.
Mit der Einführung eines stabileren Presserechts im 19. und 20. Jahrhundert löste sich der Journalismus vom Journal. Die Analyse und der Kommentar zogen in die Zeitungen ein, die damit Plattformen öffentlicher Debatten wurden; in der Ausdifferenzierung in Berichterstattung und Kommentar lebt innerhalb der Zeitung die alte Arbeitsteilung fort. Der Journalist selbst wurde beruflich flexibel, er ist nicht länger auf das Journal beschränkt. Seine Arbeit besteht seit diesen Umschichtungen primär in der Recherche, der Aufarbeitung und dem Angebot von Information in den tagesaktuellen Medien des Drucksektors, des Radios, des Fernsehens und zunehmend des Internets.
Berufsbild
Vierte Gewalt
Aus den Erfahrungen mit dem Dritten Reich haben die Väter des Grundgesetzes den Medien, insbesondere den Journalisten, Freiheiten eingeräumt. Deutlich wird dies in der im Artikel 5 des Grundgesetzes verankerten Pressefreiheit. Die Journalisten können sich neben Priestern als einzige auf das Zeugnisverweigerungsrecht berufen, d. h. sie können vor Gericht die Aussage verweigern, wer ihnen die Informationen zu einer bestimmten Story gegeben hat.
Denn gerade dadurch, dass ein Informant so sicher sein kann, nicht genannt zu werden, kann durch Aufdeckung von beispielsweise Bestechungen eine „Kontrollfunktion“ gegenüber dem Staat ausgeübt werden. Aus diesem Grunde werden Journalisten und Medien oft als Vierte Gewalt im Staate bezeichnet.
Zudem informieren Journalisten die Öffentlichkeit über Sachverhalte oder Vorgänge, die von allgemeiner, politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Bedeutung sind. Damit tragen sie zum Prozess der politischen Meinungs- und Willensbildung bei und erfüllen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.
In den vergangenen Jahren ist der Beruf aber durch Machtmissbrauch und Sensationsgier zunehmend in die Kritik geraten. Journalisten gelten daher mittlerweile neben Berufspolitikern als der unbeliebteste Berufsstand.
Ausbildung
Da der Begriff „Journalist“ rechtlich nicht geschützt ist, wie Arzt, Architekt oder Bäcker, kann sich jeder Journalist nennen. Eine vorgeschriebene Berufsausbildung oder Lehre für Journalisten gibt es nicht.
Üblich für die professionelle Ausübung ist eine zweijährige Ausbildung in einer oder mehreren Redaktionen als Volontariat, dem üblicherweise eine gewisse Zeit der freien journalistischen Tätigkeit vorausgehen sollte. Weitere Möglichkeiten sind der Besuch einer Journalistenschule oder ein Journalistik-Studium. Jedoch ist das Berufsfeld offen für Quereinsteiger (insbesondere mit Spezialwissen).
Voraussetzung für Beruf des Journalisten ist in erster Linie die handwerkliche Beherrschung seines Mediums, sei es Sprache, Foto oder Film. Darüber hinaus werden von einem Journalisten soziales und gesellschaftspolitisches Verantwortungsbewusstsein, logisches und analytisches Denken, Kreativität sowie Kontaktfähigkeit verlangt. Abgesehen vom Lokal-Journalisten, der ein Allrounder sein sollte, sind in den Mantel-Redaktionen bei den Print-Medien und Redaktionen von Hörfunk und Fernsehen zunehmend Fachleute gefragt.
Eine alte, aber treffende Journalisten-„Weisheit“ sagt: Man muss nicht alles wissen, nur wissen, wer als Fachmann etwas zu einem Thema sagen kann.
Tätigkeitsgebiete
Journalisten arbeiten in Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften und Anzeigenblätter, aber auch im Hörfunk und Fernsehen sowie Nachrichtenagenturen oder Pressebüros.
Mit dem Internetzeitalter kamen als jüngstes Tätigkeitsfeld Online-Redaktionen hinzu. Ferner sind Journalisten als Pressesprecher oder Pressereferenten in den Pressestellen (auch PR- oder Marketingabteilungen) von Wirtschaftsunternehmen, Behörden oder Organisationen tätig.
Im Bereich der Tageszeitungen arbeiten ein großer Teil als Lokaljournalist. Bei überregionalen Tageszeitungen, bei Zeitschriften und in den Bereichen Rundfunk und Fernsehen findet i. d. R. eine Spezialisierung auf bestimmte Ressorts statt, z. B. Nachrichten, Sport, Wirtschaft, Kultur, Musik, Wissenschaft.
Wer bei Presse, Hörfunk oder Nachrichtenagenturen Nachrichten bearbeitet, also redigiert, gilt als Redakteur. Dabei werden Bild- und Text-Redakteur unterschieden.
Im Gegensatz dazu arbeitet der Reporter vor Ort, etwa bei einem großen Unglück oder einer Naturkatastrophe, recherchiert also die Fakten einer Geschichte.
Ein Korrespondent ist für seine Heimatredaktion (Zeitung, Hörfunk, Fernsehen, Nachrichtenagentur) in der Bundes- oder Landeshauptstadt oder im Ausland tätig.
Neben den angestellten Journalisten gibt es auch freiberufliche Journalisten. Diese arbeiten auf Honorar-Basis oder handeln Pauschalverträge aus. Viele Moderatoren im Fernsehen sind freie Journalisten.
