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Bedecktsamer

Bedecktsamer

Die Bedecktsamer (Magnoliophyta; ehem. Angiospermae), manchmal auch im engeren Sinne als Blütenpflanzen (ehem. Phanerogamen) bezeichnet, bilden die größte und die am besten erforschte Abteilung der Samenpflanzen (Spermatophyta). Ihre Samenanlage ist von einem Fruchtknoten umhüllt; zu deren Entstehen im Verlauf der Stammesgeschichte siehe: Generationswechsel. Sie werden außerdem durch ihre Blüten unterschieden. Es gibt jedoch noch weitere Unterscheidungsmerkmale (Leitungsbahnen, chemische Bestandteile, Befruchtungsmechanismen und Stoffwechsel), welche die Blütenpflanzen als eine einheitliche Gruppe erscheinen lassen. Die Bedecktsamer sind die dominante Pflanzengruppe in vielen Ökosystemen und weltweit die Pflanzengruppe mit den meisten Arten. Fast alle für den Menschen essbaren Pflanzen sind Bedecktsamer - zu den wenigen Ausnahmen gehören zum Beispiel Wacholderbeeren, Pinienkerne und manche Farn-Arten.

Systematik

Die 200.000 bis 300.000 bekannten Bedecktsamer sind in etwa 600 Familien gruppiert, die traditionell in die zwei Klassen der Einkeimblättrigen (Liliopsida) und der Zweikeimblättrigen (Magnoliopsida) unterteilt werden. Die letzte Klasse der Zweikeimblättrigen wird auf Grund moderner molekularer Untersuchungen zweigeteilt, in die Klasse der Einfurchenpollen-Zweikeimblättrigen (Magnoliopsida neuer Fassung) und die Klasse der Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrigen (Rosopsida). Es gibt unterschiedliche Schemata zur systematischen Anordnung der Bedecktsamer. Die in der Wikipedia gebräuchliche Systematik ist die Systematik der Bedecktsamer. Eine gebräuchliche, aber nicht phylogenetisch orientierte Systematik ist die von Armen Takhtajan (Armen Takhtajan, Diversity and Classification of Flowering Plants, 1997). Sie ist als Dokument zu finden unter
- Systematik der Bedecktsamer nach Takhtajan. In Deutschland gebräuchlich und daher nicht alle, sondern in erster Linie in Mitteleuropa heimischen Pflanzen umfassend ist die
- Systematik der bedecktsamigen Pflanzen nach Schmeil-Fitschen. Eine auf phylogenetischen Prinzipien aufgebaute Systematik ist die
- Systematik der Bedecktsamer nach APG Andere wichtige Systeme sind die von Arthur Cronquist (Arthur Cronquist. 1988. The Evolution and Classification of Flowering Plants) und Robert F. Thorne (Robert F. Thorne. 1992. Classification and Geography of Flowering Plants. Botanical Review 58: 225-348).

Weblinks


- [http://www.csdl.tamu.edu/FLORA/newgate/cronang.htm Übersicht über die verschiedenen Klassifikationssysteme] (auf Englisch)
- [http://delta-intkey.com/angio/ L. Watson and M.J. Dallwitz (1992 onwards). The families of flowering plants: descriptions, illustrations, identification, information retrieval.] http://delta-intkey.com
- [http://www.uni-graz.at/~scheuer/Morphol-4.html Der Bau der bedecktsamigen Blütenpflanzen] ! ja:被子植物門 ko:속씨식물 ms:Angiosperm

Abteilung (Biologie)

Die Abteilung, Fachausdruck: Divisio, ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik der Botanik, Mykologie und Mikrobiologie. Sie wird weiter aufgeteilt in Unterabteilungen. Sowohl Pflanzen als auch Pilze werden in Abteilungen gegliedert. Die Abteilung steht als Taxon zwischen Reich und Klasse. In der Zoologie heißt das entsprechende Taxon Stamm oder Phylum. In einigen wenigen zoologischen Systematiken wird der Ausdruck Abteilung auch als Taxon zwischen Reich (Regnum) und Stamm (Phylum) verwendet, beispielsweise zur Abgrenzung der Bilateria innerhalb der Vielzeller (Metazoa). Kategorie:Taxonomie th:ส่วน (ชีววิทยา)

Same (Pflanze)

Ein Same (v. althochdeutsch: samo) ist die Diaspore der Samenpflanzen (Spermatophyta). Er besteht aus einer Samenschale (Testa), dem Embryo und häufig noch einem Nährgewebe (Endosperm oder Perisperm). Der Same enthält damit alle Anlagen, um unter günstigen Keimungsbedingungen zu einer neuen Pflanze heranzuwachsen. Samen entstehen, nachdem eine in den Samenanlagen sitzende Eizelle durch eine generative Zelle eines Pollenkorns befruchtet wurde. Aus der befruchteten Eizelle (Zygote) entsteht durch mitotische Zellteilungen ein pflanzlicher Embryo, der aber nicht weiterwächst, sondern durch teilweise Austrocknung in einer Art vorläufigen Wartestellung gehalten wird. Dabei gibt es bedeutende Detailunterschiede zwischen
- Nacktsamern (Gymnospermae): Der Same liegt frei und ist nicht von einer Fruchtwand (Perikarp) umschlossen.
- Bedecktsamern (Angiospermae): Der Same liegt im Fruchtknoten (Pistill) und ist demnach von einer Fruchtwand umschlossen. Unter geeigneten Bedingungen kommt der Same zur Keimung. Der Gärtner oder Landwirt spricht nicht von Samen, sondern von Saat oder Saatgut.

Literatur


- Ulrich Kull: Über die Größe von Pflanzensamen. Naturwissenschaftliche Rundschau 58(11), S. 601 - 602 (2005), ISSN 0028-1050 Kategorie:Pflanzenmorphologie ja:種子 ko:씨 simple:Seed

Fruchtknoten

Als Fruchtknoten bezeichnet man in der Botanik den bauchigen Teil des Stempels, in dem sich die Samenanlage mit den Eizellen befindet. Nach der Befruchtung der Eizelle durch den generativen Zellkern des Pollenschlauchs entwickelt sich in der Samenanlage des Fruchtknotens der Pflanzenembryo, der im Samen eingeschlossen ist. Aus der Fruchtknotenwand entwickelt sich oft bei der Reifung der Frucht das Fruchtfleisch, wie zum Beispiel bei der Kirsche. ---- right Man unterscheidet je nach Lage des Fruchtknotens im Blütenboden drei Formen:
- Beim oberständigen Fruchtknoten setzen die Kelchblätter unterhalb des Fruchtknotens an. right
- Beim halbunterständigen Fruchtknoten setzen die Kelchblätter auf der halben Höhe des Fruchtknotens an. right
- Beim unterständigen Fruchtknoten setzen die Kelchblätter oberhalb des Fruchtknotens an. Kategorie:Pflanzenmorphologie

Generationswechsel

Als Generationswechsel bezeichnet man in der Biologie eine Form der Fortpflanzung, bei der die unterschiedlichen Möglichkeiten der Fortpflanzung (die geschlechtliche und die ungeschlechtliche) auf unterschiedliche Generationen verteilt sind. Hierbei gibt es zwei Varianten: # Bei der Metagenese (= metagenetischer Generationswechsel) folgt auf die geschlechtliche Fortpflanzung eine ungeschlechtliche Fortpflanzung, der wiederum eine Generation mit geschlechtlicher Fortpflanzung folgt. # Bei der Heterogonie (= heterogoner Generationswechsel) wechselt sich eine sich bisexuell fortpflanzende Generation mit einer oder mehreren sich unisexuell (das heißt: parthenogenetisch) fortpflanzenden Generation ab. Der Wechsel zwischen einer haploiden und einer diploiden Generation wird in der Fachsprache der Biologen heterophasisch genannt (= heterophasischer Generationswechsel); gibt es keinen solchen Wechsel der Ploidie, spricht man von einem homophasischen Generationswechsel. Unterscheiden sich die Generationen in ihrem äußeren Aussehen, so wird dies als heteromorpher Generationswechsel bezeichnet - im Unterschied zum isomorphen Generationswechsel, bei dem die Generationen äußerlich gleich aussehen oder einander zumindest zum verwechseln ähnlich sind. Der Generationswechsel ist ein bei vielen Protisten, bei Moosen, Farnen und Samenpflanzen, aber auch bei Nesseltieren und Tunicaten vorkommendes Phänomen. Er vereint die Vorteile beider Fortpflanzungsarten in sich: Die sich ungeschlechtlich vermehrende Generation kann eine große Anzahl von Nachkommen erzeugen, ohne dafür einen Sexualpartner zu benötigen. Die sich geschlechtlich vermehrende Generation sorgt für eine Durchmischung des Genpools.

Beispiele für die Metagenese


- Farne produzieren (häufig auf der Unterseite der Farnwedel) auf ungeschlechtliche Weise Milliarden von Sporen, die zu einem nur einige Millimeter großen Prothallium heranwachsen. Erst diese vom Laien kaum je wahrgenommene Generation vermehrt sich geschlechtlich und erzeugt wiederum die jedem bekannte, "normale Farnpflanze". Farne besitzen also einen heteromorphen und heterophasischen Generationswechsel. siehe auch: Sporophyt und Gametophyt sowie (für Rotalgen) Tetrasporophyt
- Moose sind im Gegensatz zu Farnen dadurch charakterisiert, dass die jedem bekannte, "normale Moospflanze" keine Sporen produziert, sondern Gameten (Geschlechtszellen). Die Sporen erzeugende Generation ist meist nur ein auf der auch von Laien beachteten "Moospflanze" wachsender, niedriger, haarförmiger Ständer mit Sporenkapsel. Auch die Moose besitzen somit einen heteromorphen und heterophasischen Generationswechsel.
- Quallen produzieren Geschlechtszellen, nach deren Verschmelzung aus der Zygote eine Larve entsteht. Diese Larve setzt sich am Boden fest und wächst zu einem Polyp aus. Von ihm schnüren sich wieder diverse Quallen ab. Dieser Generationswechsel ist heteromorph und homophasisch diploid.
- Bandwürmer sind Zwitter (eventuell sogar mit Selbstbefruchtung) im Endwirt, gelegentlich können jedoch die Finnen sich durch Knospung im Zwischenwirt vermehren.
- Plasmodien, die Erreger der Malaria, verursachen aufgrund ihrer Fähigkeit zur asexuellen Vermehrung (Teilung) die krankheitstypischen Fieberschübe, besitzen im Wechsel mit dieser Generation aber auch eine sexuell aktive Generation.

