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Beatles
The Beatles waren eine britische Musikgruppe aus Liverpool. Die Gruppe gilt als die erfolgreichste und einflussreichste Band des 20. Jahrhunderts. Ihre aktive Zeit waren die 60er Jahre, bevor sie sich im Jahr 1970 trennte. Die Beatles entwickelten sich aus den Vorläufergruppen The Quarry Men (1957), Johnny And The Moondogs (1959) und The Silver Beatles (1960). Unter dem Namen „Beat Brothers“ – vorgeschlagen vom Produzenten Bert Kaempfert – machten die Beatles als Begleitband von Tony Sheridan im Jahr 1961 in Hamburg ihre ersten Plattenaufnahmen. Ihre Karriere begann 1962 mit der Veröffentlichung ihrer ersten Single Love Me Do und dauerte bis zum 10. April 1970, als Paul McCartney in einer Pressemitteilung die Trennung offiziell bekannt gab.
Allgemein
Die vier Bandmitglieder der Gruppe – oft als „Fab Four“ oder (wegen ihrer Frisur in den Anfangsjahren) scherzhaft als „Pilzköpfe“ bezeichnet – waren:
- John Lennon (John Winston Lennon, später John Ono Lennon, - 9. Oktober 1940 in Liverpool), Gesang, Rhythmusgitarre, Keyboards und Mundharmonika. Am † 8. Dezember 1980 wurde John Lennon von dem geistig verwirrten Attentäter Mark David Chapman in New York vor dem Dakota Building, in dem Lennon mit seiner Frau ein Apartment bewohnte, erschossen.
- Paul McCartney, (James Paul McCartney, - 18. Juni 1942 in Liverpool), Gesang, Bass-Gitarre, Gitarre und Keyboards
- George Harrison ( - 25. Februar 1943 in Liverpool, † 29. November 2001 in Los Angeles an Krebs), Gesang, Leadgitarre und Sitar
- Ringo Starr (Richard Starkey, - 7. Juli 1940 in Liverpool), Schlagzeug und Gesang ab August 1962 an Stelle von Pete Best
Zeitweilig wirkten in der Gruppe mit:
- Stuart („Stu“) Sutcliffe, Bass bis 1960 ( - 23. Juni 1940 in Edinburgh, † 10. April 1962 in Hamburg an einem Blutgerinnsel im Gehirn)
- Randolph Peter („Pete“) Best, Schlagzeug bis 1962 ( - 24. November 1941 in Madras)
John Lennon und Paul McCartney waren die musikalischen Köpfe der Beatles. Sie komponierten die meisten Lieder der Band, darunter zahlreiche Hits wie Yesterday, Let It Be, I Want To Hold Your Hand, A Hard Day's Night, She Loves You, Help!, Michelle, Yellow Submarine, Lucy in the Sky with Diamonds (das nach einem selbstgemalten Bild von John Lennons Sohn Julian, der sagte, das sei seine Schulkameradin Lucy am Himmel mit Diamanten, benannt wurde), Hey Jude und I am the Walrus.
Während der aktiven Zeit der Band veröffentlichen John Lennon und Paul McCartney ihre Songs stets unter dem Copyright von „Lennon-McCartney“ (Ausnahme ist "Please Please Me", ihre erste Schallplatte, auf der als Autoren McCartney-Lennon genannt sind). Das hatten sie zu Beginn ihrer kompositorischen Tätigkeit so abgesprochen und galt auch für Lieder, die einer der beiden alleine schrieb. Grundlage für diese Vereinbarung war der Umstand, dass Lennon/McCartney kurz nach Gründung der Band ihre Songs tatsächlich gemeinsam schrieben und es sich um echte Gemeinschaftskompositionen handelte.
Im Laufe der Jahre schrieben beide ihre Lieder zunehmend getrennt. Dabei ist musikwissenschaftlich umstritten, ob John Lennon oder Paul McCartney den größeren kreativen Beitrag zum musikalischen Gesamtwerk der Beatles geleistet hat. In der wissenschaftlichen Literatur wird heute überwiegend die Auffassung vertreten, dass John Lennon die kreativere und innovativere musikalische Kraft war. Dies werde insbesondere an seinem Hang zu ausgefallenen Arrangements und harmonischen Finessen deutlich. Paul McCartney wird heute zumeist als die im melodiösen Bereich führende Kraft der Beatles angesehen und gilt damit als in gleicher Weise genial wie sein musikalischer Partner.
Dass die beiden "Stars" der Beatles auch enge Freunde waren, beweist die Tatsache, dass Paul bei Johns erster Hochzeit mit Cynthia Powell deren Trauzeuge war.
Doch obwohl die Einflüsse auf die Beatles-Musik von Paul McCartney und John Lennon von außen betrachtet hervorragend waren, so ist die Bedeutung von George Harrison und Ringo Starr nicht zu unterschätzen. Die enorme Wirkung der Beatles ist nicht nur durch die Qualität der Songs oder durch die Leistungen einzelner zu erklären, sondern konnte nur durch das Zusammenspiel von vier hochbegabten Musikern geschehen, die auch für ihren anarchischen Humor und ihre sympathische Ausstrahlung berühmt geworden sind.
Als Songwriter für die Beatles betätigte sich auch George Harrison. Dabei stand er angesichts der musikalischen „Übermacht“ von Lennon/McCartney immer im Schatten dieses Songwriter-Duos. Dennoch entwickelte Harrison – vor allem in der Spätzeit der Beatles – beachtliche kompositorische Fähigkeiten. Mit Liedern wie While My Guitar Gently Weeps, Here Comes The Sun und Something fand er weltweite Anerkennung als Komponist. Zudem gilt er als derjenige Beatle, der am meisten Zeit und Arbeit in die Suche nach neuen Klangdimensionen steckte. So führte er neben neuen Aufnahmetechniken auch das indisch-mystische Element in die Musik der Beatles ein.
Der oft in den Hintergrund gedrängte Ringo Starr schrieb auch einige Lieder, wie zum Beispiel Octopus's Garden. Er war es auch, der Yellow Submarine und With A Little Help From My Friends sang, weltweit bekannte Songs der Beatles.
Die Beatles trennten sich offiziell im Jahr 1970, als Band waren sie bereits in den späten 1960er Jahren auseinandergebrochen. Die Gründe waren vielfältig: Es gab Eifersüchteleien, musikalische Differenzen und finanzielle Auseinandersetzungen. Seit Anfang 1969 kursierten Trennungsgerüchte, die durch zahlreiche Prozesse, die die vier Beatles gegeneinander führten, genährt wurden. Dennoch rauften sie sich in der zweiten Jahreshälfte 1969 zusammen und vollendeten ihr letztes gemeinsames Projekt: Das Album „Abbey Road“. Es wurde ein riesiger kommerzieller und musikalischer Erfolg. Das Album „Abbey Road“ belegt, dass die Beatles in ihrer Endphase – trotz ihrer tiefgehenden Meinungsverschiedenheiten und der gegeneinander gerichteten gerichtlichen Auseinandersetzungen – eine musikalische Abgeklärtheit, Reife und Professionalität erreicht hatten, die sie von anderen Pop-Musikern ihrer Zeit abhob.
1969]
Rekorde in der Musik
Die Beatles haben während ihrer musikalischen Karriere eine beachtliche Anzahl von Rekorden aufgestellt, von denen einige bis heute Bestand haben. Einige dieser herausragenden Leistungen sollen hier nun beschrieben werden.
Obwohl sie nur über einen Zeitraum von acht Jahren Plattenaufnahmen machten, sind die Beatles die Gruppe mit den meistverkauften Tonträgern der Welt. Laut Angaben ihrer Plattenfirma EMI beläuft sich die Menge der verkauften Einheiten auf ca. 1,3 Milliarden. (Im Jahre 2005 wurde dieser Rekord von der Rockgruppe Queen gebrochen)
Die Beatles haben mehr Multi-Platin-Auszeichnungen erhalten als jeder andere Künstler (13 in den USA).
Die Beatles hatten mehr Nr.-1-Singles als alle anderen Gruppen oder Sänger (22 in den USA, 23 in Australien, 23 in den Niederlanden, 22 in Kanada, 21 in Norwegen, 18 in Schweden, 11 in Deutschland). Einen weiteren Nr.1-Hit verhinderten die Beatles kurioserweise selber, da sie „Penny Lane“ und „Strawberry Fields Forever“ als „Doppel-A“-Single veröffentlichten. Das führte dazu, dass die Verkaufszahlen und das Spielen im Radio zwischen den zwei Songs geteilt wurden und nicht zusammen gezählt werden konnten. Sie kamen deshalb nur auf Platz 2 mit den Singles.
Die Beatles hatten mehr Nr.-1-Alben als andere Einzelkünstler und Gruppen (19 in den USA und 15 in Großbritannien).
Die Beatles verbrachten die meisten gezählten Wochen auf Platz 1 in den Album-Charts (132 in den USA und 174 in Großbritannien).
Die erfolgreichste erste Woche von Verkäufen für ein Doppel-Album erzielten die Beatles mit „The Beatles Anthology Volume 1“. Im Zeitraum vom 21. November bis 28 November 1995 wurde das Album 855.473 mal in den USA verkauft.
Lennon und McCartney sind die bisher erfolgreichsten Komponisten der Pop-Geschichte mit 28 Nr.-1-Singles in den USA für McCartney, und 21 für Lennon (19 Titel wurden gemeinsam geschrieben). Lennon war verantwortlich für 21 Nr.1-Singles in Großbritannien, und McCartney erzielte dort 23 Erfolge (18 Titel wurden gemeinsam geschrieben).
Während der ersten April-Woche 1964 hielten die Beatles die ersten fünf Plätze auf dem „Billboard Singles Chart“. Niemandem sonst war etwas Derartiges zuvor gelungen, und es dürfte schwer sein, diese Leistung zu wiederholen. Die fraglichen Titel waren „Can't Buy Me Love“, „Twist And Shout“, „She Loves You“, „I Want To Hold Your Hand“ und „Please Please Me“.