Darstellungsformen
In seiner Arbeit benutzt der Journalist unterschiedliche Darstellungsformen. Neben der reinen Vermittlung von Fakten (Nachricht, Bericht, Fotografie, Film und Interview) fließen in den anderen Darstellungsformen auch persönliche Wertungen ein: Reportage und Feature. Eine ausschließlich persönliche Wertung eines Sachverhaltes findet sich im Kommentar und in der Glosse.
Tätigkeitsfelder
Korrespondent – Reporter – Bildredakteur – Kolumnist – Feuilletonist – Lokaljournalist – Leitartikler – Fotojournalist – Videojournalist – Moderator
Literatur
- Walther von LaRoche: Einführung in den praktischen Journalismus, 13. Aufl. München, Leipzig 1992
- Claudia Mast (Hrsg.): ABC des Journalismus. Ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit, 7. Aufl. Konstanz 1994
- Elisabeth Noelle-Neumann, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (Hrsg.): Fischer Lexikon Publizistik Massenkommunikation, Frankfurt a. M. 1994
- Wolf Schneider: Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil (Buchtipp zum Thema sprachliche Ausdrucksfähigkeit und -sicherheit)
- Deutscher Fachjournalisten-Verband (Hrsg.): Fachjournalismus. Expertenwissen professionell vermitteln, Konstanz 2004
Siehe auch
- Portal:Wissen, Information, Kommunikation und Medien
- Liste bekannter Journalisten
- Embedded Journalist
- Journalistenschule
- Journalismus
- Investigativer Journalismus
- Wissenschaftsjournalismus
- Journalistische Darstellungsformen
- Pressefreiheit
- Musikjournalismus
Weblinks
- [http://www.djv.de Deutscher Journalisten-Verband (DJV)]
- [http://www.mediafon.net Mediafon – Dienstleistungsgewerkschaft ver.di]
- [http://www.jonet.org jonet – Diskussionsforum für Journalisten]
- [http://www.jungejournalisten.de Netzwerk von Nachwuchsjournalisten]
- [http://www.medien-frauen.de.vu Berühmte Journalistinnen]
- [http://www.dfjv.de Deutscher Fachjournalistenverband]
Kategorie:Freie Berufe
!
!
Kategorie:Medien
ja:ジャーナリスト
Übersetzer
Ein Übersetzer nimmt die Übersetzung von Texten von einer Ausgangssprache (AS-Text) in eine andere Sprache, die Zielsprache (ZS-Text), vor.
Spezialisierungen bei Übersetzern
Fachübersetzer spezialisieren sich auf eine oder mehrere Textsorten bestimmter Fachgebiete, z. B. Finanzwesen, Elektrotechnik, Handbücher und Betriebsanleitungen.
Literaturübersetzer übertragen Literatur wie Romane, Gedichte oder Comics, aber auch Sachbücher oder Zeitschriftenartikel in die Zielsprache. Literarische Übersetzungen unterliegen in gleicher Weise wie der ursprüngliche Text dem Urheberrecht und sind somit urheberrechtlich geschützt.
Ermächtigte Übersetzer werden in Deutschland von den Landgerichten „ermächtigt“ bzw. „bestellt“, schriftliche Übersetzungen von Verträgen oder Urkunden zu erstellen und deren korrekte Übertragung in die Zielsprache zu bescheinigen. Diese „beglaubigten Übersetzungen“ werden beispielsweise bei der Heirat eines Ausländers benötigt. In anderen Staaten z. B. Polen werden diese Übersetzer von vergleichbaren Gerichtsinstanzen vereidigt und erhalten neben einer Vereidigungsurkunde ein persönliches amtliches Dienstsiegel.
Dolmetscher arbeiten in der mündlichen Kommunikation. Als vereidigte Dolmetscher arbeiten sie für Behörden wie die Polizei (etwa bei Vernehmungen) oder bei Gerichtsverhandlungen. Im Gegensatz dazu steht das Konferenzdolmetschen, beispielsweise bei internationalen Konferenzen, Podiumsdiskussionen oder Vorträgen für das eine spezielle Ausbildung im Simultan- oder Konsekutivdolmetschen benötigt wird (siehe dazu auch die Information bei den Ausbildungsinstituten unten). Die Berufsbezeichnung Konferenzdolmetscher ist nicht geschützt und wird auch von Anbietern ohne einschlägige Qualifikation geführt.
Terminologen erstellen und pflegen Terminologie-Datenbanken, vor allem bei großen Unternehmen und Behörden. Eine Terminologie-Datenbank enthält alle für die Arbeit eines Unternehmens oder einer Behörde notwendigen und spezifischen Fachbegriffe.
Software-Lokalisierer passen Software, teilweise auch Online-Hilfen und Handbücher an einen regionalen Markt an. Dabei wird nicht nur der Textanteil der Software übersetzt, sondern es werden auch andere Anpassungen vorgenommen. So können beispielsweise Angaben für das Datum, die Schreibrichtung, das Verständnis für Farben und Symbole von Kulturregion zu Kulturregion variieren. Will der Software-Hersteller einen neuen Markt erschließen, so muss sein Produkt lokalisiert werden.
Ausbildung und berufliche Praxis
Die Ausbildung zum Übersetzer ist nicht gesetzlich geregelt, obwohl es seit einigen Jahren in Deutschland den Studiengang Diplom-Übersetzer, Diplom-Fachübersetzer bzw. Diplom-Dolmetscher gibt, beispielsweise an folgenden Universitäten:
- Humboldt-Universität zu Berlin
- Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- Universität Leipzig
- Johannes-Gutenberg-Universität Mainz mit dem Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften in Germersheim
An der Universität Düsseldorf existiert der Diplom-Studiengang „Literatur übersetzen“.
