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Baumwolle
Die Baumwollpflanze oder Baumwolle ist eine Gattung aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Aus den Samenhaaren der Sträucher wird die Naturfaser Baumwolle gewonnen.
Es gibt viele Wildarten, für den industriellen Anbau sind die Kulturbaumwollarten von Bedeutung. Das sind vier Arten, zwei Arten (G. herbaceum L. und G. arboreum L.) aus der alten Welt und zwei Arten (G. hirsutum L. und G. barbadense L. (Synonym G. vitifolium LAM.)) aus der neuen Welt. G. herbaceum und G. arboreum sind diploid, wogegen G. hirsutum und G. barbadense tetraploid sind. Den größten und wichtigsten Anteil an der Baumwollgewinnung hat dabei G. hirsutum.
Die Samen der Baumwollpflanze sind giftig, sie enthalten bis zu 1,5% Gossypol.
Produkt
Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Pflanzen der Gattung Baumwolle (Gossypium), siehe Baumwollpflanze, gewonnen wird. Die Faser wird meist zu dünnen Fäden gesponnen, aus denen Textilien hergestellt werden können.
Etymologie
Der Name "Baumwolle" leitet sich von den Büscheln langer Fasern in den Früchten der Baumwollpflanze ab, die die Ausbreitung der Pflanzensamen über größere Distanzen ermöglichen; allerdings ist die Baumwollpflanze trotz des Namens kein Baum, sondern ein Strauch. Viele Pflanzensamen tragen solche Samenhaare (auch Samenwolle), doch nur die der Baumwollpflanze werden zur Textilherstellung verwendet. Wie die tierischen Wollhaare dienen diese Pflanzenfasern als Grundlage zur Herstellung von Fäden und Stoffen.
Bestandteile
Bei der Aufarbeitung der Baumwolle gehen nur rund 10% des Rohgewichtes verloren. Wenn die Wachs-, Eiweiß- und weiteren Pflanzenreste entfernt sind, bleibt ein natürliches Polymer aus Zellulose zurück. Die besondere Anordnung der Zellulose gibt der Baumwolle eine hohe Reißfestigkeit. Jede Faser besteht aus 20-30 Lagen Zellulose in einer gedrehten Struktur. Wenn der Baumwollball - der Fruchtstand der Baumwollpflanze - geöffnet wird, trocknen die Fasern und verhaken sich untereinander. Diese Form wird für das Spinnen zu einem sehr feinen Garn verwendet.
Geschichte
Baumwolle wird seit Jahrtausenden zur Herstellung leichter Kleidung vor allem in tropischen Gebieten verwendet. Einige Quellen behaupten, dass schon die Ägypter ca. 12.000 v. Chr. mit Baumwolle gearbeitet hätten. In Babylon wurde Baumwolle als Weißes Gold bezeichnet.
In mexikanischen Höhlen wurden Baumwollkleider gefunden, die etwa 7.000 Jahre alt sind. Die älteste Aufzeichnung über Baumwolle stammt aus Indien. Baumwolle wurde hier seit mehr als 3.000 Jahren angebaut und wird im Rigveda 1.500 v. Chr. erwähnt. Tausend Jahre später schrieb der griechische Historiker Herodot über indische Baumwolle: "Es gibt wildwachsende Bäume, aus deren Frucht man eine Wolle gewinnen kann, die die Schönheit und Qualität der Schafwolle weit übertrifft. Die Inder machen aus dieser Baumwolle ihre Kleider".
Mit der Ausweitung des Fernhandels in der frühen Neuzeit begann die Baumwolle, Lein (Flachs) und Hanf auch in Nord- und Mitteleuropa für die meisten Anwendungen zu verdrängen. Die indische Baumwollindustrie hatte ihre Glanzzeit während der britischen Industrierevolution, als 1764 die Erfindung der Jenny, einer frühen Spinnmaschine mit mehreren Spindeln, und Arkwright's Waterframe 1769 die kostengünstige Massenproduktion im Vereinigten Königreich ermöglichte. Die Baumwollproduktion in den Südstaaten der USA profitierte von der Erfindung der Egreniermaschine ("Cotton Gin") im Jahr 1793; Baumwolle blieb bis ins 20. Jahrhundert hinein das wichtigste Exportgut des amerikanischen Südens, obwohl das dortige Klima eigentlich für Baumwolle etwas zu feucht und nicht heiß genug ist, sodass es immer wieder zu Ernteausfällen durch Verrottung kam. Im 20. Jahrhundert bekam die Baumwolle zunehmend Konkurrenz durch industriell hergestellte Fasern. Als Hauptkonkurrent stellten sich Polyesterfasern heraus, die in den Jahren 2003/2004 erstmals in größerer Menge verarbeitet wurden als Baumwolle und somit Baumwolle als Textilfaser auf Nr. 2 setzten.
Anbau
2004
2004
Heute wird Baumwolle - als nachwachsender Rohstoff - auf allen fünf Kontinenten der Erde angebaut. Hierzu werden Baumwollpflanzen verwendet, die durch Züchtung oder neuerdings auch genetische Manipulation mehr Fasern produzieren als die Wildpflanze. In Australien war der Einsatz von genmanipulierter Baumwolle allerdings wenig erfolgreich: die Ausbeuten waren geringer und die manipulierten Pflanzen kreuzten sich mit Wildpflanzen. Dadurch entstanden zahlreiche rechtliche Probleme für die beteiligten Farmer.
Die großflächige Baumwollindustrie ist stark von Chemikalien abhängig, sie gilt als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Düngemitteln und Insektiziden. Daher gilt sie als sehr umweltproblematisch. Auch der Wasserverbrauch ist als sehr problematisch zu sehen. Besonders bekannt wurde in diesem Zusammenhang der Aralsee, der seit den späten 1960er Jahren stark an Wasser verloren hat, da eine große Menge Wasser zu Bewässerungszwecken für den Baumwollanbau abgezweigt wird, bevor es den See erreichen kann. Einige Baumwollbauern setzen auf ökologischen Anbau, so dass es heute auch Bio-Baumwollprodukte auf dem Markt gibt.
Demgegenüber ist der kleinflächige Anbau von Baumwolle in Entwicklungsländern ein wesentlicher Bestandteil der jeweiligen Volkswirtschaften. Diese neben Mais als sog. "Cash-Crops" angebaute Baumwolle hilft den einzelnen Bauern ein Einkommen zu erwirtschaften. Gewöhnlich erfolgt dieser Anbau auf Flächen bis zu 2ha ohne nennenswerten Einsatz von Agrarchemikalien und ohne jegliche künstliche Bewässerung, so daß die Ernteerträge vom Niederschlag abhängen. Da jedoch Baumwolle im Gegensatz zu Mais erheblich widerstandsfähiger gegen längere Dürreperioden ist, sichert der Baumwollanbau die Lebensgrundlag vieler Bauern in Entwicklungsländern.
Ägyptische Mako-Baumwolle und Sea Island Cotton aus den USA gelten als beste Baumwoll-Qualitäten.
Produktionsvolumen 2004/2005
2004/2005 wurden weltweit insgesamt 26.043.000 t Baumwolle produziert, die sich wie folgt auf die verschiedenen Anbauregionen und Länder verteilen:
- China 6.320
- USA 5.062
- Indien 4.080
- Pakistan 2.415
- Brasilien 1.250
- Usbekistan 1.134
- Westafrika (1) 1.040
- Türkei 900
- Australien 613
- Griechenland 390
- Syrien 331
- Ägypten 291
- Turkmenistan 203
- Tajikistan 172
- Kazakhstan 148
- Argentinien 145
- Mexiko 141
- Iran 140
- Tansania 115
- Sudan 114
- Spanien 110
- Nigeria 100
- Sambia 82
- Peru 70
- Simbabwe 65
- Paraguay 65
- Kolumibien 63
- sowie andere
(1) Westafrika umfaßt Benin (152), Burkina Faso (257), Kamerun (105), Chad (85), Elfenbeinküste (130), Mali (240) und Togo (71)
Literatur
- Hobhouse, Henry: Sechs Pflanzen verändern die Welt. Chinarinde, Zuckerrohr, Tee, Baumwolle, Kartoffel, Kokastrauch. Klett-Cotta : Hamburg 4. Auflage 2001, 401 S., ISBN 3-608-91024-7 (spannend zu lesende Geschichte mit komplett anderer Perspektive)
siehe auch
- Leipziger Baumwollspinnerei, Baumwollsamenöl
Weblinks
- [http://www.baumwolle.at Informationsportal für Baumwolle]
- [The Thames and Hudson Manual of Dyes and Fabrics - Joyce Storey 1978] (englisch)
- [http://www.pan-germany.net/baumwolle/ Pestizid-Aktions-Netzwerk] bietet Informationen über Pestizid-Einsatz und Alternativen
- [http://www.icac.org International Cotton Advisory Commitee] (englisch) bietet Statistiken zur Baumwollproduktion u.A.
- [http://www.museums.org.za/bio/plants/malvaceae/gossypium.htm Baumwollpflanze.]
Kategorie:Faser
Kategorie:Malvengewächse
ja:綿
simple:Cotton
Familie (Biologie)Die Familie (lateinisch: Familia) ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik.
Sie steht zwischen den Hauptrangstufen Ordnung und Gattung. Direkt über der Familie kann die Überfamilie stehen, unter ihr die Unterfamilie (lateinisch:Subfamilia).
In der Zoologie besteht die Konvention, dass der wissenschaftliche Familienname auf -idae endet (z. B. Laufkäfer: Carabidae).
In der Botanik dagegen endet die Familienbezeichnung meist auf -aceae (zum Beispiel Korbblütengewächse: Asteraceae). Vielfach leiten sich ihre Bezeichner von besonders bekannten Gattungen der Familie ab (zum Beispiel bei den Liliengewächsen Liliaceae), aber auch morphologische Besonderheiten der Familie können namensgebend sein (so bei den Lippenblütengewächsen Labiatae).
Kategorie:Taxonomie
als:Familie (Biologie)
ms:Famili
Malvengewächse
Die Malvengewächse (Malvaceae) sind eine Familie der Bedecktsamer. Die Familie wird gegliedert in 9 Unterfamilien mit 243 Gattungen und enthält 4225 Arten.
Die Familie hat weltweite Verbreitung.
Beschreibung
Es gibt Gehölze: Sträucher und Bäume; und krautige Pflanzen. Die Malvengewächse besitzen oft Schleimzellen und Sternhaare. Die Blätter sind wechselständig, fingernervig und handförmig gelappt oder ungeteilt. Die Früchte sind entweder Kapseln oder Spaltfrüchte. Bei vielen Arten als Besonderheit der Blüten existiert eine sogenannte sekundäre Vielzähligkeit der Staubblätter. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter und der Stempel zu einer Röhre verwachsen, dem sogenannten Androgynophor.
