BaumstrukturDie Hierarchie ([] oder []) (griechisch ἱεραρχία, ein Kompositum aus ἱερή, hierí - die heilige und ἀρχή, arché - Herrschaft, Ordnung, Prinzip) ist ein System von Elementen, die einander über- bzw. untergeordnet sind, so dass jedem Element nur höchstens ein anderes unmittelbar übergeordnet ist (siehe auch: Rangordnung).
Eine Hierarchie bedarf einer klaren Definition der jeweiligen Ordnung, also, was die Bedeutung ist von „übergeordnet“ bzw. „untergeordnet“ im gegebenen Zusammenhang. Mathematiker sprechen in diesem Zusammenhang von einer Ordnungsrelation. Für Nichtmathematiker: Es muss nicht nur festgelegt werden, welche Elemente unmittelbar miteinander in Beziehung stehen, sondern auch die Richtung der Beziehung. Generell ist eine Hierarchie eine rigidere Untermenge der Strukturen.
Sozial
Bezogen auf Soziale Systeme sind Hierarchien oft mit Verhältnissen von Herrschaft und Autorität verbunden - beispielsweise der Linienorganisation in einem Unternehmen, einer Behörde, dem Militär. Hierarchien werden auch allgemein zur Ordnung von Objekten zum Beispiel in einer Systematik verwendet. Formal lässt sich die Struktur einer Hierarchie als Baum beschreiben. Bildlich werden Hierarchien häufig mit einer Pyramide verglichen. Die Elemente lassen sich meist in Ebenen anordnen, wobei jedes Element (bis auf das oberste) nur mit einem (Monohierarchie) oder mehreren (Polyhierarchie) Elementen der jeweils nächsthöheren Ebene verbunden ist.
Eine alternative Struktur wie das Netzwerk (auch: Rhizom) kennt grundsätzlich weder Hierarchie, noch notwendigerweise ein Zentrum.
Spezielle Arten von hierarchischen Strukturen, die auch häufig synonym verwandt werden, sind Klassifikationen oder Taxonomien.
Beispiele
Taxonomie
- Hierarchie Krankenhaus
- Chefarzt - Oberarzt - Stationsarzt - Assistenzarzt - Arzt im Praktikum
- Hierarchie Militär
- Generale/Admirale - Stabsoffiziere - Offiziere - Unteroffiziere mit Portepee - Unteroffiziere ohne Portepee - Mannschaften
- Hormonhierarchie der Schilddrüse
- TRH steuert TSH, TSH steuert Schilddrüse, Schilddrüse steuert Körperzellen
- Hierarchie Leben (veraltet)
- vegetativ (Pflanze, Tier, Mensch)
- seelisch (Tier, Mensch)
- geistig (Mensch)
- ewig (Die ewige Veränderung, Der große Atem, Götter)
- Hierarchie des Seins (jede Ebene setzt die Vorhergehende voraus, ist aber selber etwas völlig Neues)
- mathematisch (Punkt) - physikalisch (Welle) - chemisch (Atom) - biologisch (Zelle) - sinnlich (Nerv) - geistig (Wort)
- Ein Klassifikationssystem
- Ein Verzeichnisbaum als Sonderform der Verzeichnisstruktur
- Ein Baumdiagramm Entscheidungsbaum oder Dendrogramm
- Ein Stammbaum
- Im Rechtswesen: Normenhierarchie
Siehe auch
Peter-Prinzip, Hierarchische Datenbank, Baum des Wissens, Einliniensystem, Mehrliniensystem, Gilles Deleuze, Hierarchie (Philosophie), Rangordnung
Kategorie:Management
Kategorie:Personalwesen
Kategorie:Herrschaftssoziologie
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Kategorie:Planung und Organisation
ja:ヒエラルキー
simple:Power structure
Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
KompositumUnter einem Kompositum (lat. Zusammengesetztes, Pl. Komposita; v. lat. componere = zusammensetzen, PPP compositum) versteht man
# in der Sprachwissenschaft ein Wort, das aus mehreren eigenständig gültigen Teilwörtern besteht, Bildung eines neuen Wortes durch die Verbindung von zwei oder mehreren Wortstämmen zu einer Einheit. Eine Möglichkeit der Entstehung von Komposita ist, dass der Wortbildungsprozess zu einem Wort führt, das zwei autosemantische Wortstämme enthält (eine Flexion und eine Betonung). Man unterscheidet zwischen reiner Komposition und kombiniertem Verfahren, Reduktionskomposita (1.Teil verkürzt, verkürzte Stämme) und gebundenen Stämmen (2. teil verkürzt, Stämme kommen nicht allein vor), siehe: Komposition (Grammatik), Lexikologie
# in der Pharmazie ein Medikament, das mehr als nur einen Wirkstoff enthält, siehe Kompositum (Pharmazie)
# in der Mathematik den kleinsten gemeinsamen Oberkörper zweier Körper, siehe Körperkompositum.
# in der Informatik ein Entwurfsmuster der Softwareentwicklung, siehe Kompositum (Entwurfsmuster)
OrdnungsrelationIn der Mathematik sind Ordnungsrelationen Verallgemeinerungen der "kleiner-gleich"-Beziehung. Sie erlauben es, Elemente einer Menge miteinander zu vergleichen.
Eine Ordnungsrelation ist formal eine zweistellige Relation
:
auf einer Menge M mit bestimmten, unten bei "Halbordnung" genannten Eigenschaften.
Ist eine Menge M mit einer Ordnungsrelation R gegeben, dann nennt man das Paar (M, R) eine geordnete Menge. Statt a R b schreibt man meist (je nach Art der Ordnung) a ≤ b oder a < b.
Eine (totale) Ordnung auf einer Menge liefert eine Anordnung der Elemente in einer bestimmten Reihenfolge, z.B. die Anordnung der Buchstaben A bis Z im lateinischen Alphabet. Die Reihenfolge der Buchstaben ist willkürlich festgelegt, und jede andere Reihenfolge wäre ebenfalls eine Ordnung.
Arten von Ordnungsrelationen
Es folgt eine Auflistung verschiedener Arten von Ordnungsrelationen mit Beispielen.
Für Definitionen der Eigenschaften siehe reflexiv und irreflexiv, antisymmetrisch, transitiv, oder den Artikel Relation (Mathematik).
Quasiordnung
Eine Quasiordnung ist reflexiv und transitiv.
Beispiel: Für komplexe Zahlen ist die über den Absolutbetrag durch "a R b falls |a| ≤ |b|" festgelegte Relation eine Quasiordnung: Es gilt die
- Reflexivität, denn |a| ≤ |a| und die
- Transitivität, denn wenn |a| ≤ |b| und |b| ≤ |c| ist, ist auch |a| ≤ |c|.
Diese Quasiordnung ist nicht antisymmetrisch, denn betragsgleiche Zahlen müssen nicht identisch sein.
Halbordnung
Eine partielle Ordnung, Halbordnung, Teilordnung oder Ordnungsrelation im engeren Sinne ist reflexiv, antisymmetrisch und transitiv. Beispielsweise ist die Teilmengenbeziehung eine Halbordnung, denn sie ist
- reflexiv, da jede Menge eine Teilmenge ihrer selbst ist,
- transitiv, da die Teilmenge einer Teilmenge von A auch Teilmenge von A ist,
- und antisymmetrisch, da nur A selbst sowohl Teilmenge als auch Obermenge von A ist.
Weiteres Beispiel ist die Relation "komponentenweise kleinergleich" auf dem Vektorraum oder die Teilerbeziehung in den natürlichen Zahlen.
Weitere Anwendung der Halbordnung
Um den Grad der Vorsortiertheit einer Menge zu messen, kann man die Anzahl der möglichen Fortsetzung einer Halbordnung zu einer linearen Ordnung angeben. Ist beispielsweise die geordnete Menge (X, ) mit und gegeben, so gibt es drei mögliche Fortsetzungen: a b c, a c b und c a b. Der Grad der Vorsortiertheit ist also in diesem Fall e() = 3. Nach dem efficient comparison theorem werden für eine vollständige Sortierung der vorsortierten Menge dann nur noch Vergleiche benötigt.
Strenge Halbordnung
Eine strenge Halbordnung ist irreflexiv und transitiv. Sie unterscheidet sich von der Halbordnung dadurch, dass ein Element nicht zu sich selbst in Beziehung steht. Beispiel: Die Relation "Echte Teilmenge" in einer Potenzmenge oder die Relation "komponentenweise kleiner, aber nicht gleich" auf dem Vektorraum .