In Bayern gibt es keine akademische Ausbildung, die zu einem Diplomtitel führt. Die Ausbildung erfolgt vielmehr an Fachakademien mit dem Ausbildungsziel Staatlich geprüfte/r Übersetzer/-in und Dolmetscher/-in. Es existieren fünf derartige Fachakademien:
- Fremdspracheninstitut der Landeshauptstadt München (FIM) [http://www.fim.musin.de/], München
- Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA) [http://www.ifa.uni-erlangen.de/], Erlangen
- Institut für Fremdsprachenberufe (IFB) [http://www.ifb-kempten.de/home.htm], Kempten
- Sprachen & Dolmetscher Institut München (SDI) [http://www.sdi-muenchen.de/], München. Das SDI bietet daneben auch Aufbaustudiengänge für Software-Lokalisierung und Fach- sowie Konferenzdolmetschen.
- Würzburger Dolmetscherschule (WDS) [http://www.wuerzburger-dolmetscherschule.de/], Würzburg
Trotzdem ist die Berufsbezeichnung „Übersetzer“ bzw. „Dolmetscher“ in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Daher darf sich jeder als Übersetzer/Dolmetscher bezeichnen – auch wenn er/sie vielleicht gar nicht über die erforderlichen fachlichen und sprachlichen Fähigkeiten verfügt.
Viele Übersetzer sind nicht fest angestellt, sondern freiberuflich tätig. Sie erhalten ihre Aufträge entweder von eigenen Kunden oder durch Agenturen, die einen Teil des Honorars für die Vermittlung zwischen Kunde und Übersetzer einbehalten.
Schwierigkeit
Die Problematik für alle Übersetzer ist die natürliche Unschärfe der Sprache und der mit ihr verbundenen Kommunikation. Sprache ist kein Code und bildet auch keine exakte Welt ab, da sie historisch und kulturell gewachsen ist. Übersetzer müssen nicht nur die Sprache beherrschen, sondern auch Kultur und Geschichte der Kommunikation kennen und verstehen. Professionelle Übersetzer bieten häufig eine umfassende Textberatung für Ausgangstexte an, so dass später weniger Qualitätsprobleme bei der Verwendung von Fremdwörtern, bei der Bezeichnung „typischer Dinge“ sowie z. B. bei Werbeaussagen in Superlativen entstehen.
Bezahlt werden Übersetzer von Texten anhand der Anzahl der Normseiten, Normzeilen, Wörter oder Zeichen, die sie übersetzen. Gegebenenfalls spielen auch spezifische Gegebenheiten eine Rolle, wie Textart, Textmenge, Textformatierung, Textwiederholungen, freiberuflich oder angestellt usw. Dabei wird oft unterschieden zwischen einer Abrechnung in der Ausgangssprache, der Zielsprache und im Zeitrahmen.
Auszeichnung
Für besonders gelungene literarische Übersetzungen werden Preise verliehen, zum Beispiel
:Kurd-Laßwitz-Preis
:Christoph-Martin-Wieland-Preis
:Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW
Siehe auch
- Liste bekannter Übersetzer
- Übersetzungsdienstleister
- [http://www.uebersetzerportal.de Übersetzerportal]
- [http://www.tw-h.de TechWriter's Home Portal]
- [http://www.onurb.ch/mailinglists-de.html Mailinglisten für Übersetzer]
Weblinks
- [http://www.fit-ift.org FIT (International Federation of Translators)]
- [http://www.aiic.net International Association of Conference Interpreters]
- [http://www.literaturuebersetzer.de/ Verband der Literaturübersetzer]
- [http://www.universitas.org Österreichischer Übersetzer- und Dolmetscherverband]
- [http://www.gerichtsdolmetscher.at Österreichischer Gerichtsdolmetscherverband]
- [http://nzz.ch/2004/09/11/fe/page-article9UMRE.html Kampf um Geld und Geltung 50 Jahre Verband der Literaturübersetzer]
- [http://www.entwuerfe.ch/entwuerfe37/text3.html Zwischen Hammer und Amboss: Übersetzen, und erst noch aus dem Arabischen, Essay von Hartmut Fähndrich]
Kategorie:Freie Berufe
!
Kategorie:Beruf
Geschichte
Begriff Geschichte
Allgemein
Geschichte im allgemeinen Sinn meint die ständige Entwicklung und Anpassung gesellschaftlich organisierter Lebewesen an ihre Umwelt. Im engeren Sinn bezieht sie sich auf die Entwicklung des Menschen und der Menschheit. Auch bei der Erde, bei Natur und Universum sprechen wir von Geschichte, Erdgeschichte, Naturgeschichte. Doch nur ein kleines Teilgebiet dieser Gesamtgeschichte ist Gegenstand der Geschichtswissenschaft. Bei genauer Betrachtung gibt es folgende vier Bereiche zu unterscheiden:
# Die Entstehung des Universums: Sie wird von Astronomen, Astrophysikern, Mathematikern und Philosophen betrachtet. (Urknall, Kosmologie)
# Damit ist die Geschichte der Menschen gemeint, denn hier setzt Entwicklung ein, die nicht nur genetisch und von Ähnlichem, sondern auch kulturell bedingt ist: Handeln u. Traditionen verändern. Der Mensch greift bewusst in die Veränderung seiner Umwelt ein, um diese seinen Bedürfnissen anzupassen. Diese Geschichte ist Gegenstand von Archäologie und Ethnologie.
