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Max Piccolomini

Max Piccolomini

Max Piccolomini ist zunächst eine literarische Figur aus Schillers "Wallenstein", ein fiktiver Oberst und Sohn von Octavio Piccolomini. Octavio Piccolomini, der Heerführer des Dreißigjährigen Krieges besaß jedoch tatsächlich einen Neffen namens Joseph (Giuseppe) Silvio Max Piccolomini. Diesen adoptierte er und setzte ihn zu seinem Erben ein. Max fiel jedoch am 6. März 1645 als Oberst in der Schlacht bei Jankau. Piccolomini, Max Piccolomini, Max Piccolomini, Max Piccolomini, Max

Literarische Figur

Literarische Figur ist ein Begriff aus der Literaturwissenschaft. Sie bezeichnet die Personen der Handlung (Personage). Eine literarische Figur lässt sich durch folgende Merkmale charakterisieren:
- äußere Erscheinung (Geschlecht, Alter, Körperbau, Aussehen, Kleidung)
- soziale Situation (Beruf, gesellschaftliche Stellung, soziale Beziehungen)
- äußeres Verhalten (Eigenarten, Gewohnheiten, Verhaltens- und Handlungsweisen, Sprache und Sprechweisen)
- psychisches Verhalten (Interessen, Gefühle, Denkweisen, Einstellungen, Triebrichtungen, Problemorientierungen)
- gesellschaftliche Bedingtheit und Wirkung (Inwiefern ist das äußere und psychische Verhalten gesellschaftlich bedingt? Wie wirkt es auf die Umwelt?)
- emotionale und soziale Beziehungen (Art des Umgangs mit anderen) In einem literarischen Werk können Personen durch zwei Arten näher dargestellt werden: Bei der „direkten Charakterisierung“ charakterisieren Romanfiguren andere oder sich selbst direkt durch Urteilsäußerungen. Der Leser hat die Subjektivität der Äußerungen der Romanfiguren zu beachten. Bei der „indirekten Charakterisierung“ charakterisieren sich die Romanfiguren durch Handlungen, Gesprächsinhalte oder die Art und Weise ihres Sprechens indirekt selbst. Der Leser muss die Wesenszüge der jeweiligen Romanfiguren selbst erschließen. Beispiele:
- Gespräch über Kunst, Politik usw. als Ansichtsäußerung
- Gespräch über Geschehnisse der Erzählhandlung als Urteilsäußerungen
- Lieblingsthemen
- Anteilnahme am Gespräch
- Lieblingswendungen
- Zitate / Sprichwörter
- Satzmuster (z. B. knappe Sätze: Militär!)
- Wortschatz (z. B. restringierter Code: soziale Unterschicht)
- Berufssprache
- Dialekt
- Umgang mit anderen

Literatur über Figuren

Nachschlagewerke?

Siehe auch:


- Erzähltheorie
- Protagonist
- Antagonist !Literarische Figur Kategorie:Literarischer Begriff

Friedrich von Schiller

Johann Christoph Friedrich Schiller, seit 1802 von Schiller (
- 10. November 1759 in Marbach am Neckar; † 9. Mai 1805 in Weimar) war ein deutscher Dichter, Dramatiker und Historiker. Er gilt neben Goethe als der bedeutendste Autor der deutschen Klassik. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Seine Balladen zählen zu den beliebtesten deutschen Gedichten. Gedicht

Leben

Herkunft, Ausbildung und erste Erfolge

Gedicht Gedicht Johann Christoph Friedrich Schiller wurde als Sohn des Wundarztes Johann Caspar Schiller und der Elisabeth Dorothea Schiller geb. Kodweiß 1759 in Marbach am Neckar geboren. Da der Vater eine Anstellung als Werbeoffizier bekam, siedelte die Familie 1763 nach Lorch über. Kurz nachdem 1766 seine Schwester Luise geboren wurde, zog die Familie nach Ludwigsburg um. Im gleichen Jahr trat Friedrich in die Lateinschule ein. Bereits mit dreizehn verfasste er die nicht erhaltenen Theaterstücke „Absalon“ und „Die Christen“. Auf herzoglichen Befehl und gegen den Willen der Eltern musste er 1773 in die Militärakademie Hohe Karlsschule in Stuttgart eintreten und begann zunächst ein Rechtsstudium. Die Zöglinge wurden mit brutalem militärischen Drill überzogen und er war vermutlich auch deshalb noch mit fünfzehn Jahren ein Bettnässer. Zweimal wurde er deswegen hart bestraft. Heimlich schnupfte er Tabak und las zusammen mit seinen Kameraden verbotene Schriften. Bettnässer Als 1775 die Akademie von Schloss Solitude in die Innenstadt von Stuttgart verlegt wurde, wechselte Schiller das Fach und begann ein Medizinstudium. Während dieser Zeit las er intensiv die Werke der Dichter des Sturm und Drang und beschäftigte sich auch mit den Gedichten des Literaturkritikers Klopstock. Im selben Jahr verfasste er das nicht erhaltene Drama „Der Student von Nassau“. 1776 erschien sein erstes gedrucktes Gedicht „Der Abend“. Er studierte die Werke Plutarchs, Shakespeares, Voltaires, Rousseaus und Goethes. Ebenfalls 1776 begann er die Arbeit an dem freiheitlichen Theaterstück „Die Räuber“. 1779 bestand er die ersten medizinischen Examen und bat um die Entlassung. Erst nach Abschluss der Dissertation durfte er die Militärakademie als Militärarzt 1780 verlassen. 1780 1781 vollendete Schiller das Theaterstück „Die Räuber“, das noch im selben Jahr anonym gedruckt wurde. Auf der Festung Hohenasperg traf er zum ersten Mal auf den dort eingekerkerten Dichter Christian Schubart. Am 13. Januar 1782 wurden „Die Räuber“ vom Mannheimer Theater erfolgreich uraufgeführt. Jubelstürme entfachte das Stück insbesondere beim jugendlichen Publikum. Auch Schiller war trotz des herzoglichen Verbots mit seinem Freund Andreas Streicher zugegen. Herzog Karl Eugen warf den unbotmäßigen Dichter darauf vierzehn Tage lang ins Gefängnis und untersagte ihm bis auf weiteres, Komödien „und dergleichen Zeugs“ zu schreiben. Freiheitsbegeisterte Jugendliche gründeten in den folgenden Monaten in Süddeutschland viele „Räuberbanden“. Am 22. September floh Schiller mit Andreas Streicher aus Stuttgart und reiste abermals nach Mannheim, wo er das Drama „Fiesko“ vorlas. Es folgten Reisen nach Frankfurt am Main, Oggersheim und Bauerbach. Ende 1782 erschien die Anthologie auf das Jahr 1782 mit 83, meist von Schiller verfassten Gedichten. Schillers Freund Streicher schilderte die Flucht in dem Buch Schillers Flucht von Stuttgart und Aufenthalt in Mannheim von 1782 bis 1785.

Unsichere Jahre

Bei seinem Aufenthalt in Bauerbach im Jahre 1783 freundete sich Schiller mit dem Bibliothekar Reinwald aus Meiningen an, mit dem er zusammenarbeitete und der später Schillers Schwester Christophine heiratete. Er vollendete dort die Arbeiten an „Kabale und Liebe“ (zuerst „Luise Millerin“ betitelt) und begann mit dem Stück „Don Carlos“. Nach seiner Rückkehr nach Mannheim erkrankte er im September 1783 am Nervenfieber (Malaria), das im damals noch sumpfigen Land heimisch war. In Mannheim arbeitete Schiller bis 1785 als Theaterdichter und lernte in dieser Zeit auch Charlotte von Kalb kennen. 1784 wurde Schillers Stück „Luise Millerin“ von August Wilhelm Iffland in „Kabale und Liebe“ umbenannt und wie auch das Drama „Fiesko“ uraufgeführt. Der Theaterintendant Wolfgang Heribert von Dalberg ließ Schiller fallen und erneuerte seinen Vertrag nicht, was dazu führte, dass Schiller sich hoch verschuldete und fast im Schuldturm landete. Schiller begann einen Briefwechsel und eine Freundschaft mit Christian Gottfried Körner aufzubauen, der von 1812 bis 1816 eine Gesamtausgabe von Schillers Werken herausgab. Herzog Carl August verlieh Schiller den Titel eines Weimarischen Rates, nachdem dieser den ersten Aufzug des „Don Juan“ während einer Vorlesung las. Im April 1785 reiste Schiller zu Körner nach Leipzig, wo dieser ihm aus der finanziellen Notlage half. Im Sommer entstand im nahegelegenen Dorf, dem heutigen Stadtteil Gohlis die „Ode an die Freude“, im Herbst folgte er Körner nach Dresden-Loschwitz. Während seines Aufenthaltes in Loschwitz lernte Schiller im gegenüber der Elbe gelegenen Dorf Blasewitz in einem Schankgut (heute Schillergarten) die Tochter des Gastwirts, Justine Segedin, kennen, die er später 1797 in „Wallensteins Lager“ als "Gustel von Blasewitz" (5. Auftritt, Ausruf des ersten Jägers) verewigte. 1786 erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitschrift Thalia die Erzählung "Verbrecher aus Infamie. Eine wahre Geschichte", die später unter dem Titel „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ veröffentlicht wurde. Am 21. Juli 1787 reiste Schiller nach Weimar und machte dort die Bekanntschaft von Herder und Wieland. Während einer Reise durch Rudolstadt lernte er Charlotte von Lengefeld und deren Schwester Caroline kennen, die unter ihrem Ehenamen Caroline von Wolzogen bekannt wurde, nachdem sie zunächst anonym in Schillers Zeitschrift "Die Horen" den Roman "Agnes von Lilien" veröffentlichte, der zeitweise sogar Schiller zugeschrieben wurde. „Don Carlos“ erschien in diesem Jahr und wurde sogleich aufgeführt. Nachdem Goethe 1788 von seiner Italienreise zurückkehrte, trafen sich beide in Rudolstadt, ohne großes Interesse füreinander zu entwickeln. Schiller beendete die Arbeiten am ersten und einzigen Band der „Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung“ und an den zwölf Briefen über „Don Carlos“.