Beispiele für die Heterogonie


- Blattläuse können sich bei günstiger Witterung im Frühjahr extrem rasch vermehren, weil dies bei den meisten Arten über mehrere Generationen hinweg mittels Parthenogenese geschieht. Erst bei ungünstigeren Umweltbedingungen bildet sich wieder eine geflügelte, sich geschlechtlich fortpflanzende Generation, die zugleich auch die Verbreitungsform darstellt und in der Lage ist, weite Strecken zu neuen Wirtspflanzen fliegend zu überwinden.
- Zwergfadenwürmer des Menschen verfügen über einen Generationswechsel zwischen parthenogenetischem Weibchen (als Parasit) und einer freilebenden zweigeschlechtlichen Generation.
- Weitere Beispiele sind Wasserflöhe, Gallwespen und Gallmücken.

Der Generationswechsel und die Stammesgeschichte der Pflanzen

Die Stammesgeschichte der Pflanzen, der Übergang von Süßwasser-Grünalgen zu Moosen und Farnen sowie später zu den Ginkgopflanzen, den Nadelholzgewächsen und den Blütenpflanzen erhellt sich besonders gut nachvollziehbar, wenn dies im Licht jener Konsequenzen betrachtet wird, die eine bestimmte Form des Generationswechsels zur Folge hat. Als engster, heute noch lebender Verwandter der Urahnen aller Landpflanzen gilt heute die Grünalge Mesostigma viride.

Frühe Einzeller

Von den frühesten Formen einzelliger Lebewesen gibt es bis heute keine gesicherten fossilen Überlieferungen. Rückschlüsse auf ihre mutmaßliche Gestalt gestatten vielmehr einzig vergleichende Untersuchungen bei heute noch vorkommenden Einzellern. Einer dieser Modellorganismen ist das Cyanobakterium mit dem lautmalerischen Namen Chroococcus und der denkbar einfachsten Gestalt, der Kugelform (Abbildung siehe: [http://protist.i.hosei.ac.jp/PDB/Images/Prokaryotes/Chroococcaceae/Chroococcus/] ). Man unterstellt den frühen Einzellern eine Gleichwertigkeit aller Zellen, was zugleich auch bedeutet, dass die einzig mögliche Fortpflanzungsform in der Zweiteilung der Zellen besteht, wobei sich die Tochterzellen früher oder später von einander lösen.

Die Erfindung der Sexualität

Die bloße Zellteilung als Methode der Vermehrung hat den großen Nachteil, dass vorteilhafte Veränderungen des Erbguts (das heißt: vorteilhafte Mutationen) nur an die eigenen Nachkommen weitergegeben werden können, unabhängig von einander entstandene Mutationen aber nicht in einem Individuum zusammentreffen können; selbst einfachste Bakterien verfügen daher über einen Konjugation genannten Mechanismus zum Austausch von Erbanlagen (siehe hierzu auch: Parasexualität). Modellhaft kann man das Entstehen echter Sexualität als Fortentwicklung der Konjugation hin zu einer völligen Zellverschmelzung darstellen: Sexualität ist demnach zunächst das glatte Gegenteil von Vermehrung. Als Modellorganismus kann man einzellige Grünalgen anführen, zum Beispiel Chlamydomonas (Abbildung siehe: [http://www.cells.de/cellsger/1medienarchiv/Zellfunktionen/Motilitaet/Flagellenbewegung/Einzeller/GA_Chlamydomonas/index.jsp] ). Viele einzellige Grünalgen vollziehen regelmäßig und häufig eine ungeschlechtliche Längsteilung; zwei Individuen können allerdings auch zu einer Zygote miteinander verschmelzen. Bei Chlamydomonas folgt unmittelbar auf die Verschmelzung der Zellkerne eine Meiose und danach eine Mitose, so dass der Sexualakt dieser Grünalge das Entstehen von vier neuen, einzelligen und haploiden Individuen zur Folge hat. Aus zwei fusionierenden Einzellern gehen also letztlich vier "neue" Einzeller hervor.

Einfacher und doppelter Chromosomensatz

Die als Modellorganismus für eine frühe Form der Sexualität gewählte Grünalge Chlamydomonas ist ein haploider Einzeller, der sich im Regelfall durch Längsteilung vermehrt und nur gelegentlich auch sexuell, wobei die mit der Zellkernverschmelzung zwingend verbundene Phase der Diploidie bei ihm nur von kurzer Dauer ist. Es bedarf jedoch keiner großen Phantasie, um von einer solchen Lebensweise selbst die uns bekannten höheren Tiere abzuleiten: Das Stadium der Diploidie muss verlängert und schließlich vorherrschend werden (sprich: die Fähigkeit zur Parthenogenese durch einfache Teilung geht verloren), ferner muss das Lebewesen mehrzellig werden und über spezialisierte Gewebe zur Produktion von haploiden Geschlechtszellen verfügen. Die Stammesgeschichte der Pflanze folgte jedoch einem zunächst weniger dramatischen Weg; als Modellorganismus für die nächste Stufe der Entwicklung bieten sich einige Braunalgen an, zum Beispiel Ectocarpus und Dictyota, die beide einen isomorphen und heterophasischen Generationswechsel aufweisen (Abbildung siehe: [http://www.dipbot.unict.it/sistematica/Ectoc_pl.html] und [http://www.horta.uac.pt/species/Algae/Dictyota_dichotoma/Dictyota_dichotoma.htm] ): Es gibt also Individuen ("Algenpflanzen"), die Sporen produzieren und weitestgehend gleich aussehende Individuen, die Geschlechtszellen produzieren; die einen sind diploid, die anderen haploid. Aus vergleichbaren isomorphen Algen können mühelos alle heteromorphen Varianten des Generationswechsels abgeleitet werden, bei denen entweder die eine oder die andere Generation (zumindest für das menschliche Auge) vorherrscht, bis hin zum komplexen Generationswechsel der Rotalgen (Einzelheiten hierzu siehe unter Tetrasporophyt).

Probleme der Landbesiedelung

Die Evolutionsforscher gehen davon aus, dass entfernte Verwandte der heute lebenden Grünalgen den Übergang von einer rein aquatischen zu einer überwiegend landbesiedelnden Lebensweise verwirklichen konnten. Hierbei galt es unter anderem, das drängendste Problem zu überwinden: den Mangel an tropfbar-flüssigem Wasser. Das Entstehen von echten Wurzeln war nur die augenfälligste Antwort auf das Problem der Trockenheit. Letztlich viel gravierender waren die Konsequenzen, die der bei den Vorläufern der Landpflanzen existierende Generationswechsel zeitigte: Was tun mit den Geschlechtszellen, wenn Wassermangel herrscht? Landbewohnende männliche Tiere konnten - aufgrund ihrer Fähigkeit zur freien Ortsbewegung - den Weibchen gezielt folgen und mehr oder weniger lange, verformbare Körperanhänge entwickeln, mit deren Hilfe ihre Geschlechtszellen unmittelbar im feuchten Milieu des Inneren ihrer Partnerinnen entlassen werden konnten. Die festsitzenden Pflanzen schlugen letztlich einen ähnlichen Weg ein.

Der Generationswechsel bei den Moosen

Auch die heute lebenden Moose produzieren in ihren männlichen Geschlechtsorganen (den Antheridien) begeißelte Geschlechtszellen (Spermatozoide). Sie müssen sich in tropfbar-flüssigem Wasser zu den Eizellen bewegen, die in den weiblichen Geschlechtsorganen (den Archegonien) festsitzen. Die Moose stammen jedoch von Vorläuferpflanzen ab, bei denen der Gametophyt (die Geschlechtszellen produzierende Generation) hinsichtlich der Größe vorherrschend wurde; die auch jedem Laien bekannte "Moospflanze" ist somit gleichfalls jene Generation, die Geschlechtszellen produziert – sie ist also auf zumindest zeitweise frei verfügbares Wasser angewiesen. Diese Entwicklung hin zu einem dominierenden Gametophyten hat offenbar den Moosen bisher jeden Weg zu wirklich großwüchsigen Arten abgeschnitten, da ihre Spermatozoiden nur in Bodennähe der Weg von einer Pflanze zur Nachbarpflanze gelingen kann. Moose sind (vermutlich sogar in erster Linie wegen ihres besonderen Generationswechsels) Spezialisten für feuchte Standorte geworden oder geblieben.

Der Generationswechsel bei den Farnen

Auch Farne produzieren begeißelte Geschlechtszellen (Spermatozoide), die ihren Weg zu den weiblichen Geschlechtsorganen in einer Flüssigkeit zurücklegen müssen. Anders als bei den Moosen ist aber bei den Farnen der Sporophyt (die Sporen produzierende Generation) hinsichtlich der Größe vorherrschend geworden. Dies eröffnete den Farnen alle Möglichkeiten zum Größenwachstum, bis hin zu 30 Meter hohen Baumfarnen. Der Gametophyt (die Geschlechtszellen produzierende Generation) hingegen blieb bei den Farnen – ähnlich wie bei den Moosen – erdverbunden und ähnelt tatsächlich bei vielen Farnarten einem Lebermoos (Einzelheiten hierzu siehe unter Prothallium).

Der Sexualakt wird unabhängig von freiem Wasser

1896 entdeckte ein japanischer Forscher, dass Ginkgo-Bäume begeißelte Geschlechtszellen (Spermatozoide) entwickeln; wenig später wurde das gleiche Phänomen auch bei Cycas revoluta nachgewiesen. Beide Pflanzen können daher als lebendes Fossil eingestuft werden und als Beleg für die biologische Evolution, für den Übergang von Spermienbefruchtung zur Samen-Bildung.

