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| Bedeutung |
BedeutungUnter der Bedeutung einer Information, einer Sache, einer Bewegung, einer Handlung versteht man allgemein ihren Sinn oder ihre Bedeutsamkeit (Relevanz, Wichtigkeit, Wert).
Der Begriff der Bedeutung ist insbesondere im Hinblick auf den Begriff der Kommunikation wichtig. Mit der Entstehung von Bedeutung aus Informationen bzw. Daten befassen sich die Disziplinen der Semantik und der Semiotik sowie die Kommunikationswissenschaften und die Kognitionswissenschaft.
Logik
Bedeutung bezeichnet in der mathematischen Logik ein Symbol, das entweder eine konkrete Größe oder auch eine bestimmte Operation mit Größen anzeigt. Die Bedeutung eines Symbols kann z.B. eine Funktion sein, die mit diesem Symbol bezeichnet wird. Die Bedeutung des Symbols ist z.B. die logische Operation, die zwei oder mehr Aussagen durch das Wort (Kopula) "und" verbindet und damit eine neue Aussage ergibt.
Linguistik
Die Untersuchung von Sprache auf ihre Bedeutung hin, ist Aufgabe der Semantik, einem Teilgebiet der Linguistik. Bedeutung ist demnach
- bei einem Wort den Begriff, der durch dieses Wort ausgedrückt wird.
- bei einem Aussagesatz die Proposition, deren sprachlicher Ausdruck dieser Aussagesatz ist.
- bei Igor Narski der sprachliche Ausdruck als Information über Dinge sowie ihre Eigenschaften und Beziehungen, über Erscheinungen und Prozesse der Außenwelt, wobei als Kriterium der Überprüfbarkeit die Praxis gelten soll.
- bei Paul Grice das, was der Sprecher mit einer Äußerung meint. Diese Sprecherbedeutung analysiert Grice mit einer Reihe von Sprecherabsichten.
Philosophie
In der Analytischen Philosophie wird unter Bedeutung ein Objekt verstanden, das bei der Interpretation einer natürlichen oder künstlichen Sprache einem Ausdruck zugeordnet wird, der als dessen Name auftritt. Solch ein Objekt kann ein Ding sein oder auch ein Gedanke über ein Ding. Deshalb spricht man in der logischen Semantik von zwei grundlegenden Arten der Bedeutung: einerseits von der extensionalen Bedeutung in Form eines Gegenstandes oder einer Klasse von Gegenständen, die mit dem Ausdruck bezeichnet werden; andererseits von der intensionalen Bedeutung, die den Sinn eines Ausdrucks wiedergibt. Indem die Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks mit der Bedeutung anderer sprachlicher Ausdrücke oder einem Gegenstandsbereich korreliert, wird der Sinn eines sprachlichen Ausdrucks erklärt, d.h. das, wodurch dieser Ausdruck mi eben diesem Objekt korreliert und nicht mit irgendeinem anderen Objekt. Die Problemstellung von Bedeutung und Sinn haben in ihren Arbeiten Gottlob Frege, Charles Sanders Peirce, Bertrand Russell, Rudolf Carnap u.a. behandelt.
Bedeutung hat bei Gottlob Frege noch einen anderen Sinn. Die Bedeutung einer Aussage bzw. eines Prädikats ist nach Frege die Extension dieser Aussage bzw. dieses Prädikats, im Gegensatz zum Sinn der Aussage bzw. des Prädikats, der in deren Intension liegt. Die Bedeutung eines Wortes ist für ihn dasjenige, was durch dieses Wort bezeichnet wird, also - in anderer Terminologie - das Designat des Wortes. Diese Auffassung der Terminus "Bedeutung" hat sich außerhalb der Logik nicht durchgesetzt. Es gibt mehr als 20 verschiedene Interpretationen diese Terminus und die Ansichten der Vertreter der hier einschlägigen Disziplinen (Logik, allgemeine Sprachwissenschaft u.a.) gehen hier weit auseinander.
Entstehung von Bedeutung
Der Begriff der Bedeutung kann sehr unterschiedlich interpretiert werden:
#Relativistisch gesehen, ist die Bedeutung etwas Subjektives, das vom jeweiligen Betrachter abhängig ist.
#Dem gegenüber postulieren metaphyisch -idealistische Strömungen der Philosophie sowie viele Religionen absolute Bedeutungen hinter einigen oder allen Dingen.
#Für bestimmte Dinge kann, innerhalb einer bestimmten sozialen Gruppe, eine gemeinsame Bedeutung definiert werden (z.B. Verkehrsschilder) - die Bedeutung ist also das Resultat einer Konvention.
Bedeutung existiert nicht a priori, sondern wird bestimmten natürlichen Phänomenen oder auch Artefakten vom Menschen beigemessen. Diese Eigenschaft teilt sie mit der pragmatischen Information, mit der sie weitgehend deckungsgleich ist. Bedeutungserzeugende Prozesse können z.B. Selbstorganisationsprozesse sein. Bedeutung wird von manchen Menschen, je nach ihrer subjektiven Sicht, Religion oder Weltanschauung, nur Menschenwerk oder Kreationen angenommener höherer Wesen (Göttern) zugesprochen, während die Resultate "unbewusst" ablaufender Vorgänge als bedeutungslos angesehen werden. Diese Unterscheidung ist willkürlich, da auch die Ergebnisse z.B. des Evolutionsprozesses grundlegende Bedeutung für uns haben.
Persistenz von Bedeutung
Es gibt zwar keinen Erhaltungssatz für Information, bedeutsame Informationen werden allerdings in der Regel gespeichert, man versucht sie nach Möglichkeit zu erhalten. Dafür wird ein erheblicher Aufwand getrieben. Geht bedeutsame Information verloren, hat dies oft beträchtliche Folgen.
Ein entscheidendes Prinzip der Erhaltung von bedeutsamer Information ist das Prinzip der Datensicherung durch Erstellung von identischen Kopien.
"Meme" scheinen, von Außen betrachtet, danach zu streben, sich selbst zu erhalten, zu vermehren und zu verbreiten, wobei sie einer Art Mutation unterliegen, wie die Gene in der Biologie. Diese Auffassung besagt, dass Informationen nur lange erhalten bleiben können, wenn sie weitergegeben werden. Bei der Weitergabe ändert sie sich. Selbst wenn die Wörter gespeichert würden, und damit fest erschienen, änderten sie doch ihre Bedeutung. Im Wesentlichen werden mit den Memen nicht Wörter oder Formulierungen weitergegeben, sondern Bedeutungen oder deren Kerne.
Wörtliche und übertragene Bedeutung
Die wörtliche Bedeutung betrachtet jedes Wort bzw. eine Aussage mit seiner eigenen bzw. ursprünglichen Bedeutung. Die übertragene Bedeutung betrachtet den Sinn, der hinter einer Aussage steht, zum Beispiel als poetisches Bild (Metapher) oder durch Bedeutungsübertragung. Die beiden Formen wurden in der deutschen Sprache teilweise in der Rechtschreibung durch Getrennt- und Zusammenschreibung unterschieden, die Unterscheidung wurde aber durch die Rechtschreibreform von 1996 aufgehoben. Da hierdurch Information verloren geht, ist das umstritten und wird überarbeitet.
Beispiel für wörtliche und übertragene Bedeutung: Ich gehe baden: 1. ich gehe ins Schwimmbad oder in die Badewanne und bade. 2. Mir geschieht mit dem, was ich beginne, ein großes Missgeschick.
Zitate
- "Die meisten Menschen leiden an dieser geistigen Schwäche, zu glauben, weil ein Wort da sei, muß es auch das Wort für etwas sein; weil ein Wort da sei, muß dem Worte etwas Wirkliches entsprechen." - Fritz Mauthner (1849-1923)
Kategorie: Sprachphilosophie
Kategorie:Semantik
Kategorie: Logik
ja:意味
Information
Information (von lateinisch: informare 'bilden, durch Unterweisung Gestalt geben') ist ein potenziell oder tatsächlich vorhandenes nutzbares oder genutztes Muster von Materie und/oder Energieformen, das für einen Betrachter innerhalb eines bestimmten Kontextes relevant ist. Wesentlich für die Information ist die Wiedererkennbarkeit sowie der Neuigkeitsgehalt. Das verwendete Muster verändert den Zustand eines Betrachters – im menschlichen Zusammenhang insbesondere dessen Wissen.
Formaler ist Information die Beseitigung von Unbestimmtheit.
Charakteristika des Informationsbegriffes
Information ist heute ein sehr weitläufig verwendeter und daher auch sehr schwer abzugrenzender Begriff. Verschiedene Wissenschaften betrachten die Information als ihr Arbeitsgebiet, namentlich die Informatik, die Informationstheorie und die Informationswissenschaft, die Nachrichtentechnik, die Informationsökonomik und die Semiotik.
Erst in jüngster Zeit gibt es Bestrebungen, die einzelnen Ansätze zu verbinden und zu einem allgemein gültigen Informationsbegriff zu kommen. Entsprechende Literatur findet sich derzeit meist unter dem Stichwort Philosophie (etwa im Bereich Erkenntnistheorie) in den Regalen. Von einer vereinheitlichten, allgemein akzeptierten Theorie der Information kann vorläufig noch nicht gesprochen werden.
Im allgemeinen Sprachgebrauch sowie in einigen Wissenschaften (Semiotik, Informationswissenschaften) wird "Information" mit "Bedeutung" oder "übertragenem Wissen" gleichgesetzt. Eine eingeschränktere Sichtweise des Begriffes, die heute von großer praktischer Bedeutung ist (Computertechnik), stammt aus der Nachrichtentechnik. Die wegweisende Theorie dort ist diejenige von Claude Shannon. Er betrachtet die statistischen Aspekte der Zeichen in einem Code der Information repräsentiert. Die Bedeutung der Information geht bei Shannon nur implizit in den Wahrscheinlichkeiten der verwendeten Zeichen ein, die letztlich nur unter Zuhilfenahme eines Menschen bestimmt werden können, da nur der Mensch in der Lage ist die Bedeutung eines Codes bewusst zu erfassen und dabei sinnvollen von nicht sinnvollem Code unterscheiden kann. Das unmittelbare Ziel seiner Überlegungen ist die optimale Übertragung von Information in einem Nachrichtenkanal (Telefonie, Funk).
Der Begriff Information und andere Begriffe aus der Informationstheorie werden oftmals im alltäglichen Sprachgebrauch und auch in den Naturwissenschaften in einer metaphorischen Weise benutzt. Eine direkte Übernahme des Begriffes Information in naturwissenschaftlichen Theorien, so wie er in den Ingenieurswissenschaften benutzt wird, ist aber i.a. nicht zulässig. Grund hierfür ist, dass die Ingenieurwissenschaften letztlich auf den Menschen ausgerichtet sind und deswegen der Mensch als Benutzer oder Erzeuger künstlicher Systeme selbst Teil der Betrachtungen sein kann, womit die verwendeten Begriffe oftmals eine zielgerichtete und auf menschliches Bewusstsein ausgerichtete, teleologische Komponente enthalten. Demgegenüber ist es Ziel der Naturwissenschaften, die Natur möglichst unabhängig vom Menschen zu beschreiben. Somit müssen bei Übernahme informationstheoretischer Begriffe diese erst in einer von teleologischem Zusätzen 'befreiten' Version neu definiert werden. So wird beispielsweise unter dem Begriff "Genetischer Code" in der Genetik eine Menge von Regeln verstanden, welche rein physikalisch-chemische Prozesse beschreibt, durch welche DNA-Strukturen in Protein-Strukturen übertragen werden, und nicht eine Vereinbarung von bewussten Wesen über die Verwendung von Symbolen zum Austausch von Botschaften, wie der Begriff "Code" in der Informationstheorie meist verstanden wird. Der Verzicht auf solche teleologischen Begriffe in den Naturwissenschaften hat dabei nicht zum Ziel "teleologische Welterklärungen" von vornherein auszuschliessen, sondern dient dazu, Fehlschlüsse zu verhindern, bei denen nur scheinbar neue Erkenntnis aus einer naturwissenschaftlichen Theorie gewonnen wird, welche aber in Wirklichkeit durch inadäquaten Gebrauch der Begriffe vorher in die Theorie hineingelegt wurde. Insbesondere ist dies ist auch eine Methode, welcher sich einige Pseudowissenschaften teilweise bedienen. So warnte beispielsweise der Wissenschaftphilosoph Wolfgang Stegmüller vor einem Wiederaufleben des Neovitalismus durch unangemessenen Gebrauch informationtheoretischer Begriffe in der Biologie.
Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass in Zukunft der naturwissenschaftliche Strukturbegriff und der Informationsbegriff aufeinander zurückgeführt werden können. So untersucht etwa die Neuroinformatik die Beziehung neuronaler Strukturen des Gehirns und dessen Fähigkeit, Information zu verarbeiten.
In diesem Artikel wird versucht, die verschiedenen Ebenen Statistik, Struktur und Bedeutung zu unterscheiden und auf die Bezüge zwischen diesen Ebenen einzugehen.
Struktur und Bedeutung
Eine Sichtweise geht vom Informationsträger aus. Die Frage, welche Struktur sich innerhalb dieses Trägers feststellen lässt, wird untersucht.
Ein anderer Ansatz bemüht sich zu verstehen, welche Bedeutung dem zukommt, was man dann (irgendwie) diesem Informationsträger entnommen hat.
Die erste Sichtweise hat ihre Wurzeln in der Nachrichtentechnik, die zweite in der Kognitionswissenschaft, der Sprachwissenschaft oder allgemein in der Geisteswissenschaft. Eine nachrichtentechnisch erkennbare Struktur (beispielsweise Lichtimpulse, die in einer zeitlichen Reihenfolge auf einzelne Zellen in der Netzhaut treffen) muss in einem komplexen Dekodierungsprozess in eine Bedeutung übersetzt werden.
Wo hier die reine Strukturinformation aufhört und beginnt, eine Bedeutungsinformation zu werden, wo also in diesem Dekodierungsprozess die Grenze zum Bewusstsein zu ziehen ist, ist eine der spannenden Fragen der Informations- und Kognitionswissenschaften.
Aus diesen Betrachtungen ergeben sich vier Ebenen, unter denen der Begriff der Information heute allgemein betrachtet wird. Diese sind
#Codierung
#Syntax
#Semantik
#Pragmatik
Diese Ebenen steigern sich im Hinblick auf den Bedeutungsgehalt der Information. Sie spiegeln dabei auch die oben erwähnten theoretischen Angriffspunkte wider, wobei die Codierungs-Ebene der Sichtweise der Nachrichtentechnik nahekommt, die Syntaxebene die Sichtweise der Linguistik oder die der Theorie der formalen Sprachen wiedergibt, die semantische Ebene Ansätze aus der Semiotik oder Semantik integriert, und die Pragmatik eher auf Konzepte der Kognitionswissenschaften zurückgreift.
Die vier Ebenen sollen an der Zeichenfolge "ES IST WARM" erläutert werden:
Code-Ebene
Die Zeichenfolge "ES IST WARM" ist zu kurz für eine statistische Betrachtung. Bei längeren Texten wird aber klar, dass nicht alle Elemente der Zeichenfolge (Buchstaben) gleich häufig vorkommen. Gewisse Buchstaben wie zum Beispiel die Buchstaben e und t - in unserem Beispiel aber s - sind häufiger als andere. Diese Tatsache kann bei der Informationsübertragung genutzt werden um Übertragungszeit zu sparen. Als Beispiel seien die Huffman-Codes erwähnt. Sie stellen ein Verfahren dar, mit dem Information effizient übermittelt und gespeichert werden kann. Viele weitere Verfahren existieren.
Auf dieser Ebene sind auch Fragen nach der Wahl von optimalen Codes für einen bestimmten Zweck interessant (Chiffrierung, ASCII-Code, Unicode, Brailleschrift, Flaggenalphabet, Genetischer Code, ...)
Syntaktische Ebene der Information
Auf der syntaktischen Ebene wird Information nur als Struktur gesehen, die es zu übermitteln gilt. Der Inhalt der Information ist hierbei im Wesentlichen uninteressant. Beispielsweise könnte das Problem darin bestehen, das Bild einer Kamera auf einen Monitor zu übertragen. Das Übertragungssystem interessiert sich dabei beispielsweise nicht dafür, ob es das Bild überhaupt wert ist, übertragen zu werden (Einbrecher macht sich am Fenster zu schaffen) oder nicht (Katze läuft am Fenstersims entlang), oder ob überhaupt etwas zu erkennen ist (auch das Bild einer komplett unscharf eingestellten Kamera wird vollständig übertragen, obwohl es da eigentlich nichts Erkennbares zu sehen gibt). Der Informationsgehalt ist dabei ein Maß für die maximale Effizienz, mit der die Information verlustfrei übertragen werden kann.
Unterscheidbarkeit und Informationsgehalt
Grundprinzip der syntaktischen Information ist die Unterscheidbarkeit: Information enthält, was unterschieden werden kann. Eine Unterscheidung setzt jedoch mindestens zwei unterschiedliche Möglichkeiten voraus.
Gibt es genau zwei Möglichkeiten, so lässt sich die Unterscheidung mit einer einzigen Ja/Nein-Frage klären. Beispiel: Angenommen, auf einer Speisekarte gibt es nur zwei Gerichte, Schnitzel und Spaghetti. Wir wissen, eines der beiden Gerichte hat der Gast bestellt. Um herauszufinden, welches er bestellt hat, braucht man ihm nur eine einzige Frage zu stellen: "Haben Sie Schnitzel bestellt?" Lautet die Antwort "Ja", so hat er ein Schnitzel bestellt, lautet die Antwort "Nein", so hat er Spaghetti bestellt.
Sind hingegen mehr als zwei Möglichkeiten vorhanden, so kann man dennoch mittels Ja-Nein-Fragen herausfinden, welche Alternative zutrifft. Eine einfache Möglichkeit wäre, einfach der Reihenfolge nach alle Gerichte abzufragen. Jedoch ist das eine recht ineffiziente Methode: Wenn der Gast noch keine Bestellung aufgegeben hat, braucht man sehr viele Fragen, um es herauszufinden. Effizienter ist es, wenn man beispielsweise erst fragt: "Haben Sie bereits bestellt?", um dann konkreter zu werden, "War es ein Gericht mit Fleisch?", "War es Schweinefleisch?", so dass schließlich nur noch wenige Alternativen übrig bleiben ("War es Schweineschnitzel?", "Schweinebraten?", "Schweinshaxe?"). Die Reihenfolge der Fragen spiegelt die Wertigkeit der Bits in einer derartig kodierten Nachricht wieder.
Der Informationsgehalt einer Nachricht entspricht der Anzahl der Ja-Nein-Fragen, die man bei einer idealen Fragestrategie braucht, um sie zu rekonstruieren.
Auch die Wahrscheinlichkeiten spielen bei einer optimalen Fragestrategie eine Rolle: Wenn man beispielsweise weiß, dass die Hälfte aller Gäste Schweineschnitzel bestellt, so ist es sicher sinnvoll, erst einmal nach Schweineschnitzel zu fragen, bevor man den Rest der Karte durchgeht.
Interessant ist hierbei, dass zwar vordergründig keinerlei semantische oder pragmatische Informationen verwendet werden, diese jedoch implizit in Form der Wahrscheinlichkeit eingehen. Beispielsweise ist die Tatsache, dass 50 Prozent der Gäste Schweineschnitzel bestellen, nicht aus der Speisekarte zu erkennen; es ist eine pragmatische Information. Und dass man normalerweise nicht nach der Bestellung von "Wir wünschen Ihnen einen guten Appetit" fragt, folgt aus der semantischen Information, dass dies keine Speise ist, und es daher höchst unwahrscheinlich ist, dass jemand dies bestellt.
Siehe auch: Informationstheorie
Binarisierung und die Wahrscheinlichkeit von Zeichen
Die Zeichenfolge "ES IST WARM" enthält nur Großbuchstaben.
Wenn wir einmal nur davon ausgehen, dass wir nur Großbuchstaben zur Verfügung hätten (also 27 Buchstaben einschließlich Leerzeichen), so können wir an jeder der elf Stellen der obigen Nachricht eines der 27 Zeichen setzen. Jede Stelle der Nachricht hat also 27 mögliche "Zustände". Der Code, den wir hier verwenden, hat also 27 Stellen.
Von großer technischer Bedeutung ist aber der Binärcode. Jeder Code wird durch eine Folge von Bits dargestellt. Ein Bit unterscheidet nur zwischen zwei möglichen Zuständen, die man durch eins und null darstellt. Damit wir 27 verschiedene Zustände darstellen können, benötigen wir mehrere Bits - in diesem Fall genau fünf. Damit kann man 2 hoch 5 = 32 Zustände unterscheiden.
Ein naheliegender, möglicher Binärcode sieht wie folgt aus:
A 00001
B 00010
C 00011
D 00100
E 00101
.. .....
11100 (Leerzeichen)
Unsere Nachricht hieße dann "00101 10011 11100 01001 10011 10100 11100 ... 01101".
Nun ist die obige Codierung der Buchstaben in fünf Ja/Nein-Entscheidungen nicht die allein gültige. Im Rahmen der klassischen Informationstheorie wird nämlich die Informationssequenz aus statistischer Sicht betrachtet.
So kann berücksichtigt werden, wie häufig ein bestimmtes Zeichen des Zeichenvorrats verwendet wird, mit anderen Worten, wie wahrscheinlich sein Auftreten ist. So ist beispielsweise der Buchstabe "E" im Deutschen häufiger als der Buchstabe "Y".
Berücksichtigt man diese Auftretenswahrscheinlichkeit der Zeichen im Zeichenvorrat, so kann man die Anzahl der benötigten Ja/Nein-Entscheidungen, die zum Erkennen eines Zeichens notwendig sind, je nach Zeichen unterschiedlich groß machen. Ein solche Codierung nennt man auch Entropiekodierung. Damit benötigt man, um ein häufig auftretendes Zeichen zu codieren, weniger Bits, als für ein selten auftretendes Zeichen. Ein Zeichen hat also einen um so höheren Informationsgehalt (benötigt zur Erkennung eine höhere Anzahl an 'atomaren' Entscheidungseinheiten, an Bits), je seltener es auftritt.
Siehe auch: Entropie (Informationstheorie)
Semantische Ebene der Information
Strukturierte, syntaktische Informationen werden erst verwertbar, indem sie
gelesen und interpretiert werden. Das heißt, zur Strukturebene muss die Bedeutungsebene hinzukommen. Dazu muss ein bestimmtes Bezugssystem angelegt werden, um die Strukturen in eine Bedeutung überführen zu können.
Dieses Bezugssystem bezeichnet man als Code. Im obigen Beispiel muss man also "wissen", was warm bedeutet.