Androgynophor
Systematik
In die Familie der Malvengewächse (Malvaceae) wurden einige Taxa neu eingegliedert, darunter die ehemaligen Familien der Lindengewächse, der Wollbaumgewächse und der Sterkuliengewächse, diese neu eingeordneten ehemaligen Familien sind nun nur noch Unterfamilien. Die meisten Taxa, die die bisherige Familie der Malvengewächse bildeten sind jetzt in der Unterfamilie Malvoideae zu finden (deshalb hier die Bezeichnung "Malvengewächse im engeren Sinne". Die Familie ist jetzt gegliedert in 9 Unterfamilien (hier mit den jeweils wichigsten Gattungen der Unterfamilien):
Malvengewächse
Malvengewächse
Malvengewächse
Malvengewächse
Unterfamilien und einige wichtige Gattungen mit Anzahl der Arten in Klammern:
- Wollbaumgewächse (Bombacoideae), mit 120 Arten in 16 Gattungen.
- Brownlowioideae, mit 68 Arten in 8 Gattungen; Heimat: Tropen, hauptsächlich in der Alten Welt.
- Byttnerioideae, mit 650 Arten in 26 Gattungen; Heimat: Tropen weltweit, mit einem Schwerpunkt in Südamerika;
- Byttneria (135),
- Hermannia (100),
- Ayenia (70),
- Melochia (55),
- Theobroma (20), wichtigste Art der Gattung ist der Kakao.
- Dombeyoideae, mit 381 Arten in 21 Gatungen; beheimatet in den tropischen Gebieten der Alten Welt (also keine Arten in Amerika und Australien);
- Dombeya (225),
- Melhania (60).
- Grewioideae, mit 770 Arten in 25 Gattungen; Heimat hauptsächlich in den Tropen, weltweit;
- Grewia (290),
- Triumfetta (150),
- Corchorus (40 bis 100),
- Microcos (60).
- Helicteroideae, mit 95 Arten in 8 bis 10 Gattungen; Heimat: Tropen, hauptsächlich Asien;
- Helicteres (40),
- Durio (27), mit der Durian als wichtigsten Art.
- Malvoideae (Malvengewächse im engeren Sinne) 1670 Arten in 78 Gattungen.
- Roseneibisch oder Hibiskus Hibiscus (300),
- Sida (200),
- Pavonia (150),
- Zimmerahorn Abutilon (100), einige Arten sind beliebte Zimmerpflanzen.
- Nototriche (100),
- Cristaria (75),
- Baumwolle Gossypium (40).
- Sterkuliengewächse (Sterculioideae), mit 430 Arten in 12 Gattungen.
- Lindengewächse (Tilioideae), mit 50 Arten in drei Gattungen,
- mit der wichtigen Gattung Linden (Tilia) mit 23 Arten. Die Arten dieser Unterfamile sind im Gemäßigten Klima der Nordhalbkugel beheimatet.
- Mortoniodendron
- Berrya
Weblinks
- http://www.malvaceae.info/index.html
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ja:アオイ科
StrauchDer Begriff Strauch (v. mittelhochdeutsch struch: Emporstarrendes) bezeichnet eine Wuchsform von Pflanzen.
Sträucher unterscheiden sich von Bäumen durch ihre geringere Größe sowie die höhere Anzahl der aus dem Boden wachsenden Stämme.
Ein Strauch ist eine ausdauernde (mehrjährige) Gehölzpflanze, die bodendeckend oder aufrecht wächst. Sträucher können einen oder mehrere aufrechte Stämme haben, von denen Verzweigungen ausgehen, an denen sich Blätter (bzw. Nadeln) befinden.
Sie können laub(ab)werfend (auch: "sommergrün"), halbimmergrün (auch: "wintergrün") oder immergrün sein.
Blüten- und Decksträucher
- Bartblume (caryopteris)
- Besenginster (cytisus scoparius)
- Buchsbaum (buxus)
- Eiben (taxus)
- Faulbaum (frangula alnus)
- Flieder (syringa)
- Forsythie (forsythia)
- Gewöhnlicher Schneeball (viburnum opulus)
- Haselnuss (corylus)
- Hortensie (hydrangea)
- Johannisbeere (ribes)
- Kirschlorbeer (prunus laurocerasus)
- Korkspindel (euonymus alatus)
- Liguster (ligustrum)
- Ölweide (elaeagus x ebbingei)
- Gewöhnlicher Spindelstrauch (euonymus europaens)
- Schneebeere
- Spiersträucher ((spiraea))
Bodendeckende Sträucher (Zwergsträucher)
- Besenheide (calluna vulgaris)
- Efeu (hedera helix)
- Geißblatt
- Heckenkirsche
Persönlichkeiten namens Strauch
- Aegidius Strauch (1632-1692), ev. Theologe
- Eduard Strauch
- Peter Strauch
Siehe auch
Baum, Staude, Park, Garten, Landschaftsgestaltung
Kategorie:Pflanzentyp
simple:Bush
Baumwolle
Die Baumwollpflanze oder Baumwolle ist eine Gattung aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Aus den Samenhaaren der Sträucher wird die Naturfaser Baumwolle gewonnen.
Es gibt viele Wildarten, für den industriellen Anbau sind die Kulturbaumwollarten von Bedeutung. Das sind vier Arten, zwei Arten (G. herbaceum L. und G. arboreum L.) aus der alten Welt und zwei Arten (G. hirsutum L. und G. barbadense L. (Synonym G. vitifolium LAM.)) aus der neuen Welt. G. herbaceum und G. arboreum sind diploid, wogegen G. hirsutum und G. barbadense tetraploid sind. Den größten und wichtigsten Anteil an der Baumwollgewinnung hat dabei G. hirsutum.
Die Samen der Baumwollpflanze sind giftig, sie enthalten bis zu 1,5% Gossypol.
Produkt
Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Pflanzen der Gattung Baumwolle (Gossypium), siehe Baumwollpflanze, gewonnen wird. Die Faser wird meist zu dünnen Fäden gesponnen, aus denen Textilien hergestellt werden können.
Etymologie
Der Name "Baumwolle" leitet sich von den Büscheln langer Fasern in den Früchten der Baumwollpflanze ab, die die Ausbreitung der Pflanzensamen über größere Distanzen ermöglichen; allerdings ist die Baumwollpflanze trotz des Namens kein Baum, sondern ein Strauch. Viele Pflanzensamen tragen solche Samenhaare (auch Samenwolle), doch nur die der Baumwollpflanze werden zur Textilherstellung verwendet. Wie die tierischen Wollhaare dienen diese Pflanzenfasern als Grundlage zur Herstellung von Fäden und Stoffen.
Bestandteile
Bei der Aufarbeitung der Baumwolle gehen nur rund 10% des Rohgewichtes verloren. Wenn die Wachs-, Eiweiß- und weiteren Pflanzenreste entfernt sind, bleibt ein natürliches Polymer aus Zellulose zurück. Die besondere Anordnung der Zellulose gibt der Baumwolle eine hohe Reißfestigkeit. Jede Faser besteht aus 20-30 Lagen Zellulose in einer gedrehten Struktur. Wenn der Baumwollball - der Fruchtstand der Baumwollpflanze - geöffnet wird, trocknen die Fasern und verhaken sich untereinander. Diese Form wird für das Spinnen zu einem sehr feinen Garn verwendet.
Geschichte
Baumwolle wird seit Jahrtausenden zur Herstellung leichter Kleidung vor allem in tropischen Gebieten verwendet. Einige Quellen behaupten, dass schon die Ägypter ca. 12.000 v. Chr. mit Baumwolle gearbeitet hätten. In Babylon wurde Baumwolle als Weißes Gold bezeichnet.
In mexikanischen Höhlen wurden Baumwollkleider gefunden, die etwa 7.000 Jahre alt sind. Die älteste Aufzeichnung über Baumwolle stammt aus Indien. Baumwolle wurde hier seit mehr als 3.000 Jahren angebaut und wird im Rigveda 1.500 v. Chr. erwähnt. Tausend Jahre später schrieb der griechische Historiker Herodot über indische Baumwolle: "Es gibt wildwachsende Bäume, aus deren Frucht man eine Wolle gewinnen kann, die die Schönheit und Qualität der Schafwolle weit übertrifft. Die Inder machen aus dieser Baumwolle ihre Kleider".
Mit der Ausweitung des Fernhandels in der frühen Neuzeit begann die Baumwolle, Lein (Flachs) und Hanf auch in Nord- und Mitteleuropa für die meisten Anwendungen zu verdrängen. Die indische Baumwollindustrie hatte ihre Glanzzeit während der britischen Industrierevolution, als 1764 die Erfindung der Jenny, einer frühen Spinnmaschine mit mehreren Spindeln, und Arkwright's Waterframe 1769 die kostengünstige Massenproduktion im Vereinigten Königreich ermöglichte. Die Baumwollproduktion in den Südstaaten der USA profitierte von der Erfindung der Egreniermaschine ("Cotton Gin") im Jahr 1793; Baumwolle blieb bis ins 20. Jahrhundert hinein das wichtigste Exportgut des amerikanischen Südens, obwohl das dortige Klima eigentlich für Baumwolle etwas zu feucht und nicht heiß genug ist, sodass es immer wieder zu Ernteausfällen durch Verrottung kam. Im 20. Jahrhundert bekam die Baumwolle zunehmend Konkurrenz durch industriell hergestellte Fasern. Als Hauptkonkurrent stellten sich Polyesterfasern heraus, die in den Jahren 2003/2004 erstmals in größerer Menge verarbeitet wurden als Baumwolle und somit Baumwolle als Textilfaser auf Nr. 2 setzten.
Anbau
2004
2004
Heute wird Baumwolle - als nachwachsender Rohstoff - auf allen fünf Kontinenten der Erde angebaut. Hierzu werden Baumwollpflanzen verwendet, die durch Züchtung oder neuerdings auch genetische Manipulation mehr Fasern produzieren als die Wildpflanze. In Australien war der Einsatz von genmanipulierter Baumwolle allerdings wenig erfolgreich: die Ausbeuten waren geringer und die manipulierten Pflanzen kreuzten sich mit Wildpflanzen. Dadurch entstanden zahlreiche rechtliche Probleme für die beteiligten Farmer.
Die großflächige Baumwollindustrie ist stark von Chemikalien abhängig, sie gilt als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Düngemitteln und Insektiziden. Daher gilt sie als sehr umweltproblematisch. Auch der Wasserverbrauch ist als sehr problematisch zu sehen. Besonders bekannt wurde in diesem Zusammenhang der Aralsee, der seit den späten 1960er Jahren stark an Wasser verloren hat, da eine große Menge Wasser zu Bewässerungszwecken für den Baumwollanbau abgezweigt wird, bevor es den See erreichen kann. Einige Baumwollbauern setzen auf ökologischen Anbau, so dass es heute auch Bio-Baumwollprodukte auf dem Markt gibt.
Demgegenüber ist der kleinflächige Anbau von Baumwolle in Entwicklungsländern ein wesentlicher Bestandteil der jeweiligen Volkswirtschaften. Diese neben Mais als sog. "Cash-Crops" angebaute Baumwolle hilft den einzelnen Bauern ein Einkommen zu erwirtschaften. Gewöhnlich erfolgt dieser Anbau auf Flächen bis zu 2ha ohne nennenswerten Einsatz von Agrarchemikalien und ohne jegliche künstliche Bewässerung, so daß die Ernteerträge vom Niederschlag abhängen. Da jedoch Baumwolle im Gegensatz zu Mais erheblich widerstandsfähiger gegen längere Dürreperioden ist, sichert der Baumwollanbau die Lebensgrundlag vieler Bauern in Entwicklungsländern.
