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Becker Herkunft
Der Familienname Becker kann von der Berufsbezeichnung Bäcker abstammen, aber auch von jemandem, der an einem Bach (beck) wohnte..
Varianten
Die Schreibweise Becker ist wesentlich verbreiteter als Bäcker und Backer. Die Familiennamen Beck und Becke sind in Süddeutschland verbreitet als Varianten zu Becker. In Norddeutschland sind sie meist von der alten Bezeichnung Be(c)ke („Bach“) abgeleitet.
Zusammensetzungen
Neben den Erweiterungen Beckers, Beckert und Beckmann gibt es noch einige Zusammensetzungen mit Beck(er) wie z.B. Kuchenbecker.
Häufigkeit
Der Name Becker belegt in Deutschland Platz 8 unter den häufigsten Familiennamen.
Bekannte Namensträger
- Achim Becker ( - 1931), Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Rundfunk der DDR
- Albert Becker (1834-1899), Komponist
- Albert Becker (1896-1984), Schachspieler
- Annika Becker ( - 1981) deutsche Leichtathletin
- Antoinette Becker (1920-1998) französisch-deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin
- Artur Becker (1905-1938), deutscher KPD-Funktionär, Reichstagsabgeordneter und Widerstandskämpfer
- August Becker (1821-1887), deutscher Maler
- August Becker (1828-1891), deutscher Schriftsteller
- Axel Becker, deutscher Schlagersänger, volkstümlicher Schlager
- Ben Becker, Schauspieler
- Boris Becker, deutscher Tennisspieler
- Carl Heinrich Becker (1876-1933), Orientalist, preußischer Kultusminister
- Cornelius Becker, (1564-1604) Dichter und Pfarrer an St. Nicolai in Leipzig.
- Curt Becker, (1905-1987), CDU-Politiker
- Friedrich Becker (1900-1985), deutscher Astronom
- Gabriele Becker ( - 1975), deutsche Leichtathletin
- Gary Stanley Becker, amerikanischer Ökonom
- Hans-Josef Becker, seit 2003 Erzbischof von Paderborn
- Hellmut Becker, (1913-1993) deutscher Jurist und Bildungsforscher
- Helmut Becker (1927-1990), Weinbaufachmann
- Hermann Heinrich Becker, 1875 - 1885 Oberbürgermeister von Köln ("der rote Becker")
- Jakob Becker, Maler
- Jakob "Jupp" Becker, "Turnvater Jahn" von Pinneberg
- Jörg Becker, Professor für Wirtschaftsinformatik an der WWU Münster
- Jurek Becker, deutscher Schriftsteller polnischer Herkunft
- Jürgen Becker (Kabarettist), rheinischer Kabarettist
- Jürgen Becker (Schriftsteller), deutscher Schriftsteller
- Karl Becker (1879-1940), General der Artillerie, Heereswaffenamt
- Karl Ferdinand Becker (1775-1819), deutscher Sprachwissenschaftler
- Kurt E. Becker ( - 1950), Publizist, Kommunikationsexperte, Managementcoach
- Maria Becker - Schauspielerin
- Marion Becker ( - 1950), deutsche Leichtathletin
- Max Egon Becker, Gründer des Autoradio- und Navigationssysteme-Herstellers Becker
- Meret Becker, deutsche Schauspielerin
- Nicolas Becker, deutscher Strafverteidiger
- Oskar Becker (Attentäter)
- Oskar Becker (Philosoph) (1889-1964), deutscher Philosoph, Logiker und Mathematiker
- Otto Becker
- Philipp August Becker (1862-1947), Romanist
- Raimund Becker, Mitglied des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit
- Richard Becker (1887-1955), deutscher Physiker
- Rolf Becker (Schriftsteller) ( - 1923), deutsch-englischer Krimiautor
- Rolf Becker (Schauspieler) ( - 1935), deutscher Schauspieler
- Rolf Gustav Becker (1921-2001), deutscher. Städtebauer und Architekt
- Sophinette Becker, deutsche Sexualforscherin
- Thorsten Becker, deutscher Schriftsteller
- Uli Becker ( - 1953), deutscher Schriftsteller
- Walter Becker (Maler) (1893-1984), deutscher Maler des Expressionismus
- Walter Becker (Musiker) ( - 1950), US-amerikanischer Musiker
- Wilhelm Becker ( - 1907), deutscher Astronom
- Wilhelm Adolf Becker (1796-1846), deutscher Archaeologe und Historiker
- Wolfgang Becker (Regisseur, 1910) (1910-2005), deutscher Filmregisseur (Serienkrimis)
- Wolfgang Becker (Historiker) ( - 1936), Kunsthistoriker und Museumsdirektor
- Wolfgang Becker (Mediziner) (1952-2002), deutscher Nuklearmediziner
- Wolfgang Becker (Betriebswirt) ( - 1953), deutscher Betriebswirt
- Wolfgang Becker (Regisseur, 1954), deutscher Filmregisseur (Good bye, Lenin!)
Fiktive Gestalten:
- Heinz Becker, Bühnenfigur des Kabarettisten Gerd Dudenhöffer
- Dr. John Becker, Hauptfigur der US-amerikanischen Fernsehserie Becker mit Ted Danson
Siehe auch
- Bäcker, Baecker, Backer
Kategorie:Familienname
Bäcker
Bäcker (maskulinum) ist eine Berufsbezeichnung für einen Menschen, der seinen Lebensunterhalt durch Backen von Brot, Brötchen etc. verdient.
Der Bäcker zählt zu den Handwerksberufen.
Nach einer meist dreijährigen Berufsausbildung wird vor der regional zuständigen Innung die Gesellenprüfung abgelegt.
Nach einer definierten aktiven Arbeitszeit besteht für den Bäckergesellen die Möglichkeit, sich an einer Fachschule weiterzubilden und anschließend vor der Handwerkskammer die Meisterprüfung abzulegen.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Meisterprüfung erwirbt man das Recht, den Beruf des Bäckers selbstständig auszuüben und Auszubildende in diesem Beruf auszubilden.
Auszubildende
Die Bezeichnung Bäcker wird umgangssprachlich manchmal auch für den Beruf des Konditors (Zuckerbäcker) verwendet.
Links
- [http://www.bufa-weinheim.de/ Bundesfachschule des Deutschen Bäckerhandwerks]
- [http://www.baeckerhandwerk.de/ Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks]
- [http://www.baecker.org/ Ausbildungsportal mit Informationen über den Beruf des Bäckers]
- [http://www.jobsuche-365.de/berufe/baecker/ Berufsbild Bäcker, Anforderungen u. Ausbildung]
- [http://www.richemont.ch/ Richemont - Branchenkompetenzzentrum des Schweizerischen Bäcker-Konditoren-Meisterverbandes]
- [http://www.swissbaker.ch/ Die offizielle Website des Schweizerischen Bäcker-Konditorenmeister-Verband]
- [http://www.biv-wl.de/ Bäckerinnungs-Verband Westfalen-Lippe]
Kategorie:Handwerksberuf
Kategorie:Beruf (Essen & Trinken)
Beck (Begriffsklärung)Beck ist :
- ein Ort bei Radevormwald im Oberbergischen Land, in Nordrhein-Westfalen; siehe Beck (Radevormwald)
- ein häufiger Familienname:
- Carl Gottlob Beck, deutscher Verlagsgründer
- Emil Beck, ( - 1935), deutscher Fechttrainer
- Franz Ignaz Beck (1734-1809), deutscher Komponist
- Friedrich Beck (1806–1888), deutscher Schriftsteller
- Hans Beck ( - 1929), deutscher Spielzeugentwickler
- Jeff Beck ( - 1944), englischer Rock-Gitarrist
- Józef Beck (1894–1944), polnischer Politiker
- Karl Beck (1856–1911), deutscher Schriftsteller
- Karl Isidor Beck (1817–1879), deutscher Schriftsteller
- Karl Joseph Beck (1794-1838), deutscher Mediziner
- Kent Beck, US-amerikanischer Softwareentwickler
- Kurt Beck, deutscher Politiker und Ministerpräsident
- Ludwig Beck (1880-1944), deutscher General und Widerstandskämpfer
- Martin Beck, US-amerikanischer Theaterproduzent (Martin Beck Theatre, New York)
- Max Wladimir Freiherr von Beck, (1854-1943), österreichischer Politiker
- Melanie Beck, deutsche Politikerin; siehe Melanie Huml
- Nicole J. Beck ( - 1970), deutsche Schriftstellerin
- Rufus Beck, deutscher Schauspieler
- Ueli Beck, Schweizer Radiomoderator und Schauspieler
- Ulrich Beck (Soziologe); deutscher Soziologe
- Volker Beck (Leichtathlet) ( - 1956), deutscher Leichtathlet
- Volker Beck (Politiker), deutscher Politiker
- Martin Beck, fiktiver schwedischer Kriminalpolizist in zehn Kriminalromanen von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
- der Vorname und Künstlername von Beck Hansen, US-amerikanischer Alternative-Interpret
- süddeutsche/schweizerische Bezeichnung für Bäcker
- Verlag C. H. Beck, juristischer Fachverlag in München
- Beck & Co., Bremer Brauerei
- Beck (Manga), Manga von Harold Sakuishi
Siehe auch: Baeck, Beeck, Becker
Kategorie:Familienname
BeckmannDen Namen Beckmann tragen folgende Persönlichkeiten:
- der Künstler Max Beckmann ( - 1884; † 1950)
- die Malerin und Sängerin Minna Beckmann-Tube
- der Kardiologe und Gerontologe Peter Beckmann
- die Kuratorin Mayen Beckmann
- der Fernsehmoderator Reinhold Beckmann ( - 1956) nach dem seine Fernesehsendung „Beckmann“ benannt ist
- der Landwirt und Technologe Johann Beckmann ( - 1739; † 1811)
- der Chemiker Ernst Otto Beckmann ( - 1853; † 1923) nach dem die Beckmann-Umlagerung und das Beckmann-Thermometer benannt ist
- die Würzburger Oberbürgermeisterin Pia Beckmann ( - 1963)
- der Politiker Klaus Beckmann ( - 1944; † 1994)
- der Maler Ludwig Beckmann ( - 1822; † 1902)
- der Komiker Friedrich Beckmann ( - 1803; † 1866)
- der Schriftsteller Mani Beckmann ( - 1965)
- der Fechtsportler Manfred Beckmann ( - 1957)
- der Forstmann Johann Gottlieb Beckmann ( - gegen 1700; † 1777)
- die Betriebswirtin Liesel Beckmann ( - 1914; † 1965)
- die Künstlerin Simone Beckmann ( - 1968)
Liste der häufigsten deutschen Familiennamen
Kategorie:Wikipedia Überarbeiten
Die untenstehende Liste der häufigsten deutschen Familiennamen stammt aus dem Jahr 1996. Der Vergleich mit einer älteren Liste von 1970 zeigt aber kaum Änderungen (die ersten sechs Positionen blieben unverändert, nur ein Name (Richter) stieg oder fiel um mehr als zwei Plätze).