Finanzielle Sicherung

Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung Im Jahre 1789 erhielt Schiller eine Professur in Jena – entgegen seinen Hoffnungen ohne Gehalt – und lehrte dort als Historiker, obgleich er Professor der Philosophie war. Für diese Stelle hatte er sich insbesondere mit seiner „Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande“ qualifiziert. Beliebt, wie er vor allem durch die „Räuber“ war, löste die Nachricht der Lehrtätigkeit Schillers in Jena Begeisterungsstürme aus. Die Antrittsvorlesung ("Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?") brachte den Hörsaal zum Überlaufen, und so wechselten die zahllosen Hörer zum größeren Saal. Die ganze Stadt war in Aufruhr. Im selben Jahr erschien die erste Buchausgabe des Romans „Der Geisterseher“, und Schiller freundete sich mit Wilhelm von Humboldt an. Am 22. Februar 1790 heiratete Schiller Charlotte von Lengefeld. Traupfarrer war sein Kollege, der Philosophieprofessor Carl Christian Erhard Schmid. Vieles deutete nun auf ein großes berufliches und familiäres Glück. Doch bereits 1791 erkrankte Schiller lebensgefährlich. Am 3. Januar erlitt er einen Zusammenbruch, krampfartigen Husten und zeitweiligen Ohnmachten. Zwei Wochen später, aber auch noch im Mai folgten weitere Anfälle. Schiller war vermutlich an Tuberkulose erkrankt, von der er zeitlebens nicht mehr genas. Im Jahre 1792 wurde Schiller für „Die Räuber“ neben Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Heinrich Pestalozzi, George Washington und Tadeusz Kosciuszko zum Ehrenbürger der französischen Republik. Ursache war eher Schillers Ruf als Rebell als sein tatsächliches Wirken. Er stand der französischen Revolution zwar anfangs durchaus wohlwollend gegenüber, befürchtete jedoch stets eine mögliche Wandlung von Anhängern der Freiheit zu Anhängern der Tyrannei. Tatsächlich wurde der französische König später von den Freiheitskämpfern geköpft. Schiller verabscheute diese Tat. Er vollendete die „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“; auch die Werke „Neue Thalia“ und „Über die tragische Kunst“ erschienen. französischen Revolution 1793 erschien „Über Anmut und Würde“ und er besucht seine Eltern in Ludwigsburg. Am 14. September wurde sein erstes Kind Karl Friedrich Ludwig geboren. 1794 lernte Schiller den Verleger Friedrich Cotta kennen, der sich bereit erklärte, die Monatszeitschrift „Die Horen“ und den „Musenalmanach“ herauszugeben. Von Goethe erwirkte Schiller die Zusage, sich an den „Horen“ zu beteiligen, und es entwickelte sich ein freundschaftlicher Briefwechsel zwischen den beiden. Im September 1794 verbrachte Schiller zwei Wochen in Goethes Haus. Er hielt dabei seinen gewohnten Tagesablauf bei, das hieß, er schlief bis mittags und arbeitete nachts. Im Wissen um Schillers Traditionsbewusstsein vertuschten Goethe und seine langjährige Lebensgefährtin Christiane Vulpius ihre „wilde Ehe“. Das Versteckspiel muss in den zwei Wochen einen ungewöhnlichen logistischen Aufwand im Hause Goethes verursacht haben. Christiane Vulpius und ihr fünfjähriger Sohn August blieben im eigenen Haus unsichtbar. Schiller bezeichnete die Beziehung Goethes zur Mademoiselle Vulpius als Goethes „einzige Blöße“ und kritisierte Goethe in einem Brief für „falsche Begriffe über das häusliche Glück“. Der liberale Goethe sprach schlicht von „Ehestand ohne Zeremonie“. Goethe hingegen störte sich an Schillers Leidenschaft für das Kartenspiel, wie er überhaupt auch Freunden gegenüber boshaft sein konnte (die viel kolportierte Anekdote, Schiller habe nur beim Geruch fauler Äpfel dichten können, stammt von ihm). 1795 erschien die Monatszeitschrift „Die Horen“ zum ersten Mal. Außerdem vollendete Schiller die Abhandlung „Über naive und sentimentalische Dichtung“. An der Zeitschrift wirkten die berühmtesten Schriftsteller und Philosophen dieser Zeit mit. Dazu gehörten unter anderem Johann Gottfried Herder, Johann Gottlieb Fichte, August Wilhelm Schlegel, Wilhelm von Humboldt, Alexander von Humboldt, Johann Heinrich Voß und Friedrich Hölderlin. 1796 starben Schillers Schwester Nanette und sein Vater. Sein zweiter Sohn Ernst Friedrich Wilhelm wurde geboren. Von 1796 bis 1800 gab Schiller die Literaturzeitschrift „Musenalmanach“ heraus, an der so namhafte Zeitgenossen wie Johann Wolfgang Goethe, Johann Gottfried Herder, Ludwig Tieck, Friedrich Hölderlin und August Wilhelm Schlegel mitarbeiteten. 1797 erschienen im „Musenalmanach für das Jahr 1797“ die „Xenien“, in denen Schiller und Goethe gemeinsam literarische Missstände verspotteten. Das Jahr 1797 wird auch als das "Balladenjahr" bezeichnet, da Schiller in diesem Jahr „Der Taucher“, „Der Handschuh“, „Der Ring des Polykrates“, „Der Gang nach dem Eisenhammer“ und „Die Kraniche des Ibykus“ fertig stellte. 1798 entstanden die Ballade „Die Bürgschaft“ und „Der Kampf mit dem Drachen“. Schiller wurde endlich die Urkunde zugestellt, die ihn zum Ehrenbürger der französischen Republik machte.

Weimarer Jahre

Im Jahre 1799 vollendete Schiller den „Wallenstein“, das „Lied von der Glocke“ entstand, und am 11. Oktober wurde seine Tochter Caroline Henriette Luise geboren. Am 3. Dezember zog er mit seiner Familie nach Weimar um. 1800 beendete Friedrich Schiller die Arbeit an dem Drama „Maria Stuart“. 1801 vollendete er „Die Jungfrau von Orléans“, und das Gedicht „Der Antritt des neuen Jahrhunderts“ erschien. Der Antritt des neuen Jahrhunderts Am 16. November 1802 wurde Schiller das Adelsdiplom überreicht, er durfte sich von nun an Friedrich von Schiller nennen. Im selben Jahr verstarb seine Mutter. 1803 beendete Schiller seine Arbeiten an „Die Braut von Messina“. Am 18. Februar 1804 vollendete er den „Wilhelm Tell“ und begann mit seinen Arbeiten an „Demetrius“. Schiller wurde in dieser Zeit immer öfter krank. Am 25. Juli 1804 wurde seine Tochter Emilie Friederike Henriette geboren.

Tod

Eine Falschmeldung erschütterte am 7. Oktober 1804 die Welt. Eine Zeitung verbreitete die Nachricht, Schiller sei tot. Doch im Februar 1805 erkrankte Schiller tatsächlich sehr schwer und traf am 1. Mai zum letzten Mal auf dem Weg ins Theater mit Goethe zusammen. Am 9. Mai starb Friedrich Schiller an einer vermutlich durch eine Tuberkuloseerkrankung hervorgerufenen akuten Lungenentzündung in Weimar. Er wurde obduziert. Seine Lunge schien sich völlig aufgelöst zu haben. Im Herbst 1826 entlieh sich Goethe den Schädel Schillers aus der Anna Amalia Bibliothek. Nur seinem Freund Wilhelm von Humboldt verriet er dieses Geheimnis, der es jedoch ausplauderte. Goethe nutzte den Kopf für Studien. Schillers Gebeine wurden zunächst im Kassengewölbe auf dem Jacobsfriedhof Weimar beigesetzt. Seine sterblichen Überreste wurden am 16. Dezember 1827 in die Fürstengruft auf dem neuen Weimarer Friedhof überführt, wo später auch Goethe auf eigenen Wunsch an Schillers Seite bestattet wurde Fürstengruft

Literaturgeschichtliche Bedeutung

Schiller ist ein Zeitgenosse des Übergangs vom absolutistischen zum bürgerlichen Zeitalter und der Französischen Revolution. Da sich das Bürgertum unter dem – in Deutschland kleinstaatlichen – Absolutismus nicht politisch artikulieren konnte und durfte, wurde die Literatur in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einem zentralen Medium der Entfaltung des bürgerlichen Selbstbewusstseins. Das Pathos und die Empfindsamkeit in Schillers Werken bis um 1785 sind Ausdruck der Steigerung des Menschlichen, ein Prinzip, das dem Politischen im Sinne des Absolutismus als einem Machtspiel entgegen gestellt wurde. Das Bürgerliche Trauerspiel als vorherrschendes Formelement (beziehungsweise dessen Gegensatz 'Menschliches - Machtspiel' in den frühen Dramen bis „Kabale und Liebe“) spiegelt dies wider. Nach der Periode zwischen 1785 und 1795 mit Werken wie „Don Carlos“ und grundlegenden literaturtheoretischen Abhandlungen wie „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ und „Über naive und sentimentalische Dichtung“ entstehen zwischen 1795 und 1805 vor allem Dramen, die der Weimarer Klassik zuzuordnen sind. In ihnen setzte Schiller das Programm der ästhetischen Erziehung des Menschen um – den Ausgleich von Verstand und Gefühl. Er beabsichtigte, mit der Wirkung auf das Publikum durch den Wechsel von Idyllik und Dramatik den ästhetischen Menschen zu formen – als Voraussetzung für den gewaltfreien Übergang zu einem vernünftigen Staat und als Gegenprogramm zur Französischen Revolution wie auch zur zeitgenössischen Politik, in der er nur rohe Kräfte am Werk sah. Schiller ist nicht nur Verfasser unerschöpflich bild- und sprachkräftiger Dramen wie „Die Räuber“, „Don Carlos“, „Die Jungfrau von Orleans" oder „Wilhelm Tell“, sondern auch der politische Dichter in deutscher Sprache, der die Vernunfts-, Humanitäts- und Freiheitsideale am Ende des 18. Jahrhunderts ohne Kompromisse in der Literatur zum Ausdruck brachte. In Schillers eigenen Worten gesagt ist der „Bau einer wahren politischen Freiheit„ das „vollkommenste aller Kunstwerke“ („Zweiter Brief über die ästhetische Erziehung des Menschen“).

Rezeption

Schillers Werke wurden nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern begeistert aufgenommen, so beispielsweise im noch ungeeinten, unterdrückten Italien (vgl. Giuseppe Verdi) sowie auch im zaristischen Russland. Den einen galt Schiller als Dichter der Freiheit, anderen als Verteidiger bürgerlicher Gesittung. Sein 100. Geburtstag wurde 1859 in ganz Europa gefeiert. Der Verleger Cotta verkaufte bis 1867 insgesamt 2,4 Millionen Exemplare der Werkausgabe. 1867 Das deutsche Bildungsbürgertum pflegte dann im 19. und auch im frühen 20. Jahrhundert einen zunehmend verdinglichenden Umgang mit Schillers Werken. Man lernte Schiller wie auch andere Dichter auswendig, um sich im Kampf um den sozialen Aufstieg einen komparativen Vorteil zu verschaffen - weniger, um ihn als Künstler zur Kenntnis zu nehmen (vgl. Halbbildung). Sehr geschätzt wurde er in der deutschen Arbeiterbewegung und in den Arbeiterbildungsvereinen. Auch in der DDR bemühte man sich um die ideologische Integration und machte Schiller zum Vorkämpfer des Kommunismus. Anlässlich seines 200. Geburtstages wurden 1959 aufwändige Feiern veranstaltet. Nicht das ganze Schillersche Oeuvre erfreute sich allerdings der Wertschätzung des Regimes. Das allzu freiheitliche Theaterstück „Don Carlos“ – „Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire“ – wurde in der Spätphase nicht mehr aufgeführt. Noch im Mai 1955 hatte der Schriftsteller Thomas Mann an ein besseres, humaneres Deutschland appelliert, indem er anlässlich des 150. Todestags die gleiche Rede in Weimar und Stuttgart hielt: „Versuch über Schiller - Zum 150. Todestag des Dichters“. Ab den siebziger Jahren, wohl auch im Gefolge der 68er-Bewegung, verschwand Schiller gemeinsam mit nahezu allen Dichtern der großen Epoche vom Sturm und Drang bis zum Wiener Kongress aus dem allgemeinen Bildungskanon. Nach dem Untergang des klassischen, Humboldt'schen Gymnasium werden Schillers Werke vom Lehrkörper heute eher gemieden. Die Lernenden befassen sich mit Thomas Mann, Gerhart Hauptmann und allenfalls noch mit Theodor Fontane oder Heinrich Heine. Weiter zurück reichen ihre Kenntnisse meist nicht. Im Schillerjahr 2005 wurde deutlich, dass sein Werk auch in der vereinten deutschen Republik eher kalendarisch als mit allgemeinem Zuspruch gewürdigt wurde. Die schillerbezogene Literaturwissenschaft nahm zwar neuen Aufschwung, doch die Massenmedien handelten den Gedenktag in der Hauptsache biografisch ab. In öffentlichen Veranstaltungen vermochten seine Texte allerdings durchaus Funken zu schlagen, sofern sie im Original rezitiert wurden. Hingegen riefen Travestien oder Bearbeitungen kein großes Echo hervor. Das ist literatursoziologisch interessant. Eugen Rosenstock-Huessy hat darauf hingewiesen, dass im Zuge des sozialen Wandels nach etwa 130 Jahren ganze Kulturbestände veralten und aus dem Gedächtnis der neuen Generationen verschwinden können. Angesichts dessen sind Schillers Texte wenigstens einem Teil der deutschen Bildungseliten bemerkenswert nahe - näher jedenfalls als es Schillers Zeitgenossen die damals fast vergessene deutsche Barockliteratur vor dem Dreißigjährigen Krieg war. Andererseits kann jedoch der Typus des Bildungsbürgers, der seinen Schiller intus hat, beim Theaterpublikum und der Leserschaft heute nicht mehr vorausgesetzt werden.