# Die Geschichte seit Erfindung von Schrift, von Zeichen mit Bedeutung, denn hier hat sich Bewusstsein manifestiert und braucht nicht mehr bloß erraten und erschlossen zu werden. Außerdem wird hier die Tradition überpersönlich, weil hier sekundäre Kommunikation einsetzt - sprich auf Schriftzeichen gegründete Überlieferung. - Denn es lässt sich auch über Bildsprache, die keine Bilderschrift ist, kommunizieren. Frühe Formen sind unter anderem die Höhlenmalerei, die Tätowierungen der Ureinwohner in der Südsee, die Keilschrift und die Hieroglyphen.
# Die Geschichte, die sich selbst als Geschichte versteht, die der Mensch sich anverwandelt hat, erzählbare Geschichte.
Im engeren Sinne ist nur Geschichte in diesem vierten engsten Bereich Gegenstand der Geschichtswissenschaft, doch haben sich Geschichtsschreiber und Historiker schon immer auch für Geschichte im weiteren Sinne interessiert. Auch wird in historischen Kompendien meist auch dieser weitere Bereich mit behandelt, obwohl Historiker bei der wissenschaftlichen Erschließung dieser Fragen mit ihrer Methode nichts beitragen können.
Geschichte als Begriff der Geschichtswissenschaft
Geschichte im Sinne der Geschichtswissenschaft meint das in menschlichen Kulturen Geschehene. Geschichte in diesem Sinn ist etwas dem Menschen Eigenes; der Begriff wird jedoch häufig auch erweitert verwendet, um die Zeit vor dem Auftreten des Menschen bzw. vor der Entwicklung des Geschichtsbewusstseins darzustellen, insbesondere also die Naturgeschichte, dabei speziell die Erdgeschichte, die Vorgeschichte und andere Forschungsgebiete. (vgl. dazu Geschichtlichkeit)
Zu scheiden von diesem Begriff von Geschichte ist Geschichte als Überlieferung, Erforschung und Darstellung in ihrer zeitlichen oder sachlichen Aufeinanderfolge (vgl. Geschichtsschreibung).
Die Geschichtserkenntnis gründet sich auf Überreste und Tradition. (vgl. Geschichtswissenschaft).
Solche Erkenntnis ist allerdings nie objektiv, sondern abhängig von der historischen Situation, der Perspektive des Betrachtenden. Eine bestimmte Perspektive gegen andere Perspektiven durchzusetzen (aber auch der Versuch, Multiperspektivität zu ermöglichen) ist Sache der Geschichtspolitik.
Dagegen hat sich Geschichtsdidaktik die Aufgabe gestellt, den Zugang zu den wichtigsten Bereichen von Geschichte zu erleichtern und ein mehrdimensionales Geschichtsbewusstsein zu ermöglichen.
Der Geschichtsunterricht ist der Versuch der praktischen Umsetzung von Geschichtsdidaktik.
Einen Zugriff auf Geschichte von den verschiedenen Geschichtsräumen und Nationalgeschichten aus ermöglicht das Portal:Geschichte. Einen Zugriff auf spezifische Sachbereiche der Geschichte ermöglichen die verschiedenen Disziplinen der Geschichtswissenschaft.
Definitionsversuche
Über Geschichte gibt es sowohl aus der Philosophie als auch der Geschichtswissenschaft eine Reihe von allgemeinen Definitionsversuchen. Beispielhaft nur diese:
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Geschichte ist „Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit“ – „die Entfaltung der Natur Gottes in einem besonderen, bestimmten Element“
Wilhelm von Humboldt: „Das Ziel der Geschichte kann nur die Verwirklichung der durch die Menschheit darzustellenden Idee sein.“
Johann Gustav Droysen: „Was in ihr täglich geschieht, wird von keinem Verständigen als Geschichte getan oder gewollt. Erst eine gewisse Art, das Geschehene nachmals zu betrachten, macht aus Geschäften Geschichte".
Karl Jaspers: „Wir sprechen zwar von Geschichte der Natur und von Geschichte der Menschen. Beiden gemeinsam ist ein unumkehrbarer Prozess der Zeit. Aber beide sind in Sinn und Wesen verschieden. Die Geschichte der Natur ist ihrer selbst nicht bewusst. Sie ist ein bloßes Geschehen, das sich nicht weiß, sondern von dem erst der Mensch weiß. Bewusstsein und Absicht ist nicht ein Faktor dieses Geschehens. Es ist daher eine Verführung unseres in Kategorien der Natur gewohnten Denkens, die Geschichte selber noch nach Analogie von Naturgeschehen zu betrachten.“
Golo Mann: „Immer hat Geschichte zwei Komponenten: das, was geschehen ist, und den, der das Geschehene von seinem Orte in der Zeit sieht und zu verstehen sucht. Nicht nur korrigieren neue sachliche Erkenntnisse die alten; der Erkennende selber wandelt sich. Die Vergangenheit lebt; sie schwankt im Lichte neuer Erfahrungen und Fragestellungen.“
Zur Aufgabe der Geschichtsschreibung: Leopold von Ranke: „Man hat der Historie das Amt, die Vergangenheit zu richten, die Mitwelt zum Nutzen zukünftiger Jahre zu belehren, beigemessen; so hoher Ämter unterwindet sich gegenwärtiger Versuch nicht: er will bloß sagen, wie es eigentlich gewesen.“
Davon ließen sich ungezählte weitere anführen. Hier offenbart sich das Problem einer allgemein verbindlichen Definition, was Geschichte denn sei. Sämtliche hier aufgeführten Definitionen von Geschichte deuten auf etwas Wesentliches hin. Sie sind jedoch alle von einer gewissen subjektiven Sicht derer durchdrungen, welche sie aufstellen. Das ist insoweit auch kaum anders denkbar, als diese Gelehrten jeweils von einer anderen Geschichtsperspektive aus urteilen. Außerdem muss sich bei der Frage nach der Definition der Geschichte unweigerlich die Frage nach den Aufgaben der Geschichtsschreibung anschließen. Sehr schnell offenbart sich dabei, dass die Geschichtsschreibung auch von der Politik und damit von politischen Interessen abhängt. Sehr deutlich tritt das an der Nationalgeschichte zutage. Da diese wiederum immer einem Wandel unterworfen war, ist und bleiben wird, ändern sich entsprechend die politischen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Geschichtsschreibung. So stellt sich nämlich das Problem der historischen Wahrheit. Es gibt nicht eine historische Wahrheit, sondern nur Interpretation der Quellen aus der jeweiligen Perspektive (Ort, Zeit, Interesse, Freund/Feind …). (Im Jahr 5000 wird man - gleichen Quellenstand vorausgesetzt - ein anderes Bild von Geschichte haben als wir heute. Wir können nicht heute schon sagen, es sei falsch.)