Jedoch ist die Überführung von Syntax in Semantik selten so direkt; in der Regel wird die Information über sehr viele unterschiedliche Codes immer höherer semantischer Ebene verarbeitet: Dabei wird auf den unterschiedlichen semantischen Ebenen wiederum Informationsverarbeitung auf strukturell-syntaktischer Ebene geleistet: Die Lichtimpulse, die gerade auf Ihre Netzhaut treffen, werden dort von Nervenzellen registriert (Bedeutung für die Nervenzelle), an das Gehirn weitergeleitet, in einen räumlichen Zusammenhang gebracht, als Buchstaben erkannt, zu Worten zusammengefügt.
Während dieser ganzen Zeit werden Nervenimpulse (also Strukturinformationen) von einer Gehirnzelle zur nächsten 'geschossen', bis sich auf diese Weise in ihrem Bewusstsein die durch Worte nur unzureichend wiedergebbaren Begriffe für "warm", "jetzt", und "hier" zu formen beginnen, die dann im Zusammenhang eine Bedeutung haben: Sie wissen jetzt, dass es bei diesen Worten um die Feststellung geht, dass es warm (und nicht etwa kalt) ist.
Zusammengefasst:
- Strukturinformation wird in einem Dekodierungsprozess in Semantik (Bedeutung) überführt.
- Dabei wird Strukturinformation stufenweise über Codes in andere Strukturinformation überführt, wobei sich auf den unterschiedlichen semantischen Stufen jeweils Bedeutung für das verarbeitende System entwickelt.
Siehe auch: Kodierung, Kommunikation (Informationstheorie)
Pragmatische Ebene der Information
Diese kommt dem umgangssprachlichen Informationsbegriff am nächsten.
Die Aussage, dass es warm ist (die wir nun semantisch richtig interpretiert haben; wir wissen, was diese Botschaft uns sagen will), hat echten Informationscharakter, wenn wir uns mittags um zwölf nach einer durchzechten Nacht noch halb schlaftrunken überlegen, was wir anziehen sollen, und uns die Freundin mit den Worten "es ist warm" davon abhält, in den Rollkragenpullover zu schlüpfen.
Der pragmatische Informationsgehalt der - semantisch exakt gleichen - Aussage ist aber gleich null, wenn wir bereits im T-Shirt auf dem Balkon sitzen und schwitzen. Diese Information bietet uns nichts neues. Smalltalk ist eine Art des Informationsaustausches, bei dem die offensichtlich über die Sprache ausgetauschten semantischen Informationen so gut wie keine pragmatische Information darstellen - wichtig sind hier die Körpersignale, deren Semantik (Freundlichkeit, Abneigung) wir erkennen und pragmatisch (mag er/sie mich?) verwerten können.
In diesem pragmatischen Sinne ist wesentliches Kriterium von Information, dass sie das Subjekt, das die Information aufnimmt, verändert, was konkret bedeutet, dass sich die Information, die potentiell dem Subjekt entnommen werden kann, verändert.
Zusammengefasst:
- Information führt zu einem Gewinn an Wissen.
- Information ermöglicht die Verringerung von Ungewissheit.
- Information ist übertragbar; in Form von Daten bzw. Signalen
- Information ist ein Ereignis, das den Zustand des Empfängers bzw. Systems verändert.
Siehe auch: Pragmatik
Bezüge zwischen den Ebenen
Wenn man das Phänomen Information betrachtet, sind die vier Ebenen im Zusammenhang zu betrachten. Damit Information stattfindet, sind Vereinbarungen auf allen vier Ebenen notwendig.
Auch stellt die semantische Verarbeitung (beispielsweise das Zusammenfassen von Buchstaben zu Wörtern) wiederum syntaktische Information (nämlich eine Abfolge von Wort-Symbolen) her. Letztlich definiert sich auch die pragmatische Ebene nicht zuletzt dadurch, dass sie selbst neue Information syntaktischer Natur schaffen muss (sonst hätte die Information keine Wirkung entfaltet).
Aufgrund des engen Zusammenspiels zwischen semantischen Dekodierungsprozess und Wirkentfaltung in der Pragmatik, die beide wiederum syntaktische Informationen als End- und Zwischenprodukte generieren, werden manchmal diese beiden Ebenen auch zur Semantopragmatik verschmolzen.
Das Verständnis der syntaktischen Ebene war lange Zeit gekennzeichnet durch das Sender-Empfänger-Modell: Ein Sender will eine Information dem Empfänger mitteilen. Dazu codiert er seine Information nach bestimmten Prinzipien (beispielsweise als Abfolge von Nullen und Einsen nach dem oben erwähnten Prinzip) in einen Informationsträger, der Empfänger wertet diesen Informationsträger aus, denn auch er kennt den Code, und erhält dadurch die Information (siehe auch: Kommunikation).
Nicht immer ist jedoch ein menschlicher Sender vorhanden, der uns etwas mitteilen will. Ein typisches Beispiel ist die Messung: Dem physikalischen System ist es, bildlich gesprochen, völlig egal, was Menschen von ihm denken.
Das Ziel der Messung ist eine Informationsübertragung vom gemessenen System zu dem, der die Messung durchführt (man misst, um etwas über das gemessene System zu erfahren).
Ein Beispiel ist die Geschwindigkeitsmessung per Radarfalle: Das Auto hat keine Intention, seine Geschwindigkeit zu verraten (und der Autofahrer meist auch nicht). Dennoch gewinnt der Polizist durch die Messung Information über die Geschwindigkeit. Für die Gewinnung der Information wird ein physikalisches Gesetz genutzt, der (Dopplereffekt), das von einem Ingenieur aufgegriffen wurde um das Gerät zu konstruieren. Die Polizei setzt das Gerät ein und veranlasst somit, dass Information erzeugt wird. Die unmittelbare Erzeugung von Information hingegen wird damit an einen Apparat delegiert.
Zusammengefasst:
- Damit Information für den Menschen erkennbar wird, muss Materie oder Energie eine Struktur aufweisen.
- Syntaktisch entspricht Information der Auftretenswahrscheinlichkeit eines bestimmten Symbols innerhalb eines definierten Dekodierungsschemas
- Information ist im Kommunikationsmodell eine räumliche oder zeitliche Folge physikalischer Signale, die mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten oder Häufigkeiten auftreten.
- Der Informationsgehalt einer Nachricht ergibt sich aus der Anzahl der ja/nein-Möglichkeiten, für die in der Nachricht einer der Werte festgelegt ist.
Siehe auch: Informationsübertragung (Physik)
Informationstransport, Entstehung und Vernichtung
Interessant ist es, dass Information, die an Materie als Informationsträger gebunden ist, auf bzw. durch Elektromagnetische Wellen übertragen werden kann.
Diese Information kann, da masselos, dann im Prinzip mit Lichtgeschwindigkeit transportiert werden. Schließlich kann die Information wieder zurück an Materiestrukturen gebunden werden.
Ein Beispiel für so einen Übertragungsprozess ist das Telefax.
Dabei wird die Information eines bestimmten Schriftstückes mit Lichtgeschwindigkeit über große Entfernungen transportiert und am Ziel auf ein zweites Schriftstück mit exakt demselben Informationsinhalt übertragen.
Allgemeiner: Um Informationen zu transportieren ist ein Informationsträger nötig.
Kann Information ohne Verlust weitergegeben werden? Beim Kopieren von Software ist dies der Fall, weil technische Mechanismen (Redundante Codes / Prüfsummen) dafür sorgen. Information kann nicht generell weitergegeben werden, ohne dadurch weniger zu werden. Das Ausmass des Verlustes hängt von den physikalischen Randbedingungen ab. Gemäss Shannon kann bei einer Übertragung nicht mehr Information aus einem Kanal entnommen werden als auf der Senderseite hineingegeben wird. Beim Weitergeben oder Kopieren von Information wird sie aber an sich nicht verdoppelt, sondern sie liegt dann nur redundant vor.
In einem thermodynamisch als geschlossen anzusehenden System wird Information letztlich vernicht, spätestens beim "Hitzetod" des Universums. In einem thermodynamisch offenen System kann Information weitergegeben werden, informationstragende Strukturen können sogar spontan entstehen. Beispiele sind eine Vielzahl von theoretisch und experimentell untersuchten dissipativen Strukturen. Besonders Spin-Syteme (Spin=Drehimpuls atomare und subatomarer Teilchen), insbesondere die sogenannten Ising-Gläser, sind sehr oft untersucht worden, nicht zuletzt wegen ihrer Relevanz für die Theorie neuronaler Netze. Viele Experimente zeigen, dass in Ising-Gläsern spontan Strukturen entstehen können, die wegen der gequantelten Natur des Spins sogar schon als in digitalisierte Form vorliegende Information interpretiert werden können, welche z.B. die Entstehungbedingungen der Struktur in codierter Form enthält.
Digitale Information
Digitale Information entsteht durch Digitalisierung beliebiger Information. Das Ergebnis sind Daten.
Obwohl für die Messung von digitalen Informationsmengen, für Informationsströme und für die Informationsspeicherung das Bit und das Byte als Basiseinheiten vorliegen, wird die Informationsmenge immer noch gerne an Hand des jeweiligen Informationsträgers quantifiziert.
So kann man die digitale Informationsmenge, die in einem Buch steht, leicht und anschaulich an der Seitenzahl oder an der Zahl der Wörter ablesen.
Siehe auch: Dualsystem, Informationstheorie, Künstliche Intelligenz, Symbolismus
Definition der Information in verschiedenen Fachrichtungen
Zum Abschluss sollen hier die einzelnen Fach- und Forschungsrichtungen zu Wort kommen, die je ihr eigenes Verständnis der Information haben. Deutlich wird dabei der jeweilige Ansatz auf den unterschiedlichen, oben geschilderten Ebenen zwischen der reinen Syntax bis zur Pragmatik, teilweise auch mit der besonderen Betonung des Transportcharakters von Information.
Semiotik
Die Semiotik versteht unter Informationen zweckorientierte Daten, die das Wissen erweitern. In älterer Literatur sind sie oft noch als zweckorientiertes Wissen definiert.
Informationswissenschaft
Die Informationswissenschaft verwendet den Begriff der Information ähnlich zum semiotischen Ansatz. Für sie sind die Begriffe Wissen und Information von zentraler Bedeutung. Information ist dabei Wissenstransfer beziehungsweise "Wissen in Aktion". Information entsteht in diesem Sinne immer nur punktuell, wenn ein Mensch zur Problemlösung Wissen (eine bestimmte Wissenseinheit) benötigt.
Diese Wissenseinheit geht als Information aus einem Wissensvorrat in einen anderen über, beispielsweise aus einer Datenbank in den Wissensvorrat eines Menschen. Wissen wird intern repräsentiert, Information wird - zum besseren Verständnis für den Informationssuchenden - präsentiert. (Wissensrepräsentation - Informationspräsentation).
Siehe auch: Informationsmanagement
Informationstheorie
Die Informationstheorie betrachtet Information als das Gegenteil der Informationsentropie. Betrachtet wird vor allem der Informationsgehalt einzelner Nachrichten, der nach Claude Shannon durch die statistische Signifikanz einzelner Symbole definiert ist.
Ein ähnlicher Ansatz ist der Entropie-Begriff in der Physik, der in der Thermodynamik und der statisischen Mechanik verwendet wird. In der statistische Mechanik wird er als Begriff für die Ordnung eines Systems interpretiert, was hier aber eine reine Aussage über die Struktur des Systems ist.