Totalordnung
Eine Totalordnung, lineare Ordnung oder auch Kette ist eine Halbordnung, die total (im Sinne der Definition von Relation (Mathematik)) ist, d.h. dass für zwei Elemente a,b der Grundmenge stets aRb oder bRa erfüllt ist. Der Begriff linear orientiert sich an der Vorstellung, die ganze Menge in einer Kette ... R a1 R a2 R a3 R ... aufzuzählen.
Beispiel ist die Relation "Kleinergleich" auf den ganzen Zahlen . Gegenbeispiel ist z.B. die Teilmengenbeziehung: sie ist nicht total, weil für weder noch gilt.
Strenge Totalordnung
Eine strenge Totalordnung ist trichotomisch, irreflexiv und transitiv. In Analogie zur strengen Halbordnung steht ein Element nicht in Beziehung zu sich selbst, beispiel "Kleiner" auf .
Die Irreflexivität folgt schon aus der Trichotomie. Damit sind die oben angegebenen Axiome zwar nicht mehr unabhängig, andererseits kann man so leichter erkennen, dass eine strenge Totalordnung eine trichotomische, strenge Halbordnung ist. Übrigens: Auch wenn der Begriff an sich einen anderen Schluss nahelegt - eine strenge Totalordnung ist wegen der Irreflexivität i.A. nicht total.
Durch topologische Sortierung kann eine Halbordnung in eine Totalordnung eingebettet werden.
Wohlordnung
Eine Wohlordnung ist eine totale Ordnung, bei der jede nichtleere Teilmenge ein kleinstes Element besitzt.
- Beispiel: "Kleinergleich" auf den natürlichen Zahlen .
- Beispiel: Die ganzen Zahlen mit der Ordnung 0 < 1 < -1 < 2 < -2 < 3 < -3 < ... .
Das so genannte Wohlordnungsprinzip garantiert die Existenz einer Wohlordnung für jede Menge, z.B. auch für die reellen Zahlen . Das Wohlordnungsprinzip folgt aus dem Auswahlaxiom, ist ohne dieses aber nicht beweisbar.
Fundierte Ordnung
Eine fundierte Ordnung ist eine Halbordnung, bei der jede nichtleere Teilmenge ein minimales Element besitzt. Beispiel: Die Relation "Gleich oder Element von" in einer Menge von Mengen.
Wohlquasiordnung
Eine Wohlquasiordnung ist eine Quasiordnung mit der Eigenschaft, dass es zu jeder Folge (p1, p2, p3, ...) zwei natürliche Zahlen k<n gibt, sodass pk ≤ pn gilt.
Verband
Ein Verband ist eine Halbordnung, in der es zu je zwei Elementen immer eine kleinste obere Schranke und eine größte untere Schranke gibt.
Vollständige Halbordnung
Eine vollständige Halbordnung (engl. complete partial order, CPO) ist eine partielle Ordnung mit einem kleinsten Element und der Eigenschaft, dass jede Teilmenge, die eine aufsteigende Kette (x0 ≤ x1 ≤ x2 ≤ ...) bildet ein Supremum besitzt. Das Supremum muss dabei nicht unbedingt in der Teilmenge selber liegen.
Eine gerichtete vollständige Halbordnung (engl. directed complete partial order, DCPO) besitzt im Gegensatz zur vollständigen Halbordnung kein kleinstes Element und die leere Menge wird als Teilmenge nicht beachtet.
Beachte: Verschiedene Autoren benutzen den Begriff "Ordnung" unterschiedlich. Er kann eine Halbordnung oder eine totale Ordnung bezeichnen. Man hat also oft die Bezeichnungen
:"Ordnung" (= Halbordnung) - "totale Ordnung"
oder die Bezeichnungen
:"Halbordnung" - "Ordnung" (= totale Ordnung).
Minimale, maximale und andere Elemente
Sei T eine Teilmenge einer partiell geordneten Menge P. Falls es ein Element m in T gibt, das ≤ allen
anderen Elementen von T ist, dann heißt m das kleinste Element von T.
Wenn m in T die Eigenschaft hat, dass es kein x in T mit x<m gibt, dann heißt m minimales Element von T. Ein kleinstes Element von T (wenn es das gibt; zB hat die Menge der ganzen Zahlen kein kleinstes Element) ist immer eindeutig bestimmt, und natürlich auch minimal. In einer Totalordnung bedeutet "kleinstes Element" und "minimales Element" dasselbe, aber in allgemeinen Halbordnungen kann eine Menge mehrere minimale Elemente haben, von denen dann keines das kleinste ist. Es kann sogar vorkommen, dass eine (unendliche) Menge T zwar ein einziges minimales Element hat, dieses aber nicht das kleinste Element der Menge ist. Siehe auch Minimum (Mathematik).
Wenn T eine Teilmenge von P ist, und p in P die Eigenschaft hat, dass für alle t in T
die Beziehung p≤t gilt, dann heißt p eine untere Schranke von T. (p kann, muss aber nicht, Element
von T sein.)
Wenn es eine größte untere Schranke der Menge T gibt, dann nennt man diese auch das Infimum von T.
Analog sind die Begriffe größtes Element, maximales Element, obere Schranke, Supremum definiert.
Eine Menge, die sowohl eine obere wie eine untere Schranke hat, heißt beschränkt. (Analog sind "nach oben beschränkt" und "nach unten beschränkt" definiert.)
Man nennt eine Funktion f, die eine beliebige Menge X in eine partiell oder total geordnete Menge P abbildet,
beschränkt, wenn die Menge der Funktionswerte beschränkt ist, also wenn es ein p und ein q in P gibt,
sodass für alle x in X gilt: p ≤ f(x) ≤ q.
Kategorie:Mengenlehre
Herrschaft
Herrschaft ist sozialwissenschaftlich nach dem deutschen Soziologen Max Weber
wie folgt definiert: "Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden". Im Unterschied zu seiner Definition der Macht (die er als soziologisch amorph, also formlos bezeichnet) setzt Herrschaft ein bestimmtes Maß an Dauerhaftigkeit voraus; sie ist eine institutionalisierte Form von Über- und Unterordnung (Subordination), die jedoch keinerlei hierarchische Strukturen voraussetzt.
Dadurch, dass Weber ein Minimum an Gehorsam voraussetzt, widerspricht seine Definition der von Karl Marx, dessen Herrschaftsbegriff auf Macht basierte.
Oppenheimer meinte mit Herrschaft die Beziehung zwischen zwei rechtsungleichen sozialen Klassen; er unterscheidet zwischen Herrschaft als - er folgte darin Otto von Gierke - vertikaler Sozialbeziehung und der Genossenschaft als horizontaler Beziehung.
Herrschaft (geschichtswissenschaftlich): Ausübung der Macht über Untergeordnete und Abhängige durch Machtmittel. Im klassischen Sinne ist Herrschaft nur legitim, wenn über dem Herrscher und dem Beherrschten stehende Rechte zur Machtausübung eingehalten werden. Der Ursprung der Herrschaft ist in der germanischen HausHerrschaft (Gewalt des Hausherrn über die Hausgenossen) zu suchen, aus dieser entwickelte sich die GrundHerrschaft. Der Ausübende der Herrschaft war der Adel; die Königsherrschaft, die ihre Legitimität durch symbolische Rituale (Wahlen, Salbung, Krönung) und durch Herrschaftsinsignien repräsentierte, war nur eine Sonderform der Adelsherrschaft vgl. Lehnsherrschaft. Im Zeitalter der Stände ist die Macht des Herrschers durch erzwungene Herrschaftsverträge beschränkt. In der Neuzeit setzte sich die einheitliche Staatsgewalt durch. Die neuen Herrschaftsformen unterliegen einem fortlaufenden Prozess der Neuorientierung ihrer Legitimitätsgrundlage.
Typen der legitimen Herrschaft nach Max Weber
Nach Weber kann der Gehorsam als konstitutives Element der Herrschaft rein affektuell, aber auch ideell (wertrational) oder materiell (zweckrational) begründet sein. Rein idelle oder rein materielle Motive des bzw. der Gehorchenden (z. B. des Verwaltungsstabes) begründen jedoch eine lediglich labile Herrschaft, zu der ein weiteres, sie stabilisierendes Element hinzukommt: der Legitimitätsglaube.
