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Bastille
Die Bastille, oder genauer gesagt die Bastille Saint-Antoine, war ein Gefängnis in Paris. Das Gebäude wurde zwischen 1370 und 1383 als Teil der Stadtbefestigung erbaut. Im 17. Jahrhundert wurde es zu einem Gefängnis umfunktioniert. Am 14. Juli 1789 fand der Sturm auf die Bastille statt, der den Beginn der Französischen Revolution markierte. Im Jahr 1790 wurde die Bastille komplett niedergerissen, sodass heute keine Überreste mehr vorhanden sind.
Am Ort der Bastille wurde die Place de la Bastille angelegt. Auch das an diesem Platz gelegene Opernhaus (opera de la bastille) trägt den Namen der Bastille.
Eines der interessantesten Dokumente aus dem Innenleben der Bastille ist Constantin de Rennevilles 1715 veröffentlichter Bericht Inquisition Françoise über seine elfjährige Gefangenschaft. Renneville beschreibt darin ausführlich verschiedene Zellen und unterschiedliche Haftbedingungen. Die Gefangenen erhielten eine Pension des Königs – Geld, für das das Wachpersonal Besorgungen machte. Das Gefängnis selbst funktionierte als vom Staat verpachtetetes kommerzielles Unternehmen. Bei längerer Haft fanden sich Gefangene zunehmend in ihren Einkünften beschnitten. Sie wurden gleichzeitig tiefer in die Bastille verlegt. Die gravierendesten Haftbedingungen herrschten in den Kellern. Haftstrafen waren gefürchtet, da mit ihnen gleichzeitig der Entzug jedweder Öffentlichkeit verbunden war. Eine Chance, sich zu verteidigen und in der Außenwelt um Sympathien zu werben hatten Straftäter am Pranger noch eher als Haftinsassen.
Zuweilen Anne Marguerite Petit DuNoyer zugeschrieben wird der Bericht einer spektakulären Flucht aus der Bastille, der 1719 als Événement des plus rares erschien (deutsch im gleichen Jahr als Die so genannte Hölle der Lebendigen).
Sturm auf die Bastille
Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 wurde zum Symbol für die Französische Revolution. Teilweise wird dieses Ereignis auch als Beginn der Revolution interpretiert.
Die Bastille war eine Festung in Paris, die zugleich als Staatsgefängnis benutzt wurde. Zum Zeitpunkt der Erstürmung saßen dort allerdings nur sieben Gefangene ein.
Im Juli 1789 befand sich das Volk von Paris in Unruhe: Einerseits setzte es große Hoffnungen in die Generalstände, andererseits war es durch die hohen Brotpreise in seiner Existenz bedroht. Seit dem 10. Juli wurden Zollhäuser rund um Paris in Brand gesteckt, in der Hoffnung, dass die Waren in der Stadt billiger würden, wenn keine Akzise erhoben würde.
Am 11. Juli entließ der König den Finanzminister Necker. Außerdem hatte er Truppen in Versailles zusammengezogen - eine deutliche Drohung für die Nationalversammlung.
Am 12. Juli erreichte die Nachricht von der Entlassung Neckers Paris. Agitatoren im Palais Royal heizten die Stimmung weiter an; der berühmteste Redner war hier Camille Desmoulins, der die Patrioten aufforderte, sich als Erkennungszeichen Kastanienblätter an die Hüte zu stecken.
Am gleichen Tag kam es zu ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Truppen des Regimentes Royal Allemande.
In den Nächten wurden Waffenhandlungen geplündert und am 14. Juli belagerte eine Menschenmenge, die sich zuvor im Invalidenhaus Waffen beschafft hatte, die Bastille, um an die dort gelagerten Munitionsvorräte zu gelangen. Nachdem die deutlich unterlegene Wachmannschaft ihre Aufgabe erklärt hatte, stürmte die Menge das Gefängnis und befreite die Gefangenen: Vier Urkundenfälscher, zwei Geisteskranke und ein adeliger Pornograph, de Sade, den seine Familie wegen seines wüsten Lebenswandels in der Bastille festsetzen lassen hatte. Der Kommandant und ein Wachsoldat wurden auf dem Weg zum Ratshaus von der Menge gelyncht, ihre Köpfe anschließend unter dem Jubel der Bevölkerung durch die Straßen getragen.
Der Sturm auf die Bastille war Anlass zur Aufstellung einer Nationalgarde, unter Lafayette, damit die Nationalversammlung ergebene Truppen zur Verfügung hatte. Außerdem wurde der königliche Gouverneur von Paris abgesetzt, an seine Stelle trat der Generalrat der Commune, ein Gremium, das bei der Radikalisierung der Revolution eine Rolle spielte.
Obschon keine bedeutenden Gefangenen befreit wurden und die militärische Bedeutung des Sieges über die aus Veteranen und Invaliden bestehende Wachmannschaft gering war, wurde der Sturm auf die Bastille in der Folge zum Mythos und zu einem einschneidenden Ereignis verklärt, was sicherlich auf die hohe Symbolwirkung eines Sieges über den Despotismus zurückzuführen ist.
So ist zum Beispiel der 14. Juli noch heute der Nationalfeiertag in Frankreich, allerdings nicht wegen des Sturmes auf die Bastille, sondern vor allem wegen des am 1. Jahrestag der Revolution gefeierten Föderationsfestes, als der König und Vertreter aller Stände und aller Departements einen feierlichen Treueeid auf die Nation leisteten.
Im 19. Jahrhundert wurde die Bastille schließlich abgerissen und ihre Steine als Erinnerungsstück gehandelt. Heute befindet sich am ehemaligen Standort die Place de la Bastille.
Galerie
Bild:Bastille2.jpg|Die Bastille vor ihrer Zerstörung
Bild:Bastille Exterior 1790 or 1791.jpg|Außenansicht, 1790 oder 1791
Bild:Bastille Courtyard 1785.jpg|Innenhof, 1785
Bild:Bastille Interior 1785.jpg|Innenansicht, 1785
Literatur
- Constantin de Rennevilles: Inquisition Françoise. E. Roger, Amsterdam 1715. Deutsche Ausgabe: Entlarvte und jedermann zur Schau dargestellte französische Inquisition, oder: Geschicht der Bastille. Nürnberg 1715 (Ortsangabe laut Universal-Lexicon 31. Zedler, Leipzig; Spalte 608)
- Événement des plus rares ou l'histoire du Sr. Abbé Comte de Buquoy singuliérement son évasion du Fort-l'Évêque et de la Bastille. 1719. [http://visualiseur.bnf.fr/Visualiseur?Destination=Gallica&O=NUMM-74051 Digitalisat]. Deutsche Ausgabe: Die so genannte Hölle der Lebendigen, das ist die welt-beruffene Bastille zu Paris. 1719.
- H. Gourdon de Genouillac: Histoire nationale de la Bastille 1370-1789. Récit authentique et vrai. F. Roy, Paris 1880 [http://visualiseur.bnf.fr/Visualiseur?Destination=Gallica&O=NUMM-76230 Digitalisat]
- Olaf Simons: Marteaus Europa oder der Roman, bevor er Literatur wurde. Rodopi, Amsterdam 2001, ISBN 90-420-1226-9, S.647-661 (zu deutschen Berichten aus der Bastille aus dem frühen 18. Jahrhundert)
Kategorie:Paris
Kategorie:Gefängnis
Kategorie:Ancien Régime
ja:バスティーユ牢獄
1370
Politik und Weltgeschehen
- Friedrich III. von Saarwerden wird Erzbischof von Köln.
- Pest bis 1376.
- In der Eidgenossenschaft wird eine einheitliche Rechtsordnung eingeführt, u.a. die Vorrechte der Geistlichkeit beschränkt ("Pfaffenbrief").
- 17. Februar Der Deutsche Orden besiegt Litauen in der Schlacht bei Rudau.
- Beginn des Baus der Bastille in Paris.
- Nach dem Tod Urban V. wird Gregor XI. Papst.
