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Bayerischer Wald

Bayerischer Wald

Der Bayerische Wald (auch Bayrischer Wald oder Bayerwald) ist ein Mittelgebirge im östlichen Bayern. Die Einheimischen bezeichnen den Bayerischen Wald schlicht als "Woid" und nennen sich selber "Waidler". Das Waldgebirge erstreckt sich über Teile von Niederbayern und der Oberpfalz und wird hauptsächlich vom Regen (Fluss) und der Ilz zur Donau entwässert, ein kleiner Teil in Grenznähe wird über die Moldau zur Elbe entwässert. Der Gebirgszug geht östlich zur tschechischen Grenze weiter, wird dort jedoch Böhmerwald genannt. Seine südöstliche Fortsetzung nach Oberösterreich ist der Sauwald und das westliche Mühlviertel, im Norden grenzt er an den Oberpfälzer Wald. Die höchsten Berge des Bayrischen Waldes sind der Große Arber mit 1456 m und der Große Rachel (1453 m). Dieser Ostteil des Gebirges wurde 1970 zu Deutschlands erstem Nationalpark erklärt, dem Nationalpark Bayerischer Wald. Er wurde 1997 erweitert und bildet mit Tschechiens Nationalpark Šumava eines der größten Waldgebiete Europas. Der Tourismus hat im Bayerischen Wald einen hohen Stellenwert mit relativ günstigen Preisen. Zwischen Natur, Wandern und Forstkultur gibt es auch mehrere Skigebiete. Ferner ist der Bayrische Wald bekannt für seine Glasbläserkunst und in den Geowissenschaften durch die Fundamentalstation Wettzell bei Kötzting.

Geografie und Geologie

Der relativ stark bewaldete Gebirgszug setzt sich aus geologischer und kulturgeografischer Sicht nach Böhmen und Österreich fort. Er lässt sich grob umreißen mit dem Gebiet Deutschlands, das südlich der Linie Regensburg - Cham - Bayerisch Eisenstein (Železná Ruda) und nordöstlich der Donau liegt. Der Bayerische und der Böhmerwald (tschech. Šumava) bilden zusammen mit dem Ostrand der Oberpfalz und dem südwestlich von Passau gelegenen Neuburger Wald den zweitgrößten Naturraum in Niederbayern.

Geologische Struktur

Der Bayerische Wald stellt den Südwestrand der Böhmischen Masse dar und findet seine nördliche Fortsetzung durch Oberpfälzer Wald, Erzgebirge und Sudeten. Geologisch ähnlicher ist aber der parallel laufende Böhmerwald und das östlich angrenzende Granit-Hochland von Mühlviertel und Sauwald. Sauwald] Der Einfachheit halber wird von einer Unterscheidung zwischen Böhmerwald (ursprünglich der Innere Bayerische Wald) und Bayerischer Wald abgesehen und stattdessen die ortsübliche Bezeichnung Bayerischer Wald für den gesamten Bereich des bayerischen Mittelgebirgsraums angewandt, da im Sprachgebrauch der bayerischen Bevölkerung mittlerweile der Begriff Böhmerwald eher mit in Tschechien liegenden Gebieten gleichgesetzt wird. Es wird lediglich zwischen dem Vorderen und Hinteren Bayerischen Wald unterschieden, wobei als Grenzlinie das Lineament des Bayerischen Pfahls anzusehen ist. In Nord-Südrichtung wird zwischen dem oberen und unteren Wald unterschieden. Beim Bayerischen Wald handelt sich um die Wurzelzone eines altpaläozoischen Gebirges, dessen Ausgangsgesteine als spätproterozoisch bis silurisch eingestuft werden. Nach mehreren Phasen der Deformation und Metamorphose verwandelten sich die zumeist sedimentären, zum Teil aber auch plutonischen und vulkanischen Ausgangsgesteine im Laufe der Jahrmillionen in die heute anstehenden Gneise. Vor allem im Karbon und Frühperm wurden die Gneise von mächtigen Granitkörpern durchdrungen. Eine wichtige Linie, die den Bayerischen Wald in zwei Teile teilt, stellt die ca. 150 km lange Störung des Pfahles dar. Ursprünglich als großräumige Verwerfung im Oberdevon bis Oberkarbon angelegt, wurde er im ausgehenden Paläozoikum und im Frühmesozoikum bruchtektonisch als Fiederspaltensystem reaktiviert, das durch das Eindringen hydrothermaler Lösungen mit Quarz verfüllt wurde. Auf weiten Strecken ragt diese Quarzmauer aufgrund der Festigkeit des Gesteins bis zu ca. 30 m über die Umgebung heraus. Nördlich des Pfahles findet man in der Hauptsache Gneise, südlich davon eher Granite und Migmatite. Zwischen Regensburg und Passau fällt ein deutlicher Höhenunterschied zwischen den nordöstlichen Vorwaldbergen und der südwestlich gelegenen Donauebene ("Gäuboden") auf. Diese Trennlinie zwischen dem tertiären Hügelland und dem Bayerischen Wald wird durch den Donaurandbruch verursacht, eine geologische Störung zwischen dem abgesunkenen und unter quartären Überlagerungen des Molassebeckens gelegenen kristallinem Grundgebirge und dem nordwestlich dieser Linie noch sichtbaren Teil, der dem Bayerischen Wald zugehört. Recht markant ist der Höhenunterschied zwischen der 300-350 m hoch gelegenen Donauebene und den höchsten Gipfeln des Vorwaldes, zum Beispiel Einödriegel 1121 m, also immerhin 800 m Höhenunterschied auf nur wenige Kilometer Horizontalentfernung. Aufgrund der Hebung des Bayerischen Waldes, von der auch der Neuburger Wald betroffen war, kam es zu einem antezedenten Einschneiden der Flüsse Inn und Donau in diesen Bereich des kristallinen Grundgebirges und somit zur Ausbildung einer engen Talzone ab Pleinting donauabwärts und südlich von Passau, wo sich der Inn ein tief eingeschnittenes Bett geschaffen hat.

Eiszeitliche Formen

Pleinting Während der Vordere Bayerische Wald nur in wenigen Gipfelregionen Höhen von über 1000 m erreicht (beispielsweise Brotjacklriegel 1016 m, Einödriegel 1121 m, Vogelsang 1022 m, Hirschenstein 1095 m und Pröller 1048 m), liegen die Gipfelregionen im Hinteren Bayerischen Wald zum Teil über 1300 bis 1400 m (Dreisessel 1330 m, Lusen 1371 m, Rachel 1453 m, Großer Falkenstein 1312 m, Großer Arber 1456 m). Insbesondere diese Regionen des Hinteren Bayerischen Waldes waren während der Eiszeiten von Schnee- und Eisfeldern bedeckt, die auch ihre Spuren hinterlassen haben. Hier waren auf den ausgedehnten Hochflächen eher ausgedehnte Verfirnungen als lange Gletscherzungen anzutreffen. Die Mächtigkeit des Gletschereises auf 1050 m Höhe lag bei etwa 125 m. Dort, wo sich die Gletscher einen Weg ins Tal bahnten, trifft man noch heute auf glazial bedingte Formen, wie Kare, Karoide und Karseen (Großer Arbersee, Kleiner Arbersee und Rachelsee) und Moränenwälle. Moränenwälle Das Gletscherende lag zum Beispiel in der Nähe des großen Arbersees auf ca. 850 m Höhe, das Zungenende des nördlich ausgerichteten Gletschers hinab zum kleinen Arbersees bei ca. 830 m Höhe. Demnach gab es einen beträchtlichen Höhenunterschied von über 600 m von den Gipfelregionen bis zu den Endmoränen. Weitere Gletscherzungen flossen vom Großen Rachel herab. Auch hier gibt es Kare und Karoide, die auf die eiszeitliche Vergletscherung schließen lassen.