In der Woche des 11. April 1964 hielten die Beatles vierzehn Plätze im „Billboard Hot 100“. Vor den Beatles war neun die höchste Anzahl von Titeln eines Interpreten in den „Hot 100“ auf einmal (Elvis Presley, 19. Dezember 1956).
Die Beatles waren die einzigen, die sich selbst zweimal auf dem ersten Platz der US-„Billboard Hot 100“ ablösten. Dieses Kunststück gelang ihnen Anfang des Jahres 1964. Dem Titel I Want to Hold Your Hand folgte She Loves You und nach dieser Single kam Can't Buy Me Love auf Platz 1. Boyz II Men und Elvis Presley gelang es jeweils einmal, sich selbst direkt mit einem eigenen Titel von Platz 1 abzulösen, aber lediglich den Beatles gelang ein „Three-Peat“.
Die Beatles waren die ersten, die einen Song während einer weltweiten Fernsehübertragung aufgenommen haben. Diese fand unter der Beteiligung von 26 Ländern am 25. Juni 1967 statt und hatte in aller Welt 600 Millionen Zuschauer. Jedes Land lieferte einen Beitrag, so konnte man zum Beispiel eine Geburt in Mexiko miterleben. Und man war dabei, als in England der Song der Beatles "All you need is love" live aufgenommen wurde, und zwar im Studio 1 der Abbey Road Studios. Viele Freunde der Beatles sangen am Ende des Songs mit, als dieser langsam ausgeblendet wurde, z. B. Mick Jagger, Keith Richards, Marianne Faithfull, Eric Clapton und Keith Moon.
In den USA sind sie am 14. Juni 2005 zum sechsten Mal mit einem Diamond Award ausgezeichnet worden, den die Recording Industry Association of America RIAA für mehr als zehn Millionen in den USA verkaufte Alben verleiht. Die im Jahr 2000 erschienene Greatest-Hits-Compilation "1" hatte diese imposante Zahl vor kurzem überschritten. Das in den USA bestverkaufte Beatles-Album ist noch immer das 1968 erschienene "The Beatles – White Album". Insgesamt belaufen sich die Beatles-Verkäufe in den USA auf 168 Millionen Alben (Stand 2005).
RIAA
Musikalische Bedeutung
Die Beatles sind die wichtigste Pop-Band der 1960er Jahre und haben nahezu alle Genres der Pop-/Rock-Musik nachhaltig beeinflusst. Bis zum Jahr 2003 hatten sie ca. 1,3 Milliarden Tonträger verkauft. Anfänglich standen sie namengebend für die Musikrichtung des Beats. Dies war ein Gitarren-lastiger Musikstil, der sich durch den schnellen 4/4-Takt und eingängige Melodien auszeichnete. Seine Bedeutung liegt darin, dass er zum ersten Mal einen eigenständigen Rockstil in Großbritannien etablierte und damit eine musikalische Unabhängigkeit von den US-Vorbildern ermöglichte.
Ab 1964 begannen die Beatles sich musikalisch radikal weiterzuentwickeln und mit anderen Musikstilen zu experimentieren. So zeigt das Album „Beatles For Sale“ deutliche Einflüsse aus der Folk- und Country-Musik. Das folgende Album „Help!“ enthält erstmals Gastmusiker, und zwar - wie nachfolgend regelmäßig - aus dem klassischen Bereich: unter anderem ist mit der Ballade Yesterday ein Stück zu hören, in dem der Sänger (McCartney) neben seiner Akustikgitarre nur von einem Streichquartett begleitet wird. Auf dem 1965 veröffentlichten Album „Rubber Soul“ wurden erstmals indische Einflüsse hörbar. Das '66er Album „Revolver“ beeindruckte durch ein breites Panoptikum unterschiedlichster Pop-Derivate. Darin zeigte sich eine wesentliche Stärke der Beatles: Sie vermochten unterschiedliche Geschmäcker zu bedienen, ohne dabei ihren eigenen Charakter zu verlieren. Mit dem '67er Album „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“ schließlich legten sie das erste Konzeptalbum der Popgeschichte vor, das auch von „Pet Sounds“ der Beach Boys inspiriert ist und Brian Wilson in die Depression trieb. Sgt. Pepper war auch die erste Platte in der Popgeschichte, auf deren Cover die Songtexte abgedruckt waren. Mit der Doppel-LP „The Beatles“, wegen des Covers gemeinhin „White Album“, das „Weiße Album“, genannt, demonstrierten die Beatles noch einmal ihr gesamtes songwriterisches Spektrum, u. a. mit „Helter Skelter“, einem der ersten Hardrock-Stücke der Rock-Geschichte. Mit dem letzten eingespielten Album „Abbey Road“ lieferten sie Ansätze, die eindeutig in Richtung Artrock gingen.
Die Beatles lösten sich in ihren Kompositionen auch erfolgreich vom Dur-Moll-Schema der europäischen Musik und verwendeten in ihren Songs ausgefallene Skalen wie z. B. die Kirchentonart Mixolydisch (Beispiel: Norwegian Wood).
Bedeutung für die Pop-Kultur
Mixolydisch
Bis zu den Beatles hatten lediglich Frank Sinatra in den 40ern sowie in den 50ern Elvis Presley eine ähnliche Welle der Begeisterung und fanatischen Verehrung losgetreten. Dabei nahmen die Beatles gegenüber den Rolling Stones die Rolle der „braven Jungs“ ein und blieben auch textlich noch recht lange dem harmlosen Schlager treu. Doch im Rahmen der geistigen und gesellschaftlichen Veränderungen der späten 60er Jahre änderten die Beatles ihren Stil. Ab 1965 wurden die Texte, inspiriert durch Bob Dylan, allmählich tiefgründiger und persönlicher. Songwriting und Arrangements wurden zunehmend komplexer.
In Liedern wie „She Said, She Said“ verarbeiteten sie die ab 1966 gemachten Erfahrungen mit LSD. Sie beschäftigten sich mit indischer Spiritualität und bekannten sich 1967 zu dem Guru Maharishi Mahesh Yogi und seiner Meditationstechnik. Letztlich verstanden es die Beatles meisterhaft, sich den jeweiligen gesellschaftlichen Strömungen anzupassen, ohne sich zu sehr zu exponieren. So experimentierten sie zwar 1967 mit psychedelischen Elementen in der Musik, blieben dabei aber wesentlich gemäßigter als etwa Pink Floyd zur selben Zeit. Als Timothy Leary 1970 Governeur von Kalifornien werden wollte, war der Beatlessong „Come Together“ seine Wahlkampfhymne. Nicht zuletzt durch ihre Filme – insbesondere durch „Yellow Submarine“ (1968) – übten sie einen nachhaltigen Einfluss auf die Pop-Kultur aus und trugen zur Entwicklung des Musikvideos bei, da sie zeitweise kurze Filme speziell für ihre neuen Single-Erscheinungen drehten und diese an die Fernsehsender schickten. Ihre Clips für "Strawberry Fields" und "Penny Lane" waren somit quasi die ersten Musikvideos der Popgeschichte, in denen die Band nicht einfach ihren Song spielte, sondern in denen auch andere Dinge passierten. Allerdings waren sie damals noch auf Film aufgenommen und nicht auf Video.
McCartney behauptete später, sie hätten das deswegen erfunden, weil sie keine Lust mehr hatten in irgendwelchen TV-Studios live ihre songs zu spielen.
Singles
Die folgende Auflistung beschränkt sich auf die Singles, die in Großbritannien erschienen. Insbesondere in den USA wurde durch die dortigen Plattenfirmen eine Reihe von weiteren Titeln aus Alben ausgekoppelt, um zusätzliche Gewinne zu erzielen. Dabei handelte es sich stets um bereits bekannte Stücke, daher werden sie hier nicht gesondert benannt.
Als Kuriosum erwähnenswert ist die Single Komm Gib Mir Deine Hand/Sie Liebt Dich aus dem Februar 1964, die speziell für den deutschen Sprachraum eingespielt wurde.
- Love Me Do/P.S. I Love You (5. Oktober 1962)
- Please Please Me/Ask Me Why (12. Januar 1963)
- From Me To You/Thank You Girl (12. April 1963)
- She Loves You/I'll Get You (23. August 1963)
- I Want To Hold Your Hand/This Boy (29. November 1963)
- Can't Buy Me Love/You Can't Do That (20. März 1964)
- A Hard Day's Night/Things We Said Today (10. Juli 1964)
- I Feel Fine/She's A Woman (14. November 1964)
- Ticket To Ride/Yes It Is (9. April 1965)
- Help!/I'm Down (23. Juli 1965)
- We Can Work It Out/Day Tripper (3. Dezember 1965)
- Paperback Writer/Rain (10. Juni 1966)
- Yellow Submarine/Eleanor Rigby (5. August 1966)
- Penny Lane/Strawberry Fields Forever (17. Februar 1967)
- All You Need Is Love/Baby You're A Rich Man (7. Juli 1967)
- Hello Goodbye/I Am The Walrus (24. November 1967)
- Lady Madonna/The Inner Light (15. März 1968)
- Hey Jude/Revolution (30. August 1968)
- Get Back/Don't Let Me Down (11. April 1969)
- The Ballad Of John And Yoko/Old Brown Shoe (30. Mai 1969)
- Something/Come Together (31. Oktober 1969)
- Let It Be/You Know My Name (Look Up The Number) (6. März 1970)
- Free As A Bird/Christmas Time (Is Here Again) (GB – 12. Dezember 1995)
- Real Love/Baby's In Black (GB – 4. März 1996)
Von den bekanntesten Singles wurde 20 Jahre nach deren ersten Veröffentlichung eine Picture-Single herausgegeben. Außerdem sind die meistens Singles zusätzlich als Juke Box-Single in farbigem Vinyl erhältlich gewesen. Von der ersten Single Love Me Do bis zu Lady Madonna erschienen die Singles auf dem Parlophone-Label. Ab Hey Jude wurden die Platten der Beatles auf dem eigenen APPLE-Label veröffentlicht.