- Der "Frieden zu Stralsund" beendet den Krieg zwischen Dänemark und den deutschen Hansestädten an der Ostsee.
- 11. April - Friedrich I. (Sachsen), Fürst aus dem Hause Wettin († 1428)
- 22. Juni - Johann (Görlitz), war der einzige Herzog von Görlitz († 1396)
- Konrad von Soest, Maler († 1425)
- 5. November - Kasimir III. der Große, König von Polen ( - 1310)
- 19. Dezember - Papst Urban V. ( - 1310)
ko:1370년
17. Jahrhundert
Das 17. Jahrhundert begann am 1. Januar 1601 und endete am 31. Dezember 1700. Es ist die Epoche der Neuzeit (Frühe Neuzeit).
Persönlichkeiten
- Francis Bacon, englischer Philosoph
- Oliver Cromwell, englischer Politiker
- René Descartes, Philosoph und Mathematiker
- Galileo Galilei, Wissenschaftler
- Thomas Hobbes, Philosoph
- Jan Amos Komenský, Theologe und Pädagoge
- Gottfried Leibniz, Philosoph und Mathematiker
- John Locke, englischer Philosoph
- Claudio Monteverdi, Komponist
- Isaac Newton, Physiker und Mathematiker
- Blaise Pascal, Theologe, Mathematiker und Philosoph
- Franz von Sales, Bischof und Heiliger
- Heinrich Schütz, Komponist
- William Shakespeare, Dramatiker
- Baruch Spinoza, Philosoph
- Rembrandt van Rijn, Maler
Anderes
- Barock, von 1550 - 1750
- Dreißigjähriger Krieg von 1618 - 1648
- Pfälzischer Erbfolgekrieg, 1688 - 1697: Leitet die Machtverlagerung von Frankreich zu Großbritannien ein.
Erfindungen und Entdeckungen
- Isaac Newton entwickelt den Differentialkalkül und legt die Grundlagen der klassischen Mechanik.
- Erste Messung der Lichtgeschwindigkeit, 1676.
- Flaschenkorken ermöglichen die Lagerung von Wein in Flaschen.
01-17
!
ja:17世紀
ko:17세기
14. JuliDer 14. Juli ist der 195. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 196. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 170 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
Schaltjahren
- 1789 - Beginn der Französischen Revolution: Pariser Bürger stürmen die Bastille und befreien sieben Gefangene.
- 1865 - Erstbesteigung des Matterhorns durch Edward Whymper
- 1880 - In Frankreich wird die Marseillaise Nationalhymne und der Jahrestag der Erstürmung der Bastille von 1789 als Nationalfeiertag erstmalig gefeiert.
- 1933 - Deutschland. Die NSDAP wird zur einzigen rechtmäßigen Partei erklärt.
- 1958 - Bei einem Militärputsch im Irak werden König Faisal II. und seine Familie ermordet.
- 1966 - In Chicago werden acht Schwesternschülerinnen des South Chicago Hospitals auf brutale Weise von Richard Speck ermordet.
- 1969 - Der so genannte Fußballkrieg zwischen Honduras und El Salvador bricht aus.
- 1997 - Bonn, Deutschland. Der polnische Staatspräsident Aleksander Kwaśniewski und Polens Ministerpräsident Włodzimierz Cimoszewicz treffen zur ersten deutsch-polnischen Gipfel ein.
- 1997 - Indien. Kocheril Raman Narayanan wird Staatspräsident.
- 1997 - In Nairobi kommt es zu blutige Straßenschlachten mit mehreren Tausend Studenten, die den Rücktritt von Staatspräsident Daniel arap Moi fordern.
Wirtschaft
Daniel arap Moi
- 1914 - Der Rhein-Herne-Kanal wird nach 8 Jahren Bauzeit für die Schifffahrt freigegeben.
Wissenschaft und Technik
- 1729 - Der Physiker Stephen Gray baut die erste Freileitung der Welt, um nachzuweisen, dass man elektrische Energie übertragen kann.
- 1965 - Die amerikanische Raumsonde Mariner 4 fliegt am Mars vorbei und liefert die ersten Nahaufnahmen eines fremden Planeten.
Kultur
- 1786 - Uraufführung der Oper Rosine ou L'Epouse abandónnée von François-Joseph Gossec in Paris.
- 1787 - Uraufführung der Oper Les Promesses de mariage von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris.
- 1902 - Der zu Beginn des 10. Jahrhunderts errichtete, zwischenzeitig 100 m hohe Campanile di San Marco, der Glockenturm der Kirche von San Marco in Venedig, stürzt in sich zusammen.
- 1955 - Der Spielfilm "Drei Männer im Schnee", ein Film von Kurt Hoffmann nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner und mit Paul Dahlke, Günther Lüders und Claus Biederstaedt in den Hauptrollen, wird in Köln uraufgeführt.
Religion
Katastrophen
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1966 - Lucien Aimar gewinnt die Tour de France.
Geboren
- 1454 - Angelo Poliziano, italienischer Humanist und Dichter
- 1602 - Jules Mazarin, französischer Kardinal
- 1675 - Claude Alexandre de Bonneval, Französischer Abenteurer
- 1756 - Thomas Rowlandson, britischer Maler und Karikaturist
- 1774 - Hans Graf von Bülow, westfälisch-preußischer Staatsmann
- 1793 - George Green, britischer Mathematiker und Physiker
- 1798 - Alessandro Antonelli, italienischer Architekt
- 1801 - Johannes Peter Müller, deutscher Physiologe und vergleichender Anatom
- 1816 - Arthur de Gobineau, französischer Adeliger
- 1820 - Sigismund Wilhelm Kölle, deutsch-englischer Missionar und Sprachforscher
- 1825 - Adolf Cluss, deutsch-amerikanischer Architekt
- 1830 - Henry E. Bird, englischer Schachspieler
- 1833 - Joseph Brambach, deutscher Komponist
- 1839 - Alexander Linnemann, deutscher Architekt, Glasmaler und Kunstgewerbler
- 1840 - Heinrich Schwenger, deutscher Baumeister
- 1847 - Gustav Eberlein, deutscher Bildhauer, Maler und Dichter
- 1853 - Eduard Franz Ludwig Kullmann, deutscher Handwerker, Attentäter
- 1858 - Emmeline Pankhurst, britische radikal-feministische Theoretikerin, Frauenrechtlerin und Philosophin
- 1859 - Willy Hess, deutscher Violinvirtuose und -lehrer
- 1862 - Gustav Klimt, österreichischer Künstler
- 1866 - Ragnar Östberg, schwedischer Architekt
- 1868 - Gertrude Bell, britische Reiseschriftstellerin und Historikerin
- 1874 - Abbas II., der letzte Khedive (türkischer Vizekönig) von Ägypten
- 1877 - Karl Illner, österreichischer Pilot
- 1886 - Ernst Nobs, schweizerischer Politiker und Bundesrat
- 1886 - Fred Sauer, österreichischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor
- 1887 - Phibul Songkhram, Feldmarschall, Premierminister und Militärdiktator
- 1888 - Kakuza Tscholokaschwili, georgischer Partisanenführer
- 1888 - Odile Defraye, belgischer Radrennfahrer
- 1890 - Ossip Zadkine, weißrussischer Maler und Bildhauer
- 1891 - Alexander Melentjewitsch Wolkow, russischer Schriftsteller, Mathematikprofessor
- 1896 - Buenaventura Durruti, spanischer Syndikal und anarchistischer Revolutionär
- 1898 - Ante Pavelic, kroatischer Politiker, Nationalist und Führer des kroatischen Ustasastaats (1941-1945)
- 1901 - Gerald Finzi, britischer Komponist
- 1903 - Irving Stone, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1904 - Isaac Bashevis Singer, polnischer Schriftsteller und Nobelpreisträger
- 1907 - Chico Landi, brasilianischer Rennfahrer
- 1910 - William Hanna, US-amerikanischer Zeichentrickfilmer und Produzent
- 1911 - Terry-Thomas, britischer Schauspieler
- 1912 - Willard Motley, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1912 - Woody Guthrie, US-amerikanischer Gewerkschafter und Liedermacher
- 1913 - Fritz Erler, deutscher Politiker und MdB
- 1913 - Gerald Ford, 40. Vizepräsident und 38. Präsident der USA
- 1913 - Mary Henle, Vertreterin der Gestalttheorie
- 1916 - Natalia Ginzburg, italienische Schriftstellerin
- 1918 - Arthur Laurents, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1918 - Ingmar Bergman, schwedischer Regisseur
- 1918 - Jay W. Forrester, US-amerikanischer Informatiker
- 1919 - Lino Ventura, italienisch-französischer Schauspieler
- 1920 - Wolfgang Stammberger, deutscher Politiker, MdB und Bundesminister
- 1921 - Geoffrey Wilkinson, britischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 1925 - Francisco Álvarez Martínez, Erzbischof von Toledo und Kardinal
- 1926 - Harry Dean Stanton, US-amerikanischer Schauspieler
- 1930 - Ruth Drexel, deutsche Schauspielerin und Regisseurin
- 1933 - Del Reeves, US-amerikanischer Sänger
- 1938 - Bob Scholl, US-amerikanischer Sänger
- 1939 - Karel Gott, tschechischer Schlagersänger
- 1939 - Karel Svoboda, tschechischer Komponist
- 1939 - Vince Taylor, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1941 - Andreas Khol, österreichischer Politiker und Professor für Verfassungsrecht
- 1942 - Javier Solana, spanischer Politiker und Außenminister
- 1943 - Hans Joachim Alpers, deutscher Schriftsteller und Verleger
- 1944 - Henning Pawel, deutscher Kinderbuchautor und Schriftsteller
- 1944 - Walter Mende, deutscher Politiker
- 1945 - Jim Davis, Comiczeichner und Erfinder von Garfield
- 1945 - Uwe Küster, deutscher Politiker und MdB
- 1951 - Erich Hallhuber, deutscher Schauspieler
- 1954 - Chris Cross, britischer Musiker
- 1959 - Mircea Geoană, rumänischer Politiker und Außenminister
- 1959 - Peter Angerer, deutscher Biathlet
- 1961 - Kyle Gass, US-amerikanischer Musiker
- 1962 - Kerstin Lorenz, war eine deutsche Politikerin.
