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Baum (Segeln)
Der Baum ist ein Rundstab (Spiere), der bei einen Segelschiff das Unterliek eines Schratsegels offen und in den Wind hält; der Baum muss nicht unbedingt kreisrunden Querschnitt haben. Er ist am Mast mit dem Lümmellager flexibel befestigt. Der Baum ist über die Schot, meistens in Form eines Flaschenzuges ("Talje"), mit dem Bootsrumpf verbunden. Mit Hilfe der Schot kann die Stellung des Baumes zur Längsrichtung des Bootes in Abhängigkeit vom Kurs eingestellt werden. Das hintere ("achtere") Ende des Baumes heisst Nock oder Baumnock.
Auf traditionellen Segelschiffen sind die Bäume aus Holz gefertigt, auf Segelyachten und Jollen meist aus Aluminium oder Kohlefaser. Das Segel ist am Baum "angereiht", d. h. mit einem dünnen Tampen in spezieller Weise angebunden, es kann jedoch auch mit Rutschern oder einem Liektau in eine Nut ("Keep") der Baumoberseite eingezogen sein.
In der Horizontale wird der Baum mittels eines Niederholers gehalten, der meist als ein trimmbarer Flaschenzug ausgebildet und schräg zwischen dem Baum und dem Mastfuß angeschlagen ist. Damit kann die Segelform bei Windangriff optimiert werden.
Der Baum wird nach dem Segel benannt, das an ihm befestigt ist. So heißt der Baum, der das Großsegel hält, Großbaum, und der Baum des Besansegels Besanbaum.
Bei einer Patenthalse kann ein Baum mit großer Wucht von einer Seite auf die andere überschlagen. Da sich in vielen Fällen gerade der Großbaum in Kopfhöhe des Seglers befindet, geht dabei nicht nur eine Gefahr für das Material, sonder auch für die Menschen aus. Häufig versucht man gerade bei raumeren Kursen, das unkontrollierte Überschlagen durch eine Bullenstander zu verhindern.
Baum
Baum
Baum
SpiereAls Spiere bezeichnet man jede Art Rundholz (Holz, Stahlblech) wie Rahe, Gaffel, Gaffelbaum, Bugspriet, Klüverbaum, Stenge etc. in der Takelage eines Segelschiffes mit Ausnahme der Masten. Sie dienen der Befestigung der Segel und Stage, dem Aufspannen der Segel und der Aufnahme der in der Takelage wirkenden Kräfte.
Kategorie:Schiffbau
UnterliekDas Unterliek ist die untere Kante eines Segels, die zwischen den beiden Ecken des Segels Hals und Schothorn liegt.
Befindet sich das Unterliek an einem Baum (z.B. beim Großsegel), spricht man auch von dem Baumliek. Dessen Spannung, d.h. der Zug, unter dem das Segeltuch im Bereich des Unterlieks steht, wird über den Unterliekstrecker (eine Leine) gesteuert, der am Schothorn befestigt wird. Wird der Unterliekstrecker stark durchgesetzt (d.h. viel Zug mit dieser Leine ausgeübt), erhält das Unterliek ein flaches Profil (d.h. ist bei seitlichem Winddruck wenig gewölbt).
Man kann ein Segel an einem Baum mit losem Unterliek fahren (z.B. bei Rollgroßanlagen): Dann ist das Segel im Bereich des Unterlieks nur am Hals und Schothorn mit dem Baum verbunden. Oder das Unterliek ist auf seiner ganzen Länge am Baum befestigt. Dies geschieht häufig, indem in das Unterliek zur Verdickung desselben ein Tau ("Liektau") eingenäht wird und dieses dann in eine Keep (d.h. eine Nut) im Baum eingeführt wird.
Wird das Segel ohne Baum gefahren (z.B: Fock oder Genua bei Amwindkursen), wird die Schot direkt am Schothorn befestigt. Die Profilierung des Unterlieks, d.h. ob es flacher oder gewölbter ist, wird dann über den Zug der Schot und die Lage des Holepunktes gesteuert.
Siehe auch: Liek, Vorliek, Achterliek
Kategorie:Segeln
Schratsegel
Schratsegel ist ein Sammelbegriff für alle Segel, die in Richtung der Schiffslängsachse gesetzt werden.
Auf modernen Jollen und Yachten werden am Wind nur Schratsegel eingesetzt, da sie höhere Kurse zum Wind erlauben als Rahsegel und auch einfacher zu bedienen sind. Schratsegel sind meist dreieckig.
In der Seemannssprache haben alle Teile des Segels spezielle Namen: Die Vorderkante wird als Vorliek, die Unterkante als Unterliek und die Hinterkante als Achterliek bezeichnet. Die Ecken des Segels werden als Kopf (obere Ecke), Hals (untere vordere Ecke) und Schothorn bezeichnet. Der Kopf des Segels, an dem das Fall befestigt wird, ist bei großen Segeln meist durch ein spezielles Kopfbrett verstärkt.
Bei den Schratsegeln ist das Vorliek am Mast befestigt oder mit Stagreitern an einem Stag (Stagsegel). Die Stellung eines Schratsegels zum Wind wird durch eine Schot eingestellt. Schratsegel tragen, je nach Art der Anbringung und Form spezielle Namen wie Fock, Klüver, Gaffel- und Gaffeltopsegel sowie Spitz- und Hochsegel.
Zu den bekanntesten Schratsegelschiffstypen gehören Ewer, Gaffelschoner, Galiot, Ketsch, Kutter, Schoner, Slup, Yawl, Logger und Tjalk.
Siehe auch: Rahsegel, Segel
Kategorie:Segel
LümmellagerAls Lümmelbeschlag bezeichnet man die bewegliche Verbindung zwischen Mast und Baum auf Jollen und slupgetakelten Segelyachten. Diese Verbindung muss beweglich sein, um die Stellung des Segels zum Wind ändern zu können.
Der Lümmelbeschlag besteht aus einem am Mast angeschraubten oder angenieteten Beschlag, in den ein Metallstift, der Lümmel, vertikal und horizontal beweglich gelagert ist. Auf den Lümmel wird das im Baum befindliche Lümmellager gesteckt.
Siehe auch
- Beschlag
- Liste seemännischer Fachwörter
- Segel
Kategorie:Schiffbau
FlaschenzugDer Begriff Flaschenzug entstand etwa im 18. Jahrhundert. Flaschen wurden die backenartigen Halterungen (Wangen) beidseitig der Rollen genannt. Heute nennt man sie „Scheren“. Auch die Rollen eines Flaschenzuges wurden früher Flaschen genannt.
In Österreich wird vielfach auch ein Kettenzug als Flaschenzug bezeichnet, in der Seemannssprache spricht man von Talje.
Bei Webmaschinen, speziell bei Bandwebmaschinen, werden die Spannrollen, die die Kettfäden immer gespannt halten, als Flaschen bezeichnet.
Geschichte
Band
Bereits in der Antike war die Kraftminderung der Hebelgesetze bekannt. Die erste bildliche Darstellung der Kombination von Seil und einfacher Rolle findet sich bereits auf einem assyrischen Relief um 970 v. Chr.. In Ägypten wurde mit der Rollenumlenkung das Aufrichten der tonnenschweren Steinblöcke bewerkstelligt. Im alten Rom, unter der regen Bautätigkeit der Cäsaren, war der Baukran unverzichtbar zur Errichtung der Arenen. Mit verschiedenen Umlenkrollen versehen, konnten von der Bedienungsmanschaft bis zu 5 Tonnen schwere Steinblöcke emporgehoben werden. In der Renaissance, 1586, fand der Flaschenzug seine spektakulärste Anwendung beim Transport und der Aufrichtung des Obelisken auf dem Petersplatz in Rom durch den Ingenieur Domenico Fontana. Bis 1861 blieb der Flaschenzug und seine Anwendung weitgehend unverändert. Erst mit dem Differentialflaschenzug, zum ersten Male in London eingesetzt, konnte eine Effizienzsteigerung erreicht werden.
Faktorflaschenzug
Aufbau
London
Normalerweise besteht ein Flaschenzug aus losen und festen Rollen. Durch die unterschiedlichen Größen und unterschiedlich gelagerten Rollen (abwechselnd lose und feste Rollen) ist gewährleistet, dass die Seilstücke parallel zueinander verlaufen und sich nicht aneinander reiben. Die festen Rollen sind an einem Gestell fixiert und bewegen sich nicht. Die losen Rollen hängen an dem Seil und ändern somit ihre Lage.
Auch für den waagerechten Einsatz kommen Flaschenzüge in Verbindung mit einer Seilwinde zur Anwendung.
Wirkung
Die kraftreduzierende Wirkung des Flaschenzuges beruht auf den Hebelgesetzen. Durch die Anordnung mehrerer paralleler Schnurstücke fällt die Hubhöhe der Last geringer aus als die Länge des gezogenen Seiles. Die aufzuwendende Kraft ist dabei umgekehrt proportional zur Anzahl der Rollen insgesamt. Hat der Flaschenzug also eine bewegliche Rolle (d. h. zwei Rollen insgesamt), so halbiert sich der erforderliche Kraftaufwand: 1 ÷ 2 = 1/2. Bei zwei beweglichen Rollen ist nur noch ein Viertel des Kraftaufwandes nötig, dafür muss man viermal so lange ziehen.
Theoretisch könnte man den Kraftaufwand soweit reduzieren, dass eine Ameise einen Elefanten mittels Flaschenzug hochheben könnte. Dem stehen aber viele Hindernisse entgegen:
# Der Platzbedarf für den Flaschenzug sprengt jedes vernünftige Maß.
# Die Wegstrecke wird so lang, dass sie in der Lebenszeit einer Ameise nicht mehr überwunden werden kann.
# Das Eigengewicht der Rollen und des Seils muss mit hochgehoben werden, das heißt es muss Tote Last gehoben werden.
# Da die Rollen nie ganz reibungsfrei sind, wird ein Teil der Arbeit in Reibungswärme umgesetzt. Bei einer bestimmten Rollenzahl zehrt diese die ganze aufgewendete Energie auf, woraufhin die Ameise nicht mehr vorwärts kommt.
Physikalisch kann man wie folgt formulieren. Besteht der Flaschenzug aus n Rollen, so verteilt sich die Last ebenfalls auf n Seile. Im Falle des Gleichgewichts gilt
,
wobei die aufzuwendende Kraft und die Last bedeutet.
Siehe auch: Einfache Maschine
Potenzflaschenzug
Ein Potenzflaschenzug besteht ausschließlich aus losen Rollen. Das Seil jeder Rolle ist an der Stütze befestigt und der nächsten Rolle befestigt. Am Seil der letzten Rolle wirkt die Zugkraft. Dadurch potenziert sich die Wirkung mit der Anzahl der Rollen.
Differentialflaschenzug
Dieser Typ wurde früher auch als Differenzialflaschenzug bezeichnet.
Weblink
- [http://www.walter-fendt.de/ph14d/flaschenzug.htm Animierte Demonstration eines Faktorflaschenzugs mit 2, 4 oder 6 Rollen]
- [http://physicbox.uni-graz.at/unterrichtsmaterial/demonstrationsexperimente/mechanik/flaschenzug_potenz.html Experiment zum Potenzflaschenzug]
Kategorie:Getriebelehre
Kategorie:Mechanik
ja:滑車
Kurse zum Wind (Segeln)
Beim Segeln unterscheidet man die Kurse nach dem Einfallswinkel des scheinbaren Windes in Bezug auf die Fahrtrichtung des Segelschiffes.
„Scheinbarer Wind“ bedeutet dabei der an Bord wahrgenommene Wind, der sich aus dem Zusammenwirken von „wahrem“, meteorologischem Wind und Fahrtwind ergibt (als Vektoraddition). Je nach Kurs unterscheiden sich die Stellung der Segel und ihr Trimm.
- Am Wind (Am-Wind-Kurs) bezeichnet beim Segeln einen Kurs, bei dem der Einfallswinkel des scheinbaren Windes weniger als 90° beträgt. Der Bereich des kleinsten Winkels, bei dem man noch ohne übermäßige Geschwindigkeitseinbußen segeln kann, wird hoch am Wind genannt. Bei Rahseglern liegt er im Bereich von 80°-90°, bei modernen slupgetakelten Booten etwa bei 30°-45°. Auf einem Am-Wind-Kurs wird der Vortrieb ausschließlich durch Strömung am Segel erzeugt (ähnlich wie bei einer Tragfläche am Flugzeug). Dazu werden die Segel dichtgeholt, also zur Mitte des Schiffes bewegt, so dass der Wind an beiden Seiten des Segels vorbeistreichen kann. Rahsegler können kaum am Wind fahren, da sie ihren Vortrieb hauptsächlich aus Winddruck im Segel beziehen.