Weber unterscheidet nun drei Idealtypen legitimer Herrschaft nach der Art ihrer Legitimation:
- rationale / legale Herrschaft, die auf dem Glauben der an die Legalität gesetzter Ordnungen (zum Beispiel Gesetze) ruht, Beispiel: Bürokratie
- traditionale Herrschaft, die auf dem Alltagsglauben an die Heiligkeit von jeher geltender Traditionen und der Legitimität der durch sie Berufenen ruht, Beispiel: Patriarchat, Feudalismus
- charismatische Herrschaft, die auf der außeralltäglichen Hingabe an die Heiligkeit oder Heldenkraft oder die Vorbildlichkeit einer Person und der durch sie geschaffenen Ordnung ruht. Sie versachlicht sich stets in eine rationale oder traditionale Herrschaft, Beispiel: Prophet
Der Begriff der Herrschaft wird heute in der von Weber durchgesetzten Bedeutung des legitimierten (personalen) Machtverhältnisses verstanden.
Herrschaftsformen
Herrschaft kann auch danach unterschieden werden, welche Personen oder Gruppen sie ausüben, siehe Liste der Herrschaftsformen.
Dies ist abzugrenzen zu den Regierungsformen, die danach unterschieden werden, wer Träger der Staatsgewalt ist, sowie den Staatsformen im engeren Sinne, die nach der Stellung des Staatsoberhauptes unterschieden werden.
Siehe auch
- Autorität, Soziologische Staatstheorie, kulturelle Hegemonie
Quellen
- Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Tübingen, 1985. Teil 1, Kapitel 1, § 16; Kapitel 3.
Literatur
- Petra Neuenhaus: Max Weber und Michel Foucault. Über Macht und Herrschaft in der Moderne. ISBN 3890858201
- Stefan Breuer: Max Webers Herrschaftssoziologie., 1991 ISBN 3593344580
- Edith Hanke/Wolfgang J. Mommsen (Hrsg.): Max Webers Herrschaftssoziologie. Studien zu Entstehung und Wirkung., Tübingen 2001 ISBN 3161476492
- Hans Haferkamp: Soziologie der Herrschaft. Analyse von Struktur, Entwicklung und Zustand von Herrschaftszusammenhängen., Opladen 1983. ISBN 353121635X
- Walter Benjamin: Zur Kritik der Gewalt und andere Aufsätze, 1965.
- Giorgio Agamben: Homo Sacer, Torino, Giulio Einaudi, 1995 (dt.: Homo Sacer. Die souveräne Macht und das nackte Leben. Frankfurt Main 2002)
- Giorgio Agamben: (Homo Sacer II) Quel che resta di Auschwitz, Torino, Bollati Boringhieri, 1998 (dt.: Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge. Frankfurt am Main 2003)
Weblinks
- Max Weber, WuG, Teil 1, Kapitel 1, § 16: Macht und Herrschaft
- [http://www.textlog.de/7323.html Max Weber, WuG, Teil 1, Kapitel 3: Die Typen der Herrschaft]
LinienorganisationDie Linienorganisation ist eine Art der Hierarchie in Organisationen, welche linear aufgebaut sind. Vor allem wirtschaftliche Organisationen bestehen oft aus verschiedenen Stellen, die unterschiedliche Funktionen wahrnehmen. Es gibt solche, die Weisungen geben und solche, die Weisungen erhalten und ausführen.
"Um innerhalb einer Organisation Aufgaben übertragen zu können ist auch eine Übertragung von Weisungsrechten unbedingt notwendig" (Laux, Niermann). Mit dem Ziel Abstimmungsprobleme zu vermeiden wird ein Instanzenzug errichtet. Es existieren zwei Grundformen von Weisungssystemen: Das Einliniensystem und das Mehrliniensystem.
Einliniensystem
Instanzenzug
Zu Grunde liegt das von Henri Fayol (1929) geprägte Prinzip der Einheit der Auftragserteilung ("one man",
KMU), im militärischen Bereich, bei Organisationen in Krisensituationen, breite Verwendung in öffentlicher Verwaltung in Form von bürokratischen Strukturen. Die sogenannte Fayolsche Brücke ermöglicht auch Organisationsmitgliedern der selben Ebene miteinander zu kommunizieren, obwohl sie nicht zu einer Organisationseinheit gehören.
Vorteile
- eindeutige Unterstellungsverhältnisse [jeder Mitarbeiter hat genau einen Vorgesetzten]
- klare Zuordnung von Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzen -> geringeres Risiko von Konflikten
- lückenloser Informationsfluss über die Hierarchieebenen
- gute Kontrollmöglichkeiten
- relativ klare Übersicht hinsichtlich des Aufbaus der Organisation
betonte Kompetenzen
- Qualitäten der Führungskräfte
- mechanistische Präzision / Denken
- der Mitarbeiter soll sich an detaillierte Anweisungen halten
- Verlässlichkeit, reibungslos funktionierend
- Disziplin und Gehorsamspflicht
Mehrliniensystem
KMU
Dieses Weisungssystem basiert auf dem von Frederick Winslow Taylor geprägtem "Funktionsmeistersystem". Hierbei wird ein Universalmeister von sog. Funktionsmeistern ersetzt. Diese sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und geben nur ihren Fachbereich betreffende Anweisungen. Wichtig ist dabei das System der Mehrfachunterstellung: eine untergeordnete Stelle kann nun von mehreren Übergeordneten Weisungen erhalten. Dadurch wird das Prinzip des kürzesten Weges realisiert, da sich nun ein Mitarbeiter direkt an den betroffenen Spezialisten wenden kann.
"Die Spezialisierung der Vorgesetzten soll auch qualifizierte Entscheidungen und Weisungen ermöglichen" (Laux, Niermann S.185)
Vorteile
- Spezialisierung der Leitung durch Funktionsverteilung
- Hohe Problemlösungskapazität
- Direkte Weisungs- und Informationswege
- Betonung der Fachautorität
- Übungsvorteile und kürzere Anlernzeiten
Nachteile
- Problem der Abgrenzung von Zuständigkeiten
- Gefahr von Kompetenzkonflikten
- Großer Bedarf an Leitungskräften
- Großer Abstimmungs- und Kommunikationsbedarf
- Schwierige Zurechenbarkeit von Fehlern
Anwendung
Zumeist in Kleinunternehmen und Personengesellschaften, z.B. in Handwerksbetrieben, in denen aufgrund der klaren Trennung kaufmännischer und technischer Verantwortlichkeiten das Risiko von Reibungsverlusten durch Kompetenzstreitigkeiten minimal ist; darüber hinaus im Rahmen der Matrixorganisation und der Projektorganisation
Siehe auch: Stabliniensystem, Projektorganisation.
Militär
Als Streitkräfte oder Militär (von frz. militaire, was auf das lat. militaris (den Kriegsdienst betreffend) zurückgeht, das wiederum von lat. miles (Soldat) kommt) bezeichnet man die bewaffneten Verbände eines Staates oder eines Bündnisses, die dieser zur Verteidigung gegen einen Angriff von außen, oder eben um einen solchen Angriff nach außen zu führen, aufstellt. Meist haben sie aber auch den Auftrag zur Gewährleistung der inneren Sicherheit eines Staates.
Zweck des Militärs ist nicht ausschließlich die Führung von Kriegen, sondern heute zunehmend die Führung von multinationalen Operationen zur Friedenssicherung und -erhaltung wie beispielsweise in Afghanistan oder Bosnien. Wobei in Afghanistan der Frieden durch die Amerikaner ursprünglich erzwungen wurde.
Heute wird das Militär in die drei Teilstreitkräfte Landstreitkräfte (Heer), Seestreitkräfte (Marine) und Luftstreitkräfte (Luftwaffe) unterteilt. Manche Nationen ergänzen ihre Streitkäfte durch weitere Teilstreitkräfte. Die deutsche Bundeswehr, die neben den drei genannten noch den Zentralen Sanitätsdienst und die Streitkräftebasis ausweist, bezeichnet diese jedoch als Organisationsbereich. Diese sind damit wie die Nationalgarde in den USA ausdrücklich keine eigenen Teilstreitkräfte.
In demokratisch organisierten Gesellschaften wird heute zwischen der Rolle des Militärs und der der innerstaatlichen Sicherheitskräfte (Polizei) unterschieden. Dagegen sind in vielen Diktaturen diese beiden Funktionen vermischt, und das Militär übernimmt innenpolitische Aufgaben (oft mit dem Ziel der Repression). Ausdruck für diesen Dualismus ist die Miliz, die für Militär und Polizei steht (der Begriff steht auch für Miliz (Volksheer), dem Gegenteil einer Berufsarmee). Ein anderer Ausdruck hierfür ist auch Gendarmerie. Gendarmen sind ebenfalls häufig Teil der Streitkräfte wie in Frankreich oder unterstanden historisch einmal dem Verteidigungsresort wie die frühere Bundesgendarmerie in Österreich. Verfassungsrechtliche und verwaltungsrechtliche Normen stellen dabei sicher, dass solche Einheiten im Frieden dem Innen- bzw. dem Justizresort unterstehen.