wissenschaftliche Betrachtungsweisen
- Geschichte kann einerseits wissenschaftlich erforscht werden, andererseits ist die Darstellung der Ergebnisse und Zusammenhänge als eine künstlerische Tätigkeit zu betrachten: Der Historiker soll dem Leser auf eine nachvollziehbare, objektive und überzeugende Weise den Gang der Ereignisse sowie deren Ursachen und Wirkungen darlegen. Die Geschichtsphilosophie versucht, den Gang der Handlungen in einen übergeordneten Zusammenhang, ein Geschichtsbild, zu bringen. Dieses ist der Ansatz vorwiegend der von den Geisteswissenschaften.
- Die Erforschung der Geschichte der Natur oder die Erdgeschichte wird selbstverständlich auch von der Naturwissenschaft betrieben. Hierbei geht es hauptsächlich darum, die Naturgeschichte beziehungsweise die Geschichte der Erde nachvollziehbar zu machen auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Erkenntnismethoden.
künstlerische Betrachtungsweisen
- Indem die Darstellung der Geschichte auch als eine künstlerische Aufgabe betrachtet werden kann, kommt es umgekehrt zur künstlerischen bzw. literarischen Verarbeitung von geschichtlichen Themen, ohne dass vordergründig ein wissenschaftliches Erkenntnisinteresse besteht. Zum Beispiel das Drama Wallenstein von Friedrich von Schiller oder der Torquato Tasso von Johann Wolfgang von Goethe sind literarische Werke auf der Grundlage des historischen Stoffes, ohne zugleich als Geschichtswerke verstanden werden zu können.
- Neben den literarischen Betrachtungsweisen von Geschichte manifestieren diese sich auch in der Bildenden Kunst wie z.B. in der Malerei und Graphik. Diese Betrachtungsweisen setzen ein hohes Maß von individuellem Geschichtsbewusstsein des Künstlers voraus und eine ausgeprägte Fähigkeit, sich kritisch mit Geschichte auseinanderzusetzen.
Die Darstellung von Geschichte ist Gegenstand der Geschichtspolitik. Geschichtsschreibung steht stets auch unter der Verdacht der interessensgeleiteten Darstellung. Das gilt insbesondere dann, wenn ihr eine Geschichtsphilosophie zugrundeliegt. Geschichtspolitik dient also der Einflussnahme auf die allgemeine Meinungsbildung der Gesellschaft. Die Formen der Geschichtspolitik können sehr unterschiedlich sein. Verwandte Begriffe sind etwa: Geschichtlichkeit, Geschichtsbewusstsein, Geschichtsraum, Geschichtsperspektive, Historisierung, Erinnerungskultur, Glorifizierung beziehungsweise Geschichtsfälschung. Dem Geschichtsunterricht und der Geschichtsdidaktik kommt hierbei eine erhebliche Bedeutung zu. Die Reflexion über Geschichtlichkeit ist Aufgabe der Geschichtsphilosophie und der Geschichtsdidaktik.
Siehe auch
- Weltgeschichte, Universalgeschichte, Menschheitsgeschichte, Globalgeschichte, transnationale Geschichte
- Geschichtswissenschaft
- Periodisierung
- Chronologie
Zitate
- Jedesmal, wenn ein Mensch über Vergangenes berichtet, und sei er auch ein Geschichtsschreiber, haben wir in Betracht zu ziehen, was er unabsichtlich aus der Gegenwart oder aus dazwischenliegenden Zeiten in die Vergangenheit zurückversetzt, sodass er das Bild derselben fälscht. - Sigmund Freud
- Those who cannot remember the past are condemned to repeat it. (Wer die Geschichte nicht kennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen.) George Santayana
- Die geschichtliche Wirklichkeit ist oft wie die Elster, die an einem Ort schreit und am anderen ihre Eier legt. - José Ortega y Gasset (Aufbau und Zerfall Spaniens)
- Geschichte ist Lüge, auf die man sich geeinigt hat. - Napoleon Bonaparte
- Keine Atempause - Geschichte wird gemacht - es geht voran - die Musikgruppe Fehlfarben 1982
- Eine Reihe zufälliger Ereignisse, die besser nicht stattgefunden hätten. - anonym
Literatur
- Marc Bloch: Apologie der Geschichte oder Vom Beruf des Historikers. München 1987 (1. Aufl. 1949)
- Jacob Burckhardt: Weltgeschichtliche Betrachtungen. Hrsg. v. Jacob Oeri, Berlin/Stuttgart 1905.