- 1964 - John Maurer, US-amerikanischer Musiker (Social Distortion)
- 1971 - Ross Rebagliati, kanadischer Snowboarder
- 1977 - Kronprinzessin Viktoria, Kronprinzessin von Schweden
- 1978 - Mattias Ekström, schwedischer Autorennfahrer
- 1979 - Axel Teichmann, deutscher Skilangläufer
- 1981 - Matti Hautamäki, finnischer Skispringer
Gestorben
- 937 - Arnulf I. (Bayern), Herzog von Bayern
- 1217 - Hroznata, bömischer Märtyrer
- 1223 - Philipp II., König von Frankreich
- 1484 - Federico I. Gonzaga, Sohn des Markgrafen Luigi III. Gonzaga von Mantua
- 1614 - Kamillus von Lellis, italienischer Ordensgründer und ein Heiliger
- 1654 - William Forbes, Soldat und Söldner
- 1685 - Johann Caspar Bauhin, schweizerischer Arzt und Botaniker
- 1742 - Richard Bentley, englischer klassischer Philologe und Textkritiker
- 1791 - Joseph Gärtner, deutscher Botaniker
- 1794 - Jean Frédéric Edelmann, elsässischer Komponist
- 1812 - Christian Gottlob Heyne, deutscher Professor der Altertumswissenschaft
- 1816 - Francisco de Miranda, venezolanischer Freiheitskämpfer gegen die Spanier
- 1817 - Anne Germaine de Staël, französische Schriftstellerin
- 1827 - Augustin Jean Fresnel, französischer Physiker und Ingenieur
- 1828 - Carl Weisflog, deutscher Schriftsteller
- 1862 - José Escolástico Andrino, salvadorianischer Komponist
- 1875 - Henri Dufour, schweizerischer Humanist, General, Politiker, Kartograf und Ingenieur
- 1877 - August von Bethmann-Hollweg, deutscher Jurist und Politiker
- 1881 - Billy the Kid, US-amerikanischer "Westernheld"
- 1882 - John Ringo, Revolverheld des US-amerikanischen Westens
- 1885 - Ernst Hello, französischer Schriftsteller und Philosoph
- 1887 - Alfred Krupp, deutscher Industrieller und Erfinder
- 1889 - P. G. Berg, schwedischer Verleger
- 1892 - Wilhelm Büchner, Apotheker, Chemiker, Fabrikant und Politiker
- 1893 - Karl Braun, deutscher Politiker und Anhänger der Freihandelspolitik
- 1895 - Karl Heinrich Ulrichs, Vorkämpfer der Schwulen-Bewegung
- 1904 - Paul Kruger, südafrikanischer Politiker und Gründer des Kruger-Nationalparks
- 1907 - William Henry Perkin, britischer Chemiker
- 1908 - William Mason, US-amerikanischer Komponist
- 1917 - Octave Lapize, französischer Radrennfahrer
- 1923 - Gustav Haensel, Unternehmer, Stadtverordnetenvorsteher und Ehrenbürger von Pirna
- 1927 - Fritz Hofmann, deutscher Teilnehmer der ersten Olympischen Sommerspiele
- 1929 - Hans Delbrück, deutscher Historiker und Politiker
- 1934 - Willo Welzenbach, deutscher Bergsteiger
- 1937 - Walter Simons, deutscher Jurist und Politiker
- 1939 - Alfons Maria Mucha, tschechischer Plakatkünstler, Graphiker und Kunstgewerbler
- 1946 - Jorge Ubico Castañeda, guatemalischer Präsident und Diktator
- 1946 - Arthur Greiser, Reichsstatthalter und Gauleiter der NSDAP
- 1949 - Cäsar von Arx, Schweizer Dramatiker
- 1956 - Jos van Son, niederländischer Fußballspieler
- 1957 - Herbert MacKay-Fraser, US-amerikanischer Rennfahrer
- 1958 - Faisal II. (Irak), König des Irak von 1939 bis 1958
- 1959 - Adrian Wettach, Musikclown
- 1965 - Adlai Stevenson, US-amerikanischer Politiker, Botschafter bei den UN
- 1966 - Friedrich Middelhauve, deutscher Politiker und Verleger
- 1966 - Isaak Pomerantschuk, russischer Physiker
- 1967 - Tudor Arghezi, rumänischer Schriftsteller
- 1970 - Adolf Uzarski, deutscher Schriftsteller, Maler und Graphiker
- 1970 - Herbert Zand, österreichischer Erzähler, Lyriker, Essayist und Übersetzer
- 1973 - Clarence White, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1973 - Rudolf Bella, ungarischer Komponist
- 1975 - Hermann Ahrens, deutscher Politiker und MdB
- 1990 - Walter Sedlmayr, deutscher Schauspieler
- 1991 - Axel Eggebrecht, deutscher Autor
- 1993 - Léo Ferré, französischer Chansonsänger und -komponist
- 1994 - Robert Jungk, deutscher Publizist, Journalist und Zukunftsforscher
- 1998 - Nguyen Ngoc Loan, südvietnamesischer General
- 2002 - Harry Igor Ansoff, russischer Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler
- 2002 - Joaquin Balaguer, Staatschef und Schriftsteller der Dominikanischen Republik
- 2003 - Compay Segundo, kubanischer Musiker
- 2003 - Gerhard Dickel, Kirchenmusikdirektor, Kantor, Organist und Musikprofessor
- 2004 - Hans A. Pestalozzi, schweizerischer Gesellschaftskritiker und Autor
- 2005 - Tilly Fleischer, deutsche Speerwerferin
Feier- und Gedenktage
- Nationalfeiertag in Frankreich (Sturm auf die Bastille 1789)
Siehe auch
- 13. Juli - 15. Juli
- 14. Juni - 14. August
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0714
ja:7月14日
ko:7월 14일
simple:July 14
th:14 กรกฎาคม
1789
- 4. März: Die Verfassung der USA tritt in Kraft
- 5. Mai: Die französischen Generalstände treten zusammen
- 17. Juni: Die Abgeordneten des französischen Dritten Standes (90 % der Bevölkerung) erklären sich zur Nationalversammlung
- 20. Juni: Der Ballhausschwur des französischen dritten Standes in Versailles ist der erste Schritt der Französischen Revolution
- 14. Juli: Sturm auf die Bastille in Paris, Beginn der Französischen Revolution
- 26. August: Die französische Nationalversammlung beschließt die Deklaration der Menschenrechte. Der König lehnt diesen Beschluss ab
- 17. September Wilhelm Herschel entdeckt den Saturnmond Mimas
Kultur
- 26. Januar: Uraufführung der komischen Oper Der Schulz im Dorf oder Der verliebte Herr Doctor von Justin Heinrich Knecht in Biberach
- 29. Juli: Uraufführung der Oper Claudine von Villa Bella von Johann Friedrich Reichardt am Schloßtheater Berlin-Charlottenburg