Schillerpreise

Folgende Schillerpreise wurden gestiftet:
- Volks-Schillerpreis
- Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg
- Schillerpreis der Stadt Mannheim
- Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar
- Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank
- Ehrengaben der Deutschen Schillerstiftung
- Schiller-Preis des Deutschen Kulturwerks Europäischen Geistes (DKEG)
- Grosser Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung
- Schiller-Ring
- Kulturpreis Friedrich S. [http://www.schatzkistl.de/kulturpreis1.html]

Werke

Dramen


- Die Räuber (darin das Hektorlied)
- Die Verschwörung des Fiesco zu Genua
- Kabale und Liebe
- Don Carlos
- Wallenstein
- Die Jungfrau von Orléans
- Die Braut von Messina
- Wilhelm Tell
- Turandot (Nach Carlo Gozzi)
- Maria Stuart
- Die Piccolomini
- Demetrius

Kleinere Werke


- Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet (1784)
- Ode an die Freude
- Resignation (1786)
- Die Huldigung der Künste (1804)
- Der Verbrecher aus verlorener Ehre
- Der Handschuh
- Der Taucher
- Der Ring des Polykrates
- Die Bürgschaft
- Das Siegesfest

Philosophische Schriften


- Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen (1792)
- Augustenburger Briefe (1793)
- Anmut und Würde (1793)
- Kallias-Briefe (1793)
- Kallias oder Über die Schönheit (n.e.)
- Die Horen (1795)
- Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795)
- Über naive und sentimentalische Dichtung (1795)
- Kleinere prosaische Schriften

Historische Werke


- Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung (1788)
- Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? (Antrittsvorlesung am 26. Mai 1789, 1790)
- Geschichte des dreißigjährigen Krieges. (1790)

Übersetzungen


- Louis Benoit Picard Der Parasit
- Shakespeare Macbeth (1800)
- Racine Phädra

Literatur


- Ludwig Börne: Dramaturgische Blätter. Über den Charakter des Wilhelm Tell in Schillers Drama, 1828, in: Sämtliche Schriften. Band I. Düsseldorf 1964
- Gert Sautermeister: Idyllik und Dramatik im Werk Friedrich Schillers. Kohlhammer, Stuttgart 1971
- Friedrich Schiller. Eine Dokumentation in Bildern. Schiller-Nationalmuseum, Marbach 1979; Lizenzausgabe Insel, Frankfurt am Main
- Arnd Meusburger: Die bürgerlichen Ideale des 18. Jahrhunderts in Schillers Dramen 1780 - 1804. Dissertation, Universität Innsbruck 1985
- Peter-André Alt: Schiller. Leben - Werk - Zeit. 2 Bände. Verlag C.H.Beck, München 2000. ISBN 3-406-45905-6 und ISBN 3-406-46225-1
- Claudia Pilling: Friedrich Schiller. Rowohlt, Reinbek 2002 ISBN 3-499-50600-9 (Biographie)
- Rüdiger Safranski: Friedrich Schiller oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus. Hanser, München 2004 ISBN 3-446-20548-9 (Biografie)
- Sigrid Damm: Das Leben des Friedrich Schiller. Insel, Frankfurt 2004 ISBN 3-458-17220-3
- Frank Druffner, Martin Schalhorn: Götterpläne und Mäusegeschäfte - Schiller 1759-1805. Marbacher Katalog 58, Marbach 2005, ISBN 3937384111
- Günther Emig und Peter Staengle: Schiller in Heilbronn. 2005.
- Jörg Aufenanger:Schiller und die zwei Schwestern . Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2004. ISBN 3-423-24446-1

Siehe auch


- Schiller-Nationalmuseum und Deutsches Literaturarchiv Marbach
- Schillers Wohnhaus in Weimar
- Schillerhaus (Leipzig)
- Schillergarten in Dresden
- Deutsche Schillergesellschaft
- Weimarer Schillerverein
- Deutsche Schillerstiftung
- Schweizerische Schillerstiftung
- Das Erhabene
- Johann Wolfgang von Goethe

Weblinks


-
- [http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_pqrs/schiller.html FU Berlin: Kommentierte Linksammlung]
- [http://www.vorleser.net/html/schiller.html kostenlose Friedrich-Schiller-Hörbücher]
- [http://www.schillerjahr2005.de Schillerjahr 2005]
- [http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=2830 Deutscher Bildungsserver: Dossier zum Schiller-Jahr]
- [http://www.lesen-in-deutschland.de/html/content.php?object=journal&lid=585 Portal Lesen in Deutschland: „Deutschland im Schillerfieber“]
- [http://schiller.ard.de Schiller entdecken, Das ARD-Special zum Schiller-Jahr]
- [http://home.arcor.de/blasewitz/geschichte/gustel/gustel.htm Schiller und die Gustel von Blasewitz]
- [http://www.schiller-multimedial.de Schiller Multimedial]
- [http://german.imdb.com/title/tt0458469/ TV-Film Schiller bei IMDb]

Werke im Volltext


-
- [http://www.wissen-im-netz.info/literatur/schiller/werke.htm Wissen im Netz]
- [http://meister.igl.uni-freiburg.de/gedichte/#Schiller Gedichte]
- [http://www.pantoia.de/Schiller/SSGDL/index.html Gedichte, Deutsch-Lateinisch] Schiller, Friedrich Schiller, Friedrich Schiller, Friedrich Schiller, Friedrich Schiller, Friedrich Schiller, Friedrich Schiller, Friedrich Schiller, Friedrich ja:フリードリヒ・フォン・シラー

Wallenstein (Schiller)

Wallenstein ist die gängige Bezeichnung für eine Dramen-Trilogie von Friedrich Schiller. Sie besteht aus den Werken Wallensteins Lager, Die Piccolomini und Wallensteins Tod. Schiller behandelt in seiner Trilogie den Niedergang des berühmten Feldherren Wallenstein, wobei er sich an den realen historischen Ereignissen orientiert. Wallenstein scheitert auf dem Gipfel seiner Macht, er ist der erfolgreiche Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee, als er beginnt sich gegen seinen Kaiser Ferdinand den II. aufzulehnen. Das Werk spielt im Winter 1634 (16 Jahre nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges) in der böhmischen Stadt Pilsen, wo sich Wallenstein zu jener Zeit mit seinen Truppen aufhält. Für die letzten beiden Aufzüge wechselt der Schauplatz nach Eger, da Wallenstein dorthin flieht. Schiller vollendete diese Trilogie 1799. Hinweis: Zum besseren Verständnis der Handlung werden die Artikel über den Dreißigjährigen Krieg und über die historische Person Wallenstein empfohlen.

Zusammenfassung der Handlung

Wallensteins Lager

„Wallensteins Lager“ ist die Einleitung für die beiden folgenden Teile und ist wesentlich kürzer als diese. Während sich die Haupthandlung unter den höheren Rängen der Truppe und Adeligen abspielt, spiegelt „Wallenstein Lager“ die Stimmung des einfachen Volkes, vor allem der Soldaten im Lager Wallensteins. Die Soldaten sind begeistert von ihrem Oberbefehlshaber, der es anscheinend geschafft hat, Söldner aus ganz verschiedenen Gegenden in seiner Armee zu vereinen. Sie loben, dass er ihnen außerhalb des Kampfes viele Freiheiten lasse und sich beim Kaiser für die Armee einsetze. Über den Kaiser wird von vielen eher abschätzig gesprochen. Außerdem loben die Soldaten den Krieg, der zwar den Zivilisten schade, ihnen aber ein besseres Leben bringe. Ein Bauer beklagt, dass die Truppen ihn ausnehmen würden, ein Mönch kritisiert das gottlose Leben der Soldaten. Diese erfahren zum Schluss des ersten Teils, dass der Kaiser einen Teil der Armee einem anderen Herren unterstellen solle. Sie beschließen Max Piccolomini, einen Truppenführer, zu bitten sich bei Wallenstein dafür einzusetzen, dass der dem Wunsch des Kaisers nicht folgen solle. Detaillierte Inhaltsangabe

Die Piccolomini

Mit dem zweiten Teil beginnt die Haupthandlung der Wallenstein-Trilogie. Die Perspektive wechselt von den einfachen Soldaten zu den Führern der Truppe des Fürsten Wallenstein, dem Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee. Sie versammeln sich im Lager bei Pilsen, wo sie auf weitere Befehle warten. Größtenteils sind sie begeisterte Anhänger des Fürsten und schätzen ihn sogar mehr als den eigentlich höher gestellten Kaiser. Wallenstein liegt mit dem Kaiser im Konflikt, da er wiederholt dessen Befehlen nicht gefolgt ist. Wohl um Wallenstein zu schwächen, bekommt dieser den Befehl, einen Teil seines riesigen Heeres abzutreten. Er will das nicht hinnehmen und überlegt offiziell das Kommando über die kaiserlichen Truppen aufzugeben. Insgeheim führt er Verhandlungen mit den Gegnern des Kaisers, den Schweden. Er überlegt sich mit den Schweden gegen seinen eigenen Kaiser zu verbünden. Dazu wird er auch von seinen engsten Vertrauten Terzky, seinem Schwager, und Illo gedrängt. Diese wollen ihn zum Treuebruch gegenüber dem Kaiser bewegen. Dazu lassen sie alle Heeresführer ein Dokument unterschreiben, in dem Wallenstein Treue geschworen wird. Allerdings lassen Terzky und Illo die anderen in dem Glauben, dass in dem Dokument diese Treue zu Wallenstein eingeschränkt werde, durch die Verpflichtungen gegenüber ihrem Kaiser. In der zur Unterschrift vorgelegten Erklärung wird diese Einschränkung aber heimlich entfernt. Was Wallenstein nicht weiß: Einer seiner Vertrauten, Octavio Piccolomini, der auch Wallensteins Pläne kennt, ist weiterhin kaisertreu geblieben und spioniert für diesen. Er hat auch eine Vollmacht bekommen Wallenstein offiziell als Oberbefehlshaber abzulösen. Diese Vollmacht will er aber erst nutzen, wenn Wallenstein sich öffentlich gegen den Kaiser richtet. Kaiserlichen Spähern gelingt es, einen Zwischenhändler Wallensteins auf dem Weg zu den Schweden abzufangen. Somit steht Wallensteins Überführung kurz bevor. Die Lage spitzt sich zu, da Octavios Sohn Max Piccolomini und Wallensteins Tochter Thekla sich ineinander verlieben. Max ist ein begeisterter Anhänger Wallensteins und wird von ihm sehr fürsorglich behandelt. Er glaubt dem Vater nichts von Wallensteins Verschwörung. „Die Piccolomini“ endet mit Max´ Entschluss Wallenstein direkt nach seinen Plänen zu befragen. Dadurch soll sich für ihn entscheiden, ob er sich gegen seinen eigenen Vater stellen muss oder gegen den von ihm verehrten Wallenstein. Detaillierte Inhaltsangabe