Geschichte

In drei Länder greift dieses Waldgebiet aus: Den heute tschechischen Böhmerwald, den niederbayerischen Bayerwald oder Bayerischen Wald und in einen Teil des Mühlviertels in Oberösterreich. Bevor die Geschichte dieses Waldgebiets näher ausgeleuchtet wird, ist voraus zu schicken, dass der Begriff "Bayerischer Wald" erst im frühen 19. Jahrhundert geprägt wurde (man nimmt an, zu touristischen Zwecken, um ein abgestecktes Gebiet begrifflich genauer eingrenzen zu können). Vorher gab es für diese Waldregion keine unterschiedlichen Bezeichnungen, sie war für Bewohner hüben wie drüben der Böhmerwald, oder noch gebräuchlicher, einfach "der Woid". Sein Name taucht schon in den ältesten überlieferten Schriftquellen auf, schon große griechische und römische Persönlichkeiten kannten diese Region, so wird dieser Teil der weiten mitteleuropäischen Waldgebirge von Aristoteles über Cäsar bis Tacitus als "Hercynia silva" bezeichnet. Beim berühmten griechischen Geograph Ptolemäus wird das Waldgebiet als "Gabreta hyle" bezeichnet, der Name wird keltischen Ursprüngen zugeschrieben und soll soviel bedeuten wie "Steinbockwald" oder "Geißenwald". In Tacitus´ Werk "Germania" (88 n. Chr.) ist zu erfahren, dass früher in Süddeutschland die Helveter und östlich davon die Bojer gewohnt haben sollen, beides keltische Stämme. Und er sagt noch: "manet adhuc Boihaemi nomen significatque loci veterem memoriam quamvis inutatis cultoribus", übersetzt: "geblieben ist noch jetzt der Name Böhmen und bewahrt so die Erinnerung an die Vergangenheit des Landes, wenn auch dessen Bewohner gewechselt haben". Denn die Bojer waren seinerzeit schon ausgewandert und so um Christi Geburt siedelten germanische Splitterstämme in Böhmen, in der Hauptsache die Markomannen vom Hauptstamm der westgermanischen Sueben, von denen die Moldau wohl ihren Namen "Wildahwa", (Wildache oder Wildwasser, in der Mundart noch heute am Oberlauf "Wuida" genannt) erhalten haben dürfte. Im Laufe des 6. Jahrhunderts wanderten dann auch die Markomannen zusammen mit anderen germanischen Stammesteilen aus, vermutlich nach Süden, wo sie uns als Baiern, als "Baiwari", Leute aus Baiahairna", wieder begegnen. Ursachen und Abfolge dieser Wanderbewegung bleiben wenig aufgeklärt und es gibt nach wie vor verschiedene Deutungsversuche. Die Bayern jedenfalls, die seit dem ersten Viertel des 6. Jahrhundert zwischen Enns und Lech siedeln (neuere Funde deuten auf noch früher, bis nach dem Abzug der Römer hin), sind unsere Vorfahren, aber wir sind mit Sicherheit nicht nur rein keltischen Blutes, sondern auch von hauptsächlich germanischen und römischen Genen durchmischt. Der Historiker Benno Hubensteiner schreibt dazu augenzwinkernd: "Sie (die Bayern) waren ein Volk der Völker. Sie müssen ein unverbrauchtes Bauernvolk gewesen sein, gutmütig und jähzornig, sinnenfroh und aufwenderisch, eigensinnig und beharrend wie noch heute." Die Lust der Bayern am Auftrumpfen, Rankeln und Raufen schreibt Hubensteiner eindeutig den typischen Eigenheiten keltischen Blutes zu. Der alte Name "Baiahaima" aber, also die Heimat der Bojer, blieb weiterhin im Moldauland bestehen, zunächst wurde daraus "Beheima" und schließlich zu "Böheim" und Böhmen. Der deutsche Name des Waldlandes ist also uralt und auch gut tausend Jahre eher bezeugt als die slawische Bezeichnung "Cechy". Die Baiern selbst nannten den großen Grenzwald im Norden ihres neuen Siedlungsgebietes ursprünglich nur "Nordwald", was aus einer Urkunde König Ludwigs des Deutschen aus dem Jahre Jahr 853 hervorgeht. Später ist davon auch in der Niedernburger Schenkungsurkunde von 1010 die Rede, wo die Formulierung "silva quae vocatur Nortuualt" zu lesen ist. Aber allmählich verschwand der Begriff vom Nordwald und wurde, ersichtlich in allen frühen Kartenwerken, als "Bohemica silva" bezeichnet. Herauszugreifen ist da eine Deutschlandkarte aus dem Jahre 1491 von Nikolaus Cusanus, in der die Gegend von Passau und seinem nördlichen Grenzbirge verallgemeinernd "silva et montes Bohemia" (Wald und Berge Böhmens) genannt wird. Und Johannes Thurmair, der große bayerische Geschichtsschreiber, genannt Aventin (1477 bis 1534), zeichnet in seiner Karte von "Obern vnd Nidern Bairn" von 1523, der ersten Landkarte von ganz Bayern, den "behemisch waldt" nördlich der Donau ein, und zwar mit dem Zusatz "Hercynie et Boiernie pars" woraus hervorgeht, dass der Böhmerwald in diesem Dokument nicht bloß ein Teil Böhmens ist. Dann berichtet der Kartograph Sebastian Münster in der bekannten Weltbeschreibung "Cosmographey" von 1544, dass mit dem Böhmerwald sogar das gesamte rautenförmige Ringgebirge gemeint ist, das das böhmische Becken um Prag gleichsam einer Mauer umschließt (was aber unter den heutigen Historikern nicht unumstritten ist). Die verworrene Zugehörigkeit des Böhmerwäldlers wäre sogar ein wenig amüsant, wenn sie nicht durch die jüngere leidvolle Geschichte so traurig wäre: In der Zeit vor und zwischen den Weltkriegen sah jede Seite den Böhmerwäldler zu jeweils einem anderen Land zugehörig, je nach Standort des Einzelnen hatte er dementsprechend eine andere Nationalität. Für die Tschechen, Mähren und Slowaken galten sie zu Recht als Deutsche, im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zählte man sie ethnisch zu den Bayern, und die Bayern wiederum sahen sie (in den Grenzen der Habsburger Monarchie ja auch nicht gänzlich falsch) als Österreicher. Stifters Waldheimat ist letztendlich ethnisch-historisch gesehen weder rein bayerisch, noch böhmisch oder österreichisch, sie war und ist eine Waldregion, wenn auch zwei unsägliche Weltkriege politische und geographische Veränderungen nach sich ziehen mussten, ist sie trotzdem als uraltes Mittelgebirge ein Ganzes geblieben, der "Wald" eben.

Klima

An den Rändern des Bayerischen Waldes bis zu den Gipfellagen steigen die durchschnittlichen Niederschlagsmengen aufgrund des Steigungsregens und vermehrter Gewitterneigung in den Sommermonaten rasch an und erreichen in den Höhenlagen 1300 - 1400 mm im Jahr. Im höher gelegenen Hinteren Bayerischen Wald sind die Niederschläge mit etwa 1500-1600 mm noch höher anzusetzen als im Vorderen. Allgemein jedoch sind die hier gemessenen Niederschlagswerte aufgrund der östlicheren, kontinentaleren Lage des Bayerischen Waldes niedriger als beispielsweise in den vergleichbaren Regionen der Vogesen und des Schwarzwaldes. Wegen der Leelage des Regentales sind hier wiederum geringere Werte als an der Südwestseite des Vorderen Bayerischen Waldes zu verzeichnen. Ein weiterer Grund ist die Streichrichtung des Gebirges, die nur selten zu echtem Steigungsniederschlag mit im 90° Winkel dazu verlaufenden Windrichtungen führt. Während die Donauebene und das Tertiärhügelland relativ wenige Tage mit Schneedecken aufweisen, ist der Bayerische Wald für seinen Schneereichtum bekannt. Bedingt durch die Stauniederschläge und der relativ hohen Lage des Mittelgebirges und letztlich auch aufgrund der kontinentaleren Ostlage ist in den Kammlagen des Vorderen Waldes mit bis zu 120 Tagen Schneedecke und im Hinteren Wald mit bis zu 180 Tagen Schneedecke zu rechnen. Je nach Winter kann die Schneehöhe bis über 200 cm betragen. Die durchschnittlichen Schneehöhen liegen jedoch bei ca. 30-80 cm. Der Einflussbereich des Alpenföhns reicht oft bis an den Donaulauf und den Bayerischen Wald heran. Besonders an Tagen mit starkem Föhn ist deshalb von den Bergen des Bayerischen Waldes die Kette der Alpen zu erkennen.

Nationalpark

Im Bereich des "Inneren Bayrischen Waldes" liegt zwischen Lusen und dem Großen Falkenstein der Nationalpark Bayerischer Wald, der älteste Nationalpark Deutschlands. Er wurde 1970 vom bayerischen Freistaat mit zunächst 130 km² gegründet und 1997 mit der Staatswaldregion zwischen Rachel und Großem Falkenstein auf 240 km² erweitert. Der Park umfasst einige Gebiete mit dichtem Urwald, kleinen Seen und Hochmooren und reicht von etwa 600 m Seehöhe hinauf in die Hochlagen um 1450 Meter. Mit dem tschechischen Nationalpark Sumava bildet er das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Schonung und Klima ließen in 35 Jahren ungewohnte, vielfältige Naturwälder heranwachsen, nachdem die Bergfichten-Hochwälder der südwestlichen Hänge gegen Mitte des 20. Jahrhunderts von Luftverschmutzung und dem Borkenkäfer großteils vernichtet worden waren. Daher gibt der Nationalpark als Anziehungspunkt des Tourismus zugleich Anschauung in Naturkunde, Umweltschutz und Kulturgeschichte; 2006 erhält er ein "Haus der Wildnis" (Großer Falkenstein. Die Routen der "Igelbusse", Wanderwege und Steige bieten ein Netz von 300 km Länge und dennoch Raum für 30 Wildtierarten.

Naturpark

Der Naturpark Bayerischer Wald umfasst ein Gebiet nördlich der Donau bis zum Grenzkamm nach Tschechien. Trägerorganisation ist der "Naturpark Bayerischer Wald e.V." mit Sitz in Zwiesel. Er besteht seit 1967 und ist damit einer der ältesten Naturparks in Bayern. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Nationalpark Bayerischer Wald !

Liste der Berge im Bayerischen Wald


- Almberg (1139 m)
- Alzenberg (1100 m)
- Arber, Großer (1456 m)
- Arber, Kleiner (1384 m)
- Bichelstein (831 m)
- Breitenauer Riegel (1114 m)
- Brotjacklriegel (1016 m)
- Burgstall (976 m), siehe Hoher Bogen
- Dreisesselberg (1312 m)
- Dreitannenriegel (1092 m)
- Eckstein (1073 m)
- Einödriegel (1121 m)
- Enzian (1285 m)
- Falkenstein, Großer (1312 m)
- Falkenstein, Kleiner (1190 m)
- Geißkopf (1097 m)
- Haidel (1167 m)
- Hausstein (917 m)
- Hennenkobel (965 m)
- Heugstatt (1261 m)
- Hindenburgkanzel (1049 m)
- Hirschberg (1039 m)
- Hirschenstein (1095 m)
- Hochberg (1025 m)
- Hochstein (1333 m)
- Hochzellberg (1182 m)
- Hoher Bogen (1079 m)
- Hoher Stein (1044 m)
- Kaitersberg (944 m)
- Kälberbuckel (1054 m)
- Kanzel (1011 m)
- Käsplatte (979 m)
- Klausenstein (1048 m)
- Knogl (1065 m)
- Kreuzfelsen (999 m), siehe Kaitersberg
- Lichtenberg (1030 m)
- Lusen (1373 m)
- Markbuchener Sattel (900 m)
- Mittagstein (1034 m)
- Mühlriegel (1080 m)
- Oberbreitenau (1017 m)
- Ödriegel (1056 m)
- Osser, Großer (1293 m)
- Osser, Kleiner (1266 m)
- Plattenhausenriegel (1376 m)
- Plöckenstein (1363 m)
- Predigtstuhl (1024 m)
- Pröller (1048 m)
- Rachel, Großer (1453 m)
- Rachel, Kleiner (1399 m)
- Rauchröhren (1042 m), siehe Kaitersberg
- Rauer Kulm (1050 m)
- Reischfleck (1126 m)
- Riedelstein (1133 m)
- Rollmannsberg (1042 m)
- Rukowitzberg (1269 m)
- Rusel (856 m)
- Schareben (1015 m)
- Schwarzeck (Bayr. Wald) (1238 m)
- Schwarzkopf (1060 m)
- Schwarzriegel (1079 m)
- Siebensteinkopf (1263 m)
- Silberberg (955 m)
- Steinfleckberg (1283 m)
- Stiermoos (936 m)
- Sulzberg (1146 m)
- Teufelstisch (901 m)
- Vogelsang (1022 m)
- Waldhäuserriegel (1151 m)
- Zwercheck (1333 m)

Siehe auch


- Waldgesellschaften Mitteleuropas
- Nationalpark Bayerischer Wald
- Naturpark Bayerischer Wald
- Künisches Gebirge