Bemerkungen
Es fällt die beherrschende Stellung der Berufsbezeichungen auf. Vor allem zur Zeit der Namensentstehung im Mittelalter weit verbreitete Berufe finden sich auf den ersten Plätzen. Der Beruf des Bauern war so weit verbreitet, dass er zur Unterscheidung verschiedener Personen im ländlichen Raum nicht verwendet werden konnte und landete daher nur auf Platz 13.
Liste der häufigsten deutschen Familiennamen
Die Häufigkeit der Namen in Prozent. Auf Namensvarianten wird verwiesen.
- 1. Müller (Möller), Berufsbezeichnung, 1,57 %
- 2. Schmidt (Schmitz, Schmitt), Berufsbezeichnung, 1,14 %
- 3. Schneider (Schröder), Berufsbezeichnung, 0,69 %
- 4. Fischer, Berufsbezeichnung, 0,59 %
- 5. Meyer (Meier, Maier, Mayer), Berufsbezeichnung, 0,52 %
- 6. Weber, Berufsbezeichnung, 0,51 %
- 7. Wagner, Berufsbezeichnung, 0,47 %
- 8. Becker, Berufsbezeichnung, 0,45 %
- 9. Schulz (Schulze, Schultz, Schulte), Berufsbezeichnung, 0,45 %
- 10. Hoffmann (Hofmann), Berufsbezeichnung, 0,43 %
- 11. Schäfer, Berufsbezeichnung, 0,37 %
- 12. Koch, Berufsbezeichnung, 0,36 %
- 13. Bauer, Berufsbezeichnung, 0,36 %
- 14. Richter, Berufsbezeichnung, 0,35 %
- 15. Klein, Eigenschaft ("Der Kleine"), 0,33 %
- 16. Schröder (Schneider), Berufsbezeichnung, 0,31 %
- 17. Wolf, Herkunft des Namens unklar, 0,31 %
- 18. Neumann, Eigenschaft ("Der Neue"), 0,29 %
- 19. Schwarz, Eigenschaft ("Der Schwarzhaarige"), 0,27 %
- 20. Zimmermann, Berufsbezeichnung, 0,26 %
- 21. Krüger, Berufsbezeichnung, 0,26 %
- 22. Braun, Eigenschaft ("Der Braunhaarige"), 0,26 %
- 23. Hofmann siehe Hoffmann, 0,25 %
- 24. Schmitz, siehe Schmidt, 0,25 %
- 25. Hartmann, Vorname, 0,25 %
- 26. Lange, Eigenschaft ("Der Große"), 0,24 %
- 27. Schmitt siehe Schmidt, 0,24 %
- 28. Werner, Vorname, 0,24 %
- 29. Krause, Eigenschaft ("Der Kraushaarige"), 0,24 %
- 30. Meier, siehe auch Meyer, 0,23 %
Regionale Unterschiede
Obwohl Müller deutschlandweit der häufigste Name ist, liegen in einigen Gebieten Deutschlands andere Familiennamen in der Häufigkeit vor Müller. Die häufigen Namen Schmidt und Schmitz führen in Mitteldeutschland und Mecklenburg-Vorpommern, bzw. dem äußersten Westen. Meyer liegt besonders in Niedersachsen vor Müller. Bauer führt im Osten Bayerns. Besonders interessant ist die regionale Häufung bundesweit eher seltener Namen im Süden und Norden. Huber (Bundesweit Platz 40) ist in Südbayern mit Ausnahme von München häufigster Name. Die bundesweit eher seltenen Patronyme Jans(s)en, Hansen und Petersen sind die häufigsten Namen im Norden Niedersachsens bzw. in Schleswig-Holstein.
Literatur
- DUDEN Familiennamen, Herkunft und Bedeutung von 20.000 Nachnamen (ISBN 3411708522)
- dtv-Atlas Namenkunde (ISBN 3-423-03234-0)
- Deutsches Namenlexikon, Autor: Hans Bahlow, München 1967 (ISBN 3-8112-2271-6)
- Etymologisches Wörterbuch der deutschen Familiennamen, Autor: Prof. Josef Karlmann Brechenmacher (ISBN 3-7980-0355-6)
- Deutsche Namenkunde, Autor: Max Gottschald, Berlin 1971
- Deutsche Namenforschung, Band.1: Ruf-und Familiennamen, Band 2: Orts-und Flurnamen von Ernst Schwarz, Göttingen 1950
- Das große Buch der Familiennamen, Alter, Herkunft, Bedeutung; Autor: Horst Naumann (ISBN 3-8289-1955-3)
- Die Deutschen Familiennamen, Autoren: Heintze-Cascorbi, Berlin 1933
- Die Deutschen Personennamen, Autor: A. Bähnisch, Leipzig 1910
Siehe auch
- Liste gebräuchlicher Vornamen
Häufigste deutsche Familiennamen Kategorie:Deutschland !
Albert Becker (Komponist)Albert Ernst Anton Becker ( - 13. Juni 1834 in Quedlinburg; † 10. Januar 1899 in Berlin) war ein deutscher Komponist der Romantik.
Leben
Albert Becker studierte bei Siegfried Dehn Komposition in Berlin (1853 - 1856).
Er war Kompositionslehrer an der Akademie der Künste. Sein berühmtester Schüler war Jean Sibelius, den er von 1889 bis 1890 in Kontrapunkt unterrichtete.
1890 übernahm Becker die Leitung des Königlichen Hof- und Domchores.
Im Jahr 1892 lehnte er es auf Wunsch des Kaisers ab, als Thomaskantor Wilhelm Rusts Nachfolge in Leipzig anzutreten.
Werk (Auswahl)
- Messe in b-moll (1878)
- Reformationskantate op. 28 (1883)
- Selig aus Gnade Kirchenoratorium (1890)
- Weihegesang op. 74
Becker, Albert
Becker, Albert
Becker, Albert
Becker, Albert
Becker, Albert
Annika BeckerAnnika Becker ( - 12. November 1981 in Rotenburg a.d. Fulda) ist eine deutsche Leichtathletin im Stabhochsprung.
1997 gewann sie die Junioren-Europameisterschaft in Ljubljana. Bei den Junioren-Europameisterschaften 1998 in Riga gewann sie die Silbermedaille. Becker trainiert beim LAC Erfurt und hält mit 4,77 m seit dem 7. Juli 2002 den deutschen Rekord im Stabhochsprung.
Bei den Weltmeisterschaften 2003 gewann sie die Silbermedaille im Stabhochsprung hinter der Russin Swetlana Feofanowa (Gold) und vor der Russin Jelena Issinbajewa (Bronze).
Nach einem schweren Trainingsunfall, als der Stab beim Absprung brach, beendete sie 2004 ihre Laufbahn als Stabhochspringerin. Sie hat daraufhin die Sportart gewechselt und betreibt nun Weitsprung.
Weblink
- [http://www.annika-becker.net Offizielle Seite von Annika Becker]
Becker, Annika
Becker, Annika
Becker, Annika
Becker, Annika
Becker, Annika
Artur BeckerArtur Becker ( - 12. Mai 1905 in Remscheid; † 16. Mai 1938 in Burgos, Spanien) war ein ehemaliger Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands (KJVD), Spanienkämpfer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Er trat als Jugendlicher 1919 der Freien Sozialistischen Jugend, 1920 dem Kommunistischen Jugendverband und 1922 der Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) bei.
In der Zeit der Besetzung des Ruhrgebietes war er am aktiven Widerstand beteiligt.
Seit 1926 war er als Politiker tätig, zunächst als Leiter der kommunistischen Jugend am Niederrhein (1926 bis 1928), ab 1928 als Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen Jugendinternationale, vom September 1930 bis 31. März 1933 als (jüngstes) Mitglied des Deutschen Reichstages (für den Wahlkreis Düsseldorf-West) und 1931 bis 1932 als Vorsitzender des Zentralkomitees des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands.
Mit der Verfolgung der politischen Gegner durch die Nationalsozialisten war er 1933 zur Emigration gezwungen, und er floh nach Moskau.
Später organisierte er den Kampf für die Spanische Republik. Ab August 1937 nahm er an den bewaffneten Kämpfen teil, ab Frühjahr 1938 als Politkommissar des Thälmann-Bataillons der Internationalen Brigaden. Am 1. April 1938 geriet er verwundet in Gefangenschaft der Franco-Truppen. Nach mehrwöchigen Verhören wurde er am 16. Mai 1938 im Zuchthaus Burgos erschossen.
Nach dem Ende des Nationalsozialismus erfuhr Artur Becker in der DDR umfassende Ehrungen. Nach ihm wurden Straßen und Schulen benannt, und die Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend verlieh seit 1960 die Artur-Becker-Medaille in Gold, Silber und Bronze für hervorragende Leistungen im sozialistischen Jugendverband.
