:: wikimiki.org ::
| Bayerisches Warmblut |
Bayerisches WarmblutDas Bayerische Warmblut ist eine deutsche Pferderasse.
Ausdrucksstarker Kopf mit langem, gut angesetzten Hals. Kräftiger Rücken und trockene, klare Gliedmassen.
Das Bayerische Warmblut ging ursprünglich aus dem Rottaler Pferd hervor. Mit Beginn der 60er Jahre wurden in großem Umfang Pferde anderer deutscher Zuchtgebiete, vor allem Hannoveraner und Westfalen, sowie Pferde aus Frankreich und den Niederlanden eingekreuzt. Daneben wurden zur Veredlung auch Trakehner und Vollblüter eingesetzt. Dies geschah mit dem Ziel, das ehemals vor allem in der Landwirtschaft eingesetzte, im Typ eines schweren Warmbluts stehende Bayerische Warmblut in ein modernes Sportpferd zu verwandeln.
Siehe auch: Liste der Pferderassen
Weblinks
- [http://www.bayerns-pferde.de/ Landesverband Bayerischer Pferdezüchter]
- [http://www.schwaiganger.bayern.de/ Haupt- und Landesgestüt Schwaiganger]
Kategorie:Pferderasse
Exterieur (Pferd)Als Exterieur bezeichnet man das äußere Erscheinungsbild eines Pferdes. Exterieur und Interieur bestimmen über die Verwendbarkeit des einzelnen Tieres, und über sie wird in der Rassebeschreibung auch der Verwendungszweck der Rasse festgelegt.
Das Exterieur enthält folgende Merkmale:
Allgemeines
Der Begriff trocken im Bereich Kopf und Beine wird beim Pferd synonym zu gut konturiert als Gegensatz zu schwammig verwendet. Auf den Körper verwendet deutet er auf ein durchtrainiertes Pferd mit nur sehr dünner Fettschicht hin. Vollblüter zum Beispiel haben eine Veranlagung zum trockenen Körperbau, während Kaltblüter eher die Veranlagung zum schwammigen Körperbau haben, dabei aber durchaus einen trockenen Kopf aufweisen können.
Bild:Pferd_MKL1888.png
Kopf
Im wesentlichen werden fünf Kopfformen unterschieden:
- Gerader Kopf: er entspricht dem heutigen Schönheitsideal am ehesten, Ober- und Unterlinie haben nur einen geringen Winkel
- Keilkopf: Ober- und Unterlinie bilden einen größeren Winkel, der Kopf wirkt daher von der Seite betrachtet keilförmig
- Ramsnase: aufgewölbte Nasenpartie, Stirn gerade
- Ramskopf: aufgewölbte Oberlinie, häufig bei Barockpferden
- Hechtkopf: abwärts gewölbte Oberlinie, vor allem beim europäischen Araber Showpferd anzutreffen
Die Leistungsfähigkeit oder Eignung des Pferdes wird durch dieses Merkmal nicht beeinflusst. Nur ein zu stark herausgezüchteter Hechtkopf bietet dem Gebiss nicht mehr genügend Platz, weshalb in diesem Fall die Ernährung angepasst werden muss. Der Abrieb der Zähne bei normaler Fütterung, würde hier zu einem vorzeitigen Verschleiß der Zähne führen. Daher ist diese Kopfform in ihrer extremen Form auch nur bei Showpferden, nicht aber bei Rennpferden anzutreffen.
Ganaschen
Ganaschen nennt man den halbrunden hinteren Bereich des Unterkiefers. Eine zu enge Stellung der Ganaschen macht es dem Pferd schwer bis unmöglich die bei der Dressur geforderte Haltung anzunehmen. Daher ist die Ganaschenweite mitentscheidend für die Eignung zum Reitsport.
Hals
Fürs Reiten ist ein Hals gefragt, der sich leicht aufwölbt und in Anlehnung an den Zügel seinen höchsten Punkt im Genick hat. Weiterhin soll die Oberlinie des Halses gut bemuskelt sein (Trainingsfrage) und der Hals eine hinreichende Länge aufweisen. Ist der Hals zu lang und stark gewölbt, kann es dazu kommen, dass der höchste Punkt hinter dem Genick liegt. Dies wird als Schwanenhals bezeichnet und ist fürs Reiten nicht erwünscht, da das Pferd sich hierdurch leicht dem Zügel entzieht. Ebenso ist ein zu tief angesetzter steiler Hals (Hirschhals) unerwünscht, da er dem Pferd auf Grund falscher Bemuskelung (Unter- statt Oberlinie des Halses) die korrekte Haltung sehr erschwert oder sogar unmöglich macht.
Rumpf
Man unterscheidet zwische Quadrat-, Längsrechteck- und Hochrechteckpferden. Gemessen wird dabei jeweils das Verhältnis von Widerristhöhe (Stockmass) zu Rumpflänge (Bug bis Sitzbeinhöcker). Als Arbeitspferde, die den ganzen Tag eingesetzt werden sollen, werden dabei eher Quadratpferde bevorzugt, weshalb diese auch meist beim Westernreiten anzutreffen sind, während in der Dressur auf Grund der besseren Rückenfreiheit das Längsrechteckpferd bevorzugt wird.
Widerrist
Der Widerrist des Pferdes entscheidet wesentlich über die Lage des Sattels und ist daher von großer Bedeutung für Reitpferde. Ein zu flacher Widerrist macht die Lage des Sattels unstabil. Er muss in diesem Falle eventuell mit einem Schweifriemen am Vorwärtsrutschen gehindert werden. Ein zu hoher Widerrist birgt die Gefahr in sich, dass der Sattel zu weit nach hinten rutscht. Er muss in diesem Falle mittels Vorderzeug fixiert werden.