EPs
- My Bonnie (My Bonnie/ Why/ Cry For A Shadow/ The Saints) (GB – 12. Juli 1963)
- Twist And Shout (Twist And Shout/A Taste Of Honey/Do You Want To Know A Secret/There's A Place) (GB – 12. Juli 1963)
- The Beatles Hits (From Me To You/Thank You Girl/Please Please Me/Love Me Do) (GB - 6. September 1963)
- The Beatles No. 1 (I Saw Her Standing There/Misery/Anna (Go To Him)/Chains) (GB - 1. November 1963)
- All My Loving (All My Loving/Ask Me Why/Money/P.S. I Love You) (GB - 7. Februar 1964)
- Four By The Beatles (Roll Over Beethoven/All My Loving/This Boy/Please Mr. Postman) (USA – 11. Mai 1964)
- Long Tall Sally (Long Tall Sally/I Call Your Name/Slow Down/Matchbox) (GB – 19. Juni 1964)
- Extracts From The Film A Hard Day's Night (I Should Have Known Better/If I Fell/Tell Me Why/And I Love Her) (GB – 4. November 1964)
- Extracts From The Album A Hard Day's Night (Anytime At All/I'll Cry Instead/Things We Said Today/When I Get Home) (GB – 6. November 1964)
- 4 By The Beatles (Honey Don't/I'm A Loser/Mr. Moonlight/Everybody's Trying To Be My Baby) (USA – 1. Februar 1965)
- Beatles For Sale (No Reply/I'm A Loser/Rock And Roll Music/Eight Days A Week) (GB – 6. April 1965)
- Beatles For Sale No. 2 (I'll Follow The Sun/Baby's In Black/Words Of Love/I Don't Want To Spoil The Party) (GB – 4. Juni 1965)
- The Beatles Million Sellers (She Loves You/I Want To Hold Your Hand/Can't Buy Me Love/I Feel Fine) (GB – 6. Dezember 1965)
- Yesterday (Yesterday/Act Naturally/You Like Me Too Much/It's Only Love) (GB – 4. März 1966)
- Nowhere Man (Nowhere Man/Drive My Car/Michelle/You Won't See Me) (GB – 8. Juli 1966)
- Magical Mystery Tour (Magical Mystery Tour/Your Mother Should Know/I Am The Walrus/The Fool On The Hill/Flying/Blue Jay Way) (GB – 8. Dezember 1967) Doppel-EP
- Baby It's You (Baby It's You/I'll Follow The Sun/Devil In Her Heart/Boys) (GB – 2. Dezember 1994)
- Free As A Bird (Free As A Bird/I Saw Her Standing There (take 9)/This Boy (takes 12 and 13)/Christmas Time (Is Here Again)) (GB – 12. Dezember 1995)
- Real Love (Real Love/Baby's In Black (Hollywood Bowl)/Yellow Submarine (alternate version)/Here, There and Everywhere (takes 7 and 13)) (GB – 5. März 1996)
Alben
Die jeweils wichtigsten bzw. bekanntesten aber nicht unbedingt als Singles erschienenen Songs sind unter „Hits“ aufgeführt.
Neben den Originalalben erschienen bei Odeon, Parlophone sowie unter dem Beatles-eigenen Schallplattenlabel Apple auch diverse Zusammenstellungen:
- The Beatles Beat, enthält frühe Hits (1964)
- A Collection Of Oldies ... but Goldies (1966)
- The Beatles / 1962-1966, inoffiziell auch als „rotes Album“ bekannt (1973)
- The Beatles / 1967-1970, inoffiziell auch als „blaues Album“ bekannt (1973)
- The Beatles „Love Songs“, enthält Liebeslieder und Balladen (1977)
- The Beatles „Rarities“, enthält u. a. zwei deutschsprachige Liedversionen (1978)
- Past Masters Volume One und Two, enthalten alle Titel, die nicht auf den 13 regulären Alben erschienen waren (1988)
- Live at the BBC, Doppel-Album enthält Studio-Live-Aufnahmen für die BBC zu Beginn der 60er Jahre (1994)
- The Beatles "1", enthält alle Nummer-1-Hits der Gruppe in verschiedenen Ländern (2000)
Außerdem wurden einige ihrer Alben neu digital abgemischt und auf CD veröffentlicht:
(Teilweise mit leicht geänderten Titellisten)
- Yellow Submarine (1999)
- Let It Be ... Naked (2003)
In den Jahren 1995-1996 erschienen die drei „Anthology“-Alben, die einen ausführlichen Blick auf die Entstehungswege zahlreicher Beatles-Kompositionen ermöglichen.
Filme
- A Hard Day's Night (1964).
- Help! (1965)
- Magical Mystery Tour (1967)
- Yellow Submarine (1968)
- Let It Be (1970) – Ausgezeichnet mit einem Oscar in der Kategorie Original Song Score
United Artists war für den Kinovertrieb dieser Filme zuständig. Die Soundtracks wurden vom Tochterunternehmen United Artists Records auf den Markt gebracht.
Entwicklung
Die Beatles traten nicht aus dem Nichts auf die Bühne, sondern entwickelten sich aus einer Reihe von Vorläuferbands um John Lennon, der eine Schülerband mit wechselnder Besetzung und wechselndem Namen leitete: Diese Schülerband aus Liverpool war The Quarry Men, die Skiffle-Musik und Rock 'n' Roll spielte. Sie war zunächst benannt nach der „Quarry Bank High School“, auf welche die Mitglieder gingen. Gründer und Bandleader war der Gitarrist John Lennon. Die Mitglieder der Quarry Men wechselten ständig, was nicht unwesentlich am exzentrisch-strengen Bandleader Lennon lag. Zwei weitere Musiker setzten sich jedoch durch, es waren die Gitarristen Paul McCartney und George Harrison. Die Band wurde dann in Johnny And The Moondogs umgetauft, später in The Silver Beetles, als eine Anlehnung an die damals bekannte Band von Buddy Holly, die sich „Crickets“, also Heuschrecken nannten.
-
- Schließlich kam Lennon die Idee, das Wort Käfer (Beetle) mit dem musikalischen Schlag (Beat) zu verbinden.
Literatur (Auswahl)
- The Beatles: „The Beatles Anthology“ ISBN 3-5500-7132-9
- Andy Babiuk: „Der Beatles Sound“ ISBN 3-9322-7536-5
- Steve Turner: „A Hard Day's Write. The Beatles. Die Geschichte zu jedem Song.“ ISBN 3-9276-3810-2
- Hunter Davis: „A Hard Day's Night - The Beatles. Die einzige autorisierte Biographie. Update 2002“ - ISBN 3-8544-5089-3
- George Harrison: „I, Me, Mine“ ISBN 0-7538-1734-9
- George Martin: "Summer of Love - Wie Sgt Pepper entstand" ISBN 3-89487-271-3
- Rainer Moers, Claus-Dieter Meier, Matthias Bühring, Franz Budéus: „Die Beatles, Geschichte und Chronologie“ ISBN 3-88619-698-4
- Ian MacDonald: "The Revolution in the Head - The Beatles Records and the Sixties". ISBN 1844138283
Weblinks
- [http://www.thebeatles.com/ TheBeatles.com – Offizielle Webseite]
- [http://www.icce.rug.nl/~soundscapes/DATABASES/AWP/awp-notes_on.html Eine Analyse jedes Beatles-Songs von Alan W. Pollack (englisch)]
- [http://www.beatles-discography.com/ Komplette UK und US Diskografie]
- [http://home.att.net/~chuckayoub/the_beatles_lyrics.html Texte zu den Songs der Beatles]
- [http://www.geocities.com/penneylayne/lineups.html Komplette Bandbesetzungen der Beatles]
- [http://erdbeerfelder.de/ Deutsche Fanseite]
- [http://www.lunar-bay.de/beatles/bandg/teil01.htm Nacherzählung der Beatles-Anthologie in zwölf Teilen]
- [http://www.flensburg-online.de/beatles/ Die Beatles von A-Z mit Tageskalender]
- [http://www.beatlesmuseum.net Das Beatles Museum]
- [http://www.foren.de/system/user_macca.html Beatlesforum "Yellow Submarine"]
-
Beatles, The
Beatles, The
Beatles, The
Beatles, The
Beatles, The
Beatles, The
ja:ビートルズ
ko:비틀즈
simple:The Beatles
Wikipedia:Formatvorlage Band
Allgemeines
Beim Anlegen neuer Artikel für Musikgruppen sollte man sich, soweit sinnvoll anwendbar, an das hier verfasste Muster halten, damit eine gewisse Einheitlichkeit entsteht. Den grauen Kasten nebenan kann man per Copy & Paste rausschnippseln und als Vorlage verwenden. Hier wurde anschaulich eingearbeitet, wie eine Biografie mit den unten folgenden Anmerkungen aussehen sollte. Weiter unten kann man sich das Beispiel als möglichen Artikel ansehen. Bei Artikeln zu Solomusikern oder einzelnen Gruppenmitgliedern bitte die Formatvorlage Biografie beachten, bei der Diskografie, Literatur, Weblinks aber nach dieser Vorlage arbeiten. Bitte auch die Ratschläge ganz am Ende beachten! Zunächst aber die Anmerkungen:
Bearbeitungsschritte
- Nachschauen, ob der Artikel in anderen Wikipedias schon existiert, und verlinken, siehe Internationalisierung.
- Beitrag schreiben.
- In die entsprechende Rubrik in Musik eintragen.
- Evtl. bei der Neuigkeitenliste eines entsprechenden Portals (Portal:Musik, Portal:Rockmusik, ...) eintragen.
- In die entsprechende Unterkategorie der :Kategorie:Band einsortieren (Genre: muss, Jahr und Land: kann)
- Für Chartplatzierungen kann die Wikipedia:Chartbox benutzt werden.
Und so schaut es dann aus:
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Die Mustergruppe ist eine Musterland-Gruppe aus Musterstadt.
Musterstadt
Die Gruppe wird den Stilrichtungen der Musik zugerechnet, wobei sie das
Kunststück fertig brachten, Eier mit Tomaten zu kombinieren.