Nach dem Ende der DDR wurden nach Artur Becker benannte Objekte und Straßen weitgehend umbenannt. Die ehemalige Artur-Becker-Straße in Berlin-Pankow wurde im November 1995 in Kniprodestraße umbenannt. In der sächsischen Stadt Delitzsch (bei Leipzig) besteht noch die Artur-Becker-Mittelschule (Stand: Schuljahr 2004/2005).
Literatur
- Emil R. Greulich: ... und nicht auf den Knien : Roman vom streitbaren Leben des Artur Becker. - Berlin : Verl. Neues Leben, 1986. - ISBN 3-355-00213-5
- Emil Kortmann: Artur Becker : Lebensbild eines Helden der deutschen Arbeiterjugendbewegung. - Berlin : Verl. Neues Leben, 1956
- Fred Reinke: Artur Becker : (Episoden aus seinem Leben) aufgeschrieben für Kinder. - Berlin : Verl. Junge Welt, 1988. - ISBN 3-7302-0379-7
Film
- Artur Becker: Lebensbild eines jungen Patrioten (Regie: Rudi Kurz)
Weblinks
- [http://www.luise-berlin.de/berlinAZ/indexAbZ.htm Ehemals nach Artur Becker benannte Straßen und Plätze in Berlin (Luisenstädtischer Bildungsverein)]
Becker, Artur
Becker, Artur
Becker, Artur
Becker, Artur
Becker, Artur
Becker, Artur
Becker, Artur
August Becker (Schriftsteller)August Becker ( - 27. April 1828 in Klingenmünster, † 23. März 1891 in Eisenach) war ein deutscher Schriftsteller. Mit seinem ursprünglich als Reiseführer geplanten Buch Die Pfalz und die Pfälzer (1857) gilt er als einer der Begründer der pfälzischen Volkskunde.
August Becker wuchs in Klingenmünster auf. Nach einem Studium der Geschichte in München war er Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen, unter anderem bei den Fliegenden Blättern, und von 1859 bis 1864 Redakteur der Münchner Isar-Zeitung. Im Jahre 1868 zog er nach Eisenach.
Werke
- Jung-Frieder der Spielmann (1854)
- Novellen (1856)
- Die Pfalz und die Pfälzer (topographisch-kulturhistorische Monographie; 1857)
- Des Rabbi Vermächtniß (1866)
- Vervehmt. Roman aus der Gegenwart (1868)
- Hedwig. Ein Roman aus dem Wasgau (1868)
- Das Thurmkätherlein. Roman aus dem Elsaß (1871)
- Meine Schwester (1876)
- Franz Staren (1878)
- Das alte Bild (1885)
- Die Nonnensusel (1886) - [http://gutenberg.spiegel.de/beckera/nonnesus/nonnesus.htm Volltext]
- Der Küster von Horst (1889)
Literatur
- Gerd Fesser: August Becker. Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2005. ISBN 3-927754-55-2
Weblinks
- [http://www.bv-pfalz.de/04.kultur/04.InstitutGV/98.Schlaglicht2003/96.Becker/ Biografie]
Becker, August
Becker, August
Becker, August
Becker, August
Ben Becker und Ben Becker im Theaterstück Dreier, Im Renaissancetheater in Berlin]]
Ben Becker ( - 19. Dezember 1964 in Bremen) ist ein deutscher Schauspieler.
Der Sohn von Monika Hansen und Rolf Becker (Schauspieler, - 31. Mai 1935) wurde von Otto Sander adoptiert und ist der Bruder von Meret Becker. Als Mitglied des Otto-Sander-Klans ist er eine schillernde Figur der offiziellen Berliner Kultur-Szene.
Im Jahr 2004 verlieh er im Auftrag des Springer-Verlages den BZ Kulturpreis unter anderem an Nina Hagen. Während seine schauspielerischen Fähigkeiten unbestritten sind, gilt sein musikalisches Talent als zweifelhaft. Eine seiner besten Theaterrollen war die Hauptrolle in der Dramatisierung Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz am Maxim-Gorki-Theater in Berlin.
Filmographie (Auswahl)
- 1980 - Eine Liebe in Deutschland - Regie: Andrzej Wajda (mit Armin Mueller-Stahl und Hanna Schygulla)
- 1991 - Das serbische Mädchen - Regie: Peter Sehr (mit Mirjana Jokovic)
- 1995 - Schlafes Bruder - Regie: Joseph Vilsmaier (mit André Eisermann und Dana Vávrová)
- 1996 - Bibel - Samson und Delila, mit Elizabeth Hurley, Dennis Hopper, Michael Gambon, Diana Rigg
- 1997 - Comedian Harmonists - Regie: Joseph Vilsmaier (mit Heino Ferch, Ulrich Noethen, Kai Wiesinger, Meret Becker und Katja Riemann)
- 1999 - Ein Lied von Liebe und Tod (Gloomy Sunday) - Regie: Rolf Schübel (mit Joachim Król)
- 1999 - Der Einstein des Sex - Regie: Rosa von Praunheim (mit Friedel von Wangenheim, Otto Sander, Wolfgang Völz, Meret Becker und Monika Hansen)
- 2001 - Sass - Regie: Carlo Rola (mit Jürgen Vogel, Henry Hübchen, Karin Baal, Otto Sander und Traugott Buhre)
Weblinks
- [http://www.benbecker.de/ Webseite von Ben Becker]
-
-
- [http://www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=ben_becker Biografie bei prisma-online.de]
Becker, Ben
Becker, Ben
Becker, Ben
Becker, Ben
Becker, Ben
Carl Heinrich BeckerCarl Heinrich Becker, ( - 12. April 1876 in Amsterdam; † 10. Februar 1933 in Berlin), deutscher Orientalist und Politiker; 1921 und 1925-1930 preußischer Kultusminister (parteilos). Gilt als Mitbegründer der modernen, gegenwartsbezogenen Orientalistik und zugleich als bedeutender Hochschulreformer der Weimarer Republik.
Leben
Becker entstammte einer alten hessischen Kaufmanns- und Akademikerfamilie und studierte ab 1895 in Lausanne, Heidelberg und Berlin Arabistik und Religionswissenschaft (Promotion 1899). Nach Forschungsreisen in den Nahen Osten und seiner 1902 fertiggestellten Habilitationsschrift Beiträge zur Geschichte Ägyptens unter dem Islam wurde er 1908 auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients am Hamburger Kolonialinstitut (einer Vorgängerinstitution der Universität Hamburg) berufen. Dort profilierte er sich in den folgenden Jahren – unter anderem durch die Gründung der Zeitschrift Der Islam – als Wegbereiter einer modernen Orientkunde, die sprach- und religionswissenschaftliche, historische und soziologische Aspekte miteinander verband. Zugleich beteiligte er sich an den Universitätsgründungsplänen des Hamburger Kultursenators Werner von Melle und plädierte schon damals für die Schaffung einer zeitgemäßen Organisation der Studentenschaft, die das überkommene Verbindungswesen überwinden sollte.
Beckers Ruf als Orientalist und engagierter Hochschulreformer trugen maßgeblich dazu bei, dass er auf Betreiben des Ministerialdirektors im preußischen Kultusministerium, Friedrich Schmidt-Ott, 1913 erst nach Bonn und 1916 schließlich an die Berliner Universität berufen wurde. Im gleichen Jahr wurde er Referent im preußischen Kultusministerium, für das er zunächst eine Denkschrift über den künftigen Ausbau der Auslandsstudien an den preußischen Universitäten verfasste. Darin setzte er sich – mitten im Ersten Weltkrieg – für eine bessere Kenntnis der Kultur anderer Länder zur Vermeidung künftiger Konflikte ein.
Nach der Novemberrevolution wurde Becker vom neuen Kultusminister Konrad Haenisch (SPD) im April 1919 zum Unterstaatssekretär ernannt und prägte in der Folgezeit die preußische Hochschulpolitik entscheidend mit. 1921 bereits für einige Monate Minister im Kabinett Adam Stegerwalds, blieb Becker auch danach als Staatssekretär unter dem Minister Otto Boelitz (DVP) tätig, bevor er schließlich 1925 unter Ministerpräsident Otto Braun (SPD) erneut zum Kultusminister ernannt wurde und dieses Amt dann ohne Unterbrechung bis 1930 bekleidete. Als parteiloser Minister geriet Becker dabei zunehmend ins Schussfeld der verschiedenen Landtagsfraktionen und trat schließlich enttäuscht zurück. Sein Nachfolger Adolf Grimme setzte Beckers Reformpolitik aber im Wesentlichen bis zum Machtantritt der Nationalsozialisten fort.
Hochschulreformerisches Wirken
"Kernpunkt aller akademischen Reform" war nach Beckers Ansicht eine umfassende Demokratisierung der Hochschulverfassung, insbesondere durch die weitgehende Gleichstellung der Extraordinarien und Privatdozenten mit den bisher allein bestimmenden Ordinarien sowie durch eine maßvolle Beteiligung der Studenten an der Hochschulselbstverwaltung. Letzteres sah er auch als wichtigen Schritt zur Heranbildung verantwortungsbewusster Staatsbürger an und schuf daher zusammen mit Otto Benecke, dem ersten Vorsitzenden der 1919 gegründeten Deutschen Studentenschaft, die rechtlichen Grundlagen der heutigen studentischen Selbstverwaltung (Verordnung über die Bildung von Studentenschaften vom 18. September 1920).
Neben der organisatorischen bemühte sich Becker auch um eine pädagogische Reform der Universitäten, die sich seiner Ansicht nach nicht nur als "Forscher-" und "Berufsschulen", sondern auch als "Staatsbürgerschulen" begreifen sollten. Insbesondere suchte er die schon damals beklagte disziplinäre Spezialisierung durch eine Stärkung der "Synthesewissenschaften" Soziologie, Zeitgeschichte, Politikwissenschaft einschließlich der von ihm geförderten Auslandsstudien zu kompensieren und zeigte sich auch Ideen zu einem "humanistischen" Grundstudium für alle Studierenden gegenüber aufgeschlossen. Dem gleichen Ziel eines einheitlichen Bildungssystems entsprang auch die unter seiner Leitung realisierte Akademisierung der Volksschullehrerausbildung durch die ab 1925 gegründeten Pädagogischen Akademien.