Rücken
Der Rücken soll kräftig sein und frei schwingen können, um das Gewicht des Reiters gut aufnehmen zu können. Ein zu kurzer Rücken kann das Pferd leicht fest machen, was es für die Dressur unbrauchbar macht. Ein zu langer Rücken erschwert es dem Pferd hinreichend weit unterzutreten, um das Gewicht auf die Hinterhand zu bekommen. In der Dressur ist ein nicht zu langes Rechteckpferd gewünscht, das einerseits die nötige Freiheit im Rücken hat, andererseits nicht zu lang ist. Fehler im Rücken sind der Senkrücken, ein nach unten gewölbter Rücken, der das Reiten unmöglich macht, und der Karpfenrücken, eine Aufwölbung des Rückens, die dem Pferd die notwendige Flexibilität nimmt und es damit ebenfalls fürs Reiten unbrauchbar macht. Auch vor der Kutsche sind Senk- und Karpfenrücken nicht brauchbar, da der nach hinten gerichtete Druck des Geschirrs hier nicht korrekt auf die Hinterhand übertragen werden kann.
Kruppe
Auch die Kruppe ist ein entscheidendes Merkmal für die Verwendbarkeit eines Pferdes. Eine sehr gerade flache Kruppe, wie sie häufig bei Rennpferden anzutreffen ist, ist für einen flachen schnellen Galopp zwar zuträglich, ist gleichzeitig aber hinderlich für eine hohe Tragfähigkeit und kann auch ein gutes Untertreten in der Versammlung behindern. Eine steil abfallende Kruppe ist dagegen gut für die Tragfähigkeit und für schwere Kaltblüter auch durchaus gewünscht, aber hinderlich für Dressur und Rennsport. In Dressur- und Springsport ist die schräge gut gerundete Kruppe erwünscht, die bei guter Tragfähigkeit auch einen optimalen Bewegungsspielraum bietet.
Beine
Vorderbeine
Wesentliches Merkmal beim Vorderbein ist die korrekte Stellung. Wenn man ein Lot vom Ellbogengelenk aus fällt, sollte dieses von der Seite gesehen durch das Vorderfußwurzelgelenk und durch das Fesselgelenk verlaufen. Von vorne gesehen sollen die Gelenke ebenfalls genau übereinander stehen. Folgende Fehlstellungen können dabei auftreten:
- bodenweit: von vorne gesehen verläuft die Linie durch die Gelenke nicht senkrecht nach unten, sondern nach außen
- bodeneng: von vorne gesehen verläuft die Linie durch die Gelenke nicht senkrecht nach unten, sondern nach innen
- vorbiegig: von der Seite gesehen verläuft das Lot durchs Ellbogengelenk hinter dem Vorderfußwurzelgelenk
- rückbiegig: von der Seite gesehen verläuft das Lot durchs Ellbogengelenk vor dem Vorderfußwurzelgelenk
Alle Fehlstellungen führen zu einer Mehrbelastung der Gelenke und sollten daher, wenn sie vorhanden sind, möglichst gering sein.
Röhrbein
Die Stärke des Röhrbeins wird gern als Indikator für die Springtauglichkeit genommen, da ein zu schwaches Röhrbein den starken Belastungen der Landung nicht lange gewachsen ist.
Hinterbeine
Wesentliches Merkmal beim Hinterbein ist, wie beim Vorderbein, die korrekte Stellung. Wenn man ein Lot vom Hüftgelenk aus fällt, sollte dieses von der Seite gesehen durch das Sprunggelenk und durch das Fesselgelenk verlaufen. Von hinten gesehen sollen auch hier die Gelenke genau übereinander stehen. Folgende Fehlstellungen können dabei auftreten:
- fassbeinig: von hinten gesehen verläuft die Linie durch die Gelenke nicht senkrecht nach unten, sondern, meist O-förmig, nach innen
- kuhhessig: von hinten gesehen verläuft die Linie durch die Gelenke nicht senkrecht nach unten, sondern, meist X-förmig, nach außen
- vorständig: von der Seite gesehen verläuft das Lot durchs Hüftgelenk hinter Sprung- und Fesselgelenk
- rückständig: von der Seite gesehen verläuft das Lot durchs Hüftgelenk vor Sprung und Fesselgelenk
- säbelbeinig: von der Seite gesehen verläuft das Lot durchs Hüftgelenk vor dem Sprunggelenk und durchs Fesselgelenk
Alle Fehlstellungen führen zu einer Mehrbelastung der Gelenke und sollten daher, wenn sie vorhanden sind, möglichst gering sein. Eine leicht säbelbeinige Haltung kommt bei vielen Gebirgspferden vor und wird hier auf Grund der höheren Trittsicherheit in unsicherem Gelände toleriert und sogar in die Rassebeschreibung mit aufgenommen.
Hufstellung
Die korrekte Hufstellung hat entscheidenden Anteil an der Belastung der Beugesehne in der Bewegung, weshalb ihr in jedem Fall eine hohe Bedeutung zukommt. Als Maß für die Hufstellung wird der Winkel zwischen Fessel und Röhrbein verwendet, statt von Hufstellung wird daher auch oft von Fesselstellung gesprochen. Normalerweise sollte der Winkel etwa 45 Grad betragen. Ist er geringer spricht man von einer weichen, ist er größer von einer harten Fesselung. Da das Fesselgelenk für das Pferd eine Art Stossdämpfer ist, ist das Pferd für den Reiter entsprechend der Fesselung weicher oder härter zu sitzen. Ist die gedachte Linie durch Fesselgelenk, Krongelenk und Huf im Fesselgelenk gebrochen, spricht man von einer bärentatzigen Hufstellung, die ein Pferd für jede Belastung untauglich macht, da hier die Beugesehne erheblich überstrapaziert wird.