- Manfred Mai: Weltgeschichte. 2002. 240 S. ISBN 3-446-20191-2
- Neil Grant: Weltgeschichte. Young Oxford. 2000. 191 S. ISBN 3-407-75305-5
- Raphael, Lutz: Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart. München 2003
- Weltgeschichte : 1. Die Anfänge der Menschheit und frühe Hochkulturen 2. Antike Welten. 3. Um Glaube und Herrschaft. 4. Wege in die Moderne. 5. Aufbruch der Massen. 6. Schrecken der Kriege.(= Brockhaus Die Bibliothek) 1997 - 1999. Je 704 S. ISBN 3-7653-7400-8
- Der große Ploetz - Die Daten-Enzyklopädie der Weltgeschichte; Daten, Fakten, Zusammenhänge, ersch. in diversen Sonderausgaben, u.a. bei zweitausendeins, ISBN 3-86150-412-X
- Erich Bayer und Frank Wende (Hrsg.): Wörterbuch der Geschichte. 5. Auflage, Stuttgart 1995.
- Jörg Baberowski: Der Sinn der Geschichte. Geschichtstheorien von Hegel bis Foucault. München 2005.
- Pietro Rossi (Hg.): Theorie der modernen Geschichtsschreibung. Frankfurt/M. 1987
Weblinks
- [http://www.geschichte.fb15.uni-dortmund.de/links/ Fachkatalog zur Geschichtswissenschaft]
- [http://lotse.uni-muenster.de/geschichte/index-de.php Lotse - Fachbereich Geschichte]
- http://www.vl-geschichte.de
- http://www.clio-online.de
- http://www.historiker.de/
- http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/
- http://www.historicum.net
- [http://netzwerk.wisis.de/text/41.htm SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe - Geschichte]
- [http://www.wcurrlin.de/pages/5.htm didaktisch aufbereitete Geschichtsdarstellung mit Links]
- [http://www.ralf-arndt.de/geschichte.html Ralf Arndt - kommentierte Links]
- [http://www.lo-net.de/home/fontane44/index.htm Epochenüberblicke mit Links]
Kategorie:Geschichtswissenschaft
Kategorie:Geisteswissenschaft
Kategorie:Kulturwissenschaft
!
fiu-vro:Aolugu
ja:歴史
ko:역사
ms:Sejarah
simple:History
th:ประวัติศาสตร์
zh-min-nan:Le̍k-sú
RomanistikDie Romanistik, auch Romanische Philologie genannt, ist der Oberbegriff für die wissenschaftliche Beschäftigung mit den aus dem Latein hervorgegangenen Romanischen Sprachen und den in diesen Sprachen verfassten Literaturen, und zwar in deren ursprünglichen Sprachgebieten in Europa sowie in den durch Kolonisation hinzugekommenen Gebieten in Übersee.
Sie umfasst somit vor allem das Französische, Italienische, Spanische, Portugiesische und Rumänisch, aber auch die kleineren romanischen Sprachen wie Katalanisch, Galicisch, Provenzalisch, Rätoromanisch, Friaulisch und Sardisch.
Die ursprüngliche Beschäftigung mit allen romanischen Sprachen in einer Gesamtschau hat in der Folge der Abkehr von einer rein historischen Betrachtung der Sprachen und Literaturen sowie wegen der zunehmenden Spezialisierung des Wissens notwendigerweise einer im immer weiter fortlaufenden Beschäftigung nur noch in Einzelphilologien Platz gemacht.
Die Romanistik teilt sich in zwei Hauptgebiete auf: Romanische Literaturwissenschaft und Romanische Sprachwissenschaft.
Literatur
Einführungen:
- Albert Gier, Orientierung Romanistik: was sie kann, was sie will, Reinbek: Rowolth, 2000
- Miachael Metzeltin (Hrsg.), Diskurs, Text, Sprache : Einführung in die Sprachwissenschaft für Romanistinnen und Romanisten, [Wien] : Ed. Praesens, 2002
- Frank R. Hausmann, Französisches Mittelalter. Lehrbuch Romanistik, Metzler 1996
Geschichte:
- Eugenio Coseriu, Reinhard Meisterfeld, Geschichte der romanischen Sprachwissenschaft,1 Von den Anfängen bis 1492, Tübingen: Narr 2003
- Wolfgang Dahmen, Günter Holtus, Johannes Kramer, Kanonbildung in der Romanistik und in den Nachbardisziplinen, Tübingen: Narr, 2000
- Stefan Gross, Ernst Robert Curtius und die deutsche Romanistik der zwanziger Jahre: zum Problem nationaler Images in der Literaturwissenschaft, Bonn: Bouvier 1980
- Frank-Rutger Hausmann, 'Vom Strudel der Ereignisse verschlungen'. Deutsche Romanistik im ' Dritten Reich' , Frankfurt am Main: Klostermann, 2000
- Peter Jehle, Werner Krauss und die Romanistik im NS- Staat, Argument Vlg., Hamburg, 1999
- Michael Nehrlich, Romanistik und Antikommunismus. Mit einer Stellungnahme des Deutschen Romanisten- Verbands, Hamburg: Argument 1978
- Maria Lieber, Harald Wentzlaff-Eggebert, Deutschsprachige Romanistik - für wen?, Synchron Wissenschaftsverlag der Autoren, 2002
Weblinks
- http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik
- http://www.romanistik.info
- http://www.doaj.org/ljbs?cpid=8 -- DOAJ Directory of Open Access Journals, Literature and Languages
- http://www.romanistik.de
- http://dmoz.org/World/Deutsch/Wissenschaft/Geisteswissenschaften/Kultur-Studien/Romanistik/
!Romanistik
Kategorie:Kulturwissenschaft
Kategorie:Philologie
MagisterDer Magister (v. lat.: magister = Lehrer) wird als akademischer Grad nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium verliehen. Nach dem Magisterexamen ist eine Promotion möglich.