Großen Anteil hatte Becker ferner an der Gründung der
Deutschen Hochschule für Politik 1920 und der Deutschen Dichterakademie 1926.
Literatur (Auswahl)
- C. H. Becker: Internationale Wissenschaft und nationale Bildung. Ausgewählte Schriften, hrsg. von Guido Müller, Köln 1997.
- Guido Müller: Weltpolitische Bildung und akademische Reform. C. H. Beckers Wissenschafts- und Hochschulpolitik 1908-1930, Köln 1991.
- Kurt Düwell: Carl Heinrich Becker, in: K. Jeserich / H. Neuhaus (Hrsg.): Persönlichkeiten der Verwaltung, Stuttgart 1991, S. 350-354.
- Kurt Düwell: Staat und Wissenschaft in der Weimarer Epoche. Zur Kulturpolitik des Ministers C. H. Becker, in: HZ Beiheft NF 1 (1971), S. 31-74.
Weblinks
-
Becker, Carl Heinrich
Becker, Carl Heinrich
Becker, Carl Heinrich
Becker, Carl Heinrich
Becker, Carl Heirnich
Becker, Carl Heinrich
Becker, Carl Heinrich
Becker, Carl Heinrich
Becker, Carl Heinrich
Cornelius BeckerCornelius Becker ( - 24. Oktober 1561 in Leipzig; † 25. Mai 1604) war seit 1594 Pfarrer an St. Nicolai in Leipzig. 1602 verfasste er den "Psalter Dauids Gesangweis" der 1618 von Heinrich Schütz vertont wurde.
Becker, Cornelius
Becker, Cornelius
Becker, Cornelius
Becker, Cornelius
Becker, Cornelius
Becker, Cornelius
Friedrich BeckerFriedrich Becker ( - 12. Juni 1900 in Münster (Westfalen); † 25. Dezember 1985) war ein deutscher Astronom. Er ist der Bruder des Astronomen Wilhelm Becker.
Becker war von 1948 bis 1966 Direktor der Universitätssternwarte Bonn. Er gründete u.a. das Radioobservatorium auf dem Stockert/Eifel und das Observatorium Hoher List.
Becker war maßgeblich bei den Vorbereitungen zur Gründung des Radioteleskops Effelsberg beteiligt.
Becker, Friedrich
Becker, Friedrich
Becker, Friedrich
Becker, Friedrich
Becker, Friedrich
Gabriele BeckerGabriele Becker ( - 17. August 1975 in Marburg (Lahn), Hessen) ist eine deutsche Leichtathletin, die in den 1990er Jahren als Sprinterin erfolgreich war. Ihr größter Erfolg ist die Bronzemedaille im 4x100-Meter-Lauf bei der Weltmeisterschaft 1995 (43,01 s, zusammen mit Melanie Paschke, Silke Lichtenhagen und Silke Knoll).
Weitere Medaillenerfolge gelangen ihr in der Juniorenklasse:
- 1992, Junioren-Weltmeisterschaft: Platz 2 mit der 4x100-Meter-Staffel (44,78 s)
- 1993, Junioren-Europameisterschaft: Platz 2 mit der 4x100-Meter-Staffel (44,60 s)
Gabriele Becker startete 1986 bis 1991 für das LAZ Hanau/Bruchköbel, ab 1992 für das LAZ Bruchköbel). In ihrer aktiven Zeit war sie 1,78 Meter groß und wog 62 kg.
Becker, Gabriele
Becker, Gabriele
Becker, Gabriele
Hans-Josef BeckerHans-Josef Becker ( - 8. Juni 1948 in Belecke bei Warstein) ist Erzbischof von Paderborn. ([http://www.i-basis.de/dp/ansicht/kunden/generalvikariat/medien/bilder/200/k1_m1267.jpg Bild])
Leben
Hans-Josef Becker legte sein Abitur im Jahre 1967 in Rüthen ab. Anschließend absolvierte er ein Lehramtsstudium, das er mit dem zweiten Staatsexamen 1972 abschloss. Hierauf studierte er in Paderborn und München Theologie und Philosophie. Am 11. Juni 1977 wurde er von Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt zum Priester geweiht. Von 1979 bis 1995 wirkte er als Seelsorger in Minden, Paderborn und Lippstadt. In den folgenden vier Jahren leitete Hans-Josef Becker die Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn. 1999 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Paderborn ernannt. Nach dem Tode von Erzbischof Johannes Joachim Kardinal Degenhardt im Jahre 2002 fungierte Becker etwas mehr als ein Jahr lang als Diözesanadministrator, ehe er zum Erzbischof von Paderborn ernannt und am 28. September 2003 in sein Amt eingeführt wurde.
Weblinks
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- [http://www.i-basis.de/dp/ansicht/kunden/generalvikariat/erzbistum/index.phtml?ber_id=143 Offizielle Website]
Becker, Hans-Josef
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Hellmut BeckerHellmut Becker ( - 10. Mai 1913 in Hamburg; † 16. Dezember 1993 in Berlin) war ein deutscher Jurist und Bildungsforscher.
Er war der Sohn des preußischen Kultusministers Carl Heinrich Becker, verteidigte den Staatsminister Ernst von Weizsäcker in den Nürnberger Prozessen und gründete das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Er war mit der französisch-deutschen Kinder- und Jugendbuchautorin Antoinette Becker verheiratet und hatte mit ihr sechs Kinder.
Literatur
- Bildungsforschung und Bildungspolitik. Reden zum 80. Geburtstag von Hellmut Becker. Max-Planck-Institut, Berlin 1994. ISBN 3-87985-034-8
- Gerold Becker (Hrsg.): Lust und Last der Aufklärung. Ein Buch zum 80. Geburtstag von Hellmut Becker. Beltz, Weinheim 1993. ISBN 3-407-83130-7
Weblinks
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Becker, Hellmut
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Helmut BeckerHelmut Becker ( - 8. März 1927 in Geisenheim; † 19. Juli 1990) war einer der weltweit führenden Experten für Weinbau.
Leben
Nach seiner Schulzeit in Geisenheim und kriegsbedingtem Einsatz bei der Reichsluftwaffe studierte Helmut Becker, 1947 aus amerikanischer Gefangenschaft heimgekehrt, bis 1951 Biologie in Mainz. 1953 schrieb er seine Dissertation über die Reblaus und widmete sich anschließend an einem Forschungsinstitut in Neustadt an der Weinstraße mehr als 10 Jahre der Bekämpfung dieses Schädlings. Insoweit trug er wesentlich zum Wiederaufbau des nach dem Krieg desolaten Weinbaus in der südlichen Pfalz bei.
1964 kehrte Becker in seinen Heimatort zurück und übernahm dort die Leitung des Instituts für Rebenzüchtung an der Forschungsanstalt Geisenheim. Er löste hier Professor Heinrich Birk ab, der bereits ein anerkannter Rebenzüchter war; Becker wurde in den folgenden 26 Jahren seiner Tätigkeit am Institut bis zu seinem Lebensende noch bekannter als sein richtungsweisender Vorgänger. Neben seiner Arbeit zur Optimierung des Weinbaus mit den traditionellen Rebsorten experimentierte er mit der Entwicklung reblaus- und pilzresistenzer Neuzüchtungen, u.a. Ehrenbreitsteiner, Dakapo, Prinzipal, Rondo und Saphira.
Zusätzlich wurde er von 1971 bis 1975 Leiter des Fachbereichs Weinbau und Getränketechnologie an der Geisenheimer Fachhochschule.
Ab 1983 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität Bonn, die ihn 1986 zum Honorarprofessor ernannte. Für seine weltweit anerkannten Leistungen wurde er 1982 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Als renommierter Rebenzüchter hatte Becker weltweit Kontakte geknüpft, selbst hinter dem Eisernen Vorhang. Längere Forschungsreisen führten ihn zudem nach Australien und Neuseeland, wo er die Ergebnisse seiner Experimente vorstellte. Er half in diesem Zusammenhang auch bei der Kultivierung des Müller-Thurgau in Neuseeland und des Weißburgunders in Australien.
Sein früher Tod 1990 hinterließ bei der Forschungsanstalt in Geisenheim eine große Lücke, wie aus dem Nachruf in der Ausgabe Nr. 21/1990 der Schrift "Der deutsche Weinbau" hervorgeht.
Weblinks
- [http://www.geschichte-des-weines.de/personenAZ/becker_helmut.html Persönlichkeiten der Weinkultur] - Helmut Becker
Literatur
- Ambrosi-Becker,Der Deutsche Weinbau, München 1978
Becker, Helmut
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Kategorie:Önologe
Jakob BeckerJakob Becker ( - 15. März 1810 in Dittelsheim bei Worms; † 22. Dezember 1872 in Frankfurt am Main) war Maler, Radierer und Lithograph.
Leben
Eine erste Ausbildung erhielt Becker beim heute nicht mehr bekannten Maler Franz Nikolaus Jung in Worms. Mit 17 Jahren begann Becker in der Vogelschen Kunstanstalt in Frankfurt als Lithograph. Hier schuf er sein erstes großes Werk, eine präzise Darstellung des Rhein-Panoramas von Mainz bis Köln. Von 1833 bis 1841 besuchte Becker die Düsseldorfer Kunstakademie, seine Lehrer waren Johann Wilhelm Schirmer und Wilhelm von Schadow. 1842 wurde er Professor für Genre- und Landschaftsmalerei am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt.