Fell
Farben und Abzeichen
Farben und Abzeichen sind nur für Farbzuchten, wie Haflinger, Friese, Palomino, interessant, ein Rückschluss von der Farbe auf die Leistungsfähigkeit oder das Temperament, wie früher oftmals vorgenommen, ist nicht möglich. Nur die Albinofärbung kann ein Hinweis auf stärkere Anfälligkeit insbesondere für Hautkrankheiten sein und damit indirekt auf eine geringere Leistungsfähigkeit des Tieres hinweisen.
Langhaar
Wie die Färbung des Pferdes, so ist auch das Langhaar kein Merkmal für Leistungsfähigkeit. Nichtsdestoweniger wird in einigen Zuchten, wie Friese, Andalusier, großer Wert auf volles Langhaar gelegt, da solche Rassen auch als Showpferde eingesetzt werden.
Kategorie:Pferd
InterieurAls Interieur bezeichnet man:
- bei Tieren die psychischen Eigenschaften im Gegensatz zu den physischen Eigenschaften, die als Exterieur bezeichnet werden
- die inneren Organe, diese Verwendung des Begriffs ist allerdings ungewöhnlich
- das Innere eines Raumes, der Gegensatz ist "Exterieur".
PferdezuchtUnter Pferdezucht versteht man die geplante und durchdachte Vermehrung von Pferden mit dem Ziel Gesundheit, Leistungsvermögen und -bereitschaft und bestimmte Rassemerkmale zu erhalten oder zu verbessern.
Allgemeines
Da als Zuchtpferde nur Tiere eingesetzt werden sollten, die dem Zuchtziel der jeweiligen Rasse möglichst gut entsprechen, muss zunächst eine Auswahl erfolgen.
Auswahlkriterien können sein:
- Abstammung
- Exterieur/Interieur
- Eigenleistung
- Nachkommenleistung
- Gesundheit
Geschichte der Pferdezucht
Die Pferdezucht hat eine weit zurückreichende Historie und beginnt nach derzeitigem Wissensstand zwischen 5000 v. Chr. und 3000 v. Chr. etwa zeitgleich in verschiedenen Gebieten von Europa, Asien und Nordafrika. Da der Einsatz von Pferden vielfach die Beweglichkeit der Völker, die sie nutzten, steigerte, führte die Domestizierung gleichzeitig auch zu einer stärkeren Vermischung der Pferderassen untereinander, da der Mensch stets bemüht war, aus den im nun größeren Aktionskreis vorgefundenen Rassen das ihm jeweils am besten erscheinende Zuchtmaterial zu verwenden. Den genauen Domestikationszeitpunkt festzulegen ist außerordentlich schwierig, da es nur wenige Anhaltspunkte gibt, an denen ein domestiziertes Pferd von einem Wildpferd unterschieden werden kann. So ist man normalerweise auf den Fund von Gebrauchsgegenständen wie Trensen und Sätteln angewiesen. Haupteinsatzzwecke waren anfangs wohl der Transport von Lasten und die Fleischproduktion, aber bald kamen dann auch das Reiten und die Feldarbeit hinzu. Heute gibt es hunderte verschiedener Pferderassen, die mit dem Menschen nahezu alle Lebensräume erobert haben, wobei seit Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts ein Rückgang der Artenvielfalt zu beobachten ist, bedingt durch den Wegfall einer Reihe von Einsatzgebieten durch fortschreitende Industrialisierung.
Letzte Untersuchungen, die auf der Auswertung der mitrochondialen DNA von heutigen Hauspferden und von Fossilien ausgestorbener Arten beruhen, deuten darauf hin, dass die Domestikation des Pferdes nicht an einem Ort, sondern unabhängig voneinander an mehreren Orten stattgefunden hat. Wesentliches Indiz hierfür ist die Breite der genetischen Variationen, die in beiden Testgruppen gleich groß ist. Bei nur einem Domestikationsort wäre bei den Hauspferden eine geringere genetische Variationsbreite zu erwarten gewesen. Zudem wurde bei diesen Tests festgestellt, dass einige der fossilen Funde näher mit heutigen Arten verwandt waren, als einige heutige Arten untereinander.
Hieraus würde sich auch die starke Divergenz einiger heutiger Rassen, wie Ponys, Kaltblüter und Vollblüter erklären, da die Züchter zur unterschiedlichen Entwicklung der Rassen nicht nur den Domestikationszeitraum gehabt hätten, sondern auf das genetische Material bereits lange vorher existierender Arten zurückgreifen konnten.
Durch den verhältnismäßig langen Generationenabstand des Pferdes sind für den Züchter meist Hengste, die eine ganze Zuchtlinie begründen können, interessanter als Stuten, die selten mehr als 6 Nachkommen haben und dadurch ihre Merkmale nicht im selben Maße weitervererben können. Bestes Beispiel hierfür ist die Zucht des englischen Vollblüters, bei der 95 % der Rasse auf lediglich einen Hengst zurückgeführt werden können.
Der Fachbegriff für Deckhengste ist im Allgemeinen Beschäler oder Schälhengst, die auf einem Landesgestüt eingesetzten Hengste werden als Landbeschäler bezeichnet.