Weblinks


- [http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de Nationalpark Bayerischer Wald]
- [http://www.naturpark-bayer-wald.de/ Naturpark Bayerischer Wald]
- [http://www.bayerischer-wald-verein.de/ Bayerischer Waldverein]
- [http://www.bayerischer-waldgau.de/ Bayerischer Waldgau] Kategorie:Deutsches Mittelgebirge Kategorie:Region in Bayern ! Kategorie:Waldgebiet

Mittelgebirge

Ein Mittelgebirge ist ein Gebirge, das im Gegensatz zum Hochgebirge eine bestimmte Höhe nicht überschreitet. Diese Höhe ist nicht genau festgelegt, sie liegt etwa zwischen 500 und 1.500 m. Mittelgebirge sind oft alte Rumpfgebirge oder Tafelbergländer und weisen wegen der geringen Höhe keine glazialen Formen auf, so dass flachwellige Oberflächenformen vorherrschen. Im Unterschied zu den Hochgebirgen gibt es wegen der geringen Höhe der Mittelgebirge nur wenige oder gar keine unterschiedlichen Höhenstufen der Vegetation. Bei einer entsprechenden Exposition der Mittelgebirge zur Hauptwindrichtung sind häufig stark ausgeprägte Steigungsregen zu beobachten. Das in Tschechien und Polen gelegene Riesengebirge kann man als Grenzfall zwischen Hoch- und Mittelgebirge einordnen, es überschreitet in mehreren Bereichen die 1.500-m-Marke und weist dort auch eine typische Hochgebirgsvegetation auf, seine Oberflächenformen sind jedoch überwiegend denen von Mittelgebirgen vergleichbar. Alle Gebirge in Deutschland mit Ausnahme der Alpen sind Mittelgebirge. Das höchste deutsche Mittelgebirge ist der Schwarzwald.

Entstehung der Salzlagerstätten im deutschen Mittelgebirge

Vor 45 Millionen bis 10 Millionen Jahren entstanden im Mittelgebirge Deutschlands große Salzlagerstätten. Man kann die Entstehung der enormen Menge an Salz nicht auf ein einzelnes Ereignis in der Erdgeschichte zurückführen, doch haben Geowissenschaftler festgestellt, dass ein mehrfach eingetretener Zyklus die Ursache für die Salzanreicherung im deutschen Mittelgebirge darstellt: Nachdem sich durch Verschiebung und Kollision der Erdplatten unter anderem das deutsche Land bildete (begleitend: Variskische Gebirgsbildung), wurde besonders das Gebiet des heutigen Mittelgebirges von gewaltigen Wassermassen überschwemmt (Transgression). So befand sich mindestens sechs Mal über dem deutschen Mittelgebirge ein vom offenen Meer durch eine flache Schwelle (Barre) abgeschlossenes salzhaltiges Binnenmeer. Mit der Zeit verdunstete das Wasser und das in ihm gelöste Salz blieb auf dem Meeresgrund, der hauptsächlich aus Salz und kleinen Steinen bestand, zurück. Das nun ausgetrocknete Meer wurde wieder und wieder mit Wasser vom offenen Meer gefüllt und der Verdunstungsvorgang setzte erneut ein. Es ist vorgekommen, dass das Binnenmeer nicht ganz austrocknete, sondern gleich mit Wasser aus dem offenen Meer gefüllt worden ist. Dieser Zyklus, der seinen Höhepunkt im Perm hatte, wird als Salinarzyklus bezeichnet. Am Ende waren große Teile des Bodens im Mittelgebirge in abwechselnde Schichten von Salzen, Tonlagen und Steinen unterteilt. Diese Schichten wurden durch das Wirken von endogenen und exogenen Kräften verformt und in andere Höhenlagen befördert. Heute sind im Mittelgebirge Chloride (z.B. Steinsalz), Anhydrit, Gips und Kalisalze zu finden.

Inntal

Als Mittelgebirge bezeichnet man auch die eiszeitlich geformten Terrassen des Tiroler Inntales südwestlich und südöstlich von Innsbruck. Sie überragen den Talboden um etwa 100–500 m.

Deutsche Mittelgebirge

Die Geokoordinaten in der folgenden Tabelle geben die Position der höchsten Erhebung an. An den Namen mancher Erhebungen ist zu erkennen, dass manche Mittelgebirge grenzübergreifend sind. Die Tabelle ist nach der Höhe der höchsten Erhebung sortiert. Kategorie:Physische Geographie

Niederbayern

Niederbayern ist einer von 7 Regierungsbezirken in Bayern und nicht zu verwechseln mit dem deckungsgleichen Bezirk Niederbayern. Er liegt im Osten des Bundeslandes. Mit Spitznamen wird Niederbayern auch "Bayerisch-Kongo" genannt, da gesellschaftliche Bodenständigkeit in Niederbayern noch sehr verbreitet ist.

Verwaltungsgliederung

Kreisfreie Städte


- Landshut
- Passau
- Straubing

Landkreise


- Deggendorf
- Dingolfing-Landau
- Freyung-Grafenau
- Kelheim
- Landshut
- Passau
- Regen
- Rottal-Inn
- Straubing-Bogen Vor der Kreisgebietsreform am 1. Juli 1972 gliederte sich der Regierungsbezirk Niederbayern in vier Stadtkreise und 22 Landkreise.
siehe: Verwaltungsgliederung des Regierungsbezirks Niederbayern vor der Kreisreform

Geschichte


- 1255 entsteht durch Erbteilung des Herzogtums Baiern das reichsunmittelbare Herzogtum Baiern-Landshut. Heinrich XIII. wird der erste Herzog von Baiern-Landshut.
- Die Landshuter Fürstenhochzeit 1475 zwischen dem späteren Herzog Georg der Reiche und der polnischen Königstochter Jadwiga ist eines der größten gesellschaftlichen und politischen Ereignisse im ausgehenden Mittelalter. Sie wird seit 1903 alle vier Jahre im größten historischen Volksfest der Welt wiederholt.
- Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg wird Niederbaiern oder Baiern-Landshut eine Verwaltungseinheit Baierns.
- Im Zuge der Reformen von Minister Maximilian Josef Montgelas wird die Schreibweise "Baiern" durch "Bayern" ersetzt. Seitdem ist die Schreibweise Niederbayern üblich.

Wirtschaft

Niederbayern ist Europas größtes Anbaugebiet für Gewürzgurken.

Politik

Regierungspräsidenten


- 1838: Hermann von Beisler
- 1843: Friedrich Freiherr von Wulffen
- 1846: Johann Baptist von Zenetti
- 1847: Karl Freiherr von Künsberg
- 1847: Johann Baptist von Zenetti
- 1849: Karl Freiherr von Schrenk
- 1852: Wilhelm von Benning
- 1854: Alois August von Schilcher
- 1866: Gustav von Hohe
- 1871: Felix Friedrich von Lipowsky
- 1895: Ludwig Freiherr Fuchs von Bimbach und Dornheim
- 1901: Ludwig Ritter von Meixner
- 1902: Rudolf Freiherr von Andrian-Werburg
- 1914: Ferdinand von Pracher
- 1923: Friedrich von Chlingensperg auf Berg
- 1929: Dr. Heinrich Wirschinger, seit 1932 in Regensburg
- 1934: Franz Schwede, Regensburg
- 1934: Wilhelm Freiherr von Holzschuher, Regensburg
- 1939: Dr. Friedrich Wimmer, Regensburg
- 1943: Gerhard Bommel, Regensburg
- 1945: Dr. Ernst Falkner, Bayernpartei, Regensburg
- 1945: Dr. Franz Wein, CSU, Regensburg
- 1952: Dr. Josef Ulrich, CSU, Regensburg
- 1959: Ludwig Hopfner, CSU, Landshut
- 1963: Johann Riederer, CSU
- 1975: Dr. Gottfried Schmid, CSU
- 1987: Dr. Herbert Zeitler, CSU
- 1992: Dr. Friedrich Giehl, CSU
- 1998: Dr. Walter Zitzelsberger, CSU

Weblinks


- http://www.regierung.niederbayern.bayern.de/ Kategorie:Regierungsbezirk (Deutschland) !

Oberpfalz

Die Oberpfalz ist einer von 7 Regierungsbezirken in Bayern und nicht zu verwechseln mit dem deckungsgleichen Bezirk Oberpfalz. Er liegt im Osten des Bundeslandes und grenzt an Tschechien sowie an die bayerischen Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Mittelfranken und Oberfranken.

Naturraum

In der Oberpfalz gibt es einige Mittelgebirge und viele Weiher und Seen in den flacheren Regionen. Die Oberpfalz ist im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands eher dünn besiedelt. Naturräumlich bedeutende Gegenden sind:
- Oberpfälzer Wald
- Steinwald
- Waldnaab/Wondreb-Senke
- Bayerischer Wald
- Naabtal
- Vilstal
- Oberpfälzer Jura

Verkehr

Oberpfälzer Jura Der Regierungsbezirk Oberpfalz wird von drei Eisenbahnlinien und drei Autobahnen durchquert. Dies sind bei den Bahnen die Strecken:
- Regensburg - Weiden - Hof
- Weiden - Bayreuth
- Nürnberg - Prag
- Nürnberg - Neumarkt i.d.OPf. - Regensburg - Passau Darüber hinaus gibt es eine Reihe von untergeordneten Strecken wie z. B. Regensburg-Ingolstadt Bei den Autobahnen handelt es sich um die
- A3 (Nürnberg - Neumarkt i.d.OPf. - Regensburg - Passau)
- A6 (Nürnberg - Amberg - Waidhaus)
- A93 (Regensburg - Weiden - Hof) Außerdem durchziehen zahlreiche Bundesstraßen den Regierungsbezirk Oberpfalz. Im einzelnen handelt es sich um die B8, die B14, die B15, die B16, die B20, die B22, die B85, die B299 und die B470.