Deutschland
In Deutschland ist der Magister eine gleichwertige Alternative zum Diplom und zum Ersten Staatsexamen; er stellt allerdings keinen berufsqualifizierenden, sondern einen berufsbefähigenden Abschluss dar, in dem Sinne dass er nicht auf einen bestimmten Beruf, sondern auf eine breitgefächerte Vielfalt beruflicher Tätigkeiten vorbereitet.
Das Magisterstudium wird speziell an einer Philologischen Fakultät bzw. Philosophischen Fakultät oder entsprechenden Fachbereichen wissenschaftlicher Hochschulen angeboten. Im Unterschied zum Diplomstudium zeichnet sich das Magisterstudium durch eine breitere wissenschaftliche Orientierung aus. Hierbei, und das ist das Besondere, können die Studenten die Zusammenstellung der Fächer aus dem Angebot einer Universität bzw. wissenschaftlichen Hochschule weitgehend selbst bestimmen. Das Magisterstudium eröffnet die Möglichkeit der Kombination künstlerischer Fächer z. B. mit Sprachen und geschichtswissenschaftlichen Fächern sowie auch Fächern anderer Fakultäten als weiterem Hauptfach bzw. als Nebenfächern. Eine wesentliche Bedingung ist, dass das erste Hauptfach, in dem auch die Magisterarbeit geschrieben wird, an der Philosophischen Fakultät bzw. dem entsprechenden Fachbereich erstellt werden soll. Somit ist den Studenten die Möglichkeit zur Beschäftigung mit einem breiten wissenschaftlichen Spektrum gegeben und eigene Interessen können weitgehend verwirklicht werden.
Die Studenten belegen entweder ein Hauptfach und zwei Nebenfächer, z. B. Kunstpädagogik mit Erziehungswissenschaft und Psychologie, oder zwei Hauptfächer, z.B. Geschichtswissenschaft und Germanistik oder Skandinavistik und Politikwissenschaft. Der Gesamtstudienaufwand ist bei allen Kombinationsmöglichkeiten im Wesentlichen gleich. Während beim Nebenfachstudium das Hauptaugenmerk auf dem Erwerb grundlegender Kenntnisse liegt, wird beim Hauptfachstudium neben den Grundlagen Wert auf die Beschäftigung mit speziellen Themenkreisen gelegt.
Das Magisterstudium bereitet auf keinen bestimmten Beruf vor. Die Studenten haben jedoch durch die Wahl der Fächer die Möglichkeit, auf ein angestrebtes Einsatzgebiet hinzuarbeiten. Neben einer Tätigkeit im Hochschulwesen sowie in der Kultur ist ein Einsatz im Verlags- und Bibliothekswesen, im Freizeit- und Medienbereich sowie der Erwachsenen- und Weiterbildung möglich. Auch die Wirtschaft bietet im wachsendem Maße Einstiegschancen. Den Absolventinnen und Absolventen eröffnen sich somit verschiedene berufliche Perspektiven, nicht zuletzt dank der möglichen breiten Fächerung und der eventuell im Studium erworbenen Sprachkenntnisse.
Im Zuge des Bologna-Prozesses werden zurzeit viele Magister-Studiengänge (wie auch Diplom-Studiengänge) in entsprechende Bachelor- und Master-Studiengänge umgewandelt.
Magister Artium
Der Magister Artium (M. A.) ist ein akademischer Grad.
Das Magisterstudium ist ein Studium üblicherweise geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Fächer und führt nach einer Abschlussprüfung zur Verleihung des akademischen Grades Magistra Artium/Magister Artium (M. A.). Dieser Titel bezieht sich auf die in der Antike vorgebildete und durch das gesamte Mittelalter hindurch tradierte Auffassung von den Disziplinen der Wissenschaft als den "septem artes liberales", den sieben freien Künsten, und bedeutet "(Lehr-) Meister der Wissenschaften" und ist somit nicht auf künstlerische Gebiete beschränkt. In der Folgezeit übernahm man diesen Titel für alle sich weiter selbständig etablierenden Fächer mit "philosophischer" Grundlage, z. B. die Philologien oder die archäologischen und geschichtswissenschaftlichen Fächer.
Mittlerweile ist es allerdings an vielen Universitäten möglich, auch Fächer wie Informatik, Betriebswirtschaftslehre oder Rechtswissenschaften, die nicht dem klassischen Bild eines Magisterstudiums entsprechen, als Magisterfach zu studieren.