Wallensteins Tod

Im letzten Teil der Wallenstein-Trilogie bricht der Konflikt aus, der im zweiten Teil vorbereitet wurde und führt zu einem tragischen Ende: Wallenstein erfährt, dass sein Unterhändler für die geheimen Verhandlungen mit den Schweden von kaisertreuen Soldaten abgefangen wurde. Also hat sein Kaiser nun womöglich Beweise dafür, dass Wallenstein überlegt hat sich mit den offiziellen Feinden gegen seinen Kaiser zu verbinden um ihn zu stürzen. Nach einigen Zweifeln und durch starkes Zureden von Illo, Terzky, und insbesondere dessen Frau, der Gräfin Terzky entschließt sich Wallenstein offiziell ein Bündnis mit den Schweden gegen seinen Kaiser zu schließen. Aber Octavio Piccolomini, geheimer Beauftragter des Kaisers, schafft es fast alle wichtigen Führer aus Wallensteins Armee zur Abkehr von Wallenstein zu bewegen. Insbesondere beweist er Buttler, dass Wallenstein heimlich dessen Karriere behindert hat. Der gekränkte Buttler bleibt zum Schein bei Wallenstein um sich rächen zu können. Octavios Sohn, Max Piccolomini, ist zerrissen zwischen seiner Treue zum Kaiser und seiner Bewunderung für Wallenstein, sowie seiner Liebe zu dessen Tochter Thekla. Wallenstein verstößt ihn, da er der Sohn seines Verräters ist und flieht mit seinen letzten Getreuen nach Eger. Max Piccolomini stürzt sich selbstmörderisch in einen auswegslosen Kampf gegen Wallensteins Verbündete und stirbt. Als Thekla davon erfährt, bricht sie heimlich zu Max' Grabstätte auf, um da bei ihrem Geliebten den Tod zu finden. In der Nacht ermordet Buttler Illo, Terzky und Wallenstein. Er begründet dies damit, dass sonst die Gefahr bestünde, dass Wallenstein den kaiserlichen Truppen entkommen und neue Macht sammeln könnte. Kurz nach der Tat kommt Octavio mit seinen Soldaten in Eger an. Alle sind entsetzt über den Mord am sagenumwobenen Feldherren Wallenstein. Die Gräfin Terzky tötete sich. Als Octavio kurz darauf erfährt, dass er nun Wallensteins Nachfolger als Fürst werden soll, ist er eher erschreckt als erfreut. Detaillierte Inhaltsangabe

Literatur


- Barthold Pelzer, Tragische Nemesis und historischer Sinn in Schillers Wallenstein-Trilogie. Eine rekonstruierende Lektüre; (=Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte 60); Diss. (TU Berlin), Frankfurt am Main u.a. (Peter Lang) 1997 (ISBN 3-631-31936-3)

Weblinks


- [http://www.theaterportal.de/detail_search?stueck=wallenstein 'Wallenstein' im Spielplan deutschsprachiger Bühnen]
- frei zugänglich bei [http://www.wissen-im-netz.info/literatur/schiller/wstein/index.htm www.wissen-im-netz.info] Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (18. Jh.) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Historisches Drama Kategorie:Drama

Octavio Piccolomini

Fürst Octavio Piccolomini d'Aragona, Duca d'Amalfi (
- 11. November 1599 in Florenz; † 11. August 1656 in Wien) war im Dreißigjährigen Krieg ein General Wallensteins und der Kommandeur seiner Leibgarde. Er war ein Malteser-Ritter und Herzog von Amalfi. Die Familie Piccolomini ist ein altes italienisches Geschlecht, es stammte aus Rom, ließ sich dann in Siena nieder und kam in den Besitz des Herzogtums Amalfi. Ein weiterer namhafter Namensträger der Familie ist Papst Enea Silvio (Pius II.). Der aus dem toskanischen Adelsgeschlecht stammende Octavio ist der Sohn des Generals Silvio Piccolomini und dessen Ehefrau Violanta Gerini. Octavio Piccolomini diente anfangs bei den spanischen Truppen in Mailand, kam dann mit einem von Cosimo II. von Medici, Ferdinands II. Schwager, dem Kaiser zu Hilfe geschickten Regiment nach Deutschland und machte die Schlacht am Weißen Berg mit. Piccolomini trat 1616 in das kaiserlich-habsburgische Heer ein und kämpfte nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges in Böhmen. 1625 kämpfte er in den Niederlanden. Im Kürassierregiment von Pappenheim brachte er es zum Obristleutnant, bis er 1627 zum Kommandant der Leibgarde Wallensteins ernannt wurde. Piccolomini nahm am Mantuanischen Erbfolgekrieg teil und kämpfte danach unter Wallenstein am 16. November 1632 in der Schlacht bei Lützen, in der er mehrmals verwundet wurde und sich besonders auszeichnete. In dieser Schlacht wurden drei seiner Pferde getötet, er selbst erlitt nur leichte Verletzungen. Sein diplomatisches Geschick machte ihn am Ende des Dreißigjährigen Krieges zu einem der Gewinner. Er verstand es bis zum Schluss, zwischen Wallenstein und dem Hof alle Gegebenheiten geschickt zu seinen Gunsten zu nutzen. Er, Gallas, Aldringen und Marradas waren die Verantwortlichen, die zur Isolation und schließlich zur Ermordung Wallensteins beitrugen. Als Folge der Ereignisse wurde Graf Octavio Piccolomini der Orden vom Goldenen Vlies verliehen, er wurde zum Feldmarschall ernannt, erhielt den Oberbefehl über das kaiserliche Heer und bekam vom Kaiser 1634 das Schloß Náchod zum Geschenk, welches er zu seinem Stammsitz ausbauen ließ. Im September 1634 kommandierte Piccolomini gemeinsam mit Matthias Gallas und Ferdinand von Österreich die siegreichen habsburgischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen. Seit 1635 kämpfte er in Diensten der spanischen Habsburger gegen die Franzosen. 1639 siegte er bei Diedenhofen über ein französisches Heer, wofür er zum Dank das Herzogtum Amalfi zurück erhielt. Er erlitt aber gegen die Holländer Verluste. Glücklicher kämpfte er 1640 gegen die Schweden unter Banér, er eroberte Höxter, entsetzte Freiberg und befehligte unter dem Erzherzog Leopold Wilhelm in Mähren und Schlesien gegen Torstensson. Als Piccolomini im Mai 1641 gemeinsam mit den kurbayerischen Truppen unter Graf Joachim Christian von der Wahl die Schweden durch Anhalt hindurch verfolgte und das kleine Land sehr schonend behandelte lud Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen beide Heerführer nach Köthen ein und nahm Piccolomini wahrscheinlich noch im Sommer 1641 in die Fruchtbringende Gesellschaft auf. Er verlieh diesem den Gesellschaftsnamen der Zwingende und das Motto zu entwaffnen. Als Emblem wurde ihm die kleine Mondraute (Lunaria annua L.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Piccolominis Eintrag unter der Nr. 356. Dort ist auch das Reimgesetz verzeichnet, mit welchem er sich für die Aufnahme bedankt: :Die Kleine Monraut' ist in wundersamen preis' :Jn dem sie manchem hengst die eisen rabgerißen: :Der Zwingend' ich daher und Zu entwafnen heis', :Hab' iederZeit den feind Zu zwingen mich beflißen :Und Zuentwafnen ihn: Jm werck' ich es erweis' :Er hat, gezwungen, mir bißher noch weichen müßen. :Doch nein, ich Zwing' ihn nicht: Gott ist es der den Zwingt, :Der mit der waffen macht auf meinen keyser dringt. Nach mehreren habsburgischen Niederlagen, besonders nach der Niederlage am 2. November bei Leipzig 1642, legte Piccolomini 1642 den Oberbefehl nieder, kämpfte aber seit 1644 auf Seiten der Spanier gegen die aufständischen Niederländer. 1648, im letzten Kriegsjahr, wurde er für kurze Zeit wieder zum Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres und zum Feldmarschall ernannt. Im darauf folgenden Jahr leitete er die kaiserliche Delegation auf dem Nürnberger Friedens-Exekutionskongress, welcher über die Demobilisierung der auf Reichsboden befindlichen Söldnerheere verhandelte. 1650 erhob ihn der Kaiser in den Reichsfürstenstand und übertrug ihm das Herzogtum Münsterberg. Im Alter von 57 Jahren starb Fürst Octavio Piccolomini d'Aragona am 11. August 1656 kinderlos in Wien. Piccolominis Sohn Max in Schillers "Wallenstein" ist poetische Fiktion. Doch hatte Octavio P. einen Neffen, Joseph (Giuseppe) Silvio Max P., den er zum Erben eingesetzt hatte, der aber als Oberst eines kaiserlichen Kürassierregiments gegen die Schweden bei Jankau (6. März 1645) fiel.

Literatur


- A. v. Weyhe-Eimke, Die historische Persönlichkeit des Max P. (Pilsen 1870)
- A. v. Weyhe-Eimke, Octavio P. (das. 1871)
- Richter, Die P. (Berl. 1874). Piccolomini, Octavio Piccolomini, Octavio Piccolomini, Octavio Piccolomini, Octavio Piccolomini, Octavio Piccolomini, Octavio

Neffe

Die Verwandtschaftsbeziehung drückt die Art der Verwandtschaft oder im weiteren Sinne auch der Schwägerschaft von Personen aus. In den verschiedenen Kulturen haben sich hierfür mehr oder weniger komplexe Schemata entwickelt, gekennzeichnet durch eigene sprachliche Bezeichnungen für den jeweiligen Verwandtschaftstyp.

Bezeichnungen für familiäre Beziehungen

Bei der Angabe der Verwandtschaftsgrade wird im Folgenden davon ausgegangen, dass es keine Zeugung oder Heirat zwischen bereits Verwandten gibt.

Eltern

Das Wort Eltern ist die Bezeichnung für die direkten Vorfahren einer Person. Das Wort „Eltern“ ist nur im Plural gebräuchlich. Vater und Mutter sind je ein „Elternteil“. Beide zusammen sind die Eltern. Bei der natürlichen Abstammung hat jeder Mensch zwei Eltern. Der männliche Elternteil wird als Vater, der weibliche als Mutter bezeichnet. Die Eltern sind Verwandte ersten Grades. http://www.directupload.net/show/d/505/lmCf3SxV.swf Umgangssprachliche Namen für den Vater sind Pa, Papa, Papi, Paps, Däta (Vorarlberg), Date (Tirol) und Vati, für die Mutter Ma, Mama, Mami, Mueti und Mutti. Ist die Person minderjährig, dann sind die Eltern normalerweise die gesetzlichen Vertreter.