Wirtschaft

Die Wirtschaft der Oberpfalz ist vor allem durch die Landwirtschaft, die Teichwirtschaft zur Fischzucht in den nördlichen Regionen und durch den Tourismus geprägt. Industrielle Strukturen beschränken sich auf den Großraum Regensburg, dieser hat jedoch in den bergangenen 25 Jahren eine beachtliche wirtschaftliche Dynamik entwickelt. Neben BMW, infineon und Siemens produzieren eine Reihe weiterer Unternehmen in Regensburg. SiemensVDO hat in Regensburg seine Firmenzentrale betreibt hier ein Werk für Automobilelektronik und ein Entwicklungszentrum. Nach München ist Regensburg in Bayern der zweitstärkste Biotechnologiestandort (bundesweit Rang 5). Der Handel ist weniger stark vertreten. Im Mittelalter wurden die Erzvorkommen der Region wirtschaftlich ausgebeutet, weshalb die Oberpfalz auch "das Ruhrgebiet des Mittelalters" genannt wird. Bis zum Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts war die Eisen- und Stahlindustrie (die "Maxhütte" mit den Standorten [Sulzbach-Rosenberg] und [Maxhütte-Haidhof])) in Verbindung mit den bedeutenden Braunkohlevorkommen im Tagebau ein bestimmender Wirtschaftsfaktor. Touristische Anziehungspunkte sind der Oberpfälzer Wald, das Stiftland und der Steinwald im Norden, die aus dem Tagebau hervorgegangene Seenlandschaft bei Schwandorf in der Mitte, die Jurahöhen im Westen sowie das untere Naabtal und die Bezirkshauptstadt Regensburg im Süden. Bei Nabburg betreibt der Bezirk das Oberpfälzer Freilandmuseum. Im nationalen und internationalen Tourismus besser bekannt ist der benachbarte Bayerische Wald, der hauptsächlich in Niederbayern gelegen ist. Dort ist eine alte Tradition der Glasbläserkunst vorhanden, die in Zwiesel, Bayerisch Eisenstein und angrenzenden Orten auch touristisch genutz wird. Eine wichtige Rolle in Ostbayern spielt auch der Naturpark Bayerischer Wald. Die Region Oberpfalz ist als eine der preiswertesten deutschen Ferienregionen bekannt; die Preise von Gaststätten und für Beherbergungen sind auf vergleichsweise günstigem Niveau.

Geschichte

Historisch ist die Oberpfalz mit dem bayerischen Nordgau identisch. Der Name des Regierungsbezirkes Oberpfalz steht im direkten Zusammenhang mit der Pfalz (Palatium) bzw. dem davon abgeleiteten Namen der Kurpfalz. Nach dem Tod Ludwig II., des Strengen teilte sich das Haus Wittelsbach 1294 in die ältere Linie Pfalz und die jüngere Bayern, wobei die Pfälzer Linie einen Teil der Gebiete in Nordbayern erhielt, die später als Obere Pfalz in Bayern genannt wurden. Aus dieser Bezeichnung entstand Anfang des 19. Jahrhunderts der Name Oberpfalz im Zuge der Neuordnung des neuen Königreiches Bayern.

Regierungspräsidenten


- 1945: Dr. Ernst Falkner, CSU
- 1945-1952: Dr. Franz Wein
- 1952-1959: Dr. Josef Ulrich
- 1959-1962: Dr. Georg Zitzler
- 1962-1981: Prof. Dr. Ernst Emmerig
- 1981-1993: Karl Krampol
- 1994-1999: Alfons Metzger
- 1999-2004: Dr. Dr. Wilhelm Weidinger
- 2004-heute: Dr. Wolfgang Kunert

Tourismus

Wolfgang Kunert
- Mit mehr als 600 Burgen und Schlössern ist die Oberpfalz Bayerns großes Burgenland.
- Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen
- Deutsches Knopfmuseum in Bärnau
- Oberpfälzer Fischereimuseum in Tirschenreuth
- Die Porzellanstraße führt durch den nördlichen Teil der Oberpfalz
- Waldsassen
  - Dreifaltigkeitskirche Kappl
  - Stiftsbasilika
  - Barocke Klosterbibliothek
- Kontinentale Tiefenbohrung bei Windischeschenbach
- GKK in Etzenricht
- Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern in Theuern
- Schulmuseum in Sulzbach-Rosenberg
- Archäologisches Museum in Amberg
- Regensburg
  - Historische Altstadt
  - Steinerne Brücke
  - Dom St. Peter
  - Immerwährender Reichstag
  - Basilika St. Emmeram
  - Basilika zu Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle
  - Niedermünster
  - Schloss Thurn und Taxis
  - Historisches Museum
  - Reichstagsmuseum
  - Donauschifffahrtsmuseum
  - Kunstforum Ostdeutsche Galerie
  - Galerie Leerer Beutel

Bedeutende Oberpfälzer Persönlichkeiten


- Albrecht Altdorfer (1480-1538 Maler)
- Wolfgang Bauernfeind (1858-1938 Volkskundler)
- Georg Britting (1891-1964 Dichter)
- Johann Andreas Eisenbarth (1663-1727 Arzt)
- Johann Michael Fischer (1692-1766 Baumeister)
- Christoph Willibald Gluck (1714-1787 Komponist)
- Erasmus Grasser (1450-1518 Bildhauer)
- Ignaz Günther (1725-1775 Bildhauer)
- Nikolaus Graf Luckner (1722-1794 Marschall von Frankreich, dem die französische Nationalhymne gewidmet wurde)
- Max Reger (1873-1916 Komponist)
- Johann Andreas Schmeller (1785-1854 Sprachgelehrter u. Mundartforscher)
- Franz Xaver von Schönwerth (1810-1886 Volkskundler)
- Theobald Schrems (1893-1963 Chordirigent)
- Ignatius von Senestrey (1810-1906 Bischof)
- Johannes Stark (1874-1957 Physiker und Nobelpreisträger)
- Anton Wurzer (1893-1955 Heimatdichter)

Verwaltungsgliederung

Der Regierungsbezirk Oberpfalz besitzt drei kreisfreie Städte und sieben Landkreise.

Kreisfreie Städte


- Amberg
- Regensburg
- Weiden in der Oberpfalz

Landkreise


- Amberg-Sulzbach
- Cham
- Neumarkt in der Oberpfalz
- Neustadt an der Waldnaab
- Regensburg
- Schwandorf
- Tirschenreuth

Sonstige größere Städte (ohne kreisfreie Städte) in der Oberpfalz


- Burglengenfeld
- Cham
- Mitterteich
- Neumarkt in der Oberpfalz
- Neustadt an der Waldnaab
- Schwandorf
- Sulzbach-Rosenberg
- Waldsassen

Verwaltungsgliederung des Regierungsbezirks Oberpfalz vor der Kreisreform

Anmerkung: Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz gemeinsam verwaltet.
#Stadtkreis Amberg #Stadtkreis Neumarkt #Stadtkreis Regensburg #Stadtkreis Schwandorf #Stadtkreis Weiden #Landkreis Amberg #Landkreis Beilngries #Landkreis Bergreichenstein (1938-1945) #Landkreis Burglengenfeld #Landkreis Cham #Landkreis Eschenbach #Landkreis Kemnath #Landkreis Markt Eisenstein (1938-1945) #Landkreis Nabburg #Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz #Landkreis Neunburg vorm Wald #Landkreis Neustadt an der Waldnaab #Landkreis Oberviechtach #Landkreis Parsberg #Landkreis Prachatitz (1938-1945) #Landkreis Regensburg #Landkreis Riedenburg #Landkreis Roding #Landkreis Sulzbach-Rosenberg #Landkreis Tirschenreuth #Landkreis Vohenstrauß #Landkreis Waldmünchen

Weblinks


- [http://www.regierung.oberpfalz.bayern.de/ offizielle Seite]
- [http://www.freilandmuseum.org/ Oberpfälzer Freilandmuseum]
- [http://www.neumarktonline.de neumarktonline.de Internet-Zeitung für Neumarkt - mit Meldungen aus der ganzen Oberpfalz]
- [http://www.oberpfalz-lastminute.de/ Thematische Karten der Oberpfalz]
- [http://www.oberpfalznetz.de Internet-Dienst der Tageszeitung Der neue Tag in Weiden. Deckt das Gebiet Weiden, Amberg und die Landkreise Tirschenreuth, Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Neustadt/Waldnaab ab]
- [http://www.ag-bavaria.de/opf-biographien-01.doc.pdf "Oberpfalz"-Biographien in der Zeitschrift "Die Oberpfalz", Verlag Laßleben, Kallmünz]
- http://bayern-fichtelgebirge.de, Link Region Steinwald und Stiftland

Literatur


- Bedeutende Oberpfälzer von Sigfried Färber, Verlag Pustet 1981 ISBN 3-7917-0723-X Oberpfalz ! Oberpfalz

Regen (Fluss)

Der Regen (tschechisch Řezná) ist ein 165 km langer Fluss in Bayern. Umgangssprachlich von den Einheimischen mit allen Zuflüssen nur als der Regen bezeichnet, besteht der Fluss aus dem Zusammenfluss vom Weißen Regen und Schwarzen Regen. Der Schwarze Regen entsteht in Zwiesel durch die Vereinigung vom Kleinen und Großen Regen. Der Weiße Regen enspringt dem Kleinen Arbersee. Erst ab Pulling zwischen Kötzting und Blaibach wird er offiziell bis zur Mündung in die Donau bei Regensburg nur noch als Regen bezeichnet. Der Kleine Regen durchläuft die Trinkwassertalsperre Frauenau. Die Germanen nannten den Fluss Regana. Von den Römern wurde die Bezeichnung leicht abgewandelt übernommen, sie nannten ihn Reganum und Reganus. Im 11. Jahrhundert wurde der Fluss Regin geschrieben. Über die genaue Bedeutung und Herkunft des Namens gibt es verschiedene Theorien. Mehrere Orte haben einen Bezug zum Flussnamen. So wurde die Stadt Regen nach dem Fluss benannt. Regen als Bestandteil des Ortsnamens haben Regensburg, Regendorf, Regenhütte, Regenpeilnstein, Regenstauf und Weißenregen. Der Regen ist bekannt als einer der schönsten Bootswanderflüsse Deutschlands.

Nebenflüsse des Regens

Chamb

In Cham hat der Regen mit der Chamb seinen größten Zufluss.

Perlbach

Der Perlbach entspringt in Geraszell (Gemeinde Wiesenfelden/Niederbayern) und fließt bei Trasching in den Regen. Er ist ca. 22km lang. Früher gab es gute Bestände von Flussperlmuscheln, die aber mittlerweile fast vollständig verschwunden sind.