Zuchtverfahren
Einkreuzung
Zu Beginn der Pferdezucht kann man kaum von einer systematischen Zucht heutiger Form sprechen. Es wurden schlicht die zur Verfügung stehenden Tiere nach Gefallen miteinander gekreuzt. Gerne wurden Tiere die durch Handel oder Raubzüge aus entfernteren Gegenden kamen stark eingekreuzt, das Endprodukt war eher zufällig. Die Rassen entsprachen weitgehend den im jeweiligen Gebiet vorgefundenen Naturrassen.
Reinzucht
Beim Reinzuchtverfahren werden nur Tiere der gleichen Rasse miteinander angepaart. Man spricht in diesem Fall auch von einem geschlossenen Zuchtbuch. Rassen die nach diesem Verfahren gezüchtet werden, haben meist eine konsolidierte Population, das heißt die meisten Tiere sind sich bezüglich Aussehen und Charaktereigenschaften recht ähnlich und es gibt verhältnismäßig wenige extreme Ausnahmen. Bei der Reinzucht gilt es für die Züchter ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung der genetischen Vielfalt zu legen, da eine zu enge Blutführung auch zu nicht unerheblichen Gesundheitsproblemen führen kann. Die bekanntesten Rassen mit geschlossenen Zuchtbüchern sind der Vollblutaraber, das englische Vollblut und das Islandpferd. Auch einige Warmblutrassen wie die Holsteiner oder die Trakehner haben nahezu geschlossene Zuchtbücher.
Veredlung
Die Veredlung einer Rasse durch Einzucht einiger weniger Individuen mit gewünschten Eigenschaften ist Standard in der Pferdezucht. So wurden in vielen Rassen Araber, Vollblüter oder Trakehner zur Veredlung eingesetzt. Im Gegensatz zur Einkreuzung wird der Veredler gezielt anhand gewünschter Eigenschaften ausgesucht.
Kreuzung
Bei der Kreuzung wird, wie zum Beispiel beim Aegidienberger, versucht die Eigenschaften zweier Rassen zusammenzuführen. Die beiden Ursprungsrassen werden im Zuchtverlauf immer wieder zur Blutauffrischung und Verfestigung der Zuchtrichtung eingekreuzt. Es können selbstverständlich auch mehr als zwei Rassen die Ausgangspunkte der Kreuzung bilden, die Ausgangsrassen sollten dann aber bereits eine hohe Ähnlichkeit aufweisen, um ein zu starkes Aufspalten der neuen Zuchtlinie zu vermeiden.
Zucht im 21. Jahrhundert
Die Zucht im 21. Jahrhundert ist großteils Privatengagement, da staatliche Institutionen die Kosten für eine reine Erhaltung nicht mehr tragen können. So gibt es zwar noch Staatsgestüte, aber der Großteil der Zuchttiere befindet sich in der Hand kleiner Privatzüchter, die sich den unterschiedlichsten Pferderassen verschrieben haben. Grundlagen für die Pferdezucht in Deutschland sind das Tierzuchtgesetz sowie die Verordnung über Leistungsprüfung und Zuchtwertfeststellung bei Pferden.
Wie bei anderen Tierarten auch werden Pferde mittlerweile nicht mehr nur auf natürlichem Wege, also durch das Zusammenführen von Hengst und Stute, vermehrt, sondern auch hier haben künstliche Besamung und Embryotransfer Einzug gehalten. Eine Entwicklung die durchaus nicht unkritisch betrachtet wird. Zu den Vorteilen der künstlichen Besamung zählen sicherlich die geringere Belastung der Tiere, da Transportwege entfallen und die Risiken von Verletzungen und Krankheitsübertragung minimiert werden, sowie die Kostenvorteile für den Züchter. Auf der Nachteilsseite steht langfristig die Gefahr einer genetischen Verarmung, da gewisse offensiv vermarktete "Modehengste" ihre Erbanlagen nun überdurchschnittlich oft weitergeben können und die schlechteren Trächtigkeitserfolge bei Stuten.
Siehe auch: Pferdesport, Zucht, Viehzucht
Weiterführende Weblinks
- [http://forum.europa.eu.int/irc/sanco/vets/info/data/semen/ms-sc-eq.html#GERMANY Liste der deutschen EU-Besamungsstationen]
- [http://forum.europa.eu.int/irc/sanco/vets/info/data/breeding/br-eq.html#GERMANY Liste deutscher Pferdezuchtverbände]
- [http://www.fn-dokr.de/isy.net/servlet/broadcast/ocd_ergebnisse.html OCD-Forschungsprojekt]
EU-Bestimmungen
- [http://europa.eu.int/smartapi/cgi/sga_doc?smartapi!celexapi!prod!CELEXnumdoc&lg=DE&numdoc=31990L0427&model=guichett Grundlegende Richtlinien]
- [http://europa.eu.int/smartapi/cgi/sga_doc?smartapi!celexapi!prod!CELEXnumdoc&lg=DE&numdoc=31992D0353&model=guichett Anerkennung von Zuchtorganisationen]
- [http://europa.eu.int/smartapi/cgi/sga_doc?smartapi!celexapi!prod!CELEXnumdoc&lg=DE&numdoc=31996D0078&model=guichett Eintragung in Zuchtbücher]
Literatur
- Michael Schäfer, Handbuch Pferdebeurteilung, Kosmos Verlag 2000, ISBN 3-440-07237-1
- Richtlinien für Reiten und Fahren, Bd.4, Haltung, Fütterung, Gesundheit und Zucht, Fn-Verlag 2005, ISBN 3-88542-284-0
Kategorie:Pferd
Pferde
Die Pferde (Equidae) bilden eine Familie der Unpaarhufer (Perissodactyla), die nur eine Gattung Equus umfasst. Zu den Pferden gehören die Tiere, die der Volksmund als Pferde, Esel und Zebras kennt. Die Einteilung in Arten ist bis heute durchaus umstritten, einzig unstreitig ist, dass die drei Zebra-Arten untereinander nicht näher als mit den anderen Arten der Familie verwandt sind.