Ehepartner

Der Ehepartner ist die angeheiratete Person (siehe Ehe). Bei Monogamie hat eine Person maximal einen Ehepartner, bei Polygamie mehrere. Ist der Ehepartner männlich, wird er als Ehemann bezeichnet; ist er weiblich, als Ehefrau. Zum Ehepartner besteht im Allgemeinen keine Blutsverwandtschaft und daher auch keine Verwandtschaft im rechtlichen Sinne, er vermittelt aber die Schwägerschaft (siehe: Verwandtschaft (Recht)). Etwas älter sind die Begriffe Ehegatte für Ehemann und Ehegattin für Ehefrau. Im Plural werden auch die Wörter Ehegatten und Eheleute verwendet.

Lebenspartner

Der Lebenspartner (in der Schweiz: eingetragener Partner) ist die Person des gleichen Geschlechts, mit der man eine Lebenspartnerschaft geschlossen hat. Die weibliche Form ist Lebenspartnerin. Zum Lebenspartner besteht im Allgemeinen keine Blutsverwandtschaft und daher auch keine Verwandtschaft im rechtlichen Sinne, er vermittelt aber die Schwägerschaft (siehe: Verwandtschaft (Recht)). Die Begriffe Gatte und Gattin werden neuerdings manchmal auch bei Lebenspartnern verwendet, kommen aber in keinen gesetzlichen Regelungen vor. In Lebenspartnerschaften bezeichnen sich die Beteiligten auch als „mein Mann“ bzw. „meine Frau“.

Kinder

Die Kinder sind die direkten Nachkommen einer Person. Ein männliches Kind wird als Sohn, ein weibliches als Tochter bezeichnet. Zu den Kindern besteht eine Verwandtschaft ersten Grades. Auch Adoptivkinder gelten als verwandt, während die rechtliche Verwandtschaft zu den leiblichen Eltern durch eine Adoption grundsätzlich aufgehoben wird (nur das Ehe- bzw. Lebenspartnerschaftsverbot bleibt bestehen).

Geschwister

Geschwister sind weitere Kinder der Eltern. Die männliche Form ist Bruder, die weibliche Schwester. Geschwister sind Verwandte zweiten Grades. Das Wort Geschwister ist nur im Plural gebräuchlich. Zur Frage der Stellung eines Kindes im Verhältnis zu seinen Geschwistern und die Auswirkungen dieser Stellung siehe Geschwisterkonstellationen. Zu Milchgeschwister siehe unter Amme.

Onkel und Tante

Als Onkel (männlich) beziehungsweise Tante (weiblich) bezeichnet man folgende Personen:
- Geschwister der Eltern: Diese sind Verwandte dritten Grades (deren Verwandtschaft durch die Großeltern vermittelt wird).
- Ehe- und Lebenspartner der Geschwister der Eltern: Diese sind im dritten Grad verschwägert (also keine Verwandten im Rechtssinne). Eine veraltete Bezeichnung ist Oheim oder Ohm. Während aber Onkel sowohl den Bruder des Vaters als auch den der Mutter bezeichnet, meint Oheim ursprünglich nur den Bruder der Mutter. Dem Oheim entsprach früher die Muhme für Tante. Bevor Onkel und Tante aus dem französischen in den deutschen Sprachgebrauch kamen, wurden für Bruder und Schwester des Vaters die Bezeichnungen Vetter und Base verwendet, welche seltsamerweise später für deren Kinder benutzt wurden. Vetter und Base wurde und wird noch (regional) für entferntere Verwandte verwendet. "Der Vetter aus Dingsda" ist der entfernte Verwandte von Irgendwo. Kinder werden bisweilen dazu angeleitet, auch nicht verwandte Personen wie z.B. Freunde der Eltern / Nachbarn oder Erzieherinnen Onkel beziehungsweise Tante zu nennen. Häufig werden dabei aber die nicht verwandten nur mit Onkel und Tante Nachname angesprochen. (Tauf-)Paten werden, unabhängig vom Verwandtschaftsgrad, häufig als Onkel bzw. Tante („Patenonkel“, „Patentante“) bezeichnet und angesprochen. Nach kanonischem Recht besteht zwischen dem Täufling und den Taufpaten ein Eheverbot. Dieses Beispiel macht deutlich, dass Verwandtschaft nicht nur etwas mit einer reinen sexualisierten und blutsmäßigen Verbindung zwischen Menschen gemein hat sondern vielmehr eine vielschichtige, von unterschiedlichen Interpretationen gerichtete Gemeinschaft unter Menschen definiert und bezeichnet.

Neffe und Nichte

Als Neffen (männlich) bzw. Nichten (weiblich) bezeichnet man die Kinder der Geschwister. Als Neffen und Nichten werden darüber hinaus auch die Kinder des Schwagers oder der Schwägerin bezeichnet, mit denen man also nicht verwandt, sondern verschwägert ist.

Cousin und Cousine

Ein Cousin oder Vetter (männlich) oder eine Cousine, Kusine oder Base (weiblich) („ersten Grades“) bezeichnet ein Kind eines verwandten, nicht angeheirateten, Onkels bzw. einer entsprechenden Tante. Mit Cousins und Kusinen „ersten Grades“ ist man im vierten Grad verwandt; „erster Grad“ bedeutet hier, dass es sich um ein Kind eines Onkels oder einer Tante handelt, und nicht um einen weiter entfernten Verwandten in der Seitenlinie. Übrigens darf ein Cousin seine Cousine heiraten; ebenfalls dürfen zwei Cousins oder Kusinen miteinander eine Lebenspartnerschaft eingehen.

Schwager, Schwägerin

Als Schwager oder Schwägerin bezeichnet man #den Ehe- oder Lebenspartner eines Bruders oder einer Schwester, #die Geschwister eines Ehe- oder Lebenspartners. Schwager und Schwägerinnen sind nicht im eigentlichen Sinne verwandt, sondern verschwägert. Ungebräuchlich wurden die Bezeichnung für die Geschwister von Schwagern und Schwägerinnen: Schwagersbruder und Schwagersschwester.... Genaueres findet sich in den Artikeln Schwager und Schwägerschaft. Siehe auch Schwippschwager.

Wortbildung

Groß-

Bei Verwendung der Vorsilbe Groß- wird die Verwandtschaftsbeziehung von den Eltern ausgehend bezeichnet. Mit väterlicherseits oder mütterlicherseits kann der entsprechende Elternteil gekennzeichnet werden. Gebräuchliche Verwendungen sind:
- Großeltern = Die Eltern der Eltern,
- Großmutter = Die Mutter eines Elternteils, umgangssprachlich auch Oma oder Omi, Omama (Süddeutschland), Ahnl bzw. Ahna (Alpen), Gromu, Grosi (Schweiz),
- Großvater = Der Vater eines Elternteils, umgangssprachlich auch Opa oder Opi, Opapa (Süddeutschland), Ähnl bzw. Ehni (Alpen),
- Großonkel = Ein Onkel eines Elternteils,
- Großtante = Eine Tante des Elternteils,
- Großcousine = umgangssprachliche ungenaue Bezeichnung für eine Cousine eines Elternteils (Cousine zweiten Grades),
- Großcousin = umgangssprachliche ungenaue Bezeichnung für einen Cousin eines Elternteils (Cousin zweiten Grades) (Die Großeltern waren in diesem Fall immer Geschwister). Eine Ausnahme bilden die Begriffe Großneffe und Großnichte, die direkte Nachkommen eines Neffen oder einer Nichte sind (für Großkind siehe unter „Enkel-“).

Enkel-

Bei Verwendung des Wortbestandteils Enkel- wird die Verwandtschaftsbeziehung von den Kindern ausgehend bezeichnet. Die einzigen gebräuchlichen Verwendungen und gleichzeitig die einzigen Verwendungen, für die es keinen geeigneteren Ersatz gibt, sind
- Enkelkinder = Die Kinder der Kinder, oft auch einfach Enkel (Plural) genannt, in der Schweiz auch Großkind,
- Enkelsohn = Der Sohn eines Kindes, auch Enkel (Singular),
- Enkeltochter = Die Tochter eines Kindes, auch Enkelin.

Schwieger-

Der Wortbestandteil Schwieger- bezeichnet keine Verwandtschaft sondern eine Schwägerschaft. Es handelt sich um die Verwandten des Ehe- oder Lebenspartners. Näheres steht in den Artikeln Schwägerschaft, Schwiegermutter und Schwiegerkind.

Ur-

Die Vorsilbe Ur- wird nur vor Groß- oder Enkel- verwendet, kann aber mehrfach vorgesetzt werden. Jedes Ur- verschiebt den Ausgangspunkt der Verwandtschaftsangabe um einen Schritt in die entsprechende Richtung. Beispiele:
- Urgroßmutter = Die Mutter einer Großmutter oder eines Großvaters.
- Ururgroßmutter = Die Mutter einer Urgroßmutter oder eines Urgroßvaters.
- Urenkel = Entweder die Kinder eines Enkels (Plural) oder auch der Sohn eines Enkels (Singular; - auch: „Urenkelsohn“). Urenkel wird mitunter auch für beliebige Nachfahren der Enkel benutzt.
- Urenkelin = Die Tochter eines Enkels (oder auch „Urenkeltochter“).
- Ururenkel(-sohn) = Enkel(-sohn) eines Enkelkindes. Als Urahn bezeichnet man einen beliebigen Vorfahren der Großeltern.

Halb-

Die Vorsilbe Halb- gibt es nur bei Geschwistern, man unterscheidet zwischen vollbürtig und halbbürtig. Halbgeschwister (=halbbürtige Geschwister) haben nur einen gemeinsamen Elternteil und sind deshalb halbbürtig miteinander verwandt. Sie werden aber dennoch oftmals fälschlich als Stiefgeschwister bezeichnet. Halbgeschwister dürfen in Deutschland in keinem Fall heiraten und die Begründung einer Lebenspartnerschaft zwischen ihnen ist nicht zulässig. Halbcousins und -kusinen gibt es nicht, da man immer nur über einen Elternteil mit einem Cousin usw. verwandt sein kann.

Stief-

Die Vorsilben Stief- bezeichnet eine nicht verwandte Person, mit der man durch die Ehe oder Lebenspartnerschaft eines Elternteils verschwägert ist. Eine Stiefmutter ist eine spätere Ehefrau des Vaters (oder Lebenspartnerin der Mutter). Desgleichen ist ein Stiefvater ein späterer Ehemann der Mutter (oder Lebenspartner des Vaters). Stiefelternverhältnisse können auch für nichteheliche Kinder entstehen.