Militärische Organisationen zeichnen sich durch eine hierarchische Struktur mit einer Befehlsgewalt der Militärführung aus.
Mitglieder einer militärischen Organisation verzichten auf einen Teil ihrer Freiheiten und Grundrechte. Alle Militärapparate reproduzieren ihren inneren Zusammenhalt durch die periodische Veranstaltung verschiedener Militärrituale. Werden letztere als öffentliches Zeremoniell veranstaltet, dann dienen sie darüberhinaus der symbolischen Unterstreichung der Bedeutung von Militär im nicht-militärischen Teil der Gesellschaft und sind daher oft umstritten.
So genannte paramilitärische Organisationen, die in vielen nicht als Krieg bezeichneten bewaffneten Konflikten (etwa Bürgerkriegen) teilnehmen, gelten nicht als Militär und werden nach internationalen Konventionen auch anders behandelt.
Die Militärtechnik hat traditionell eine wichtige Vorreiter- und Schrittmacherrolle bei der allgemeinen technischen Entwicklung inne. So wurden beispielsweise das Fernsehen, das Internet oder GPS ursprünglich im militärischen Auftrag entwickelt und anfangs nur vom Militär genutzt.
Alle Streitkräfte müssen
- sich unter einem einheitlichen Kommando befinden, das dem Staat gegenüber für die Führung der Unterstellten verantwortlich ist,
- sich durch Uniformen, Abzeichen, Zeichen oder andere aus der Ferne erkennbare äußere Merkmale von der Zivilbevölkerung unterscheiden,
- einem internen Disziplinarsystem unterliegen, das im Einsatzfall auch die Regeln der Kriegsführung durchsetzt,
- die Waffen offen führen.
Umgangssprache
Umgangssprachlich bezeichnet man mit ein Militär auch ein führendes Mitglied im Militär, in einer Junta oder in einer Militärdiktatur.
Siehe auch
- Portal:Militär
- Atomstreitkräfte
- Militärbasen im Ausland
- Armeegruppe
- Militärischer Befehl
- Preußische Armee
- Bundeswehr
- Schweizer Armee
- Österreichisches Bundesheer
- NVA
- US-Armee
- Fremdenlegion
- Kindersoldat
- Milizen
- Söldner
- Krieg
- Kriegsgefangene
- Haager Landkriegsordnung
- Neutralität
Literatur
- Friedrich Engels: Armee in: The New American Cyclopædia, 1857: http://www.mlwerke.de/me/me14/me14_005.htm
ja:軍隊
simple:Military
zh-cn:武装力量
Kategorie:Militärwesen
StrukturUnter Struktur (von lat.: structura = ordentliche Zusammenfügung, Bauwerk; bzw. lat.: struere = schichten, zusammenfügen) versteht man den (inneren) Aufbau einer Sache oder eines Systems.
Im Besonderen hat der Begriff Struktur in verschiedenen Fachbereichen eine abweichende Bedeutung:
- Struktur (Systemtheorie)
- Struktur (Mathematik)
- Geometrische Struktur
- Struktur (Sprachwissenschaft)
- Soziale Struktur; siehe auch Sozialstruktur, Bevölkerungsstruktur
- Soziale Struktur; siehe Struktur (Soziologie) für den soziologischen Strukturbegriff
- Wirtschaftsstruktur
- Datenstruktur in der Programmierung und Informatik
Siehe auch:
- Oberflächenstruktur
- Strukturalismus;
- Strukturfunktionalismus in der Soziologie
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Baum (Graphentheorie)Ein Baum ist in der Graphentheorie ein spezieller Graph. In der Informatik werden Bäume häufig als Datenstruktur eingesetzt. In diesem Fall werden sie aber anders repräsentiert als allgemeine Graphen.
Durch Entfernen einer Kante zerfällt ein Baum in zwei Teilbäume und bildet damit einen Wald.
Klassifikation
Bäume lassen sich unterteilen in
- ungerichtete Bäume und
- gewurzelte Bäume, die weiter in
- Out-Trees und
- In-Trees
differenziert werden.
Ungerichtete Bäume
Definitionen
Ungerichtete Bäume lassen sich durch folgende Definitionen äquivalent charakterisieren:
Ein Baum ist ein einfacher Graph,
#der zusammenhängend und ohne Kreis ist oder
#in dem je zwei beliebige verschiedene Knoten durch genau einen Pfad verbunden sind oder
#der genau einen Knoten mehr als Kanten hat (#v=#e+1) und zusammenhängend ist oder
#der genau einen Knoten mehr als Kanten hat und kreisfrei ist.
Weitere Begriffe
In ungerichteten Bäumen gibt es im Gegensatz zu gewurzelten Bäumen keine ausgezeichnete Wurzel. Es lassen sich lediglich Blätter identifizieren, die dadurch charakterisiert sind, dass sie nur genau einen Nachbarn besitzen, das heißt ihr Grad ist genau 1. Als Ordnung wird hier der Maximalgrad des Baumes bezeichnet. Alle Knoten, die keine Blätter sind, werden als innere Knoten bezeichnet.
Gewurzelte Bäume
Definition
ein gewurzelter Baum – auch Wurzelbaum genannt – ist ein gerichteter Graph mit einem ausgezeichneten Knoten, der so genannten Wurzel, für den gilt, dass im Falle von Out-Trees jeder Knoten durch genau einen gerichteten Pfad von diesem aus erreichbar ist oder dass im Falle von In-Trees dieser von jedem Knoten aus durch genau einen gerichteten Pfad erreichbar ist.
Weitere Begriffe
Im Falle von Out-Trees wird der maximale Ausgangsgrad als Ordnung des Baumes bezeichnet und alle Knoten mit Ausgangsgrad 0 werden Blätter genannt. Als Tiefe eines Knotens wird die Länge des Pfades von der Wurzel zu ihm hin und als Höhe des Baumes die Länge eines längsten Pfades bezeichnet. Im Falle von In-Trees wird der maximale Eingangsgrad des Baumes als seine Ordnung bezeichnet und alle Knoten mit Eingangsgrad 0 werden Blätter genannt. Die Höhe des Baumes ist auch hier die Länge eines längsten Pfades.
Wie bei ungerichteten Bäumen werden auch in gewurzelten Bäumen alle Knoten, die kein Blatt sind, als innere Knoten bezeichnet. Manchmal schließt man die Wurzel dabei aber aus.
Der Teilbaum Te eines Knoten e in einem gewurzelten Baum T besteht aus e und allen Knoten, die Nachfolger von e sind, sowie den Kanten von T, die diese Knoten verbinden.
Für Out-Trees gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Begriffe. Für einen von der Wurzel verschiedenen Knoten v wird der Knoten, durch den er mit einer eingehenden Kante verbunden ist als Elternknoten, Vorgänger, Vaterknoten oder kurz Vater von v bezeichnet. Als Vorfahren von v werden alle Knoten, die entweder Elternknoten von v oder Vorgänger des Elternknotens sind bezeichnet.
Umgekehrt werden alle Knoten, die von einem beliebigen Knoten v aus durch eine ausgehende Kante verbunden sind Kinderknoten, Kinder, Nachfolger oder Sohn von v genannt. Als Nachfahren von v werden Kinder von v oder deren Nachfahren bezeichnet. Als Geschwisterknoten oder kurz Geschwister werden in einem Out-Tree Knoten bezeichnet, die den gleichen Elternknoten besitzen.
Alternative Definition
Gewurzelte Bäume lassen sich auch rekursiv definieren. Sie bestehen aus einem Knoten w, der die Wurzel des Baumes darstellt, welcher ausschließlich mit den Wurzeln knotendisjunkter Bäume T1, T2, ..., Tn verbunden ist, bei Out-Trees in Richtung der Wurzeln von T1, T2, ..., Tn, wobei diese selbst Out-Trees sind und bei In-Trees in Richtung von w, wobei T1, T2, ..., Tn selbst In-Trees sind.
Spezielle Bäume
Es existiert eine Vielzahl von Begriffen, die Bäume näher spezifizieren. So gibt es zum Beispiel
- Binärbäume,
- Binomialbäume,
- balancierte Bäume und
- vollständige Binärbäume.
