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| Baucau (Stadt) |
Baucau (Stadt)Baucau ist die Hauptstadt des gleichnamigen Distriktes des pazifischen Inselstaates Osttimor (Timor-Leste).
Baucau ist die zweitgrößte Stadt Osttimors mit etwa 16.000 Einwohnern und liegt an der Nordküste des Landes etwa 100 km östlich der Hauptstadt Dili.
Etwa 6 km süd-westlich (Geografische Lage: ) von Baucau liegt der Cakung Airport, der größte Flughafen Osttimors.
Kategorie:Ort in Osttimor
Baucau (Distrikt)Baucau ist ein Distrikt des pazifischen Inselstaates Osttimor an der Nordküste des Landes. Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt Baucau. Im Distrikt Baucau leben 104.500 Einwohner (Stand 2004) auf einer Fläche von 1.494 Quadratkilometern. In der Nähe der Stadt Baucau liegt der größte Flughafen Osttimors.
Baucau ist für die Nahrungsmittelproduktion Osttimors bedeutend, da der Distrikt landwirtschaftlich besonders gut entwickelt ist. Neben den Grundnahrungsmitteln Reis und Mais liefert Bacau Bohnen, Erdnüsse, Süßkartoffeln, Kopra, Kukui und Maniok. Daneben werden Büffel und Ziegen gehalten.
Kategorie:Osttimor
Osttimor
Osttimor (dt. Übersetzung der offiziellen portugiesischen Form Timor-Leste, wörtl. „Ost-Osten“ v. indon. timur „Osten“ und port. leste „Osten“) ist ein Inselstaat in Südostasien und besteht aus der Osthälfte der Insel Timor, den Inseln Atauro und Jaco sowie der Exklave Oecussi-Ambeno ebenfalls auf Timor.
Geographie
Die Insel gehört zum östlichen Teil des indonesischen Archipels und zu den Kleinen Sunda-Inseln. Im Nordwesten der bergigen Insel liegt die Sawusee, nördlich die Bandasee und südlich dehnt sich die Timorsee 500 Kilometer bis nach Australien aus. Die höchste Erhebung ist der Mount Tatamailau mit 2.963 Metern.
Das lokale Klima ist tropisch, im Allgemeinen heiß und schwül und wird von einer ausgeprägten Regen- und Trockenzeit charakterisiert.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Dili 159.721 Einwohner, Dare 18.748 Einwohner, Los Palos 17.042 Einwohner, Baucau 14.841 Einwohner, Ermera 12.933 Einwohner und Maliana 12.071 Einwohner.
Siehe auch: Liste der Städte in Osttimor
Bevölkerung
Es gibt auf Osttimor etwa 15 Ethnien, davon 12 größere Stammesverbände. Sie sprechen meist austronesische (malaio-indonesische und melanesische Sprachen) und Papua-Sprachen. Die wichtigsten Sprachen sind die Amtssprachen Tétum und Portugiesisch. Die frühere Amtssprache Bahasa Indonesia hat zumeist an Bedeutung verloren.
Religion
Fast alle Einwohner Osttimors sind christlichen Glaubens (95 %). Davon sind über 92 % Katholiken, Protestanten sind christliche Minderheiten. Es gibt Minderheiten von wenigen Muslimen, Hindus und Buddhisten. Der animistische Glauben ist weitgehend verschwunden. Allerdings tauchen animistische Elemente im katholischen Ritus auf.
Die katholische Kirche war während der portugiesischen Kolonialherrschaft auf die Hauptstadt Dili und wenige größere Orte beschränkt. Während des Freiheitskampfes gegen Indonesien wurde die katholische Kirche jedoch zur einigenden Klammer zwischen den 12 größeren Stammesverbänden gegen die überwiegend muslimischen Indonesier. In keinem anderen Land der Erde hat die katholische Kirche einen derart großen Zuwachs erreicht. Sie verdankt das auch dem Bischof Ximenes Belo, der für sein Eintreten für die Freiheit Osttimors den Friedensnobelpreis erhielt.