Adoptiv-

Der Wortbestandteil Adoptiv- bezeichnet eine durch Adoption begründete Verwandtschaft. Man kann sowohl leiblich verwandte als auch leiblich nicht verwandte Personen adoptieren. Letzteres ist der Regelfall. Nicht leiblich verwandte Adoptivkinder nehmen rechtlich den Platz einer verwandten Person in einer Adoptivfamilie ein. So ist ein Adoptivkind zwar nicht leiblicher Verwandter seiner Adoptivfamilie, aber einem leiblichen Kinder der Adoptivfamilie gleichgestellt, das bedeutet z.B. mit den Verwandten der Adoptiveltern - genau wie ein leibliches Kind - erbrechtlich verwandt. Gleichzeitig wird es auch durch die Adoption mit anderen (leiblichen oder ebenfalls adoptierten) Kindern verwandt, was u.U. gerade bei älteren Kindern zu Problemen führen kann (Eheverbot, Lebenspartnerschaftsverbot). In Familien, die in den Deutschen Adelsverbänden organisiert sind, ist dies anders: Das (ehemalige) Adelsrecht, das noch auf Vereinsebene Anwendung findet, unterscheidet streng zwischen leiblichen und adoptierten Mitgliedern einer Familie, diese Unterscheidungen sind aber nur im Rahmen der Vereinsregelungen verbindlich. So heißt z.B. rechtlich die Adoptivtochter von Heinrich Graf Wasserstein mit Nachnamen „Gräfin Wasserstein“ (wenn sie nicht den Namen der [Adoptiv-]Mutter führt), ob dies nun vom Adelsverband gebilligt wird oder nicht. Im umgekehrten Fall ist ein Adoptivkind in rechtlicher Hinsicht nicht mehr mit seinen leiblichen Verwandten, der Herkunftsfamilie, verwandt (nur die Ehe- und Lebenspartnerschaftsverbote bleiben bestehen). Die Adoptivfamilie nimmt rechtlich den Platz der Herkunftsfamilie ein. Wenn ein Adoptivkind von seiner (leiblichen) „Mutter” spricht ist dies zwar korrekt, aber aus rechtlicher Sicht streng genommen inkorrekt. Bei Volljährigenadoptionen und bei Adoptionen naher Verwandter gelten jedoch z.T. abweichende Regeln.

Angabe eines Grades

Eine Angabe eines Grades ist sehr selten, da der richtige Gebrauch solcher Bezeichnungen weitgehend unbekannt ist. Jeder Grad über eins hinaus erhöht dabei die älteste in der Verwandtschaftsbeziehung enthaltende Generation um eins, ohne die Generationen der verglichenen Personen zu ändern. Es gibt verschiedene Ansätze bei der Definition von Graden in der Verwandtschaft. Die folgenden, die Seitenlinie betreffenden Angaben sind nicht identisch mit der juristischen Definition des Verwandtschaftsgrads. Beispiele:
- Eine Cousine zweiten Grades ist die Tochter des Cousins / der Cousine des Vaters / der Mutter. Der gemeinsame Vorfahre ist der Urgroßvater / die Urgroßmutter / beide Urgroßeltern.
- Ein Onkel zweiten Grades ist der Cousin ersten Grades des eigenen Vaters / der eigenen Mutter. Der eigene Urgroßvater ist gleichzeitig der Großvater des Onkels zweiten Grades. Man selbst ist ein Neffe / eine Nichte zweiten Grades von diesem Onkel zweiten Grades. Der Grad bleibt zwischen den Personen erhalten.
- Ein Cousin dritten Grades: Mit diesem hat man den gemeinsamen Ur-Urgroßvater (Ein Ur-Urgroßvater ist eigentlich ein so genannter Altgroßvater). Zum besseren Verständnis: Der Ur-Urgroßvater hat zwei Kinder, diese sind Geschwister, die Kinder der Geschwister sind Cousins/ Cousinen ersten Grades, die Kinder dieser Cousins sind im zweiten Grade verwandt, deren Kinder im dritten Grade. Es geht hier also um die Generationen.

Grade der Verwandtschaft

Der Verwandtschaftsgrad definiert die Nähe der Verwandtschaft einer Person zu einer anderen. Die Grade der Verwandtschaft spielen z.B. in der Medizin sowie im Erbrecht eine Rolle. Im deutschen Recht bestimmt sich der Grad der Verwandtschaft nach der Zahl der sie vermittelnden Geburten, was der medizinischen Verwandtschaftsformel sehr nahe kommt. Das ist in [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bgb/__1589.html § 1589] BGB definiert. Eltern und Kinder sind Verwandte ersten Grades (eine vermittelnde Geburt); Geschwister, Großeltern, Enkelkinder sind im zweiten Grad verwandt (zwei vermittelnde Geburten) etc.

Allgemeine Verwandtschaftstafel

Urahnen ↑ ↑ ↑ ↑ Großvater ♂ Großmutter ♀ Großvater ♂ Großmutter ♀ väterlicherseits väterlicherseits mütterlicherseits mütterlicherseits |___________________________________| |_____________________| | | | | | | Onkel ♂ Tante ♀ Vater ♂ Mutter ♀ Onkel ♂ Tante ♀ _|_________ __________|___________________|__________________ | | | | | Cousin ♂ Cousine ♀ Bruder ♂ Person ∞ Ehepartner Schwester ♀ | _____|____ _|__________¦______ ____|_____ | | | | | | | Neffe/Nichte 2. Grades Neffe ♂ Nichte ♀ Sohn ♂ Tochter ♀ Neffe ♂ Nichte ♀ ____________|_ _|____________ | | | | Enkelsohn ♂ Enkeltochter ♀ Enkelsohn ♂ Enkeltochter ♀ ↓ ↓ ↓ ↓ Urenkel

Literatur


- Ernst Erhard Müller: Großvater, Enkel, Schwiegersohn - Untersuchungen zur Geschichte der Verwandtschaftsbeziehungen im Deutschen. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1979

Siehe auch

Ahnentafel, Familie, Mater semper certa est, Patchworkfamilie, Regenbogenfamilie, Witwe, Stammbaum, Sandwichkind

Weblinks


- http://www.ulf-neundorfer.de/v-bez.html Kategorie:Genealogie !Verwandtschaftsbeziehung ja:覚王山駅

Joseph Silvio Max Piccolomini

Max Piccolomini ist zunächst eine literarische Figur aus Schillers "Wallenstein", ein fiktiver Oberst und Sohn von Octavio Piccolomini. Octavio Piccolomini, der Heerführer des Dreißigjährigen Krieges besaß jedoch tatsächlich einen Neffen namens Joseph (Giuseppe) Silvio Max Piccolomini. Diesen adoptierte er und setzte ihn zu seinem Erben ein. Max fiel jedoch am 6. März 1645 als Oberst in der Schlacht bei Jankau. Piccolomini, Max Piccolomini, Max Piccolomini, Max Piccolomini, Max

Adoption

Adoption (von lat. adoptio) ist die Annahme einer Person als Kind.

Definition

Durch die Annahme an Kindes statt (seit 1976: Annahme als Kind) entsteht zwischen dem oder den Annehmenden und dem Angenommenen rechtlich ein Eltern-Kind-Verhältnisses ohne Rücksicht auf die biologische Abstammung. Mit adoptierten Kindern dürfen die Pflegekinder nicht verwechselt werden.

Geschichte der Adoption (bis 1888)

Das Institut der Adoption ist erst mit dem römischen Recht nach Deutschland gekommen (zur Adoption im römischen Reich siehe Adoption (Römisches Reich)). Dem alten deutschen Recht war sie ganz unbekannt, und daraus erklärt es sich, warum adoptierte Kinder früher weder den Adel ihres Adoptivvaters noch die Lehen desselben erbten, weil Adel und Lehen deutsch-rechtliche Institute sind, die von jedem Einfluss des römischen Rechts frei geblieben sind. In England, wo das römische Recht sehr wenig Eingang gefunden hat, war sie noch Ende des 19. Jahrhunderts unbekannt, und in Frankreich ist sie erst durch den Code civil von Napoleon I. eingeführt worden.

Deutsches Recht

Die neueren deutschen Gesetzgebungen haben die Bestimmungen des gemeinen Rechts zwar in der Hauptsache beibehalten, dieselben aber wesentlich vereinfacht und unseren gegenwärtigen sozialen Verhältnissen angepasst. So bestimmte das Preußische Landrecht, dass durch die Adoption die rechtlichen Verhältnisse zwischen den Adoptierten und ihrem leiblichen Vater in keiner Weise verändert werden sollen, dass zwar das Adoptivkind gegen den Adoptivvater alle Rechte eines leiblichen Kindes erwerbe, nicht aber auch umgekehrt, indem der Adoptivvater gar keine Ansprüche auf das Vermögen des Kindes erhält. Ferner musste in Preußen die Annahme an Kindes Statt stets in einem schriftlichen Vertrag und vor Gericht geschehen, und nur Personen, welche über 50 Jahre alt waren, durften adoptieren.

Code civil

Im Code civil ist die Adoption noch mehr beschränkt, weil nach ihm nur Volljährige und zwar nur dann an Kindes Statt angenommen werden dürfen, wenn sie entweder dem Adoptivvater das Leben gerettet haben, oder von diesem sechs Jahre lang ununterbrochen während ihrer Minderjährigkeit alimentiert worden sind. Das sächsische bürgerliche Gesetzbuch erforderte neben einem gerichtlichen Vertrag die Genehmigung des Landesherrn, der jedoch auch von dem Erfordernis des erfüllten 50. Lebensjahrs auf seiten des Annehmenden und der Altersdifferenz von wenigstens 18 Jahren dispensieren konnte, und erlaubte den unehelichen Vätern, ihren unehelichen Kindern nicht bloß auf dem Weg der Legitimation, sondern auch auf dem der Adoption zu den Rechten ehelicher Kinder zu verhelfen.

Österreich

In Österreich wurde wie in Preußen nur richterliche Bestätigung des Adoptionsvertrags gefordert.

Naturvölker

Bei den Naturvölkern wird die Adoption gewöhnlich mit einer Zeremonie verbunden, welche durch eine Scheinentbindung, Saugenlassen an der Brust oder am Daumen den Empfang eines wirklichen Leibeserben symbolisieren sollte.

Quelle

Meyers Konversationslexikon, 1888

Neuere Rechtsentwicklung in Deutschland

Inkrafttreten des BGB am 1. Januar 1900

Dass die ursprüngliche BGB-Konzeption der Adoption nicht die Vermittlung minderjähriger, heutzutage zumeist neugeborener Kinder in eine Familie unter Kindeswohlgesichtspunkten bezweckte, kann daraus entnommen werden, dass im ursprünglichen BGB (§ 1744) das Mindestalter des Adoptierenden mit 50 Jahren angegeben war (erst 1961 wurde es mit dem FamÄndG auf 35 gesenkt). Die Adoption bereits Volljähriger war die Regel, Ziel war die Beschaffung eines Erben zur Existenzsicherung im Alter. Weitere Grundzüge waren: die Adoptionseltern mussten kinderlos sein, die Adoption kam durch Vertrag zustande, das Vormundschaftsgericht hatte nur bei Minderjährigkeit des zu Adoptierenden eine Zustimmungspflicht; die Verwandtschaftsverhältnisse zur bisherigen Familie blieben bestehen, zur Verwandtschaft der Adoptiveltern entstanden keine rechtlichen Beziehungen; ein Erbrecht der Adoptierenden gegenüber dem Adoptivkind gab es nicht und das Erbrecht des Kindes gegenüber den Adoptiveltern konnte vertraglich ausgeschlossen werden. Es handelte sich daher um eine unvollständige, „schwache“ Adoption. Mit der Senkung des Mindestalters auf 35 Jahre war mit dem FamÄndG 1961 bereits der Anfang vom Sinneswandel dieses Rechtsinstitutes erkennbar geworden. 1973 erfolgte eine weitere Senkung des Mindestalters auf 25 Jahre und die Einführung einer vormundschaftsgerichtlichen Ersetzung der elterlichen Adoptionseinwilligung bei grober Verletzung der Elternpflichten. Dies war sozusagen bereits eine „kleine“ Reform des Adoptionsrechtes.