Ginkgo

Ginkgo ist eine zweihäusige Pflanze, es gibt also männliche und weibliche Individuen. Hinsichtlich des noch immer existenten Generationswechsels entspricht der hoch aufragende Ginkgo-Baum dem Sporophyt der Farne und Moose. Allerdings werden die Sporen der weiblichen Pflanzen nicht mehr in die Luft freigesetzt, sie sind vielmehr gleichsam im Sporangium sesshaft geworden und relativ groß (genannt Megasporen; Megasporen gibt es auch bei diversen Algen). Überdies erhalten die Megasporen von den Ginkgo-Pflanzen, die sie bilden, so viel Nahrung zugeteilt, dass sie später ohne selbständige Ernährung Geschlechtszellen entwickeln können. Die Sporen der männlichen Pflanzen (genannt Mikrosporen oder Pollen) erfahren noch im Mikrosporangium (der Anthere) ihre ersten mitotischen Teilungen und werden so zum Mikrogametophyten und als solche über den Wind verbreitet. Der Gingko-Baum (also der Sporophyt) scheidet das für die Fortbewegung der männlichen Geschlechtszellen nötige Wasser an der Mikropyle der Samenanlage selbst aus (Pollinations-Tröpfchen). Der erst nach Ankunft bei der weiblichen Pflanze wachsende Pollenschlauch (bei Ginkgo dient er vor allem als Haftorgan) ist nichts anderes als das Rudiment eines einstmals selbständig wachsenden Gametophyten. Die Geschlechtsgeneration (der Gametophyt) ist bei Ginkgo (und bei allen anderen Samenpflanzen) also extrem reduziert. Phylogenetisch formuliert kann man also sagen: Im Inneren der Megaspore (Empryosackmutterzelle) entwickelt sich ein extrem stark reduzierter Megagametophyt (befruchtungsfähiger Embryosack), der über sein Megagametangium (Synergiden) einen Megagameten (Eizelle) erzeugt. Die Mikrospore wird als stark reduzierter Mikrogametophyt (mehrzelliges Pollenkorn) vom Wind zum Megagametophyten geweht, wo sie auskeimen, Mikrogameten (Spermatozoide) entlässt und damit den Megagameten befruchten.

Bedecktsamer

Die stetige Verkleinerung des Gametophyten und schließlich die Einverleibung des weiblichen Gametophyten in seinen "Mutter"-Sporophyten führte letztlich zur vollständigen Unabhängigkeit des Sexualaktes von tropfbar-flüssigem Wasser und perfektioniert so die Anpassung der Pflanzen an das Landleben: Dies kann als wichtigster Grund dafür angesehen werden, dass Samenpflanzen heute die vorherrschende Lebensform unter den Landpflanzen sind. Bei einigen Nacktsamern (bei Eiben und Zypressen) existieren zwar noch Pollinations-Tröpfchen, aber auch bei ihnen wächst der Pollenschlauch ins Innere der Megaspore hinein. So kann ein männlicher Zellkern (ein gleichsam aufs Wesentliche reduziertes Spermium) unmittelbar zur Eizelle vordringen. Bei den Bedecktsamern sind die Samenanlagen schließlich in ein Fruchtblatt-Gehäuse eingeschlossen, das die Ernährung der auskeimenden Samen (also der jugendlichen Sporophyten) ebenso optimiert wie ihre Verbreitung durch Tiere. Der Pollen landet hier auf einer besonderen Strucktur des Fruchtblattes, der Narbe.

Literatur


- Walter Zimmermann: Geschichte der Pflanzen. Eine Übersicht. München (2. Auflage 1969), dtv Band 4043
- Klaus Ulrich Leistikow, Franziska Kockel: Zur Entwicklungsgeschichte der Pflanzen - Ein didaktisches Modell. In: Palmarum Hortus Francofortensis (Wissenschaftliche Berichte des Frankfurter Palmengartens), Heft 2, Frankfurt am Main, Juni 1990 ([http://www.palmengarten.frankfurt.de/deutsch/wir/publika/phf2_t.htm Inhaltsübersicht])

Weblinks


- [http://tokyocinema.net/E-ginkgo.htm Sexualität bei Ginkgo] (auf Englisch) Kategorie:Genetik Kategorie:Evolution

Leitungsbahn

Die Leitungsbahnen der Gefäßpflanzen werden in Xylem und Phloem unterschieden. Sie ziehen sich durch den gesamten Spross und transportieren das Wasser in die Blätter und die Assimilate in die Speicherorgane der Pflanze. Dabei transportiert das Xylem das Wasser und das Phloem die Assimilate. Gefäßsporenpflanzen, Bedecktsamer und Nacktsamer unterscheiden sich unter anderem in der Anordnung dieser Leitungsbahnen. Kategorie:Pflanzengewebe

Stoffwechsel

Der Stoffwechsel oder der Metabolismus (griechisch μεταβολισμός, metawolismós - der Stoffwechsel, mit lateinischer Endung versehen) steht für die Aufnahme, den Transport und die chemische Umwandlung von Stoffen in einem Organismus sowie die Abgabe von Stoffwechselendprodukten an die Umgebung. Handelt es sich im ersten Fall um Fremdstoffe, so spricht man auch von Fremdstoffmetabolismus. Diese biochemischen Vorgänge (zum Beispiel innere und äußere Atmung, Transportvorgänge, Ernährung ...) dienen dem Aufbau und der Erhaltung der Körpersubstanz (Baustoffwechsel), der Energiegewinnung (Energiestoffwechsel) und damit der Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Wesentlich für den Stoffwechsel sind Enzyme, die chemische Reaktionen katalysieren. Stoffwechselvorgänge lassen sich verschiedenen Bereichen zuordnen: 1. Einteilung nach der Funktion der Stoffwechselreaktion im Organismus:
- Baustoffwechsel - Aufbau von Stoffen, aus denen der Organismus besteht
- Energiestoffwechsel - exergone chemische Umsetzungen zum Zweck der Energiegewinnung
- Assimilation_(Biologie) - Umbau organismenfremder Stoffe in organismeneigene Stoffe
- Dissimilation_(Biologie) - Abbau organismeneigener Stoffe, meistens zum Zweck der Energiegewinnung 2. Einteilung nach der Komplexitätsänderung von Molekülen:
- Stoffaufbau (Anabolismus)
- Stoffabbau (Katabolismus)
- Stoffumbau (Metabolismus) Zum Beispiel wandeln in der Photosynthese spezifische Stoffwechselvorgänge (in der Regel die des Calvin-Zyklus) unter Verwendung der Energie des Lichts Kohlenstoffdioxid (bei Landpflanzen aus der Luft stammend), Wasser und andere Ausgangsstoffe in Stoffe um, die entweder sofort dem weiterem Aufbau und Wachstum des Organismus dienen oder gespeichert werden, z.B. Kohlenhydrate. Die Speicherstoffe können später im Baustoffwechsel oder im Energiestoffwechsel verarbeitet werden. Tiere verstoffwechseln (metabolisieren) bei ihrer Verdauung andere Organismen oder deren Speicherstoffe (etwa Kohlenhydrate, Proteine oder Fette). Die Erforschung des Stoffwechsels erfolgt vor allem mit Methoden der Physiologie und Biochemie.

Siehe auch:


- Katabolismus
- Anabolismus
- Metaboliten
- Chemotrophie
- Spurenelement
- Glukose-Stoffwechsel
- Eisenstoffwechsel
- Aktiver Stofftransport
- Bioflavonoide ! Kategorie:Zellbiologie ja:代謝 simple:Metabolism

Ökosystem

sind ein Beispiel für ein komplexes marines Ökosystem]] Ein Ökosystem ist ein System, dass die Gesamtheit der Lebewesen (Biozönosen) inklusive ihrer unbelebten Lebensräume (Biotope) umfasst. Der Begriff wurde 1935 von dem britischen Biologen und Geobotaniker Arthur George Tansley in die Ökologie eingeführt. Umgangssprachlich wird auch von dem Ökosystem gesprochen, womit die Gesamtheit aller Ökosysteme und ihren Wechselwirkungen der gesamten Erde gemeint ist.

Beschreibung

Bei Ökosystemen handelt es sich um offene, dynamische und komplexe Systeme.
- offen: Ökosysteme verändern sich durch äußere, neue Einflüsse,
- dynamisch: Ökosysteme entwickeln sich ohne äußere Einflüsse,
- komplex: in Ökosystemen wirken sämtliche Mechanismen und Strategien der Ökologie in vielfältigen Beziehungen. In einem Ökosystem laufen unterschiedliche Interaktionen zwischen den Lebewesen untereinander und den abiotischen Standortfaktoren im Biotop ab. Biotische und abiotische Bestandteile beeinflussen sich gegenseitig (Wechselwirkungen) und verändern sich durch Sukzession und Evolution.

Funktionsprinzipien von Ökosystemen

Die Lebewesen der Biozönose beeinflussen den Stoffkreislauf und die abiotischen Faktoren (Standortfaktor) durch
- Produzenten, die organische Stoffe aus abiotischen Stoffen und Energie (Sonnenlicht, chemische Energie) aufbauen, dies sind in erster Linie Pflanzen und Bakterien,
- Konsumenten, die sich von den Produzenten oder anderen Konsumenten ernähren (insbesondere Tiere einschließlich des Menschen) und dabei Kohlenstoffdioxid und Nährsalze abgeben
- Destruenten, die die (meist abgestorbenen) Produzenten und Konsumenten mineralisieren, also wieder in abiotische Stoffe zurückführen. Dies sind insbesondere Bakterien und Pilze. Ökosysteme beeinflussen sich gegenseitig (z.B. beeinflussen marine Ökosysteme durch ihren Stoff- und Energiehaushalt die Atmosphäre und damit auch terrestrische Ökosysteme, siehe z.B. Treibhauseffekt u. Klimawandel).

Entwicklung von Ökosystemen

Ökosysteme sind dynamisch und entwickeln sich bei unveränderten äußeren Einflüssen im Verlaufe der Sukzession über verschiedene Stadien zu einem stabilen Endzustand, dem Klimaxstadium. Das Klimaxstadium wird u.a.durch die Nutzung ökologischer Nischen einwandernder Arten und Verdrängungsmechanismen erreicht (Siehe auch: Populationsökologie oder Demökologie). Aber auch die evolutive Anpassung von Arten ist möglich. Im ungestörten Klimaxstadium regulieren sich Ökosysteme von selbst (Selbstregulation). Ihre Bestandteile beeinflussen sich gegenseitig derart, dass sich ein Gleichgewicht der Stoffkreisläufe und der Energieflüsse (unter Zufuhr von Sonnenenergie, Erdwärme, Magma in "Black Smokers" in der Tiefsee, u.a.) einstellt. Eine weitere Sukzession ist dann nicht mehr möglich.