- Wird dieser kritische Winkel hoch am Wind unterschritten, wird kein Vortrieb mehr erzeugt. Das Boot steht dann im Wind, und die Segel killen. Ein Ziel, das in diesem Wind-Sektor liegt, kann nur durch Kreuzen angelaufen werden. Der Vorgang, den Bug in den Wind zu drehen, wird als Aufschießer bezeichnet.
- Halber Wind (Halbwindkurs) bezeichnet einen Bootskurs, bei dem der Einfallswinkel des scheinbaren Windes ca. 90° beträgt. Auf diesem Kurs ist ein Segelboot üblicherweise am schnellsten. Die Segel werden gegenüber dem Am-Wind-Kurs weiter von der Bootsmitte entfernt eingestellt. Während auf einem Halbwindkurs nach wie vor der größte Teil des Vortriebs durch Strömung am Segel hervorgerufen wird, ist ein Teil auch auf Winddruck im Segel zurückzuführen.
- Raumschots (Raumschotskurs, auch Raumwindkurs) bezeichnet einen Kurs, bei dem der scheinbare Wind mit mehr als 90° und weniger als ungefähr 170° einfällt. Raumer Wind fällt seemännisch ausgedrückt achterlicher als querab ein, also „von schräg hinten kommend“; man bezeichnet den Wind auf Raumschotskursen auch als Backstagsbrise.
- Vor dem Wind (Vorwindkurs) heißt ein Kurs, bei dem der Wind von achtern, also genau von hinten, einfällt. Auf diesem Kurs wird der Vortrieb ausschließlich durch Winddruck und nicht mehr durch Strömung verursacht. Auf slupgetakelten Booten ist ein Vorwindkurs oft instabil, weil es leicht zu einer unbeabsichtigten Halse kommen kann. Um zu vermeiden, daß das Vorsegel einfällt, weil es im Windschatten des Großsegels steht, kann das Vorsegel ausgebaumt werden, d.h., es wird auf der dem Großsegel gegenüberliegenden Seite gesetzt und mit dem Spinnakerbaum seitlich am Mast stabilisiert. Aufgrund des optischen Erscheinungsbildes wird diese Art des Segelns auch als Schmetterlingssegeln bezeichnet (englisch: goose-wing, Gänseflügel). Unter normaler Besegelung sind vor allem Katamarane, aber auch Yachten und Jollen in der Regel schneller, wenn sie vor dem Wind kreuzen, also auf wechselnden Raumschotskursen fahren. Um achterlichen Winden möglichst viel Angriffsfläche zu bieten, werden auf Raumschots- und Vorwindkursen oft große, bauchige Spezialsegel, wie z.B. Spinnaker oder Gennaker, eingesetzt.
Weblinks
- http://www.avero.de/index.html?/files/102/3.html (Interaktives Tool zum Testen der richtigen Segelstellung auf versch.Kursen zum Wind)
Kurse zum Wind
NockNock bezeichnet in der Seefahrt
- das Ende einer Rah, die Rahnock,
- das achtere Ende eines Baumes, die Baumnock und
- das Ende der Brücke, die Brückennock.
An beiden Enden der hölzernen oder eisernen Rah eines Segelschiffes ist die Nock. An dieser befinden sich Augen und Blöcke an denen die Schoten der darüberliegenden Segel und die eigenen Toppen und Brassen, die Fußpferde und Sicherheitsstagen befestigt sind.
Auf den meisten Schiffen ist an Backbord und Steuerbord vom Ruderhaus ein offenes Deck, welches über den Aufbau hinaus bis an die maximale Breite des Schiffes ragt. Diese Nock dient zur Erlangung eines besseren Überblickes, z.B. bei Hafenmanövern, weshalb auch in neuerer Zeit an den äußeren Enden ein Fahrstand, d.h. ein Tableau mit den wichtigsten Bedienelementen, eingebaut ist. Hier steht auch der Ausguck, um zu sehen und zu hören.
Bei Schiffen, die viel in nördlichen Gewässern fahren, ist die Nock ein integrierter Teil der Brücke, ist also nicht mehr offen.
Kategorie:Schiffbau
Segelyacht
Der Begriff Segelyacht bezeichnet ein gewöhnlich kleines Segelschiff, das hauptsächlich für Freizeit- oder Sportaktivitäten verwendet wird oder gelegentlich auch repräsentativen Zwecken dient.
Der Begriff Segelyacht legt in gewissem Umfang auch die Bauart des Schiffes fest und bezeichnet im eigentlichen Sinn nur Einrumpfboote. Zu Freizeit- oder Sportzwecken genutzte gesegelte bewohnbare Katamarane oder Trimarane werden gelegentlich jedoch trotzdem als Segelyachten bezeichnet.
Bauform
Segelyachten weisen für gewöhnlich eine Länge von etwa 25-60 Fuß auf (7,5-18 m), es gibt jedoch auch größere Segelyachten. Kleinere Segelyachten bezeichnet man eher als Segelboot.
Segelyachten sind normalerweise gewichtsstabile Schiffe, d.h. ihr Gewichtsschwerpunkt liegt so tief, dass er ein erhebliches aufrichtendes Moment für die Yacht darstellt (Prinzip des „Stehaufmännchens“). Dadurch können Yachten nur sehr schwer kentern und richten sich gewöhnlich aus jeder Lage wieder auf.
Mehrrumpfboote sind keine gewichtsstabilen Schiffe. Sie sind formstabil. Ihre ausladenden Rümpfe verhindern das Kentern, gekenterte Mehrrumpfboote richten sich aber nicht von alleine wieder auf. Daher sind sie im eigentlichen Sinn keine Yachten.
Sonderformen
Vor allem im Bereich der Küstengewässer und im Wattenmeer kommen sogenannte Jollenkreuzer und Kielschwertjachten zum Einsatz. Diese Boote sind bewohnbar ausgebaut und gleichen über Wasser anderen Yachten. Sie sind jedoch nicht gewichtsstabil, sondern kombinieren Gewichts- und Formstabilität. Sie verfügen oft über einen sehr flachen Kiel und besitzen ein aufholbares Schwert, das das Befahren von sehr flachen Gewässern ermöglichen soll.
Kielformen
Man unterscheidet bei Segelyachten zwei wesentliche Typen von Kielen. Klassische Yachten weisen meist einen sogenannten Langkiel auf, der bis zu drei Vierteln der Schiffslänge ausmachen kann. Modernere Yachten werden dagegen meist mit Flossenkiel gebaut, an dessen Ende sich oft noch zusätzliches Gewicht als Kielbombe befindet.
Vor allem bei modernen Regattayachten kommen zunehmend Schwenkkiele zum Einsatz, Flossenkiele, die rechtwinklig zur Schiffsachse ausgestellt werden können. Dies ermöglicht eine Verbesserung der Gewichtsverteilung, wenn die Yacht krängt und damit ein geringeres Gesamtgewicht.
Ein Sonderfall stellen sogenannte Kimmkiele dar, kurze Flossenkiele, die paarig an den Seiten des Rumpfes ansetzen. Sie sind weniger effektiv als Flossenkiele, ermöglichen in Gewässern mit ausgeprägtem Tidenhub allerdings das Trockenfallen, da die Yacht auf beiden Kimmkielen stehen kann.
Takelung
Segelyachten verfügen meist über ein oder zwei Masten. Der überwiegende Großteil aller Segelyachten wird mit Schratsegeln gesegelt. Diese kommen in Form von Hochsegeln oder Gaffelsegeln vor.
Einmastige Segelyachten
Die wahrscheinlich gebräuchlichste Form von Segelyachten ist die Slup, eine Segelyacht mit zwei Hauptsegeln (Großsegel und Fock).
Slupen werden auf verschiedene Arten getakelt. Das Großsegel ist in fast allen Fällen als Hochsegel ausgeführt. Das Vorsegel kann die gesamte Masthöhe ausnutzen oder erst im Verlauf des Mastes ansetzen.
Segelyachten mit mehr als einem Vorsegel bezeichnet man als Kutter. Gewöhnlich verfügen Kutter neben dem Großsegel normalerweise über Fock und Klüver als Vorsegel. Das Großsegel kann als Hochsegel oder als Gaffelsegel ausgeführt sein (Gaffelkutter).
Zweimastige Segelyachten
Bei den zweimastigen Segelyachten unterscheidet man anhand des Riggs zwischen Schoner, Ketsch und Yawl.
Bei Ketschen und Yawls kann die Anzahl der Vorsegel variieren, Schoner verfügen gewöhnlich über Fock und Klüver.
Sonderformen der Beseglung
Für besondere Einsatzzwecke (z.B. Einhandsegeln) werden Segelyachten mit ungewöhnlichen Segelformen konstruiert, z.B. Segelyachten mit Dschunkenrigg.
Segelyachten der Mega-Yacht-Klasse greifen meist auf die Beseglung von Segelschiffen zurück oder wirken wie eine überdimensionale Ausführung einer Slup oder eines Kutters. Ausnahmen bilden Mehrmastschoner wie z.b. der spektakuläre hochgetakelte Viermastschoner Phocea.
Siehe auch
- Jolle
- Segelboot
- Liste von Schiffstypen
- Yacht
Weblinks
Segelvereine
- [http://www.kyc.de KYC.de - Kieler Yachtclub]
- [http://www.kdy.dk KDY.dk - Königlich Dänischer Yachtclub]
- [http://www.ksss.se KSSS.se - Königlich Schwedische Segelgesellschaft]
- [http://www.yca.at YCA.at - Yacht Club Austria]
- [http://www.ig-segeln.at IG-Segeln.at - IG Segeln]
Kategorie:Segeln
Aluminium
Aluminium (von lat. alumen = Alaun) ist ein chemisches Element des Periodensystems mit der Ordnungszahl 13. Das Elementsymbol ist Al. Es gehört zur Borgruppe (früher auch als Gruppe der Erdmetalle bezeichnet).
Aluminium ist das dritthäufigste Element und häufigste Metall in der Erdkruste und tritt nur in chemisch-gebundenem Zustand auf.
Eigenschaften
Das Leichtmetall Aluminium hat aufgrund einer sich sehr schnell an der Luft bildenden dünnen Oxidschicht ein stumpfes, silbergraues Aussehen. Die Oxidschicht macht Aluminium sehr korrosionsbeständig. Durch elektrische Oxydation (eloxieren) oder auf chemischem Weg kann die schützende Oxydschicht verstärkt werden.
Aluminium ist ein sehr weiches, zähes Metall, es ist dehnbar und kann durch Auswalzen zu dünner Folie verarbeitet werden. Es lässt sich gut gießen, verformen, biegen, pressen, schmieden und spanabhebend bearbeiten. Entstandene Spannungen durch Kaltverformen können durch weichglühen (bis 250°C) beseitigt werden.
Aluminium ist ein guter elektrischer Leiter (60% von Kupfer).
Geschichte
Aluminium ist im Vergleich zu anderen Metallen noch nicht lange bekannt. Es wurde erst im Jahr 1808 durch Sir Humphry Davy entdeckt und benannt. Friedrich Wöhler gelang die Herstellung von Aluminium im Jahr 1827 basierend auf einer unreinen Form, die Hans Christian Ørsted zwei Jahre zuvor hergestellt hatte. Der Preis von Aluminium war zu jener Zeit höher als der von Gold.
Durch Henri Sainte-Claire Deville wurde der Wöhler-Prozess im Jahr 1846 weiter verfeinert und 1859 in einem Buch publiziert. Dadurch fiel der Aluminiumpreis innerhalb von zehn Jahren um 90 Prozent.
1886 wurde unabhängig voneinander durch Charles Martin Hall und Paul Héroult das jetzt nach ihnen benannte Verfahren zur Herstellung von Aluminium entwickelt: der Hall-Héroult-Prozess. Nach diesem Prinzip erfolgt noch heute die großtechnische Aluminiumherstellung. Im Jahr 1889 wurde das Verfahren durch Carl Josef Bayer weiter verbessert.
Vorkommen
Aluminium ist das Metall, welches in der Erdkruste am häufigsten vorkommt (7,57 Prozent des Gesamtgewichts der Erdkruste). Es tritt allerdings nirgends rein auf, sondern nur in chemischen Verbindungen. Aluminium findet man in der Natur häufig als Aluminiumsilikat in Ton, Gneis, Granit und Basalt.
Eine wirtschaftliche Gewinnung von Aluminium ist nur aus Bauxit möglich. Bauxit enthält ca. 60% Aluminiumoxyd (Al2O3), ca. 30% Eisenoxyd (Fe2O3), Siliziumoxyd (SiO2) und Wasser.
In seltener Form ist Aluminiumoxid in Korund, bekannt als Rubin und Saphir, vorhanden. Die rote bzw. blaue Farbe der Steine entstehen durch Verunreinigungen.
Bauxitvorkommen befinden sich in Südfrankreich (Les Baux), Ungarn, Russland, Indien und USA.
Gewinnung und Darstellung
Nach dem Verfahren von Ørsted (1825) wird Aluminium aus Aluminiumchlorid und Kaliumamalgam hergestellt, wobei Kalium als Reduktionsmittel dient:
Nach Wöhler wird metallisches Kalium zur Reduktion verwendet.