Bäume als Datenstruktur
Gewurzelte Bäume, insbesondere Out-Trees, werden häufig als Datenstruktur verwendet. Bei beschränkter Ordnung können diese so implementiert werden, dass jeder Knoten einen festen Satz an Variablen oder ein Array für die Referenzen auf seine Kinder enthält.
Häufig besitzen die Knoten auch eine Referenz auf ihren Elternknoten (back pointer).
Ein Baum unbeschränkter Ordnung kann implementiert werden, indem man statt Arrays dynamische Listen verwendet. In Programmiersprachen ohne dynamische Listen hat sich auch ein Verfahren bewährt, bei dem ein allgemeiner Baum durch einen Binärbaum implementiert wird:
center
Die rötliche Linie zeigt dabei den realisierten allgemeinen Baum, während die Pfeile die tatsächlichen Zeigerstrukturen repräsentieren. Das Grundprinzip besteht darin, dass ein Zeiger jeweils auf den am weitesten links stehenden Sohn zeigt, während der andere auf den rechten Bruder verweist. Hierbei ist zwar ein direkter Zugriff auf einzelne bestimmte Sohn-Knoten nicht mehr möglich, da man sich über die Geschwister voranarbeiten muss. Dafür ist diese Implementierung sehr speichereffizient.
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Siehe auch: Wälder und Bäume in der Graphentheorie Baumweite Baumzerlegung.
Kategorie:Datenstruktur
Kategorie:Graphentheorie
ja:木構造 (データ構造)
Pyramide (Geometrie)
Eine Pyramide ist in der Geometrie ein dreidimensionaler Körper. Die Grundfläche G ist ein Vieleck, die Seitenflächen sind Dreiecke mit gemeinsamem Scheitel. Pyramiden sind spezielle Polyeder (Vielflächner).
Eine Pyramide mit n-eckiger Grundfläche besitzt n+1 Flächen, n+1 Ecken und 2n Kanten.
Man spricht von einer regulären (geraden) Pyramide, wenn die Grundfläche ein regelmäßiges Vieleck ist und der Scheitel sich senkrecht über dem Mittelpunkt der Grundfläche befindet.
Der Rauminhalt einer Pyramide mit der Grundfläche G und Höhe h kann berechnet werden, wenn man sich die Pyramide aus dünnen Schichten der Dicke dy parallel zur Grundfläche
aufgebaut vorstellt. Eine y-Achse lege man nun durch die Spitze der Pyramide, so dass die Höhe h und die y-Achse zusammenfallen. Da die Flächen der Schichten dann durch zentrische Streckung aus
der Grundfläche entstehen, hat eine Schicht im Abstand y von der Spitze die Fläche A(y), dessen Berechnungsformel sich mittels Strahlensatz herleiten lässt, wobei a die Grundseite und a' die Grundseite der Schnittfläche ist:
Das Volumen einer Schicht ist dann dV = A(y)dy. Schließlich ist das Volumen der Pyramide die Summe
der Volumina aller einzelnen Schichten. Diese Summe ergibt sich durch Integration von h=0 bis h.
Spezialfall: Eine Pyramide, deren Grundfläche ein Dreieck ist, nennt man Tetraeder.
Der Schwerpunkt einer regelmässigen Pyramide mit quadratischer Grundfläche befindet sich über dem Mittelpunkt der Grundfläche in einer Höhe von .
Verallgemeinerung: Die Pyramide erfüllt die allgemeine Definition eines Kegels.
Siehe auch: Pyramide (Bauwerk), Pyramidenstumpf, Bipyramide (aus zwei Pyramiden zusammengesetzt)
Kategorie:Raumgeometrie
ms:Piramid
PolyhierarchiePolyhierarchie bezeichnet im Zusammenhang mit Klassifikationssystemen wie Ontologien und Thesauri (Begriffshierarchien) eine hierarchische Struktur, in der eine Klasse mehr als eine übergeordnete Klasse haben kann. Somit kann jeder Begriff mehreren Oberbegriffen zugeordnet werden, da verschiedene Merkmale bei der Zuordnung berücksichtigt werden. Streng genommen ist die Polyhierarchie also keine echte Hierarchie, sondern ein Gerichteter azyklischer Graph (engl. directed acyclic graph, DAG).
In der objektorientierten Programmierung tritt die Polyhierarchie in Form der Mehrfachvererbung auf.
Kategorie:Klassifikation
Kategorie:Graphentheorie
Kategorie:Hierarchie
RhizomDer Begriff Rhizom (v. griech.: rhizoma das Eingewurzelte) bezeichnet:
# In der Botanik ein meist unterirdisch oder dicht über dem Boden wachsendes Sprossachsensystem, siehe Rhizom (Botanik).
# Häufig als Netzstruktur von Storys im Hypertext verwendet; siehe Rhizom (Hypertext).
# Zur Verwendung des Begriffes in der Botanik analoge Strukturen in der Philosophie von Gilles Deleuze; siehe Rhizom (Philosophie).
# MMORPG namens Saga of Rhyzom.
SystematikEine Systematik (griechisches Adjektiv συστηματική [τέχνη], sistimatikí [téchni] - die systematische [Vorgehensweise]), auch eine Klassifikation, eine Taxonomie, ist eine planmäßige Darstellung von Klassen, Kategorien oder anderen abstrakten Konzepten, welche nach bestimmten Ordnungsprinzipien (einem System) gestaltet ist.
Die einzelnen Klassen werden in der Regel durch den Vorgang der Klassifizierung, das heißt durch die Einteilungen von Objekten anhand bestimmter Merkmale, gewonnen und hierarchisch angeordnet. Die Menge der Klassennamen bilden ein kontrolliertes Vokabular. Die Anwendung einer Klassifikation auf ein Objekt heißt Klassierung.
Beispiele für Systematiken sind die Biologische Systematik, begründet mit dem Systema Naturae von Carl von Linné, die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD) und verschiedene Bibliothekssystematiken (siehe unten).
Arten und Aufbau von Klassifikationen
Vom Grundprinzip her lassen sich zwei Klassifikationsstrukturen unterscheiden: Bei einer Monohierarchie (starke Hierarchie bzw. auch Hierarchie mit Einfachvererbung genannt) besitzt jede Klasse nur eine Oberklasse, so dass die gesamte Klassifikation eine Baumstruktur besitzt. Bei der Polyhierarchie (schwache Hierarchie oder Hierarchie mit Mehrfachvererbung genannt) kann eine Klasse auch mehreren Oberklassen untergeordnet werden. Wenn die Polyhierarchie stärker ausgeprägt ist und weitere Beziehungen zwischen den Klassen hinzukommen, spricht man eher von einem Thesaurus. Auch in der Biologie spricht man bei der Artenzuweisung von der Systematik.
Eine andere Unterscheidung ist die in Analytische Klassifikation (vom Allgemeinen zum Besonderen, auf Präkoordination ausgerichtet) und Synthetische Klassifikation (vom Besonderen zum Allgemeinen, auf Postkoordination ausgerichtet). Die meisten Klassifikationen sind eher analytisch aufgebaut; ein prominentes Beispiel für synthetische Klassifikation ist die Facettenklassifikation.
Besonders in den Naturwissenschaften ist bei Klassifikationssystemen entscheidend, ob nach Ursprung, Entstehung oder Verwandtschaft klassifiziert wird (genetische Klassifikation), oder ob man die Eigenschaften, das Aussehen bzw. den Phänotyp für eine Klassifikation heranzieht. Zum Beispiel basiert die biologische Systematik auf der Verwandtschaft der Arten, es handelt sich also um eine genetische Klassifikation.
Wenn es sich um die Klassifikation von Begriffsinhalten handelt, unterscheidet man die Systematik nach dem Verhältnis zwischen dem Begriff (A) und dem übergeordneten Begriff (B) und somit nach dem Ordnungsprinzip:
"Instanz von" Hierarchie: A "ist ein" B zum Beispiel: der Begriff Motor ist ein untergeordneter Begriff der Kraftverbrennungsmaschine und erbt daher dessen Eigenschaften, zum Beispiel die Tatsache, dass es sich um eine Maschine handelt.
Weitere Verhältnisse können sein "ist Teil von", "ist Mitglied von", "ist ein Buch von Autor", "ist Unterklasse von". Diese Verhältnisse sollten über alle Hierarchieebenen beibehalten werden.
Klassifikationen lassen sich auch auf reale Objekte anwenden und ergeben dann zum Beispiel Stücklisten oder Hierarchiebäume mit allen möglichen Varianten eines Baukastensystems.