Der Name bezieht sich übrigens auf den mustergültigen Haarschnitt des Sängers.
"Gegründet wurde die Mustergruppe von Tom Mustermann (Instrument/Gesang),
Lotte Musterfrau (Instrument/Gesang), Felix Mustersohn
(Instrument/Gesang) und Lola Mustertochter (Instrument/Gesang).
Inspieriert durch die damalige Zeit/von ihrem großen Idol Led Zeppelin,
spielten sie anfangs als Coverband, bevor sie von Kalle Kunz
oder Stefan Raab entdeckt wurden." ...
"Eine hohe Fluktuation herrschte unter den Gruppenmitgliedern" oder
"Alte Mitglieder gingen, neue kamen." ...
"Der Durchbruch kam mit Album Total, das sich
zig Millionen mal verkaufte." ...
"Bei einem Unfall mit dem Tourbus starb Felix Mustersohn,
was das Ende der Gruppe bedeutete" ...
"2000 startete Mustergruppe ein Comeback mit dem neuen
Instrumentalisten/Sänger Frodo Beutlin" ...
- Album Total (1999; Plattenfirma), Bemerkungen
- NocheinAlbum (2017; Plattenfirma), Noch mehr Bemerkungen
- 1989: ECHO und drei Grammys für Album Mei, san mir guad
- 1991: Goldene Kamera für Mir san Besser (Bestes Video)
Rockmusik, Stilrichtungen der Musik, Portal:Musik und weitere
- Erna Mustermannforscherin: Standardwerk über unsere Gruppe. Verlag, Erscheinungsort Jahr
- http://www.mustergruppe.de – Offizielle Webpräsenz
Kategorie:Rockband
Kategorie:Isländische Band
Kategorie:2010er Band
Band
Großbritannien und Nordirland
Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland - meist verkürzt zu United Kingdom oder UK) ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland.
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Im deutschen Sprachraum wird der Name oft auf Vereinigtes Königreich, entsprechend den amtlichen Kurzformen verkürzt. Die Bezeichnung Großbritannien wird ugs. oft als Synonym verwendet, bezeichnet aber nur Teile der britischen Inseln, nämlich nur die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen, und nicht noch das benachbarte Nordirland. Die Bezeichnung England schränkt das Vereinigte Königreich noch mehr ein. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes und der Insel. So würde sich ein Schotte oder Nordire selbst nicht als Engländer bezeichnen.
Woher das „Groß“ in „Großbritannien“ stammt, wird im Französischen klar: „Großbritannien“ ist die „Grande-Bretagne“, im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten „Bretagne“. Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.
Geographie
Bretagne
Der größte Teil Englands besteht aus flachen Ebenen. Eine imaginäre Linie zwischen den Flüssen Tees (bei Middlesbrough) und Exe (bei Exeter) unterteilt England in einen sehr flachen und in einen eher hügeligen Teil. Die wichtigsten Hügelzüge (Gebirgsketten) von Nord nach Süd sind die Cumbrian Mountains, die Pennines, der Peak District, die Cotswolds und die Chilterns. Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle-upon-Tyne.
Wales ist abgesehen von einer flachen Ebene im Süden äußerst hügelig. Der höchste Berg, der Snowdon, ist 1.085 Meter hoch. Nördlich des Festlandes liegt die Insel Anglesey. Die größte Stadt ist Cardiff an der Südküste.
Die Geographie Schottlands ist sehr unterschiedlich, mit den flachen Lowlands im Süden und Osten sowie den teils gebirgigen Highlands im Norden und Westen. Der Ben Nevis (1.344 Meter) ist der höchste Berg Großbritanniens. Es gibt zahlreiche lange und tiefe Meeresarme, Firths und Lochs. An der Nord- und Westküste gibt es eine stattliche Anzahl von Inseln, darunter die Hebriden, die Orkney- und die Shetlandinseln. Die größten Städte sind Edinburgh, Glasgow und Aberdeen.
Nordirland umfasst den nordöstlichen Teil der Insel Irland. Das Gelände ist hügelig. Ziemlich exakt in der Mitte des Territoriums liegt der Lough Neagh, der größte Binnensee der Britischen Inseln. Die wichtigsten Städte sind Belfast und Derry.
Siehe auch: Liste der Seen in Großbritannien, Liste der Berge in Großbritannien
Klima und Vegetation
Das Klima von Großbritannien und Nordirland variiert, ist jedoch gemäßigt. Es ist aufgrund des Golfstroms markant wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden (wie z. B. Polen). Allgemein ist das Klima im Süden wärmer und trockener als im Norden.
Der Wind bläst hauptsächlich von Südwesten, vom Atlantischen Ozean her. Während mehr als der Hälfte des Jahres ist der Himmel bewölkt. Das Land ist relativ selten von Naturkatastrophen betroffen, vor allem im Winter können jedoch starke Sturmwinde und Überschwemmungen auftreten.
Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1.000 mm pro Jahr, im Süden 700 mm. Die Grafschaft Essex ist die trockenste Gegend des Landes. Die jährliche Regenmenge beträgt hier nur 600 mm, obwohl an über 100 Tagen im Jahr Regen fällt. In manchen Jahren kann die Regenmenge nur 450 mm betragen, weniger als z. B. in Jerusalem oder Beirut.
Der früher weit verbreitete Laub- und Mischwald ist wegen Raubbau und Landwirtschaft auf 8 % zurückgedrängt worden. Jetzt versucht man die Wälder wieder aufzuforsten. Die Gebirge sind mit Mooren und Heiden bedeckt.
Bevölkerung
Das Vereinigte Königreich hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 2004 60.294.000 Einwohner.
Sie gliedert sich in Engländer (83,6 %), Schotten (8,6 %), Iren (2,9 %), Waliser (4,9 %) und Andere 7,9 %.
Sprachen
Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat keine offizielle Amtssprache. Englisch ist jedoch de facto offizielle Sprache und wird von 95 % der Bevölkerung als einzige Sprache gesprochen. Als „Hochsprache“ gilt die so genannte Aussprachevariante der Received Pronunciation. Dieses Englisch wird auch in den meisten Schulen Deutschlands unterrichtet. Allerdings haben zwei Teilstaaten offizielle Sprachen: In Wales sind sowohl Englisch als auch Walisisch offizielle Sprachen. In Nordirland sind dies Englisch, Irisch und Ulster Scots. Zusätzlich wird in den Äußeren Hebriden die Schottisch-Gälische Sprache anerkannt. Daneben gibt es in Großbritannien diverse lokale Dialekte des Englischen, die aber keinen offiziellen Status haben und meist rein mündlicher Natur sind. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein empfand man Dialekte und dialektal gefärbte Aussprache im klassenbewussten Königreich als sozialen Makel.
Die Minderheitensprachen sind durch die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen anerkannt und geschützt. Walisisch genießt in Wales Gleichberechtigung mit Englisch; in Schottland ist dies Scots, in Cornwall die Kornische Sprache, in Nordirland das Ulster Scots. Die Gehörlosen verwenden die British Sign Language.
Laut der Volkszählung von 2001 wird Walisisch von rund 20 % der Bevölkerung in Wales gesprochen (ca. 600.000 Menschen), schottisches Gälisch von rund 60.000 Menschen, Irisch von rund 20.000 Menschen (7 % der Bevölkerung Nordirlands) und Kornisch von 3.500 Menschen (etwa 0,6 % der Bevölkerung von Cornwall).
Schreibweise des Landesnamens in den offiziell anerkannten Sprachen:
- United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland (Englisch)
- Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon (Walisisch)
- An Rìoghachd Aonaichte na Breatainn Mhòr agus Eirinn a Tuath (schottisches Gälisch)
- Ríocht Aontaithe na Breataine Móire agus Thuaisceart Éireann (Irisch)
- An Rywvaneth Unys a Vreten Veur hag Iwerdhon Glédh (Kornisch)
- Unitit Kinrick o Great Breetain an Northren Ireland (Scots)
Minderheiten
Es gibt mehrere ethnische Minderheiten im Vereinigten Königreich, die ca. 7,9 % der Bevölkerung ausmachen. Zu über 50 % sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich selbst geboren worden. Der relativ große Anteil dieser Minderheiten erklärt sich aus der Einwanderung einer großen Anzahl von Bewohnern ehemaliger britischer Kolonien in der Karibik und des indischen Subkontinents, vor allem in den 1950ern und den 1960ern. Es gibt folgende Hauptminderheiten:
Karibischer oder afrikanischer Abstammung („Black Caribbean“ bzw. „Black African“ - über 1,1 Millionen)
Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950ern, in der Hoffnung auf Arbeit und um der schlechten Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Trinidad und Tobago und Dominica. Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 1.148.738 Menschen gezählt (davon 565.876 aus dem karibischen Raum und 485.277 aus Afrika), was etwa 2,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht.
Inder (über 1 Million - 2001)
Die Inder stellen die größte Einwanderergruppe aus einem einzigen Land. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt 1,8 %. Bei der letzten Volkszählung (2001) wurden 1.053.411 Menschen gezählt. Obwohl sie als eine einzige Minderheitengruppe zusammengefasst werden, gibt es weitere Unterschiede innerhalb derselben. 45 % der britischen Inder sind Hindus, die Sikhs folgen mit 29 % und an dritter Stelle die indischen Moslems mit 13 %. Diverse Gründe haben die Inder dazu veranlasst, nach Großbritannien auszuwandern; neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard spielt auch politische Verfolgung eine Rolle.
Pakistaner (747.285 - 2001)
Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern nach Großbritannien und suchten dort für kurze Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und fuhren dann wieder zurück nach Pakistan. Viele von ihnen aber blieben in Großbritannien. Der größte Teil der Pakistaner sind Anhänger des Islam.
Bengalen (283.063 - 2001)
Die Bengalen gehören ebenso wie die Inder und Pakistaner zu den sogenannten „Asian or Asian British People“. Die Gründe für ihre Einwanderung waren der Bürgerkrieg und die Abspaltung Bangladeschs von Pakistan 1971 ebenso wie die der Suche nach Arbeit und die Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard. Die meisten Bengalen sind ebenfalls Muslime.