Ägyptische Mako-Baumwolle und Sea Island Cotton aus den USA gelten als beste Baumwoll-Qualitäten.
Produktionsvolumen 2004/2005
2004/2005 wurden weltweit insgesamt 26.043.000 t Baumwolle produziert, die sich wie folgt auf die verschiedenen Anbauregionen und Länder verteilen:
- China 6.320
- USA 5.062
- Indien 4.080
- Pakistan 2.415
- Brasilien 1.250
- Usbekistan 1.134
- Westafrika (1) 1.040
- Türkei 900
- Australien 613
- Griechenland 390
- Syrien 331
- Ägypten 291
- Turkmenistan 203
- Tajikistan 172
- Kazakhstan 148
- Argentinien 145
- Mexiko 141
- Iran 140
- Tansania 115
- Sudan 114
- Spanien 110
- Nigeria 100
- Sambia 82
- Peru 70
- Simbabwe 65
- Paraguay 65
- Kolumibien 63
- sowie andere
(1) Westafrika umfaßt Benin (152), Burkina Faso (257), Kamerun (105), Chad (85), Elfenbeinküste (130), Mali (240) und Togo (71)
Literatur
- Hobhouse, Henry: Sechs Pflanzen verändern die Welt. Chinarinde, Zuckerrohr, Tee, Baumwolle, Kartoffel, Kokastrauch. Klett-Cotta : Hamburg 4. Auflage 2001, 401 S., ISBN 3-608-91024-7 (spannend zu lesende Geschichte mit komplett anderer Perspektive)
siehe auch
- Leipziger Baumwollspinnerei, Baumwollsamenöl
Weblinks
- [http://www.baumwolle.at Informationsportal für Baumwolle]
- [The Thames and Hudson Manual of Dyes and Fabrics - Joyce Storey 1978] (englisch)
- [http://www.pan-germany.net/baumwolle/ Pestizid-Aktions-Netzwerk] bietet Informationen über Pestizid-Einsatz und Alternativen
- [http://www.icac.org International Cotton Advisory Commitee] (englisch) bietet Statistiken zur Baumwollproduktion u.A.
- [http://www.museums.org.za/bio/plants/malvaceae/gossypium.htm Baumwollpflanze.]
Kategorie:Faser
Kategorie:Malvengewächse
ja:綿
simple:Cotton
PolyploidieAls Polyploidie bezeichnet man in der Biologie das Phänomen, dass manche Arten mehr als zwei Sätze von Chromosomen in ihren Zellen besitzen.
Ein einfacher (haploider) Chromosomensatz enthält jedes Chromosom einmal, ein doppelter (diploider) Chromosomensatz zweimal. Ab drei Chromosomensätzen spricht man von Polyploidie:
- triploid: drei Chromosomensätze, z.B. bei manchen Bärtierchen (Tardigrada) und selten bei Amphibien
- tetraploid: vier Chromosomensätze, z.B. bei manchen Salmonidae
- hexaploid: sechs Chromosomensätze
- octoploid: acht Chromosomensätze, z.B. manche Stören
Auch bei Pflanzen gibt es häufig Polyploidie, z.B. beim Weizen, bei vielen Farnen und bei Orchideen. Beim Weizen ist es eine besondere Form der Polyploidie: die Allo- (Amphi)polyploidie. Es sind die Chromosomensätze 3 verschiedener Arten zu einer neuen Art vereinigt, dem Weizen. Diese Art der Polyploidie spielt eine erhebliche Rolle bei wirtschaftlich bedeutenden Arten, z.B ist der Raps ebenfalls so entstanden. Polyploidie kann sich nicht selten in einer erhöhten Vitalität äußern, da die Transkription der Proteinbiosynthese stärker parallel erfolgen kann und daher die Produktion von Eiweißen, z.B. Enzymen, schneller möglich ist. Eine weitere Form der P. ist die Endopolyploidie, dabei sind bestimmte Gewebe oder Zellen eines Organismus separat polyploid. Beispiel: Brennhaare der Brennnessel, Megakaryozyten des Menschen. Genetisch bedeutsam ist auch, dass ein Individuum dadurch mehrere unterschiedliche Allele eines Gens und daher - bei Mischerbigkeit - einen erhöhten Heterosis-Effekt aufweisen kann.
Eltern mit unterschiedlichem Ploidiegrad können in der Regel keine miteinander kompatiblen Geschlechtszellen produzieren. Daher wirkt eine Polyploidisierung nicht selten als genetische Barriere bei der Artbildung. Sie ermöglicht auch das Entstehen neuer Arten ohne geographische Isolation, also eine sympatrische Artbildung.
Siehe auch: Evolutionstheorie
Kategorie:Genetik
Baumwollpflanze
Die Baumwollpflanze oder Baumwolle ist eine Gattung aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Aus den Samenhaaren der Sträucher wird die Naturfaser Baumwolle gewonnen.
Es gibt viele Wildarten, für den industriellen Anbau sind die Kulturbaumwollarten von Bedeutung. Das sind vier Arten, zwei Arten (G. herbaceum L. und G. arboreum L.) aus der alten Welt und zwei Arten (G. hirsutum L. und G. barbadense L. (Synonym G. vitifolium LAM.)) aus der neuen Welt. G. herbaceum und G. arboreum sind diploid, wogegen G. hirsutum und G. barbadense tetraploid sind. Den größten und wichtigsten Anteil an der Baumwollgewinnung hat dabei G. hirsutum.
Die Samen der Baumwollpflanze sind giftig, sie enthalten bis zu 1,5% Gossypol.
Produkt
Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Pflanzen der Gattung Baumwolle (Gossypium), siehe Baumwollpflanze, gewonnen wird. Die Faser wird meist zu dünnen Fäden gesponnen, aus denen Textilien hergestellt werden können.
Etymologie
Der Name "Baumwolle" leitet sich von den Büscheln langer Fasern in den Früchten der Baumwollpflanze ab, die die Ausbreitung der Pflanzensamen über größere Distanzen ermöglichen; allerdings ist die Baumwollpflanze trotz des Namens kein Baum, sondern ein Strauch. Viele Pflanzensamen tragen solche Samenhaare (auch Samenwolle), doch nur die der Baumwollpflanze werden zur Textilherstellung verwendet. Wie die tierischen Wollhaare dienen diese Pflanzenfasern als Grundlage zur Herstellung von Fäden und Stoffen.
Bestandteile
Bei der Aufarbeitung der Baumwolle gehen nur rund 10% des Rohgewichtes verloren. Wenn die Wachs-, Eiweiß- und weiteren Pflanzenreste entfernt sind, bleibt ein natürliches Polymer aus Zellulose zurück. Die besondere Anordnung der Zellulose gibt der Baumwolle eine hohe Reißfestigkeit. Jede Faser besteht aus 20-30 Lagen Zellulose in einer gedrehten Struktur. Wenn der Baumwollball - der Fruchtstand der Baumwollpflanze - geöffnet wird, trocknen die Fasern und verhaken sich untereinander. Diese Form wird für das Spinnen zu einem sehr feinen Garn verwendet.
Geschichte
Baumwolle wird seit Jahrtausenden zur Herstellung leichter Kleidung vor allem in tropischen Gebieten verwendet. Einige Quellen behaupten, dass schon die Ägypter ca. 12.000 v. Chr. mit Baumwolle gearbeitet hätten. In Babylon wurde Baumwolle als Weißes Gold bezeichnet.
In mexikanischen Höhlen wurden Baumwollkleider gefunden, die etwa 7.000 Jahre alt sind. Die älteste Aufzeichnung über Baumwolle stammt aus Indien. Baumwolle wurde hier seit mehr als 3.000 Jahren angebaut und wird im Rigveda 1.500 v. Chr. erwähnt. Tausend Jahre später schrieb der griechische Historiker Herodot über indische Baumwolle: "Es gibt wildwachsende Bäume, aus deren Frucht man eine Wolle gewinnen kann, die die Schönheit und Qualität der Schafwolle weit übertrifft. Die Inder machen aus dieser Baumwolle ihre Kleider".
Mit der Ausweitung des Fernhandels in der frühen Neuzeit begann die Baumwolle, Lein (Flachs) und Hanf auch in Nord- und Mitteleuropa für die meisten Anwendungen zu verdrängen. Die indische Baumwollindustrie hatte ihre Glanzzeit während der britischen Industrierevolution, als 1764 die Erfindung der Jenny, einer frühen Spinnmaschine mit mehreren Spindeln, und Arkwright's Waterframe 1769 die kostengünstige Massenproduktion im Vereinigten Königreich ermöglichte. Die Baumwollproduktion in den Südstaaten der USA profitierte von der Erfindung der Egreniermaschine ("Cotton Gin") im Jahr 1793; Baumwolle blieb bis ins 20. Jahrhundert hinein das wichtigste Exportgut des amerikanischen Südens, obwohl das dortige Klima eigentlich für Baumwolle etwas zu feucht und nicht heiß genug ist, sodass es immer wieder zu Ernteausfällen durch Verrottung kam. Im 20. Jahrhundert bekam die Baumwolle zunehmend Konkurrenz durch industriell hergestellte Fasern. Als Hauptkonkurrent stellten sich Polyesterfasern heraus, die in den Jahren 2003/2004 erstmals in größerer Menge verarbeitet wurden als Baumwolle und somit Baumwolle als Textilfaser auf Nr. 2 setzten.
Anbau
2004
2004
Heute wird Baumwolle - als nachwachsender Rohstoff - auf allen fünf Kontinenten der Erde angebaut. Hierzu werden Baumwollpflanzen verwendet, die durch Züchtung oder neuerdings auch genetische Manipulation mehr Fasern produzieren als die Wildpflanze. In Australien war der Einsatz von genmanipulierter Baumwolle allerdings wenig erfolgreich: die Ausbeuten waren geringer und die manipulierten Pflanzen kreuzten sich mit Wildpflanzen. Dadurch entstanden zahlreiche rechtliche Probleme für die beteiligten Farmer.
Die großflächige Baumwollindustrie ist stark von Chemikalien abhängig, sie gilt als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Düngemitteln und Insektiziden. Daher gilt sie als sehr umweltproblematisch. Auch der Wasserverbrauch ist als sehr problematisch zu sehen. Besonders bekannt wurde in diesem Zusammenhang der Aralsee, der seit den späten 1960er Jahren stark an Wasser verloren hat, da eine große Menge Wasser zu Bewässerungszwecken für den Baumwollanbau abgezweigt wird, bevor es den See erreichen kann. Einige Baumwollbauern setzen auf ökologischen Anbau, so dass es heute auch Bio-Baumwollprodukte auf dem Markt gibt.