In Klassifikationssystemen lassen sich zwei Bezeichnungsarten unterscheiden:
- Verbale Begriffsbenennungen als Benennungen aus der natürlichen Sprache
- Künstliche Bezeichnungen durch eine Notation, die aus Zahlen, Sonderzeichen oder Buchstaben bestehen kann. Die Identifikation der in einer Klassifikation abgelegten Objekte kann durch eine Signatur geschehen.
Einsatz von Klassifikationen
Systematiken werden zur Dokumentation (dort spricht man eher von 'Klassifikation'), in der Warenwirtschaft (dort spricht man eher von 'Warengruppen') und in der Wissenschaft (dort spricht man eher von 'Systematik') verwendet. Ziel einer Systematik ist es, einen Überblick über die darin geordneten
Objekte zu verschaffen (Analyse) und die thematische Suche unter ihnen zu ermöglichen (Ordnung).
Leistungen von Klassifikationssystemen sind:
- Zusammenfassung von isolierten Inhalten zu Klassen,
- eindeutigere Begriffsbeschreibung durch Notationen,
- Umgehung scheinbarer Verwandtschaftsbeziehungen,
- verbesserte Präzision und Vermeidung von Ballast beim Wiedergewinnen von Informationen.
Vorteile von Klassifikationssystemen sind:
- Universalität, das heißt Orientierung auf den gesamten Bereich der Wissenschaft (Universalklassifikation) oder auf Teilgebiete (Fachklassifikationen),
- Kontinuität, das heißt die Verwendung über einen längeren Zeitraum,
- Aktualität, das heißt Fähigkeit zur Berücksichtigung neuer Erkenntnisse,
- Flexibilität durch Expansivität, (das heißt Möglichkeit zur Erweiterung des Klassifikationssystems),
- gute Anwendbarkeit im Kontext des World Wide Web, da Klassifikationssysteme sich gut als Hypertext-Systeme abbilden lassen (zum Beispiel Open Directory Project), wobei auch andere entgegengesetzte Konzepte in diesem Kontext gut abschneiden (zum Beispiel [http://websom.hut.fi/websom/ WebSom: Self-Organizing-Map]).
Nachteile von Klassifikationssystemen sind:
- Systematik ist vorab festgelegt und relativ unbeweglich,
- Oft ist es kaum möglich eine solche Systematik vorab festzulegen,
- vorwiegend hierarchische Strukturen,
- keine syntagmatische Verknüpfung der Begriffe,
- eine Anpassung an den Fortschritt der Fachgebiete ist meist schwer umzusetzen,
- Sachverhalte werden oft in Klassen "gezwängt", in die sie nicht vollständig passen, was zu einer Erschwerung des Suchvorganges und zu einem möglichen Informationsverlust führen kann,
- meist keine objektiven Kriterien bei der Einsortierung neuer Einträge: es ist nicht immer klar in welche Kategorie ein Eintrag kommt,
- nur ein Weg führt zu der gesuchten Kategorie (im Gegensatz zu einer netzwerkartigen Anordnung von Themengruppen).
Beispiel für die Klassifizierung eines Buches
In der Regensburger Verbundklassifikation gibt es die Klasse
mit der Notation NU 3025
für die Geschichte der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die dazu gehörende Klasseneinteilung ist folgende:
- N Geschichte
- NU Geschichte der Wissenschaften und des Unterrichtswesens
- NU 1500-7950 Geschichte der Wissenschaften
- NU 2500-4250 Geschichte der wissenschaftlichen Institutionen
- NU 2500-4215 Universitäten und Hochschulen
- NU 3000-3329 Deutschsprachige Universitäten
- NU 3025 Berlin/Humboldt-Universität
Die meisten Klassifikationen sind streng monohierarchisch
aufgebaut, das heißt eine Klasse kann nur eine Oberklasse haben.
Zur Klärung der Bedeutung einzelner Klassen setzt man u.a.
Kommentare (so genannte Scope Notes) und Verweisungen zwischen
verwandten Klassen ein. In den meisten Systemen kann man Objekte
auch mehreren Klassen zuordnen.
Das Buch Kommilitonen von 1933 über die Vertreibung von
Studierenden der Berliner Humboldt-Universität ist beispielsweise
zusätzlich den Klassen AL 50712 (Geschichte des Hochschul-
und Universitätswesen der Humboldt-Universität) und NU 7100
(Sonstige Geschichte der Studenten als Teil der Geschichte der Wissenschaften) zugeordnet.
In anderen Fällen muss jedoch eine Klasse als Einteilung
genügen. Die Signatur in Bibliotheken, die den Aufstellungsort eines individuellen Buches bezeichnet, muss eindeutig sein, da es nur an einer Stelle aufgestellt werden kann. Umgekehrt können aber mehrere Bücher dieselbe Signatur besitzen.
Beispiele von Klassifikationen
- Allgemeine Bibliotheksklassifikationen
- Klassifikationen für Öffentliche Bibliotheken
- Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ASB)
- Klassifikation für Allgemeinbibliotheken (KAB)
- Systematik für Bibliotheken (SfB)
- Systematik Stadtbücherei Duisburg (SSD)
- Österreichische Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ÖSÖB)
- Sachbuch-Systematik für katholische öffentliche Büchereien erweiterte Fassung (SKB-E)
- Klassifikationen für Wissenschaftliche Bibliotheken
- Regensburger Verbundklassifikation (RVK)
- Aufstellungssystematik der Gesamthochschulbibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen (GHB)
- Basisklassifikation (GBV)
- Dezimalklassifikation
- Dewey Decimal Classification (DDC) von Melvil Dewey
- Universelle Dezimalklassifikation (UDK) von Paul Otlet und Henri LaFontaine
- Library of Congress Classification (LCC) von Charles Martel und J. C. M. Hanson
- Sowjetisches System der Bibliotheks-Bibliographischen Klassifikation (BBK)
- Facettenklassifikationen
- Colon-Klassifikation nach Shiyali Ramamrita Ranganathan
- Spezielle Klassifikationen
- Internationale Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Diseases ICD)
- Die Mathematics Subject Classification
- Internationales Klassifikationssystem von Waren: UNSPSC, SITC (Außenhandel)
- Deutsches Material- und Warengruppensystem: eCl@ss
- Sachmerkmale der Normenreihe DIN 4000
- Klassifikation der Minerale und Gesteine
- Klassifikation der Böden
- Klassifikation der Klimazonen
- Klassifikation der Wolken
- Expansive Classification (EC) von Charles Ammi Cutter (1837-1903)
- Subject Classification (SC) von James Duff Brown
- Klassifikationsverfahren der Mustererkennung
Artikel zu konkreten Klassifikationen
- Schiffsklassifikation - Klassifikation von Schiffen
- Schriftklassifikation - Klassifikation von Schriften
- Dewey Decimal Classification - Klassifikation in Bibliotheken
- Universelle Dezimalklassifikation - Klassifikation in Bibliotheken
Siehe auch
- Sacherschließung
- Verzeichnis
- Begriff
- Rubrik
- Register (Nachschlagewerk)
- Wikipedia:Kategorien
Weblinks
- http://www.gfkl.de (Gesellschaft für Klassifikation e.V)
- http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/rvko_neu (RVK Online)
- http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/ghb-sys/index.html (GHB Online)
- http://www.bvoe.at/Systematik (ÖSÖB online)
- http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/allg/swk/sacher5.html (Weitere Klassifikationen)
- http://www.eclass.de (Standard für Materialklassifikation und Warengruppen)
Literatur
- Traugott Koch et al.: [http://www.surfnet.nl/innovatie/desire1/deliver/WP3/D32-3.html The role of classification schemes in Internet resource description and discovery] Veröffentlichung des DESIRE-Projekts, ca. 1997. Detaillierter Überblick über existierende Systematiken (im Hinblick auf die Klassifizierung von Internet-Inhalten)
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ja:分類
TaxonomieDie Taxonomie ist die Einteilung von Dingen, insbesondere Organismen, in Taxa (Sing.: Taxon) (Gruppen). In der Biologie erfolgt diese Einteilung traditionell in einen bestimmten Rang, wie Art, Gattung oder Familie. In der Linguistik beschäftigt sich die Taxonomie mit der Segmentierung und Klassifikation sprachlicher Einheiten, um mit diesen ein Sprachsystem zu beschreiben. Auch andere Fachbereiche verwenden den Begriff der Taxonomie allgemein für eine Klassifikation.
Taxonomie in der Biologie
Die Taxonomie ist ein Teilgebiet der Biologie, das die verwandtschaftlichen Beziehungen von Pflanzen- und Tierarten sowie Viren gegeneinander in einem hierarchischem System erfasst.