Stammesgeschichte
Die Entwicklung der Pferde ist durch Fossilien gut dokumentiert und zeigt wie aus dem hundegroßen, laubfressenden Waldbewohner Propalaeotherium, der noch mehrere Zehen hatte, über einen Zeitraum von 50 Millionen Jahren, ein grasfressender, pferdegroßer Bewohner offener Landschaften wurde, der nur noch auf der Spitze einer Zehe läuft. Die Entwicklung fand hauptsächlich in Nordamerika statt, aber immer wieder erreichten Entwicklungslinien auch die Alte Welt.
Die Evolution der Pferde erfolgte über viele Zwischenstufen, die in Nordamerika besonders gut durch Fossilfunde belegt sind. Sie ist daher ein Paradebeispiel für den evolutionären Wandel.
Die Entwicklung der Pferde begann im Eozän, also vor 55 Millionen Jahren. Zu jener Zeit lebte der Vorfahre aller Pferde, das Hyracotherium (früher auch Eohippus genannt) - ein kleines Waldtier mit einer Schulterhöhe von nur ca. 50 cm, das mit seinen kleinen, vierhöckerigen Backenzähnen Blätter und Früchte kaute. Hyracotherium ähnelte keineswegs einem heutigen Pferd. Das Tier besaß einen gewölbten Rücken, einen kurzen Hals, eine kurze Schnauze, kürzere Beine und einen langen Schwanz. Mit anderen Worten: Es war nicht viel größer als ein Fuchs oder ein Reh. Es ging auf Pfoten wie ein Hund, hatte aber schon kleine Hufe an jeder der 4 Vorderzehen und 3 Hinterzehen. Sein Schädel und sein Gehirn waren relativ klein.
Vor ca. 50 Millionen Jahren erfolgte ein langsamer Übergang vom Hyracotherium zum Orohippus. Es veränderten sich die Zehen und die Zähne. Orohippus bevorzugte festere Pflanzenkost. Aus Orohippus entstand vor ca. 47 Millionen Jahren Epihippus. Die Zähne wurden fester.
Zwischenzeitlich veränderte sich das Klima grundlegend. In Nordamerika wurde es trockener, die Wälder schrumpften und offene Graslandschaften entstanden. Dies hatte einen bedeutsamen Trend in der Pferdeevolution zur Folge. Die Pferde mussten sich nach und nach an die neuen Bedingungen einer Steppenlandschaft anpassen. Sie wurden größer, um sich in der freien Landschaft schneller fortbewegen zu können, und mussten, weil sie sich allmählich von der Laubnahrung auf Grasfutter umzustellen hatten, hochkronige, widerstandsfähigere Zähne entwickeln.
Steppe
Vor ca. 40 Millionen Jahren bildete sich die Gattung Mesohippus heraus. Dieses Pferd besaß eine Schulterhöhe von ca. 60 cm. Der Rücken war nicht mehr so gekrümmt wie früher, und die Beine, der Hals und der Gesichtsschädel waren länger. Mesohippus hatte hinten und vorne 3 Zehen, vorne allerdings zusätzlich noch eine rudimentäre 4. Zehe. Das Tier lief wie seine Vorläufer immer noch auf Pfoten.
Vor ca. 35 Millionen Jahren entwickelte sich die Gattung Miohippus. Dieses Pferd war schon wesentlich größer als Mesohippus und besaß einen etwas längeren Schädel.
Vor rund 24 Millionen Jahren spaltete sich die Pferdefamilie in mehrere Linien auf, von denen einige ausstarben. Die erfolgreichste dieser Linien stellte sich endgültig von Laub- auf Grasfutter um. Weil das harte Gras wegen seines hohen Kieselsäuregehalts schwer zu zerkauen ist und die Zähne schnell abnutzt, entwickelten die Pferde nun harte, hochkronige Zähne mit Schmelzfalten auf der Kaufläche. Als Steppentiere wurden diese Pferde zu guten Läufern mit langen Beinen und standen überwiegend auf ihren Zehenspitzen.
Vor ca. 23 Millionen Jahren tauchte die Gattung Parahippus auf. Das Tier besaß noch drei Zehen, hatte aber längere Zähne als seine Vorfahren. Aus ihm entwickelte sich vor ca. 18 Millionen Jahren Merychippus. Dieses Pferd war ca. 1 m hoch. Der Gesichtschädel ähnelte schon dem eines modernen Pferdes, und das Gehirn wurde deutlich größer. Auch Merychippus besaß noch drei Zehen, doch stand das Tier schon völlig auf den Zehenspitzen. Die Zähne hatten hohe Furchen mit einer dicken Zahnschmelzschicht.
Merychippus entwickelte sich zu einer Vielzahl verschiedener Arten weiter, darunter die Vertreter der echten Pferde, bei denen die seitlichen Zehen langsam verschwanden. Vor ca. 15 Millionen Jahren entstand Pliohippus als dreizehiges Pferd. Es sah den modernen Pferden schon sehr ähnlich und verlor im Laufe der Evolution seine seitlichen Zehen. Aus einzehigen Pferden wie Dinohippus entwickelten sich dann vor ca. 4 Millionen Jahren die modernen Pferde der Gattung Equus.