Chinesen (247.403 - 2001)
Ein Großteil der chinesischen Einwanderer in Großbritannien wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, vor allem aufgrund des Preisverfalls von Reis in Hongkong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen in Großbritannien, was 0,4 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage gehören die Chinesen zu den bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohnern Großbritanniens.
Sinti & Roma (ca. 120.000)
Unter dem englischen Begriff „Gypsy“ oder „Traveller“ versteht man eine Vielzahl ethnischer Minderheiten. Die Minderheit, die den traditionellen „Zigeunern“ in ihrer Lebensweise am nächsten kommt, sind die Roma, deren Ursprung in Nordindien liegt. Heutzutage werden aber auch Einwanderer aus Osteuropa, etwa aus Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei dazugezählt. Die Hauptprobleme der Roma und auch der relativ wenigen britischen Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate.
Nach Schätzungen der UNO leben in Großbritannien mehrere hunderttausend Menschen polnischer Herkunft.
Religion
Die Mehrzahl der Einwohner des Vereinigten Königreichs (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Bei der letzten Volkszählung 2001 beantworteten 92 % der Einwohner die freiwillige Frage nach der Religion.
Wie in anderen Ländern auch ist die Kirchenmitgliedschaft nicht mit der Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Genaue Statistiken der Kirchenmitgliedschaft sind schwer zu erstellen, da man in Großbritannien gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich über den gelegentlichen Gottesdienstbesuch hinaus am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14 % der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich noch ca. 27 Millionen (45 %) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19 %) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10 %) der katholischen Kirche. Katholiken wurden früher oft als kuriose Minderheit empfunden (vgl. z. B. Evelyn Waughs Wiedersehen in Brideshead), sind heute aber etwas relativ normales geworden.
Zu den großen Kirchen (grob nach Größe und Einfluss geordnet) zählen in
- England die
- Church of England (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert)
- Schottland die
- Church of Scotland (Reformiert/Presbyterianisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- United Reformed Church (Reformiert) (in Schottland entstanden aus der Congregational Union bzw. Church und anderen reformierten Gemeinden)
- Methodistische Kirche
- Wales die
- Church in Wales (Anglikanisch)
- United Reformed Church (Reformiert)
- Römisch-Katholische Kirche
- Methodistische Kirche
- Nordirland die
- Church of Ireland (Anglikanisch)
- Römisch-Katholische Kirche
- Verschiedene Presbyterianische Kirchen
Über 9 Millionen Einwohner gehören keiner Religion an (Agnostiker, Atheisten und Heiden).
Daneben sind auch Islam, Hinduismus, Sikhismus und andere Religionen verbreitet:
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Britischen Inseln, Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
In der Antike waren weite Teile der Insel Großbritannien, abgesehen vom Gebiet des heutigen Schottlands, für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später auch von den Wikingern beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten die Normannen, französisierte Wikinger aus der Normandie, die Insel und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte.
Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Staaten hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland wird seit 1927 verwendet.
Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, bei Literatur und Wissenschaft. Unter dem außenpolitischen Prinzip der Balance of Power trat Großbritannien über viele Jahrhunderte für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein und schloss dafür wechselnde Bündnisse. Auf seinem Höhepunkt umfasste das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche der Erde, die in vielen Kriegen erobert worden waren. Durch die beiden Weltkriege verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Imperium bis auf einige kleine Reste aufgelöst. Großbritannien war gezwungen, sich mehr Europa (Kontinentaleuropa) zuzuwenden, hält sich aber bis heute bei der Integration zurück. Das Land ist zwar Mitglied der Europäischen Union, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände nicht eingeführt. Im Zuge einer Verfassungsreform erhielten Schottland, Wales und Nordirland im Jahre 1999 eigene Parlamente.
Siehe auch: Geschichte des Vereinigten Königreiches, Geschichte Englands, Geschichte Irlands, Geschichte Nordirlands, Geschichte Schottlands, Geschichte von Wales, Britisches Imperium, Commonwealth of Nations, Britische Unterhauswahlen 2005
Politik
Hauptartikel: Politisches System Großbritanniens und Nordirlands, Britische Monarchie
Das Vereinigte Königreich ist eine konstitutionelle Monarchie (Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II.), Premierminister ist Tony Blair. Hort der Souveränität ist das Parlament, das aus Oberhaus (House of Lords: Adel, heute größtenteils nichterblicher Verdienstadel, und einige anglikanische Bischöfe) und Unterhaus (House of Commons: nach Mehrheitswahlrecht gewählte Abgeordnete) besteht. Der Landesteil England ist in Europa das Land mit der ältesten ununterbrochenen parlamentarischen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht (Magna Charta). Eine geschriebene Verfassung gibt es nicht, es gibt allerdings Gesetze mit Verfassungsrang. Schottland und Wales haben seit den 1990er Jahren eigene Landesparlamente und -regierungen. In Schottland und Wales gilt schon die Europäische Menschenrechtserklärung, in England steht sie vor der Einführung.
Das Vereinigte Königreich ist eines der Gründungsmitglieder der NATO und des Commonwealth of the Nations. Es ist außerdem ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates sowie Teil der Europäischen Union.
Militär
Das Vereinigte Königreich hat die höchsten Rüstungsausgaben in Europa und ist dessen wichtigste Militärnation. Traditionell konzentriert sich das britische Militär mehr auf die Kriegsmarine, Royal Navy, und die Luftwaffe, Royal Air Force, als auf das Heer, die British Army. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen, deren Bestand in den vergangenen Jahren zwar deutlich reduziert wurde, jedoch ständig modernisiert wird.
Das Vereinigte Königreich unterhält zudem etliche Militärbasen im Ausland. Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit insgesamt 27.000 Soldaten sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit etwa 7.000 Soldaten. Außer den USA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als Großbritannien. Aktuell sind 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunter 8.900 im Irak.
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Großbritanniens und Nordirlands
Das Vereinigte Königreich besteht aus den vier Landesteilen: England (Königreich), Wales (Fürstentum), Schottland (Königreich) und Nordirland (Provinz). Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sog. Ersten Minister als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt, mit Ausnahme Londons (noch) keine Landesverwaltung. Eine „Northern Assembly“ (Nordenglische Versammlung) ist gegenwärtig in der Diskussion. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe auch West-Lothian Question).
Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, weitere Veränderungen sind in der Zukunft zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39, Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus 6 Grafschaften (engl. counties).
Heute (2004) gibt es in England 35 Grafschaften, 40 so genannte „Unitary Authories“, 6 Metropolitan Counties sowie Greater London mit seinem Bürgermeister Ken Livingstone (siehe hierzu auch Verwaltungsgliederung Englands). Wales besteht aus 22, Schottland aus 32 Unitary Authorities. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (District). Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile oft weiterhin verwendet.
Abhängige Gebiete (offiziell Überseegebiete/Overseas territories of the United Kingdom):
- Anguilla
- Bermuda
- Britische Jungferninseln
- Britisches Antarktis-Territorium
- Britisches Territorium im Indischen Ozean
- Kaimaninseln
- Falklandinseln
- Gibraltar
- Montserrat
- Pitcairninseln
- St. Helena
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
- Turks- und Caicosinseln
Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):
- Kanalinseln
- Man
Beide haben eigene Legislativen und Rechtssysteme, werden jedoch im Bereich Verteidigung und internationale Beziehungen von der britischen Regierung vertreten.
Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt nicht nur des Vereinigten Königreichs, sondern auch einer ganzen Reihe weiterer, unabhängiger Commonwealth-Staaten.
Siehe auch: Liste der Städte in Großbritannien und Nordirland, Kronkolonie
Infrastruktur
Der Verkehr orientiert sich in Nord-Süd-Richtung.
Im Straßenverkehr wird links gefahren, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern. Kreisverkehre sind bei britischen Verkehrsplanern besonders beliebt, da es keine Rechts-vor-Links- oder Links-vor-Rechts-Regel gibt; an Kreuzungen ohne Kreisverkehr ist stets eine der Straßen als Vorfahrtsstraße markiert.
Von Bedeutung sind die Autobahnen (Motorways), die das Land (insbesondere England) sehr gut erschließen. Zudem begann man in den 1990er Jahren mit dem Bau mehrspuriger Überlandstraßen, um sowohl die Autobahnen wie auch die an kleineren Straßen gelegenen Orte zu entlasten. Die Inseln Großbritannien und Irland sind durch Fähren verbunden.
Das Vereinigte Königreich ist die wichtigste Drehscheibe des Weltluftverkehrs. Das gesamte Fluggastaufkommen ist mit rund 200 Mio. Passagieren pro Jahr (davon 125 Mio. auf den Londoner Flughäfen) das größte Europas. Insgesamt verfügt es über acht internationale und viele regionale Flughäfen. Heathrow im Westen Londons war mit 64 Millionen Passagieren 2003 der Flughafen mit dem größten internationalen Passagieraufkommen der Welt und zugleich auch der mit den meisten Flugbewegungen. Weitere wichtige Flughäfen sind Gatwick und Stansted bei London sowie Birmingham und Manchester.
Das dichte, 1994 privatisierte, älteste Eisenbahnnetz der Welt ist in den 1960er- und 1970er-Jahren aus Rentabilitätsgründen stark geschrumpft. Durch den Eurotunnel besteht Anschluss an das Eisenbahnnetz des europäischen Kontinents. Um diese Verbindung zu verbessern, wurde 2003 der erste Teil des Channel Tunnel Rail Link in Betrieb genommen. Diese erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Großbritanniens soll die Reisezeit deutlich verkürzen.