Technisch gelingt die Herstellung von Aluminium durch Schmelzflusselektrolyse (Kryolith-Tonerde-Verfahren, Bayer-Verfahren). Dieser Prozess ist sehr energieaufwändig. Der Energieaufwand beträgt etwa 13–16 kWh/kg.
Wegen der geringen Dichte von Aluminium wird dieses Metall gerne da verwendet, wo Masse bewegt werden muss, vor allem in der Verpackungsindustrie und der Luft- und Raumfahrt; Aus diesem Grund gewinnt der Werkstoff Aluminium im Fahrzeugbau zunehmend an Bedeutung. In Legierungen mit Magnesium, Silizium und anderen Metallen werden Festigkeiten in Strangpressprofilen erreicht, die denen von Stahl nur wenig nachstehen. Daher ist die Verwendung von Aluminium für die Gewichtsreduzierung sehr beliebt. Insbesondere im Flugzeugbau und in der Weltraumtechnik ist Aluminium der Werkstoff der Wahl. Kraftfahrzeughersteller nutzen den Werbeeffekt des Werkstoffes.
Im Haushalt trifft man Aluminium in Form von Getränkedosen und Aluminiumfolie an, zuweilen auch als Kochtöpfe. Umweltverbände kritisieren den Einsatz von Aluminium wegen des hohen Ressourcenverbrauchs bei der Herstellung.
In der Lebensmittel-Herstellung findet es Verwendung als Lebensmittelfarbe (E 173) bei Überzügen von Zuckerwaren zur Dekoration von Kuchen und Feinen Backwaren.
In Pulverform (Partikelgröße < 500 µm) ist es vor allem, wenn es nicht phlegmatisiert ist, aufgrund seiner großen Oberfläche sehr reaktiv. So reagiert Aluminium beispielsweise mit Wasser unter Abgabe von Wasserstoff zu Aluminiumoxid. Ebenso ist es für die stark exotherme (bis zu 2500 °C) Thermit-Reaktion unerlässlich. Vorsicht: Nicht phlegmatisierter Aluminiumstaub entzündet sich bei Luftkontakt explosionsartig von selbst, er hat das Gefahrenzeichen [F+].
Aluminium wird häufig durch eine Eloxalschicht geschützt.
Die Aluminiumverarbeitung geschieht oft mit Hilfe von Gußverfahren (Aluminiumgießerei).
Urformen:
- Sandguss
- Strangguss
- Druckguss
- Kokillenguss
- Strangpressen
- Sprühkompaktieren
Sicherheitshinweise
Aluminium ist eines der wenigen reichlich vorhandenen Elemente, das keine vorteilhafte Funktion in lebenden Zellen zu haben scheint, aber einige Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch — sie erleiden Ausschläge in jeder möglichen Form durch Verwenden von Antitranspirationsprodukten, Verdauungsstörungen und Unfähigkeit, Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen, die in Aluminiumtöpfen gekocht wurde, oder Erbrechen und anderen Vergiftungserscheinungen durch Einnehmen aluminiumhaltiger Medikamente. Aluminium ist nicht so giftig wie Schwermetalle, aber vieles spricht für eine geringe Giftigkeit, wenn es in übermäßigen Mengen gebraucht wird. Jedoch ist der Gebrauch von Aluminiumgeschirr, das sehr populär wegen seiner Korrosionsbeständigkeit und guten Hitzeübertragung ist, unbedenklich. Übermäßiger Verbrauch von Mitteln gegen Sodbrennen und Deodorants, die Aluminium enthalten, sind wahrscheinlichere Ursachen von Vergiftungserscheinungen. Es wurde eine Zeit lang vermutet, dass Aluminium Alzheimer hervorrufen kann. Diese Vermutung konnte nicht bewiesen werden.
Ferner besteht jedoch der Verdacht, dass Aluminium Brustkrebs fördern könnte. Auch diese Vermutung ist noch nicht wissenschaftlich bestätigt.
Ökologie
Hinsichtlich der Umweltbelastung ist die gute Recyclierbarkeit von Aluminium hervorzuheben. Außerdem wird durch Leichtbau mit Aluminiumwerkstoffen (beispielsweise Aluminiumschaum, Strangpressprofile) Masse von beweglichen Teilen und Fahrzeugen gespart, was zur Energieeinsparung bei der Anwendung führt.
Andererseits wird für die Elektrolyse von Aluminium sehr viel Elektroenergie benötigt. Der Abbau von Bauxit führt zu Umweltzerstörungen.
Aluminium ist physiologisch unbedenklich und hat deshalb seine berechtigte
Anwendung in der Nahrungsmittelindustrie.
Aluminiumlegierungen
Die erste hochfeste, aushärtbare Aluminiumlegierung bekam 1907 den Markennamen Duraluminium.
Aluminium kann im schmelzflüssigen Zustand mit Kupfer, Magnesium, Silizium, Eisen, Titan, Beryllium, Chrom, Zink, Zirkon und Molybdän legiert werden, um bestimmte Eigenschaften zu fördern oder andere, ungewünschte Eigenschaften zu unterdrücken.
- Aluminiumgusslegierungen - Herstellung von Motoren- und Getriebegehäusen. Typische Aluminiumgusslegierungen sind: AlSi, AlSiCu, AlSiMg, AlCuTi, AlMg
- Aluminiumknetlegierungen - Platten und Bandproduktion durch Warmumformen (Walzen, Strangpressen). Typische Aluminiumknetlegierungen sind: AlMgSi, AlCuMg, AlMg, AlSi, AlZnMg, AlZnMgCu, AlMn
- Aushärtung von Aluminiumlegierungen - Gitterverspannung durch Abschrecken
Es gibt Aluminiumknetlegierungen (AW, engl. wrought), zum Beispiel AlMg4,5Mn, und Aluminiumgusslegierungen (AC). Aluminiumgusslegierungen werden z.B. für Leichtmetallfelgen verwendet.
Verbindungen
- Aluminiumoxid Al2O3, auch als Tonerde oder Korund bekannt, liegt als weißes Pulver oder in Form sehr harter Kristalle vor und wird als Schleif- oder Poliermittel verwendet.
- Kaliumaluminiumsulfat KAl(SO4)2, bekannt als "Alaun" zum Blutstillen.
- Aluminiumacetat Al(CH3-COO)3, bekannt als essigsaure Tonerde für entzündungshemmende Umschläge.
- Aluminiumorganische Verbindungen - Triethylaluminium u.v.m. - werden im großtechnischen Maßstab als Katalysatoren in der Polyethylen-Herstellung eingesetzt. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Halbleitertechnik. Hier werden flüchtige Aluminiumalkyle (Trimethylaluminium, Triethylaluminium etc.) als Vorstufen zur CVD (Chemical-Vapor-Deposition)- Abscheidung von Alumiumoxid verwendet, das man als Isolator und Ersatz für das nicht ausreichend isolierende Siliziumdioxid einsetzt.
- Bei der Aluminothermie wird Aluminium zur Gewinnung anderer Metalle und Halbmetalle verwendet (siehe auch Thermitverfahren).
Siehe auch
- Liste der größten Aluminiumproduzenten
- Aluminiummarkt
Weblinks
- [http://www.taprofessional.de/charts/Aluminium-Line-Chart.htm Charts: Kurs-Entwicklung Aluminium in Dollar]
- [http://www.aluinfo.de/index.html www.aluinfo.de]
- [http://www.kalzip.com/de/produkte/aluminium_home.htm Aluminum als Werkstoff in der Architektur]
Kategorie:Chemisches Element
Kategorie:ErdmetallKategorie:Periode-3-Element
Kategorie:Metall
ja:アルミニウム
ko:알루미늄
simple:Aluminium
th:อะลูมิเนียม
Kohlefaser
Kohlenstofffasern (engl.: carbon fibre) sind industriell hergestellte Fasern mit einer sehr hohen Festigkeit und Steifigkeit, jedoch einer geringen Bruchdehnung.
Eine Kohlenstofffaser hat einen Durchmesser von etwa 5-8 Mikrometer. Üblicherweise werden 1000 bis 24.000 Einzelfasern (Filamente) zu einem Bündel (Roving) zusammengefasst, die auf Spulen gewickelt werden. Die Weiterverarbeitung erfolgt zum Beispiel auf Webmaschinen zu textilen Strukturen.
Als Kurzschnittfasern können sie Polymeren beigemischt werden und über Extruder- und Spritzgussanlagen zu Kunststoffbauteilen verarbeitet werden.
Neben diesen Niederfilament-Typen gibt es auch sogenannte HeavyTow-Typen mit 120.000 bis 400.000 Einzelfasern, die hauptsächlich zu Kurzschnittfasern, aber auch zu textilen Gelegen weiterverarbeitet werden. Es ist auch möglich, solche HeavyTows mit Subtows z.B. in der Form 7 x 60.000 Einzelfilamente herzustellen.
Eigenschaften
Sie ist elektrisch und thermisch leitfähig und hat in Längsrichtung einen negativen Wärmeausdehnungskoeffizienten. Die Faser wird bei Erwärmung kürzer, jedoch nimmt die Dicke zu.
Bezeichnungen:
- HT – hochfest (High Tensile)
- IM – intermediate (Intermediate Modulus)
- HM – hochsteif (High Modulus)
- UM – (Ultra High Modulus)
- HMS – hochsteif/hochfest
Herstellung
Wärmeausdehnungskoeffizient
Zum ersten Mal technisch eingesetzt wurden Kohlenstofffasern als elektrische Glühfäden aus pyrolisierten Bambusfasern (Edison, um 1890).
Ein großer Schritt gelang 1955 mit der Herstellung von Fasern mit gerichteten Kristallstrukturen im englischen Royal Aircraft Establishment.
Kohlenstofffasern werden aus organischen Ausgangsmaterialien hergestellt. Im Wesentlichen kommen solche Verbindungen in Frage, die sich zunächst in eine unschmelzbare und unbrennbare Zwischenstufe umwandeln lassen, und anschließend unter Formerhalt carbonisiert werden können.
Bei dieser Carbonisierungsbehandlung (Pyrolyse) werden alle Elemente bis auf den Hauptanteil Kohlenstoff abgespalten.
Der Kohlenstoffanteil steigt mit zunehmender Carbonisierungstemperatur. Üblicherweise liegen die Carbonisierungstemperaturen im Bereich von 1300 - 1500 °C, wodurch der Kohlenstoffanteil auf 96 bis 98 Gewichtsprozente ansteigt.
Von Graphitierung spricht man oberhalb 1800 °C. Hier werden im Wesentlichen die graphitischen Kohlenstoffschichten mehr und mehr perfektioniert.
Der Schichtebenenabstand zwischen diesen Kohlenstoffschichten bleibt jedoch über dem vom Graphit bekannten Wert.
Deshalb ist der im englischen Sprachraum übliche Begriff "graphite fiber(fibre)" streng genommen nicht korrekt. Dies gilt auch für die im deutschen Sprachraum verwendeten Begriffe "Graphitfaser" und "Kohlefaser".
Die Strukturvielfalt der Fasern mit der großen Bandbreite an Eigenschaften resultiert aus der über die Herstellparameter steuerbaren Anisotropie der graphitischen Schichten.
Es gibt heute drei etablierte Ausgangsmaterialien:
Rayon/Viskose (Zellulose)
Die hieraus hergestellten Fasern zeigen aufgrund des Ausgangsmaterials eine wenig perfekte Kohlenstoffstruktur. Sie sind damit schlecht thermisch und elektrisch leitfähig (hoher ohmscher Widerstand = günstig für Glühfaden).
Sie werden deshalb überwiegend als thermisch hochbelastbare Isolierwerkstoffe z.B. im Ofenbau eingesetzt.
Polyacrylnitril (PAN)
Der Großteil der heute gebräuchlichen Hochleistungsfasern (HT/IM) wird aus Polyacrylnitril gefertigt. Ihr wesentliches Merkmal ist die hohe Zugfestigkeit. Man unterscheidet Niederfilament- und Multifilamentfasern (HeavyTow). Letzteres nutzt die günstigeren Fertigungstechnologien der Textilindustrie.
Pech (unterschiedlicher Herkunft)
Pech ist wesentlich billiger als PAN, aber die Reinigungs- und Aufbereitungskosten sind so hoch, dass Fasern aus PAN letztendlich preiswerter sind.
Wird das Pech lediglich geschmolzen, versponnen und graphitiert, erhält man isotrope Kohlenstofffasern bescheidener Qualität.
Erst die Überführung in die sogenannte Mesophase durch eine Hydrierungsbehandlung erlaubt eine Orientierung der Kohlenstoff-Netzebenen entlang der Faserachse durch Verstreckung während des Herstellprozesses.
Dies erlaubt die Herstellung von Fasern mit hoher Steifigkeit (HM). Bei gleichzeitiger hoher Zugfestigkeit (HMS) sind die Fasern nur für Spezialanwendungen wirtschaftlich einsetzbar.