Ein Taxon ist in der Biologie eine Gruppe von Lebewesen, die sich durch gemeinsame Merkmale beschreiben und von anderen Gruppen unterscheiden lässt.
Die Aufstellung von Taxa ist die Grundlage für die Taxonomie, der wissenschaftlichen Gliederung der Organismen nach international festgelegten Nomenklaturregeln. Siehe unter biologische Nomenklatur.
Durch die Abgrenzung der verschiedenen Taxa erfolgt eine Klassifikation nach bestimmten Stufenfolgen.
Die Taxa:
Eine Schlüsselstellung besitzt hierbei die Art (Species). Die Art ist die Gemeinschaft aller Individuuen, die eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden.
Mit der Veröffentlichung der Systema Naturae durch Carl von Linné hat sich die binominale (auch: binäre) Nomenklatur durchgesetzt. Der erste Name bezeichnet hier die Gattung (Genus) und der zweite Name gibt die Art (Species) an.
Methoden
Traditionelle Methoden richteten sich nach morphologischen Merkmalen, wie etwa dem Körperbau bei Tieren oder dem Blütenaufbau bei Pflanzen.
Mit dem Aufkommen neuer Erkenntnisse in den Wissenschaften (Mikroskopie, Chemie, Biochemie, Genetik) erschlossen sich auch dem Taxonomen neue Einteilungsmerkmale.
Verwandte Gebiete
Die biologische Systematik ist tiefergehend.
In ihr spielen phylogenetische Verwandtschaftsbeziehungen eine Rolle.
Die unterschiedlichen Taxa werden in der Systematik in einen hierarchischen Stammbaum eingeordnet, der ihre evolutionäre Abstammung widerspiegeln soll.
Die Kladistik ist heute die Standardmethode zur Erstellung eines Stammbaums.
Kritik
Ludwig Wittgenstein zeigte in den 1950er Jahren grundsätzliche Probleme jeglicher hierarchischer Klassifikationssysteme auf; er wies die Problematik in seinen Philosophischen Untersuchungen (1953) am Beispiel der Familienähnlichkeit nach.
Auch der Philosoph Michel Foucault kritisiert in Die Ordnung der Dinge (1974) die Fragwürdigkeit jeglicher Kategoriensysteme, da sie einer Raum-Zeit-Gebundenheit unterliegen (Archäologie des Wissens). Als Beispiel führt er einen Text von Jorge Luis Borges über unterschiedliche Tierkategorien in "einer gewissen chinesischen Enzyklopädie" an, in der Tiere folgendermaßen eingeteilt werden:
# dem Kaiser gehörige,
# einbalsamierte,
# gezähmte,
# Milchschweine,
# Sirenen,
# Fabeltiere,
# streunende Hunde,
# in diese Einteilung aufgenommene,
# die sich wie toll gebärden,
# unzählbare,
# mit feinstem Kamelhaarpinsel gezeichnete,
# und so weiter,
# die den Wasserkrug zerbrochen haben,
# die von weitem wie Fliegen aussehen.
(Borges: Die analytische Sprache von John Wilkins. Inquisitionen. Essays 1941-1952. Übers. v. Karl August Horst u. Gisbert Haefs)
Dieses Beispiel zeigt, dass jedes Kategoriensystem willkürlich wirkt, wenn es von einer Außenperspektive aus betrachtet wird.
Taxonomie in der Belletristik
Neal Stephenson beschreibt in seinem Roman Quicksilver, wie sein Protagonist Daniel Waterhouse im Auftrag seines Mentors Wilkins eine Taxonomie aller Dinge aufstellt zu dem Zweck, eine Sprache der Wissenschaft zu entwickeln, die auch von Bewohnern anderer Welten aus sich selbst heraus verstanden werden kann.
Taxonomie bei bildungtechnologischen Standards
Mit Taxonomie bezeichnet man hier ein Modell, das wie der Thesaurus versucht, Begriffe eines Themengebietes zu definieren und sie in Beziehung zu setzen; anders gesagt, Begriffe systematisch zu ordnen und zusammenzuführen um so ein Themengebiet möglichst präzise zu beschreiben und zu repräsentieren. Im Unterschied zum Thesaurus werden hier die gesammelten Begriffe in hierarchische Beziehung gesetzt, klassifiziert also z.B.
:Sprachwissenschaft ist eine Unterdisziplin der Geisteswissenschaften.
Taxonomie von Lernzielen
In der Lerntheorie werden die Lernziele entsprechend ihrer intellektuellen Anforderungen an die Lernenden in verschiedene Taxonomiestufen eingeordnet. Weltweit am bekanntesten sind für den kognitiven Bereich die von Benjamin Bloom beschriebenen 6 Lernzielstufen.
Taxonomie in der IT
In Bezug auf Dokumente bzw. Inhalte wird der Begriff Taxonomie für ein Klassifikationssystem, eine Systematik oder den Vorgang des Klassifizierens verwendet. Klassifizierungen können beispielsweise durch die Erfassung von Metadaten und/oder die Verwendung einer Ablagestruktur vorgenommen werden.
Taxonomie-Artikel in der Wikipedia
- Systematik (Biologie)
- Hierarchie mathematischer Strukturen
Siehe auch
- Taxon
- Familienähnlichkeit
- Baum des Wissens
- Arbor porphyriana
- Dendrogramm
- Clusteranalyse
- Ontologie
- Ontologie (Informatik)
Literatur
Philosophische Betrachtungen zur Taxonomie:
- Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften. 13. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-27696-4
- Paul Michel: Ordnungen des Wissens. In: Ingrid Tomkowiak (Hrsg.): Populäre Enzyklopädien. Von der Auswahl, Ordnung und Vermittlung des Wissens. Chronos, Zürich 2002, S. 35-85, ISBN 3-0340-0550-4
- Werner Kunz: Was ist eine Art? In der Praxis bewährt, aber unscharf definiert. In: Biologie in unserer Zeit. 32/1/2002, S. 10-19,
Taxonomien im linguistischen Sinne werden betrachtet in:
- David Alan Cruse: Lexical Semantics. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2001, ISBN 0-521-27643-8
Weblinks
- [http://www.bgbm.org/iapt/nomenclature/code/Tokyo-d/default.htm International Code der Botanischen Nomenklatur ]
- [http://www.botanik.univie.ac.at/iapt/ International Association for Plant Taxonomy]
Kategorie:Klassifikation
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th:อนุกรมวิธาน
zh-cn:生物分类学
zh-tw:生物分類學
Krankenhaus Siehe auch Qualitätssicherung , Qualitätsoffensive und Portal:Medizin/Überarbeitungen
Portal:Medizin/Überarbeitungen
Als Krankenhaus (siehe auch Klinik, Klinikum, Lazarett, Hospital oder Spital) wird im Sinne des deutschen Krankenhausfinanzierungsgesetzes eine Einrichtung bezeichnet, in der durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder Körper-Schäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe geleistet wird und in denen die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können.
Aufgaben eines Krankenhauses
War früher das Krankenhaus mehr ein "Aufbewahrungsort" für Menschen, die keine eigene Pflege organisieren oder finanzieren konnten, sind sie jetzt teilweise zu Zentren von Lehre und Forschung geworden, die zum Teil hoch spezialisierte Diagnostik und Therapie anbieten. Ihre Leistungen werden zunehmend auf Pflegequalität und Qualität der Organisation hin überprüft. Fachkliniken bieten nur ein sehr begrenztes Spektrum an, können jedoch örtlich oder organisatorisch mit anderen Krankenhäusern verbunden sein. Durch zunehmend intensivere Techniken und kürzere Aufenthaltsdauer haben sich die Zahl der Ärzte pro Patient und die Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung der aller Behandelnden und Pflegenden erhöht.
Krankenhäuser können ein einziges Gebäude sein (meist ein Hochhaus) oder aber getrennte Bauten als Pavillons, vor allem zum Infektionsschutz. Meist bestehen Krankenhäuser aus historischen Gründen aus mehreren Gebäuden unterschiedlicher Größe und Alters.
Da in Krankenhäusern immer neben der Pflege auch eine medizinische Versorgung rund um die Uhr gewährleistet wird, bieten sie auch eine medizinische Notfallversorgung an, meist über eine Rettungsstelle oder über eine zentrale Notaufnahme, Ambulanz oder Poliklinik.
Die Ausstattung und personelle Kapazität für die Notfallversorgung ist sehr unterschiedlich. So bieten spezialisierte Traumazentren bedingt durch Ausstattung und Übung eine bessere Versorgung an. Mehrere Studien zeigen, dass mit der Anzahl der Fälle auch die Qualität der Versorgung ansteigt.