Ende der 1990er-Jahre und zu Beginn des aktuellen Jahrzehnts kam es wiederholt zu schweren Eisenbahnunfällen, die von Fachleuten auch auf eine mangelhafte Organisation bei der Privatisierung des Schienennetzes zurückgeführt wurden. Dies war mit ein Grund dafür, dass die Schieneninfrastruktur 2002 wieder verstaatlicht wurde. Auch kommt es immer wieder zu erheblichen Verspätungen im Personenverkehr. Die offiziellen Erklärungen für die Verspätungen und Ausfälle sorgen auf der Insel immer wieder für Heiterkeit: Mal sind es „Blätter auf den Schienen“ (im Herbst), mal ist es „die falsche Sorte Schnee“ (im Winter), im Rest des Jahres sind es „Weichenprobleme“ oder „fehlende Lokführer“. Der Schienengüterverkehr in Nordirland wurde im Jahre 2004 eingestellt, während in Großbritannien in den letzten Jahren Zuwächse erzielt werden konnten.
Durch die Insellage des Vereinigten Königreiches, die räumliche Trennung Nordirlands vom restlichen Staatsgebiet und die vielen vorgelagerten Inseln besitzt die Seeschifffahrt traditionell eine große Bedeutung. Die wichtigsten Häfen sind Southampton, London und Belfast. Schon seit der Antike sind regelmäßige Schiffsverbindungen zwischen den Inseln und dem (Insel-)Festland bekannt. Es war einfacher, per Schiff von einem Ort zum anderen zu kommen als über das unwegsame bergige Land.
Siehe auch
- Kfz-Kennzeichen (UK)
- Straßensystem in Großbritannien
- Liste der Autobahnen in Großbritannien
- Liste von Eisenbahngesellschaften in Großbritannien und Nordirland
Wirtschaft
Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt.
Die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches ist dienstleistungsorientiert. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Computer und vor allem die Bodenschätze der Nordsee, nämlich Erdöl und Erdgas.
In den vergangenen Jahren erlebten vor allem die Rüstungsindustrie und der Schiffbau einen großen Aufschwung. Auch in der Luftfahrtindustrie ist Großbritannien wieder verstärkt vertreten, u. a. im Airbus-Konsortium und durch zahlreiche Kooperationen mit Boeing und Lockheed-Martin.
Großbritannien stellt zudem mehrere der größten Konzerne der Welt, darunter British Aerospace, BP, Shell und HSBC.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 %. Mit 23.080 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 % (2004).
Kultur
Höchste Bauwerke
- Belmont-Sendemast, 385 Meter - höchstes Bauwerk Großbritanniens und der EU
- VLF-Sendemast Skelton, 365 Meter
- (Wolkenkratzer London Bridge Tower (London), 310 Meter - höchstes Hochhaus Europas (in Planung))
- Wolkenkratzer 1 Canada Square (London), 235 Meter
- Wolkenkratzer 8 Canada Square (London), 210 Meter
- Wolkenkratzer 25 Canada Square (London), 210 Meter
Weitere Themen
- Portal:Großbritannien
- Anglozentrismus
Weblinks
Geschichte Großbritanniens
- http://www.schottlandgeschichte.de/ – Umfangreiche Zeittafel und Informationen zu Schottland (deutsch)
- http://www.britannia.com/ – UK Travel & British History (englisch)
- http://www.historic-uk.com/ – history and heritage accommodation guide (englisch)
- http://www.woodlands-junior.kent.sch.uk/geography/unionjack.html – Union Jack: die britische Flagge (englisch)
- http://www.royal.gov.uk – Monarchy Today: Vergangenheit und Gegenwart des englischen Köngigshauses (englisch)
- http://www.britishbattles.com/ – British Battles (englisch)
Landschaft und Natur
- http://www.beautifulbritain.co.uk/ – Beautiful Britain (englisch)
Politik
- http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/britauspol – Linksammlung zur Britischen Außenpolitik
- http://www.fco.gov.uk – Britisches Außenministerium
- http://www.parliament.uk – Britisches Parlament
- http://www.number-10.gov.uk – No. 10 Downing Street (Britische Regierung)
Institutionen
- http://www.statistics.gov.uk/products/p5703.asp – Britain 2004: Das offizielle Jahrbuch über Großbritannien
- http://www.agf.org.uk – Anglo-German Foundation (Deutsch-Britische Stiftung)
- http://www.gbf.com – Deutsch-Britisches Forum
- http://www.britischebotschaft.de/ – Britische Botschaft in Berlin
Reisen
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=189 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://www.nationalexpress.com – National Express: bekanntester britischer Reisebus-Service (englisch)
- http://www.schottlandportal.de/ – Schottland: Portal und Informationsseite zu Urlaub, Reisen, Land und Leute
- http://www.vereinigtes-königreich.de/ – Vereinigtes Königreich
Vermischtes
- http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,GBR,00.html – Spiegel online / Jahrbuch / Großbritannien
- http://www.career-contact.de/laenderinfos/grossbritannien/uebersicht.php – Jobs und Praktikum in Großbritannien - Das Infoportal
Kategorie:Monarchie
Kategorie:Staat
Kategorie:Land in der EU
als:Grossbritannien und Nordirland
ja:イギリス
ko:영국
ms:United Kingdom
simple:United Kingdom
th:สหราชอาณาจักร
zh-min-nan:Liân-ha̍p Ông-kok
Band (Musik)
Band oder Musikgruppe
Eine Musikgruppe ist ein Zusammenschluss von Musikern, den man aufgrund des großen Einflusses, den die US-amerikanische und britische Popularmusik seit dem 20. Jahrhundert ausübte, auch als Band bezeichnet. Besonders bezieht sich der Begriff Band auf Musikgruppen, die seit etwa 1960 direkt oder indirekt auf der Stilform Rock (oder Rockmusik) basieren, der seither popularmusikalisch dominiert, und davor besonders auf dem seinerzeit alles dominierenden Jazz, z. B. die Swing Big Bands der 1930er Jahre. Ein etwas aus der Mode gekommener deutscher Begriff für Band ist Kapelle. Die deutsche popularmusikalische Fachsprache, z. B. der GEMA, leidet etwas unter ihrer veraltet anmutenden Begrifflichkeit.
Arrangement, Bandleistung oder -produkt
Wesentlich an Bands ist, dass sie in der Regel erst mit zunehmender Größe von etwa fünf Musikern an mit und nach Noten spielen müssen. Sonst wird die Entscheidung, wer wann was spielt (Arrangement), zu kompliziert. Bei solch großen Bands hängt das Gelingen des Bandklanges vom Arrangeur, der für die einzelnen Instrumente die einzelnen Stimmen in Noten schreibt, und viel weniger vom Komponisten des betreffenden Stückes ab. Unterhalb jener Größe reicht meist die unmittelbar vorherige Absprache aus, wann was kommt (Head Arrangement). Solch kleine Bands erarbeiten Musikstücke besonders dadurch, dass sie die Stücke sich kollektiv (möglichst immer in und mit der ganzen Band) erspielen und zurecht spielen (wie es speziell klingen soll).
Die Leistung einer Band besteht in der Darbietung oder Aufführung von Musik (Live-Musik), speziell Popularmusik (im Gegensatz zu Klassischer oder Ernster oder Kunst-Musik) und hier besonders von Rock oder Jazz, aber auch Folk-Musik, volkstümlicher Musik, Marschmusik, Weltmusik, usw. Eine Bandleistung oder genauer ein fassbares -produkt besteht weiter in zeitlich und räumlich trennbarer Produktion eines Tonträgers (CD, MC, Video, DVD, usw) in einem Studio (hohe Klangqualität) oder durch Mitschschnitt von Live-Musik (meist geringere Klangqualität als im Studio). Live-Musik als auch Tonträger können getrennt als auch gemeinsam angeboten werden, z. B. CDs nur in einem speziellen Vertrieb oder Shop oder aber während eines Auftritts. Oder für eine CD wirbt die Band auf einer an die CD-Produktion anschließenden Tour mit vielen Auftritten.
Nur begrenzt gehört Moderation (überleitende Ansage), eine spezielle Show, Performance, usw, im Weiteren als Entertainment bezeichnet, zur Band-Darbietung, fördert diese aber, ist eigentlich jedoch eine gesonderte Leistung sowie unter Umständen durch besondere Künstler erbracht (Schauspieler, Ansager, usw).
Bandgrößen und Status der Bandmitglieder
Typische oder häufige Bandgrößen sind: das Trio (drei Musiker), das Quartett (vier Musiker), das Quintett (fünf Musiker), bis hierhin oft, besonders im Jazz, 'Combo' genannt; ab da Big Band, so die kleine Big Band (acht bis zehn Musiker) und die (eigentliche) Big Band (12–18 Musiker). Ein Duo (zwei Musiker) gilt zumeist noch nicht als Band.
Bands unterscheiden sich nach Profi- (hauptberufliche Musiker), Semiprofi- (nebenberufliche Musiker) und Amateur-Bands (Hobby-Musiker, die nicht oder gelegentlich nebenberuflich tätig sind). Eine Band baut sich in der Regel auf aus Gesang (engl. vocals, Hauptstimme und Backgroundstimmen), Melodie- (z. B. Saxophon oder Lead-Gitarre), Rhythmus- (z. B. Keyboard oder Rhythmus-Gitarre), Bass-Instrument (meist Bass-Gitarre, Kontrabass oder Bass-Synthesizer) und Schlagzeug (inklusive Percussion) sowie den nicht unmittelbar musikalisch Tätigen, z. B. dem Mischer (inklusive Beleuchtung), den Roadies (Transport, Auf-, Abbau) und dem Agenten oder Manager (Auftrittsbeschaffung, Studioproduktionen organisieren, Musiker verpflichten, usw.). Je kleiner eine Band ist, desto mehr fallen diese Funktionen zusammen (auf eine Person); und umgekehrt.
Bands und DJs
Bands haben durch DJs im Zuge der Computerisierung der Popularmusik seit besonders etwa 1990 (Techno usw) eine große Konkurrenz bekommen. Die 'Partys' mit DJs machen heute bereits ein Vielfaches von Veranstaltungen mit Bands aus, ohne dass diese quasi aussterben. Mit DJs sind hier nicht solche gemeint, die selbst Mitglied einer Band und dort als Musiker tätig sind.