Anwendung
Um die mechanischen Eigenschaften der Fasern nutzen zu können, werden sie zu Faserverbundwerkstoffen und insbesondere Faser-Kunststoff-Verbunden weiterverarbeitet.
Kohlenstofffasern sind im Vergleich zu Glasfasern immer noch recht teuer, sie werden daher vor allem in der Luft- und Raumfahrt sowie im Hochleistungssport eingesetzt. So ist zum Beispiel das sog. Monocoque bei Formel-1-Rennwagen aus einem kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff hergestellt. Imposante Beispiele bei der Luftfahrt sind beispielsweise die Tragflächen bei der derzeit in Entwicklung befindlichen Airbus A350 oder der Rumpf bei der Boeing 787.
Betrachtet man jedoch die gewichtsbezogenen Eigenschaften, so verschiebt sich das Verhältnis zugunsten der Kohlenstofffasern, weshalb künftig sicher weitere Anwendungen zu erwarten sind.
Hersteller
- [http://www.toray.com Toray]
- [http://www.torayca.com/index2.html TORAYCA® Carbon Fiber]
- Hercules
- Celanese
- Hysol Grafil
- [http://www.sglcarbon.de SGL CARBON AG]
siehe auch: Leichtbau, Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CFK), Glasfaser
Kategorie:Faser
TampenHier finden Sie eine Liste von speziell seemännischen Fachausdrücken (zum Teil Slangausdrücke) nebst Erläuterung, die an Bord von seegängigen Schiffen benutzt werden (siehe auch Liste Schifffahrt (alphabetisch); sie enthält eine Liste ausschließlich von Artikeln zum Thema Schifffahrt):
0-9
:
A
Schifffahrt Schifffahrt
Schlüsselwort: Alfa []
:Aal - slang. Marine für einen Torpedo
:Aalboot - ein holländisches Segelboot vom gleichen Typ wie der Botter
:abbrassen' - die Rahen werden derart gedreht, dass sie etwas mehr in die Längsschiffrichtung zu liegen kommen
:Aak - ein kahnähnliches Plattbodenschiff-Segelfahrzeug aus den Niederlanden
:A.B. - able bodied - soviel wie fähig, tüchtig, tauglich und arbeitsfähig. A.B. wird hinter den Namen des Seemannes in die Musterrolle geschrieben
:abandonnieren 1. Das Überlassen der Rechte an einem havarierten Schiff dem Versicherer, der die Versicherungssumme zahlt. 2. Das Verlassen eines Schiffes auf See wegen Havarie
:abbaken Das Auslegen von Baken usw., das ein Fahrwasser in flachen Gewässer kennzeichnen soll
:abbäumen - 1. Ein Schiff mit Bäumen vom Kai oder von Ähnlichem abhalten
:abblenden - Das Verdunkeln nach außen scheinender Schiffslichter, besonders farbiger, um Blendung und Täuschung entgegenkommender Schiffe oder auch der eigenen Besatzung zu verhindern. Schiffsseitenfenster erhalten dazu vielfach Blechklappen, sogenannte "Blenden". Diese sind auf Handelsschiffen meistens aber dazu da, um zu verhindern, dass Fenster, Bullaugen usw. bei schwerem Seegang eingeschlagen werden. 2. Durch Abblenden machen Zollkreuzer und Kriegsschiffe sich unsichtbar.
:abbringen - ein auf Grund gelaufenes, festgekommenes Schiff wird wieder flott gemacht
:abdecken - beim Segeln den Nachbarn unter die Segel nehmen, ihn in den Schatten oder auch in den gestörten Wind der eigenen Segel legen
:Abdrift
:Abendstern - Der Planet Venus in östlicher Elongation. Da die Venus stets dicht bei der Sonne steht (max. 48°), ist sie über dem Westhorizont kurz nach Sonnenuntergang als Abendstern zu sehen, in westlicher Elongation dagegen über dem Osthorizont vor Sonnenaufgang als Morgenstern
:Abendwache - die Wache, die von 20.00 bis 24.00 Uhr geht
:Aberglaube - weit verbreitet bei Seeleuten: 1. das Pfeifen an Bord war nicht erlaubt, den Wind konnte man heran pfeifen 2. Kratzen an Mast sollte Wind bringen 3. Bei Fahrtbeginn wurden Münzen über Bord geworfen, um eine gute Fahrt zu bekommen 4. Das Annageln einer Haifischflosse am Klüverbaum oder Walflosse an Walfangbooten sollten Kraft und Schnelligkeit auf das Schiff übertragen 5. Der Unglückstag ist der Freitag, da lief man nicht aus, Sonntag war immer der gute Tag 6. Katzen an Bord brachten Glück, Frauen aber Krankheit und Seenot 7. Die Seelen von toten Seeleuten wohnen in Albatrossen, Möwen und Sturmvögel
:Aberration - Missweisung der Kompassnadel durch geographische Länge und Breite, sowie durch das verwendete Eisen an Bord eines Schiffes
:abfaden - ein Fahrwasser ausloten, wobei der Faden (1,83 m) als Maß genommen ist
:abgreifen - das Entfernungsmessen auf der Seekarte mit Hilfe des Zirkels
:abhalten - ein Hindernis mit der Hand vom Schiff wegdrücken
:abfallen - Fahrtrichtungsänderung eines Segelfahrzeugs mit dem Bug vom Wind weg, das Gegenteil von anluven
:abflauen - Nachlassen des Windes
:abflensen - das Abspecken des Wales auf einem Walfangschiff
:abkommen - das In-Gang-Kommen beim Unter-Segel-Gehen, beim Starten bei einer Regatta, nach einer Grundberührung
:abkreuzen - Sich (bei auflandigem Wind, also auf Legerwall vom Lande frei kreuzen
:ablandig - ist der Wind, wenn er vom Lande ab auf die See zu weht
:ablegen - ein Schiff oder Boot vom Lande (oder Schiff) freilegen, um es seinen eigenen Weg gehen zu lassen
:abloten - in einem bestimmten Gebiet die Wassertiefe (durch Lotung) feststellen
:abmustern - der amtliche Dienstentlassungsakt eines Seemannes, in Deutschland vor einem Seemannsamt oder im Ausland vor dem deutschen Konsul
:Abnahmefahrt - Die Probefahrt, auf der nach Erfüllung aller Leistungsbedingungen das Schiff dem Reeder übergeben wird
:abreiten - schlechtes Wetter vor dem Anker oder Treibanker liegend überstehen
:abschlagen - das Losnehmen der Segel von ihren Spieren, an denen sie sonst fest gefahren werden
:ABS - American Bureau of Shipping, Amerikanische Klassifikationsgesellschaft mit Sitz in New York
:Abschiedssignal - Ein Schiff, das binnen 24h Stunden den Hafen verlässt, setzt die Signalflagge P, genannt "der blaue Peter"
:abschlingern der Masten - Durch starkes Schlingern in hoher Dünung können, wenn die Wanten usw. zu schwach sind, die Masten abbrechen, eben abschlingern
:Abteilung - Unterteilung des Schiffs durch wasserdichte Schotten; hat man ein Schiff mit vier Schotten, so besitzt es fünf Abteilungen
:abtreiben - Hierunter verstehen wir das seitliche Versetztwerden eines Schiffes von seinen Kurs durch die Einwirkung von seitlichem Wind, seitlicher See oder auch seitlichem Strom
:Abwettern
:Achter - Rennruderboot für 8 Personen und einen Steuermann
:achteraus - ist alles, was hinter dem Schiff liegt
:Achterholer
:achtern - hinten
:achteraus sacken - Ein überholtes Schiff bleibt mehr und mehr zurück relativ zum überholenden Schiff
:achterlastig - schwimmt ein Schiff, wenn es nicht auf seiner Konstruktionswasserlinie (KWL, CWL) oder parallel dazu liegt, sondern hinten tiefer getrimmt ist
:Achterleine - Diejenige der vier bei jedem längs eines Kaies liegenden Schiffes erforderliche Festmacherleinen, die vom Heck aus schräg achteraus zeigt
:Achterspring - Diejenige Festmachleine, die vom Heck aus schräg nach vorne zeigt, und somit verhindert, dass das Boot weiter nach hinten treiben kann
:Achterpiek
:Achtknoten
:ack ack - engl. Bezeichnung für Flakfeuer
:Ackman - Flusspirat eine ältere Bezeichnung
:Act of God - engl. Höhere Gewalt
:A'dam - Abkürzung für Amsterdam
:Adamsbrücke - die unterseeische Landverbindung, zwischen Indien und Sri Lanka (ehem. Ceylon) mit Wassertiefen zwischen 2 - 4m
:Adams ejector system - Sammeltanks mit Ejektoranlage für die Abführung von Schmutz- und Abwässer
:adieu - vom franz. a`dieu - mit Gott
:Admiral - Flottenbefehlshaber
:Admiraltätsanker - Eine der ältesten Ankerformen, der Anker mit Stock, nur eine Flunke geht in den Boden kann sich daher sehr gut in den Boden festbeißen
:Admiral-Elliot-Auge - ein Kauschauge, das über die Kausche am Ende einer Stahltrosse gearbeitet ist
:Admiralty List of Lights - Verzeichnis der Leuchtfeuer und Signalstellen auch Leuchtfeuerverzeichnis
:Admiral's barge - Chefboot, Galaboot
:Advancestagsegel - ein vierkantiges Leichtwettersegel, das über den Großstagsegel von Stagsegel-Schoneryachten gesetzt wird
:Affenfaust - ein komplizierter Knoten am Ende einer Wurfleine, in der ein Gewicht eingeschlossen ist
:Affensitz - Steuersitz im Rennruderboot
:Agea - erhöhte Kommandogräting auf alten Schiffen
:Agwalle - Bezeichnung auf alten Dampfschiffen für den indischen Heizer
:Aggeboot - kleines, offenes Boot für den Garnelenfang in der deutschen Nordsee
Nordsee
:Ahmings - Schiffsmaße
:Ahoi - ist der seemännische Anruf eines Schiffes
:Aiolos - griech. Windgott
:akustische Seemine - deren Empfangseinrichtung (Zündung) auf Änderung des Schalldrucks, hervorgerufen durch das akustische Feld eines Schiffes oder Räumgerätes, in einem oder mehreren unterschiedlichen Frequenzbereichen anspricht und die Zündung einleitet
:Alarm - vom lat. ad-arma - zu den Waffen
:Albion - der keltische Name für die britische Insel
:Albacore-Boot - Thunfangboot
:Der Alte - der Kapitän, allgemein Schiffsführer
:Aldislampe - Handmorselampe
:Alberich - Gummifolie, mit der im Zweiten Weltkrieg, die deutschen U-Boote beklebt wurden, um die Rückstrahlungsenergie der Asdic-Geräte zu mindern
:Albis - lat. Name für den Fluss Elbe
:Alginatverfahren - Fisch wird vor Tiefgefrieren in Algengelee getaucht
:Alhidade - Kompasspeilaufsatz
:Alle-Mann-Manöver - Wache, bei der alle Mann klar stehen, ohne regulär eingeteilte Wache
:Alles wohl! - meldeten die Posten nach jedem halbstündlichen Glasen von der Back, um ihre Wachsamkeit zu bezeugen. Dieses Alles wohl! wurde ausgesungen, da man bei Sturm oder Seegang das gesungene Wort besser versteht
:Alt-Brandenburger - Rotwein mit Drittel Kognak oder Weinbrand aufkochen und noch ganz wenig zuckern
:Amme - ein erfahrener Seeoffizier, der einem unfähigen Vorgesetzten zugeteilt ist
:Ammeral - Die Segeltuchpütz = Eimer
:Anegada-Passage - Durchfahrt durch die kleinen Antillen bei den Jungfern-Inseln
:an Bord - Im Seefrachtgeschäft ein wichtiger Vermerk, der besagt, dass die Ware oder Person sich tatsächlich an Bord befindet
:Angarienrecht - im Falle eines durch Krieg bedingten Notstandes Recht zur Beschlagnahme und Verwendung fremder Handelsschiffe gegen Entschädigung
:Anderthalbmaster - nennt der Seemann alle zweimastigen Segelschiffe, deren kleinerer Mast hinten steht
:Anker
:Ankerball - Schwarzer Signalball, der von ankernden Fahrzeugen am Tage gesetzt werden muss
:Ankerfütterung - Schutz- und Dopplungsplatten an der Außenhaut
:Ankerhals - die Kreuzungsstelle des Ankerschaftes mit den Armen (Flunken)
:Ankerkette
:Ankerlaterne - macht nachts deutlich, dass ein Schiff vor Anker liegt
:Ankerpeilung - hat ein Schiff geankert, so nimmt es eine Peilung (möglichst Kreuzpeilung) zur Feststellung des Schiffsorts vor; ändert sich im Lauf der Zeit diese Peilung, hat man den Beweis, dass der Anker am Grund nicht hält
:Ankertaumine - die mittels eines speziellen Ankereinrichtung am Wurfort in einem bestimmten, eingestellten Abstand unter der Wasseroberfläche gehalten wird. Entsprechend dem Zündprinzip werden Ankertauberührungs- und fernzündungsminen unterschieden. Das Minengefäß enthält eine Sprengladung von bis zu 350 kg. Ankertauminen wurden erstmals im Krimkrieg von russischer Seite aus eingestzt