Demgegenüber ist der kleinflächige Anbau von Baumwolle in Entwicklungsländern ein wesentlicher Bestandteil der jeweiligen Volkswirtschaften. Diese neben Mais als sog. "Cash-Crops" angebaute Baumwolle hilft den einzelnen Bauern ein Einkommen zu erwirtschaften. Gewöhnlich erfolgt dieser Anbau auf Flächen bis zu 2ha ohne nennenswerten Einsatz von Agrarchemikalien und ohne jegliche künstliche Bewässerung, so daß die Ernteerträge vom Niederschlag abhängen. Da jedoch Baumwolle im Gegensatz zu Mais erheblich widerstandsfähiger gegen längere Dürreperioden ist, sichert der Baumwollanbau die Lebensgrundlag vieler Bauern in Entwicklungsländern.
Ägyptische Mako-Baumwolle und Sea Island Cotton aus den USA gelten als beste Baumwoll-Qualitäten.
Produktionsvolumen 2004/2005
2004/2005 wurden weltweit insgesamt 26.043.000 t Baumwolle produziert, die sich wie folgt auf die verschiedenen Anbauregionen und Länder verteilen:
- China 6.320
- USA 5.062
- Indien 4.080
- Pakistan 2.415
- Brasilien 1.250
- Usbekistan 1.134
- Westafrika (1) 1.040
- Türkei 900
- Australien 613
- Griechenland 390
- Syrien 331
- Ägypten 291
- Turkmenistan 203
- Tajikistan 172
- Kazakhstan 148
- Argentinien 145
- Mexiko 141
- Iran 140
- Tansania 115
- Sudan 114
- Spanien 110
- Nigeria 100
- Sambia 82
- Peru 70
- Simbabwe 65
- Paraguay 65
- Kolumibien 63
- sowie andere
(1) Westafrika umfaßt Benin (152), Burkina Faso (257), Kamerun (105), Chad (85), Elfenbeinküste (130), Mali (240) und Togo (71)
Literatur
- Hobhouse, Henry: Sechs Pflanzen verändern die Welt. Chinarinde, Zuckerrohr, Tee, Baumwolle, Kartoffel, Kokastrauch. Klett-Cotta : Hamburg 4. Auflage 2001, 401 S., ISBN 3-608-91024-7 (spannend zu lesende Geschichte mit komplett anderer Perspektive)
siehe auch
- Leipziger Baumwollspinnerei, Baumwollsamenöl
Weblinks
- [http://www.baumwolle.at Informationsportal für Baumwolle]
- [The Thames and Hudson Manual of Dyes and Fabrics - Joyce Storey 1978] (englisch)
- [http://www.pan-germany.net/baumwolle/ Pestizid-Aktions-Netzwerk] bietet Informationen über Pestizid-Einsatz und Alternativen
- [http://www.icac.org International Cotton Advisory Commitee] (englisch) bietet Statistiken zur Baumwollproduktion u.A.
- [http://www.museums.org.za/bio/plants/malvaceae/gossypium.htm Baumwollpflanze.]
Kategorie:Faser
Kategorie:Malvengewächse
ja:綿
simple:Cotton
TextilieZu den Textilien (v. lat.: texere = weben, flechten; PPP textum) gehören nach DIN 60000:
- Fasern für textilen Einsatz
- Textile Halb- und Fertigfabrikate (z.B. Garn oder Gewebe)
- Textile Fertigwaren (z.B. Kleidung)
Charakteristisch ist für Textilien, dass sie allermeist aus Fasern bestehen und in zwei Dimensionen sehr viel ausgedehnter sind als in einer dritten (flach und dünn). Sie unterscheiden sich von Drähten durch die Dicke der Fasern und von Folien durch den Griff – ein Textil, welches auf der Haut getragen wird, sollte sich angenehm anfühlen.
Textilien werden in der Textil- und Leinenindustrie in großem Maßstab mittels Textilmaschinen hergestellt. Damit Textilien den unterschiedlichen Qualitätsansprüchen genügen, ist die sogenannte Textilveredlung praktisch unumgänglich.
Der Volksmund versteht unter Textilien meist Kleidungsstücke.
Textilien können durchaus eine gewisse Dicke aufweisen, dies ist z.B. bei Teppich, Samt, Plüsch und Frottée der Fall.
Nach Bestimmung unterscheidet man Textilien für Kleidung, Wohnung ("Heimtextilien") und industrielle Zwecke (auch "technische Textilien" genannt). Die Bezeichnung/Etikettierung von Textilien regelt in Deutschland das Textilkennzeichnungsgesetz (TKG).
Das grundlegende Verfahren zur Herstellung von Garn oder Kunstfasern ist das Spinnen. Bei der Herstellung von Fertigfabrikaten dominieren die Verfahren Weben, Stricken, Verfestigen zu Vliesstoff und allenfalls Wirken. Es gibt aber viele historische Verfahren und Nischenanwendungen. Die Konfektionierung von Kleidern geschieht meist durch Nähen.
Stoff ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Teilbereich der Textilien, vorrangig Gewebe und Strickwaren.
Weblinks
- [http://www.raumausstattung.de/B_vorauswahl.html Textillexikon]
Kategorie:Textilindustrie
ja:織物
Faser
Eine Faser ist ein im Verhältnis zur Länge dünnes und flexibles Gebilde. Fasern können keine Druck-, sondern nur Zugkräfte aufnehmen, da sie bei Druckbelastung knicken. In Natur und Technik kommen Fasern allermeistens in einem größeren Verbund vor, sie bilden eine bestimmte Struktur.
Fasern kommen in Natur und Technik häufig vor, da zwei Phänomene zu beobachten sind:
- Eine Struktur aus Fasern ist stabiler als eine Konstruktion der gleichen Form und dem gleichen Werkstoff "aus dem Vollen".
- Zwei Fasern sind zusammen verdreht stärker als beide einzeln.
Fasern grenzen sich von Stäben wegen ihrer mangelnden Biege- und Knicksteifigkeit ab, von Drähten unterscheidet sie der geringere Durchmesser.
Einteilung
Fasern können nach ihrer Herkunft, Länge, Beschaffenheit oder gar ihrer Verwendung eingeteilt werden. Fasern begrenzter Länge sind Stapelfasern, im Prinzip unendlich lange Fasern Filamente. Gerade im deutschsprachigen Raum herrscht eine gewisse Verwirrung um Ausdrücke. DIN 60000 und 60001 führen den Begriff Chemiefaser als Übersetzung des englischen Ausdrucks man-made fibre ein. Diese Übersetzung ist problematisch, da der Mensch auch rein physikalische Effekte zur Herstellung von Fasern ausnutzen kann (Beispiel Glasfasern). Der Ausdruck Chemiefaser sollte auch daher nicht verwendet werden, da alle Fasern eine chemische Zusammensetzung haben. So besteht Baumwolle etwa aus Zellulose – genau wie die vom Menschen hergestellte Viskose.
An dieser Stelle sollen die Fasern daher in Naturfasern und Kunstfasern (engl.: man-made fibres) eingeteilt werden.
Als Kunstfasern sind demnach sowohl Fasern aus nativen (pflanzlichen oder animalischen) wie auch synthetischen Polymeren zu verstehen.
Diese Einteilung ist an ISO 6938 und 2076 angelehnt.
Fasern können durch die unterschiedliche qualitative (Brennprobe) und quantitative Methoden bestimmt werden. Bei der Brennprobe wird die Flamme (Rußentwicklung), der Geruch, der pH-Wert des Rauchs und die Konsistenz des Rückstands beobachtet.
Naturfasern
Pflanzenfasern
Pflanzenfasern kommen bei Pflanzen als Leitbündel im Stengel oder Stamm und als Samen-Fortsätze vor.
Hier eine Liste mit der gültigen DIN-Kurzbezeichnung
- Samenfasern
- Baumwolle (CO)
- Kapok (KP)
- Bastfasern
- Brennnessel, siehe auch Nesseltuch
- Hanf (HA)
- Jute (JU)
- Leinen (Flachs) (LI)
- Ramie (RA)
- Hartfasern
- Holzfasern
- Sisal (SI)
- Fruchtfasern
- Kokos (CC)
Fasern tierischen Ursprungs
Bei Tieren bilden die Haarfollikel Fasern. Ausnahmen sind Seide (Verpackung der Raupen) und Muskelfasern, quasi-zelluläre kontraktile Bestandteile des Muskels. Fasern die sich textil nutzen lassen sind:
- Wollen und feine Tierhaare
- Wolle von Schafen (WO) (Schurwolle WV) wird meist durch jährliches Scheren gewonnen und auch als Schurwolle bezeichnet.
- Alpaka, Lama, Vikunja, Guanako sind die Haare von den gleichnamigen Lamaarten bzw. Schafkamelen. Die Haare sind fein, weich, glänzend und wenig gekräuselt.
- Angora (WA) (Haare vom Angorakaninchen), Kanin (gewöhnliche Kaninchenhaare) sind sehr fein, glatt und sehr leicht. Da sie Wasserdampf gut aufnehmen sind Stoffe aus Kanin sehr warmhaltend und rheumalindernd.
- Kaschmir (WS) gewinnt man durch Auskämmen und sortieren der Flaum- oder Grannenhaare der Kaschmirziege. Diese Haare sind so fein wie die feinste Merinowolle und Bekleidung aus Kaschmir ist deshalb fein, weich, leicht und glänzend.
- Kamelhaar (WK) ist das Flaumhaar der Kamele, die Tiere werfen es jährlich ab. Es ist sehr fein, weich und leicht gekräuselt und beigebraun.
- Mohair (WM) bezeichnet die Haare der Angora- oder Mohairziege. Sie sind lang, leicht gelockt und glänzend. Ihre Farbe ist weiß und sie filzen kaum.
- Grobe Tierhaare
- Ziegenhaar
- Rinderhaar Hier haben vor allem die Haare des Yaks eine textile Bedeutung.
- Rosshaar ist sehr grob und wurde früher als Polster und Füllung von Matratzen verwendet.
- Seiden
- Maulbeerseide (SE) (Zuchtseide) wird aus dem Kokon des Maulbeerspinners, der Seidenraupe gewonnen.
- Tussahseide (ST) (Wildseide) wird aus dem von Bäumen und Sträuchern gesammelten Kokon des wildlebenden Tussahspinners hergestellt. Da hier der Schmetterling meist ausgeschlüpft ist, sind die Fasern kürzer und nicht abhaspelbar. Eine Zucht des Tussahspinners ist bisher nicht gelungen.
- Muschelseide, römische Byssus
Mineralfasern geologischen Ursprungs
Mineralfasern (Fasern ohne organisch gebundenen Kohlenstoff) kommen natürlich praktisch nur in dieser Form vor:
- Asbest (AS)
Chemiefasern, synthetics
Es existiert eine sehr große Anzahl Handelsnamen und ehemaliger Handelsnamen, die durchwegs bekannter sind als ihre chemische Zusammensetzung. Die meisten Chemiefasern sind Polymere:
Fasern aus natürlichen Polymeren
- Zellulosische Fasern
- Viskose (CV) wird nach dem Viscoseverfahren aus reiner Zellulose, hauptsächlich aus Buchenholz gewonnen, hergestellt.
- Modal (CMD) wird nach dem modifizierten Viscoseverfahren hergestellt und hat deshalb eine höhere Festigkeit als Viskose im trockenen und nassen Zustand.
- Cupro (CUP) wird nach dem Kupferoxid-Ammoniak-Verfahren hergestellt.