- 16. Oktober: Uraufführung der Oper Brenno von Johann Friedrich Reichardt an der Königlichen Oper in Berlin
- 3. Januar: Carl Gustav Carus, deutscher Naturwissenschaftler und Maler († 1869)
- 15. Januar: Joseph Ignatz Peter, Teilnehmer an der Badischen Revolution 1848/49 († 1872)
- 26. Januar: Józef Damse, polnischer Komponist († 1852)
- 27. Januar: Alexander von Dusch, Badischer Minister († 1876)
- 30. Januar: Heinrich Julius Holtzmann, Shakespeare-Übersetzer
- 30. Januar: Wolf Baudissin, deutscher Diplomat, Schriftsteller und Übersetzer († 1878)
- 2. Februar: Carl Alexander Heideloff, deutscher Architekt und Denkmalpfleger († 1865)
- 9. Februar: Franz Xaver Gabelsberger, deutscher Erfinder († 1849)
- 10. Februar: Carl Gustav Jochmann, deutscher Publizist († 1830)
- 16. März: Georg Simon Ohm, deutscher Physiker († 1854)
- 15. April: Antal Deák, Politiker († 1842)
- 10. Mai: Jared Sparks, US-amerikanischer Geschichtsschreiber († 1866)
- 28. Mai: Bernhard Ingemann, dänischer Schriftsteller († 1862)
- 20. Juni: Friedrich Wilhelm Carové, deutscher Jurist, Germanist und Philosoph († 1852)
- 30. Juni: Horace Vernet, französischer Militärmaler und Lithograph († 1863)
- 3. Juli: Friedrich Overbeck, Deutscher Maler, Zeichner und Illustrator († 1869)
- 4. August: Roch-Amboise-Auguste Bébian, erster Beherrscher der Gebärdensprache, ohne selbst behindert zu sein († 1839)
- 6. August: Friedrich List, deutscher Nationalökonom und Politiker († 1846)
- 21. August: Augustin Louis Cauchy, französischer Mathematiker († 1857)
- 28. August: Stéphanie de Beauharnais, Adoptivtochter von Napoléon Bonaparte († 1860)
- 9. September: William Cranch Bond, US-amerikanischer Astronom († 1859)
- 15. September: James Fenimore Cooper, US-amerikanischer Schriftsteller († 1851)
- 29. September: Peter Joseph Lenné, Gärtner und Landschaftsarchitekt († 1866)
- 3. Oktober: Sir Henry Pottinger, britischer Kolonialbeamter († 1856)
- 5. Oktober: William Scoresby, britischer Seefahrer und Forscher († 1857)
- 14. Oktober: Agustín Durán, war ein spanischer Kritiker († 1862)
- 14. Oktober: Augustin Duran, spanischer Literaturwissenschaftler († 1862)
- 25. Oktober: Samuel Heinrich Schwabe, deutscher Astronom († 1875)
- 12. November: Philipp Jakob Siebenpfeiffer, politischer Publizist († 1845)
- 12. November: Stephan Metz, Mainzer Bürgermeister († 1850)
- 14. Dezember: Johannes Hegetschweiler, Schweizer Mediziner, Botaniker und Politiker († 1839)
- 5. Januar: Christian Andreas Cothenius, war Arzt in Deutschland ( - 1708)
- 15. Januar: Johann Baptist Wenzel Bergl, Maler ( - 1718)
- 21. Januar: Paul Heinrich Dietrich von Holbach, in Paris lebender deutschstämmiger Baron ( - 1723)
- 23. Januar: John Cleland, britischer Schriftsteller ( - 1709)
- 2. Februar: Armand-Louis Couperin, war Komponist und Organist ( - 1727)
- 26. Februar: Eclipse, britisches Pferd ( - 1764)
- 25. März: Julie von Voß, Gräfin von Ingenheim ( - 1766)
- 7. April: Abdülhamid I., war vom 21. Januar 1774 bis zum 7. April 1789 Sultan des Osmanischen Reiches ( - 1725)
- 19. Mai: Giuseppe Bonito, italienischer Maler ( - 1707)
- 2. Juli: Johann Philipp Lorenz Withof, Professor für Geschichte, Beredsamkeit und Moral ( - 1725)
- 11. September: Luka Sorkočević, kroatischer Diplomat und Komponist ( - 1734)
- 22. November, Sophie Friederike Hensel, Schauspielerin ( - 1738)
- 23. Dezember: Charles Michel de l'Epée, wurde vor allem bekannt als der Gründer der ersten Schule für Taube der Welt ( - 1712)
ko:1789년
simple:1789
Sturm auf die BastilleDer Sturm auf die Bastille wurde am 14. Juli 1789 zum Symbol für die Französische Revolution. Teilweise wird dieses Ereignis auch als Beginn der Revolution interpretiert.
Französische Revolution
Die Bastille war eine Festung in Paris, die zugleich als Staatsgefängnis genutzt wurde. Zum Zeitpunkt der Erstürmung saßen dort allerdings nur sieben Gefangene ein. Gouverneur der Bastille war Bernard de Launay.
Im Juli 1789 befand sich das Volk von Paris in Unruhe: Einerseits setzte es große Hoffnungen in die Generalstände, andererseits war es durch die hohen Brotpreise in seiner Existenz bedroht. Seit dem 10. Juli wurden Zollhäuser rund um Paris in Brand gesteckt, in der Hoffnung, dass die Waren in der Stadt billiger würden, wenn keine Akzise erhoben würde.
Am 11. Juli entließ der König den Finanzminister Necker. Außerdem hatte er Truppen in Versailles zusammengezogen - eine deutliche Drohung für die Nationalversammlung.
Am 12. Juli erreichte die Nachricht von der Entlassung Neckers Paris. Agitatoren im Palais Royal heizten die Stimmung weiter an; der berühmteste Redner war hier Camille Desmoulins, der die Patrioten aufforderte, sich als Erkennungszeichen Kastanienblätter an die Hüte zu stecken.
Am gleichen Tag kam es zu ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Truppen des Regimentes Royal Allemande.
In den Nächten wurden Waffenhandlungen geplündert und am 14. Juli belagerte eine Menschenmenge, die sich zuvor im Invalidenhaus Waffen beschafft hatte, die Bastille, um an die dort gelagerten Munitionsvorräte zu gelangen. Nachdem die deutlich unterlegene Wachmannschaft ihre Aufgabe erklärt hatte, stürmte die Menge das Gefängnis und befreite die Gefangenen: Vier Urkundenfälscher, zwei Geisteskranke und ein adeliger Pornograph, de Sade, den seine Familie wegen seines wüsten Lebenswandels in der Bastille festsetzen lassen hatte. Der Kommandant und ein Wachsoldat wurden auf dem Weg zum Ratshaus von der Menge gelyncht, ihre Köpfe anschließend unter dem Jubel der Bevölkerung durch die Straßen getragen.