Künstlerische Entwicklung
Nach seinen lithographischen Anfängen in Frankfurt widmete sich Becker in seiner Düsseldorfer Zeit erst der Landschaftsmalerei und ging dann zum historischen Fach über und lieferte einige Darstellungen aus dem alttestamentlichen Buch Tobias. Wenige romantische Versuche folgten. Danach erkannte er, dass die Genremalerei sein eigentliches Metier ist. Sein erstes bekannteres Genrebild war die für eine augenkranke Mutter betende Bauernfamilie. Seine im 19. Jahrhundert sehr populären Hauptwerke, die er in seiner Frankfurter Zeit schuf sind: die Märchenerzählerin, der Rekrutenabschied, der heimkehrende Krieger, die beiden Wildschützen, der Liebesantrag, die Schmollenden, Heimkehr vom Kirchgang, heimkehrende Schnitter, der vom Blitz erschlagene Schäfer (1844) (im Städel Frankfurt), Landleute auf dem Feld sehen ihr Dorf durch einen Blitz in Brand gesteckt (Neue Pinakothek München), die Begegnung. Meyers Konversationslexikon von 1890 urteilte über Beckers Stil: »Seine Zeichnung ist korrekt und bestimmt, die Farbe leidet aber an Schwere und Trockenheit.«
Sein Stil beeinflußte u. a. die Maler der Kronberger Malerkolonie. In Frankfurt war Becker auch als Porträtmaler gefragt und geschätzt. Einer seiner wirkungsstärksten Schüler war Heinrich Hasselhorst.
Nach Jakob Becker benannte Straßen
Sein Geburtsort Dittelsheim ehrt seinen berühmtesten Sohn mit einer Straße, die sich am Ortsausgang Richtung Gau-Odernheim in einem Neubaugebiet findet.
Literatur
- Wolfgang Metternich: Jakob Becker, der Lehrer der Kronberger Maler. Hrsg. von der Museumsgesellschaft Kronberg e.V. Frankfurt am Main (Kramer Verlag)1991 [diese Schrift erschien zur Jakob-Becker-Ausstellung der Kronberger Museumsgesellschaft vom 26. Januar bis 16. Februar 1991 in der Kronberger Receptur]
- Wolfgang Metternich: Der Maler Jakob Becker. Ein Frankfurter Lehrer und Wegbereiter im 19. Jahrhundert. Ausstellung im Firmenmuseum der Hoechst AG, Hoechster Schloss 17. März 1985 bis 20. April 1985. Frankfurt a. M. (Hoechst-AG) 1985
Weblinks
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Becker,Jakob
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Jupp BeckerJakob „Jupp“ Becker ( - 14. September 1909 in Rheinhausen; †1997) war ein Turn- und Sportlehrer und ist Träger des Bundesverdientskreuzes.
1946 wurde er als Turn- und Sportlehrer beim VfL Pinneberg sowie bei der Stadt Pinneberg im Vereins- und Schulsport tätig. Unter seiner erfolgreichen Mitarbeit wurde der VfL Pinneberg zum größten Verein in Schleswig-Holstein aufgebaut. Er organisierte in Pinneberg und Hamburg internationale Kunstturnkämpfe. Aufgrund seiner Verdienste wurde noch zu Lebzeiten eine Turnhalle in Pinneberg nach ihm benannt. Heute ist die „Jupp Becker Halle“ Austragungsort diverser Sportveranstaltungen aus dem Raum Schleswig-Holstein. Becker war auf Landesebene als auch auf Bundesebene für den Deutscher Turner-Bund als anerkannter Sportfachmann für das Kunstturnen tätig. Ihm wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Verheiratet war er mit Frau Edith, geb. Eichstädt. Aus der Ehe gingen zwei Söhne, Hans-Jürgen und Holger, hervor, die ebenfalls aktiv und erfolgreich im Kunstturnen und Handball waren.
Becker, Jakob
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Becker, Jakob
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Jörg BeckerJörg Becker ( - 27. Januar 1959 in Köln) ist einer der führenden deutschen Wirtschaftsinformatiker.
Leben
Becker studierte von 1977 bis 1982 an der Universität des Saarlandes. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWi), Universität des Saarlandes bei Prof. Dr. A.-W. Scheer.
Seit 1990 lehrt Becker an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seit 1995 ist daneben er geschäftsführender Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik, sowie seit 2004 des European Research Center for Information Systems.
Forschungsschwerpunkte
Beckers Forschungsschwerpunkt sind Informationsmanagement, Informationsmodellierung, Datenmanagement, Logistik, Handelsinformationssysteme, Strategisches IT-Management Beratung, eGovernment, Projekte mit Industrie-, Service- und Handels-Unternehmen. Insbesondere für letztere hat er das Modell des Handels-H entwickelt mit dessen Hilfe sich die Prozesse innerhalb eines solchen Unternehmens erstmals in geschlossener Form abbilden lassen.
Links
[http://www.wi.uni-muenster.de/is/organisation/becker/index.html Profil (LS Prof. Dr. Becker, Uni Münster)]
Becker, Jörg
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Becker, Jörg
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Münster (Westfalen)
Münster (plattdeutsch Mönster) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Münster und ein Oberzentrum des Bundeslands Nordrhein-Westfalen. Von 1815 bis 1945 war sie Hauptstadt der damaligen preußischen Provinz Westfalen. Die Stadt liegt zwischen Dortmund und Osnabrück im Zentrum des Münsterlandes und ist seit 1915 offiziell Großstadt. Derzeit leben in der Stadt an der Münsterschen Aa ca. 270.000 Einwohner (Stand Mai 2005), die fast 48.500 Studenten sind in dieser Zahl aber nur zum Teil enthalten, da viele von ihnen in Münster nur mit Nebenwohnsitz gemeldet sind.
Die Stadt gilt als Dienstleistungs- und Verwaltungsstandort und ist Sitz mehrerer Hochschulen. Wichtige Gerichte und Verwaltungseinrichtungen für das Land Nordrhein-Westfalen sind in Münster ansässig, darunter der Verfassungsgerichtshof und das Oberverwaltungsgericht. Die alte westfälische Provinzialhauptstadt ist Sitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Seit über 1200 Jahren hat das Bistum Münster, eines der ältesten Bistümer in Norddeutschland, mit seinem katholischen Bischof große Bedeutung weit über die Grenzen Westfalens hinaus.
Münster ist bekannt als Fahrradstadt sowie für seine historische Altstadt. Seit dem Gewinn des LivCom-Awards 2004 darf sich die Stadt offiziell lebenswerteste Stadt der Welt nennen.
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Geographie
LivCom-AwardPanorama - links stadtnahe Wohnviertel, über dem Grün des Schlossgartens sind die Türme der Innenstadtkirchen zu erkennen
Geographische Lage
LivCom-Award (Stadtmuseum Münster)]]
Münster liegt an der Münsterschen Aa, 15 km südlich ihrer Mündung in die Ems, in der von sandig-lehmigen Ablagerungen überdeckten Westfälischen Tieflandsbucht inmitten einer von Streusiedlungen und Einzelhöfen geprägten Landschaft, dem Münsterland. Der höchste Punkt ist der Mühlenberg mit 97 Metern über Normalnull, die Innenstadt liegt auf 60 Meter über Normalnull.
Die niederländische Stadt Enschede ist etwa 70 km entfernt. Weitere Großstädte in der näheren Umgebung sind Osnabrück, etwa 44 km nördlich, Dortmund, etwa 61 km südlich und Bielefeld, etwa 62 km östlich.
Münster ist einer der 42 deutschen Verdichtungsräume. Es gehört mit seiner im Vergleich zur Einwohnerzahl sehr großen Fläche zu den flächengrößten Städten Deutschlands. Darin sind jedoch größere unbebaute ländliche Gebiete der 1975 eingemeindeten Orte enthalten.
flächengrößten Städten Deutschlands
Außerdem ist das zusammenhängend bebaute Stadtgebiet flächenmäßig vergleichsweise groß, da die Bebauung niedriger ist als in anderen der Einwohnerzahl nach vergleichbaren Städten. Dies resultiert vor allem aus dem hohen Anteil an Einfamilienhäusern und Villen sowie der größtenteils nur zwei- bis dreistöckigen Mietshäuser. Hochhäuser gibt es nur vereinzelt, Mietskasernen findet man in Münster dagegen nicht. Auffällig ist gegenüber weiter südlich gelegenen deutschen Städten auch, dass die Häuser überwiegend in Backsteinbauweise errichtet wurden und zu einem hohen Anteil giebel- statt traufständig sind. Die Gesamtfläche des Stadtgebietes von 302,79 km² teilt sich auf in 87,92 km² bebaute Fläche, 160,58 km² Agrar- und Grünflächen, 8,47 km² Wasserflächen sowie 45,82 km² Waldflächen. Der Umfang beträgt dabei 107 km, die Ausdehnung von Norden nach Süden 24,4 km und von Westen nach Osten 20,6 km.
Klima
giebel
Zwar heißt es in Münster oft „Entweder es regnet oder es läuten die Glocken! Und wenn beides zusammen fällt, dann ist Sonntag“, tatsächlich aber entspricht die Niederschlagsmenge der Stadt mit ca. 700 mm pro Jahr etwa dem Durchschnitt in Deutschland. Der Eindruck einer besonders hohen Niederschlagsmenge wird insofern nicht durch die absolute Niederschlagsmenge, sondern vielmehr durch die überdurchschnittliche Niederschlagshäufigkeit mit allerdings meistens geringerer Niederschlagsmenge hervorgerufen. Die Durchschnittstemperatur beträgt knapp über 9 °C bei ca. 1.500 Sonnenstunden im Jahr.