Mosaik-Zyklus-Konzept

Tatsächlich aber treten durch die sich verändernden Umwelteinflüsse und -ereignisse häufig verschiedene Stadien eines Ökosystems nebeneinander auf. So kann zum Beispiel ein Waldbrand durch Blitzschlag im Klimaxstadium eines Waldes unbewachsene Sukzessionsflächen schaffen. So bleiben Dynamik und notwendige Pionierarten, die in der Lage sind, unbesiedelte Flächen zu besiedeln, erhalten. Außerdem gibt es in Teilen von bzw. in manchen Arten von Ökosystemen nicht immer ein dauerhaft stabiles Klimaxstadium. Auch ohne veränderte Umwelteinflüsse kann es eine beständige Abfolge von Entwicklungsstadien geben, die nach Überschreitung des ökologischen Maximums wiederholt ablaufen kann, zum Beispiel bei der Silbergrasflur (siehe Pflanzensoziologie) und in Wüsten. Das Mosaik-Zyklus-Konzept definiert daher das Klimaxstadium als einen Zustand über längeren Zeitraum, in dem die Sukzession fortwährend abläuft.

Einteilung von Ökosystemen

Ökosysteme lassen sich hinsichtlich ihrer
- Struktur (Habitatsgrößen, Körpergrößen als Raumbedarf; Trophieniveaus) und ihrer
- Dynamik (Energiefluss, Stoffkreisläufe, Sukzession) betrachten und unterteilen. Diese Einteilungen überlagern sich dabei. Wesentliche Merkmale und Regulatoren eines Ökosystems sind jedoch Stoff- und Energiekreisläufe (Trophieniveau) sowie der Raumbedarf bzw. ihre Verteilung. Durchgesetzt hat sich eine grobe Unterteilung, die in Fachkreisen verfeinert behandelt werden. Wo Ökosysteme hinsichtlich ihrer Geografischen Verteilung, also ihres Ortes betrachtet werden, und nicht hinsichtlich ihrer systematischen Zusammenhängen, spricht man von Ökotopen.

Übersicht über die Ökosysteme (Ökotope)

Weitere Artikel zu Ökosystemen befinden sich in der Kategorie Ökosystem.
- terrestrische Ökosysteme
  - alle Klimazonen: Moore, Sumpf
  - arktische Klimazone
    - antarktisches Landeis
    - Tundra
    - Taiga, borealer Nadelwald
  - gemäßigt-ozeanische Zone
    - sommergrüner Laubwald, Laubmischwald, Mischwald, Bergmischwald, siehe auch: Waldgesellschaften Mitteleuropas
  - gemäßigt-kontinentale Zone
    - Waldsteppe
    - Steppe
    - Pampa
  - alpine Zone
    - subalpiner Nadelwald
    - alpine Stufe
    - nivale Stufe
  - mediterrane Zone
    - Hartlaubformationen (Macchia)
    - Hartlaub-Strauchheiden (Gariden)
  - Tropen
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      -
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      - Savanne
      - tropischer Trockenwald
      -
- trockener Monsunwald
      -
- Savannenwald
      -
- Dornwald
      - tropische Hochgebirge
    - äquatoriale Zone (Tropen)
    - tropischer Regenwald
- aquatische Ökosysteme
  - limnische Ökosysteme
    - stehende Gewässer(Ökosystem See)
    - Fließgewässer
  - marine Ökosyteme
    - Flachmeer
    - Hochsee
    - Tiefsee
    - Eismeer
    - Felsenküste, Felswatt
    - Korallenriffe
    - Salzwiesen
    - Watten
    - Mangrovenwald

Gefährdung von Ökosystemen und Kommentar


- Der Begriff Klimaxstadium hat sich in diesem Zusammenhang nicht etabliert.
- Die Entwicklung von Ökosystemen ist auf Grund ihrer Komplexität gar nicht oder nur in sehr groben Zügen vorherzusagen. Auch kleinere Veränderungen der Umweltbedingungen haben stets Veränderungen der Ökosysteme zur Folge, auch wenn diese nicht sichtbar oder nicht messbar sind.
- Durch die Beeinflussung des Menschen gibt es wahrscheinlich kein unbeeinflusstes Ökosystem mehr. Die Ökologie teilt daher die Ökosysteme auch in Graden ihrer menschlichen Beeinflussung (Hemerobie) ein.
- Die "Übernutzung" (Raubbau) der Ökosysteme verhindert die Sukzession. Viele Pionierarten sind u.a. deshalb vom Aussterben bedroht. Ohne diese Pionierarten können sich die Ökosysteme nicht mehr regenerieren. Siehe auch: Naturschutz, Portal:Umweltschutz, Systemtheorie, Waldformationen, Nahrungskette, Trophieniveau, Nahrungsnetz, Neobiota, Resilienz, Artenvielfalt, Artensterben, ökologische Nische, Aldo Leopold, Biotische Faktoren, Envisat (ESA-Umweltsatellit), SolVin-Bretzel, Ökologisches Interaktionssystem, Ökosystem See

Weblinks


- [http://www.abi-bayern.de/start.htm Abiturvorbereitung für den Grundkurs Biologie]
- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d54/54d.htm Stoffkreisläufe] ! ja:生態系 ko:생태계

Mensch

Der moderne Mensch (Homo sapiens) ist ein Säugetier aus der Ordnung der Primaten (Primates). Er gehört zur Unterordnung der Trockennasenaffen (Haplorhini) und dort zur Familie der Menschenaffen (Hominidae). Früher wurden Mensch (Hominidae) und Menschenaffen (Pongidae) insbesondere aufgrund der besonderen geistigen Entwicklung des Menschen als zwei getrennte Familien betrachtet, jüngere Untersuchungen sehen zwischen beiden Gruppen ein engeres Verwandtschaftsverhältnis und stellen sie daher in eine gemeinsame Familie. Der moderne Mensch ist die einzige bis heute überlebende Art der Gattung Homo. Manchmal wird für den modernen Menschen auch die wissenschaftliche Bezeichnung Homo sapiens sapiens gebraucht, die zum Ausdruck bringen soll, dass der Neanderthaler (dann Homo sapiens neanderthalensis) zur selben Art gehörte wie der moderne Mensch. Diese Ansicht gilt heute aber als sehr zweifelhaft, weswegen die moderne Bezeichnung schlicht Homo sapiens ist. Sie leitet sich aus dem Lateinischen von homo:„Mensch“ und sapiens:„weise“ ab.

Die einzigartige Stellung des Menschen im Tierreich

Wie manche andere Tiere, weist der Mensch einige hoch spezialisierte Merkmale auf. In vermutlich zwei Eigenschaften, sicher aber hinsichtlich eines Kriteriums unterscheidet er sich deutlich von den heute bekannten übrigen Tierarten: Mit Bestimmtheit lässt sich sagen, dass beim Menschen die biologische zu Gunsten einer "kulturellen" Evolution in den Hintergrund getreten ist. Aufgrund seiner intellektuellen oder auch kulturellen "Fähigkeiten" ist er in der Lage, sich veränderten Umweltbedingungen sehr viel besser und schneller anzupassen als jedes andere Tier. Die Evolution hat sich beim Menschen auf die Verbesserung seiner Kulturfähigkeiten (Schrift, gedankliche Konstrukte wie Mathematik, Religion oder Recht, Ausdruck von Gefühlen und Gedanken durch Kunst) ausgeweitet; diese Kulturtechniken durchlaufen nunmehr selbst einen Evolutionsprozess. Andere Tierarten dagegen durchlaufen nach heutigem Wissen mitsamt ihrer Kultur die Evolution. Kunst]] In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass andere Tiere nicht im selben Maße wie der Mensch die Fähigkeit besitzen, ihre im Phänotyp entwickelten Fähigkeiten, ihr erlerntes Wissen, auf die nachfolgenden Generationen zu übertragen. Der Mensch besitzt ein historisches Bewusstsein: Er steht nicht in der Notwendigkeit, Informationen entweder durch die genetische Vererbung zu erhalten oder Erfahrungen genauso wie seine Vorgänger immer aufs Neue selbst machen zu müssen, sondern er kann auf Handlungen und Informationen zurückgreifen, die viele Generationen vor ihm geschaffen haben (wobei es aber auch bei zahlreichen sonstigen Tierarten zur Traditionsbildung kommt, beispielsweise bei Menschenaffen). Der Mensch ist vermutlich viel stärker als jedes andere Tier in der Lage, in seinem zeitlichen Bewusstsein Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft in kausale Zusammenhänge zu bringen. Somit kann er seine Handlungen vergleichen, um "viele Ecken herum" planen (Kreativität) und somit teilweise eine Zukunft entwerfen, die er durch seine absichtlichen Handlungen schaffen sollte. Der Mensch ist in der Lage, die Lebensbedingungen seiner Art durch Arbeit bewusst zu gestalten, solange er sich seine Arbeit aussuchen kann und ihn keine sonstigen Hindernisse daran hindern. Zum zweiten sind sich menschliche Individuen – vermutlich als einzige Lebewesen auf der Erde – sich selbst und ihrer eigenen Sterblichkeit bewusst. Durch das absehbare Sterben ergibt sich nur für den Menschen die Frage nach dem Sinn des Lebens und dem Leben nach dem Tod. Diese Fragen sind in der Philosophie und der Religion zentralständige Themen. Nicht allein typisch für den Menschen, jedoch bei ihm besonders stark ausgeprägt, ist seine Eigenschaft, sich hochorganisiert in größeren Gruppen zusammenzuschließen, was man in einer sehr abgeschwächteren Form auch bei anderen Tieren wie zum Beispiel Wölfen oder Affen beobachten kann. Dies wird begünstigt durch die im Vergleich zu anderen Tieren komplexe Sprache des Menschen, die eine fortschreitende Arbeitsteilung ermöglicht. Auf der anderen Seite steht zu vermuten, dass die Entwicklung der Zivilisation auch die Entwicklung der Sprache in enger Wechselwirkung förderte und beides letztlich zu den hoch entwickelten Kulturen führte, die die Menschheit heute besitzt.