Nebenflüsse des Schwarzen Regens


- Aitnach
- Teisnach
Flussperlmuschel

Externe Seite


- [http://www.bootwandern.de/kanutouren/kanutouren.html Mit dem Boot auf dem Regen] Kategorie:Fluss in DeutschlandKategorie:Fluss in BayernKategorie:Nebenfluss der Donau

Ilz (Fluss)

Der Fluss Ilz entspringt auf deutscher Seite im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet im Nationalpark Bayerischer Wald. Die Quelle liegt dort zwischen den Bergen Rachel (1.453 m) und Lusen (1.373 m) und mündet in Passau in die Donau. Auf einer Länge von 65 Kilometern überwindet die Ilz 780 Höhenmeter. Die Ilz ist auf fast ihrer ganzen Länge weitgehend naturnah erhalten worden. Der Stausee Oberilzmühle nördlich von Passau staut die Ilz bei Oberilzmühle zum See auf. Die Stadtwerke Passau haben hier von 1951-1955 das Wasserkraftwerk Oberilzmühle gebaut. Nach der sächsischen Gottleuba 2000/2001 und vor der hauptsächlich brandenburgischen Havel 2004/2005 wurde die Ilz für 2002/2003 als zweiter Fluss in diesem Wettbewerb zu Deutschlands Flusslandschaft des Jahres gewählt. Kategorie:Fluss in DeutschlandKategorie:Fluss in BayernKategorie:Nebenfluss der DonauKategorie:PassauKategorie:Freyung-Grafenau

Donau

Die Donau (lateinischen Danubius) ist mit 2.845 Kilometern ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 Kilometern ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes der längste Fluss der EU und nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Nach Deutschland und Österreich durchfließt der Fluss noch acht weitere europäische Staaten und mündet im ausgedehnten Donaudelta in das Schwarze Meer. Schwarze Meer Schwarze Meer Schwarze Meer

Etymologie

Der rumänische Name der Donau lautet Dunărea, auf Bulgarisch, Serbisch und Kroatisch heißt sie Dunav, auf Ungarisch Duna, auf Slowakisch Dunaj und auf Englisch und Französisch Danube. Alle diese Namen stammen vom lateinischen Danubius ab, dem Namen eines römischen Flussgottes. Die Endung au entstammt dem germanischen ouwe (Aue, Fluss), der deutsche Name gilt seit 1763. In früheren Urkunden wird die Donau „Tonach“ genannt, später auch „Donaw“. Daneben gab es vor allem für die untere Donau die Bezeichnung lateinisch Hister, Ister von griechisch ?στρος (Ístros), dieser Name wird bei Hesiod als Sohn des Okeanos und der Thetys bezeichnet (Theogonie 339), wird jedoch auch auf die keltischen Worte ys (schnell, reißend) und ura (Wasser, Fluss) zurückgeführt. Nach einer anderen Interpretation steht allerdings ys gleichzeitig für hoch und tief und bezeichnet damit die Vertikale. Im Bereich des früheren keltischen Siedlungsgebietes leiten sich, neben den alten Namen der Donau, eine Reihe von weiteren Namen für andere Flüsse von diesem Wort ab:
- Iser (Tschechien)
- Isère (Frankreich)
- Isel (Österreich)
- IJssel (Niederlande)
- Isarco (Italien)
- Isar (Deutschland) Hans Bahlow, der Autor des Werks Deutschlands geographische Namenswelt, geht davon aus, dass sich der Name von es, as oder os (Sumpfwasser) ableiten lässt. Dieses ergebe sich auch daraus, dass die Isère in Frankreich ein eher sumpfiger Fluss sei, wie es auch die Isar früher unterhalb von München gewesen sei. Eine weitere Interpretation bezieht sich auf eine hypothetische indogermanische Wurzel es oder is und leitet daraus eine generische Bezeichnung für „(fließendes) Wasser“ ab.

Geschichte

indogermanische Im siebten Jahrhundert vor Christus segelten die Griechen, die vom Schwarzen Meer her über die Stadt Tomis, das heutige Constanţa, kamen, flussaufwärts. Ihre Erkundungsreise endete am Eisernen Tor, einer felsigen Kataraktenstrecke voller Untiefen, deren gefährlicher Verlauf den griechischen Schiffen die Weiterreise über die Linie Südkarpaten und Serbisches Erzgebirge, an der heutigen Grenze von Rumänien zu Serbien, unmöglich machte. Unter den Römern bildete die Donau fast von der Quelle bis zur Mündung die Grenze zu den heidnischen Völkern im Norden und war zugleich Route für den Truppentransport sowie für die Versorgung der stromabwärts gelegenen Siedlungen. Von 37 an bis zur Regierungszeit Kaiser Valentinians I. (364-375) war der Donaulimes mit gelegentlichen Unterbrechungen, etwa dem Fall des Donaulimes 259, die nordöstliche Grenze des Reiches. Die Überschreitung der Donau nach Dakien hinein gelang dem Imperium Romanum erst in zwei Schlachten 102 und 106 nach dem Bau einer Brücke 101 bei der Garnisonsstadt Drobeta am Eisernen Tor. Dieser Sieg über die Daker unter Decebalus ließ die Provinz Dacia entstehen, die jedoch 271 wieder verloren ging. Im neunten Jahrhundert war die Donau Wanderweg für das asiatische Hirtenvolk der Magyaren, die donauaufwärts über die Zwischenstation des Chasarenreichs bis in das heutige Ungarn vordrangen und dort gemeinsam mit der slawischen Vorbevölkerung in den kommenden 150 bis 200 Jahren unter Stephan I. die heutige ungarische Nation begründeten. Auch die bereits zwischen 1096 und 1099 beim ersten Kreuzzug vom Heer Gottfried von Bouillons genutzte Route Charlemagne zog sich von Regensburg bis Belgrad die Donau entlang. Rund 340 Jahre später verkehrte sich die Richtung, denn für das türkische Heer war die Donau auf ihrem Feldzug durch Südosteuropa die zentrale Route für den Transport von Truppen und Nachschub. Der Fluss ermöglichte es ihnen, rasch vorzurücken, bereits 1440 führten sie 2000 Kilometer hinter der Mündung die ersten Schlachten um Belgrad. Dessen Eroberung gelang allerdings erst 1521, schon wenige Jahre später, 1526, zerschlug das osmanische Heer jedoch in der ersten Schlacht bei Mohács (1526) das ungarische Königreich. Da König Ludwig II. dabei zu Tode kam, fiel Ungarn an das habsburgische Österreich, dieser Moment gilt als der Keim der Donaumonarchie. 1529 erreichten die Türken mit Wien das Zentrum Mitteleuropas, wurden dort aber geschlagen. So war die Expansion der Osmanen entlang der Donau gestoppt und ab der Schlacht bei Mohács (1687) verloren sie allmählich wieder Land und Macht. Das allmähliche Zurückdrängen der Türken ging im wesentlichen auf die Initiative Österreich-Ungarns zurück, das daran erstarkte, zumal es gleichzeitig aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verdrängt wurde. Neben den Österreichern sollte das Osmanische Reich jedoch weiterhin bis zum endgültigen Verlust seiner Balkangebiete durch die russisch-türkischen Kriege (17681774) und die Balkankriege 1912/13 der bedeutendste politische Faktor Südosteuropas bleiben. Die Donau war dabei nicht nur militärische und kommerzielle Hauptschlagader, sondern auch politische, kulturelle und religiöse Grenze zwischen Morgen- und Abendland. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 eine neue Regelung in Angriff genommen, die das Pariser Abkommen von 1921 ablösen sollte. Zur Belgrader Konferenz, die 1948 abgehalten wurde, waren alle Anrainerstaaten außer den Kriegsstaaten Deutschland und Österreich zugelassen. Mit Unterzeichnung des fertigen Übereinkommens wurde zugleich ein Anhang signiert, der Österreich anschließend in die Donaukommission aufnahm. Die Bundesrepublik Deutschland konnte dem Übereinkommen und der Donaukommission als Resultat sowjetischer Vorbehalte gegen eine deutsche Mitbestimmung erst im März 1998 beitreten, fast 50 Jahre nach der Belgrader Konferenz.

Kulturgeschichte

Der zweitgrößte europäische Fluss hat in den Kulturen seiner Anrainerländer und darüber hinaus viele Spuren hinterlassen. Neben zahlreichen Sagen und Legenden haben sich auch Schriftsteller mit ihm auseinandergesetzt, von Ovid, der in der Tristia 3,10 den starken Eindruck besang, den die zugefrorene Donau auf ihn machte, bis zu Claudio Magris und Péter Esterházy, die sich am Ende des 20. Jahrhunderts mit dem Thema beschäftigten. Ihren berühmtesten kulturellen Widerhall fand die Donau jedoch in der Musik, im (ursprünglich mit einem anderen Text komponierten und uraufgeführten) Donauwalzer aus der Feder von Johann Strauß.

Wirtschaftsraum Donau

Wassernutzung

Trinkwasser

Die Donau ist entlang ihres Laufes für rund 10 Millionen Menschen eine bedeutende Trinkwasserquelle. In Baden-Württemberg beliefert der Zweckverband Wasserversorgung den gesamten Raum zwischen Stuttgart, Bad Mergentheim, Aalen und dem Alb-Donau-Kreis mit Trinkwasser, von dem gut 30 Prozent (2004: 30 Millionen Kubikmeter) aufbereitetes Donauwasser sind. Auch Städte wie Ulm oder Passau verwenden großteils noch Donauwasser als Trinkwasser. Österreich dagegen bezieht zu 99 Prozent sein Trinkwasser aus Grund- und Quellwasser, nur sehr selten, zum Beispiel während Hitzeperioden in Wien, wird Wasser aus der Donau entnommen, um daraus Trinkwasser zu gewinnen. Dasselbe gilt in Ungarn, das zu 91 Prozent Grundwasser verwendet. Auch die anderen Staaten entlang des Mittellaufs verzichten aufgrund der starken Verschmutzung auf die Verwendung von Donauwasser als Trinkwasser. Nur Orte an der Donau in Rumänien, wo der Strom wieder sauberer ist, versorgen sich noch weitgehend mit dem Wasser aus der Donau (Turnu-Severin, Donaudelta).