In Nordamerika starben die Pferde vor einigen tausend Jahren aus, bis sie durch die europäische Kolonisierung im 16. Jahrhundert in Form des Hauspferdes und des Hausesels wieder auf das amerikanische Festland kamen und dort zum Teil wieder verwilderten; sie wurden dann Mustang genannt. Ebenfalls durch den Menschen kamen Pferd und Hausesel nach Australien, wo sie wiederum verwilderten.
Das weibliche Pferd nennt man Stute. Das männliche Pferd heißt entweder Hengst oder, falls es kastriert (gelegt) ist, Wallach. Jungtiere werden Füllen oder Fohlen genannt; Enter (oder Jährling) bezeichnet das einjährige Pferd.
Systematik
In der hier verwendeten Einteilung gibt es folgende Arten:
- Przewalski-Pferd (Equus przewalskii)
- Hauspferd (Equus caballus)
- Afrikanischer Esel (Equus asinus)
- Asiatischer Esel (Equus hemionus)
- Steppenzebra (Equus quagga)
- Bergzebra (Equus zebra)
- Grevyzebra (Equus grevyi)
Es gibt bei der Klassifizierung der Pferde zahlreiche abweichende Auffassungen:
Grevyzebra
- Afrikanischer und Asiatischer Esel werden einer Gattung Asinus zugeordnet, die übrigen Arten der Gattung Equus; dies basiert auf Vermutungen, dass sich die Linien bereits im Pliozän getrennt haben.
- Przewalski-Pferd und Hauspferd werden wegen der unterschiedlichen Chromosomenzahl manchmal als zwei verschiedene Arten angesehen, oft aber auch beide zu einer gemeinsamen Art Equus caballus gerechnet. Das Przewalski-Pferd wird manchmal auch mit der Bezeichnung Equus ferus benannt.
- Der Asiatische Esel wird in eine Reihe von Unterarten aufgespalten, die von manchen Zoologen als eigenständige Arten angesehen werden. Demnach findet man je nach Lehrmeinung ein, zwei, drei oder gar bis zu sieben Arten Asiatischer Esel.
- Manche Zoologen unterteilen das Steppenzebra in zwei Arten Equus burchelli für das eigentliche Steppenzebra und Equus quagga für das Quagga, das in der obigen Klassifikation nur eine Unterart des Steppenzebras war.
Kategorie:Unpaarhufer
Weblinks
- [http://www.egbeck.de/skripten/13/pferd.htm Evolution der Pferde]
ko:말과
Hannoveraner (Pferd)
Der Hannoveraner ist die zahlenmässig stärkste europäische Warmblutzucht. In den vergangenen Jahrzehnten zählte der hannoversche Zuchtverband dank der durch die WBFSH (World Breeding Association for Sport Horses) registrierten und analysierten Sporterfolge seiner Vertreter zu den erfolgreichsten Reitpferdezuchten in den Disziplinen Springen und Dressur.
Der Hannoveraner ist ein typisches modernes Sportpferd im Rechteckformat (länger als hoch).
Das Zuchtziel wird sehr vage mit "Ein für alle Zwecke geeignetes, edles, korrektes, großrahmiges Warmblutpferd mit gutem Temperament und Charakter" beschrieben. Auch bedingt durch diese weit gefasste Definition existiert eine Bandbreite von unterschiedlichen Typen, die vom harten, blutgeprägten Pferd bis zum sogenannten Kommandeurspferd (besonders großrahmiger, stämmiger Typ) reichen.
Der Hannoveraner zeichnet sich durch ein exzellentes Gangwerk aus, das ihn für den großen Sport prädestiniert. Er ist sowohl in der Dressur als auch im Springsport auf höchstem Niveau einsetzbar und gilt als gelehrig, ausgeglichen aber auch temperamentvoll.
Die Hannoveranerzucht lässt sich zurückverfolgen bis ins 15. Jahrhundert. Damals wurden vor allem Pferde aus Spanien zur Zucht herangezogen. Die Grundlage für die heutige Zucht stellt die Gründung des Landgestüts Celle (27. Juli 1735) mit Einführung seines Zuchtbuches dar. Kennzeichnend war und ist für die Hannoveranerzucht die Kombination von Zuchtstutenhaltung vorrangig bei bäuerlichen Züchter, unterstützt durch Landgestüt und dessen Deckstationen. Bis in die frühe Nachkriegszeit war Schwerpunkt der Zucht noch ein in allen Belangen der Landwirtschaft einsetzbarer Pferdetyp, heute gerne als schweres Warmblut bezeichnet. Nach der weitgehenden Mechanisierung der Landwirtschaft wurde die Zucht auf den neuen Typ (so.) umgestellt, vor allem durch Einsatz von Vollblütern und Trakehnern als Veredler. Die Hannoveranerzucht war damit Trendsetter für die übrige deutsche Warmblutzucht.
Warmblutzucht
Siehe auch: Pferderassen
Literatur
Claus Schridde: Hannovers Hengste - Dynastien im Wandel. Asmussen 2004, ISBN 3-935985-16-9
Weblinks
- [http://www.welt-der-pferde.de/b_hannoveraner.htm Rasseportrait]
- [http://www.hannoveraner.zucht-online.de Rasseportal]
- [http://www.hannoveraner.com Verband]
- [http://www.landgestuetcelle.de Landgestüt Celle]
Kategorie:Pferderasse
Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Frankreichs
Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich
Geschichte
Nationalparks in Frankreich
Hauptartikel: Geschichte Frankreichs
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.