Information als Wirtschaftsgut
Information kann als wirtschaftliches Gut angesehen werden, da Information im Unternehmen durch Einsatz anderer Produktionsfaktoren (Menschen, Computer, Software, Kommunikation, etc.) produziert, oder von außen angekauft werden kann. Information hat somit einen Wert, der handelbar ist. Der Wert ergibt sich aus dem Nutzen der Information und den Kosten zur Produktion, Bereitstellung und Weiterleitung. Problematisch hierbei ist, dass der potenzielle Käufer den Wert der Information nicht immer im voraus kennt und sie teilweise erst nachdem er sie erworben hat, bewerten kann. Bereits der angestrebte Handel mit Information ist dabei mit dem Problem asymmetrischer Information behaftet.
Weiterhin kann man Information auch als Produktionsfaktor verstehen. Information wird somit nicht nur konsumptiv genutzt, sondern kann auch produktiv verwendet werden.
Dokumentations- und Ordnungslehre
W. Gaus schreibt in seinem Werk Dokumentations- und Ordnungslehre (Gaus, W. [1995],, Berlin Heidelberg 1995) dass Information unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden kann
# Struktur = structure approach
# Erkenntnis = knowledge approach
# Signal = signal approach
# Nachricht = message approach
# verstandene Nachricht = meaning approach
# Wissensvermehrung = effect approach
# Vorgang = process approach
Information als Veränderung
Nach den Arbeiten des Berliner Informatikers Peter Rüdiger:
"Information ist eine Veränderung konkreter Quantität und Dauer."
Das ist eine Definition, die viele Aspekte der komplizierteren Begriffsbildungen einschliesst und in ihrer Einfachheit unmittelbar anwendbar ist.
Verwandte Themenkomplexe
Der Begriff der Information ist eng verknüpft mit Fragestellungen im Themenkomplex "Wissen". Dazu gehört insbesondere das Problem der Definition von Komplexität, die sich über die algorithmische Tiefe eines informationsverarbeitenden Prozesses beschreiben lässt. Weiterhin zählen hierzu Betrachtungen über den Unterschied zwischen Zufall und Ordnung sowie der Begriff der Unterscheidbarkeit und der Relevanz.
In der Algorithmische Informationstheorie wurde ein Mass zum Bestimmen der Komplexität von Strukturen, z.b. im speziellen der Komplexität von Zeichenketten, entwickelt. Dies kann, unter gewissen Voraussetzungen, auch als Mass für die Information angewendet werden, das in einigen Aspekten Vorteile gegenüber dem von Shannon hat.
Ebenfalls wichtig ist in diesem Zusammenhang der Begriff der Kommunikation, das diese den Informationsbegriff voraussetzt. Andersherum ist es auch so, das häufig argumentiert wird, dass Kommunizierbarkeit eine wesentliche Eigenschaft von Information sei.
Weiterführende Angaben
Siehe auch
Literatur
- Martin Werner, Otto Mildenberger 'Information und Codierung' Vieweg, ISBN 3528039515
- Herbert Klimant, Rudi Piotraschke, Dagmar Schönfeld, 'Informations- und Kodierungstheorie', Teubner, ISBN 3519230038
- Nørretranders, Tor: Spüre die Welt, Rowohlt, 1994; ISBN 3-4980-4637-3; eine verständliche Einführung in die Welt der Information, der Entropie und des Bewußtseins
- Lyre, Holger: Informationstheorie, Wilhelm Fink Verlag, München 2002; ISBN 3-7705-3446-8, Einführung in die Informationstheorie mit Ausblick auf die aktuellen Forschungen Lyres zur Quantentheorie der Information. Kenntnisse der Quantenphysik werden jedoch vorausgesetzt.
- Werner Gitt: Am Anfang war die Information, 3., übrarb. und erw. Aufl., Holzgerlingen : Hänssler, 2002, ISBN 3-7751-3702-5, Behandelt die Frage der Herkunft des Lebens aus der Sicht eines kreationistischen Informatikers.
Weblinks
- http://www.madeasy.de/1/definfo.htm - diente als Quelle für die unteren Abschnitte dieses Artikels
- http://www.idemployee.id.tue.nl/g.w.m.rauterberg/publications/INFORM89paper.pdf
Kategorie:Informatik
Kategorie:Theoretische Informatik
Kategorie:Wissen
ja:情報
ko:정보
simple:Information
Bewegung
Bewegung (von : biwegen, v. wegen in Bewegung setzen) ist eine Veränderung einer Position bzw. eines Ortes oder einer Situation eines Objektes oder Subjektes.
In der Geometrie ist Bewegung ein Synonym für Kongruenzabbildung.
Die Physik definiert Bewegung als einen Prozess indem Materie oder generell Körper im betrachteten Bezugssystem abhängig von der Zeit ihren Ort verändern. Die physikalische Größe, um Bewegung zu messen, ist die Geschwindigkeit. Die zeitliche Änderung der Geschwindigkeit bezeichnet man wiederum als Beschleunigung. Eine Bewegung kann eine Translation, eine Rotation oder beides in Kombination sein.
Ein Körper in Bewegung besitzt Energie, die so genannte kinetische Energie (auch Bewegungsenergie), welche dem Energieerhaltungssatz der klassischen Mechanik gehorcht, solange keine Reibung auftritt.
Der Teilbereich der Physik, der sich intensiv mit Bewegung befasst, ist die Mechanik und insbesondere deren Teilbereiche der Kinematik und der Kinetik.
- [Zunächst] ging es Einstein in der speziellen Relativitätstheorie in erster Linie um eine besondere Form der Bewegung: die Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit. Erst 1915, rund zehn Jahre später, gelang es ihm, den allgemeineren Fall, die beschleunigte Bewegung, mit Hilfe der allgemeinen Relativitätstheorie zu klären. (Brian Greene: Der Stoff, aus dem der Kosmos ist, ISBN 388680738X, S. 70)
Im medizinisch-physiologischen Sinne wird unter Bewegung meist das Gehen, Laufen oder sonstige sich fortbewegen eines Menschen oder anderen Lebewesens verstanden.
Der menschliche Körper ist hierbei dafür gebaut, dass er sich bewegt. Wenn sich Menschen über längere Zeit zu wenig bewegen, so hat dies vielerlei Beschwerden zur Folge.
Siehe auch: Bewegungsmangel, Bewegungsapparat, Anatomie, Motorik, Sport, Bewegungswissenschaft, Biomechanik, Bewegungslehre, Bewegungssehen
Eine emotionale Bewegung ist eine Gefühlsbewegung, die man als Ergriffenheit, Rührung, oder auch Erregung umschreiben könnte. Sie führt daher, dass ein Impuls von außen eine Wirkung auf Vorstellungen des Individuums hat und dadurch eine innerliche Veränderung hervorruft.
In der Psychotherapie hilft die Beobachtung der Bewegungen eines Patienten (Gestik, Mimik usw.) dem Therapeuten, Rückschlüsse auf seinen physischen Zustand zu ziehen.
Die Wissenschaft der Psychomotorik, die sich ebenfalls mit Bewegungen befasst, befindet sich im Grenzbreich zwischen Physiologie und Psychologie.
Siehe auch: nonverbale Kommunikation
Soziologie und Politologie verstehen unter einer Bewegung ein mehr oder weniger politisch orientiertes gemeinsames Bestreben einer mehr oder weniger organisierten und mehr oder weniger großen Anzahl von Menschen.
Siehe auch: Massenbewegung, Soziale Bewegung, Politische Bewegung
Siehe hierzu Bewegung (Philosophie).
Siehe auch
ja:楽章
simple:Movement
Kategorie:Physik
Kategorie:Geometrie
Kategorie:Physiologie
Kategorie:Psychologie
Kategorie:Soziologie
SinnSinn bezeichnet
physiologisch
- die menschlichen Wahrnehmungskanäle, siehe Sinn (Wahrnehmung)
philosophisch
- das Ziel, den Zweck, den Wert, siehe Sinn (Metaphysik)
- in Philosophie oder Religion der Sinn des Lebens
- den Sinn eines Satzes, siehe Sinn (Semantik)
geografisch
- einen Fluss in Hessen, siehe Sinn (Fluss)
- eine Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis in Hessen, siehe Sinn (Hessen)
mathematisch/physikalisch
- die Drehrichtung
als Name
- Hans-Werner Sinn, Wirtschaftswissenschaftler und Präsident des Ifo Institut für Wirtschaftsforschung e. V.
- eine Uhrenmanufaktur in Frankfurt am Main, siehe Sinn (Uhrenmarke)
BedeutsamkeitDie Bedeutsamkeit (Relevanz, Wichtigkeit) ist ein Maß dafür, wie stark eine Sache die Realität beeinflusst oder wie gut eine Information oder eine Theorie Wissen über die Realität vermittelt (zunächst unabhängig davon, ob dieses Wissen wahr ist). Sie ist ein wichtiges Kriterium für die Informationsqualität.
Die Bedeutsamkeit hängt stets stark vom Kontext ihrer Interpretation ab. Sie steht für das Gewicht des Objektes gegenüber anderen Objekten in einem definierten Kontext: je höher das Gewicht um so mehr muss man diesem Objekt Beachtung schenken, desto grösser wären die Auswirkungen, wenn man dieses Objekt verändert. Was in einem Kontext relevant ist, kann in einem anderen also unwichtig sein.
In Hinblick auf Informationen bzw. Daten bezieht sich die Bedeutsamkeit immer auf die semantische Bedeutung (den Sinn), ist aber von dieser verschieden: die Bedeutsamkeit ist immer eine Quantifizierung, also ein einzelner Wert, der allerdings kaum objektiv messbar ist.
Die Bemessung der Wichtigkeit eines Objektes erfolgt durch ein Subjekt und kann je nach Kontext auf einer objektiven oder einer subjektiven Methode beruhen: Eine objektive Methode liegt immer dann vor, wenn die zu bewertenden Parameter, deren Wertebereiche und Grenzwerte sich vollständig und eindeutig beschreiben lassen. Ist dies nicht möglich, so wird die Bewertung mehr oder weniger intuitiv, bzw. basierend auf Weltwissen, Lebenserfahrung und persönlichen Beziehungen und Neigungen durchgeführt, was eine subjektive Methode der Bemessung ist.
Menschliches Handeln
Die Bedeutung, die eine Sache oder Information hat, hängt immer vom Betrachter ab: Was für einen Menschen sehr wichtig erscheint, ist für den anderen eher unwichtig und uninteressant. Wirklich Bedeutsames erkennt man daran, dass es für alle unverzichtbar ist. Oft erkennt man die Bedeutsamkeit (Wichtigkeit) einer Sache oder Information erst dann, wenn sie verloren zu gehen droht oder verloren gegangen ist. Zudem ist die individuell gefühlte Bedeutsamkeit durchaus nicht immer die tatsächliche Bedeutsamkeit für dieses Individuum - die angenommene Wichtigkeit hat jedoch einen Einfluss auf die Tatsächliche, da erstere das Handeln des Individuums bestimmt.
Naturwissenschaft
Die Wissenschaftstheorie definiert den Begriff der Relevanz relativ: Relevanz besteht hier nur in Relation zu einem Kontext. Mit Veränderung des Kontextes durch Veränderung von Komponenten oder Wechsel von Eckparametern (Paradigmen) ändert sich auch die Relevanz einzelner Umstände, Informationen, Theorien, Thesen u.a.
Ausgehend von der Theorie-Definition, nach der eine Theorie ihren Status durch Ausformulieren erhält und bis zu ihrer Widerlegung beibehält - also einen zunächst unbewerteten Status innehat - kann die Relevanz und damit die Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit einer Theorie dadurch steigen, dass sie sich in unterschiedlichen Kontexten "wieder erhebt" und ein logisch verwertbares Erklärungsmodell der Realität liefert.