:ankreuzen - im Zickzack gegen den Wind segeln
:Ankerwächter - Boje oder Tonne, zeigt an wo der Anker auf Grund liegt
:anluven - Fahrtrichtungsänderung eines Segelfahrzeugs mit dem Bug in den Wind, das Gegenteil von abfallen
:Anodenschutz - kleine Zinkplatten, die bei stählernen Schiffen in der Nähe des Propellers an der Außenhaut angebracht werden um den Propeller vor Anfressung zu schützen
:Annie Oakley - Spinnaker mit Luftlöchern in der Mittellinie
:Anschläger - der Mann, der unter dem Kran arbeitend die einzelnen zu hievenden Stücke an den Kranhaken anschlägt
:Antifouling - Anwuchs verhindernde Farbe für das Unterwasserschiff
:Anemometer - Gerät zur Messung der Windgeschwindigkeit
:anpreien - ein anderes Schiff anrufen
:Approx - annähernd, ungefähr, in Seekarten
:Äquatortaufe - seemännisches Ritual, nach dem Mitglieder einer Besatzung, die zum ersten mal den Äquator überfahren, in derber Form getauft werden. Die Äquatortaufe hat ihren Ursprung aus der Zeit der Endeckungsfahrten der Portugiesen, die beim Überschreiten des gefürchteten Äquators ihren Mut und ihre Gläubigkeit durch eine neue Taufe bekräftigen wollten. Von der Kugelgestalt der Erde war man noch nicht überzeugt, sondern glaubte am Äquator in einen Abgrund zu stürzen
:ARA - auch ARA-Häfen: Abkürzung für die Häfen Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam
:Armstrong-Patent - slang. aus alten Segelschiffszeiten wenn keine Winden oder Brassen an Bord waren und alle Arbeiten mit Muskelkraft ausgeführt wurden
:Armada - Spanisches Wort für Kriegsflotte
:ARPA-Anlage
:Asdic-Echogerät - arbeitet wie Radar mit elektromagnetischen Wellen, jedoch unter Wasser
:Assi - Maschinenassistent
:ATA - actual time of arrival: tatsächliche Ankunftszeit des Eintreffen von Schiffen
:auf dem Teller drehen - das Wenden oder Drehen eines Schiffes auf der Stelle unter Ausnutzung des Radeffektes
:auf eignem Kiel - nennt man die Reise eines kleinen Bootes über offene See
:auf Kiel gelegt - auf den Helgen wird die erste Schiffbausektion gelegt (Schiffbaubeginn)
:Auflieger - außer Dienst gestelltes Schiff
:aufklaren - 1. Aufräumen 2. Besserung des Wetters "es klart auf"
:Aufgabe der vier Punkte - eine Methode der terrestrischen Ortsbestimmung mittels - Horizontalwinkel - Misst man zwischen drei Landobjekten A,B, und C die Horizontalwinkel A-B und B-C, so ergibt der Schnittpunkt der aus diesen Winkeln konstruierte Kreisbögen den Schiffsort
:Augen ins Boot! - Kommando nicht woanders hinschauen
:ausklamüsern - etwas herausfinden
:auslugen - scharfes ausschauen
:auf und nieder - seemännischer Ausdruck für senkrecht
:ausmachen - Gegenstand, Schiff oder Seezeichen genau erkennen
:ausrauschen - schnelles Auslassen der Ankerkette beim Ankern, von Schoten bei Segelmanövern
:aufschießen einer Leine
:Aufschießer fahren - mit dem Bug in den Wind fahren, um durch den Gegenwind Fahrt aus dem Schiff zu nehmen.
:aufschricken - einer Leine einmal etwas Lose geben
:aussingen - Ausrufen der Ergebnisse einer fortlaufenden Lotung; auch sonstiges Ausrufen
:auswettern - bei Sturm nicht beidrehen
:Außenbordskameraden - die Fische im Meer
:Aviso - Melde-Depeschenschiff ursprünglich kleines, schnelles Kampfschiff für Verbindungs- Nachrichten und Aufklärungsfahrten
:Äußerste Kraft (A.K.) - großtmögliche Fahrstufe, die für eine bestimmte Zeit von der Hauptmaschine geleistet werden kann
:Axiometer - Ruderlageanzeiger
:Aye Aye - Erwiderung auf einen Befehl, dass man ihn verstanden hat. Oft in Verbindung mit einem Handzeichen
B
Aviso Aviso
Schlüsselwort: Bravo []
:Baas - Niederdeutscher Ausdruck, der etwa "Meister" bedeutet. Der Heuerbaas vermittelte früher Anstellungen der Seeleute, der Schlafbaas war der Hotelier für Seeleute an Land. Der Zimmerbaas ist der Meister in der Zimmerei
:Bach - seemännische Bezeichnung für jedes Gewässer, ob Ozean, Meer oder See
:Back - Urbedeutung: Rücken 1.Oberdeck direkt am Bug; 2. Schale (tiefer Teller); 3. Tisch, an dem gegessen wird
:Backbord - Bb; engl. Portside, P; linke Seite des Schiffes (in Fahrtrichtung blickend)
:Backbordlaterne - Die an Backbord gefahrene Seitenlaterne, sie zeigt ein rotes Licht (Eselsbrücke: Man hat meist rote Backen)
:Backen und Banken - das Auftragen der Speisen, die Einnahme der Mahlzeit und Reinigung des Essgeschirrs
:Bäckernavigation - Schiffsortbestimmung durch Ablesen vom Papiersäckchen bzw. Papiertüte des örtlichen Bäckers beim Brotkauf.
:backkommen - Das unfreiwillige oder unachtsame Zuhochgehen an den Wind hat zur Folge, dass die Segel den Wind von der falschen Seite bekommen so das sie backkommen
:Backschaft - Speisegemeinschaft, Abwasch
:Backskiste - im Vorschiff kleinerer Schiffe, bzw. dort im Logis, eine eingebaute Kastenbank, die als Stauraum dient
:Backstagbriese - Ist der raume Wind, der so bis Windstärke 4 Beaufort (Bft), weht
:backstehen - Das tun die Segel, wenn sie entweder backgesetzt worden sind, oder wenn das Schiff zu hoch am Wind liegt bzw. wenn der Wind von der "falschen" Seite kommt.
:BACO-Carrier
:Badegast - freundlicher Spottname für einen Gast am Bord, der keine seemännische Erfahrung hat und nur zum Spaß mitfährt
:Baguio - Wirbelsturm im philippinschen Raum
:Bai - Meerbusen
:Balandra - ein Küstenfahrzeug West-Südamerikas
:Balge auch Balje - Ein sets Wasser führendes Fahrwasser zwischen oder hinter den Inseln des Wattenmeeres
:Balkenbucht - das Stichmaß für die Krümmung des Decksbalkens, die das Wasser vom Deck fließen lässt; auch die Bezeichnung für die Form der Deckskrümmung querschiffs
:Balkenknie - Bei Stahlschiffen ein Knie aus Blech, das am Schergang Spant und Decksbalken verbindet
:Ballahoo, Ballahou - westindischer Schoner
:Balong - ein für die Fischerei verwendetes Segelfahrzeug in Nord-Borneo
:Balsa - Floß der Bewohner des Westküste Südamerikas, aus 5-9 Stämmen des leichten Balsaholzes
:Baltisches Meer - die Ostsee
:Bambuse - ein ungelernter Seemann, aber einer der sich zu helfen weis
:Bananenstagsegel - schlankes Spinnakerstagsegel
:Bändermütze - Bezeichnung für eine Flache Kopfbedeckung mit zwei hinten frei herabhängenden dunklen Bändern für Matrosen. Die Bänder sollen daran erinnern, dass sich in den vergangenen Jahrhunderten Mannschaft und Unteroffizier geteerte oder geölte Zöpfe ansteckten und mit einem schwarzen, geteerten Band umwickelten
:bändseln - mit Hilfe einer Leine etwas festmachen
:Bangbüx - Angsthase
:Baniantag - der fleischlose Donnerstag, Name kommt von einem vegetarischen Eingeborenenstamm in Ostindiens
:Barbette - Geschützbank
:Barkalonga - spanisches Fahrzeug mit zwei oder drei Masten und Lateinsegeln
:Barkarole - eine venetianische Gondel oder ein Gondellied
:Barke
:Barkentine - Auch Schonerbark, Dreimaster mit nur einen vollgetakelten Mast
:Barraterie - 1. dem Reeder nachteilige Handlung des Kapitäns 2. Schiffskapitän der eine Veruntreuung begeht
:Barre - eine Sandbank
:Barrierenriff - ein schützendes Riff vor der Küste
:Bart - pflanzlicher Anwuchs am Unterschiff
:Bathometer - Meerestiefenmesser, Tiefenmesser
:Bathysonde - Tiefseesonde
:Baum - waagerechter Bestandteil des Rigg
:Bauspant - Ein "materielles" Spant, das einen Querverband im Schiff darstellt im Gegensatz zum "ideellen" Konstruktionsspant, das nur zur Konstruktion der Schiffsform dient
:Bauspantenriss - Der Spantenriss, der sämtliche Bauspanten zeigt - es gibt bei großen Schiffen deren mehr als hundert - der weiterhin die Decks, Stringer, Plattengänge, den Doppelboden usw. eingezeichnet hat, und der als Hauptbauunterlage für das Schiff dient
:Befrachter
:beidrehen - ein Segelmanöver. um schnell die Fahrt aus dem Schiff zu bekommen und mit gesetzten Segeln fast stationär zu liegen
:Beifang - in der Minderzahl auftretende Fischarten im Netz
:Beilbrief - die Baubescheinigung der Bauwerft
:bekalmen - den Wind aus den Segeln nehmen
:belegen - 1. eine Leine an etwas festmachen; 2. einen Befehl widerrufen Segel
:benept - wegen zu niedrigen Gezeitenwasser festliegen
:Beobachtungsnetz - an der Luvseite von Fischereifahrzeugen festgemachtes Netz, das öfter hochgezogen wird, um zu sehen, ob der Fisch ins Netz geht
:Beplankung
:Bequemlichkeitsflagge - deutsches Schiff unter "billige" Flagge
:bergen - 1. Sicherstellung eines in See treibenden Gegenstandes; 2. Rettung von Menschen; 3. Segel bergen bedeutet deren Zusammennehmen und Festmachen
:Bergerollen exerzieren - Rettungsbootübung
:Bergfahrt - in der Flussschiffahrt gegen den Strom, flussaufwärts
:Bergholz - Planke durch welche Pütingbolzen getrieben werden
:bergy Bits - von Eisbergen abgebroche große Eisstücke die 1-5m aus dem Wasser schauen
:Bermejo, Rodriguez - Matrose der Karavelle Pinta unter Columbus. Bermejo erblickte am 12. Juni 1492 als erster vom Mast des Schiffes die Amerika vorgelagerte Insel San Salvador (Bahamas)
:Bernsteinküste - Küstengebiet in Ostpreußen zwischen Pillau und Brüsterort
:Besteck - geographischer Standort des Schiffes, auch dessen Feststellung
:Bestmann - Bezeichnung für den zweiten Offizier am Bord
:Betingschlag - bei schlechtem Wetter einen Extratörn mit der Ankerkette um den Poller oder Ankerwindenkopf nehmen
:betüttern - umsorgen; sich einen Schwips antrinken
:Bilge - die tiefste Stelle im Schiff, an der sich alles eingedrungene Wasser sammelt
:Binokel - Doppelfernglas
:Binsenboot - aus mehreren dicken Bündeln zusammengebundener Binsen, gebaute Boote der Eingeborenen des südamerikanischen Hochlandes auf dem Titicacasee
:Bishop Rock - Ansteuerungspunkt und Leuchtfeuer auf den Scilly-Inseln
:Blankpacken - von Fischen: auf Eis legen ohne Eisabdeckung
:Blasenschwimmer Schwimmkugel beim Fischnetz
:Blau - die seemännische Trauerfarbe
:Der Blaue, Blaubündel - Spottname für den Schiffszimmermann an Bord
:blaue Jungs - Bezeichnung für Marinesoldaten
:Blaufeuer - 1. nachts von Schiffen gezeigt, wenn man ein Lotsen wünscht 2. auf Hoher See ein Notsignal
:bleiben - Geblieben auf See ist eine analoge Ausdrucksform zu gefallen im Krieg
:blinder Hafen - landumschlossener Hafen, von See aus nicht erkennbarer Hafen
:Blitz - Elektriker
:Blizzard - Orkanartige Schneestürme aus nördlicher Richtung an der nordamerikanischen Ostküste
:Block - Gehäuse mit Führungs- und Umlenkrolle(n) (Scheiben) für Taue
:Blockade - Absperrung des Seewege / Häfen
:Blumenbogen - der Spantbogen unmittelbar vom Kiel aufwärts
:Bö - von böse - schnell zunehmende Windstärke von kurzer Dauer in Verbindung mit Regen
:Bodden - Ein ähnlich wie ein Haff mit der See in Verbindung stehendes Gewässer, das einem größeren Binnengewässer ähnelt, vornehmlich eine geringe Tiefe besitzt
:Bodenschleppnetz - wühlendes Fanggerät zum Fang von Plattfischen, Austern, Muscheln etc.