Wasserkraft

Fünf Anrainerstaaten der Donau beziehen nennenswerte Anteile ihrer Energie aus Wasserkraftwerken an der Donau, nämlich Deutschland, Österreich, die Slowakei, Serbien und Rumänien. Anderen Staaten fehlt zum Bau entweder die partielle territoriale Kontrolle über die Donau für autonome Bauten (Kroatien, Bulgarien und Moldawien verfügen jeweils nur über ein Ufer des Flusses), Wasserkraftwerksbauten sind politisch nicht durchsetzbar wie in Ungarn oder der Lauf der Donau gibt eine solche Verwendung schlicht nicht her, so in der Ukraine. In Deutschland wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts erste Wasserkraftwerke gebaut, insbesondere in der Region der Oberen Donau, aber auch zum Beispiel bei Ulm. Allerdings erlangte die Donau als Energielieferant niemals die Bedeutung wie weiter flussabwärts, da sie vergleichsweise schwach und energiearm ist. In Österreich hingegen ist die Situation bereits gänzlich anders, wenn auch der erste Bau eines Donaukraftwerkes erst relativ spät begann, nämlich 1953 bei Ybbs-Persenbeug. Heute hat Österreich in Europa nach Island und Norwegen den höchsten Anteil an Wasserkraft überhaupt, auch im Donauraum ist Österreich führend, insgesamt werden rund 25 Prozent des öffentlichen Energiebedarfs durch die Donaukraftwerke gedeckt. Diese Entwicklung gilt allerdings nicht als durchweg positiv: Die reine Wasserkraft-Monokultur, die sich in Österreich insbesondere an der Donau konzentriert, die von der deutschen Grenze an, mit Ausnahme der Wachau, bis nach Wien mit Laufkraftwerken besetzt ist, verändert den Lauf und die Fließgeschwindigkeit des Gewässers und beeinträchtigt die reguläre Überflutung der ökologisch wertvollen Auwälder. Daneben bilden die Staustufen Barrieren für Fische und andere Lebewesen, die sich nicht mehr frei im Fluss bewegen können. In der Slowakei ist die Wasserkraft mit gut 16 Prozent Anteil am Energiemix die zweitwichtigste Energiequelle nach der Braunkohle. Der größte Anteil davon, nämlich 11 Prozent der Gesamtproduktion der elektrischen Energie entstammt dem ursprünglich in Kooperation mit Ungarn geplanten Wasserkraftwerk Gabčíkovo-Nagymaros, aus dessen Bau sich Ungarn allerdings später zurückzog und das daraufhin von der Slowakei allein vollendet wurde. Das bis heute größte Wasserkraftwerk Europas am Eisernen Tor wurde 1972 nach achtjähriger Bauzeit gemeinsam von Jugoslawien (heute Serbien) und Rumänien in Betrieb genommen. Bis heute stellt dadurch die Wasserkraft mit 37,1 Prozent (Serbien) bzw. 27,6 Prozent (Rumänien) eine der bedeutendsten Energiequellen der beiden Länder dar.

Schifffahrt

Energiemix Energiemix Die Donau ist erst ab Kelheim, fast 500 Kilometer hinter der Quelle, über eine Gesamtstrecke von 2415 Kilometern bis zur Mündung für die Binnenschifffahrt befahrbar. Mit dem Main-Donau-Kanal, welcher bei Kelheim in die Donau mündet, ist auch eine durchgehende Wasserstraße von der Nordsee über den Rhein, so wie Main bis ins Schwarze Meer gegeben. Aus der Sicht der Donauschifffahrt wird die Donau in drei Bereiche eingeteilt:
- Obere Donau von Kelheim bis Komárom/Komárno
- Mitteldonau von Komarom/Komarno bis Turnu Severin
- Untere Donau von Turnu Severin bis zur Mündung Die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit diente sie als Transportweg für Handelswaren wie zum Beispiel Pelze, die meist noch mit einfachen Flößen den Fluss entlang transportiert wurden. Im Mittelalter wurden Boote, die nach dem langen und damals noch sehr gefährlichen Weg ihren Zielhafen erreicht hatten, häufig demontiert und als Feuerholz verkauft, um den beschwerlichen und langsamen Rückweg zu vermeiden (siehe auch Ulmer Schachteln). Über die Jahrtausende konnten Boote stromaufwärts nur durch Treideln vorankommen. Dabei wurden die Boote von Menschen oder Zugtieren, später auch Lokomotiven stromaufwärts gezogen. Dies endete im Jahr 1812, als in Wien das erste Donaudampfschiff in Betrieb genommen wurde. Kurze Zeit später, im Jahre 1829, wurde die erste Donaudampfschifffahrtsgesellschaft ins Leben gerufen. Dadurch wurden die Schiffe schneller, zum Beispiel fuhr das erste Dampfschiff „Franz I“ im Jahre 1930 die Talfahrt von Wien nach Budapest in 14 Stunden 15 Minuten. Für die Bergfahrt von Budapest nach Wien benötigte er 48 Stunden 20 Minuten. Im September 1937 fuhr das erste Schiff, die „Maria Anna“ von Wien nach Linz. Eines der letzten Exemplare dieses Schiffstyps ist in Regensburg als Museumsschiff zu besichtigen (http://www.dsmr.de/). Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts war auch die Blüte der Kettenschiffe, die sich an einer zuvor fest in der Fahrrinne des Flusses verlegten Kette mit Dampfmaschinenkraft den Fluss „hinaufzogen“. Solche Ketten wurden zuerst für die Strecke Wien–Pressburg verlegt, 1891 aber auch bei Ybbs und Regensburg. Ursprünglich war die Donau ein offener Handelsfluss, nutzbar für jedermann. Im Pariser Frieden 1836 wurde dieses Recht auch erstmals kodifiziert. 120 Jahre später, am 18. August 1948, wurde auf der Belgrader Konferenz in der „Konvention über die Regelung der Schifffahrt auf der Donau“ dieses Recht erneut festgeschrieben, das Befahren der Donau ist Schiffen aller Flaggen erlaubt, nur Kriegsschiffen fremder Flagge ist das Befahren der Donau untersagt.

Holzschwemme

Im 18. bzw. 19. Jahrhundert diente die Donau als Transportweg für Holz aus dem Böhmerwald. Holzscheiter wurden vom Böhmerwald aus über den Schwarzenbergschen Schwemmkanal, dann in der Große Mühl und anschließend in der Donau bis nach Wien geschwemmt, wo sie als Brennholz verkauft wurden.

Fischerei

Die Bedeutung der Fischerei, von der an manchen Orten im Mittelalter die ganze Bevölkerung lebte, ist im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts stark zurückgegangen. In Deutschland ist nur noch ein einziger Donaufischer zwischen Straubing und Vilshofen aktiv. In Österreich hingegen wird in bescheidenem Maß noch um Linz und Wien gefischt, von größerer Bedeutung ist jedoch die Fischerei noch immer im Donaudelta. Vilshofen

Weinbau

In zwei (streng genommen drei) Staaten ist die Donau auch ein Weinanbaugebiet. Das qualitativ hochwertigste ist dabei die Wachau in Österreich, eines der besten mitteleuropäischen Weinbaugebiete überhaupt, dort werden hauptsächlich Grüner Veltliner, Riesling und Chardonnay angebaut. In Ungarn wird Wein fast überall entlang der Donau zwischen Visegrád und der Südgrenze des Landes kultiviert, die Hauptstadt des ungarischen Weins war Vác. In der sozialistischen Ära verloren die früher berühmten ungarischen Weine stark an Qualität, seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts jedoch erlebt der ungarische Weinbau eine Renaissance. Das angesprochene dritte Weinbaugebiet liegt in Deutschland bei Bach an der Donau zwischen Regensburg und Straubing und ist eine wirtschaftlich unbedeutende Kuriosität, zugleich aber ein letztes Relikt der bis auf die Römer zurückgehenden, ursprünglich lebendigen Kultur des Baierweins an der deutschen Donau.

Tourismus

Neben vielen berühmten und sehenswerten Einzelzielen entlang der Donau sind zahlreiche Donaulandschaften und Nationalparks von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel der Naturpark Obere Donau in Deutschland, die Wachau sowie der Nationalpark Donau-Auen in Österreich, das Eiserne Tor zwischen Serbien und Rumänien und das transnationale Donaudelta. Insbesondere auf der nicht schiffbaren und daher verkehrsfreien oberen Donau gibt es die Möglichkeit zu Kanu-, Paddel- und Bootstouren, in Deutschland und Österreich ist die Donau darüber hinaus mit langen Radwegen gesäumt, die hervorragend für Radwanderungen geeignet sind. Auch der Flusskreuzfahrttourismus ist bedeutend, neben der vielbefahrenen Strecke von Wien nach Budapest fahren einzelne Schiffe auch von Passau bis in das Donaudelta und zurück. Zur Hochsaison befahren über 70 Kreuzfahrtschiffe den Fluss.

Die Donau in geowissenschaftlicher Sicht

Passau Passau

Geographie

Die Donau durchquert bzw. streift folgende 10 Länder (in der Reihenfolge von Quelle zur Mündung):
Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine. (Quelle: Donaukommission, Budapest, Januar 2000-März 2004)

Hydrografie

Hydrografie Die Donau ist der einzige große europäische Fluss, der von Westen nach Osten fließt, erreicht nach 2.888 Kilometern in Rumänien und der Ukraine das Donaudelta und mündet dort ins Schwarze Meer. Im Gegensatz zu anderen Flüssen werden die Kilometer von der Mündung bis zur Quelle hochgezählt, offizieller Nullpunkt ist der Leuchtturm von Sulina am Schwarzen Meer. Die Donau hat einen Einzugsbereich von ca. 817.000 km2. Die Nebenflüsse, die im Verhältnis am stärksten zur Wassermenge der Donau beitragen sind:
- Die Iller, die an der Mündung durchschnittlich 30 Prozent mehr Wasser aufweist als die Donau selbst an dieser Stelle
- Der Lech, der an der Mündung durchschnittlich 60 Prozent des Wassers der Donau führt
- Die Isar mit 45 Prozent der Wassermenge der Donau
- Der Inn, der 10 Prozent mehr Wasser als die Donau einbringt
- Die Drau mit 40 Prozent der Wassermenge
- Die Save, die 35 Prozent zur Wassermenge beiträgt und zugleich der wasserreichste Nebenfluss ist