In der Kommunikationswissenschaft (im Gegensatz zur Informationstheorie, siehe unten) ist die Relevanz ähnlich definiert, nur spielen hier auch individuelle Unterschiede in der Interpretation und der Bestimmung der Informationsqualität eine Rolle.
In der Informationstheorie wird das Wort Relevanz dagegen oft synonym mit der Signifikanz verwendet, um den Informationsgehalt einer Datenmenge zu beschreiben. Sie ist dort eine quantitativ und objektiv bewertbare Größe, nämlich das Gegenteil von Redundanz bzw. Entropie.
Messung der Bedeutsamkeit
Es ist wichtig, die Bedeutsamkeit (die Aussagekraft oder Relevanz) von der Datenmenge (der Anzahl der Buchstaben) und dem Informationsgehalt (der statistischen Signifikanz) zu unterscheiden: Diese drei Werte sind weitgehend unabhängig voneinander.
So kann man beispielsweite ein ganzes Blatt mit dem selben Buchstaben füllen. Die Datenmenge beträgt dann einige tausend Zeichen, der Informationsgehalt ist aber sehr klein, weil die Daten sehr redundant sind. Die Bedeutsamkeit wäre vermutlich ähnlich gering, das hängt aber vom sematischen Kontext der Interpretation ab. Insbesondere kann sie je nach Betrachter unterschiedlich sein.
Füllt man das Blatt mit der selben Anzahl von zufälligen Zeichen, so beibt die Datenmenge gleich, der Informationsgehalt ist dann aber maximal, da man, um exakt dieselbe Information zu übertragen, keine Datenkompression vornehmen kann. Die Bedeutsamkeit ist aber zunächst genau so gerig wie im vorherigen Beispiel.
Verschlüsselt man nun einen (bedeutsamen) Text so, dass genau so viele Zeichen wie bei dem obigen Beispiel herauskommen, so ist (im Idealfall) der Informationsgehalt weiterhin maximal (die Zeichenfolge erscheint zufällig), die Bedeutsamkeit hängt aber davon ab, ob der Betrachter den Text entschlüsseln kann: kann er das nicht, ist die Bedeutsamkeit sehr klein. Kann er ihn aber entschlüsseln, so ist die Bedeutsamkeit die selbe wie beim Ausgangstext, also vermutlich eher gross (unbedeutende Texte braucht man ja nicht zu verschlüsseln).
Die Bedeutsamkeit ist weit schwerer zu messen als die reine Datenmenge oder der Informationsgehalt. Nur wenn sich alle Kriterien für die Bedeutsamkeit genau angeben lassen, lässt sie sich quantifizieren - das ist im Allgemeinen aber nicht der Fall. So kann in einem Buch nur "Blabla" stehen und in einem anderen stehen wichtige mathematische Formeln, bei denen jeder Buchstabe und jedes Zeichen eine Bedeutung hat.
Die reine Informationsmenge, z.B. die Zahl der Buchstaben oder die Zahl der Seiten, kann dieselbe sein,
die Bedeutung ist es sicher nicht. Hier muss man sich anderer, weniger leicht quantifizierbarer Maßstäbe bedienen, um die Qualität zu messen. Beispiele für solche Maßstäbe für ein Buch können sein: Wie häufig wurde das Buch gekauft? Wie viele Auflagen hat das Buch erlebt? Wie lange gibt es dieses Buch schon? In wie viele Sprachen wurde es übersetzt? etc.
Die persönliche Bedeutung des Buches für einen bestimmten Menschen ist demgegenüber kaum messbar. Sie ist auch oft unabhängig vom eigentlichen Inhalt des Buches, und Bezieht sich auf den Gegenstand, nicht den Inhalt, z.B. bei einer Familienbibel.
Die Wichtigkeit eines Bauelements innerhalb eines Gerätes lässt sich dagegen eindeutig aus der Konstruktion und Funktionsweise ableiten. So ist der Tonregler für die Funktion eines Kofferradios beileibe nicht so wichtig wie der Lautsprecher, ohne den man gar nichts hören könnte.
Bedeutung als Abweichung vom gleichförmigen Chaos
Information mit Bedeutung ist immer ein Zwischending zwischen völlig gleichförmiger Ordnung und völlig gleichförmigem Chaos (siehe oben). Rein zufällige, aber auch völlig vorhersagbare Informationen sind in der Regel bedeutungslos.
Dieselbe Information kann in verschiedenen Formen stecken, z.B. ein geschriebener Satz und ein gesprochener Satz. Dieselbe Informationsbedeutung kann in verschiedenen Zeichenfolgen stecken.
Faktoren für die Bedeutsamkeit
Allgemeine Kriterien für die Bedeutsamkeit einer Information anzugeben ist nicht möglich. Es gibt aber einige Fragen, deren Beantwortung einen Überblick über die Bedeutsamkeit geben kann:
- Wie oft existiert die spezielle Informationsfolge überhaupt zur Zeit?
- Wie oft existierte die spezielle Informationsfolge in den letzten 1000 Jahren?
- Was passiert, wenn man diese Information weglässt oder verändert?
- Wann kann - geschichtlich betrachtet - eine bestimmte Informationsfolge das erste oder das letzte Mal nachgewiesen werden?
- Wie wird eine spezielle Informationsfolge variiert, und bei welchen Variationen ist der ursprüngliche Gehalt nicht mehr erkennbar bzw. ist die Funktion der Information nicht mehr erkennbar? d.h.
- welche Passagen einer Informationskette sind essentiell und welche sind weniger wichtig?
- Welche Folgen, Wirkungen und Funktionen hat eine bestimmte Informationskette in ihrem Umfeld?
- Gibt es völlig andere Informationsfolgen, die aber eine identische Funktion erfüllen ?
- Wenn eine bestimmte Informationsfolge vermehrt weitergegeben wird, wie erfolgt diese Weitergabe?
- Erfolgt diese Vermehrung und Weitergabe anorganisch, biologisch genetisch, neurologisch oder technisch ?
Beispiel Insulinmolekül
Die praktische Bedeutung von Information ist schwer in Zahlen anzugeben. Am ehesten geht dies noch bei biologischer Information, z.B. durch die Messung der Konzentration von Informationsträgern und der quantitativen Beschreibung ihrer Wirkung.
So ist zum Beispiel das Hormon Insulin in vielen Tieren vorhanden und dementsprechend sehr wichtig.
Man kann also sagen Insulin hat so eine hohe Bedeutsamkeit, dass ohne diesen Stoff kein Säugetier in der uns bekannten Form existieren könnte. Außerdem kann man abschätzen, wie viel Insulin in jedem Lebewesen und wie viel auf der ganzen Erde vorhanden ist. Man kann dann die geschätzte Menge in Kilogramm oder in einer geschätzten absoluten Zahl an Molekülen angeben.
Verschiedene Säugetierarten haben etwas abweichende Formen von Insulin. Die prinzipielle Wirkung des Insulins, die Zuckersenkung im Blut eines Tieres, bleibt aber dieselbe. Dieselbe Bedeutsamkeit
kann also in unterschiedlichen Datenmengen stecken. Teile einer Datenmenge sind dann meist essentiell, andere Teile dürfen variieren.
Informationen haben je nach Kontext verschiedene Bedeutung. Unter Bedeutung versteht man den Gehalt, die Bedeutung und den Sinn einer Information und der wird wesentlich durch das Umfeld mitbestimmt. So ist Insulin im Magen nur eine Kette von Aminosäuren, die in ihre Einzelglieder zerlegt und als Nahrung genutzt wird. Gleich nebenan in einem Blutgefäß des Magens ist das Insulin ein stark zuckersenkender Faktor, weil es Rezeptoren gibt, die seine Botschaft verstehen.
Abgrenzung zur Dringlichkeit
Der Begriff Wichtigkeit ist verwandt mit dem Begriff Dringlichkeit, beinhaltet aber nicht das Gleiche. Etwas Wichtiges kann auch dringlich sein, also einen kurzfristigen Termin haben, muss es aber nicht notwendigerweise. Eine wichtige Handlung kann bereits erfolgen, abgeschlossen sein oder in der Zukunft liegen, eine dringliche Handlung liegt immer in der (nahen) Zukunft.
Kategorie:Abstraktum
Kategorie:Erkenntnistheorie
Kategorie:Klassifikation
KommunikationKommunikation (lat. communicare „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen“) bezeichnet auf der menschlichen Alltagsebene den wechselseitigen Austausch von Gedanken in Sprache, Gestik, Mimik, Schrift oder Bild.
Im erweiterten Sinn ist Kommunikation das wechselseitige Übermitteln von Daten oder von Signalen, die einen festgelegten Bedeutungsinhalt haben, auch zwischen tierischen und pflanzlichen Lebewesen und technischen Objekten oder Systemen.
Der Begriff ist eng verwandt mit dem der Interaktion, in vielen Bereichen sind diese Begriffe sogar synonym, besonders dann, wenn Wechselseitigkeit für den Kommunikationsbegriff vorausgesetzt wird.
Definition und Zusammenhang
Interaktion einen Brief" von Ilja Repin (1880)]]
Eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs existiert nicht.
Ein Ansatz besagt, dass die Teilnehmer einer Kommunikation Menschen aber auch andere Lebewesen oder Objekte (insbesondere Geräte) sein können. Demnach kann auch zwischen Menschen und Dingen eine Kommunikation stattfinden, etwa zwischen Mensch und Computer nach dem Schlagwort der „Mensch-Maschine-Kommunikation“.
Diskutiert wird vor allem, ob die Teilnehmer einer Kommunikation Individuen sein müssen, beziehungsweise ob jeder Kommunikation ein Bewusstsein zu Grunde liegt (siehe Turing-Test). In den technischen Disziplinen wird dies verneint und die Kommunikation als ein Prozess betrachtet, der den Zustand des Empfängers verändert. Aus philosophischer Sicht ist fraglich, ob es Kommunikation ohne "Verständnis" und "Erinnerung" überhaupt geben kann. Umstritten ist auch, ob Kommunikation intentional sein muss und ob es einseitige Kommunikation gibt.
- Vertikale Kommunikation ist die Kommunikation von Höhergestellten mit Untergebenen (auch komplementäre Kommunikation).
- Horizontale Kommunikation meint die Kommunikation von Gleichgestellten untereinander (auch symmetrische Kommunikation).