Geschichte
Portugiesische Herrschaft
Seit dem 14. Jahrhundert gehörte Timor (v. indon. timur „Osten“) zu dem hinduistisch geprägten altindonesischen Majapahit-Königreich. 1586 werden große Teile Timors zu einer portugiesischen Kolonie (Portugiesisch-Timor). Der westliche Teil der Insel Timor wurde ab dem 17. Jahrhundert der niederländischen Kolonie Niederländisch Ostindien zugesprochen und gehört seit der Unabhängigkeit 1946 zu Indonesien.
Die katholische Kirche verfügte durch ein Konkordat von 1940 über ein Erziehungsmonopol. Im Zweiten Weltkrieg wurde Timor von den Japanern besetzt. Im Kampf gegen die dort stationierten australischen und niederländischen Soldaten verloren bis zu 60.000 Menschen das Leben. 1951 wurde Osttimor der Status eines portugiesischen Überseegebietes zugesprochen. 1972 wurde es zur autonomen Region der Republik Portugal, somit erhielten die Einwohner eine gewissermaßen eingeschränkte portugiesische Staatsbürgerschaft.
Indonesische Herrschaft
Die Nelkenrevolution im April 1974 beendete die Militärdiktatur in Portugal und ermöglichte die Dekolonialisierung von Osttimor. Nach zweiwöchigen gewalttätigen Auseinandersetzungen im August 1974 zwischen der FRETILIN, welche die Unabhängigkeit Osttimors forderte und der UDT, die weiterhin eine Bindung zu Portugal anstrebte, konnte sich die besser ausgerüstete Fretilin durchsetzen. Am 28. November 1975 wurde die Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Osttimor (port. República Democrática de Timor-Leste, tetum Repúblika Demokrátika Timor Lorosa'e) ausgerufen.
Diese war jedoch nur von kurzer Dauer. Wenige Tage später begann die indonesische Regierung mit Billigung der USA mit der Invasion Osttimors. Dabei kam es zu Massenmorden und Vergewaltigungen, wodurch bis Ende Februar 1976 60.000 Timoresen ums Leben kamen. Die indonesische Regierung gab am 13. August 1976 in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens die sofortige Annexion der portugiesischen Überseeprovinz Osttimor bekannt. Dieses widerrechtliche Unterfangen wurde von der UN nie anerkannt. Die UN-Resolution 384 forderte ausdrücklich den Abzug der indonesischen Truppen aus diesem Gebiet der Insel. Mitte Dezember 1976 wurde eine provisorische Marionettenregierung eingesetzt.
Der Kampf um die Unabhängigkeit
Verschiedene timoresische Gruppierungen kämpften gegen die indonesischen Besatzer und für ein freies Osttimor. Bei den Auseinandersetzungen kam es zu massiven Menschenrechtsverletzungen und Gräueltaten durch das indonesische Militär. Die UN-Generalversammlung verabschiedete immer wieder Resolutionen, die die unrechtmäßige Besetzung verurteilte. Doch der Osttimor-Konflikt bekam wenig Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft. Der Besuch des Papstes Johannes Paul II. am 12. Oktober 1989 rückte den Konflikt wieder in die Öffentlichkeit und sprach den Menschen Mut zu.
Mit dem Santa-Cruz-Massaker am 12. November 1991 in der Hauptstadt Dili verschärfte sich der Konflikt. Nach einer Demonstration gab es zahlreiche Tote durch eine blutige Aktion indonesischer Militärs. Journalisten konnten das Geschehen aufzeichnen und an die internationale Öffentlichkeit bringen, die es mit großer Empörung zur Kenntnis nahm.
1996 erhielten die Friedens- und Unabhängigkeitsaktivisten Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo und José Ramos-Horta den Friedensnobelpreis, was der Bevölkerung Mut gab weiter für ihre Freiheit einzustehen. Mit dem Beginn der Asienkrise ein Jahr später und den damit verbundenen Problemen für die Stabilität Indonesiens änderten sich langsam die Umstände. Die US-Amerikaner versagten der Regierung in Jakarta die Unterstützung und Australien drängte zu mehr Zugeständnissen.