- Acetat (CA) wird im Trockenspinnverfahren aus in Aceton gelöstem Zelluloseacetat ersponnen (siehe Acetat-Fasern)
- Triacetat (CTA) wird ebenfalls aus Zelluloseacetat hergestellt, hier wird jedoch in Dichlormethan gelöst.
- Papierfasern
- Cellulon
- Gummifasern
- Gummi
- Pflanzeneiweißfasern
- Tiereiweißfasern
- Kasein, Handelsnamen Lanital, Tiolan, Aralac
Fasern aus synthetischen Polymeren
- Polykondensationsfasern
- Aramid, Handelsnamen Kevlar, Nomex, Twaron hat eine sehr hohe Reißfestigkeit und wird für technische Textilien benützt.
- Polyamid (PA), Handelsnamen Nylon, Perlon, Dederon ist sehr elastisch und knittert wenig. Polyamid lässt sich durch Hitze dauerhaft verformen, dies wird beim Thermofixieren ausgenutzt.
- Polyester (PES) Handelsnamen Diolen, ... zeigt vielseitige Eigenschaften und nimmt deshalb eine Spitzenposition unter den synthetischen Fasern ein. Die Polyesterfaser ist sehr reiß- und scheuerfest und nimmt kaum Feuchtigkeit auf.
- Polymerisationsfasern
- Polyethylen (PE), Handelsname Dyneema
- Polyacrylnitril (PAN) weist einen wollähnlichen Griff und gute Licht- und Chemikalienbeständigkeit auf, Handelsname z.B. Dralon
- Polypropylen (PP) leichteste Textilfaser überhaupt, mit guter Scheuerfestigkeit und praktisch keiner Wasseraufnahme, durch Kochfestigkeit gute Pflegeeigenschaften, elastisch, im Sportfunktions- und Unterwäschebereich häufig eingesetzt, Handelnamen z.B. Polycolon
- Modacryl sind veränderte Acrylfasern und unter anderem flammhemmend. Sie werden deshalb zu Schutzbekleidung verarbeitet.
- Polyvinylchlorid (Bei Fasern CLF sonst PVC) ist gut warmhaltend und wird für Rheumawäsche eingesetzt.
- Polytetrafluorethylen, Handelsnamen Teflon ist wasserabweisend und kaum färbbar. Es wird als Folie mit Mikroöffnungen in Wetterschutzbekleidung, Handelsname Gore-Tex verarbeitet.
- Polyethylenterephthalat, ein thermoplastisches Polyester, Handelsnamen Trevira
- Polyadditionsfasern
- Polyurethan (EL) als Elastomer, Handelnamen Spandex, Lycra, Elastan, Dorlastan. Elastan besteht aus mindestens 85% Polyurethan und hat eine sehr hohe elastische Dehnung. Da es in Vergleich zu Gummi gut anfärbbar ist, wird es meist in Verbindung mit anderen Fasern für dehnbare Gewebe, Badebekleidung und Strümpfe, eingesetzt. Elastodien hat für den textilen Einsatz praktisch keine Bedeutung.
Anorganische Chemiefasern
- Glasfasern (GF) sind nur sehr wenig dehnbar und spröde. Sie werden u.a. in Dekostoffen und für die Inneneinrichtung benützt. In großem Maße werden sie zur Verstärkung von Kunststoffen und in technischen Textilien eingesetzt.
- Kohlenstofffasern (CF) sind sehr leicht und haben eine hohe Festigkeit. Sie werden ebenfalls zur Verstärkung von Kunststoffen und in technischen Textilien eingesetzt.
- Metallfaser (MTF), sehr dünner Draht
- Keramikfasern bilden eine spezielle Klasse von anorganischen Fasern. Sie bestehen aus einer faserförmigen Keramikstruktur. Sie kommen als oxidische (Aluminiumoxide, Mullite, Yttriumoxide) und nichtoxidische (SiC, SiCN, SiBCN) Fasertypen vor. Ihr Haupteinsatzgebiet liegt bei Hochtemperaturanwendungen für Dämmstoffe (bei Kurzfasern) und als Verstärkungsfasern in hochbelasteten Kompositen.
- Nanotubefasern bestehen nahezu vollständig aus Kohlenstoffnanoröhren (engl. nanotubes). Sie besitzen sehr hohe Festigkeiten und sind noch in einem frühen Entwicklungsstadien. Die NASA untersucht deartige Fasersysteme zum Bau von Weltraumliften.
Fasermischungen
Es ist heute üblich, für textile Anwendungen Fasern zu mischen. Ziel ist immer, ein besseres Garn zu bekommen. Hier wird einerseits versucht, bessere Gebrauchseigenschaften, bessere bekleidungsphysiologische oder bessere Pflegeeigenschaften zu erhalten. Auf der anderen Seite versucht man eine Veränderung des Aussehens oder eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Von der Verarbeitung sind Gemische schwieriger zu handhaben als pure Fasern.
- Vigogne ist eine Mischung aus Wolle und Viskose
Textile Eignung
Fasern, die zu Kleidern verarbeitet werden sollen, sollten einen Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer haben, da sie sich sonst unangenehm hart anfühlen. Daher werden sämtliche Bastfasern heute nicht mehr für Kleider verwendet, sondern für technische Textilien wie Verpackungen oder Dämmmatten.
Kunstfasern aus Polymeren eignen sich sehr gut für Textilien, für Kleidung wie für technische Anwendungen. Da die Fasern eigens hergestellt werden, kann ihre Form, Dicke und Länge fast frei gewählt werden.
Glasfasern und Kohlenstofffasern werden zu Gewebe (Textil), zu Gewebe (Technik) oder zu Vliesstoff verarbeitet; meist um sie später zu nichttextilen Faserverbundwerkstoffen weiterzuverarbeiten, selten um sie direkt in dieser Form einzusetzen. Beispielsweise werden Glasfasergewebe als temperaturbeständige Isolierung für Kabel eingesetzt.
Dünne Metalldrähte spielen eine erhebliche Rolle bei der Herstellung von Kabeln, wo sie meist geflochten werden.
Sollen Fasern textil verwendet werden, müssen sie gesponnen werden. Ausnahme: Vliesstoff und Filamente.
Siehe auch
- Faser (Mathematik)
Weblinks
- [http://www.stofflexikon.com Stofflexikon]
- [http://www.dfv-fachmedien.com/cfl/lexicon.php Chemiefaserlexikon]
- [http://www.hausarbeiten.de/download/20415.pdf Chemie der Textilfaser (pdf)]
Kategorie:Zellbiologie
!
ja:繊維
Baum
Als Baum wird in der Botanik eine ausdauernde (mehrjährige) Pflanze bezeichnet, die einen deutlich erkennbaren aufrechten verholzten Stamm besitzt, der aus einer Wurzel emporsteigt und an dem sich oberirdisch Äste befinden, die wiederum Zweige ausbilden.
Die Zweige verlängern sich jedes Jahr durch Austreiben von Endknospen, verholzen dabei und nehmen kontinuierlich an Dicke und Umfang zu. Das besondere Merkmal des Baumes ist, dass sein holziger Stamm erst in einer gewissen Höhe eine aus blättertragenden Ästen bestehende Krone entwickelt.
Pflanzengruppen, bei denen Stämme vorkommen
Krone
Baumförmige Lebensformen kommen in fünf verschiedenen Pflanzengruppen vor:
Echte Bäume sind die Laubbäume (aus den Bedecktsamern) sowie die Nadelbäume (aus den Nadelholzgewächsen). Beide Pflanzengruppen haben verholzte Stämme.
Daneben kommen drei kleinere Pflanzengruppen vor, die baumartige Strukturen ausbilden: die Palmen, die Palmfarne und die Baumfarne.
Diese drei Gruppen besitzen kein echtes Holz mit Dickenwachstum.
Daher ist der Stammdurchmesser (von unten nach oben) auch relativ gleichmäßig.
Der Stamm entsteht aus den Blattansätzen. Per Definition von Baum sind Palmen, Palmfarne und Baumfarne keine echten Bäume, sondern baumförmige Lebensformen.
Die Baumform findet sich hauptsächlich in rund 50 höheren Pflanzenfamilien. Dagegen fehlt die Baumform bei Algen, Moosen, Liliengewächsen, Iridaceae, Hydrocharitaceae, Orchideen, Chenopodiaceae, Primelgewächsen und meist auch bei den Lamiales, Convolvulaceae, Enziangewächsen, Glockenblumengewächsen, Cucurbitaceae, Doldengewächsen, Saxifragaceae, Papaveraceae, Ranunculaceae oder Caryophyllaceae..
Die besonderen Merkmale der Bäume
Die Blätter
Die Gestaltverhältnisse der Blätter sind wichtige Merkmale, um den Baum an seinem Laub zu erkennen. Es kann ein Baum entweder Laubblätter von unterschiedlicher, meist charakteristischer Form oder Nadelblätter tragen.
Nicht minder brauchbar zur Unterscheidung im winterlichen Zustand sind die Knospen des Baums. Manche Bäume sind überdies mit Dornen ausgestattet. Dies sind entweder kurze Zweige, die mit dorniger Spitze enden wie beim Weißdorn und bei den wilden Formen der Obstbäume, oder es sind stachelartig ausgebildete Nebenblätter wie etwa bei der Gewöhnlichen Robinie.
Gewöhnlichen Robinie
Gewöhnlichen Robinie
Die Blüten
Die Blüten der Bäume aus gemäßigten Breiten sind manchmal verhältnismäßig unscheinbar, bei einigen Taxa sind einzelne Blütenblattkreise reduziert. Einige Baumarten gemäßigter Breiten haben eingeschlechtliche Blüten. Dabei sitzen die Blüten beider Geschlechter entweder auf demselben Baum (einhäusig) (wie bei der Eiche, Buche, Hainbuche, Birke, Erle und beim Nussbaum) oder auf verschiedenen (zweihäusig), so dass man männliche und weibliche Bäume zu unterscheiden hat (zum Beispiel bei Weiden und Pappeln). Andere Bäume haben Zwitterblüten, und diese besitzen vielfach farbige Blütenblätter, wie die Obstbäume, die Rosskastanie und viele Bäume der wärmeren Klimate.
Ein Europäischer Laubbaum besitzt durchschnittlich 30.000 Blätter
Frucht- und Samenbildung
Die Frucht- und Samenbildung zeigt weniger Eigentümlichkeiten. Bei den meisten fällt die Reife in den Sommer oder Herbst desselben Jahres; nur bei den Kiefernarten erlangen die Samen und die sie enthaltenden Zapfen erst im zweiten Herbst nach der Blüte vollständige Ausbildung.
Die Früchte sind meistens nussartig mit einem einzigen ausgebildeten Samen, oder sie zerfallen in mehrere einsamige nussartige Teile, wie bei den Ahornen. Saftige Steinfrüchte, ebenfalls mit einem oder wenigen Samen, finden sich bei den Obstbäumen, Kapseln mit zahlreichen Samen bei den Weiden und Pappeln.
Morphologie baumförmiger Lebensformen
Baumförmige Lebensformen haben eine unterschiedliche Morphologie (inneren Aufbau), und damit hängt zum Teil auch das charakteristische Aussehen zusammen.