Nachbargemeinden und Kreise
Die Stadt grenzt an folgende Städte und Gemeinden – sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Nordwesten: Altenberge und Greven (Kreis Steinfurt), Telgte, Everswinkel, Sendenhorst und Drensteinfurt (Kreis Warendorf), sowie Ascheberg, Senden und Havixbeck (Kreis Coesfeld).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Münsters ist gemäß § 1 der Hauptsatzung der Stadt in die sechs Stadtbezirke Mitte, Nord, Ost, West, Süd-Ost und Hiltrup gegliedert. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung mit jeweils 19 Mitgliedern, die bei jeder Kommunalwahl von der Bevölkerung des Stadtbezirks gewählt werden. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Gemäß der Hauptsatzung gliedern sich die einzelnen Stadtbezirke weiter auf in Wohnbereiche. Dieser offizielle Begriff wird jedoch sowohl im allgemeinen als auch im offiziellen Sprachgebrauch praktisch nicht verwendet. Stattdessen wird der Begriff des Stadtteils als Synonym für Wohnbereich benutzt.
Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen Stadtteilen und weiteren Wohnplätzen:
Bezirksvertretung
- Mitte:
- Kernbereich
- Nord:
- Coerde
- Kinderhaus
- Sprakel mit Sandrup
- Ost:
- Gelmer-Dyckburg, bestehend aus Mariendorf, Sudmühle und Gelmer mit Gittrup
- Handorf mit Kasewinkel, Kreuzbach, Laer, Dorbaum und Verth links der Ems und Werse
- Mauritz-Ost
- West:
- Albachten
- Gievenbeck
- Mecklenbeck
- Nienberge mit Häger, Schonebeck und Uhlenbrock
- Roxel mit Altenroxel und Oberort
- Sentrup
- Süd-Ost:
- Angelmodde mit Hofkamp
- Gremmendorf mit Loddenheide
- Wolbeck
- Hiltrup:
- Amelsbüren mit Sudhoff, Loevelingloh und Wilbrenning
- Berg Fidel
- Hiltrup
Der Kernbereich der Stadt kann in historisch gewachsene Stadtviertel unterteilt werden. Die Grenzen dieser Stadtviertel sind oftmals nicht genau definiert. Zu den Stadtvierteln gehören: Aaseestadt, Geistviertel, Hansaviertel, Kreuzviertel, Kuhviertel, Mauritzviertel, Pluggendorf, Rumphorst und Südviertel. Die Stadtteile der fünf Außenbezirke umfassen größtenteils die Gebiete der ehemals selbständigen Gemeinden, bevor sie im Laufe der Zeit nach Münster eingemeindet wurden.
Demografie
Hauptartikel mit mehr Themen zur Demografie, mit Tabellen und Diagrammen, siehe: Demografie der Stadt Münster
Münster hat ca. 270.000 Einwohner und mehr als 10.000 Menschen sind mit Nebenwohnsitz gemeldet. Ca. 9% der Einwohner sind Ausländer. Die Arbeitslosenquote betrug 10,8% im März 2005. Von den 130.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind über 80% im Dienstleistungssektor beschäftigt, 17% im produzierenden Gewerbe und nur 1% in der Landwirtschaft. Der Altersdurchschnitt liegt bei unter 36 Jahren und damit ist Münsters Bevölkerung durchschnittlich vier Jahre jünger als der Bundesdurchschnitt. Die Lebenserwartung liegt in Münster für Männer bei 76,3 Jahre, für Frauen bei 83,1 Jahre. Dies ist die höchste Lebenserwartung innerhalb aller deutschen Städte.
Geschichte
Lebenserwartung
Stadtgeschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Münster
Schätzungsweise seit dem 6. Jahrhundert lag im Bereich des Domplatzes die kleine sächsische Siedlung Mimigernaford. Im Jahre 793 gründete der friesische Missionar Liudger an der Furt über die Münstersche Aa ein Kloster (lateinisch: monasterium), das der sich hier entwickelnden Stadt ihren Namen gab. Im Jahre 805 wurde er zum ersten Bischof von Münster ernannt und die Bauarbeiten zum ersten Dom wurden aufgenommen.
Aufgrund der zunehmenden Bevölkerung erhielt Münster im Jahre 1170 das Stadtrecht. In diesen Zeitraum fällt auch der Bau der Stadtbefestigung. Die Stadtmauer war ca. 4 km lang und wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts durch weitere Befestigungsanlagen verstärkt. Zu dieser Zeit war Münster die flächengrößte Stadt Westfalens.
Zwischen 1358 und 1454 erlangte Münster als Mitglied und ab 1494 als Vorort der Hanse in Westfalen eine große Bedeutung. Davon zeugt beispielsweise der Prinzipalmarkt, dessen prächtige Kaufmannshäuser aus dieser Epoche stammen.
Prinzipalmarkt
1534 begann die dramatische Episode der Täuferherrschaft. Sie gipfelte in der Proklamation des Königreichs Zion am 4. April 1535 durch Jan van Leyden mit sich selbst als König. Dieses Königreich hatte jedoch nur bis zum 24. Juni 1535 Bestand, als Truppen des Bischofs Franz von Waldeck die belagerte Stadt einnahmen. Die auf grausame Weise gefolterten und hingerichteten Wiedertäufer wurden anschließend in Käfigen an der Lambertikirche zur Abschreckung aufgehängt. Die Originale der Käfige hängen dort noch immer.
Am 24. Oktober 1648 wurde im Friedenssaal des Rathauses Münster der Westfälische Friede geschlossen, mit welchem der Dreißigjährige Krieg beendet wurde. Gleichzeitig erreichte der Kampf um die Unabhängigkeit der Stadt ihren Höhepunkt. Er gipfelte in dem Versuch, Münster in den Stand einer Freien Reichsstadt zu erheben. Damit war jedoch der Konflikt des Bürgertums mit dem kirchlichen Landesherrn vorprogrammiert. Er resultierte in der offenen Konfrontation mit Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, der 1661 nach achtmonatiger Belagerung die Stadt einnahm und ihr zeitweise sämtliche Rechte entzog.
1661
Nach dem Tode des letzten Fürstbischofs im Jahre 1801 wurde die Stadt ein Jahr später durch den preußischen General Gebhard Leberecht von Blücher besetzt. Diese Maßnahme wurde erst 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss legitimiert, bevor im Jahre 1806 Truppen Napoléons die Stadt einnahmen und besetzten. Erst im Jahre 1813 wurden die Franzosen durch preußische und russische Truppen aus der Stadt vertrieben. Seit der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress gehörte Münster ab 1815 offiziell zum Königreich Preußen und war Provinzialhauptstadt der neu gegründeten Provinz Westfalen.
Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Eingemeindungen kleinerer Umlandgemeinden überstieg die Einwohnerzahl im Jahre 1915 die Marke von 100.000 Einwohner und Münster wurde zur Großstadt. Zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde – wie in der Hauptstadt Berlin – am 9. November 1918 auf dem Hindenburgplatz die Republik ausgerufen. Der kurze Zeit später eingesetzte Soldatenrat wurde erst einige Monate später im Februar 1919 durch General von Watter entmachtet.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Münster Sitz der Gauleitung vom Gau Westfalen sowie der „Ordnungspolizei“, unter deren Leitung ca. 200.000 „Ordnungskräfte“ am Massenmord von Juden, Sinti, Roma und anderen Gruppen beteiligt waren. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs gehörte Münster zu den am stärksten zerstörten Städten Deutschlands. Etwa 91% der Altstadt und 63% der gesamten Stadt wurden durch alliierte Bombenangriffe zerstört. Auf Drängen der Bevölkerung wurde das historische Gesamtbild der Stadt in den 1950er-Jahren im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Großstädten wiederhergestellt.
Am 18. Juni 1990 trafen sich Hans-Dietrich Genscher und Eduard Schewardnadse in Münster im historischen Rathaus, um die Zwei plus Vier Gespräche vorzubereiten, die den Weg zur Wiedervereinigung ebneten. Dabei bereiteten die Münsteraner den Politikern auf dem Prinzipalmarkt einen stürmischen Empfang, der Schewardnadse sichtlich rührte.
Eingemeindungen
Prinzipalmarkt]
1816 war das 1,89 km² große Münster mit 7983 Menschen pro km² die
am dichtesten besiedelte Stadt Westfalens. Auf dem Wege von der mittelalterlichen Stadt zu einer modernen Großstadt erlebte die Stadt mehrere Eingemeindungen:
Religionen und Weltanschauungen
Christentum
Nachdem der Friese Liudger 793 das Kloster als Sitz der fränkischen Missionierung der Sachsen und Friesen gegründet hatte, wurde er am 30. März 805 zum Bischof geweiht. Das Bistum erstreckte sich von der Lippe entlang der Ems bis nach Friesland und war seit 798 als Suffragan der Kirchenprovinz Köln unterstellt. Es wurde 1120 nach der Zerschlagung des Herzogtums Sachsen zu einem Fürstbistum innerhalb des Heiligen Römischen Reichs erhoben. Das Hochstift Münster, bestehend aus dem Oberstift Münster und dem Niederstift Münster, war das größte Fürstbistum des Reiches und fiel infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an das protestantische Preußen. Eine starke katholische Ausprägung ist auch Grund dafür, dass die Reformation, anders als im größten Teil des übrigen nördlichen Deutschlands, kaum Fuß fassen konnte. Zwar gab es ab 1524 reformatorische Predigten und auch Gewaltakte gegen Klöster, doch scheiterte die Einführung der Reformation 1543 am Widerstand des Domkapitels und der Ritterschaft und sie wurde ab 1589 durch die Jesuiten nahezu vollständig verdrängt (Rekatholisierung). Geringe reformatorische Tendenzen im 17. Jahrhundert blieben erfolglos. Dennoch gab es in jener Zeit ein paar Protestanten in der Stadt, die eigene Gildemeister hatten, bis sich die Rekatholisierung durch Fürstbischof von Galen ab 1650 vollständig durchsetzte. Münster blieb somit ein bedeutendes geistliches Zentrum des Katholizismus, was auch im Stadtbild an der im Verhältnis zur Größe der Stadt auffällig großen Anzahl katholischer Kirchen erkennbar ist. 1821 wurde das heutige Bistum Münster neu umschrieben. 1825 wurde das Stadtdekanat Münster errichtet, das heute aus den Dekanaten Hiltrup, Lamberti, Liebfrauen und Mauritz besteht und zu dem nahezu alle Pfarrgemeinden der Stadt Münster gehören. Lediglich die Pfarrgemeinden St. Paulus- Dom und St. Peter sind keinem der vier Dekanate zugeordnet. Im Jahr 2005 gehören noch etwa 55% der Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Münster der römisch-katholischen Kirche an, knapp 20% sind evangelisch.