Im Mai 1998 trat der langjährige Machthaber Suharto ab und sein Nachfolger Bacharuddin Jusuf Habibie erklärte sich Ende des Jahres nach internationalem Druck dazu bereit ein Referendum über die Unabhängigkeit durchführen zu lassen. Die Volksabstimmung vom 30. August 1999 brachte eine klare Mehrheit (78,5 %), bei einer Beteiligung über 98 %, gegen die Autonomie und für die Unabhängigkeit Osttimors.
Direkt danach eskalierte die Gewalt unter Beobachtung Angehöriger der UN-Wahlkommission UNAMET gegen die Osttimoresen durch die proindonesischen Milizen und die indonesische Armee selbst.
Am 9. September wurden Kredite des IWF und der Weltbank auf Eis gelegt. Drei Tage später stimmte Habibie einer internationalen Eingreiftruppe zu. Am 15. September wurde mit der UN-Resolution 1264 die 7.500 Mann starke Friedenstruppe INTERFET legitimiert, die Ordnung wieder herzustellen.
Am 20. September 1999 landeten die ersten australischen Einheiten auf dem Flughafen Dili und kontrollierten nach kleineren Zusammenstößen mit den pro-indonesischen Milizen die Region. Viele Bevölkerungsangehörige, aber auch viele Mitglieder der Miliz flohen in die Berge oder den Westteil der Insel. Die Exklave Oecussi wurde im Oktober befreit. Über tausend Zivilisten verloren durch abrückende Milizen ihr Leben, viele Häuser wurden abgefackelt und die Infrastruktur größtenteils zerstört.
Ende Oktober erklärte Indonesien die Besetzung für ungültig und mit dem UN-Beschluss 1272 wurde die UN-Übergangsverwaltung UNTAET bemächtigt ab Februar 2000 den Wiederaufbau des Landes zu organisieren und INTERFET abzulösen. Auf einer Konferenz 17. Dezember 1999 im japanischen Tokio wurden Finanzhilfen in Höhe von über 417 Millionen Euro zugesagt.
Am 30. August 2001 wurden Wahlen für eine verfassungsgebende Versammlung abgehalten, die ihre Aufgabe im Februar 2002 beendete. Mit der Resolution 1410 vom 17. Mai 2002 wurde drei Tage vor der formalen Unabhängigkeit ein dreijähriges Mandat für die Nachfolge der UNTAET-Mission beschlossen. Seit dem Jahre 2002 überwacht die UNMISET-Friedensmission den Demokratieprozess.
Offiziell wurde am 20. Mai 2002 unabhängig und der frühere Rebellenführer Xanana Gusmão zum Präsidenten gewählt. Am 27. September 2002 wurde das Land in der UN aufgenommen.
Politik
Der Präsident von wird alle fünf Jahre gewählt und hat eher symbolische Befugnisse, er besitzt aber ein Vetorecht bei der Gesetzgebung. Nach den Parlamentswahlen bestimmt der Präsident einen Premierminister, der die Mehrheit einer Partei oder Koalition hat. Als Kopf der Regierung sitzt er dem Kabinett vor.
Das Parlament (Parlamento Nacional) umfasst mehrere Kammern. Seine Mitglieder werden alle fünf Jahre in freien Wahlen bestimmt. Die Anzahl der Sitze kann zwischen 52 und 64 variieren. Während der laufenden (2005) Wahlperiode wurden ausnahmsweise 88 Sitze vergeben, weil es die erste Regierungszeit überhaupt ist.
Die Verfassung wurde nach portugiesischem Vorbild entwickelt.