Kommunikation in verschiedenen Wissenschaftsbereichen
- Kommunikation (Soziologie) (auch:Soziale Interaktion und Interpersonelle Kommunikation)
- Kommunikationswissenschaft
- Informationswissenschaft
- Medienwissenschaft
- Informationstheorie
- Sprechakttheorie
- Linguistik
- Semiotik
- Kommunikation (Biologie)
- Kommunikation (Informationstheorie)
- Kommunikation (Astronomie)
- Kommunikation (Konstruktivismus)
- Kommunikation (Kybernetik)
- Kommunikation (Nachrichtentechnik)
- Kommunikation (Psychologie)
- Kommunikation (Systemtheorie)
- Kommunikation (Wirtschaft)
- Kommunikation (Unterricht)
Weitere Übersichten in: Kommunikationsmodell
Speziellere Bereiche
Nach den beteiligten Sendern und Empfängern, Techniken und Einzugsbereichen wird unterschieden zwischen:
# Computervermittelte Kommunikation
# Mensch-Maschine-Kommunikation
# Digitale Kommunikation
# Gruppenkommunikation
# Individualkommunikation
# Intimkommunikation
# Massenkommunikation
# Telekommunikation
# Zwischenmenschliche Kommunikation
# - Nonverbale Kommunikation
# - Vokale Kommunikation
# - Visuelle Kommunikation
# - Parasprache
# - Gesprochene Sprache
# - Unterstützte Kommunikation
# - Gebärden-unterstützte Kommunikation
# - Gestützte Kommunikation
Siehe auch
- Information
- Information und Kommunikation
- Interaktion
- Diskussion
- Symbol
- Informationstheorie
- Interkulturelle Kommunikation
- Historische Kommunikation
- Probleme der Kommunikation
- Mediation
- Gewaltfreie Kommunikation
- Asymmetrische Information
- Verkaufspsychologie
- Medien
- Medienrecht
- Portal:Verhandlung und Verkauf
- Portal:Wissen, Information, Kommunikation und Medien
Literatur
Menschliche Kommunikation
- Paul Watzlawick Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien ISBN 3-456-82825-X
- Virginia Satir Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz ISBN 3-87387-018-5
- Oliver Jahraus, Nina Ort Bewußtsein, Kommunikation, Zeichen ISBN 3-484-35082-2
- Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld, Peter M. Hejl Einführung in den Konstruktivismus ISBN 3-492-21165-8
- Bernhard Badura, Klaus Gloy Soziologie der Kommunikation ISBN 3-7728-0363-6
- Roland Burkart Kommunikationswissenschaft ISBN 3-205-98185-5
- Kurt Koszyk, Karl Hugo Pruys Handbuch der Massenkommunikation ISBN 3-423-04370-9
- Helmut Glück Metzler-Lexikon Sprache ISBN 3-476-01519-X
- Christiane Grosser Kommunikationsform und Informationsvermittlung ISBN 3-8244-4000-8
- Dirk Baecker Kommunikation ISBN 3-379-20119-7
- Friedemann Schulz von Thun Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1981. ISBN 3-499-17489-8
- ders. Miteinander reden 2. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differentielle Psychologie der Kommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1989. ISBN 3-499-18496-6
- ders. Miteinander reden 3. Das 'innere Team' und situationsgerechte Kommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1998. ISBN 3-499-60545-7
- Peter Wendl: „Gelingende Fern-Beziehung. Entfernt zusammen wachsen“ ISBN 3-451-20896-2 [http://www.gelingende-fernbeziehung.de]
und weitere ausführliche Liste [http://www.uni-leipzig.de/~debatin/lectures/KMW_lit.htm#lili hier]
Technische Kommunikation / Angewandte Linguistik
- Walter Hoffmann Erfolgreich beschreiben - Praxis des technischen Redakteurs; Organisation, Textgestaltung, Redaktion ISBN 3-8007-1652-6
- W. Sturz, C. Walling-Felkner Praxishandbuch Technische Dokumentation ISBN 3-8111-7088-0
- H.P. Krings Wissenschaftliche Grundlagen der Technischen Kommunikation ISBN 3-8233-4543-5
- Norbert Groeben Leserpsychologie. Textverständnis - Textverständlichkeit ISBN 3-402-04298-3
- Anne Lehrndorfer Kontrolliertes Deutsch. Linguistische und sprachpsychologische Leitlinien für eine (maschinell) kontrollierte Sprache in der Technischen Dokumentation ISBN 3-8233-5080-3
- Susanne Göpferich Interkulturelles 'Technical Writing' (2003) ISBN 3-8233-4760-8
und weitere ausführliche Liste [http://www.cabeweb.de/help/tdliteratur.htm hier]
Maschinenkommunikation
- Albrecht Beutelspacher Kryptologie - Eine Einführung in die Wissenschaft vom Verschlüsseln, Verbergen und Verheimlichen ISBN 3-528-58990-6
- Arno Bammé, Günther Feuerstein, Renate Genth Maschinen- Menschen, Mensch-Maschinen. Grundrisse einer sozialen Beziehung ISBN 3-499-17698-X
- Hubert L. Dreyfus Die Grenzen der künstlichen Intelligenz. Was Computer nicht können ISBN 3-7610-8369-6
und weitere ausführliche Liste [http://lingua1.phil.uni-jena.de/srk/literat2.html hier]
Biochemische Kommunikation
- William H. Calvin Wie aus Neuronen Bewußtsein entsteht ISBN 3-446-17279-3
- Philip E. Stanley, Larry J. Kricka Bioluminescence and Chemilunimescence ISBN 9812381562
- Imre Kerner, Dagny Kerner Der Ruf der Rose. Wie Pflanzen fühlen und wie sie mit uns kommunizieren ISBN 3-462-02166-4
- F. Lottspeich, H. Zorbas Bioanalytik ISBN 3-8274-0041-4
- G.-J. Krauß, J. Miersch Chemische Signale ISBN 3-7614-0707-6
und weitere ausführliche Liste (alternativ) [http://www.datadiwan.de/netzwerk/index.htm?/moch/moch_4.htm#--139 hier] sowie konservativ/naturwissenschaftlich [http://www.biochemtech.uni-halle.de/pflanze/kvv.html hier]
Zitat
- Dürfte ich das Unwort des Zeitalters bestimmen, so käme nur eines in Frage: kommunizieren. Ein Autor kommuniziert nicht mit seinem Leser. Er sucht ihn zu verführen, zu amüsieren, zu provozieren, zu beleben. Welch einen Reichtum an (noch lebendigen) inneren Bewegungen und entsprechenden Ausdrücken verschlingt ein solch brutales Müllschluckerwort! Mann und Frau kommunizieren nicht miteinander. Die vielfältigen Rätsel, die sie einander aufgeben, fänden ihre schalste Lösung, sobald dieser nichtige Begriff zwischen sie tritt. Ein Katholik, der meint, er kommuniziere mit Gott, gehört auf der Stelle exkommuniziert. Zu Gott betet man, und man unterhält nicht, sondern man empfängt eine Heilige Kommunion. All unsere glücklichen und vergeblichen Versuche, uns mit der Welt zu verständigen, uns zu berühren und zu beeinflussen, die ganze Artenvielfalt unserer Erregungen und Absichten fallen der Ödnis und der Monotonie eines soziotechnischen Kurzbegriffs zum Opfer. Damit leisten wir dem Nichtssagenden Vorschub, das unsere Sprache mit großem Appetit auffrisst. – Botho Strauß (Der Untenstehende auf Zehenspitzen, 2004, ISBN 3-446-20491-1)
Weblink
- [http://www.mfk.ch/ Museum für Kommunikation]
- [http://www.forum-ev.org/ Berliner KommunikationsFORUM e.V.]
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ja:通信
simple:Communication
th:การสื่อสาร
SemantikDie Semantik (Bedeutungslehre) ist das Teilgebiet der Sprachwissenschaft (Linguistik), das sich mit Sinn und Bedeutung von Sprache beziehungsweise sprachlichen Zeichen befasst. Die Semantik kümmert sich um die Frage, wie Sinn und Bedeutung von komplexen Begriffen aus denen von einfachen Begriffen abgeleitet werden können und stützt sich dabei in der Regel auf die Syntax. Hierbei bezeichnet nach Gottlob Frege
- Sinn (engl. sense) den Inhalt, der sich aus den Relationen der Zeichen, Wörter, Sätze usw. untereinander im System der Sprache ergibt,
- Bedeutung (engl. reference) den Inhalt, der sich aus der Relation zwischen Zeichen und Welt ergibt.
Frege verdeutlicht die Unterscheidung am Beispiel des Begriffspaares Morgenstern und Abendstern, die beide die selbe Bedeutung haben, da sie den Planeten Venus bezeichnen. Der Sinn der Ausdrücke sei jedoch offensichtlich unterschiedlich. Da diese Differenzierung nach heutigem Wortgebrauch nicht mehr leicht nachvollziehbar ist, wird inzwischen anstelle der Fregeschen Terminologie vorwiegend das Begriffspaar Bedeutung (Sinn) - Bezeichnetes verwendet, Sinn und Bedeutung also als synonym angesehen. Innerhalb der Semantik ist die Semasiologie die Lehre von den Wortbedeutungen. Die Bezeichnungslehre wird Onomasiologie genannt.
Eine wichtige, traditionelle Aufgabe in der Semantik ist es, Äußerungen in natürlicher Sprache in logische Formeln umzusetzen. Das bekannteste Verfahren stammt von Richard Montague. Kritikpunkt dabei aber ist, dass Bedeutungsnuancen verlorengehen können.
Ebenen
Die Semantik unterscheidet zwischen verschiedenen, aufeinander aufbauenden Ebenen:
- Die lexikalische Semantik beschäftigt sich mit der Bedeutung von Wörtern wie auch der inneren Strukturierung des Wortschatzes insgesamt (siehe beispielsweise Synonym, Antonym).
- Die Satzsemantik untersucht, wie aus der Bedeutung einzelner Wörter durch ein festes Inventar an Verknüpfungsregeln die Bedeutung von größeren syntaktischen Einheiten (Phrasen) und ganzen Sätzen hervorgeht. Die Interpretation eines Satzes muss dabei auf einer Analyse seiner syntaktischen Struktur aufgebaut werden.
- Die Textsemantik konzentriert sich auf die Analyse der Kombination von Sätzen als reeller oder hypothetischer Sachverhalte zu Erzählungs-, Beschreibungs- oder Argumentationszusammenhängen.
- Die Diskurssemantik arbeitet auf der Ebene von Texten verschiedener Personen, die miteinander in Beziehung stehen (Diskussion, Unterhaltung, Lehrveranstaltung, Stammtisch).
Die Vermittlung zwischen den Ebenen der Semantik erfolgt über das Fregesche Prinzip: Der Sinn eines komplexen Zeichens ist eine Funktion der Sinne seiner Bestandteile. Die Definition der verknüpfenden Funktionen ist eine der Hauptaufgaben der Semantik.
SINN(der Apfel ist rot) = f(SINN(der), SINN(Apfel), SINN(ist), SINN(rot))
Funktionale Klassifizierung der Semantikbereiche
Die Bereiche der Semantik können weiterhin nicht nur nach verschiedenen Ebenen der Sprachstruktur klassifiziert werden, sondern auch nach dem Typ der Beziehung zwischen Sprache und Denken bzw. Sprache und Welt. Danach unterscheidet man drei Signifikanzaspekte der semantischen Theorie: kognitive Signifikanz, informationelle Signifikanz und pragmatische Signifikanz.
Der Begriff der kognitiven Signifikanz (engl. cognitive significance) bezieht sich auf die Beziehung zwischen Sprache und Denken. Demnach kann man eine sprachliche Mitteilung nur dann verstehen, wenn man durch sie auf die Rekonstruktion gedanklicher Strukturen ihres Senders kommt.
Semantische Theorien der informationellen Signifikanz (engl. informational significance) werden auch als referenzielle Theorien bezeichnet. In Anlehnung an Ferdinand de Saussure spielt hier die Beziehung zwischen dem sprachlichen Zeichen und seinem Referenten in einer möglichen Welt die Hauptrolle.
Die semantische Untersuchnung der pragmatischen Signifikanz bezieht sich auf die Beziehung zwischen der linguistischen Bedeutung einer Äußerung und deren Bedeutung in einem bestimmten situationellen Kontext. Dies ist auch der Unterschungsgegenstand der Pragmatik.
Semantik in verschiedenen Disziplinen
Außer in der Sprachwissenschaft hat die Semantik auch in anderen Wissenschaftsbereichen einen festen Platz:
- Die Semantik-Ebene der Semiotik baut auf der Sigmatik auf, indem Daten eine Bedeutung erhalten und dann als Nachricht bezeichnet werden. Im Unterschied zur linguistischen Semantik, die sich mit sprachlichen Zeichen befasst, werden hier auch natürliche oder technische Prozesse in ihrer Zeichenhaftigkeit und Interaktion analysiert.