Geologie

Save Obgleich die Oberläufe der Donau heutzutage verhältnismäßig kleiner sind, ist die Donau geologisch viel älter als der Rhein, mit dem ihr Einzugsgebiet im heutigen Süddeutschland konkurriert. Dies führt zu einigen Besonderheiten. Der Rhein ist der einzige Fluss der Alpen, der nördlich in Richtung zur Nordsee fließt. Dabei nimmt er die nördlich abfließenden Wasser der Europäischen Wasserscheide auf. Diese teilt wie eine unsichtbare Linie Teile von Süddeutschland. Noch vor der letzten Eiszeit begann der Rhein erst an der südwestlichen Spitze des Schwarzwaldes. Das Wasser der Alpen, das heute in den Rhein fließt, wurde damals in der „Urdonau“ nach Osten getragen, die bis zur Rißeiszeit weiter nördlich im Tal der heutigen Altmühl und des Wellheimer Trockentals entlang der Linie WellheimDollnsteinEichstättBeilngriesRiedenburg floss. Die (heute wasserlosen) Schluchten in der jetzigen Landschaft der Schwäbischen Alb sind Teile des Bettes dieses früheren Flusses, der erheblich größer war als die heutige Donau. Nachdem die Oberrheinische Senke gleichsam abgefressen worden war, änderte der größte Teil des Alpenwassers seine Richtung und speist heute den Rhein. Oberrheinische Senke Es fließen bis heute Teile des Donauwassers durch den porösen Kalkstein der Schwäbischen Alb in den tiefer liegenden Rhein. Da diese große Menge unterirdischen Wassers sich zugleich mehr und mehr in den umgebenden Kalkstein frisst, wird angenommen, dass die obere Donau eines Tages völlig zugunsten des Rheins verschwinden wird. Bei Immendingen kommt es im Flusslauf zur Donauversickerung. Hier versickert ein großer Teil des Donauwassers im Boden und gelangt über unterirdische Höhlen im Karststein zum über 14 Kilometer entfernten Aachtopf, von wo aus das Wasser in den Bodensee und später in den Rhein gelangt. Bei sehr wenig Wasser kann es zeitweise auch zur kompletten Versickerung kommen; die Donau wird dann nur noch von den Flüsschen Krähenbach und Elta gespeist. Da dieses Trockenfallen des Flusses in den letzten Jahrzehnten rapide zugenommen hat, wird ein Teil des Donauwassers durch einen Stollen an der Versickerungsstelle vorbeigeleitet. Der Stollen und das zugehörige Wehr befinden sich hinter dem Ortsausgang von Immendingen, der Stollen selbst führt nach Möhringen. Eine weitere Donauversickerung, die weiteres Wasser unterirdisch zum Aachtopf führt, befindet sich bei Fridingen an der Donau. Bis kurz hinter Wien hat der Strom eher Gebirgsflusscharakter, erst danach wandelt er sich allmählich zu einem Tieflandfluss. Faktoren wie etwa Schneeschmelzen und starke Niederschläge im Alpenraum begünstigen dabei das rapide Anschwellen des Flusses und die Entstehung von Hochwassern. Durch die zunehmende Regulierung des Flusses und die teilweise Zerstörung von Auen wurde dieser Effekt noch gesteigert und das Ausmaß der Hochwasser nahm im 20. Jahrhundert zu. Die Höchststände der letzten hundert Jahre waren die Hochwasser von 1954, 1988 und 2002.

Lebensraum Donau

Über ihre vielen hundert Kilometer hinweg passiert die Donau viele Landschaften und Klimazonen und verändert so mehrmals ihren Charakter, entsprechend vielfältig ist ihre Flora und Fauna. Trotz zahlreicher, teils schwerer menschlicher Eingriffe, ist die Donau in vielen Abschnitten noch immer außerordentlich artenreich, dazu hat insbesondere beigetragen, dass einige besonders sensible Lebensräume unter Schutz gestellt wurden. 2002

Fauna der Donau

Insgesamt sind über 300 Vogelarten an der Donau beheimatet. Die Donau ist eine der bedeutendsten europäischen Vogelzugstraßen und die an ihr gelegenen noch naturnahen Gebiete bilden oftmals wichtige Areale für Überwinterung, Brut und Rast, darunter auch für seltene Arten wie Uhu, Eisvogel, Seeadler, Schwarzstorch, Schwarzmilan und Steppenfalke. Herausragend sind dabei die Schutzgebiete Donauauen und Kopački rit, vor allem aber das Donaudelta. So sind die Donauauen der Schnittpunkt des Gebietes Neusiedlersee, Donauraum und March und beherbergen vor allem im Winter sowohl große Mengen an Tieren wie Gänse, Seeschwalben, Gänsesäger, Schellenten, Limikolen, Stockenten, aber auch viele eher seltene Arten wie Schelladler, Fischadler oder Singschwäne. Auch Kopački rit, ein noch unberührtes Sumpfgebiet an der Draumündung in die Donau im Nordosten Kroatiens ist ein wichtiges Überwinterungsgebiet; über 260 Vogelarten nisten hier, darunter auch so seltene wie der Seeadler. Zahllose weitere Arten nutzen es als Rast- und Überwinterungsgebiet. Am wichtigsten für die Vogelwelt an der Donau ist das Donaudelta, ein zentraler Punkt der europäischen Vogelzugstraße und zugleich Übergangszone von europäischer und asiatischer Fauna. Weit über 300 Vogelarten rasten, überwintern oder brüten hier, darunter zum Beispiel Pelikane, Reiher, Löffler, Greifvögel oder auch die seltene Rothalsgans. Typische Donaufische sind Barbe, Nase, Blaunase, Aitel, Hasel, Brachse, Karpfen, Güster, Hecht, Zander, Barsch, Aal, Schied, Huchen, Sterlet und Welse, sowie Bitterling, Gründling, Schleimpeitzger, Schrätzer, Zingel und Streber, wobei die Störartigen anders als früher durch den Bau der Staustufe am Eisernen Tor nicht mehr bis Wien gelangen können. Einige Arten sind gar in der Donau bzw. ihren Nebenflüssen endemisch, so zum Beispiel das Donaubachneunauge. Begünstigt durch verstärkten Landschaftsschutz und Renaturierungen von Donaueinzugsgebieten konnten seltenere Fischarten vor allem in Deutschland und Österreich wieder etabliert werden. So wurde der eigentlich seit 1975 ausgestorben geglaubte Hundsfisch (Umbra krameri), ein Hechtverwandter, 1992 wiederentdeckt und konnte im Rahmen von Nachzuchtprogrammen wieder angesiedelt werden. Im Donaudelta finden sich über 150 Fischarten, etwa Stör, Hausen, Karpfen, Wels, Zander, Hecht und Barsche. Aber auch Säugetierarten wie Steinmarder, Edelmarder, Wiesel, Dachs oder gar Wildkatze, Biber und Otter sind hier heimisch, im Delta finden sich unter anderem Europäischer Nerz, Fischotter, Steppeniltis und Ziesel. Ebenso bietet die Donau zahlreichen Amphibien und Reptilien Raum, darunter Äskulapnatter, Westliche Smaragdeidechse, Mauereidechse, Ringelnatter, Glattnatter und Zauneidechse, Griechische Land- und Europäische Sumpfschildkröte sowie Endemiten wie dem Donau-Kammmolch. Eine besonders hohe Artendichte weist auch hier wiederum das Delta auf, siehe dazu auch [http://www.herpag-hdn.amphibien.at/doku/skriptum%20donaudelta_herpag.pdf].

Flora der Donau

Wichtige Baumarten der Weichholz-Auen sind die Silberpappel (Populus alba), am Oberlauf auch die Grau-Erle (Alnus incana) sowie die Silberweide (Salix alba). Für die Hartholz-Aue ist die Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia) erwähnenswert, die von Wien abwärts vorkommt, des Weiteren sind noch Feld- und Flatter-Ulme und Stieleiche belegt. In der Donau selbst finden sich seltene Wasserpflanzen wie die Wasserfalle oder Wasserschläuche.

Bedeutende Nationalparks und Reservate

Naturpark Obere Donau

Wasserschläuche Zwischen Immendingen und Ertingen durchquert der Fluss den Naturpark Obere Donau. Die landschaftlich attraktiven Felsen im Donaudurchbruch Schwäbische Alb gehören zu den wenigen, natürlich unbewaldeten Pflanzenstandorten in Deutschland. Da dieser Untergrund sehr trocken ist und die Temperaturen stark schwanken, konnten sich viele sehr lichthungrige Pflanzen, teils als eiszeitliche Relikte, hier erhalten. So kommt es im Nationalpark zur ungewöhnlichen Kombination von mediterraner, alpiner und tundrischer Flora. Mit fast 750 Pflanzenarten, darunter einigen bedrohten oder vom Aussterben bedrohten, ist die Region, die von menschlichen Einflüssen weitgehend verschont blieb, eine der artenreichsten Baden-Württembergs.

Naturschutzgebiet Donauleiten

Das Naturschutzgebiet Donauleiten ist donauabwärts zwischen Passau und Jochenstein auf der linken, nördlichen Donauseite gelegen. Es handelt sich um eine sehr steile Abbruchkante, an der sich der Bayerische Wald gegenüber der Molassesenke des Alpenvorlandes um über hundert Meter gehoben hat. Durch die Exponierung gegen Süden wärmen sich Granit und Gneis dieser Donauhänge auf und sorgen für ein fast mediterranes Klima. Daher haben auf dieser Klimainsel viele Arten die Klimaverschlechterung der letzten nacheiszeitlichen Wärmeperiode überlebt. So gelten die Donauleiten in Deutschland als bedeutendstes Vorkommen der bis zu zwei Meter langen schwärzlich-grünen Äskulapnatter. Die Vielfalt an Insekten ist bemerkenswert: Schwalbenschwanz, Segelfalter und großer Schillerfalter können häufig beobachtet werden. Sogar Weißer und Schwarzer Apollofalter kommen noch vereinzelt vor. Aufgrund der Mischung von mageren, eher sauren Trockenstandorten an den Steilhängen und feuchteren Laub- und Eichenwäldern auf humosen Felsterrassen existiert eine abwechslungsreiche Flora, zu nennen sind etwa Alpenveilchen, Graslilien, Roter Fingerhut und Gelber Fingerhut, Seidelbast und Orchideen wie das Männliche Knabenkraut und das Waldvögelein. Allerdings ist die intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung für einen starken Rückgang dieser Arten verantwortlich. Waldvögelein

Nationalpark Donau-Auen

Eines der größten Auengebiete in Mitteleuropa sind die Donauauen nahe Wien bei Hainburg, dort erstreckt sich von der Lobau (noch auf Wiener Stadtgebiet) bis zur Einmündung der March der Nationalpark Donau-Auen, in dem rund 70 Fisch-, 30 Säugetier- und 100 Vogelarten leben. Der Nationalpark Donau-Auen wurde nicht durch die Regierung Österreichs initiiert, sondern 1983/1984 durch Bürgerproteste vor dem beabsichtigten Bau eines Donaukraftwerks gerettet, der die Auen zerstört hätte. Dabei kam es zur spektakulären Besetzung der Hainburger Au durch mehrere tausend Menschen und einem von über 350.000 Menschen unterzeichneten Volksbegehren. Diese Bürgerbewegung gilt als die Geburtsstunde der österreichischen Grünen Partei. 1996 wurden die Auen zum Nationalpark erklärt.

Nationalpark Donau-Eipel in Ungarn

Der Nationalpark Donau-Eipel, ungarisch Duna-Ipoly Nemzeti Park, umfaßt das Börzsöny-Gebirge, das Pilis-Gebirge, das Visegrád-Gebirge, das linke Ufer der Eipel, die Szentendre-Insel und das linke Ufer der Donau in diesem Bereich mit dem Zentrum des Donauknies. Zweitausend verschiedene Pflanzenarten und einige tausend Tiergattungen leben im Nationalpark, darunter auch der endemische Piliser Lein.