Als ersten Präsidenten wählten die Osttimoresen mit überwältigender Mehrheit Xanana Gusmao. Der frühere Chef der Befreiungsbewegung Fretilin, die ihrerseits die meisten Sitze im Parlament errang, wird als eine Art Volksheld verehrt. Nachdem die Eigenstaatlichkeit s als großes Ziel erreicht war, wollte sich Gusmao eigentlich aus der aktiven Politik zurückziehen, stellte sich dann aber doch den vielen Bitten, weiter eine verantwortungsvolle Position einzunehmen. Als Staatsoberhaupt hat er sich vor allem dem Versöhnungsgedanken verschrieben. Nur eine Normalisierung der Beziehungen zur früheren Besatzungsmacht Indonesien und ein gewisser Schlussstrich unter die Vergangenheit, so seine Überzeugung, können das bitterarme und durch die lange Fremdherrschaft rückständige Land in die Zukunft führen. Anfang 2005 empfing er den im Vorjahr neugewählten indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono zu einem Staatsbesuch. Das Treffen der beiden Männer verlief außergewöhnlich herzlich und wurde als Neuanfang in den bilateralen Beziehungen gewertet.
Provinzen
- ist in 13 administrative Distrikte aufgeteilt.
- Diese sind in 67 Ortschaften und in 2,336 Dörfer unterteilt.
Wirtschaft
Vor und während der Kolonialzeit war Timor für sein Sandelholz bekannt.
Bis Ende 1999 wurden ungefähr 70 Prozent der ökonomischen Infrastruktur durch proindonesische Milizen und Militärs verwüstet und über 260.000 Menschen waren gezwungen, nach Westen zu fliehen.
Während der folgenden drei Jahre wurde das Gebiet mit einem massiven internationalen Hilfsprogramm unter Führung der UN wieder aufgebaut. Das Programm umfasste zivile Beobachter, eine 5.000 Mann starke Friedenstruppe und 1.300 Polizisten.
Bis Mitte 2002 sind fast alle der 50.000 Flüchtlinge wieder zurückgekehrt.
Das Land steht noch immer vor der großen Herausforderung des Aufbaus der Infrastruktur und der Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung.
Ein vielversprechendes Projekt könnte die Nutzung von Erdgas und Erdöl sein. In der indonesischen Besatzungszeit wurde ein Ölfeld in der Timorsee zwischen Timor und Australien entdeckt und am 11. Dezember 1989 ein Vertrag zwischen den Regierungen Indonesiens und Australiens geschlossen. Aber erst im Mai 2004 hat die australische Regierung die Gültigkeit des Vertrages in einer Form bestätigt, die die Seegrenze und damit auch die Rohstoffe zu Gunsten Australiens verschoben hat. [http://www.uniya.org/talks/brennan_3sep04.html]
Eine Fährgesellschaft hat inzwischen mit deutscher finanzieller Unterstützung eine ständige Verbindung zu der Enklave Oecussi hergestellt und ein Mobilfunkunternehmen hat ein GSM-Netz aufgebaut.
Kultur
Die Kultur Osttimors weist neben europäischen und asiatischen Merkmalen auch zahlreiche pazifische Einflüsse auf. Die Lebensweise der Einwohner Osttimors hat mit der der Einwohner des indonesischen Westens der Insel wenig gemein. Der Einfluss der katholischen Kirche auf die Lebensweise der Einwohner ist beschränkt und die Gesellschaft sehr liberal.
Ein interessanter Punkt der Kultur Osttimors ist, dass sich Frauen ab der Vollendung des 15. Lebensjahres generell die gesamte Körperbehaarung entfernen (inklusive der Haare an den Unterarmen), mit Ausnahme des Haupthaars und der Augenbrauen.
Siehe auch: Francisco Borja da Costa, Freiheitskämpfer und Dichter der Nationalhymne
Literatur
- José Ramos-Horta: Funu. Ost-Timors Freiheitskampf ist nicht vorbei! Ahriman-Verlag Freiburg 1997. ISBN 3-89484-556-2
Weblinks
- [http://www.gov.east-timor.org/ Offizielle Regierungsseite]
- [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,TMP,00.html SPIEGEL-Jahrbuch Eintrag "Osttimor"]
- [http://www.gfbv.de/voelker/suedosta/osttimor/timor.htm Dossier Osttimor] - Informationen von der Gesellschaft für bedrohte Völker
- [http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Osttimor/Welcome.html Osttimor -Daten, Informationen, Analysen] - Friedensforschung an der Uni Kassel
- [http://www.laenderkontakte.de/ Verzeichnis der deutsch-internationalen Beziehungen]
Kategorie:Staat
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Kategorie:Südostasien
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Geografische LageDie geografischen Koordinaten im eigentlichen Sinne sind geografische Länge (früher Längengrad), geografische Breite (früher Breitengrad) und Höhe über Normalnull.