Seit Anfang des 19. Jahrhundert wurden auch Protestanten geduldet. 1803 konnte die erste protestantische Kirchengemeinde gegründet werden, deren Mitgliederzahl im Jahr 1817 jedoch nur 534 betrug. Die Stadt wurde 1816 auch Sitz der Kirchenverwaltung (Konsistorium) für die gesamte Provinz Westfalen innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen sowie Sitz eines Superintendenten. In den folgenden Jahrzehnten und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der Anteil der Protestanten durch Zuzug der häufig evangelischen Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten sowie der mehrheitlich evangelischen Spätaussiedler stark erhöht und so entstanden weitere Kirchengemeinden. Aus der früheren Superintendentur wurde der heutige Kirchenkreis Münster, zu dem 26 Kirchengemeinden der Stadt Münster und einiger Nachbargemeinden gehören. Die Kirchenverwaltung der Provinz Westfalen (seit 1. Dezember 1953 Evangelische Kirche von Westfalen) zog jedoch 1956 nach Bielefeld um (Einweihung des neuen Kirchenamtes am 26. April 1956).
Neben den beiden großen christlichen Kirchen bestehen in Münster auch noch Gemeinden verschiedener Freikirchen, darunter eine Freie evangelische Gemeinde (FeG), eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und Methodisten. Auch die Altkatholische Kirche und die Neuapostolische Kirche sind in Münster vertreten.
Judentum
Judentum
Nach den Chroniken der Stadt Münster existierte bereits im 12. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde in Münster. Sie ist damit eine der Ältesten im Nordwesten von Deutschland. Ihr Zentrum befand sich am Ort des heutigen Rathausinnenhofs, ihr Friedhof am Ort des heutigen Paulinum-Gynmasiums. Bei den ältesten noch erhaltenen Funden jüdischer Kultur handelt es sich um mehrere jüdische Grabsteine, die im Jahre 1887 bei Bauarbeiten am Turm der Lambertikirche entdeckt wurden und dort im Mauerwerk eingelassen waren. Das älteste davon noch erhaltene Fragment trägt nach gregorianischem Kalender das Datum 18. Juli 1324. Während der Zeit des schwarzen Todes in Europa um 1350 fielen die jüdische Gemeinde und ihr Friedhof Pogromen zum Opfer. Dies erklärt auch den Fund der Grabsteine im Mauerwerk der Lambertikirche. Danach existierte bis ins 19. Jahrhundert hinein keine jüdische Gemeinde mehr in Münster. Allenfalls wurden Juden der Aufenthalt in der Stadt zeitlich befristet gestattet.
Anzeichen für den Neubeginn des Judentums in Münster lassen sich für den Anfang des 19. Jahrhunderts finden, denn im Jahre 1811 wurde ein neuer jüdischer Friedhof in Münster angelegt. Im Jahre 1830 entstand die erste Synagoge seit dem Mittelalter in der Stadt, die um 1870 für die anwachsende Gemeinde mit ihren fast 400 Mitgliedern zu klein wurde. Eine neu errichtete, größere und prächtige Synagoge wurde am 27./28. August 1880 eingeweiht. Die Gemeinde wollte einen Bau errichten, „welcher der Provinzialhauptstadt zur Zierde gereichen und (...) einen monumentalen Wert“ haben sollte. Sie erhoffte sich damit das Interesse der städtischen Behörden und der Bürger zu wecken. Allerdings blieben sowohl der Regierungspräsident als auch der Oberbürgermeister der Einweihungszeremonie fern. Die örtliche Presse erwähnte die Einweihung mit einer vierzeiligen Notiz.
Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es wie überall in Deutschland auch in Münster zu Pogromen, Vertreibungen und Ermordungen von jüdischen Einwohnern, wodurch deren Anteil an der Bevölkerung stark zurückging. Während der Reichspogromnacht 1938 wurde zudem am frühen Morgen des 10. November die Synagoge in Brand gesetzt und zerstört, jedoch 1961 durch einen Neubau ersetzt, der am 12. März 1961 eröffnet wurde. Von den im Jahre 1933 ursprünglich 708 Angehörigen der jüdischen Gemeinde wurden 298 Menschen in Konzentrationslager deportiert, von denen nur 24 überlebten. Insgesamt 280 jüdische Bürger verließen Münster und emigrierten ins Ausland, sieben begingen Selbstmord und vier überlebten den Nationalsozialismus in Münster im Untergrund. Abzüglich der 77 Personen, die in diesem Zeitraum eines natürlichen Todes starben, verbleiben 42 Menschen, deren Schicksal ungeklärt geblieben ist. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus ist jüdische Gemeinde nicht zuletzt durch den Zuzug von jüdischen Flüchtlingen aus der ehemaligen Sowjetunion wieder angewachsen und umfasst ca. 800 Gläubige.
Islam
Die mehrheitlich muslimischen Einwanderer gehören mehreren kleineren Gemeinden verschiedener, meist sunnitischer Richtungen an. Da der Ausländeranteil in Münster, anders als in Ballungsgebieten, nur etwa dem deutschen Durchschnitt entspricht, ist der Islam im Stadtbild Münsters insgesamt kaum präsent. In der Innenstadt gibt es keine große Moschee. Im eingemeindeten Ort Hiltrup wurde jedoch Anfang 2003 die Bait-ul-Momin-Moschee als größte im heutigen Stadtgebiet feierlich in Anwesenheit von vielen Persönlichkeiten der Politik, Kirchen und einfachen Bürgern eröffnet. Sie steht im Gewerbegebiet an der Hansestraße. Somit haben die Muslime in diesem Ortsteil ein repräsentatives Gotteshaus.
Die Bait-ul-Momin-Moschee wurde von der Ahmadiyya-Muslim-Jamaat gebaut. Hierbei handelt es sich um eine islamische Gemeinschaft, deren Gründer sich als der verheißene Messias betrachtete, und die von den Sunniten nicht als Muslime anerkannt werden.
Auch verschiedene Sufi-Orden, die allgemein als Vertreter eines mystischen Islam angesehen werden, finden sich in Münster. So zum Beispiel der Orden der Tariqah Burhaniya, dessen Begegnungszentrum an der Schnorrenburg in der Nähe der Piusalle liegt.
Andere Religionen und Konfessionslose
Der Anteil der Gläubigen anderer Religionen ist in Münster gering. Infolge der Austritte aus den christlichen Kirchen wächst der früher wegen der katholischen Tradition der Stadt sehr niedrige Anteil konfessionsloser Einwohnerinnen und Einwohner.
Politik
konfessionsloser]
Für die geschichtliche Entwicklung siehe auch: Geschichte der städtischen Selbstverwaltung
Organe der Stadtverwaltung
Die Stadt Münster wird regiert von einem Rat der Stadt sowie einem Oberbürgermeister, der zugleich Vorsitzender des Rates ist. Der Rat besteht seit der Kommunalwahl im Jahre 2004 aus 74 Mitgliedern, von denen 33 direkt in den Wahlbezirken und 41 über die Parteilisten gewählt wurden. Er ist für die Angelegenheiten der Stadt zuständig, sofern die Gemeindeordnung im Einzelfall nichts anderes bestimmt. Zu Beginn einer Amtsperiode wählen die Mitglieder des Rates aus ihrer Mitte Bürgermeister als ehrenamtliche Stellvertreter für die Leitung der Sitzungen und Repräsentation der Stadt.
Der Oberbürgermeister ist der Repräsentant der Stadt und Leiter der Verwaltung. Er ist der Vorsitzende des Stadtrates und besitzt dort auch Stimmrecht, ohne jedoch ein Mitglied des Rates zu sein. Daneben besitzt er Stimmrechte im Haupt- sowie Finanzausschuss. Der Oberbürgermeister lädt auch zu Ratssitzungen ein und stellt die Tagesordnung auf. Im äußersten Fall kann er gegen Ratsbeschlüsse Widerspruch einlegen, sofern er dadurch das Wohl der Stadt gefährdet sieht. Die letzte Entscheidung über den Beschluss liegt jedoch nicht bei ihm, sondern beim Rat der Stadt. Zu den weiteren Aufgaben, Rechten und Pflichten des Oberbürgermeisters gehören u.a. die Abwicklung des Tagesgeschäftes innerhalb der Verwaltung, die Beschlüsse der politischen Gremien vorzubereiten bzw. bereits gefasste Beschlüsse auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen und auszuführen, sowie in dringen Fällen zusammen mit einem Ratsmitglied eine Dringlichkeitsentscheidung zu treffen.
Über die Angelegenheiten innerhalb eines Stadtbezirks entscheidet die Bezirksvertretung, beispielsweise die Unterhaltung und Ausstattung der Schulen, Sportplätze oder Park- und Grünanlagen. An der Spitze einer jeden Bezirksvertretung steht der Bezirksvorsteher, der zu Beginn der Amtszeit aus den Mitgliedern der Bezirksvertretung gewählt wird.
Die drei genannten Organe werden alle fünf Jahre von den Bürgern der Stadt, d.h. den wahlberechtigten Einwohnern, im Rahmen der Kommunalwahl gewählt. Die Wahl des Oberbürgermeisters erfolgt direkt. Sie endete am 10. Oktober 2004 in einer Stichwahl. Dabei unterlag Herausforderer Christoph Strässer, SPD (46,2%) dem Amtsinhaber Dr. Berthold Tillmann, CDU (53,8%). Weitere Bürgermeister/innen sind Karin Reismann (CDU), Beate Vilhjalmsson (SPD) und Günter Schulze Blasum (CDU).