Der Sturm auf die Bastille war Anlass zur Aufstellung einer Nationalgarde, unter Lafayette, damit die Nationalversammlung ergebene Truppen zur Verfügung hatte. Außerdem wurde der königliche Gouverneur von Paris abgesetzt, an seine Stelle trat der Generalrat der Commune, ein Gremium, das bei der Radikalisierung der Revolution eine Rolle spielte.
Obschon keine bedeutenden Gefangenen befreit wurden und die militärische Bedeutung des Sieges über die aus Veteranen und Invaliden bestehende Wachmannschaft gering war, wurde der Sturm auf die Bastille in der Folge zum Mythos und zu einem einschneidenden Ereignis verklärt, was sicherlich auf die hohe Symbolwirkung eines Sieges über den Despotismus zurückzuführen ist.
So ist zum Beispiel der 14. Juli noch heute der Nationalfeiertag in Frankreich, allerdings nicht wegen des Sturmes auf die Bastille, sondern vor allem wegen des am 1. Jahrestag der Revolution gefeierten Föderationsfestes, als der König und Vertreter aller Stände und aller Departements einen feierlichen Treueeid auf die Nation leisteten.
Heute ist von dieser Burg nichts mehr zu sehen, denn sie wurde 1790 abgerissen. Erbaut wurde sie im 14. Jahrhundert (Grundsteinlegung am 22. April 1370) und diente seit Ludwig XIII. als Staatsgefängnis mit 80 teils unterirdischen liegenden Kerkern. Heute befindet sich am ehemaligen Standort die Place de la Bastille.
Kategorie:Französische Revolution
Kategorie:1789
ja:バスティーユ牢獄
1790
- 26. Januar: Uraufführung der Oper Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart in Wien
- 14. August: Der Frieden von Värälä beendet den 1788 begonnenen Krieg zwischen Schweden und Russland ohne territoriale Veränderung
- Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft
- In München wird der Chinesische Turm gebaut
Kultur
- 26. Januar: Uraufführung der Oper Così fan tutte (So machen es alle) von Wolfgang Amadeus Mozart
- 1. März: Uraufführung der Oper Les Brouilleries von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 10. Mai: Uraufführung des historischen Dramas Jeanne d'Arc à Orléans von Rodolphe Kreutzer am Comédie-Italienne in Paris
- 23. August: Uraufführung der Oper Les Rigueurs du cloître von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- Anton David Steiger gründet als „Hainz am Stein der Wilde“ die „Wildensteiner Ritterschaft zur Blauen Erde“, damit Wiederaufleben des Rittertums des Mittelalters im Sinne der Romantik
Wissenschaft
- Der deutsche Botaniker Christian Konrad Sprengel entdeckt am Schmalblättrigen Weidenröschen die Fremdbestäubung
- 3. Februar: Gideon Mantell, englischer Arzt, Geologe und Paläontologe († 1852)
- 28. Februar: Josef Christian von Zedlitz, österreichischer Offizier und Dichter († 1862)
- 15. März: Niccolo Vaccai, italienischer Komponist († 1848)
- 29. März: Carl Theodor Welcker, Gelehrter und liberaler Politiker
- 29. März: John Tyler, 10. Präsident der USA († 1862)
- 21. April: Manuel Blanco Encalada, chilenischer Politiker († 1876)
- 23. Mai: James Pradier, französischer Bildhauer († 1852)
- 23. Mai: Jules-Sébastien-César Dumont d'Urville, französischer Seefahrer und Polarforscher († 1842)
- 27. Mai: Friedrich Wilhelm Rembert von Berg, russischer Feldmarschall († 1874)
- 27. Mai: Johann Ludwig Blesson, preußischer Militärschriftsteller († 1861)
- 27. Mai: Ludwig Blesson, deutscher Militärschriftsteller († 1861)
- 1. Juni: Ferdinand Raimund, Dramatiker († 1836)
- 19. Juni: Johann Heinrich Fischer, Schweizer Politiker
- 4. Juli: George Everest, englischer Ingenieur († 1866)
- 21. Juli: Friedrich Karl Hermann Kruse, Historiker († 1866)
- 3. August: John Cockerill, britischer Industrieller († 1840)
- 29. August: Leopold, Großherzog von Baden († 1852)
- 4. September: Joseph Anton von Maffei, deutscher Industrieller, Eisenbahnfabrikant († 1870)
- 17. September: David Hansemann, deutscher Politiker und Bankier († 1864)
- 26. September: Nassau William Senior, englischer Ökonom († 1864)
- 21. Oktober: Alphonse de Lamartine, französischer Dichter, Schriftsteller und Politiker († 1869)
- 25. Oktober: Robert Stirling, schottischer Priester und Ingenieur († 1878)
- 29. Oktober: Adolf Diesterweg, deutscher Pädagoge und Verlagsgründer(† 1866)
- 6. November: Johann Jacob Wehrli, Schweizer Pädagoge († 1855)
- 12. November: Gottlieb Heinrich Schmückert, Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes († 1862)
- 17. November: August Ferdinand Möbius, deutscher Mathematiker(† 1868)
- 17. November: João Carlos de Saldanha Oliveira e Daun, portugiesischer Politiker und General († 1876)
- 22. November – Gregor Wilhelm Nitzsch, klassischer Philologe (†1861)
- 3. Dezember: Joseph Fieschi, Attentäter († 1836)
- 6. Dezember: Jean-Baptiste Vaillant, französischer General, Marschall von Frankreich († 1872)
- 9. Dezember: William Edward Parry, britischer Admiral und Polarforscher († 1855)
- 16. Dezember: Leopold I. (Belgien), erster König der Belgier († 1865)
- 23. Dezember: Jean-François Champollion, französischer Sprachwissenschaftler († 1832)
- 3. Februar: Johann Bernhard Hermann, Intellektueller des 18. Jahrhunderts ( - 1761)
- 20. Februar: Kaiser Joseph II., Sohn Maria Theresias ( - 1741)
- 23. März: Georg Christian Crollius, deutscher Historiker ( - 1728)
- 6. April: Ludwig IX., Gemahl der Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken ( - 1719)
- 9. April: Nicolas-Sylvestre Bergier, französischer Theologe und berühmter Apologet ( - 1718)
- 17. April: Benjamin Franklin, US-amerikanischer Naturwissenschaftler und Politiker ( - 1706)
- 29. April: Samuel Heinicke, 'Erfinder' der Deutschen Methode der Gehörlosenpädagogik ( - 1727)
- 2. Mai: Philipp Matthäus Hahn, Pfarrer und Erfinder ( - 1739)
- 29. Mai: Israel Putnam, britischer Offizier und US-amerikanischer General im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ( - 1718)
- 7. Juli: Franz Hemsterhuis, Philosoph und Schriftsteller ( - 1721)
- 17. Juli: Adam Smith, Ökonom und Moralphilosoph ( - 1723)
- 25. Juli: Johann Bernhard Basedow, deutscher Pädagoge und Schriftsteller ( - 1723)
ko:1790년
simple:1790
Place de la Bastille
Die Place de la Bastille ist ein zentraler Platz in Paris. Er spreizt sich über das 4., 11. und 12. Arrondissement.
An der Stelle stand die Bastille, ein Gefängnisgebäude, dessen Erstürmung am 14. Juli 1789 den Anfangspunkt der Französischen Revolution markierte. Das Gebäude wurde in den Jahren 1370–1383 als ein Teil der Stadtbefestigung gebaut und im 17. Jahrhundert zum Gefängnis umfunktioniert. Nach der Erstürmung wurde die Bastille in der Folgezeit bis zum 14. Juli 1790 abgerissen. Es sind keine Überreste mehr vorhanden.
In der Mitte des Platzes steht die Julisäule (Colonne de juillet), die an die Ereignisse der Julirevolution im Jahre 1830 erinnert. Auf dem Platz befinden sich außerdem die Bastilleoper und die Metro-Station "Bastille".