Bei den baumartigen Farnen und den meisten Palmen findet sich ein einfacher Stamm, der mit einer einzigen großen Gipfelknospe endigt und daher keine Äste bildet und am Ende mit seinen dicht übereinander stehenden riesenhaften, meist gefiederten Blättern besetzt ist. Es sind damit per Definion keine echten Bäume.
Bei den echten Bäumen wächst der Spross des Keimpflänzchens heran zum Anfang des künftigen Baumstammes. Bei den Wuchsverhältnissen der Stämme bemerkt man aber in der Regel schon von den ersten Lebensjahren an zahlreiche Unterschiede.
Entweder bildet sich der Spross an der Spitze durch seine dauernd erhalten bleibende Gipfelknospe regelmäßig weiter und wird zum geraden, bis zur höchsten Spitze durchgehenden Baumstamm, wie beispielsweise bei der Fichte, Tanne und Lärche, an welchen sich dann seitlich die zahlreichen horizontal abgehenden Äste ansetzen, wodurch die Krone die pyramidenförmige Gestalt erhält, die schlanker wird, wenn sich auch die Äste steil am Stamm aufwärts richten, wie bei der italienischen Pappel.
Oder der Stamm zeigt zwar auch längere Zeit dieses Verhalten, doch später folgen ihm einer oder mehrere seiner Äste in bald schrägerer, bald steilerer Richtung sowohl im Höhenwuchs als in der Erstarkung nach oder überholen ihn oder übernehmen nach gänzlicher Unterdrückung des Hauptstammes allein die Fortbildung, so dass also der Stamm nicht bis in den Gipfel reicht, sondern sich in seiner Krone in mehrere starke Hauptäste teilt, wie bei der Kiefer, der Pappel, der Eiche, dem Apfelbaum und vielen anderen Bäumen.
Oder es verliert der Hauptspross schon in den ersten Lebensjahren die Zellteilungsfähigkeit der Endknospe. Die Seitenknospen übernehmen das Hauptwachstum und es bilden sich Seitenäste. Da dies alljährlich geschieht, baut sich hier der Stamm aus so vielen einzelnen auseinander hervorgegangen Ästen verschiedenen Grades auf, wie er Jahre alt ist, und erscheint dann im erwachsenen Zustand ebenso regelmäßig und gerade wie diejenigen Stämme, welche durch stetige Verlängerung einer Hauptachse gebildet sind. Diese Stammbildung ist charakteristisch für die Ulme, Buche, Hainbuche, Linde.
Hinsichtlich des inneren Baues des Baumstammes weichen die zu den Einkeimblättrigen gehörigen baumförmigen Lebensformen, nämlich die Palmen, von den echten Bäumen erheblich ab. Bei ersteren stehen die Gefäßbündel im Grundgewebe zerstreut, weshalb es auch keinen Kambiumring, keinen Holzzylinder und somit auch kein fortdauerndes Dickenwachstum des Stammes gibt.
Bei den zu den Dikotyledonen gehörigen Bäumen besitzt der Stamm schon in der frühesten Jugend als dünner Stängel einen unter der Rinde gelegenen Kreis von Leitbündeln, welcher den Rindenbereich vom innen liegenden Mark scheidet.
Dieser Leitbündelring stellt in seiner inneren, dem Mark anliegenden Hälfte das Holz und im äußeren, an die Rinde angrenzenden Teil den Bast dar; zwischen beiden zieht sich der Kambiumring hindurch.
Dieser wird aus zarten, saftreichen, sich ständig teilenden Zellen gebildet und vergrößert durch seinen laufenden Zellvermehrungsprozess die beiderseits ihm anliegenden Gewebe. So wird alljährlich an der Außenseite des Holzringes eine neue Zone Holzgewebe angelegt, wodurch die Jahresringe des auf diese Weise erstarkenden Holzkörpers entstehen, die man als konzentrische Linien am Stammquerschnitt wahrnimmt.
Andererseits erhält aber auch der weiter außen liegende Bast an seiner Innenseite einen jährlichen, wenn auch weit geringeren Zuwachs. Auf diese Weise kommt die dauernde Verdickung des Stammes und aller seiner Äste sowie auch der Wurzeln zustande.
Einzeln stehende oder zusammen stehende Bäume
Jahresring
Von großem Einfluss auf die Wuchsform ist bei allen Bäumen der Umstand, ob sie frei stehen oder eng mit anderen Bäumen zusammen aufgewachsen sind. So kann zum Beispiel bei der Rotbuche, wenn sie frei steht, eine Krone schon in geringer Entfernung vom Boden entstehen, indem hier nicht selten wenig über Mannshöhe die ersten, horizontal ausstreichenden Äste sich am Stamm ausbilden.
Im geschlossenen Rotbuchenwald dagegen tragen die säulenförmigen Stämme erst in sehr beträchtlicher Höhe spitzbogenartig aufstrebende Äste, auf denen sich erst dann das Laubdach über den hohen Säulenhallen ausbreitet.
Ähnliche Verhältnisse zeigen auch meistens die anderen Bäume bei freiem und bei geschlossenem Stand. Daneben finden sich bei einigen Varietäten auch so genannte "Trauerbäume", bei denen sämtliche Zweige zur Erde niederwachsen. Die bekannteste "trauernde" Varietät ist die Traueresche; doch kennt man auch bei vielen anderen Bäumen "Trauerbäume", so beispielsweise die Trauerbuche oder ähnliche Formen bei den Birken, Ulmen, Linden, Weiden, etc.
Die Wurzel
Auch in der Wurzelbildung unterscheiden sich die Bäume. Manche behalten die Hauptwurzel, die sich am Keimpflänzchen entwickelt, ihr ganzes Leben hindurch. Die Hauptwurzel wächst dann als gerade, dicke Pfahlwurzel tief in den Boden hinab, was besonders für die Eiche charakteristisch ist.
In anderen Fällen bleibt die Pfahlwurzel frühzeitig zurück; aus dem Stock entwickeln sich mehrere Seitenwurzeln, und diese wachsen entweder auch zu beträchtlicher Tiefe in schiefer Richtung in den Boden hinein, wie zum Beispiel bei der Linde, oder sie halten sich nur oberflächlich und breiten sich dabei oft weit im Umkreis aus, wie bei den Pappelarten.
Überdies erzeugt ein stets lockerer und tiefgrundiger Boden eine tiefere Wurzelausbildung. Ist die Bodenbeschaffenheit dagegen bindiger und flachgrundiger, kommt es zu einer oberflächlicheren Wurzelausbildung. Bei einigen Baumarten bilden diese flachen Wurzeln neue Triebe aus, so genannte Wurzelbrut.
Die einkeimblättrigen baumförmigen Lebensformen haben nie eine Pfahlwurzel; ihr Stamm endet nahe unter der Bodenfläche und ist mit seitlich aus ihm hervorkommenden Nebenwurzeln im Erdreich befestigt.
Das Alter, der Stammumfang und die Höhe der Bäume
einkeimblättrigen
einkeimblättrigen
Die Bäume können bei ungestörter Vegetation und unter günstigen Verhältnissen ein außerordentliches Alter erreichen. Mit dem hohem Alter, das oft mehrere Jahrhunderte betragen kann, ist in der Regel eine ungewöhnliche Dicke des Stammes, aber nicht immer eine entsprechende Höhe verknüpft.
- Siehe auch: Markante und alte Baumexemplare in Deutschland
Bäume in unterschiedlichen Klimaten
In den Tropen findet sich der üppigste Baumwuchs; zudem sind es lauter eigentümliche Baumarten, welche dort die Urwälder bilden. Sie gehören vorzugsweise den Familien der Palmen, Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), Brennnesselgewächse (Urticaceae), Seifenbaumgewächse (Sapindaceae), Bombacaceae, Byttneriaceae, Mahagonigewächse (Meliaceae), Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und Sapotaceae an.
In der subtropischen Zone findet man Bäume unter den immergrünen Myrtengewächsen (Myrtaceae) und Lorbeergewächsen (Lauraceae) sowie Silberbaumgewächsen (Proteaceae), denen sich in der wärmeren gemäßigten Zone andere immergrüne Bäume anschließen, so die immergrünen Eichen, Granatbäume, Orangen und Zitronen, Ölbäume, Feigen sowie Myrte und Lorbeer. Dagegen sind in der kälteren gemäßigten Zone die laubwechselnden Bäume vorherrschend. Eichen- und Buchenwälder, Linden, Ulmen, Eschen, Pappeln, Weiden sind hier charakteristisch.
Und obgleich auch hier bereits Nadelhölzer in zusammenhängenden Waldungen auftreten, werden diese doch erst in der subarktischen Zone eigentlich vorherrschend, wo die Laubbäume einer nach dem anderen verschwinden.
Überhaupt werden die Bäume, je mehr man sich den Polarkreisen nähert, geringer an Zahl und kleiner. Eichen, Linden, Eschen, Ahorne und Buchen hören in Schweden schon diesseits des 64. Grades nördlicher Breite auf.
Jenseits dieser Breite besteht die Baumvegetation hauptsächlich aus Fichten und Tannen, die in zusammenhängenden Waldungen nordöstlich noch über den 60. Grad hinausreichen, sowie aus Birken, die in zusammenhängenden Waldungen sich fast bis zum 71. Grad nördlicher Breite erstrecken, und zum Teil aus Ellern und Weiden.
Auch die Höhe über dem Meeresspiegel hat auf die Ausbreitung und Höhe der Baume, natürlich im Verhältnis zur Entfernung vom Äquator und zum Klima, bedeutenden Einfluss. In den Anden finden sich noch bis 94 m unter der Schneelinie ansehnliche Bäume; bis 2825 m Höhe gedeihen noch Wachspalmen, mehrere Cinchonen und Eskallonien. Unter 30 Grad nördlicher Breite, wo die Schneegrenze bei 4048-4080 m liegt, kommen auf dem Himalaja, nördlich von Indien, noch in 3766 m Höhe Baumgruppen vor, die aus Eichen und Fichten bestehen.
Ebenso sind in Mexiko, unter 25-28 Grad nördlicher Breite, die Gebirge bis 3766 m mit Fichten und bis 2825 m hoch mit mexikanischen Eichen bedeckt. In den Alpen des mittleren Europa hört der Holzwuchs bei einer Höhe von 1570 m, im Riesengebirge bei 1193 m und auf dem Brocken bei 1005 m auf.
Eichen und Tannen stehen auf den Pyrenäen noch bis zu einer Höhe von 1883 m; dagegen wächst die Fichte auf dem Sulitelma in Lappland, bei 68 Grad nördlicher Breite, kaum in einer Höhe von 188 m, die Birke kaum in einer von 376 m.
Schäden an Bäumen
Birke
Schäden an Bäumen sind Insektenschäden, Windbruch (Baumteile brechen ab), Windwurf (der Baum wird mit den Wurzeln aus dem Boden gehebelt), Schneebruch (Baumteile unter schweren Schneelasten brechen ab), Blitzschaden (Stammteile werden abgesprengt), Frost (Trockenschaden durch Transpiration bei gefrorenem Boden, Stammrisse) und bei Jungbäumen übermäßiger Wildverbiss. Die verschiedenen Krankheiten, von denen Bäume befallen werden können, bezeichnet man als Brand, Krebs, Grind oder Schorf, Baumkrätze, Rost, Mehltau, Rot- oder Kernfäule, Gelbsucht, Harzfluss, Gummifluss, Darrsucht, Wassersucht sowie das Aufspringen der Rinde.