Rat der Stadt
Der Rat der Stadt Münster hat seit der Kommunalwahl 2004 insgesamt 74 Mitglieder, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:
Prominentestes Ratsmitglied ist Carola Möllemann-Appelhoff (FDP), die Witwe des verstorbenen FDP-Politikers Jürgen Möllemann.
Bundestagsabgeordnete
Für Münster sitzen im 16. Deutschen Bundestag die selben Abgeordneten wie auch schon in der 15. Legislaturperiode.
Dies sind neben Christoph Strässer (SPD), der sowohl 2002 als auch 2005 das Direktmandat des Wahlkreises 130 gewann, Ruprecht Polenz (CDU), Winfried Nachtwei (Bündnis 90/Die Grünen) und Daniel Bahr (FDP), eingezogen über die jeweilige Landesliste.
Die Duelle zwischen Strässer und Polenz waren beide Male sehr knapp, 2002 lagen 0,9 Prozentpunkte zwischen den Kandidaten, 2005 nur noch 0,32.
Mit vier Bundestagsabgeordneten aus einem Wahlkreis stellt Münster eine Ausnahme dar, 2002 gelang ein solches Ergebnis nur zwei weiteren Wahlkreisen.
Wappen
Landesliste
Das erste Siegel der Stadt ist nachweisbar um das Jahr 1250. Im Mittelalter zeigte das große Stadtsiegel eine stilisierte Stadt mit Mauern und Türmen. Der Siegelstempel wurde im Jahre 1534 von den Täufern vernichtet. Nach der Niederlage der Täufer und der Übernahme der Stadt durch den Fürstbischof wurde ein neues Siegel in Gebrauch genommen, welches dem alten sehr ähnlich war, jedoch das fürstbischöfliche Balkenwappen enthielt. Dieses Wappen in Gold-Rot-Gold ist um 1300 als Wappen des Stifts Münster nachgewiesen, deren erste Träger Konrad von Berg 1309 und Ludwig von Hessen 1310 waren.
Das heutige Wappen der Stadt Münster zeigt einen von Gold, Rot und Silber geteilten Schild. Es ist eine Abwandlung des Stiftswappens des Bistums (Gold-Rot-Gold). Andere Quellen sprechen auch von einer Kombination mit dem Wappen der Hanse (Rot und Silber). Die älteste bekannte Darstellung stammt aus dem Jahre 1368, zu sehen auf einer Urkunde des Antoniushospitals. Der Siegelstempel, mit dem diese Urkunde erstellt wurde, soll ca. 50 Jahre älter gewesen sein und zur Zeit der Gründung des Hospitals entstanden sein, wahrscheinlich vor 1320. Die erste farbige Abbildung des Stadtwappens ist aus dem 15. Jahrhundert überliefert. Gelegentlich sieht man auch noch eine Version, in der das goldene Feld gepunktet und der rote Balken senkrecht schraffiert ist. Dies war ein System aus der Zeit bevor Farbdruck möglich war.
In der Schmuckfassung, die unter anderem den Briefkopf des Oberbürgermeisters ziert, wird der Schild von zwei aufrecht stehenden Löwen gehalten, deren Köpfe dem Schild zugewandt sind. Ihre Zungen und Krallen sind rot. Über dem Schild befindet sich ein blauer Helm und dessen fächerförmige Helmzier wiederholt die Stadtfarben. Es sind 17 Spitzen des Fächers vorgeschrieben. Schild und Helm werden von Decken in Gold und Rot umrahmt. Diese Form wurde 1928 festgelegt.
1928
Bis hinein ins 16. Jahrhundert waren statt Löwen teilweise auch Greifen abgebildet. In anderen Darstellungen hielt nur ein Löwe den Schild, dessen Kopf dem Betrachter zugewandt war. Beide Arten lassen sich an Fassaden der Häuser auf dem Prinzipalmarkt entdecken. So ist am historischen Rathaus die Version mit einem Greif zu sehen, der das Wappen als Schild hält.
Städtepartnerschaften
historischen Rathaus
Münster unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- 25px York in Großbritannien seit 1958
- 25px Orléans in Frankreich, seit 1960
- 25px Kristiansand in Norwegen, seit 1967
- 25px Monastir in Tunesien, seit 1969
- 25px Rishon-Le-Zion in Israel, seit 1981
- 25px Fresno in den USA, seit 1986
- 25px Rjasan in Russland, seit 1989
- 25px Mühlhausen in Thüringen, seit 1990
- 25px Lublin in Polen, seit 1991
Die Stadt Muenster in Texas wurde nach der Westfalenmetropole benannt.
Nach dem Tsunami Weihnachten 2004 in Asien wurde deutschen Städten empfohlen, sich eine Stadt/Region in den betroffenen Gebieten zu suchen, die ungefähr der Größe der deutschen Stadt entspricht und ihre Hilfe auf diese eine Stadt zu konzentrieren. Die Stadt Münster und ihre Umgebung wählten daraufhin die indonesische Insel Nias. Bis zum August 2005 konnten so über 650.000 Euro an Spenden gesammelt werden, mit denen unter anderem Boote für die Fischer auf Nias bezahlt wurden, um die Eigenversorgung der Insel mit Nahrungsmitteln zu fördern.
Oberbürgermeister seit 1824
- [1] Münster bleibt 28 Monate ohne Oberbürgermeister. Ausgelöst durch Diskussionen in der Frankfurter Nationalversammlung um die Art der Anstellung der Bürgermeister entschied die Stadtverordnetenversammlung die vorläufige Aussetzung der Oberbürgermeisterwahl.
- [2] Am 23. Oktober 1850 zum „Ersten Bürgermeister“ gewählt, wurde von Olfers der Titel „Oberbürgermeister“ am 7. Juni 1851 von Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, verliehen.
Oberstadtdirektoren 1946 bis 1997
In den Jahren von 1946 bis 1997 existierte im Rahmen der politischen Doppelspitze neben dem Amt des Oberbürgermeisters noch das Amt des Oberstadtdirektors als Leiter der Stadtverwaltung. Folgende Personen bekleideten dieses Amt:
- 1946–1952: Dr. Joseph Ludwig Karl Magnus Zuhorn, CDU
- 1952–1973: Heinrich Austermann, CDU
- 1973–1989: Dr. Hermann Fechtrup, CDU
- 1989–1997: Dr. Tilmann Pünder, CDU
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Münsters größte Arbeitgeber waren nie Wirtschaftsbetriebe, sondern seit jeher die Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen der Stadt, u.a. die Universität, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Bezirksregierung. Aus diesem Grund wird Münster vielfach auch als „der Schreibtisch Westfalens“ tituliert. Ferner ist Münster im Vergleich zu anderen etwa gleich großen Städten als Kaufmannsstadt überdurchschnittlich bedeutsam. Neben diesen Wirtschaftszweigen spielt jedoch auch die traditionelle Landwirtschaft – insbesondere in Teilen der eingemeindeten Orte – weiterhin eine wichtige Rolle.
Große Industrieunternehmen sind daher in Münster selten. Erwähnenswert sind die BASF Coatings AG, die Lacksparte von BASF, die im Stadtteil Hiltrup über 2000 Menschen beschäftigt, die Brillux Lacke- und Farbenwerke, sowie die Westfalen AG, ein Tankstellenbetreiber und führender Flüssiggas-Versorger in Deutschland.
Hiltrup
Weit bedeutender ausgebaut ist in Münster der Sektor Finanzdienstleistung. So ist die Stadt u.a. Sitz der Provinzial-Versicherungen, der LVM Versicherungen (Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G.), der Westdeutschen Landesbausparkasse sowie (neben Düsseldorf) Hauptsitz der WestLB und NRW.BANK.
Als weitere Dienstleister haben ihren Sitz in Münster die Westdeutsche Lotterie GmbH, der zweitgrößte deutschsprachige Internetbuchhändler buch.de, sowie die Multiplex-Kinokette Cineplex. Ebenso ansässig sind die Rechenzentren der Volks- und Raiffeisenbanken für den norddeutschen Raum, die GAD eg, und der westfälischen Sparkassen, die Sparkassen Informatik. Mit insgesamt 28 Call-Centern ist Münster der größte Standort für Telefonmarketing und -umfragen in Nordrhein-Westfalen. Der deutsche Sitz des größten Rechtdatenbank-Anbieters, LexisNexis befindet sich ebenfalls mit über 300 Mitarbeitern in Münster.
LexisNexis
In der Bio- und Nanotechnologie nimmt Münster eine führende Stellung ein. Der Grund hierfür sind u.a. die enge Zusammenarbeit mit der Universität und die vielfältigen Möglichkeiten für Unternehmen, sich in Münster anzusiedeln. So gibt es neben dem 10.000 m² großen Technologiehof auch das nördlich des Biotech-Campus der Westfälischen Wilhelms-Universität auf 66.000 m² angesiedelte Centrum für Nanotechnologie, kurz CeNTech. Beispiele für Nano- und Biotechnologiefirmen in Münster sind die General Electric Healthcare Technologies im Bereich Radiopharmazie für Positronen-Emissions-Tomographie oder die Cilian AG, eine Ausgründung der Zoologie der Universität, die sich mit Mikroorganismen beschäftigt, den Ciliaten. Zur weiteren Stärkung des in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Sektors haben sich die Hochschulen, Transfereinrichtungen und Sponsoren, Unternehmen und Forschungszentren im Verein bioanalytik-muenster zusammengeschlossen.
Insgesamt wurde in Münster zum Ende des Jahres 2002 ein Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen von knapp 9,87 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einen Anstieg von über 16% seit dem Jahr 1996 darstellt. Pro Kopf liegt die Wirtschaftsleistung somit im Durchschnitt bei ca. 36.500 Euro. Münster ist damit einer der wirtschaftsstärksten Standorte in Nordrhein-Westfalen, was auch die im Vergleich zu anderen Städten geringe Arbeitslosenzahl zwischen 10% und 11% erklärt.
Bildung und Forschung
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