Reform des Adoptionsrechtes 1976

Mit dem Reformgesetz von 1976, das erheblich weniger strittig war als die sonstigen familienrechtlichen Änderungen dieser Jahre, ergaben sich große Änderungen. Die geringe Strittigkeit in der Öffentlichkeit (einschl. der Kirchen) zeigte an, dass sich die frühere Grundkonzeption des Gesetzgebers überlebt hatte. Die neue Adoption ist eine Volladoption, d.h., mit dem Ausspruch durch das Vormundschaftsgericht erlangt das adoptierte Kind die volle Stellung eines ehelichen Kindes auf allen Rechtsgebieten. So erlöschen die verwandtschaftlichen Beziehungen zur Ursprungsfamilie (eingeschränkt bei der Stiefkindadoption, s.u.) und etwaige Ansprüche (mit Ausnahme von Waisenrenten), die Integration in die neue Familie ist vollständig; das angenommene Kind ist also jetzt nicht nur mit den Adoptiveltern, sondern mit deren gesamter Verwandtschaft verwandt, was auch Auswirkungen auf die Erbansprüche hat, die ebenfalls keinen Unterschied zwischen blutsverwandten und adoptierten Kindern machen. Um als Paar ein Kind zu adoptieren, muss man verheiratet sein; daneben ist die Adoption durch eine Einzelperson möglich (wenn auch selten). Das Erfordernis der Kinderlosigkeit der Adoptivbewerber entfiel, das Mindestalter wurde auf 25 Jahre bei einem, auf 21 Jahre beim anderen Adoptivelternteil gesenkt (25 Jahre bei der Adoption durch eine Einzelperson), so dass eine echte Eltern-Kind-Beziehung möglich wurde. Das ausländische minderjährige Kind erhält aufgrund der Adoption durch deutsche Eltern seither auch die deutsche Staatsangehörigkeit. 2004 wurde auch die Adoption durch gleichgeschlechtliche Lebenspartner (im Rahmen der Stiefkindadoption, s.u.) eingeführt.

Adoptionsvermittlung als Aufgabe im Kindeswohlinteresse

In dem 1976 zugleich mit dem o.g. neuen Adoptionstrecht verabschiedeten Adoptionsvermittlungsgesetz (BGBl. I. S. 1762) ist den Jugendämtern die Aufgabe übertragen worden, für Adoptiveltern suchende Kinder geeignete Eltern zu finden. § 1744 BGB n. F.) sieht des weiteren eine angemessene Zeit (in der Regel 1 Jahr) der „Adoptionspflege“ vor, in der das Kind in der neuen Familie, begleitet vom Jugendamt, sich eingewöhnen, die Frage des Kindeswohls vom Jugendamt gegenüber dem Vormundschaftsgericht begutachtet werden soll. Ziel der Arbeit des Jugendamtes nach der neuen Konzeption ist es zu prüfen, ob die Adoptiveltern in der Lage sein werden, das Kind gefühlsmäßig als ihr eigenes anzunehmen und ihm möglichst gute Sozialisationsbedingungen zu bieten, was besonders bei schon größeren Kindern und bereits bestehenden Sozialisationsschäden von großer Bedeutung ist. Tatsächlich kommen auf zahlreiche Adoptionsbewerber heutzutage nur vergleichsweise wenige zur Adoption freigegebene Kinder. Ein Problem stellen z.T. die Auslandsadoptionen dar, d.h. die im Ausland vorgenommene Adoption durch deutsche Adoptiveltern nach dem ausländischen Recht. Die Adoption von Erwachsenen ist mit teilweise abweichenden Rechtsfolgen (geringere Eingliederung in die neue Familie, keine deutsche Staatsangehörigkeit) seit 1976 separat im BGB geregelt.

Formen der Adoption

Inkognito-Adoption

Bei der Inkognito-Adoption kommt es zu keinerlei Verbindungen zwischen alter und neuer Familie. Die Vermittlungsakte ist bei der vermittelnden Stelle 60 Jahre aufzuheben. Die Adoptiveltern und die unter 16 Jahre alten Adoptierten mit der Zustimmung ihrer Adoptiveltern können diese Vermittlungsakte unter fachlicher Begleitung einsehen. Jugendliche, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, dürfen auch ohne die Zustimmung ihrer Adoptiveltern die Akte lesen. Aus Sicht der meisten Adoptionsvermittler und der Fachkräfte, die mit Adoptierten arbeiten, ist der offene Umgang der Adoptiveltern mit der Tatsache der Adoption ihres Kindes gegenüber diesem sehr wichtig für den Aufbau von Selbstvertrauen des Kindes.

Halboffene Adoption

Bei der so genannten halboffenen Adoption kann der Kontakt zwischen leiblichen Eltern und Kind mittels Briefen und Fotos über das Jugendamt oder die vermittelnde Agentur aufrechterhalten werden.

Offene Adoption

Bei offenen Adoptionen kommt es manchmal bereits vor, oft erst nach der Geburt des Kindes zu einem Gesprächskontakt zwischen den abgebenden und den aufnehmenden Eltern. Je nach dem wie dieser erste Kontakt verläuft, ergeben sich daraus manchmal dauerhafte Treffen zwischen den verschiedenen Eltern und dem Kind. Für die leiblichen Eltern ist der Kontakt zum Kind eine Möglichkeit, sich von der weiteren Entwicklung des Kindes ein eigenes Bild zu machen. Für die Adoptiveltern ist der persönliche Kontakt zu den leiblichen Eltern eine Möglichkeit ein realistisches Bild von der Persönlichkeit der abgebenden Eltern zu erhalten und dieses Bild dem Kind weiterzuvermitteln, wenn die Kontakte zwischen den Eltern nicht solange anhalten, bis das Kind sich eine eigene Meinung über seine Herkunftseltern bilden kann. Welche Auswirkungen die verschiedenen Formen der offenen Adoption auf die Kinder haben, ist bislang nicht untersucht.

Auslandsadoption

Auslandsadoption ist die Adoption eines Kindes aus dem Ausland meist über ausländische Organisationen, Vereine oder anerkannte private Vermittlungsstellen. Nach den gesetzlichen Veränderungen im Zuge der Ratifizierung des Haager Minderjährigen Schutzabkommens durch die Bundesrepublik Deutschland ist zwingend die Beteiligung einer in Deutschland zugelassenen Auslandsadoptionsvermittlungsstelle am Verfahren vorgeschrieben. Informationen über diese Auslandsadoptionsvermittlungsstellen sind bei den zentralen Vermittlungsstellen der jeweiligen Landesjugendämter zu erhalten. Es gibt weiterhin viele kritische Stimmen zur Adoption von Kindern aus Drittwelt-Ländern. Zum einen sei der Kinderhandel auch durch die neuen Abkommen nicht wirklich zu unterbinden. Ob die Einwilligung in die Adoption tatsächlich freiwillig erfolgt sei, ob das Kind tatsächlich verlassen sei, sei im Annahme-Verfahren oft nicht zu klären. Zum anderen sei der finanzielle Aufwand für eine einzige Adoption ausreichend um Familien so zu unterstützen, dass sie für Ernährung und Bildung mehrer Kinder sorgen könnten.(Siehe www.tdh.de Website von "terre des hommes" Deutschland) Eltern für Kinder e.V. (EfK) ist eine eigenständige, staatlich anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle - jetzt Auslandsvermittlungsstelle (neuer, gesetzlich geschützter Begriff nach §4 Abs. 2 Adoptionsvermittlungsgesetz, neuer Fassung). EfK wurde 1987 von ehemaligen Mitgliedern bei "terre des hommes" gegründet, um die Auslandsadoption als individuelle Hilfe für verlassene Kinder fortzuführen. Seit dieser Zeit haben durch EfK über 500 verlassene Kindern aus dem Ausland ein neues Zuhause in Deutschland gefunden. EfK hat ein international anerkanntes Verfahren zur Beratung und Auswahl von Adoptiveltern. Die Adoptionen werden auf der Grundlage der Haager Konventionen durchgeführt. Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter besitzen Erfahrungen aus einigen hundert Adoptionsvermittlungen. Dies macht EfK zum geachteten und seriösen Gesprächspartner der Jugendämter in Deutschland und der zuständigen Behörden im Ausland.

Stiefkindadoption

Die Stiefkindadoption ist die häufigste Art der Adoption. Dabei ist der Annehmende mit einem Elternteil des Angenommenen verheiratet oder verpartnert. Nach Einwilligung in die Adoption durch den anderen leiblichen Elternteil, dem Antrag des Stiefelternteils auf Annahme des Kindes und der Zustimmung des mit dem Antragsteller verheirateten bzw. verpartnerten Elternteils beim Notar spricht das Vormundschaftsgericht die Adoption aus, wenn das Jugendamt keine Einwände erhebt und der Vormundschaftsricher in der persönlichen Anhörung des Antragstellers und des Kindes keine Bedenken gegen die Adoption bekommen hat. Ab einem Alter von 14 Jahren ist auch die Einwilligung des Kindes beim Notar notwendig. Sind weitere Kinder des Stiefelternteils vorhanden, werden diese zur Adoption befragt. Rein erbrechtliche Gründe können gegen eine Adoption nicht erfolgreich vorgebracht werden. Das besondere an der Stiefkindadoption ist, dass - anders als bei anderen Adoptionen - das rechtliche Abstammungsverhältnis zu dem mit dem Annehmenden verheirateten bzw. verpartnerten Elternteil aufrecht erhalten und nur das Abstammungsverhältnis zum anderen leiblichen Elternteil beendet wird. Dadurch wird das Kind dann ein gemeinsames Kind der Eheleute bzw. Lebenspartner, was ja gerade mit dieser Art der Adoption bezweckt wird.

Haager Konvention

Am 27. September 2001 hat der Bundesrat dem Gesetz zur Regelung von Rechtsfragen auf dem Gebiet der internationalen Adoption und zur Weiterentwicklung des Adoptionsvermittlungsrechts zugestimmt. Damit wurde das "Haager Übereinkommens über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption" vom 29. Mai 1993 ("Haager Übereinkommen") für Deutschland ratifiziert und umgesetzt. Die Bundesrepublik Deutschland wurde zum 1. März 2002 Vertragsstaat.