Equipment
Das so genannte Equipment oder die Bandausrüstung umfasst Instrumente, Verstärker, Effekte, Mikrofone und Lichtanlage. Nicht direkt dazu zählen Notenmaterial und Tonträger, Bühnenkleidung oder Transportmittel. Bei kleineren Konzerten oder Clubauftritten genügt geringes Equipment wie ein tragbarer Koffer-Verstärker, z. B. für E-Gitarre oder Keyboard unter hundert Watt, für Bass-Gitarren über hundert Watt. Bei größeren Veranstaltungen (Saal, Halle, Festplatz, Open Air, Stadion, usw) wird eine so genannte PA (Public Address System), ein sehr leistungsfähiges Verstärkersystem für die ganze Band zusammen eingesetzt. Eqipment wird je nach Bandgröße vom einzelnen Musiker im eigenen Auto oder von der Band im Band-Bus bis hin zu mehreren Sattelschleppern (The Rolling Stones in den 1980ern-90ern, u.a.) transportiert zu den Auftrittsorten. Bei größerem Umfang (Stadtfeste, Stadien, Open Airs, usw) wird Equipment, besonders PA, Lichtanlagen, sogar Bühnenaufbauten, Bestuhlung, usw, angemietet von speziellen Unternehmen für Veranstaltungs- und Lichttechnik sowie von diesen bedient und gewartet. In gebauten Auftrittsstätten (Säle, Konzerthallen, usw) und Studios ist PA und Beleuchtungsanlage oft fest installiert. Equipment hat wie manche Spitzenbands Preise angenommen, die mittlerweile Großinvestitionen und exakte groß-betriebliche Planung erfordern sowie entsprechend zahlungsfähige Nachfrage und gewinnträchtige Marktchancen.
PA
Bei größeren Veranstaltungen (Hallen, Festplatz, usw) werden PA-Anlagen (Public Address System) eingesetzt. Das sind sehr starke Verstärkungs-Systeme bis zu hunderten, miteinander verbunden bis zu tausenden von Watt. Eine PA besteht aus dem Mischpult (Mixer), dem Rack mit allen zusätzlichen Geräten (besondere Effekte, usw), den Endstufen, den Frequenzweichen, dem Kabelsystem und vor allem strapazierfähigen, sehr leistungsstarken Lautsprecher-Boxen. Über eine PA werden Mikrofone und manche Instrumente, deren besonderer Klang nicht durch einen speziellen Verstärker entsteht, direkt angeschlossen (Line). Oder Verstärker, die erst den typischen Klang eines Instrumentes erzeugen, z. B. ein Kofferverstärker bei einer E-Gitarre, nimmt man mit Mikrofon ab. Ab Beschallung mit PA wird es in der Regel nötig, auch das Schlagzeug zu verstärken. Das geschieht in der Regel mit mehreren Mikrofonen direkt über PA. Instrumente und Mikrofone der ganzen Band werden über Kabel oder Bühnensender zum Mischpult geleitet. Das steht am optimalen akustischen Platz und wird vom Mixer (Tontechniker, -ingenieur) bestmöglich eingestellt gehalten in Richtung Publikum als auch Band (extra PA oder Monitoranlage). Das Mischpult ergänzen die zur Klangregelung angeschlossen Zusatzgeräte, die Effekte (z. B.: Filter, Equalizer, Hall, Echo, usw). Vom Mischpult gehen die geregelten Klangsignale zu den Endstufen, wo die Verstärkung stattfindet. Die Frequenzweichen teilen den verstärkten Klang nach Bass-, mittleren und hohen Frequenzen. Von dort werden die Klangfrequenzen zu den entsprechenden Lautsprecherboxen geleitet.
Musikindustrie und soziale Situation
Je größer die Investitionen in eine Band (in ihr Equipment, in neue Band-Mitglieder, usw) sind, desto größer wird die Vernetzung der Bandaktivitäten mit verwandten Aktivitäten, mit der Musikindustrie im weitesten Sinn und mit ihr kooperierender Industrien, um die Investitionen plus Gewinn wieder einzuspielen. Solche anderen Aktivitäten sind: die Band trägt Kleidung einer bestimmten Marke und fördert damit deren Verkauf; die Band spielt unter dem auffällig prangernden Logo einer Automarke; oder ein Song der Band ist Werbemelodie im Fernsehen; Bands treten kostenlos auf, spenden ihre Einnahmen Benachteiligten und fördern damit indirekt größere Absatzchancen ihrer CDs; usw. Hier den Erfolg einer Band genau errechnen zu wollen wie sonst bei industriellen Leistungen, scheitert jedoch an dem im Vergleich zu anderen Branchen plötzlichen Modewandel des Show-Business. Trotz sozial sehr großer Unterschiede zählt die Musikindustrie weltweit zu den Schlüsselindustrien, in denen sich neue Technologien, z. B. Computer und Internet, am schnellsten, aber auch sozial am brutalsten durchsetzen: Es gibt wenige, sehr erfolg- und 'steinreiche' Bands sowie viele sozial kaum abgesicherte Bands und Musiker. Bands dienen unpolitischem Freizeitvergnügen, als Wirtschaftsfaktor, als Bestandteil so genannter Jugendkultur und bis hin zum Mittel der Politik und sogar leider politischem Missbrauch (Gewalt-, Rassenverherrlichung), d.h. haben eine Schlüsselstellung in gesellschaftlicher und politischer Kommunikation.
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Liverpool
Liverpool [] ist eine Stadt und Metropolitan Borough im Nordwesten von England, Vereinigtes Königreich, an der Mündung des Flusses Mersey. 2002 betrug die Bevölkerungszahl der Stadt 441.447, jene des Ballungsgebietes 1.362.026. Liverpool ist der zweitgrößte Exporthafen Großbritanniens.
Der historische Teil der Hafenstadt einschließlich der Touristenattraktion Albert Dock wurde 2004 durch die UNESCO zum Welterbe erklärt. Die Stadt grenzt an Bootle und Huyton. Auf der anderen Seite der Mersey liegen Wallasey und Birkenhead.
Bekannt ist die Stadt durch die traditionellen Fußballvereine Liverpool F.C. und Everton F.C. sowie durch seine pulsierende Musikszene, aus der in den 1960er Jahren unter anderem die Beatles hervorgingen. 2008 wird Liverpool die Europäische Kulturhauptstadt sein. Die Einwohner Liverpools werden offiziell "Liverpudlians" genannt, doch der Übername "Scousers" ist besser bekannt. Sie sprechen einen besonderen Dialekt, der Scouse genannt wird.
Geschichte
Um 1190 war der Ort als "Liuerpul" bekannt, was so viel wie "schlammiger Pfuhl" oder "schlammige Bucht" bedeutet. Die Ursprünge von Liverpool gehen auf das Jahr 1207 zurück, als die Siedlung zum Marktflecken und Hafen erklärt wurde. Ursprünglich diente die Stadt als Stützpunkt für Truppen, die in Irland eingesetzt wurden. Das Schloss Liverpool wurde um 1230 gebaut, 1726 jedoch wieder abgerissen. Vier Jahrhunderte lang war Liverpool relativ unbedeutend. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts betrug die Einwohnerzahl nur etwa 500 und die Gegend hatte bis etwa 1650 eine weit geringere Bedeutung als Chester weiter südlich. 1571 baten die Einwohner Königin Elisabeth I. um Steuersenkungen und bezeichneten ihre Stadt in der Bittschrift als "Liverpool, die arme, heruntergekommene Stadt Ihrer Majestät". Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts wuchs die Stadt kaum und es ereignete sich nicht allzu viel. Ausnahme war 1644 eine achtzehntägige Belagerung durch die Truppen von Ruprecht von der Pfalz, Herzog von Cumberland während des Englischen Bürgerkriegs.
Englischen Bürgerkriegs
1698 erteilte das Unterhaus den Stadtbewohnern das Recht, eine neue Kirche zu bauen. Von diesem Zeitpunkt an begann der Aufstieg Liverpools zu einer der wichtigsten Städte des Landes. Durch den zunehmenden Handel mit den Westindischen Inseln begann die Stadt zu wachsen. Große Profite aus dem Sklavenhandel trugen zum Wachstum und zum Wohlstand bei. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde 40 Prozent des Welthandels über den Hafen von Liverpool abgewickelt. Von hier fuhren viele tausende Emigranten mit dem Schiff in die Vereinigten Staaten von Amerika, um dort ein neues Leben zu beginnen. Große Mengen Stahl und Textilien, in Städten wie Manchester, Sheffield oder Leeds produziert, wurden von Liverpool in alle Welt, besonders aber in den Commonwealth verschifft. 1880 erhielt Liverpool das Stadtrecht.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hielt das Wachstum an und die Stadt wurde ein Anziehungspunkt für Einwanderer aus ganz Europa, vor allem Italien. 1930 zählte die Stadt 850.000 Einwohner. Im Zweiten Weltkrieg wurde Liverpool von deutschen Bomberverbänden aus dem besetzten Frankreich und Belgien angegriffen. Dadurch wurde die Stadt erheblich zerstört. Eine zerbombte Kirche wurde als Mahnmal nicht wieder aufgebaut. 2500 Einwohner wurden getötet und 11.000 verletzt.
Belgien
Nach dem Krieg folgte ein großes Wiederaufbauprogramm mit zahlreichen neuen Wohnquartieren und dem 1972 eröffneten Seaforth Dock, dem bedeutendsten Hafenprojekt Großbritanniens. Doch bereits seit den 1950ern nahm die Bedeutung Liverpools als Hafen- und Industriestandort kontinuierlich ab. Bis 1985 sank die Einwohnerzahl auf 460.000.
Historisch gehörte Liverpool zur traditionellen Grafschaft Lancashire, wurde dann aber 1888 zu einer "county borough", was ungefähr einer kreisfreien Stadt entspricht. 1974 wurde Liverpool eine Metropolitan Borough innerhalb von Merseyside, einer neu geschaffenen Metropolitan County.