Die Place de la Bastille ist ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Pariser. Regelmäßig finden dort Konzerte und ähnliche Ereignisse statt. Auch dient der Platz oft als Ausgangs-, Zwischen- oder Endpunkt für Demonstrationen. Jeden Sonntag nachmittag dient der Platz, wenn es das Wetter zulässt, als Ausgangspunkt für einen rund 20 km langen abgesicherten Parcours durch die Straßen von Paris für Inline-Skater. Das Ereignis ist für jedermann zugänglich und wird von dem Verein Rollers et Coquillages veranstaltet.
Die Gegend nordöstlich des Platzes hat ein lebendiges Nachtleben mit vielen Cafés, Bars, Nachtclubs und Konzerthallen.
Unter dem Platz verläuft in einem Tunnel der Canal Saint-Martin, der südlich des Platzes zum Arsenal-Hafen (Port de l'Arsenal) führt.
Literatur
- Julia Droste-Hennings, Thorsten Droste: Paris. Eine Stadt und ihr Mythos. DuMont-Reiseverlag, Köln 2003 ISBN 3-7701-6090-8, S. 338
Weblinks
- [http://fr.wikipedia.org/wiki/Bastille_%28Paris%29#Histoire_de_la_place_de_la_Bastille Geschichte des Platzes (auf Französisch)]
Siehe auch: Sturm auf die Bastille
Bastille
PrangerDer Pranger, Schandpfahl oder Kaak war ein Strafwerkzeug in Form einer Säule, einer Plattform oder eines Holzpfostens, an denen ein Delinquent gefesselt und öffentlich vorgeführt wurde. Zunächst Folterwerkzeug und Stätte der Prügelstrafe, erlangten Pranger ab dem 13. Jahrhundert weite Verbreitung zur Vollstreckung von Ehrenstrafen. Der Pranger diente den Städten auch als äußeres Zeichen der Gerichtsbarkeit.
Gerichtsbarkeit
Die Strafe bestand vor allem in der öffentlichen Schande, welche der Verurteilte zu erdulden hatte und die vielfach ein "normales" Weiterleben in der Gemeinschaft unmöglich machte oder sehr erschwerte. Auch war der Bestrafte den Schmähungen der Passanten ausgesetzt, die für ihn nicht ungefährlich waren. Auch das Bewerfen der betroffenen Person mit Gegenständen (Steinigung) und das Prügeln waren üblich. In vielen Städten (z.B. Lübeck) war es jedoch untersagt, mit festen Gegenständen nach dem Delinquenten zu werfen.
Prügeln
Es gibt verschiedene Bautypen des Prangers:
- Ein Halseisen, das mit einer Kette am Rathaus, der Kirche oder einem sonstigen öffentlichen Gebäude befestigt ist.
- Ein in den Boden eingelassener Holzpfahl mit einem Halseisen daran (Schandpfahl).
- Der Sitzpranger, ein Schandstuhl oder Schandesel, war ein hölzernes Gestell, welches auf einem öffentlichen Platz stand. Der Betroffene hatte darauf zu sitzen.
- Ein Käfig, zum Stehen und Sitzen auf öffentlichen Plätzen. Ein solcher befindet sich noch heute auf dem Markt der Stadt Leutschau (Levoča) in der Slowakei.
- Auch der Lästerstein ist hierzu zu zählen.
- Im alten Kaiserreich China und Japan ein quadratisches Holzbrett mit einer kreisrunden Öffnung für den Hals (Holzkragen). Es gab Ausführungen für nur einen Delinquenten oder auch für mehrere. (Siehe auch: Gesichtsverlust, Scham)
Die wohl verbreitetste Form des Prangers bestand in der Regel aus zwei parallel angeordneten Brettern, die durch bewegliche Scharniere miteinander verbunden und am Ende eines starken Pfahles angebracht waren. In beide Bretter wurde in der Mitte ein Halbkreis geschnitten, so dass, wenn man die Bretter schloss, ein Loch für den Kopf entstand. Links und rechts waren kleinere Löcher für die Hände. So wurde der Straftäter auf öffentlichen Plätzen ausgestellt.
Straftäter in einer sehr unbequemen Position am Boden hocken musste.]]
Trotz der modernen Ächtung des Prangers existieren ähnliche Formen der öffentlichen Vorführung nach wie vor: In den Medien werden tatsächliche oder vermeintliche Straftäter (oft mit Bild oder Angabe des Namens) zur Schau gestellt.
In den USA werden inzwischen offiziell von Behördenseite Listen von Straftätern (z.B. Kunden von Prostituierten) mit vollem Namen, Anschrift und Photo veröffentlicht.
Siehe auch: Niedere Gerichtsbarkeit
Weblinks
- [http://www.levoca.sk/indi/kl.htm Ansicht des Prangers in Leutschau]
- [http://www.chicagopolice.org/ps/list.aspx Internetpranger, an den die Chicagoer Polizei Kunden von Prostituierten stellt]
Kategorie:Rechtsgeschichte
Kategorie:Sanktionenrecht
Kategorie:Strafe
Donatien-Alphonse-François de Sade
Donatien Alphonse François, Marquis de Sade ( - 2. Juni 1740 in Paris; † 2. Dezember 1814 in Charenton bei Paris) war ein französischer Adliger und Autor einer Reihe teils pornografischer, teils philosophischer Bücher. Er wurde bekannt aufgrund der von ihm beschriebenen Sexualphantasien und der von ihm verursachten gesellschaftlichen Skandale. Von seinem Namen leitet sich der Begriff Sadismus ab.
Leben
De Sade war Sohn aus einem alten, wenn auch nicht mehr reichen, südfranzösischen Adelsgeschlecht und über seine Mutter weitläufig mit den Bourbonen, d.h. der königlichen Familie, verwandt. Er wurde im Pariser Stadtpalast der Condés geboren, einer Seitenlinie des Königshauses. Hier verbrachte er seine erste Kindheit, er wuchs auf, teils bei Verwandten in der Provence, teils wieder in Paris, wo er von 10 bis 14 das Collège Louis-le-Grand besuchte und dann eine Offiziersschule für junge Hochadelige durchlief. Mit 15 wurde er Offiziersanwärter. Mit 16 Jahren nahm er als Soldat am Siebenjährigen Krieg (1756–1763) teil und wurde mehrfach befördert.
Zur Aufbesserung seiner finanziellen Verhältnisse ging Sade 1763 eine Konventionalehe mit Renée Pélagie de Montreuil ein, die aus einer weniger prestigereichen, aber sehr vermögenden Familie des hohen französischen Amtsadels stammte. Aus der Ehe gingen vermutlich drei Kinder hervor. 1764 erbte Sade von seinem Vater das vor allem eine ehrenhafte Sinekure darstellende Amt des königlichen Generalleutnants der an die Schweiz grenzenden Provinzen Bresse, Bugey, Valromey und Gex.
Kurz nach seiner Heirat begann er, dank seines neuen Reichtums, ein skandalöses Leben zu führen, das den Rahmen auch dessen sprengte, was man damals bei adeligen Libertins hinzunehmen bereit war. U.a. missbrauchte er wiederholt junge Prostituierte und Hausangestellte beiderlei Geschlechts, später auch zusammen mit seiner Frau.
Im Zusammenhang mit den Vorwürfen einer gewissen Rose Keller, sie sei von ihm ausgepeitscht worden, wurde Sade verhaftet. Die junge Frau nahm jedoch nach Zahlung einer Entschädigung von einer Klage Abstand.
1772 beschwerten sich Prostituierte aus Marseille, von Sade mit Bonbons (Kantharidenbonbons) unter Drogen gesetzt und so zu Gruppensex und Sodomie gefügig gemacht worden zu sein. Sade wurde deshalb angeklagt und in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Der Vollstreckung der Strafe entzog er sich durch Flucht nach Italien. Hier verfasste er, nachdem er schon 1769 den Bericht einer Reise nach Holland veröffentlicht hatte, einen Bericht auch von seiner Italienreise (gedruckt 1775) und ein Buch über Rom, Florenz und Neapel (gedruckt 1776).