Politik
Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern.
Siehe auch:
Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium
Aktuelle politische Lage
Finanzministerium
Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt.
Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten.
Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen.
Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.
Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.
Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale
Administrative Gliederung
Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).
Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton
Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.
Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)
Demographie
Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %.
Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9.
Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken.
2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.
Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰.
Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.
Ethnische Gruppen
- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer
Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
- Elsässisch (Elsass)
- Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
- Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch
Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.
Religionen
Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind.
85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.
Bildungswesen
Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt.
Der Staat bietet folgende Schulformen an:
Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
- lycée
- lycée professionnel
- oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
- baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
- baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
- Normalweg: DEUG
- Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
- Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
- Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
- DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse)
Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg.
Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld
Wirtschaft
Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle.
Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen)
Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte.
Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren.
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist.
Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004).
Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.
Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)
# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte
# Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte
# PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte
# France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte
# EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte
# Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte
# Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte
# Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte
# Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte
# Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte
# Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte
# Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte
# Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte
Kultur
Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann.
Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt.
Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich
Nationalparks
Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz.
Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark
Sport
Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister.
Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris).
In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992.
Siehe auch: Skigebiete in Frankreich
Medien
Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe)
Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi
Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren.
Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.
Feiertage
Militär
Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.
Siehe auch
- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich
Literatur
- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3
Weblinks
20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat
!Frankreich
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Mittelmeer
als:Frankreich
fiu-vro:Prantsusmaa
ja:フランス
ko:프랑스
ms:Perancis
simple:France
th:ประเทศฝรั่งเศส
zh-min-nan:Hoat-kok
Trakehner
Der Trakehner ist in der Pferdezucht eine bedeutende deutsche Reitpferderasse. Trakehner sind vor allem im Dressur- und Vielseitigkeitssport erfolgreich.
Der Trakehner gilt als edle Warmblutrasse,da reinblütig gezüchtet wird.D.h.:Es dürfen außer Trakehnern nur Englische(xx)und Arabische-Vollblüter(ox)reingekreuzt werden. Er kommt dem Ideal des modernen Reitpferdes (gerades Profil - langer, eleganter Hals - sehr schräge Schulter - ausgeprägter Widerrist - mittellang - rundrippig - lange, schräge und gut bemuskelte Kruppe) sehr nahe.
Der Trakehner gilt als gelehriges Turnierpferd. Fortgeschrittene und feinfühlige Reiter schätzen seine Sensibilität, aber auch für Kinder und Jugendliche ist diese von Vorteil. Hervorzuheben sind sein Mut, seine Härte und vorallem seine extrem ausgeprägte Intelligenz.
Zuchtgeschichte
Trakehner stammen ursprünglich aus Trakehnen (Ostpreußen). Die Anfänge der Zucht gehen zurück bis ins 13. Jahrhundert, in die Zeit des Deutschritterordens. Die Deutschritter züchteten damals auf Grundlage des Schweikenponys Militärpferde. Im Jahr 1732 gründete König Friedrich Wilhelm I. von Preußen das königliche Trakehner Stutamt.
Bei seiner letzten Inspektionsreise durch Ostpreußen im August 1739 schenkte König Friedrich Wilhelm I. das Gestüt seinem Sohn Friedrich (II.). Kronprinz Friedrich schrieb damals an seine Frau Elisabeth Christine: „Der König war sehr freigiebig und schenkte mir das Gestüt (Trakehnen), das sehr prächtigen Gewinn abwirft. Das ist ein sehr schönes Geschenk und erweist mir die größte Gunst der Welt.“
Das Gestüt wurde zur wichtigsten Quelle für Preußens Hengste und bekam schnell den Ruf elegante und ausdauernde Kutschpferde zu züchten. Ende des 18. Jahrhunderts bereits hatte sich der Schwerpunkt wieder auf die Zucht von Militärpferden verschoben. Basis dieses Erfolgs war die Einführung von Leistungstests und die genaue Dokumentation des Stammbaums. Zur Blütezeit des Gestüts umfasste sein Gelände fast 140 Quadratkilometer Weideland. Im 19. Jahrhundert wurden zur Veredelung der Rasse Araber und englische Vollblüter eingesetzt. Das führte dazu, dass Anfang des 20. Jahrhunderts der Trakehner einen etwa 50 prozentigen Vollblutanteil hatte. Seit 1945 wird die Trakehnerzucht in allen deutschen Bundesländern sowie weltweit betrieben. Die Zucht in Ostpreußen brach mit dem Ende des 2. Weltkrieges vollständig zusammen, lediglich ein kleiner Bestandteil der ostpreußischen Pferde konnte nach einer langen Flucht in den Westen gelangen, die wohl härteste Leistungsprüfung in der Geschichte der modernen Pferdezucht. Die Zucht wurde zwar fortgesetzt, konnte aber vor allem mangels Masse bis heute nicht ihre ursprüngliche Qualität erreichen. Der Trakehner ist zur Veredlung wohl aller deutschen Warmblutzuchten herangezogen worden und hatte somit wesentlichen Anteil an der Entstehung des im internationalen Turniersport dominierenden modernen Typs des Deutschen Reitpferdes. Aus einigen bei der Flucht zurückgelassenen Pferden wurde in Russland am Don, bei Kaluga und in der Oblast Kaliningrad ebenfalls eine neue Trakehnerzucht begonnen.
Siehe auch: Liste der Pferderassen
Weblinks
- [http://www.trakehner-verband.org Verband der Züchter und Freunde des Ostpreußischen Warmblutpferdes Trakehner Abstammung]
Kategorie:Pferderasse
- [http://www.horses.ru/trakehn/trakehn_main.htm Trakehner in Russland (englisch)]
Schweres WarmblutDas Schwere Warmblut ist eine alte Pferderasse, die früher überwiegend als sehr zugstarkes, ausdauerndes und schnelles Kutschpferd gezüchtet wurde.