Um die geografische Lage eines Ortes auf der Erde anzugeben, können verschiedene Koordinatensysteme verwendet werden. Die geographischen Koordinaten sind aber die am häufigsten verwendete Möglichkeit, die Lage auf der Erdoberfläche zu beschreiben.
Die Erde wird dabei in 360 Längengrade und 180 Breitengrade aufgeteilt. Normalnull bezeichnet die Höhe des Wasserspiegels der Weltmeere, z. B. gemessen am mittleren Wasserpegel von Amsterdam (für Deutschland), Triest (Österreich) oder Marseille (Schweiz).
Koordinatensystem
Marseille
Das Gradnetz der Erde ist ein gedachtes Koordinatensystem auf der Erdoberfläche mit sich rechtwinklig schneidenden Längen- und Breitenkreisen; es dient zur geografischen Ortsbestimmung. Die Breitengrade werden dabei vom Äquator aus gezählt, die Pole liegen bei 90° Nord bzw. Süd, die Längengrade werden von einem willkürlichen Nullmeridian nach Osten und Westen gezählt bis 180°. Die Festlegung der Winkel stimmt nicht mit dem in Mathematik und Physik üblichen Kugelkoordinatensystem überein.
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren in verschiedenen Ländern verschiedene Nullmeridiane gebräuchlich (beispielsweise Ferro und Paris), heutzutage wird der Meridian von Greenwich (Sternwarte in London) international verwendet.
Bei der genauen Ortsbestimmung muss beachtet werden, das sich Geographischen Koordinaten auf unterschiedliche Bezugsysteme beziehen können. Das am häufigsten genutzte Bezugsystem ist das WGS84. Je nach Zweck werden auch andere Referenzellipsoide, eine Kugel oder das Geoid verwendet.
Karten
Da Kartographen in früheren Jahrhunderten die vielen regionalen Abweichungen der Erdoberfläche vom idealen Ellipsoid dadurch ausglichen, dass sie im betreffenden Gebiet das Koordinatensystem „verschoben“, entstanden Dutzende geodätische Systeme (Bezugssysteme für Karten). Mit der Entwicklung der Satellitennavigation musste ein weltweit einheitliches System geschaffen werden (siehe WGS84).
In Land- oder Seekarten, die fast immer auf früheren Systemen beruhen, könnte eine Angabe in einem falschen Bezugssystem (etwa das Eintragen einer GPS-Position) einen Fehler von etlichen Hundert Metern verursachen, wenn das Referenzellipsoid (auch Kartendatum, Bezugssystem) der Angabe nicht dasselbe ist wie das der Karte. Werte können natürlich von einem System zu einem anderen umgerechnet werden.
Genauere Positionsangaben sind in der Luftfahrt und Nautik erforderlich. Hier wird die geografische Breite und Länge auf Bogenminuten genau angegeben, z. B. Zugspitze Lat = 47° 25' N, Lon = 10° 59' E oder Ost.
- Bogenminuten werden dezimal weiter unterteilt.
- Gemäß DIN 13.312, gültig für Luft- und Seefahrt, wird die geografische Breite mit Lat oder älter auch φ abgekürzt, die geografische Länge mit Lon oder λ. B und L sind nicht normgemäß.
- Eine Breitenminute entspricht auf der Erdoberfläche einer Strecke von ca. 1.852 m und definiert die Länge einer Seemeile.
- Die Strecke, die einer Längenminute entspricht, beträgt zwar am Äquator ebenfalls 1.852 m, nimmt aber zum Pol hin bis auf Null ab. Sie ist also breitenabhängig. Innerhalb Europas liegt die Strecke zwischen 1 km und 1,5 km.