Entwicklung

Mit der Entwicklungsgeschichte der Menschheit von ihren Anfängen bis zum heutigen Jetzt-Menschen beschäftigt sich die Paläanthropologie, deren wichtigste Datenquellen die Archäologie liefert. Noch immer sind die Vorgänge der Menschwerdung aus affenartigen Vorfahren, vermutlich im Osten Afrikas, nicht endgültig aufgeklärt. Der gegenwärtige Stand der Erkenntnisse wird im Artikel Hominisation aufgezeigt. Neben der biologischen Entwicklung ist für den Menschen jedoch auch seine kulturelle Entwicklung maßgeblich, welche auf die Entwicklung der Sprache zurückzuführen ist, mit der es dem Menschen erst möglich wurde Ideen auszutauschen. Der kulturelle Entwicklungsstand des Menschen war zunächst über Jahrhunderttausende hinweg nahezu konstant. Mit der Entstehung des modernen Menschen und seiner nachfolgenden Auswanderung aus Afrika beschleunigte sich jedoch die kulturelle Innovation, bis seit Ende der letzten Eiszeit mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht der Mensch erstmals großräumig gestaltend in seine Umgebung eingriff. Seit dieser Zeit besitzt der Mensch eine über weitaus mehr als ein paar Generationen zurückreichende Geschichte, auf deren Grundlage die Individuen agieren müssen. Typische Merkmale des modernen Menschen im Vergleich:
- Das Gehirnvolumen von Homo sapiens ist etwas kleiner als das des Neandertalers.
- Die Stirn ist am steilsten von allen Hominiden ausgeprägt
- Ober- und Unterkiefer sind leicht reduziert Als Vorfahren des Homo sapiens kommen insbesondere die afrikanischen Populationen von Homo ergaster und Homo erectus in Frage. Die Zuordnung der Fossilfunde zu einzelnen Arten ist allerdings umstritten. Der wissenschaftliche Begriff Homo sapiens wird nicht selten in leicht humoristischer Anspielung als Vorlage für die Kreation neuer Begriffe benutzt, die Eigenschaften des Homo sapiens darstellen, beispielsweise
- Homo oeconomicus
- Homo reziprocans
- Homo faber (Roman von Max Frisch)
- Homo ludens
- Homo sociologicus
- Homo ötzi Die Entwicklung des Menschen muss auch deutlich im Zusammenhang mit der Entwicklung unseres Planeten, der Erde, gesehen werden. So zwangen die vielen Eiszeiten den Menschen, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Der Mensch war also in der Lage, sich immer wieder anzupassen und er kam und kommt mit den verschiedensten Lebensbedingungen zurecht. Im Gegensatz dazu sind die meisten Tiere auf einen Lebensraum beschränkt.

Verbreitung des modernen Menschen über den Globus

Alle heute lebenden Menschen sind sehr nahe miteinander verwandt, wie molekularbiologische Untersuchungen an der ribosomalen RNA und mitochondrialen DNA gezeigt haben. Die größten Unterschiede finden sich innerhalb der afrikanischen Populationen. Die Populationen außerhalb Afrikas sind – mit Ausnahme einiger später aus Afrika ausgewanderter Gruppen – genetisch sehr uniform. Moderne Funde unterstützen die „Out of Africa“-These, also die Ausbreitung des modernen Menschen vom afrikanischen Kontinent aus. Fossilien, die dem biologisch modernen Menschen zugerechnet werden, gibt es seit etwa 160.000 Jahren, verstärkt seit ca. 100.000 Jahren. Lange Zeit lebte die Art in Afrika zeitparallel zum primär europäischen Neandertaler, der besonders an das Leben im eiszeitlichen Klima angepasst war. Im Nahen Osten, später auch in Europa, kamen beide gleichzeitig gemeinsam vor. Es ist unklar, ob sich beide Arten vermischt haben, die Mehrzahl der Fossilien weist deutlich erkennbare morphologische Unterschiede auf. Molekulargenetische DNA-Analysen sprechen gegen eine Vermischung beider Arten. Die Menschheit kann auf genetischer Basis in zahlreiche Gruppen unterteilt werden. Diese konnten entstehen, da es früher aufgrund von geographischen Distanzen und kultureller Differenzen keinen kontinuierlichen Genfluss aller Populationen gab. So können die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den menschlichen Populationen relativ genau ermittelt werden. Das Genographic Project untersucht mit Hilfe moderner Methoden, wie sich die Menschheit als sie von Afrika den Rest der Welt besiedelte in immer mehr Gruppen aufspaltete. Dabei kann jeder an dem Projekt teilnehmen, indem er seine DNA Probe untersuchen lässt. Auf diese Weise kann man herausfinden, woher die eigenen Vorfahren stammen. Zuerst teilten sich die Menschen vor etwa 65.000 Jahren in die folgenden drei heute noch lebenden Gruppen auf: #Nicht-Afrikaner #Afrikaner außer San #San und Khoi Khoi Die beiden Gruppen der Afrikaner blieben auf ihrem Heimatkontinent während die Nichtafrikaner nach Asien auswanderten. Die San und Khoi Khoi leben heute im südlichen Afrika, sie unterscheiden sich von allen anderen Afrikanern genetisch und durch ihre Sprache (Klicklaute). Auch die Nichtafrikaner teilten sich nicht lange nach ihrer Auswanderung vor etwa 55.000 Jahren wieder in eine nördliche und eine südliche Gruppe auf. Die südliche Gruppe spaltete sich wenige Jahrtausende später weiter in Australier (heutige Aborigines, Tasmanier und Papuas), Negritos (heute Andamaner, Aeta, Semang, Senoi) und Südasiaten (heute: Südchinesen, Thai, Khmer, Indonesier, Philipinos, Polynesier und andere Bewohner Ozeaniens) auf. Die nördliche Gruppe teilte sich vor etwa 45.000 Jahren in "Weiße" (dunkelhäutige Inder, südwestasiatische Völker, Araber, Nordafrikaner, hellhäutige Menschen europäischer Abstammung) und Nordasiaten (heute: Mongolen, Tibetaner, Sibirische Bevölkerung, Nordchinesen, Japaner, Ainu, Koreaner, Inuit) auf. Von den Nordasiaten trennten sich zwischen 30.000 und 14.000 Jahren dann die Indianer (Nord- und Südamerika) ab. In prähistorischen Zeiten haben sich die unterschiedlichen Populationen der Menschheit an den regionalen Grenzen ihres Verbreitungsgebietes immer wieder vermischt, wobei dieser Effekt lange Zeit nur gering war. Heute ist der Mensch mit über 6 Milliarden Individuen bis auf einige Wüsten- und Bergregionen, einige Inseln und die Antarktis auf dem ganzen Globus anzutreffen. Durch die zunehmende Mobilität vermischen sich die unterschiedlichen genetischen Gruppen immer mehr, nachdem sie früher durch geographische Distanz oder kulturelle Unterschiede genetisch voneinander getrennt blieben. So bilden sich immer mehr neue Ethnien (z.B. Farbige in den USA). Andere Gruppen wie z.B. die San und Khoi Khoi sind dagegen dabei ganz zu verschwinden, da ihre Kultur immer mehr zerstört wird und sie in Städte wandern und sich dort vermischen.

Biologie

Anatomie

Der menschliche Körper ist ein kompliziertes Gebilde, das zu 60 bis 70% aus Wasser, etwa 20% Proteinen, 15% Fetten und 5% Mineralen und anorganischen Stoffen besteht. Ein erwachsener Mensch hat eine typische Körpergröße zwischen 150 cm und 200 cm. Die Anatomie des Körpers ist im Artikel Anatomie des Menschen detailliert beschrieben: Wie bei anderen Wirbeltieren auch, lässt sich der Körper strukturieren in einen Stütz- und Bewegungsapparat, die inneren Organe, das Nervensystem und die Sinnesorgane. Doch greift die Reduktion auf eine rein funktionale Betrachtung des Körpers zu kurz, der Körper des Menschen stellt als Grundbedingung für die Existenz des Menschen einen unabdingbaren Rahmen für seinen Geist und sein Erleben der Welt dar.

Genetische Verwandtschaft

Das menschliche Genom enthält sowohl kodierende als auch nicht-kodierende DNA-Sequenzen, die denjenigen anderer Lebewesen erkennbar homolog sind und mit DNA-Sequenzen sehr nahe verwandter Arten wie der anderer Menschenaffen sogar völlig übereinstimmen. Anhand quantitativer Messungen der Ähnlichkeit dieser Basenpaarketten kann man umgekehrt auf die Verwandtschaftsverhältnisse zurückschließen. Dies bestätigt Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans in dieser Reihenfolge als nächste menschliche Verwandte.

Soziologie

Die Soziologie beschäftigt sich nahezu ausschließlich mit dem Menschen, obwohl es in den 1920er Jahren Versuche gab, eine "Tiersoziologie", sogar eine "Pflanzensoziologie" zu etablieren. Warum das biologisch erschlossene Tier "Mensch" besondere Eigenarten hat, untersuchen beziehungsweise beantworten i. w. S. die Anthropologie, sodann die Soziobiologie und die Biosoziologie. Daher nimmt dann die Soziologie ihre Axiome, wenn nicht Soziologen selber soweit ausgreifen. Der Versuch, schon einmal eine Soziologie für extraterrestrischer Lebewesen mit menschenähnlicher geistiger Entwicklung zu entwerfen, wie beispielsweise die 'Exosoziologie', sind so lange rein spekulativ, bis sie empirisch geprüft werden können.