Das Schwere Warmblut wurde in der Landwirtschaft eingesetzt, ist aber ein klassisches Kutschpferd. Es ist zugstark, dabei leichter, agiler und schneller als ein Kaltblutpferd.
Das Schwere Warmblut wurde in früheren Jahrhunderten überwiegend in Oldenburg gezüchtet, nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten sich Populationen vor allem in Ostdeutschland und den osteuropäischen Ländern. In den 1960er Jahren versuchte man, die Rasse in Richtung Reitpferd zu entwickeln. 1971 endete die Zucht des Schweren Warmbluts mangels Nachfrage. Engagierte Züchter fütterten die Althengste durch, bis 1977 mit 10 verbliebenen Hengsten die Zucht wiederaufgenommen wurde. 1981 fand die erste Hengstkörung nach der Zuchtpause statt.
Heute sind die Pferde vorwiegend im Fahrsport bis zu Weltmeisterschaften im Einsatz.
Siehe auch: Liste der Pferderassen
Weblinks
- http://www.schweres-warmblut.de
Kategorie:Pferderasse
Kategorie:PferderasseDiese Kategorie enthält nur die Pferderassen, die auch als Haustiere vom Menschen gehalten werden. Verwilderte Rassen, wie zum Beispiel das Assateague-Pony sind unter der Oberkategorie Pferde einsortiert.
Eine weitere Übersicht findet sich in der Liste der Pferderassen.
Kategorie:Unpaarhufer
Kategorie:Pferd
Kategorie:Haustier
Grapefruit MentalityGrapefruit Mentality is a phrase coined by Babylon 5 actor Jerry Doyle on his national radio show. The Grapefruit Mentality is defined as the ability for the public to become interested in an object or person just because the media is paying attention to it. As an example, Doyle explains if there was a segment on the news every night with a television camera pointed at a grapefruit, people will eventually travel great distances just to see the grapefruit that was on TV.
Other examples Doyle uses of Grapefruit Mentality are the images of the Virgin Mary on a grilled cheese and another Virgin Mary sighting on an overpass in Chicago. It can also refer to the public's fascination with celebrity court cases such as Michael Jackson and Robert Blake.
Online Casino low cost car hire accommodation in Glasgow Skrty angielskie seo
|
|
|
| :: RELATED NEWS :: |
Giovanni Legrenzi
Giovanni Legrenzi (baptized August 12, 1626 – May 27, 1690) was an Italian composer and organist of the Baroque era. He was one of the most prominent composers in Venice in the late 17th c
|
Ethnic stereotypes in literature
Ethnic Stereotypes in popular culture involve an overly-simplified, stereotypical or false representation of the typical characteristics of a members of an ethnic group in music, literature, print media, film and the performing arts.
Music
In recent years, ethnic stereotypes in popular music have come under fire. This is often associated with Hip Hop culture, but goes back much further; Prince for example was widely criticized for his portrayals of African American women, particu
|
Gallery of Jan III Sobieski
Image:Jan Sobieski.jpg|Jan III Sobieski of Poland
Image:Jan III Sobieski at the Battle of Vienna.jpg|Jan III Sobieski at Vienna
Image:Battle of Vienna.jpg|Jan III Sobieski at Vienna
Image:Sobieski Rodzina.jpg|Jan III Sobieski with family
Image:Sobieski Sending Message of Victory to the Pope.jpg|Sobieski Sending Message of Victory to the Pope, after the Battle of Vienna
Image:Sobieski pod Wiedniem.jpg|Jan III Sobieski at Vienna
Image:Wjazd Jana III Sobieskiego do Wiednia.jpg|Jan III Sobieski enter Vienna
Image:Pozegnanie
|
Napoleon Whiting
Napoleon Whiting (b. September 21, 1910 in Mississippi, USA, d. October 22, 1984 in Los Angeles, California, USA), was an American character actor. He played many Wikipedia:Images and media for deletion because the image was moved to Wikimedia Commons at commons:Image:.
Please see that page for justifications and discu
|
Salt Sermon
The Salt Sermon was an oration delivered on June 17 1838 by Mormon leader, Sidney Rigdon, against Mormon dissenters. Rigdon was first councilor in the First Presidency of the Church of Jesus Christ of Latter-day Saints and spokesman for Read More... |
Charles Hicks Bustill
Charles Hicks Bustill (1816-1890) was a plasterer, abolitionist and conductor in the Underground Railroad. His daughter, Gertrude Emily Hicks Bustill (1855-1948) would marry Nathan Francis Mossell (1856-1946), the first African American to graduate
|
NoMachine
The NX technology is developed by the Italian software company NoMachine. NX makes remote X11 fast enough to enable users to access remote Linux and Unix desktop sessions even over a low bandwidth and high latency data link such as provided by a modem. If set up as a proxy, NX tunnels Remote Desktop Protocol (for Windows Terminal Server sessions) and remote VNC sessions (all types of OS pl
|
Pilot licences
Pilot licences (in the United States, certificates) are issued by national aviation authorities, and establish that the holder has been trained by a qualified instructor and has met a specific set of knowledge and experience requirements. The licensed pilot can then exercise a specific set of privileges in the nation’s airspace. Despite attempts to harmonize the requirements between nations, the differences in certification practices and standards from place to place serve to limit full international validity of the national qualifica
|
|