Naturpark Kopački rit

Der Naturpark Kopački rit liegt am Zusammenfluss der Drau in die Donau in Kroatien. Die unberührten Sumpf, Moor- und Auengebiete sind Heimatstätte zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, darunter 260 Vogelarten. In den zahlreichen Seitenarmen leben 40 Fischarten. Der Naturpark Kopački rit ist nominiert für die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes.

Spezial-Naturreservat Deliblatska peščara

Das Spezial-Naturreservat Deliblatska Peščara befindet sich im Bezirk Južna Bačka in der Autonomen Provinz Vojvodina in Serbien. Es erstreckt sich zwischen der Donau, den Südkarpaten und dem Fluss Tamiš über 354 km und über eine Fläche von 30.000 Hektar. Das Reservat stellt ein wüstenartiges Phänomen dar, eine Sanddünenlandschaft mitten im Balkan, mit einer einzigartigen Orografie, Flora und Fauna in Europa. Daher wird es in Serbien auch umgangssprachlich Evropska Sahara (Europäische Sahara) genannt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Sanddüne mit Akazien und anderen Bäumen bepflanzt. Heute ist mehr als die Hälfte der Sandlandschaft bepflanzt und manche Teile sind reiche Saisonjagdorte. Die imposante Größe der Sandberge mit über 200 m über NN, ihre Schönheit, das ständige Wechseln der Blütenfarben der verschiedensten Pflanzenarten machen diese Düne sehr attraktiv für Besucher. 19. Jahrhundert

Nationalpark Đerdap

Der Nationalpark Đerdap erstreckt sich entlang der Donau, von der Stadt Golubac bis zur Kleingemeinde Tekija, über eine Länge von 100 km und über eine Fläche von 63.680 Hektar. Das Einzigartige an diesem Park sind die riesigen Schluchten und Pässe durch die die Donau fließt, die nach dem Grand Canyon die größten weltweit sind. Đerdapska klisura wird der größte Pass bezeichnet, der gleichzeitig auch der größte Europas ist. Die terziäre Flora, Vegetation und Fauna machen ihn zu einem einzigartigen Naturreservat. Die über 1100 Pflanzenarten, die hier zu finden sind, als auch Bären, Luchse, Wölfe, Streifenschakale, Schwarzstorche, einige Eulenarten und andere seltene Tiere bestätigen dies ebenfalls. Trotz dieses Naturreichtums war der Mensch in diesem Gebiet stets präsent, was die zahlreichen Funde bezeugen. Lepenski Vir, Tabula Traiana und Traians Brücke sind nur einige der bedeutenden archäologischen Funde in diesem Nationalpark. Tragischerweise sind noch viele Funde auf dem Grund des riesigen Stausees des Eisernen Tores. Viele geborgene Funde finden sich im Museum Lepenski Vir. Weitere serbische Nationalparks entlang der Donau: Spezial-Naturreservat Gornje Podunavlje, Nationalpark Fruška Gora Nationalpark Fruška Gora

Biosphärenreservat Donaudelta

Das Donaudelta, über 2000 Kilometer flussabwärts in Rumänien, ist das Mündungsgebiet der Donau am Schwarzen Meer und – nach dem Wolgadelta – das zweitgrößte Flussdelta Europas. Es besteht aus vier Hauptarmen (Chilia, Tulcea, Sulina und Sfântu Gheorghe) sowie unzähligen Seitenarmen, Röhrichten, schwimmenden Inseln, Altarmen und Seen, aber auch Auwäldern sowie extremen Trockenbiotopen auf Dünen. Das 5.000 km2 große, weltweit einmalige Ökosystem ist Europas größtes Feuchtgebiet, es gilt als der vermutlich größte Schilfrohrbestand der Erde und ist der Lebensraum von über 4.000 Tier- und über 1.000 Pflanzenarten. Wolgadelta 1991 erklärte die UNESCO das Delta zu einem Teil des Weltnaturerbes, seitdem ist es Biosphärenreservat. Am 5. Juni 2000 verpflichteten sich die Regierungen Rumäniens, Bulgariens, Moldawiens und der Ukraine zum Schutz und zu der Renaturierung der Feuchtgebiete entlang der etwa 1.000 Kilometer langen unteren Donau. Dieser Grüne Korridor wurde damit zum größten grenzüberschreitenden Schutzgebiet Europas. Nach der Jahrtausendwende entwickelte sich das Gebiet zunehmend zum Touristenziel. Allein zwischen Mai und Juli 2004 kamen fast 54.000 Gäste, was eine Steigerung von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Schwerere ökologische Eingriffe

Wie viele andere Flüsse hat die Donau seit dem Beginn der Industrialisierung zahlreiche schwere Eingriffe durch Menschenhand erfahren. Nur 20 Prozent der Überschwemmungsgebiete, die im 19. Jahrhundert existierten, sind heute noch vorhanden und nur noch die Hälfte des Flusslaufs kann heute noch als zumindest „naturnah“ bezeichnet werden. Neben der zunehmenden Verschmutzung durch Industrie, Landwirtschaft, Tourismus und der Zuleitung von Abwässern sowie der Regulierung durch Wehre, Dämme, Staustufen und Kanäle, letzteres vor allem in Deutschland und Österreich, sind es vor allem Großprojekte, die dem Lebensraum Donau stark zusetzen. Da gleich 10 Staaten, darunter einige der ärmsten Länder Europas, zum Beispiel Moldawien, Rumänien, die Ukraine und Bulgarien ihre vor allem wirtschaftlichen Interessen am Fluss wahrnehmen und von seiner Lage profitieren wollen, ist ein grenzüberschreitender Schutz schwierig.

Das Kraftwerk „Eisernes Tor“

Ukraine Im Jahr 1964 begannen das damalige Jugoslawien und Rumänien zwischen den Südkarpaten und dem Serbischen Erzgebirge an der Grenze von Rumänien zu Serbien mit dem gemeinsamen Bau eines Wasserkraftwerks, das 1972 eröffnet wurde. Die Talsperre mit zwei Schleusen ließ einen 150 Kilometer langen Stausee entstehen, der Wasserspiegel wurde um 35 Meter gehoben. Neben der Energiegewinnung wurde auch die Wasserstraße Donau ausgebaut und die Schiffdurchfahrt durch die Sprengung der Katarakte im Fluss erleichtert. Für den Stausee, dessen Ausläufer bis Belgrad reichen, mussten unter anderem die Stadt Orsova und fünf Dörfer weichen und die seit 1669 von Türken bewohnte Insel Ada Kaleh wurde überflutet. Die meisten Türken verließen Rumänien und gingen in die Türkei. Insgesamt mussten 17.000 Menschen umgesiedelt werden, ihre angestammten und teils kulturell bedeutenden Wohnorte wurden vom Wasser begraben. Auch für die Umwelt hat die Errichtung des Damms Folgen gehabt, so können seither Störe nicht mehr zum Ablaichen die Donau hinaufschwimmen. Um den kulturellen und ökologischen Schaden zu begrenzen, sind Objekte der Flora und Fauna, ebenso wie geomorphologische, archäologische und kulturhistorische Artefakte in zwei Nationalparks und Museen bewahrt worden, in Serbien im Djerdap Nationalpark, der seit 1974 besteht und 63.608 Hektar umfasst, und in Rumänien im Portile de Fier Nationalpark, der 2001 eingerichtet wurde und eine Fläche von 115.655 Hektar besitzt.

Gabčíkovo-Nagymaros

Im Budapester Vertrag vom 16. September 1977 vereinbarten die damalige Tschechoslowakei und Ungarn in Budapest den Bau eines riesigen Staustufenverbunds zwischen Gabčíkovo nahe Bratislava und Nagymaros in Ungarn zur Energiegewinnung, erste Planungen für das Projekt reichten zurück bis in das Jahr 1946. Von dem Bau wurden von ungarischen und dann zum Teil auch österreichischen Experten zerstörerische Auswirkungen auf die nahen österreichischen Donauauen, die Landschafts- und Siedlungsräume entlang der slowakisch-ungarischen Grenze sowie die Budapester Wasserversorgung befürchtet. Nachdem bereits seit 1983 die Arbeiten daran verlangsamt wurden, gründete sich 1984 in Budapest Duna Kör, der „Donau-Kreis“. Diese Umweltbewegung, die vielfach als Keim der „samtenen Revolution“ in Ungarn angesehen wird, fand starken Rückhalt in der Bevölkerung, 140.000 Menschen unterzeichneten ihre Petition gegen den Staudamm und 1988 kam es zu einer Demonstration mit rund 40.000 Teilnehmern vor dem ungarischen Parlament. Im Rahmen der politischen Erschütterungen des Ostblocks 1989 zog sich Ungarn dann unter dem Druck der Bevölkerung von dem Projekt zurück. Die Tschechoslowakei bzw. ab 1993 die Slowakei betrieb jedoch den Weiterbau des Kraftwerks an einer anderen Stelle und verklagte Ungarn 1993 und erneut 1997 beim Internationalen Gerichtshof auch auf die Erfüllung des Budapester Vertrages von 1977. Ungarn warf nun der Slowakei zusätzlich vor, teilweise Wasser aus dem Grenzfluss in den neu gebildeten künstlichen Gabčíkovo-Kanal entzogen zu haben. Der Gerichtshof hat im Prinzip entschieden, dass der Vertrag von 1977 gilt und die beiden Länder vereinbaren sollen, wie sie ihn erfüllen. Die entsprechende Einigung ist bis heute nicht zustande gekommen. Durch diese Situation sind die Beziehungen zwischen Ungarn und der Slowakei bis in die Gegenwart belastet.

Hafen Giurgiulesti

Internationalen Gerichtshof 1995 gründete die moldawische Regierung Terminal S.A., ein Joint-Venture mit griechischer Beteiligung zur Errichtung eines Hafens mit angeschlossener Ölraffinerie an ihrem Uferstück bei Giurgiulesti. 1996 gewährte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung einen Kredit über 19 Millionen Dollar und erhielt damit einen Anteil von 20 Prozent. 41 Prozent hält die moldawische Tirex-Petrol und 39 Prozent die griechische Technovax. Der Grundstein für den Bau wurde im November 1998 gelegt, seither kommt das Projekt allerdings nur sehr mäßig voran. Gegenwärtig versucht die moldawische Regierung ihren Anteil zu verka