Missbildungen an Bäumen sind die Maserkröpfe, die Hexenbesen oder Wetterbüsche sowie die Gallen.
Anbau von Bäumen
Baumkultur zum Zweck der Gewinnung von Holz, Zweigen, Rinden, Laub, Blüten, Früchten, Samen oder einzelnen chemischen Bestandteilen (Terpentin, Zucker, Kautschuk, Balsame, Alkaloide etc.) bildet einen Teilbereich der Forstwirtschaft, der Landschafts- und Nutzgärtnerei. Dieser Anbau erfolgt auch heute häufig noch in Form von Plantagen. Zurückgegangen ist dagegen die Nutzung von Streuobstwiesen, die früher in vielen Gebieten Mitteleuropas landschaftsprägend waren.
Mit der Lehre von den Bäumen (Gehölzen), welche in einem bestimmten Land im Freien gedeihen, beschäftigt sich die Dendrologie. Anpflanzungen von Bäumen in systematischer oder pflanzengeographischer Anordnung, die Arboreten, dienen ihr zu Beobachtungs- und Versuchszwecken. Bäume können vegetativ, das heißt durch Pflanzenteile, oder generativ durch Aussaat vermehrt werden. Bei der Pflanzung von Gehölzen in Garten und Landschaft sollten Pflanzregeln eingehalten werden.
Der Baum als „chemische Fabrik“
Pflanzregel
Am Beispiel einer 80jährigen Rotbuche wird deutlich, wieso ein Baum als „chemische Fabrik“ bezeichnet werden kann:
In diesem Lebensalter ist der Baum 25 m hoch und seine Baumkrone mit einem Durchmesser von 15 m beschattet eine Standfläche von 160 m². In ihren 2.700 m³ Rauminhalt finden sich 800.000 Blätter mit einer gesamten Blattoberfläche von 1.600 m², deren Zellwände zusammen 160.000 m² Fläche betragen.
Pro Stunde verbraucht diese Buche 2,352 kg Kohlendioxid, 0,96 kg Wasser und 25.435 Joule, im gleichen Zeitraum stellt sie 1,6 kg Traubenzucker her und deckt mit 1,712 kg Sauerstoff den Verbrauch von 10 Menschen. In 80 Jahren hat sie somit 40.000.000 m³ Luft verarbeitet.
Die 15 m³ Holz des Baumes wiegen trocken 12.000 kg, allein 6.000 kg davon sind Kohlenstoff.
In Mitteleuropa heimische und häufige Baumarten
Zu den in Mitteleuropa heimischen Laubbäumen zählen die Ahorne, Birken, Buchen, Eichen, Erlen, Eschen, Linden, Mehlbeeren, Pappeln, Ulmen, Weiden, Walnussbaum und viele Obstbäume.
Typische Nadelbäume sind die Eiben, Fichten, Kiefern, Lärchen, Tannen und Zypressen.
Der in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Baum, der in diesem Gebiet ursprünglich nicht beheimatet ist, ist die Gewöhnliche Robinie. Sie zählt ebenso wie beispielsweise die Späte Traubenkirsche zu den Neophyten.
Eine detailliertere Aufstellung bietet die Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa.
Extreme Bäume
Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa]
- Der höchste Baum der Welt ist ein Küstenmammutbaum Sequoia sempervirens mit 112,8 m aus Kalifornien
- Die niedrigsten Bäume sind Bonsais, die durch menschliche Eingriffe künstlich klein gehalten werden.
- Die ältesten Bäume sind 4700 Jahre alte Grannenkiefern (Pinus longaeva, Bristlecone Pines) in den White Mountains in Kalifornien. Die Mitarbeiter des Champion Tree Projektes klonen in den USA alte Bäume.
- Der dickste Baum ist der Ahuehuete - Baum in Santa Maria de Tule im Mexikanischen Staat Oaxaca, eine Sumpfzypressenart (Taxodium mucronatum). Sein Durchmesser an der dicksten Stelle beträgt 11,42 m.
- Die winterhärtesten Bäume sind die Dahurische Lärche (Larix gmelinii) und der Ostasiatische Zwerg-Kiefer (Pinus pumila): Sie widerstehen Temperaturen bis zu -70° C.
- Die Dahurische Lärche ist auch jener Baum, der am weitesten im Norden überleben kann: 72° 30' N, 102° 27' O.
- Der Baum, der die dünnste Luft atmet, ist die Schuppenrindige Tanne Abies squamata: sie wächst auf 4600m Seehöhe am Osthimalaya in Sichuan.
- Das leichteste Holz ist jenes des Balsabaumes
- Bäume, die bis dahin kahle Flächen besiedeln können, so genannte Pionierbäume sind zum Beispiel bestimmte Birken- und Pappelarten.
Bäume und Menschen
:Kein anderes Geschöpf ist mit dem Geschick der Menschheit so vielfältig, so eng verknüpft wie der Baum.
schrieb der Historiker Alexander Demandt und hat dem Baum mit Über allen Wipfeln - Der Baum in der Kulturgeschichte ein umfangreiches Werk gewidmet. Für ihn beginnt die Kulturgeschichte mit dem Feuer, das der Blitz in die Bäume schlug und mit dem Werkzeug, für das Holz zu allen Zeiten unentbehrlich war.
Alexander Demandt, Wallraf-Richartz-Museum]]
Dieser Bedeutung entsprechend ist auch ein vielfältiges Brauchtum mit dem Baum verknüpft. Das reicht vom Baum, der zur Geburt eines Kindes zu pflanzen ist über den Maibaum, der in manchen Regionen immer noch in der Nacht zum ersten Mai der Liebsten verehrt, dem Kirmesbaum und dem Weihnachtsbaum, unter dem gefeiert und dem Richtbaum, der zur Feier eines neu errichteten Hauses auf dem Dachstuhl aufgesetzt wird bis zum Baum, der auf dem Grab gepflanzt wird. Nationen und Völkern werden bestimmte, für sie charakteristische Bäume zugeordnet. Eiche und Linde gelten als typisch „deutsche“ Bäume. Die Birke symbolisiert Russland und der Baobab gilt als der typische Baum der afrikanischen Savanne.
Unter der Gerichtslinde wurde Recht gesprochen und unter der Tanzlinde gefeiert. Kelten, Slawen, Germanen und Balten haben einst in Götterhainen Bäume verehrt und das Fällen solcher Götzenbäume ist der Stoff zahlreicher Legenden, die von der Missionisierung Nord- und Mitteleuropas berichten.
Auch in der Bibel werden Bäume immer wieder erwähnt. Das Alte wie das Neue Testament nennen unterschiedliche Baumarten wie zum Beispiel den Olivenbaum oder den Feigenbaum, mit dessen relativ großen Blättern das erste Menschenpaar Adam und Eva nach ihrem Sündenfall ihre Blöße bedeckten. Im 1. Buch Mose, der Genesis, wird in Kapitel 1 in den Versen 11 und 12 berichtet, dass Gott die Bäume und insbesondere die fruchttragenden Bäume in seiner Schöpfung der Welt hervorbrachte. Zwei Bäume jedoch spielen in der Heiligen Schrift eine entscheidende Rolle: der Baum des Lebens sowie der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. So hat der Baum auch in der christlichen Ikonographie eine besondere Bedeutung. Dem Baum als Symbol des Sündenfalls, um dessen Stamm sich eine Schlange windet steht häufig das hölzerne Kreuz als Symbol der Erlösung gegenüber. Ein dürrer und ein grünender Baum symbolisieren in den Dogmenallegorien der Reformationszeit den Alten und den Neuen Bund. In der Pflanzensymbolik haben verschiedene Baumarten wie auch ihre Blätter, Zweige und Früchte eine besondere Bedeutung. So weist die Akazie auf die Unsterblichkeit der menschlichen Seele hin, der Ölbaum auf den Frieden und ist ein altes marianisches Symbol für die Verkündigung an Maria. Der Zapfen der Pinie weist auf die lebenspendende Gnade und Kraft Gottes hin, die Stechpalme, aus deren Zweigen nach der Legende die Dornenkrone gefertigt war auf die Passion Christi.
Siehe auch
- Baum des Jahres
- Deutsches Baumarchiv
- Baumtag
- Fälltechnik
- Markante und alte Baumexemplare in Deutschland
- Baumarten
Literatur (Auswahl)
Bestimmungsbücher
- Ulrich Hecker: BLV Handbuch Bäume und Sträucher, BLV Verlag München, 1995, ISBN 3-405-14738-7
- Peter Schütt, Hans Joachim Schuck, Bernd Stimm, et al.: Lexikon der Baum- und Straucharten. Das Standardwerk der Forstbotanik - Morphologie - Pathologie - Ökologie - Systematik. Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-53-8
- Alan Mitchell, John Wilkinson und Peter Schütt: Pareys Buch der Bäume. Nadel- und Laubbäume in Europa nördlich des Mittelmeeres (OT: The Trees of Britain and Northern Europe). Paul Parey, Hamburg und Berlin 1987, ISBN 3-490-19518-3
- Peter Schütt, Hans Joachim Schuck und Bernd Stimm: Lexikon der Forstbotanik. Morphologie, Pathologie, Ökologie und Systematik wichtiger Baumarten. ecomed, Landsberg 1992, ISBN 3-609-65800-2
- Angelika Lüttig & Juliane Kasten: Hagebutte & Co - Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen, Fauna Verlag, Nottuln, 2003, ISBN 3-9359980-90-6
Kulturgeschichte
- Alexander Demandt: Über allen Wipfeln - Der Baum in der Kulturgeschichte. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-3501-1
- Federico Hindermann (Hrsg.): "Sag' ich's euch, geliebte Bäume...". Texte aus der Weltliteratur. Manesse, Zürich 1984, ISBN 3-7175-1672-8
- Doris Laudert: Mythos Baum - Was Bäume uns Menschen bedeuten: Geschichte, Brauchtum, 30 Baumporträts. BLV, München, 2001, ISBN 3-405-15350-6
- Graeme Matthews und David Bellamy: Bäume. Eine Weltreise in faszinierenden Fotos (OT: Trees of the World). BLV, München 1993, ISBN 3-405-14479-5
- Romano Guardini, Karl-Heinz Raach und Maria Pelz: Kontemplation unter Bäumen / Contemplazione sotto gli Alberi. Grünewald und Morcelliana, Mainz und Brescia 2002, ISBN 3-7867-2364-8
Weblinks
Romano Guardini
- http://www.baumkunde.de/ Baumkunde
- http://www.holzwurm-page.de/holz/baum/aufbaustamm.htm Schaubild zum Aufbau eines Baumstammes
- http://www.sdw.de Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
- http://www.baumstatik.de/ Arbeitsstelle für Baumstatik
- http://www.pilsak.de/start.htm ...von Bäumen und Wäldern
- http://www.baum-des-jahres.de/
- http://www.stihl.ch - vom Motorsägenhersteller, mit gutem Baumartenlexikon
- Informationen über verschiedene Baumarten
- http://www.baumkunde.de/baumlisten/baumliste_az.php baumkunde.de
- http://www.wald.de/wald/baeume/baeume.htm Stiftung Unternehmen Wald Deutschland e.V.