:Boje - vom lat. boja - Halseisen mit Kette
:Bootsführer
:Bootsmannpfeife - Kommandopfeife
:Bootsmannstuhl - Ein Sitzbrett, das mit passenden Stopps an ein Fall oder an das Jolltau gehängt wird, um mit ihm einen Mann nach oben zu bekommen, wenn in der Takelage Arbeiten auszuführen sind
:Bootsschleifplanken - senkrechte Planken an der Außenhaut zum Schutz der Rettungsboote beim Fieren und Hieven
:Bonnet - Tuchstreifen, die an der Fußliek von Rahsegeln angeheftet werden, um auf diese Weise die Segelfläche zu vergrößern
:Bora - kalter Nordoststurm der Adria
:Bordmittel - Diejenigen Hilfsmittel, die einer Schiffsbesatzung sich herstellen und anwenden kann, um irgendeinen Schaden am Schiff selber zu beheben
:Bottelier - Auf Marineschiffen der Kantinenverwalter
:Bovo - ein sizilianischer Küstensegler
:Brander - Mit Brennstoff beladene Boote, mit denen man früher feindliche Schiffe in Brand zu setzen versuchte, in dem man sie auf eine vor Anker liegende Flotte zutreiben ließ
:Brandung - Das Brechen der See beim Auflaufen auf flacheres Wasser
:Brassen - Das Verstellen der Rahen
:Brave Westwinde - die über den Ozean wehenden Westwinde zwischen 40° und 50° nördlicher Breite
:Brecher - eine Welle, die vollständig über das Schiff hinweggeht
:Breifock - auch Brefock; loses Rahsegel auf Yachten
:Breitseite - mit allem Bordkanonen einer Schiffsseite eine Salve schießen
:Brise- leichter bis mittelstarker gleichmäßiger Wind
:Brook - Alles Tauwerk, das verhindert, dass ein beweglicher Gegenstand seinen Platz verändert
:Brötchentütennavigation
:Brückenzeichen - auf der Pier (Mole, Kai): bewegliches Zeichen, nach dem das Schiff anlegen muss, um an die richtige Stelle zu kommen
:Brüllende Vierziger - Westwinde zwischen 40° und 50° südlicher Breite
:Brummer - von Eisbergen abgebrochene Eistücke, die weniger als 1 m aus der See herausschauen. Heißen so nach dem Geräusch beim Auf- und Abtauchen in der See
:Brunnen - Diejenige Stelle im Schiff in der Bilge, die am tiefsten liegt, so dass dort die Saugkörbe der Pumpen eingebaut werden können. Ein Schiff hat mindestens so viele Brunnen, wie es wasserdichte Abteilungen besitzt. Der Brunnen wird auch "Pumpensumpf" genannt
:Bruttoregistertonne
:BSH - Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
:Bucentoro - Prunkgaleere des Dogen von Venedig; Bucintoro = goldene Barke
:Bückling - Räucherhering
:Bucko - Insbesondere auf amerikanischen Schiffen gängig gewesene, in der Seefahrt jedoch überall verstandene Bezeichnung für einen Steuermann, der mit unnachsichtiger Härte für Ordnung und Disziplin an Bord sorgte. Gleichbedeutung im engl. Bully Schinder, Tyrann
:Buddel - Flasche
Venedig
:Buddelschiff
:Büdelneiher - Spottname für den Segelmacher
:Bug - vorderes Schiffsende, auch Seite auf der das (Segel-)Schiff liegt (Backbord-Bug)
:Bug-Horizontalruder - Bestandteil der Ruderanlage bei U-Booten
:Buganker - der Anker, der am Bug gefahren wird, meist in einer Ankerklüse klar zum Fallen hängend
:Buggy boat - Boot mit Rädern um es an Land verwenden zu können
:Bugkopf - wie die Schnecke einer Violine als Bugverzierung
:Bugkorb - Metallgestänge am Bug des Bootes zur Sicherung der Mannschaft
:Bugspriet
:Bugstrahlruder
:Bugvisier - hochklappbares Bugteil auf RoRoSchiffen/Fähren
:Bugwaschanlage - bei Eisbrechern, bei der Fahrt durch Eis, schmiert eine aus einem Gemisch von Luft und Wasser bestehende Strömung die Außenhaut und verringert dadurch die Reibung zwischen Seitenbeplattung und Eis
:Buhmann - scherzhaft für Maschinist, eigentlich Heizer die hatten meist Russ und Kohlenstaub im Gesicht
:Bukanier - westindischer Seeräuber
:Bukligger - fauler Kerl
:Buline - Haltetau für das Rahsegel
:Bulker - Massengutfrachter für Schüttgut wie Kohle, Erz, Getreide
:Bullauge oder bulleye - rundes Fenster
:Bullenstander - auf raumem Wind (von achtern) wird das Ende des Baums mit einer Leine an einer Klampe am Vorschiff befestigt, um eine Patenthalse zu vermeiden
:Bumboot - Marketenderboot, auch Wasserboot
:Bunk - engl. Koje; Schlafplatz an Bord
:bunkern - das Anbordnehmen von Brennstoff auf Schiffen
:Bünn - Fischladeraum eines Fischereifahrzeuges, der mit zahlreichen Öffnungen mit dem Außenwasser verbunden ist um den Fang lebend zu transportieren
:Buscherump - Blauer, mit dünnen weißen Streifen durchwirkter Arbeitskittel der Seeleute
:Butterfly - Segelstellung bei einem Zweimast-Gaffelsegler, bei dem ein Segel nach Steuerbord, das andere nach Backbord geschwenkt wird um dem Raumwind eine möglichst große Fläche zu bieten.
:Butterland - eine falsche durch Nebel etc. erzeugte Erscheinung von Land
C
Brennstoff
Brennstoff
Schlüsselwort: Charlie []
:Caballa - spanische Makrele
:Cade - ein engl. Fischmass = 500 Heringe oder 1000 Sprotten
:Caisson - Ein vierkantiger Ponton, der dort versenkt werden soll, wo er einen Teil einer zu bauden Mole, eines Deiches oder dergleichen dasstellen soll. Beim und nach dem Versenken wird er sofort mit Sand und Steinen angefüllt
:Canvas - Segeltuchschuhe
:Capricon Channel - Seestraße im Great Barrier Reef an der Ostküste von Australien
:Cargo - die Ladung eines Schiffes
:Casco - das Schiff mit seiner Ausrüstung usw. ohne die Ladung
:chartern - das Mieten oder Pachten eines Schiffes oder Bootes
:cat´s paw - Streich von einer Katzenpfote, leichter Wind
:Charter-Party - der Frachtvertrag
:Chief - leitender Ingenieur
:Chief Mate - erster nautischer Offizier
:Chinamann - der chinesische Wäscher am Bord eines Schiffes
:Clapotis - extreme Form der Kreuzsee, bei der zwei Wellen frontal aufeinandertreffen.
:Clubstander - dreieckiger Wimpel mit Emblem oder den farben des Segelclubs
:Clubbing - das Sich-im-Strom-treiben-lassen, wenn dabei der Anker kurz gesteckt ist und über Grund schleift
:Clupeiden - Sammelname für alle hering-verwandten Fische
:Coaster - englischer Ausdruck für Küstenfahrer
:Codanus - lat. Name für das Kattegat
:Code 5 - ein Vorsegel (Rollsegel), das eine Mischung aus Spinnaker und Gennaker ist
:Coffeynagel - Dasselbe wie der Belegnagel
:Coil - schwere Ladung
:CONDOCK carrier - CONtainer and DOCK carrier: Container- und Dockschiff: Besonderer Schiffstyp, der durch das Fluten von Tanks abgesenkt werden kann und über die geöffnete Heckklappe die unterschiedlichsten schwimmfähige Ladung durch direktes Einschwimmen in den Laderaum übernehmen kann
:Container
:Containerstapelungskonus - ein dem Bajonettverschluss ähnlicher Drehzapfen, der in ein Loch des darunterliegenden Container einrastet als Sicherung gegen Verschieben
:Convoi - militärisches Geleit für Handelsschiffe
:Cookstraße - die von James Cook 1769 entdeckte 50 sm breite Meeresenge zwischen der Nord- und Südinsel Neuseelands
:Coracle - Boot aus Rohrgeflecht mit Haut oder Persinning bezogen
:Cork Water Club - Der erste Yachtclub der Welt Er wurde 1720 in Irland gegründet
:Costabirne - Ein birnenförmiger Körper, der in Richtung Mitte Welle kurz hinter dem Schraubenpropeller angebracht wird. Ihr Durchmesser beträgt 1/10 bis 1/8 des Schraubendurchmessers. Sie verhindert die Kontraktion - die Zusammziehung - des Propellerstrahles an dieser Stelle und gewinnt dadurch eine vorwärtstreibende Kraft, die dem Schraubenschub zugute kommt
:C.O. stellvertretender Kommandant (Kriegsschiff)
:chop-chop - Pidgin-Englisch: 1. soviel wie schnell, mach schnell, hopp-hopp 2. Flaggenwinkersignal "Ende"
:Corvus - Enterbrücke auf römischen Kriegsschiffen
:chow - slang: Essen, der Fraß
:Coxwain - Gefechtsrudergänger
:creek - Stromloses, flussähnliches Gewässer
:Crew - die zusammengehörige Besatzung eines Schiffes
:Crude Oil - Aus dem Englischen übernommen, in der Tankschifffahrt allgemein verbreitete Bezeichnung für Rohöl, Erdöl
:Cumshaw - Pidgin-Engl. Geschenk, meist mit Gefälligkeit des Beschenkten
:Cutter - Der fräserartige Schneidkopf am Rüssel bestimmter Saugbagger
Erdöl
:Curry-Klemme (benannt nach Manfred Curry) zum festmachen einer Schot
:Custom-entry - Zollerklärung
:CWL - Dasselbe wie KWL oder Konstruktionswasserlinie
:Cyclon - Wetterwirbel
D
Erdöl
Erdöl
Schlüsselwort: Delta []
:Daak - dasselbe wie Nebel
:Daccia-Bank - flache Stelle im Ostatlantik zwischen den Kanarischen Inseln und Gibraltar mit 23m Wassertiefe
:Dacron - Material, aus dem die normalen modernen Segel bestehen
:Dagge - Tauende als Züchtigungsmittel auf alten Segelschiffen
:Dalbe - Pfahl oder Pfahlgruppe im Hafen zum Festmachen des Schiffes
:Dan-Leno-Scherbrett - kleine Scherbretter am Netz, wenn die großen in einem Abstand vor dem Netz geschleppt werden, zum Netz öffnen
:David - ein kleines Boot mit einem Torpedo, wurde im amer. Bürgerkrieg verwendet
:Davisquadrant - ein altes Instrument zum Nehmen der Sonnenhöhe
:Davit - ein Kran an der Reling von größeren Schiffen, mit dem (Rettungs-)Boote geheißt werden
:Dänische Südsee
:DBO-carrier - different bulk oil carrier: Mehr-,Vielzweckschiff, das lose Ladungen (z.b. Getreide, Kohle, Erze usw.) und auch Öl transportieren kann
:Deadlight - Bezeichnung für die Versenkungsaktion abgelieferter deutscher U-Boote durch britische Seestreitkräfte von November 1945 bis Januar 1946. Insgesamt 116 U-Boote wurden nördlich Irland in Loch Ryan in Lisahalley am Loch Foyle vor Derry zusammesgezogen und durch Beschuss oder Sprengung versenkt
:Deckspassagier - Fahrgast, der keinen Anspruch auf einen Käjütsplatz hat
:Decksmannschaft - der seemännische Teil der Besatzung
:Decksbär - eine schwere Kiste zum Reinigen und Weißen des Decks, wird hin und her gezogen
:Decksgäng (Decksgang) - Schauerleutegruppe von 12 - 14 Mann
:Deckpeilung - Hat nichts mit Deck zu tun, sondern mit "Deckung". Man hat eine Deckpeilung, wenn zwei Baken oder zwei Feuer in dem Augenblick, in dem sie "in Deckung" sind, eine bestimmte Fahrrinne usw. kennzeichnen
:Decksglas - Ein an Stelle eines Oberlichtes für darunterliegende Räume in das Deck fest, das heißt nicht aufklappbar, eingesetztes Glas. Dieses hat meist eine prismatische Form, um das Licht unter Deck besser verteilen zu können
:Deckssitz - schwimmende Decksbank als zusätzliches Rettungsmittel
:Daddeldu - 1. Bezeichnung für den Seemann nach Ringelnatz (Kuddel Daddeldu) 2. vom engl. that will do - es ist genug - gebräuchlicher Ausdruck für Feierabend
:daN - Abk. für Deka-Newton, Maß für Reißfestigkeit von Tauwerk
:Dämlack - Dummkopf
:DGzRS - Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
:den Anker werfen - ist nicht seemännisch weil der Anker nicht "geworfen" wird. Richtig ist "den Anker fallen lassen"
:Delta - Sich gabelnde Flussmündung, die von der Form des gleichlautenden griechischen Buchstaben abgeleitet ist
:Depotschiff - Vorratsschiff, Stützpunktschiff
:Derivationswinkel - Winkel zwischen der Tangente an den Drehkreis und der Schiffslängsachse
:Derrick - ein Kran, der sich um einen senkrechten Pfosten aufbaut
:Deutsch-Hawaii - Spottname für den Ort Haffkrug
:Dexel - Schiffszimmermannsaxt, bei der die Schneide quer zum Stiel sitzt
:dichtholen - eine Leine heranziehen
:dicke, dicke Luft - 1. diesige, unsichtige Luft, Vorstufe zum richtigen Nebel; 2. Bezeichnung für einen Gefahrenzustand
:Dickschiff - großes Seeschiff, Kriegsschiff
:Dingsda - seemännische Bezeichnung für etwas, für das man keine Bezeichnung weiß
:Dennebaum - Lukenlängssüll auf einem Rheinschiff
:diesig - von lat. densus - dicht, dick, feucht, dunstig
:dippen - das seemännische Grüßen von einem Schiff zu einem anderen, wobei die Flagge halb niedergeholt wird
:Dirk - Bezeichnung für das Seil, das von der Mastspitze zur Baumnock verläuft
:Distanzfracht - Fracht die nach Meilen bezahlt wird
:DMYV - Deutscher Motoryacht Verband
Seil
:Dock (Schifffahrt)
:Dockplan - Querschnittszeichnung eines Schiffes mit den für das Docken wichtigen Abmessungen
:Dockschwalbe - käufliche Horizontaljoggerin
:dobbying - amer. slang. Zeugwaschen
:Dödel - ein Nagel aus Holz
:Dödelmoker - Bootsbauer und Schiffszimmerer
:Doldrums - Zone mit ewiger Flaute in der Nähe des Äquators, die Lage der Doldrums verändert sich mit der Verschiebung der Hochdruckgebiete
:Dollbord
:Dolle - Ein aus Eisen- oder Metallbeschlag in Form einer zweizinkigen Forke, dient zum Einlegen die Riemen beim Pullen
:Domper - auch Preventertau; zur Verhinderung des Hochspringens eines Baumes, Mastes oder einer Rah usw.