Recht

Rechtlich gesehen ist der Mensch zumeist eine ("natürliche") Person, deren Status je nach Staat unterschiedlich festgelegt ist, jedenfalls ist er rechtsfähig. Im "Bürgerlichen Gesetzbuch" der Bundesrepublik Deutschland heißt es dementsprechend in § 1: Die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung seiner Geburt. Es gibt Gesellschaften, in denen das nicht jeder Mensch ist: In Stammesgesellschaften beispielsweise kann ein Neugeborenes bis zur Anerkennung durch den Vater ohne Rechtsfähigkeit sein; in Staaten mit Sklaverei gelten Sklaven zuweilen als "Sachen" u. a. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen soll in jedem Staat einen Grundstatus vorgeben. Gemäß diesem Menschenbild besitzt jeder einzelne Mensch von Geburt an eine besondere, unantastbare und unveräußerliche Würde. Aus diesem Grund hat jeder Einzelne bestimmte Rechte, zum Beispiel das Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf Religionsfreiheit und auf Meinungsfreiheit sowie auf einen angemessenen Arbeitslohn. Dieses Ideal ist aber nicht überall verwirklicht, denn in vielen Staaten werden Leute ohne Gerichtsverfahren eingesperrt, Gefangene gefoltert, Frauen und Kinder unterdrückt und Menschen leben in Armut. Ferner wird das Grundrecht auf Leben, obgleich mit dem Begriff der Würde eng verknüpft, in keinem Land als unantastbar angesehen, da eine solche Unantastbarkeit mit jeglicher Bewaffnung (Armee, Polizei usw.) im Widerspruch stünde. Manche Kulturkreise und Religionen kennen keine allgemein gültigen Menschenrechte. Insbesondere der Islam, die indische und die chinesische Kultur machen einen Unterschied zwischen "Gläubigen" und "Ungläubigen" oder zwischen den Rechten des Mannes und denen der Frau.

Religion

Der Mensch handelt selbst sowohl als glaubendes, betendes, Riten ausübendes Subjekt, als auch als Objekt religiöser Riten und Anbetungen. Nicht in allen Religionen gilt er als direkte Schöpfung eines oder mehrerer Götter. Religionen und religiöse Motive haben nahezu die gesamte bekannte Geschichte des Menschen begleitet, zuerst als Verehrung von Naturkräften, dann als Anbetung mehrerer Götter und schließlich als Monotheismus. Dies führte zu der philosophischen Frage, in wieweit die Religion zu den spezifischen Merkmalen des Menschen gehöre. Das Christentum, das Judentum und der Islam betrachten die Entwicklung des Menschen, wie auch die gesamte Schöpfung als Werk Gottes. Für die großen christlichen Religionsgemeinschaften bestehen dabei keine Widersprüche zwischen dem wissenschaftlich Bewiesenem und dem christlichen Glauben, weil nach ihrer Auffassung Theologie und Wissenschaft unterschiedliche Fragestellungen behandeln. Aus Sicht christlicher Kreationisten, die vor allem in den USA ein umfangreiches Unterstützerfeld haben, wird die Vorstellung, der Mensch habe sich über Jahrmillionen aus tierischen Vorfahren entwickelt, in wörtlicher Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte entschieden abgelehnt.

Verwandte Themen


- Anatomie des Menschen
- Anthropologie
- Menschheitsgeschichte
- Hominisation
- Humanismus
- Körpergröße
- Daten des menschlichen Körpers
- Kreativität
- Menschenbild
- Menschenrechte
- Philosophische Anthropologie
- Psychologie
- Schwanzmensch
- Soziologie
- Weltbevölkerung

Literatur


- Friedemann Schrenk, Timothy G. Bromage, Henrik Kaessmann: Die Frühzeit des Menschen: Zurück zu den Wurzeln. Biologie in unserer Zeit 32(6), S. 352 - 359 (2002),
- Walfried Linden, Alfred Fleissner: Geist, Seele und Gehirn. Entwurf eines gemeinsamen Menschenbildes von Neurobiologen und Geisteswissenschaftlern, LIT-Verlag Münster 2004, ISBN 3825879739

Weblinks


- [http://www-users.med.cornell.edu/%7Espon/picu/calc/bsacalc.htm Body Surface Area Calculator] - Tool zur Berechnung der Körperoberfläche eines Menschen (engl.)
- [http://www.med-rz.uni-sb.de/med_fak/anatomie/bock/3dstart.htm 3D Anatomie]
- [http://caliban.mpiz-koeln.mpg.de/~stueber/darwin/werke05/index.html Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen] (in der ersten deutschen Übersetzung (1875) des englischen Originaltextes)
- [http://www.tgs-chemie.de/evolution_des_menschen.htm Vergleich von Menschenaffen und Menschen]
- [http://clv.dyndns.info/pdf/255649.pdf Faszination Mensch - Buch im PDF-Format] (stark religiös motiviert) Kategorie:Primaten Kategorie:Anthropologie Kategorie:Menschenrechte ko:사람 ms:Manusia ja:人間 nb:Menneske simple:Human zh-min-nan:Lâng

Klasse (Biologie)

Die Klasse ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik. Sie wird weiter aufgeteilt in Überklasse und Unterklasse. Manchmal wird zusätzlich der Begriff Infraklasse verwendet, wenn ein Taxon zwischen Unterklasse und Überordnung nötig ist. Eine Klasse steht zwischen Stamm und Ordnung. Bei den Wirbeltieren gibt es folgende Klassen:
- Schädellose
- Kieferlose
- Knorpelfische
- Knochenfische
- Amphibien
- Reptilien
- Vögel
- Säugetiere Die Stellung von Chimären, Dinosauriern und Pterosauriern als eigene Klasse oder Mitglieder der Klassen Knorpelfische beziehungsweise Reptilien ist noch nicht endgültig geklärt. Zwischen der Klasse und der Überklasse wird in der Systematik noch die Reihe gestellt. Kategorie:Taxonomie

Einkeimblättrige

Die Einkeimblättrigen (Liliopsida, ehem. Monocotyledoneae) bilden eine der drei Klassen der Bedecktsamer (Magnoliophyta).

Merkmale einkeimblättriger Pflanzen

Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um krautige Pflanzen, auch wenn auch baumförmige Lebensformen wie die Palmen dazugehören. Im Samen wird im Embryo typischerweise nur ein Keimblatt angelegt, woraus sich der Name ableitet, der sich aus dem Griechischen monos für „einzig“ und kotyledon für „Keimblatt“ zusammensetzt. Daneben verkümmert die Keimwurzel sehr schnell, stattdessen kommt es zur Bildung von seitlichen sproßbürtigen Wurzeln. Meist fehlt die Hauptwurzel; man spricht daher von einem homorhizen Wurzelsystem. Wurzelsysteme mit Hauptwurzel werden als allorhiz bezeichnet und kommen meist bei den anderen Bedecktsamern vor. Gefäßbündel sind im gesamten Querschnitt des Stängels vorhanden und kulminieren nicht in konzentrischen Parallelordnungen, was man als Ataktostele bezeichnet. Die Stängel selbst verzweigen lediglich sporadisch. Blätter liegen hauptsächlich ohne Stängel vor und sind parallelnervig. Blattnerven kommen folglich nicht fieder-, netz- oder handartig strukturiert vor. Es kommt in der Regel nicht zu einer Aufteilung des Blattes (zusammengesetztes Blatt). Die Blüte ist bei Einkeimblättrigen oft nicht in Kelch (Kalyx) und Krone (Corolla) unterteilt und wird als Perigon bezeichnet. Die Blüte ist dreizählig: zwei mal drei oft gleichartig aussehende Blütenhüllblätter (Tepalen), zwei mal drei Staubblätter und drei Fruchtblätter.

Vorkommen

Einkeimblättrige sich meist Landpflanzen, auch einkeimblättrige Wasserpflanzen kommen jedoch vor, sowohl als auf dem Grund als auch in Substrat wurzelnde Pflanzen. Einige der Gattungen der Wasserlinsen, Lemna und Wolffia, schwimmen sogar an der Wasseroberfläche. Neben diesem breitgefächertem Spektrum an Einkeimblättrigen existieren auch zahlreiche schmarotzende Rankpflanzen und Epiphyten, letztere leben auf Bäumen. Somit gibt es auch Einkeimblättrige, die nicht im Boden wurzeln. Man kennt heute mehr als 40.000 Arten von Einkeimblättrigen in aller Welt. Zahlreich sind die im Meer lebenden, wobei einige wie Meeresalgen aussehen. In den Bergregionen sind sie als Gräser und Riedgräser vertreten. Auch viele Tundren wurden erobert. In den Tropen und Subtropen sind sie mit einer besonders hohen Frequenz in Steppen, Savannen und Urwäldern anzutreffen. Dort gipfelt die Blütenpracht im Farbenspiel der Orchideen, Aronstab- und Bananengewächse.

Kurzüberblick

Zu dieser Pflanzenklasse gehören unter anderem die wichtigen Familien der:
- Liliengewächse (Liliaceae),
- Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae),
- Zwiebelgewächse (Alliaceae),
- Agavengewächse (Agavaceae),
- Spargelgewächse (Asparagaceae),
- Bananengewächse (Musaceae),
- ferner die Orchideen (Orchidaceae)
- und die Gräser (mit den Ordnungen Cyperales und Poales und zahlreichen Familien).

Systematik

Die einkeimblättrigen Pflanzen werden in die folgenden Unterklassen aufgeteilt:
- Froschlöffelähnliche (Alismatidae)
- Lilienähnliche (Liliidae)
- Commelinaähnliche (Commelinidae) Nicht zugeordnet sind die folgenden beiden Ordnungen:
- Acorales mit der Familie der Kalmusgewächse (Acoraceae)
- Petrosaviales mit der Familie der Petrosaviaceae Siehe auch: Systematik der Bedecktsamer, Systematik des Pflanzenreiches

Weblinks


- [http://www.csdl.tamu.edu/FLORA/newgate/cronang.htm Externer Übersichtslink über die verschiedenen Klassifikationssyteme]
- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d00/inhalt.htm Botanik Online Uni Hamburg]

Literatur


- Strasburger: Lehrbuch der Botanik, Sitte et.al. 35. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Gustav Fischer, Heidelberg, 2002
- Systematische Botanik, Dahlgren et.al., Springer Verlag, 1987 Kategorie:Bedecktsamer ja:単子葉植物 ko:외떡잎식물

Einfurchenpollen-Zweikeimblättrige

Die Einfurchenpollen-Zweikeimblättrige (Magnoliopsida) bilden ein Taxon von Pflanzen aus der Abteilung der Bedecktsamer (Magnoliophyta oder Angiospermae). Ihr Embryo besitzt wie alle zweikeimblättrigen Blütenpflanzen zwei Keimblätter. Anders als bei diesen sind aber die Pollenkörner "monocolpat" (einfurchig), sie besitzen also nur eine einzige Furche. Diese ist nur in einer elektronenmikroskopischen Aufnahme sichtbar. Dieses Taxon kann auch als Palaeo-Dicotyledone bezeichnet werden. Innerhalb der Bedecktsamer repräsentieren die Magnoliopsida Blütenpflanzen die erdgeschichtlich früh entstanden sind und somit noch relativ einfache Merkmale aufweisen. So besitzen sie eine langlebige Wurzel mit meist offenen in Kreisen angeordneten Leitbündeln. Die Blätter sind einfach gebaut und netzaderig. Zumeist findet man hier eine Blütenhülle, die schraubig oder in drei-zähligen Wirteln angeordnet ist. Die Staubblätter sind oft in Vielzahl vorhanden (polyandrisch). Die Fruchtblätter sind meist frei (choricarp).