- http://bfw.ac.at/700/2092_1.html Bundesamt für Wald Österreich
- für Kinder und Jugendliche: http://www.zzzebra.de/index.asp?themaid=248
- Informationen über seltene mitteleuropäische Baumarten:
- [http://www.wald-in-not.de/seiten/band13.html - "Seltene Bäume in unseren Wäldern – Erkennen, Erhalten, Nutzen"]
- [http://www.genres.de/fgr/loebf/dez41/veroeffentlichungen.html - Merkblätter zur Arterhaltung (NRW)]
- [http://www.seba.ethz.ch/homed.htm - Projekt Förderung seltener Baumarten (Schweiz)]
Kategorie:Pflanzentyp
ja:木
ms:Pokok
simple:Tree
th:ต้นไม้
StrauchDer Begriff Strauch (v. mittelhochdeutsch struch: Emporstarrendes) bezeichnet eine Wuchsform von Pflanzen.
Sträucher unterscheiden sich von Bäumen durch ihre geringere Größe sowie die höhere Anzahl der aus dem Boden wachsenden Stämme.
Ein Strauch ist eine ausdauernde (mehrjährige) Gehölzpflanze, die bodendeckend oder aufrecht wächst. Sträucher können einen oder mehrere aufrechte Stämme haben, von denen Verzweigungen ausgehen, an denen sich Blätter (bzw. Nadeln) befinden.
Sie können laub(ab)werfend (auch: "sommergrün"), halbimmergrün (auch: "wintergrün") oder immergrün sein.
Blüten- und Decksträucher
- Bartblume (caryopteris)
- Besenginster (cytisus scoparius)
- Buchsbaum (buxus)
- Eiben (taxus)
- Faulbaum (frangula alnus)
- Flieder (syringa)
- Forsythie (forsythia)
- Gewöhnlicher Schneeball (viburnum opulus)
- Haselnuss (corylus)
- Hortensie (hydrangea)
- Johannisbeere (ribes)
- Kirschlorbeer (prunus laurocerasus)
- Korkspindel (euonymus alatus)
- Liguster (ligustrum)
- Ölweide (elaeagus x ebbingei)
- Gewöhnlicher Spindelstrauch (euonymus europaens)
- Schneebeere
- Spiersträucher ((spiraea))
Bodendeckende Sträucher (Zwergsträucher)
- Besenheide (calluna vulgaris)
- Efeu (hedera helix)
- Geißblatt
- Heckenkirsche
Persönlichkeiten namens Strauch
- Aegidius Strauch (1632-1692), ev. Theologe
- Eduard Strauch
- Peter Strauch
Siehe auch
Baum, Staude, Park, Garten, Landschaftsgestaltung
Kategorie:Pflanzentyp
simple:Bush
WachsWachse sind eine Klasse von Stoffen, die durch ihre mechanisch-physikalischen Eigenschaften definiert werden, da die chemische Zusammensetzung verschiedener Wachse sehr unterschiedlich ist. Ein Stoff wird als Wachs bezeichnet, wenn er bei 20 °C knetbar, fest bis brüchig hart ist, eine grobe bis feinkristalline Struktur aufweist, farblich durchscheinend bis opak, aber nicht glasartig ist, über 40 °C ohne Zersetzung schmilzt, wenig oberhalb des Schmelzpunktes leicht flüssig (wenig viskos) ist, eine stark temperaturabhängige Konsistenz und Löslichkeit aufweist sowie unter leichtem Druck polierbar ist.
Sind mehr als eine der oben aufgeführten Eigenschaften nicht erfüllt, ist der Stoff kein Wachs. (Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft)
Eigenschaften
Wachse sind bei Raumtemperatur meist formbar bis knetbar, können aber auch fest und spröde sein. Optisch zeichnet sich das wachsartige Aussehen durch eine stumpfe Durchsichtigkeit bis milchige Trübung aus. Wachse schmelzen meist ab 35 bis 40 °C.
Da sie ein Stoffgemisch darstellen, haben sie meist keinen definierten Schmelzpunkt sondern ein gewissen Temperaturbereich, Schmelzintervall oder Erstarrungsintervall genannt.
Wachse sind wasserabweisend, reaktionsträge, brennen aber bei höherer Temperatur.
Wachsarten
- Tierische und pflanzliche Wachse (tierisch: Walrat, Bienenwachs; pflanzlich: Carnaubawachs aus der brasilianischen Wachspalme, einer Fächerpalme, Zuckerrohrwachs) bestehen überwiegend aus Estern höherer Fettsäuren (wie z. B. Palmitinsäure) mit höheren Alkoholen (meist Cetylalkohol, Myricylalkohol). Bienenwachs wird für Kerzen verwendet. Blätter und Früchte sind durch Wachsschichten vor Wasserverlust geschützt.
Eine besondere Bedeutung hat das Jojobaöl, welches eigentlich kein Öl ist, sondern chemisch betrachtet ein flüssiges Wachs, da es nicht aus Triglyceriden, sondern aus Wachsestern besteht.
- Geologisch vorkommendes Erdwachs (Ozokerit und das daraus hergestellte Ceresin) und das Erdölwachs sind Gemische fester Paraffine und dienen zur Herstellung von Vaseline.
- Künstlich hergestellte so genannten Synthetische Wachse sind zum Teil Ester, oder sie leiten sich von Polyethylen (PE) und chlorierten Kohlenwasserstoffen ab. Diese Wachsarten werden etwa in Kerzen, Schuhcreme und Möbelpolituren sowie wasserabweisende Imprägnierungen angewandt.
Verwendung
Neben den schon genannten Verwendungen für Kerzen, Polituren und Imprägnierungen (z. B. Wachspapier für Verpackungen), werden Wachse in der Gießerei und wegen der guten Formbarkeit für Wachsfiguren gebraucht. Jojobaöl (ein flüssiges Wachs) wird in der Kosmetik eingesetzt. Auch für die Batik-Kleiderfärbung wird Wachs verwendet. Am Bau werden Wachse zur Fußboden- und Holzbeschichtung eingesetzt. Polierte Wachse verleihen Oberflächen ein glänzendes Aussehen (Bohnerwachs), erleichtern aber auch die Gleitfähigkeit (Skiwachs, ferner sind frisch gewachste Böden rutschig).
Ägyptische Mumien sind mit Wachsfarben eingefärbt, diese Technik nennt sich Enkaustik. Heutzutage werden gefärbte Wachse als Wachsmalstifte verkauft.
Bienenwachs dient den Wachsmotten und dem Honiganzeiger (einer Vogelart) sogar als Nährstoff! Wegen der Ungiftigkeit der Wachse sind sie auch als Lebensmittelzusatzstoff (meist als Trennmittel) zugelassen.
Wachsfigurenkabinette wie das von Madame Tussaud's in London erfreuen sich großer Beliebtheit.
Siegelwachs wird zum Siegeln von Dokumenten verwendet.
Besonders in der Zahntechnik findet Wachs ein grosses Anwendungsgebiet.
Historisches
Wachs war schon im Altertum bekannt, nach der Sage verwendete der Vater des Ikaros Daedalos Wachs um so Federn an beider Armen zu befestigen und so wie ein Vogel zu fliehen. Ikaros kam der Sonne zu nahe, die das Wachs schmelzen ließ; er stürzte ab und ertrank im Meer.
Wachstafeln dienten in Griechenland und Rom als Schreibgrundlage für Notizen, da das Geschriebene wieder gelöscht werden konnte.
Im Mittelalter war der zuständige Handwerker ein hochangesehener Beruf: der Lebzelter. Er produzierte feine teure Kerzen (Lichtmess), Honig und Lebkuchen.
Siehe auch
- Wachs liefernde Pflanzen unter Nutzpflanzen, Wachszieher, Stearin
- Wachsmalerei
Kategorie:Stoffgemisch
ja:蝋
PolymerEin Polymer (altgriech.: poly, viel; meros, Teil) ist eine chemische Verbindung, die aus Ketten- oder verzweigten Molekülen (Makromolekülen) besteht, die aus gleichen oder gleichartigen Einheiten (den sogenannten Monomeren) bestehen. Das Adjektiv polymer bedeutet entsprechend aus vielen gleichen Teilen aufgebaut.
Ein Polymer ist ein Stoff, dessen Moleküle aus verketteten Monomereinheiten bestehen.
Dieser Stoff gilt dann als Polymer
- wenn eine einfache Gewichtsmehrheit von Molekülen mit mindestens drei Monomereinheiten enthalten ist
- welche mit einer weiteren Monomereinheit, oder einem anderen Reaktanden verknüpft sind
- und mittels Atombindung (kovalente oder Elektronenpaarbindung) eine Bindung eingegangen sind.
Ebenfalls gilt ein Stoff als Polymer, wenn davon abweichend
- weniger als eine einfache Gewichtsmehrheit von Molekülen enthalten ist
- welche in einem bestimmten Molekulargewichtsbereich liegen
- wobei die Abweichungen im Molekulargewicht im Wesentlichen auf die Unterschiede in der Anzahl der Monomereinheiten zurückgehen.
Eine Monomereinheit im Sinne dieser Begriffsbestimmung ist die gebundene Form eines Monomers in einem Polymer.
Polymerchemie
Die Kettenbildung, das heißt die Verbindung einzelner Monomere, geschieht durch Polyreaktionen wie z.B. Polymerisation, Polykondensation oder Polyaddition). Dabei verbinden sich die Monomere zu Polymeren.
Polymere aus unterschiedlich gebauten Monomeren nennt man Heteropolymere oder Copolymere.
Die meisten Kunststoffe sind Polymere, bei denen der Kohlenstoff für die molekulare Kettenbildung sorgt.
Man unterscheidet isotaktische Polymere, bei denen alle Substituenten einer Polymerkette die gleiche stereoelektronische Konformation haben, wie z.B. isotaktisches Polystyrol mit Konfiguration R-R-R-R-R-... oder S-S-S-S-S-...
Bei ataktischen Polymeren sind die Substituenten wahllos geordnet (eine Art Racemat). Als syndiotaktisch bezeichnet man Polymere, deren Substituenten abwechselnd aus R und S bestehen.
Beispiele
- Synthetische Polymere auf Kohlenstoffbasis:
- PE (Polyethylen)
- PP (Polypropylen)
- PVC (Polyvinylchlorid)
- PS (Polystyrol, besser bekannt in geschäumtem Zustand als Styropor(® BASF AG))
- PTFE (Polytetrafluorethylen, Handelsname: Teflon(® E. l. Du Pont de Nemours and Company))
- PMMA (Polymethylmethacrylat, Handelsname: Plexiglas(® Röhm GmbH & Co. KG))
- PA (Polyamid), Handelsname: Nylon)
- Polyester, zu dieser Produktgruppe gehören auch PC ( | | |