Im Vermessungswesen sind cm-Genauigkeiten gefragt - daher genügt die Angabe von Bogensekunden nicht, da eine Bogensekunde (1") etwa 31 m (Breitenangabe) bzw. 20 m (Längenangaben in Europa) entspricht. In Deutschland wurde bisher die Lage der Festpunkte auf Millimeter genau als Gauß-Krüger-Koordinate, bezogen auf das Bessel-Ellipsoid, beziehungsweise im Gebiet der früheren DDR ab den 1950-er Jahren, bezogen auf das Krassowski-Ellipsoid, angegeben. Seit den 1990-er Jahren erfolgt in Deutschland eine Umstellung auf UTM-Koordinaten im ETRS89-System, bezogen auf das GRS80-Ellipsoid.
Eselsbrücke
Damit Breite und Länge nicht verwechselt werden, ist folgendes Bild nützlich: Man stelle sich die Erde als einen dicken (= breiten) Mann vor. Der Äquator ist seine breiteste Stelle, ein Breitengrad.
Beispiele
- Koordinaten von
- München: (Stadtmitte)
- San Francisco: (Stadtmitte)
natürliche, astronomische, ellipsoidische, geodätische Koordinaten
Die natürlichen Koordinaten (astronomische Breite φ und astronomische Länge λ) können durch astronomische Ortsbestimmung ermittelt werden. Sie beziehen sich auf die tatsächliche Lotrichtung am Messpunkt. Die Ellipsoidischen Koordinaten (B, L - auch geodätische Koordinaten genannt) beziehen sich hingegen auf die Normalenrichtung des verwendeten Referenzellipsoids. Die Differenz von Lotrichtung und Ellipsoidnormale ist üblicherweise kleiner als 10" und wird als Lotabweichung bezeichnet. In der Regel verlaufen weder Lotrichtung noch Ellipsoidnormale durch den Erdmittelpunkt.
Bei geringen Genauigkeitsansprüchen z.B. bei Kartendarstellungen in sehr kleinen Maßstäben wird der Erdkörper zur Vereinfachung durch eine Kugel angenähert. In diesem Fall entsprechen geographische Breite und Länge sphärischen Koordinaten. Nur dann ist die Breite der Winkel im Erdmittelpunkt zwischen dem Äquator und dem gesuchten Punkt.
Siehe auch
- Geodätisches Datum
- Koordinatensystem
- Polarkoordinate
- Gauß-Krüger-Koordinatensystem
- UTM-Koordinatensystem
- Schweizer Landeskoordinaten
- Orthodrome
- Wikipedia:WikiProjekt Georeferenzierung (Einsatz in der Wikipedia)
Weblinks
- [http://www2.demis.nl/mapserver/mapper.asp www2.demis.nl - erzeugt Karten aus Koordinaten]
- [http://www.fallingrain.com/world/ Geografische Koordinaten für Orte auf der ganzen Welt]
- [http://www.heavens-above.com/countries.asp Geografischen Koordinaten für alle Städte der Welt]
- [http://www.opengeodb.de/ Geokoordinaten suchen (derzeit nur für Deutschland)]
- [http://www.getty.edu/research/conducting_research/vocabularies/tgn/index.html Geokoordinaten und administrative Informationen]
- http://www.koordinaten.de/
- [http://www.kowoma.de/gps/geo/laengenbreitengrad.htm Längen und Breitengrade einfach erklärt]
- [http://www.kowoma.de/gps/geo/Projektionen.htm Kartenprojektionen]
- [http://www.kowoma.de/gps/geo/mapdatum.htm Kartenbezugssysteme]
Kategorie:Geodäsie
Kategorie:Nautik
ja:測地系
ko:지리 좌표계
Kategorie:Ort in OsttimorKategorie:Ort in Asien
Kategorie:Osttimor Willi HennigWilli Hennig (20 april 1913 – 5 november 1976) was een Duitse bioloog en wordt algemeen gezien als de 'vader' van het taxonomische systeem van de cladistiek.
Externe link
- [http://www.cladistics.org/about/hennig.html info over Willi Hennig]
Hennig, Willi
Hennig, Willi
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