Systematik

Die Einfruchenpollen-Zweikeimblättrigen sind vermutlich paraphyletisch, das heißt sie umfassen wahrscheinlich nicht alle Nachkommen ihres letzten gemeinsamen Vorfahrens. Sie werden in fünf Unterklassen unterteilt, die neun Ordnungen enthalten. Insgesamt unterscheidet man etwa 8000 Arten.
- Unterklasse Seerosenähnliche (Nymphaeidae)
  - Nymphaeales
- Unterklasse Ceratophyllidae
  - Ceratophyllales
- Unterklasse Chloranthidae
  - Chloranthales
- Unterklasse Magnolienähnliche (Magnoliidae)
  - Magnolienartige (Magnoliales)
  - Lorbeerartige (Laurales)
  - Canellales
  - Pfefferartige (Piperales)
- Nicht zugeordnet sind bisher die isolierten Ordnungen:
  - Sternanisartige (Austrobaileyales)
  - Amborellales mit der einzigen Art:
    - Amborella trichopoda ---------- Siehe auch: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige, Zweikeimblättrige, Systematik der Bedecktsamer Kategorie:Bedecktsamer

Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige

Die Rosopsida oder Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige bilden ein Taxon von Pflanzen aus der Abteilung der Blütenpflanzen (Magnoliophyta). Ihr Embryo besitzt wie alle zweikeimblättrigen Blütenpflanzen zwei Keimblätter, geht jedoch aus Pollen mit drei charakteristischen Furchen hervor, die erst in einer elektronenmikroskopischen Aufnahme sichtbar werden. Man nennt diesen speziellen Typ von Pollenkorn tricolpat, also dreifurchig. In der Systematik der Biologie ist diese Gruppe erst vor wenigen Jahren neu festgelegt worden, als man mit moderner Technik den neuen Typus von Pollenkorn erkannte. In manchen Systemen wird sie als dritte Klasse neben die Einkeimblättrigen und restlichen Zweikeimblättrigen gestellt. Oft wird sie auch als Eudicots oder Echte Dikotyledonen bezeichnet. Man nimmt an, dass sich das Dreifurchen-Pollenkorn etwa vor 65 Mio. Jahren (Wende Kreide- Tertiärzeit) heraus gebildet hat.

Eigenschaften

Im vegetativen Bereich sind die Rosopsida kaum von den restlichen Zweikeimblättrigen zu unterscheiden. Jedoch können wenige Dinge verallgemeinert werden. Die Blätter sind oft zusammengesetzt und die weit verbreiteten Nebenblätter paarig und unverwachsen. Transversale Vorblätter befinden sich an den Achselsprossen. Die Blüte ist meistens vier- bis fünfzählig, wirtelig angeordnet und (oft auch mehrfach) in Kelch und Krone geteilt. Staubblätter sind meist in ein oder zwei Kreisen angeordnet, treten aber nicht selten vermehrt auf (Polyandrie). Fruchtblätter sind häufig verwachsen (coenokarp).

Systematik


- Unterklasse Hahnenfußähnliche (Ranunculidae)
  - Hahnenfußartige (Ranunculales)
- Unterklasse Nelkenähnliche (Caryophyllidae)
  - Rhabdodendrales
  - Kannenpflanzenartige (Nepenthales)
  - Knöterichartige (Polygonales)
  - Nelkenartige (Caryophyllales)
- Unterklasse Rosenähnliche (Rosidae)
  - Vitales
  - Crossosomatales
  - Storchschnabelartige (Geraniales)
  - Myrtenartige (Myrtales)
  - Huales
  - Zygophyllales
  - Celastrales
  - Malpighiales
  - Sauerkleeartige (Oxalidales)
  - Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
  - Rosenartige (Rosales)
  - Kürbisartige Cucurbitales)
  - Buchenartige (Fagales)
  - Kreuzblütlerartige (Brassicales)
  - Malvenartige (Malvales)
  - Seifenbaumartige (Sapindales)
- Unterklasse Asternähnliche (Asteridae)
  - Hartriegelartige (Cornales)
  - Heidekrautartige (Ericales)
  - Oncothecales
  - Icacinales
  - Garryales
  - Boretschartige (Boraginales)
  - Vahliales
  - Enzianartige (Gentianales)
  - Lippenblütlerartige (Lamiales)
  - Nachtschattenartige (Solanales)
  - Stechpalmenartige (Aquifoliales)
  - Escalloniales
  - Paracryphiales
  - Doldenblütlerartige (Apiales)
  - Bruniales
  - Asternartige (Asterales)
  - Desfontainiales
  - Kardenartige (Dipsacales) Die folgenden Ordnungen wurden bislang keiner Unterklasse zugeordnet:
- Sabiales
- Proteales
- Buxales
- Trochodendrales
- Gunnerales
- Berberidopsidales
- Dilleniales
- Santalales
- Steinbrechartige (Saxifragales) Die folgenden Taxa unterhalb der Ordnungsebene sind in ihrer systematischen Einordnung ebenfalls noch unklar
- Apodanthaceae
- Balanophoraceae
- Centroplacus
- Cynomoriaceae
- Cytinaceae
- Gumillea
- Haptanthaceae
- Hoplestigmataceae
- Medusandraceae
- Metteniusaceae
- Pottingeriaceae
- Trichostephanus Drei Familien lassen sich den Rosenähnlichen zuordnen, nicht jedoch einer Ordnung; es sind dies die Picramniaceae, Tapisciaceae und Dipentodontaceae. Siehe auch: Einfurchenpollen-Zweikeimblättrige, Zweikeimblättrige, Systematik der Bedecktsamer Kategorie:Bedecktsamer

Systematik (Biologie)

Systematik (v. griech. συστηματικός systēmatikós = geordnet) ist ein Fachgebiet der Biologie. In der Systematik werden die Lebewesen klassifiziert, in dem sie in ihrer Vielfalt beschrieben und auf Grund definierter Merkmale zu Gruppen zusammengefasst und diese Gruppen (Taxa) in einem hierarchischen System angeordnet werden.

Geschichte

Aristoteles

Aristoteles ordnet die ihm bekannten Lebewesen in einer Stufenleiter (Scalae Naturae) nach dem Grad ihrer “Perfektion”, also von primitiven zu höher entwickelten. Er führt für einzelne Gruppen Bezeichnungen ein, die heute noch Verwendung finden (Coleoptera, Diptera). In der Antike wurde beispielsweise die Wuchsform (Kraut, Staude, Strauch, Baum) oder Lebensweise (Nutztier, Wildtier, Wassertier) als Einteilungskriterium benutzt.

Carl von Linné

Carl von Linné benutzte den Blütenaufbau, um die Pflanzen zu klassifizieren und verwendete damit ein System, das auch heute noch in vielen Bereichen gängig ist. Er führte die binäre Nomenklatur in seinen Werken Species Plantarum und Systema Naturae allgemein für die Benennung der Arten ein. Hauptzweck dieses Systems ist die eindeutige Anordnung und Zuordnung der Arten. Grundkonzept ist dabei die typologische Definition der Art, das heißt die Reduzierung der Merkmalsfülle auf einige wenige Schlüsselmerkmale und die Abstrahierung von den Variationsmöglichkeiten innerhalb einer Art auf einen Typus („idealistische Morphologie“). Seine Gruppierung spiegelte für die niedrigen Taxa wie Art und Gattung durchaus ein natürliches System wieder - daher der Titel "Systema Naturae". Doch hatte auch Linné bereits erkannt, dass seine Einteilung für höhere Taxa aufgrund der recht willkürlichen Kriterien ein künstliches System blieb. Denn bei alledem ging Linné von der Unveränderlichkeit der Arten aus und beabsichtigte nicht, ein phylogenetisches System zu schaffen. Dieses bot dann später erst Begründung und Maßstab für die Natürlichkeit des Systems.

Evolutionstheorie

Seit dem Aufkommen der Evolutionstheorie ist man nun bestrebt, dieses teilweise künstliche System in ein natürliches System umzubauen, das die Abstammungsverhältnisse (Phylogenetik) besser widerspiegelt. Dabei spielte zunächst die Homologisierung von Organen eine große Rolle. Seit den 70er Jahren untersucht man den Aufbau der Proteine, um daraus Hinweise auf den Verwandtschaftsgrad abzuleiten. Dazu werden nicht nur morphologische sondern auch physiologische, cytologische und ethologische Merkmale herangezogen. Vor allem wird die genetische Ähnlichkeit benutzt, um Verwandtschaftsbeziehungen direkt am Erbgut festzustellen. Die Rolle der Systematik für das Verständnis der Geschichte der Organismen beschreibt bereits Charles Darwin in seinem Buch „Entstehung der Arten“: Wenn wir von dieser Idee ausgehen, dass das natürliche System, soweit es durchgeführt werden kann, genealogisch angeordnet ist … so verstehen wir die Regeln, die wir bei der Klassifikation befolgen müssen.

Taxonomie-Konzepte

Peter Ax setzt Taxonomie und Systematik gleich, Ernst Mayr unterscheidet die Systematik als Wissenschaft von der Vielgestaltigkeit der Organismen von der Taxonomie als Lehre von der Klassifikation der Organismen. Entsprechend den unterschiedlichen theoretischen Ansätzen gibt es verschiedene Richtungen in der Systematik:

Phänetik (numerische Taxonomie)

Hier wird auf phylogenetische Annahmen verzichtet. Die Einordnung der Arten in das System erfolgt nur auf Grund messbarer Unterschiede und Ähnlichkeiten anatomischer Merkmale. Ursprüngliche und abgeleitete Merkmale werden nicht voneinander unterschieden. Die Phänetik ist in weiten Teilen durch die Kladistik abgelöst worden. Nichtsdestotrotz verwenden einige Biologen weiterhin phänetische Methoden wie Neighbour-Joining-Algorithmen, um eine genügende phylogentische Annäherung zu erhalten, wenn die kladistischen Methoden rechnerisch zu aufwendig sind.