Berufsmöglichkeiten
Der Abschluss Magister Artium eignet sich:
# bei einer Studienentscheidung für Fachgebiete, bei denen der Abschluss mit einem Diplom oder mit einer Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien nicht möglich ist;
# als Zusatzqualifikation neben einem berufsqualifizierenden Abschluss;
# für ausländische Studenten.
Im allgemeinen bzw. auswärtigen Kultur- und Medienbereich, auf den der Abschluss Magister Artium bezogen ist, bestehen je nach gewähltem Hauptfach Beschäftigungsmöglichkeiten im Beratungs-, Bibliotheks-, Dokumentations-, Konzert-, Museen-, Theater- und Übersetzungswesen sowie im Bereich des auswärtigen (Kultur-) Dienstes. Außerdem eröffnet dieser Grad auch eine Referententätigkeit bei kirchlichen, kommunalen, pädagogischen, politischen und sozialwissenschaftlichen Einrichtungen, in Auslands-, Personal-, Stabs- und Werbungsabteilungen von Unternehmen sowie in Institutionen der Bildungs- bzw. Wissenschaftsverwaltung/-förderung. Für solche Referententätigkeiten wird jedoch in der Regel, für den höheren Archiv- bzw. Bibliotheksdienst zum Teil zwingend die Promotion vorausgesetzt. Über die genannten Beschäftigungsmöglichkeiten hinaus kämen auch Lektor- bzw. Fachredakteurstellen bei Rundfunk, Fernsehen sowie Zeitungs- und Buchverlagen in Betracht, wobei aber fast immer eine publizistische Zusatzausbildung oder zumindest eine journalistische Erfahrung aus freiberuflichen Tätigkeiten erforderlich ist.
Siehe auch: Baccalaureus Artium, Bachelor, Master
Österreich
In Österreich ist Magister (männlich) bzw. Magistra (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. Das gilt sowohl im System der Diplomstudien (vier bis sechs Jahre ab Matura), als auch im neuen System der Magisterstudien (aufbauend auf dem Bakkalaureat) im Sinne des Bologna-Prozesses. Ausnahmen sind die technischen Studien (Abschluss mit dem Grad Diplom-Ingenieur), die Studien der Human- und Zahnmedizin (Abschluss mit Doktorgrad, obwohl sie als Diplomstudien gelten) sowie diverse Universitätslehrgänge, die englische Bezeichnungen (z. B. Master of Science [M. Sc.]) verleihen.
Die Abkürzung für die männliche und die weibliche Form des Grades lautet "Mag.", die ungefähre Studienrichtung wird durch einen Zusatz angezeigt, z. B.:
- Mag. phil. (Magister/Magistra philosophiae, Magister/Magistra der Philosophie)
- Mag. rer. soc. oec. (Magister/Magistra rerum socialium oeconomicarumque, Magister/Magistra der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
- Mag. iur. (Magister/Magistra iuris, Magister/Magistra der Rechtswissenschaften)
- Mag. iur. rer. oec. (Magister/Magistra iuris rerum oeconomicarum, Magister/Magistra des Rechts der Wirtschaft)
- Mag. rer. nat. (Magister/Magistram rerum naturalium, Magister/Magistra der Naturwissenschaft)
- Mag. med. vet. (Magister/Magistram medicinae veterinaeriae, Magister/Magistra der Veterinärmedizin)
Magistergrade von Fachhochschulen werden mit "(FH)" gekennzeichnet.
Siehe auch
Hochschulprüfung, Magister der Verwaltungswissenschaften, Magisterarbeit
Kategorie:Akademische Bildung
Kategorie:Abschlüsse und Zertifikate
Kategorie:Studium
Der Spiegel
Der Spiegel ist eine der bekanntesten Wochenzeitschriften Deutschlands. Er bezeichnet sich selbst als „Deutschlands bedeutendstes und Europas auflagenstärkstes Nachrichtenmagazin“. Im Durchschnitt werden pro Woche annähernd 1,1 Millionen Exemplare verkauft.
Weitgehend anerkannt war der Spiegel einst als Organ des investigativen Journalismus.
Geschichte des Magazins
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde von Lion Feuchtwanger in München eine Zeitschrift unter dem Namen Der Spiegel herausgegeben, die im November 1908 mit Siegfried Jacobsohns Schaubühne fusionierte.
Die erste Ausgabe des Nachkriegs-Spiegel erschien am 4. Januar 1947, einem Samstag, in Hannover als Nachfolger der Zeitschrift Diese Woche. Die Zeitschrift folgte dem Muster US-amerikanischer und britischer "News Magazines".
Einige junge deutsche Redakteure, angeführt von Rudolf Augstein, versuchten die Forderungen nach kritischem und seriösem Journalismus zu erfüllen und ersparten auch den Alliierten keine Kritik. Die Administration in London und die drei anderen Besatzungsmächte protestierten gegen diese Form der Aufklärung, und entledigten sich des Magazins, indem sie Diese Woche an die Deutschen abgaben.
Rudolf Augstein erhielt die Verlegerlizenz und benannte das Magazin in Der Spiegel um. Von der ersten Ausgabe im Januar 1947 an war er Herausgeber und Chefredakteur. Die Zeitschrift erschien im hannoverschen Anzeigerhochhaus. Tätig als Herausgeber blieb er bis zu seinem Tode am 7. November 2002, doch firmiert er noch immer als offizieller Herausgeber. Derzeitiger Chefredakteur ist Stefan Aust. Austs Vertrag wurde 2004 zwar um weitere fünf Jahre verlängert, doch konnte die Erbengemeinschaft zumindest erreichen, dass ihm schon nach drei Jahren gekündigt | | |