- In der Informationstheorie versteht man unter der Semantik einer Informationsfolge die Bedeutung dieser Informationsfolge. Eine reine Zufallsfolge hat keine Semantik (jedoch einen sehr hohen Informationsgehalt).
- In der Logik und Informatik wird die Semantik als Bedeutungsaspekt von formalen Systemen und Sprachen verwendet. Diese Fachrichtung wird als Formale Semantik bezeichnet. Sie ist insbesondere in der Berechenbarkeitstheorie, der Komplexitätstheorie und zur Verifikation der Korrektheit von Computerprogrammen entscheidend.
- Die soziologische Systemtheorie versteht unter Semantik den gesamten Wissensvorrat (das offizielle Gedächtnis bzw. grundlegende kulturelle Erbe) des Gesellschaftsystems, der dauerhaft, wiederverwendbar und sozial übergreifend zur Verfügung steht. Dabei beinhalten systemspezifische Semantiken jeweils sozial bedeutsame und bewahrenswerte Leitvorstellungen, die sich aus Standardisierungen des Empfindens, Denkens, Handelns und Redens ergeben haben.
Literatur
Baldinger, Kurt. 1984. Vers une sémantique moderne Paris.
Chierchia, Gennaro. McConnell-Ginet, Sally. 2000. Meaning and Grammar. An Introduction to Semantics. Cambridge, Mass
Coseriu, Eugenio. 1975. Probleme der strukturellen Semantik. Tübingen.
Löbner, Sebastian. 2003. Semantik: Eine Einführung. Berlin, New York.
Lyons, John. 1995 (1977). Linguistic Semantics. Cambridge.
Saeed, John I. 2003 (1997). Semantics. Blackwell Publishing.
Stechow von, Arnim und Dieter Wunderlich (Hrsg.).Semantik. Ein Internationales Handbuch.
Wunderlich, Dieter. 1980. Arbeitsbuch Semantik.
Siehe auch
Bedeutungswandel, Wahrheitswert, Lexikalische Semantik, Prototypensemantik, Formale Semantik, Wortfeld, WordNet, Intension, Extension, Merkmalsmatrix, Semantische Nähe, Natural Semantic Metalanguage, Sinnrelation, Etymologie, Begriff, Bezeichnung, Worthülse, Semiotik, Pragmatik, Linguistik, referentielle Schärfe, semantischer Essay, Semiotisches Dreieck, Semantische Rolle.
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Kategorie:Semiotik
ja:意味論
ko:의미론
ms:Semantik
SemiotikSemiotik ist die allgemeine Lehre von den Zeichen, Zeichensystemen und Zeichenprozessen.
Frühe Definitionen
Erste Zeichen- und Bedeutungslehren entstanden in der stoischen Dialektik durch Diogenes von Babylon u.a. sowie im mittelalterlichen Nominalismus durch Wilhelm von Occam. Wesentliche Begründer der „modernen“ Semiotik sind Charles Sanders Peirce (1839-1914), Ferdinand de Saussure (1857-1913), Charles William Morris (1901-1979) und der dänische Semiotiker Louis Hjelmslev (1899-1965)
Saussure erklärt Sprache als ein System von Zeichen, welches fähig ist, Ideen auszudrücken. Daraus geht eine Wissenschaft hervor, die sich mit dem Umgang mit Zeichen in der Gesellschaft beschäftigt und später Teil der Soziopsychologie sein wird, und daraus folgend auch Teil der Allgemeinen Psychologie. Man bezeichnet sie als Semiologie, abgeleitet vom griechischen Wort semeion („das Zeichen“).
Saussure geht davon aus, dass nur menschliche Sender semiologische Vorgänge verstehen und produzieren können, indem der Sender eine Idee als Nachricht an einen menschlichen Empfänger schickt.
Peirce hingegen geht von einem dreiteiligen System aus, welches er Semiosis nennt. Die Semiosis ist ein Prozess der drei Instanzen umfasst, nämlich das Zeichen, sein Objekt und den Interpretanten. Der Interpretant kann hierbei in erster Annäherung als die Bedeutung des Zeichens verstanden werden, die in Peirce' System wiederum selbst als Zeichen mit eigenem Interpretanten aufgefasst wird. Auf diese Weise setzt sich der Interpretationsprozess prinzipiell bis ins Unendliche fort. Jedes Zeichen vermittelt so zwischen seinem Objekt und seinem Interpretanten.
In einem bloßen Verhältnis von actio und reactio ist dies nicht möglich. Wenn bspw. eine Kugel auf eine andere trifft, ist dafür keinerlei Vermittlung oder Übersetzung nötig.
Peirce schließt auch solche Phänomene ein, die keinen Menschen als Sender haben die natürlichen Zeichen , aber auch solche die keinen Menschen als Empfänger haben: so sei der Sonnenstrahl für die Blume ein Zeichen, sich ihr zuzuwenden.
Saussure vernachlässigte diesen Bereich.
Sprachwissenschaftliche Definition
Ein semiotischer Vorgang in sprachwissenschaftlicher Hinsicht liegt vor, wenn eine codierte Nachricht von einem Sender zu einem Empfänger gesendet wird und diese Nachricht vom Empfänger decodiert, also entschlüsselt werden kann. Diese Daten oder Nachrichten werden durch den Empfänger klassifiziert und interpretiert. Durch diesen Prozess ist der Empfänger in der Lage, in Interaktion mit dem Sender zu treten.
Das in einem bestimmten Code, beispielsweise Sprache, geschriebene Zeichen beschreibt sein Objekt und wird durch den Übersetzer interpretiert.
Die Semiotik wird üblicherweise in die drei überlappenden Teilbereiche Syntax, Semantik und Pragmatik untergliedert, wobei diese Bereiche durch ihre Beziehungen zwischen Zeichen, der Zeichenbedeutung und den Benutzern der Zeichen in einer bestimmten Situation definiert werden:
;Syntax:Zeichen ↔ Zeichen
;Semantik:Zeichen ↔ Bedeutung
;Pragmatik:Zeichen ↔ Benutzer u. Situation
Siehe auch: Struktur und Bedeutung von Information
Literatursemiotik
Vertreter der Literatursemiotik werden teilweise auch den Strukturalisten oder Formalisten zugerechnet.
Die literatursemiotischen Ansätze sind zudem sehr unterschiedlich:
Roland Barthes vertritt eine poststrukturalistische Position, von der aus er die Vieldeutigkeit eines Werkes betont, während Umberto Eco Barthes‘ Vorstellung einer grenzenlosen Offenheit der Bedeutung literarischer Werke korrigiert und die Rezeption literarischer Texte als Wechselspiel von Freiheit und Determiniertheit darstellt:
Einerseits muss der Text eine Struktur aufweisen, sonst "gäbe es keine Kommunikation, sondern nur eine rein zufällige Stimulierung von aleatorischen Reaktionen" (Eco).
Andererseits entscheidet der Leser, welche Codes und welchen semantischen Rahmen er auf den Text anwenden soll, wodurch er im Verlauf seines Lektüreprozesses die weitere Aktualisierung von Bedeutungen maßgeblich beeinflusst.
Dem gegenüber stehen Ansätze in der Tradition des Strukturalisten Algirdas J. Greimas, der über die Analyse der verschiedenen bedeutungstragenden, hierarchisch organisierten Ebenen eines Textes eine semantische Tiefenstruktur eindeutig rekonstruieren will.
Über das Ästhetische
Es scheint trotz dieser Vielfalt einen Konsens darüber zu geben, dass ästhetische Objekte Zeichensysteme sind, die sich eines anderen Zeichensystems als Trägersystem, als Form bedienen: Im Fall der Literatur ist dies das überaus komplexe Zeichensystem Sprache. Herausragende Beispiele im deutschsprachigen Raum sind hier etwa Hans Wollschläger.
Ästhetische Funktion
nach Jan Mukařovský (geb. 11. November 1892 in Písek, Südböhmen; Mitglied des 1926 gegründeten "Cercle Linguistique de Prague", erste Schule der strukturalen Methode (vgl. Strukturalismus)
Ein Zeichen kann mit der sog. ästhetischen Funktion belegt sein. Diese Funktion (im Gegensatz zum Beispiel zur referentiellen Funktion) führt dazu, dass ein Zeichen vornehmlich um seiner selbst willen rezipiert wird. Es verweist damit nicht mehr auf ein konkretes Objekt, sondern auf seine eigenen Möglichkeitsumstände, damit nach Mukarovský auf den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang seiner Rezeption. Wann und wie einem Zeichen die ästhetische Funktion beigelegt wird, ist zwar auch vom rezipiernden Subjekt abhängig, wird aber, allgemein gesehen, von der ästhetischen Norm bestimmt, die in einer Gesellschaft im Moment der Zeichenrezeption herrscht. (So können nach Mukařovský für uns heute Kathedralen u.ä. Bauwerke durchaus unter ästhetischem Gesichtspunkten betrachtet werden, waren aber zur Zeit ihres Baus weit stärker mit einer sakralen Funktion als mit der ästhetischen Funktion belegt)
Literatur:
vgl.: Mukařovský, Jan: Kapitel aus der Ästhetik. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 1970
Semiotik als Sinnprozesslehre
Der deutsche Sozialphilosoph Johannes Heinrichs versteht Semiotik nicht als eine einzelwissenschaftliche Spezialdisziplin (Lehre von Zeichen), sondern als philosophische Sinnprozesslehre. Auch der Zeichenbegriff bedarf der Herleitung aus Bewusstseinsvollzügen (Handlungen im weiteren Sinn). Es wäre falsch, ihn einfach als eine Urgegebenheit neben der einzigen wirklichen philosophischen Urgegebenheit von Sinn als "Bewusstseinsvollzügen mit ihren Gehalten" hinzunehmen. Er grenzt diese philosophische Semiotik ab von dem Aspekt der inhaltlichen Hermeneutik von Sinn, als die er Philosophie primär definiert: Letztere befasst sich mit der Gehalt-Seite, die Semiotik mit der formalen Prozess-Seite. Er kennt vier Ebenen von bewusstseinsmäßigen Sinn-Prozessen (diese im Unterschied zur Übertragung biologischer oder anderer physischer Information): 1. die semiotischen Prozesse des Handelns und dem Erleben als dessen rezeptiver Form, worin sich auch eine Ortsbestimmung des Zeichen-Handelns, somit also des Zeichens, ergibt, 2. der Sprache (als sich selbst in eigenen syntaktischen Zeichen regulierenden Meta-Handelns), 3. der Kunst (als sich in einer Meta-Syntax reflektierende Meta-Sprache) sowie 4. der Mystik, die von der Annahme bzw. Erfahrung einer Eigenaktivität des von Anfang an vorausgesetzten Sinnes (Sinn-Mediums) ausgeht. Mystik ist in semiotischer Betrachtung der Titel für die Schließung eines systemischen Kreislaufs zwischen Subjekt und Sinn-selbst, worin die Einseitigkeit des Handelns, einseitig subjektgeleitet zu sein, über die Vorstufen der sozialen Gegenseitigkeit sowie des künstlerischen, "medialen" Prozesses hinweg, aufgehoben ist. Auf all diesen Ebenen spielt der Zeichenbegriff eine wesentliche Rolle, ohne aber eine bloß "positive" Gegebenheit zu bleiben oder gar eigene Unhintergehbarkeit zu beanspruchen.