Ziele

Ziele der Haager Konvention sind die Sicherstellung des Kindeswohls und die Wahrung der Grundrechte bei internationalen Adoptionen, insbesondere die Verhinderung von Kinderhandel durch Beachtung fachlicher Standards bei internationalen Adoptionen, Zusammenarbeit der Vertragsstaaten ausschließlich über zentrale Behörden im Wege eines standardisierten Verfahrens und Sicherung der gegenseitigen Anerkennung von Adoptionsentscheidungen in allen Vertragsstaaten. Jeder Vertragsstaat ist gehalten, Anstrengungen zu unternehmen, dass ein Kind in seiner Herkunftsfamilie bleiben kann. Erst als letzter Schritt kommt die internationale Adoption in Betracht. Das Gesetz zur Regelung von Rechtsfragen auf dem Gebiet der internationalen Adoption und zur Weiterentwicklung des Adoptionsvermittlungsrechts setzte das Übereinkommen in nationales Recht um und trat zum 1. Januar 2002 in Kraft. Es besteht im wesentlichen aus drei Teilgesetzen, die auch Regelungen für nationale Adoptionen und internationale Adoptionen aus Nichtvertragsstaaten enthalten:
- die Neufassung des Adoptionsvermittlungsgesetzes (AdVermiG)
- das Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetz (AdÜbAG) und
- das Adoptionswirkungsgesetz (AdWirkG). Österreich hat die Haager Konvention am 19. Mai 1999 ratifiziert, sie ist dort am 1. September 1999 in Kraft getreten. Deutschland erkennt seit dem 1. Januar 2003 den Beitritt Guatemalas zum Haager Abkommen nicht mehr an (als Begründung wird genannt, dass Korruption in Guatemala nicht ausgeschlossen werden kann). Das offizielle Verfahren läuft anders ab als in Deutschland, da es eine Institution wie das "Jugendamt" nicht gibt. In Guatemala werden Adoptionen durch Notare betreut und durch das dortige zuständige Familiengericht entschieden. Adoptionen aus Guatemala sind derzeit sehr schwierig, da im Moment die zuständigen Stellen (Jugendämter,...) eine Zusammenarbeit verweigern und notwendige Berichte nur mit hohem Kostenaufwand durch Vermittlung der jeweiligen Adoptionsvermittlungsstelle in Deutschland erstellt werden.

Adoption in der Betriebswirtschaftslehre

Die Adoption ist neben der Diffusion ein Konzept der Diffusionstheorie innerhalb der Betriebswirtschaftlehre. Unter Adoption wird dabei die Übernahme einer Innovation durch ein Individuum oder eine Organisation verstanden.

Weblinks


- [http://www.adoption.de/info_advermi.htm Text des Adoptionsvermittlungsgesetzes]
- [http://www.adoption.de/info_rech.htm Weitere Rechtsnormen zum Adoptionsrecht]
- [http://www.adoptiv-pflegekind.de Bundesarbeitsgemeinschaft für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien (BAG KAP)]
- [http://www.adoption.de adoption.de]
- [http://www.adoptionsinfo.de adoptionsinfo.de]
- [http://www.efk-adoption.de efk-adoption.de]
- [http://www.icco.de icco.de]
- [http://www.bv-picco.de bv-picco.de]
- [http://www.mittendrin-magazin.de mittendrin-magazin.de]
- [http://portal.eltern-treff.de/index.php?cat=adoption Informationen zur Adoption inkl. Forum mit geschütztem Ado- und Pflegebereich]
- [http://de.groups.yahoo.com/group/adoptionsforum/ Yahoo-Forum für Adoptionen] Kategorie:Familienrecht ja:養子縁組

6. März

Der 6. März ist der 65. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 66. in Schaltjahren) - somit bleiben 300 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1521 - Ferdinand Magellan entdeckt Guam.
- 1714 - Mit dem Frieden von Rastatt endet der Spanische Erbfolgekrieg und erkennt Kaiser Karl VI. den Bourbonen Philipp V. als König von Spanien an.
- 1820 - Der Missouri-Kompromiss wird durch US-Präsident James Monroe unterzeichnet und ermöglicht dem Sklavenstaat Missouri die Aufnahme in die Union.
- 1836 - In der Schlacht von Alamo wird Fort Alamo nach 13tägiger Belagerung von den Mexikanern eingenommen.
- 1869 - Dmitri Iwanowitsch Mendelejew stellt sein Periodensystem der Elemente vor.
- 1898 - Die chinesische Bucht Kiautschou wird nach deutschen Zwangsmaßnahmen von China für 99 Jahre an Deutschland verpachtet.
- 1900 - In Bremen wird Wilhelm II. bei einem Attentat durch den Arbeiter Dietrich Weiland schwer am Kopf verletzt.
- 1954 - 1. Staatsbesuch des Bundeskanzlers Konrad Adenauer in den USA
- 1957 - Ghana wird als erstes Land der afrikanischen Tropen von Großbritannien unabhängig.
- 1960 - Der Kanton Genf führt als 3. Kanton der Schweiz nach Neuenburg und Waadt das Frauenstimmrecht ein.
- 1975 - Irak und Iran schließen das Abkommen von Algier.
- 1981 - Marianne Bachmeier erschießt den Mörder ihrer Tochter Anna im Gerichtssaal.
- 1983 - Die Grünen schaffen bei Wahlen zum Deutschen Bundestag mit 5,6 % zum ersten Mal die 5%-Hürde.
- 1992 - In Mostar kommt es zum ersten bewaffneten Konflikt zwischen Serben, Kroaten und Moslems.
- 1992 - Die Ostseeanrainerstaaten gründen den Ostseerat
- 1999 - In Kambodscha wird mit Ta Mok der letzte hochrangige Rote Khmer festgenommen.

Wirtschaft


- 1899 - Die Firma Bayer AG lässt sich Aspirin als Markenzeichen eintragen.

Wissenschaft und Technik

Kultur


- 1831 - Uraufführung der Oper La sonnambula (Die Schlafwandlerin) von Vincenzo Bellini am Teatro Carcano in Mailand.
- 1838 - Das Lustspiel "Weh dem, der lügt!" von Franz Grillparzer wird ohne großen Erfolg am Wiener Burgtheater uraufgeführt.
- 1841 - Uraufführung der Oper Les Diamants de la couronne (Die Krondiamanten) von Daniel-François-Esprit Auber an der Opéra-Comique in Paris.
- 1852 - Uraufführung der Oper The Sicilian Bride von Michael William Balfe im Drury Lane Theatre in London.
- 1853 - Giuseppe Verdis Oper La Traviata wird in Venedig uraufgeführt

Religion


- 1447 - Nikolaus V. wird als Nachfolger von Eugen IV. zum Papst gewählt.

Katastrophen


- 1987 - Das Fährschiff "Herold of Free Enterprise" (Großbritannien) kentert vor dem Hafen von Zeebrugge, wobei 188 Menschen sterben.
- 2001 - In der chinesischen Provinz Jiangxi fordert die Explosion in einer Schule gelagerter Feuerwerkskörper 41 Todesopfer, davon 37 Kinder.
- 2003 - Tamanrasset, Algerien. Eine Boeing 737 der Air Algerie verfehlt die Landebahn und stürzt ab. Alle 103 Menschen an Bord sterben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1459 - Jakob Fugger der Reiche, deutscher Kaufmann
- 1475 - Michelangelo Buonarotti, italienisches Universalgenie
- 1486 - Francysk Skaryna, weißrussischer Erstdrucker
- 1619 - Cyrano von Bergerac, französischer Schriftsteller
- 1663 - Franz Atterbury, englischer Bischof von Rochester
- 1701 - La Chalotais, französischer Jurist
- 1701 - Louis-René de Caradeuc de La Chalotais, französischer Jurist
- 1755 - Jean-Pierre Claris de Florian, französischer Dichter
- 1779 - Yagyu Jubei, japanischer Schwertkämpfer
- 1779 - Antoine-Henri Jomini, Militärtheoretiker
- 1781 - Ignaz Franz Castelli, österreichischer Dichter und Dramatiker Ignaz Franz Castelli
- 1787 - Joseph von Fraunhofer, deutscher Optiker und Physiker
- 1793 - Bernhard Klein, deutscher Komponist
- 1812 - Aaron Lufkin Dennison, US-amerikanischer Unternehmer
- 1823 - Karl I., württembergischer König
- 1827 - Wilhelm Carl Heraeus, Gründer der Firma Heraeus
- 1831 - Friedrich von Bodelschwingh der Ältere, Pastor und Theologe in Deutschland
- 1850 - Victoria Benedictsson, schwedische Schriftstellerin
- 1858 - Gustav Wied, dänischer Schriftsteller
- 1866 - Hans Christiansen, deutscher Maler und Kunsthandwerker
- 1870 - Oscar Straus, österreichischer Komponist
- 1872 - Johan Bojer, norwegischer Schriftsteller
- 1872 - Paul Juon, russischer Komponist
- 1874 - Nikolai Alexandrowitsch Berdjajew, russischer Philosoph
- 1883 - Franz Atterbury, englischer Bischof von Rochester
- 1890 - Albrecht Graf von Bernstorff, deutscher Diplomat und Widerstandskämpfer
- 1893 - Walter Lewis, US-amerikanischer Musiker
- 1894 - Elisabeth Castonier, deutsche Schriftstellerin
- 1895 - Anneliese Umlauf-Lamatsch, österreichische Schriftstellerin
- 1898 - Therese Giehse, deutsche Schauspielerin
- 1905 - Bob Wills, US-amerikanischer Musiker
- 1906 - Lou Costello, US-amerikanischer Schauspieler, Produzent und Komiker
- 1909 - Stanislaw Jerzy Lec, polnischer Aphoristiker
- 1909 - Fritz Leese, Puppenspieler
- 1916 - Hermann Axen, SED-Funktionär und Mitglied des Politbüros des ZK der SED
- 1920 - Heinz-Herbert Karry, deutscher Politiker, hessischer Wirtschaftsminster
- 1923 - Jürgen von Manger, deutscher Schauspieler und Komiker
- 1924 - Oskar Marczy, deutscher Politiker und Sport- und Vertriebenenfunktionär
- 1925 - Claus Hinrich Casdorff, deutscher Rundfunk- und Fernsehjournalist
- 1925 - Wes Montgomery, US-amerikanischer Jazz-Gitarrist
- 1926 - Alan Greenspan, US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler
- 1926 - Andrzej Wajda, polnischer Regisseur
- 1927 - Gordon Cooper, US-amerikanischer Astronaut
- 1928 - Gabriel García Márquez, kolumbianischer Schriftsteller
- 1928 - Georg Eder, ehemaliger Erzbischof von Salzburg
- 1929 - Günter Kunert, deutscher Schriftsteller
- 1929 - Nicolas Bouvier, französischer Schriftsteller, Reiseautor und Journalist
- 1930 - Lorin Maazel, US-amerikanischer Dirigent
- 1932 - Bronisław Geremek, polnischer Historiker und Politiker
- 1935 - Eva Rühmkorf, deutsche Politikerin
- 1936 - Sylvia Robinson, US-amerikanische Sängerin
- 1937 - Doug Dillard, US-amerikanischer Country-Musiker und Komponist
- 1937 - Walentina Wladimirowna Tereschkowa, sowjetische Kosmonautin, erste Frau im All
- 1939 - Peter Glotz, deutscher Politiker
- 1941 - Peter Brötzmann, deutscher Jazzmusiker
- 1942 - Robin Kenyatta, US-amerikanischer Saxofonist
- 1944 - Kiri Te Kanawa, neuseeländische Opernsängerin
- 1944 - Mary Wilson, US-amerikanische Sängerin
- 1944 - Mickey Jupp, britischer Musiker
- 1944 - Peter Dietrich, deutscher Fußballspieler
- 1945 - Hugh Grundy, britischer Musiker
- 1946 - David Gilmour, britischer Gitarrist, Sänger, Komponist und Texter der Rockgruppe Pink Floyd
- 1946 - Tony Klatka, US-amerikanischer Musiker
- 1947 - Kiki Dee, britische Sängerin
- 1947 - Kiri te Kanawa, neuseeländische Sopranistin
- 1947 - Rob Reiner, US-amerikanischer Filmregisseur, Produzent und Schauspieler
- 1950 - Felix Genn, Bischof v