Da er bei seiner Flucht heimlich seine junge Schwägerin, ein Stiftsfräulein (chanoinesse), mitgenommen und dadurch entehrt hatte, ließ die Familie ihn fallen. Seine Schwiegermutter erwirkte einen königlichen Haftbefehl (lettre de cachet) gegen ihn, so dass er bei seiner Rückkehr nach Paris 1777 verhaftet und in der als Gefängnis dienenden Festung Vincennes eingesperrt wurde. Das seit 1772 anhängige Todesurteil wurde dagegen 1778 aufgehoben.
Nach einem Fluchtversuch 1784 verlegte man ihn in die Pariser Stadtfestung Bastille, wo er weitere fünfeinhalb Jahre verbrachte. Intellektuell waren die Jahre in Vincennes und in der Bastille durchaus fruchtbar für Sade, da er sich beliebig Bücher bringen lassen und lesen konnte. In der Haft begann er zu schreiben. Wegen der philosophischen und moralischen Anstößigkeit dessen, was er verfasste, schrieb er überwiegend heimlich und, um nicht durch übermäßigen Papierverbrauch aufzufallen, in winziger Schrift.
Einige Tage vor dem sog. Sturm auf die Bastille im Revolutionsjahr 1789 schrie er der vor der Bastille demonstrierenden Menge zu: "Sie töten die Gefangenen hier drinnen!" Möglicherweise war sein Schreien einer der Gründe, die die Pariser Bevölkerung dazu bewegten, die Bastille einzunehmen, die eigentlich ein Gefängnis für vornehme Leute war (de Sade selbst etwa ließ sich außerhalb bekochen und möblierte seine Zelle nach Belieben).
Sade wurde allerdings sofort nach dem Vorfall in die Irrenanstalt in Charenton verlegt, was seiner Frau die Möglichkeit gab, die Scheidung einzureichen.
1790 wurde er infolge der französischen Revolution entlassen. Trotz seiner aristokratischen Herkunft schloss er sich den radikalen Jakobinern an und vertrat eine utopische Variante des Sozialismus, verweigerte dabei allerdings die Aufgabe seines Familienschlosses Lacoste in der Provence und Herausgabe seines Familienvermögens. Während der Herrschaft des Terrors 1793 geriet er ins politische Abseits und wurde wegen Moderantismus angeklagt. Er verbrachte mehr als ein Jahr im Gefängnis und wurde sogar zum Tode verurteilt. Jedoch entkam er der Guillotine dank des Sturzes des Diktators Robespierre (28. Juli 1794); das neue Regime des Directoire ließ ihn nach drei Monaten frei. Wieder in Freiheit, musste Sade die Reste seines durch die Revolution dezimierten Besitzes verkaufen und lebte schlecht und recht von Gelegenheitsarbeiten, denn die diversen Werke, die er jetzt publizierte, brachten kaum etwas ein.
Nachdem 1801 Napoléon Bonaparte an die Macht gekommen war, wurde Sade wieder ohne Gerichtsverhandlung eingesperrt, dieses Mal für die Veröffentlichung seiner Bücher Justine und Juliette. 1803 wurde er für verrückt erklärt und landete zum zweiten Mal in Charenton. In seinen letzten Jahren hier, wo man ihn schreiben ließ und auch sonst zivil behandelte, verfasste er die biografischen Romane La Marquise de Gange (1813 gedruckt) sowie – beide erst postum publiziert – Adélaïde de Brunswick, princesse de Saxe (1812) und Histoire secrète d'Isabelle de Bavière (1813). Zudem führte er mehrere Theaterstücke auf, bei denen die geistesgestörten Insassen spielten. 1814 starb er in Charenton mit 74 Jahren.
Literarisches Schaffen
Sade, der die Schriftstellerei 1769 als Dilettant mit Reiseschilderungen begonnen hatte, intensivierte mit der Inhaftierung seine Tätigkeit als Autor. 1782 stellte er das Gespräch zwischen einem Priester und einem Sterbenden fertig, in dem ein sterbender Freigeist einen Priester von dem Unwert eines gottesfürchtigen Lebens überzeugen kann.
In seinem, von Ivan Bloch erst 1904 wiederentdeckten und 1909 veröffentlichten, unvollendeten Episodenroman Die 120 Tage von Sodom, den er ab 1785 zum Teil im Gefängnis schrieb, skizziert er eine hundertzwanzigtägige Gewaltorgie und eine breite Palette sexueller Spielarten, ausgeübt an einer Gruppe entführter und versklavter Jugendlicher beiderlei Geschlechts.
Der Stoff wurde, in die Zeit des italienischen Faschismus versetzt, 1975 von Pier Paolo Pasolini verfilmt und 1997 in einem Internetspiel satirisch bearbeitet (Richterspiel).
1791 veröffentlichte er Les Infortunes de la vertu, eine frühe Version des ebenfalls 1791 erschienen Buches Justine. Darin schildert de Sade das Leben eines Mädchens, das trotz kontinuierlichen Unglücks unbeirrt an die Tugend glaubt, 1796 ergänzte er diesen Roman durch die Juliette, die Beschreibung des Lebens von Justines Schwester, die als Kurtisane, Kriminelle und "Nichttugendhafte" eben zum Glück findet. 1797 erscheinen beide Romane anonym, komplett neu verfasst, als zehnbändige Ausgabe mit 4000 Seiten und über einhundert Kupferstichen unter dem Titel Die neue Justine / Geschichte von Juliette.
Weitere Werke der Revolutionszeit waren Aline und Valcour (1795, darin der Entwurf eines utopischen Staats: Die Südseeinsel Tamoe), Philosophie im Boudoir (1795) mit dem politischen Pamphlet Franzosen, noch eine Anstrengung, wenn ihr Republikaner sein wollt , die Erzählungssammlung Verbrechen der Liebe (1800) und eine Reihe von Theaterstücken. In der Irrenanstalt von Charenton verfasste de Sade die biografischen Romane La Marquise de Gange (1813 gedruckt) sowie – beide erst postum publiziert – Adélaïde de Brunswick, princesse de Saxe (1812) und Histoire secrète d'Isabeau de Bavière (die geheime Geschichte Isabellas von Bayern, 1813).
Das wohl am weitesten verbreitete seiner Werke ist Les instituteurs immoraux ou La Philosophie dans le boudoir (=die unmoralischen Lehrer oder Philosphie im Boudoir, 1795), das 1878 auch als erster Sade-Text ins Deutsche übersetzt wurde. Es schildert die etwa einen Nachmittag und Abend füllende sexuelle und intellektuelle Initiation eines adeligen jungen Mädchens durch eine adelige Frau und zwei adelige Männer plus einem gut bestückten Bauernburschen, wobei die vier Hauptfiguren in den nötigen Erholungspausen philosophische Gespräche führen, in denen sich als "unmoralischer Lehrer" (und Sprachrohr des Autors) der homosexuelle Hedonist und Atheist Dolmancé hervortut. Leitmotiv seiner Philosophie ist die wohl von d'Holbach übernommene Vorstellung des "Rechtes des Stärkeren", das Sade interpretiert als Recht einer sozialen und geistigen Elite – letztlich der Hocharistokratie – auf eine ungehemmte Verfolgung ihres Strebens nach Lustgewinn.
Die pornografischen Passagen der Texte von Sade schildern in aller Ausführlichkeit und höchst phantasievoll alle vorstellbaren sowie auch viele nur mühsam vorstellbare sexuellen Handlungen. Sein Markenzeichen ist die Freude am Darstellen der mit Gewalt und Schmerzzufügung verbundenen Akte, eben dessen, was man später als "Sadismus" bezeichnen wird.
Seine philosophische Position ist entsprechend die eines Atheisten, Materialisten und moralischen Relativisten, der sich in der Überzeugung gefällt, dass es keine Handlungsweise gibt, und mag sie uns noch so unmoralisch erscheinen, die nicht irgendwo auf der Welt als selbstverständlich geduldet oder gar gebilligt würde.