Nationale Bedeutung erlangte zwischen 1984 und 1987 die Auseinandersetzung zwischen der Tory-Regierung und dem Stadtrat von Liverpool, der unter die Kontrolle von trotzkistisch eingestellten Teilen der Labour Party geraten war. In der Folge kam es zu mehreren großen Demonstrationen und Streiks. Der Konflikt wurde mit der Abschaffung des Stadtparlaments durch Margaret Thatcher beendet.
Nach dem industriellen Niedergang der Stadt in den 1970ern und 1980ern erholt sich die Wirtschaft Liverpools allmählich. Besonders in den Bereichen Dienstleistungen und Tourismus entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Arbeitsplätze. Die Stadt setzt vor allem auf die Kultur und die Popularität der von hier stammenden Beatles; 2008 wird sie Europäische Kulturhauptstadt sein.
Sehenswürdigkeiten
Europäische Kulturhauptstadt
- Merseyside Maritime Museum - Museum über Schifffahrt und Sklaverei
- Albert Docks - Historische Hafenanlage, restauriert, u.a. mit einem Museum zur Geschichte der Beatles (The Beatles Story)
- Yellow Submarine - Das U-Boot aus dem gleichnamigen, legendären Beatles-Song
- The Anglican Cathedral - Große anglikanische Kirche. Erbaut 1904 unter König Eduard VII., Turmbesichtigung möglich.
- The Roman Catholic Metropolitan Cathedral - Römisch-Katholische Kathedrale, kreisförmig erbaut
- Tate Liverpool - Ableger der Tate Gallery mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst
- St. John's Beacon
- Speke Hall - Fachwerkhauskomplex im Süden Liverpools mit Gartenanlage. In der heutigen Form aus dem Jahre 1490-1612
- Anfield Road - Stadion des Liverpool F.C.
Verkehr
Es gibt drei Tunnels unter der Mersey hindurch nach Birkenhead, einen Bahntunnel und zwei Straßentunnels. Über den Fluss fährt die Mersey-Fähre, berühmt geworden durch den Song Ferry Cross the Mersey von Gerry and the Pacemakers; er wird jedes Mal gespielt, kurz bevor die Fähre im Hafen anlegt.
Im Jahr 2001 wurde der Flughafen Speke in Liverpool John Lennon Airport umbenannt, in Erinnerung an John Lennon, der exakt 20 Jahre zuvor ermordet worden war. Das Logo des Flughafens besteht aus einer von Lennon selbst gezeichneten Skizze und den Worten "Above us only sky" (über uns nur der Himmel), die aus dem berühmten Song "Imagine" stammen. 2002 benutzten 716.000 Passagiere den Hafen. Von hier aus verkehren Fährschiffe zur Isle of Man und nach Irland.
Liverpool besitzt ein S-Bahn-ähnliches Schienenverkehrsnetz namens Merseyrail; die Abschnitte im Stadtzentrum sind zum größten Teil unterirdisch. Die Liverpool Overhead Railway, die erste elektrische Eisenbahn der Welt, wurde 1956 geschlossen. Ebenfalls in den 1950ern verschwand das einst ausgedehnte Straßenbahnnetz; bis 2008 soll ein neues Straßenbahnsystem namens Merseytram entstehen.
Söhne und Töchter der Stadt
- Richard Ansdell, englischer Maler, der sich auf Tiermotive spezialisiert hat
- Clive Barker, britischer Schriftsteller und Regisseur
- Stephen Baxter, britischer Autor
- Ian Broudie, englischer Popmusiker und Musikproduzent
- Kim Cattrall, kanadisch-US-amerikanische Schauspielerin
- Arthur Hugh Clough, englischer Schriftsteller
- John Horton Conway, englischer Mathematiker
- Tony Cragg, englischer Künstler
- Terence Davies, britischer Filmregisseur
- Albie Donnelly, Saxofonist und Sänger der 1976 gegründeten Gruppe Supercharge
- Aynsley Dunbar, britischer Schlagzeuger
- Brian Epstein, Manager der Beatles
- Sonia Evans, englische Sängerin
- Sebastian Ziani de Ferranti, britischer Elektroingenieur
- Robbie Fowler, englischer Fußballspieler
- Billy Fury, englischer Rockmusiker
- Steven Gerrard, Kapitän des Liverpool F.C.
- William Ewart Gladstone, britischer Politiker
- George Harrison, britischer Musiker (The Beatles)
- Ian Hart, ein britischer Schauspieler
- William Patrick Hitler, Neffe Adolf Hitlers und der Sohn von Alois Hitler Junior
- Jason Isaacs, britischer Schauspieler
- Brian Jacques, britischer Schriftsteller
- William Stanley Jevons, bedeutender englischer Ökonom
- Holly Johnson, Sänger
- John Mercer Johnson, Gründervater der Kanadischen Konföderation
- J. V. Jones, englische Fantasy-Schriftstellerin
- John Lennon, britischer Musiker (The Beatles)
- Julian Lennon, englischer Musiker und Komponist
- Gertrud Luckner, christliche Widerstandskämpferin, Pazifistin
- Paul McCartney, britischer Sänger, Musiker und Komponist (The Beatles)
- Simon Rattle, berühmter Dirigent
- Wayne Rooney, englischer Fußballspieler
- Herbert Louis Samuel, britischer Politiker und Diplomat
- Anthony Shaffer, Drehbuchautor
- Peter Shaffer, britischer Dramatiker des 20. Jh.
- John Shackley, englischer Schauspieler
- Ringo Starr, britischer Musiker (The Beatles)
- Richard L. M. Synge, englischer Chemiker
Weblinks
- [http://www.liverpool.gov.uk Stadtverwaltung Liverpool]
- [http://www.beatlesstory.com Das Beatles-Museum der Stadt]
- [http://www.liverpool08.com Kulturhauptstadt 2008]
- [http://whc.unesco.org/pg.cfm?cid=31&id_site=1150 Weltkulturerbe]
- [http://www.liv.ac.uk University of Liverpool]
Kategorie:Ort in England
Kategorie:Ort mit Seehafen
ja:リヴァプール
20. Jahrhundert
Das 20. Jahrhundert begann am 1. Januar 1901. Allerdings erließ der damalige Kaiser Wilhelm II. ein Dekret, welches in Deutschland den Beginn des neuen Jahrhundert auf den 1. Januar 1900 legte. Das 20. Jahrhundert zählt zur Epoche der Neuzeit und endete am 31. Dezember 2000.
Ereignisse/Entwicklungen
- Erster Weltkrieg (1914–1918)
- sozialistische und kommunistische Revolutionen in Europa, Asien und Amerika (vergleiche Kommunistische Partei)
- Oktoberrevolution (1917)
- Novemberrevolution (1918)
- Chinesische Revolution (1949)
- infolge: Okkupation Tibets durch die chinesische Volksbefreiungsarmee (1951)
- Kubanische Revolution (1959)
- Zweiter Weltkrieg (1939–1945)
- Holocaust und Shoa
- Kalter Krieg (Beginn um 1945, Ende etwa 1991)
- Koreakrieg (1950–1953)
- Mauerbau (1961)
- Kubakrise (1962)
- Vietnamkrieg (1964-1975)
- Teilung Deutschlands, Gründung der Bundesrepublik und Verkündung des Grundgesetzes (1945–1949)
- Nahostkonflikt
- Palästinakrieg (1948)
- Sechs-Tage-Krieg (1967)
- Jom-Kippur-Krieg (1973)
- Intifada (ab 1987)
- die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet 1948 in Form einer UNO-Resolution die Gemeinsame Erklärung der Menschenrechte
- Viele ehemaligen Kolonien werden unabhängig.
- Kulturrevolution in der Volksrepublik China (1966-1976)
- Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (26. April 1986)
- Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahre 1990
Erfindungen und Entdeckungen
- Elektronik (erst mit Röhren, dann mit Transistoren)
- Röhre
- Transistor
- Computerchip
- Funktechnik
- Radio
- Fernseher
- Mobilfunk
- DNA-Struktur
- Gentechnik
- Flugzeug
- Raumfahrt
- Erste Mondlandung
- Kernenergie
- Kernreaktor
- Atombombe
- Internet
Persönlichkeiten
Politik und Adel
- Konrad Adenauer (Bundesrepublik Deutschland)
- Bhimrao Ramji Ambedkar
- Askar Akajew (Kirgisien)
- Salvador Allende (Chile)
- Jassir Arafat (Palästinenser)
- Kemal Atatürk (Türkei)
- Clement Attlee (Großbritannien)
- Menachem Begin (Israel)
- David Ben Gurion (Israel)
- Jean Bedel Bokassa
- Pieter Willem Botha (Südafrika, Apartheid)
- Elizabeth Bowes-Lyon (Großbritannien)
- Willy Brandt (Bundesrepublik Deutschland)
- Leonid Iljitsch Breschnew (UdSSR)
- George Herbert Walker Bush (USA)
- Heinrich Brüning (Weimarer Republik)
- Jimmy Carter (USA)
- Fidel Castro (Kuba)
- Nicolae Ceauşescu (Rumänien)
- Neville Chamberlain (Großbritannien)
- Jacques Chirac (Frankreich)
- Nikita Chruschtschow (UdSSR)
- Winston Churchill (Großbritannien)
- Dalai Lama Tibet
- Frederik Willem de Klerk (Südafrika)
- Deng Xiaoping (Volksrepublik China)
- Alexander Dubček (Tschechoslowakei)
- Friedrich Ebert (Deutschland)
- Dwight D. Eisenhower (USA)
- Ludwig Erhard (Bundesrepublik Deutschland)
- Valéry Giscard d'Estaing (Frankreich)
- Gerald Ford (USA)
- Francisco Franco (Spanien)
- Mahatma Gandhi (Indien)
- Hans-Dietrich Genscher (Deutschland)
- Mao Zedong (Volksrepublik China)
- Charles de Gaulle (Frankreich)
- Michail Gorbatschow (UdSSR)
- Paul von Hindenburg (Weimarer Republik)
- Adolf Hitler (Drittes Reich)
- Ho Chi Minh (Vietnam, | | |