:Donkey - Hilfsmaschine
:Doppelpeilung - eine Methode der Ortsbestimmung in der terristrischen Navigation durch zweimaliges Peilen desselben Objektes. Peilt man ein Objekt und segelt oder fährt eine bestimmte Distanz z.B. 5 sm, und peilt das Objekt zum zweitenmal so ergibt der Schnittpunkt des zweiten Peilstrahls und der parallel zur Kurslinie vom ersten Peilstrahl eingeschobene Distanz den Schiffsort
:Döontjes - kleine Geschichten, Erzählungen die nicht ganz der Wahrheit entsprechen
:Dösbaddel - Dummkopf, oder dösbaddelige (dumme) Fragen
:Doppelköm - Alkohol, wird zum inneren Heizen verwendet
:Doppelender - Schiff mit Propeller vorn und hinten z.b. eine Fähre
:Dorade-Lüftung - Drucklüftersystem für Yachten, bei welchem durch seitliche Versetzung des Lüfterkopfes vom Lufschacht das Eindringen von Wasser ins Schiffsinnere vermieden wird
:Down-Easter - allgemein verbreiteter Ausdruck für die Neuengland-Staaten
:Dory - offenes Ruderboot für die Leinenfischerei
:Dragger - kleiner Trawler der US-Westküste
:Dragganker - vierarmiger Suchanker,zum Absuchen des Grundes
:Drehbasse - in einer Gabel aufgehängte Kanone
:Drei Schwestern - drei hintereinanderfolgende Riesenwellen
:dreimal Wahnsinnige - Spottname für alle A.K. voraus mit kurzzeitiger Überlastung der Hauptmaschinen im Notfall
:Drifter - 1. Treibnetzfischer 2. Flauten-Genua
:Dromone - grosser Schnellsegler im Mittelalter; Übergang von der Triere zur Galeere; 80 Riemen, 2 Masten
:Dschunke - chinesisches Lastensegelschiff bis ca. 500t Tragfähigkeit
:DSV - Deutscher Segler Verband
:Dubasse - mastloses Fahrzeug auf der Weichsel
:Ducht - die Sitzbank in einem offenen Boot
:Durch die Daggen laufen - Prügelstrafe mit dem Tampen (Spießrutenlaufen)
:Dutchmann - von engl. Seeleuten gebräuchliche Bezeichnung für den deutschen Seemann
:Duckdalben - die frei im Wasser stehenden hölzernen oder stählernen Pfähle. Wahrscheinlich aus dem Wort Duc d'Alba, Herzog Alba der seine Schiffe im niederländischen Befreiungkrieg an solche künstlich errichteten Pfahlgruppen, festbinden ließ. Je nach der zugedachten Aufgabe unterscheidet man Vertäudalben, Anlegedalben, Führungsdalben und andere, wobei sich ihre Aufgabe oft überschneiden. Belastet werden sie vorwiegend durch Zug der Vertäutrossen, durch Druck des vor dem Dalben liegenden Schiffes oder Schwimmkörper und durch Stöße bei einer Schiffsberührung.
:dümpeln - ein Schiff dümpelt, wenn es bei Windstille oder vor Anker durch See hin und her geworfen wird
:Dunkelmeer - lat. Mare tenebrosum im Altertum der Name für die atlantischen Gewässer an der marokkanischen Küste bis zum Kap Verde. Der Name hat seinen Ursprung wohl in der Unkenntnis dieser Gewässer, wo man immer noch das Ende der Erde zu finden glaubte
:dwars - von germ. thvert - verdreht - querab; quer zur Kielrichtung
:Dwarsdriver - Bezeichnung für Meckerer und die, die es immer besser wissen wollen
:Dwarslinie
:Dwarsmiecher - Bezeichnung von abergläubischen Seeleuten für Frauen an Bord
:Dwarssee - Quersee
E
Dwarslinie
Dwarslinie
Schlüsselwort Echo []
:Ebbe
:Ebbetor - inneres Tor einer Flutschleuse
:einbooten - das Anbordgehen mit Hilfe des Schiffsbootes
:eindocken, docken - das In-das-Dock-Gehen, etwa um eine Reparatur oder Bodenreinigung vorzunehmen
:Eigner - Eigentümer, Besitzer. Die Bezeichnung wird angewandt im Zusammenhang mit dem Besitz von Schiffen
:Eindecker - Ein Schiff, das nur ein (durchlaufendes) Deck besitzt
:eingefahren - ist eine Mannschaft und dergleichen, wenn sie mit der Handhabung ihres Schiffes usw. vertraut geworden ist
:Einhandyacht - Eine Yacht, die ein Mann allein bedienen kann. Sie muss so gebaut sein, dass alle Segelmanöver einschließlich des Setzens und Bergens der Segel, Ankenmanöver und was sonst dazugehört, von einem Mann erledigt werden kann
:einklarieren - das Erledigen der Zoll- und sonstigen Behördenformalitäten beim Einlaufen in einen Hafen
:einmotten - ein Schiff still legen
:einschäkeln - Das Verbinden zweier Bauteile, Taklungsteile usw. durch Schäkel Beispiel: Der Anker wird an die Kette eingeschäkelt oder auch angeschäkelt
:einschiffen - das Anbordgehen, um eine Reise anzutreten
:einsetzen - Beim Stampfen des Schiffes in See setzt das Vorschiff in die See ein
:Einschleicher - bezeichnung für einen Blinden Passagier
:Einschiffungsmitteilung - Botschaft ein paar Tage vor dem Auslaufen an die Fahrgäste
:eintörnen - 1. Wenn Kraft auf eine Leine oder Kette kommt, an der das Schiff festliegt, so törnt das Schiff ein. 2. Sich in die Koje verholen
:Eisbär - Spottname für den Seemann der die Kühlanlagen am Bord betreut
:drei Eisheiligen - Spottname von der Besatzung für den Kapitän, Leitender Ing. und 1. Offz.
:Eisgürtel - Schiffe, die öfter in Gegenden verkehren, in denen mit Eis zu rechnen ist, werden mit eines Eisverstärkung gebaut, d.h. vornehmlich das Vorschiff zwischen Leer- und Tiefladelinie wird verstärkt, evtl. bis weit nach mittschiffs zu
:Eiserner Gustav - slang. für Selbststeueranlage
:Eisnot - ein Schiff ist in Eisnot, wenn es rundherum von Eis eingeschlossen oder eingeklemmt ist
:Elefanter - ein zeitweiser starker Regen an der Westküste Hindustans
:Elger - Fischspeer zumBonitofang
:Elevator - 1. amer. Fahrstuhl 2. amer. Getreideheber 3. Höhenruder bei einem Luftschiff 4. Höhenscherbrett des Schwimmschleppnetzes 5. Eimerbagger
:Elmsfeuer - Elektrische Entladung bei Gewitter, in der Form, dass an den Toppen der Masten, den Spieren usw. kleine Flämmchen entstehen. Diese von alters her bekannte Erscheinung fand, bevor man die wirklichen Zusammenhänge erklären konnte, bei den abergläubischen Seeleuten die unterschiedlichste Deutung. Sie reicht vom Feuerteufel über Vorzeichen für gutes oder schlechtes Wetter bis zur Vorankündigung des nahen Todes eines Besatzungsmitgliedes
:Embargo - 1. Ausfuhrverbot für Handelsschiffe 2. Ausfuhrverbot von Waren, Handelssperren
:E.M.P.A. - European Maritime Pilots Association; Internationale Organisation der Lotsengemeinschaft
:Ende - ein Stück Seil oder Leine
:England expects that every man will do his duty - England erwartet, dass jeder Mann seine Pflicht tut - Tagesbefehl Nelsons vor der Schlacht von Trafalgar am 21. Oktober 1805
:entern - 1. das Übersteigen auf ein feindliches Schiff; 2. das Klettern in die Wanten = aufentern / niederentern
:entnebeln - Fenster vom Beschlag befreien
:entmagnetisieren - Schiff gegen magnetische Minen schützen
:Eos - griech. Göttin der Morgenröte
:EPS - Abkürzung für "effektive Pferdestärken". Die Leistung der Maschine, die tatsächlich an der hinterkante der Maschine zur Verfügung steht. Wegen der Reibung in den Lagern usw. sind die EPS geringer als die in der Maschine erzeugten PS. Das Verhältnis von EPS zu PS ist der Wirkungsgrad der Anlage
:Erasmus - der Schutzheilige der Seeleute
:Erin - kelt. Name für Irland
:Erleichterungsloch - Im Stahlschiffbau diejenigen runden oder ovalen Löcher, die in Stegen hoher Träger angebracht werden können, um an Gewicht zu sparen. Beispiel: Bodenwrangen, Rahmenspanten
:Etesien - passatartige Winde im Mittelmeer
:Etmal - von et Wiederkehr und dem gotischen mel Zeit, Zeitpunkt
:ETO - Abk. für einen elektrisch angetriebenen Torpedo
:Eselshooft - in der Takelage die Verbindungslasche zwischen Mast und der aufgesetzten Stenge
:Eulen fangen - das durch Unachtsamkeit des Rudergängers hervorgerufene Durch-den-Wind-Gehen
:Euros - griech. Gott des Ostwindes
:Evaporator - Anlage zum Erzeugen von Kesselspeisewasser aus Seewasser
:Ewerführer - Der Ewerführer ist ein gelernter Mann, der im Schuttenbetrieb das Laden und Löschen sowie das Bugsieren der Schute leitet
:Ewerführerei - Die Ewerführerei ist ein Transportunternehmen, das mit Schuten, früher Ewer, im Hafenbetrieb arbeitet
:Exkragen - slang. Wäsche achtern großer Kragen auf Matrosenblusen, der an die Zeit erinnert, als Mannschaften und Unteroffiziere noch geteerte oder geölte Zöpfe trugen. Er sollte verhindern, dass der Zopf die Oberbekleidung beschmutzte (siehe Bändermütze). Viele Handels- und Marinenationen übernahmen die britische Tradition, den Exkragen mit drei weißen Streifen zu versehen. Sie sollten an die drei großen Seeschlachten Nelsons bei Aboukir (01. August 1798), Kopenhagen (02. April 1801) bzw. Kap Finisterre und Trafalgar (21. Oktober 1805) erinnern. Zum Exkragen wurde ein schwarzes Halstuch zur Trauer um den bei Trafalgar gefallenen Nelson getragen, das in einigen Flotten einen kunstvollen Knoten erhielt oder als schmale schwarze Schleife ausgebildet ist
:Eystrasalt - norm. Name für die Ostsee
F
Ostsee
Ostsee
Schlüsselwort: Foxtrott []
:Fach - Bezeichnung für den Zwischenraum zwischen zwei Spanten
:Faden - ein englisches, in der Seefahrt gebräuchliches Längenmaß
:fahren Seemännischer Ausdruck mit verschiedener Bedeutung. 1. Ein Ende fährt durch den Block, es läuft nicht durch den Block 2. Wenn ein Schiff Segel gesetzt hat, dann fährt es diese. Es fährt weiterhin die verschiedenen Ausrüstungsteile, es fährt eine bestimmte Maschine. Wenn es aber in Gang gekommen ist, dann fährt es nicht, wie ein Auto, sondern dann "läuft" es mit dieser oder jener Fahrt von soundso viel Knoten. 3. Ein Seemann fährt soundso lange, d.h. er fährt zur See
:Fahrensmann - Ein Mann, der fährt, d.h. ein Seemann, der zur See fährt
:Fährhafen
:Fahrrinne - Enges, durch Tonnen oder Stengen gekennzeichnetes Fahrwasser durch ein breites aber nur flaches Gewässer
:Fahrttabelle - Tabellarische Gegenüberstellung von Propellerdrehzahl und korrespondierender Schiffsgeschwindigkeit in Knoten
:Fahrtmesser (Staudrucklog) - zeigt die Fahrt durchs Wasser an auf Grund des vom Fahrtstrom abhängigen Staudrucks
:Fall - ein Tau zum Niederholen und Aufziehen von Segeln (Mehrzahl: Fallen)
:Fallbrett - ein Brett mit dem Hellingneigungswinkel, zum Aufstellen der Spanten
:Fallreep - die an der Bordwand gehängte schräge Treppe
:Fallwinde - die kalten Winde an Steilküsten
:faux pas - franz. falscher Tritt, Fehltritt, unpassende Handlung
:Fang - die Jagdbeute eines Fischers
:Farbenstrak - die Grenzlinie zwischen dem Unterwasserschiff und dem Überwasserschiff
:Faschinen Buschfender an der Kai
:Fächer - mehrere gleichzeitig mit verschiedenen Kursen abgeschossene Torpedos
:faule Küste - Eine Küste mit vorgelagerten Untiefen, Riffen usw.