Naturgemäß hatten Sades Schriften immer mit der Zensur zu kämpfen. So standen einige im Londoner „Verzeichnis verbotener Bücher“ von Pisanus Fraxi („Index librorum prohibitorum“, London 1877). Die Philosophie im Boudoir wurde 1963 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert (später aufgehoben).
Einfluss auf die Gegenwart
De Sade wurde bis Mitte des 19. Jahrhundert fast totgeschwiegen und anfänglich erstmals wieder von Baudelaire öffentlich wahrgenommen. Zugleich begannen Sexualwissenschaftler wie Richard von Krafft-Ebing oder Ivan Bloch eine nichtliterarische Rezeption, einhergehend mit neuen Editionen seiner Werke sowie Erstveröffentlichungen. Im 20. Jahrhundert wurde er salonfähig durch die Surrealisten, insbesondere Guillaume Apollinaire, die ihn erstmals intensiver rezipierten.
Horkheimer und Adorno befassten sich kritisch mit seinem Werk in der Dialektik der Aufklärung. Auch Simone de Beauvoir ("Soll man De Sade verbrennen?") und andere Autoren haben später seinen Schriften unter dem Blickwinkel einer radikalen Freiheitsphilosophie im historischen Kontext zum Existenzialismus hin untersucht.
Das Schauspiel von Peter Weiss Die Verfolgung und Ermordung des Jean-Paul Marat, aufgeführt von den Insassen des Asyls von Charenton unter der Regie des Marquis de Sade, oder kurz Marat/Sade, nimmt die Figur Sades auf und benutzt sie als individualistischen und resignierten Gegenpart zu Jean-Paul Marat.
Werke
- Verbrechen der Liebe, (Les crimes de l'amour, 1800)
- Die 120 Tage von Sodom oder Die Schule der Ausschweifung, (Les 120 Journées de Sodome ou l'Ecole du Libertinage, posthum dt. 1909, frz. 1931 - 35).
- Justine oder das Unglück der Tugend, ISBN 3458329579, Frankfurt 1990, (frz. Originaltitel: "Justine ou les malheurs de la vertu").
- Juliette oder die Vorteile des Lasters, ISBN 3548302211, Ullstein 1989
- Die Philosophie im Boudoir, München 1975
Biographien
- Gilbert Lély: Leben und Werk des Marquis de Sade. Albatros, Düsseldorf 2001 (1965), ISBN 3-491-96025-8
- Maurice Lever: Marquis de Sade. Die Biographie. Europaverlag, Wien/München 1995 (1991), ISBN 3-203-51238-6
- Walter Lenning: Marquis de Sade Rowohlt, Reinbek 1988 (1965), ISBN 3-499-50108-2
Siehe auch
- Sadomasochistische Literatur
Weblinks
- [http://www.monsieurlesix.be Monsieur Le Six], Mehrere Texte über und von de Sade (auf Englisch)
- [http://ubt.opus.hbz-nrw.de/frontdoor.php?source_opus=281 Blähungen von Dinosauriern] Zur Geschichte der deutschen Saderezeption
- [http://www.8ung.at/pl-maschine/Rspiel/gesetz.html Richterspiel] zu Marquis de Sades "Die 120 Tage von Sodom"
- http://www.freitag.de/2004/50/04501701.php Würdigung de Sades
- [http://www.pinkernell.de/romanistikstudium Artikel in "Namen, Titel und Daten der franz. Literatur"] (eine Quelle für die biografischen Abschnitte)
- [http://www.chilli.cc/index.php?id=52-1-302 CHiLLi.cc - "Das Missgeschick der Tugend"]
-
Sade, Marquis de
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IV wojna włoska Fryderyka BarbarossyTrzecia i czwarta kampania włoska Fryderyka Barbarossy
W latach 1163-1164 doszło do trzeciej wyprawy Barbarossy do Italii. Celem wyprawy była normańska Sycylia i południowa Italia. Tym razem jednak siły cesarza były zbyt słabe i zadowoliły się jedynie zburzeniem dopiero co odbudowanej Tortony 24 listopada 1163 r. W czerwcu 1164 r. Fryderyk widząc że nie pokona silniejszych Werończyków zdecydował się na powrót do Niemiec.
We wrześniu 1166 roku cesarz na czele 20000 Brabantczyków wyruszył na czwartą wyprawę italską. Celem było wygnanie papieża Aleksandra III z Rzymu. Po dotarciu na miejsce cesarz częściowo załagodził spór pomiędzy Pizą i Genuą, po czym spędził zimę w obozie pod Brescią. W dniu 7 kwietnia 1167 roku doszło do sprzysiężenia większości miast lombardzkich przeciwko polityce cesarza. Miesiac później Fryderyk obległ Ankonę a jego wojska rozbiły Rzymian w bitwie pod Tuskulum 29 maja 1167 r. Zwycięstwo umożliwiło Fryderykowi zdobycie Rzymu z którego zbiegł papież Aleksander. 1 sierpnia papież Paschalis III dokonał uroczystej koronacji Fryderyka w katedrze św.Piotra. W sierpniu 1167 roku w zajętym przez Nimców Rzymie wybuchła epidemia gorączki malarycznej, której ofiarami padły tysiące rycerzy niemieckich. Cesarz zmuszony został z resztką swoich wojsk opuścić Rzym. Stało się to przyczyną wybuchu rewolty w miastach lombardzkich i utworzenia Ligi Lombardzkiej. Podczas odwrotu ścigany przez wojska lombardzkie Fryderyk odparł atak przeciwnika pod Pontremoli na przełęczy Cisa (musiał jednak zmienić trasę marszu) po czym dotarł do miasta Susa, skąd w przebraniu knechta udało mu się zbiec do Niemiec w marcu 1168 roku. Czwarta wyprawa italska zakończyła się katastrofą.
Czwarta wyprawa Fryderyka Barbarossy do Italii 1166 - 1168
- 1167 Oblężenie Ankony
- 1167 Bitwa pod Tuskulum
- 1168 Bitwa pod Pontremoli (wojska lombardczyków uniemożliwiają cesarzowi przejście przez przełecz Cisa)
Wojny włoskie Fryderyka Barbarosyy
- I wojna włoska Fryderyka Barbarossy 1154-1155
- II wojna włoska Fryderyka Barbarossy 1158-1162
- III wojna włoska Fryderyka Barbarossy 1163-1164
- IV wojna włoska Fryderyka Barbarossy 1166-1168
- V wojna włoska Fryderyka Barbarossy 1174-1177
- VI wojna włoska Fryderyka Barbarossy 1184-1196
Włoska Fryderyka Barbarossy, IV wojna
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Heinrich Gustavovich Neuhaus (; also Genrikh Gustavovich Neygaus, Henrych Gustavovyč Nejhaus; – Moscow, October 10, 1964) was a
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Nafarelin is a gonadotropin releasing hormone agonist (GnRH agonist). By causing constant stimulation of the pituitary, it decreases pituitary secretion of gonadotropins luteinizing hormone (LH) and follicle stimulating hormone (FSH). Nafarelin may be used in the treatment of estrogen-dependent conditions (such as
The Umpqua River Bridge is a swing-span bridge that spans the Umpqua River in Reedsport, Oregon. It consists of a central swing span flanked by two reinforced concrete arches on each end. The swing span was necessary to accommodate tall sailing vessels which were common on the Umpqua River. The final cost of the bridge was $510,500.
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Sodium iodide
Sodium iodide is a toxic chemical compound with formula and CAS number 7681-82-5. It is used in polymerase chain reactions, and also (as an acetone solution) in the Finkelstein reaction, for conversion of an Canadian Tire. They are primarily around to issue the Canadian Tire Options Mastercard, although they also offer insurance, and a line of credit.
CTFS began in 1961 as Midland Shoppers Credit Limited, a small company offering third-party credit services. During this time, many Canadian Tire stores in Ont
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Brothers of Destruction
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