Neben der Notfallversorgung wird auch bei geplanten Eingriffen zunehmend auf die Fallzahlen geachtet, und Zentren mit spezialisierter Diagnostik werden gebildet (z.B. Brustzentrum). Krankenhäuser die ein großes Spektrum an Patienten adäquat versorgen können, werden immer seltener.
Bedingt durch den medizinischen Fortschritt, die Alterung und die höheren Medikamentenkosten führen immer aufwendigere Verfahren zu ständig steigenden Kosten trotz Reduktion der Liegedauer, der Bettenanzahl und der Zahl der Krankenhäuser. Durch die Auswahl von Patienten, die ausreichende Einnahmen bei geringen Kosten erwarten lassen, wird versucht, den zunehmenden Einsparungsdruck auszuweichen. Ebenso wird durch eine verkürzte Liegedauer versucht, mehr in die ambulante Versorgung zu verlagern (siehe auch Blutige Entlassung).
Heutzutage besitzen die Krankenhäuser zunehmend eine Zertifizierung des Hauses oder der einzelnen Abteilungen mit einem Qualitätsmanagement an. Durch Straffung von Prozessen mit Standard Operating Procedures (SOP) und schnellen Durchlauf der Patienten mit fast-track will man Kosten einzusparen. Man spricht auch vom Taylorismus der Medizin. Vergleicht man die Krankenhäuser mit anderen Branchen, so steckt die Medizin in dieser Hinsicht noch in den Kinderschuhen. So ist die Ausstattung mit IT-Technik vergleichsweise gering. Da der größte Kostenblock die Personalkosten sind, ist dies eigentlich verwunderlich.
In Deutschland ist die Trennung von stationärer und ambulanter Versorgung historisch bedingt sehr ausgeprägt. Ebenso ist die Hierarchie im internationalen Vergleich sehr ausgeprägt. In Anlehnung an das Militär gibt es Ober- und Unterärzte (heute meist Assistenzärzte genannt) und einen Chefarzt. In größeren Krankenhäusern wird meist auf einen akademischen Titel des Chefarztes Wert gelegt.
Eine zunehmende integrierte Versorgung wird angestrebt, aber bisher ist dies noch nicht sehr entwickelt. Schon lange gab es jedoch Ambulanzen und Polikliniken, in denen Patienten entweder vor oder nach der Versorgung im Krankenhaus betreut wurden, oder aber Patienten die von niedergelassenen Fachärzten überwiesen wurden, weil ein Spezialist oder aber spezielle Verfahren notwendig sind.
Die zunehmende Verlagerung in den ambulanten Bereich vermindert den Hospitalismus, erfordert aber einen höheren Aufwand für den niedergelassenen Arzt und die zu betreuende Familie oder Freunde.
Durch politische Entscheidungen ist jedoch das mögliche Potential noch nicht ausgeschöpft. So wird das ambulante Operieren in anderen Ländern in größerem Umfang durchgeführt, während in Deutschland die finanzielle Situation dafür noch nicht sehr förderlich ist.
Geschichte des Krankenhauses
Die ersten Einrichtungen, die sich um Kranke kümmerten sind aus Indien bekannt. Die ersten Lehrkrankenhäuser jedoch stammen aus Persien. Im Mittelalter diente ein Krankenhaus auch als Armenhaus oder Unterkunft für Pilger. Der Begriff stammt aus dem lateinischen Wort hospes. Meist wurde die Pflege von Mönchen oder Nonnen geleistet (siehe auch Hôtel-Dieu). Im 18. Jahrhundert kamen die ersten modernen Krankenhäuser auf. So wurde im Jahre 1710 die Charité als Pestkrankenhaus gegründet.
Krankenhäuser wurden immer weniger eine Versorgung für Arme, sondern ein Platz intensiver medizinischer Diagnostik und Therapie, sowie ein Platz der Lehre und Ausbildung.
Klassifikation
Krankenhäuser kann man nach der Zahl der Betten, nach dem Träger oder ihrem Tätigkeits- bzw. Forschungsschwerpunkt klassifizieren. Im internationalen Vergleich ist die Zahl der Betten jedoch nicht aussagekräftig, da beispielsweise durch eine kürzere Liegedauer und mehr ambulante Versorgung die Krankenhäuser außerhalb Deutschlands mit weniger Betten dennoch mehr Patienten versorgen können.
Sie können auch klassifiziert werden nach dem Krankenhausträger, ob öffentlich, freigemeinnützig oder privat, Öffentliche Träger können zum Beispiel, Bund, Länder und Gemeinden sein, freigemeinnützig zum Beispiel religiöse Gemeinschaften oder soziale Vereinigungen (z.B. Wohlfahrtsverbände): Ein Universitätsklinikum, ein Landeskrankenhaus, ein städtisches Haus, ein Kreiskrankenhaus, ein Bundeswehrkrankenhaus, ein katholisches, evangelisches, jüdisches Haus, ein Krankenhaus einer privat geführten Krankenhauskette. etc.
Sie können eingeteilt werden nach den angebotenen Leistungen, ob eine Fachklinik, oder ein allgemeines Krankenhaus. Universitätskliniken vergeben an Krankenhäuser die an der Ausbildung beteiligt sind noch den Titel des akademischen Lehrkrankenhauses.
In der Krankenhausplanung wird auch nach verschiedenen Anforderungs- und Versorgungsstufen unterteilt:
- Krankenhaus der Maximalversorgung
- Krankenhaus der Schwerpunktversorgung
- Krankenhaus der Regelversorgung
- Krankenhaus der Grundversorgung
Seit dem 31. August 2005 müssen zugelassene Krankenhäuser nach § 108 SGB V strukturierte Qualitätsberichte veröffentlichen. Der Bericht muß im Abstand von höchstens zwei Jahren regelmäßig erstellt werden. Auf Grundlage der Berichte ist es Patienten und Ärzten möglich, die Kennzahlen der Kankenhäuser (z.B. die der Anzahl erfolgreich durchgeführter Operationen) zu vergleichen und damit die Güte der Patientenversorgung einzuschätzen.
Ein vor allem für die Weiterbildungsordnungen der Ärztekammern wichtiger Begriff ist der des Akutkrankenhauses. Unter einem Akutkrankenhaus versteht man ein Krankenhaus, bei dem für Akutfälle sowohl Tag- als auch Nachtaufnahmebereitschaft besteht und ein breites Spektrum akuter Behandlungsfälle vorliegt.
Krankenhaus-Statistik Deutschland
Quelle: Statistisches Bundesamt (Pressemitteilung vom 29.08.2005, vorläufige Zahlen für 2004):
- Zahl der Krankenhausbetten in 2157 Kliniken: rund 528.000;
- behandelte Fälle in Krankenhäusern: 16,7 Millionen;
- durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus: 8,7 Tage (2003: 8,9 Tage);
- Gesamtpersonal in den Krankenhäusern im Jahresdurchschnitt: 815.652 Beschäftigte (2000: 834.585);
- davon ärztliches Personal: 116.779 (2000: 108.696);
- davon nicht-ärztliches Personal: 698.872 (2000: 725.889).
In Deutschland liegt der Bettenstand im Vergleich mit anderen Ländern relativ hoch. Wobei ein kontinuierlicher Trend zum Bettenabbau zu verzeichnen ist. Auch bei der Einweisungsquote und Verweildauer sind die deutschen Zahlen vergleichsweise hoch. Eher unterdurchschnittlich sind die Kosten pro Fall, was man einerseits mit der eher niedrigen Personalausstattung, zum anderen mit der Verteilung der Kosten auf viele Fälle erklären kann.
26 % der Krankenhäuser sind in privater (2000: 22,3 %), 36 % in öffentlicher und 38 % in freigemeinnütziger Trägerschaft.
Damit zeigt sich ein Trend zugunsten privater Krankenhäuser. Viele private Krankenhäuser sind Teil von größeren Krankenhausketten z.B. der [http://www.rhoen-klinikum-ag.com Rhön Klinikum AG] oder der Helios Kliniken GmbH.
Gliederung eines Krankenhauses
Organisatorische Gliederung
Sie können gegliedert werden nach den Fachabteilungen, z.B. Chirurgie, Innere etc. oder den Berufsgruppen, z.B. Ärzte, Pfleger, etc..
Klassische Gliederung
Viele Krankenhäuser sind organisatorisch in verschiedene Abteilungen unterteilt.
Eine Abteilung entspricht einer medizinischen Fachrichtung und wird als Klinik bezeichnet |