:Faulenzer - Baumaufholer, Ladegeschirr
:fauler Grund - Meeresgrund, der wegen seiner Härte, seiner Steine usw. für das Ankern schlecht geeignet ist
:Feeder
:Federspring - abgefederte Ankerkette eines Feuerschiffes
:Fegsel - Reste einer Bulk-Ladung, die zusammengefegt wird.
:Fehlweisung - Kompassfehlweisung
:Fehmarnbelt - Meeresenge zwischen der Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland
:Felucke - Ein hözernes Ruder- und Segelschiff auf dem Mittelmeer
:Fender - Puffer, die beim Anlegen außenbords angebracht werden
:Ferkeltreiber - das bei mehren gemeinsam laufende Schiff / Segelschiff das langsamste
:Ferge - Fährmann
:Fest - Kommando bei Heißen, Hieven, Einholen; bedeutet so viel wie Halt, Stopp, nicht mehr heißen
:fette Fahrt haben - schnelles Segeln bei stürmischem Wetter
:FEU - Fourty Foot Epuivalent Unit, 40 Fuß-Container
:Feudel - Putz-/Wischlappen
:Feuer - seemännische Bezeichnung für jede Art von Leuchtfeuer
:Feuerverholtrosse - beim Löschen gefährlicher Güter vorgeschrieben
:Fiedelbogen - 1. Klipperbug 2. Geigenbogen
:fieren - eine Leine nachlassen
:Fifty-Fifty - engl. Bezeichnung für Motorsegler; halb Segel- halb Motoryacht
:Filet-Fregatte - Heckfänger-Fabrikschiff
Geigenbogen
:Fischereikennzeichen
:Fischgründe - Fangplatz
:Fischlupe - spezielles Echolot für die Ortung von Fischschwärme
:Fischstachel - eine beschwerte Leine oder eine Stahlstange mit mehreren Fischhaken
:Fischwehr - eine feste Fischfalle
:Fischtown - Spottname für Bremerhaven
:Fischung - die mittlere Deckplanke / StoßberbindungBremerhaven
:Fischwanderkarte - Seekarte mit Wanderwegen der Fische
:Flabber - Netzklappe beim Scherbrettnetz
:Flaggenalphabet
:Flaggenbrett - Brett mit Flagge an der Leine eines harpunierten Wals, oder eine Boje, manchmal mit Schleppanker, um die Fahrt des Wales zu hemmen
:Flaggengala - über die Toppenflaggen Schmuck des Schiffes bei festlichen Gelegenheiten, in den man die Signalflaggen aneinandergereiht längsschiff über die Toppen setzt
:Flaggenparade - Das Zeremoniell des Flaggensetzens morgens und niederholen abends
:Flaggestreichen - Niederholen der Flagge zum Zeichen für die Kapitulation
:Flaggschiff - Admiralsschiff
:Flaschenpost - Nachricht, Mitteilung, Hilferuf die in eine Flasche gesteckt wird und der See übergeben wird in der Hoffnunf das sie gefunden wird
:Flash message - Blinkspruch
:Flat top - amer. slang Flugzeugträger
:Fleeter - kleiner Trawler, der den Fang an die Transportschiffe übergibt
:Fliegender-Fisch-Seemann - einer, der lieber im warmen Süden als in kalten Norden fährt
:fliegende Verankerung - in einem Gezeitengewässer derart, dass das Schiff bei Ebbe vor dem ersten und bei Flut vor dem zweiten Anker liegt
:Flettner-Ruder - ein frei um 360° drehbares Ruder. Das Ruder konnte sich im Schiffbau nicht durchsetzen
:FLIP-Schiff - kann durch Füllen von Tanks aus der horizontalen in die senkrechte Lage gebracht werden
:Flitsch - das grätenfreie Fleisch beiderseits der Hauptgräte
:Fleischhaken - abgeriebene Stelle beim Drahttau
:Fliegender Holländer (Sage) - Geisterschiff
:Floatainer - Floating Container schwimmende Container. Diese Container werden in Vierergruppen durch Leichtgewicht-Krane an Bord der Schiffe zu Wasser gelassen und von Schleppkähnen an Land gezogen. Ihre Be- und Entladung erfolgt von oben. Die Deckel sind wasserdicht verschlossen
:Flögel - Windbüdel, kleiner Sack auf dem Ma
UnterliekDas Unterliek ist die untere Kante eines Segels, die zwischen den beiden Ecken des Segels Hals und Schothorn liegt.
Befindet sich das Unterliek an einem Baum (z.B. beim Großsegel), spricht man auch von dem Baumliek. Dessen Spannung, d.h. der Zug, unter dem das Segeltuch im Bereich des Unterlieks steht, wird über den Unterliekstrecker (eine Leine) gesteuert, der am Schothorn befestigt wird. Wird der Unterliekstrecker stark durchgesetzt (d.h. viel Zug mit dieser Leine ausgeübt), erhält das Unterliek ein flaches Profil (d.h. ist bei seitlichem Winddruck wenig gewölbt).
Man kann ein Segel an einem Baum mit losem Unterliek fahren (z.B. bei Rollgroßanlagen): Dann ist das Segel im Bereich des Unterlieks nur am Hals und Schothorn mit dem Baum verbunden. Oder das Unterliek ist auf seiner ganzen Länge am Baum befestigt. Dies geschieht häufig, indem in das Unterliek zur Verdickung desselben ein Tau ("Liektau") eingenäht wird und dieses dann in eine Keep (d.h. eine Nut) im Baum eingeführt wird.
Wird das Segel ohne Baum gefahren (z.B: Fock oder Genua bei Amwindkursen), wird die Schot direkt am Schothorn befestigt. Die Profilierung des Unterlieks, d.h. ob es flacher oder gewölbter ist, wird dann über den Zug der Schot und die Lage des Holepunktes gesteuert.
Siehe auch: Liek, Vorliek, Achterliek
Kategorie:Segeln
HorizontalDie Horizontale, auch Waagrechte ist eine gedachte Ebene senkrecht zur Lotrechten. Die Waagrechte ist eine relative Aussage, die sich immer auf die Lotrechte (Vertikale) bezieht. Für kleine Strecken z.B. Körperkanten bis zu mehreren Metern ist die tatsächliche Krümmung der Horizontalen vernachlässigbar. Absolut ist die Horizontale aber eine Kugeloberfläche, was bei der Betrachtung längerer Strecken auch beachtet werden muss.
Siehe auch: Wörterbucheintrag Horizontal, Vertikale
Kategorie:Geometrie
GroßsegelDer Großmast ist bei Segelbooten mit einem Mast eben dieser, bei einem Schoner (Zweimaster) der achtere und bei Ketsch und Yawl der vordere Mast; in beiden Fällen ist dies der größere Mast. Bei Segelschiffstypen (Großsegler) mit drei und mehr Masten ist es immer der zweite Mast, der nicht in jedem Fall auch der höchste Mast ist. Das war bei großen Fünfmastern (POTOSÍ, PREUSSEN, R. C. RICKMERS) der Mittelmast. Mancher Mehrmaster wie beispielsweise die KØBENHAVN hatte die vier Rahmasten von gleicher Höhe, oder der große us-amerikanische Schoner THOMAS W. LAWSON hatte sieben gleich hohe Masten.
Das am Großmast achtern befestigte Segel heißt "Großsegel" (im Gegensatz zur kleineren Fock). Des Gleichen heißen die Rahen eines Großseglers am Großmast "Großrah", "Großuntermarsrah", "Großbramrah" etc. In der abweichenden englischen Terminologie der Schiffsmasten heißt er "main mast", was genau "Hauptmast" bedeutet. Dieser Begriff erscheint beispielsweise als Bezeichnung des dritten Mastes bei Viermastvollschiffen. Manchmal wird er auch "Achtermast" genannt.
Kategorie:Schiffbau
PatenthalseHalse bezeichnet ein Manöver beim Segeln, bei dem das Fahrzeug mit dem Heck durch den Wind geht und so seinen Kurs ändert.
Das entgegengesetzte Manöver, bei dem das Fahrzeug mit dem Bug durch den Wind geht, heißt Wende.
Anstatt des Manövers Halse kann bei grobem Wetter und unerfahrener Besatzung auch das Manöver Q-Wende (Kuhwende) durchgeführt werden.
Vorgang
Q-Wende (Kuhwende)
Die Halse wird bei Raumwind- oder Vorwindkurs (scheinbarer Wind) eingeleitet. Der oder die Traveller werden mittig gesetzt. Nun lässt man das Fahrzeug behutsam abfallen. Man fällt so weit ab, bis der Vorschoter "Fock fällt" ruft. Dies ist ein gefährlicher Moment, da durch weiteres Abfallen der Großbaum unkontrolliert auf die andere Schiffsseite schlagen würde (= Patenthalse). Daher wird nun die Großschot dichtgeholt. Das Heck geht durch den Wind und es wird Stützruder gelegt (gegen die Drehrichtung gesteuert), damit sich die Drehbewegung des Fahrzeuges nicht verstärkt. Groß- und Vorsegel gehen auf die andere Schiffseite und die Schoten werden sofort gefiert. Zuletzt gibt der Bootsführer den neuen Kurs bekannt und die Segel werden entsprechend eingestellt.
Die Kommandos lauten grundsätzlich:
:#Klar zum Halsen!
:#(Antwort) Ist klar!
:#Fier auf die Schoten!
:#Fock fällt!
:#Hol dicht die Großschot!
:#Rund Achtern!
:#Stützruder!
:#Fier auf die Großschot!
:#Neuer Kurs ...
Gefahren
Bei kräftigem Wind bedarf die Halse großer Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zur Wende stehen die Segel zu jedem Zeitpunkt des Manövers unter Druck durch den Wind und das Boot verliert nicht nennenswert an Fahrt. Bei unsauberer technischer Ausführung kommt es zur
Patenthalse
Bei der Patenthalse fegt der Baum mitsamt dem Großsegel plötzlich, mit hoher Geschwindigkeit, von einer Schiffseite auf die andere. Das kann zu schweren Kopf- oder Rückenverletzungen führen. Auch Todesfälle | | |