Konsequent phylogenetische Systematik

Nach Willi Hennig werden die Taxa nur von Arten gebildet, die eine geschlossene Abstammungsgemeinschaft bilden. Zugelassen sind nur monophyletische Anordnungen. Der typologische und biologische Begriff der Art wird als unzureichend abgelehnt. An die Stelle des typologischen Artkonzeptes tritt das phylogenetische Artkonzept. In diesem Konzept werden Arten zusammengefasst, die durch Synapomorphien (angestammte, gemeinsame Merkmale) charakterisiert sind und von Arten mit Autapomorphien (neu erworbenen Merkmalen) unterschieden. Eine Art hört dann auf zu existieren, wenn sie durch Artaufspaltung in zwei neue Arten übergeht. Als natürliches System ergibt sich ein dichotomes Kladogramm. (Näheres siehe Kladistik) Beispiel: : Phylogenetisches System der Sauropsida (Version 1)

Künftige Taxonomie aufgrund von DNA-Basensequenzen

Künftig sollen die Unterschiede der einzelnen Arten aufgrund von genetischen Vergleichen systematisch für alle bekannten Spezies erarbeitet werden. Man verspricht sich davon ein besseres Verständnis der Evolution ([http://barcoding.si.edu]). Der Erfolg und Zweck einer rein genetischen Bearbeitung der Artenvielfalt ist jedoch umstritten. Die verschieden Artkonzepte sind nicht universell anwendbar, da es sich bei den Artkonzepten um Konstrukte mit empirischen Grundlagen handelt. Eine scharfe Trennung zwischen Arten durch genetische Methoden wird im Rahmen der bisher angewandten Artkonzepte vermutlich scheitern, da eine einheitliche Methode nicht über alle Taxa hinweg anwendbar ist. Ob sich ein rein genetisches Artkonzept durchsetzen wird, das Arten nach absolut messbaren genetischen Unterschieden kategorisieren lässt, ist genauso fraglich.

Klassische evolutionäre Klassifikation

Ernst Mayr legt das biologische Artkonzept seiner Systematik zu Grunde. Bei der Einordnung der Organismen wird sowohl das Ausmaß der Divergenz als auch die Verzweigungsreihenfolge berücksichtigt. Beispiel: Zwar wird die Verzweigungsreihenfolge des phylogenetischen Systems anerkannt (Krokodile und Vögel haben einen jüngeren gemeinsamen Vorfahren als Vögel mit Echsen), der Erwerb des Vogelfluges wird aber als bedeutende Neuerung angesehen, die zu einer adaptiven Radiation führt. Entsprechend wird der Klasse Reptilia die Ordnung Crocodilia zugeordnet und Klasse der Vögel (Aves) gegenübergestellt, wodurch sich paraphyletische Taxa ergeben. ; 4. Klasse: Reptilia ; 5. Klasse: Aves ; 1. Ordnung: Brückenechsen ; 2. Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere) ; 3. Ordnung: Chelonia (Schildkröten) ; 4. Ordnung: Crocodilia (Krokodile)

Nomenklatur der klassischen Systematik

Die Systematik in der Biologie (Taxonomie) geht maßgeblich zurück auf die Arbeiten von Carl von Linné (Systema Naturae, 1735). Sie ist die historisch bedeutsamste Klassifikation zur Einteilung der Organismen und wird hier übersichtlich dargestellt. Als Nomenklatur dieser Systematik wird seit Linné für die Botanik (Species Plantarum, 1753) und die Zoologie (10. Auflage von Systema Naturae) die binominale Nomenklatur verwendet, die seitdem auch für alle Organismen Geltung hat.

Siehe im Einzelnen


- Systematik des Tierreiches
- Systematik des Pflanzenreichs
- Systematik der Pilze Kategorie:Taxonomie ! ja:生物の分類 th:การจำแนกชั้นทางวิทยาศาสตร์

Systematik der bedecktsamigen Pflanzen nach Schmeil-Fitschen

Diese Systematik war als gebräuchliche, aber inzwischen fachlich überholte Systematik zeitweise die Referenz in der deutschsprachigen Wikipedia. Sie wurde inzwischen abgelöst von der Systematik der Bedecktsamer der Angiosperm Phylogeny Group und Strasburger (34. Aufl.) und hat als solches nur mehr dokumentarischen Wert. Bei allen Fragen bezüglich der taxonomischen Einstufung eines Bedecktsamers in der Wikipedia bitte nur noch die Systematik der Bedecktsamer heranziehen. ---- Die hier angegebene Teilsystematik der Abteilung der Blütenpflanzen (Magnoliophyta) richtet sich nach „Schmeil-Fitschen, Flora von Deutschland, 91. Auflage“. Sie gilt als eurozentrisch und veraltet.

Klasse Dicotyledoneae (Zweikeimblättrige Pflanzen)

Unterklasse MagnoliidaeVielfrüchtige Pflanzen


- Ordnung Nymphaeales
  - Familie Seerosengewächse (Nymphaeaceae)
  - Familie Hornblattgewächse (Ceratophyllaceae)
- Ordnung Ranunculales
  - Familie Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  - Familie Sauerdorngewächse (Berberidaceae)
- Ordnung Papaverales
  - Familie Mohngewächse (Papaveraceae)
  - Familie Erdrauchgewächse (Fumariaceae)
- Ordnung Aristolochiales
  - Familie Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae)

Unterklasse HamamelididaeKätzchenblütler


- Ordnung Hamamelidales
  - Familie Platanengewächse (Platanaceae)
- Ordnung Buchenartige (Fagales)
  - Familie Buchengewächse (Fagaceae)
  - Familie Birkengewächse (Betulaceae)
  - Familie Haselnussgewächse (Corylaceae)
- Ordnung Brennnesselartige (Urticales)
  - Familie Ulmengewächse (Ulmaceae)
  - Familie Maulbeergewächse (Moraceae)
  - Familie Hanfgewächse (Cannabaceae)
  - Familie Brennesselgewächse (Urticaceae)
- Ordnung Myricales
  - Familie Nelkengewächse (Myricaceae)
- Ordnung Juglandales
  - Familie Walnussgewächse (Juglandaceae)

Unterklasse RosidaeRosenähnliche


- Ordnung Saxifragales
  - Familie Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
  - Familie Pfeifenstrauchgewächse (Philadelphaceae)
  - Familie Dickblattgewächse (Crassulaceae)
  - Familie Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
  - Familie Herzblattgewächse (Parmassiaceae)
- Ordnung Sarraceniales
  - Familie Sonnentaugewächse (Droseraceae)
- Ordnung Rosales
  - Familie Rosengewächse (Rosaceae)
    - Unterfamilie Spiraeoideae
    - Unterfamilie Rosoideae
    - Unterfamilie Maloideae
    - Unterfamilie Prunoideae
- Ordnung Fabales
  - Familie Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae)
- Ordnung Myrtales
  - Familie Blutweiderichgewächse (Lythraceae)
  - Familie Wassernussgewächse (Trapaceae)
  - Familie Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
- Ordnung Haloragales
  - Familie Tausendblattgewächse (Haloragaceae)
- Ordnung Elaeagnales
  - Familie Ölweidengewächse (Elaeagnaceae)
- Ordnung Rutales
  - Familie Rautengewächse (Rutaceae)
  - Familie Bittereschengewächse (Simaroubaceae)
  - Familie Sumachgewächse (Anacardiaceae)
- Ordnung Sapindales
  - Familie Ahorngewächse (Aceraceae)
  - Familie Rosskastaniengewächse (Hippocastanaceae)
  - Familie Pimpernussgewächse (Staphyleacea)
- Ordnung Geraniales
  - Familie Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)
  - Familie Leingewächse (Linaceae)
  - Familie Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
  - Familie Balsaminengewächse (Balsaminaceae)
  - Familie Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
- Ordnung Polygalales
  - Familie Kreuzblumengewächse (Polygalaceae)
- Ordnung Cornales
  - Familie Hartriegelgewächse (Cornaceae)
- Ordnung Apiales
  - Familie Efeugewächse (Araliaceae)
  - Familie Doldengewächse (Apiaceae)
- Ordnung Celastrales
  - Familie Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae)
  - Familie Spindelbaumgewächse (Celastraceae)
- Ordnung Rhamnales
  - Familie Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
  - Familie Weinrebengewächse (Vitaceae)
- Ordnung Santalales
  - Familie Sandelholzgewächse (Santalaceae)
  - Familie Mistelgewächse (Loranthaceae)
- Ordnung Euphorbiales
  - Familie Buchsbaumgewächse (Buxaceae)
  - Familie Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
- Ordnung Thymelaeales
  - Familie Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae)

Unterklasse DilleniidaeDillenienähnliche


- Ordnung Dilleniales
  - Familie Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae)
- Ordnung Theales
  - Familie Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
  - Familie Tännelgewächse (Elatinaceae)
- Ordnung Violales
  - Familie Veilchengewächse (Violaceae)
  - Familie Cistrosengewächse (Cistaceae)
  - Familie Tamariskengwächse (Tamaricaceae)
- Ordnung Capparales
  - Familie Kreuzblütler (Brassicaceae)
  - Familie Resedagewächse (Resedaceae)
- Ordnung Salicales
  - Familie Weidengewächse (Salicaceae)
- Ordnung Cucurbitales
  - Familie Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
- Ordnung Malvales
  - Familie Malvengewächse (Malvaceae)
  - Familie Lindengewächse (Tiliaceae)
- Ordnung Ericales
  - Familie Wintergrüngewächse (Pyrolaceae)
  - Familie Fichtenspargelgewächse (Monotropaceae)
  - Familie Heidekrautgewächse (Ericaceae)
  - Familie Krähenbeerengewächse (Empetraceae)
- Ordnung Primulales
  - Familie Primelgewächse (Primulaceae)

Unterklasse CaryophyllidaeNelkenähnliche


- Ordnung Caryophyllales
  - Familie Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  - Familie