Siehe auch
Allgemeine Linguistik, Sprachwissenschaft, medizinische Semiologie, Dekonstruktion, Grammatologie, Code
Wichtige Personen der Semiotik
- Peirce, Charles Sanders
- Jacques Derrida ( vergleiche besonders: Limited Inc.)
- Saussure, Ferdinand de
- Lévi-Strauss, Claude
- Baudrillard, Jean
- Uexküll, Jakob Johann von
- Eco, Umberto
- Barthes, Roland
- Morris, Charles W.
- Heinrichs, Johannes
Russische Semiotik:
- Bachtin, Michail
- Lotman, Jurij
- Uspenskij, Boris
Vorläufer:
- Diogenes von Babylon
- Locke, John
- Bruno, Giordano
- Occam, Wilhelm von
- Platon (vergleiche: Höhlengleichnis).
Literatur
- Chandler, Daniel (2001). Semiotics: The Basics London, New York: Routledge. ISBN 0-415-26594-0. [http://www.aber.ac.uk/media/Documents/S4B/ Onlineversion]
- Derrida, Jacques: (2001). Limited Inc. Wien: Passagen, 2001. ISBN 3-85165-055-7.
- Eco, Umberto (1962). Einführung in die Semiotik (autorisierte deutsche Auflage durch Jürgen Trabant). München: Fink, 2002. ISBN 3-8252-0105-8.
- Eco, Umberto (1991). Semiotik: Entwurf einer Theorie der Zeichen (2. Aufl.; G. Memmert, Übers.). München: Fink, (Orig. ersch. 1976)
- Eco, Umberto (1977). Zeichen: Einführung in einen Begriff und seine Geschichte (G. Memmert, Übers.). Frankfurt a. M.: Suhrkamp, (Orig. ersch. 1973)
- Heinrichs, Johannes (1980). Reflexionstheoretische Semiotik, Teil 1: Handlungstheorie. Strukturalsemantische Grammatik des Handelns, 192 S., Bouvier Verlag, Bonn. [http://www.johannesheinrichs.de/bibliographie.html Onlineversion]
- Heinrichs, Johannes (1981). Reflexionstheoretische Semiotik, Teil 2: Sprachtheorie. Philosophische Grammatik der semiotischen Dimensionen, 490 S., Bouvier Verlag, Bonn. [http://www.johannesheinrichs.de/bibliographie.html Onlineversion]
- Lucid, David P. (Hrsg.). (1977). Soviet Semiotics. An Anthology. Baltimore: Johns Hopkins University Press.
- Mersch, Dieter (Hrsg.). (1998). Zeichen über Zeichen: Texte zur Semiotik von Peirce bis Eco und Derrida. München: dtv.
- Nöth, Winfried (2000). Handbuch der Semiotik (rev. u. erw. 2. Aufl.). Stuttgart/Weimar.
- Pape, Helmut (Hrsg.)/Peirce, Charles S. (1983). Phänomen und Logik der Zeichen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp
- Peirce, Charles S. / Uchtmann, Roger (Hrsg.) (2003). Von der Klarheit unserer Gedanken (inkl. Edwina Taborsky Evolution des Bewusstseins). Neuenkirchen: Phänomen-Verlag. ISBN 3-933321-46-8.
- Sebeok, Thomas A. (1979). Theorie und Geschichte der Semiotik (A. Eschbach, Übers.). Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, (Orig. ersch. 1976)
Artikel zum Thema Semiotik
- Semiotisches Dreieck
- Signografie
- Semantik
- Syntax
- Pragmatik
- Atomsemiotik
- Semiosphäre
Weblinks
- [http://www.semiotik.de www.semiotik.de]
- [http://www.rechtssemiotik.de www.rechtssemiotik.de]
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Kategorie:Geisteswissenschaft
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KognitionswissenschaftDie Kognitionswissenschaft (englisch Cognitive Science) ist ein relativ junger Wissenschaftszweig, dessen Ziel es ist, kognitive Fähigkeiten zu erforschen. Zu diesen Fähigkeiten werden etwa Wahrnehmung, Denken, Lernen, Motorik und Sprache gezählt. Dabei wird die Kognitionswissenschaft meist als ein interdisziplinäres Unternehmen zwischen Informatik, Linguistik, Neurowissenschaft, Philosophie und Psychologie verstanden. Sie hat damit nicht den Status einer klassischen Einzelwissenschaft, sondern wird oft im Anschluss an Werner Tack als „Interdisziplin“ bezeichnet.
Interdisziplin
Entwicklung der Kognitionswissenschaft
Geschichte der Kognitionswissenschaft
Die Entwicklung der Kognitionswissenschaft hängt eng mit der so genannten „kognitiven Wende“ zusammen, deren Höhepunkt auf das Jahr 1956 fällt. Bis dahin hatte in Psychologie und der Philosophie des Geistes der Behaviorismus eine maßgebliche Rolle gespielt. Der Behaviorismus war als eine Reaktion auf die Probleme der Introspektion als einer psychologischen Forschungsmethode entstanden. Introspektive Berichte über das mentale Innenleben waren für die Wissenschaftler nicht von außen überprüfbar. Der Behaviorismus zog daraus die Konsequenz, dass sich die Psychologie auf eine Erforschung des Verhaltens beschränken müsse. In der Philosophie des Geistes ging etwa Gilbert Ryle noch einen Schritt weiter und behauptete, dass mentale Zustände nicht mehr als Verhaltendispositionen seien.
Gilbert Ryle
1956 fand am Massachusetts Institute of Technology das Symposium on Information Theory statt, an dem sich die Computerpioniere Allen Newell, Herbert Simon und Marvin Minsky, sowie der Linguist Noam Chomsky beteiligten. Chomsky präsentierte eine scharfe Kritik am Behaviorismus und stellte seine enorm einflussreiche Transformationsgrammatik vor. Newell und Simon stellten den Logical Theorist vor, der erstmals selbständig ein Theorem der Mathematik 'beweisen' konnte. Wichtige Vorläufer dieser Entwicklung waren die Formulierung der Kybernetik durch Norbert Wiener und das Werk Alan Turings, der die Turingmaschine entwarf und den Turing-Test entwickelte.
Die Kognitionswissenschaft, die sich im Kontext der beschriebenen Entwicklungen konstituiere, basierte auf einer zentralen Annahme, die das „Computermodell des Geistes“ genannt wurde. Damit ist die These gemeint, dass sich die Unterscheidung zwischen Geist und Gehirn analog zu der Unterscheidung zwischen Software und Hardware verstehen lasse. So wie die Software durch Datenstrukturen und Algorithmen bestimmt sei, sei der Geist durch mentale Repräsentationen und computationale Prozesse bestimmt. So wie die abstrakte Beschreibung der Software möglich ist, ohne direkt die Hardware zu untersuchen, sollte eine abstrakte Beschreibung der geistigen Fähigkeiten möglich sein, ohne direkt das Gehirn zu untersuchen. Und so, wie die Existenz einer Softwareebene problemlos mit dem Materialismus zu vereinbaren ist, sollte auch die mentale Ebene in eine materialistische Interpretation eingebettet sein.
Aktuelle Entwicklungen
Das Computermodell des Geistes ist in den letzten Jahrzehnten einer scharfen Kritik unterzogen worden. Diese Kritik hat im Wesentlichen zwei Quellen: Zum einen hat sich die Beschreibung des Gehirns durch die kognitive Neurowissenschaft rasant entwickelt. Dies zeigt sich etwa in der zunehmenden Bedeutung von bildgebenden Verfahren, die es unplausibel machen, das Gehirn bei der Erforschung des Geistes nicht zu beachten. Zum anderen haben sich andere erfolgreiche Ansätze entwickelt, so z. B. der Konnektionismus und die Modellierung von neuronalen Netzen. Künstliche neuronale Netze werden unter anderem programmiert, um die Aktivitäten von Neuronenverbänden zu simulieren. Es ist zweifelhaft, inwieweit hier noch eine Unterscheidung von Software- und Hardwareebene möglich ist.
Andere alternative Paradigmen in der Kognitionswissenschaft sind z. B. der Dynamizismus, Künstliches Leben (Artificial Life) und die verkörperlichte und situierte Kognitionswissenschaft.
Nach Ansicht des Dynamizismus stellt die Dynamische System Theorie ein geeignetes Modell des kognitiven Verhaltens bereit, da kognitives Verhalten immer in einem zeitlichen Zusammenhang stattfindet und zeitliche Koordination erfordert. Es wird postuliert, dass dieser zeitliche Aspekt der Kognition, der im Computermodell des Geistes vernachlässigt wird, essentiell ist. Andererseits stellt dieser Ansatz die Zentralität der internen Repräsentation und der Symbolmanipulation (vgl. Symbolismus) in Frage, da diese Konzepte nicht Teil einer dynamischen Erklärung sind.
„Künstliches Leben“ ist ein Terminus, der der Künstlichen Intelligenz gegenübersteht: anstatt abstrakte Aufgaben zu lösen (wie z. B. Schachspielen, Theoreme beweisen), was uns Menschen schwierig erscheint, Computern jedoch leicht fällt, solle man erst die Bewältigung der vermeintlich profanen Alltagsprobleme verstehen. Viele Aufgaben, die uns einfach erscheinen (wie z.B. Laufen, Freunde und Feinde erkennen, Wunden heilen, einen Ball fangen ...) sind von Computern oder Robotern gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zu bewältigen.
Die verkörperlichte und situierte Kognitionswissenschaft wiederum geht davon aus, dass Kognition nicht ohne Bezug auf einen spezifischen Körper (Verkörperlichung) und eine spezifische Umgebung (Situiertheit) erklärt werden kann. Diese Forderungen resultieren aus dem Zweifel daran, dass Kognition ein Prozess ist, der sich in einer Welt der abstrakten symbolischen Repräsentationen vollzieht, verhältnismäßig unabhängig von der genauen Sensorik, Motorik und dem zeitlichen Geschehen in der Außenwelt.
Diese verschiedenen vorgestellten Strömungen (Konnektionismus, Dynamizismus, Künstliches Leben, Situiertheit und Verkörperlichung) werden gerne unter dem Schlagwort Neue KI (New AI) zusammengefasst, da sie sich z. T. in ihren Forderungen und Annahmen überlappen. Allerdings kännen sie nicht als deckungsgleich betrachtet werden, da sie sich in vielerlei Weise in Prämissen, Konsequenzen und Anwendungen unterscheiden oder sogar widersprechen.
Die Kritik am Computermodell des Geistes führte zeitweise zur generellen Infragestellung der Kognitionswissenschaft. Mittlerweile haben sich die Wogen jedoch weitgehend geglättet. Kognitionswissenschaftler verwenden nun selbst auch neuronale Netze und stehen in einem engen Kontakt mit der kognitiven Neurowissenschaft.
Philosophie der Kognition
In der Kognitionswissenschaft werden Themen untersucht, die beim Menschen Bewusstsein bzw. Selbstbewusstsein voraussetzen. Dazu werden einzelne Aspekte des Bewusstseins wie Wahrnehmung, Gedanken oder Erinnerungen betrachtet und allgemein als mentale Zustände bezeichnet. „Höhere“ kognitive Fähigkeiten wie Lernen, Problemlösen und Sprechen setzten wiederum Denken – also mentale Zustände - voraus. Es ist daher für die Kognitionswissenschaft von hoher methodologischer Bedeutung, zu klären, was mit der Rede von mentalen Zuständen gemeint ist. Mit dem Computermodell des Geistes ist eine klassische Position der Philosophie des Geistes verbunden – der | | |